{"numero_id": "bm-bmtnabb-1915-10-01", "volume": "bmtnabb_1915-10_01", "ocr_sha256": "6acc9e86b42644c39e2d60b42d7183d01196d476d4afadae616a37ef4f27d50d", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabb/issues/1915/10_01/bmtnabb_1915-10_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabb/issues/1915/10_01/bmtnabb_1915-10_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabb-1915-10-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-10_01#c002", "volume": "bmtnabb_1915-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 2", "page_fin": "couv. 2", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.2.2", "titre_corps": "Inhalt:", "titre_sommaire": "Inhalt:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "couv. 2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.2", "debut_caractere": 21, "fin_caractere_exclue": 410, "texte": "Inhalt:\nHaus siemjen ! Zum neuen Jahrgang\n« Franz Werke! - Adam i\nPablv Picajjv X Originalssteindrnklc\nHans Kanders X Religion und Nation\ni C. Z. Scwary X Originalasteindrnclc\nElle Lasten-Schüler -· Frit- Huf\nAlfted Kett X An den Kriegsdichter\nS. D. - Kriegsberichierklatter\nRudolf Groskmann X Origiuacsssteindrukk\nGlojjen nnd Kritilcen\nEinzelheft 50 Pf. Vierteljährlich 16 Heile] Mk. 2.65"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-10-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-10_01#c003", "volume": "bmtnabb_1915-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 2", "page_fin": "couv. 2", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.2.3", "titre_corps": "Redalctionelle Rotiz", "titre_sommaire": "Redalctionelle Rotiz", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "couv. 2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.2", "debut_caractere": 412, "fin_caractere_exclue": 1046, "texte": "Redalctionelle Rotiz\n« Wir haben angekiindigt, dasz das Zeit-Echo aktueller und lebendiger werden\ns foll und mit dem täglichen Leben möglichst eng verknüpft. .\nWir gehen darin fo weit, dass wir im graphischen Teil Aiodebilder bringen\n« werden. Denn heute scheint die Mode das Gebiet zu sein, auf dem fich Kunft und\nLeben am innigften verknüpfen. siir die wenigstens, die in der Ragelung eiserner\nf sManner keine Verkniipfung von Kunst und Leben sehen.\nDie Aiodebilder werden auch von reinem kiinstleriskhen Standpunkt, also fiir\n, Leute, die nicht fiir Mode, wohl aber fiir Kunst Verständnis haben, höchst be-\ni achtenswert fein. · »«"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-10-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-10_01#c004", "volume": "bmtnabb_1915-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "1", "page_fin": "2", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.2.4", "titre_corps": "Zum neuen Jahrgang", "titre_sommaire": "Zum neuen Jahrgang", "signature_source": "Hans Siemjes", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1880, "texte": "Zum neuen Jahrgang\n\nEinem früheren Heftdes Zeit-Echos wurde oonder damaligen\nLeitung ein Zettel beigegeben, der folgende ,,Aufklärung« enthielt:\n»Über den leitenden Gedanken des Zeit-Echos ilt im Irrtum,\nwer annimmt, hier würde eine Zahne entrollt. Führer blielen zum\nAufbruch in einer einzigen und übereinltimmenden Wegrichtung.\nDafür wird die Stunde und die Notwendigkeit erlt gekommen lein,\nwenn die äufzere Gefahr abgewendet ilt, und wieder der Friede leine\nlchweren Aufgaben ltellt. Jetzt kann es nur darauf ankommen,\ndie Kriegsltimmung, und zwar gerade in ihrer Berlchiedenheit und\nihrer Vielausdeutbarkeit zu lammeln undlich lpiegeln zu lallen.«\nEin Jahr lang ilt das Zeit-Echo in dielem Sinne geführt.\nAber ich denke, ein Jahr lang ,,Kriegsltimmung«, das genügt.\nWir willen nun ungefähr, in was für Stimmungen das geiltige\nDeutlrhland durch den Krieg verletzt ilt. Wir wollen nun mehr.\nStimmungen helfen uns nichts. Das Zeit-Echo loll etwas anderes\nwerden als eine periodilch erlcheinende, künltlerilch zenlurierte\nEnquete Es loll eine Zeitlchrift werden. Damit ilt alles gelagt\nDer Krieg wird auch weiterhin, lolange er da ilt, und noch lange\nnachher, einen grofzen Raum in-dieler Zeitlchrilt einnehmen. Einen\nlo grolzen Raum, wie er in dieler Zeit einnimmt. Da er aber\nnicht die einzige Äußerung dieler Zeit ilt, auch kein umltürzendes\nWunder, londern nach denlelben Geletzem aus demlelben Leben und\ndenlelben armen Gehirnen geboren, wie alle anderen Erlcheinungen\nder Zeit, nur lebens-, lärmss und leidooller als alle anderen, im\nWelen nicht anders als lie --, lo wäre es unrecht, wenn\nleine Stimme alle anderen überlchreien dürfte in dielem Echo, das\nein Konzert der Zeit lein loll.\nDeshalb wird von nun an in dielem Zeit-Echo nicht nur das\nPoltern der Kanonen, das Häuten der Glocken, das Gelchrei der\nGetroffenen und die Predigt der Zurüklcgebliebenen zu hören lein,"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1108, "texte": "sondern daneben und dazwischen manch, anderes Geräusch und Ges-\ntön und hoffentlich manch schöne Musik.\nEine Zeitschrift soll es werden. Oft wird es eine Streitsrhrift\nsein. Bunt und lebendig soll sie werden, nicht leise und vornehm,\nwie bisher. Denn leise und vornehm ist die Zeit nicht. (Und ich\nmöchte auch nicht, daf- «sie’s wäre) i\nZeit-Echo. Echo der Zeit. «— Seh liebe lund hoffe) sie heftig\ngenug, um glauben Du können, das; ihr Echo verworren und ver«-\nwirrend klingen wird wie sie selbst, wie ihre schöne, tödliche Melodie:\nroh und rührend, siindhast und selig, leidvoll und slächerliclz schlau)-\nzend und jauchzend. Wie ein Schrei. Und wie ein Gesang. schretlcss\nlich. Und sthön.\niRicht immer schön; aber immer menschlich.\nNicht immer lcunstvolh aber immer voll Güte.\nNicht immer voll Weisheit. Aber immer voll Liebe.\ntllnd den ersten Satz der veralteten ,,Auflcl\"iirung« wollen wir\ndahin verändern: llber den leitenden Gedanlcen des Zeit-Schock» ist\nim Irrtum, wer glaubt, hier rviirde e i n e Zahne entrollst. Hi e r\nwerden viele Fahnen entrolltl g\nUnd eine schöner als die andere.\n\nHans Siemjes"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-10-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-10_01#c005", "volume": "bmtnabb_1915-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "3", "page_fin": "4", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.2.5", "titre_corps": "Viel ;lkhönex, vie! graulametz viel", "titre_sommaire": "Viel ;lkhönex, vie! graulametz viel", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1131, "texte": "Viel ;lkhönex, vie! graulametz viel\nweltlikhettz als ich es je könnte, be«-\nlchreibt Frau; «Werfel die Daleinsangit\ni—- tdie mich immer treibt, wieder fröh-\nlich zu fein —- zin feinem Buch »Ein-\nander« in dem Gedicht vom ,,Adam««\ndas hier folgt·\nAn diesem Kreuzweg, adendlich nmlauerh\nGewahr ich plötzlich, wie mein Leben dauert.\nIch hör in mir die Zeit, die Ichafft und mauert,\nGleichgültig innen 2Sszchlag san Schlag erlchallen\nDas Tier .des DaIeins hat mich überfallen,\nGin Atem geht, der grofz mich iiberweichn\nAuf meiner Schulter, riefenhaft »und leicht,\nSitzt es mir vogelfern und endlos eingelcauert\nUnd um mich Sternenkturz und Fels und Baum\nGehn ihres TBZegs und wandeln Traum in Traum.\nIch Ubertriiumtey wie ich Iteh und stehe,\nsiihl ich mich an, und weiß, dasz ich mich drohe.\nGedreht mit andern fahr ich hin,\nUnd weifz nur eins: Gs ilt lcein Sinn\nIn dem Ichbinl\nIchbin iIt um mich. Ich bin eingejchlollem\nUnd ,,Unentrinnbar« iIt der zweite Name der Welt!\nZerbräch ich mich, wär ich nicht ausgegoljem\nNur neu in den verruchten Tanz geltelltl\nDenn All ilt alles,\nKein Loch in der Zeit,\nKein Raum hinter der Unendlichkeit."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "4", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 437, "texte": "Ach, wie unläglich unoerlcniipft\nNiir jedes Ding ooriiberhiipftl\nDer eitle Sturm, der eitle Wald,\nDer eitle Sich voriibertvalltl\nNiemals ein Mein,\nImmer nur Sein!\nWill ich was halten,\nLöjt lich und brichts.\nVon den Gestalten\nNichts kann ich halten,\nNicht einmal Nichts.\nFlucht ilt mir nicht gegeben,\nWohin ich mich wende --— Leben!\nSo toill ich mich denn oerweben\nIns Ewige, ins Allein!\nAuf dieser Erde eben\nSitzen und lein und jchreinll"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-10-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-10_01#c007", "volume": "bmtnabb_1915-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "14", "page_fin": "14", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.2.7", "titre_corps": "sie sagen, wollen wir in Ehrfurcht hören. Und wenn ein solcher«", "titre_sommaire": "sie sagen, wollen wir in Ehrfurcht hören. Und wenn ein solcher«", "signature_source": "S. D", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "14", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1183, "texte": "S. D.\nsie sagen, wollen wir in Ehrfurcht hören. Und wenn ein solcher«\nseinen Mund auftut und spricht aus dem Crommelfeuer der Cham-\npagneschlachtt »Es gab kein Erbarmen fiir uns« oder aus den win-\nterlichen Kämpfen vor Grodno mit zerrissener Kehle: »Das war\ngrauenhafks —- wer möchte da noch ein Wort sagen? Wer möchte\ndas mit Stimmung begiefzen? Gibt es unbegreiflichen Stumpfsinm\ndem mit Sonnenuntergängen hinter zerschossenen Dorfruinen erst\nausgemalt werden muss, was geschieht? Dann sollten wir ruhig\nvoriibergehen und ihn seinem verdienten Schlaf iiberlafsen.\nsön uns wird durch diese Berichterstatter nur zweierlei genährt:\nAieugier und Sensationsbediirfnis Zch meine, wir könnten beides\nruhig verhungern lafsen.\nEinen nehme ich aus: Arthur Holitschen Was der erzählte\nvon Oftpreufzen und seiner Verwüstung, das ist nicht von Berufs\nwegen gesagt, sondern aus einem von Mitleid zerrissenen Herzen und\naus einer grossen, erbarmenden Liebe heraus. Das brauchen wir\nheute wie allezeit.\nWer aber nicht einfach erzählen will oder kann, was einfach\ngeschah, der frhweige heut lieber. Er sei denn ein groszer IDichter\noder ein grofzer Menschenfreund\nAber die erstatten keine Berichte."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-10-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-10_01#c008", "volume": "bmtnabb_1915-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "14", "page_fin": "14", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.2.8", "titre_corps": "« Wiihrenddessen lese Lich von Kellermann iiber die septeniberlciimpse bei", "titre_sommaire": "« Wiihrenddessen lese Lich von Kellermann iiber die septeniberlciimpse bei", "signature_source": "H. S", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "14", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.8", "debut_caractere": 1185, "fin_caractere_exclue": 1754, "texte": "H. S.\n« Wiihrenddessen lese Lich von Kellermann iiber die septeniberlciimpse bei\nLa Bassöe und Was: »—- das Blut flieht. der Mann fällt, bei ihnen, bei uns.\nDie schweren Granaten reif-en breite Löcher in die stiirmeikden Mauern der stan-\niosen, zu Hunderten werden sie zerfetzt und zerrissen. Was gilt der Mensch? De:\nAienskhist nichts. Es ist unbegreiflich, das; nicht die Sonne am Himmel sclkirarz\ntvird und die Sterne erlöschen. Noch nach Jahren werden die Völker schluchzen\niiber diese Berirrung.«\nAuch das ist kein ,,Bericht«.\nAuch Kellermann wollen wir ausnehmen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-10-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-10_01#c009", "volume": "bmtnabb_1915-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "15", "page_fin": "16", "image_debut": 9, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.2.9", "titre_corps": "Glojjen und Kritiken", "titre_sommaire": "Glojjen und Kritiken", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "15", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2925, "texte": "Glojjen und Kritiken\n\nH. S.\n»spittelesr., Carl. Unser\nschweizer Standpunkt. Ziiis\nrich, Dis. Das ist der vielbescl)rieene\nVortrag -6p«ittelers. Weil er darin\njagt, was er denkt, wurde er von der\ndeutschen Tagespresse und ihrer Ge-\nfolgschaft in Acht und Bann getan\nnnd als ,,undankbarer Deutsche-Quid«\noerlästerh\nZn Wahrheit Ikann man ver solch\neiner Auszerung nur ziveierlei fragen:\nErstens: Jst Gesinnung und Art der\nÄußerung anständig oder nicht?\nNun, dieser Vortrag ist nicht nur an«-\nItänd\"i·g, sondern geradezu vorbildtirh\nruhig und »vor-nehm. Menschlich» und\nschöner, als spitteler es tust, kann man\nden unnrenschlichen Begriff ,,neutr-al«\niiberhaupt nicht anfingen. EDariiber ist\ngar nicht zu diskutieren.\nDie zweite Frage wäre: Hat er ruht?\nOder hat er unrecht?\nAuch darüber ist nicht viel zu sagen.\nEr hast recht. S: redet als Schweiz-er;\nund ich möchte wissen, welchen stand«-\npunkt ein Srhweizer einnehmen könnte,\nsder richtiger wäre, als dieser stand«\nPunkt Spittetersi\nIn einer sEinzelhei-t, in dem, was er\nvon uns und Belgien sagt, hat er\nvielleicht, hat er wohl sicher unrecht.\nWenn er aber tausendmal unrecht\nhätte «—- was täte es? Was könnten\nund diirften wir erwidern? Dort)\neben nur: »Du hast tausendmal un-\nrecht!« Und weiter nichts.\nOder ist es plötzlich verboten, eine\nandere Meinung zu haben? Ciilt es\nsiir ehrlos, etwas ander-es fiir recht\nzu halten? Ich hoffe, so schwach sind\nwir in Deutschland noch nicht, dafz wir\nnicht die fremde Meinung hören und\nrespektieren könnten.\nUnd wenn sie ihrem Herrn so bitter»\nlich schwer geworden ist, wenn sie zsko\nernst, so eeoornehm und bescheiden\ndaherlcommh wie hier, dann sollten\nwir ruhig —- dsas tun, was Spitteler\nam Ende seiner Rede oor uns sund\nunserem Leide tut —- wir sollten den\nHut »vor ihr abnehmen. \"Au.rh wenn\nwir tausendmal anderer «Me.inu.ng\nsind. Das wiirde uns ehren. Schinrpsen\n(das gilt siir imm-er!), schimpsen sehn!\nnie den Schimpsmtdenz aber oft sdeu\nBeschimpftem\nZum Schlus- iweisz man nichr weshalb\ndie Aufregung? Ich glaube, tatsöchs\nlisch swegen der paar von ispittelerr\ngebrauchten Vergleiche. »Wenn sein\nSinbrecher Sie mit dem Messer he·\ndroht, so rufen sie unbedenklich\nIhren Haushund Fu Hilft« ön diesen!\nVergleich spielen wir die Rolle ides\nCinbrechers die farbigen Hilssodillcer\nder Sngliinder und sranjosen die sdes\nHundes. Aber jemand-en mit einen:\nSinbrecher vergleichen heiszt noch\nnicht ihn des Einbruchs Tbesrhusliis\ndige n. Gar-an lcann Spitteler,\ndem, was er sonst sagt, gar nicht ge«-\ndacht haben.\n«,,Stellen Sie sich vor, Sie wären ein\nRegenwurtm wiirden Ihnen ge«\npslastertie Straf-en angenehm sein«»\nDamit behaupte ich noch nirht, das\nSie ein Regenwurm sind. Und wenn\nChristus den lieben Gott mit den!\nungerechten Richter vergleicht,\ndann meint er auch nicht, das) Gott ein\nungerechter Richter ist.\nSoviel von Dergleichen, Spitteler,\nAnstand und uns. Uber die Schrift\nnur das Eine: das- sie höchst lesensss\nwert sit."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "16", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2527, "texte": "H. Siemfem\nFranz Werte« Einander.\nOben, Lieder, Gestalten. Kurt Wolsf\nVerlag, Leipzig Ists. Aus einem\nBrief: . . . . ,,Auch fiir mich ist »Ein«-\nander« das erste Vuch von den vielen\niim Kriege erschienenen, das ich mit\nzitterndem Herzen aufschlug und zit-\nternd las. Sie fragen nach einer\nKritik. Doch wohl nicht im Ernst?\nSchönheit, Liebe, Inbrunst, -— sind das\nDinge, die man kritisiert? Auch vor-\nlesen könnte ich Ihnen dies Buch\nnicht. Zu ost wiirde mir die Stimme\nverjagen. , r\nWie mannigfaltig sind die Tränen,\ndie iiber diesem Vuch geweint wer-\nden! Und das arme, Herz weiss\nsrhlieszlich selbst nicht, weshalb es\nschluchzen und zittern musz. Vor\nFreude? Vor Schönheit? Vor Leid?\nVor Liebe?\n,,Sinke hin! Kniee hin! Weines«\nEin Wort nur aus diesem Vuch -—\n,,Und in der serne meiner selbst die\nEinsamkeit«\n»Und eine Stimm aprilen, regnend\nMusik der Güte«\n—- und man siihlt endlich wieder ein-\nmal, wie iiber alle Maszen herrlich es\nist, einen Dichte: zu lesen.\nUnd das sind nur Schönheiten dieses\nBuches. Wer kann die Inbrunst, die\nLiebe, die Barmherzigkeit beschreiben?\nMan miifzte das ganze grenzenlose\nVuch zitieren.\nOb in irgendeinem anderen Lande\nwährend des Krieges solch ein Vuch\nerscheint?\nVielleicht kann es nicht zwei solcher\nDichter geben. Aber solche Menschen\nuni> Jolcbe Oefüble muffen ourf) roo\nanbers rcobnen. §ier unb ba. Unb\nauf berfelben Srbe, auf ber fie roobnen,\nift . .\nicf> biefe 3cHcn jum \"Druck\ngab, febrieb §ugo Werften eine —\neine Kritik im Sageblatt über \"23enn,\n\"öolbt, 'öeeber unb <233crfel. So\nroie es ba ftebt. <3n einem 3uflß-\nOben fängt er an, unten bört er auf.\n\"Die Unterfcbiebe merkt er niebt. €r\nmerkt fie niebt. 5onbern rebet (bei\n\"©erfell) oon unb „Spie-\nlerifebkeit\", niebt obne „troij einiger\nteebnifeber Sinroänbe\" bie neuerbings\nerroorbene „etbifebe \"Jßucbt\" unb ben\nSrnft\" mit einer lobenben\n3enfur ju oerfeben.\nWerften unb Sin befonberes,\nein liebliches, ein fieb immer roieber-\nbolenbes Kapitel ber — ber Statur-\ngefebiebte.\n\nH. S.\nDas sornm (Herausgeber: Wil-\nhelm Her3og) ilt fijr die Dauer des\nKrieges verboten. — —- schadel öm\nInteresse des Vaterlandes wollen wir\nhoffen: es möge nie lo weit kommen,\ndafz es einmal fiir ehrenvoll gilt. in\nden Jahren l914—-—16 verboten worden\nZU fein.\n\nH. S.\nKriegslleder des XV- Kett-s.\nP. Sollst-er, Berlin. Was fiir nette\nLeute! Und was fiir Ichlechte Ge-\ndichtel - Aber schließlich ilt es wich-\ntiger, dafz die Leute gut lind, als dass\ndie Gedichte gut lind. liber die Bedec-\nzeichnungen von Max Beclcmann ilti\nauch nicht mehr zu lagen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-10-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-10_01#c010", "volume": "bmtnabb_1915-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "15", "page_fin": "15", "image_debut": 9, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.2.9.1", "titre_corps": "»spittelesr., Carl. Unser", "titre_sommaire": "»spittelesr., Carl. Unser", "signature_source": "H. 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EDariiber ist\ngar nicht zu diskutieren.\nDie zweite Frage wäre: Hat er ruht?\nOder hat er unrecht?\nAuch darüber ist nicht viel zu sagen.\nEr hast recht. S: redet als Schweiz-er;\nund ich möchte wissen, welchen stand«-\npunkt ein Srhweizer einnehmen könnte,\nsder richtiger wäre, als dieser stand«\nPunkt Spittetersi\nIn einer sEinzelhei-t, in dem, was er\nvon uns und Belgien sagt, hat er\nvielleicht, hat er wohl sicher unrecht.\nWenn er aber tausendmal unrecht\nhätte «—- was täte es? Was könnten\nund diirften wir erwidern? Dort)\neben nur: »Du hast tausendmal un-\nrecht!« Und weiter nichts.\nOder ist es plötzlich verboten, eine\nandere Meinung zu haben? Ciilt es\nsiir ehrlos, etwas ander-es fiir recht\nzu halten? Ich hoffe, so schwach sind\nwir in Deutschland noch nicht, dafz wir\nnicht die fremde Meinung hören und\nrespektieren könnten.\nUnd wenn sie ihrem Herrn so bitter»\nlich schwer geworden ist, wenn sie zsko\nernst, so eeoornehm und bescheiden\ndaherlcommh wie hier, dann sollten\nwir ruhig —- dsas tun, was Spitteler\nam Ende seiner Rede oor uns sund\nunserem Leide tut —- wir sollten den\nHut »vor ihr abnehmen. \"Au.rh wenn\nwir tausendmal anderer «Me.inu.ng\nsind. Das wiirde uns ehren. Schinrpsen\n(das gilt siir imm-er!), schimpsen sehn!\nnie den Schimpsmtdenz aber oft sdeu\nBeschimpftem\nZum Schlus- iweisz man nichr weshalb\ndie Aufregung? Ich glaube, tatsöchs\nlisch swegen der paar von ispittelerr\ngebrauchten Vergleiche. »Wenn sein\nSinbrecher Sie mit dem Messer he·\ndroht, so rufen sie unbedenklich\nIhren Haushund Fu Hilft« ön diesen!\nVergleich spielen wir die Rolle ides\nCinbrechers die farbigen Hilssodillcer\nder Sngliinder und sranjosen die sdes\nHundes. Aber jemand-en mit einen:\nSinbrecher vergleichen heiszt noch\nnicht ihn des Einbruchs Tbesrhusliis\ndige n. Gar-an lcann Spitteler,\ndem, was er sonst sagt, gar nicht ge«-\ndacht haben.\n«,,Stellen Sie sich vor, Sie wären ein\nRegenwurtm wiirden Ihnen ge«\npslastertie Straf-en angenehm sein«»\nDamit behaupte ich noch nirht, das\nSie ein Regenwurm sind. Und wenn\nChristus den lieben Gott mit den!\nungerechten Richter vergleicht,\ndann meint er auch nicht, das) Gott ein\nungerechter Richter ist.\nSoviel von Dergleichen, Spitteler,\nAnstand und uns. Uber die Schrift\nnur das Eine: das- sie höchst lesensss\nwert sit."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-10-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-10_01#c011", "volume": "bmtnabb_1915-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "16", "page_fin": "16", "image_debut": 10, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.2.9.2", "titre_corps": "Franz Werte« Einander.", "titre_sommaire": "Franz Werte« Einander.", "signature_source": "H. 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Vor\nFreude? Vor Schönheit? Vor Leid?\nVor Liebe?\n,,Sinke hin! Kniee hin! Weines«\nEin Wort nur aus diesem Vuch -—\n,,Und in der serne meiner selbst die\nEinsamkeit«\n»Und eine Stimm aprilen, regnend\nMusik der Güte«\n—- und man siihlt endlich wieder ein-\nmal, wie iiber alle Maszen herrlich es\nist, einen Dichte: zu lesen.\nUnd das sind nur Schönheiten dieses\nBuches. Wer kann die Inbrunst, die\nLiebe, die Barmherzigkeit beschreiben?\nMan miifzte das ganze grenzenlose\nVuch zitieren.\nOb in irgendeinem anderen Lande\nwährend des Krieges solch ein Vuch\nerscheint?\nVielleicht kann es nicht zwei solcher\nDichter geben. Aber solche Menschen\nuni> Jolcbe Oefüble muffen ourf) roo\nanbers rcobnen. §ier unb ba. Unb\nauf berfelben Srbe, auf ber fie roobnen,\nift . .\nicf> biefe 3cHcn jum \"Druck\ngab, febrieb §ugo Werften eine —\neine Kritik im Sageblatt über \"23enn,\n\"öolbt, 'öeeber unb <233crfel. So\nroie es ba ftebt. <3n einem 3uflß-\nOben fängt er an, unten bört er auf.\n\"Die Unterfcbiebe merkt er niebt. €r\nmerkt fie niebt. 5onbern rebet (bei\n\"©erfell) oon unb „Spie-\nlerifebkeit\", niebt obne „troij einiger\nteebnifeber Sinroänbe\" bie neuerbings\nerroorbene „etbifebe \"Jßucbt\" unb ben\nSrnft\" mit einer lobenben\n3enfur ju oerfeben.\nWerften unb Sin befonberes,\nein liebliches, ein fieb immer roieber-\nbolenbes Kapitel ber — ber Statur-\ngefebiebte."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabb-1915-10-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabb_1915-10_01#c012", "volume": "bmtnabb_1915-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "16", "page_fin": "16", "image_debut": 10, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.2.9.3", "titre_corps": "Das sornm (Herausgeber:", "titre_sommaire": "Das sornm (Herausgeber:", "signature_source": "H. 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Vierteljährlich 16 Heile] Mk. 2.65\n\nRedalctionelle Rotiz\n« Wir haben angekiindigt, dasz das Zeit-Echo aktueller und lebendiger werden\ns foll und mit dem täglichen Leben möglichst eng verknüpft. .\nWir gehen darin fo weit, dass wir im graphischen Teil Aiodebilder bringen\n« werden. Denn heute scheint die Mode das Gebiet zu sein, auf dem fich Kunft und\nLeben am innigften verknüpfen. siir die wenigstens, die in der Ragelung eiserner\nf sManner keine Verkniipfung von Kunst und Leben sehen.\nDie Aiodebilder werden auch von reinem kiinstleriskhen Standpunkt, also fiir\n, Leute, die nicht fiir Mode, wohl aber fiir Kunst Verständnis haben, höchst be-\ni achtenswert fein. · »«"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.3", "texte": "Zum neuen Jahrgang\n\nEinem früheren Heftdes Zeit-Echos wurde oonder damaligen\nLeitung ein Zettel beigegeben, der folgende ,,Aufklärung« enthielt:\n»Über den leitenden Gedanken des Zeit-Echos ilt im Irrtum,\nwer annimmt, hier würde eine Zahne entrollt. Führer blielen zum\nAufbruch in einer einzigen und übereinltimmenden Wegrichtung.\nDafür wird die Stunde und die Notwendigkeit erlt gekommen lein,\nwenn die äufzere Gefahr abgewendet ilt, und wieder der Friede leine\nlchweren Aufgaben ltellt. Jetzt kann es nur darauf ankommen,\ndie Kriegsltimmung, und zwar gerade in ihrer Berlchiedenheit und\nihrer Vielausdeutbarkeit zu lammeln undlich lpiegeln zu lallen.«\nEin Jahr lang ilt das Zeit-Echo in dielem Sinne geführt.\nAber ich denke, ein Jahr lang ,,Kriegsltimmung«, das genügt.\nWir willen nun ungefähr, in was für Stimmungen das geiltige\nDeutlrhland durch den Krieg verletzt ilt. Wir wollen nun mehr.\nStimmungen helfen uns nichts. Das Zeit-Echo loll etwas anderes\nwerden als eine periodilch erlcheinende, künltlerilch zenlurierte\nEnquete Es loll eine Zeitlchrift werden. Damit ilt alles gelagt\nDer Krieg wird auch weiterhin, lolange er da ilt, und noch lange\nnachher, einen grofzen Raum in-dieler Zeitlchrilt einnehmen. Einen\nlo grolzen Raum, wie er in dieler Zeit einnimmt. Da er aber\nnicht die einzige Äußerung dieler Zeit ilt, auch kein umltürzendes\nWunder, londern nach denlelben Geletzem aus demlelben Leben und\ndenlelben armen Gehirnen geboren, wie alle anderen Erlcheinungen\nder Zeit, nur lebens-, lärmss und leidooller als alle anderen, im\nWelen nicht anders als lie --, lo wäre es unrecht, wenn\nleine Stimme alle anderen überlchreien dürfte in dielem Echo, das\nein Konzert der Zeit lein loll.\nDeshalb wird von nun an in dielem Zeit-Echo nicht nur das\nPoltern der Kanonen, das Häuten der Glocken, das Gelchrei der\nGetroffenen und die Predigt der Zurüklcgebliebenen zu hören lein,"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.4", "texte": "sondern daneben und dazwischen manch, anderes Geräusch und Ges-\ntön und hoffentlich manch schöne Musik.\nEine Zeitschrift soll es werden. Oft wird es eine Streitsrhrift\nsein. Bunt und lebendig soll sie werden, nicht leise und vornehm,\nwie bisher. Denn leise und vornehm ist die Zeit nicht. (Und ich\nmöchte auch nicht, daf- «sie’s wäre) i\nZeit-Echo. Echo der Zeit. «— Seh liebe lund hoffe) sie heftig\ngenug, um glauben Du können, das; ihr Echo verworren und ver«-\nwirrend klingen wird wie sie selbst, wie ihre schöne, tödliche Melodie:\nroh und rührend, siindhast und selig, leidvoll und slächerliclz schlau)-\nzend und jauchzend. Wie ein Schrei. Und wie ein Gesang. schretlcss\nlich. Und sthön.\niRicht immer schön; aber immer menschlich.\nNicht immer lcunstvolh aber immer voll Güte.\nNicht immer voll Weisheit. Aber immer voll Liebe.\ntllnd den ersten Satz der veralteten ,,Auflcl\"iirung« wollen wir\ndahin verändern: llber den leitenden Gedanlcen des Zeit-Schock» ist\nim Irrtum, wer glaubt, hier rviirde e i n e Zahne entrollst. Hi e r\nwerden viele Fahnen entrolltl g\nUnd eine schöner als die andere.\n\nHans Siemjes"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.5", "texte": "Viel ;lkhönex, vie! graulametz viel\nweltlikhettz als ich es je könnte, be«-\nlchreibt Frau; «Werfel die Daleinsangit\ni—- tdie mich immer treibt, wieder fröh-\nlich zu fein —- zin feinem Buch »Ein-\nander« in dem Gedicht vom ,,Adam««\ndas hier folgt·\nAn diesem Kreuzweg, adendlich nmlauerh\nGewahr ich plötzlich, wie mein Leben dauert.\nIch hör in mir die Zeit, die Ichafft und mauert,\nGleichgültig innen 2Sszchlag san Schlag erlchallen\nDas Tier .des DaIeins hat mich überfallen,\nGin Atem geht, der grofz mich iiberweichn\nAuf meiner Schulter, riefenhaft »und leicht,\nSitzt es mir vogelfern und endlos eingelcauert\nUnd um mich Sternenkturz und Fels und Baum\nGehn ihres TBZegs und wandeln Traum in Traum.\nIch Ubertriiumtey wie ich Iteh und stehe,\nsiihl ich mich an, und weiß, dasz ich mich drohe.\nGedreht mit andern fahr ich hin,\nUnd weifz nur eins: Gs ilt lcein Sinn\nIn dem Ichbinl\nIchbin iIt um mich. Ich bin eingejchlollem\nUnd ,,Unentrinnbar« iIt der zweite Name der Welt!\nZerbräch ich mich, wär ich nicht ausgegoljem\nNur neu in den verruchten Tanz geltelltl\nDenn All ilt alles,\nKein Loch in der Zeit,\nKein Raum hinter der Unendlichkeit."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "4", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.6", "texte": "Ach, wie unläglich unoerlcniipft\nNiir jedes Ding ooriiberhiipftl\nDer eitle Sturm, der eitle Wald,\nDer eitle Sich voriibertvalltl\nNiemals ein Mein,\nImmer nur Sein!\nWill ich was halten,\nLöjt lich und brichts.\nVon den Gestalten\nNichts kann ich halten,\nNicht einmal Nichts.\nFlucht ilt mir nicht gegeben,\nWohin ich mich wende --— Leben!\nSo toill ich mich denn oerweben\nIns Ewige, ins Allein!\nAuf dieser Erde eben\nSitzen und lein und jchreinll"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "14", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.8", "texte": "S. D.\nsie sagen, wollen wir in Ehrfurcht hören. Und wenn ein solcher«\nseinen Mund auftut und spricht aus dem Crommelfeuer der Cham-\npagneschlachtt »Es gab kein Erbarmen fiir uns« oder aus den win-\nterlichen Kämpfen vor Grodno mit zerrissener Kehle: »Das war\ngrauenhafks —- wer möchte da noch ein Wort sagen? Wer möchte\ndas mit Stimmung begiefzen? Gibt es unbegreiflichen Stumpfsinm\ndem mit Sonnenuntergängen hinter zerschossenen Dorfruinen erst\nausgemalt werden muss, was geschieht? Dann sollten wir ruhig\nvoriibergehen und ihn seinem verdienten Schlaf iiberlafsen.\nsön uns wird durch diese Berichterstatter nur zweierlei genährt:\nAieugier und Sensationsbediirfnis Zch meine, wir könnten beides\nruhig verhungern lafsen.\nEinen nehme ich aus: Arthur Holitschen Was der erzählte\nvon Oftpreufzen und seiner Verwüstung, das ist nicht von Berufs\nwegen gesagt, sondern aus einem von Mitleid zerrissenen Herzen und\naus einer grossen, erbarmenden Liebe heraus. Das brauchen wir\nheute wie allezeit.\nWer aber nicht einfach erzählen will oder kann, was einfach\ngeschah, der frhweige heut lieber. Er sei denn ein groszer IDichter\noder ein grofzer Menschenfreund\nAber die erstatten keine Berichte.\n\nH. S.\n« Wiihrenddessen lese Lich von Kellermann iiber die septeniberlciimpse bei\nLa Bassöe und Was: »—- das Blut flieht. der Mann fällt, bei ihnen, bei uns.\nDie schweren Granaten reif-en breite Löcher in die stiirmeikden Mauern der stan-\niosen, zu Hunderten werden sie zerfetzt und zerrissen. Was gilt der Mensch? De:\nAienskhist nichts. Es ist unbegreiflich, das; nicht die Sonne am Himmel sclkirarz\ntvird und die Sterne erlöschen. Noch nach Jahren werden die Völker schluchzen\niiber diese Berirrung.«\nAuch das ist kein ,,Bericht«.\nAuch Kellermann wollen wir ausnehmen."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "15", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.9", "texte": "Glojjen und Kritiken\n\nH. S.\n»spittelesr., Carl. Unser\nschweizer Standpunkt. Ziiis\nrich, Dis. Das ist der vielbescl)rieene\nVortrag -6p«ittelers. Weil er darin\njagt, was er denkt, wurde er von der\ndeutschen Tagespresse und ihrer Ge-\nfolgschaft in Acht und Bann getan\nnnd als ,,undankbarer Deutsche-Quid«\noerlästerh\nZn Wahrheit Ikann man ver solch\neiner Auszerung nur ziveierlei fragen:\nErstens: Jst Gesinnung und Art der\nÄußerung anständig oder nicht?\nNun, dieser Vortrag ist nicht nur an«-\nItänd\"i·g, sondern geradezu vorbildtirh\nruhig und »vor-nehm. Menschlich» und\nschöner, als spitteler es tust, kann man\nden unnrenschlichen Begriff ,,neutr-al«\niiberhaupt nicht anfingen. EDariiber ist\ngar nicht zu diskutieren.\nDie zweite Frage wäre: Hat er ruht?\nOder hat er unrecht?\nAuch darüber ist nicht viel zu sagen.\nEr hast recht. S: redet als Schweiz-er;\nund ich möchte wissen, welchen stand«-\npunkt ein Srhweizer einnehmen könnte,\nsder richtiger wäre, als dieser stand«\nPunkt Spittetersi\nIn einer sEinzelhei-t, in dem, was er\nvon uns und Belgien sagt, hat er\nvielleicht, hat er wohl sicher unrecht.\nWenn er aber tausendmal unrecht\nhätte «—- was täte es? Was könnten\nund diirften wir erwidern? Dort)\neben nur: »Du hast tausendmal un-\nrecht!« Und weiter nichts.\nOder ist es plötzlich verboten, eine\nandere Meinung zu haben? Ciilt es\nsiir ehrlos, etwas ander-es fiir recht\nzu halten? Ich hoffe, so schwach sind\nwir in Deutschland noch nicht, dafz wir\nnicht die fremde Meinung hören und\nrespektieren könnten.\nUnd wenn sie ihrem Herrn so bitter»\nlich schwer geworden ist, wenn sie zsko\nernst, so eeoornehm und bescheiden\ndaherlcommh wie hier, dann sollten\nwir ruhig —- dsas tun, was Spitteler\nam Ende seiner Rede oor uns sund\nunserem Leide tut —- wir sollten den\nHut »vor ihr abnehmen. \"Au.rh wenn\nwir tausendmal anderer «Me.inu.ng\nsind. Das wiirde uns ehren. Schinrpsen\n(das gilt siir imm-er!), schimpsen sehn!\nnie den Schimpsmtdenz aber oft sdeu\nBeschimpftem\nZum Schlus- iweisz man nichr weshalb\ndie Aufregung? Ich glaube, tatsöchs\nlisch swegen der paar von ispittelerr\ngebrauchten Vergleiche. »Wenn sein\nSinbrecher Sie mit dem Messer he·\ndroht, so rufen sie unbedenklich\nIhren Haushund Fu Hilft« ön diesen!\nVergleich spielen wir die Rolle ides\nCinbrechers die farbigen Hilssodillcer\nder Sngliinder und sranjosen die sdes\nHundes. Aber jemand-en mit einen:\nSinbrecher vergleichen heiszt noch\nnicht ihn des Einbruchs Tbesrhusliis\ndige n. Gar-an lcann Spitteler,\ndem, was er sonst sagt, gar nicht ge«-\ndacht haben.\n«,,Stellen Sie sich vor, Sie wären ein\nRegenwurtm wiirden Ihnen ge«\npslastertie Straf-en angenehm sein«»\nDamit behaupte ich noch nirht, das\nSie ein Regenwurm sind. Und wenn\nChristus den lieben Gott mit den!\nungerechten Richter vergleicht,\ndann meint er auch nicht, das) Gott ein\nungerechter Richter ist.\nSoviel von Dergleichen, Spitteler,\nAnstand und uns. Uber die Schrift\nnur das Eine: das- sie höchst lesensss\nwert sit."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "16", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabb191510-01.1.10", "texte": "H. Siemfem\nFranz Werte« Einander.\nOben, Lieder, Gestalten. Kurt Wolsf\nVerlag, Leipzig Ists. Aus einem\nBrief: . . . . ,,Auch fiir mich ist »Ein«-\nander« das erste Vuch von den vielen\niim Kriege erschienenen, das ich mit\nzitterndem Herzen aufschlug und zit-\nternd las. Sie fragen nach einer\nKritik. Doch wohl nicht im Ernst?\nSchönheit, Liebe, Inbrunst, -— sind das\nDinge, die man kritisiert? Auch vor-\nlesen könnte ich Ihnen dies Buch\nnicht. Zu ost wiirde mir die Stimme\nverjagen. , r\nWie mannigfaltig sind die Tränen,\ndie iiber diesem Vuch geweint wer-\nden! Und das arme, Herz weiss\nsrhlieszlich selbst nicht, weshalb es\nschluchzen und zittern musz. Vor\nFreude? Vor Schönheit? Vor Leid?\nVor Liebe?\n,,Sinke hin! Kniee hin! Weines«\nEin Wort nur aus diesem Vuch -—\n,,Und in der serne meiner selbst die\nEinsamkeit«\n»Und eine Stimm aprilen, regnend\nMusik der Güte«\n—- und man siihlt endlich wieder ein-\nmal, wie iiber alle Maszen herrlich es\nist, einen Dichte: zu lesen.\nUnd das sind nur Schönheiten dieses\nBuches. Wer kann die Inbrunst, die\nLiebe, die Barmherzigkeit beschreiben?\nMan miifzte das ganze grenzenlose\nVuch zitieren.\nOb in irgendeinem anderen Lande\nwährend des Krieges solch ein Vuch\nerscheint?\nVielleicht kann es nicht zwei solcher\nDichter geben. Aber solche Menschen\nuni> Jolcbe Oefüble muffen ourf) roo\nanbers rcobnen. §ier unb ba. Unb\nauf berfelben Srbe, auf ber fie roobnen,\nift . .\nicf> biefe 3cHcn jum \"Druck\ngab, febrieb §ugo Werften eine —\neine Kritik im Sageblatt über \"23enn,\n\"öolbt, 'öeeber unb <233crfel. So\nroie es ba ftebt. <3n einem 3uflß-\nOben fängt er an, unten bört er auf.\n\"Die Unterfcbiebe merkt er niebt. €r\nmerkt fie niebt. 5onbern rebet (bei\n\"©erfell) oon unb „Spie-\nlerifebkeit\", niebt obne „troij einiger\nteebnifeber Sinroänbe\" bie neuerbings\nerroorbene „etbifebe \"Jßucbt\" unb ben\nSrnft\" mit einer lobenben\n3enfur ju oerfeben.\nWerften unb Sin befonberes,\nein liebliches, ein fieb immer roieber-\nbolenbes Kapitel ber — ber Statur-\ngefebiebte.\n\nH. S.\nDas sornm (Herausgeber: Wil-\nhelm Her3og) ilt fijr die Dauer des\nKrieges verboten. — —- schadel öm\nInteresse des Vaterlandes wollen wir\nhoffen: es möge nie lo weit kommen,\ndafz es einmal fiir ehrenvoll gilt. in\nden Jahren l914—-—16 verboten worden\nZU fein.\n\nH. S.\nKriegslleder des XV- Kett-s.\nP. Sollst-er, Berlin. Was fiir nette\nLeute! Und was fiir Ichlechte Ge-\ndichtel - Aber schließlich ilt es wich-\ntiger, dafz die Leute gut lind, als dass\ndie Gedichte gut lind. liber die Bedec-\nzeichnungen von Max Beclcmann ilti\nauch nicht mehr zu lagen.\n\nHerausgeber: Otto Hans-Hexe, Berlin, Pariser Platz 7\n- Verantwortlicher 5chriftleiter:\nHatt; Siemjety Lichterfelde, Sternjtrafze 25\nsiir unverlangte Cinlendungen keine Gewähr\n·Jn Olterreirh fiir die Reduktion verantwortlich Hugo Heller, Wien, l, Bauernmarlct Z\n—..\nDruck von H. S. Hermann in Berlin"}]}