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Daß wir ein Volk\nwaren, wußten wir, zuweilen warder Eine oder der Andere stolz\ndarauf. Den Meisten jedoch war das deutsche Reich ein politischer\nBegriff oder die Ordnungsmaschine für all-die Sonderinteressen der\ndeutschen Allgemeinheit. Und jetzt inDeutschlands s chicksalsvollstem\nAugenblick, jetzt plötzlich denken Millionen von Deutschen einen\nGedanken, fühlen eine Leidenschaft, habeneinen Willen. In dem\ndifferenziertesten wie in dem einfachsten Manne erwacht etwas, das\nsie einander gleichmachtz sie nah zueinander führt, mühelos verstehen\nsie einander, als hätten sie die gemeinsame Muttersprache vergessen\nund fänden sie nun wieder. Das Volk fühlt sich als ein Volk. Und\nder Deutsche entdeckt, daß dieses Gefühl eine unwiderstehliche, mystische\nKraft ist, etwas ganz Heißes und Lebendiges, etwas, das stark und\neinfach macht. 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Nie zuvor, erinnert ihr euch,\nhing der Sommerhiinmel so beschwichtigend und waren unsere Wälder so in\nsich versunken» Nie sah man die Schwalben so beseligt um die Kirchtürme\nstreichen und unsere Wege und Brücken so versonnen stehen. Und nie standen\nauch ——— erinnert ihr euch? so viel schmucke Häuser fertig —-— Bilder unseres\nGlückes —— und kletterten blumengeschmückt alle Hügel hinauf. Und über sie\nalle hin, erinnert ihr euch, die Mondessichel, die wie in Verzückung schwebte?\nDie Ersten, welche da von der Gefahr dieses Krieges redeten, verhöhnte\nman . . . Aber dann trieb uns eine plötzliche Angst in unsere schon verwandelten\nStädte zurück. Und dort, wuchs schon wie ein ungeheures Präludium jene\nUnruhe an, die uns alleins Freie stieß, wie jene Toten, von denen steht, daß\nes sie aus ihren Gräbern hervortrieb, in den Straßen Jerusalems zu wandeln,\nals der Vorhang des Tempels zerriß. Denn also schwebte wieder ein Kreuz\nüber unseren Häuptern und wie jene Toten litt es uns nicht in der Enge» unserer\nBehausungen. Und junge Frauen, die sich aus der stummkreisenden Menge\nschlichen, wähnend, daß sich in der Verborgenheit der eiserne Ring um ihre\nHerzen in Tränenströmen lösen würde, traten alsbald steifen Auges wieder vor\nihre Tür. Und wie sich dann mit dem Verhängnis dieSpannung wie »ein Nebel\nhob, und jene totgeweihten Heldenmienen offenbarten, über Nacht zu Antiken\ngemeißeltl so daß alle Fremden, die noch auf unserem Territorium weilten, uns\nhingerissen ihre Liebe »schwuren, bevor sie flohen. Sie erinnern sich wohl. Welche\nGesänge brachen sich da Bahn! welche Musiklwelche Bereitheitl\nDen zurückgebliebenen aber saßen schon die Augen im Kopfe, mit denen\nder Gefangene durch fein vergittertes Fensterzu dem kleinen Streifen des\nunendlichen Himmels emporsieht Wer aberda wieder hinaustrat in die Natur,\nwem es etwa beifiel, sich auf den Gipfel eines Berges vor der betörten Mensch-\nheit zu flüchten, mit ihrem Haß zerfallen und weil er untüchtig ist zu begreifen»\ndaß zur Ergänzung, ja, wie Liebende zur Ergänzung geschassene Nationen sich\nhinschlachten sollen; wie ein neuer Philoctet stündeder vor den verklärten Höhen\nund den friedlichen Herdenglocken, seiner Qual immer neu überwiesen. Wie\nPhiloctet mit der schwärenden Fußwunde jede Betrachtung, die er faßt, was\nimmer er sagt oder vernimmt, mit seinem Schmerzensgeheul unterbricht, so wird\nihm jeder Gedanke zerrissen, jeder Schlag seines Herzens durch das Bewußtsein\ndieses ttrauenhaften Krieges zerhämmerü"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191410-01.1.1", "texte": "unterirdische Gluten werfen einen Widerschein auf die Seele des\nKünstlers. staunend erwacht er vor dem gewaltigen Gotte. 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