{"numero_id": "bm-bmtnabb-1915-08-01", "volume": "bmtnabb_1915-08_01", "ocr_sha256": "c4a2f1596a6325910f3c77b6c04bdffc8b6086ce47764595fd70f5ae1fe3aadd", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabb/issues/1915/08_01/bmtnabb_1915-08_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabb/issues/1915/08_01/bmtnabb_1915-08_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabb-1915-08-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-08_01#c002", "volume": "bmtnabb_1915-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "314", "page_fin": "314", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.2.2", "titre_corps": "or mir im Wagen sitzen zwei Matroseir", "titre_sommaire": "or mir im Wagen sitzen zwei Matroseir", "signature_source": "Arno Nadel", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "314", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 656, "texte": "Arno Nadel\nI.\nor mir im Wagen sitzen zwei Matroseir\nDer Eine blickt ernst aus dem Fenster,\nWie in die Wellen.\nDem Andern liegt die ganze Kindheit im Antliz\nUnd er fährt doch gegen den Feind\nIn die furchtbare See hinaus.\nII.\nEin Trupp Soldaten zieht über »Die Linden« ins Feld.\nDie Kapelle spielt, wie sie soll.\nFurchtbare Opfer hat der Krieg gefordert.\nMit den Soldaten aber\nZiehen die Mädchen durch die Stadt.\nStolz, häßlich, weinend, komisch. «\nIm Grunde weint die ganze linde Luft.\nIII.\nAuf dem Bahnhof ein Dutzend Soldaten\nSteht lose Spalietx\nDer Eine trägt zwei rote Rosen im Gurt.\nEr tut, als wenn er lustig wär.\nDer Segen eines Dichters sei mit ihm."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-08-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-08_01#c004", "volume": "bmtnabb_1915-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "315", "page_fin": "316", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.2.3", "titre_corps": "Totengespràch", "titre_sommaire": "Totengespràch", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "315", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2468, "texte": "Totengespràch\nIII\nJules Vernet Mit heißem, vor Begeisterung angeschwollenein Kopf\nhaben sich die Buben über meine Bücher gebeugt und ihre Phantasie hat in\nden Bildern meiner Phantasie und meiner Rechenkunst ges chwelgt. Nun erleben\nsie als Männer das Alles in Wahrheit, die Riesenkanone, die Flugmaschine, die\nGeschwindigkeit; in der sie fast blind von Ort zu Ort sausen. Nur auf den Mond\nkönnen sie nicht. Da hinauf bin ich ganz allein mit meiner Phantasie gefahren.\nAuf den Mond können sie nicht!\nKönig Leopold: Ich wollte, meine Belgier könnten auf den Mond.\nFinanziell ließe sich die Sache sehr gut fundieren.\nIules Verne: Finanziell? Bei Erfindungen spielt der Kostenpunkt\nkeine Rolle. Ich sage Euer Majestät, was meine Ideen in der Praxis gekostet\nhätten, das wäre ins Fabelhafte gegangen. Fast so wie beim Weltkrieg. Das\nSüminchem das ein Transport der Belgier auf den Mond kosten würde, käme\nnicht in Betracht. Ich studiere jetzt in meinen Mußestunden den Bau des Tunells\nvon Deutschland nach Argentinien, der alles über den Haufen wirft, was die\nklügsten und dümmsten Politiker ausgedacht haben. «\nKönig Leopold: Auf dem Papier. Dichterslausen Ich habe eine\nnützlichere Arbeit gemacht. Hier sehen Sie in meinem Notizbuch eine Zahl, bei\nderen Anblick selbst Ihre Phantasie eine Gänsehaut bekommt. Das sind die\njährlichen Zinsen, die man in Europa aufbringen muß, wenn der Krieg genau\nein Jahr dauert.\nIules Verne: Zzaben sich Euer Majestät nicht verrechnen\nKönig Leopold: Nein, lieber Freund, ich verrechne mich nie. Aber\nalle andern haben sich verrechnen Alle haben sich verrechnet.\nIules Vers-te: Euer Majestät lachen darüber. Ich möchte weinen. Ich\nhabe ja mein Leben lang Nutzen aus den Rechenfehlern gezogen, die meinen\nWerken die notwendige, wissenschaftliche Grundlage gaben. Aber es waren\nRechenfehler, die Vergnügen gemacht haben, niemand s chadeten und meine Tasche\nfüllten. Die heutigen Rechenfehler kommen zu teuer.\nKönig Leopold: Zu teuer! Damit haben Sie der Zeit das Schlag-\nwort gegeben. Zu teuer an lebendem und totem Material, zu teuer an· Geist\nund an Geld. Ich sage Ihnen, wenn alle Menschen rechnen könnten, so gut,\nwie ich habe rechnen können, sie säßen dick und behaglich im tiefsten Frieden auf\nErden, litten nicht an Lleberproduktion noch an Unterernährung und würden\nvon Tag zu Tag reicher.\nIules Devise: Haben Majestät schon Leute gesehen, die sich mit solchem\nZustand begnügen würden. Ich nicht. Es liegt etwas im tiefsten Grund der"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "316", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1371, "texte": "Menschennatur, das erfinden, träumen, sich betätigen will über die Zeit und ihre\nMöglichkeiten hinaus. Das läßt sich durch die besten Bilanzen nicht eindämmem\nAbenteuerlust treibt aus dem schönsten Spießbürgerideal hinaus, mag es auch\nmit Kokottem Champagner te. garniert sein. ,\nKönig Leopold: In einem guten Etat sind diese zeitlichen Lustbar-\nkeiten nicht zu vergessen. Ein Wort im Vertrauen: Wenn alle Staatsinänner\nwie ich gelebt hätten, sie hätten sich den jetzigen Unbequemlichkeiteit nicht ausgesetzt.\nJules Vernm Sie sind abenteuerlustig geworden, vom Hafer ge-\nstochen. Ich erzählte gerade den kleinen Engeln von einer Maschine, die den\nWolken inilitärischen Drill aufzwingt, damit sie nicht so unordentlich durch\ndie Himmel bummeln, als mich ein kolossaler Knall aufschreckta Da war die\nBombe geplatzt.\nKönig Leopold: Sie waren kein Beobachtey Sie-waren ein Phan-\ntast. Sehen Sie mein Buch an, da war es lange berechnet, daß der Handels-\nkrieg an einem ganz bestimmten Augenblick anders finanziert werden mußte.\nUnd diese andere Finanzierung heißt Krieg. Ich habe mich nicht verrechnet\nund nun kalkuliere ich, wann sie alle bankerott sind. Herr Gott! Daß ich\nnicht mehr auf der Erde bin! Die Geschäfte, die ich machen könnte!\n(Er versinkt in TrübsaU\n(Iules Verne beobachtet ein Unterseebooh und freut sich, obwohl er Feind ist,\nder Verkorperung seines Traum» i"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-08-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-08_01#c005", "volume": "bmtnabb_1915-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "316", "page_fin": "318", "image_debut": 4, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.2.4", "titre_corps": "Totengefpräch", "titre_sommaire": "Totengefpräch", "signature_source": "Alexander von Gleichen-Rukwurm", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "316", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.4", "debut_caractere": 1373, "fin_caractere_exclue": 2631, "texte": "Totengefpräch\n\nIV.\nShakespearm Was ist das Leben? Ein Schatten, der vorüberstreichy\nein armer Gaukler, der feine Stunde lang sich auf der Bühne zerqualt und\ntobt. Dann hört man ihn nicht mehr. Ein Marchen if: es, das ein Tor erzählt,\nvoll Wortfchwall und bedeutet nichts. —- Ich muß mich immer selbst zitieren.\nJe mehr ich neuerdings auf die Erde sehe, desto wahrer finde ich mich. i\nFridericus Rejx TVas ein wirklicher Soldatentod bedeutet, versteht\ner doch nicht bei allem Genie. Dazu muß man mein Jahrhundert erlebt haben.\nShakefpearex Ein häßlich Ding zu sterben, gnadger Herr, unvor-\nbereitet und sich nichts vorsehend. \"\nFridericus Reyx Bei der allgemeinen Gleichheit, die hier oben herrscht,\nunterhalte ich inich ja nicht ungern mit Akteurs, aber nicht von derartigen\nDingen. Eine so schwierige Wissenschaft wie die Kriegskunst wird keinem von\nder Natur, eingeimpfh Sieh er nur hinunter! Das geht felbst über meine\nVerhältnisse! Tapferkeit ist nichts ohne Klugheit. Ein berechnender Kopf siegt\nauf die Dauer über tollkühne Verwegenheit.\nShakespearm Je länger ich hinunterfehq desto klarer wird mir mein\neigener Vers: Jst dies schon Tollheit, hat es, doch Methode. Aber mit Verlaub,\nEuer Majestaz warum werden diese Millionen Heere in Bewegung gesetzt?"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "317", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2890, "texte": "Zu nieiner Zeit ließen sich die Dinge nochiüberfehem Da gab es einen Feind\nund eine Ursach zum Streit, Aber heute! Nicht einmal ein Stück könnte ich\ndaraus machen. Ein Stück muß Logik haben, Logik vor allem und Gedanken!\nHalten es Euer Majestät zu Gnaden, hier sehe ich nur,daß Menschen und Ge-\ndankenin die Luft fliegen. Ohne Logik, ohne inneres Bedürfnis. Einem solchen\nUnheil kann auch der Dichter nichts abgewinnem Es ersäuft, es ist anonym.\nFridericus Rejx Er deklamiert gegen den Krieg. Krieg ist can und\nfür sich unheilbringend, aber er ist ein Uebel wie andere Geißeln des Himmels,\ndie man in der Weltordnung für notwendig halten muß, weil« er periodisch\nwiederkehrt und kein Jahrhundert bis jetzt sich rühmen kann, davon verschont\ngeblieben zu sein. « .\nShakefpiearm Das muß ich zugestehem Aber es kommt immer darauf\nan, daß die Epposition klar und verståndlich ist, wie bei einem Stück. Sonst\nwirft das Publikum am Schluß allerleiUnrat auf die Akteurs. Aber diesmal\nscheint den Akteurs auf dem europäischen Theater der klare Aufbau mißlungen\nzu sein. Sonst müßte nicht dermaßen gelogen werden, um das Spiel zu recht«\nfertigen. Ich habe meine Zeit verstanden. Da triumphierte das Schwert und\nmeinethalben der Dolch. Aber Lügen galt für Knechte, den Freien gebührt\ndie Wahrheit zu sagen. .\nFridericus Resx Die Herren Poeten belieben es, immer mit großen\nWorten zu spielen. Wer gelogen hat und warum, läßt sich vom Himmel aus\nnoch nicht beurteilen. Aber ob die Exposition, wie er sagt, gut gewesen ist,\nwird der Erfolg lehren. Die Regierungskunde ist eine Wissenschaft für sich.\nWer da fachgerecht mitsprechen will, muß ein langes Studium hinter-»sich\nhaben. Gielyrhintmtevx Mag auch das Motiv der Tat an sich niedrig sein,\ndie wackre Tat gereicht der Allgemeinheit trotzdem zum Vorteil. Und wackere\nTaten habe ich noch nie in solcher Menge gesehen. .\nShakespearm Wir haben überhaupt noch nichts in solcher Menge\ngesehen. Meine Phantasie ist krank, wenn sie von den Zahlen hört, mit denen\ndie Menschen jetzt rechnen. Ulein Hirn wird krank, wenn ich mir ausdenken\nmuß, wie diese Züge von Leuten auf der Bühne bewegt werden inüssen, damit\nsie schließlich den Ausgang sinden. Man kann sie doch nicht alle als tot auf\nden Brettern lassen. Der» große Regisseur spielt eisigefahrlich Spiel.\nFridericus Rest: Der menschliche Geist ist so geartet, daß er alles,\nwas ihm große, gewaltige oder wunderbare Vorstellungen erweckt, leiden«\nschaftlich ergreift. Aber der einzige Gesichtspunkt, unter dem wir in unsrer\nLage die Verhältnisse auf der Erde prüfen sollen, ist sicherlich ihre Beziehung\nzum Wohl der Menschheit. Denn davon haben wir mehr verstanden als unsere\nNachfahreit Doch darum handelt es sich im Augenblick gar nicht. Es handelt\nsich darum, daß sich einer unsterblichen Ruhm erwirbt, indem er den Wirren\nund der Zrvietracht ein Ziel setzt, die noch viele ins Unglück stürzen werden"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "318", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2429, "texte": "wenn der Krieg fortdauert, die aber das politische Antlitz Europas kaum mehr\nzu ändern vermögen. Soweit erkenne ich die Lage doch, obwohl ich einräumen\nmuß, daß auch mich die räumliche Ausdehnung der Schauplätze ein wenig verwirrt.\nShakespearm Im Elend bleibt kein anderes Heilmittel als Hoff-\nnung. In der Unkenntnis kein anderes als abwarten.\nFridericus Rejx Er ist unverschämt. Aber ich muß ihm recht geben.\nIn der Natur bleiben Ursachen und Wirkungen stets dieselben, während die\nGründe, die in der Staatskunst und in der Kriegskunst entscheiden, mit den\nmenschlichen Ersindungen zusammenhängen Ich sehe hier ganz andere Res-\nsourcen in Tätigkeit, als sie mir zu Gebot standen.\nShakespearm Das Ende krönt das Werk und jener alte, ewige\nRichter, die Zeit, wird es einst enden. Unterdessen aber bejammere ich die\nMenschen. Jnsgesamt. Ich verstehe zwar nicht, wie meine Landsleute mit\nden vielgehaßten Franzosen zusammengehem aber ich freue mich, daß sie Calais\ngenommen haben. Wenn mir Euer Majestät mit dem Verständnis eines spä-\nteren Jahrhunderts . . . .\nFridericus Rekx Die Zeit tut dabei nichts zur Sache. Man hat\nUeberblick oder hat keinen. Wir, die wir weiter sehen, als unsere Nasen riechen,\nsinden manches in der Weltlage, das uns an unser eigenes Leben erinnert.\nEin alter Satz, über den ich mit meinem Minister schon diskutiert habe, zeigt\nsich mir als Wahlspruch aller Parteien: Bündnisse sind gut, aber wehe denen,\ndie ihrer bedürfen. « «\nShakespearet Ich verstehe nicht ganz den Zusammenhang mit meiner\nFrage. Wenn ich jedoch besser nachdenke, fo dämmert mir, daß vor den Augen\nEuer Majestät ungefähr die Sachlage eines vierten Aktes sich bildet. Allgemeine\nVerwirrung —- aber die Auflösung! Die Auflösung. TVenn mir englische Seelen\nbegegnen, muß ich mit meiner besten Meinung zurückhalten. Von Heinrich dem\nVierten überhaupt kein lvortl\nFridericus Rest: In schwierigen Zeitläuften flüchtet man in die Ver-\ngangenheit. Diese Maxime hat sich mir auf Erden bewährt. Ich habe noch\nkeine Veranlassung gefunden, sie im Himmel aufzugeben. Ich glaube darin\nwenigstens verstehen wir uns, Zzerr Shakespearr.\nShakcspeark (verneigt sich nach Art des 17. Jahrhunderts, während Fridericiis\nRer nach Mode des IS. den Hut ein wenig lüstet und langsam entschwedth Von dein ganzen\nWahnsinn verstehe ich nicht mehr als vorher. Die Menschen waren verrückt,\nsie sind verrückt, sie werden es bleiben.\n\nAlexander von Gleichen-Rukwurm."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-08-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-08_01#c007", "volume": "bmtnabb_1915-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "320", "page_fin": "320", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.2.6", "titre_corps": "irf in die Blutozeane", "titre_sommaire": "irf in die Blutozeane", "signature_source": "PaUl Mayer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "320", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 593, "texte": "PaUl Mayer\nirf in die Blutozeane\nDein weltliebend Herz\nals Eiland,\nVerwildert im Waffen-\nwahne\nHöhnen fonst Hasser\nl den Heiland.\nTiere, die einst Du gebunden,\nZerreißen keifend die Kette,\nEs wühlt die Wollust in Wunden,\nSatan gewinnt seine Wette.\nUnter dem eisernen Rade\nVerzuckt der Leib Deiner Erde,\nJetzt gieße aus Deine Gnade, «\nSäumiger Hirt Deiner Herde.\nGolgathas heiligen Hügel\nVerschlingt ein Geisyr aus Geifer,\nDrum zäum’ mit des Zornes Züge!\nRasenden Brudermordeifen\nSende das Lamm, uns zu weiden,\nDenn uns umbuhlen die Saale,\nErlaube dem Sohn, zu leiden\nKreuztod zum anderen Male."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-08-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-08_01#c009", "volume": "bmtnabb_1915-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "321", "page_fin": "322", "image_debut": 9, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.2.7", "titre_corps": "he wir ausrücktem lagen wir einmal am Berghange neben", "titre_sommaire": "he wir ausrücktem lagen wir einmal am Berghange neben", "signature_source": "Rudolf Leonhard", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "321", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2363, "texte": "he wir ausrücktem lagen wir einmal am Berghange neben\nden Schießständem vor einer Schafherdes die unter Wolken\nüber die benachbarten Hänge zog. Wir rauchten, plaus\ndernd oder schweigend. Der Moment fixierte sich. Meine\nGedanken waren unendlich verschieden von den Euern -—\naber es war uns sehr gemeinsam, daß wir Gedanken\nhatten. Wie vereinte uns dies! Sternweit getrennte\nMenschenhirne hinter Menschenstirnenl\nAuf dem Wege zur Front hatte sich einer betrunken, niemand wußte woher.\nDer Unterofsizier und die Kameraden mußten ihn immer wieder halten, da er\nauf die Plattform verlangte und unter die Räder gefallen wäre. Als meine\nArme einmal erschlasstem dachte ich in kurzer Wut: »So laßt ihn doch. Was\nmacht es denn, ob dieser struppige Zwerg, den nicht mal wer vermissen würde,\ndableibt oder nicht?« Aber ins Fühlen regte sich das Gegengcfühh wie — nicht\nwie böse, wie falsch das sei. Dieser historisch-ökonomische Gesichtspunkt des\nunerschütterlichen Beschauers, für den das Bestehende durch sein Bestehen sein\nRecht erweist und so recht und fo gut ist wie das nächste und letzte Bestehende,\nfür den der Vorgang Zweck, und »für den es schließlich gleichgültig und nur\ninteressant ist, ob einer Zuhälter oder Prophet wird.\nAls ich draußen den ersten Toten auf die Erde geworfen sah, mit seinem\nweiten, unerlösten, bebluteten Totengesicht —- nein, ich will ihn nicht wieder\nbeschreiben —- da zweifelte ich, da war ich gewiß: was wäre groß genug, dies\neine Menschenleben als Preis zu fordern.\nIch weiß ja: Menschen, Menschen sind wir alle s—- und daß es sich fragt,\nob denn dies das XVichtige ist, ob es nicht auf allcs ankommt, was wir sonst\nhaben, außer dem Menschlichen —- falls nicht auch dieses Sonstige menschlich ist?\nWir sind Menschen, aber szwir sind nicht gleich. Wir sind weit entfernt\ndavon, dies zu glauben. Aber daß wir ungleich sind, ist unsre Gleichheit,\nMensch neben Mensch, Individuum neben dem andern -—— eben unsre Einzelheih\ndaß jeder einzeln ist, vereinigt uns -—- und weil er einmalig, geschlossen, invi-\nduicrt ist, bleibt der Letzte (nicht gleich wert, aber) unersetzlich wie der Beste.\nJeder hat seinen Platz, wo es sei, in der XVüste, in der Verwahrlosung, und\ndieser Platz bliebe leer.\nWir denken nicht daran, die Menschen zu lieben, es wäre uns näher, sie\nzu hassen, wenn dies nicht leichter wäre. Aber lebt sie denn, die Menschheit,"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "322", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1417, "texte": "was haben sie miteinander, diese eingewurzeltem prosilierten, schweren, unver-\nbrückten Berge? Diese Brutalität der Menschenliebe, was dürfen wir sie mit\nLiebe bedrängen; diese Verführung, die Ungleichen mit umschließender Liebe\nzusammenzuwerfenz diese Bedrohung des Menschen um des Begrisses »Mensch-\nheit« willen, diese Leichenhaufem von Zzumanität für die Menschheit gehäuft!\nUnd was ist uns Menschen die Menschheit, wenn nicht Feindin, an ihr zu wachsen!\nO Wort Jzumanitåtz geschaffen, meinen idealen Kontur zu kennzeichnen,\nverdorben zur gefühllosen Begreifung eines Schemens Feige Verleugnung des\nwirklichen, des Menschen, um seines nicht eyistenten Begrisss willen.\nAber fangen wir doch beim nåchsten an, bei diesem hier: O Bruder, Fremder,\nder du neben mir zusammenbrachst, über dich beuge ich mich. Ich weiß, daß du\nmir fremd bleibst. Was ich bringe, dich zu beseligen, fassest du nicht, meine\nstillen, wütenden Schmerzen um dich, um deinen Begriss ahnst du nicht.\nSoll ich nun dich zu meiner Liebe zwingen? ,\nAber dein wund verwilderndes Fleisch stinkt -- aber, o menschliches, dein\nwundes Glied schmerzt wie meines. Ietzt kenne ich dich, hier halte ich dich,\nbekehre dich noch nicht, heile dich, Kameradl\nDu, der du in meiner Welt bist; du Bild meines Auges, Gast meines Herzens,\ndu bist mir wesentlich, du aus meiner Welt! —- und nicht mehr Menschlichkeit!\nWeltlichkeit wird uns führen! «\n\nRudolf Leonhard"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-08-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-08_01#c012", "volume": "bmtnabb_1915-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "324", "page_fin": "324", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.2.9", "titre_corps": "Draußen ist Krieg. Still liegt ein Nebeltal", "titre_sommaire": "Draußen ist Krieg. Still liegt ein Nebeltal", "signature_source": "Wilhelm von Scholz", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "324", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 373, "texte": "Wilhelm von Scholz\nDraußen ist Krieg. Still liegt ein Nebeltal\nim Frieden der verhüllten, bunten Wälder.\nRauch steigt von nassen Dächern. Braun und fah!\nliegen die Åcker und die stummen Felder.\nDraußen ist Krieg. Das Tal bleibt öd’ und leer.\nVon allen Dächern steigt der Rauch wie Sehnen.\nGrau ist die Ruhe und der Frieden schwer\nüber den Feldern, die sich kampflos dehnen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-08-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-08_01#c014", "volume": "bmtnabb_1915-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "326", "page_fin": "327", "image_debut": 14, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.2.11", "titre_corps": "ls der ungeheure Weltkrieg in die Landebraustq erfaßte", "titre_sommaire": "ls der ungeheure Weltkrieg in die Landebraustq erfaßte", "signature_source": "Arthur Neiker", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 14, "page_imprimee": "326", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2992, "texte": "ls der ungeheure Weltkrieg in die Landebraustq erfaßte\nein ungeheures Gåren und Tosen die Menschen. Das\nkam alles fo schnell und unerwartet in jenen uns für\nimmer in die Erinnerung gemeißelten AugustiErhebungs-\ntagen des Jahres 1914, daß mit einem Ruck in uns das\nUnterste zu oberst gekehrt wurde. Alles Wahre leuchtete\nriesengroß, alles Falfche aber ward geblendet von der\nFackel des Weltbrandes. Daß die Sozialisten mit einem\nSchlage als Deutsche, als Hüter der geliebten Heimat emporwuchsem das war\nebenso selbstverständlich, wie die Menschwerdung der jungen Künstler. Mit\nseliger Lust einpfanden sie alle die entsiammende Heiligkeit dieser Zeit, in der\nsich das Wachsen und Reifwerden ihrer Lebensziele ihnen fast wie im Traum-\nwachen vollzog. Die wahre Seele, der wahre Humor deutscher Künstler, der\nsich in Friedenszeiten häufig allzu sehr unter einer überharten Kruste von\nätzender Satire verhüllen mußte, dieser urdeutsche Herzenshumor sprießt seit\nKriegsbeginn in den Herzen unserer jungen deutschen Maler und Zeichner herrlich\nempor, von denen viele an der Front stehen und ganz Männer und Kameraden\ngeworden sind. Aber nicht in der Entfaltung höchsten Mannesmutes allein liegt\ndas volle Erwachen der Künstlerseele in den meisten unserer jungdeutschen Maler\nbegründet. Vielmehr läßt das dauernd gährende Erleben draußen im Gewühl\nder Schlacht bei den Allermcisten auch erst ihre ganze künstlerische Vollkraft\nin die Erscheinung treten. Andere wiederum erleben die furchtbare Schönheit\nund monumentale Größe des Begrisses Heldentum auch in der Heimat. Die\nZeugungskraft jeder wahrhaft gebärenden Künstlerphantasie erstrahlt in dieser\ngroßen, eisernen Zeit in ihrer vollen Größe. Unter diesen Phantasieschilderern\ndes Weltkrieges nimmt Willi Geiger, der vor etlichen Jahren aus München\nnach Berlin übersiedelte Maler und Zeichner, eine Sonderstellung ein.\nJe mehr wir uns in die Einzelheiten der zehn Blätter seiner Heldenmappe\naus dem Jahre 1914 vertiefen, desto stärker werden wir von der Gedrungenheit\nund der anschaulichen Jnnerlichkeit dieser Kunst übermannt. Dem Andenken\nseines Bruders Wolfgang widmet Willi Geiger die Mappe. Mit völliger\nEntrücktheit, visionär erlebt Geiger in seiner Seele eine Szene, als habe sein\nBruder am 20.August vorigen Jahres sein Leben wirklich in seinen Armen\nausgehaucht. In der Kühnheit und Sicherheit, mit der hier das Ineinander-\nversiießen zweier kräftiger Männerkörper gegeben ist, in der tiefen Beschattung\ndes Auges, in dem schmerzverzerrt geössneten Munde liegt tiefste zeichnerische\nAndacht, wie sie sich namentlich auch in all’ den Blättern offenbart, auf denen\nsterbende Menschen oder auch trauernde Witwen, Waisen, Schwestern und\nBräute neben und übereinander gelagert sind. Hier spricht statuarische Ver-\neinfachung nnd tiefster Seelenadel zu uns. Das sind nicht etwa bekleidete Akte,\ndie mit akademischerGlätte hingeworfen und auf die Kriegszeit hin ,,aktuell«\ngemacht worden sind. Wenn Geiger ein Blatt ,,Dolorosa« nennt, ein Blatt,"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "327", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2806, "texte": "auf dem ein madonnenartiges Frauengebilde durch drei schwertartigstilisierte\nSäbel die Wundmale ihres Sohnes, eines gefallenen Kriegers, empfängt, so\nwirkt dieses Rundbild zwar im technischen Sinne als altmeisterlich nachempfundem\nzugleich aber fühlen wir, wie sich das Erlebnis in dem Künstler nur eben so und\nnicht anders verdichten konnte. Noch stärker wird in uns die Erinnerung an die\ntypischen Grablegungsdarstellungen aus der Kunstgeschichte wach, wenn wir jenes\nBlatt betrachten, auf dem ein sterbender blutjunger Soldat von drei Frauen\nund einem Kameraden sanft zu Boden gebreitet wird. Trüge nicht der Kamerad\nden Ezzelin, schimmerte nicht auf seinem Arm das Kote Kreuz, wir würden kaum\nan eine Kriegsszene denken. Mit bewundernswerter Knappheit variiert Geiger\nin Bewegung und Ausdruck den tiefen, wortlosen Schmerz der Leidtragenden\nund bewährt sich auch in dieser edlen Kunst der beredten Kargheitdes Ausdrucks\nals ein echt deutscher Künstler.\nDas tritt noch ganz besonders auf jenem Blatt hervor, auf dem eine\nGruppe schlafendcr oder halbschlafender Franzosen mit impressionistischer\nVirtuosität gesehen ist. Je schwieriger die Bewegungsphase ist, desto mehr\nreizt sie unseren Künstler, desto genauer berechnet er. Niemals läßt Geiger\nden Schauer des Kriegsodems an sich vorüberwehem sondern er uinfpannt das\nErlebnis mit unerbittlicher Seelenschärfr. Darum möchte ich auch in den\nSturmszenen den größten Wert dieser Mappe erblicken. « Man sieht es schon\nden gespannten Mienen der um die deutsche Eiche der Titelvignette versammelten\nKrieger an, daß sie zu stürmen wissenl Wie dann aber (auf einem besonders\nliebevoll ausgestalteten Blatt) zwei förmlich wie überlebensgroß erscheinende\nKrieger barl)äuptig, Seele und Leib ganz in Schlacht und Wut gehüllt, vor·\nstürmen, wie das fahle, weißliche Licht des Pulverdampfes, in das sich das\nAufflackern der Schrapnells gleißend zu mengen scheint, die Kriegerköpfe verklärt,\ndas ist von einem Erlebniskünstler überzeugend gestaltet. ,,Tod und Siegi« —-\ndieser furchtbare Ruf des Krieges erbraust wie eine dröhnende Posaunenfanfare\naus Geigers Zzeldendarstellung hervor! Mit wilder Ekstase hat Geiger das\nSichl)eben und Senken der verröchelnden Menschenbrust nacherlebtz genial ist\nhier besonders der Gedanke, gloriolenartig von dem dahinwelkenden Helden-\nlcibe Schraffierungen ausgehen zu lassen, die in den Zzintergrund übergehen,\nwo des Gefallenen Kameraden, die mit wundervoller Lebendigkeit in der Be·\nwegung des Sturmangriffs angedeutet sind, den Kampf weiterführem Es ist\ndie Vision ,,Durch Kampf zum Siegl«, diese Vision jedes sterbenden deutschen\nHelden, die wie ein mächtig hallender Unterton durch diese Mappe, durch diese\nprächtige Schöpfung eines gut deutschen Künstlers mitklingt und noch lange\nbraufend in uns nachtöntl\n\nArthur Neiker"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-08-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-08_01#c016", "volume": "bmtnabb_1915-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "328", "page_fin": "328", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.2.12", "titre_corps": ",,Das kriegerische Frankreich\"", "titre_sommaire": ",,Das kriegerische Frankreich\"", "signature_source": "Adolf Behne", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "328", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1252, "texte": ",,Das kriegerische Frankreich\"\nAdolf Behne\nDem Buche aus dem Rosenlaui-Verlag zu München von Eduard Behrens,\ndas sich ,,Das kriegerische Frankreich« nennt und Erlebnisse und Betrachtungen\naus dem Frühjahr 1915 in Frankreich darstellt, möchte ich hier einpaar\nWorte widmen. ««\nEin guter Kenner und ein Freund Frankreichs, der doch als Deutschschweizer\nkein Zzehl macht aus seiner elementaren Liebe zu Deutschland, schrieb das sym-\npathische und wirklich sehr unterrichtende Buch. Frei von jeder Banalitåt,\nfrei vor allem von jeder blinden Beschränktheit, vermag es vielfach anzuregcn\nZumal allen, für die es ein quälender Gedanke wäre, den französischen Geist\nin absolute Zzysterie verfallen zu wissen, sei die Schrift warm empfohlen. Denn\nsie lehrt, daß wir Gott sei Dank und trotz aller heranflutendeii Wellen von\nZeitungsgift und -sch1nutz im Westen einen ritterlichen Gegner vor uns haben.\nDie offenbaren Ausnahmen leugnet Behrens nicht ab, aber er weist ihnen den\ngebührenden Platz im Bewußtsein des wahren französischen Volkes an.\nEs wird bei uns nicht an Müßiggångern fehlen, die eine Ehrenrettung\ndieses Volkes verabscheuen Wir, die wir nicht für eine wertlose Sache mittun\nwollen, empfinden dankbar eine solche als Befreiung von mancher Grille."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-08-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-08_01#c017", "volume": "bmtnabb_1915-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "328", "page_fin": "328", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.2.13", "titre_corps": "Berichtigung.", "titre_sommaire": "Berichtigung.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "328", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.16", "debut_caractere": 1254, "fin_caractere_exclue": 1455, "texte": "Berichtigung.\nIn dem Gedicht von Julius Schultz, ,,Sonett«, auf Seite 266 in Heft 18 ist\nleider ein sinnstörender Druckfehler stehen geblieben« Auf der ersten Zeile muß\nes statt Voralls Koralls heißen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-08-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-08_01#c018", "volume": "bmtnabb_1915-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "328", "page_fin": "328", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.2.14", "titre_corps": "Inhalt des Heftes 19:", "titre_sommaire": "Inhalt des Heftes 19:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "328", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.16", "debut_caractere": 1457, "fin_caractere_exclue": 1903, "texte": "Inhalt des Heftes 19:\nJulius Wolfgang Schülein —- Originallithographie - Arno Nadel — Gebet\nim Kriege J Arno Nadel —- Die Witwe J Alex.v.Gleichen-Rußwurm -—-\nToteiigefpråchel und II J Walther Rheiner —- ToteipMcsse J Walther\nTeUtsCTJ —- Originallithographie J Johannes Schlaf— Weltlage J Adolf\nSchimterer —- Originallithographie J Franz Blei —- Die Voraussetzung J\nArno Holz —- Satz aus einem »Phantasus«-Gedicht J J. von Santho —-\no Lithographie"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-08-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-08_01#c019", "volume": "bmtnabb_1915-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "328", "page_fin": "328", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.2.15", "titre_corps": "Inhalt des Heftes 20:", "titre_sommaire": "Inhalt des Heftes 20:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "328", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.16", "debut_caractere": 1905, "fin_caractere_exclue": 2177, "texte": "Inhalt des Heftes 20:\nOskar Kokoschka «—- Fünf Originallithographien J Albert Ehrensteiit —\nOskar Kokoschka —- Gcdicht J Oskar Kokoschka —- Auwc Max» J Albert\nEhrenstein -—-- Oskar Kokoschka J Hans Siemsen -— Bergen-Deutsch-\n1and1914 J Alfred Wolfenstein ·—- Ein Zwiespalt"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "314", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.2", "texte": "Arno Nadel\nI.\nor mir im Wagen sitzen zwei Matroseir\nDer Eine blickt ernst aus dem Fenster,\nWie in die Wellen.\nDem Andern liegt die ganze Kindheit im Antliz\nUnd er fährt doch gegen den Feind\nIn die furchtbare See hinaus.\nII.\nEin Trupp Soldaten zieht über »Die Linden« ins Feld.\nDie Kapelle spielt, wie sie soll.\nFurchtbare Opfer hat der Krieg gefordert.\nMit den Soldaten aber\nZiehen die Mädchen durch die Stadt.\nStolz, häßlich, weinend, komisch. «\nIm Grunde weint die ganze linde Luft.\nIII.\nAuf dem Bahnhof ein Dutzend Soldaten\nSteht lose Spalietx\nDer Eine trägt zwei rote Rosen im Gurt.\nEr tut, als wenn er lustig wär.\nDer Segen eines Dichters sei mit ihm."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "315", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.3", "texte": "Totengespràch\nIII\nJules Vernet Mit heißem, vor Begeisterung angeschwollenein Kopf\nhaben sich die Buben über meine Bücher gebeugt und ihre Phantasie hat in\nden Bildern meiner Phantasie und meiner Rechenkunst ges chwelgt. Nun erleben\nsie als Männer das Alles in Wahrheit, die Riesenkanone, die Flugmaschine, die\nGeschwindigkeit; in der sie fast blind von Ort zu Ort sausen. Nur auf den Mond\nkönnen sie nicht. Da hinauf bin ich ganz allein mit meiner Phantasie gefahren.\nAuf den Mond können sie nicht!\nKönig Leopold: Ich wollte, meine Belgier könnten auf den Mond.\nFinanziell ließe sich die Sache sehr gut fundieren.\nIules Verne: Finanziell? Bei Erfindungen spielt der Kostenpunkt\nkeine Rolle. Ich sage Euer Majestät, was meine Ideen in der Praxis gekostet\nhätten, das wäre ins Fabelhafte gegangen. Fast so wie beim Weltkrieg. Das\nSüminchem das ein Transport der Belgier auf den Mond kosten würde, käme\nnicht in Betracht. Ich studiere jetzt in meinen Mußestunden den Bau des Tunells\nvon Deutschland nach Argentinien, der alles über den Haufen wirft, was die\nklügsten und dümmsten Politiker ausgedacht haben. «\nKönig Leopold: Auf dem Papier. Dichterslausen Ich habe eine\nnützlichere Arbeit gemacht. Hier sehen Sie in meinem Notizbuch eine Zahl, bei\nderen Anblick selbst Ihre Phantasie eine Gänsehaut bekommt. Das sind die\njährlichen Zinsen, die man in Europa aufbringen muß, wenn der Krieg genau\nein Jahr dauert.\nIules Verne: Zzaben sich Euer Majestät nicht verrechnen\nKönig Leopold: Nein, lieber Freund, ich verrechne mich nie. Aber\nalle andern haben sich verrechnen Alle haben sich verrechnet.\nIules Vers-te: Euer Majestät lachen darüber. Ich möchte weinen. Ich\nhabe ja mein Leben lang Nutzen aus den Rechenfehlern gezogen, die meinen\nWerken die notwendige, wissenschaftliche Grundlage gaben. Aber es waren\nRechenfehler, die Vergnügen gemacht haben, niemand s chadeten und meine Tasche\nfüllten. Die heutigen Rechenfehler kommen zu teuer.\nKönig Leopold: Zu teuer! Damit haben Sie der Zeit das Schlag-\nwort gegeben. Zu teuer an lebendem und totem Material, zu teuer an· Geist\nund an Geld. Ich sage Ihnen, wenn alle Menschen rechnen könnten, so gut,\nwie ich habe rechnen können, sie säßen dick und behaglich im tiefsten Frieden auf\nErden, litten nicht an Lleberproduktion noch an Unterernährung und würden\nvon Tag zu Tag reicher.\nIules Devise: Haben Majestät schon Leute gesehen, die sich mit solchem\nZustand begnügen würden. Ich nicht. Es liegt etwas im tiefsten Grund der"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "316", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.4", "texte": "Menschennatur, das erfinden, träumen, sich betätigen will über die Zeit und ihre\nMöglichkeiten hinaus. Das läßt sich durch die besten Bilanzen nicht eindämmem\nAbenteuerlust treibt aus dem schönsten Spießbürgerideal hinaus, mag es auch\nmit Kokottem Champagner te. garniert sein. ,\nKönig Leopold: In einem guten Etat sind diese zeitlichen Lustbar-\nkeiten nicht zu vergessen. Ein Wort im Vertrauen: Wenn alle Staatsinänner\nwie ich gelebt hätten, sie hätten sich den jetzigen Unbequemlichkeiteit nicht ausgesetzt.\nJules Vernm Sie sind abenteuerlustig geworden, vom Hafer ge-\nstochen. Ich erzählte gerade den kleinen Engeln von einer Maschine, die den\nWolken inilitärischen Drill aufzwingt, damit sie nicht so unordentlich durch\ndie Himmel bummeln, als mich ein kolossaler Knall aufschreckta Da war die\nBombe geplatzt.\nKönig Leopold: Sie waren kein Beobachtey Sie-waren ein Phan-\ntast. Sehen Sie mein Buch an, da war es lange berechnet, daß der Handels-\nkrieg an einem ganz bestimmten Augenblick anders finanziert werden mußte.\nUnd diese andere Finanzierung heißt Krieg. Ich habe mich nicht verrechnet\nund nun kalkuliere ich, wann sie alle bankerott sind. Herr Gott! Daß ich\nnicht mehr auf der Erde bin! Die Geschäfte, die ich machen könnte!\n(Er versinkt in TrübsaU\n(Iules Verne beobachtet ein Unterseebooh und freut sich, obwohl er Feind ist,\nder Verkorperung seines Traum» i\n\nTotengefpräch\n\nIV.\nShakespearm Was ist das Leben? Ein Schatten, der vorüberstreichy\nein armer Gaukler, der feine Stunde lang sich auf der Bühne zerqualt und\ntobt. Dann hört man ihn nicht mehr. Ein Marchen if: es, das ein Tor erzählt,\nvoll Wortfchwall und bedeutet nichts. —- Ich muß mich immer selbst zitieren.\nJe mehr ich neuerdings auf die Erde sehe, desto wahrer finde ich mich. i\nFridericus Rejx TVas ein wirklicher Soldatentod bedeutet, versteht\ner doch nicht bei allem Genie. Dazu muß man mein Jahrhundert erlebt haben.\nShakefpearex Ein häßlich Ding zu sterben, gnadger Herr, unvor-\nbereitet und sich nichts vorsehend. \"\nFridericus Reyx Bei der allgemeinen Gleichheit, die hier oben herrscht,\nunterhalte ich inich ja nicht ungern mit Akteurs, aber nicht von derartigen\nDingen. Eine so schwierige Wissenschaft wie die Kriegskunst wird keinem von\nder Natur, eingeimpfh Sieh er nur hinunter! Das geht felbst über meine\nVerhältnisse! Tapferkeit ist nichts ohne Klugheit. Ein berechnender Kopf siegt\nauf die Dauer über tollkühne Verwegenheit.\nShakespearm Je länger ich hinunterfehq desto klarer wird mir mein\neigener Vers: Jst dies schon Tollheit, hat es, doch Methode. Aber mit Verlaub,\nEuer Majestaz warum werden diese Millionen Heere in Bewegung gesetzt?"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "317", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.5", "texte": "Zu nieiner Zeit ließen sich die Dinge nochiüberfehem Da gab es einen Feind\nund eine Ursach zum Streit, Aber heute! Nicht einmal ein Stück könnte ich\ndaraus machen. Ein Stück muß Logik haben, Logik vor allem und Gedanken!\nHalten es Euer Majestät zu Gnaden, hier sehe ich nur,daß Menschen und Ge-\ndankenin die Luft fliegen. Ohne Logik, ohne inneres Bedürfnis. Einem solchen\nUnheil kann auch der Dichter nichts abgewinnem Es ersäuft, es ist anonym.\nFridericus Rejx Er deklamiert gegen den Krieg. Krieg ist can und\nfür sich unheilbringend, aber er ist ein Uebel wie andere Geißeln des Himmels,\ndie man in der Weltordnung für notwendig halten muß, weil« er periodisch\nwiederkehrt und kein Jahrhundert bis jetzt sich rühmen kann, davon verschont\ngeblieben zu sein. « .\nShakefpiearm Das muß ich zugestehem Aber es kommt immer darauf\nan, daß die Epposition klar und verståndlich ist, wie bei einem Stück. Sonst\nwirft das Publikum am Schluß allerleiUnrat auf die Akteurs. Aber diesmal\nscheint den Akteurs auf dem europäischen Theater der klare Aufbau mißlungen\nzu sein. Sonst müßte nicht dermaßen gelogen werden, um das Spiel zu recht«\nfertigen. Ich habe meine Zeit verstanden. Da triumphierte das Schwert und\nmeinethalben der Dolch. Aber Lügen galt für Knechte, den Freien gebührt\ndie Wahrheit zu sagen. .\nFridericus Resx Die Herren Poeten belieben es, immer mit großen\nWorten zu spielen. Wer gelogen hat und warum, läßt sich vom Himmel aus\nnoch nicht beurteilen. Aber ob die Exposition, wie er sagt, gut gewesen ist,\nwird der Erfolg lehren. Die Regierungskunde ist eine Wissenschaft für sich.\nWer da fachgerecht mitsprechen will, muß ein langes Studium hinter-»sich\nhaben. Gielyrhintmtevx Mag auch das Motiv der Tat an sich niedrig sein,\ndie wackre Tat gereicht der Allgemeinheit trotzdem zum Vorteil. Und wackere\nTaten habe ich noch nie in solcher Menge gesehen. .\nShakespearm Wir haben überhaupt noch nichts in solcher Menge\ngesehen. Meine Phantasie ist krank, wenn sie von den Zahlen hört, mit denen\ndie Menschen jetzt rechnen. Ulein Hirn wird krank, wenn ich mir ausdenken\nmuß, wie diese Züge von Leuten auf der Bühne bewegt werden inüssen, damit\nsie schließlich den Ausgang sinden. Man kann sie doch nicht alle als tot auf\nden Brettern lassen. Der» große Regisseur spielt eisigefahrlich Spiel.\nFridericus Rest: Der menschliche Geist ist so geartet, daß er alles,\nwas ihm große, gewaltige oder wunderbare Vorstellungen erweckt, leiden«\nschaftlich ergreift. Aber der einzige Gesichtspunkt, unter dem wir in unsrer\nLage die Verhältnisse auf der Erde prüfen sollen, ist sicherlich ihre Beziehung\nzum Wohl der Menschheit. Denn davon haben wir mehr verstanden als unsere\nNachfahreit Doch darum handelt es sich im Augenblick gar nicht. Es handelt\nsich darum, daß sich einer unsterblichen Ruhm erwirbt, indem er den Wirren\nund der Zrvietracht ein Ziel setzt, die noch viele ins Unglück stürzen werden"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "318", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.6", "texte": "wenn der Krieg fortdauert, die aber das politische Antlitz Europas kaum mehr\nzu ändern vermögen. Soweit erkenne ich die Lage doch, obwohl ich einräumen\nmuß, daß auch mich die räumliche Ausdehnung der Schauplätze ein wenig verwirrt.\nShakespearm Im Elend bleibt kein anderes Heilmittel als Hoff-\nnung. In der Unkenntnis kein anderes als abwarten.\nFridericus Rejx Er ist unverschämt. Aber ich muß ihm recht geben.\nIn der Natur bleiben Ursachen und Wirkungen stets dieselben, während die\nGründe, die in der Staatskunst und in der Kriegskunst entscheiden, mit den\nmenschlichen Ersindungen zusammenhängen Ich sehe hier ganz andere Res-\nsourcen in Tätigkeit, als sie mir zu Gebot standen.\nShakespearm Das Ende krönt das Werk und jener alte, ewige\nRichter, die Zeit, wird es einst enden. Unterdessen aber bejammere ich die\nMenschen. Jnsgesamt. Ich verstehe zwar nicht, wie meine Landsleute mit\nden vielgehaßten Franzosen zusammengehem aber ich freue mich, daß sie Calais\ngenommen haben. Wenn mir Euer Majestät mit dem Verständnis eines spä-\nteren Jahrhunderts . . . .\nFridericus Rekx Die Zeit tut dabei nichts zur Sache. Man hat\nUeberblick oder hat keinen. Wir, die wir weiter sehen, als unsere Nasen riechen,\nsinden manches in der Weltlage, das uns an unser eigenes Leben erinnert.\nEin alter Satz, über den ich mit meinem Minister schon diskutiert habe, zeigt\nsich mir als Wahlspruch aller Parteien: Bündnisse sind gut, aber wehe denen,\ndie ihrer bedürfen. « «\nShakespearet Ich verstehe nicht ganz den Zusammenhang mit meiner\nFrage. Wenn ich jedoch besser nachdenke, fo dämmert mir, daß vor den Augen\nEuer Majestät ungefähr die Sachlage eines vierten Aktes sich bildet. Allgemeine\nVerwirrung —- aber die Auflösung! Die Auflösung. TVenn mir englische Seelen\nbegegnen, muß ich mit meiner besten Meinung zurückhalten. Von Heinrich dem\nVierten überhaupt kein lvortl\nFridericus Rest: In schwierigen Zeitläuften flüchtet man in die Ver-\ngangenheit. Diese Maxime hat sich mir auf Erden bewährt. Ich habe noch\nkeine Veranlassung gefunden, sie im Himmel aufzugeben. Ich glaube darin\nwenigstens verstehen wir uns, Zzerr Shakespearr.\nShakcspeark (verneigt sich nach Art des 17. Jahrhunderts, während Fridericiis\nRer nach Mode des IS. den Hut ein wenig lüstet und langsam entschwedth Von dein ganzen\nWahnsinn verstehe ich nicht mehr als vorher. Die Menschen waren verrückt,\nsie sind verrückt, sie werden es bleiben.\n\nAlexander von Gleichen-Rukwurm."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "320", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.8", "texte": "PaUl Mayer\nirf in die Blutozeane\nDein weltliebend Herz\nals Eiland,\nVerwildert im Waffen-\nwahne\nHöhnen fonst Hasser\nl den Heiland.\nTiere, die einst Du gebunden,\nZerreißen keifend die Kette,\nEs wühlt die Wollust in Wunden,\nSatan gewinnt seine Wette.\nUnter dem eisernen Rade\nVerzuckt der Leib Deiner Erde,\nJetzt gieße aus Deine Gnade, «\nSäumiger Hirt Deiner Herde.\nGolgathas heiligen Hügel\nVerschlingt ein Geisyr aus Geifer,\nDrum zäum’ mit des Zornes Züge!\nRasenden Brudermordeifen\nSende das Lamm, uns zu weiden,\nDenn uns umbuhlen die Saale,\nErlaube dem Sohn, zu leiden\nKreuztod zum anderen Male."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "321", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.9", "texte": "he wir ausrücktem lagen wir einmal am Berghange neben\nden Schießständem vor einer Schafherdes die unter Wolken\nüber die benachbarten Hänge zog. Wir rauchten, plaus\ndernd oder schweigend. Der Moment fixierte sich. Meine\nGedanken waren unendlich verschieden von den Euern -—\naber es war uns sehr gemeinsam, daß wir Gedanken\nhatten. Wie vereinte uns dies! Sternweit getrennte\nMenschenhirne hinter Menschenstirnenl\nAuf dem Wege zur Front hatte sich einer betrunken, niemand wußte woher.\nDer Unterofsizier und die Kameraden mußten ihn immer wieder halten, da er\nauf die Plattform verlangte und unter die Räder gefallen wäre. Als meine\nArme einmal erschlasstem dachte ich in kurzer Wut: »So laßt ihn doch. Was\nmacht es denn, ob dieser struppige Zwerg, den nicht mal wer vermissen würde,\ndableibt oder nicht?« Aber ins Fühlen regte sich das Gegengcfühh wie — nicht\nwie böse, wie falsch das sei. Dieser historisch-ökonomische Gesichtspunkt des\nunerschütterlichen Beschauers, für den das Bestehende durch sein Bestehen sein\nRecht erweist und so recht und fo gut ist wie das nächste und letzte Bestehende,\nfür den der Vorgang Zweck, und »für den es schließlich gleichgültig und nur\ninteressant ist, ob einer Zuhälter oder Prophet wird.\nAls ich draußen den ersten Toten auf die Erde geworfen sah, mit seinem\nweiten, unerlösten, bebluteten Totengesicht —- nein, ich will ihn nicht wieder\nbeschreiben —- da zweifelte ich, da war ich gewiß: was wäre groß genug, dies\neine Menschenleben als Preis zu fordern.\nIch weiß ja: Menschen, Menschen sind wir alle s—- und daß es sich fragt,\nob denn dies das XVichtige ist, ob es nicht auf allcs ankommt, was wir sonst\nhaben, außer dem Menschlichen —- falls nicht auch dieses Sonstige menschlich ist?\nWir sind Menschen, aber szwir sind nicht gleich. Wir sind weit entfernt\ndavon, dies zu glauben. Aber daß wir ungleich sind, ist unsre Gleichheit,\nMensch neben Mensch, Individuum neben dem andern -—— eben unsre Einzelheih\ndaß jeder einzeln ist, vereinigt uns -—- und weil er einmalig, geschlossen, invi-\nduicrt ist, bleibt der Letzte (nicht gleich wert, aber) unersetzlich wie der Beste.\nJeder hat seinen Platz, wo es sei, in der XVüste, in der Verwahrlosung, und\ndieser Platz bliebe leer.\nWir denken nicht daran, die Menschen zu lieben, es wäre uns näher, sie\nzu hassen, wenn dies nicht leichter wäre. Aber lebt sie denn, die Menschheit,"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "322", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.10", "texte": "was haben sie miteinander, diese eingewurzeltem prosilierten, schweren, unver-\nbrückten Berge? Diese Brutalität der Menschenliebe, was dürfen wir sie mit\nLiebe bedrängen; diese Verführung, die Ungleichen mit umschließender Liebe\nzusammenzuwerfenz diese Bedrohung des Menschen um des Begrisses »Mensch-\nheit« willen, diese Leichenhaufem von Zzumanität für die Menschheit gehäuft!\nUnd was ist uns Menschen die Menschheit, wenn nicht Feindin, an ihr zu wachsen!\nO Wort Jzumanitåtz geschaffen, meinen idealen Kontur zu kennzeichnen,\nverdorben zur gefühllosen Begreifung eines Schemens Feige Verleugnung des\nwirklichen, des Menschen, um seines nicht eyistenten Begrisss willen.\nAber fangen wir doch beim nåchsten an, bei diesem hier: O Bruder, Fremder,\nder du neben mir zusammenbrachst, über dich beuge ich mich. Ich weiß, daß du\nmir fremd bleibst. Was ich bringe, dich zu beseligen, fassest du nicht, meine\nstillen, wütenden Schmerzen um dich, um deinen Begriss ahnst du nicht.\nSoll ich nun dich zu meiner Liebe zwingen? ,\nAber dein wund verwilderndes Fleisch stinkt -- aber, o menschliches, dein\nwundes Glied schmerzt wie meines. Ietzt kenne ich dich, hier halte ich dich,\nbekehre dich noch nicht, heile dich, Kameradl\nDu, der du in meiner Welt bist; du Bild meines Auges, Gast meines Herzens,\ndu bist mir wesentlich, du aus meiner Welt! —- und nicht mehr Menschlichkeit!\nWeltlichkeit wird uns führen! «\n\nRudolf Leonhard"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "324", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.12", "texte": "Wilhelm von Scholz\nDraußen ist Krieg. Still liegt ein Nebeltal\nim Frieden der verhüllten, bunten Wälder.\nRauch steigt von nassen Dächern. Braun und fah!\nliegen die Åcker und die stummen Felder.\nDraußen ist Krieg. Das Tal bleibt öd’ und leer.\nVon allen Dächern steigt der Rauch wie Sehnen.\nGrau ist die Ruhe und der Frieden schwer\nüber den Feldern, die sich kampflos dehnen."}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "326", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.14", "texte": "ls der ungeheure Weltkrieg in die Landebraustq erfaßte\nein ungeheures Gåren und Tosen die Menschen. Das\nkam alles fo schnell und unerwartet in jenen uns für\nimmer in die Erinnerung gemeißelten AugustiErhebungs-\ntagen des Jahres 1914, daß mit einem Ruck in uns das\nUnterste zu oberst gekehrt wurde. Alles Wahre leuchtete\nriesengroß, alles Falfche aber ward geblendet von der\nFackel des Weltbrandes. Daß die Sozialisten mit einem\nSchlage als Deutsche, als Hüter der geliebten Heimat emporwuchsem das war\nebenso selbstverständlich, wie die Menschwerdung der jungen Künstler. Mit\nseliger Lust einpfanden sie alle die entsiammende Heiligkeit dieser Zeit, in der\nsich das Wachsen und Reifwerden ihrer Lebensziele ihnen fast wie im Traum-\nwachen vollzog. Die wahre Seele, der wahre Humor deutscher Künstler, der\nsich in Friedenszeiten häufig allzu sehr unter einer überharten Kruste von\nätzender Satire verhüllen mußte, dieser urdeutsche Herzenshumor sprießt seit\nKriegsbeginn in den Herzen unserer jungen deutschen Maler und Zeichner herrlich\nempor, von denen viele an der Front stehen und ganz Männer und Kameraden\ngeworden sind. Aber nicht in der Entfaltung höchsten Mannesmutes allein liegt\ndas volle Erwachen der Künstlerseele in den meisten unserer jungdeutschen Maler\nbegründet. Vielmehr läßt das dauernd gährende Erleben draußen im Gewühl\nder Schlacht bei den Allermcisten auch erst ihre ganze künstlerische Vollkraft\nin die Erscheinung treten. Andere wiederum erleben die furchtbare Schönheit\nund monumentale Größe des Begrisses Heldentum auch in der Heimat. Die\nZeugungskraft jeder wahrhaft gebärenden Künstlerphantasie erstrahlt in dieser\ngroßen, eisernen Zeit in ihrer vollen Größe. Unter diesen Phantasieschilderern\ndes Weltkrieges nimmt Willi Geiger, der vor etlichen Jahren aus München\nnach Berlin übersiedelte Maler und Zeichner, eine Sonderstellung ein.\nJe mehr wir uns in die Einzelheiten der zehn Blätter seiner Heldenmappe\naus dem Jahre 1914 vertiefen, desto stärker werden wir von der Gedrungenheit\nund der anschaulichen Jnnerlichkeit dieser Kunst übermannt. Dem Andenken\nseines Bruders Wolfgang widmet Willi Geiger die Mappe. Mit völliger\nEntrücktheit, visionär erlebt Geiger in seiner Seele eine Szene, als habe sein\nBruder am 20.August vorigen Jahres sein Leben wirklich in seinen Armen\nausgehaucht. In der Kühnheit und Sicherheit, mit der hier das Ineinander-\nversiießen zweier kräftiger Männerkörper gegeben ist, in der tiefen Beschattung\ndes Auges, in dem schmerzverzerrt geössneten Munde liegt tiefste zeichnerische\nAndacht, wie sie sich namentlich auch in all’ den Blättern offenbart, auf denen\nsterbende Menschen oder auch trauernde Witwen, Waisen, Schwestern und\nBräute neben und übereinander gelagert sind. Hier spricht statuarische Ver-\neinfachung nnd tiefster Seelenadel zu uns. Das sind nicht etwa bekleidete Akte,\ndie mit akademischerGlätte hingeworfen und auf die Kriegszeit hin ,,aktuell«\ngemacht worden sind. Wenn Geiger ein Blatt ,,Dolorosa« nennt, ein Blatt,"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "327", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.15", "texte": "auf dem ein madonnenartiges Frauengebilde durch drei schwertartigstilisierte\nSäbel die Wundmale ihres Sohnes, eines gefallenen Kriegers, empfängt, so\nwirkt dieses Rundbild zwar im technischen Sinne als altmeisterlich nachempfundem\nzugleich aber fühlen wir, wie sich das Erlebnis in dem Künstler nur eben so und\nnicht anders verdichten konnte. Noch stärker wird in uns die Erinnerung an die\ntypischen Grablegungsdarstellungen aus der Kunstgeschichte wach, wenn wir jenes\nBlatt betrachten, auf dem ein sterbender blutjunger Soldat von drei Frauen\nund einem Kameraden sanft zu Boden gebreitet wird. Trüge nicht der Kamerad\nden Ezzelin, schimmerte nicht auf seinem Arm das Kote Kreuz, wir würden kaum\nan eine Kriegsszene denken. Mit bewundernswerter Knappheit variiert Geiger\nin Bewegung und Ausdruck den tiefen, wortlosen Schmerz der Leidtragenden\nund bewährt sich auch in dieser edlen Kunst der beredten Kargheitdes Ausdrucks\nals ein echt deutscher Künstler.\nDas tritt noch ganz besonders auf jenem Blatt hervor, auf dem eine\nGruppe schlafendcr oder halbschlafender Franzosen mit impressionistischer\nVirtuosität gesehen ist. Je schwieriger die Bewegungsphase ist, desto mehr\nreizt sie unseren Künstler, desto genauer berechnet er. Niemals läßt Geiger\nden Schauer des Kriegsodems an sich vorüberwehem sondern er uinfpannt das\nErlebnis mit unerbittlicher Seelenschärfr. Darum möchte ich auch in den\nSturmszenen den größten Wert dieser Mappe erblicken. « Man sieht es schon\nden gespannten Mienen der um die deutsche Eiche der Titelvignette versammelten\nKrieger an, daß sie zu stürmen wissenl Wie dann aber (auf einem besonders\nliebevoll ausgestalteten Blatt) zwei förmlich wie überlebensgroß erscheinende\nKrieger barl)äuptig, Seele und Leib ganz in Schlacht und Wut gehüllt, vor·\nstürmen, wie das fahle, weißliche Licht des Pulverdampfes, in das sich das\nAufflackern der Schrapnells gleißend zu mengen scheint, die Kriegerköpfe verklärt,\ndas ist von einem Erlebniskünstler überzeugend gestaltet. ,,Tod und Siegi« —-\ndieser furchtbare Ruf des Krieges erbraust wie eine dröhnende Posaunenfanfare\naus Geigers Zzeldendarstellung hervor! Mit wilder Ekstase hat Geiger das\nSichl)eben und Senken der verröchelnden Menschenbrust nacherlebtz genial ist\nhier besonders der Gedanke, gloriolenartig von dem dahinwelkenden Helden-\nlcibe Schraffierungen ausgehen zu lassen, die in den Zzintergrund übergehen,\nwo des Gefallenen Kameraden, die mit wundervoller Lebendigkeit in der Be·\nwegung des Sturmangriffs angedeutet sind, den Kampf weiterführem Es ist\ndie Vision ,,Durch Kampf zum Siegl«, diese Vision jedes sterbenden deutschen\nHelden, die wie ein mächtig hallender Unterton durch diese Mappe, durch diese\nprächtige Schöpfung eines gut deutschen Künstlers mitklingt und noch lange\nbraufend in uns nachtöntl\n\nArthur Neiker"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "328", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191508-01.1.16", "texte": ",,Das kriegerische Frankreich\"\nAdolf Behne\nDem Buche aus dem Rosenlaui-Verlag zu München von Eduard Behrens,\ndas sich ,,Das kriegerische Frankreich« nennt und Erlebnisse und Betrachtungen\naus dem Frühjahr 1915 in Frankreich darstellt, möchte ich hier einpaar\nWorte widmen. ««\nEin guter Kenner und ein Freund Frankreichs, der doch als Deutschschweizer\nkein Zzehl macht aus seiner elementaren Liebe zu Deutschland, schrieb das sym-\npathische und wirklich sehr unterrichtende Buch. Frei von jeder Banalitåt,\nfrei vor allem von jeder blinden Beschränktheit, vermag es vielfach anzuregcn\nZumal allen, für die es ein quälender Gedanke wäre, den französischen Geist\nin absolute Zzysterie verfallen zu wissen, sei die Schrift warm empfohlen. Denn\nsie lehrt, daß wir Gott sei Dank und trotz aller heranflutendeii Wellen von\nZeitungsgift und -sch1nutz im Westen einen ritterlichen Gegner vor uns haben.\nDie offenbaren Ausnahmen leugnet Behrens nicht ab, aber er weist ihnen den\ngebührenden Platz im Bewußtsein des wahren französischen Volkes an.\nEs wird bei uns nicht an Müßiggångern fehlen, die eine Ehrenrettung\ndieses Volkes verabscheuen Wir, die wir nicht für eine wertlose Sache mittun\nwollen, empfinden dankbar eine solche als Befreiung von mancher Grille.\n\nBerichtigung.\nIn dem Gedicht von Julius Schultz, ,,Sonett«, auf Seite 266 in Heft 18 ist\nleider ein sinnstörender Druckfehler stehen geblieben« Auf der ersten Zeile muß\nes statt Voralls Koralls heißen.\n\nInhalt des Heftes 19:\nJulius Wolfgang Schülein —- Originallithographie - Arno Nadel — Gebet\nim Kriege J Arno Nadel —- Die Witwe J Alex.v.Gleichen-Rußwurm -—-\nToteiigefpråchel und II J Walther Rheiner —- ToteipMcsse J Walther\nTeUtsCTJ —- Originallithographie J Johannes Schlaf— Weltlage J Adolf\nSchimterer —- Originallithographie J Franz Blei —- Die Voraussetzung J\nArno Holz —- Satz aus einem »Phantasus«-Gedicht J J. von Santho —-\no Lithographie\n\nInhalt des Heftes 20:\nOskar Kokoschka «—- Fünf Originallithographien J Albert Ehrensteiit —\nOskar Kokoschka —- Gcdicht J Oskar Kokoschka —- Auwc Max» J Albert\nEhrenstein -—-- Oskar Kokoschka J Hans Siemsen -— Bergen-Deutsch-\n1and1914 J Alfred Wolfenstein ·—- Ein Zwiespalt\n\nHerausgeber und verantwortlich für die Redaktion\nOtto HaawHeye\nBerlin ! Pariser Platz 7\nFür unverlangte Einfendungen keine Gewähr.\nIn Gstcrreich für die Redcxktion verantwortlich Hugo Leiter, Wien, I,\n) Bauernmarkt Z"}]}