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M. Felician Rops. Von Herrn. Bahr l\nDte Jubiläums-Ausstellung in Wien 1898.V. S. . . 2\nw°feTne Holzschnitte. Von Otto Julius Bierbaum . 5\nWahrheit und Schönheit in der modernen Malerei.\nVon Max Morold\nStil und Individualität. Von Wilhelm HoUamer .' .* 23\nMittheilungcn der Vereinigung: bildender Künstler\nÖsterreichs * . ♦ •28"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1898-10-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabf_1898-10_01#c005", "volume": "bmtnabf_1898-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "1", "page_fin": "1", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.2.3", "titre_corps": "C. M FELICIAN ROPS : GESTORBEN AM 24. AUGUST 1898", "titre_sommaire": "C. M FELICIAN ROPS : GESTORBEN AM 24. 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VOM GEMEINEN LEBEN DER\nLEUTE ABGEKEHRT, IST ER EINSAM UND REIN GE-\nWESEN, DIE KÜNSTLER WERDEN SEINEN THEUREN\nNAMEN BEWAHREN."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1898-10-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabf_1898-10_01#c006", "volume": "bmtnabf_1898-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "2", "page_fin": "21", "image_debut": 4, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.2.4", "titre_corps": "DIE JUBILÄUMS-AUSSTELLUNG IN WIEN 1898", "titre_sommaire": "DIE JUBILÄUMS-AUSSTELLUNG IN WIEN 1898", "signature_source": "V.S.", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4110, "texte": "DIE JUBILÄUMS-AUSSTELLUNG IN WIEN 1898.\nV. S.\nAlles Neue, Ungewohnte, Verblüffende wird hierzu-\nlande von einem grossen Theile der Bevölkerung\nunangenehm empfunden, die Zumuthung, Stellung\nzu nehmen, sich durch eigenes Nachdenken ein Urtheil\nzu bilden, als muthwillige Erschwerung des Daseins be-\ntrachtet und abgelehnt* Im heurigen Vorfrühling, als die\nAusstellungsbauten im Prater aus dem Boden wuchsen,\nbemerkte man, dass einzelne ihrer Erbauer versucht hatten,\nfür die neuen Zwecke auch neue Ausdrucksformen zu\nfinden, dass manche der im Entstehen begriffenen Aus-\nstellungspavillons weder einem Schloss, noch einer Burg,\nnoch einem Palast, noch einer Hütte oder einem Tempel\nähnlich seien* Rathlosigkeit und Unbehagen waren die\nFolge* Damals fand die erste Kunst-Ausstellung unserer\nVereinigung statt: die „Secessions-Ausstellung“, wie man\nkurz sagte. Auch hier stand das Publicum vor so vielem\nNeuen, ihm zunächst Unverständlichen* Und da dauerte\nes nicht lange, bis das erlösende Schlagwort für die Unver-\nständlichkeiten im Prater unten gefunden war: „Die Aus-\nstellung im Prater ist im Secessionsstile gebaut“, sagte der\n„gebildete“ Bürger, und seit er einen Namen für die Sache\nwusste, seit er vor derselben nicht mehr in Verlegenheit\nzu gerathen brauchte, acceptierte er sie selbst auch viel\nleichter* Alles was neu war und aus der Art schlug, einerlei\nob in gutem oder schlechtem Sinne, wurde nun mit grosser\nGemüthsruhe als „secessionistisch“ bezeichnet* Hätte man\ndamals einen grün und blau carriert angestriohenen Hund\nauf die Strasse gejagt alle die Vielen, welche durch den\nVerschleiss bequemer Schlagworte eine Führerrolle zu\nspielen trachten, hätten mit vollstem Gleichmuthe den\nNaiveren die Erklärung gegeben: „einfach ein secessio-\nnistischcr Hund“*\nNatürlich stellten sic sich dabei unter „Seccssionis-\nmus“ nichts recht Klares vor, stritten aber zur Abwechs-\nlung über die Berechtigung des „scccssionistischcn Stiles“*\nEine unglaubliche Wortverbindung! Wo seccssionistische\nBestrebungen wenn das hässliche Wort schon Bürger-\nrecht erwerben soll zutage traten, bestanden sie immer\nin der Auflehnung gegen die Convention, in dem Verlan-\ngen nach Individualität, in der Suche nach der „eingebore-\nnen Form“ (wieLevetzow so trefflich sagt) im Gegensätze\nzur erlogenen, aufgepfropften, anderswoher genommenen\nForm* Und dieses ganze Streben: „Weg von der ausge-\nborgten Stilform !“ sollte selbst wieder ein „Stil“ genannt\nwerden dürfen ?\nUnd noch etwas sehr Böses hatte die gedankenlose\nVerwendung dieses Schlagwortes im Gefolge* Seit alle\ndiese Neuerscheinungen einen Collectivnamen hatten,\nglaubte das Publicum ebenso achtlos an ihnen vorübergehen\nzu dürfen, wie es an den, endlich langweilig gewordenen,\newigen Umprägungen der alten Formen, welche die zu-\nnächst vorhergegangene Zeit beherrscht hatten, vorüber-\nzugehen sich nach und nach angewöhnt hatte* Gerade\naber in Zeiten des Werdens, des Entstehens neuer Formen-\nsprachen wird es am häufigsten Vorkommen, dass sich\ngewissenlose Speculanten unter die ehrlich Arbeitenden\nmengen, denselben Äusserlichkeiten des Handwerks ab-\nsehen und durch die womöglich recht übertriebene Anwen-\ndung derselben sich als kraftgenialische Mitschaffer am\nWerke der Moderne aufzuspielen trachten werden* Wer\nnicht genau hinsieht, wird dadurch über den Gang und das\nZiel der Bewegung desorientiert* Also weg mit allem ver-\ntrauensseligen Gebrauch von Schlagworten! ES GIBT\nKEINEN „SECESSIONISTISCHEN STIL“* Das ist\ndie Sache* Sondern es kommt nur heutzutage häufiger\nals in früheren Zeiten vor, dass es Künstler wagen, ihre\neigene Sprache zu sprechen* Die grosse Menge derer, die\nes nicht lassen können, ihre Töpfchen an fremden Feuern\nzu wärmen, zählt nicht mit*\n„Sitzt ihr nur immer! Leimt zusammen,\nBraut ein Ragout von andrer Schmaus,\nUnd blast die kümmerlichen Flammen\nZu eurem Aschenhäufchen 'raus!\nBewunderung von Kindern und Affen,\nWenn euch darnach der Gaumen steht;\nDoch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen,\nWenn es euch nicht von Herzen geht!“\nIm vorliegenden Hefte bringen wir einige Abbil-\ndungen bemerkenswerterer Objecte der Ausstellung*"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1898-10-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabf_1898-10_01#c007", "volume": "bmtnabf_1898-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "2", "page_fin": "2", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.2.4.1", "titre_corps": "Gemaltes Velumornament aus dem Ausstellungsräume der Militär-Tuchfabriken", "titre_sommaire": "Gemaltes Velumornament aus dem Ausstellungsräume der Militär-Tuchfabriken", "signature_source": "ALFRED ROLLER", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.4", "debut_caractere": 4112, "fin_caractere_exclue": 4201, "texte": "Gemaltes Velumornament\naus dem Ausstellungsräume\nder Militär-Tuchfabriken.\nALFRED ROLLER."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1898-10-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabf_1898-10_01#c009", "volume": "bmtnabf_1898-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "3", "page_fin": "3", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.2.4.2", "titre_corps": "VITRINE AUS GLAS UND MATTIERTEM SILBER", "titre_sommaire": "VITRINE AUS GLAS UND MATTIERTEM SILBER", "signature_source": "OTTO WAGNER", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.5", "debut_caractere": 13, "fin_caractere_exclue": 65, "texte": "VITRINE AUS GLAS UND MATTIERTEM SILBER.\nOTTO WAGNER."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1898-10-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabf_1898-10_01#c010", "volume": "bmtnabf_1898-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "3", "page_fin": "3", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.2.4.3", "titre_corps": "GESTICKTE BEHÄNGE", "titre_sommaire": "GESTICKTE BEHÄNGE", "signature_source": "OTTO WAGNER", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.5", "debut_caractere": 67, "fin_caractere_exclue": 98, "texte": "GESTICKTE BEHÄNGE.\nOTTO WAGNER."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1898-10-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabf_1898-10_01#c012", "volume": "bmtnabf_1898-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "4", "page_fin": "4", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.2.4.4", "titre_corps": "DECORATIVE ARCHITEKTUR D. 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T< .\nDer Geist Dürers, den Hans Thoma\nden grossen Feind aller Unbestimmt\ngenannt hat, wachte auf. In <fc» statkcn\nbraunen Contouren, die wir auf zahlreichen\nBilderndesFrankfurterMeistersbemerken\nkam zum erstenmale wieder die derbe Lort\ndes Deutschen am strengen Umri^e^\nAusdruck, aber erst mit der ,S\nder angewandten Kunst, die g\nder Hauptsache germanischen Geist\nbegann diese Linienlust sich auf ihr eigenstes Gebiet zu\nbesinnen, auf die Holzschneidekunst*\nWie diese, die ehedem in Deutschland so herrlich\ngeblüht hat, erst schritt- und dann sturzweise herunterge-\nkommen, wie aus der Holzschneidekunst die Xylographie\ngeworden ist, wissen wir, denn wir haben es mit angesehen,\nwie sie sich, in der thörichten Begierde, mit den photo-\ntypischen Techniken zu wetteifern, ihrem eigensten Wesen\nentfremdethat**Der Umrissschnitt war nicht bloss vergessen,\ner galt sogar für unmöglich; ihn wiederzubeleben, brauchte\nes die künstlerische Selbstsicherheit von vornehmen Un-\nzeitgemässen, wie es z* B* die Künstler waren, die für\ndie Morris'schen Bücher zeichneten und schnitten*\nDer moderne Umrissschnitt begann also mit Buch-\nschmuck, und dies ist ganz natürlich, wenn man bedenkt,\ndass der Holzschnitt oder wenigstens die zeichnerische\nHolzschnittmanier die einzige Technik ist, die wirklich dem\nBuche gemäss ist* Trotzdem braucht man nicht Prophet zu\nsein, um zu sagen, dass in Zukunft nur\nsehr wenig Buchschmuck in Holz ge-\nschnitten werden wird* Unzweifelhaft wird\ndie Holzschnittmanier, die starke Strich-\nzeichnung, sehr bald die einzige sein, die\nein Künstler von Geschmack anwendet,\nwenn er ein Buch mit Zierstücken oder\nIllustrationen auszustatten hat; denn jede\nandere Manier wirkt inmitten der Buch-\ndruckertypen fremd und störend, aber, da\ndie Zinkätzung imstande ist, das genaue\nFacsimile einer Strichzeichnung wiederzu-\ngeben, so ist es ganz erklärlich, dass die\nKünstler die bequemere Arbeit mit Feder\nauf Papier der ungleich mühsameren mit\ndem Messer auf Holz vorziehen* Es liegt\nunstreitig eine Gefahr darin, und der vor-"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "5", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.7", "debut_caractere": 2702, "fin_caractere_exclue": 2954, "texte": "* In Georg Hirths schöner Sammlung\n„Meister-Holzschnitte aus vier Jahrhunderten“\nist übrigens Gelegenheit geboten, zu sehen, wie\nschnell die Holzschnitttechnik ihrem innersten\nWesen, nämlich der grossen und starken Einfach-\nheit abtrünnig geworden ist."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "6", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.8", "debut_caractere": 13, "fin_caractere_exclue": 4463, "texte": "getäuschte Holzschnitt bleibt ein Surrogat, das die echte, hier doch nur nachgeahmte\nManier nie ganz erreichen kann, aber wir dürfen schon zufrieden sein, dass wenigstens\nder Stil im allgemeinen dadurch gewahrt wird. Indessen sollte aber doch jeder Künstler,\nder in dieser Weise mit Feder und Tusche Holzschnittwirhungen erzielen will, auch selber\nin Holz schneiden, denn nur dadurch gewinnt er einen wirklichen Einblick in die Möglich-\nkeiten, die der Holzschnitt gewährt, und nur ein Künstler, der diese edle Technik geübt hat,\nwird davor bewahrt bleiben, es sich zu leicht zu machen. Auch darf die Hoffnung nicht auf-\ngegeben werden, dass sich doch immer noch Künstler und Verleger finden werden, die die\nMühe und Kosten nicht scheuen, Bücher mit wirklichen Holzschnitten herzustellen/ Solche\nBücher, wie z. B. das, das L. Pissaro in Holz geschnitten hat (the Queen of the fishes),werden\nimmer unter Bücherfreunden ganz besonders begehrt werden, selbst wenn nicht auch der Text\nvom Künstler in Holz geschnitten wurde, wie es bei diesem prächtigen kleinen Buche der\nFall ist, das übrigens gerade dann noch schöner wäre, wenn der Text in richtigem Typen-\nsatze darin stände.\nHaben wir es also beim Buchschmucke im allgemeinen nur erreicht, dass man wieder\nauf die MANIER des alten Umrissschnittes zurücfcgreift, so können wir auf anderem Gebiete\ndoch auch von einem verheissungsvollen Auflebcn des wirklichen Holzschnittes im Geiste\nder alten grossen Tradition reden.\nWäre es nur ein nachahmendes Aufnehmen der alten Weise, ein Archaisieren im\nStile Dürers etwa, so verlohnte es sich nicht der Mühe, ein grosses Aufheben davon zu\nmachen. Wer z. 8., was Sattlers gewandte und geschickte Feder auf dem Papier kann, im\nHolz vermöchte, der würde doch immer nur ein begabter Spieler mit alten Formen und\nMitteln heissen können; wir würden beim ersten Anblicke seiner Arbeiten erstaunen, wie bei\njedem Stilkunststück, so etwa, wie wir erstaunen würden, wenn ein heutiger Dichter in der\nSprache Luthers schriebe, aber wir würden schliesslich einen Dürer’schen Holzschnitt dem\nseinen doch beträchtlich vorziehen, selbst wenn der Moderne den Alten wirklich erreichte, ein\nFall, der genau so unwahrscheinlich ist, wie der, dass heute jemand ein so schönes Mittelhoch-\ndeutsch schreiben sollte, wie Herr Walther von der Vogelweide.\nDas Verheissungsvolle an den Beweisstücken des wiederauflebcnden Holzschnittes\nim echten Geiste dieser schönen Kunst ist, dass sie zugleich modernen Geistes sind, dass sie,\nbei allem Verstände für die alten Grundlagen dieser Kunst, bei allem Zurückgehen auf die gute!\nalte Tradition, mit Beiseitelassung all der Modeirrthümer einer kunstverlassenen Zeit, doch\nihren eigenen Zielen zustreben und ihre Mittel diesen Zielen anzupassen wissen. Dass die\nmodernen Holzschneider auch diese neuen Ziele und Mittel nicht alle gerade selber entdeckt\nund erfunden haben, dass sie sich auch hierin wieder von guten Gaben der Fremde beein-\nflussen liessen, thut unserer Freude keinen Abbruch, wenn wir nur erkennen dürfen, dass\nauch das Fremde nicht etwa bloss copiert ist.\nEs ist keine Frage, dass auch beim modernen Holzschnitt Japan Pathe gestanden hat.\nGescheite Eltern suchen sich halt gute Gevattern für ihre Kinder, und es ist keine Schande,\neinen schönen Taufbecher als Pathengeschenk erhalten zu haben, wenn man nur keine Tinte\ndaraus trinkt und immer was Gutes hincinzuschenken hat. Immer noch besser die feinen\nalten Herren vom Tausendinselreiche zu Gevattern, als die steifleinenen alten Akademie-\ngewaltigen aus den Zeiten des Interregnums der europäischen Kunst.\nDer Einfluss der Japaner war übrigens im Grunde nur Anregung. Das alte Europa\nist immer noch kräftig genug, einen freundschaftlichen Anstoss auszuhalten; cs fällt nicht\ngleich bis nach Ostasien. In diesem Falle ist es nur aus dem ausgefahrenen Geleise in ein\nbesseres gerathen. Es heisst die Thatsachen stark übertreiben, wenn man noch immer von\neinem Japanismus der modernen Holzschneidekunst redet. In ihren Anfängen waren Ähnlich-\nkeiten deutlich; etwas Fremdes, Exotisches amüsierte zwar, wirkte auf die Dauer aber schief\nund fatal; jetzt aber kann man sagen, dass wir Eigengewächs vor uns haben.\nAllzu zahlreich sind die Künstler noch nicht, die sich bei uns mit dem Holzschnitt\nbeschäftigen. Offenbar meinen noch viele, eine Schwarzundwcisszcichnung, durch Zinkätzung\nvervielfältigt, thue es auch. Dass das für den Buchschmuck ein erträglicher Behelf der Be*"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "7", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4601, "texte": "quemlichkeit ist, wurde schon gesagt, aber für das, was die heutigen künstlerischen Holz-\nschneider beabsichtigen, genügt es wahrhaftig nicht. Dies geht schon daraus hervor, dass die\nkünstlerischen Holzschnitte von heute in der Hauptsache auf Wasserfarbendruck mit der Hand\nberechnet sind. Darin lässt sich das Vorbild der Japaner deutlich erkennen, von denen man\nauch die primitive Art, ohne eigentliche Presse zu drucken, übernommen hat. Man will wirk-\nlich künstlerische Drucke erzielen, und das ist, zumal bei farbigen Schnitten, mit der Maschine\nnicht zu erreichen, ja selbst die Handpresse ergibt nicht Abzüge von dem Tonreiz der primitiv\nhergestellten Blätter.\nMan sicht: es handelt sich bei diesen Künstlern keineswegs um die Absicht, eine\nmöglichst grosse Anzahl von Abklatschen herzustellen; sie schneiden nicht in Holz, um ein\noriginales Mittel zur Vervielfältigung zu haben, sondern sic widmen sich dieser Technik, weil\nsich mit ihr Wirkungen erzielen lassen, die nur der persönliche Abdruck vom Holze ergibt, und\nweil die Technik selbst zu einer so strengen Linienführung und Flächenabwägung zwingt,\nwie keine andere. Damit ist aber sofort das decorativc Moment gegeben, das dem modernen\nHolzschnitte innewohnt. Je mehr sein Wesen von einem Künstler erkannt wird, um so gross-\nzügiger wird er. Zwar lässt auch er viele Nuancen und grosse Feinheiten zu, in der Haupt-\nsache aber hat er etwas Monumentales, einfach Ausdruckvolles. Wie seine Technik zwischen\nMalerei und Plastik steht, so ist auch sein inneres Wesen dem Plastischen mitverwandt. Es\nist kein Zufall und nicht bloss Spielerei, dass die Japaner ihn gern mit Reliefdruck verbinden.\nUnter den Deutschen haben in diesem Sinne zuerst PETER BEHRENS und OTTO\nECKMANN gearbeitet, beide unabhängig voneinander. Eckmann ist zuerst damit vor die\nÖffentlichkeit getreten, aber Behrens hat sich eindringlicher damit beschäftigt. Von seinen\nBlättern soll daher an erster Stelle die Rede sein.\nEs sind bis jetzt sechs Schnitte von ihm vorhanden s der Tannenwald, der Sturm,\nTrockene Blumen, der Sieg, ein Vorsatzblatt und Schmetterlinge. Was zuerst an allen diesen\nBlättern auffällt, ist das decorative Element in ihnen. Das erste von ihnen, der Tannenwald,\nbringt dieses Streben noch nicht so klar zum Ausdruck wie die übrigen. Es ist auch, natürlich\ndas Vorsatzblatt ausgenommen, das kleinste unter ihnen und fällt schon dadurch etwas aus\nder Reihe und dem grosszügigen Wesen dieses Künstlers heraus, so schön und ausdrucksvoll\nes im übrigen ist. Von dem Vorsatzblatt habe ich in der „Decorativen“ Kunst ausführlicher\ngesprochen; man kann ohne Übertreibung sagen, dass es das beste Blatt ist, das wir für diesen\nZweck jetzt in Deutschland besitzen: es drückt, ohne im entferntesten illustrieren zu wollen,\nWesen und Inhalt des Buches, für das cs bestimmt ist, aufs glücklichste rein ornamental und\ndurch die Farbe aus. Die drei ausserordentlich grossen Blätter: Sturm, Trockene Blumen und\nSieg sind als Wandschmuck gedacht, während der zuletzt entstandene Schnitt, die Schmetter-\nlinge, ein Mappenblatt ist, bestimmt für die grosse, von Meier-Graefe unter dem Titel Ger-\nminal geplante Veröffentlichung von Kunstblättern, auf die ich schon bei dieser Gelegenheit\nalle Sammler aufmerksam machen möchte. Das Behrens’sche Blatt wird in ihr die Nachbar-\nschaft der ausgezeichnetsten Holzschnitte, Radierungen, Steinzeichnungen erster Meister aller\nKunstnationen zu bestehen haben und dabei wahrhaftig keine schlechte Figur machen. In ihm\nist Figürliches, flachliegendc Schwimmblätter auf graublauem Grunde und Schmetterlinge,\ndurch die Anordnung zu vollkommen ornamentaler Wirkung gebracht, ein entzückendes\nSpiel decorativer Laune mit der Natur.\nDen eigentlichen Stamm unter den bisherigen Behrens'schen Schnitten bilden aber die\ndrei Wandschmuckblätter. In ihnen äussert sich ein decoratives Talent von einer einfachen\nGrösse, von einem strengen und vornehmen Stilgefühl, wie wir augenblicklich auf diesem\nGebiete in Deutschland kein zweites besitzen, und sie bezeichnen gleichzeitig das Vollkom-\nmenste in der Technik des farbigen Holzschnittes bei den Deutschen. Ein kleines technisches\nWunder ist vornehmlich der an zweiter Stelle genannte Schnitt, die trockenen Blumen. Man\nmuss das Blatt selbst vor Augen haben, um einen Begriff davon zu erhalten, zu welchen Fein-\nheiten der moderne Holzschnitt unter den Händen eines Künstlers wie Behrens fähig ist, den\nman mit vollem Rechte jetzt schon als einen der wenigen Meister dieser Technik ansprechen\ndarf. Aber gerade durch diese Überfülle an Nuancen und auch durch einen gewissen lyrischen"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "8", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3787, "texte": "Zug, der freilich gerade dieses entzückende Blatt vielen\nbesonders nahe bringen wird, beeinträchtigt sich seine\nreine decorative Wirkung in etwas* Es ist zu intim, um\nganz holzschnitthaft monumental zu wirken* In diesem\nBetracht wird es vom Sturm und dem Sieg noch über-\ntroffen* In diesen ist der Triumph der einfachen grossen\nLinie, der vornehm discreten Farbenfläche vollkommen*\nBeide sind im ganzen auf Grau-Blau gestimmt, die Mon-\nteuren heben sich in einem sammtenen Grau-Schwarz\nheraus; beim Sieg tritt ein überaus wirkungsvoller Fleck\nin Orange dazu* Aber die Hauptsache liegt bei der Linie*\nBeide Blätter sind figürlich, aber sie wirken mit der Schwung-\nwucht von sehr einfachen Ornamenten, in denen, wie mit\neiner Zeichensprache, alles ausgedrückt wird, was in dem\njeweiligen Stoffe liegt* Der STURM: Ein Adler\nfegenden Wolken, über jagenden Wellen und tief gebeugten\nBäumen; die Schwingenweite des Vogels geht von dem\neinen Längsrande des Blattes zum anderen; die Linien der\nSchwingen wiederholen sich in denen der Wolken, die\nKrallen des Vogels haben\nihr grösseres Abbild in\nden sich überstürzenden\nWellen* Das könnte wie\nein billiger Symbolisten-\nwitz aussehen, wenn es\nnicht so absolut ernst und\nbei aller Vereinfachung der\nLinie so naturentnommen\nwirkte* Der SIEG: Ein\nbreites, wildes, nächtiges\nWasser; die Gewalt der\ndrängenden Wogen wirft\nsich gegen einen nackten\nJüngling, der ruhig in der\nerhobenen Rechten eine\nFackel durch die Wasser-\nweite trägt* Ist cs nicht\nwie eine Modernisierung\ndes alten lieben Themas\nvon Christophorus, der\nden kleinen Heiland übers\nWildwasser hucfcepackt ?\nIm Grunde sicher derselbe\nGedanke, aber auf seine\nalles Legendenhaften, Bei-\nwerkmässigen entkleidete\nNacktheit zurückgeführt\nund darum zwar nicht so\nsinnig,lyrisch, anheimelnd\nin der Wirkung, aber dafür\num so mächtiger, symbol-\nhafter und decorativ ein-\ndrucksvoller*\nIch habe von diesen Wandschmuckblättern deshalb\nausführlicher gehandelt, weil ich glaube, dass der auf Wand-\nschmuck berechnete, vom Künstler selber mit der Hand\ngedruckte und darum in jeder Hinsicht als originales Kunst-\nwerk, nicht als blosses Vervielfältigungsproduct zu be-\nwertende Holzschnittdruck berufen ist, eine wichtige Auf-\ngabe zu erfüllen, nämlich die Schmückung des Hauses derer,\ndie nicht im Stande sind, sich Originalgemälde anzu-\nschaffen* Diese Behrens'schenKunstblätter mit ihren grossen\nFlächen, die selbst in grossen Zimmern nicht verschwinden,\nkönnen auch von solchen Kunstfreunden erworben wer-\nden, die sich sonst die Anschaffung von originalen Kunst-\nwerken versagen müssen* Dies ist aber ein avis au lecteur,\nder sich nicht bloss auf die Geniessenden, sondern auch\nauf die Schaffenden bezieht* Das „weg von der Staffelei“,\ndas heute den Malern oft zugerufen wird, indem man es\nihnen nahelegt, sich nicht bloss mit der Schaffung von Ge-\nmälden, sondern auch mit der Erzeugung von Gegen-\nständen der Nutzkunst zu befassen, kann und wird von\nvielen nicht befolgt wer-\nden, denen es eben gerade\num den malerischen Aus-\ndruck von Bewegungen\nihres Inneren zu thun ist,\nvon denen also, die als\nMaler Poeten sind, für\nsie ist der grosse Farben-\nholzschnitt für die Wand\neine Gelegenheit, auch\nihrerseits im Zuge derer\nmitzuschreiten, die die\nKunst in reicherer Fülle\nins Leben selber stellen\nwollen* Es lässt sich wun-\nderschön ins Holz dichten,\nwie Peter Behrens beweist*\nDie F arbigkeit ist für den\ngrossdecorativen Zweck\ndes Holzschnittes zwar sehr\nwesentlich, aber doch nicht\nunbedingt nothwendig*\nBeim primitiven Hand-\ndruck mit Wasserfarben\nlassen sich auch schwarz\nauf weiss sehr schöne Wir-\nkungen erzielen* Eine Rei-\nhe von Versuchsblättern\ndes vortrefflichen E* R*\nWEISS beweist das* Es\nsind ganz ausgezeichnete\nSachen darunter, die, wie\nalles, was dieser hoch-\nbegabte junge Künstler"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "11", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2283, "texte": "macht, die Hoffnung:, ja Gewissheit wach rufen, dass wir\nauch auf diesem Gebiete das Beste von ihm erwarten dür-\nfen, wenn er sich von dem allzu Archaistischen und einer\ngewissen hieratischen Steifheit frei macht Er ist übrigens\nder geborene Holzschneider fürs Buch* Für das Abheben\nder grossen weissen von grossen schwarzen Flächen hat er\neinenganzeminenten Sinn, und darin reicht er zuweilen jetzt\nschon an den grossen Künstler heran, von dem ich nun zum\nSchlüsse noch reden möchte: an FELIX VALLOTTON*\nSeitdem Meier-Graefe bei Stargardt in Berlin eine\nSammlung der besten Holzschnitte Vallotons mit einem\nvorzüglichen Texte herausgegeben hat, ein Werfc, das kein\nFreund der Holzschneidekunst übersehen dürfte, ist über\nden Schweizer Künstler nicht mehr viel zu sagen* Meier-\nGraefe hat in seiner scheinbar hingeworfenen Schreibweise,\nhinter der aber stets gründlichste Sachkenntnis und ein ganz\nungewöhnlicher Sinn für das Wesentliche in jeder Kunst-\näusserung steckt, ungefähr alles gesagt, was sich für Leute,\ndie nicht zu den ganz Zurückgebliebenen gehören, über\nVallotton sagen lässt* Ich verweise also, um den Verfasser\nnicht abzuschreiben, auf das schöne Werk selber, wobei\nich übrigens nicht verfehlen will, zu betonen, dass jeder,\nder es sich leisten kann, gut thut, die Ausgabe auf japani-\nschem Büttenpapier zu kaufen, denn die Vallotton'schen\nwie überhaupt alle Holzschnitte kommen auf glattem Papier\nlange nicht so zur Geltung, wie auf dem seidenfaserig weich-\nrauhen, das neben den Chinesen nur die Japaner herzu-\nstellen wissen*\nWas mit Schwarz aufWeiss aus dem Holze zu holen\nist, welch köstliche Wirkungen fürs Auge zu erreichen sind,\nwenn es jemand versteht, was Geist der Linie und Flächen-\nabwägung heisst, das kann vor diesen wundervollen Blät-\ntern mit höchstem Genüsse erkannt und empfunden werden*\nUnd dass man zugleich eine Persönlichkeit von eigenster\nAnschauungsart kennen lernt, einen Beobachter des mo-\ndernen Lebens voll Schärfe und kaustischem Humor, einen\nPorträtpsychologen von erstaunlicher Tiefe bei grösster\nEinfachheitderKunstmittel,kurzeinenKünstlerinSchwarz\nund Weiss, der, so sehr er in erster Linie auch Formenmensch\nist, doch nicht weniger Bedeutung als Mensch von Geist\nhat, das ist am Ende eine Zugabe, die auch nicht zu ver-\nachten ist*"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1898-10-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabf_1898-10_01#c014", "volume": "bmtnabf_1898-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "5", "page_fin": "5", 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Vielfach ist noch die Meinung verbreitet, dass die\nKunst als „Darstellung des Schönen“ gewissen ewigen Gesetzen unter-\nliege, denen man durch Studium beikommen könne; dass der Begriff der Schön-\nheit unwandelbar sei und dass sich das rechte Urtheil in künstlerischen Dingen\nsomit eigentlich erlernen lasse* Einschränkungen werden freilich auch von jenen\ngemacht, die diese Meinung noch hegen* Zunächst wird der Begriff der Kunst\neingeschränkt* Von der Dichtkunst kann in diesem Zusammenhänge überhaupt\nnicht die Rede sein* Die ist zu abhängig von unserer sonstigen Begriffswelt, zu\nbedingt durch tausend und abertausend ausserkünstlerische Gedanken und Ur-\ntheile, zu sehr beeinflusst von allen unseren intimsten subjectiven Vorstellungen\nund Gefühlen, als dass hier jemals ein ganz strenger Codex, eine einzig gütige\nNorm auf gestellt werden könnte* Aber auch die Musik, die scheinbar dem Leben\nabgekehrte, ätherische, selbstgenügsame, durch nichts bedingte, hat sich bisher\nnoch nicht in eine feste Formel bringen, noch nicht auf wenige, leicht fassliche\nGrundregeln zurücfcführen lassen* Freilich, unbedingt und absolut ist die Musik\nnur scheinbar* Doch ich will mich hier nicht auf theoretische Untersuchungen\neinlassen* Ich begnüge mich mit dem historischen Beweis und erinnere nur kurz\nan die grossen und kleinen Blamagen, die das Publicum und die Kunstrichter\nbeinahe ausnahmslos vor jeder bedeutenden musikalischen Erscheinung erlitten\nhaben* Wäre auch nur EINE solche Blamage möglich gewesen, wenn es ein\nfeststehendes Urtheil in musikalischen Dingen gäbe? Die ärgsten Enttäuschungen\nund die gröbsten Berichtigungen hat gerade die Musikästhetik erfahren* Bleibt\nalso nur die bildende Kunst* Aber in der heisst es sei doch für den Fein-\nfühligen und künstlerisch Gebildeten kaum ein Irrthum möglich* Auch der\nschlichte „gesunde Menschenverstand“ und das einfache, unverdorbene Gefühl\nseien hier bald im Reinen* Zwei Augen habe schliesslich doch jeder, und das\nsei hier die Hauptsache* Zwei Ohren die hat allerdings auch ein jeder* Aber\nes gibt bekanntlich „musikalische“ und „unmusikalische“ Menschen, und die\neinen haben nur Ohren für diese, die anderen für jene Gattung Musik* Schauen\nhingegen, das können alle; das sei eine Thätigkeit, die in jedem Berufe und bei"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "13", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.15", "debut_caractere": 13, "fin_caractere_exclue": 3033, "texte": "jeder Arbeit des täglichen Lebens geübt werde* Und ein reifes und geübtes Auge\ntrage einen untrüglichen Massstab in sich selber* Gewisse Formen und Farben\nvertrage das Auge nicht u* s* w. —Ja, wenn es so wäre! Aber gerade von der\nbildenden Kunst und besonders von der Malerei gilt es, dass „Vernunft und\nHerz nur schwer zu Wort kommen'“* Die meisten, die sich berufen fühlen, in sol-\nchen Dingen mitzureden, stehen im Banne ererbter und anerzogener Thorheiten\nund Unzulänglichheiten* Die natürliche Fähigkeit, zu schauen und das Geschaute\nins Bewusstsein aufzunehmen, versagt in künstlerischen Dingen mitunter gänz-\nlich und ist jedenfalls nicht ausreichend, um ein gesundes künstlerisches Urtheil\nzu ermöglichen* Im gewöhnlichen Leben sehen wir nicht nur mit den Augen,\nsondern auch mit dem Verstände* Alles, was wir sehen, ist ein Gegenstand unseres\nBegehrens, unseres Interesses, unserer Neugierde* Die ungewohntesten Dinge\nvermag unser Auge richtig zu erfassen, weil sich unser Verstand und unser\nWollen beim ersten Anblick eines jeden Dinges bemächtigt* In der Kunst sollen\nwir aber auf einmal nur mit dem Auge, ganz uninteressiert und objectiv schauen\ndas Auge allein, unser Formen- und Farbengefühl soll Erklärer und Beur-\ntheiler sein* Und da entdecken wir erst, wie gering die Kraft unseres Auges ist,\nselbständig dem Gefühle einen Eindruck zu vermitteln* Eine einzige Farben-\nzusammenstellung, die wir noch nicht gemalt gesehen haben, kann uns trotzdem,\ndass wir ihr vielleicht schon unzähligemale in der Natur begegnet sind, nicht\nnur scheusslich, sondern geradezu unmöglich Vorkommen. „Das gibt es nicht!“\nrufen wir aus, und wenn uns dann nachgewiesen wird, dass es so etwas aller-\ndings gibt und uns noch gar nie unangenehm aufgefallen ist, so sagen wir wohl\närgerlich: „Aber so etwas malt man nicht!“ In der Malerei pflegen wir den\nMassstab für unser Urtheil ganz und gar nicht unseren sonstigen Eindrücken und\nErfahrungen zu entnehmen* Überzeugt davon, dass die Kunst ihre eigenen Ge-\nsetze habe und die Natur eher zu verbessern, als bloss nachzuahmen berufen sei,\nlassen wir in künstlerischen Dingen auch nur den Massstab gelten, den wir der\nKunst selbst entnommen zu haben glauben* Die Kunst selbst aber, das sind\nschliesslich doch nur jene Kunstwerke, die wir am besten kennen, die uns eben\ngeläufig sind oder in deren Umgebung wir aufwuchsen* Und die Künstler, die\nsie geschaffen, waren ihrerseits auch wieder im Banne vorgeschriebener Regeln\nund überkommener Traditionen* So gewinnen wir schliesslich ein „Schönheits-\nideal“, das aus einer Zeit stammt, die der unseren vielleicht in keinem Zuge\ngleichen mag* Wir lassen nur eine Gestaltungsweise, die mit der uns umgebenden\nWirklichkeit kaum mehr als eine entfernte Ähnlichkeit gemein hat, als künst-\nlerisch berechtigt gelten, und die erste ehrliche Nachahmung der Natur bringt\nuns aus dem Häuschen.\nNur solcherart lässt sich die Xhatsache erklären, dass in älteren Kunst-\nepochen niemand an der steifen, unnatürlichen Formengebung, der fehlerhaften"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "14", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4302, "texte": "Zeichnung, dem Mangel anPerspective u. dgl. Anstoss nahm.\nDie Leute waren eben gewohnt,die Kunst mit anderen Augen\nanzusehen als die Natur, und da die Kunst damals nur\nreligiösen Zwecken diente und bei der Wiedergabe der rein\ndogmatisch gefassten religiösen Vorstellungen eigentlich\nnur symbolisch zu wirken hatte eine Wirkung, die ihr\nauch vollständig gelang —, so fiel es den Leuten, die vor\nsolchen Bildern ihre Andacht verrichteten, gar nicht ein, an\ndie unausgebildete Technik und die ungenügende Natur-\nbeobachtung der Maler zu denken. Als Cimabue zum ersten-\nmale einen lebenswahren Zug in die byzantinische Ma-\ndonna brachte, erschien\ndas den Leuten wie eine\nOffenbarung, Heutzutage\nwäre es Cimabue in einem\nähnlichen Falle vermuth-\nlich übel ergangen. Da-\nmals aber wurde er be-\njubelt und seine Madonna\ngeradezu wie ein wunder-\nthätiges Bild verehrt. Sein\nSchüler Giotto hat dann\ndas Leben in grösserer\nBreite und Tiefe neu ent-\ndeckt, und von ihm datiert\ndie erste grosse Epoche der\nitalienischen Malerei, nach\nÜberwindung des Byzan-\ntinismus, Diese Wendung\nund insbesondere auch das freudige Mitfühlen des Volkes\nmit den Künstlern, das allgemeine Verständnis für die neuen\nErrungenschaften ist aber durchaus nicht auf eine rein\nkünstlerische Erkenntnis oder auf ein richtiges Gefühl von\ndem, was der Kunst als solcher bisher gefehlt hatte, zurück-\nzuführen, Vielmehr war es die Neubelebung des religiösen\nGeistes durch Franz von Assisi, welche im ganzen Cultur-\nleben jener Zeit, und so auch in der Kunst, die der Religion\nam nächsten stand, eine Umwälzung hervorrufen musste.\nAus dem starren Dogma war eine echt menschliche Lehre\nvoll lebendigen Christensinnes geworden, und so konnte\nund musste auch aus der byzantinischen Madonna die\nheilige FAMILIE und aus dem in einem Krönungsornat\ngekleideten byzantinischen Christkind ein patschender und\nstrampelnder santo bambino werden. Die Reinheit der fran-\nciscanischen Lehre gieng freilich rasch genug wieder ver-\nloren. Aber die Starrheit des Dogmas kehrte nicht zurück\nund das Leben liess sich nicht mehr aus der Kunst ver-\nbannen, In dem Masse, als das ganze Leben jener Zeit sich\nfreier und üppiger gestaltete und die Kirche selbst ihre\nweltliche Macht immer sinnfälliger zum Ausdruck brachte,\ndrangen auch immer neue weltliche Motive in die Kunst\nein und entrückten sie dem Bannkreise kirchlicher Vor-\nstellungen, Die Entdeckung und Erforschung der Antike\nwar der grossartige Abschluss all dieser befruchtenden\nKeime und fordernden Anregungen, die in der Zeit der\nRenaissance in einer schier unabsehbaren Reihe von grossen\nGeistern und genialen Naturen zu neuen Ausdrucksmitteln\nund schöpferischen Ideen wurden. Da aber drohte die\nKunst auch stillzustehen; da gerieth sic vom Leben wieder\nms Studium da entstand wieder eine Schablone, und all\ndie realistischen und naturalistischen Versuche der späteren\nItaliener vermochten die Schablone nicht zu überwinden.\nEine neue herrliche Blüte der Kunst war nur dort\nmöglich, wo unabhängig von früheren Idealen eine ganz\nandere Art und zu\nschauen und zu schaffen\nsich entwickelt hatte und\nauf dem Höhepunkte dieser\nEntwickelung dann auch\nder Einfluss Italiens und die\nKenntnis der Antike nicht\nviel mehr nützen und noch\nweniger schaden konnte*\nDie holländische Malerei\nhat der Welt geoffenbart,\ndass mit den letzten grossen\nItalienern die wahre Kunst\nkeineswegs gestorben ist.\nUnd wer nun als ge\nbildeter moderner Mensch\n- auch Rembrandt ne-\nMeister *.Ue„ liss., de, hat\nstanden, dass es kein allgemein gütiges Schönheitsideal\nund keine ewig gütigen Kunstnormengibt, daLSuns\nso reich und wechselvoll ist wie das T j oic Kunst\nHervorbringung echter and darum dauernderKunstwe^\nnahrunv IführT , / Kunst stets frische Lebens-\neabun/ die auch a* TI ei^enarti?e künstlerische Be-\nItZlt S Leben Wieder neu 20 befruchten\nden. Ver??SenWr‘\nkunst und Musik auBch\nLeben erwachten, da war * c < , 1 ; neuem\nkünstliche N.übdcW fcein „\nEmporwachsen aus den Tief™ 4„, \\r it 7\n***** •£“ “r-ÄSÄS\nmale entdeckte Antike und die ästheticl. f Z\ndigte Kunst der\nVormünder dieser neuen Kunst, von der woM Stßedit\nbehauptet wurde, dass aus ihr kein Bild der Zeit zu ge-\nwmnen sei, in der sie entstanden ist und zur Geltung kam •\nwahrend die Kunstepochen der j ™ ’\nSpiegel reiner Kunstwerke ein getreues und lebensvolles"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "17", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.19", "debut_caractere": 13, "fin_caractere_exclue": 4841, "texte": "Bild der Zeit und der Nation gaben. Auch zeichnete sich\njede der vergangenen Kunstepochen dadurch aus, dass sie\ngegenüber noch älteren, früher vergangenen Epochen etwas\ngänzlich Neues, Unvergleichliches zutage förderte. Diese\nneue Kunst einer Zeit des „Fortschrittes“ hingegen er-\nschöpfte sich in der Nachahmung und Verwertung des\nAlten, des Überkommenen. Nicht das wirkliche Leben\ndiente ihr zum Vorbilde, aber auch nicht ihre eigenen\nTräume und Phantasien wagten die Künstler rückhaltlos\nund rücksichtslos zur Anschauung zu bringen, sondern sie\narbeiteten alle nach berühmten Mustern und nach den\nRegeln, die man aus diesen\nabgeleitet hatte. Die künst-\nlerische Praxis wurde von\nder Theorie beherrscht,\nund mehr als ein bedeu-\ntendes Talent hat ihr das\ngrausame Opfer der Indi-\nvidualität gebracht. Min-\nder starke Individualitäten,\ndenen es von vornhinein\nan Kraft und Willen zur\nSchöpfung eines persön-\nlichen Stiles gebrach, haben\ndurch die sichere Beherr-\nschung und bewusste An-\nwendung der „besten Re-\ngeln“ vorübergehende Be-\ndeutung erlangt. „Correcte“ Zeichnung, „Symmetrie“ und\n„Rhythmus“ in der Composition, „Harmonie“ in der\nFarbengebung solche und ähnliche Begriffe waren genau\nfestgestellt, für jeden Begriff gab es ein oder mehrere clas-\nsische Beispiele, und die glückliche Aneignung desjenigen,\nwas sich einem solchen Beispiele überhaupt abgucken und\nnachbilden liess, das war das Höchste, was man in Aka-\ndemien und Malerschulen lernen konnte. Für die „Correct-\nheit“ der Zeichnung aber waren eben nur die Beispiele,\nnicht die Natur massgebend; „Symmetrie“ und „Rhyth-\nmus“ war aus berühmten Gemälden, nicht aus den zu fälli-\ngen Gruppierungen des Alltags zu entnehmen; die „Har-\nmonie“ der Farbengebung war etwas abstract Erklügeltes\nund willkürlich Vorgeschriebenes, das mit dem wunder-\nvollen Leben natürlicher Farbenerscheinungen nur den\nNamen gemein hatte. Sonst hätte es ja nicht geschehen\nkönnen, dass der grosse Farbenzauberer Böcklin, in dessen\n„mythologischen Landschaften“ sich die liebevollste Natur-\nbeobachtung mit einer ursprünglichen Schöpferkraft ver-\nmählt, so lange unverstanden blieb und dass die Werke eines\nThoma, der jetzt allgemeine Verehrung geniesst, geraume\nZeit als „unmöglich“ von den Kunstausstellungen a priori\nausgeschlossen waren. An solchen Fällen erwies sich, wie\ndie Schüler der alten Meister zu pedantischen Schulmeistern\ngeworden waren, die die „freie“ Kunst zur starren Disciplin\nerniedngten.Den wirklichen Menschen konnten diese Schul-\nmeister nur als „Modell“ gebrauchen, das sie stellten und\nherrichteten, wie es 2u den Regeln passte. Sogar die land-\nschaftliche Natur wurde daraufhin geprüft, ob sie „male-\nrisch“ se* oc^ef n*cht* Dass der Maler imstande sei, in den\nunscheinbarsten Winkeln der Erde Schätze von Poesie und\nmalerischer Schönheit zu heben, das war damals noch un-\nbekannt Damals glaubten die Maler in ferne Landereisen\nzu müssen, wenn sie einmal „loslegen“ wollten. Für ihren\nDrang nach satteren Farben und kräftigeren Farbencom-\nplexen sollte die Glut des Orients oder der Tropen zum\nVorwände und zur Ent-\nschuldigung dienen♦ Und\ndoch fielen auch diese\nReisebilder zahm genug\naus* Die schrankenlose\nFreiheit und der kühne\nTröte des echten und\nrechten Künstlersehnens\nschien nicht vorhanden zu\nsein* Wohl dürfen wir ein-\nzelne Namen mit Ver-\nehrung und Bewunderung\naussprechen* Aber sie kön-\nnen uns nicht darüber täu-\nschen und nicht dafür ent-\nschädigen, dass diese ganze\nrr . j Kunst sagen wir: die\nKunst der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts\neine Kunst war, deren Jünger und Bekenner von sich sagen\ndurften: „Die Hälfte unseres Thuns ist nicht Natur“. Und\nwenn auch Einzelne, zur anderen Hälfte wenigstens, vom\nbesten Wissen, Wollen und Können beseelt waren und auf\nihrem künstlerischen Lebenswege einen schönen, männ-\nlichen Schritt einhielten, so „tappte“ doch die grosse Mehr-\nheit der Übrigen unschön und ungeschickt auf ihrer Spur\neinher; nicht auf der Spur der alten Meister, denen noch\ndie Vorangegangenen gefolgt waren, sondern nur auf der\nSpor dieser Nachfolger, dieser Epigonen. So ward schliess-\nlich eine Kunst aus zweiter, aus dritter Hand die herr\nsehende. Und das Publicum fand alles in Ordnung. Es\nhatte sich daran gewöhnt, nach denselben Regeln zu ur-\ntheilen, die von den Künstlern beobachtet wurden. Es\nstand gewissermassen auf demselben Standpunkte wie das\nPublicum der byzantinischen Künstler. Es freute sich einer\nKunst, die zwar ohne „Fehler“ war, aber deren Formen\nund Bildungen im wirklichen Leben gar nicht anzutreffen\nwaren, ausser höchstens auf der Bühne und in sogenannten\n„lebenden“ Bildern, für die aber eben die gemalten zum\nVorbilde dienten*\nDiese Kunst ist heute noch nicht überwunden. Noch\nimmer wird an Akademien und Malerschulen nicht viel\nanderes gelehrt als das todte Erbe alter und neuer, grosser"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "18", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.20", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3178, "texte": "und kleiner Meisten Noch immer stehen die Künstler und\ndas Publicum, Kenner und Laien einer sehr originellen\nund sehr bedeutenden Erscheinung ziemlich rathlos gegen-\nüber* Aber es ist doch besser geworden* In der zweiten\nHälfte des Jahrhunderts hat der Widerspruch und die Auf-\nlehnung gegen die conventionellen Schönheitsregein, gegen\nden seelenlosen Formalismus und die nüchterne Abstrac-\ntion immer lauter und allgemeiner seine Stimme erhoben*\nEinige Künstler, die ungefähr gerade um die Mitte des\nJahrhunderts mit ihren Werken Aufsehen erregten, haben\nzuerst die Bahn gebrochen und jetzt, da schon dieMorgen-\nröthe eines neuen aufdämmern will, ist die grosse Schar\nder Jüngeren und Jüngsten beinahe vollständig im Banne\nder neuen Kunstanschauung: man kann und darf zum\nmindesten von einer im Entstehen begriffenen, von einer\nerwachenden und aufblühenden MODERNEN Malerei\nreden; von einer Malerei, die nicht nur neu oder modern ist\nder Zeit nach als das Neue, das just in der Mode ist —,\nsondern die wirklich einen neuen Inhalt, eine neue Form und\neinen neuen Stil hat; die also berechtigt ist, vielleicht schon\ndieser, jedenfalls aber der kommenden Epoche ihren Namen\nzu geben und ihren Stempel aufzudrücken* Ich kann mich\nhier nicht darauf einlassen, die Verdienste der Bahnbrecher\nbesonders zu würdigen und die Entwickelung darzustellen,\nin der sich der langsam und stetig anwachsende, immer\nbreiter und tiefer werdende Strom modernen Kunst-\nempfindens und modernen künstlerischen Darstellungs-\nvermögens von jenen Wenigen, die nun ihr Werk bereits\nvollendet haben, weiterbewegt hat bis zu den Vielen\nvon heute, deren Schaffen und Wirken der Zukunft an*\nn*ckt auseinandersetzen, wie sich Künstler\nund rublicum von dem falschen Idealismus der Epigonen-\nZYersf lem Realismus, dann dem Naturalismus, schliess-\nlich dem Impressionismus und von da dem Neu-Idealis-\nmu\\’wahren Idealismus zuwandten* Nur eines möchte\nich hier betonen: die Auflehnung gegen die Pedanterie\n< ,ef fLu*me*ster und gegen das eintönige und schwäch-\nw- t v f Sfen, unst nahm naturgemäss von der realen\nW irklichkeit ihren Ausgang* Diese letztere stand für jeden\na wegs sehenden und fühlenden Menschen doch in einem\ngar zu schreienden Widerspruche zu der von den Schatten\ner ergangenheit umschwebten und selber gespenstisch-\nueeren Kunst* Die Wirklichkeit sollte auch in der Kunst\nZU 1 kommen, das warme Blut des Lebens\nauc m der Kunst pulsieren, die Stimme der Zeit und die\nprac e unseres Volkes auch aus Gebilden der Kunst zu\nuns reden* So entstand der Realismus und der Naturalis-\nf 1 r?c , war die Kunst wieder an einen\no en unkt gelangt* Die blosse Nachahmung der äusseren\na ur, der sogenannten Wirklichkeit war in mancher\nmsic t um nichts besser als die Nachahmung und Ver-\nwer ung a ter, überkommener Formen und Formeln* Auch\n%Ta T 4“ getreuen photographischen Aufnahmen,\ner Naturalismus producierte, konnten einen gespen-\nstisch anmuthen* Das historische Ideal der früheren Zeit\nwar von einem wissenschaftlichen abgelöst worden, aber\nnoc immer nicht von einem rein künstlerischen* Denn\nabgeseben dayoti, dass in der Kunst der Stoff allein noch\ns sagt und die allgemein übliche Art der Darstellung"}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.21", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3270, "texte": "dem einzelnen Kunstwerke kein unterscheidendes Gepräge\nverleiht, dass also mit der Gewinnung eines neuen Stoff-\ngebietes oder einer neuen Technik immer nur sehr wenig\ngewonnen ist, so wurde ja bei der naturalistischen Art\nund Weise die grosse, ewige Wahrheit gänzlich übersehen,\ndass es gar keine absolut wahrnehmbare, allen gleich zu-\ngängliche wirkliche Gestaltung der Dinge gibt; dass jedes\nDing in jedem Augenblicke einen verschiedenen Charakter\nannimmt und für jeden neuen Menschen ein neues Ding\nist. Da sind zuerst das Licht und die Atmosphäre, die ein\nund denselben Gegenstand in fortwährendem Wechsel bald\nklar hervortreten lassen, bald in Dämmer einhüllen und\nForm und Färbung tausendmal ändern; da ist das mensch-\nliche Auge, das bei jedem anders sieht, bei dem einen\nfarbenblind und beim zweiten empfänglich für die feinsten\nAbstufungen einer sanften Strahlenbrechung, bei dem einen\nwehleidig für alles Kräftige und Derbe und beim zweiten\ntrunken im Anschauen grosser Formen und starker Farben,\nbeim einen wie durch einen Schleier nur die Umrisse ge-\nwahrend und beim zweiten durch die Oberfläche bis ins\nGeäder dringend, beim einen ängstlich nur auf das Nahe\ngerichtet, beim anderen adlerscharf in die Weite spähend\ndas physische Auge; da ist dann aber auch die mensch-\nliche Seele, die das Auge bei dem einen gleichsam von\ninnen umflort und beim zweiten wie von innen erhellt und\ndurchleuchtet, beim einen nur um das Nächste besorgt ist,\nauch wenn das Auge weit blickt, beim zweiten aber kühn\nin die Ferne dringt, die just nur das oder jenes sehen will\nund alles andere in der Welt keines Blickes würdigt; und\nda ist endlich noch die STUNDE, der auch die Seele unter-\nthan ist, die böse Stunde, die dem Glücklichsten einmal\nein schwarzes Tuch vor die Augen legt, und die gute\nStunde, in der auch der Elende heiter sieht. So gefasst,\nlässt sich nicht mehr sagen, wie die Dinge eigentlich aus-\nsehen. Wohl aber, dass in jedem Ding die ganze Welt ver-\nborgen liegt. Das haben die Bahnbrecher schon gewusst\nund ausgesprochen. Der Naturalismus aber gab doch nur\nWachsfiguren; ihm fehlte das Leben, das in Luft und Licht\nund in der Stimmung der Seele liegt. Da war also noch\nein entscheidender Schritt zu thun, Impressionismus und\nplein-air bilden den Übergang, und jetzt dürfen wir von\nder MODERNEN Malerei sprechen.\nDiese verwirft das Schönheitsprincip der Epigonen\nbewusst und endgiltig; es ist nichts schön, sagt sie, was du\nnicht wirklich geschaut, was du nicht mit deinen Sinnen\ngespürt und deiner Seele empfunden hast; das aber, was\ndeine Seele aufgenommen, das darfst und sollst du auch\nwiedergeben, unbekümmert um Gesetze, die nur von Sol-\nchen herrühren, denen du fremd warst. Sei WAHR, und\ndu bist ein Künstler! Also Wahrheit ist das Princip der\nmodernen Malerei, aber nicht die äussere und äusserliche\nWahrheit der Naturalisten und Veristen, sondern die\ninnere Wahrheit, die subjective Wahrheit, die Wahrhaftig-\nkeit des künstlerischen Individuums. Sieht einer die Dinge\nsowie der Naturalist, so möge er Naturalist sein; hat einer\nein Bild im Geiste geschaut, das die herben Formen einer\nlängst vergangenen Kunstepoche aufweist, so scheue er\nsich nicht, diese Formen neu zu beleben; fühlt sich einer\nzu der Art und Weise hingezogen, die ihm aus einem"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.22", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4901, "texte": "classischen Muster entgegenleuchtet, nun, so folge er dem\nDrange seines Herzens und sei „classisch“. Aber niemals\ndarf der innere Drang gehemmt und die eigene Überzeugung\ngebrochen werden. Eine jede Art ist erlaubt, die technisch\nmöglich und durch die Individualität des Künstlers mora-\nlisch geboten ist; und jede unerlaubt, die bloss gelehrt, ge-\nlernt, anempfunden, nachgeahmt, akademisch ist. Auf\ndiesem Wege gelangen wir von der Wahrheit auch un-\nmittelbar zur SCHÖNHEIT. Denn es ist ja der einzige\nauf dem die Schönheit jemals erreicht wurde. Aus\nkeinem anderen Grunde sind die grossen Meister der Ver-\ngangenheit unsterblich und berühmt geworden, als weil\nin ihren Werken ihre Seele zur Erscheinung kam. Der\nGebrauch des Wortes „schön“ ist scheinbar ein schwanken-\nder und verworrener. Schon deshalb hätte man es ver-\nmeiden sollen, bestimmten Formen und Normen das Prä-\ndicat der „Schönheit“ ausschliesslich oder besonders bei-\nzulcgen. Der Sprachgebrauch lehrt uns aber auch, dass\nüber die Bedeutung des Wortes eigentlich gar kein Zweifel\nbestehen kann. Wir sagen, dass etwas schön sei, wenn wir\ndavon ergriffen sind; wenn der Gegenstand, den wir be-\ntrachten, uns so erfüllt, dass wir nichts anderes neben ihm\nwahrnehmen oder betrachten können. Wenn einer flüchtig\nan einer Sache vorbeigegangen ist, so wird er sie vielleicht\nals „hübsch“, als „nett“, aber gewiss nicht als „schön“ be-\nzeichnen. Wenn einer versunken war in den Anblick eines\nGegenstandes, so wird er sagen: er war schön. „Schön ist,\nwas gefällt“; und was gefällt, das zieht auch an, das fesselt,\ndas lässt nicht sobald wieder los. „Schön ist, was gefällt“;\naber gefallen mag dem forschenden Geiste und der instinc-\ntiven Empfindung nicht nur das Zarte, Liebliche, das An-\nmuthige, das „Gefällige“, sondern auch das Imposante,\ndas Wilde, das Strenge, das Herbe. Wenn Geist zum Geiste\nund Seele zur Seele spricht, so nehmen wir jede Schroffheit\nund jede Härte in Kauf. Wenn ein Anblick durch seine\nErhabenheit unser Bewusstsein ausfüllt, so bedenken wir\nnicht, dass es vielleicht ein vernichtender Anblick ist. Schön\nist der Frühling, aber schön kann auch der Herbst sein,\nwenn er uns mit seinen Schauern erfüllt; schön ist ein\nruhiger See und ein klarer Bach, aber noch viel schöner\nist die Brandung des Meeres und das Herniedertosen des\nBergstromes; schön sind die steilsten Gipfel und die schroff-\nsten Abgründe. Schön sind sic, weil wir beim Schauen jede\nFurcht verlieren und sozusagen der Gefahr entgcgenjubeln.\nWeil wir NUR schauen und sonst nichts. Aus dem Scheine,\nden wir erschauen, spricht auch das Wesen der Dinge zu\n«ns und nimmt von unserem eigenen Wesen Besitz. Wir\nsind gleichsam das Ding, das wir schauen. Das klingt\nmystisch und ist doch eine tägliche Erfahrung. Schön ist\nauch das Gesicht des hässlichsten Menschen, wenn seine\n,ele aus den Zügen leuchtet und der Strahl des Auges\nseine Begeisterung oder seine Sehnsucht blitzartig auf uns\nüberträgt, dass wir mit ihm singen oder seufzen möchten,\nchön ist vor allem der Schmerz, und schön ist auch der\niod. So gross die Welt ist, soviel Schönheit gibt cs. Darum\nist auch das Reich der Kunst unermesslich. Darum ist es\n1 horheit, irgendeine Art künstlerischer Darstellung als\ndie beste oder die schönste zu bezeichnen. Darum wissen\nW‘r, dass nicht nur Raphael, sondern auch Michelangelo,\nnicht nur Rubens, sondern auch Rembrandt, nicht nur die\ns°ndern auch die Kunst Dürers schön ist und dass\ndie Werke von Shakespeare, Beethoven und Richard Wag-\nner zwar urgewaltig, aber auch wunderschön sind. Darum\nglauben wir, dass die moderne Malerei in ihrer Wahr-\nJ3C1‘ mehr Schönheit zutage fördern wird, als\ndie rechnende und klügelnde Art der Nachtreter und Nac-\nh?n gestcfn‘ Darum hoffen wir, dass die moderne\nMalerei uns neue Schätze der Welt erschliessen wird und\nk/lieien ff Ta ™ “ den Seelen Künst-\nhJ™ U Und darum hegen wir auch die Zuversicht und\nnTZSf°VettBeWe Sedafür> dass in dieser Kunst end-\nlich wieder die Ideen der Zeit und die Gefühle und Be-\nstrebungen der einzelnen Classen und Nationen über-\nzeugenden Ausdruck finden werden. Was ihr auch geben\nm°ft’ e® w.lrd «ln Stück von eurem Selbst, euer geistiges\nnochT lSthCS EiBenjhum Sein> Euer WerE «nd sei es\nnur znr ÄS ~ru ‘T G,ANZ NATUR sein, nicht\n\"J“ Halfte‘ Ihr we£,det nichts bringen, was ihr nicht\nder ,/mpfUnfen' ERLEBT habt* Und so muss auch\nder öieg euer sein!\nda dc SeEe ich die Köpfe schütteln,\nda höre ich hundert Fragen und tausend Einwendungen\nund immer noch behaupten nicht Wenige, die „wahre“\nKunst müsse jetzt zugrundegehen. Denn Willkür, Zucht-\nlosigkeit könne doch keine Blüte verbreiten. Blüten\nwollen gehegt und gepflegt sein. Nur strenge Schulung\nuhre zur Meisterschaft. Und sei das nicht ein Hexen\na von Bizarrerie und Unvermögen, was jetzt unter\nmen S™? »™dcrn\" in den der Kunst geweihten Räu-\nmen schnöde Orgien feiert? Ich kenne das. Ich werde\nein anderesmal darauf antworten."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1898-10-01-c030", "article_bluemountain": "bmtnabf_1898-10_01#c030", "volume": "bmtnabf_1898-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "12", "page_fin": "12", "image_debut": 14, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.2.6.1", "titre_corps": "Buchschmuck", "titre_sommaire": "Buchschmuck", "signature_source": "Rud. 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Stil ist Klarheit. Was sich\nin längeren oder kürzeren Perioden vollständig geklart\nhat, seinen befriedigenden Abschluss fand, das wurde Eorm.\nDarum ist Stil nicht nur Klarheit, sondern auch Ruhe.\nDeshalb aber muss er immer aus Tiefen kommen, aus Auf-\nwühlungen, die von unten herauf gegohren sind. Hinter\nSem Stile steht das Volk. Mehr noch, es wird lebendig in\nihm. Nur wenn dieser tiefste Puls in ihm schlagt, wenn er\nein ganzes Zeitbewusstsein, das tiefste Verlangen und den\nheisfesten Willen einer Cultur spiegelt und ihre mächtigste\nc u rrUiWt hat er Lebensdauer und Widerstands-\nr“ G.p‘4«, d» sandle Z.l. „ich. wer-\nfuw sehen vermag. Das lehrt z. B. augenfällig der „Rococo-\nt“? Ei war rein höfisch; allerdings in diesem engen Kreise\nstü * nr w rückwirkend auf alle Formen und\nÄÖÄ f’ts,T\nund er konnte nur von kurzer Lebensdauer sein. Zwar\nwage kh das Paradoxon: die Zeit selbst schlagt ihren Stil\ntodt. Die Zeit ist ruhelos. Sie schafft beständig an ihrer m-\ngestaltung. Das ist ihr Weiterschreiten und damit schneidet\nle sich in ihr eigenes Fleisch. Sie setzt für das Erfüllte die\nneue Sehnsucht, sie setzt für das Erreichte das neue Ziel.\nSterbend verjüngt sie sich selbst und gebiert den neuen\nGEIST. Denn Stil ist auch Geist, und in erster Lime. Und\nwie die Zeit und ihre Cultur, hat die Kunst ihren me ruhen-\nden Fortschritt. Ein Stil aber, der aus Tiefen gekommen\nund den Klarheit und Kraft gewordenen Geist eines \\ olkes\nspiegelt, kann eine Strecke mit der Zeit gehen, wenn-\ngleich auch oft absteigend denn letzte Entwickelungs-\nkeime sind ihm immer noch nicht genommen* Innere Um-\nwälzungen, die eine Periode vollkommen abschliessen und\neine neue inaugurieren etwas äusserlich Gewaltsames ist\ndabei nicht nothwendig machen auch dem tiefstgebornen\nStile ein Ende* Der Stil besteht dann nur noch als Form,\nvollkommen abgeschlossen*\nDiese Form hat nun etwas Todtes. Sie ist nur lebendig,\nwenn sie den Geist noch in sich birgt, wenn der Geist noch\nlebendig ist, der sie gezeugt hat* Man sehe sich nur danach\num, sehe die TODTEN Formen in unserer Architektur,\nin unseren Einrichtungen und Möbeln* Nur Leute ohne\noder mit total irregeleitetem Geschmack mögen an diesen\n„stilvollen“ Einrichtungen Gefallen finden, mögen sie zu\ntäglichem Gebrauch benutzen und lebendiges Hin und Her,\nBewegung, d* i* Leben, damit verbinden wollen*\nMan hat neuerdings nicht ganz misslungene Versuche\nder Modernisierung gemacht* Man stellt sich ja freilich\ndamit eigentlich a priori ein gewisses Armutszeugnis aus;\naber immerhin wird man die Erkenntnis der Wechselwir-\nkung von Geist und Form bei solchen Versuchen aner-\nkennen dürfen*\nDiese Wechselwirkung gerade muss uns bei allem\nKunst- und Stil verstehen aber das Wichtigste sein. Viele,\ndie heute Kunstgeschichte studieren, lernen nur, eigentlich\nrecht theoretisch und äusserlich, wenngleich mit ein bisschen\nAnschauung verbunden, Kunstformen, Stilformen* Aber"}, {"page_pdf": 26, "page_imprimee": "24", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.26", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5590, "texte": "wie selten ist der Geist der Form in ihnen lebendig geworden*\nHaben sie je etwas bei ihrer Erkenntnis und ihrem „Ver-\nstehen“ ERLEBT? Haben sie Kunst EMPFUNDEN, den\nbetreffenden STIL EMPFUNDEN!?\nUnd wie ist ihnen die ganze Entwickelung so klar!\nEin paar Namen, das Aufsteigen charakterisierend, ein,\nzwei andere den Höhepunkt, dann noch ein paar wenige\nden Verfall* Von allen Neben- und Unterströmungen in\nder Kunst selbst erfahren sie nichts, wenig von den mannig-\nfaltigen Einflüssen von aussen, durch Ereignisse, Schick-\nsale, Beziehungen und Beurtheilungen* Das gieng alles so\neinfach und schnurgerade und sicher* Von der Rückschau\naus, freilich! Werden und Wachsen von innen heraus\nsind allerdings meist dabei verloren gegangen, all das viele,\nsaugende Wurzelwerk, das nach allen Seiten die feinen\nFäden sandte und dann verloren gieng und im Grunde ab-\nstarb, während ein kräftiger hoher Stamm sich aus ihm\nentwickelt hatte und ihm alle Nahrung nahm* Die Schuld\nliegt nicht immer an der Lehre, son dem meist an den Lernen-\nden* Künstlerisches Empfinden kann eben nicht gelehrt\nwerden* Das Suchende, Tastende der Kunstperioden ist\naber nicht nur an sich sehr wichtig, aus ihm heraus kann\nder Geist einer Zeit und ihre wahre Entwickelung bis ins\nKleinste erkannt und NACHGELEBT werden, weit besser,\nals aus dem Fertigen überragender Persönlichkeiten, das uns\nNachgebornen am bekanntesten geblieben* Ängstlich hält\nman sich aber gerade daran und will es stets wieder und\nwieder als Beispiel und „Muster“ vorführen* Daher diese\nfalsche Meinung und Verkennung des heutigen Kunst-\nschaffens meist, all dies professorale Drüberhinwegreden,\ndas auch oft durch eine gewisse Alterserstarrung nicht ent-\nschuldigt werden kann*\nDenn gerade in unserer Zeit ist das „Suchende“ am\nmächtigsten* Wir WOLLEN einen Stil, der einfachste\nBeweis, dass wir noch keinen haben*\nUnd doch möchte ich sagen, unsere ganze Entwicke-\nlung deutet darauf hin, dass wir einen bekommen werden*\nSchon dies eine Zeichen, der vorausgegangene Naturalis-\nmus* Also Rückkehr zur Natur, ein Anfang von unten,\ndas Neubeginnen, und was das Allerwichtigste ist, das\nNeulernen! Das kühne Verneinen aller starren Form! Der\nGeist selbst zeugt noch nicht; aber er soll zeugungskräftig\ngemacht werden* Diese Entwickelung, als die richtige und\neinzige, hat, wenn ich ihn recht verstehe, schon Goethe, den\nwir in Sachen des Stils, wo er SICH SELBST gibt, immer\nundnoch lange anrufen dürfen,erkannt und ausgesprochen*\nIn dem kleinen Aufsätze über „Einfache Nachahmung,\nManier, Stil» sagt er über den Stils „Gelangt die Kunst\nDURCH NACHAHMUNG DER NATUR, durch Be-\nmühung, sich eine allgemeine Sprache zu machen, DURCH\nGENAUES UND TIEFES STUDIUM DER GEGEN-\nSTÄNDE SELBST endlich dahin, dass sie Eigenschaften\nder Dinge und die Art, WIE sie bestehen, genau und immer\ngenauer kennen lernt, dass sie die Reihe der Gestalten über-\nsieht und die verschiedenen charakteristischen Formen\nnebeneinander zu stellen und nachzuahmen weiss: dann\nwird der STIL der höchste Grad, wohin sie gelangen kann,\nder Grad, wo sie sich den höchsten menschlichen Bemü-\nhungen gleichstellcn darf“. Erscheint dies freilich etwas ein-\nseitig und eng, so versteht man doch daraus, dass Goethe\nhier in seinem weitesten Sinne vom Naturalismus\nausgeht und dabei zunächst auf die Erkenntnis und damit\nauf das eigentlich Individuelle kommt, sofern auch wir jede\nrkenntnis mit dem Philosophen als etwas Persönliches,\nganz besonders und immer aber von jedem Allgemeinen\nbefreit in der Kunst, ansehen werden. Da wir nun in unser\nheutigen Kunst den Naturalismus, in seinem Princip natür-\nlich, hinter uns haben, d.h. da er nun als Grundlage über-\nall anerkannt ist, so ist das zweite, das Individuelle, be-\nsonders stark geworden* UNBEWUSST IM DIENSTE\nEINES STILBILDENDEN TRIEBES. FreSch uni\nwusst nur im Hinblick auf das Ferne, das Ende, das Re-\nsultat „jeder Tag entfernt das Ziel“, sagt DehmeL\naber natürlich SEHR BEWUSST im EIGNEN Schaffen!\nDenn das REIN intuitive Schaffen, rein aus dem Unbe-\nwussten schöpfen hält schon Goethe für das Unmögliche\noder doch Zuweitgehende. Denn das Wesen des Stils fasst\ner noch einmal zusammen als „auf den tiefsten Grundfesten\nder Erkenntnis, auf dem WESEN der Dinge“ beruhend,\nund einmal fordert er vom Künstler direct, dass er seine\nKunst müsse „durchgedacht“ haben, wolle er sich Künstler\nnennen dürfen* Und so sagen wir kühn: DIE SUMME\nALLER INDIVIDUELLEN ERKENNTNIS UND\nDAMIT ABER ZUGLEICH AUCH ALLESINDIVI\nDUELLEN SCHAFFENS WIRD UNS IN DER\nKUNST EINEN TÜCHTIGEN SCHR TT WEITER\nUND DEM STILE ALS SOLCHEM IM WEITESTEN\nCULTURELLEN SINNE GEWALTIG NÄHER\nBRINGEN. Wir betonen also mehr wie je die Individuali-\ntät, wir vergessen heute freilich das „Wirkende“ der Kunst\nnicht. Wir fordern aber das Persönliche aus unserer Er-\nkenntnis, aus unserem Gefühl der Befreiung heraus. Und\ndas gerade ist, von einem höheren Standpunkt beurtheilt\nvon allen localen Verhältnissen abgesehen, der Sinn der\nSecessionen. Befreiung im Gefühl der Zusammengehörig-\nkeit fortschreitender Individualitäten, die im Alten Er\nstarrten nicht mehr Genügen finden, sich nicht mehr'aus-\nleben und ihre „Ideale“ nicht wiederfinden können. Nicht\naus purem Oppositionsgeiste, aus Jungendungcbärdigkeit\ndie die „Alten“ belächeln dürfen, sondern aus NOTH*\nWENIGKEIT Es ist der neue Geist, der schafft und\nwirkt, sein Recht fühlt und sein Recht fordert und die neue\ntorm für sich zu schaffen sucht.\nSecession ist also noch nicht Stil; sie strebt zum Stil\ndurch die Betonung der freien Individualität. Secession ist\nJugend, der Stil ist der reife Mann. Secession ist Ringen"}, {"page_pdf": 27, "page_imprimee": "25", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.27", "debut_caractere": 13, "fin_caractere_exclue": 2918, "texte": "Stil ist Harmonie* Reife ist natürlich hier auch nur im Sinne\ndes Abgeschlossenen eines Stils zu verstehen und steht nicht\nim Widerspruch mit einer reifen Persönlichkeit, die seces-\nsioniert*\nNoch etwas von der Stilbildung, ehe wir auf das Per-\nsönliche genauer eingchen*\nIch glaube, Lichtwarfc sagt irgendwo etwa: Stil ist da,\nwenn er uns bewusst wird* Das scheint mir nur vom Stand-\npunkte des rückschauenden Historikers aus richtig* Für den\nKünstler denk ich mir's so: Stil ist da, wenn alle nothwendig\nin ihm FÜHLEN! Ich meine: so lange die Herrschaft eines\nStiles dauert, zwingt er alle Schaffenden in sein specielles\nFühlen* Gerade weil der Stil der Ausdruck der Zeit ist und\ndie Krystallisation ihres Geistes, meine ich, ist das natürlich\nund fast selbstverständlich* Der Stil, oder der Geist!\nschafft hier eine gewisse Enge* In seine Grenze zwingt er\nalle und gibt gewissermassen der Erkenntnis und dem Ge-\nfühle Richtung* Das ist gut* Denn wenn so die Künstler,\ndas Schaffen als etwas Nachfolgendes, eben als Ausdruck\ndes Innern aufgefasst, gewissermassen unter seinem\nZwange stehen, führt sie ihr ganzes Schaffen zur Tiefe* Und\nso wird alles Gold, was im Umfassenden einer Stilrichtung\nliegt, voll ausgemünzt, zum Unterschiede von Richtungen\nim literarischen Sinne, die in ihrem steten Wechsel die\nFelder nur zum Theil bestellt liegen lassen* Die Enge des\nStiles ist seine Weite* So schafft der Zeitgeist etwas Gesetz-\nmassiges, das aber, denke ich, den gerade Lebenden und\nSchaffenden bis zu einem gewissen Grade etwas Unbe-\nwusstes bleibt, weil es ihnen ganz in Fleisch und Blut über-\ngegangen ist und ihr Empfinden beherrscht* Sie können\ndann eben nicht anders* Denn man darf nie die Voraus-\nsetzung vergessen, dass die Schaffenden wirkliche Künstler\nsein mussten, denen die Intensität wie Extensität der Lebens-\nkenntnis und all ihres Erlebens nach Goethe ange-\nboren ist, und deren Lebensinhalt doch aus ihren Erkennt-\nnissen genährt wurde, die sich auch wieder in einem ge-\nwissen Kreise bewegten und aus dem lebendigen, d* h* hier\nstarken Geiste ihrer Zeit wieder Nahrung sogen* Daraus\nerklärt es sich denn auch, dass der Kunsthistoriker alles so\nfadengerade darstellen DARF, insofern als das eigentlich\nHerrschende auch das eigentlich Treibende geblieben ist*\nBeides stammte aus dem Zeitgeiste. Und die die Quelle\nfassten, das waren die überragenden Individualitäten*\nDas führt nun zu dem Verhältnis der Individualität,\nzum Stil*\nMan kann die Meinung hören, Stil und Individualität\nvertrügen sich nicht, der Stil hebe die Individualität auf.\nEtwas ist daran richtig: die Grenze, die der Stil zieht* Wie\nschon gesagt, sie wird den Schaffenden bis zu einem ge-\nwissen Grade nicht bewusst. Sie kommen anscheinend ganz\nvon selbst nicht weiter in ihren Absichten und Vorwürfen,\nund scheinen alles, was der Stil enthalten wird, aus sich\nvon selbst neu zu finden. Sie sind in gewisser Beziehung"}, {"page_pdf": 28, "page_imprimee": "26", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.28", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4778, "texte": "geleitet, weil ihr Lebens-\ninhalt ein Theil des Zeit-\ninhaltes ist. Und so hört bis\nzu einem gewissen Grade\ndas Suchende, Schweifende\nder Übergangsperioden auf,\naber durchaus nicht die Be-\ntätigung der Individualität,\nNicht nur, dass der Stil dem\nPersönlichen noch Raum\ngenug lässt, dass er die Note\ndes Persönlichen sehr wohl\nverträgt und durch sie einen\nneuen Reiz gewinnt, er for-\ndert geradezu die Persön-\nlichkeit heraus, dass sie mit\nihm ringe, ihn ganz in sich\nverarbeite, d. h, die Lebens-\nbedingungen der Zeit, und dann erhebe. Dann wird um-\ngekehrt der Stil auch Träger der Persönlichkeit, Die\nstarke Persönlichkeit führt den Stil weiter, und reicht\nihre Kraft, bringt sie ihn zur Reife. Der geniale Künstler\neiner Stilperiode beantwortet alle Fragen, löst alle Räthsel\nund füllt alle Lücken aus, die ihm seine Vorgänger ge-\nlassen, Er knüpft ja freilich selbst wieder neue Fäden an.\nWie gesagt, die Grenzen des Stils sind einzig die Gren-\nzen der Lebensverhältnisse, deren Ausdruck er ist, und\nwas vorhin für den KunstINHALT galt, gilt jetzt auch\nfür die Persönlichkeit, das ist zugleich seine Weite!\nDarum heisst's für den Künstler: alles Leben erfassen, in\nalle T iefen steigen, alles in sich durchleben und das „Wesent-\nliche“, d. h, das Ewige, vom Menschen alles Mensch-\nliche, vom Leben alle Triebkräfte in sich pulsen zu lassen.\nMan sehe sich Richard Wagner an, Goethe, Shakespeare\nund Dante, Man gehe all die gewaltigen, umfassenden\nIndividualitäten durch, von den alten Griechen bis auf\nArnold Böcklin und Richard Dehmel, ob sie Erfüller waren\noder Anreger, in allen ist der gleiche Trieb, und darum ist\nin ihren Lebenswegen innerlich diese merkwürdige Wieder-\nholung und dieser Parallelismus, den das Akibawort mit\ndem Spielraum der Modifizierung so einfach bezeichnet.\nUnd wenn Wagner sagen durfte, dass das Volk eine neue\nKunst habe, wenn es nur wolle, so hat er dieses Wort wohl\nim stolzen Gefühle dessen, was er geleistet, gesprochen;\naber es hatte wohl seine Quelle in dem klaren Bewusstsein,\nwas er insich durchlebt, und dass er nach allen Bedürfnissen\nseiner Zeit gerungen hatte. Man sehe seinen Lebensgang,\nUnd das ist ja immer das Versöhnliche im Schicksal des\nKünstlers, dass es ihm die Sehnsucht schafft und die Lebens-\ntiefen erschliesst. Ist eine logisch aus der Zeit entwickelte\nKunst gleich Caviar fürs Volk, ich wage doch zu sagen:\nZukunftskunst allein ist nur die wahre Volkskunst! Damit\nist aber eine schwere Forderung an die Künstler gestellt.\nAber mit der Weite ihres\nZieles muss ihr Willen wach-\nsen und ihre Kraft. Darum\nauch, mein' ich, stellte Her-\nmann Bahr seinen „lieben\nFreunden\" von der „Ver-\neinigung\" die Forderung:\nösterreichisch macht mir das,\nwienerisch! Das Individuelle\nerhält Richtung, diese Rich-\ntung weist Zum Stil: „Dann\nwird eine schöne Zeit kom-\nmen, eine Zeit der Ruhe und\nder reinen Kunst“.\nEs bleibt mir, zur Auf-\nklärung, von einem zu reden\nübrig. Haben wir denn wirk-\nj . lieh keinen Stil? Einen„mo-\nernen Stil. Und jetzt in Wien einen „secessionistischen\"\nihl gar. Ja und nein! Stil in diesem weiten culturellen\nSmne haben wir nicht. Aber wir haben STILE im persön-\nlichen Sinne.\nIch berufe mich noch einmal auf Goethe.\nEr spricht von der Nachahmung der Natur, etwa\nvon Rosen. Wer die nachbildet, wird bald die feinsten\n“nd sie allen Rosen des Sommers\nWAHLEN. Und er wird die besten und auffallendsten\nEigenschaften der Gegenstände, die er sich vornimmt,\nimmer wieder und wieder veranschaulichen und sich for-\nmellen Ausdruck dafür suchen. Er wird ihr ganzes Dasein\nund ihre Entwickelung studieren. „Er wird alsdann nicht\nbloss durch die Wahl aus den Erscheinungen seinen Ge-\nschmack zeigen, sondern er wird uns durch eine richtige\nDarstellung der Eigenschaften zugleich in Verwendung\nsetzen und belehren. In DIESEM SINNE würde man sagen\nkönnen, er habe sich einen STIL gebildet.\" Was hier Stil\ngenannt wird und auch im landläufigen Sinne so verstanden\nwird, —(es ist das le style c'est I'homme, welche Wahrheit\nin unserem Sinne und für unsere Kunst geradezu eine For-\nderung wird!) —besonders wenn noch ein Zunutzemachen\nneuer „moderner\" Ausdrucfcsmittel dazu käme, und da\nwir immer Ehrlichkeit in der Kunst fordern müssen, ein\ndie Form wirklich erfüllendes lebendiges Empfinden einer\ntwätvttco würde man besser Art oder\nMANIER nennen. Aber Manier im guten Sinne, wohl zu\nunterscheiden von Manierismus. Manier wird hier in einem\n„hohen und respectablcn Sinne\" gebraucht. Mit ihr stehen\nanÄfTTScthwellecdes Heiligthums, das im eigentlichen\nSinne STIL heisst. Sie steht, wie auch Goethe ausfährt,\n„zwischen der einfachen Nachahmung - (ich unterschiebe\ndieser Bezeichnung schon einen künstlerischen Sinn) und\n4 ‘-Uw tr i&htüortx„Je mehr sie bei ihrer leichteren\nMethodesich dertreucnNachahmungnähcrt (Naturalis-"}, {"page_pdf": 30, "page_imprimee": "28", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.30", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1258, "texte": "mus, Realismus) —Je eifriger sic von der anderen Seite\ndas CHARAKTERISTISCHE DER GEGENSTÄNDE\nzu ergreifen und fasslich auszudrücken sucht, JE MEHR\nSIE BEIDES DURCH EINE REINE, LEBHAFTE,\nTHÄTIGE INDIVIDUALITÄT VERBINDET, desto\nhöher, grösser, respectabler wird\nsie werden“* Die „Alten“, die wir\nso nennen, hatten wohl auch\neine Manier, nicht immer ge-\nrade ihre eigene, aber sie war\neingefroren, leblos, sie hatte sich\nvon der Natur und vom Persön-\nlichen, vom Wurzelboden der\nKunst und also auch vom Stil\nallzuweit entfernt, sie war da-\ndurch „immer leerer und unbe-\ndeutender“ geworden* Darum\nmusste mit ihr endgültig gebrochen werden. Wir WOLLEN\neinen Stil. Fördern wir daher alle Kunstbestrebungen, die\naufs Persönliche und Charakteristische hinauslaufen; for-\ndern wir immer wieder und wieder das Leben und seine tief-\nsten Pulse, und gehen wir mit der Jugend, die BEFREIUNG\nfordert, mag Abruptes, Unor-\nganisches und Outriertes mit un-\nterlaufen, wenn die Zeiten erfüllt\nsind und Klarheit geworden ist,\nwird von allem Lebendigen, Per-\nsönlichen,Organischen und Cha-\nrakteristischen eine hohe Summe\nherauskommen, und die Thore\nwerden sich öffnen, nach denen\nwir so oft getastet* Nur vom Per-\nsönlichen aus kommen wir zum\nStil! 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Die Kunstwerke müssen bis 15. Octobcr in Wien eintreffen. Letzter Anmelde-\ntermin J. October. Sammelstcllem BARTZ & Co., Berlin, SCHENKER & Co., München.\nDer derzeitige Präsident der Vereinigung, Maler GUSTAV KLIMT, ist in der Sitzung vom 6. September zum\ncorrespondierenden Mitglied des Vereines bildender Künstler Münchens, Secession, ernannt worden.\nDas Titelblatt dieses Heftes wurde von KARL MÜLLER entworfen.\n= Die Beilage zur Gründerausgabe von Heft 9 bestand in einer Original-Radierung von RUDOLF OTTMAR. ="}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1898-10-01-c051", "article_bluemountain": "bmtnabf_1898-10_01#c051", "volume": "bmtnabf_1898-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "29", "page_fin": "29", "image_debut": 31, "image_fin": 31, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.2.13", "titre_corps": "PORTRÄTSTUDIE", "titre_sommaire": "PORTRÄTSTUDIE", "signature_source": "FRANZ STUCK", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 31, "page_imprimee": "29", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.31", "debut_caractere": 13, "fin_caractere_exclue": 40, "texte": "PORTRÄTSTUDIE.\nFRANZ STUCK."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1898-10-01-c052", "article_bluemountain": "bmtnabf_1898-10_01#c052", "volume": "bmtnabf_1898-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "30", "page_fin": "30", "image_debut": 32, "image_fin": 32, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.2.14", "titre_corps": "WANDERUNG DER SLAVEN", "titre_sommaire": "WANDERUNG DER SLAVEN", "signature_source": "TH. 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Eine unübertroffene, reich-\nhaltige Sammlung mustergiltiger Vorlagen\nin geschmackvollen, streng stilgerechten und\nPhantasie-Formen für die Juwelen-, Gold-\nund Silberwarenbranche* Circa 2000 Ori-\nginal-Compositionen in allen Geschmacks-\nrichtungen* Gross-Quart-Format* In 2 Bände\ngebunden fl* 90*— ==:: Mk* 150* ♦ln zwei\nMappen fl* 84*— = Mk* 140* ♦\n♦DAS GEWERBE-MONOGRAMM*\nZweite, um 1448 Compositionen bereicherte\nAuflage* Ein Musterbuch für Monogramm-\nCompositionen mit completem Kronenatlas,\nInitialen und gewerblichen Attributen* Gross-\nQuart-Format*\nEieg* geb* fl* 39*— = Mk* 65* ♦\nIn Mappe fl* 33*60 = Mk* 56* *\n*DER KRONEN-ATLAS* Original-\ngetreue Abbildungen sämmtlicher Kronen\nder Erde nach den besten Quellen* 151 mei-\nsterhafte Holzschnitte* Quart-Format* Preis\nfl* 6*— = Mk* 10*—*\nGERLACH & SCHENK\nBUDAPEST, V*, Akademia utcza 3\nLONDON W. C* 94, High Holborn\nALTE UND NEUE FÄCHER aus der\nWettbewerbung und Ausstellung in Karls-\nruhe 1891* Herausgegeben vom badischen\nKunstgewerbeverein in Karlsruhe* 69 Tafeln\nin Heliogravüre und Lichtdruck* Vorwort\nvon Director Hermann Götz* Mit reich illu-\nstriertem Text von Prof* Dr* Marc Rosen-\nberg* Folio-Format*\nEieg* geb* fl* 48*— = Mk* 80*—♦\nIn eleganter Mappe fl* 45*— = Mk* 75*—♦\nBAUMSTUDIEN* Photograph* Naturauf-\nnahmen von Martin Gerlach* 50 Blatt Licht-\ndrucke, Format 29xZ61/4t cm* In Mappe\nfl. 15*— = Mk* 25*—*\nWATTEAU-LANCRET-PATER*\n71 Blatt Lichtdrucke nach Kupferstichen und\nOriginalen aus der „Albertina“* Gross-Quart*\nIn Mappe fl* 21*— = Mk* 35*—♦\nBOUCHER* 53 Blatt Lichtdrucke nach\nKupferstichen und Originalen aus der\n„ALBERTINA“* Gross-Quart* In Mappe\nfl* 15*— = Mk* 25*—*\nDia mit * bezeichnet©!!\nW erke sind in deutscher,\nenglischer und französi-\nscher Ausgabe erschie-\nnen.\nRADLEREI. Herausge-\ngeben vom Wiener Rad-\nfabrclub„Ktinstlerhaus“\n42 Tafeln im Formate\nvon 23; 30V2 cm., in ori-\nginellem Einband. Preis\nfl. 6.- = Mk. 10.-.\nEin illustrativ und text-\nlich originelles Album,\nwelches sich als Pest-\ngeschenk in der kunst-\nliebenden und sport-\nlichen Welt bald beliebt\n££< machen wird. >&3"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1898-10-01-c059", "article_bluemountain": "bmtnabf_1898-10_01#c059", "volume": "bmtnabf_1898-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "34", "page_fin": "36", "image_debut": 36, "image_fin": 38, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.2.17", "titre_corps": "VER SACRUM", "titre_sommaire": "VER SACRUM", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 36, "page_imprimee": "34", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.36", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1324, "texte": "VER SACRUM.\nILLUSTRIERTE KUNSTZEITSCHRIFT. Herausgegeben von der\n„Vereinigung bildender Künstler Österreichs«. Officielles Organ derselben.\nLiterarischer Beirath: HERMANN BAHR, Schriftsteller, Dr. MAX EUGEN\nBURCKHARD. Verantwortlicher Redacteur: ALFRED ROLLER.\nErscheint ab Jänner 1898 in jährlich 12 Monatsheften, einschliesslich von\n2—3 Ausstellungsheften, je 24—30 Seiten stark, im Format 28 V.: 30 cm.,\n'SC'iS'SS'ie&'Sg'X'M'as in Buch- und Farbendruck.\nAbonnement für 12 Monatshefte fl. 6. = Mk. 10.—, einzeln ä fl. —=Mk. 1.67.\nInserate besorgen: Haasenstein & Vogler (Otto Maass), Wien, 1., Wall-\n«« oe &oeoe oe fischgasse 10 und Prag, Ferdinandsstrasse 37. ae oe\n*ALLEGORIEN U*\nEMBLEME* 378 alle-\ngorische Begriffsdarstel-\nlungen und ca* 630 Ent-\nwürfe moderner Zunft-\nwappen, sowie Nach-\nbildungen alter Zunft-\nzeichen auf 355 Tafeln*\nHerausgegeben von M*\nGerlach* Erläuternder\nText von Dr* Alb* Hg.\nPreis in 2 Bände geb*\nfl* *56*— = Mk* 260*—*\nIn 2 Kaliko - Mappen\nfl* 147*— = Mk* 245*—*\n*ALLEGORIEN.\nNEUE FOLGE. Her-\nausgegeben von Martin\nGerladi.\nDas Werk soll mit 120 lllu-\nstrations- und einer An-\nzahl Textblättern in 20\nLieferungen ä fL 6. ==\nMk. 10.— vollständig\nwerden und erhöht sich\nder Gesammtpreis nach\nAusgabe des Schluss-\nheftes auf fl. 150. =\nMk. 250.—.\nGerlach. &Schenk.\nVerlag für Kunst\nund Gewerbe."}, {"page_pdf": 37, "page_imprimee": "35", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.37", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2598, "texte": "*DIE PFLANZE IN KUNST UND GEWERBE. Nach Original-Com-\npositionen von den hervorragendsten Künstlern. Gross-Folio-Format.\n200 Tafeln, complet in zwei Mappen. Preis fl. 270.— = Mk. 450.—.\nDER GLAUBE. Heliogravüre nach dem Ölgemälde von E. K. LISKA.\nEinzelausgabe aus Gerlachs Prachtwerk „Allegorien und Embleme“.\nBildfläche 23; 49, Format 64; 90 cm. fl. 7.50 =Mk. 12.60. Ein effectvoller\nund sinniger Zimmerschmuck.\nHAUS- UND FAMILIENCHRONIK. Ein künstlerisch ausgestattetes, sinn-\nreich zusammengestelltes Familienbuch in Albumform, zum Aufzeichnen\nder wichtigsten Familienereignisse, mit Texteinschaltungen von Dr. theol.\nPaul v. Zimmermann. Quart-Format. In altdeutschem Lederband gebun-\nden fl. 12.— =Mk. 20..—, mit Metallbeschlag fl. 15.— = Mk. 25.—.\n12 ILLUSTRIERTE POSTKARTEN\naus Anlass der.,l. Kunstausstellung der Vereinigung bil-\ndender Künster Österreichs (Secession). In Enveloppefl. I.—.\n10 ILLUSTRIERTE POSTKARTEN\nnach humoristischen Motiven. Preis in Enveloppe fl. —.BO.\nc« 10 RADLEREI-POSTKARTEN a.-\nnach Motiven aus dem vom Radfahrclub „Künstlerhaus“\nherausgegebenen Werke „Radlerei“. In Enveloppe fl. —.50.\noe DER SCHUHPLATTLER-TANZ.\n10 illustrierte Postkarten, charakteristische Typen vom\nSchuhplattler-Tanz darstellend, nach der Natur gez. von\nt Eduard Unger, Maler in München. In Enveloppe fl. I.—.\nBICYCLANTHROPOS CURVATUS.\nDer gekrümmte Radaffenmensch. Rückbildung der Species\n„Homo sapiens“ im XX. Jahrhundert (nach Haeckel).\nHumoristische Composition von A. Seligmann.\nAusgabe A. Gross-Quart in Farbendruck, Format 33:42 em.\nfl. 1.- = Mk. 2.-.\nAusgabe B. Klein-Quart in Lichtdruck, ohne weissen Rand,\nFormat 12*/2:17 cm., fl. —.20 = Mk. 40.\nAls Postk arte in farbig. Ausführung p. St. fl. —.OB = Mk. —.15.\ns» ess «a sse 2 POSTKARTEN «« oe\nvon C. Fröschl und Prof. C. Karger anlässlich des Huldi-\ngungsfestes in Spitz a, d. Donau. Preis per Stück fl. —.05.\nGerlach& Schenk.\nVerlag für Kunst\nund Gewerbe.\nDIE HISTOR. DENKMÄLER UNGARNS auf der Millenniums-Aus-\nstellung 1896. Mit Unterstützung des königl. ungar. Handelsministeriums\nherausgegeben von Dr. Bela Czobor, Mitglied der Ungarischen Akademie\nder Wissenschaften. Das Werk wird voraussichtlich 50 Bogen ä 16 Seiten\nund eine Anzahl Kunsttafeln umfassen und in circa 25 Lieferungen zum\nPreise von je fl. 2.10 == Mk. 3.50 in ungarischer und deutscher Aus-\ngabe erscheinen. Quart-Format. Bis October 1898 waren 6 Hefte fertig.\n*DAS THIER IN DER DECORATIVEN KUNST. Serie I. Wasserthiere.\n14 Illustrationstafeln in reichem Gold- und Farbendruck, im Formate\nvon 45; 57V* cm., mit Titel und Vorwort. InMappe fl. 27.— = Mk. 45.—."}, {"page_pdf": 38, "page_imprimee": "36", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.38", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2616, "texte": "HANDZEICHNUNGEN ALTER MEISTER\naus der „Albertina“ und anderen Samm-\nlungen* Erscheinen in Monatsheften mit je\n12—ISFacsimiles auf 10 Tafeln, in einfachem\nund farbigem Licht- und Buchdruck, Format\n29:36V2 cm* Preis fl* LBO === Mk* 3*—.\nSammelmappen ä fl* 3*60 = Mk* 6*—* Preis\nfür 12 Hefte in Mappe fl* 25*20 = Mk* 42*—*\nInhaltsverzeichnisse in deutscher und fran-\nzösischer Sprache* Jährlich erscheinen 12\nHefte* Bis Ende 1898 waren 3 Mappen\ncomplet*\nORNAMENTE ALTER SCHMIEDEEISEN*\n50 Blatt Lichtdrucke, Format 29:36lA cm*,\nIn Mappe fl* 15*— = Mk* 25*—*\nMINT AL APOK* Musterblätter für Gewerbetreibende\nund Gewerbeschulen, herausgegeben vom fcönigl* ungar*\nHandelsministerium unter dem Redactions-Präsidium\nvon JOSEF SZTERENYI, königl* Sectionsrath*\nTexte in ungarischer, croatischer, englischer, französi-\nscher und deutscher Sprache* Erscheint jährlich in\n12 Heften mit je B—lo Vollbildern und Detailpausen im\nFormate von 361/2 :451/2 cm*, in Buch-, Licht- und\nFarbendruck* Preis per Lieferung fl* 3*60 = Mk* 6*—.\nDIE BRONZE-EPITAPHIEN*\nder Friedhöfe „St* Johannis“ und\n„St* Rochus“ zu Nürnberg* Mit\nerläuterndem Text von Hans\nBoesch, Director am Germani-\nschen Museum in Nürnberg*\nFormat 32:40 cm* 82 Kunsttafeln\nin Buch-, Licht- und Tondruck\nm* reich illustriertem Text*Gross-\nQuart-Format*\nCompl* geb* fl* 60*— = Mk* 100*—♦\nNÜRNBERGS ERKER,\nGIEBEL UND HÖFE*\nHerausgegeben von M* Gerlach*\nZweite, verbesserte und ver-\nmehrte Auflage* 55 Blatt Licht-\ndrucke, Formate 29:36V* cm*\nIn Mappe fl* 27*— = Mk* 45*—*\n*FESTONS U. DECORATIVE GRUPPEN\naus Pflanzen und Thieren. Dritte, verbesserte\nAuflage. 140 Blatt nach einem neuen Licht-\ndruckverfahren hergestellt. Format 32; 46 cm.\nPreis fl. 108.— = Mk. 180.—. Erscheint\nab März 1898 in 4 Serien mit je 35 Blatt\nä fl. 27. = Mk. 45.—.\n*KARTEN UND VIGNETTEN. Über 60\nkünstlerische Entwürfe von Glückwunsch-\nund Einladungskarten etc. Folio-Format.\nNach Federzeichnungen von Prof. Franz\nSTUCK. In Mappe fl. 12.— = Mk. 20.—.\nTODTENSCHILDER UND GRABSTEINE.\n70 Blatt Lichtdrucke, Format 29:36V* cm.\nIn Mappe fl. 27. = Mk. 45.—\nDER KUNSTSCHATZ*\nAlte und neue Motive für das\nKunstgewerbe, die Malerei und\nSculptur* Erscheint ab 1898 jähr-\nlich in 6 Heften ä 8 Kunsttafeln,\nim Formate von 34:46V2 cm* in\nBuch- und Lichtdruck, auf fein-\nstem Kunstdruckpapier* Preis\nper Heft fl* I*Bo = Mk* 3*—*\nIn Vorbereitung:\nMONUMENTALSCHRIFT\nvergangener Jahrhunderte von\nStein-, Bronze- und Holzplatten,\nnach Aufnahmen und mit text-\nlichen Erläuterungen von WIL-\nHELM WEIMAR* 72 Tafeln\nin Gross-Folio* In Mappe* Er-\nscheint anfangs December 1898*\nGerlach &Schenk.\nVerlag für Kunst\nund Gewerbe."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1898-10-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabf_1898-10_01#c002", "volume": "bmtnabf_1898-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 2", "page_fin": "couv. 2", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "couv. 2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.2", "debut_caractere": 1493, "fin_caractere_exclue": 1729, "texte": "Grösste Auswahl in Malerrequisiten\nbei ALOIS EBESEDER ta\nZU WIEN, L, Opernrmg Nr* 9♦ -\nMÖBEL-FABRIK\nAugust Knobloch5 Nachf.\nk. k. Handelsgericht!. Schätzungs-Commissär\nGegründet 1835. WIEN Gegründet £835,\nVH., Breitegasse 7,10,12 u. 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STREHBLOW. Wien, 1., Annagasse Nr. 3\n..ST. ANNAHOF“\n———■— • «.iNnnnur\nOlQv\\lGß>jiPMi\n'•STR * Cil H' TZ V N Q,\n‘©SSfinrpN mzvwG\nRöen suchörvos\nO!\nOHNGES\n~ SBKu-K PHOTO\ni»OTjtat'i?oRs\nKUNSTfiNSTfIII\nVM-\nFABEICATION\nVON\nZEICHENMATERIALIEN, PATENT\nKORN- U. SCHABPAPIEREN, KREIDE\nUND TUSCHE.\nPAPIERMUSTER UND PROBEDRUCKE AUF VER-\nLANGEN GRATIS UND FRANCO."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1898-10-01-c067", "article_bluemountain": "bmtnabf_1898-10_01#c067", "volume": "bmtnabf_1898-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "37", "page_fin": "37", "image_debut": 39, "image_fin": 39, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 39, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.39", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 770, "texte": "= Waltere! conoeasionierte = PRIVAT-MALSCHULE\n~ TOTC ' Wien, L, Bämngerhof, Fischer-\n■ 11X10 stiege Nr. 9t Saizgrks Nr* ft u. f3*\nModernes, selbständiges Schaffen, intimes Natur-\nStudium, vornehme« Kunstempfinden und edlen Kunstgenuss, sowie\nWertschätzung der Kunstwerke aller Zeiten.\nDer beste aller Bleistifte ist unbestritten\nL Sz CHardtmuth's\nif\nKOH-I-NOOR\"\nExistirt in 14 Härtegraden.\nS Zu haben in jeder besseren Papierhandlung, s\nTHONÖFEN und KAMINE\nL. & C. HARDTMUTH\nK. U. K.HOF LIEFERANTEN\n1., FRANZENSRING 20 WIEN, L, FRANZENSRING 20.\nPHOTO-CHEMIGRAPHISCHE\nKUNSTANSTALT\nF. Patzelt & A* Krampolek\nWIEN\nVII/3, LERCHENFELDERSTRASSE 531—133\nCLICHES\nin ZINK, KUPFER und MESSING\nnach PHOTOGRAPHIEN, u*\nZEICHNUNGEN, ue ue\nSTICHEN und HOLZ-\nSCHNITTEN. didtO«\nmmmmmmmmm"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1898-10-01-c068", "article_bluemountain": "bmtnabf_1898-10_01#c068", "volume": "bmtnabf_1898-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "37", "page_fin": "37", "image_debut": 39, "image_fin": 39, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 39, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.39", "debut_caractere": 772, "fin_caractere_exclue": 1677, "texte": "K.ü. k. Hof- Lieferant*\nKÜNSTLERFARBEN:\nEJ. ANREITER8 SOHN.\nWien, VL, Munzwardemgasse 5*\nPHOTOGR. ACT-MODELL-STUDIEN\nmönnl «taJM » TT: * *\nAufnahmen1 nach lebenden Modellen ifeitenS*\\ön*\n«»MWISSs\nPHOTOGRAPHISCHER KUNSTVERLAG (S. BLOCHI\n— Wien, 1., Kohlmarkt 20. J\nC* KÖRTE 8z CQ infireSreure und Bauunternehmer\n06 mr WäBSer' und Ga«-Anlagen\nWIEN PRAG BUDAPF^T\nIV., Resselgasse 5, Telephon 7977 pUUAPUb 1\njSÄaissa.t.sKs\nCARL OSWALD & C°\nBRONZE - LÜSTER- UND «g t« a?»\n«* *« •« «* METALLWAREN-FABRIK\ni WIEN, 111., SEIDLGASSE =-\nK. u. k. Hof-\nLieferanten\nJoh. Backhausen & Söhne\nFabriken für\nMÖBELSTOFFE, TEPPICHE,\nTISCH- UND BETTDECKEN\nln WIEN und HOHENEICH,\nNIEDERLAGE. WIEN, L, OPERNRING I\n(HEINRIOHSHOP).\nXylogr. Anstalt\nJoh. Rottach\nWIEN\nIm Köilnerhofgasse Nr. 6\nempfiehlt sich für\n-\nsSbbü\n■•V-\n/\n.\nisb\nHKS\nTelephon 13251.\n•*\nmmm\nV\nm\nm\nm\nS3S S\naS«\n»iS\nASS»\nHu\nOK\nkünstl. ausgefiihrte Holz-\nschnitte etc."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.1", "texte": "I. Jahrgang. Heft 10.\nEinzelnpreis 2 Kronen.\n=Wien, Gerlach& Schenk,\nORGAN - DER\nVEREINIGVNO\nBILDENDER :\nCZ) KVNSTLER\nOESTERREICH5\nVER |i*!\nOcToßEre 1898*\nAlle Rechte Vorbehalten.\nJährlich 12 Hefte im Abonnement 12 Kronen == 10 Mark."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "couv. 2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.2", "texte": "INHALTSVERZEICHNIS.\nkt r Seite\nNachruf für fC. M. Felician Rops. Von Herrn. Bahr l\nDte Jubiläums-Ausstellung in Wien 1898.V. S. . . 2\nw°feTne Holzschnitte. Von Otto Julius Bierbaum . 5\nWahrheit und Schönheit in der modernen Malerei.\nVon Max Morold\nStil und Individualität. Von Wilhelm HoUamer .' .* 23\nMittheilungcn der Vereinigung: bildender Künstler\nÖsterreichs * . ♦ •28\n\nGERLACH & SCHENK, Verlag für Kunstpewerbe~\nWIEN, Vl/t, Mariahilferstrasse st. .jt\nS: - = VER SACRUM =====\nmrdASü9Sr^IEL^E ORGAN der VEREINIGUNG\nBIL4E£5??aßtt?^jnstler Österreichs und\nWird herausgegeben von derselben.\nLITERARISCHER BEIRATH; Hermann Bahr, Schriftsteller !\nUGCI Dr. Max Eugen Burckhard. ’ *\nFür verantwortlich; Alfred Roller, akadem. Maler.\nj&SSgÄggi. 5 bl< „\nClicbes von Angerer & Göschl, XVI/L\nDruck von Philipp & Kramer, VI/1, 7 und 7a.\nSÄMMTLICH IN WIEN.\nVER~SACRUM ' ======\nerscheint ab Jänner 1898 jährlich in 12 Monatsheften, ein-\nschliesslich von Ausstellungsheften, je 24~30 Seiten\nStar*, im Formate von 28'/, :30 cm., in Buch- und\nFarbendruck, auf feinstem Kunstdruckpapier.\nJahresabonnement. Kr 19 tvr m\nPreis des einzelnen Heftes 2.- = „ lei\nABONNEMENTS NEHMEN ALLE BUCH-UND\nKUNSTHANDLUNGEN ENTGEGEN, «at\nvo*hejiBe Einsendung des Betrages kann die Kunst\nSchenk)1 be~•\nLändern'erfSgf¥ortoberechnuifg!KreU2barid' Nach dea ,Ä|\nVerlag und Administration:\nSnbin * SCHENK, Wien, VI/1, Mariahilferstr. 51,\nwohin alle die Expedition betreffenden Zuschriften\nerbeten werden.\nALLE RECHTE VORBEHALTEN.\n\nGrösste Auswahl in Malerrequisiten\nbei ALOIS EBESEDER ta\nZU WIEN, L, Opernrmg Nr* 9♦ -\nMÖBEL-FABRIK\nAugust Knobloch5 Nachf.\nk. k. Handelsgericht!. Schätzungs-Commissär\nGegründet 1835. WIEN Gegründet £835,\nVH., Breitegasse 7,10,12 u. JB.\n\nü TAPETEN\nIM STILE DER\nSECESSION\nMAX SCHMIDT, 1., NEUER MARKT NR- 7.\nSSa Zeichen- und Malschule\nH. STREHBLOW. Wien, 1., Annagasse Nr. 3\n..ST. ANNAHOF“\n———■— • «.iNnnnur\nOlQv\\lGß>jiPMi\n'•STR * Cil H' TZ V N Q,\n‘©SSfinrpN mzvwG\nRöen suchörvos\nO!\nOHNGES\n~ SBKu-K PHOTO\ni»OTjtat'i?oRs\nKUNSTfiNSTfIII\nVM-\nFABEICATION\nVON\nZEICHENMATERIALIEN, PATENT\nKORN- U. SCHABPAPIEREN, KREIDE\nUND TUSCHE.\nPAPIERMUSTER UND PROBEDRUCKE AUF VER-\nLANGEN GRATIS UND FRANCO."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.3", "texte": "C. M.\nFELICIAN ROPS\nGESTORBEN AM 24. AUGUST 1898.\nDER GRÖSSTE RADIERER UNSERER ZEIT. ER HASSTE\nDIE SÜNDE UND HAT IHRE MACHT MIT HEILIGEM\nZORN GEZEIGT. INDEM ER UNS IN DIE HÖLLE SCHAUEN\nLIESS, HAT ER ZUM HIMMEL AUFGESCHRIEEN. UNSER\nHEIMWEH NACH DER SCHÖNHEIT HAT NIEMAND GE-\nWALTIGER GEKLAGT. VOM GEMEINEN LEBEN DER\nLEUTE ABGEKEHRT, IST ER EINSAM UND REIN GE-\nWESEN, DIE KÜNSTLER WERDEN SEINEN THEUREN\nNAMEN BEWAHREN.\n\nVER SACRÜM."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.4", "texte": "DIE JUBILÄUMS-AUSSTELLUNG IN WIEN 1898.\nV. S.\nAlles Neue, Ungewohnte, Verblüffende wird hierzu-\nlande von einem grossen Theile der Bevölkerung\nunangenehm empfunden, die Zumuthung, Stellung\nzu nehmen, sich durch eigenes Nachdenken ein Urtheil\nzu bilden, als muthwillige Erschwerung des Daseins be-\ntrachtet und abgelehnt* Im heurigen Vorfrühling, als die\nAusstellungsbauten im Prater aus dem Boden wuchsen,\nbemerkte man, dass einzelne ihrer Erbauer versucht hatten,\nfür die neuen Zwecke auch neue Ausdrucksformen zu\nfinden, dass manche der im Entstehen begriffenen Aus-\nstellungspavillons weder einem Schloss, noch einer Burg,\nnoch einem Palast, noch einer Hütte oder einem Tempel\nähnlich seien* Rathlosigkeit und Unbehagen waren die\nFolge* Damals fand die erste Kunst-Ausstellung unserer\nVereinigung statt: die „Secessions-Ausstellung“, wie man\nkurz sagte. Auch hier stand das Publicum vor so vielem\nNeuen, ihm zunächst Unverständlichen* Und da dauerte\nes nicht lange, bis das erlösende Schlagwort für die Unver-\nständlichkeiten im Prater unten gefunden war: „Die Aus-\nstellung im Prater ist im Secessionsstile gebaut“, sagte der\n„gebildete“ Bürger, und seit er einen Namen für die Sache\nwusste, seit er vor derselben nicht mehr in Verlegenheit\nzu gerathen brauchte, acceptierte er sie selbst auch viel\nleichter* Alles was neu war und aus der Art schlug, einerlei\nob in gutem oder schlechtem Sinne, wurde nun mit grosser\nGemüthsruhe als „secessionistisch“ bezeichnet* Hätte man\ndamals einen grün und blau carriert angestriohenen Hund\nauf die Strasse gejagt alle die Vielen, welche durch den\nVerschleiss bequemer Schlagworte eine Führerrolle zu\nspielen trachten, hätten mit vollstem Gleichmuthe den\nNaiveren die Erklärung gegeben: „einfach ein secessio-\nnistischcr Hund“*\nNatürlich stellten sic sich dabei unter „Seccssionis-\nmus“ nichts recht Klares vor, stritten aber zur Abwechs-\nlung über die Berechtigung des „scccssionistischcn Stiles“*\nEine unglaubliche Wortverbindung! Wo seccssionistische\nBestrebungen wenn das hässliche Wort schon Bürger-\nrecht erwerben soll zutage traten, bestanden sie immer\nin der Auflehnung gegen die Convention, in dem Verlan-\ngen nach Individualität, in der Suche nach der „eingebore-\nnen Form“ (wieLevetzow so trefflich sagt) im Gegensätze\nzur erlogenen, aufgepfropften, anderswoher genommenen\nForm* Und dieses ganze Streben: „Weg von der ausge-\nborgten Stilform !“ sollte selbst wieder ein „Stil“ genannt\nwerden dürfen ?\nUnd noch etwas sehr Böses hatte die gedankenlose\nVerwendung dieses Schlagwortes im Gefolge* Seit alle\ndiese Neuerscheinungen einen Collectivnamen hatten,\nglaubte das Publicum ebenso achtlos an ihnen vorübergehen\nzu dürfen, wie es an den, endlich langweilig gewordenen,\newigen Umprägungen der alten Formen, welche die zu-\nnächst vorhergegangene Zeit beherrscht hatten, vorüber-\nzugehen sich nach und nach angewöhnt hatte* Gerade\naber in Zeiten des Werdens, des Entstehens neuer Formen-\nsprachen wird es am häufigsten Vorkommen, dass sich\ngewissenlose Speculanten unter die ehrlich Arbeitenden\nmengen, denselben Äusserlichkeiten des Handwerks ab-\nsehen und durch die womöglich recht übertriebene Anwen-\ndung derselben sich als kraftgenialische Mitschaffer am\nWerke der Moderne aufzuspielen trachten werden* Wer\nnicht genau hinsieht, wird dadurch über den Gang und das\nZiel der Bewegung desorientiert* Also weg mit allem ver-\ntrauensseligen Gebrauch von Schlagworten! ES GIBT\nKEINEN „SECESSIONISTISCHEN STIL“* Das ist\ndie Sache* Sondern es kommt nur heutzutage häufiger\nals in früheren Zeiten vor, dass es Künstler wagen, ihre\neigene Sprache zu sprechen* Die grosse Menge derer, die\nes nicht lassen können, ihre Töpfchen an fremden Feuern\nzu wärmen, zählt nicht mit*\n„Sitzt ihr nur immer! Leimt zusammen,\nBraut ein Ragout von andrer Schmaus,\nUnd blast die kümmerlichen Flammen\nZu eurem Aschenhäufchen 'raus!\nBewunderung von Kindern und Affen,\nWenn euch darnach der Gaumen steht;\nDoch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen,\nWenn es euch nicht von Herzen geht!“\nIm vorliegenden Hefte bringen wir einige Abbil-\ndungen bemerkenswerterer Objecte der Ausstellung*\n\nGemaltes Velumornament\naus dem Ausstellungsräume\nder Militär-Tuchfabriken.\nALFRED ROLLER.\n\nVER SACRUM"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.5", "texte": "VER SACRUM.\n\nVITRINE AUS GLAS UND MATTIERTEM SILBER.\nOTTO WAGNER.\n\nGESTICKTE BEHÄNGE.\nOTTO WAGNER."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "4", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.6", "texte": "VER SACRUM.\n\nJUBILÄUMS - AUSSTELLUNG.\nDECORATIVE ARCHITEKTUR D. CENTRALRAUMES DER KUNSTGEWERBE-ABTHEILUNG.\nJ. PLETSCHNIK."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "5", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.7", "texte": "MODERNE\nHOLZSCHNITTE.\nVon OTTO JULIUS\nBIERBAUM.\nWir Sind lange farbenblind gewesen oder wenigstens\nfarbenscheu; da haben uns die Maler die Augen auf-\ngemacht und den Muth zur Farbe wiedergegeben.\nWie sie uns dadurch bereichert haben, das spuren wir heut\n„ich, bloss an «»-»LyÄ\nrhXFoTtl“to\"/.;LPich glaube. auch in „ns.\nG'Pr\n„'cgong in ihr\numfass, sie all.\ndrocksformcn »«»«Äj; t^hTel\nwir für den Gewinn an harbe et Damals\nals solche überhaupt verschwand Aber\nauch dieser Überschwang haJder\naction gefunden, und diese g\nHauptsache von den Künstlern mit g\nmanischem Blute aus. T< .\nDer Geist Dürers, den Hans Thoma\nden grossen Feind aller Unbestimmt\ngenannt hat, wachte auf. In <fc» statkcn\nbraunen Contouren, die wir auf zahlreichen\nBilderndesFrankfurterMeistersbemerken\nkam zum erstenmale wieder die derbe Lort\ndes Deutschen am strengen Umri^e^\nAusdruck, aber erst mit der ,S\nder angewandten Kunst, die g\nder Hauptsache germanischen Geist\nbegann diese Linienlust sich auf ihr eigenstes Gebiet zu\nbesinnen, auf die Holzschneidekunst*\nWie diese, die ehedem in Deutschland so herrlich\ngeblüht hat, erst schritt- und dann sturzweise herunterge-\nkommen, wie aus der Holzschneidekunst die Xylographie\ngeworden ist, wissen wir, denn wir haben es mit angesehen,\nwie sie sich, in der thörichten Begierde, mit den photo-\ntypischen Techniken zu wetteifern, ihrem eigensten Wesen\nentfremdethat**Der Umrissschnitt war nicht bloss vergessen,\ner galt sogar für unmöglich; ihn wiederzubeleben, brauchte\nes die künstlerische Selbstsicherheit von vornehmen Un-\nzeitgemässen, wie es z* B* die Künstler waren, die für\ndie Morris'schen Bücher zeichneten und schnitten*\nDer moderne Umrissschnitt begann also mit Buch-\nschmuck, und dies ist ganz natürlich, wenn man bedenkt,\ndass der Holzschnitt oder wenigstens die zeichnerische\nHolzschnittmanier die einzige Technik ist, die wirklich dem\nBuche gemäss ist* Trotzdem braucht man nicht Prophet zu\nsein, um zu sagen, dass in Zukunft nur\nsehr wenig Buchschmuck in Holz ge-\nschnitten werden wird* Unzweifelhaft wird\ndie Holzschnittmanier, die starke Strich-\nzeichnung, sehr bald die einzige sein, die\nein Künstler von Geschmack anwendet,\nwenn er ein Buch mit Zierstücken oder\nIllustrationen auszustatten hat; denn jede\nandere Manier wirkt inmitten der Buch-\ndruckertypen fremd und störend, aber, da\ndie Zinkätzung imstande ist, das genaue\nFacsimile einer Strichzeichnung wiederzu-\ngeben, so ist es ganz erklärlich, dass die\nKünstler die bequemere Arbeit mit Feder\nauf Papier der ungleich mühsameren mit\ndem Messer auf Holz vorziehen* Es liegt\nunstreitig eine Gefahr darin, und der vor-\n\nBuchschmuck\nfür V. S. gez.\nJos. Hoffmann\n\nSchutzstangenhälter aus Messing\nC.Adalb.\nFischl.\n\n* In Georg Hirths schöner Sammlung\n„Meister-Holzschnitte aus vier Jahrhunderten“\nist übrigens Gelegenheit geboten, zu sehen, wie\nschnell die Holzschnitttechnik ihrem innersten\nWesen, nämlich der grossen und starken Einfach-\nheit abtrünnig geworden ist.\n\nVER SACRUM."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "6", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.8", "texte": "VER SACRUM.\n\ngetäuschte Holzschnitt bleibt ein Surrogat, das die echte, hier doch nur nachgeahmte\nManier nie ganz erreichen kann, aber wir dürfen schon zufrieden sein, dass wenigstens\nder Stil im allgemeinen dadurch gewahrt wird. Indessen sollte aber doch jeder Künstler,\nder in dieser Weise mit Feder und Tusche Holzschnittwirhungen erzielen will, auch selber\nin Holz schneiden, denn nur dadurch gewinnt er einen wirklichen Einblick in die Möglich-\nkeiten, die der Holzschnitt gewährt, und nur ein Künstler, der diese edle Technik geübt hat,\nwird davor bewahrt bleiben, es sich zu leicht zu machen. Auch darf die Hoffnung nicht auf-\ngegeben werden, dass sich doch immer noch Künstler und Verleger finden werden, die die\nMühe und Kosten nicht scheuen, Bücher mit wirklichen Holzschnitten herzustellen/ Solche\nBücher, wie z. B. das, das L. Pissaro in Holz geschnitten hat (the Queen of the fishes),werden\nimmer unter Bücherfreunden ganz besonders begehrt werden, selbst wenn nicht auch der Text\nvom Künstler in Holz geschnitten wurde, wie es bei diesem prächtigen kleinen Buche der\nFall ist, das übrigens gerade dann noch schöner wäre, wenn der Text in richtigem Typen-\nsatze darin stände.\nHaben wir es also beim Buchschmucke im allgemeinen nur erreicht, dass man wieder\nauf die MANIER des alten Umrissschnittes zurücfcgreift, so können wir auf anderem Gebiete\ndoch auch von einem verheissungsvollen Auflebcn des wirklichen Holzschnittes im Geiste\nder alten grossen Tradition reden.\nWäre es nur ein nachahmendes Aufnehmen der alten Weise, ein Archaisieren im\nStile Dürers etwa, so verlohnte es sich nicht der Mühe, ein grosses Aufheben davon zu\nmachen. Wer z. 8., was Sattlers gewandte und geschickte Feder auf dem Papier kann, im\nHolz vermöchte, der würde doch immer nur ein begabter Spieler mit alten Formen und\nMitteln heissen können; wir würden beim ersten Anblicke seiner Arbeiten erstaunen, wie bei\njedem Stilkunststück, so etwa, wie wir erstaunen würden, wenn ein heutiger Dichter in der\nSprache Luthers schriebe, aber wir würden schliesslich einen Dürer’schen Holzschnitt dem\nseinen doch beträchtlich vorziehen, selbst wenn der Moderne den Alten wirklich erreichte, ein\nFall, der genau so unwahrscheinlich ist, wie der, dass heute jemand ein so schönes Mittelhoch-\ndeutsch schreiben sollte, wie Herr Walther von der Vogelweide.\nDas Verheissungsvolle an den Beweisstücken des wiederauflebcnden Holzschnittes\nim echten Geiste dieser schönen Kunst ist, dass sie zugleich modernen Geistes sind, dass sie,\nbei allem Verstände für die alten Grundlagen dieser Kunst, bei allem Zurückgehen auf die gute!\nalte Tradition, mit Beiseitelassung all der Modeirrthümer einer kunstverlassenen Zeit, doch\nihren eigenen Zielen zustreben und ihre Mittel diesen Zielen anzupassen wissen. Dass die\nmodernen Holzschneider auch diese neuen Ziele und Mittel nicht alle gerade selber entdeckt\nund erfunden haben, dass sie sich auch hierin wieder von guten Gaben der Fremde beein-\nflussen liessen, thut unserer Freude keinen Abbruch, wenn wir nur erkennen dürfen, dass\nauch das Fremde nicht etwa bloss copiert ist.\nEs ist keine Frage, dass auch beim modernen Holzschnitt Japan Pathe gestanden hat.\nGescheite Eltern suchen sich halt gute Gevattern für ihre Kinder, und es ist keine Schande,\neinen schönen Taufbecher als Pathengeschenk erhalten zu haben, wenn man nur keine Tinte\ndaraus trinkt und immer was Gutes hincinzuschenken hat. Immer noch besser die feinen\nalten Herren vom Tausendinselreiche zu Gevattern, als die steifleinenen alten Akademie-\ngewaltigen aus den Zeiten des Interregnums der europäischen Kunst.\nDer Einfluss der Japaner war übrigens im Grunde nur Anregung. Das alte Europa\nist immer noch kräftig genug, einen freundschaftlichen Anstoss auszuhalten; cs fällt nicht\ngleich bis nach Ostasien. In diesem Falle ist es nur aus dem ausgefahrenen Geleise in ein\nbesseres gerathen. Es heisst die Thatsachen stark übertreiben, wenn man noch immer von\neinem Japanismus der modernen Holzschneidekunst redet. In ihren Anfängen waren Ähnlich-\nkeiten deutlich; etwas Fremdes, Exotisches amüsierte zwar, wirkte auf die Dauer aber schief\nund fatal; jetzt aber kann man sagen, dass wir Eigengewächs vor uns haben.\nAllzu zahlreich sind die Künstler noch nicht, die sich bei uns mit dem Holzschnitt\nbeschäftigen. Offenbar meinen noch viele, eine Schwarzundwcisszcichnung, durch Zinkätzung\nvervielfältigt, thue es auch. Dass das für den Buchschmuck ein erträglicher Behelf der Be*\n\nBuchschmuck\nv. A.Böhm"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "7", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.9", "texte": "quemlichkeit ist, wurde schon gesagt, aber für das, was die heutigen künstlerischen Holz-\nschneider beabsichtigen, genügt es wahrhaftig nicht. Dies geht schon daraus hervor, dass die\nkünstlerischen Holzschnitte von heute in der Hauptsache auf Wasserfarbendruck mit der Hand\nberechnet sind. Darin lässt sich das Vorbild der Japaner deutlich erkennen, von denen man\nauch die primitive Art, ohne eigentliche Presse zu drucken, übernommen hat. Man will wirk-\nlich künstlerische Drucke erzielen, und das ist, zumal bei farbigen Schnitten, mit der Maschine\nnicht zu erreichen, ja selbst die Handpresse ergibt nicht Abzüge von dem Tonreiz der primitiv\nhergestellten Blätter.\nMan sicht: es handelt sich bei diesen Künstlern keineswegs um die Absicht, eine\nmöglichst grosse Anzahl von Abklatschen herzustellen; sie schneiden nicht in Holz, um ein\noriginales Mittel zur Vervielfältigung zu haben, sondern sic widmen sich dieser Technik, weil\nsich mit ihr Wirkungen erzielen lassen, die nur der persönliche Abdruck vom Holze ergibt, und\nweil die Technik selbst zu einer so strengen Linienführung und Flächenabwägung zwingt,\nwie keine andere. Damit ist aber sofort das decorativc Moment gegeben, das dem modernen\nHolzschnitte innewohnt. Je mehr sein Wesen von einem Künstler erkannt wird, um so gross-\nzügiger wird er. Zwar lässt auch er viele Nuancen und grosse Feinheiten zu, in der Haupt-\nsache aber hat er etwas Monumentales, einfach Ausdruckvolles. Wie seine Technik zwischen\nMalerei und Plastik steht, so ist auch sein inneres Wesen dem Plastischen mitverwandt. Es\nist kein Zufall und nicht bloss Spielerei, dass die Japaner ihn gern mit Reliefdruck verbinden.\nUnter den Deutschen haben in diesem Sinne zuerst PETER BEHRENS und OTTO\nECKMANN gearbeitet, beide unabhängig voneinander. Eckmann ist zuerst damit vor die\nÖffentlichkeit getreten, aber Behrens hat sich eindringlicher damit beschäftigt. Von seinen\nBlättern soll daher an erster Stelle die Rede sein.\nEs sind bis jetzt sechs Schnitte von ihm vorhanden s der Tannenwald, der Sturm,\nTrockene Blumen, der Sieg, ein Vorsatzblatt und Schmetterlinge. Was zuerst an allen diesen\nBlättern auffällt, ist das decorative Element in ihnen. Das erste von ihnen, der Tannenwald,\nbringt dieses Streben noch nicht so klar zum Ausdruck wie die übrigen. Es ist auch, natürlich\ndas Vorsatzblatt ausgenommen, das kleinste unter ihnen und fällt schon dadurch etwas aus\nder Reihe und dem grosszügigen Wesen dieses Künstlers heraus, so schön und ausdrucksvoll\nes im übrigen ist. Von dem Vorsatzblatt habe ich in der „Decorativen“ Kunst ausführlicher\ngesprochen; man kann ohne Übertreibung sagen, dass es das beste Blatt ist, das wir für diesen\nZweck jetzt in Deutschland besitzen: es drückt, ohne im entferntesten illustrieren zu wollen,\nWesen und Inhalt des Buches, für das cs bestimmt ist, aufs glücklichste rein ornamental und\ndurch die Farbe aus. Die drei ausserordentlich grossen Blätter: Sturm, Trockene Blumen und\nSieg sind als Wandschmuck gedacht, während der zuletzt entstandene Schnitt, die Schmetter-\nlinge, ein Mappenblatt ist, bestimmt für die grosse, von Meier-Graefe unter dem Titel Ger-\nminal geplante Veröffentlichung von Kunstblättern, auf die ich schon bei dieser Gelegenheit\nalle Sammler aufmerksam machen möchte. Das Behrens’sche Blatt wird in ihr die Nachbar-\nschaft der ausgezeichnetsten Holzschnitte, Radierungen, Steinzeichnungen erster Meister aller\nKunstnationen zu bestehen haben und dabei wahrhaftig keine schlechte Figur machen. In ihm\nist Figürliches, flachliegendc Schwimmblätter auf graublauem Grunde und Schmetterlinge,\ndurch die Anordnung zu vollkommen ornamentaler Wirkung gebracht, ein entzückendes\nSpiel decorativer Laune mit der Natur.\nDen eigentlichen Stamm unter den bisherigen Behrens'schen Schnitten bilden aber die\ndrei Wandschmuckblätter. In ihnen äussert sich ein decoratives Talent von einer einfachen\nGrösse, von einem strengen und vornehmen Stilgefühl, wie wir augenblicklich auf diesem\nGebiete in Deutschland kein zweites besitzen, und sie bezeichnen gleichzeitig das Vollkom-\nmenste in der Technik des farbigen Holzschnittes bei den Deutschen. Ein kleines technisches\nWunder ist vornehmlich der an zweiter Stelle genannte Schnitt, die trockenen Blumen. Man\nmuss das Blatt selbst vor Augen haben, um einen Begriff davon zu erhalten, zu welchen Fein-\nheiten der moderne Holzschnitt unter den Händen eines Künstlers wie Behrens fähig ist, den\nman mit vollem Rechte jetzt schon als einen der wenigen Meister dieser Technik ansprechen\ndarf. Aber gerade durch diese Überfülle an Nuancen und auch durch einen gewissen lyrischen\n\nBuchschmuck\nv. F. König\n\nVER SACRUM."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "8", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.10", "texte": "Zug, der freilich gerade dieses entzückende Blatt vielen\nbesonders nahe bringen wird, beeinträchtigt sich seine\nreine decorative Wirkung in etwas* Es ist zu intim, um\nganz holzschnitthaft monumental zu wirken* In diesem\nBetracht wird es vom Sturm und dem Sieg noch über-\ntroffen* In diesen ist der Triumph der einfachen grossen\nLinie, der vornehm discreten Farbenfläche vollkommen*\nBeide sind im ganzen auf Grau-Blau gestimmt, die Mon-\nteuren heben sich in einem sammtenen Grau-Schwarz\nheraus; beim Sieg tritt ein überaus wirkungsvoller Fleck\nin Orange dazu* Aber die Hauptsache liegt bei der Linie*\nBeide Blätter sind figürlich, aber sie wirken mit der Schwung-\nwucht von sehr einfachen Ornamenten, in denen, wie mit\neiner Zeichensprache, alles ausgedrückt wird, was in dem\njeweiligen Stoffe liegt* Der STURM: Ein Adler\nfegenden Wolken, über jagenden Wellen und tief gebeugten\nBäumen; die Schwingenweite des Vogels geht von dem\neinen Längsrande des Blattes zum anderen; die Linien der\nSchwingen wiederholen sich in denen der Wolken, die\nKrallen des Vogels haben\nihr grösseres Abbild in\nden sich überstürzenden\nWellen* Das könnte wie\nein billiger Symbolisten-\nwitz aussehen, wenn es\nnicht so absolut ernst und\nbei aller Vereinfachung der\nLinie so naturentnommen\nwirkte* Der SIEG: Ein\nbreites, wildes, nächtiges\nWasser; die Gewalt der\ndrängenden Wogen wirft\nsich gegen einen nackten\nJüngling, der ruhig in der\nerhobenen Rechten eine\nFackel durch die Wasser-\nweite trägt* Ist cs nicht\nwie eine Modernisierung\ndes alten lieben Themas\nvon Christophorus, der\nden kleinen Heiland übers\nWildwasser hucfcepackt ?\nIm Grunde sicher derselbe\nGedanke, aber auf seine\nalles Legendenhaften, Bei-\nwerkmässigen entkleidete\nNacktheit zurückgeführt\nund darum zwar nicht so\nsinnig,lyrisch, anheimelnd\nin der Wirkung, aber dafür\num so mächtiger, symbol-\nhafter und decorativ ein-\ndrucksvoller*\nIch habe von diesen Wandschmuckblättern deshalb\nausführlicher gehandelt, weil ich glaube, dass der auf Wand-\nschmuck berechnete, vom Künstler selber mit der Hand\ngedruckte und darum in jeder Hinsicht als originales Kunst-\nwerk, nicht als blosses Vervielfältigungsproduct zu be-\nwertende Holzschnittdruck berufen ist, eine wichtige Auf-\ngabe zu erfüllen, nämlich die Schmückung des Hauses derer,\ndie nicht im Stande sind, sich Originalgemälde anzu-\nschaffen* Diese Behrens'schenKunstblätter mit ihren grossen\nFlächen, die selbst in grossen Zimmern nicht verschwinden,\nkönnen auch von solchen Kunstfreunden erworben wer-\nden, die sich sonst die Anschaffung von originalen Kunst-\nwerken versagen müssen* Dies ist aber ein avis au lecteur,\nder sich nicht bloss auf die Geniessenden, sondern auch\nauf die Schaffenden bezieht* Das „weg von der Staffelei“,\ndas heute den Malern oft zugerufen wird, indem man es\nihnen nahelegt, sich nicht bloss mit der Schaffung von Ge-\nmälden, sondern auch mit der Erzeugung von Gegen-\nständen der Nutzkunst zu befassen, kann und wird von\nvielen nicht befolgt wer-\nden, denen es eben gerade\num den malerischen Aus-\ndruck von Bewegungen\nihres Inneren zu thun ist,\nvon denen also, die als\nMaler Poeten sind, für\nsie ist der grosse Farben-\nholzschnitt für die Wand\neine Gelegenheit, auch\nihrerseits im Zuge derer\nmitzuschreiten, die die\nKunst in reicherer Fülle\nins Leben selber stellen\nwollen* Es lässt sich wun-\nderschön ins Holz dichten,\nwie Peter Behrens beweist*\nDie F arbigkeit ist für den\ngrossdecorativen Zweck\ndes Holzschnittes zwar sehr\nwesentlich, aber doch nicht\nunbedingt nothwendig*\nBeim primitiven Hand-\ndruck mit Wasserfarben\nlassen sich auch schwarz\nauf weiss sehr schöne Wir-\nkungen erzielen* Eine Rei-\nhe von Versuchsblättern\ndes vortrefflichen E* R*\nWEISS beweist das* Es\nsind ganz ausgezeichnete\nSachen darunter, die, wie\nalles, was dieser hoch-\nbegabte junge Künstler\n\nStudie von\nRud. Nissel.\n\nVER SACRUM,"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "9", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.11", "texte": "VER SACRUM\n\nBALLUSTRADE.\nC. A. FISCHL.\n\nMÖBEL\nAUS EINEM SCHLAFUND EINEM BADEZIMMER.\nO. WAGNER.\n\nKRIEGERGRUPPE UND REITERSTANDBILD AUS DER AUSSTELLUNG DER MILITÄRTUCHFABRIKEN.\nARTHUR STRASSER."}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "10", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.12", "texte": "AUS DER AUS-\nSTELLUNG DER\nMILITÄRTUCH-\nFABRIKEN.\nALFR. ROLLER\nu. C.AD. FISCHL.\n\nGEMALTER FRIES\nV. D. D. URANIA-THATERS.\nJOS. ENGELHART.\n\nVER SACRUM."}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "11", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.13", "texte": "macht, die Hoffnung:, ja Gewissheit wach rufen, dass wir\nauch auf diesem Gebiete das Beste von ihm erwarten dür-\nfen, wenn er sich von dem allzu Archaistischen und einer\ngewissen hieratischen Steifheit frei macht Er ist übrigens\nder geborene Holzschneider fürs Buch* Für das Abheben\nder grossen weissen von grossen schwarzen Flächen hat er\neinenganzeminenten Sinn, und darin reicht er zuweilen jetzt\nschon an den grossen Künstler heran, von dem ich nun zum\nSchlüsse noch reden möchte: an FELIX VALLOTTON*\nSeitdem Meier-Graefe bei Stargardt in Berlin eine\nSammlung der besten Holzschnitte Vallotons mit einem\nvorzüglichen Texte herausgegeben hat, ein Werfc, das kein\nFreund der Holzschneidekunst übersehen dürfte, ist über\nden Schweizer Künstler nicht mehr viel zu sagen* Meier-\nGraefe hat in seiner scheinbar hingeworfenen Schreibweise,\nhinter der aber stets gründlichste Sachkenntnis und ein ganz\nungewöhnlicher Sinn für das Wesentliche in jeder Kunst-\näusserung steckt, ungefähr alles gesagt, was sich für Leute,\ndie nicht zu den ganz Zurückgebliebenen gehören, über\nVallotton sagen lässt* Ich verweise also, um den Verfasser\nnicht abzuschreiben, auf das schöne Werk selber, wobei\nich übrigens nicht verfehlen will, zu betonen, dass jeder,\nder es sich leisten kann, gut thut, die Ausgabe auf japani-\nschem Büttenpapier zu kaufen, denn die Vallotton'schen\nwie überhaupt alle Holzschnitte kommen auf glattem Papier\nlange nicht so zur Geltung, wie auf dem seidenfaserig weich-\nrauhen, das neben den Chinesen nur die Japaner herzu-\nstellen wissen*\nWas mit Schwarz aufWeiss aus dem Holze zu holen\nist, welch köstliche Wirkungen fürs Auge zu erreichen sind,\nwenn es jemand versteht, was Geist der Linie und Flächen-\nabwägung heisst, das kann vor diesen wundervollen Blät-\ntern mit höchstem Genüsse erkannt und empfunden werden*\nUnd dass man zugleich eine Persönlichkeit von eigenster\nAnschauungsart kennen lernt, einen Beobachter des mo-\ndernen Lebens voll Schärfe und kaustischem Humor, einen\nPorträtpsychologen von erstaunlicher Tiefe bei grösster\nEinfachheitderKunstmittel,kurzeinenKünstlerinSchwarz\nund Weiss, der, so sehr er in erster Linie auch Formenmensch\nist, doch nicht weniger Bedeutung als Mensch von Geist\nhat, das ist am Ende eine Zugabe, die auch nicht zu ver-\nachten ist*\n\nStudien\nJ. Repin.\n\nVER SACRUM."}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "12", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.14", "texte": "WAHRHEIT UND SCHÖNHEIT IN\nDER MODERNEN MALEREI.\nVon Max Morold.\n„Die Hälfte uns’res Thuns ist nicht Natur,\nNachahmend tappen wir auf And’rer Spur,\nVernunft und Herz, sie kommen schwer zu Wort,\nUnd jeder, wer es sei, schleppt fort und fort\nAm Wahne, den der langen Zeiten Lauf\nAllmählich riesengross gethürmt zu Häuf.“\nWie gut lässt sich dieses Wort Stephan Milows auf Kunst und Kunst-\ngefühl anwenden! Vielfach ist noch die Meinung verbreitet, dass die\nKunst als „Darstellung des Schönen“ gewissen ewigen Gesetzen unter-\nliege, denen man durch Studium beikommen könne; dass der Begriff der Schön-\nheit unwandelbar sei und dass sich das rechte Urtheil in künstlerischen Dingen\nsomit eigentlich erlernen lasse* Einschränkungen werden freilich auch von jenen\ngemacht, die diese Meinung noch hegen* Zunächst wird der Begriff der Kunst\neingeschränkt* Von der Dichtkunst kann in diesem Zusammenhänge überhaupt\nnicht die Rede sein* Die ist zu abhängig von unserer sonstigen Begriffswelt, zu\nbedingt durch tausend und abertausend ausserkünstlerische Gedanken und Ur-\ntheile, zu sehr beeinflusst von allen unseren intimsten subjectiven Vorstellungen\nund Gefühlen, als dass hier jemals ein ganz strenger Codex, eine einzig gütige\nNorm auf gestellt werden könnte* Aber auch die Musik, die scheinbar dem Leben\nabgekehrte, ätherische, selbstgenügsame, durch nichts bedingte, hat sich bisher\nnoch nicht in eine feste Formel bringen, noch nicht auf wenige, leicht fassliche\nGrundregeln zurücfcführen lassen* Freilich, unbedingt und absolut ist die Musik\nnur scheinbar* Doch ich will mich hier nicht auf theoretische Untersuchungen\neinlassen* Ich begnüge mich mit dem historischen Beweis und erinnere nur kurz\nan die grossen und kleinen Blamagen, die das Publicum und die Kunstrichter\nbeinahe ausnahmslos vor jeder bedeutenden musikalischen Erscheinung erlitten\nhaben* Wäre auch nur EINE solche Blamage möglich gewesen, wenn es ein\nfeststehendes Urtheil in musikalischen Dingen gäbe? Die ärgsten Enttäuschungen\nund die gröbsten Berichtigungen hat gerade die Musikästhetik erfahren* Bleibt\nalso nur die bildende Kunst* Aber in der heisst es sei doch für den Fein-\nfühligen und künstlerisch Gebildeten kaum ein Irrthum möglich* Auch der\nschlichte „gesunde Menschenverstand“ und das einfache, unverdorbene Gefühl\nseien hier bald im Reinen* Zwei Augen habe schliesslich doch jeder, und das\nsei hier die Hauptsache* Zwei Ohren die hat allerdings auch ein jeder* Aber\nes gibt bekanntlich „musikalische“ und „unmusikalische“ Menschen, und die\neinen haben nur Ohren für diese, die anderen für jene Gattung Musik* Schauen\nhingegen, das können alle; das sei eine Thätigkeit, die in jedem Berufe und bei\n\nBuchschmuck\nfür V. S. gez.\nRud. Bacher.\n\nVER SACRUM."}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "13", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.15", "texte": "VER SACRUM.\n\njeder Arbeit des täglichen Lebens geübt werde* Und ein reifes und geübtes Auge\ntrage einen untrüglichen Massstab in sich selber* Gewisse Formen und Farben\nvertrage das Auge nicht u* s* w. —Ja, wenn es so wäre! Aber gerade von der\nbildenden Kunst und besonders von der Malerei gilt es, dass „Vernunft und\nHerz nur schwer zu Wort kommen'“* Die meisten, die sich berufen fühlen, in sol-\nchen Dingen mitzureden, stehen im Banne ererbter und anerzogener Thorheiten\nund Unzulänglichheiten* Die natürliche Fähigkeit, zu schauen und das Geschaute\nins Bewusstsein aufzunehmen, versagt in künstlerischen Dingen mitunter gänz-\nlich und ist jedenfalls nicht ausreichend, um ein gesundes künstlerisches Urtheil\nzu ermöglichen* Im gewöhnlichen Leben sehen wir nicht nur mit den Augen,\nsondern auch mit dem Verstände* Alles, was wir sehen, ist ein Gegenstand unseres\nBegehrens, unseres Interesses, unserer Neugierde* Die ungewohntesten Dinge\nvermag unser Auge richtig zu erfassen, weil sich unser Verstand und unser\nWollen beim ersten Anblick eines jeden Dinges bemächtigt* In der Kunst sollen\nwir aber auf einmal nur mit dem Auge, ganz uninteressiert und objectiv schauen\ndas Auge allein, unser Formen- und Farbengefühl soll Erklärer und Beur-\ntheiler sein* Und da entdecken wir erst, wie gering die Kraft unseres Auges ist,\nselbständig dem Gefühle einen Eindruck zu vermitteln* Eine einzige Farben-\nzusammenstellung, die wir noch nicht gemalt gesehen haben, kann uns trotzdem,\ndass wir ihr vielleicht schon unzähligemale in der Natur begegnet sind, nicht\nnur scheusslich, sondern geradezu unmöglich Vorkommen. „Das gibt es nicht!“\nrufen wir aus, und wenn uns dann nachgewiesen wird, dass es so etwas aller-\ndings gibt und uns noch gar nie unangenehm aufgefallen ist, so sagen wir wohl\närgerlich: „Aber so etwas malt man nicht!“ In der Malerei pflegen wir den\nMassstab für unser Urtheil ganz und gar nicht unseren sonstigen Eindrücken und\nErfahrungen zu entnehmen* Überzeugt davon, dass die Kunst ihre eigenen Ge-\nsetze habe und die Natur eher zu verbessern, als bloss nachzuahmen berufen sei,\nlassen wir in künstlerischen Dingen auch nur den Massstab gelten, den wir der\nKunst selbst entnommen zu haben glauben* Die Kunst selbst aber, das sind\nschliesslich doch nur jene Kunstwerke, die wir am besten kennen, die uns eben\ngeläufig sind oder in deren Umgebung wir aufwuchsen* Und die Künstler, die\nsie geschaffen, waren ihrerseits auch wieder im Banne vorgeschriebener Regeln\nund überkommener Traditionen* So gewinnen wir schliesslich ein „Schönheits-\nideal“, das aus einer Zeit stammt, die der unseren vielleicht in keinem Zuge\ngleichen mag* Wir lassen nur eine Gestaltungsweise, die mit der uns umgebenden\nWirklichkeit kaum mehr als eine entfernte Ähnlichkeit gemein hat, als künst-\nlerisch berechtigt gelten, und die erste ehrliche Nachahmung der Natur bringt\nuns aus dem Häuschen.\nNur solcherart lässt sich die Xhatsache erklären, dass in älteren Kunst-\nepochen niemand an der steifen, unnatürlichen Formengebung, der fehlerhaften\n\nBuchschmuck\nfür V. S. gez.\nRud. Bacher."}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "14", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.16", "texte": "Zeichnung, dem Mangel anPerspective u. dgl. Anstoss nahm.\nDie Leute waren eben gewohnt,die Kunst mit anderen Augen\nanzusehen als die Natur, und da die Kunst damals nur\nreligiösen Zwecken diente und bei der Wiedergabe der rein\ndogmatisch gefassten religiösen Vorstellungen eigentlich\nnur symbolisch zu wirken hatte eine Wirkung, die ihr\nauch vollständig gelang —, so fiel es den Leuten, die vor\nsolchen Bildern ihre Andacht verrichteten, gar nicht ein, an\ndie unausgebildete Technik und die ungenügende Natur-\nbeobachtung der Maler zu denken. Als Cimabue zum ersten-\nmale einen lebenswahren Zug in die byzantinische Ma-\ndonna brachte, erschien\ndas den Leuten wie eine\nOffenbarung, Heutzutage\nwäre es Cimabue in einem\nähnlichen Falle vermuth-\nlich übel ergangen. Da-\nmals aber wurde er be-\njubelt und seine Madonna\ngeradezu wie ein wunder-\nthätiges Bild verehrt. Sein\nSchüler Giotto hat dann\ndas Leben in grösserer\nBreite und Tiefe neu ent-\ndeckt, und von ihm datiert\ndie erste grosse Epoche der\nitalienischen Malerei, nach\nÜberwindung des Byzan-\ntinismus, Diese Wendung\nund insbesondere auch das freudige Mitfühlen des Volkes\nmit den Künstlern, das allgemeine Verständnis für die neuen\nErrungenschaften ist aber durchaus nicht auf eine rein\nkünstlerische Erkenntnis oder auf ein richtiges Gefühl von\ndem, was der Kunst als solcher bisher gefehlt hatte, zurück-\nzuführen, Vielmehr war es die Neubelebung des religiösen\nGeistes durch Franz von Assisi, welche im ganzen Cultur-\nleben jener Zeit, und so auch in der Kunst, die der Religion\nam nächsten stand, eine Umwälzung hervorrufen musste.\nAus dem starren Dogma war eine echt menschliche Lehre\nvoll lebendigen Christensinnes geworden, und so konnte\nund musste auch aus der byzantinischen Madonna die\nheilige FAMILIE und aus dem in einem Krönungsornat\ngekleideten byzantinischen Christkind ein patschender und\nstrampelnder santo bambino werden. Die Reinheit der fran-\nciscanischen Lehre gieng freilich rasch genug wieder ver-\nloren. Aber die Starrheit des Dogmas kehrte nicht zurück\nund das Leben liess sich nicht mehr aus der Kunst ver-\nbannen, In dem Masse, als das ganze Leben jener Zeit sich\nfreier und üppiger gestaltete und die Kirche selbst ihre\nweltliche Macht immer sinnfälliger zum Ausdruck brachte,\ndrangen auch immer neue weltliche Motive in die Kunst\nein und entrückten sie dem Bannkreise kirchlicher Vor-\nstellungen, Die Entdeckung und Erforschung der Antike\nwar der grossartige Abschluss all dieser befruchtenden\nKeime und fordernden Anregungen, die in der Zeit der\nRenaissance in einer schier unabsehbaren Reihe von grossen\nGeistern und genialen Naturen zu neuen Ausdrucksmitteln\nund schöpferischen Ideen wurden. Da aber drohte die\nKunst auch stillzustehen; da gerieth sic vom Leben wieder\nms Studium da entstand wieder eine Schablone, und all\ndie realistischen und naturalistischen Versuche der späteren\nItaliener vermochten die Schablone nicht zu überwinden.\nEine neue herrliche Blüte der Kunst war nur dort\nmöglich, wo unabhängig von früheren Idealen eine ganz\nandere Art und zu\nschauen und zu schaffen\nsich entwickelt hatte und\nauf dem Höhepunkte dieser\nEntwickelung dann auch\nder Einfluss Italiens und die\nKenntnis der Antike nicht\nviel mehr nützen und noch\nweniger schaden konnte*\nDie holländische Malerei\nhat der Welt geoffenbart,\ndass mit den letzten grossen\nItalienern die wahre Kunst\nkeineswegs gestorben ist.\nUnd wer nun als ge\nbildeter moderner Mensch\n- auch Rembrandt ne-\nMeister *.Ue„ liss., de, hat\nstanden, dass es kein allgemein gütiges Schönheitsideal\nund keine ewig gütigen Kunstnormengibt, daLSuns\nso reich und wechselvoll ist wie das T j oic Kunst\nHervorbringung echter and darum dauernderKunstwe^\nnahrunv IführT , / Kunst stets frische Lebens-\neabun/ die auch a* TI ei^enarti?e künstlerische Be-\nItZlt S Leben Wieder neu 20 befruchten\nden. Ver??SenWr‘\nkunst und Musik auBch\nLeben erwachten, da war * c < , 1 ; neuem\nkünstliche N.übdcW fcein „\nEmporwachsen aus den Tief™ 4„, \\r it 7\n***** •£“ “r-ÄSÄS\nmale entdeckte Antike und die ästheticl. f Z\ndigte Kunst der\nVormünder dieser neuen Kunst, von der woM Stßedit\nbehauptet wurde, dass aus ihr kein Bild der Zeit zu ge-\nwmnen sei, in der sie entstanden ist und zur Geltung kam •\nwahrend die Kunstepochen der j ™ ’\nSpiegel reiner Kunstwerke ein getreues und lebensvolles\n\nDecorativer Entwurf\nAdolf Böhm\n\nVER SACRUM"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "15", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.17", "texte": "JUBILÄUMS - AUSSTELLUNG.\nJAPAN.\nA. STRASSER.\nPLASTIK AUS D. CENTRALRAUME DES SEIDENHOFES.\n\nVER SACRUM."}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "16", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.18", "texte": "JUBILÄUMS - AUSSTELLUNG.\nCHINA.\nA. STRASSER.\nPLASTIK AUS D. CENTRALRAUME DES SEIDENHOFES.\n\nVER SACRUM."}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "17", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.19", "texte": "VER SACRUM.\n\nBild der Zeit und der Nation gaben. Auch zeichnete sich\njede der vergangenen Kunstepochen dadurch aus, dass sie\ngegenüber noch älteren, früher vergangenen Epochen etwas\ngänzlich Neues, Unvergleichliches zutage förderte. Diese\nneue Kunst einer Zeit des „Fortschrittes“ hingegen er-\nschöpfte sich in der Nachahmung und Verwertung des\nAlten, des Überkommenen. Nicht das wirkliche Leben\ndiente ihr zum Vorbilde, aber auch nicht ihre eigenen\nTräume und Phantasien wagten die Künstler rückhaltlos\nund rücksichtslos zur Anschauung zu bringen, sondern sie\narbeiteten alle nach berühmten Mustern und nach den\nRegeln, die man aus diesen\nabgeleitet hatte. Die künst-\nlerische Praxis wurde von\nder Theorie beherrscht,\nund mehr als ein bedeu-\ntendes Talent hat ihr das\ngrausame Opfer der Indi-\nvidualität gebracht. Min-\nder starke Individualitäten,\ndenen es von vornhinein\nan Kraft und Willen zur\nSchöpfung eines persön-\nlichen Stiles gebrach, haben\ndurch die sichere Beherr-\nschung und bewusste An-\nwendung der „besten Re-\ngeln“ vorübergehende Be-\ndeutung erlangt. „Correcte“ Zeichnung, „Symmetrie“ und\n„Rhythmus“ in der Composition, „Harmonie“ in der\nFarbengebung solche und ähnliche Begriffe waren genau\nfestgestellt, für jeden Begriff gab es ein oder mehrere clas-\nsische Beispiele, und die glückliche Aneignung desjenigen,\nwas sich einem solchen Beispiele überhaupt abgucken und\nnachbilden liess, das war das Höchste, was man in Aka-\ndemien und Malerschulen lernen konnte. Für die „Correct-\nheit“ der Zeichnung aber waren eben nur die Beispiele,\nnicht die Natur massgebend; „Symmetrie“ und „Rhyth-\nmus“ war aus berühmten Gemälden, nicht aus den zu fälli-\ngen Gruppierungen des Alltags zu entnehmen; die „Har-\nmonie“ der Farbengebung war etwas abstract Erklügeltes\nund willkürlich Vorgeschriebenes, das mit dem wunder-\nvollen Leben natürlicher Farbenerscheinungen nur den\nNamen gemein hatte. Sonst hätte es ja nicht geschehen\nkönnen, dass der grosse Farbenzauberer Böcklin, in dessen\n„mythologischen Landschaften“ sich die liebevollste Natur-\nbeobachtung mit einer ursprünglichen Schöpferkraft ver-\nmählt, so lange unverstanden blieb und dass die Werke eines\nThoma, der jetzt allgemeine Verehrung geniesst, geraume\nZeit als „unmöglich“ von den Kunstausstellungen a priori\nausgeschlossen waren. An solchen Fällen erwies sich, wie\ndie Schüler der alten Meister zu pedantischen Schulmeistern\ngeworden waren, die die „freie“ Kunst zur starren Disciplin\nerniedngten.Den wirklichen Menschen konnten diese Schul-\nmeister nur als „Modell“ gebrauchen, das sie stellten und\nherrichteten, wie es 2u den Regeln passte. Sogar die land-\nschaftliche Natur wurde daraufhin geprüft, ob sie „male-\nrisch“ se* oc^ef n*cht* Dass der Maler imstande sei, in den\nunscheinbarsten Winkeln der Erde Schätze von Poesie und\nmalerischer Schönheit zu heben, das war damals noch un-\nbekannt Damals glaubten die Maler in ferne Landereisen\nzu müssen, wenn sie einmal „loslegen“ wollten. Für ihren\nDrang nach satteren Farben und kräftigeren Farbencom-\nplexen sollte die Glut des Orients oder der Tropen zum\nVorwände und zur Ent-\nschuldigung dienen♦ Und\ndoch fielen auch diese\nReisebilder zahm genug\naus* Die schrankenlose\nFreiheit und der kühne\nTröte des echten und\nrechten Künstlersehnens\nschien nicht vorhanden zu\nsein* Wohl dürfen wir ein-\nzelne Namen mit Ver-\nehrung und Bewunderung\naussprechen* Aber sie kön-\nnen uns nicht darüber täu-\nschen und nicht dafür ent-\nschädigen, dass diese ganze\nrr . j Kunst sagen wir: die\nKunst der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts\neine Kunst war, deren Jünger und Bekenner von sich sagen\ndurften: „Die Hälfte unseres Thuns ist nicht Natur“. Und\nwenn auch Einzelne, zur anderen Hälfte wenigstens, vom\nbesten Wissen, Wollen und Können beseelt waren und auf\nihrem künstlerischen Lebenswege einen schönen, männ-\nlichen Schritt einhielten, so „tappte“ doch die grosse Mehr-\nheit der Übrigen unschön und ungeschickt auf ihrer Spur\neinher; nicht auf der Spur der alten Meister, denen noch\ndie Vorangegangenen gefolgt waren, sondern nur auf der\nSpor dieser Nachfolger, dieser Epigonen. So ward schliess-\nlich eine Kunst aus zweiter, aus dritter Hand die herr\nsehende. Und das Publicum fand alles in Ordnung. Es\nhatte sich daran gewöhnt, nach denselben Regeln zu ur-\ntheilen, die von den Künstlern beobachtet wurden. Es\nstand gewissermassen auf demselben Standpunkte wie das\nPublicum der byzantinischen Künstler. Es freute sich einer\nKunst, die zwar ohne „Fehler“ war, aber deren Formen\nund Bildungen im wirklichen Leben gar nicht anzutreffen\nwaren, ausser höchstens auf der Bühne und in sogenannten\n„lebenden“ Bildern, für die aber eben die gemalten zum\nVorbilde dienten*\nDiese Kunst ist heute noch nicht überwunden. Noch\nimmer wird an Akademien und Malerschulen nicht viel\nanderes gelehrt als das todte Erbe alter und neuer, grosser\n\nDecorativer\nEntwurf v.\nAdolf Böhm"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "18", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.20", "texte": "und kleiner Meisten Noch immer stehen die Künstler und\ndas Publicum, Kenner und Laien einer sehr originellen\nund sehr bedeutenden Erscheinung ziemlich rathlos gegen-\nüber* Aber es ist doch besser geworden* In der zweiten\nHälfte des Jahrhunderts hat der Widerspruch und die Auf-\nlehnung gegen die conventionellen Schönheitsregein, gegen\nden seelenlosen Formalismus und die nüchterne Abstrac-\ntion immer lauter und allgemeiner seine Stimme erhoben*\nEinige Künstler, die ungefähr gerade um die Mitte des\nJahrhunderts mit ihren Werken Aufsehen erregten, haben\nzuerst die Bahn gebrochen und jetzt, da schon dieMorgen-\nröthe eines neuen aufdämmern will, ist die grosse Schar\nder Jüngeren und Jüngsten beinahe vollständig im Banne\nder neuen Kunstanschauung: man kann und darf zum\nmindesten von einer im Entstehen begriffenen, von einer\nerwachenden und aufblühenden MODERNEN Malerei\nreden; von einer Malerei, die nicht nur neu oder modern ist\nder Zeit nach als das Neue, das just in der Mode ist —,\nsondern die wirklich einen neuen Inhalt, eine neue Form und\neinen neuen Stil hat; die also berechtigt ist, vielleicht schon\ndieser, jedenfalls aber der kommenden Epoche ihren Namen\nzu geben und ihren Stempel aufzudrücken* Ich kann mich\nhier nicht darauf einlassen, die Verdienste der Bahnbrecher\nbesonders zu würdigen und die Entwickelung darzustellen,\nin der sich der langsam und stetig anwachsende, immer\nbreiter und tiefer werdende Strom modernen Kunst-\nempfindens und modernen künstlerischen Darstellungs-\nvermögens von jenen Wenigen, die nun ihr Werk bereits\nvollendet haben, weiterbewegt hat bis zu den Vielen\nvon heute, deren Schaffen und Wirken der Zukunft an*\nn*ckt auseinandersetzen, wie sich Künstler\nund rublicum von dem falschen Idealismus der Epigonen-\nZYersf lem Realismus, dann dem Naturalismus, schliess-\nlich dem Impressionismus und von da dem Neu-Idealis-\nmu\\’wahren Idealismus zuwandten* Nur eines möchte\nich hier betonen: die Auflehnung gegen die Pedanterie\n< ,ef fLu*me*ster und gegen das eintönige und schwäch-\nw- t v f Sfen, unst nahm naturgemäss von der realen\nW irklichkeit ihren Ausgang* Diese letztere stand für jeden\na wegs sehenden und fühlenden Menschen doch in einem\ngar zu schreienden Widerspruche zu der von den Schatten\ner ergangenheit umschwebten und selber gespenstisch-\nueeren Kunst* Die Wirklichkeit sollte auch in der Kunst\nZU 1 kommen, das warme Blut des Lebens\nauc m der Kunst pulsieren, die Stimme der Zeit und die\nprac e unseres Volkes auch aus Gebilden der Kunst zu\nuns reden* So entstand der Realismus und der Naturalis-\nf 1 r?c , war die Kunst wieder an einen\no en unkt gelangt* Die blosse Nachahmung der äusseren\na ur, der sogenannten Wirklichkeit war in mancher\nmsic t um nichts besser als die Nachahmung und Ver-\nwer ung a ter, überkommener Formen und Formeln* Auch\n%Ta T 4“ getreuen photographischen Aufnahmen,\ner Naturalismus producierte, konnten einen gespen-\nstisch anmuthen* Das historische Ideal der früheren Zeit\nwar von einem wissenschaftlichen abgelöst worden, aber\nnoc immer nicht von einem rein künstlerischen* Denn\nabgeseben dayoti, dass in der Kunst der Stoff allein noch\ns sagt und die allgemein übliche Art der Darstellung\n\nStudie\nVict. Krämer.\n\nVER SACRUM."}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.21", "texte": "dem einzelnen Kunstwerke kein unterscheidendes Gepräge\nverleiht, dass also mit der Gewinnung eines neuen Stoff-\ngebietes oder einer neuen Technik immer nur sehr wenig\ngewonnen ist, so wurde ja bei der naturalistischen Art\nund Weise die grosse, ewige Wahrheit gänzlich übersehen,\ndass es gar keine absolut wahrnehmbare, allen gleich zu-\ngängliche wirkliche Gestaltung der Dinge gibt; dass jedes\nDing in jedem Augenblicke einen verschiedenen Charakter\nannimmt und für jeden neuen Menschen ein neues Ding\nist. Da sind zuerst das Licht und die Atmosphäre, die ein\nund denselben Gegenstand in fortwährendem Wechsel bald\nklar hervortreten lassen, bald in Dämmer einhüllen und\nForm und Färbung tausendmal ändern; da ist das mensch-\nliche Auge, das bei jedem anders sieht, bei dem einen\nfarbenblind und beim zweiten empfänglich für die feinsten\nAbstufungen einer sanften Strahlenbrechung, bei dem einen\nwehleidig für alles Kräftige und Derbe und beim zweiten\ntrunken im Anschauen grosser Formen und starker Farben,\nbeim einen wie durch einen Schleier nur die Umrisse ge-\nwahrend und beim zweiten durch die Oberfläche bis ins\nGeäder dringend, beim einen ängstlich nur auf das Nahe\ngerichtet, beim anderen adlerscharf in die Weite spähend\ndas physische Auge; da ist dann aber auch die mensch-\nliche Seele, die das Auge bei dem einen gleichsam von\ninnen umflort und beim zweiten wie von innen erhellt und\ndurchleuchtet, beim einen nur um das Nächste besorgt ist,\nauch wenn das Auge weit blickt, beim zweiten aber kühn\nin die Ferne dringt, die just nur das oder jenes sehen will\nund alles andere in der Welt keines Blickes würdigt; und\nda ist endlich noch die STUNDE, der auch die Seele unter-\nthan ist, die böse Stunde, die dem Glücklichsten einmal\nein schwarzes Tuch vor die Augen legt, und die gute\nStunde, in der auch der Elende heiter sieht. So gefasst,\nlässt sich nicht mehr sagen, wie die Dinge eigentlich aus-\nsehen. Wohl aber, dass in jedem Ding die ganze Welt ver-\nborgen liegt. Das haben die Bahnbrecher schon gewusst\nund ausgesprochen. Der Naturalismus aber gab doch nur\nWachsfiguren; ihm fehlte das Leben, das in Luft und Licht\nund in der Stimmung der Seele liegt. Da war also noch\nein entscheidender Schritt zu thun, Impressionismus und\nplein-air bilden den Übergang, und jetzt dürfen wir von\nder MODERNEN Malerei sprechen.\nDiese verwirft das Schönheitsprincip der Epigonen\nbewusst und endgiltig; es ist nichts schön, sagt sie, was du\nnicht wirklich geschaut, was du nicht mit deinen Sinnen\ngespürt und deiner Seele empfunden hast; das aber, was\ndeine Seele aufgenommen, das darfst und sollst du auch\nwiedergeben, unbekümmert um Gesetze, die nur von Sol-\nchen herrühren, denen du fremd warst. Sei WAHR, und\ndu bist ein Künstler! Also Wahrheit ist das Princip der\nmodernen Malerei, aber nicht die äussere und äusserliche\nWahrheit der Naturalisten und Veristen, sondern die\ninnere Wahrheit, die subjective Wahrheit, die Wahrhaftig-\nkeit des künstlerischen Individuums. Sieht einer die Dinge\nsowie der Naturalist, so möge er Naturalist sein; hat einer\nein Bild im Geiste geschaut, das die herben Formen einer\nlängst vergangenen Kunstepoche aufweist, so scheue er\nsich nicht, diese Formen neu zu beleben; fühlt sich einer\nzu der Art und Weise hingezogen, die ihm aus einem\n\nStudie\nJob.\nVict. Krämer.\n\nVER SACRUM-"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.22", "texte": "classischen Muster entgegenleuchtet, nun, so folge er dem\nDrange seines Herzens und sei „classisch“. Aber niemals\ndarf der innere Drang gehemmt und die eigene Überzeugung\ngebrochen werden. Eine jede Art ist erlaubt, die technisch\nmöglich und durch die Individualität des Künstlers mora-\nlisch geboten ist; und jede unerlaubt, die bloss gelehrt, ge-\nlernt, anempfunden, nachgeahmt, akademisch ist. Auf\ndiesem Wege gelangen wir von der Wahrheit auch un-\nmittelbar zur SCHÖNHEIT. Denn es ist ja der einzige\nauf dem die Schönheit jemals erreicht wurde. Aus\nkeinem anderen Grunde sind die grossen Meister der Ver-\ngangenheit unsterblich und berühmt geworden, als weil\nin ihren Werken ihre Seele zur Erscheinung kam. Der\nGebrauch des Wortes „schön“ ist scheinbar ein schwanken-\nder und verworrener. Schon deshalb hätte man es ver-\nmeiden sollen, bestimmten Formen und Normen das Prä-\ndicat der „Schönheit“ ausschliesslich oder besonders bei-\nzulcgen. Der Sprachgebrauch lehrt uns aber auch, dass\nüber die Bedeutung des Wortes eigentlich gar kein Zweifel\nbestehen kann. Wir sagen, dass etwas schön sei, wenn wir\ndavon ergriffen sind; wenn der Gegenstand, den wir be-\ntrachten, uns so erfüllt, dass wir nichts anderes neben ihm\nwahrnehmen oder betrachten können. Wenn einer flüchtig\nan einer Sache vorbeigegangen ist, so wird er sie vielleicht\nals „hübsch“, als „nett“, aber gewiss nicht als „schön“ be-\nzeichnen. Wenn einer versunken war in den Anblick eines\nGegenstandes, so wird er sagen: er war schön. „Schön ist,\nwas gefällt“; und was gefällt, das zieht auch an, das fesselt,\ndas lässt nicht sobald wieder los. „Schön ist, was gefällt“;\naber gefallen mag dem forschenden Geiste und der instinc-\ntiven Empfindung nicht nur das Zarte, Liebliche, das An-\nmuthige, das „Gefällige“, sondern auch das Imposante,\ndas Wilde, das Strenge, das Herbe. Wenn Geist zum Geiste\nund Seele zur Seele spricht, so nehmen wir jede Schroffheit\nund jede Härte in Kauf. Wenn ein Anblick durch seine\nErhabenheit unser Bewusstsein ausfüllt, so bedenken wir\nnicht, dass es vielleicht ein vernichtender Anblick ist. Schön\nist der Frühling, aber schön kann auch der Herbst sein,\nwenn er uns mit seinen Schauern erfüllt; schön ist ein\nruhiger See und ein klarer Bach, aber noch viel schöner\nist die Brandung des Meeres und das Herniedertosen des\nBergstromes; schön sind die steilsten Gipfel und die schroff-\nsten Abgründe. Schön sind sic, weil wir beim Schauen jede\nFurcht verlieren und sozusagen der Gefahr entgcgenjubeln.\nWeil wir NUR schauen und sonst nichts. Aus dem Scheine,\nden wir erschauen, spricht auch das Wesen der Dinge zu\n«ns und nimmt von unserem eigenen Wesen Besitz. Wir\nsind gleichsam das Ding, das wir schauen. Das klingt\nmystisch und ist doch eine tägliche Erfahrung. Schön ist\nauch das Gesicht des hässlichsten Menschen, wenn seine\n,ele aus den Zügen leuchtet und der Strahl des Auges\nseine Begeisterung oder seine Sehnsucht blitzartig auf uns\nüberträgt, dass wir mit ihm singen oder seufzen möchten,\nchön ist vor allem der Schmerz, und schön ist auch der\niod. So gross die Welt ist, soviel Schönheit gibt cs. Darum\nist auch das Reich der Kunst unermesslich. Darum ist es\n1 horheit, irgendeine Art künstlerischer Darstellung als\ndie beste oder die schönste zu bezeichnen. Darum wissen\nW‘r, dass nicht nur Raphael, sondern auch Michelangelo,\nnicht nur Rubens, sondern auch Rembrandt, nicht nur die\ns°ndern auch die Kunst Dürers schön ist und dass\ndie Werke von Shakespeare, Beethoven und Richard Wag-\nner zwar urgewaltig, aber auch wunderschön sind. Darum\nglauben wir, dass die moderne Malerei in ihrer Wahr-\nJ3C1‘ mehr Schönheit zutage fördern wird, als\ndie rechnende und klügelnde Art der Nachtreter und Nac-\nh?n gestcfn‘ Darum hoffen wir, dass die moderne\nMalerei uns neue Schätze der Welt erschliessen wird und\nk/lieien ff Ta ™ “ den Seelen Künst-\nhJ™ U Und darum hegen wir auch die Zuversicht und\nnTZSf°VettBeWe Sedafür> dass in dieser Kunst end-\nlich wieder die Ideen der Zeit und die Gefühle und Be-\nstrebungen der einzelnen Classen und Nationen über-\nzeugenden Ausdruck finden werden. Was ihr auch geben\nm°ft’ e® w.lrd «ln Stück von eurem Selbst, euer geistiges\nnochT lSthCS EiBenjhum Sein> Euer WerE «nd sei es\nnur znr ÄS ~ru ‘T G,ANZ NATUR sein, nicht\n\"J“ Halfte‘ Ihr we£,det nichts bringen, was ihr nicht\nder ,/mpfUnfen' ERLEBT habt* Und so muss auch\nder öieg euer sein!\nda dc SeEe ich die Köpfe schütteln,\nda höre ich hundert Fragen und tausend Einwendungen\nund immer noch behaupten nicht Wenige, die „wahre“\nKunst müsse jetzt zugrundegehen. Denn Willkür, Zucht-\nlosigkeit könne doch keine Blüte verbreiten. Blüten\nwollen gehegt und gepflegt sein. Nur strenge Schulung\nuhre zur Meisterschaft. Und sei das nicht ein Hexen\na von Bizarrerie und Unvermögen, was jetzt unter\nmen S™? »™dcrn\" in den der Kunst geweihten Räu-\nmen schnöde Orgien feiert? Ich kenne das. Ich werde\nein anderesmal darauf antworten.\n\nVignette\nvon\nLeo Kainradl.\n\nVER SACRUM"}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "21", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.23", "texte": "VER SACRUM.\n\nGEMALTER FRIES VON DER FAÇADE DES URANIA - THEATERS.\nJOSEF ENGELHART.\n\nCENTRALRAUM\nD. KUNSTGEWER - BE - ABTHEILUNG.\nJ. PLETSCHNIK."}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "22", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.24", "texte": "STUDIE.\nGOTTH.\nKUEHL.\n\nVER SACRUM."}, {"page_pdf": 25, "page_imprimee": "23", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.25", "texte": "STIL UND INDIVIDUALITÄT.\nWILHELM HOLZAMER.\nStil ist der charakteristische Ausdruck einer Zeit im\nweitesten und tiefsten Sinne. Stil ist Klarheit. Was sich\nin längeren oder kürzeren Perioden vollständig geklart\nhat, seinen befriedigenden Abschluss fand, das wurde Eorm.\nDarum ist Stil nicht nur Klarheit, sondern auch Ruhe.\nDeshalb aber muss er immer aus Tiefen kommen, aus Auf-\nwühlungen, die von unten herauf gegohren sind. Hinter\nSem Stile steht das Volk. Mehr noch, es wird lebendig in\nihm. Nur wenn dieser tiefste Puls in ihm schlagt, wenn er\nein ganzes Zeitbewusstsein, das tiefste Verlangen und den\nheisfesten Willen einer Cultur spiegelt und ihre mächtigste\nc u rrUiWt hat er Lebensdauer und Widerstands-\nr“ G.p‘4«, d» sandle Z.l. „ich. wer-\nfuw sehen vermag. Das lehrt z. B. augenfällig der „Rococo-\nt“? Ei war rein höfisch; allerdings in diesem engen Kreise\nstü * nr w rückwirkend auf alle Formen und\nÄÖÄ f’ts,T\nund er konnte nur von kurzer Lebensdauer sein. Zwar\nwage kh das Paradoxon: die Zeit selbst schlagt ihren Stil\ntodt. Die Zeit ist ruhelos. Sie schafft beständig an ihrer m-\ngestaltung. Das ist ihr Weiterschreiten und damit schneidet\nle sich in ihr eigenes Fleisch. Sie setzt für das Erfüllte die\nneue Sehnsucht, sie setzt für das Erreichte das neue Ziel.\nSterbend verjüngt sie sich selbst und gebiert den neuen\nGEIST. Denn Stil ist auch Geist, und in erster Lime. Und\nwie die Zeit und ihre Cultur, hat die Kunst ihren me ruhen-\nden Fortschritt. Ein Stil aber, der aus Tiefen gekommen\nund den Klarheit und Kraft gewordenen Geist eines \\ olkes\nspiegelt, kann eine Strecke mit der Zeit gehen, wenn-\ngleich auch oft absteigend denn letzte Entwickelungs-\nkeime sind ihm immer noch nicht genommen* Innere Um-\nwälzungen, die eine Periode vollkommen abschliessen und\neine neue inaugurieren etwas äusserlich Gewaltsames ist\ndabei nicht nothwendig machen auch dem tiefstgebornen\nStile ein Ende* Der Stil besteht dann nur noch als Form,\nvollkommen abgeschlossen*\nDiese Form hat nun etwas Todtes. Sie ist nur lebendig,\nwenn sie den Geist noch in sich birgt, wenn der Geist noch\nlebendig ist, der sie gezeugt hat* Man sehe sich nur danach\num, sehe die TODTEN Formen in unserer Architektur,\nin unseren Einrichtungen und Möbeln* Nur Leute ohne\noder mit total irregeleitetem Geschmack mögen an diesen\n„stilvollen“ Einrichtungen Gefallen finden, mögen sie zu\ntäglichem Gebrauch benutzen und lebendiges Hin und Her,\nBewegung, d* i* Leben, damit verbinden wollen*\nMan hat neuerdings nicht ganz misslungene Versuche\nder Modernisierung gemacht* Man stellt sich ja freilich\ndamit eigentlich a priori ein gewisses Armutszeugnis aus;\naber immerhin wird man die Erkenntnis der Wechselwir-\nkung von Geist und Form bei solchen Versuchen aner-\nkennen dürfen*\nDiese Wechselwirkung gerade muss uns bei allem\nKunst- und Stil verstehen aber das Wichtigste sein. Viele,\ndie heute Kunstgeschichte studieren, lernen nur, eigentlich\nrecht theoretisch und äusserlich, wenngleich mit ein bisschen\nAnschauung verbunden, Kunstformen, Stilformen* Aber\n\nDecorativer\nEntwurf v.\nAdolf Böhm\n\nVER SACRUM."}, {"page_pdf": 26, "page_imprimee": "24", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.26", "texte": "wie selten ist der Geist der Form in ihnen lebendig geworden*\nHaben sie je etwas bei ihrer Erkenntnis und ihrem „Ver-\nstehen“ ERLEBT? Haben sie Kunst EMPFUNDEN, den\nbetreffenden STIL EMPFUNDEN!?\nUnd wie ist ihnen die ganze Entwickelung so klar!\nEin paar Namen, das Aufsteigen charakterisierend, ein,\nzwei andere den Höhepunkt, dann noch ein paar wenige\nden Verfall* Von allen Neben- und Unterströmungen in\nder Kunst selbst erfahren sie nichts, wenig von den mannig-\nfaltigen Einflüssen von aussen, durch Ereignisse, Schick-\nsale, Beziehungen und Beurtheilungen* Das gieng alles so\neinfach und schnurgerade und sicher* Von der Rückschau\naus, freilich! Werden und Wachsen von innen heraus\nsind allerdings meist dabei verloren gegangen, all das viele,\nsaugende Wurzelwerk, das nach allen Seiten die feinen\nFäden sandte und dann verloren gieng und im Grunde ab-\nstarb, während ein kräftiger hoher Stamm sich aus ihm\nentwickelt hatte und ihm alle Nahrung nahm* Die Schuld\nliegt nicht immer an der Lehre, son dem meist an den Lernen-\nden* Künstlerisches Empfinden kann eben nicht gelehrt\nwerden* Das Suchende, Tastende der Kunstperioden ist\naber nicht nur an sich sehr wichtig, aus ihm heraus kann\nder Geist einer Zeit und ihre wahre Entwickelung bis ins\nKleinste erkannt und NACHGELEBT werden, weit besser,\nals aus dem Fertigen überragender Persönlichkeiten, das uns\nNachgebornen am bekanntesten geblieben* Ängstlich hält\nman sich aber gerade daran und will es stets wieder und\nwieder als Beispiel und „Muster“ vorführen* Daher diese\nfalsche Meinung und Verkennung des heutigen Kunst-\nschaffens meist, all dies professorale Drüberhinwegreden,\ndas auch oft durch eine gewisse Alterserstarrung nicht ent-\nschuldigt werden kann*\nDenn gerade in unserer Zeit ist das „Suchende“ am\nmächtigsten* Wir WOLLEN einen Stil, der einfachste\nBeweis, dass wir noch keinen haben*\nUnd doch möchte ich sagen, unsere ganze Entwicke-\nlung deutet darauf hin, dass wir einen bekommen werden*\nSchon dies eine Zeichen, der vorausgegangene Naturalis-\nmus* Also Rückkehr zur Natur, ein Anfang von unten,\ndas Neubeginnen, und was das Allerwichtigste ist, das\nNeulernen! Das kühne Verneinen aller starren Form! Der\nGeist selbst zeugt noch nicht; aber er soll zeugungskräftig\ngemacht werden* Diese Entwickelung, als die richtige und\neinzige, hat, wenn ich ihn recht verstehe, schon Goethe, den\nwir in Sachen des Stils, wo er SICH SELBST gibt, immer\nundnoch lange anrufen dürfen,erkannt und ausgesprochen*\nIn dem kleinen Aufsätze über „Einfache Nachahmung,\nManier, Stil» sagt er über den Stils „Gelangt die Kunst\nDURCH NACHAHMUNG DER NATUR, durch Be-\nmühung, sich eine allgemeine Sprache zu machen, DURCH\nGENAUES UND TIEFES STUDIUM DER GEGEN-\nSTÄNDE SELBST endlich dahin, dass sie Eigenschaften\nder Dinge und die Art, WIE sie bestehen, genau und immer\ngenauer kennen lernt, dass sie die Reihe der Gestalten über-\nsieht und die verschiedenen charakteristischen Formen\nnebeneinander zu stellen und nachzuahmen weiss: dann\nwird der STIL der höchste Grad, wohin sie gelangen kann,\nder Grad, wo sie sich den höchsten menschlichen Bemü-\nhungen gleichstellcn darf“. Erscheint dies freilich etwas ein-\nseitig und eng, so versteht man doch daraus, dass Goethe\nhier in seinem weitesten Sinne vom Naturalismus\nausgeht und dabei zunächst auf die Erkenntnis und damit\nauf das eigentlich Individuelle kommt, sofern auch wir jede\nrkenntnis mit dem Philosophen als etwas Persönliches,\nganz besonders und immer aber von jedem Allgemeinen\nbefreit in der Kunst, ansehen werden. Da wir nun in unser\nheutigen Kunst den Naturalismus, in seinem Princip natür-\nlich, hinter uns haben, d.h. da er nun als Grundlage über-\nall anerkannt ist, so ist das zweite, das Individuelle, be-\nsonders stark geworden* UNBEWUSST IM DIENSTE\nEINES STILBILDENDEN TRIEBES. FreSch uni\nwusst nur im Hinblick auf das Ferne, das Ende, das Re-\nsultat „jeder Tag entfernt das Ziel“, sagt DehmeL\naber natürlich SEHR BEWUSST im EIGNEN Schaffen!\nDenn das REIN intuitive Schaffen, rein aus dem Unbe-\nwussten schöpfen hält schon Goethe für das Unmögliche\noder doch Zuweitgehende. Denn das Wesen des Stils fasst\ner noch einmal zusammen als „auf den tiefsten Grundfesten\nder Erkenntnis, auf dem WESEN der Dinge“ beruhend,\nund einmal fordert er vom Künstler direct, dass er seine\nKunst müsse „durchgedacht“ haben, wolle er sich Künstler\nnennen dürfen* Und so sagen wir kühn: DIE SUMME\nALLER INDIVIDUELLEN ERKENNTNIS UND\nDAMIT ABER ZUGLEICH AUCH ALLESINDIVI\nDUELLEN SCHAFFENS WIRD UNS IN DER\nKUNST EINEN TÜCHTIGEN SCHR TT WEITER\nUND DEM STILE ALS SOLCHEM IM WEITESTEN\nCULTURELLEN SINNE GEWALTIG NÄHER\nBRINGEN. Wir betonen also mehr wie je die Individuali-\ntät, wir vergessen heute freilich das „Wirkende“ der Kunst\nnicht. Wir fordern aber das Persönliche aus unserer Er-\nkenntnis, aus unserem Gefühl der Befreiung heraus. Und\ndas gerade ist, von einem höheren Standpunkt beurtheilt\nvon allen localen Verhältnissen abgesehen, der Sinn der\nSecessionen. Befreiung im Gefühl der Zusammengehörig-\nkeit fortschreitender Individualitäten, die im Alten Er\nstarrten nicht mehr Genügen finden, sich nicht mehr'aus-\nleben und ihre „Ideale“ nicht wiederfinden können. Nicht\naus purem Oppositionsgeiste, aus Jungendungcbärdigkeit\ndie die „Alten“ belächeln dürfen, sondern aus NOTH*\nWENIGKEIT Es ist der neue Geist, der schafft und\nwirkt, sein Recht fühlt und sein Recht fordert und die neue\ntorm für sich zu schaffen sucht.\nSecession ist also noch nicht Stil; sie strebt zum Stil\ndurch die Betonung der freien Individualität. Secession ist\nJugend, der Stil ist der reife Mann. Secession ist Ringen\n\nVER SACRUM"}, {"page_pdf": 27, "page_imprimee": "25", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.27", "texte": "VER SACRUM.\n\nStil ist Harmonie* Reife ist natürlich hier auch nur im Sinne\ndes Abgeschlossenen eines Stils zu verstehen und steht nicht\nim Widerspruch mit einer reifen Persönlichkeit, die seces-\nsioniert*\nNoch etwas von der Stilbildung, ehe wir auf das Per-\nsönliche genauer eingchen*\nIch glaube, Lichtwarfc sagt irgendwo etwa: Stil ist da,\nwenn er uns bewusst wird* Das scheint mir nur vom Stand-\npunkte des rückschauenden Historikers aus richtig* Für den\nKünstler denk ich mir's so: Stil ist da, wenn alle nothwendig\nin ihm FÜHLEN! Ich meine: so lange die Herrschaft eines\nStiles dauert, zwingt er alle Schaffenden in sein specielles\nFühlen* Gerade weil der Stil der Ausdruck der Zeit ist und\ndie Krystallisation ihres Geistes, meine ich, ist das natürlich\nund fast selbstverständlich* Der Stil, oder der Geist!\nschafft hier eine gewisse Enge* In seine Grenze zwingt er\nalle und gibt gewissermassen der Erkenntnis und dem Ge-\nfühle Richtung* Das ist gut* Denn wenn so die Künstler,\ndas Schaffen als etwas Nachfolgendes, eben als Ausdruck\ndes Innern aufgefasst, gewissermassen unter seinem\nZwange stehen, führt sie ihr ganzes Schaffen zur Tiefe* Und\nso wird alles Gold, was im Umfassenden einer Stilrichtung\nliegt, voll ausgemünzt, zum Unterschiede von Richtungen\nim literarischen Sinne, die in ihrem steten Wechsel die\nFelder nur zum Theil bestellt liegen lassen* Die Enge des\nStiles ist seine Weite* So schafft der Zeitgeist etwas Gesetz-\nmassiges, das aber, denke ich, den gerade Lebenden und\nSchaffenden bis zu einem gewissen Grade etwas Unbe-\nwusstes bleibt, weil es ihnen ganz in Fleisch und Blut über-\ngegangen ist und ihr Empfinden beherrscht* Sie können\ndann eben nicht anders* Denn man darf nie die Voraus-\nsetzung vergessen, dass die Schaffenden wirkliche Künstler\nsein mussten, denen die Intensität wie Extensität der Lebens-\nkenntnis und all ihres Erlebens nach Goethe ange-\nboren ist, und deren Lebensinhalt doch aus ihren Erkennt-\nnissen genährt wurde, die sich auch wieder in einem ge-\nwissen Kreise bewegten und aus dem lebendigen, d* h* hier\nstarken Geiste ihrer Zeit wieder Nahrung sogen* Daraus\nerklärt es sich denn auch, dass der Kunsthistoriker alles so\nfadengerade darstellen DARF, insofern als das eigentlich\nHerrschende auch das eigentlich Treibende geblieben ist*\nBeides stammte aus dem Zeitgeiste. Und die die Quelle\nfassten, das waren die überragenden Individualitäten*\nDas führt nun zu dem Verhältnis der Individualität,\nzum Stil*\nMan kann die Meinung hören, Stil und Individualität\nvertrügen sich nicht, der Stil hebe die Individualität auf.\nEtwas ist daran richtig: die Grenze, die der Stil zieht* Wie\nschon gesagt, sie wird den Schaffenden bis zu einem ge-\nwissen Grade nicht bewusst. Sie kommen anscheinend ganz\nvon selbst nicht weiter in ihren Absichten und Vorwürfen,\nund scheinen alles, was der Stil enthalten wird, aus sich\nvon selbst neu zu finden. Sie sind in gewisser Beziehung\n\nStudie\nJ. Repin."}, {"page_pdf": 28, "page_imprimee": "26", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.28", "texte": "geleitet, weil ihr Lebens-\ninhalt ein Theil des Zeit-\ninhaltes ist. Und so hört bis\nzu einem gewissen Grade\ndas Suchende, Schweifende\nder Übergangsperioden auf,\naber durchaus nicht die Be-\ntätigung der Individualität,\nNicht nur, dass der Stil dem\nPersönlichen noch Raum\ngenug lässt, dass er die Note\ndes Persönlichen sehr wohl\nverträgt und durch sie einen\nneuen Reiz gewinnt, er for-\ndert geradezu die Persön-\nlichkeit heraus, dass sie mit\nihm ringe, ihn ganz in sich\nverarbeite, d. h, die Lebens-\nbedingungen der Zeit, und dann erhebe. Dann wird um-\ngekehrt der Stil auch Träger der Persönlichkeit, Die\nstarke Persönlichkeit führt den Stil weiter, und reicht\nihre Kraft, bringt sie ihn zur Reife. Der geniale Künstler\neiner Stilperiode beantwortet alle Fragen, löst alle Räthsel\nund füllt alle Lücken aus, die ihm seine Vorgänger ge-\nlassen, Er knüpft ja freilich selbst wieder neue Fäden an.\nWie gesagt, die Grenzen des Stils sind einzig die Gren-\nzen der Lebensverhältnisse, deren Ausdruck er ist, und\nwas vorhin für den KunstINHALT galt, gilt jetzt auch\nfür die Persönlichkeit, das ist zugleich seine Weite!\nDarum heisst's für den Künstler: alles Leben erfassen, in\nalle T iefen steigen, alles in sich durchleben und das „Wesent-\nliche“, d. h, das Ewige, vom Menschen alles Mensch-\nliche, vom Leben alle Triebkräfte in sich pulsen zu lassen.\nMan sehe sich Richard Wagner an, Goethe, Shakespeare\nund Dante, Man gehe all die gewaltigen, umfassenden\nIndividualitäten durch, von den alten Griechen bis auf\nArnold Böcklin und Richard Dehmel, ob sie Erfüller waren\noder Anreger, in allen ist der gleiche Trieb, und darum ist\nin ihren Lebenswegen innerlich diese merkwürdige Wieder-\nholung und dieser Parallelismus, den das Akibawort mit\ndem Spielraum der Modifizierung so einfach bezeichnet.\nUnd wenn Wagner sagen durfte, dass das Volk eine neue\nKunst habe, wenn es nur wolle, so hat er dieses Wort wohl\nim stolzen Gefühle dessen, was er geleistet, gesprochen;\naber es hatte wohl seine Quelle in dem klaren Bewusstsein,\nwas er insich durchlebt, und dass er nach allen Bedürfnissen\nseiner Zeit gerungen hatte. Man sehe seinen Lebensgang,\nUnd das ist ja immer das Versöhnliche im Schicksal des\nKünstlers, dass es ihm die Sehnsucht schafft und die Lebens-\ntiefen erschliesst. Ist eine logisch aus der Zeit entwickelte\nKunst gleich Caviar fürs Volk, ich wage doch zu sagen:\nZukunftskunst allein ist nur die wahre Volkskunst! Damit\nist aber eine schwere Forderung an die Künstler gestellt.\nAber mit der Weite ihres\nZieles muss ihr Willen wach-\nsen und ihre Kraft. Darum\nauch, mein' ich, stellte Her-\nmann Bahr seinen „lieben\nFreunden\" von der „Ver-\neinigung\" die Forderung:\nösterreichisch macht mir das,\nwienerisch! Das Individuelle\nerhält Richtung, diese Rich-\ntung weist Zum Stil: „Dann\nwird eine schöne Zeit kom-\nmen, eine Zeit der Ruhe und\nder reinen Kunst“.\nEs bleibt mir, zur Auf-\nklärung, von einem zu reden\nübrig. Haben wir denn wirk-\nj . lieh keinen Stil? Einen„mo-\nernen Stil. Und jetzt in Wien einen „secessionistischen\"\nihl gar. Ja und nein! Stil in diesem weiten culturellen\nSmne haben wir nicht. Aber wir haben STILE im persön-\nlichen Sinne.\nIch berufe mich noch einmal auf Goethe.\nEr spricht von der Nachahmung der Natur, etwa\nvon Rosen. Wer die nachbildet, wird bald die feinsten\n“nd sie allen Rosen des Sommers\nWAHLEN. Und er wird die besten und auffallendsten\nEigenschaften der Gegenstände, die er sich vornimmt,\nimmer wieder und wieder veranschaulichen und sich for-\nmellen Ausdruck dafür suchen. Er wird ihr ganzes Dasein\nund ihre Entwickelung studieren. „Er wird alsdann nicht\nbloss durch die Wahl aus den Erscheinungen seinen Ge-\nschmack zeigen, sondern er wird uns durch eine richtige\nDarstellung der Eigenschaften zugleich in Verwendung\nsetzen und belehren. In DIESEM SINNE würde man sagen\nkönnen, er habe sich einen STIL gebildet.\" Was hier Stil\ngenannt wird und auch im landläufigen Sinne so verstanden\nwird, —(es ist das le style c'est I'homme, welche Wahrheit\nin unserem Sinne und für unsere Kunst geradezu eine For-\nderung wird!) —besonders wenn noch ein Zunutzemachen\nneuer „moderner\" Ausdrucfcsmittel dazu käme, und da\nwir immer Ehrlichkeit in der Kunst fordern müssen, ein\ndie Form wirklich erfüllendes lebendiges Empfinden einer\ntwätvttco würde man besser Art oder\nMANIER nennen. Aber Manier im guten Sinne, wohl zu\nunterscheiden von Manierismus. Manier wird hier in einem\n„hohen und respectablcn Sinne\" gebraucht. Mit ihr stehen\nanÄfTTScthwellecdes Heiligthums, das im eigentlichen\nSinne STIL heisst. Sie steht, wie auch Goethe ausfährt,\n„zwischen der einfachen Nachahmung - (ich unterschiebe\ndieser Bezeichnung schon einen künstlerischen Sinn) und\n4 ‘-Uw tr i&htüortx„Je mehr sie bei ihrer leichteren\nMethodesich dertreucnNachahmungnähcrt (Naturalis-\n\nDecorativer\nEntwurf\nAdolf Böhm\n\nVER SACRUM."}, {"page_pdf": 29, "page_imprimee": "27", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.29", "texte": "VER SACRUM.\n\nStudie\nJ. Repin."}, {"page_pdf": 30, "page_imprimee": "28", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.30", "texte": "mus, Realismus) —Je eifriger sic von der anderen Seite\ndas CHARAKTERISTISCHE DER GEGENSTÄNDE\nzu ergreifen und fasslich auszudrücken sucht, JE MEHR\nSIE BEIDES DURCH EINE REINE, LEBHAFTE,\nTHÄTIGE INDIVIDUALITÄT VERBINDET, desto\nhöher, grösser, respectabler wird\nsie werden“* Die „Alten“, die wir\nso nennen, hatten wohl auch\neine Manier, nicht immer ge-\nrade ihre eigene, aber sie war\neingefroren, leblos, sie hatte sich\nvon der Natur und vom Persön-\nlichen, vom Wurzelboden der\nKunst und also auch vom Stil\nallzuweit entfernt, sie war da-\ndurch „immer leerer und unbe-\ndeutender“ geworden* Darum\nmusste mit ihr endgültig gebrochen werden. Wir WOLLEN\neinen Stil. Fördern wir daher alle Kunstbestrebungen, die\naufs Persönliche und Charakteristische hinauslaufen; for-\ndern wir immer wieder und wieder das Leben und seine tief-\nsten Pulse, und gehen wir mit der Jugend, die BEFREIUNG\nfordert, mag Abruptes, Unor-\nganisches und Outriertes mit un-\nterlaufen, wenn die Zeiten erfüllt\nsind und Klarheit geworden ist,\nwird von allem Lebendigen, Per-\nsönlichen,Organischen und Cha-\nrakteristischen eine hohe Summe\nherauskommen, und die Thore\nwerden sich öffnen, nach denen\nwir so oft getastet* Nur vom Per-\nsönlichen aus kommen wir zum\nStil! Das sei uns Trost und Mutk3\n\nDecorativer\nEntwurf\nAdolf Böhm\n\nMITTHEILUNGEN DER VEREINIGUNG\nBILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS.\nDie V ercinigung bildender Künstler Österreichs veranstaltet im November 1898 in Wien ihre zweite Kunstausstellung.\nDieselbe findet in dem neuerbauten, der modernen Kunst gewidmeten Ausstellungsgebäude der Vereinigung statt.*\nDer Arbeitsausschuss ladet alle gesinnungsverwandten Künstler ein, seine Bestrebungen collcgial unterstützen und\ndiese Ausstellung beschicken zu wollen. Die Kunstwerke müssen bis 15. Octobcr in Wien eintreffen. Letzter Anmelde-\ntermin J. October. Sammelstcllem BARTZ & Co., Berlin, SCHENKER & Co., München.\nDer derzeitige Präsident der Vereinigung, Maler GUSTAV KLIMT, ist in der Sitzung vom 6. September zum\ncorrespondierenden Mitglied des Vereines bildender Künstler Münchens, Secession, ernannt worden.\nDas Titelblatt dieses Heftes wurde von KARL MÜLLER entworfen.\n= Die Beilage zur Gründerausgabe von Heft 9 bestand in einer Original-Radierung von RUDOLF OTTMAR. =\n\nVER SACRUM."}, {"page_pdf": 31, "page_imprimee": "29", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.31", "texte": "VER SACRUM.\n\nPORTRÄTSTUDIE.\nFRANZ STUCK."}, {"page_pdf": 32, "page_imprimee": "30", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.32", "texte": "WANDERUNG DER SLAVEN.\nTH. AXENTOWICZ.\n\nVER SACRUM."}, {"page_pdf": 33, "page_imprimee": "31", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.33", "texte": "VER SACRUM.\n\nAUS DEM WIENER\nCAMERA - CLUB.\n\nSTUDIE.\nL. H. HILDESHEIMER.\n\nWIESENBACH.\nHUGO HENNEBERG."}, {"page_pdf": 34, "page_imprimee": "32", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.34", "texte": "AUS DEM WIENER\nCAMERA - CLUB.\nJUGEND.\nG. EINBECK.\nHAMBURG.\n\nVER SACRUM."}, {"page_pdf": 35, "page_imprimee": "33", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.35", "texte": "VERLAG\nfür\nKunst und Gewerbe.\nGERLACH & SCHENK\nWIEN, VI/(, Mariahilferstrasse 51\nPARIS, 69 Boulevard Voltaire\n♦DIE PERLE. Eine unübertroffene, reich-\nhaltige Sammlung mustergiltiger Vorlagen\nin geschmackvollen, streng stilgerechten und\nPhantasie-Formen für die Juwelen-, Gold-\nund Silberwarenbranche* Circa 2000 Ori-\nginal-Compositionen in allen Geschmacks-\nrichtungen* Gross-Quart-Format* In 2 Bände\ngebunden fl* 90*— ==:: Mk* 150* ♦ln zwei\nMappen fl* 84*— = Mk* 140* ♦\n♦DAS GEWERBE-MONOGRAMM*\nZweite, um 1448 Compositionen bereicherte\nAuflage* Ein Musterbuch für Monogramm-\nCompositionen mit completem Kronenatlas,\nInitialen und gewerblichen Attributen* Gross-\nQuart-Format*\nEieg* geb* fl* 39*— = Mk* 65* ♦\nIn Mappe fl* 33*60 = Mk* 56* *\n*DER KRONEN-ATLAS* Original-\ngetreue Abbildungen sämmtlicher Kronen\nder Erde nach den besten Quellen* 151 mei-\nsterhafte Holzschnitte* Quart-Format* Preis\nfl* 6*— = Mk* 10*—*\nGERLACH & SCHENK\nBUDAPEST, V*, Akademia utcza 3\nLONDON W. C* 94, High Holborn\nALTE UND NEUE FÄCHER aus der\nWettbewerbung und Ausstellung in Karls-\nruhe 1891* Herausgegeben vom badischen\nKunstgewerbeverein in Karlsruhe* 69 Tafeln\nin Heliogravüre und Lichtdruck* Vorwort\nvon Director Hermann Götz* Mit reich illu-\nstriertem Text von Prof* Dr* Marc Rosen-\nberg* Folio-Format*\nEieg* geb* fl* 48*— = Mk* 80*—♦\nIn eleganter Mappe fl* 45*— = Mk* 75*—♦\nBAUMSTUDIEN* Photograph* Naturauf-\nnahmen von Martin Gerlach* 50 Blatt Licht-\ndrucke, Format 29xZ61/4t cm* In Mappe\nfl. 15*— = Mk* 25*—*\nWATTEAU-LANCRET-PATER*\n71 Blatt Lichtdrucke nach Kupferstichen und\nOriginalen aus der „Albertina“* Gross-Quart*\nIn Mappe fl* 21*— = Mk* 35*—♦\nBOUCHER* 53 Blatt Lichtdrucke nach\nKupferstichen und Originalen aus der\n„ALBERTINA“* Gross-Quart* In Mappe\nfl* 15*— = Mk* 25*—*\nDia mit * bezeichnet©!!\nW erke sind in deutscher,\nenglischer und französi-\nscher Ausgabe erschie-\nnen.\nRADLEREI. Herausge-\ngeben vom Wiener Rad-\nfabrclub„Ktinstlerhaus“\n42 Tafeln im Formate\nvon 23; 30V2 cm., in ori-\nginellem Einband. Preis\nfl. 6.- = Mk. 10.-.\nEin illustrativ und text-\nlich originelles Album,\nwelches sich als Pest-\ngeschenk in der kunst-\nliebenden und sport-\nlichen Welt bald beliebt\n££< machen wird. >&3"}, {"page_pdf": 36, "page_imprimee": "34", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.36", "texte": "VER SACRUM.\nILLUSTRIERTE KUNSTZEITSCHRIFT. Herausgegeben von der\n„Vereinigung bildender Künstler Österreichs«. Officielles Organ derselben.\nLiterarischer Beirath: HERMANN BAHR, Schriftsteller, Dr. MAX EUGEN\nBURCKHARD. Verantwortlicher Redacteur: ALFRED ROLLER.\nErscheint ab Jänner 1898 in jährlich 12 Monatsheften, einschliesslich von\n2—3 Ausstellungsheften, je 24—30 Seiten stark, im Format 28 V.: 30 cm.,\n'SC'iS'SS'ie&'Sg'X'M'as in Buch- und Farbendruck.\nAbonnement für 12 Monatshefte fl. 6. = Mk. 10.—, einzeln ä fl. —=Mk. 1.67.\nInserate besorgen: Haasenstein & Vogler (Otto Maass), Wien, 1., Wall-\n«« oe &oeoe oe fischgasse 10 und Prag, Ferdinandsstrasse 37. ae oe\n*ALLEGORIEN U*\nEMBLEME* 378 alle-\ngorische Begriffsdarstel-\nlungen und ca* 630 Ent-\nwürfe moderner Zunft-\nwappen, sowie Nach-\nbildungen alter Zunft-\nzeichen auf 355 Tafeln*\nHerausgegeben von M*\nGerlach* Erläuternder\nText von Dr* Alb* Hg.\nPreis in 2 Bände geb*\nfl* *56*— = Mk* 260*—*\nIn 2 Kaliko - Mappen\nfl* 147*— = Mk* 245*—*\n*ALLEGORIEN.\nNEUE FOLGE. Her-\nausgegeben von Martin\nGerladi.\nDas Werk soll mit 120 lllu-\nstrations- und einer An-\nzahl Textblättern in 20\nLieferungen ä fL 6. ==\nMk. 10.— vollständig\nwerden und erhöht sich\nder Gesammtpreis nach\nAusgabe des Schluss-\nheftes auf fl. 150. =\nMk. 250.—.\nGerlach. &Schenk.\nVerlag für Kunst\nund Gewerbe."}, {"page_pdf": 37, "page_imprimee": "35", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.37", "texte": "*DIE PFLANZE IN KUNST UND GEWERBE. Nach Original-Com-\npositionen von den hervorragendsten Künstlern. Gross-Folio-Format.\n200 Tafeln, complet in zwei Mappen. Preis fl. 270.— = Mk. 450.—.\nDER GLAUBE. Heliogravüre nach dem Ölgemälde von E. K. LISKA.\nEinzelausgabe aus Gerlachs Prachtwerk „Allegorien und Embleme“.\nBildfläche 23; 49, Format 64; 90 cm. fl. 7.50 =Mk. 12.60. Ein effectvoller\nund sinniger Zimmerschmuck.\nHAUS- UND FAMILIENCHRONIK. Ein künstlerisch ausgestattetes, sinn-\nreich zusammengestelltes Familienbuch in Albumform, zum Aufzeichnen\nder wichtigsten Familienereignisse, mit Texteinschaltungen von Dr. theol.\nPaul v. Zimmermann. Quart-Format. In altdeutschem Lederband gebun-\nden fl. 12.— =Mk. 20..—, mit Metallbeschlag fl. 15.— = Mk. 25.—.\n12 ILLUSTRIERTE POSTKARTEN\naus Anlass der.,l. Kunstausstellung der Vereinigung bil-\ndender Künster Österreichs (Secession). In Enveloppefl. I.—.\n10 ILLUSTRIERTE POSTKARTEN\nnach humoristischen Motiven. Preis in Enveloppe fl. —.BO.\nc« 10 RADLEREI-POSTKARTEN a.-\nnach Motiven aus dem vom Radfahrclub „Künstlerhaus“\nherausgegebenen Werke „Radlerei“. In Enveloppe fl. —.50.\noe DER SCHUHPLATTLER-TANZ.\n10 illustrierte Postkarten, charakteristische Typen vom\nSchuhplattler-Tanz darstellend, nach der Natur gez. von\nt Eduard Unger, Maler in München. In Enveloppe fl. I.—.\nBICYCLANTHROPOS CURVATUS.\nDer gekrümmte Radaffenmensch. Rückbildung der Species\n„Homo sapiens“ im XX. Jahrhundert (nach Haeckel).\nHumoristische Composition von A. Seligmann.\nAusgabe A. Gross-Quart in Farbendruck, Format 33:42 em.\nfl. 1.- = Mk. 2.-.\nAusgabe B. Klein-Quart in Lichtdruck, ohne weissen Rand,\nFormat 12*/2:17 cm., fl. —.20 = Mk. 40.\nAls Postk arte in farbig. Ausführung p. St. fl. —.OB = Mk. —.15.\ns» ess «a sse 2 POSTKARTEN «« oe\nvon C. Fröschl und Prof. C. Karger anlässlich des Huldi-\ngungsfestes in Spitz a, d. Donau. Preis per Stück fl. —.05.\nGerlach& Schenk.\nVerlag für Kunst\nund Gewerbe.\nDIE HISTOR. DENKMÄLER UNGARNS auf der Millenniums-Aus-\nstellung 1896. Mit Unterstützung des königl. ungar. Handelsministeriums\nherausgegeben von Dr. Bela Czobor, Mitglied der Ungarischen Akademie\nder Wissenschaften. Das Werk wird voraussichtlich 50 Bogen ä 16 Seiten\nund eine Anzahl Kunsttafeln umfassen und in circa 25 Lieferungen zum\nPreise von je fl. 2.10 == Mk. 3.50 in ungarischer und deutscher Aus-\ngabe erscheinen. Quart-Format. Bis October 1898 waren 6 Hefte fertig.\n*DAS THIER IN DER DECORATIVEN KUNST. Serie I. Wasserthiere.\n14 Illustrationstafeln in reichem Gold- und Farbendruck, im Formate\nvon 45; 57V* cm., mit Titel und Vorwort. InMappe fl. 27.— = Mk. 45.—."}, {"page_pdf": 38, "page_imprimee": "36", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.38", "texte": "HANDZEICHNUNGEN ALTER MEISTER\naus der „Albertina“ und anderen Samm-\nlungen* Erscheinen in Monatsheften mit je\n12—ISFacsimiles auf 10 Tafeln, in einfachem\nund farbigem Licht- und Buchdruck, Format\n29:36V2 cm* Preis fl* LBO === Mk* 3*—.\nSammelmappen ä fl* 3*60 = Mk* 6*—* Preis\nfür 12 Hefte in Mappe fl* 25*20 = Mk* 42*—*\nInhaltsverzeichnisse in deutscher und fran-\nzösischer Sprache* Jährlich erscheinen 12\nHefte* Bis Ende 1898 waren 3 Mappen\ncomplet*\nORNAMENTE ALTER SCHMIEDEEISEN*\n50 Blatt Lichtdrucke, Format 29:36lA cm*,\nIn Mappe fl* 15*— = Mk* 25*—*\nMINT AL APOK* Musterblätter für Gewerbetreibende\nund Gewerbeschulen, herausgegeben vom fcönigl* ungar*\nHandelsministerium unter dem Redactions-Präsidium\nvon JOSEF SZTERENYI, königl* Sectionsrath*\nTexte in ungarischer, croatischer, englischer, französi-\nscher und deutscher Sprache* Erscheint jährlich in\n12 Heften mit je B—lo Vollbildern und Detailpausen im\nFormate von 361/2 :451/2 cm*, in Buch-, Licht- und\nFarbendruck* Preis per Lieferung fl* 3*60 = Mk* 6*—.\nDIE BRONZE-EPITAPHIEN*\nder Friedhöfe „St* Johannis“ und\n„St* Rochus“ zu Nürnberg* Mit\nerläuterndem Text von Hans\nBoesch, Director am Germani-\nschen Museum in Nürnberg*\nFormat 32:40 cm* 82 Kunsttafeln\nin Buch-, Licht- und Tondruck\nm* reich illustriertem Text*Gross-\nQuart-Format*\nCompl* geb* fl* 60*— = Mk* 100*—♦\nNÜRNBERGS ERKER,\nGIEBEL UND HÖFE*\nHerausgegeben von M* Gerlach*\nZweite, verbesserte und ver-\nmehrte Auflage* 55 Blatt Licht-\ndrucke, Formate 29:36V* cm*\nIn Mappe fl* 27*— = Mk* 45*—*\n*FESTONS U. DECORATIVE GRUPPEN\naus Pflanzen und Thieren. Dritte, verbesserte\nAuflage. 140 Blatt nach einem neuen Licht-\ndruckverfahren hergestellt. Format 32; 46 cm.\nPreis fl. 108.— = Mk. 180.—. Erscheint\nab März 1898 in 4 Serien mit je 35 Blatt\nä fl. 27. = Mk. 45.—.\n*KARTEN UND VIGNETTEN. Über 60\nkünstlerische Entwürfe von Glückwunsch-\nund Einladungskarten etc. Folio-Format.\nNach Federzeichnungen von Prof. Franz\nSTUCK. In Mappe fl. 12.— = Mk. 20.—.\nTODTENSCHILDER UND GRABSTEINE.\n70 Blatt Lichtdrucke, Format 29:36V* cm.\nIn Mappe fl. 27. = Mk. 45.—\nDER KUNSTSCHATZ*\nAlte und neue Motive für das\nKunstgewerbe, die Malerei und\nSculptur* Erscheint ab 1898 jähr-\nlich in 6 Heften ä 8 Kunsttafeln,\nim Formate von 34:46V2 cm* in\nBuch- und Lichtdruck, auf fein-\nstem Kunstdruckpapier* Preis\nper Heft fl* I*Bo = Mk* 3*—*\nIn Vorbereitung:\nMONUMENTALSCHRIFT\nvergangener Jahrhunderte von\nStein-, Bronze- und Holzplatten,\nnach Aufnahmen und mit text-\nlichen Erläuterungen von WIL-\nHELM WEIMAR* 72 Tafeln\nin Gross-Folio* In Mappe* Er-\nscheint anfangs December 1898*\nGerlach &Schenk.\nVerlag für Kunst\nund Gewerbe."}, {"page_pdf": 39, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189810-01.1.39", "texte": "= Waltere! conoeasionierte = PRIVAT-MALSCHULE\n~ TOTC ' Wien, L, Bämngerhof, Fischer-\n■ 11X10 stiege Nr. 9t Saizgrks Nr* ft u. f3*\nModernes, selbständiges Schaffen, intimes Natur-\nStudium, vornehme« Kunstempfinden und edlen Kunstgenuss, sowie\nWertschätzung der Kunstwerke aller Zeiten.\nDer beste aller Bleistifte ist unbestritten\nL Sz CHardtmuth's\nif\nKOH-I-NOOR\"\nExistirt in 14 Härtegraden.\nS Zu haben in jeder besseren Papierhandlung, s\nTHONÖFEN und KAMINE\nL. & C. 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Backhausen & Söhne\nFabriken für\nMÖBELSTOFFE, TEPPICHE,\nTISCH- UND BETTDECKEN\nln WIEN und HOHENEICH,\nNIEDERLAGE. WIEN, L, OPERNRING I\n(HEINRIOHSHOP).\nXylogr. Anstalt\nJoh. Rottach\nWIEN\nIm Köilnerhofgasse Nr. 6\nempfiehlt sich für\n-\nsSbbü\n■•V-\n/\n.\nisb\nHKS\nTelephon 13251.\n•*\nmmm\nV\nm\nm\nm\nS3S S\naS«\n»iS\nASS»\nHu\nOK\nkünstl. ausgefiihrte Holz-\nschnitte etc."}]}