{"numero_id": "bm-bmtnabb-1915-01-02", "volume": "bmtnabb_1915-01_02", "ocr_sha256": "afac3c5f475773fd0b2df3aa942ed86db12e5d222d24c125054b9f6c0d99483b", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabb/issues/1915/01_02/bmtnabb_1915-01_02.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabb/issues/1915/01_02/bmtnabb_1915-01_02.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabb-1915-01-02-c001", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-01_02#c001", "volume": "bmtnabb_1915-01_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "105", "page_fin": "105", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.2.1", "titre_corps": "eues Jahr —- Jahr des Entfcheidens,", "titre_sommaire": "eues Jahr —- Jahr des Entfcheidens,", "signature_source": "Franz Dülberg", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "105", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1703, "texte": "Franz Dülberg\neues Jahr —- Jahr des Entfcheidens,\nJahr des Ringens, Jahr des Leidens!\nFragend stehn wir an der Wiege,\nWas in Dir verborgen liege.\nSei« gegrüßt in Deiner Kindheit —-—\nEines bringst Du: Einsgefinntheiu\nWir sind eine Faust, die schlägt,\nAll ein Nacken nur, der trägt.\nAlle einer Mutter Sohn, »\nAll ein Knecht in Heeresfron.\nKeiner will es anders haben,\nLiegen all im Schützengrabem\nHatten sonst wohl viel Gesichter:\nLeutnant, Arbeitsmann und Dichter.\nHeute gilt nur eine Miene,\nDie dem besten Spiele diene,\nBöse Mine für die Feinde,\nSprengstoss für die Haßgemeinda\nDeutscher schützt, was Deutscher baut,\nWehrt sich nur der eignen Haut.\nWill nicht buntem Gallierhahne\nFedern reißen aus der Fahne.\nMag der Bär mit wunden Tatzen\nUngestutzt nach Hause kratzen.\nLaßt die gelbe Löwenmähnu\nDrinnen sitzt nur die Hyäne.\nWollen Eins der Welt verleiden:\nAdlersiügel zu befchneidem\nUnsern Atem zu bedrängen,\nUnsern Herzschlag einzuzwängem\nDeutschland auf der Brust zu knieen:\nErst Besiegten sei’s verziehen.\nDeutschland will mit breitem Tritte\nSchreiten große Ehrenschritta\nUnd weil Manches uns gelungen\nTrotz dem Neid des Nibelungem\nKarls des Großen Kronenspannung,\nLuthers mächtige Ermannung,\nGoethes Glanz und Heines Gleißen,\nBismarcks Reichszusammenschweißem\nHosen wir, daß auch das Schwerste\nFrol)lich schließe an das Erste.\nVor des Reiches Festungsmauern\nStehn mitErnst wir, nicht in Trauern.\nTreten all den gleichen Marsch, :\nFreunden füß und Feinden barsch.\nW\nNeues Jahr, aus Deiner Blüte\nFällt ein Blatt an jedem Tag,\nMit gelassenem Gemüte\nTun und nehmen wir den Schlag.\nKannst uns nicht mehr überfallen,\nOb die Lösung nah, ob ferne:\nNur ein Muskel in uns allen «—-\nSo bewegen wir die-Sterne!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-01-02-c003", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-01_02#c003", "volume": "bmtnabb_1915-01_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "106", "page_fin": "108", "image_debut": 2, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.2.2", "titre_corps": "Der Schriftsteller M. erhielt Ende November 1914 folgenden Brief aus Lüttich:", "titre_sommaire": "Der Schriftsteller M. erhielt Ende November 1914 folgenden Brief aus Lüttich:", "signature_source": "Otto Flake", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "106", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3235, "texte": "Der Schriftsteller M. erhielt Ende November 1914 folgenden Brief aus Lüttich:\nIch kenne Sie nicht persönlich, aber Ihre Werke sehr genau. Gestern Nacht\nhabe ich eine jener Handlungen begangen, die so schwer sind, daß man von ihnen\nzermalmt wird, sobald man versucht, sie von sich abzuwälzen. Man muß sie\nselber tragen. Ich will mich also nicht von ihr befreien, sondern sie Ihnen nur\nerzählen und ich habe Sie gewählt, weil ich, der nur ein Durchschnittsmensch\nmit geistigenInteressen ist, gerade bei Ihnen empfunden habe, daß ein Schrift-\nsteller, der ernst und menschlich ist, für uns alle denkt, wägt und urteilt. Wenn\nich religiös wäre, ich meine mit tiefer Ueberzeugung religiös, würde ich mich\nan einen Priester gewandt und ihn um die Absolution gebeten haben.\nErinnern Sie sich an Ihre Erzählung ,,Barmherzigkeit«? Ein Arzt, der zu-\ngleich mitleidig und entschlossen fühlt, quält sich mit der schweren Frage, ob er einen\nanderen Menschen, der ihm näher als alles auf der Welt sieht, und der durch ein\nunheilbares Leiden zu langem, häßlichen Siechtum verurteilt ist, durch eine wohl-\ntätige Dosis befreien soll. In einer langen Nacht entschließt er sich dazu, aber\nals er am nächsten Morgen vor den Kranken tritt, ist ihm unerwartet der Tod\nzuvorgekommen. Sie lassen also die letzte Entscheidung, die Tat, dochdahingestellt\nsein, und ohne dieseZurückhaltung wäre Ihre Erzählung nicht so stark, wie sie ist.\nAber ich, ich habe sie durchkämpfen müssen, die Wirklichkeit, der Krieg hat\nmich dazu gezwungen.\nAnfang August machte ich mein Notepamem denn es fehlte mir nur noch\ndas letzte Semester, dann stellte ich mich. Ich stamme aus einer Familie von\nAerzten, mein Vater ist der Berliner Chirurg. Als ich ein anderes Studium\nals sein eigenes ergriff, hielt er darauf, daß ich mich wenigstens als Kranken-\npsieger ausbilden ließ, und so kam ich Mitte August als Sanitätssoldat nach\nBelgien, durch Zufall in das Lazarett des Oberstabsarztes Schneider.\nIch kannte ihn von der Klinik meines Vaters her, bei dem er zu arbeiten\npsiegte. Er ist ein großer schwerer Mann, der mir in Berlin nicht sympathisch\ngewesen war fund zwar, weil ich ihn einmal bei uns hatte ——— essen sehn. Er\nhäufte sich damals den Teller an, wie man es nicht einmal im Wirtshaus tut,\nwo die Schüssel vielleicht nur einmal gereicht wird, geschweige denn bei einem\nDiner. Breit dasitzend kaute er mit vollen Backen und erörterte zugleich die\ninnere Politik und die Behandlung, die man den Demokraten zuteil werden\nlassen müsse, in einer Art, die mir unerträglich schien. s\nAber an diesem massiven Körper saßen zwei Hände, die mein Vater schätzte\nund die jetzt unsagbar viel Gutes vollbrachten. Er hatte mich kühl begrüßt\nund behandelte mich zu meiner Genugtuung durchaus als einen unter seinen\nvielen Untergebenen. Erst als er mich willig und brauchbar fand, begann er mich\nbei besonderen Aufgaben vorzuziehem So wurde ich in eine der grausamsten\nTragödien hineingezogen, die dieser Krieg über Menschen brachte, vielleicht ist\nes sogar die grausamste, die äußerste von allen.\nEines Abends, als unser Dienst getan war und nur die Nachtwache im\ngroßen Saal blieb, hielt er mich zurück und sagte:\n»Es ist mir eine Einlieferung angekündigy die nicht am Tage stattfinden"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "107", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3199, "texte": "und soweit geheim bleiben soll, daß das gewöhnliche Personal den Verletzten\nnicht zu Gesicht bekommt und nicht darüber redet. Ich werde ihn oben in ein\nkleines Zimmer legen und Sie mit feiner Psiege betrauen. Machen Sie sich auf\netwas Abs cheuliches gefaßt, es ist ein Ofsizier, der den Händen rasender Weiber\nhalbtot entrissen wurde« «\nUm 11 Uhr wurde der Verstümmelte in den Operationssaal getragen. Wir\nhatten drei Stunden mit ihm zu tun. Der Kopf war eine einzige große Bandage,\nmit einem Luftloch in der Mitte, aus der aber keine Nase, sondern nur ein\nblutiges Nichts heraussah. Mir ahnte nichts Gutes bei diesem Anblick, aber\nwie wenig hatte der Verlust der Nase zu bedeuten. Die Megären hatten noch\nmehr getan, als sie abzuschneiden. Die Ohren fehlten, beide Augen fehlten, und\ndazu kam noch eine halbdurchgeführte Kastration, die wir nur zu Ende zu\nbringen hatten. Es war entsetzlich, auf diese armen zerstörten Augen, über\ndiese fehlende Nase die Aethermaske zu legen; es war meine Aufgabe, da der\nSchwester ein solcher Anblick erspart werden sollte. i \"\nZwei Tage später kehrte die volle Besinnung des Ofsiziers zurück. Er wußte,\nwas mit ihm geschehen war, nur der Verlust der Ohren war ihm unbekannt.\nEs war ein Hauptmann, ein vierzigjähriger Mann, der eine junge Frau in\nDeutschland hatte. Er verlangte stürmisch Gift. Mir siel die schwere Pflicht, ihn\ndurch Worte zu beruhigen, fast ganz zu, der Oberstabsarzt hatte zu viel zu tun.\nDer Verwundete knirschte, daß man ihn nicht hatte verbluten lassen. Er\nnannte uns grausamer als die belgischen Weiber. Als der Oberstabsarzt einen\nTag später wieder an sein Bett trat, wurde er plötzlich ruhig und bat um\neinen Liebesdienst Man solle seiner Frau telegraphieren, daß er gefallen sei.\nEr begegnete einer Weigerung. Er bat weiter, mit einer Beherrschung, die\ngefährlicher als Rasen und Stöhnen war.\n,,Nie darf sie wissen, was mit mir geschehen ist und wie ich hier liege, nie,\nnie. Heute Nacht wollte ich mich zum Fenster tasten und mich hinausstürzem\naber ich verschiebe meinen Tod. Ich will so nicht heimkehren, ich bin ja kein\nMensch mehr, ich werde sterben, aber ich will so lange warten, bis ich gehört\nhabe, daß wir siegten. Und nun telegraphieren Sie.«\nEr s etzte s einen Willen durch. Ich war es, der das Telegramm aufgab, an mich\nklammerte er sich, mir vertraute er, weil ich ein Mann von seiner Bildung war.\nDie Wochen vergingen. Seine Wunden heilten zu, er lag ruhig in seinen\nVerbänden. Mit seinem Weib und dem Leben hatte er abgeschlossen. Was\nihn beschäftigte, war nur die Zeitung. Ich mußte sie ihm täglich vorlesen. In\nGedanken machte er die Gewaltmärsche gegen Paris, die Streifzüge der Reiterei,\ndie Erkundigungen der Flieger mit. Glockengcläute war sein Labsal, denn es\nbedeutete Sieg. Dann kam der Rückzug bis zur Aisnr. Er atmete nicht mehr\nvor Schrecken. Die Nachrichten lauteten wieder gut. Antwerpen fiel. Danach\nwurde er von Neuem ungeduldig. Warum hörte man nichts vor Verdun, warum\nging es nicht vorwärts? Kennen Sie die Erzählung Daudets von dem alten\nkranken französischen Ofsizier, dem s eine Tochter erzählt, wie 1870 die Franzosen\nin Deutschland vordringen, bis er eines Tages Märsche hört, die er nicht kennt,"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "108", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3004, "texte": "und indem Augenblick, wo feine Gedanken beim Einzug in Berlin weilen, die\nPreußen in den Straßen von Paris sieht und auf seinem Balkon zusammenbricht?\nGleich diesem Mädchen fälschte ich die Wahrheit —- nicht so schlimm wie\nin der Novelle, denn wir standen ja gut, aber ich ließ heute ein Fort von Toul\nnehmen, morgen Reims erobern, Soissons wurde unser, schon standen wir wieder\nvor Paris. Ich hosste immer, die Wirklichkeit hole mich ein, aber zuletzt mußte\nichdie Schützengrabem mit denen sich beide Heere Schach geboten, doch wieder\neinführen, nur daß sie ein Stück südlicher als in Wirklichkeit lagen.\nEr begriff. Er verzweifelte nicht, aber die Spannung in ihm brach, er\nwandte sich wieder sich selbst zu und verlangte wieder zu sterben. Wir waren so ver-\ntraut miteinander geworden, daß er wie ein Kind mit seiner Mutter mit mir sprach.\nJch sei sein Freund, und ich sei ein Mann: hilf mir doch, gib mir das Gift.\nDas Gift: Ich hatte es und brauchte es nicht einmal zu entwenden. Vor\nJahren war an alle Ofsiziere, die in Afrika gegen die Hereros kämpften,\nein Fläschchen Cyankali gegeben worden, damit sie verwundet nicht in die grau-\nsamen Hände der Wilden zu fallen brauchten. Einer meiner Freunde war\ngesund zurückgekommen und hatte es mir zum Andenken überlassen. In der\nFalte meiner Handtasche hatte ich es jetzt wiedergefunden und dieser Zufall\nbeschäftigte mich. Ein kleines weißes Pulver, auf einen Löffel gelegt und an\ndiese Lippen geführt, und es war vollbracht. Hatte ich das Recht dazu? Ich\nging seine Verletzungen durch. Die Ohren, das war nicht schlimm; die Nase\nkonnte ersetzt werden. Die Augen— es gab so viele Blinde, und gewiß war\nsein Weib gut. Aber das andere —- auch das vielleicht wäre zu tragen gewesen.\nDoch zusammen mit den Augen —- nein; alles zusammen ·—- ein geschändeter\nMann, ein vierfacher Krüppel. Nein, das fühlte man unmittelbar.\nDa sollte er weitertransportiert werden, nach Deutschland hinein. Wieder\nsein Nie, nie, wieder der Schwur, er werde auf hundert Arten sich zu töten\nversuchen, sich losreißen, keine Nahrung mehr nehmen. Und das, der Hunger-\ntod, wurde seine Erleichterung. Er nahm nichts mehr an. Der Oberstabsarzt\ndrohte mit Zwangsernährung, aber der Hauptmann hörte an seiner Stimme,\ndaß er es nicht befehlen würde.\nEr richtete eine letzte verzweifelte Bitte an mich.\n»Für alle in der Heimat bin ich schon lange tot, sie tragen seit Wochen\nTrauer, sie sind gefaßt. Wer wollte ihnen und mir ein so entsetzliches Wieder-\nsehen zumuten ?« ,\nDa sprach ich ihm von meinem Fläschchen. Er verlangte, ich solle ihm das\nGift geben, Gott und die Menschen würden mich freisprechem Ich selbst\nkonnte es ihm nicht eingehen, aber ich kratzte das Schild mit dem Totenkopf\nab und löste die Schnur über dem Pfropfen.\nAm nächsten Morgen fand man ihn tot. Der Oberstabsarzt sah mich an.\nIch hielt den Blick aus. Er fragte nicht und steckte das Fläschchen zu sich.\nDann stellte er den Totenschein aus.\nHatte ich Recht? Nein, hatte ich Unrecht, großes Unrecht?\n\nOtto Flake"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-01-02-c005", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-01_02#c005", "volume": "bmtnabb_1915-01_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "110", "page_fin": "115", "image_debut": 6, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.2.4", "titre_corps": "[Sans titre]", "titre_sommaire": "[Sans titre]", "signature_source": "R. 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Aber der Krieg ist der Sohn einer\nWelt, welche der Geist nicht einmal gekannt und noch weniger geliebt hat. Und\nerist irgend ein Glied der Kette 3ufall, die der Geist, wo er stark ist, als\nUnsinn zerreißtziwo er schwach ist, als Schickfal verehrt. Daß ein neuer Geist\naus dem Krieg erwüchsq wäre zu denken, daß der alte in ihm aufginge, wäre\nSelbstbetrug. Der Geist hat in keinem Raum, was selber und ohne ihn lebt.\nEr ist Schöpfer, Gefetzgeber, Feldherr, König und Künstler. Er darf und kann\nsich nur feinem eigenen Werke opfern.\nts- «\nJst der Geist nicht Schöpfer und Herr einer Welt, so muß er vor dem Krieg\nverstummen und die Seele ins Feld fchickem Ist ers aber, fo muß er aus der\nLava des Völkerkrieges Eis machen, wie aus einer blühenden 6erbstzeitlofe.\nDer deutsche Leib und was von ihm stammt, ist Mann, der deutsche Geist\nund was aus» ihm wächst, ist Weib. Der deutsche Wille und die deutsche Macht\nsind männlich, aber nicht geistig. Die deutsche Philosophie und die deutsche\nKunst sind geistig, aber weiblich. Diese beiden sind nicht mit einander gewachsen\nund können nie zu Einer Kultur schmelzen. Sie sind durch das Zwischenreich\ndes Unendlichen und unbedingten — die religiöse Regenbogenbrücke -— wirklich\nverbunden und scheinbar vereinigt worden. Mit zu kluger Auswertung dieser\nmystischen Einheit —- indem sie ihr Reich von Leib, Wille und Macht in der\nForm von Geist, Philosophie und Kunst als ein Unendliches und Unbedingtes\ndarstellen -— werden die Deutschen Herren der alten Welt auf Kosten des neuen\nMenschen. Hier nie etwas sehn zu wollen und darum nie etwas sehn zu können,\nist das Verhängnis des deutschen Wesens.\nDas Ideal von der sittlichen Freiheit ist das Ideal des vollkommenen Dienens.\nEs lautet: Gehorche unbedingt einem unbedingten, werde ihm gleichnisweise\ngleich, in unendlicher Nåherung Aber so erzieht man den Sklaven an sich, ift\ner ganz Sklave geworden, so muß er sich als ganz frei empfinden. Es ist der\nGegensatz zu allen schöpferischen Idealen und Erziehungem Denen widerstrebt\ndas unbedingte, weil sie selber neu bedingen. Es ist Ideal und Erziehung\nder absoluten Religion, von der absoluten Metaphysik weitergetragen. Der"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "117", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2266, "texte": "Unterschied ist in der Form, nicht im Wesen. Aber das Absolute ist nie das\nAbsolute, bis ins Letzte hinab reichen die Qualitäten. Ein Beliebiges Be-\ndingtes «—- hier das Dienen selbst -— wird durch unbewußte Willkür als das\nUnbedingte Sittliche gesetzt. Die Religion selbst ist derart mißverstanden worden»\nNur bestimmte Religionen und Religiositäten sind die Hingabe an das Leben\ndes unbedingten. Religion ist die Hingabe an das unbedingte Leben.\nDas sittliche Ideal, das Kant und Fichte geschassen haben, ist«\"nicht das un-\nbedingte, sondern ein bestimmtes. Es stammt aus dem Instinkt des Dienenden\nund ist dessen Tat und lctzte Vollendung Geschichtlich angesehn ist es nicht\ndas höchste, aber das klügste. Es nimmt dem Dienen -— dem, was fast jeder\ntun muß und will —— den Makel des Schlechten und gibt ihm alle Verführungen\nder Freiheit. Kein bewußtester Iesuit ist so klug gewesen wie der unbewußte\ndeutsche Geist. —- Dies Ideal ist durchaus reaktionår und sogar atavistisch.\nEs stammt aus dem Nordosten Deutschlands, dem alten Slawengebiet. Es ist\nschlechthin das preußische Ideal. In Friedrichs des Großen Willen, daß der\nKönig der erste Diener seinesStaates sei —— anstatt etwa der hingebendste\nSchöpfer -—-, ist es schon vollkommen vorhanden, und wir heute danken der\nTatsache, daß es jeden deutschen Mann sich unterworfen hat, dendeutschen\nStaat, das deutsche Heer, den deutschen Sieg und die deutsche Weltmacht.\nNur der deutsche Geist muß sich noch fragen, ob das Chaos des deutschen\nWesens, das größte Chaos, das es im alten Europa noch gibt, durch dieses\nusurpatorische Ideal zu einer Welt oder zunichte wird.\nDer deutsche Geist lief vor reichlichen hundert Jahren den strengen und herz-\nlosen Franzosen aus der Schule und den natürlichen und gutmütigen Eng-\nländern in die Schule. In den letzten Jahrzehnten ist der deutfche Mensch auch\nder Schüler des englischen Menschen geworden, und nunmehr wird die deutsche\nWeltmacht die Erbin der englischen Weltmacht werden. Der Deutsche bleibt\nDeutscher, was er auch vom Engländer annimmt. Er fühlt das Unendliche,\nfordert das unbedingte, leistet das Ausgezeichnete Er fühlt die Zukunft des\nMenschen, fordert den Sieg des Ideals, leistet den Idealismus im Dienste der\nRealitåten und das relativ höchste Niveau."}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "118", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2010, "texte": "Das preußische Ideal ist des modernen Menschen Zgerr geworden. Das war\nmöglich, weil er vollkommen unschöpferisch und weil es älter, stärker, edler ist.\nDer moderne Mensch will erliegen bis zur Selbstvergeisenheitx das leistete ihm\nder Krieg, als das Verhängnis der allgemeinen Vermehrung. Und er will einer\nLage endlich einmal gewachsen fein: das leistete ihm das preußische Ideal, als\ndie errettende Kraft und Tugend. Ein Menschenalter schon —- Freie Studenten-\nschaftz Kulturpädagogik, Wandervogel, staatsbürgerliche Erziehung —-k hatte\ndas preußische Ideal und speziell Fichte fast zum Dominieren gebracht. Das\nunerhörte des Krieges ist, daß dem preußischen Ideal und Fichte der moderne\nGeist selber, und das heißt ja ihr feindseligster Gegensatz, in einem großen\nRausche anheimgefallen ist. Er ist das Weib, das dem stärkstengManne sich\nergibt. Von dem hängt es nun ab, was aus ihr noch werden kann.\nDer Krieg kann nicht mehr schaffen, ein wie hoher Wert er selbst sei. Er\nwird weltgeschichtliche Folgen haben, für die Geschichte des Menschen bedeutet\ner wenig. Da herrscht noch die Selbsttäuschung der Berauschtem Die Fülle,\ndie sie fühlen, halten sie für schöpferisch. Es ist aber eine jähe Jugendwallung\neiner alternden Welt. Auf 1870 folgten die Gründerjahre Ietzt wird dasselbe\nim Weltstile folgen, durch Masse, Macht und Feuer unkenntlicher geworden.\nDaneben lebt das Junge, nach wie vor: die neuen Werte, der neue Mensch,\ndie neue Welt. Aber das bleibt geheim und mißkennt oder verwechselt sich.\nEs ist mehr davon in der echten und großen Dcscadenee und im europäischen\nNil)ilismus als in all dem positiven, was jetzt triumphiert und die Außen-\nZukunft glänzend gestalten wird. Es wäre sinnlos hieran zu erinnern, wenn\nnicht die verzweifelte Hoffnung bliebe, daß mancher dadurch an sich selbst er-\ninnert und in seinem Einsamsten und Besten bestärkt wird. Der Geist braucht\nnoch tausend Jahre unterirdische Arbeit, bis er dazu reif geworden ist, seine\nErdherrschaft anzutreten. « l\n\nRudolf Pannwitz"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-01-02-c014", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-01_02#c014", "volume": "bmtnabb_1915-01_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "120", "page_fin": "120", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.2.7", "titre_corps": "Inhalt des Heftes 5:", "titre_sommaire": "Inhalt des Heftes 5:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "120", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 524, "texte": "Inhalt des Heftes 5:\nMax Unold — Origxzzolzschnitt J Friedrich Curt Benndorf ——- Deutscher\nKampf J Otto Schneider —- Der Stärkere J Alfred Riclx Meyer ——— Die\nSpeicherkatze J Karl Caspar ——- Orig.-Steindruck J Erich Gutkind —- Das\ntaufendjährige Reich des Krieges J Johannes R. -Becher -——JThermopylå J\nwiui Geiger -— Okixpgtcindkuck J Hermann Hesse ——— Tagebuchbratx J\nRiclx Seewald ——— Orig.-Steindruck J Reinhard Koester —- ln memokiam\nus. J Walter Teutsch —- Orig.-Steindruck J Lucia Dora Frost —- Der\ni Kriegbefreier ««"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-01-02-c015", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-01_02#c015", "volume": "bmtnabb_1915-01_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "120", "page_fin": "120", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.2.8", "titre_corps": "Inhalt des Heftes 6:", "titre_sommaire": "Inhalt des Heftes 6:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "120", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.16", "debut_caractere": 526, "fin_caractere_exclue": 816, "texte": "Inhalt des Heftes 6:\nWilhelm von Scholz —-— Longwood J Alfred Rubin —- Orig.-Steindruck J\nJakob Wassermannn : An Doktor Frederik van Eeden in Bussum, Hol-\nland J Isolde Kur; -—— Vaterland J Edwijj Scharff -— Origssteindruck J\nPaul TLrnst —- Der deutsche, Gott J Renå Beeh -— Origxsteindruck"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-01-02-c016", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-01_02#c016", "volume": "bmtnabb_1915-01_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "120", "page_fin": "120", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.2.9", "titre_corps": "Inhalt des Heftes 7:", "titre_sommaire": "Inhalt des Heftes 7:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "120", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.16", "debut_caractere": 818, "fin_caractere_exclue": 1177, "texte": "Inhalt des Heftes 7:\nWilly Geiger -—— 0rig.-Steindruck J Martin Buber «—- Das Gleichzeitige J\nGeorg Trakl —- Die Nacht J Paul Rlee —— Orig.-Steindruck J Max\nScheler ——— Kriegeund Tod J Fritz Feigl -——· Orig.-Steindruck J Gottfried\nRöltvel —-— Seit jener Nacht gefpenstert es . . . J Tlnnette Kolb —- Briefe\nan einen Toten J Richard Seewald —- Orig.-Steindruck"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "105", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.1", "texte": "Franz Dülberg\neues Jahr —- Jahr des Entfcheidens,\nJahr des Ringens, Jahr des Leidens!\nFragend stehn wir an der Wiege,\nWas in Dir verborgen liege.\nSei« gegrüßt in Deiner Kindheit —-—\nEines bringst Du: Einsgefinntheiu\nWir sind eine Faust, die schlägt,\nAll ein Nacken nur, der trägt.\nAlle einer Mutter Sohn, »\nAll ein Knecht in Heeresfron.\nKeiner will es anders haben,\nLiegen all im Schützengrabem\nHatten sonst wohl viel Gesichter:\nLeutnant, Arbeitsmann und Dichter.\nHeute gilt nur eine Miene,\nDie dem besten Spiele diene,\nBöse Mine für die Feinde,\nSprengstoss für die Haßgemeinda\nDeutscher schützt, was Deutscher baut,\nWehrt sich nur der eignen Haut.\nWill nicht buntem Gallierhahne\nFedern reißen aus der Fahne.\nMag der Bär mit wunden Tatzen\nUngestutzt nach Hause kratzen.\nLaßt die gelbe Löwenmähnu\nDrinnen sitzt nur die Hyäne.\nWollen Eins der Welt verleiden:\nAdlersiügel zu befchneidem\nUnsern Atem zu bedrängen,\nUnsern Herzschlag einzuzwängem\nDeutschland auf der Brust zu knieen:\nErst Besiegten sei’s verziehen.\nDeutschland will mit breitem Tritte\nSchreiten große Ehrenschritta\nUnd weil Manches uns gelungen\nTrotz dem Neid des Nibelungem\nKarls des Großen Kronenspannung,\nLuthers mächtige Ermannung,\nGoethes Glanz und Heines Gleißen,\nBismarcks Reichszusammenschweißem\nHosen wir, daß auch das Schwerste\nFrol)lich schließe an das Erste.\nVor des Reiches Festungsmauern\nStehn mitErnst wir, nicht in Trauern.\nTreten all den gleichen Marsch, :\nFreunden füß und Feinden barsch.\nW\nNeues Jahr, aus Deiner Blüte\nFällt ein Blatt an jedem Tag,\nMit gelassenem Gemüte\nTun und nehmen wir den Schlag.\nKannst uns nicht mehr überfallen,\nOb die Lösung nah, ob ferne:\nNur ein Muskel in uns allen «—-\nSo bewegen wir die-Sterne!"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "106", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.2", "texte": "Der Schriftsteller M. erhielt Ende November 1914 folgenden Brief aus Lüttich:\nIch kenne Sie nicht persönlich, aber Ihre Werke sehr genau. Gestern Nacht\nhabe ich eine jener Handlungen begangen, die so schwer sind, daß man von ihnen\nzermalmt wird, sobald man versucht, sie von sich abzuwälzen. Man muß sie\nselber tragen. Ich will mich also nicht von ihr befreien, sondern sie Ihnen nur\nerzählen und ich habe Sie gewählt, weil ich, der nur ein Durchschnittsmensch\nmit geistigenInteressen ist, gerade bei Ihnen empfunden habe, daß ein Schrift-\nsteller, der ernst und menschlich ist, für uns alle denkt, wägt und urteilt. Wenn\nich religiös wäre, ich meine mit tiefer Ueberzeugung religiös, würde ich mich\nan einen Priester gewandt und ihn um die Absolution gebeten haben.\nErinnern Sie sich an Ihre Erzählung ,,Barmherzigkeit«? Ein Arzt, der zu-\ngleich mitleidig und entschlossen fühlt, quält sich mit der schweren Frage, ob er einen\nanderen Menschen, der ihm näher als alles auf der Welt sieht, und der durch ein\nunheilbares Leiden zu langem, häßlichen Siechtum verurteilt ist, durch eine wohl-\ntätige Dosis befreien soll. In einer langen Nacht entschließt er sich dazu, aber\nals er am nächsten Morgen vor den Kranken tritt, ist ihm unerwartet der Tod\nzuvorgekommen. Sie lassen also die letzte Entscheidung, die Tat, dochdahingestellt\nsein, und ohne dieseZurückhaltung wäre Ihre Erzählung nicht so stark, wie sie ist.\nAber ich, ich habe sie durchkämpfen müssen, die Wirklichkeit, der Krieg hat\nmich dazu gezwungen.\nAnfang August machte ich mein Notepamem denn es fehlte mir nur noch\ndas letzte Semester, dann stellte ich mich. Ich stamme aus einer Familie von\nAerzten, mein Vater ist der Berliner Chirurg. Als ich ein anderes Studium\nals sein eigenes ergriff, hielt er darauf, daß ich mich wenigstens als Kranken-\npsieger ausbilden ließ, und so kam ich Mitte August als Sanitätssoldat nach\nBelgien, durch Zufall in das Lazarett des Oberstabsarztes Schneider.\nIch kannte ihn von der Klinik meines Vaters her, bei dem er zu arbeiten\npsiegte. Er ist ein großer schwerer Mann, der mir in Berlin nicht sympathisch\ngewesen war fund zwar, weil ich ihn einmal bei uns hatte ——— essen sehn. Er\nhäufte sich damals den Teller an, wie man es nicht einmal im Wirtshaus tut,\nwo die Schüssel vielleicht nur einmal gereicht wird, geschweige denn bei einem\nDiner. Breit dasitzend kaute er mit vollen Backen und erörterte zugleich die\ninnere Politik und die Behandlung, die man den Demokraten zuteil werden\nlassen müsse, in einer Art, die mir unerträglich schien. s\nAber an diesem massiven Körper saßen zwei Hände, die mein Vater schätzte\nund die jetzt unsagbar viel Gutes vollbrachten. Er hatte mich kühl begrüßt\nund behandelte mich zu meiner Genugtuung durchaus als einen unter seinen\nvielen Untergebenen. Erst als er mich willig und brauchbar fand, begann er mich\nbei besonderen Aufgaben vorzuziehem So wurde ich in eine der grausamsten\nTragödien hineingezogen, die dieser Krieg über Menschen brachte, vielleicht ist\nes sogar die grausamste, die äußerste von allen.\nEines Abends, als unser Dienst getan war und nur die Nachtwache im\ngroßen Saal blieb, hielt er mich zurück und sagte:\n»Es ist mir eine Einlieferung angekündigy die nicht am Tage stattfinden"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "107", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.3", "texte": "und soweit geheim bleiben soll, daß das gewöhnliche Personal den Verletzten\nnicht zu Gesicht bekommt und nicht darüber redet. Ich werde ihn oben in ein\nkleines Zimmer legen und Sie mit feiner Psiege betrauen. Machen Sie sich auf\netwas Abs cheuliches gefaßt, es ist ein Ofsizier, der den Händen rasender Weiber\nhalbtot entrissen wurde« «\nUm 11 Uhr wurde der Verstümmelte in den Operationssaal getragen. Wir\nhatten drei Stunden mit ihm zu tun. Der Kopf war eine einzige große Bandage,\nmit einem Luftloch in der Mitte, aus der aber keine Nase, sondern nur ein\nblutiges Nichts heraussah. Mir ahnte nichts Gutes bei diesem Anblick, aber\nwie wenig hatte der Verlust der Nase zu bedeuten. Die Megären hatten noch\nmehr getan, als sie abzuschneiden. Die Ohren fehlten, beide Augen fehlten, und\ndazu kam noch eine halbdurchgeführte Kastration, die wir nur zu Ende zu\nbringen hatten. Es war entsetzlich, auf diese armen zerstörten Augen, über\ndiese fehlende Nase die Aethermaske zu legen; es war meine Aufgabe, da der\nSchwester ein solcher Anblick erspart werden sollte. i \"\nZwei Tage später kehrte die volle Besinnung des Ofsiziers zurück. Er wußte,\nwas mit ihm geschehen war, nur der Verlust der Ohren war ihm unbekannt.\nEs war ein Hauptmann, ein vierzigjähriger Mann, der eine junge Frau in\nDeutschland hatte. Er verlangte stürmisch Gift. Mir siel die schwere Pflicht, ihn\ndurch Worte zu beruhigen, fast ganz zu, der Oberstabsarzt hatte zu viel zu tun.\nDer Verwundete knirschte, daß man ihn nicht hatte verbluten lassen. Er\nnannte uns grausamer als die belgischen Weiber. Als der Oberstabsarzt einen\nTag später wieder an sein Bett trat, wurde er plötzlich ruhig und bat um\neinen Liebesdienst Man solle seiner Frau telegraphieren, daß er gefallen sei.\nEr begegnete einer Weigerung. Er bat weiter, mit einer Beherrschung, die\ngefährlicher als Rasen und Stöhnen war.\n,,Nie darf sie wissen, was mit mir geschehen ist und wie ich hier liege, nie,\nnie. Heute Nacht wollte ich mich zum Fenster tasten und mich hinausstürzem\naber ich verschiebe meinen Tod. Ich will so nicht heimkehren, ich bin ja kein\nMensch mehr, ich werde sterben, aber ich will so lange warten, bis ich gehört\nhabe, daß wir siegten. Und nun telegraphieren Sie.«\nEr s etzte s einen Willen durch. Ich war es, der das Telegramm aufgab, an mich\nklammerte er sich, mir vertraute er, weil ich ein Mann von seiner Bildung war.\nDie Wochen vergingen. Seine Wunden heilten zu, er lag ruhig in seinen\nVerbänden. Mit seinem Weib und dem Leben hatte er abgeschlossen. Was\nihn beschäftigte, war nur die Zeitung. Ich mußte sie ihm täglich vorlesen. In\nGedanken machte er die Gewaltmärsche gegen Paris, die Streifzüge der Reiterei,\ndie Erkundigungen der Flieger mit. Glockengcläute war sein Labsal, denn es\nbedeutete Sieg. Dann kam der Rückzug bis zur Aisnr. Er atmete nicht mehr\nvor Schrecken. Die Nachrichten lauteten wieder gut. Antwerpen fiel. Danach\nwurde er von Neuem ungeduldig. Warum hörte man nichts vor Verdun, warum\nging es nicht vorwärts? Kennen Sie die Erzählung Daudets von dem alten\nkranken französischen Ofsizier, dem s eine Tochter erzählt, wie 1870 die Franzosen\nin Deutschland vordringen, bis er eines Tages Märsche hört, die er nicht kennt,"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "108", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.4", "texte": "und indem Augenblick, wo feine Gedanken beim Einzug in Berlin weilen, die\nPreußen in den Straßen von Paris sieht und auf seinem Balkon zusammenbricht?\nGleich diesem Mädchen fälschte ich die Wahrheit —- nicht so schlimm wie\nin der Novelle, denn wir standen ja gut, aber ich ließ heute ein Fort von Toul\nnehmen, morgen Reims erobern, Soissons wurde unser, schon standen wir wieder\nvor Paris. Ich hosste immer, die Wirklichkeit hole mich ein, aber zuletzt mußte\nichdie Schützengrabem mit denen sich beide Heere Schach geboten, doch wieder\neinführen, nur daß sie ein Stück südlicher als in Wirklichkeit lagen.\nEr begriff. Er verzweifelte nicht, aber die Spannung in ihm brach, er\nwandte sich wieder sich selbst zu und verlangte wieder zu sterben. Wir waren so ver-\ntraut miteinander geworden, daß er wie ein Kind mit seiner Mutter mit mir sprach.\nJch sei sein Freund, und ich sei ein Mann: hilf mir doch, gib mir das Gift.\nDas Gift: Ich hatte es und brauchte es nicht einmal zu entwenden. Vor\nJahren war an alle Ofsiziere, die in Afrika gegen die Hereros kämpften,\nein Fläschchen Cyankali gegeben worden, damit sie verwundet nicht in die grau-\nsamen Hände der Wilden zu fallen brauchten. Einer meiner Freunde war\ngesund zurückgekommen und hatte es mir zum Andenken überlassen. In der\nFalte meiner Handtasche hatte ich es jetzt wiedergefunden und dieser Zufall\nbeschäftigte mich. Ein kleines weißes Pulver, auf einen Löffel gelegt und an\ndiese Lippen geführt, und es war vollbracht. Hatte ich das Recht dazu? Ich\nging seine Verletzungen durch. Die Ohren, das war nicht schlimm; die Nase\nkonnte ersetzt werden. Die Augen— es gab so viele Blinde, und gewiß war\nsein Weib gut. Aber das andere —- auch das vielleicht wäre zu tragen gewesen.\nDoch zusammen mit den Augen —- nein; alles zusammen ·—- ein geschändeter\nMann, ein vierfacher Krüppel. Nein, das fühlte man unmittelbar.\nDa sollte er weitertransportiert werden, nach Deutschland hinein. Wieder\nsein Nie, nie, wieder der Schwur, er werde auf hundert Arten sich zu töten\nversuchen, sich losreißen, keine Nahrung mehr nehmen. Und das, der Hunger-\ntod, wurde seine Erleichterung. Er nahm nichts mehr an. Der Oberstabsarzt\ndrohte mit Zwangsernährung, aber der Hauptmann hörte an seiner Stimme,\ndaß er es nicht befehlen würde.\nEr richtete eine letzte verzweifelte Bitte an mich.\n»Für alle in der Heimat bin ich schon lange tot, sie tragen seit Wochen\nTrauer, sie sind gefaßt. Wer wollte ihnen und mir ein so entsetzliches Wieder-\nsehen zumuten ?« ,\nDa sprach ich ihm von meinem Fläschchen. Er verlangte, ich solle ihm das\nGift geben, Gott und die Menschen würden mich freisprechem Ich selbst\nkonnte es ihm nicht eingehen, aber ich kratzte das Schild mit dem Totenkopf\nab und löste die Schnur über dem Pfropfen.\nAm nächsten Morgen fand man ihn tot. Der Oberstabsarzt sah mich an.\nIch hielt den Blick aus. Er fragte nicht und steckte das Fläschchen zu sich.\nDann stellte er den Totenschein aus.\nHatte ich Recht? Nein, hatte ich Unrecht, großes Unrecht?\n\nOtto Flake"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "115", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.11", "texte": "R. Bocquet, Bresben."}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "116", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.12", "texte": "Eine unbedingte Hingabe des Geistes an\"\"den Krieg wäre das Gemäßq wenn\nder Geist der Schöpfer des Krieges wäre. Aber der Krieg ist der Sohn einer\nWelt, welche der Geist nicht einmal gekannt und noch weniger geliebt hat. Und\nerist irgend ein Glied der Kette 3ufall, die der Geist, wo er stark ist, als\nUnsinn zerreißtziwo er schwach ist, als Schickfal verehrt. Daß ein neuer Geist\naus dem Krieg erwüchsq wäre zu denken, daß der alte in ihm aufginge, wäre\nSelbstbetrug. Der Geist hat in keinem Raum, was selber und ohne ihn lebt.\nEr ist Schöpfer, Gefetzgeber, Feldherr, König und Künstler. Er darf und kann\nsich nur feinem eigenen Werke opfern.\nts- «\nJst der Geist nicht Schöpfer und Herr einer Welt, so muß er vor dem Krieg\nverstummen und die Seele ins Feld fchickem Ist ers aber, fo muß er aus der\nLava des Völkerkrieges Eis machen, wie aus einer blühenden 6erbstzeitlofe.\nDer deutsche Leib und was von ihm stammt, ist Mann, der deutsche Geist\nund was aus» ihm wächst, ist Weib. Der deutsche Wille und die deutsche Macht\nsind männlich, aber nicht geistig. Die deutsche Philosophie und die deutsche\nKunst sind geistig, aber weiblich. Diese beiden sind nicht mit einander gewachsen\nund können nie zu Einer Kultur schmelzen. Sie sind durch das Zwischenreich\ndes Unendlichen und unbedingten — die religiöse Regenbogenbrücke -— wirklich\nverbunden und scheinbar vereinigt worden. Mit zu kluger Auswertung dieser\nmystischen Einheit —- indem sie ihr Reich von Leib, Wille und Macht in der\nForm von Geist, Philosophie und Kunst als ein Unendliches und Unbedingtes\ndarstellen -— werden die Deutschen Herren der alten Welt auf Kosten des neuen\nMenschen. Hier nie etwas sehn zu wollen und darum nie etwas sehn zu können,\nist das Verhängnis des deutschen Wesens.\nDas Ideal von der sittlichen Freiheit ist das Ideal des vollkommenen Dienens.\nEs lautet: Gehorche unbedingt einem unbedingten, werde ihm gleichnisweise\ngleich, in unendlicher Nåherung Aber so erzieht man den Sklaven an sich, ift\ner ganz Sklave geworden, so muß er sich als ganz frei empfinden. Es ist der\nGegensatz zu allen schöpferischen Idealen und Erziehungem Denen widerstrebt\ndas unbedingte, weil sie selber neu bedingen. Es ist Ideal und Erziehung\nder absoluten Religion, von der absoluten Metaphysik weitergetragen. Der"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "117", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.13", "texte": "Unterschied ist in der Form, nicht im Wesen. Aber das Absolute ist nie das\nAbsolute, bis ins Letzte hinab reichen die Qualitäten. Ein Beliebiges Be-\ndingtes «—- hier das Dienen selbst -— wird durch unbewußte Willkür als das\nUnbedingte Sittliche gesetzt. Die Religion selbst ist derart mißverstanden worden»\nNur bestimmte Religionen und Religiositäten sind die Hingabe an das Leben\ndes unbedingten. Religion ist die Hingabe an das unbedingte Leben.\nDas sittliche Ideal, das Kant und Fichte geschassen haben, ist«\"nicht das un-\nbedingte, sondern ein bestimmtes. Es stammt aus dem Instinkt des Dienenden\nund ist dessen Tat und lctzte Vollendung Geschichtlich angesehn ist es nicht\ndas höchste, aber das klügste. Es nimmt dem Dienen -— dem, was fast jeder\ntun muß und will —— den Makel des Schlechten und gibt ihm alle Verführungen\nder Freiheit. Kein bewußtester Iesuit ist so klug gewesen wie der unbewußte\ndeutsche Geist. —- Dies Ideal ist durchaus reaktionår und sogar atavistisch.\nEs stammt aus dem Nordosten Deutschlands, dem alten Slawengebiet. Es ist\nschlechthin das preußische Ideal. In Friedrichs des Großen Willen, daß der\nKönig der erste Diener seinesStaates sei —— anstatt etwa der hingebendste\nSchöpfer -—-, ist es schon vollkommen vorhanden, und wir heute danken der\nTatsache, daß es jeden deutschen Mann sich unterworfen hat, dendeutschen\nStaat, das deutsche Heer, den deutschen Sieg und die deutsche Weltmacht.\nNur der deutsche Geist muß sich noch fragen, ob das Chaos des deutschen\nWesens, das größte Chaos, das es im alten Europa noch gibt, durch dieses\nusurpatorische Ideal zu einer Welt oder zunichte wird.\nDer deutsche Geist lief vor reichlichen hundert Jahren den strengen und herz-\nlosen Franzosen aus der Schule und den natürlichen und gutmütigen Eng-\nländern in die Schule. In den letzten Jahrzehnten ist der deutfche Mensch auch\nder Schüler des englischen Menschen geworden, und nunmehr wird die deutsche\nWeltmacht die Erbin der englischen Weltmacht werden. Der Deutsche bleibt\nDeutscher, was er auch vom Engländer annimmt. Er fühlt das Unendliche,\nfordert das unbedingte, leistet das Ausgezeichnete Er fühlt die Zukunft des\nMenschen, fordert den Sieg des Ideals, leistet den Idealismus im Dienste der\nRealitåten und das relativ höchste Niveau."}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "118", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.14", "texte": "Das preußische Ideal ist des modernen Menschen Zgerr geworden. Das war\nmöglich, weil er vollkommen unschöpferisch und weil es älter, stärker, edler ist.\nDer moderne Mensch will erliegen bis zur Selbstvergeisenheitx das leistete ihm\nder Krieg, als das Verhängnis der allgemeinen Vermehrung. Und er will einer\nLage endlich einmal gewachsen fein: das leistete ihm das preußische Ideal, als\ndie errettende Kraft und Tugend. Ein Menschenalter schon —- Freie Studenten-\nschaftz Kulturpädagogik, Wandervogel, staatsbürgerliche Erziehung —-k hatte\ndas preußische Ideal und speziell Fichte fast zum Dominieren gebracht. Das\nunerhörte des Krieges ist, daß dem preußischen Ideal und Fichte der moderne\nGeist selber, und das heißt ja ihr feindseligster Gegensatz, in einem großen\nRausche anheimgefallen ist. Er ist das Weib, das dem stärkstengManne sich\nergibt. Von dem hängt es nun ab, was aus ihr noch werden kann.\nDer Krieg kann nicht mehr schaffen, ein wie hoher Wert er selbst sei. Er\nwird weltgeschichtliche Folgen haben, für die Geschichte des Menschen bedeutet\ner wenig. Da herrscht noch die Selbsttäuschung der Berauschtem Die Fülle,\ndie sie fühlen, halten sie für schöpferisch. Es ist aber eine jähe Jugendwallung\neiner alternden Welt. Auf 1870 folgten die Gründerjahre Ietzt wird dasselbe\nim Weltstile folgen, durch Masse, Macht und Feuer unkenntlicher geworden.\nDaneben lebt das Junge, nach wie vor: die neuen Werte, der neue Mensch,\ndie neue Welt. Aber das bleibt geheim und mißkennt oder verwechselt sich.\nEs ist mehr davon in der echten und großen Dcscadenee und im europäischen\nNil)ilismus als in all dem positiven, was jetzt triumphiert und die Außen-\nZukunft glänzend gestalten wird. Es wäre sinnlos hieran zu erinnern, wenn\nnicht die verzweifelte Hoffnung bliebe, daß mancher dadurch an sich selbst er-\ninnert und in seinem Einsamsten und Besten bestärkt wird. Der Geist braucht\nnoch tausend Jahre unterirdische Arbeit, bis er dazu reif geworden ist, seine\nErdherrschaft anzutreten. « l\n\nRudolf Pannwitz"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "120", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191501-02.1.16", "texte": "Inhalt des Heftes 5:\nMax Unold — Origxzzolzschnitt J Friedrich Curt Benndorf ——- Deutscher\nKampf J Otto Schneider —- Der Stärkere J Alfred Riclx Meyer ——— Die\nSpeicherkatze J Karl Caspar ——- Orig.-Steindruck J Erich Gutkind —- Das\ntaufendjährige Reich des Krieges J Johannes R. -Becher -——JThermopylå J\nwiui Geiger -— Okixpgtcindkuck J Hermann Hesse ——— Tagebuchbratx J\nRiclx Seewald ——— Orig.-Steindruck J Reinhard Koester —- ln memokiam\nus. J Walter Teutsch —- Orig.-Steindruck J Lucia Dora Frost —- Der\ni Kriegbefreier ««\n\nInhalt des Heftes 6:\nWilhelm von Scholz —-— Longwood J Alfred Rubin —- Orig.-Steindruck J\nJakob Wassermannn : An Doktor Frederik van Eeden in Bussum, Hol-\nland J Isolde Kur; -—— Vaterland J Edwijj Scharff -— Origssteindruck J\nPaul TLrnst —- Der deutsche, Gott J Renå Beeh -— Origxsteindruck\n\nInhalt des Heftes 7:\nWilly Geiger -—— 0rig.-Steindruck J Martin Buber «—- Das Gleichzeitige J\nGeorg Trakl —- Die Nacht J Paul Rlee —— Orig.-Steindruck J Max\nScheler ——— Kriegeund Tod J Fritz Feigl -——· Orig.-Steindruck J Gottfried\nRöltvel —-— Seit jener Nacht gefpenstert es . . . J Tlnnette Kolb —- Briefe\nan einen Toten J Richard Seewald —- Orig.-Steindruck\n\nHerausgegeben von Otto Haas-Heye\nBerlin J Pariser Platz 7\nVerantwortlich für die Schriftleitung\nFriedrich M. Huebner »\nKraftfahrsRekrutenskdepot\nIll. Kompagnie ! München\nVeranwortlich für die künstlerifche Leitung\nO. Th. W. Stein\nMünchen J Ainmillerstn 17\nFür unverlangte Einfendungen keine Gewähr.\nIn Gsterreich für die Redaktion verantwortlich Hugo Z9eller, Wien, l,\nBauernmarkt 3"}]}