{"numero_id": "bm-bmtnabb-1915-03-01", "volume": "bmtnabb_1915-03_01", "ocr_sha256": "6bf16429bb50b495644ff385b7a5a9583fc84f3671d2451067d25e91d7b750bd", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabb/issues/1915/03_01/bmtnabb_1915-03_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabb/issues/1915/03_01/bmtnabb_1915-03_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_01#c002", "volume": "bmtnabb_1915-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "154", "page_fin": "154", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.2.2", "titre_corps": "Und was wird nun kommen?", "titre_sommaire": "Und was wird nun kommen?", "signature_source": "Johannes Schlaf (Weimar", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "154", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 439, "texte": "Johannes Schlaf (Weimar)\nUnd was wird nun kommen?\nNicht mehr weit ab vom Zieh-i »\nDie Wanderer schicken sich zu dieser ihrer ietzten Wanderung an;\nSie, die alle und alles je hinüberführten . . . ,\nWie sie aufleuchten,\nDa sie nun anfangen durften, alies abzuweisen!\nAuch die Wissensformen von den Sternen,\nSelbst den Trieb zu den Sternen! . . .\nSchon fkchien sie sich ganz Gottes.\nNackt werden sie eingehen ,\nGanz ins Eine ———\nIn Sich . . s"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_01#c003", "volume": "bmtnabb_1915-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "155", "page_fin": "157", "image_debut": 3, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.2.3", "titre_corps": "Der Begriff· ,,Volk« setzt sich in Friedenszeiten eigentlich aus vielen Handlungen,", "titre_sommaire": "Der Begriff· ,,Volk« setzt sich in Friedenszeiten eigentlich aus vielen Handlungen,", "signature_source": "Otto Stoessl", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "155", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2897, "texte": "Der Begriff· ,,Volk« setzt sich in Friedenszeiten eigentlich aus vielen Handlungen,\nÄußerungen und Werken zahlloser Einzelner zusammen und das geistige, wie\ndas sinnliche Antlitz des Volkes entl)üllt sich mehr in höchstpersönlichen Taten\nfeiner geistigen Führer, als in allgemeiner, schlüssiger Bedeutung der Gesamtheit.\nAber Augenblicke verraten dieses vielfältige, doch im Wesentlichen streng be-\nstimmte Angesicht einer Nation, an dessen Zügen die Großen und weithin\nsichtbaren Einzelnen ebenso schaffen, wie jeder geringe und unter der Scholle\nseiner Tage verborgene Alltagsmensch im Volke. Die ferne Vergangenheit\nschlägt ebenso ständig mit an diesem gewaltigen Steinblock, der die Form des\nBildes ,,Volk« enthält, wie die Gegenwart, und die Zukunft wird weiter daran\nschaffen. Dieses Antlitz und diese Seele waren in Urzeiten, als die Geschicke\nder vielen Stämme, die noch unzusammenhängend in sehnsüchtigen Wander-\nZügen ihre Wohnsitze wechselten und suchten, gegeneinander und mit fremden\nVölkern kämpfend, mannigfache Verbindungen eingehend und wieder lösend,\nVerwandtschaften und Blutmischungen anstrebend und abstoßend, vorbestimmt\nund gegeben, wenn auch gleichsam noch im rohesten Felsen mit starrer Unver-\nbrüchlichkeit schlummernd, sie waren ebenso gegeben, wie heute, wo sie durch die\nArbeit vieler, in unzähligen Gräbern ruhender Geschlechtcr, deutlicher, seelen-\nhafter, mannigfaltiger ausgeformt erscheinen. Die Züge setzen sich, wunderbar,\nwidersprechend, vielfältig und dennoch in großen Augenblicken eindeutig, mit\nder Erhabenheit einer Ossenbarung zusammen, und wenn die Stunde kommt,\nda das Volk aus irgend einem großen oder kleinen Anzeichen —- gibt es ein\ngroßes oder kleines Wunder? —- sich als solches offenbart, wissen wir alle:\n»das ist deutsch« und können die Erscheinung mit keiner andern irgend einer\nandern Nation verwechseln, das größte Werk, wie das kleinste kann, wenn es\ndem Herzen des Volkes angehört, keinem andern eignen, als eben dem seinen.\nDeutsch ist das Rechtssprichwort, das deutsche Volk schlägt sein blaues\nAuge auf, wenn sein uraltes Märchen mit dem geheiligten Wortlaut erzählt\nwird, den die Brüder Grimm für unsere Ewigkeit gesammelt und aufbewahrt\nhaben, die diesen stillen Sinn besaßen für das Angesicht und den gesunden\nHeldenkörper der Deutschen und die mit ihren treuen Händen an den Zügen\nmitgebildet haben, die wir erkennen. Deutsch ist das Volkslied, das in jedem\nTal, auf den Höhen, am Meer, in den vielen Mundarten ersonnen und gesungen\nwird, die doch in der einen, einzigen Einheit der Sprache zusammensiießem welche\ndie unsrige ist. Deutsch und nur deutsch ist und kann sein die zugleich so viel-\nsinnliche und so über-irdische, aus dem Einzelnen ins Ienseitige hinab-hinaus-\nlangende Zeichnung eines Albrecht Dürer, die erhabene Vielfältigkeit und klare\nVers chlungenheit Sebastian Bachs, die barocke Großheit und einfache Massigkeit"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "156", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2875, "texte": "des Händelschen ,,Messias«, wie die rührende Zierlichkeit Haydns und die göttliche\nAnmut des jungen Mozart. Deutsch ist aber auch der Weltbürgergedanke der\nklas fischen Dichter, Goethes Vermächtnis und Erhabenheiy die den größten Tat-\nmenschen, welchen die Erde hervorgebracht aber nicht ertragen hat, zu sagen\nzwang: Dies ist ein Mensch. Und damit ist auch von Goethes Volk gesagt, es\nhat feinen höchsten Anteil an der Menschheit selbst. Deutsch ist die Art, im\nSturm der Handlung und des Schicksals Sinn und Geheimnis, den Gott in sich,\nden Gott in der Welt, das Ziel des eigenen Wirkens zu erkennen und da man\ndas eigene Werk bestimmen will, das Werk einer höheren Absicht zu erforschen\nund herauszustellen Deutsch ist jene rührende Achtung -—— wollte sie niemals\naus den Zügen auch des Siegers schwinden —- vor dem Menschenbilde selbst,\ndas so anders aus den fremden Völkern blickt und spricht, eine Achtung, die\nsich in fremde Zeiten, Sprachen, Sitten voll Verehrung vor dem Erforschlichem\nwie vor dem Unerforschlichen einlebt und um so beglückter zu sich, zum eigenen\nWesen zurückfindet, wenn sie das Fremde ganz und mit Liebe erkennen durfte.\nNicht Haß, sondern Liebe hat die Deutschen leiden, aber auch glücklich gemacht,\nund wenn sie einmal sollten Herren über andre Völker fein, so wird ihre schwerste\nGefahr darin liegen, daß sie auch wesensfremdes Menschliches nicht übermütig\nwerden leugnen und unterjochen wollen, sondern achten und wahren und zögen\nsie den Feind neben sich groß.\nDieses Angesicht der Nation —— wir wollen seine schwachen, gelegentlich\nunschönen, harten oder allzu weichen Züge, die Einzelheiten, die dennoch das\nGroße, Ganze weder trüben, noch beirren, hier nicht leugnen, aber auch nicht\nweiter berühren, wir werden sie zu andern Zeiten beachten — dieses Antlitz,\ndas sonst nur gleichsam von der Gewalt einer Stunde, eines Augenblickes erhellt\nund offenbart wird, dieses, von allen teueren großen Schöpfern, aber auch von\njedem kleinen Bauern, Bürger, Fischer und Alpenjäger mitgebildete Antlitz des\nVolkes zeigt sich in diesem Kriege, mehr noch, die ganze Riesengestalt, der über-\nweltliche Leib in seiner Gewalt richtet sich jetzt auf und überragt mit Kräften,\nArt und Seele alles, was sich, auf der ganzen Jlkrde zusammengesucht und\nzusammengehäuft, gegen ihn stellt und die ,,Barbaren« verflucht, weil es ihrer\nnicht Herr werden kann. Ei, wie wären wir dran, wenn sie den Starken schwach\nfänden! Wie würde geschmäht und entwürdigt, was jetzt nur ohnmächtig ver-\nAucht werden kann. Denn für die Besiegten haben die Gegner, die, freilich nicht\nohne böses Gewissen, das deutsche Volk bloß als »Barbaren« bezeichnen mögen,\nwahrlich niemals weder Mitleid noch Duldung gehabt. Aber das Wort von\nden »Barbaren« wollen wir, auf unsere Weise freilich, gelten lassen, wir wollen\nes Wort haben, daß wir die Welt, so oft sie in Schmach und Fäulnis zu"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "157", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1984, "texte": "versinkeit drohte, wenns« not tat, auch zerstören und vernichten konnten, denn zu\nerneuern, zu gestalten, nicht zu genießen und im Behagen zu Versinken, waren\ndie Deutschen geschaffen. Und mußte es die eigene Welt, das eigene Selbst sein,\nes ward nicht geschont. ,,Will ich denn mein Glück, ich will mein Werk.« Das\nWort istdeutsch Ein Antlitz, das mild und grimmig zugleich blickt, eine Hand,\ndie rötliche Wassen und die friedlichen zur selben Zeit führt, die zerstört und\ngleich wieder die Ordnung, als den Sinn alles Lebens, s elbst im Kriege erneuert,\nein Geist, der von sich das Höchste fordert und nicht begreifen kann, daß es\nMenschen gibt, die Niedriges für das Zzöchste halten mögen, eine Sprache, die\ndas vielfältigste umfaßt, ausdrückt, liebreich psiegt und nebeneinander gedeihen\nläßt, unzählige Lebenskreise, eng doch übersichtlich und sinnvoll ineinander\ngeschlungen, aber voll höherer, weltbedeutender, weltschassender Einheit; Ordnung\nin allen Teilen und, wenn einmal wieder Ruhe sein wird, auch Anmut und\nwohlgefällige Gliederung des vielfältigen, Maß und Zucht, strenge Bindung\nan dunkle und gefühlte, aber zugleich tief erkannte Gesetze des eigenen Wesens,\naber wiederum freundliche Freiheit und Gelenkigkeit alles Geistigen, gewollte Ab-\nstufungen der notwendigen Ungleichheit, aber auch das Gewissen der Herrschende-I,\nwie der Dienenden, Einheit im Ganzen und vor allem Ganzheit im Wollen, im\nKönnen und im Werk. Den Vielen, Zusammengescharrten gegenüber mag dieses\nAngesicht der Nation furchtbar genug erscheinen, weil sie wohl kaum überwunden\nwerden kann und darum Entsetzen einsiößt, sie fühlen den Grimm dieser Züge,\nderen Milde sie niemals zu erkennen vermochten, wir aber Wollen, was diese,\ndennoch arge Zeit enthüllt, mit einem Blick für unser ganzes Leben anschauen\nund uns einprägem denn wir werden es vielleicht niemals wieder so ganz, so\nzusammengefaßt, so stark, so ewig und so einzig wiedererkennen, wie jetzt: Das\ndeutsche Angesicht. r\n\nOtto Stoessl"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_01#c004", "volume": "bmtnabb_1915-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "158", "page_fin": "158", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.2.4", "titre_corps": "ir waren lange ohne rechten Sinn", "titre_sommaire": "ir waren lange ohne rechten Sinn", "signature_source": "Anton Wildgans", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "158", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1019, "texte": "Anton Wildgans\nir waren lange ohne rechten Sinn\nUnd waren doch da und iinmer bereit. l\nManchem zu Last und niemandem. zu Gewinn\nLebten wir hin\nIn Duinpfheit und Nutzlosigkeit »\nUnd warteten auf unsere Zeit.\nDa kam sie, die heilige, über Nacht\nUnd hat auch uns klar und nützlich gemacht.\nNun sind wir geweiht.\nWir« prahten nicht, daß wir Heide» sind.\nWenn’s auch an Mut nicht gebrichc\nWir sind nur jeder der großen Mutter Kind\nUnd lieben der Heimat Wolken und Wind.\nWir sind nur ihr freudiges Jngesind,\nMehr nicht.\nDie Zeit, die heilige — über Nacht\nHat sie uns heilig und nützlich gemachr\nNun sind auch wir: psiichc\nWas wir träumten, das ist jetzt Wahn.\nVon unserm Ich kam uns kein Glück.\nStückwerk war es, kein Stück\nSo haben wir es abgetan\nUnd sind nur mehr:\nZwei Hände für ein Gewehr,\nEine Faust für ein Schwert,\nEin Reiter für ein Pferd\nUnd ein Herz, das leicht bricht,\nFür den Tod, für den Tod ——-\nMehr nicht.\nDas hat die Zeit,\nDie heilige Zeit über Nacht\nAus uns armen suchenden Seelen gemachn\nSie sei gebenedeit."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_01#c006", "volume": "bmtnabb_1915-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "160", "page_fin": "160", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.2.6", "titre_corps": "Der Himmel dröhnt von Tod. Die Erde blutet", "titre_sommaire": "Der Himmel dröhnt von Tod. Die Erde blutet", "signature_source": "Hans Carossa", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "160", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1198, "texte": "Hans Carossa\nDer Himmel dröhnt von Tod. Die Erde blutet\naus Wunden treuer Söhne Tag und Nacht.\nWelt-Ende künden sinstere Propheten.\nDoch während Feinde dumpf ihr Schicksal suchen,\nhörst du, mein Volk, durch Wahn und Wut noch Rufe\ndes Heils und glühst im Opfern auf und wirfst\ndein süßes altes Träumen weg und formst\naus deinem großen Herzen harte Taten,\nganz Erz, ganz Macht, und schämst dich fast des Dichters,\ndes einsam Wagenden der stillsten Tat.\nDer aber schützt im gläubigen Geniüt\nDas tief Gemeinsame der Menschen.\nUnd wenn ihr auszieht, hingeweihte Brüder,\nist er euch nah und jeden ruft er: komm,\nkomm noch einmal in meinen freien Wald!\nHier strömt aus Urgestein ein kühler Quell,\ngeschenkt vom Himmel und gewürzt von Erde,\nDa netzeii Vögel ihre heißen Flügel« .\nHier schöpfel Wer hier trinkt, wird viel erkennen.\nEr schaut die großen Väter unsrer Gegner\nmit uns und itnsern Ahnenreihn im Bund,\nund wie sich Wandrer Zeichen hinterlassen\nin ödem Land, sind ihm im Tal des Mordes\nDie Spuren gütigerer Geister sichtbar.\nUnd ob er tötet, ob erstirbt, er weiß:\nDies alles sind nur Saaten künftiger Liebe.\nViel Blut, viel Blut muß in die Erde sickernz\nnie wird sie sonst den Menschen heimatlich."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_01#c008", "volume": "bmtnabb_1915-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "162", "page_fin": "162", "image_debut": 10, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.2.8", "titre_corps": "Ueber Gebreiten von Ackerfeld", "titre_sommaire": "Ueber Gebreiten von Ackerfeld", "signature_source": "Max Brod", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 10, "page_imprimee": "162", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1096, "texte": "Max Brod\nUeber Gebreiten von Ackerfeld\nUnd Wald Kanonengelleii fällt\nUnd schreit so laut und immerfort\nWie nie ein Wetter hier am Ort\nUnd råttelt in den nassen Schollen\nUnd Wurzeln feget es zu Hauf,\nSprengt gar zuletzt mit seinem Rollen\nDie Felsenschale drunter auf.\nDa tauche: aus der Höhlung her\nEin ungeheures Haupt empor.\nJahrmillionenschlummerflor\nLiegt auf den Augen, groß und schwer.\nUnd Stirn mit riesenhaften Falten\nHebt sich herauf und rückt die alten\nLider und öffnet weit sie, weit\nIns Lichtz geschaut vor Ewigkeit.\nIn diesem Blick liegt Einfachheit,\nBescheidenheit und grader Trott,\nSo blicktein rechter Bauerngoty\nEin Erdgottz gut und hilfsbereit.\nDoch große Worte zu verkünden\nWeiß er nun nicht und schliefe gern,\nFriedlich wie ein verloschner Stern,\nUnd murrt nur eines: ,,Frei von Sündern(\nUnd schaut so dumm die Runde hin\nUnd zuckt die Wangen, glattrasiery\nHager, verrunzeltz schaut und friert\nUnd sindet keinen klaren Sinn. —-\nDie Kämpfer stehn von allen Seiten.\nIhr hohes Herz, ihr mutig Streiten\nJst wie beschämt, «—- und Liebe blinkt, —-\nBis stumm das Geisterhaupt versinkt-"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_01#c009", "volume": "bmtnabb_1915-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "163", "page_fin": "163", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.2.9", "titre_corps": "reundlich sind dort die Menschen. Sie haben das schöne Bedürfnis, einander", "titre_sommaire": "reundlich sind dort die Menschen. Sie haben das schöne Bedürfnis, einander", "signature_source": "Robert Walser", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "163", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2766, "texte": "Robert Walser\nreundlich sind dort die Menschen. Sie haben das schöne Bedürfnis, einander\nz fragen, ob sie einander unterstützen können. Sie gehen nicht gleichgültig\naneinander vorbei, aber ebensowenig belästigen sie einander. Liebevoll sind sie,\naber sie sind nicht neugierig. Sie nähern sich einander, aber sie quälen einander\nnicht. Wer dort unglücklich ist, ist es nicht lange, und wer sich dort wohl fühlt,\nist nicht dafür übermütig. Die Menschen, die. dort wohnen, wo die Gedanken\nwohnen, sind weit davon entfernt, eine Lust in irgend jemand Anderes Unlust\nzu finden und eine abscheuliche Freude zu fühlen, wo ein Anderer sich in Ver-\nlegenheit befindet. Sie schämen sich dort jeglicher Schadenfreude; lieber sind\nsie selber beschädigt, als daß sie gerne sähen, wie ein Anderer Schaden nimmt.\nDiese Menschen haben insofern ein Bedürfnis nach Schönheit, als sie nicht\ngerne ihres Mitmenschen Schaden sehen. Alle Leute wünschen dort allen nur\ndas Beste Keiner lebt dort, der nur sich selber Gutes wünscht» und nur seine\nFrau und seine Kinder wohl aufgehoben wissen will. Er will, daß auch des\nAndern Frau und des Andern Kinder sich glücklich fühlen. Wenn ein Mensch\ndort irgend einen Unglücklichen sieht, ist sein eigenes Glück auch bereits zer-\nstört, denn dort, wo die Nächstenliebe wohnt, ist die Menschheit eine Familie,\nund es kann dort niemand glücklich sein, wenn nicht jedermann es ist. Neid\nund iMißgunst sind dort unbekannt, und die Rache ist ein Ding der Unmöglich-\nkeit. Kein Mensch ist dort dem Andern im Weg, es triumphiert Keiner über\nden Andern. Wo einer Schwächen an den Tag legt, sindet sich. niemand, der\nsie sich alsogleich zu Nutzenmachy denn es nehmen alle eine schöne Rücksicht\naufeinander. Der Starke und Mächtige kann dort nicht Bewunderung ernten,\ndenn alle besitzen eine ähnliche Kraft und üben eine gleichmäßige Macht aus.\nDie Menschen geben und nehmen in anmutigem, Vernunft und Verstand nicht\nverletzenden Wechsel. Liebe ist dort das bedeutendste Gesetz; Freundschaft die\nvorderste Regel. Arm und Reich gibt es nicht. Keine Könige und keine Kaiser\nhat es dort, wo der gesunde Mensch wohnt, je gegeben. Die Frau herrscht\ndort nicht über den Mann, der Mann aber ebensowenig über die Frau. Es\nherrscht niemand, außer jedermann über sich selber. Alles dient dort allem,\nund der Sinn der Welt geht deutlich dahin, den Schmerz zu beseitigen. Nie-\nmand will genießen; die Folge ist, daß alle es tun. Alle wollen arm sein;\nhieraus folgt, daß niemand arm ist. Dort, dort ist es schön, dort möchte ich\nleben. Unter Menschen, die sich frei fühlen, weil sie sich beschränken, möchte ich\nleben. Unter Menschen, die einander achten, möchte ich leben. Unter Menschen,\ndie keine Angst kennen, möchte ich leben. Ich sehe wohl ein, daß ich phantasiere"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_01#c010", "volume": "bmtnabb_1915-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "164", "page_fin": "166", "image_debut": 12, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.2.10", "titre_corps": "Clemens. Ich komme zu Dir. Ich suche. Sage mir nur das Eine: Glaubst", "titre_sommaire": "Clemens. Ich komme zu Dir. Ich suche. Sage mir nur das Eine: Glaubst", "signature_source": "Margarete Sussnan", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "164", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2584, "texte": "Clemens. Ich komme zu Dir. Ich suche. Sage mir nur das Eine: Glaubst\nDu, daß Kriege fein müssen?\nGottfried. Glaubst Du, daß Christus am Kreuz sterben mußte? oder\ndenkst Du, daß es auch anders hätte kommen können? .\nClemens. Willst Du den Krieg so furchtbar verewigen? Willst Du mit\ndieser Notwendigkeit das Rätsel des Krieges lösen?\nGottfried. Die Lösung gibt der Mystiker, der Gott das Nicht-Andere\nnannte. Er hat damit uns bezeichnet als das ewig Andere, das einander\nFremde, in feinen: Dasein Zerfallene. Unser Fleisch ist Haß; darum muß die\nLiebe, in der wir eins sind, immer wieder am Kreuz sterben.\nClemens. Nun aber geschieht doch das wunderbare: aus eben dem Haß,\nder heute die Menschen entzweit, loht um so gewaltiger die Liebe empor. Es\nist, als sei Gott selber aus diesem 6asse, der ihn töten mußte, auferstanden:\nnoch inenschlich«zwar, noch nicht ganz zu sich selbst verwandelt, noch nicht ganz\nverklärt und darum noch der sehnenden Berührung letzten Ergreifens sich ent-\nziehend, aber doch die auferstandene Liebe s elbst. ungeheures ist wahr geworden:\ndes Menschen Bild ist vor uns gewachsen; schlicht und stark wie zum Fest,\nschreitet er zum Opfer. Kann er sich denn in Liebe dem Gasse Opfern?\nGottfried. Er muß sich opfern, weil das Leben nicht Raum hat für die\nLiebe. Wo immer Liebe in unserm Leben erscheint, muß sie die Form des\nOpsfers tragen. »\nClemens. Wem aber gilt dies Opfer? Christus starb der Menschheit;\nsie sterben den Nationen- Und was sind die Nationen? Sind sie nicht selbst\ndie großen Quellen des Hasses?\nGottfried. Si: sind Nennen.\nClemens. Namen? Und so wären all’ die unerhörten Opfer, all’ die\nStröme kostbaren Blutes bloßen Namen gebracht?\nGottfried. Der Name kann nichts sein und alles. Er ist ein anvertrautes\nGut; er ist eine Forderung an den, der ihn trägt, ihn zu dem zu machen, was\ner sein kann. i\nClemens. Der Name Deutschland. —- Und doch: ist es nicht Willküty\nwelchen Namen ich ehre? Sind die Nationen für den Einzelnen mehr als der\nbloße Zufall der Geburt, des Dort oder Hier?\nGottfried. Der Name Deutschland. Du fühlst es selbst, und ich höre,\ndaß Du es fühlst, daß er Dir heute mehr ist als bloßer Zufall der Geburt.\nClemens. Aber ich verstehe mich selbst nicht. Ich durchschaue, wie ich es\nimmer tat, das Vorläusigh das Zufällige der Nationen -—— und doch bin ich\nDeutscher, wie ich es nie zuvor gewesen bin. Ich erschrak, als Du die Nationen\nNamen nanntest. Deutschland — das ist mir unendlich mehr als ein Name.\nAls Namen kann ich es heute nicht mehr begreifen. Sage mir, was sind die\nNationen in Wahrheit? Was sind sie uns jetzt?"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "165", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2831, "texte": "Gottfried. Sie sind von den großen Schemen, die heute Blut getrunken\nhaben· Sie leben vom Blut der Opfer selbst. Sie waren uns Namen; jetzt,\nvon dem Augenblick an, da sie uns forderten, jetzt sind sie uns heißestes Leben.\nClemens. Warum aber mußten sie fordern? XVarum mußten sie dies\nBlut trinken? Sie fordern unser Blut und werden erst durch unser Blut zu\nLebenden? XVofür dieser schaurige Kreis? XVarum müssen sie leben, wenn sie\nunsere Idee der Menschheit, ihr eines reines Bild verzerren und zerstören?\nGottfried. Der Abgrund zwischen unserer Natur und unserer Idee ist\nunsere Welt ——— unsere ganze, ungeheure, durch uns zu erfüllende 1Velt. Nur\ndas Tun kann sie erfüllen. Von Bildern, Namen, Symbolen, von allen Ge-\nstalten unseres Geistes, und wären es die schönsten und reichsten, wird unsere\nWelt nicht zur Welt. Nur Wirklichkeiten können sie erfüllen -— und nur das\nTun schasft Wirklichkeiten. Alle Schatten des Abgrundes lechzen nach unserem\nlebendigen Blut.\nClemens. Und was sind diese Schatten?\nGottfried. Sie sind die Gebilde des Geistes, die er auf seinem Wege zur\nIdee in den leeren Abgrund wirft.\nClemens. Und die Nation?\nGottfried. Auch die Nation liegt zwischen unserer Natur und unserer\nIdee: auch sie ein Bild unseres suchenden Geistes, auch sie ein Wille, ein Traum,\nein Sehnen nach Wirklichkeit. Unsere Natur: das ist der Einzelne in seiner\nkörperlich empirischen Isoliertl)eit; unsere Idee, das ist die Eine vollkommene\nMenschheit. Dazwischen liegen die Nationen: nicht mehr das einzelne, körper-\nlich isolierte Individuum «—- aber noch nicht die Menschheit. Noch nicht das\nNicht-Andere und doch mehr als das Nur-Andere: ein in sich Eines, ein Ganzes\nin seiner Schönheit, die der Abglanz des Einen ist — und doch noch das Andere,\ndas Fremde, das Organische, das noch mit dem Gesetz des Wachstums in sich\nselbst, das mit der Häßlichkeit der Feindschaft gegen das Andere gezeichnet ist.\nClemens. Und seine Schönheit erfüllt sich im freien Opfer —- und seine\nZzäßlichkeit darin, daß es Opfer braucht. .\nGottfried. An beidem aber, an der Forderung der Nationen wie an der Er-\nfüllung durch das Liebesopfey an der Selbstverständlichkeiy mit der es gefordert\nund gebracht wird, erkennen wir unseren lveg und unsere Stufe. Es ist die Stufe\ndes Opfers Als wir den Traum des Internationalismus träumten, da glaubten\nviele von uns die durch Jahrtausende blutiger Kriege bezeichnete Stufe der\nnationalen Feindschaft überwunden. Aber auch für uns gilt noch das uralte\nWort Salomos: Wie der Scheine im Wasser ist gegen das Angesicht, also ist\neines Menschen Herz gegen den andern. Wir sind noch das Andere.\nClemens. Wird das nicht von uns gelten, so lange wir Menschen sind?\nDu selbst hast unsere Welt bezeichnet als den Abgrund zwischen uns und\nunserer Idee. Wäre der Abgrund überbrückt, so hätten wir keine XVelt mehr."}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "166", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2325, "texte": "Gottfried. Unsere Welt ist ein Weg. Der Weg ist unendlich. Dennoch\ngehen wir ihn.\nClemens. Wer zeigt uns, daß wir den richtigen Weg gehen?\n· Gottfried. Die Idee selbst. Sie ist »Zeichen ihrer selbst und des Falschen«.\nVon ihr aus verstehen wir unmittelbar, was wir sollen und was wir sind.\nNur indem wir das Blutopfer der Nationen im Lichte der Idee, auf dem\nLVege zu ihr und doch in feiner unendlichen Ferne von ihr erkennen, lernen wir\nden Krieg in seinem Leid und seiner Größe, in seiner Schuld und seiner Sühne\nverstehen. Und dies ist die Sehnsucht und die Pflicht des Geistes. Der Geist\ngeht unserer Wirklichkeit voran und wirft die Schatten, die wir erfüllen sollen.\nJede höhere Stufe, die uns heute nur mit der Ueberwindung des menschlichen\nTVesens selbst erreichbar scheint, ist dadurch, daß wir sie erblicken, begreifen\nkönnen, im Leben des Geistes in jedem Augenblick erreicht. Für den Geist gibt\nes heute keine Nationen mehr: mit der Zeit der nationalen Götter ist diese\nStufe überwunden. Dort wo auch der Geist nicht hingelangt, jenseits des Ab-\ngrundes in der reinen Idee, ist Gott. In ihm setzt der Geist sich seine Grenze\nund in ihm zugleich schaut er sich, wie er sein soll. Gott ist die Idee des\nGeistes selbst. Wo Ein Gott ist, da ist Ein Geist.\nDer Geist zeichnet siiegend den Weg, den die lebendige Liebe schwer durch\nBlut und Tränen wandelt. Darum ist das, was im Reich der empirischen\nWirklichkeit ein noch notwendiges Geschehen, eine dunkle schmerzhafte Erfüllung\ndes Wachstums- und Entwicklungsgesetzes ist, im Reich des Geistes Todsünde\nWer hier nicht rein scheidet, wer durch die Leidenschaft, die das Geschehen\nauslöst, verblendet, im Reich des Geistes die Scheidewand des Hasses zwischen\nden Völkern auftürmen hilft, der ist ausgelöscht aus dem Buch der Lebendigen\ndes Geistes. Denn er hat den Einen wahrhaftigen Gott, er hat die Idee des\nGeistes: das Nicht-Andere verraten um des Anderen, um nationaler Götter\nund Götzen willen. Er hat verworrenen Gebilden einen Teil s eines Lebens dar-\ngebracht, das er ganz und unverkürzt dem Einen schuldet, das über unserm\nLeben voll Schuld und Weh, voll Haß und Entzweiung, in dem das Opfer\nnoch heute die einzige blutige Versöhnung ist, als der ewige Friede selber\nleuchtet, dem alles Blut und alle Tränen dieser Zeit dargebracht werden.\n\nMargarete Sussnan"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_01#c012", "volume": "bmtnabb_1915-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "168", "page_fin": "168", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.2.12", "titre_corps": "Inhalt des Heftes 10:", "titre_sommaire": "Inhalt des Heftes 10:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "168", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 430, "texte": "Inhalt des Heftes 10:\nOskar Loerke —- Nacht im Kriege X Albert Ehrenstein —- Der Held\nfchrcit X Oskar Kokoschka — Zeichnung zu Albcrt Ehrensteins Gedicht X\nFriedrich Rarinthy —- Erde —- Stein X Paul Zech -— Ich fühle mich mit\nallem fchuldig, ja! X Renå Beet) —- Orig.-Stcindruck X Hetta Mayr -— Michel\nund der Krieg X Franz Reinhardr —- Orig.-Steindruck X Johannes R.\nBecher ——— An der Aisne X F. M. Iansen ——— Origxzzolzfchnitt i"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_01#c013", "volume": "bmtnabb_1915-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "168", "page_fin": "168", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.2.13", "titre_corps": "Inhalt des Hefres 9:", "titre_sommaire": "Inhalt des Hefres 9:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "168", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.16", "debut_caractere": 432, "fin_caractere_exclue": 832, "texte": "Inhalt des Hefres 9:\nReue? Beet) -— Orig.-Stcindruck J Walther Krug —- Rechtfertigung J Edwin\nScharff -— Orig.-Steindruck sJ Hans Kyser —-—— Stimme der Schwermut J\nMax: Unold -—— Origszpolzfchnitt J Mechtild Lichnowsky —— Ein Brief J\nWilli Geiger —- Orig.-Steindruck J Ernst Wilhelm Lotz ———2lufbrucl) der\nJugend J Richard Seewald — Orig.-Steindruck J KUVt Hiller — Wir J\nOtto Kopp — Origssteiijdruck"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_01#c014", "volume": "bmtnabb_1915-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "168", "page_fin": "168", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.2.14", "titre_corps": "Inhalt des Heftes 8:", "titre_sommaire": "Inhalt des Heftes 8:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "168", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.16", "debut_caractere": 834, "fin_caractere_exclue": 1145, "texte": "Inhalt des Heftes 8:\nFranz Dålberg -— Deutfchez Neujahr 1915. Meiner Schwester Lzelene Zzorfb\nmann J Otto Flake -— Barmherzigkeit (Novelle) J Max Feldbauer ——— Orig.-\nLithographie J R. Bocquetz Dresden ——— An einen gefallenen Freund J Rudolf\nPalmwitz — Aus dereWerkstatt J Franz Heckendorf s—- OrigxLithographie"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "154", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.2", "texte": "Johannes Schlaf (Weimar)\nUnd was wird nun kommen?\nNicht mehr weit ab vom Zieh-i »\nDie Wanderer schicken sich zu dieser ihrer ietzten Wanderung an;\nSie, die alle und alles je hinüberführten . . . ,\nWie sie aufleuchten,\nDa sie nun anfangen durften, alies abzuweisen!\nAuch die Wissensformen von den Sternen,\nSelbst den Trieb zu den Sternen! . . .\nSchon fkchien sie sich ganz Gottes.\nNackt werden sie eingehen ,\nGanz ins Eine ———\nIn Sich . . s"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "155", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.3", "texte": "Der Begriff· ,,Volk« setzt sich in Friedenszeiten eigentlich aus vielen Handlungen,\nÄußerungen und Werken zahlloser Einzelner zusammen und das geistige, wie\ndas sinnliche Antlitz des Volkes entl)üllt sich mehr in höchstpersönlichen Taten\nfeiner geistigen Führer, als in allgemeiner, schlüssiger Bedeutung der Gesamtheit.\nAber Augenblicke verraten dieses vielfältige, doch im Wesentlichen streng be-\nstimmte Angesicht einer Nation, an dessen Zügen die Großen und weithin\nsichtbaren Einzelnen ebenso schaffen, wie jeder geringe und unter der Scholle\nseiner Tage verborgene Alltagsmensch im Volke. Die ferne Vergangenheit\nschlägt ebenso ständig mit an diesem gewaltigen Steinblock, der die Form des\nBildes ,,Volk« enthält, wie die Gegenwart, und die Zukunft wird weiter daran\nschaffen. Dieses Antlitz und diese Seele waren in Urzeiten, als die Geschicke\nder vielen Stämme, die noch unzusammenhängend in sehnsüchtigen Wander-\nZügen ihre Wohnsitze wechselten und suchten, gegeneinander und mit fremden\nVölkern kämpfend, mannigfache Verbindungen eingehend und wieder lösend,\nVerwandtschaften und Blutmischungen anstrebend und abstoßend, vorbestimmt\nund gegeben, wenn auch gleichsam noch im rohesten Felsen mit starrer Unver-\nbrüchlichkeit schlummernd, sie waren ebenso gegeben, wie heute, wo sie durch die\nArbeit vieler, in unzähligen Gräbern ruhender Geschlechtcr, deutlicher, seelen-\nhafter, mannigfaltiger ausgeformt erscheinen. Die Züge setzen sich, wunderbar,\nwidersprechend, vielfältig und dennoch in großen Augenblicken eindeutig, mit\nder Erhabenheit einer Ossenbarung zusammen, und wenn die Stunde kommt,\nda das Volk aus irgend einem großen oder kleinen Anzeichen —- gibt es ein\ngroßes oder kleines Wunder? —- sich als solches offenbart, wissen wir alle:\n»das ist deutsch« und können die Erscheinung mit keiner andern irgend einer\nandern Nation verwechseln, das größte Werk, wie das kleinste kann, wenn es\ndem Herzen des Volkes angehört, keinem andern eignen, als eben dem seinen.\nDeutsch ist das Rechtssprichwort, das deutsche Volk schlägt sein blaues\nAuge auf, wenn sein uraltes Märchen mit dem geheiligten Wortlaut erzählt\nwird, den die Brüder Grimm für unsere Ewigkeit gesammelt und aufbewahrt\nhaben, die diesen stillen Sinn besaßen für das Angesicht und den gesunden\nHeldenkörper der Deutschen und die mit ihren treuen Händen an den Zügen\nmitgebildet haben, die wir erkennen. Deutsch ist das Volkslied, das in jedem\nTal, auf den Höhen, am Meer, in den vielen Mundarten ersonnen und gesungen\nwird, die doch in der einen, einzigen Einheit der Sprache zusammensiießem welche\ndie unsrige ist. Deutsch und nur deutsch ist und kann sein die zugleich so viel-\nsinnliche und so über-irdische, aus dem Einzelnen ins Ienseitige hinab-hinaus-\nlangende Zeichnung eines Albrecht Dürer, die erhabene Vielfältigkeit und klare\nVers chlungenheit Sebastian Bachs, die barocke Großheit und einfache Massigkeit"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "156", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.4", "texte": "des Händelschen ,,Messias«, wie die rührende Zierlichkeit Haydns und die göttliche\nAnmut des jungen Mozart. Deutsch ist aber auch der Weltbürgergedanke der\nklas fischen Dichter, Goethes Vermächtnis und Erhabenheiy die den größten Tat-\nmenschen, welchen die Erde hervorgebracht aber nicht ertragen hat, zu sagen\nzwang: Dies ist ein Mensch. Und damit ist auch von Goethes Volk gesagt, es\nhat feinen höchsten Anteil an der Menschheit selbst. Deutsch ist die Art, im\nSturm der Handlung und des Schicksals Sinn und Geheimnis, den Gott in sich,\nden Gott in der Welt, das Ziel des eigenen Wirkens zu erkennen und da man\ndas eigene Werk bestimmen will, das Werk einer höheren Absicht zu erforschen\nund herauszustellen Deutsch ist jene rührende Achtung -—— wollte sie niemals\naus den Zügen auch des Siegers schwinden —- vor dem Menschenbilde selbst,\ndas so anders aus den fremden Völkern blickt und spricht, eine Achtung, die\nsich in fremde Zeiten, Sprachen, Sitten voll Verehrung vor dem Erforschlichem\nwie vor dem Unerforschlichen einlebt und um so beglückter zu sich, zum eigenen\nWesen zurückfindet, wenn sie das Fremde ganz und mit Liebe erkennen durfte.\nNicht Haß, sondern Liebe hat die Deutschen leiden, aber auch glücklich gemacht,\nund wenn sie einmal sollten Herren über andre Völker fein, so wird ihre schwerste\nGefahr darin liegen, daß sie auch wesensfremdes Menschliches nicht übermütig\nwerden leugnen und unterjochen wollen, sondern achten und wahren und zögen\nsie den Feind neben sich groß.\nDieses Angesicht der Nation —— wir wollen seine schwachen, gelegentlich\nunschönen, harten oder allzu weichen Züge, die Einzelheiten, die dennoch das\nGroße, Ganze weder trüben, noch beirren, hier nicht leugnen, aber auch nicht\nweiter berühren, wir werden sie zu andern Zeiten beachten — dieses Antlitz,\ndas sonst nur gleichsam von der Gewalt einer Stunde, eines Augenblickes erhellt\nund offenbart wird, dieses, von allen teueren großen Schöpfern, aber auch von\njedem kleinen Bauern, Bürger, Fischer und Alpenjäger mitgebildete Antlitz des\nVolkes zeigt sich in diesem Kriege, mehr noch, die ganze Riesengestalt, der über-\nweltliche Leib in seiner Gewalt richtet sich jetzt auf und überragt mit Kräften,\nArt und Seele alles, was sich, auf der ganzen Jlkrde zusammengesucht und\nzusammengehäuft, gegen ihn stellt und die ,,Barbaren« verflucht, weil es ihrer\nnicht Herr werden kann. Ei, wie wären wir dran, wenn sie den Starken schwach\nfänden! Wie würde geschmäht und entwürdigt, was jetzt nur ohnmächtig ver-\nAucht werden kann. Denn für die Besiegten haben die Gegner, die, freilich nicht\nohne böses Gewissen, das deutsche Volk bloß als »Barbaren« bezeichnen mögen,\nwahrlich niemals weder Mitleid noch Duldung gehabt. Aber das Wort von\nden »Barbaren« wollen wir, auf unsere Weise freilich, gelten lassen, wir wollen\nes Wort haben, daß wir die Welt, so oft sie in Schmach und Fäulnis zu"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "157", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.5", "texte": "versinkeit drohte, wenns« not tat, auch zerstören und vernichten konnten, denn zu\nerneuern, zu gestalten, nicht zu genießen und im Behagen zu Versinken, waren\ndie Deutschen geschaffen. Und mußte es die eigene Welt, das eigene Selbst sein,\nes ward nicht geschont. ,,Will ich denn mein Glück, ich will mein Werk.« Das\nWort istdeutsch Ein Antlitz, das mild und grimmig zugleich blickt, eine Hand,\ndie rötliche Wassen und die friedlichen zur selben Zeit führt, die zerstört und\ngleich wieder die Ordnung, als den Sinn alles Lebens, s elbst im Kriege erneuert,\nein Geist, der von sich das Höchste fordert und nicht begreifen kann, daß es\nMenschen gibt, die Niedriges für das Zzöchste halten mögen, eine Sprache, die\ndas vielfältigste umfaßt, ausdrückt, liebreich psiegt und nebeneinander gedeihen\nläßt, unzählige Lebenskreise, eng doch übersichtlich und sinnvoll ineinander\ngeschlungen, aber voll höherer, weltbedeutender, weltschassender Einheit; Ordnung\nin allen Teilen und, wenn einmal wieder Ruhe sein wird, auch Anmut und\nwohlgefällige Gliederung des vielfältigen, Maß und Zucht, strenge Bindung\nan dunkle und gefühlte, aber zugleich tief erkannte Gesetze des eigenen Wesens,\naber wiederum freundliche Freiheit und Gelenkigkeit alles Geistigen, gewollte Ab-\nstufungen der notwendigen Ungleichheit, aber auch das Gewissen der Herrschende-I,\nwie der Dienenden, Einheit im Ganzen und vor allem Ganzheit im Wollen, im\nKönnen und im Werk. Den Vielen, Zusammengescharrten gegenüber mag dieses\nAngesicht der Nation furchtbar genug erscheinen, weil sie wohl kaum überwunden\nwerden kann und darum Entsetzen einsiößt, sie fühlen den Grimm dieser Züge,\nderen Milde sie niemals zu erkennen vermochten, wir aber Wollen, was diese,\ndennoch arge Zeit enthüllt, mit einem Blick für unser ganzes Leben anschauen\nund uns einprägem denn wir werden es vielleicht niemals wieder so ganz, so\nzusammengefaßt, so stark, so ewig und so einzig wiedererkennen, wie jetzt: Das\ndeutsche Angesicht. r\n\nOtto Stoessl"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "158", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.6", "texte": "Anton Wildgans\nir waren lange ohne rechten Sinn\nUnd waren doch da und iinmer bereit. l\nManchem zu Last und niemandem. zu Gewinn\nLebten wir hin\nIn Duinpfheit und Nutzlosigkeit »\nUnd warteten auf unsere Zeit.\nDa kam sie, die heilige, über Nacht\nUnd hat auch uns klar und nützlich gemacht.\nNun sind wir geweiht.\nWir« prahten nicht, daß wir Heide» sind.\nWenn’s auch an Mut nicht gebrichc\nWir sind nur jeder der großen Mutter Kind\nUnd lieben der Heimat Wolken und Wind.\nWir sind nur ihr freudiges Jngesind,\nMehr nicht.\nDie Zeit, die heilige — über Nacht\nHat sie uns heilig und nützlich gemachr\nNun sind auch wir: psiichc\nWas wir träumten, das ist jetzt Wahn.\nVon unserm Ich kam uns kein Glück.\nStückwerk war es, kein Stück\nSo haben wir es abgetan\nUnd sind nur mehr:\nZwei Hände für ein Gewehr,\nEine Faust für ein Schwert,\nEin Reiter für ein Pferd\nUnd ein Herz, das leicht bricht,\nFür den Tod, für den Tod ——-\nMehr nicht.\nDas hat die Zeit,\nDie heilige Zeit über Nacht\nAus uns armen suchenden Seelen gemachn\nSie sei gebenedeit."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "160", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.8", "texte": "Hans Carossa\nDer Himmel dröhnt von Tod. Die Erde blutet\naus Wunden treuer Söhne Tag und Nacht.\nWelt-Ende künden sinstere Propheten.\nDoch während Feinde dumpf ihr Schicksal suchen,\nhörst du, mein Volk, durch Wahn und Wut noch Rufe\ndes Heils und glühst im Opfern auf und wirfst\ndein süßes altes Träumen weg und formst\naus deinem großen Herzen harte Taten,\nganz Erz, ganz Macht, und schämst dich fast des Dichters,\ndes einsam Wagenden der stillsten Tat.\nDer aber schützt im gläubigen Geniüt\nDas tief Gemeinsame der Menschen.\nUnd wenn ihr auszieht, hingeweihte Brüder,\nist er euch nah und jeden ruft er: komm,\nkomm noch einmal in meinen freien Wald!\nHier strömt aus Urgestein ein kühler Quell,\ngeschenkt vom Himmel und gewürzt von Erde,\nDa netzeii Vögel ihre heißen Flügel« .\nHier schöpfel Wer hier trinkt, wird viel erkennen.\nEr schaut die großen Väter unsrer Gegner\nmit uns und itnsern Ahnenreihn im Bund,\nund wie sich Wandrer Zeichen hinterlassen\nin ödem Land, sind ihm im Tal des Mordes\nDie Spuren gütigerer Geister sichtbar.\nUnd ob er tötet, ob erstirbt, er weiß:\nDies alles sind nur Saaten künftiger Liebe.\nViel Blut, viel Blut muß in die Erde sickernz\nnie wird sie sonst den Menschen heimatlich."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "162", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.10", "texte": "Max Brod\nUeber Gebreiten von Ackerfeld\nUnd Wald Kanonengelleii fällt\nUnd schreit so laut und immerfort\nWie nie ein Wetter hier am Ort\nUnd råttelt in den nassen Schollen\nUnd Wurzeln feget es zu Hauf,\nSprengt gar zuletzt mit seinem Rollen\nDie Felsenschale drunter auf.\nDa tauche: aus der Höhlung her\nEin ungeheures Haupt empor.\nJahrmillionenschlummerflor\nLiegt auf den Augen, groß und schwer.\nUnd Stirn mit riesenhaften Falten\nHebt sich herauf und rückt die alten\nLider und öffnet weit sie, weit\nIns Lichtz geschaut vor Ewigkeit.\nIn diesem Blick liegt Einfachheit,\nBescheidenheit und grader Trott,\nSo blicktein rechter Bauerngoty\nEin Erdgottz gut und hilfsbereit.\nDoch große Worte zu verkünden\nWeiß er nun nicht und schliefe gern,\nFriedlich wie ein verloschner Stern,\nUnd murrt nur eines: ,,Frei von Sündern(\nUnd schaut so dumm die Runde hin\nUnd zuckt die Wangen, glattrasiery\nHager, verrunzeltz schaut und friert\nUnd sindet keinen klaren Sinn. —-\nDie Kämpfer stehn von allen Seiten.\nIhr hohes Herz, ihr mutig Streiten\nJst wie beschämt, «—- und Liebe blinkt, —-\nBis stumm das Geisterhaupt versinkt-"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "163", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.11", "texte": "Robert Walser\nreundlich sind dort die Menschen. Sie haben das schöne Bedürfnis, einander\nz fragen, ob sie einander unterstützen können. Sie gehen nicht gleichgültig\naneinander vorbei, aber ebensowenig belästigen sie einander. Liebevoll sind sie,\naber sie sind nicht neugierig. Sie nähern sich einander, aber sie quälen einander\nnicht. Wer dort unglücklich ist, ist es nicht lange, und wer sich dort wohl fühlt,\nist nicht dafür übermütig. Die Menschen, die. dort wohnen, wo die Gedanken\nwohnen, sind weit davon entfernt, eine Lust in irgend jemand Anderes Unlust\nzu finden und eine abscheuliche Freude zu fühlen, wo ein Anderer sich in Ver-\nlegenheit befindet. Sie schämen sich dort jeglicher Schadenfreude; lieber sind\nsie selber beschädigt, als daß sie gerne sähen, wie ein Anderer Schaden nimmt.\nDiese Menschen haben insofern ein Bedürfnis nach Schönheit, als sie nicht\ngerne ihres Mitmenschen Schaden sehen. Alle Leute wünschen dort allen nur\ndas Beste Keiner lebt dort, der nur sich selber Gutes wünscht» und nur seine\nFrau und seine Kinder wohl aufgehoben wissen will. Er will, daß auch des\nAndern Frau und des Andern Kinder sich glücklich fühlen. Wenn ein Mensch\ndort irgend einen Unglücklichen sieht, ist sein eigenes Glück auch bereits zer-\nstört, denn dort, wo die Nächstenliebe wohnt, ist die Menschheit eine Familie,\nund es kann dort niemand glücklich sein, wenn nicht jedermann es ist. Neid\nund iMißgunst sind dort unbekannt, und die Rache ist ein Ding der Unmöglich-\nkeit. Kein Mensch ist dort dem Andern im Weg, es triumphiert Keiner über\nden Andern. Wo einer Schwächen an den Tag legt, sindet sich. niemand, der\nsie sich alsogleich zu Nutzenmachy denn es nehmen alle eine schöne Rücksicht\naufeinander. Der Starke und Mächtige kann dort nicht Bewunderung ernten,\ndenn alle besitzen eine ähnliche Kraft und üben eine gleichmäßige Macht aus.\nDie Menschen geben und nehmen in anmutigem, Vernunft und Verstand nicht\nverletzenden Wechsel. Liebe ist dort das bedeutendste Gesetz; Freundschaft die\nvorderste Regel. Arm und Reich gibt es nicht. Keine Könige und keine Kaiser\nhat es dort, wo der gesunde Mensch wohnt, je gegeben. Die Frau herrscht\ndort nicht über den Mann, der Mann aber ebensowenig über die Frau. Es\nherrscht niemand, außer jedermann über sich selber. Alles dient dort allem,\nund der Sinn der Welt geht deutlich dahin, den Schmerz zu beseitigen. Nie-\nmand will genießen; die Folge ist, daß alle es tun. Alle wollen arm sein;\nhieraus folgt, daß niemand arm ist. Dort, dort ist es schön, dort möchte ich\nleben. Unter Menschen, die sich frei fühlen, weil sie sich beschränken, möchte ich\nleben. Unter Menschen, die einander achten, möchte ich leben. Unter Menschen,\ndie keine Angst kennen, möchte ich leben. Ich sehe wohl ein, daß ich phantasiere"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "164", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.12", "texte": "Clemens. Ich komme zu Dir. Ich suche. Sage mir nur das Eine: Glaubst\nDu, daß Kriege fein müssen?\nGottfried. Glaubst Du, daß Christus am Kreuz sterben mußte? oder\ndenkst Du, daß es auch anders hätte kommen können? .\nClemens. Willst Du den Krieg so furchtbar verewigen? Willst Du mit\ndieser Notwendigkeit das Rätsel des Krieges lösen?\nGottfried. Die Lösung gibt der Mystiker, der Gott das Nicht-Andere\nnannte. Er hat damit uns bezeichnet als das ewig Andere, das einander\nFremde, in feinen: Dasein Zerfallene. Unser Fleisch ist Haß; darum muß die\nLiebe, in der wir eins sind, immer wieder am Kreuz sterben.\nClemens. Nun aber geschieht doch das wunderbare: aus eben dem Haß,\nder heute die Menschen entzweit, loht um so gewaltiger die Liebe empor. Es\nist, als sei Gott selber aus diesem 6asse, der ihn töten mußte, auferstanden:\nnoch inenschlich«zwar, noch nicht ganz zu sich selbst verwandelt, noch nicht ganz\nverklärt und darum noch der sehnenden Berührung letzten Ergreifens sich ent-\nziehend, aber doch die auferstandene Liebe s elbst. ungeheures ist wahr geworden:\ndes Menschen Bild ist vor uns gewachsen; schlicht und stark wie zum Fest,\nschreitet er zum Opfer. Kann er sich denn in Liebe dem Gasse Opfern?\nGottfried. Er muß sich opfern, weil das Leben nicht Raum hat für die\nLiebe. Wo immer Liebe in unserm Leben erscheint, muß sie die Form des\nOpsfers tragen. »\nClemens. Wem aber gilt dies Opfer? Christus starb der Menschheit;\nsie sterben den Nationen- Und was sind die Nationen? Sind sie nicht selbst\ndie großen Quellen des Hasses?\nGottfried. Si: sind Nennen.\nClemens. Namen? Und so wären all’ die unerhörten Opfer, all’ die\nStröme kostbaren Blutes bloßen Namen gebracht?\nGottfried. Der Name kann nichts sein und alles. Er ist ein anvertrautes\nGut; er ist eine Forderung an den, der ihn trägt, ihn zu dem zu machen, was\ner sein kann. i\nClemens. Der Name Deutschland. —- Und doch: ist es nicht Willküty\nwelchen Namen ich ehre? Sind die Nationen für den Einzelnen mehr als der\nbloße Zufall der Geburt, des Dort oder Hier?\nGottfried. Der Name Deutschland. Du fühlst es selbst, und ich höre,\ndaß Du es fühlst, daß er Dir heute mehr ist als bloßer Zufall der Geburt.\nClemens. Aber ich verstehe mich selbst nicht. Ich durchschaue, wie ich es\nimmer tat, das Vorläusigh das Zufällige der Nationen -—— und doch bin ich\nDeutscher, wie ich es nie zuvor gewesen bin. Ich erschrak, als Du die Nationen\nNamen nanntest. Deutschland — das ist mir unendlich mehr als ein Name.\nAls Namen kann ich es heute nicht mehr begreifen. Sage mir, was sind die\nNationen in Wahrheit? Was sind sie uns jetzt?"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "165", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.13", "texte": "Gottfried. Sie sind von den großen Schemen, die heute Blut getrunken\nhaben· Sie leben vom Blut der Opfer selbst. Sie waren uns Namen; jetzt,\nvon dem Augenblick an, da sie uns forderten, jetzt sind sie uns heißestes Leben.\nClemens. Warum aber mußten sie fordern? XVarum mußten sie dies\nBlut trinken? Sie fordern unser Blut und werden erst durch unser Blut zu\nLebenden? XVofür dieser schaurige Kreis? XVarum müssen sie leben, wenn sie\nunsere Idee der Menschheit, ihr eines reines Bild verzerren und zerstören?\nGottfried. Der Abgrund zwischen unserer Natur und unserer Idee ist\nunsere Welt ——— unsere ganze, ungeheure, durch uns zu erfüllende 1Velt. Nur\ndas Tun kann sie erfüllen. Von Bildern, Namen, Symbolen, von allen Ge-\nstalten unseres Geistes, und wären es die schönsten und reichsten, wird unsere\nWelt nicht zur Welt. Nur Wirklichkeiten können sie erfüllen -— und nur das\nTun schasft Wirklichkeiten. Alle Schatten des Abgrundes lechzen nach unserem\nlebendigen Blut.\nClemens. Und was sind diese Schatten?\nGottfried. Sie sind die Gebilde des Geistes, die er auf seinem Wege zur\nIdee in den leeren Abgrund wirft.\nClemens. Und die Nation?\nGottfried. Auch die Nation liegt zwischen unserer Natur und unserer\nIdee: auch sie ein Bild unseres suchenden Geistes, auch sie ein Wille, ein Traum,\nein Sehnen nach Wirklichkeit. Unsere Natur: das ist der Einzelne in seiner\nkörperlich empirischen Isoliertl)eit; unsere Idee, das ist die Eine vollkommene\nMenschheit. Dazwischen liegen die Nationen: nicht mehr das einzelne, körper-\nlich isolierte Individuum «—- aber noch nicht die Menschheit. Noch nicht das\nNicht-Andere und doch mehr als das Nur-Andere: ein in sich Eines, ein Ganzes\nin seiner Schönheit, die der Abglanz des Einen ist — und doch noch das Andere,\ndas Fremde, das Organische, das noch mit dem Gesetz des Wachstums in sich\nselbst, das mit der Häßlichkeit der Feindschaft gegen das Andere gezeichnet ist.\nClemens. Und seine Schönheit erfüllt sich im freien Opfer —- und seine\nZzäßlichkeit darin, daß es Opfer braucht. .\nGottfried. An beidem aber, an der Forderung der Nationen wie an der Er-\nfüllung durch das Liebesopfey an der Selbstverständlichkeiy mit der es gefordert\nund gebracht wird, erkennen wir unseren lveg und unsere Stufe. Es ist die Stufe\ndes Opfers Als wir den Traum des Internationalismus träumten, da glaubten\nviele von uns die durch Jahrtausende blutiger Kriege bezeichnete Stufe der\nnationalen Feindschaft überwunden. Aber auch für uns gilt noch das uralte\nWort Salomos: Wie der Scheine im Wasser ist gegen das Angesicht, also ist\neines Menschen Herz gegen den andern. Wir sind noch das Andere.\nClemens. Wird das nicht von uns gelten, so lange wir Menschen sind?\nDu selbst hast unsere Welt bezeichnet als den Abgrund zwischen uns und\nunserer Idee. Wäre der Abgrund überbrückt, so hätten wir keine XVelt mehr."}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "166", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.14", "texte": "Gottfried. Unsere Welt ist ein Weg. Der Weg ist unendlich. Dennoch\ngehen wir ihn.\nClemens. Wer zeigt uns, daß wir den richtigen Weg gehen?\n· Gottfried. Die Idee selbst. Sie ist »Zeichen ihrer selbst und des Falschen«.\nVon ihr aus verstehen wir unmittelbar, was wir sollen und was wir sind.\nNur indem wir das Blutopfer der Nationen im Lichte der Idee, auf dem\nLVege zu ihr und doch in feiner unendlichen Ferne von ihr erkennen, lernen wir\nden Krieg in seinem Leid und seiner Größe, in seiner Schuld und seiner Sühne\nverstehen. Und dies ist die Sehnsucht und die Pflicht des Geistes. Der Geist\ngeht unserer Wirklichkeit voran und wirft die Schatten, die wir erfüllen sollen.\nJede höhere Stufe, die uns heute nur mit der Ueberwindung des menschlichen\nTVesens selbst erreichbar scheint, ist dadurch, daß wir sie erblicken, begreifen\nkönnen, im Leben des Geistes in jedem Augenblick erreicht. Für den Geist gibt\nes heute keine Nationen mehr: mit der Zeit der nationalen Götter ist diese\nStufe überwunden. Dort wo auch der Geist nicht hingelangt, jenseits des Ab-\ngrundes in der reinen Idee, ist Gott. In ihm setzt der Geist sich seine Grenze\nund in ihm zugleich schaut er sich, wie er sein soll. Gott ist die Idee des\nGeistes selbst. Wo Ein Gott ist, da ist Ein Geist.\nDer Geist zeichnet siiegend den Weg, den die lebendige Liebe schwer durch\nBlut und Tränen wandelt. Darum ist das, was im Reich der empirischen\nWirklichkeit ein noch notwendiges Geschehen, eine dunkle schmerzhafte Erfüllung\ndes Wachstums- und Entwicklungsgesetzes ist, im Reich des Geistes Todsünde\nWer hier nicht rein scheidet, wer durch die Leidenschaft, die das Geschehen\nauslöst, verblendet, im Reich des Geistes die Scheidewand des Hasses zwischen\nden Völkern auftürmen hilft, der ist ausgelöscht aus dem Buch der Lebendigen\ndes Geistes. Denn er hat den Einen wahrhaftigen Gott, er hat die Idee des\nGeistes: das Nicht-Andere verraten um des Anderen, um nationaler Götter\nund Götzen willen. Er hat verworrenen Gebilden einen Teil s eines Lebens dar-\ngebracht, das er ganz und unverkürzt dem Einen schuldet, das über unserm\nLeben voll Schuld und Weh, voll Haß und Entzweiung, in dem das Opfer\nnoch heute die einzige blutige Versöhnung ist, als der ewige Friede selber\nleuchtet, dem alles Blut und alle Tränen dieser Zeit dargebracht werden.\n\nMargarete Sussnan"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "168", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-01.1.16", "texte": "Inhalt des Heftes 10:\nOskar Loerke —- Nacht im Kriege X Albert Ehrenstein —- Der Held\nfchrcit X Oskar Kokoschka — Zeichnung zu Albcrt Ehrensteins Gedicht X\nFriedrich Rarinthy —- Erde —- Stein X Paul Zech -— Ich fühle mich mit\nallem fchuldig, ja! X Renå Beet) —- Orig.-Stcindruck X Hetta Mayr -— Michel\nund der Krieg X Franz Reinhardr —- Orig.-Steindruck X Johannes R.\nBecher ——— An der Aisne X F. M. Iansen ——— Origxzzolzfchnitt i\n\nInhalt des Hefres 9:\nReue? Beet) -— Orig.-Stcindruck J Walther Krug —- Rechtfertigung J Edwin\nScharff -— Orig.-Steindruck sJ Hans Kyser —-—— Stimme der Schwermut J\nMax: Unold -—— Origszpolzfchnitt J Mechtild Lichnowsky —— Ein Brief J\nWilli Geiger —- Orig.-Steindruck J Ernst Wilhelm Lotz ———2lufbrucl) der\nJugend J Richard Seewald — Orig.-Steindruck J KUVt Hiller — Wir J\nOtto Kopp — Origssteiijdruck\n\nInhalt des Heftes 8:\nFranz Dålberg -— Deutfchez Neujahr 1915. Meiner Schwester Lzelene Zzorfb\nmann J Otto Flake -— Barmherzigkeit (Novelle) J Max Feldbauer ——— Orig.-\nLithographie J R. Bocquetz Dresden ——— An einen gefallenen Freund J Rudolf\nPalmwitz — Aus dereWerkstatt J Franz Heckendorf s—- OrigxLithographie\n\nHerausgegeben von Otto HaawHeye\nBerlin J Parifer Platz 7\nVerantwortlich für die Schriftleitung\nFriedrich M. Huebner\nKraftfahwRekrutenDepot\n1ll. Kontpagitie l München\nVeraitwortlich für die künstlerifche Leitung\nO. Ty. w. Stein\nMünchen J Ainmillerstu 17\nFür unvcrlangte Einsendungeit keine Gewähr.\nIn Gsterreich für die Redaktion verantwortlich Hugo Jzelley Wien, l,\nBauernmarkt 3"}]}