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Ich glaubeeinfach\nnicht daran, daß die individualistische Tat, die Tat eines Menschen, in welchem\ndas Gefühl des von einer Masse Verschiedenseins übern-biegt, —- die anderen so\nerheblich wie ihn selbst angeht, und mag sie noch so gut gemeint sein. Nur\ndie Massenhandlung schlägt zu aller Gunsten« aus, die organisierte Handlung\nvon inassennxäßig veranlagten. Nur durch sie kann die Welt —— eine Welt\neine Gesamtheit werden. Dieser Krieg schon hat die allergrößte Zusammen-\nfassung gebracht. «\nDer eine:\nNicht die allergrößte, vielleicht die allerkleinste Das Prinzip, daß jeder\nseine Kräfte so persönlich und abgegrenzt wie möglich hält, —— ist grenzenlos\nDieses Prinzip, jedem·’zuerkannt, vereinigt die ganze Welt. Dagegen, wenn\ndie Hälfte der Menschen zusammengespannt wird, um Feind der anderen Hälfte\nzu sein: —- so ist in Wahrheit der äußerste Punkteiner organisierten Ver-\neinzelung erreicht, —- es ist die allergeringste Zusammenfassung. i\n« Der andere:\nSie sehen natürlich nicht, daß hiermit in Wirklichkeit eine letzte; Stufe\nzur Einheit der Erde erreicht ist. Man reduziert sich auf zwei Feinde, und\ndas dicht genäherte Ziel ist: der Sieger, der den Besiegten in sich aufnimmt.\nNur die gesanmielte Gewalt kann das machen\nDer eine:\nIch bin überzeugt, daß Massen nicht siegen oder besiegt werden. Der\nFriede ist kein Schluß, sie gruppieren sich neu; unter Umständen so, als sei über-\nhaupt nichts geschehn; und man reduziert sich von jetzt ab vielleicht immer wieder\nauf zwei neue Feindschaften —-—. Gerade auf diese Weise wird das Prinzip des\nMassenhaften am vollkommensten angewendet; auch weil es den Frieden aus\nschließt -—-—-. 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Oder hat die Masse eine lebendige Form,\neinen Willen? -\nDer andere:\nSie hat einen höheren Willen, einen, der so hoch und total ist, daß er\neinem Schicksal gleichkommt. Hier steckt der breiteste Abstand vom Pers önlicherk\nSehr schwer und undankbar, Ihnen dies allgemeine Wollen, dies Yvolleninüssesi\nzu erklären. Es ist wie ein Faden, der sich durch alle zieht. Bei wem nun\nder Punkt, durch den dieser Faden des Ganzen ihn durchläufh gewisserinaßen\nin der richtigen statischen Höhe liegt, so daß er sich von Natur aufrecht im\nGleichgeivicht an dem Faden aufreiht und dort mit der Allgemeinheit zusammen-\nhängt, -— oder wer wenigstens aus gutem Willen oder guter Berechnung, falls\njenes Los) durch seinen Individualismus unproportional liegt, sich bei den\nanderen festhält ——-—: wer also Mit-Glied einer Kette sein will -——: dessen Einzel-\nwille ist hiermit im wesentlichen erschöpft und er hat nur die Bewegungen\nder ganzen Kette initzuinachen Diese Bewegungen unterliegen ihren besonderen\nGesetzen; die ganz andere Gestalt der Kette paßt in andere Räume, für andere\nMöglichkeitemzu einem anderen Gott als der persönliche Mensch. Nur ein\nDurchschnitt der sämtlichen Glieder-Willen kommt als Selbständigkeit den ein-\nzelnen zu. Der Rest ist Müssen. Wer seine Existenz so selbstlos ungleich unter\nsich und alle zu verteilen vermag, wer mehr Gesaintschicksal als Persön-\nlichkeit hat, der ist eine Gestalt dieser Zeit und -—— ich warne Sie —- unbe-\ndingt auch der Zukunft. , .\nDer eine:\nTVenn ich mich Warnen ließe, verdiente ich freilich einer Il)rer Durchlöcherten\nzu sein. Ia, das System solcher Leute, die zugleich abstrakt und brutal sind,\nhat jene Welt vvll Zwang und Abweisung eingerichteh in welcher der Friede\nsich fast noch häßlicher und unerträglicher abspielte als der Krieg. Aber zu\ndienen ist man nur wal)r-bereit, wenn der Marschallstab in jedem Tornister\nliegen darf. Zu echtem Leben ist man nur fähig, wenn jedem freisteht, eventuell\nein Genie zu sein. Und nur wer sich als freiesten Gegner der anderen fühlen\ndarf, findet auch die Möglichkeit in sich, ein Uiitinensch zu sein. Denn der\nGrund, weshalb die Tat aus ihm lanciert wird, ist das Wissen und die Freude,\nsich nicht einsam in der Wüste zu befinden; — doch würde der hinausschießende\nDrang wiederum sogleich untersinkem säße nicht, wie ein Motor im Torpedo,\nauch die wüsteste Unabhängigkeit darin. Der Unbegleitete denkt an die Freunde.\nEinsam und fern von! Notenwechsel und Generalstreit der Völker greift dieser\nFrank Holt mit rüljrender Tat einen Kriegshelfer an; —- und sein Untergang\nwischt ihn nicht aus dem Leben dieses Jahres. ,\nDer andere:\nHat er etwas anderes als Schaden nach allen Seiten angerichtet? « Er\nist gescheitert, weil er aus der allein wohltätigen Menge heraustrat Wir\nhaben die Zeit der Schlachtem nicht der Attentate Auch die Heldenstückchen"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "312", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191507-02.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2668, "texte": "durch die sich Soldaten einzeln auszeichnen, sind nur Teile des Krieges und\nenthalten keinen anderen als den Gesamtgeish das Massenhafte Heere wälzen\nsich zu jedem Sieg, den sie wert sind; einem Einzelnen aber verleiht Gott jetzt\nniemals Erfolg.\nDer eine:\nWie falsch! Gott läßt nur keinen jetzt am Leben sein! Nur so wird dies\nSchweigen rings erreicht. Verhindert wurde, daß Zzervorragende den Krieg\nerlebten. Ein jeder Whitmam Bismarch Nietzsche, Ibsen, Tolstoj, Strindberg\nmußte gestorben sein; auch ein letzter irgendwie Selbständiger wurde in Paris\nnoch schnell niedergeknallt ——. Und niemand war rechtzeitig geboren worden, um\nnun ein Sichtbarer und Uebersehender zu sein. In gnadenlose Ebenen einge-\nebnet ——- kann so wenig wie aus beschossenem Schlachtfeld sich jetzt irgendwo\nein Kopf erheben, ohne vernichtet zu werden. Tun was der andere tun kann\nund aus aller Vermögen einen Führer herausdestillierem der also in Tvirklichkeit\ngleich allen ist: dies steht leer zwischen dem Kanonendonner wie das Schweigen\ndes Kanonenfutters ———, und es stand auch schon zwischen dem Gekläss des\nFriedens, sonst wäre vielleicht ein besserer Kampf gefolgt. Die Gestalt mit\ndem Charakter und der Bereitwilligkeit des Ulassenhaften hat keinen Punkt\naußerhalb von sich, ——- und so kann sie nichts bewegen. Und so kann sie\nauch nichts lieben. Es ist unwal)r, daß vom Massengefühl eine Gemeinschaft\nhervorgebracht wird. Die Liebe nimmt ihren Weg über den einzelnen. Christus\nkonnte für die anderen etwas tun, weil er absolut allein stand. In einen\nVerband ungegliedert, ——- sein Tod wäre nicht die Erlösung der Welt gewesen.\nEin Mann kann aus seiner liebenden Einsamkeit die Gemeinschaft produzieren,\nein Mann kann ein Volk gebären, ——— nicht das Volk sich selbst.\nDarum darf diese Zeit nichts als eine qualvolle Pause sein. Und sie dauert;\nbis über die Gemeinschaften, die das Licht der Welt erst noch zu erblicken\nhaben — und es doch unbefugt schon beherrschen, —- sich wieder Rufe, jeder\nfür sich hörbar, erheben.\nFreiheit der Einzelheitl oder die Geburt der Gemeinschaft aus dem Un-\ngeiste des Massenhaften koinmt und zersaugt die Größe. 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Ach —- könnte ich diese Aussicht dadurch ändern, —- ich\nfchlütte Sie auf der Stelle tot ——.\n\nAlfred Wolfenstein"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-07-02-c004", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-07_02#c004", "volume": "bmtnabb_1915-07_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "312", "page_fin": "312", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191507-02.2.3", "titre_corps": "Künstler-Postfarten.", "titre_sommaire": "Künstler-Postfarten.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "312", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191507-02.1.4", "debut_caractere": 2670, "fin_caractere_exclue": 3235, "texte": "Künstler-Postfarten.\nVielen Lefern wird es willkoimnen fein, daß wir von einer Anzahl von\nAbbildungen aus dem Zeit-Echo Postkarten haben herstellen lassen. 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