{"numero_id": "bm-bmtnabb-1915-03-02", "volume": "bmtnabb_1915-03_02", "ocr_sha256": "d28a14e4ede551900a56af94b1ca9d80d2f4721ff57b56332757be8864ce0089", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabb/issues/1915/03_02/bmtnabb_1915-03_02.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabb/issues/1915/03_02/bmtnabb_1915-03_02.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-02-c001", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_02#c001", "volume": "bmtnabb_1915-03_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "169", "page_fin": "169", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.2.1", "titre_corps": "ingsum gen Himmel wallt die Flammenwand", "titre_sommaire": "ingsum gen Himmel wallt die Flammenwand", "signature_source": "Richard Schaukal", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "169", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1160, "texte": "Richard Schaukal\nI.\ningsum gen Himmel wallt die Flammenwand\nDer Erde uraltewiges Element,\ndas Feuer, das in ihrem Innern brennt,\nhat seine Hüter stürmend übermannt.\nNicht eines Einzigen frevlerische Hand\nhat es entzündet. Denn das Feuer kennt\nAnfang und Ende nicht. Das Leben nennt\nbei Namen Ihr, sobald Ihr es genannt.\nIhr mögt es Haß nun heißen oder Liebe:\nes ist des Daseins nie erkannter Kern,\nglühend im Mittelpunkt der Weltgeschickq\ndie Nabe in dem kreisenden Getriebe;\nes leuchtet aus der Mutter Seelenblicke,\nund unter andern Sternen stehts als Stern.\nII.\nNicht größer seh ich ihn, wenn seine Hüllen\nder Mensch von dem behaarten Leibe streift,\nzur Fackel und zur Keule grimmig greift,\num seine Sucht, zu schaden, zu erfüllen.\nIch heiß es nur Natur, verschmåh die Tritten,\ndie Euch das Drahtgestell der Worte steift,\nund während Ihr verzückt in Träumen schweift,\nhör ich das Tier aus Gottes Rinde brüllen.\nVermeinet aber nicht, daß ich verdamme,\nwas ich in Eurer Sprache nicht benenne.\nBloß werten kann ich nicht die grause Flamme:\nich schaue sie und staune, hingerissen\nvon ihrer wilden Schönheit, und bekenne,\nnichts von der Unbegreiflichen zu wissen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-02-c003", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_02#c003", "volume": "bmtnabb_1915-03_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "170", "page_fin": "171", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.2.2", "titre_corps": "Die Straße krümmt sich, mit zerpeitschtem Rücken,", "titre_sommaire": "Die Straße krümmt sich, mit zerpeitschtem Rücken,", "signature_source": "Franz Theodor Cfokor", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "170", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1485, "texte": "Die Straße krümmt sich, mit zerpeitschtem Rücken,\nin ihren braunen Striemen stockt das Blut.\nWunde, die sich wild nach Wasser bücken\nund die Hände in die Pfützen drücken,\nscheel und schnaubend, finden Blut.\nBlut von Brüdern, Vätern, Söhnen . . .\nweiß noch einer, was er trinkt . . .?\nWo ein Tümpel winkt,\nbalgen sie sich wie Hyäncn,\nund aus ihren Fetzen stinkt\nUnrat wochenlanger Flucht;\njede Zucht,\nStolz und Ekel, wich Gewöhnen\nstier und stumpf.\nEinen Sumpf\nschließt es zäh um ihre Flanken,\nkeilt ein Joch auf ihren Rumpf,\ndrin sich Zorn und Leid und Wucht\nlahm versträngh\nSie trotten und Wanken.\nKeiner siuchtz\nkeines Blicke danken\ndem Arzte, der die Verröchelnden sucht . . .\nUnd der Feind hinter ihnen, der Feind, der drängt!\nSeine Schüsse zerpochen den Tag und die Nacht.\nAlles wacht \"\nhier und drüben, seit Tagen und Nächten —- —-\n——- — —- —— —- hier und drüben, müde vom Fechten\nseit Tagen und Nächten\nzerfällt die Schlacht.\nUnd nun sind die Schanzen erreicht!\nNun dürfen sie ruhen.\nSchon stachen die Füße in klaffenden Schuhen;\naber nun sollen sie ruhen.\nNiemand stürmt oder schleicht\nhier heran.\nNacht bricht an;\nNacht, drin die Speichen der Scheinwerfer fahren,\nund Raketen zerspritzen mit goldenen Haaren,\nNacht, in die klagende Hörner vertönen,\nund Sterbende stohnen,\nNacht, rings umrandet von purpurnem Dampf,\nNacht ohne Kampf!\nUnd in Eines Gedanken an sein Weib,\nschlingt es sich. Sein Gedärm erstarrt.\nEine Kralle von Eisen packt es hart\nund windet es ihm aus dem Leib;"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "171", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1562, "texte": "und der Nåchste stürzt hin zu feinem Schrei:\ndrei\nschnellen am Boden nach einer Stunde,\nund die Zelte entlang, über Wunde, Gefunde,\nwandelt die sichelschwirrende Kunde.\nDer träumt vom Berg und der vom Meer,\nder vom Palast, der vom Bauernhaus, —- —\nalle, alle inüssen sie l)erl\nUber Feinden und Freunden kreuzt der Graus,\nkreuzt über Wagen und Waffengedröhm\nüber der lvegm den traurigem Singen: s\n»Hei-nat! —- O, Heimat— -—-—!« Ein giftiger Föhn\nrauscht ihm voran aus gespreiteten Schwingen;\nnicht Jammer, nicht Flüche, nicht Bitten dringen\ndurch seiner Sichel Sirregetöm\nDenn wo sein Auge niederschaut,\nergraut Haar. Wassen entfallen den Händen.\nHelden wenden\nsich heulend zur Flucht. Das Lager staut\nizon verwirrten und wimmernden Zügen.\nUber das Blachfeld siirren Lichter\num Klumpen, die kein Schwert versehrte.\nBlaue Finger pflügen\ndie schleimige Erde,\nund die Gesichter\ngrinsem » » .\nFeind stumm an Freund. Er war ihr Richter.\nWie Binsen\nhat er beider Heere Herzen geknickt\nund die bellenden Rachen der Rohre erstickt.\nVögel umjagen nun seine Fåhrte\nund stoßen frech auf verzuckendes Re en,\ndas sLch keuchend im leigenen Kote wåztz l\ndem ’nden, dein end o en Enden entgegen\nDann geschaufelt wie Kot rollt der leblose Balg\nschnell gesiohn, ohne Segen\nhinab, in den Kalk.\nNur manchesmal stelzt\naus dem Aas ein Erwachter in winfelndem Grimme;\ndoch aus keinem der Lager mehr kommt ein Bewegen.\nFrühwinde zerfegen »\ndie kla ende Stimme . . . .\nRabenFug folgt Rabensiug\nAls Riefenbeule eitert an der Kimme\nder Ebene ——- der Sonne gelber Brig.\n\nFranz Theodor Cfokor"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-02-c004", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_02#c004", "volume": "bmtnabb_1915-03_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "172", "page_fin": "172", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.2.3", "titre_corps": "Der Atem schwamm aus unserm Mund,", "titre_sommaire": "Der Atem schwamm aus unserm Mund,", "signature_source": "Gottfried KölweL", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "172", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 582, "texte": "Gottfried KölweL\nDer Atem schwamm aus unserm Mund,\nvereinte sich auf kalten Steigen\nund wölkte, wettergrau und rund,\nsich auf ins schmerzlichgroße Schweigen.\nWir hörten nur den Schnee Der schrie.\nWir sahen alle Wege blåsser\nund bebten plötzlich bis ins Knie,\nals uns der Wind traf wie ein Messer.\nDu gabst mir deine feste Hand,\ndein Blick sah schon die fernen Flammen ————\nund vor dem mörderischen Brand\nbrach unser letzter Gruß zusammen.\nBald konnte ich dich nicht mehr sehn —-\nbehorchte meine eignen Tritte\nund hörte doch nur deine gehn, »\ndie schweren, längst verwehren Schritte."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-02-c006", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_02#c006", "volume": "bmtnabb_1915-03_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "174", "page_fin": "176", "image_debut": 6, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.2.5", "titre_corps": "as feuchtwarme Wetter dieses szerbstes und Winteranfangs suchte", "titre_sommaire": "as feuchtwarme Wetter dieses szerbstes und Winteranfangs suchte", "signature_source": "Karl Schefsier", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "174", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2746, "texte": "as feuchtwarme Wetter dieses szerbstes und Winteranfangs suchte\ndie Vegetation um ihre Winterruhe zu betrügen, um das Winter—\nleid des Frostes, das wohl bis ins Mark schmerzt, aber auch alles\nSchädliche tötet, das den ungestüm quellenden Saft, den unge-\nduldigen Trieb zurückhälh aber dadurch auch bewirkt, daß sich die\naufgefpeicherte Lebenskraft doppelt sieghaft endlich entfaltet.\nSchon um die Jahreswende trieb und knospte es in allen Büschenz an ges chützten\nStellen wagten sich am Rosenstrauch, am Flieder- und Xveidenbusch die neuen\nSpitzen weit hervor, an den Kastanien begannen die runden Knospen zu\nschwellen und in Lzüllen zarter Kelchblätter sah man grüne Blütchen sich an-\nkündigen. Mit Rührung nahm man dieses zage und doch hastige, dieses un-\nnatürlich frühe Erwachen gerade in dieser Zeit der Leiden wahr; aber auch\nmit Sorge.- Denn der Winter liegt noch vor uns; man wußte stets, daß eine\neinzige Frostnacht die ganze Herrlichkeit eines zu frühen Lenzes vernichten kann.\nSo wäre es jetzt auch gekommen, wenn die neuen Knospen nur um ein weniges\nweiter entwickelt gewesen wären. Der strenge Frost, der plötzlich eingesetzt hat,\nist wie ein tötlicher Schreck über das allzufrühe Lenzesahnen gekommen. Viele\nTriebe hat er unerbittlich getötet und Wunden gemacht, die man im Sommer\nnoch wahrnehmen wird; im allgemeinen aber kam er noch zeitig genug. Die\nmeisten Knospen sind noch nicht so weit geöffnet, daß sie sich zu geduldiger\nUeberwinterung nicht noch fest wieder zusammenschließen könnten. Der vor-\nschnelle Trieb, der da glaubte, er könne dem letzten Sommer —- einem der\nschönsten seit vielen Jahren —— und dem golden reichen Zzerbst gleich einen\nneuen Frühling anreil)en, schlüpft erschreckt nun wieder hinab in den schützens\nden Schoß der dunkeln Erde.\nDie Natur weiß nichts von Menschenschicksalem Aber der Mensch betrachtet\nsich mit all seinem Tun und Lassen doch immer in ihr wie in einem Spiegel.\nEr ist hungrig nach Gleichnissen und lebt in Symbolen. Jeder Vorgang der\nNatur scheint ihm eine Maxime zu bergen, aus allem, was er sieht, zieht er\nunwillkürlich Lehren. Am meisten in einer Zeit wie dieser, wo die elementaren\ngeschichtlichen Vorgänge den Blick wie von selbst zum Elementaren der Natur\nhinlenken. Darum konnte man in diesen Wochen nicht durch Gärten und Wälder\ngehen, ohne ein wenig zu allegorisieren. Denn auch die Völker gehen in stetem\nWechsel durch die Jahreszeiten dahin in ihrem Jahrtausendlebem\nUnsere Nation erlebt jetzt einen ihrer strengen 1Vinter. Doch auch sie steht\nerst im Anfang der Winterleiden, und auch sie glaubt zu großen Teilen, es\nnahe schon wieder der Frühling. Auch in ihr will es ungeduldig wieder knospen,\nwo doch die letzte Ernte kaum herein ist, wo die Nester gieriger Raupenbrut"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "175", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2838, "texte": "vom Frost der Zeit keineswegs schon ausgerottet sind, wo die geilen Triebe.\ndie schmarotzenden Gewächse vom großen Gärtner der Not keineswegs schon\nvernichtet sind, wo die Frühlingsstürme, die das Schwache brechen und das\nGesunde prüfen, bis in die Tiefen des Volkes noch nicht gedrungen sind. Soff-\nnungen, schwellend wie junger Frühlingssaftz Hoffnungen auf ein neues Leben\nunseres Volkes in Glück und Größe -—— wer hätte sie nicht! Aber es, ist noch\nnicht die Stunde, daß sie sich ungefährdet ans Licht der Wirklichkeit wagen\ndürften. Die Zeitneuen Blühens ist längst noch nicht da. Das Gebet an den\ndeutschen Gott muß lauten: verschärfe noch die Prüfungen, damit der Ueber-\nmut nicht von neuem aufkomme, damit die edle und kühne Volkskraft an er-\nzwungener Einfachheit von innen heraus gesunde! Nicht die starke junge\nMenschheit draußen im Felde braucht so zu beten; ihre Gebete sind Taten,\nsind Entbel)rungen und alle Tugenden der Tapferkeit; aber die Heimgebliebenen\nsollten so denken. Die ,,.5eilige Not« hat sie noch nicht alle mit Götterarmen\nergriffen. Sehr viele kennen die himmlischen Mächte nicht, weil sie in einem\nallzureichlichen täglichen Leben ihr Brot noch nicht mit Tränen gegessen haben.\nWie aber können die Deutschen zu Trägern einer vertieften europäischen Ge-\nsittung werden, bevor sie alle das Antlitz des strengen Gottes gesehen, bevor\nsie im Herzen das donnernde »Du sollstl« des höchsten Pflichtgebots gehört\nhaben! Wir flehen nicht um Niederlagen, das können wir nicht, das wäre\nUnnatur; aber wir flehen um jene Zzerzensnoy die im Widerstand die Schöpfer-\nkraft erzeugt, die den Willen zügelt und zusammenpreßt bis die Stunde erfüllt\nist und die Lebenskraft, geprüft und gereinigt, in Taten sich entfaltet. Es\ngilt die Bedeutung des Wortes Opfer bis in seine letzten Tiefen zu ermessen.\nDie Millionen draußen lernen den Sinn des Wortes Tag um Tag, Stunde\num Stunde, und die, deren Söhne, Gatten und Väter für das Land verbluten\nund verkrüppeln, wissen auch darum in ihren stillen Kammern und leeren\nStuben; aber neben ihnen gehen viele Millionen noch dahin, ohne die Gewalt\nder Zeit bis in die letzte Faser zu fühlen.\nSie eben sind es, die ungeduldig wieder neues Glück herbeisehnen, die da\nglauben, es sei schon genug und übergenug. Sie wissen nicht, worum es sich\nhandelt und handeln muß, wenn dieser Krieg nicht der Markstein eines natio-\nnalen Niederganges sein soll. Wird nur bestätigt und befestigt was schon war,\nso sind wir, selbst im Sieg, besiegt. Aber eben weil der Genius unserer Rasse\noffenbar ein höheres Wachstum unseres Volkes will, weil er ein neues Verhält-\nnis zum Göttlichen will, eine neue geistige Schöpferkraft und auch eine zweite\npolitische Einigung, ein weltmächtiges Deutschland als beherrschendes Zentrum\nEuropas, weil, wenn nicht alle Zeichen trügen, ein neuer herrlicher Frühling"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "176", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1663, "texte": "vor uns liegt, darf keine Knospe sich vorschnell hervorwagen. Auch jetzt trifft\ndie alte Bauernregel zu, der Sommer werde um so fruchtbarer, je strenger\nder Winter war. Wir müssen uns mit einem großen Willen und mit heiliger\nZuversicht erfüllen, aber wir müssen uns hüten, die Wirkungen zu suchen ehe\ndie Ursachen erschöpft sind. Das Schwerste steht noch bevor; für Alle. Es\ngenügt nicht, jetzt., wo die l)eroischen Eigenschaften der Deutschen wieder sieg-\nhaft l)ervorgetreten sind, befriedigt darauf hinzuweisen, daß sie immer noch\nda sind; es gilt vielmehr, die neu entsiammte Idealität der Nation in etwas\ndauerndes, stets Gegenwärtiges zu verwandeln, mit diesem Idealismus zu\nplanen und zu bauen und ihn, nachsjeder Richtung schöpferisch zu machen, wie\ner jetzt kriegerisch ist. Dieses aber ist eine Iahrhundcrtarbeitz der die Erfolge\nnicht morgen und übermorgen schon blühen können. Verdächtig ist darum der\nallzuschnelle Wille zum Erfolg, der voreilige Glücksgedanke Es geht nicht,\num Glück, sondern um Arbeit. ———\nDie kleinen grünen Knospen in Garten und Wald haben sich von gestern\nauf heut verwandelt. Sie haben wieder ein hartes braunes Winterkleid angetan,\nder Saft ist eilig zurückgetreten und das eben noch biegsame Geäst ward wieder\ntrocken und hart. Was die Farbe des keimenden Lebens hatte, steht wieder\nstarr und wie tot da. ,,Doch innen im Marke lebt die schaffende Gewalt«\nSie wird sich in einem neuen Frühling entfalten, wenn erst die Aequinokticn\nvorüber sein werden. Bis dahin aber sei uns die Not der Zeit willkommenz\nsie ist die beste Gewähr für die Reinheit und Gesundheit der die Zukunft\nbeherrfchenden Kraft. s . » « »»\n\nKarl Schefsier"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-02-c009", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_02#c009", "volume": "bmtnabb_1915-03_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "178", "page_fin": "178", "image_debut": 10, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.2.7", "titre_corps": "raue Massen fchoben sich zur Grenze,", "titre_sommaire": "raue Massen fchoben sich zur Grenze,", "signature_source": "Erwin Metzner", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 10, "page_imprimee": "178", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 555, "texte": "Erwin Metzner\nraue Massen fchoben sich zur Grenze,\nZüge krochen durch die deutschen Gaue,\nWo der Sommer flammte, wo die blaue\nÅhrenblume stand; und volle Kränze\nSchmückten drohende Kanonenrohre,\nZweige wehren, Stråuße auf den Helmen\nUnsrer Männer, die den fremden Schelmen\nWehren wollten unsres Reiches Tore.\nUnd von Liedern klang das weite, reife\nErnteland, wie sie noch nie geklungen\nAus dem Munde unsres menschheitsjungen\nVolkes: ganz, als ob es nun begreife, .\nWer es sei, und nicht mehr träumend schweife,\nSondern wirke, von sich selbst durchdrungen!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-02-c012", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_02#c012", "volume": "bmtnabb_1915-03_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "180", "page_fin": "180", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.2.9", "titre_corps": "Einer aus der Kolonne", "titre_sommaire": "Einer aus der Kolonne", "signature_source": "Rudolf Leondhard", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "180", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 591, "texte": "Rudolf Leondhard\nEiner aus der Kolonne\nZieht seine verschwollnen Augen vom Boden empor in die Sonne.\nStunden vergehn.\nWieder bleibt einer schwankend stehn\nUnd hebt die Stirn, vom Grauen kalten Schweißes bethront,\nGegen die harte Nacht und den kalten Mond,\nUm doch nichts zu sehn. —\nEiner entfesselt sich, übergibt sich, reißt sich aus ihrer Mitte.\nSie gehn ohne Gefühl, gehn im Geråusch ihrer Schritte,\nTrunken vor Müdigkeit, ftier\nSchlångelnd, aus vielen Maschinen ein hinwimmelndes Tier,\nBis zur bestimmten Stelle.\nEs ist schon ganz helle. .\nEin Helm rollt fort.\nKeiner weiß mehr ein Wort."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-02-c013", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_02#c013", "volume": "bmtnabb_1915-03_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "181", "page_fin": "183", "image_debut": 13, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.2.10", "titre_corps": "ach dem Kriege wird Deutschland feine schwere Arbeit fortzusetzen", "titre_sommaire": "ach dem Kriege wird Deutschland feine schwere Arbeit fortzusetzen", "signature_source": "AIfOUS Paquet", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "181", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3297, "texte": "ach dem Kriege wird Deutschland feine schwere Arbeit fortzusetzen\nhaben. Nach einem vollkommenen Siege, der so gelänge, wie\nwir ihn träumen, wird diese Arbeit erst recht eine unmenschlich\nharte und herrliche sein, weil sie uns dann unmittelbar der Auf-\ngabe überliefert, zur Lösung der beiden größten Fragen, die\ndie Menschheit im gegenwärtigen Zeitalter beunruhigen, nämlich\nder Frage einer möglichen unerhörten Fruchtbarmachung der Rassenunterschiede\nund der religiösen Gegensätze, ein für Jahrhunderte bedeutendes Beispiel auf-\nzustellen. Wenn ich sage, daß das Schicksal unser Deutsches Reich als die führende\nund zugleich verbindende Macht in die Mitte und an die Spitze eines europä-\nischen Bundes emporführen kann, dem slawische wie romanische Völker als\nGenossen angehören, -—— daß Deutschland, als ein Hort der VOissenschaften und\ndes Glaubens zugleich, alle die Kräfte in sich zusammenzufassen und vorzudeuten\nvermöchte, die denhmenschlichen Geist in seinen Tiefen bewegen, —-—— daß das Volk\ndieses Landes einst in geistigein und geschäftigem Wirken hinausreichen wird\nbis in die fernsten Enden des Ostens und des Westens, —- fo ist vielleicht in\ndiesen Zügen die Machtstellung und die Verantwortung umschrieben, auf die\nder Deutsche einen unvergänglichen Anspruch erhebt, aber über den Weg zu\ndiesem Ende ist noch nichts ausgesagt.\nNeben einem großen iIberseedienst, der mit Hilfe der dral)tlos en Telegraphie,\nder Kabel und der gewöhnlichen Presse versichern wird, daß niemals wieder\neine fremde Gewalt den Nachrichtentausch zwischen Deutschland und den ent-\nlegenen Teilen der Welt unterbinden kann, müssen Einrichtungen geschaffen\nwerden, die für den Bestand und für die Ausübung der Macht weit mehr be-\ndeuten. Die Herstellung eines solchen Netzes ist ja nur eine technische Aufgabe,\nsie kann zur Not von einem beliebigen Volk geschaffen werden, sofern es nur\ndie Metalle zur Verfügunghat Das Entscheidende aber ist die Besonderheit\ndieser für die ganze Welt bestimmten Botschaft und Mitteilung, sie muß in\neinem Wesen münden, das mit dem gleichen liebenden und unbefangenen Welt-\ngefühl die Luft der Heimat wie des grenzenlosen Meeres und, der ewigen Fremde\natmet. Es will mir scheinen, als ob unter den zahllosen Sendlingen, die aus\ndem deutschen Volk in vergangener Zeit hinausgingen und von denen viele nicht\nwiederkel)rten, weil die Wüste sie verschlang, so manche tiefere, der Ehrfurcht\nund dem Gehorsam bereite Natur sich befand, der es« gut getan hätte, von\neinem Oberen geleitet und den zeitlosen Aufgaben der Nation untertan zu\nsein wie ein Mönch den Geboten seines Ordens, der ihn trägt und erhält, ihn\nzurechtweist und ihn zuletzt mit dem unendlichen Trost des Überwinders zu\nlohnen vermag. Wir brauchen wohl in Zukunft ein solches Sendlingswesen\ngroßen Stiles, einen Orden von wandernden Schülern und von Meistern der\nBeständigkeit, die aus allen XVegen des Geistes zuhause sind und ein lebendig\nüberlegenes Wissen sammeln, um es den ihrigen immer aufs neue zu über-\nliefern. Dieser Orden würde wohl kaum der Klöster und der Stifte entbehren\nkönnen, der Stätten einer ungestörten, abgezogenem schließenden Geistesarbeit.\nEs ist kein Unterschied zwischen allen Deinen, die im Gedräng der Meinungen\nund des Daseinskampfes den Sinn, dem sie dienen wollen, nur von fern er-"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "182", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3319, "texte": "schauen. Die weltlichen Klöster eines in der heutigen Welt erneuten deutschen\nOrdens wären wie der Mastbaum des Odysseus für solche Männer, die mitten\nin der Schiffahrt ihres Berufs vor den Sirenenstimmen des Augenblicks ihre\nOhren mit Wachs verstopfen, um des wirklichen Zieles nicht zu vergessen.\nWäre es zu viel gesagt, daß zu den Mitteln, die einem solchen Orden feine\nUnabhängigkeit, seine beschäftigte Stille und Abgezogenheit gewähren, die alten\nRegeln der Armut, des Gehorsams und der Reinheit gehören müssen?\nWir sagten es übrigens einander schon früher mit mancherlei Worten, daß\nnur ein Mythus, ein unerhörtes und einsames Lebensbeispieh das neue Wesen\neinzuleiten und aufzurichten vermöchte. Mit so frommem und verlangendem\nBlick wir Goethe nachschauen und den andern Großen, die das deutsche Volk\nnach ihm noch hervorbrachte, so scheint es uns doch, als ob sie das ungeheuere\nErlebnis der gegenwärtigen Zeit wohl voral)nen, aber es nicht vertreten. Die\nSpuren des neuen Mythus sind jetzt um uns, unfertig, dämmerhaft, in einem\nbeispiellosen Zustand der Unruhe und der Erwartung. Dieser Krieg führt\nuns in die Zzölle hinab und erhebt uns zugleich zu allen Sternen. Deutschland\nträgt gewiß einen neuen Menschen in seinem Schoß. Er wird vielleicht von\neinem Meister kommen und über diesen Meister hinausgehen, so wie Paulus\neinst von einem Meister kam und wieder auf ihn zuschritt in einem weiten Kreis,\nin dem alles beschlossen war: die Anknüpfung an das Gewesencund die Aus-\nstreckung gegen das Künftige. Wer will sagen, daß die Kraft eines Einzelnen\nnicht ausreiche, um zu erfüllen, was wir uns vorstellen von einem vollkommenen\nDeutschen, der auf so festen Wurzeln hinausragt in das Menschliche und AU-\ngemeine? Gibt es nichtfür dieses Höchste die Sprache der Musik? Und wenn\ndie Sprache der Musik es nicht umfassen sollte, gibt es nicht die Sprache der\nDichtung? Und wenn die Sprache der Dichtung es nicht erreichen sollte, gibt\nes nicht die Wege einer erhabenen Staatskunst? So wie das Christentum\naus verachteten und über alles Elend der antiken Welt verstreuten Keimen\nhervorging und schließlichden Gewalten seine Befehle gab, so wird dieses\nneue Menschentum zugleich die Erfüllung und die Aufhebung eines alten Ideales\nsein. In ihm erwarten wir nichts Geringeres als einen Xvendepunkt und Wirbel\nder Weltgeschichte. Vielleicht ist der Gedanke von der Verwaltung der Erde\ndieser Gedanke und gibt dem Zeitalter der Weltwirtschaft, in das wir statt\nmit Freudenfesten und Verbrüderungen mit blutigen Kämpfen jetzt eingetreten\nsind, seinen kosmischen Sinn.\nMan kann, ohne das Näherscheinende außer acht zu lassen, behaupten,\nder gegenwärtige Krieg zwischen den europäischen Reichen gehe letzten Endes\num die noch ungeraubten Reichtümer der Erde, um die Märkte Cl)inas und\nder Türkei. Vielleicht hat gerade derselbe Umstand, der in anderen Worten\nbedeutet, daß alle außereuropäischen Rassen dieser Erde jetzt unsere stummen\nund aufmerksamen Zuschauer sind, die geistige Ebene dieses Krieges, wie er sich\nin den Zeitungsblättern spiegelt, so sehr ins Wilde und Kannibalische hinab-\ngedrückt. Trotz den Missionen und trotz vereinzelter gelehrter Berührungen\nging ja das Streben der weißen Völker noch niemals ganz und ernstlich um\ndie Seele all der fernen, für gering geachteten Heiden; und nun zum erstenmal"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "183", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3254, "texte": "kommen wir alle, Heuchler von gestern, ihnen nah in dieser beispiellosen\nErniedrigung, die einer dämonischen Hohngrimasse wohl würdig ist. Nicht\nfröhliche, sorgenlose Menschen führen diesen Krieg, sondern sorgenvolle,\nschauderndez Siege wurden in ihm bisher nur in stummer Ergrissenheit gefeiert.\nIn dem schrecklichen Weltbild um uns her vermag nur der Held, der gläubig\ndem Tod wie einem Glanz entgegenschreitet, sich aufrecht zu halten. Wie kommt\nes, daß wir Deutschen diesen Krieg, so weit wir um uns sehen, am meisten als\ntragisch erleiden, ja ihn durchaus als tragisch empfinden, während er die anderen\nVölker, so weit sie ihre Taten mit Worten begleiten, nur als eine Angelegen-\nheit ihrer dunklen und niederen Instinkte beschäftigt?\nWahrhaftig, diese Zeit der Gefahren wird von keinem andern Volk so tief\nund so tragisch erlebt wie von dem deutschen. Darum ist sie wohl auch bei\nkeinem anderen wie bei uns der Keimboden einer großen, tragischen Welt-\nanschauung. Die erregende, reinigende und entladende Gewalt der wieder-\ngeborenen Tragödie vermöchte uns zu bewahren, daß die aufgeweckten starken\nTriebe nicht in dem hartnäckigen Streben nach Weltmacht und Weltehre sich\nerschöpfen. Wird die Zeit, die diesem Kriege folgt, das alte erbärmliche und\nwertlose Theater noch ertragen? Verlangt sie nicht nach der Tragödie? Welcher\nAugenblick aber könnte ihr günstiger sein als dieser, der an die größten Tage\ngriechischer Geschichte gemal)nt und sie an Verwickelungen übertrisstl Nationen\nstehen einander wie Fausikämpfer gegenüber, ihre Blicke gegeneinander sind\ngeschliffene Dolche. Antike Leiden brechen über uns herein: Vers klavung der\nKriegsgefangenen, Wegnahme des Eigentums, Ausstoßung der Fremdlinge und\njenes ungeheure Verleumden durch das Megaphon der Zeitungen, das allein\nnoch die Gemüter träger und gutwilliger Bevölkerungen in Bewegung zu setzen\nvermag. Tiefe, feierliche Angst und Ermannung des Volks, Taten vollkommener\nAufopferung. Alles das in der größten Kunstform, der Tragödie zu verklären:\nsollte nicht dieser Drang sich einstellen und das Unmögliche erreichen?\nEs wird wohl geschehen, daß in den Nationen, die das übelriechende Feuer\ngrenzenloser Bosheit rings um uns angezündet haben, dieses Feuer allmählich\nseinen Stoss auffrißt, so wie ein Fieber im Körper die Krankheitsstosse verzehrt.\nGedenken wir der unerträglichen Atmosphäre des europäischen Hasses, der zu-\nerst in den Balkankriegen sich entlud und nun auch die Hauptvölker, die letzten\nstaatlichen Bollwerke der Gerechtigkeit überschwemmt, scheint es uns nicht,\ndieses Fieber erreiche allmählich den Höhepunkt der Krisis und es müsse das\nWerk der Läuterung, das sich in ihm vollzieht, allmählich offenbar werden? In\nder Seele der Deutschen bauen unsichtbare Hände an den Säulen des künftigen\nGeistesreiches Es liegt nahe zu vermuten, daß in den andern Völkern ein\nähnliches vorgeht, aber nirgends mit gleicher, bauender Stärke. Dieser Krieg,\nder Ackerfelder mit den zermalmten Leibern der Menschen nährt, wird ein aufs\ntiefste erschüttertes Europa zurücklassem Und so unendlich wir Getrennten heute\nvon der Einheit des Gedankens, der Tat und der Sitte entfernt erscheinen, so\nnah sind wir ihr bereits durch die Gemeinsame des Leides und der Spannung.\n\nAIfOUS Paquet"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-02-c015", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_02#c015", "volume": "bmtnabb_1915-03_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "184", "page_fin": "184", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.2.11", "titre_corps": "Inhalt des Heftes 9:", "titre_sommaire": "Inhalt des Heftes 9:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "184", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 390, "texte": "Inhalt des Heftes 9:\nRenö Beet) — Orig.-Steindruck J Walther Krug —- Rechtfertigung J Edwin\nScharss -— Orig.-Stcindruck J Hans Kyfer —- Stimme der Schwermut J\nMax Unold -— Origksolzschnitt J Mechtild Lichnowsky —- Ein Brief J\nWilli Geiger —- Orig.-Steindruck ! Ernst Wilhelm Lotz —Aufbruch der\nJugend J Richard Seervald —-— Orig.-Steindruck J Kur: Hiller — Wir J\nOtto Kopp —- Origstcindruck"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-02-c016", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_02#c016", "volume": "bmtnabb_1915-03_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "184", "page_fin": "184", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.2.12", "titre_corps": "Inhalt des Heftes 10:", "titre_sommaire": "Inhalt des Heftes 10:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "184", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.16", "debut_caractere": 392, "fin_caractere_exclue": 817, "texte": "Inhalt des Heftes 10:\nOskar Loerke —— Nacht im Kriege J Albert Ehrenftein —- Der Held\nschreit J Oskar Kokoschka — Zeichnung zu Albert Ehrensteins Gedicht J\nFriedrich Karinthy — Erde — Stein J Paul Zech —- Ich fühle mich mit\nallem schuldig, ja! J Renö Beeh —- Orig.-Steindruck J Hetta Mayr s—- Michel\nund der Krieg J Frcmz Reinhardr ——— Orig.-Steindruck J Johannes R.\nBecher ——- An der Aisne J F. M. Icmsen — Origgzzolzschnitt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-03-02-c017", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-03_02#c017", "volume": "bmtnabb_1915-03_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "184", "page_fin": "184", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.2.13", "titre_corps": "Inhalt des Heftes 11:", "titre_sommaire": "Inhalt des Heftes 11:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "184", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.16", "debut_caractere": 819, "fin_caractere_exclue": 1271, "texte": "Inhalt des Heftes 11:\nMax: Unold -— Origxzzolzfchnitt J Johannes Schlaf (Weimar) -— Und\nwas wird nun kommen? J Otto Stoß! ——— Das deutsche Angesicht J Anton\nWildgans —- Freiwillige J Rudolf Großmann —-—- Orig.-Steindruck J\nHans Carossa —- Der Zziinmel dröhnt von Tod . . . J Otto Hohlt ————\nOrig.-Steindruck J Max Brod —- Die Schlacht J Robert Walser -—— Phan-\ntasieren J Margarete Susman —- Vom Krieg und von Gott J Werner\nSchmidt ——— Orig.-Steindruck"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "169", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.1", "texte": "Richard Schaukal\nI.\ningsum gen Himmel wallt die Flammenwand\nDer Erde uraltewiges Element,\ndas Feuer, das in ihrem Innern brennt,\nhat seine Hüter stürmend übermannt.\nNicht eines Einzigen frevlerische Hand\nhat es entzündet. Denn das Feuer kennt\nAnfang und Ende nicht. Das Leben nennt\nbei Namen Ihr, sobald Ihr es genannt.\nIhr mögt es Haß nun heißen oder Liebe:\nes ist des Daseins nie erkannter Kern,\nglühend im Mittelpunkt der Weltgeschickq\ndie Nabe in dem kreisenden Getriebe;\nes leuchtet aus der Mutter Seelenblicke,\nund unter andern Sternen stehts als Stern.\nII.\nNicht größer seh ich ihn, wenn seine Hüllen\nder Mensch von dem behaarten Leibe streift,\nzur Fackel und zur Keule grimmig greift,\num seine Sucht, zu schaden, zu erfüllen.\nIch heiß es nur Natur, verschmåh die Tritten,\ndie Euch das Drahtgestell der Worte steift,\nund während Ihr verzückt in Träumen schweift,\nhör ich das Tier aus Gottes Rinde brüllen.\nVermeinet aber nicht, daß ich verdamme,\nwas ich in Eurer Sprache nicht benenne.\nBloß werten kann ich nicht die grause Flamme:\nich schaue sie und staune, hingerissen\nvon ihrer wilden Schönheit, und bekenne,\nnichts von der Unbegreiflichen zu wissen."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "170", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.2", "texte": "Die Straße krümmt sich, mit zerpeitschtem Rücken,\nin ihren braunen Striemen stockt das Blut.\nWunde, die sich wild nach Wasser bücken\nund die Hände in die Pfützen drücken,\nscheel und schnaubend, finden Blut.\nBlut von Brüdern, Vätern, Söhnen . . .\nweiß noch einer, was er trinkt . . .?\nWo ein Tümpel winkt,\nbalgen sie sich wie Hyäncn,\nund aus ihren Fetzen stinkt\nUnrat wochenlanger Flucht;\njede Zucht,\nStolz und Ekel, wich Gewöhnen\nstier und stumpf.\nEinen Sumpf\nschließt es zäh um ihre Flanken,\nkeilt ein Joch auf ihren Rumpf,\ndrin sich Zorn und Leid und Wucht\nlahm versträngh\nSie trotten und Wanken.\nKeiner siuchtz\nkeines Blicke danken\ndem Arzte, der die Verröchelnden sucht . . .\nUnd der Feind hinter ihnen, der Feind, der drängt!\nSeine Schüsse zerpochen den Tag und die Nacht.\nAlles wacht \"\nhier und drüben, seit Tagen und Nächten —- —-\n——- — —- —— —- hier und drüben, müde vom Fechten\nseit Tagen und Nächten\nzerfällt die Schlacht.\nUnd nun sind die Schanzen erreicht!\nNun dürfen sie ruhen.\nSchon stachen die Füße in klaffenden Schuhen;\naber nun sollen sie ruhen.\nNiemand stürmt oder schleicht\nhier heran.\nNacht bricht an;\nNacht, drin die Speichen der Scheinwerfer fahren,\nund Raketen zerspritzen mit goldenen Haaren,\nNacht, in die klagende Hörner vertönen,\nund Sterbende stohnen,\nNacht, rings umrandet von purpurnem Dampf,\nNacht ohne Kampf!\nUnd in Eines Gedanken an sein Weib,\nschlingt es sich. Sein Gedärm erstarrt.\nEine Kralle von Eisen packt es hart\nund windet es ihm aus dem Leib;"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "171", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.3", "texte": "und der Nåchste stürzt hin zu feinem Schrei:\ndrei\nschnellen am Boden nach einer Stunde,\nund die Zelte entlang, über Wunde, Gefunde,\nwandelt die sichelschwirrende Kunde.\nDer träumt vom Berg und der vom Meer,\nder vom Palast, der vom Bauernhaus, —- —\nalle, alle inüssen sie l)erl\nUber Feinden und Freunden kreuzt der Graus,\nkreuzt über Wagen und Waffengedröhm\nüber der lvegm den traurigem Singen: s\n»Hei-nat! —- O, Heimat— -—-—!« Ein giftiger Föhn\nrauscht ihm voran aus gespreiteten Schwingen;\nnicht Jammer, nicht Flüche, nicht Bitten dringen\ndurch seiner Sichel Sirregetöm\nDenn wo sein Auge niederschaut,\nergraut Haar. Wassen entfallen den Händen.\nHelden wenden\nsich heulend zur Flucht. Das Lager staut\nizon verwirrten und wimmernden Zügen.\nUber das Blachfeld siirren Lichter\num Klumpen, die kein Schwert versehrte.\nBlaue Finger pflügen\ndie schleimige Erde,\nund die Gesichter\ngrinsem » » .\nFeind stumm an Freund. Er war ihr Richter.\nWie Binsen\nhat er beider Heere Herzen geknickt\nund die bellenden Rachen der Rohre erstickt.\nVögel umjagen nun seine Fåhrte\nund stoßen frech auf verzuckendes Re en,\ndas sLch keuchend im leigenen Kote wåztz l\ndem ’nden, dein end o en Enden entgegen\nDann geschaufelt wie Kot rollt der leblose Balg\nschnell gesiohn, ohne Segen\nhinab, in den Kalk.\nNur manchesmal stelzt\naus dem Aas ein Erwachter in winfelndem Grimme;\ndoch aus keinem der Lager mehr kommt ein Bewegen.\nFrühwinde zerfegen »\ndie kla ende Stimme . . . .\nRabenFug folgt Rabensiug\nAls Riefenbeule eitert an der Kimme\nder Ebene ——- der Sonne gelber Brig.\n\nFranz Theodor Cfokor"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "172", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.4", "texte": "Gottfried KölweL\nDer Atem schwamm aus unserm Mund,\nvereinte sich auf kalten Steigen\nund wölkte, wettergrau und rund,\nsich auf ins schmerzlichgroße Schweigen.\nWir hörten nur den Schnee Der schrie.\nWir sahen alle Wege blåsser\nund bebten plötzlich bis ins Knie,\nals uns der Wind traf wie ein Messer.\nDu gabst mir deine feste Hand,\ndein Blick sah schon die fernen Flammen ————\nund vor dem mörderischen Brand\nbrach unser letzter Gruß zusammen.\nBald konnte ich dich nicht mehr sehn —-\nbehorchte meine eignen Tritte\nund hörte doch nur deine gehn, »\ndie schweren, längst verwehren Schritte."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "174", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.6", "texte": "as feuchtwarme Wetter dieses szerbstes und Winteranfangs suchte\ndie Vegetation um ihre Winterruhe zu betrügen, um das Winter—\nleid des Frostes, das wohl bis ins Mark schmerzt, aber auch alles\nSchädliche tötet, das den ungestüm quellenden Saft, den unge-\nduldigen Trieb zurückhälh aber dadurch auch bewirkt, daß sich die\naufgefpeicherte Lebenskraft doppelt sieghaft endlich entfaltet.\nSchon um die Jahreswende trieb und knospte es in allen Büschenz an ges chützten\nStellen wagten sich am Rosenstrauch, am Flieder- und Xveidenbusch die neuen\nSpitzen weit hervor, an den Kastanien begannen die runden Knospen zu\nschwellen und in Lzüllen zarter Kelchblätter sah man grüne Blütchen sich an-\nkündigen. Mit Rührung nahm man dieses zage und doch hastige, dieses un-\nnatürlich frühe Erwachen gerade in dieser Zeit der Leiden wahr; aber auch\nmit Sorge.- Denn der Winter liegt noch vor uns; man wußte stets, daß eine\neinzige Frostnacht die ganze Herrlichkeit eines zu frühen Lenzes vernichten kann.\nSo wäre es jetzt auch gekommen, wenn die neuen Knospen nur um ein weniges\nweiter entwickelt gewesen wären. Der strenge Frost, der plötzlich eingesetzt hat,\nist wie ein tötlicher Schreck über das allzufrühe Lenzesahnen gekommen. Viele\nTriebe hat er unerbittlich getötet und Wunden gemacht, die man im Sommer\nnoch wahrnehmen wird; im allgemeinen aber kam er noch zeitig genug. Die\nmeisten Knospen sind noch nicht so weit geöffnet, daß sie sich zu geduldiger\nUeberwinterung nicht noch fest wieder zusammenschließen könnten. Der vor-\nschnelle Trieb, der da glaubte, er könne dem letzten Sommer —- einem der\nschönsten seit vielen Jahren —— und dem golden reichen Zzerbst gleich einen\nneuen Frühling anreil)en, schlüpft erschreckt nun wieder hinab in den schützens\nden Schoß der dunkeln Erde.\nDie Natur weiß nichts von Menschenschicksalem Aber der Mensch betrachtet\nsich mit all seinem Tun und Lassen doch immer in ihr wie in einem Spiegel.\nEr ist hungrig nach Gleichnissen und lebt in Symbolen. Jeder Vorgang der\nNatur scheint ihm eine Maxime zu bergen, aus allem, was er sieht, zieht er\nunwillkürlich Lehren. Am meisten in einer Zeit wie dieser, wo die elementaren\ngeschichtlichen Vorgänge den Blick wie von selbst zum Elementaren der Natur\nhinlenken. Darum konnte man in diesen Wochen nicht durch Gärten und Wälder\ngehen, ohne ein wenig zu allegorisieren. Denn auch die Völker gehen in stetem\nWechsel durch die Jahreszeiten dahin in ihrem Jahrtausendlebem\nUnsere Nation erlebt jetzt einen ihrer strengen 1Vinter. Doch auch sie steht\nerst im Anfang der Winterleiden, und auch sie glaubt zu großen Teilen, es\nnahe schon wieder der Frühling. Auch in ihr will es ungeduldig wieder knospen,\nwo doch die letzte Ernte kaum herein ist, wo die Nester gieriger Raupenbrut"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "175", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.7", "texte": "vom Frost der Zeit keineswegs schon ausgerottet sind, wo die geilen Triebe.\ndie schmarotzenden Gewächse vom großen Gärtner der Not keineswegs schon\nvernichtet sind, wo die Frühlingsstürme, die das Schwache brechen und das\nGesunde prüfen, bis in die Tiefen des Volkes noch nicht gedrungen sind. Soff-\nnungen, schwellend wie junger Frühlingssaftz Hoffnungen auf ein neues Leben\nunseres Volkes in Glück und Größe -—— wer hätte sie nicht! Aber es, ist noch\nnicht die Stunde, daß sie sich ungefährdet ans Licht der Wirklichkeit wagen\ndürften. Die Zeitneuen Blühens ist längst noch nicht da. Das Gebet an den\ndeutschen Gott muß lauten: verschärfe noch die Prüfungen, damit der Ueber-\nmut nicht von neuem aufkomme, damit die edle und kühne Volkskraft an er-\nzwungener Einfachheit von innen heraus gesunde! Nicht die starke junge\nMenschheit draußen im Felde braucht so zu beten; ihre Gebete sind Taten,\nsind Entbel)rungen und alle Tugenden der Tapferkeit; aber die Heimgebliebenen\nsollten so denken. Die ,,.5eilige Not« hat sie noch nicht alle mit Götterarmen\nergriffen. Sehr viele kennen die himmlischen Mächte nicht, weil sie in einem\nallzureichlichen täglichen Leben ihr Brot noch nicht mit Tränen gegessen haben.\nWie aber können die Deutschen zu Trägern einer vertieften europäischen Ge-\nsittung werden, bevor sie alle das Antlitz des strengen Gottes gesehen, bevor\nsie im Herzen das donnernde »Du sollstl« des höchsten Pflichtgebots gehört\nhaben! Wir flehen nicht um Niederlagen, das können wir nicht, das wäre\nUnnatur; aber wir flehen um jene Zzerzensnoy die im Widerstand die Schöpfer-\nkraft erzeugt, die den Willen zügelt und zusammenpreßt bis die Stunde erfüllt\nist und die Lebenskraft, geprüft und gereinigt, in Taten sich entfaltet. Es\ngilt die Bedeutung des Wortes Opfer bis in seine letzten Tiefen zu ermessen.\nDie Millionen draußen lernen den Sinn des Wortes Tag um Tag, Stunde\num Stunde, und die, deren Söhne, Gatten und Väter für das Land verbluten\nund verkrüppeln, wissen auch darum in ihren stillen Kammern und leeren\nStuben; aber neben ihnen gehen viele Millionen noch dahin, ohne die Gewalt\nder Zeit bis in die letzte Faser zu fühlen.\nSie eben sind es, die ungeduldig wieder neues Glück herbeisehnen, die da\nglauben, es sei schon genug und übergenug. Sie wissen nicht, worum es sich\nhandelt und handeln muß, wenn dieser Krieg nicht der Markstein eines natio-\nnalen Niederganges sein soll. Wird nur bestätigt und befestigt was schon war,\nso sind wir, selbst im Sieg, besiegt. Aber eben weil der Genius unserer Rasse\noffenbar ein höheres Wachstum unseres Volkes will, weil er ein neues Verhält-\nnis zum Göttlichen will, eine neue geistige Schöpferkraft und auch eine zweite\npolitische Einigung, ein weltmächtiges Deutschland als beherrschendes Zentrum\nEuropas, weil, wenn nicht alle Zeichen trügen, ein neuer herrlicher Frühling"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "176", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.8", "texte": "vor uns liegt, darf keine Knospe sich vorschnell hervorwagen. Auch jetzt trifft\ndie alte Bauernregel zu, der Sommer werde um so fruchtbarer, je strenger\nder Winter war. Wir müssen uns mit einem großen Willen und mit heiliger\nZuversicht erfüllen, aber wir müssen uns hüten, die Wirkungen zu suchen ehe\ndie Ursachen erschöpft sind. Das Schwerste steht noch bevor; für Alle. Es\ngenügt nicht, jetzt., wo die l)eroischen Eigenschaften der Deutschen wieder sieg-\nhaft l)ervorgetreten sind, befriedigt darauf hinzuweisen, daß sie immer noch\nda sind; es gilt vielmehr, die neu entsiammte Idealität der Nation in etwas\ndauerndes, stets Gegenwärtiges zu verwandeln, mit diesem Idealismus zu\nplanen und zu bauen und ihn, nachsjeder Richtung schöpferisch zu machen, wie\ner jetzt kriegerisch ist. Dieses aber ist eine Iahrhundcrtarbeitz der die Erfolge\nnicht morgen und übermorgen schon blühen können. Verdächtig ist darum der\nallzuschnelle Wille zum Erfolg, der voreilige Glücksgedanke Es geht nicht,\num Glück, sondern um Arbeit. ———\nDie kleinen grünen Knospen in Garten und Wald haben sich von gestern\nauf heut verwandelt. Sie haben wieder ein hartes braunes Winterkleid angetan,\nder Saft ist eilig zurückgetreten und das eben noch biegsame Geäst ward wieder\ntrocken und hart. Was die Farbe des keimenden Lebens hatte, steht wieder\nstarr und wie tot da. ,,Doch innen im Marke lebt die schaffende Gewalt«\nSie wird sich in einem neuen Frühling entfalten, wenn erst die Aequinokticn\nvorüber sein werden. Bis dahin aber sei uns die Not der Zeit willkommenz\nsie ist die beste Gewähr für die Reinheit und Gesundheit der die Zukunft\nbeherrfchenden Kraft. s . » « »»\n\nKarl Schefsier"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "178", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.10", "texte": "Erwin Metzner\nraue Massen fchoben sich zur Grenze,\nZüge krochen durch die deutschen Gaue,\nWo der Sommer flammte, wo die blaue\nÅhrenblume stand; und volle Kränze\nSchmückten drohende Kanonenrohre,\nZweige wehren, Stråuße auf den Helmen\nUnsrer Männer, die den fremden Schelmen\nWehren wollten unsres Reiches Tore.\nUnd von Liedern klang das weite, reife\nErnteland, wie sie noch nie geklungen\nAus dem Munde unsres menschheitsjungen\nVolkes: ganz, als ob es nun begreife, .\nWer es sei, und nicht mehr träumend schweife,\nSondern wirke, von sich selbst durchdrungen!"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "180", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.12", "texte": "Rudolf Leondhard\nEiner aus der Kolonne\nZieht seine verschwollnen Augen vom Boden empor in die Sonne.\nStunden vergehn.\nWieder bleibt einer schwankend stehn\nUnd hebt die Stirn, vom Grauen kalten Schweißes bethront,\nGegen die harte Nacht und den kalten Mond,\nUm doch nichts zu sehn. —\nEiner entfesselt sich, übergibt sich, reißt sich aus ihrer Mitte.\nSie gehn ohne Gefühl, gehn im Geråusch ihrer Schritte,\nTrunken vor Müdigkeit, ftier\nSchlångelnd, aus vielen Maschinen ein hinwimmelndes Tier,\nBis zur bestimmten Stelle.\nEs ist schon ganz helle. .\nEin Helm rollt fort.\nKeiner weiß mehr ein Wort."}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "181", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.13", "texte": "ach dem Kriege wird Deutschland feine schwere Arbeit fortzusetzen\nhaben. Nach einem vollkommenen Siege, der so gelänge, wie\nwir ihn träumen, wird diese Arbeit erst recht eine unmenschlich\nharte und herrliche sein, weil sie uns dann unmittelbar der Auf-\ngabe überliefert, zur Lösung der beiden größten Fragen, die\ndie Menschheit im gegenwärtigen Zeitalter beunruhigen, nämlich\nder Frage einer möglichen unerhörten Fruchtbarmachung der Rassenunterschiede\nund der religiösen Gegensätze, ein für Jahrhunderte bedeutendes Beispiel auf-\nzustellen. Wenn ich sage, daß das Schicksal unser Deutsches Reich als die führende\nund zugleich verbindende Macht in die Mitte und an die Spitze eines europä-\nischen Bundes emporführen kann, dem slawische wie romanische Völker als\nGenossen angehören, -—— daß Deutschland, als ein Hort der VOissenschaften und\ndes Glaubens zugleich, alle die Kräfte in sich zusammenzufassen und vorzudeuten\nvermöchte, die denhmenschlichen Geist in seinen Tiefen bewegen, —-—— daß das Volk\ndieses Landes einst in geistigein und geschäftigem Wirken hinausreichen wird\nbis in die fernsten Enden des Ostens und des Westens, —- fo ist vielleicht in\ndiesen Zügen die Machtstellung und die Verantwortung umschrieben, auf die\nder Deutsche einen unvergänglichen Anspruch erhebt, aber über den Weg zu\ndiesem Ende ist noch nichts ausgesagt.\nNeben einem großen iIberseedienst, der mit Hilfe der dral)tlos en Telegraphie,\nder Kabel und der gewöhnlichen Presse versichern wird, daß niemals wieder\neine fremde Gewalt den Nachrichtentausch zwischen Deutschland und den ent-\nlegenen Teilen der Welt unterbinden kann, müssen Einrichtungen geschaffen\nwerden, die für den Bestand und für die Ausübung der Macht weit mehr be-\ndeuten. Die Herstellung eines solchen Netzes ist ja nur eine technische Aufgabe,\nsie kann zur Not von einem beliebigen Volk geschaffen werden, sofern es nur\ndie Metalle zur Verfügunghat Das Entscheidende aber ist die Besonderheit\ndieser für die ganze Welt bestimmten Botschaft und Mitteilung, sie muß in\neinem Wesen münden, das mit dem gleichen liebenden und unbefangenen Welt-\ngefühl die Luft der Heimat wie des grenzenlosen Meeres und, der ewigen Fremde\natmet. Es will mir scheinen, als ob unter den zahllosen Sendlingen, die aus\ndem deutschen Volk in vergangener Zeit hinausgingen und von denen viele nicht\nwiederkel)rten, weil die Wüste sie verschlang, so manche tiefere, der Ehrfurcht\nund dem Gehorsam bereite Natur sich befand, der es« gut getan hätte, von\neinem Oberen geleitet und den zeitlosen Aufgaben der Nation untertan zu\nsein wie ein Mönch den Geboten seines Ordens, der ihn trägt und erhält, ihn\nzurechtweist und ihn zuletzt mit dem unendlichen Trost des Überwinders zu\nlohnen vermag. Wir brauchen wohl in Zukunft ein solches Sendlingswesen\ngroßen Stiles, einen Orden von wandernden Schülern und von Meistern der\nBeständigkeit, die aus allen XVegen des Geistes zuhause sind und ein lebendig\nüberlegenes Wissen sammeln, um es den ihrigen immer aufs neue zu über-\nliefern. Dieser Orden würde wohl kaum der Klöster und der Stifte entbehren\nkönnen, der Stätten einer ungestörten, abgezogenem schließenden Geistesarbeit.\nEs ist kein Unterschied zwischen allen Deinen, die im Gedräng der Meinungen\nund des Daseinskampfes den Sinn, dem sie dienen wollen, nur von fern er-"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "182", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.14", "texte": "schauen. Die weltlichen Klöster eines in der heutigen Welt erneuten deutschen\nOrdens wären wie der Mastbaum des Odysseus für solche Männer, die mitten\nin der Schiffahrt ihres Berufs vor den Sirenenstimmen des Augenblicks ihre\nOhren mit Wachs verstopfen, um des wirklichen Zieles nicht zu vergessen.\nWäre es zu viel gesagt, daß zu den Mitteln, die einem solchen Orden feine\nUnabhängigkeit, seine beschäftigte Stille und Abgezogenheit gewähren, die alten\nRegeln der Armut, des Gehorsams und der Reinheit gehören müssen?\nWir sagten es übrigens einander schon früher mit mancherlei Worten, daß\nnur ein Mythus, ein unerhörtes und einsames Lebensbeispieh das neue Wesen\neinzuleiten und aufzurichten vermöchte. Mit so frommem und verlangendem\nBlick wir Goethe nachschauen und den andern Großen, die das deutsche Volk\nnach ihm noch hervorbrachte, so scheint es uns doch, als ob sie das ungeheuere\nErlebnis der gegenwärtigen Zeit wohl voral)nen, aber es nicht vertreten. Die\nSpuren des neuen Mythus sind jetzt um uns, unfertig, dämmerhaft, in einem\nbeispiellosen Zustand der Unruhe und der Erwartung. Dieser Krieg führt\nuns in die Zzölle hinab und erhebt uns zugleich zu allen Sternen. Deutschland\nträgt gewiß einen neuen Menschen in seinem Schoß. Er wird vielleicht von\neinem Meister kommen und über diesen Meister hinausgehen, so wie Paulus\neinst von einem Meister kam und wieder auf ihn zuschritt in einem weiten Kreis,\nin dem alles beschlossen war: die Anknüpfung an das Gewesencund die Aus-\nstreckung gegen das Künftige. Wer will sagen, daß die Kraft eines Einzelnen\nnicht ausreiche, um zu erfüllen, was wir uns vorstellen von einem vollkommenen\nDeutschen, der auf so festen Wurzeln hinausragt in das Menschliche und AU-\ngemeine? Gibt es nichtfür dieses Höchste die Sprache der Musik? Und wenn\ndie Sprache der Musik es nicht umfassen sollte, gibt es nicht die Sprache der\nDichtung? Und wenn die Sprache der Dichtung es nicht erreichen sollte, gibt\nes nicht die Wege einer erhabenen Staatskunst? So wie das Christentum\naus verachteten und über alles Elend der antiken Welt verstreuten Keimen\nhervorging und schließlichden Gewalten seine Befehle gab, so wird dieses\nneue Menschentum zugleich die Erfüllung und die Aufhebung eines alten Ideales\nsein. In ihm erwarten wir nichts Geringeres als einen Xvendepunkt und Wirbel\nder Weltgeschichte. Vielleicht ist der Gedanke von der Verwaltung der Erde\ndieser Gedanke und gibt dem Zeitalter der Weltwirtschaft, in das wir statt\nmit Freudenfesten und Verbrüderungen mit blutigen Kämpfen jetzt eingetreten\nsind, seinen kosmischen Sinn.\nMan kann, ohne das Näherscheinende außer acht zu lassen, behaupten,\nder gegenwärtige Krieg zwischen den europäischen Reichen gehe letzten Endes\num die noch ungeraubten Reichtümer der Erde, um die Märkte Cl)inas und\nder Türkei. Vielleicht hat gerade derselbe Umstand, der in anderen Worten\nbedeutet, daß alle außereuropäischen Rassen dieser Erde jetzt unsere stummen\nund aufmerksamen Zuschauer sind, die geistige Ebene dieses Krieges, wie er sich\nin den Zeitungsblättern spiegelt, so sehr ins Wilde und Kannibalische hinab-\ngedrückt. Trotz den Missionen und trotz vereinzelter gelehrter Berührungen\nging ja das Streben der weißen Völker noch niemals ganz und ernstlich um\ndie Seele all der fernen, für gering geachteten Heiden; und nun zum erstenmal"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "183", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.15", "texte": "kommen wir alle, Heuchler von gestern, ihnen nah in dieser beispiellosen\nErniedrigung, die einer dämonischen Hohngrimasse wohl würdig ist. Nicht\nfröhliche, sorgenlose Menschen führen diesen Krieg, sondern sorgenvolle,\nschauderndez Siege wurden in ihm bisher nur in stummer Ergrissenheit gefeiert.\nIn dem schrecklichen Weltbild um uns her vermag nur der Held, der gläubig\ndem Tod wie einem Glanz entgegenschreitet, sich aufrecht zu halten. Wie kommt\nes, daß wir Deutschen diesen Krieg, so weit wir um uns sehen, am meisten als\ntragisch erleiden, ja ihn durchaus als tragisch empfinden, während er die anderen\nVölker, so weit sie ihre Taten mit Worten begleiten, nur als eine Angelegen-\nheit ihrer dunklen und niederen Instinkte beschäftigt?\nWahrhaftig, diese Zeit der Gefahren wird von keinem andern Volk so tief\nund so tragisch erlebt wie von dem deutschen. Darum ist sie wohl auch bei\nkeinem anderen wie bei uns der Keimboden einer großen, tragischen Welt-\nanschauung. Die erregende, reinigende und entladende Gewalt der wieder-\ngeborenen Tragödie vermöchte uns zu bewahren, daß die aufgeweckten starken\nTriebe nicht in dem hartnäckigen Streben nach Weltmacht und Weltehre sich\nerschöpfen. Wird die Zeit, die diesem Kriege folgt, das alte erbärmliche und\nwertlose Theater noch ertragen? Verlangt sie nicht nach der Tragödie? Welcher\nAugenblick aber könnte ihr günstiger sein als dieser, der an die größten Tage\ngriechischer Geschichte gemal)nt und sie an Verwickelungen übertrisstl Nationen\nstehen einander wie Fausikämpfer gegenüber, ihre Blicke gegeneinander sind\ngeschliffene Dolche. Antike Leiden brechen über uns herein: Vers klavung der\nKriegsgefangenen, Wegnahme des Eigentums, Ausstoßung der Fremdlinge und\njenes ungeheure Verleumden durch das Megaphon der Zeitungen, das allein\nnoch die Gemüter träger und gutwilliger Bevölkerungen in Bewegung zu setzen\nvermag. Tiefe, feierliche Angst und Ermannung des Volks, Taten vollkommener\nAufopferung. Alles das in der größten Kunstform, der Tragödie zu verklären:\nsollte nicht dieser Drang sich einstellen und das Unmögliche erreichen?\nEs wird wohl geschehen, daß in den Nationen, die das übelriechende Feuer\ngrenzenloser Bosheit rings um uns angezündet haben, dieses Feuer allmählich\nseinen Stoss auffrißt, so wie ein Fieber im Körper die Krankheitsstosse verzehrt.\nGedenken wir der unerträglichen Atmosphäre des europäischen Hasses, der zu-\nerst in den Balkankriegen sich entlud und nun auch die Hauptvölker, die letzten\nstaatlichen Bollwerke der Gerechtigkeit überschwemmt, scheint es uns nicht,\ndieses Fieber erreiche allmählich den Höhepunkt der Krisis und es müsse das\nWerk der Läuterung, das sich in ihm vollzieht, allmählich offenbar werden? In\nder Seele der Deutschen bauen unsichtbare Hände an den Säulen des künftigen\nGeistesreiches Es liegt nahe zu vermuten, daß in den andern Völkern ein\nähnliches vorgeht, aber nirgends mit gleicher, bauender Stärke. Dieser Krieg,\nder Ackerfelder mit den zermalmten Leibern der Menschen nährt, wird ein aufs\ntiefste erschüttertes Europa zurücklassem Und so unendlich wir Getrennten heute\nvon der Einheit des Gedankens, der Tat und der Sitte entfernt erscheinen, so\nnah sind wir ihr bereits durch die Gemeinsame des Leides und der Spannung.\n\nAIfOUS Paquet"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "184", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191503-02.1.16", "texte": "Inhalt des Heftes 9:\nRenö Beet) — Orig.-Steindruck J Walther Krug —- Rechtfertigung J Edwin\nScharss -— Orig.-Stcindruck J Hans Kyfer —- Stimme der Schwermut J\nMax Unold -— Origksolzschnitt J Mechtild Lichnowsky —- Ein Brief J\nWilli Geiger —- Orig.-Steindruck ! Ernst Wilhelm Lotz —Aufbruch der\nJugend J Richard Seervald —-— Orig.-Steindruck J Kur: Hiller — Wir J\nOtto Kopp —- Origstcindruck\n\nInhalt des Heftes 10:\nOskar Loerke —— Nacht im Kriege J Albert Ehrenftein —- Der Held\nschreit J Oskar Kokoschka — Zeichnung zu Albert Ehrensteins Gedicht J\nFriedrich Karinthy — Erde — Stein J Paul Zech —- Ich fühle mich mit\nallem schuldig, ja! J Renö Beeh —- Orig.-Steindruck J Hetta Mayr s—- Michel\nund der Krieg J Frcmz Reinhardr ——— Orig.-Steindruck J Johannes R.\nBecher ——- An der Aisne J F. M. Icmsen — Origgzzolzschnitt\n\nInhalt des Heftes 11:\nMax: Unold -— Origxzzolzfchnitt J Johannes Schlaf (Weimar) -— Und\nwas wird nun kommen? J Otto Stoß! ——— Das deutsche Angesicht J Anton\nWildgans —- Freiwillige J Rudolf Großmann —-—- Orig.-Steindruck J\nHans Carossa —- Der Zziinmel dröhnt von Tod . . . J Otto Hohlt ————\nOrig.-Steindruck J Max Brod —- Die Schlacht J Robert Walser -—— Phan-\ntasieren J Margarete Susman —- Vom Krieg und von Gott J Werner\nSchmidt ——— Orig.-Steindruck\n\nHerausgegeben von Otto HaaespHeye\nBerlin J Pariser Platz 7\nverantwortlich für die Schriftleitung\nFriedrich M. Huebner\nI. pioniewBataillon\nMünchen\nVeranwortlich für die künstlerifche Leitung\nO. Th. W. Stein\nMünchen / Ainmillerstn 17\nFür unverlangte Einfendungen keine Gewähr. -\nIn Gstcrreich für die Redaktion verantwortlich Hugo 6eller, 1Vien, I,\n» Bauernmarkt 3"}]}