{"numero_id": "bm-bmtnabf-1899-05-01", "volume": "bmtnabf_1899-05_01", "ocr_sha256": "5086cee9fadd1b88196054253bff34d66096145d37da1aa30dd5c79dde4a9ea6", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabf/issues/1899/05_01/bmtnabf_1899-05_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabf/issues/1899/05_01/bmtnabf_1899-05_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabf-1899-05-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabf_1899-05_01#c001", "volume": "bmtnabf_1899-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "1", "page_fin": "1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.2.1", "titre_corps": "DIE HEUERNTE", "titre_sommaire": "DIE HEUERNTE", "signature_source": "GIOVANNI SEGANTINI", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 33, "texte": "DIE HEUERNTE.\nGIOVANNI\nSEGANTINI."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1899-05-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabf_1899-05_01#c002", "volume": "bmtnabf_1899-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "1", "page_fin": "1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.2.2", "titre_corps": "INHALT", "titre_sommaire": "INHALT", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.1", "debut_caractere": 35, "fin_caractere_exclue": 470, "texte": "INHALT.\nSEITE SEITE\nBETRACHTUNGEN ÜBER DIE QUAL. VON PAUL ALTHOF . 26\nKUNST VON GIOVANNI SE- ÜBER KUNST. VON RAINER\nGANTINI j MARIA RILKE 29\nGEISTER IM LICHT. VON MITTHEILUNGEN DER VEREI-\nJ. J. DAVID 7 NIGUNG BILDENDER KÜNST-\nDER KUSS. VON PAUL ALTHOF 23 LER ÖSTERREICHS 30\nREDAKTION DES KÜNSTLERISCHEN THEILES:\nFRIEDRICH KÖNIG, KOLOMAN MOSER.\nJOSEPH M. OLBRICH. ALFRED ROLLER.\nREDAKTION DES LITERARISCHEN THEILES:\nDr. FRANZ ZWEYBRÜCK."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1899-05-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabf_1899-05_01#c005", "volume": "bmtnabf_1899-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "2", "page_fin": "2", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.2.5", "titre_corps": "DIE ANKUNFT DES NEUEN WORTES", "titre_sommaire": "DIE ANKUNFT DES NEUEN WORTES", "signature_source": "GIOVANNI SEGANTINI", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 49, "texte": "DIE ANKUNFT\nDES NEUEN WORTES.\nGIOVANNI\nSEGANTINI."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1899-05-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabf_1899-05_01#c006", "volume": "bmtnabf_1899-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "3", "page_fin": "6", "image_debut": 3, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.2.6", "titre_corps": "BETRACHTUNGEN ÜBER DIE KUNST", "titre_sommaire": "BETRACHTUNGEN ÜBER DIE KUNST", "signature_source": "GIOVANNI SEGANTINI ; CLARA THEUMANN", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1566, "texte": "BETRACHTUNGEN ÜBER DIE KUNST VON GIOVANNI\nSEGANTINI.\nEINZIG AUTORISIERTE ÜBER-\nSETZUNG AUS DEM ITALIENI-\nSCHEN VON CLARA THEUMANN.\nIs ich den Eltern eines gestorbenen\nKindes den Schmerz lindern wollte,\nmalte ich das Bild: „Der durch den\nGlauben getröstete Schmerz”, um das\nLiebesband zwei junger Menschen zu\nweihen, malte ich: „Die Liebe an der\nQuelle des Lebens”, um die ganze\nSeligkeit der Mutterliebe fühlen zu\nmachen, malte ich: „Die Frucht der\npLiebe”, „Der Lebensengel”; als ich die\nschlechten Mütter, die hohlen und un-\nfruchtbaren, der Lust lebenden Frauen geissein wollte, malte\nich die Geissein in der Gestalt des Fegefeuers, und als ich die\nQuelle allen Übels bezeichnen wollte, malte ich die Eitelkeit;\nich will, dass die Menschen die guten Tiere lieben, jene, von\ndenen sie Milch, Fleisch und Fell gewinnen, und ich male „Die\nbeiden Mütter”, die Mütter und das brave Pferd am Pfluge, das'\nmit dem Menschen und für ihn arbeitet. Ich malte die Arbeit\nund die Ruhe nach der Arbeit, und vor allem malte ich die,\nbraven Tiere mit den Augen voller Sanftmut. Sie, die dem\nMenschen alles geben, ihre Kraft, ihre Jungen, ihr Fleisch, ihre;\nHaut, werden von den Menschen geschlagen und misshandelt;]\nbei all dem lieben die Menschen gewöhnlich die Tiere mehr als)\nIhresgleichen, aber mehr denn alles lieben sie die Erde, weil\nsie am meisten gibt; sie gibt den Menschen und den Tieren.’\nDemnach steht die Liebe der Menschen im Verhältnis zu dem»\nNutzen, den sie aus den Dingen ziehen, und dies liegt im all-1\ngemeinen im Charakter aller Menschen. Bis zum heutigen ’"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "4", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1942, "texte": "Tage ist der Mensch nur dadurch den anderen Tieren über-\nlegen, dass er sie beherrscht hat. Die Herrschaft ist also für\nden Menschen alles, daraus erklärt sich die Liebe, sein Hass\ngegen den Beherrscher, sein Wunsch und seine Bestrebungen\nnach der Herrschaft, gleichviel ob diese eine wirkliche oder\ngeistige ist. Man bewundert und begehrt Schönheit, Gesund-\nheit, Kraft, Geist, Reichtum, alles, was zu Herrschaft und\nMacht führen kann. Hierin liegt alles Übel und alles Gute ver-\nschlossen. Das Wohlergehen des Einen schafft der Anderen\nÜbel. Gerechtigkeit, Ohnmacht und Neid verlangen, dass jenes\nGute im Niveau herabgedrückt und gleichmässig an alle ver-\ntheilt werde, so dass jeder vollsinnige Mensch mit den von der\nNatur ihm gegebenen Mitteln und ohne Anstrengung Geist\nund Körper nähren könne. Was den Körper anbetrifft, so\nüberlassen wir den Nationalökonomen die Sorge für ihn, und\nwas den Geist anbetrifft, so muss er von der Kunst gesunde\nund würdige Kost erwarten; aus der Kunst möge er sich einen\nKultus machen; dieser Kultus soll der Ausdruck der schönsten\nGeisteskräfte sein und in der Natur, der Mutter alles Lebens,\nwurzeln; er soll in Beziehung mit dem unsichtbaren Leben\nder Erde und des Weltalls stehen: bemühet Euch, mit auf-\nrichtiger Wahrheit die schönen Dinge auszudrücken, voraus-\ngesetzt, dass diese Schönheit der körperliche Ausdruck der\nGüte ist; suchet in der Einfachheit die Grösse, in der Verständ-\nlichkeit die Wirksamkeit und Kraft. Alles, was Laster, Ge-\nmeinheit oder auch nur eitle Lust wiedergiebt, möge sich der\nerhabenen Kunst ferne halten. Die Arbeit, die Liebe, die Mutter-\nschaft, der Tod mögen in Beziehung zum Leben stehen und\nall dies zur Tröstung und Erhebung des Geistes.\nVielleicht muss es gesagt werden, dass es nicht so sehr\ndie Gattung als die Beschaffenheit der Kunst ist, was Wert\ngiebt. Vor allem muss das Kunstwerk das Erzeugnis eines\nreinen und des Producierens würdigen Wesens sein. Die"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "5", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1919, "texte": "'Kunst soll neue Sensationen offenbaren; die Kunst, die den\n[Beschauer gleichgültig lässt, hat kein Recht zu existieren,\n[Die Suggestivität eines Kunstwerkes steht im Verhältnis zur\n'Kraft, mit welcher es während der Conception vom Künstler\n'empfunden wurde, und diese steht wieder im Verhältnis zur\n•Reinheit und Verfeinerung seiner Sinne.\n| Ich sagte, dass die Kunst ein Kultus sein soll, aber ich\n»habe nicht gesagt, wie dies geschehen kann.\n\\ Der Auserwählte, derjenige, der sich von der süssen und\n(guten Leidenschaft der Kunst gequält fühlt, wird Eltern, Ge-\nschwister und Reichtümer verlassen müssen und sich so,\nlallen wirklichen Besitzes bar, bei jener Bruderschaft von\nKünstlern einstellen, von denen er glaubt, dass sie seinem\nIdeale von Kunst entsprechen. Solche Bruderschaften werden\n(sich in allen Gegenden vorfinden, und in ihnen werden sich\nKünstler jeden Alters vereint finden, die, wie er, Familie und\nReichtümer verlassen haben, um ihr Leben dem Kultus der\nSchönheit und aller Geisteskräfte zu weihen, und die den Neu-\nling aufnehmen werden. Hier werden alle Künste vertreten\nsein, und all jene, die des Werkes der Künstler bedürfen,\nsei es einer Gemeinschaft oder eines Einzelnen, werden sich\nan den Meister Superior der Bruderschaft wenden müssen,\nund dieser wird ihnen jene Künstler zuweisen, die ihrem Be-\ndürfnisse entsprechen können. Diese werden nun zeichnen\nund ausführen lassen oder je nach Notwendigkeit auch selbst\nausführen. Von der Privatwohnung bis zu den öffentlichen Ge-'\nbäuden und Zusammenkunftsorten, vom Mobiliar bis zum\nLöffel, von der figuralen Freske bis zur einfachen decorativen\nLeiste, vom Denkmal bis zum einfachen Kapitäl, vom Glas bis\nzum Eisen, werden sie alle Metalle, alle Holzarten zeichnen,\nmodellieren, gravieren. Für ihre Arbeit werden die Menschen\nder Bruderschaft das Nötige zu Nahrung und Kleidung geben.\nDer Oberste der Bruderschaft wird am selben Tische essen"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "6", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1890, "texte": "wie der letzte Schüler. Mit der Zeit wird sich ein heiligerj\nWetteifer entwickeln. Dies wird das sicherste Mittel sein, von\nder Kunst das beste Teil zu erhalten. Die Kunst ist nicht nur\ndie Thätigkeit, welche die Schönheit hervorbringt, sondern1\ndie einzige Thätigkeit, die den Reichtum im wahren Sinne des1\n‘Wortes hervorbringt. Die materielle Arbeit bringt nur dasl\nhervor, was der Mensch verzehrt, und was gerade dazu ge-\nschaffen ist, um verzehrt zu werden. Der Arbeit, die durch diel\nHände des Künstlers geht, wird durch diesen ein Ausdruck ver-j\nliehen, der von der Erregung des Künstlers im Momente der\nConception stammt, die sich jedem Beschauer.mitteilt und so<\ndem Kunstwerke einen menschlich-geistigen Überwert giebt. (\nIch liebe die Güte, die Schönheit, die Gesundheit, die Kraft)\nund die Arbeit, Fähigkeiten und Eigenschaften, die die Men-j\nsehen in Gemeinschaft mit anderen Tieren besitzen. Doch die]\nmenschliche Überlegenheit beginnt da, wo die bloss manuelle]\nArbeit und körperliche Thätigkeit enden und die Liebe, die'\nmit Geist vollführte Arbeit beginnen. i\nLeo Tolstor j thut, als ob er nicht verstände, was man unter!\nSchönheit meint, und welches ihre eigentliche Bedeutung ist,Jj\nwährend er nur eine Blume zu beobachten hätte, und dies ihm\nbesser als irgend eine Definition sagen würde, was die Schön-V\nheit ist. Er thut auch, als ob er nicht verstände, wo das\nlerische beginnt; aber das Künstlerische beginnt dort, wo\nBrutale, das Gezierte und das Banale endigen. Wenn Ihr vors\neinem Bauernhäuschen vorübergeht und die Fenster voll liebe-n\nvoll gehaltener Blumen seht, dann seid nur dessen sicher, das*\nInnere jenes Häuschens wird gut und rein gehalten sein, undfc\ndie Menschen, die es bewohnen, werden keine\nMenschen sein. Hier beginnt das Künstlerische mit seinen!\nWohlthaten. , I\n.)\n*) Siehe „Was ist Kunst?” von Leo Tolstoi, 1898, Berlin, Verlag von Hugo Steinitz."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1899-05-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabf_1899-05_01#c007", "volume": "bmtnabf_1899-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "3", "page_fin": "6", "image_debut": 3, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.2.6.1", "titre_corps": "TEXTUMRAHMUNG", "titre_sommaire": "TEXTUMRAHMUNG", "signature_source": "JOSEF HOFFMANN", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.3", "debut_caractere": 1568, "fin_caractere_exclue": 1603, "texte": "TEXT-\nUMRAHMUNG\nVON JOSEF\nHOFFMANN."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "4", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.4", "debut_caractere": 1944, "fin_caractere_exclue": 1979, "texte": "TEXT-\nUMRAHMUNG\nVON JOSEF\nHOFFMANN."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "5", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.5", "debut_caractere": 1921, "fin_caractere_exclue": 1956, "texte": "TEXT-\nUMRAHMUNG\nVON JOSEF\nHOFFMANN."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "6", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.6", "debut_caractere": 1892, "fin_caractere_exclue": 1927, "texte": "TEXT-\nUMRAHMUNG\nVON JOSEF\nHOFFMANN."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1899-05-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabf_1899-05_01#c011", "volume": "bmtnabf_1899-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "7", "page_fin": "21", "image_debut": 7, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.2.7", "titre_corps": "GEISTER IM LICHT", "titre_sommaire": "GEISTER IM LICHT", "signature_source": "J. J. DAVID", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "7", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 826, "texte": "GEISTER IM LICHT.\n\nHinter ihnen Beiden lag Neapel mit all seinem Lärmen, das die innere\nStimme überschreit und jeden bösen und wilden Instinkt wach-brüllt\nmit seinem gewaltsamen und zornigen Rufen nach jeder schlimmen\nLust*\nDer Zug fuhr langsam durch die Ebene von Campanien, vorüber\nam stillen und geschlossenen Hafen von Portici, darin die schwarzen\nSchifferboote träumten und die lassen Segel schlugen manchmal klatschend\ngegen den Mast* Denn es war ein grosses und ängstliches Schweigen*\nNur manchmal zog der Wind* Wie ein schwüles und feuchtes Athmen\nzog er vom Meer zu Land* Es war ein sehr grauer Tag und die Wolken\nhingen blau und gleichmässig bedrückend über dem Land* Wie einen\nMantel aus schwerem Sammet hatte sie sich der Vesuv um die breiten\nSchultern geschlagen* Sie verhüllten sein Haupt, aus dessen furchtbarem"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "8", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 876, "texte": "Rachen die Flammen steigen wie aus Dietrichs von Bern Munde, wenn\ner in seinem Drachenzorn aufloderte*\nDas Meer war in träger und seufzender Bewegung* Bleigrau und\nüberglänzt von silbernen Schüppchen umfing es das Land*\nStation Pompeji*\nSie verliessen den Zug und die junge Frau sah um sich, als ob sie\nträume und starrte dem Zuge nach, der pustend und eine träge und müh-\nselig zerfliessende Rauchwolke hinter sich seinen Weg fortsetzte* Alsdann\nwendeten sie sich der toten Stadt zu* Es ging sich so eigentümlich weich\nauf dieser Strasse* Als ginge man auf Mehl, musste sie sich denken* Kein\nDünensand hat diese Weichheit und Feinheit* Als müsste es einem\ndurch die Schuhe dringen bis zur blossen Haut und sich dort wollüstig\nanschmiegen* Es ist ja auch Asche, dachte sie sich, und das blosse Wort\ndurchschauerte sie mit Aschermittwochsvorstellungen aus ihren Kinder-\njahren*"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "9", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1006, "texte": "Ihnen zu Seiten erhüben sich massig begrünte HügeL Es war, als\nfasse auf diesem graubraunen Grunde das Leben nur widerwillig Wurzeln;\ndas Leben, das sich sonst hier allenthalben so freudig durchsetzt und\nnirgends weichen will* Ihr fiel etwas bei, das sie in den Katakomben\nvon Neapel gesehen, deren Eingang rankend und mit blassblauen Blüthen\nein fröhlicher Bohnenstrauch umschlingt* Sie waren in den geisternden\nGängen mit ihrem heimlichen Lichte umgewandert und hatten sich nie\nund nirgend völlig vom Tag und vom Leben geschieden gefühlt* Am\nEnde des längsten Ganges aber fiel durch ein vergittert und vom Laub\numwunden Fenster die volle Sonne ein und ein Orangenbaum mit reifen-\nden Früchten stand davor* Als wäre Sonnengold zu Bällen geformt\nworden, so sah das aus und jede Beklemmung, die sie etwa erfassen\ngewollt, schwand, als sie so das Leben in den Tod grüssen sah* Hier\naber ward ihr mit jedem Schritt ängstiger, als laure hinter diesen weich\ngeformten Bodenwellen ein Schreckniss, ein Ungeheuer*"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "10", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 702, "texte": "wir zurück,“ flüsterte sie leise* Er verstand sie und hinter\ndem Schwarm hielten sie sich* Ein Einschnitt, umwuchert von Schling-\npflanzen* Ein rauhes Pflaster aus vieleckigen und braunen Lavablöcken*\nEin enges, von Säulen getragenes Thor zu Beginn der sehr steilen Strasse*\nEndlich die tote Stadt*\nEs waren wohl einige Hundert mit ihnen aus Neapel gekommen* Alle\nmit dem Bädeker oder sonst einem Reisebuch; schnatterndes, neugieriges,\nleichtbewegliches Volk* Wo waren sie? Sammt den Custoden waren sie\nverschwunden, versinkend in diesem durstigen Sand, der sie in sich zog,\nwie er jeden Regentropfen gierig in sich reisst* Was sind auch einige\nHundert in einem Raum, bemessen für Hunderte mal hundert?"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "12", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1185, "texte": "Graue Mauern formen sich in lücken- und fensterloser Reihe zu\nlangen und drohenden Fronten* Schmale Strassen brechen hindurch* Sie\nerweitern sich manchmal zu weiten Plätzen, weit wohl nur in dieser Enge*\nDa ragen Säulenstümpfe oder ganze Säulen in die Luft; sie formen den\nUmriss eines Tempels, in dem dieses Volk der toten Stadt zu seinen längst\ngestorbenen Göttern flehte* Der Hauch einer Vergänglichkeit, vor der\nnichts Ewiges gilt noch besteht, wehte mit schlaffem Fittig hindurch und er\nrührte gewaltig und dennoch leise an das Herz der jungen Frau*\nEin Theater* Wieder ein Theater* Noch ein Forum kleiner als das\nErste* Auf eine Stelle, während sie so durch das Trümmerwerk schien-\nderten, wies ihr Mann* Dort hatte die Gladiatoren das Verhängniss ereilt*\nRiesen, geübt im Waffenwerk, Männer in vollster Kraft und schon durch\nihren Beruf gewöhnt, mit dem Tod Spiel zu treiben, waren hier einem\nGeschick erlegen, das selbst ihnen furchtbar erscheinen musste* In ohn-\nmächtigem Zorn, reissend an ihren Ketten, die zu lösen man vergessen,\nwaren sie eines jammervollen Endes gestorben* So hat das Leben für Jeden,\nund wenn er sich gegen alle Furchtbarkeiten gestählt, immer noch sein"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "13", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1104, "texte": "besonderes Schreckniss, das selbst ihm den raschen Umlauf des Blutes\nstocken lässt ♦ ♦ ♦\nSie horchte ihm mit halbem Ohr* In ihre hellen Augen kam ein\neigentümliches Schwimmen, während er so dozirte, ohne Aufregung, viel-\nmehr mit einer gewissen Freude des Gelehrten, dem nun leibhaftig entgegen-\ntritt, wovon er in Büchern lange gelesen* Nur fiel es ihm auf, dass sie sich\nmüde auf seinen Arm stützte* Denn sie war eine sonst rüstige Geherin und\nden Anstrengungen einer weiteren Wanderung gewachsen, als die ihr diesen\nMorgen zugemuthet wurde, und sie trug einen ehrlichen Wissensdurst und\neine starke Empfänglichkeit für Alles in sich* Aber Frauen sind nun\neinmal Stimmungsgeschöpfe und er fühlte sich verpflichtet, ihre Stimmung\nwegzuscherzen, weg zu erklären, ohne sich darum zu kümmern, dass sich\nihre Stirne wie in Kopfschmerzen furchte* Einmal fuhr er ihr scherzhaft\nglättend darüber* Sie zuckte zusammen in der Berührung und ihr Mund\nverzog sich weinerlich*\nLäden, Häuser* Sie sind ausgeräumt* Aber noch merkt man, mit welchem\nGeschmak sie einmal ausgeziert gewesen sind* Noch leuchtet die Malerei"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "14", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 721, "texte": "in kaum verblassten Farben und jedes Stückchen Farbigkeit thut Einem\nwohl in dieser grauen Welt von Trümmern, die einmal voll von Herrlich-\nkeit gewesen sein muss* noch schimmert das Mosaik der Fussböden. Markt-\nhallen, Buden, Schenken, als stünden sie bereit, die Gäste zu empfangen.\nDenkzeichen einer übermüthigen Lebensfreudigkeit, die sich dort frech, ja\nschamlos gebärdete. Sie horchte seinen Erläuterungen, ohne eigentlich ein\nWort davon zu verstehen. Denn ihre Seele krümmte sich in sich zusammen,\nbänglich bedrückt vom Unbegreiflichen. Was sie sah, das war zu wirklich\nfür einen Traum, zu traumhaft für die Wirklichkeit. Immer wieder griff\nsie an die Mauern, mit einer scheuen, innigen Gebärde. Etwas erstand ihr,"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.19", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3753, "texte": "und ein furchtsamer Zorn erhob sich in ihr\ngegen den Mann, der so gelassen weiter\ndozirte, und sie begann sich grenzenlos\neinsam zu fühlen*\n„Lass mich allein,“ hauchte sie*\nEr sah sie verwundert an* Doch liess\ner ihr den Willen* Sie setzte sich zu Füssen\neiner ragenden Säule* Ihr Haupt schmiegte\nsie daran, die Augen verloren ins Weite,\ndie Hand mit dem Hut im Schooss* Es\nüberlief sie; sie erhob sich mit einer schwe-\nren Mühseligkeit und kam ihm mit müden\nSchritten nach, der inzwischen gemessen,\ngerechnet, Eintragungen in sein Notiz-\nbuch gemacht und nur manchmal einen\nerstaunten und verständnisslosen Blick\nnach ihr entsendet*\nSie kamen ins Haus der Bettler* Alle\nErfindung, welche jene Zeit vermochte,\nwar zum Zierrath aufgewendet worden*\nEin schmuckes, kleines Gärtchen* Rund-\num sind die Bilder der Blumen und der\nZiergewächse, die der Besitzer zu ziehen\nliebte: Epheu in Ringelformen, Stern-\nblumen, Rosen* Und die Wärter haben\nsich den Scherz gemacht, in den Beeten\ndie gleichen Pflanzen wachsen zu lassen,\nan denen sich der reiche Bettius vor mehr\ndenn anderthalb Jahrtausenden ergötzte*\nDas wirkte auf sie gespenstig wie nichts;\nals dränge aus Urmoder ein Blühen an\nden Tag* Sie sah die Küche sammt dem\nHerd, der eben für die Mahlzeit beschickt\nworden war* Alles wie gestern* Alles wie\nan jenem Tage, da unter Blitzesflammen\nund einem Grollen aus den Tiefen der\nErde das furchtbare Unheil hereinge-\nbrochen war, ein Vorbild jenes schreck-\nlichen Unwetters, das bald die gesammte\nantike Kultur in jene Tiefen versenken\nsollte, in denen wir immer noch nach ihr\nspähen müssen, froh mit jedem Restchen,\ndas wir in's Licht bringen können*\nSie traten in's Freie* Auf die kam-\npanische Ebene hinaus führte sie der\nGatte* Vorüber an Arbeitern, die vor-\nsichtig mit Schippe und Spaten hantirten*\nIhr Auge leuchtete auf, da sie wieder\nMenschen sah* Das Land war begrünt*\nSchafherden weideten darauf und machten\nmit ihren Schellen ein einförmiges und\nmelancholisches Geklingel* Unter ihnen\nlag die tote Stadt* Als hätte der Boden\nnachgegeben, auf dem man sie einmal er-\nbaut und sie sei gesunken, gleichförmig,\nmit einer furchtbaren Langsamkeit, so dass\nnicht eine Zeile der Strassen verrückt ward,\nund die Asche, auf der sie gestanden, sei\nlangsam und gleichmässig und durch jede\nFuge nachgesickert, Alles ausfüllend und\nverbergend, das Leben vernichtend und zu-\ngleich seine Denkmale vor dem Untergang\nbeschirmend* Und wie die junge Frau\nso hinunter blickte, so ward ihr, als sähe\nsie unmerklich und dennoch ganz bestimmt,\nwie sich dieser Prozess immer noch fort-\nsetzte, als wolle die Erde ihr Geheimniss,\ndas man ihr so spät entrissen, wieder den\nAugen der Neugierigen entziehen, die es\nbeguckten* Ein körperlicher Schwindel\nüberfiel sie dabei* Sie that einen kleinen\nSchrei und taumelte, und griff nach dem\nArm ihres Mannes*\n„Was ist Dir?“ Er sah besorgt in\nihr sehr blasses Gesicht*\nSie schüttelte den Kopf* Trotzig und\nhilflos kniff sie die Lippen zusammen* Sie\nliess sich nieder und schlang die Arme um\nihre Kniee; unverwandt starrte sie in die\ntote Stadt, in dies Gewirr grauer Mauern,\nüber das die Säulen stiegen*\n„Was siehst Du?“\nSie schwieg* Nur ein leises Zucken\nder feinen Schultern*\n„Willst Du nicht sprechen?“ Er zog\nsie an sich* Sie aber sah ihn mit einem fast\nfeindseligen Blick an, den er noch niemals\nan ihr gewahrt, und duckte sich in sich*\nSo verstummten Beide und in die Stille\nhinein klang fern und näher das Geklingel\nder Schafe oder das Flügelschwirren einer\neinsamen Krähe, die über ihren Häuptern\nder toten und versunkenen Stadt zu flat-\nterte mit schwerem Fittig*\nDie junge Frau athmete beklommen*\nUnd plötzlich, wie in einem Schrei\nbegann sie: „Es ist schrecklich* Eine\nPein ist * ♦ ♦“\n„Was denn?“ Er neigte sich zu ihr*"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.20", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1835, "texte": "Sie gewahrte ihn nicht* Wie für sich fuhr sie fort:\n„Es ist, als dampfe es um mich* Als müssten\ndie Leidenschaften, die hier verschüttet worden\nsind, sich noch einmal aus dem Boden heben in\neiner Flackersäule, höher als die Flammen des\nVesuv in jenen Unglücksnächten gestiegen sind*“\n„Um Gottes Willen! Hätte ich geahnt, Du\nwirst Dich so aufregen, ich hätte Dich niemals\nhierher gebracht*“\nSeltsam sah sie ihm in die Augen* „Und wie\ndenn? Oder können alle die Gluthen weggefegt\nsein? Wirklich ausgelöscht für immer, wie das\nFeuer auf dem Herd, wenn man erst einmal Asche\ndarüber geworfen hat? Und sie sind in ihren\nrothen Sünden dahin gegangen und sie meinten\nsich unsterblich, wie wir uns dafür halten* Was\nist denn an uns unsterblich, wenn nicht das, was\nwir begehren?“\n„Du musst nicht so grübeln, Herz*“ Sein Ton\nhatte etwas Ueberlegenes, Belehrendes, das sie an\nihm gewöhnt war* Nun empörte es sie*\n„Ich grüble nicht, ich empfinde* Ich empfinde\ndie Einsamkeit* Sie hat sich um die tote Stadt\ngeschlungen in weiten Ringen* Und kommt wer\nin ihren Bann, so hebt sie den klugen Schlangen-\nkopf und zischt ihn an mit einem leisen und schreck-\nlichen Zischen, dass man erschrickt und sie um-\nwindet ihn, kalt, fröstelnd, tötlich*“\n„Beruhige Dich, Liebchen,“ wollte er trösten*\n„Und die Springbrunnen springen noch, wie\neinmal* Und es ist wie eine Muschel* Noch\nschimmert das Gehäuse* Nur das Thier ist tot,\ndas in ihr gehaust* Und ich mag so etwas nicht\nmehr sehen und kommen wir heim, so muss aus\nmeiner Wohnung Alles fort, was wir haben von\nderlei Sachen* Es muss, sag' ich*“\n„Es soll auch, wenn Du willst*“\n„Und ich sah das Forum voll von Menschen*\nUnd sie deuteten mit den Händen und ihr Mund\nwar offen* Aber kein Laut war da zu hören*\nUnd ich bin im Hause des Bettius gestanden* Der\nhat sich doch auch eingerichtet gehabt, für ewig*"}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "21", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.21", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1769, "texte": "Was sind wir sicherer, als sie einmal gewesen sind?\nUnd was für ein Recht haben wir, es zu sein?“\n„Wir haben doch keinen Vulkan in Wien,“\nversuchte er zu scherzen*\n„Meinst? Und mir ist immer gewesen, als ginge\nder Hausherr neben uns, mit tiefen Augen, kurzem,\nkrausen Haar* Und er wollte uns immer fort-\nscheuchen aus seinem Haus, das er doch wahr-\nhaftig nicht für uns und unsere Neugierde gebaut\nhat, und er kann nur nicht reden und mir ist zu\nMuthe gewesen, viel schlimmer wie damals, wo\nDu mir aus dem Homer vorgelesen hast, weisst\nDu, wo sich die Schatten drängen um den Odys-\nseus und sie möchten reden mit ihm, Gutes und\nZorniges und sie können es nicht und sie dürsten\nnach Blut nach meinem Blut* ♦ ♦ ♦“\n„Kind Du siehst Geister • ♦ *“\n„Ja* Wo sie am meisten verstören* Geister\nim Licht* * * *u\nSie verstummte wieder* Dann erhob sie\nsich* Der Wind schwoll mächtiger* Er fegte\nmit zornigen Stössen und schnaubend über die\nEbene, zerrte an ihrem Gewand und riss ihr in's\nGewand*\nSie ging kämpfend neben dem Mann das kurze\nEndchen Weges zur Bahn* Noch einmal wollte\ner sie an sich ziehen* Sie wehrte* Und plötzlich\numklammerte sie ihn ganz aus sich in einer hef-\ntigen und lebenshungrigen Leidenschaft, die sich\nder Gegenwart des Anderen versichern möchte*\nNur da er sie, unsicher der Wallungen in ihr,\nküssen wollte, da neigte sie den Kopf zur Seite*\nEs ging zu Abend* Ganz hell war es gewor-\nden* Die Rauchwolke des Vesuv stieg in's Blaue\nund entzündete sich an der Abendsonne* Wie ein\npurpurner Streif schwebte sie in Lüften* Purpurn\nflammten die Hänge des Berges, als in einem ge-\nheimen Widerschein jener unauslöschlichen Gluthen,\ndie in ihm lodern und grau und fahl und gespen-\nsterhaft stand der Aschenfcegel über dem Glühen\nober und unter ihm*\n\nJ. J. DAVID."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1899-05-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabf_1899-05_01#c012", "volume": "bmtnabf_1899-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "7", "page_fin": "7", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.2.7.1", "titre_corps": "AM TAGE DES HEILIGEN SEBASTIAN", "titre_sommaire": "AM TAGE DES HEILIGEN SEBASTIAN", "signature_source": "GIOVANNI SEGANTINI", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "7", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.7", "debut_caractere": 828, "fin_caractere_exclue": 879, "texte": "AM TAGE DES\nHEILIGEN\nSEBASTIAN.\nGIOVANNI\nSEGANTINI."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1899-05-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabf_1899-05_01#c014", "volume": "bmtnabf_1899-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "8", "page_fin": "8", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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und seine Zeit weiss nicht, wie sie ihn\nwerthen soll, und in diesem Zögern versäumt sie\nihn* Er geht an ihrer Unentschlossenheit zu Grunde*\nEr stirbt wie ein verlassener Feldherr oder wie ein\nvoreiliger Frühlingstag, dessen Drängen die träge\nErde nicht begreift* Aber Jahrhunderte später,\nwenn man seine Standbilder schon nicht mehr\nbekränzt und sein Grab vergessen ist und irgend-\nwo grünt, dann wacht er wieder auf und geht\nnäher und als Zeitgenosse durch den Geist seiner\nEnkel*"}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "24", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.24", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3029, "texte": "So haben wir schon Viele wiedererlebt; Fürsten\nund Philosophen Kanzler und Könige, Mütter und\nMärtyrer, denen ihre Zeit Wahn und Widerstand\nwar, leben leiser neben uns und reichen uns lächelnd\nihre alten Gedanken, die nun keinem mehr laut\nund lästerlich sind* Sie gehen neben uns zu Ende,\nbeschliessen müde ihre Unsterblichkeit, setzen uns\nzu Erben ihres Ewigen ein und haben den täglichen\nTod* Dann haben ihre Denkmäler keine Seele\nmehr, ihre Historie ist überflüssig geworden, weil\nwir ihr Wesen wie ein eigenes Erlebniss besitzen*\nSo sind die Vergangenheiten wie Gerüste, die zu-\nsammenbrechen vor dem fertigen Bau; aber wir\nwissen, dass jede Vollendung wieder Gerüst wird\nund dass von hundert Stürzen verhüllt, das letzte\nGebäude ersteht, das Thurm und Tempel sein\nwird und Haus und Heimath*\nEinst, wenn dieses Monument sich bekrönt,\nwird die Reihe an die Künstler kommen Zeit-\ngenossen jener Vollender zu sein* Denn sie sind\nals die Allerzukünftigsten durch die Tage gegangen,\nund wir haben noch nicht den Geringsten von\nihnen wie einen Bruder erkannt* Sie kommen\nuns vielleicht mit ihrer Gesinnung nah, sie rühren\nuns mit irgend einem Werke an, sie neigen sich\nuns, und wir begreifen einen Blitz lang ihr Bild;\nallein wir können sie im Heut nicht leben und\nnicht sterben denken* Und eher werden uns die\nHände mächtig, Berge und Bäume zu heben, als\neinem von diesen Todten die Augen zu schliessent\ndie schauenden*\nUnd selbst die Schaffenden unserer Zeit können\njene Grossen, deren Heimath erst sein wird, nicht\nzu Gaste laden; denn sie sind selber nicht zu Hause\nund sind Wartende und einsame Künftige und un-\ngeduldige Einsame* Und ihr geflügeltes Herz stösst\nüberall an die Mauern der Zeit* Und wenn sie\ngleich Weise sind, die ihre Zelle lieb gewinnen\nund das Stückchen Himmel, das in ihrem Fenster-\ngitter wie im Netz gefangen liegt, und die eine\nSchwalbe, die ihr Nest, Vertrauens voll, über ihre\nTraurigkeit gehängt hat, so sind sie doch\nauch Sehnsüchtige, die nicht immer bei gefalteten\nTüchern und gehäuften Truhen warten wollen*\nOft drängt es sie, die Gewebe auszubreiten, dass\ndie unterbrochenen Bilder und Farben, die der\nWeber ersann, Sinn erhielten vor ihren Blicken\nund Zusammenhang, und sie wollen Gefässe und\nGold, das ihnen die Laden füllt, aus dem dunklen\nBesitzen heben in den klaren Gebrauch*\nAber sie sind Zufrühgekommene* Und was\nsich ihnen nicht löst im Leben, das wird ihr Werk*\nUnd sie stellen es brüderlich neben die dauernden\nDinge, und die Trauer des Nichterlebten ist die\ngeheimnissvolle Schönheit über ihm* Und diese\nSchönheit weiht ihnen Söhne und Erben* Und so\nhält sich, am Schaffen entlang, ein Geschlecht\nNochnichtlebender und harrt seiner Zeit*\nUnd der Künstler ist immer noch dieser: ein\nTänzer, dessen Bewegung sich bricht an dem Zwang\nseiner Zelle* Was in seinen Schritten und dem\nbeschränkten Schwung seiner Arme nicht Raum\nhat, kommt in der Ermattung von seinen Lippen,\noder er muss die noch ungelebten Linien seines\nLeibes mit wunden Fingern in die Wände ritzen*\n\nRAINER\nMARIA\nRILKE."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1899-05-01-c037", "article_bluemountain": "bmtnabf_1899-05_01#c037", "volume": "bmtnabf_1899-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "23", "page_fin": "23", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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MAI 1899", "titre_sommaire": "MITTHEILUNGEN DER VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS : AUSZUG AUS DEM PROTOKOLL DER GENERALVERSAMMLUNG VOM 13. 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VON PAUL ALTHOF . 26\nKUNST VON GIOVANNI SE- ÜBER KUNST. VON RAINER\nGANTINI j MARIA RILKE 29\nGEISTER IM LICHT. VON MITTHEILUNGEN DER VEREI-\nJ. J. DAVID 7 NIGUNG BILDENDER KÜNST-\nDER KUSS. VON PAUL ALTHOF 23 LER ÖSTERREICHS 30\nREDAKTION DES KÜNSTLERISCHEN THEILES:\nFRIEDRICH KÖNIG, KOLOMAN MOSER.\nJOSEPH M. OLBRICH. ALFRED ROLLER.\nREDAKTION DES LITERARISCHEN THEILES:\nDr. FRANZ ZWEYBRÜCK."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.2", "texte": "DIE ANKUNFT\nDES NEUEN WORTES.\nGIOVANNI\nSEGANTINI."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.3", "texte": "BETRACHTUNGEN ÜBER DIE KUNST VON GIOVANNI\nSEGANTINI.\nEINZIG AUTORISIERTE ÜBER-\nSETZUNG AUS DEM ITALIENI-\nSCHEN VON CLARA THEUMANN.\nIs ich den Eltern eines gestorbenen\nKindes den Schmerz lindern wollte,\nmalte ich das Bild: „Der durch den\nGlauben getröstete Schmerz”, um das\nLiebesband zwei junger Menschen zu\nweihen, malte ich: „Die Liebe an der\nQuelle des Lebens”, um die ganze\nSeligkeit der Mutterliebe fühlen zu\nmachen, malte ich: „Die Frucht der\npLiebe”, „Der Lebensengel”; als ich die\nschlechten Mütter, die hohlen und un-\nfruchtbaren, der Lust lebenden Frauen geissein wollte, malte\nich die Geissein in der Gestalt des Fegefeuers, und als ich die\nQuelle allen Übels bezeichnen wollte, malte ich die Eitelkeit;\nich will, dass die Menschen die guten Tiere lieben, jene, von\ndenen sie Milch, Fleisch und Fell gewinnen, und ich male „Die\nbeiden Mütter”, die Mütter und das brave Pferd am Pfluge, das'\nmit dem Menschen und für ihn arbeitet. Ich malte die Arbeit\nund die Ruhe nach der Arbeit, und vor allem malte ich die,\nbraven Tiere mit den Augen voller Sanftmut. Sie, die dem\nMenschen alles geben, ihre Kraft, ihre Jungen, ihr Fleisch, ihre;\nHaut, werden von den Menschen geschlagen und misshandelt;]\nbei all dem lieben die Menschen gewöhnlich die Tiere mehr als)\nIhresgleichen, aber mehr denn alles lieben sie die Erde, weil\nsie am meisten gibt; sie gibt den Menschen und den Tieren.’\nDemnach steht die Liebe der Menschen im Verhältnis zu dem»\nNutzen, den sie aus den Dingen ziehen, und dies liegt im all-1\ngemeinen im Charakter aller Menschen. Bis zum heutigen ’\n\nTEXT-\nUMRAHMUNG\nVON JOSEF\nHOFFMANN."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "4", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.4", "texte": "Tage ist der Mensch nur dadurch den anderen Tieren über-\nlegen, dass er sie beherrscht hat. Die Herrschaft ist also für\nden Menschen alles, daraus erklärt sich die Liebe, sein Hass\ngegen den Beherrscher, sein Wunsch und seine Bestrebungen\nnach der Herrschaft, gleichviel ob diese eine wirkliche oder\ngeistige ist. Man bewundert und begehrt Schönheit, Gesund-\nheit, Kraft, Geist, Reichtum, alles, was zu Herrschaft und\nMacht führen kann. Hierin liegt alles Übel und alles Gute ver-\nschlossen. Das Wohlergehen des Einen schafft der Anderen\nÜbel. Gerechtigkeit, Ohnmacht und Neid verlangen, dass jenes\nGute im Niveau herabgedrückt und gleichmässig an alle ver-\ntheilt werde, so dass jeder vollsinnige Mensch mit den von der\nNatur ihm gegebenen Mitteln und ohne Anstrengung Geist\nund Körper nähren könne. Was den Körper anbetrifft, so\nüberlassen wir den Nationalökonomen die Sorge für ihn, und\nwas den Geist anbetrifft, so muss er von der Kunst gesunde\nund würdige Kost erwarten; aus der Kunst möge er sich einen\nKultus machen; dieser Kultus soll der Ausdruck der schönsten\nGeisteskräfte sein und in der Natur, der Mutter alles Lebens,\nwurzeln; er soll in Beziehung mit dem unsichtbaren Leben\nder Erde und des Weltalls stehen: bemühet Euch, mit auf-\nrichtiger Wahrheit die schönen Dinge auszudrücken, voraus-\ngesetzt, dass diese Schönheit der körperliche Ausdruck der\nGüte ist; suchet in der Einfachheit die Grösse, in der Verständ-\nlichkeit die Wirksamkeit und Kraft. Alles, was Laster, Ge-\nmeinheit oder auch nur eitle Lust wiedergiebt, möge sich der\nerhabenen Kunst ferne halten. Die Arbeit, die Liebe, die Mutter-\nschaft, der Tod mögen in Beziehung zum Leben stehen und\nall dies zur Tröstung und Erhebung des Geistes.\nVielleicht muss es gesagt werden, dass es nicht so sehr\ndie Gattung als die Beschaffenheit der Kunst ist, was Wert\ngiebt. Vor allem muss das Kunstwerk das Erzeugnis eines\nreinen und des Producierens würdigen Wesens sein. Die\n\nTEXT-\nUMRAHMUNG\nVON JOSEF\nHOFFMANN."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "5", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.5", "texte": "'Kunst soll neue Sensationen offenbaren; die Kunst, die den\n[Beschauer gleichgültig lässt, hat kein Recht zu existieren,\n[Die Suggestivität eines Kunstwerkes steht im Verhältnis zur\n'Kraft, mit welcher es während der Conception vom Künstler\n'empfunden wurde, und diese steht wieder im Verhältnis zur\n•Reinheit und Verfeinerung seiner Sinne.\n| Ich sagte, dass die Kunst ein Kultus sein soll, aber ich\n»habe nicht gesagt, wie dies geschehen kann.\n\\ Der Auserwählte, derjenige, der sich von der süssen und\n(guten Leidenschaft der Kunst gequält fühlt, wird Eltern, Ge-\nschwister und Reichtümer verlassen müssen und sich so,\nlallen wirklichen Besitzes bar, bei jener Bruderschaft von\nKünstlern einstellen, von denen er glaubt, dass sie seinem\nIdeale von Kunst entsprechen. Solche Bruderschaften werden\n(sich in allen Gegenden vorfinden, und in ihnen werden sich\nKünstler jeden Alters vereint finden, die, wie er, Familie und\nReichtümer verlassen haben, um ihr Leben dem Kultus der\nSchönheit und aller Geisteskräfte zu weihen, und die den Neu-\nling aufnehmen werden. Hier werden alle Künste vertreten\nsein, und all jene, die des Werkes der Künstler bedürfen,\nsei es einer Gemeinschaft oder eines Einzelnen, werden sich\nan den Meister Superior der Bruderschaft wenden müssen,\nund dieser wird ihnen jene Künstler zuweisen, die ihrem Be-\ndürfnisse entsprechen können. Diese werden nun zeichnen\nund ausführen lassen oder je nach Notwendigkeit auch selbst\nausführen. Von der Privatwohnung bis zu den öffentlichen Ge-'\nbäuden und Zusammenkunftsorten, vom Mobiliar bis zum\nLöffel, von der figuralen Freske bis zur einfachen decorativen\nLeiste, vom Denkmal bis zum einfachen Kapitäl, vom Glas bis\nzum Eisen, werden sie alle Metalle, alle Holzarten zeichnen,\nmodellieren, gravieren. Für ihre Arbeit werden die Menschen\nder Bruderschaft das Nötige zu Nahrung und Kleidung geben.\nDer Oberste der Bruderschaft wird am selben Tische essen\n\nTEXT-\nUMRAHMUNG\nVON JOSEF\nHOFFMANN."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "6", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.6", "texte": "wie der letzte Schüler. Mit der Zeit wird sich ein heiligerj\nWetteifer entwickeln. Dies wird das sicherste Mittel sein, von\nder Kunst das beste Teil zu erhalten. Die Kunst ist nicht nur\ndie Thätigkeit, welche die Schönheit hervorbringt, sondern1\ndie einzige Thätigkeit, die den Reichtum im wahren Sinne des1\n‘Wortes hervorbringt. Die materielle Arbeit bringt nur dasl\nhervor, was der Mensch verzehrt, und was gerade dazu ge-\nschaffen ist, um verzehrt zu werden. Der Arbeit, die durch diel\nHände des Künstlers geht, wird durch diesen ein Ausdruck ver-j\nliehen, der von der Erregung des Künstlers im Momente der\nConception stammt, die sich jedem Beschauer.mitteilt und so<\ndem Kunstwerke einen menschlich-geistigen Überwert giebt. (\nIch liebe die Güte, die Schönheit, die Gesundheit, die Kraft)\nund die Arbeit, Fähigkeiten und Eigenschaften, die die Men-j\nsehen in Gemeinschaft mit anderen Tieren besitzen. Doch die]\nmenschliche Überlegenheit beginnt da, wo die bloss manuelle]\nArbeit und körperliche Thätigkeit enden und die Liebe, die'\nmit Geist vollführte Arbeit beginnen. i\nLeo Tolstor j thut, als ob er nicht verstände, was man unter!\nSchönheit meint, und welches ihre eigentliche Bedeutung ist,Jj\nwährend er nur eine Blume zu beobachten hätte, und dies ihm\nbesser als irgend eine Definition sagen würde, was die Schön-V\nheit ist. Er thut auch, als ob er nicht verstände, wo das\nlerische beginnt; aber das Künstlerische beginnt dort, wo\nBrutale, das Gezierte und das Banale endigen. Wenn Ihr vors\neinem Bauernhäuschen vorübergeht und die Fenster voll liebe-n\nvoll gehaltener Blumen seht, dann seid nur dessen sicher, das*\nInnere jenes Häuschens wird gut und rein gehalten sein, undfc\ndie Menschen, die es bewohnen, werden keine\nMenschen sein. Hier beginnt das Künstlerische mit seinen!\nWohlthaten. , I\n.)\n*) Siehe „Was ist Kunst?” von Leo Tolstoi, 1898, Berlin, Verlag von Hugo Steinitz.\n\nTEXT-\nUMRAHMUNG\nVON JOSEF\nHOFFMANN."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "7", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.7", "texte": "GEISTER IM LICHT.\n\nHinter ihnen Beiden lag Neapel mit all seinem Lärmen, das die innere\nStimme überschreit und jeden bösen und wilden Instinkt wach-brüllt\nmit seinem gewaltsamen und zornigen Rufen nach jeder schlimmen\nLust*\nDer Zug fuhr langsam durch die Ebene von Campanien, vorüber\nam stillen und geschlossenen Hafen von Portici, darin die schwarzen\nSchifferboote träumten und die lassen Segel schlugen manchmal klatschend\ngegen den Mast* Denn es war ein grosses und ängstliches Schweigen*\nNur manchmal zog der Wind* Wie ein schwüles und feuchtes Athmen\nzog er vom Meer zu Land* Es war ein sehr grauer Tag und die Wolken\nhingen blau und gleichmässig bedrückend über dem Land* Wie einen\nMantel aus schwerem Sammet hatte sie sich der Vesuv um die breiten\nSchultern geschlagen* Sie verhüllten sein Haupt, aus dessen furchtbarem\n\nAM TAGE DES\nHEILIGEN\nSEBASTIAN.\nGIOVANNI\nSEGANTINI."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "8", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.8", "texte": "Rachen die Flammen steigen wie aus Dietrichs von Bern Munde, wenn\ner in seinem Drachenzorn aufloderte*\nDas Meer war in träger und seufzender Bewegung* Bleigrau und\nüberglänzt von silbernen Schüppchen umfing es das Land*\nStation Pompeji*\nSie verliessen den Zug und die junge Frau sah um sich, als ob sie\nträume und starrte dem Zuge nach, der pustend und eine träge und müh-\nselig zerfliessende Rauchwolke hinter sich seinen Weg fortsetzte* Alsdann\nwendeten sie sich der toten Stadt zu* Es ging sich so eigentümlich weich\nauf dieser Strasse* Als ginge man auf Mehl, musste sie sich denken* Kein\nDünensand hat diese Weichheit und Feinheit* Als müsste es einem\ndurch die Schuhe dringen bis zur blossen Haut und sich dort wollüstig\nanschmiegen* Es ist ja auch Asche, dachte sie sich, und das blosse Wort\ndurchschauerte sie mit Aschermittwochsvorstellungen aus ihren Kinder-\njahren*\n\nHEIMKEHR ZUM\nSCHAFSTALL.\nGIOVANNI\nSEGANTINI."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "9", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.9", "texte": "Ihnen zu Seiten erhüben sich massig begrünte HügeL Es war, als\nfasse auf diesem graubraunen Grunde das Leben nur widerwillig Wurzeln;\ndas Leben, das sich sonst hier allenthalben so freudig durchsetzt und\nnirgends weichen will* Ihr fiel etwas bei, das sie in den Katakomben\nvon Neapel gesehen, deren Eingang rankend und mit blassblauen Blüthen\nein fröhlicher Bohnenstrauch umschlingt* Sie waren in den geisternden\nGängen mit ihrem heimlichen Lichte umgewandert und hatten sich nie\nund nirgend völlig vom Tag und vom Leben geschieden gefühlt* Am\nEnde des längsten Ganges aber fiel durch ein vergittert und vom Laub\numwunden Fenster die volle Sonne ein und ein Orangenbaum mit reifen-\nden Früchten stand davor* Als wäre Sonnengold zu Bällen geformt\nworden, so sah das aus und jede Beklemmung, die sie etwa erfassen\ngewollt, schwand, als sie so das Leben in den Tod grüssen sah* Hier\naber ward ihr mit jedem Schritt ängstiger, als laure hinter diesen weich\ngeformten Bodenwellen ein Schreckniss, ein Ungeheuer*\n\nDIE FASCHINEN.\nGIOVANNI\nSEGANTINI."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "10", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.10", "texte": "wir zurück,“ flüsterte sie leise* Er verstand sie und hinter\ndem Schwarm hielten sie sich* Ein Einschnitt, umwuchert von Schling-\npflanzen* Ein rauhes Pflaster aus vieleckigen und braunen Lavablöcken*\nEin enges, von Säulen getragenes Thor zu Beginn der sehr steilen Strasse*\nEndlich die tote Stadt*\nEs waren wohl einige Hundert mit ihnen aus Neapel gekommen* Alle\nmit dem Bädeker oder sonst einem Reisebuch; schnatterndes, neugieriges,\nleichtbewegliches Volk* Wo waren sie? Sammt den Custoden waren sie\nverschwunden, versinkend in diesem durstigen Sand, der sie in sich zog,\nwie er jeden Regentropfen gierig in sich reisst* Was sind auch einige\nHundert in einem Raum, bemessen für Hunderte mal hundert?\n\nAUSZUG\nDER HEERDE.\nGIOVANNI\nSEGANTINI."}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "11", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.11", "texte": "DIE MUTTER.\nGIOVANNI\nSEGANTINI."}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "12", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.12", "texte": "Graue Mauern formen sich in lücken- und fensterloser Reihe zu\nlangen und drohenden Fronten* Schmale Strassen brechen hindurch* Sie\nerweitern sich manchmal zu weiten Plätzen, weit wohl nur in dieser Enge*\nDa ragen Säulenstümpfe oder ganze Säulen in die Luft; sie formen den\nUmriss eines Tempels, in dem dieses Volk der toten Stadt zu seinen längst\ngestorbenen Göttern flehte* Der Hauch einer Vergänglichkeit, vor der\nnichts Ewiges gilt noch besteht, wehte mit schlaffem Fittig hindurch und er\nrührte gewaltig und dennoch leise an das Herz der jungen Frau*\nEin Theater* Wieder ein Theater* Noch ein Forum kleiner als das\nErste* Auf eine Stelle, während sie so durch das Trümmerwerk schien-\nderten, wies ihr Mann* Dort hatte die Gladiatoren das Verhängniss ereilt*\nRiesen, geübt im Waffenwerk, Männer in vollster Kraft und schon durch\nihren Beruf gewöhnt, mit dem Tod Spiel zu treiben, waren hier einem\nGeschick erlegen, das selbst ihnen furchtbar erscheinen musste* In ohn-\nmächtigem Zorn, reissend an ihren Ketten, die zu lösen man vergessen,\nwaren sie eines jammervollen Endes gestorben* So hat das Leben für Jeden,\nund wenn er sich gegen alle Furchtbarkeiten gestählt, immer noch sein\n\nDER ERTRAG\nDES HIRTEN.\nGIOVANNI\nSEGANTINI."}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "13", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.13", "texte": "besonderes Schreckniss, das selbst ihm den raschen Umlauf des Blutes\nstocken lässt ♦ ♦ ♦\nSie horchte ihm mit halbem Ohr* In ihre hellen Augen kam ein\neigentümliches Schwimmen, während er so dozirte, ohne Aufregung, viel-\nmehr mit einer gewissen Freude des Gelehrten, dem nun leibhaftig entgegen-\ntritt, wovon er in Büchern lange gelesen* Nur fiel es ihm auf, dass sie sich\nmüde auf seinen Arm stützte* Denn sie war eine sonst rüstige Geherin und\nden Anstrengungen einer weiteren Wanderung gewachsen, als die ihr diesen\nMorgen zugemuthet wurde, und sie trug einen ehrlichen Wissensdurst und\neine starke Empfänglichkeit für Alles in sich* Aber Frauen sind nun\neinmal Stimmungsgeschöpfe und er fühlte sich verpflichtet, ihre Stimmung\nwegzuscherzen, weg zu erklären, ohne sich darum zu kümmern, dass sich\nihre Stirne wie in Kopfschmerzen furchte* Einmal fuhr er ihr scherzhaft\nglättend darüber* Sie zuckte zusammen in der Berührung und ihr Mund\nverzog sich weinerlich*\nLäden, Häuser* Sie sind ausgeräumt* Aber noch merkt man, mit welchem\nGeschmak sie einmal ausgeziert gewesen sind* Noch leuchtet die Malerei\n\nPFERDE\nAM BRUNNEN.\nGIOVANNI\nSEGANTINI."}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "14", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.14", "texte": "in kaum verblassten Farben und jedes Stückchen Farbigkeit thut Einem\nwohl in dieser grauen Welt von Trümmern, die einmal voll von Herrlich-\nkeit gewesen sein muss* noch schimmert das Mosaik der Fussböden. Markt-\nhallen, Buden, Schenken, als stünden sie bereit, die Gäste zu empfangen.\nDenkzeichen einer übermüthigen Lebensfreudigkeit, die sich dort frech, ja\nschamlos gebärdete. Sie horchte seinen Erläuterungen, ohne eigentlich ein\nWort davon zu verstehen. Denn ihre Seele krümmte sich in sich zusammen,\nbänglich bedrückt vom Unbegreiflichen. Was sie sah, das war zu wirklich\nfür einen Traum, zu traumhaft für die Wirklichkeit. Immer wieder griff\nsie an die Mauern, mit einer scheuen, innigen Gebärde. Etwas erstand ihr,\n\nMEINE\nMODELLE.\nGIOVANNI\nSEGANTINI."}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "15", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.15", "texte": "LEERE WIEGE.\nGIOVANNI SEGANTINI."}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "16", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.16", "texte": "DIE WOLLÜSTIGE.\nGIOVANNI SEGANTINI."}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "17", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.17", "texte": "SCHLECHTE MÜTTER.\nGIOVANNI SEGANTINI."}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "18", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.18", "texte": "SCHAFSCHUR.\nGIOVANNI SEGANTINI."}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.19", "texte": "und ein furchtsamer Zorn erhob sich in ihr\ngegen den Mann, der so gelassen weiter\ndozirte, und sie begann sich grenzenlos\neinsam zu fühlen*\n„Lass mich allein,“ hauchte sie*\nEr sah sie verwundert an* Doch liess\ner ihr den Willen* Sie setzte sich zu Füssen\neiner ragenden Säule* Ihr Haupt schmiegte\nsie daran, die Augen verloren ins Weite,\ndie Hand mit dem Hut im Schooss* Es\nüberlief sie; sie erhob sich mit einer schwe-\nren Mühseligkeit und kam ihm mit müden\nSchritten nach, der inzwischen gemessen,\ngerechnet, Eintragungen in sein Notiz-\nbuch gemacht und nur manchmal einen\nerstaunten und verständnisslosen Blick\nnach ihr entsendet*\nSie kamen ins Haus der Bettler* Alle\nErfindung, welche jene Zeit vermochte,\nwar zum Zierrath aufgewendet worden*\nEin schmuckes, kleines Gärtchen* Rund-\num sind die Bilder der Blumen und der\nZiergewächse, die der Besitzer zu ziehen\nliebte: Epheu in Ringelformen, Stern-\nblumen, Rosen* Und die Wärter haben\nsich den Scherz gemacht, in den Beeten\ndie gleichen Pflanzen wachsen zu lassen,\nan denen sich der reiche Bettius vor mehr\ndenn anderthalb Jahrtausenden ergötzte*\nDas wirkte auf sie gespenstig wie nichts;\nals dränge aus Urmoder ein Blühen an\nden Tag* Sie sah die Küche sammt dem\nHerd, der eben für die Mahlzeit beschickt\nworden war* Alles wie gestern* Alles wie\nan jenem Tage, da unter Blitzesflammen\nund einem Grollen aus den Tiefen der\nErde das furchtbare Unheil hereinge-\nbrochen war, ein Vorbild jenes schreck-\nlichen Unwetters, das bald die gesammte\nantike Kultur in jene Tiefen versenken\nsollte, in denen wir immer noch nach ihr\nspähen müssen, froh mit jedem Restchen,\ndas wir in's Licht bringen können*\nSie traten in's Freie* Auf die kam-\npanische Ebene hinaus führte sie der\nGatte* Vorüber an Arbeitern, die vor-\nsichtig mit Schippe und Spaten hantirten*\nIhr Auge leuchtete auf, da sie wieder\nMenschen sah* Das Land war begrünt*\nSchafherden weideten darauf und machten\nmit ihren Schellen ein einförmiges und\nmelancholisches Geklingel* Unter ihnen\nlag die tote Stadt* Als hätte der Boden\nnachgegeben, auf dem man sie einmal er-\nbaut und sie sei gesunken, gleichförmig,\nmit einer furchtbaren Langsamkeit, so dass\nnicht eine Zeile der Strassen verrückt ward,\nund die Asche, auf der sie gestanden, sei\nlangsam und gleichmässig und durch jede\nFuge nachgesickert, Alles ausfüllend und\nverbergend, das Leben vernichtend und zu-\ngleich seine Denkmale vor dem Untergang\nbeschirmend* Und wie die junge Frau\nso hinunter blickte, so ward ihr, als sähe\nsie unmerklich und dennoch ganz bestimmt,\nwie sich dieser Prozess immer noch fort-\nsetzte, als wolle die Erde ihr Geheimniss,\ndas man ihr so spät entrissen, wieder den\nAugen der Neugierigen entziehen, die es\nbeguckten* Ein körperlicher Schwindel\nüberfiel sie dabei* Sie that einen kleinen\nSchrei und taumelte, und griff nach dem\nArm ihres Mannes*\n„Was ist Dir?“ Er sah besorgt in\nihr sehr blasses Gesicht*\nSie schüttelte den Kopf* Trotzig und\nhilflos kniff sie die Lippen zusammen* Sie\nliess sich nieder und schlang die Arme um\nihre Kniee; unverwandt starrte sie in die\ntote Stadt, in dies Gewirr grauer Mauern,\nüber das die Säulen stiegen*\n„Was siehst Du?“\nSie schwieg* Nur ein leises Zucken\nder feinen Schultern*\n„Willst Du nicht sprechen?“ Er zog\nsie an sich* Sie aber sah ihn mit einem fast\nfeindseligen Blick an, den er noch niemals\nan ihr gewahrt, und duckte sich in sich*\nSo verstummten Beide und in die Stille\nhinein klang fern und näher das Geklingel\nder Schafe oder das Flügelschwirren einer\neinsamen Krähe, die über ihren Häuptern\nder toten und versunkenen Stadt zu flat-\nterte mit schwerem Fittig*\nDie junge Frau athmete beklommen*\nUnd plötzlich, wie in einem Schrei\nbegann sie: „Es ist schrecklich* Eine\nPein ist * ♦ ♦“\n„Was denn?“ Er neigte sich zu ihr*\n\nBUCHSCHMUCK\nVON\nPAUL ROLLER."}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.20", "texte": "Sie gewahrte ihn nicht* Wie für sich fuhr sie fort:\n„Es ist, als dampfe es um mich* Als müssten\ndie Leidenschaften, die hier verschüttet worden\nsind, sich noch einmal aus dem Boden heben in\neiner Flackersäule, höher als die Flammen des\nVesuv in jenen Unglücksnächten gestiegen sind*“\n„Um Gottes Willen! Hätte ich geahnt, Du\nwirst Dich so aufregen, ich hätte Dich niemals\nhierher gebracht*“\nSeltsam sah sie ihm in die Augen* „Und wie\ndenn? Oder können alle die Gluthen weggefegt\nsein? Wirklich ausgelöscht für immer, wie das\nFeuer auf dem Herd, wenn man erst einmal Asche\ndarüber geworfen hat? Und sie sind in ihren\nrothen Sünden dahin gegangen und sie meinten\nsich unsterblich, wie wir uns dafür halten* Was\nist denn an uns unsterblich, wenn nicht das, was\nwir begehren?“\n„Du musst nicht so grübeln, Herz*“ Sein Ton\nhatte etwas Ueberlegenes, Belehrendes, das sie an\nihm gewöhnt war* Nun empörte es sie*\n„Ich grüble nicht, ich empfinde* Ich empfinde\ndie Einsamkeit* Sie hat sich um die tote Stadt\ngeschlungen in weiten Ringen* Und kommt wer\nin ihren Bann, so hebt sie den klugen Schlangen-\nkopf und zischt ihn an mit einem leisen und schreck-\nlichen Zischen, dass man erschrickt und sie um-\nwindet ihn, kalt, fröstelnd, tötlich*“\n„Beruhige Dich, Liebchen,“ wollte er trösten*\n„Und die Springbrunnen springen noch, wie\neinmal* Und es ist wie eine Muschel* Noch\nschimmert das Gehäuse* Nur das Thier ist tot,\ndas in ihr gehaust* Und ich mag so etwas nicht\nmehr sehen und kommen wir heim, so muss aus\nmeiner Wohnung Alles fort, was wir haben von\nderlei Sachen* Es muss, sag' ich*“\n„Es soll auch, wenn Du willst*“\n„Und ich sah das Forum voll von Menschen*\nUnd sie deuteten mit den Händen und ihr Mund\nwar offen* Aber kein Laut war da zu hören*\nUnd ich bin im Hause des Bettius gestanden* Der\nhat sich doch auch eingerichtet gehabt, für ewig*\n\nBUCHSCHMUCK\nVON RUDOLF NISSL."}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "21", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.21", "texte": "Was sind wir sicherer, als sie einmal gewesen sind?\nUnd was für ein Recht haben wir, es zu sein?“\n„Wir haben doch keinen Vulkan in Wien,“\nversuchte er zu scherzen*\n„Meinst? Und mir ist immer gewesen, als ginge\nder Hausherr neben uns, mit tiefen Augen, kurzem,\nkrausen Haar* Und er wollte uns immer fort-\nscheuchen aus seinem Haus, das er doch wahr-\nhaftig nicht für uns und unsere Neugierde gebaut\nhat, und er kann nur nicht reden und mir ist zu\nMuthe gewesen, viel schlimmer wie damals, wo\nDu mir aus dem Homer vorgelesen hast, weisst\nDu, wo sich die Schatten drängen um den Odys-\nseus und sie möchten reden mit ihm, Gutes und\nZorniges und sie können es nicht und sie dürsten\nnach Blut nach meinem Blut* ♦ ♦ ♦“\n„Kind Du siehst Geister • ♦ *“\n„Ja* Wo sie am meisten verstören* Geister\nim Licht* * * *u\nSie verstummte wieder* Dann erhob sie\nsich* Der Wind schwoll mächtiger* Er fegte\nmit zornigen Stössen und schnaubend über die\nEbene, zerrte an ihrem Gewand und riss ihr in's\nGewand*\nSie ging kämpfend neben dem Mann das kurze\nEndchen Weges zur Bahn* Noch einmal wollte\ner sie an sich ziehen* Sie wehrte* Und plötzlich\numklammerte sie ihn ganz aus sich in einer hef-\ntigen und lebenshungrigen Leidenschaft, die sich\nder Gegenwart des Anderen versichern möchte*\nNur da er sie, unsicher der Wallungen in ihr,\nküssen wollte, da neigte sie den Kopf zur Seite*\nEs ging zu Abend* Ganz hell war es gewor-\nden* Die Rauchwolke des Vesuv stieg in's Blaue\nund entzündete sich an der Abendsonne* Wie ein\npurpurner Streif schwebte sie in Lüften* Purpurn\nflammten die Hänge des Berges, als in einem ge-\nheimen Widerschein jener unauslöschlichen Gluthen,\ndie in ihm lodern und grau und fahl und gespen-\nsterhaft stand der Aschenfcegel über dem Glühen\nober und unter ihm*\n\nJ. J. DAVID.\n\nBUCHSCHMUCK\nVON RUDOLF NISSL."}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "22", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.22", "texte": "QUAL.\nPAUL ALTHOF.\nGieb mir den Morgenglanz der ersten Tage,\nGieb mir den Wiesenduft, das Maiengrün,\nGieb mir das Glück, das junge, süsse, zage!\nDie Küsse, die wie Purpurkelche glüh'n\nVerbrannten mir das Herz mit hohen Flammen;\nlass uns wieder Kinder sein zusammen*\nAn's Fenster schlagen wilde Blütenranken;\nWir wollen träumen, dass es sei, wie einst:\nNimm meine Hände, meine blassen, kranken,\nLass mich nicht ahnen, dass du heimlich weinst.\nUnd lächle, wenn ich um Verlo/nes klage,\nGieb mir den Morgenglanz der ersten Tage!\n\nTEXT-\nUMRAHMUNG\nVON\nRUDOLF NISSL."}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "23", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.23", "texte": "ÜBER\nKUNST.\n\nDie Geschichte ist das Verzeichniss der Zu-\nfrühgekommenen* Da wacht immer wieder\nEiner in der Menge auf, der in ihr keine\nUrsache hat und dessen Erscheinen sich in breiteren\nGesetzen begründet* Er bringt fremde Gebräuche\nmit und fordert Raum für unbescheidene Geberden*\nSo wächst eine Gewaltsamkeit aus ihm und ein\nWille, der über Furcht und Ehrfurcht wie über\nSteine schreitet* Rücksichtslos redet Zukünftiges\ndurch ihn; und seine Zeit weiss nicht, wie sie ihn\nwerthen soll, und in diesem Zögern versäumt sie\nihn* Er geht an ihrer Unentschlossenheit zu Grunde*\nEr stirbt wie ein verlassener Feldherr oder wie ein\nvoreiliger Frühlingstag, dessen Drängen die träge\nErde nicht begreift* Aber Jahrhunderte später,\nwenn man seine Standbilder schon nicht mehr\nbekränzt und sein Grab vergessen ist und irgend-\nwo grünt, dann wacht er wieder auf und geht\nnäher und als Zeitgenosse durch den Geist seiner\nEnkel*\n\nHEILIGE MALEREI.\nGIOVANNI SEGANTINI."}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "24", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.24", "texte": "So haben wir schon Viele wiedererlebt; Fürsten\nund Philosophen Kanzler und Könige, Mütter und\nMärtyrer, denen ihre Zeit Wahn und Widerstand\nwar, leben leiser neben uns und reichen uns lächelnd\nihre alten Gedanken, die nun keinem mehr laut\nund lästerlich sind* Sie gehen neben uns zu Ende,\nbeschliessen müde ihre Unsterblichkeit, setzen uns\nzu Erben ihres Ewigen ein und haben den täglichen\nTod* Dann haben ihre Denkmäler keine Seele\nmehr, ihre Historie ist überflüssig geworden, weil\nwir ihr Wesen wie ein eigenes Erlebniss besitzen*\nSo sind die Vergangenheiten wie Gerüste, die zu-\nsammenbrechen vor dem fertigen Bau; aber wir\nwissen, dass jede Vollendung wieder Gerüst wird\nund dass von hundert Stürzen verhüllt, das letzte\nGebäude ersteht, das Thurm und Tempel sein\nwird und Haus und Heimath*\nEinst, wenn dieses Monument sich bekrönt,\nwird die Reihe an die Künstler kommen Zeit-\ngenossen jener Vollender zu sein* Denn sie sind\nals die Allerzukünftigsten durch die Tage gegangen,\nund wir haben noch nicht den Geringsten von\nihnen wie einen Bruder erkannt* Sie kommen\nuns vielleicht mit ihrer Gesinnung nah, sie rühren\nuns mit irgend einem Werke an, sie neigen sich\nuns, und wir begreifen einen Blitz lang ihr Bild;\nallein wir können sie im Heut nicht leben und\nnicht sterben denken* Und eher werden uns die\nHände mächtig, Berge und Bäume zu heben, als\neinem von diesen Todten die Augen zu schliessent\ndie schauenden*\nUnd selbst die Schaffenden unserer Zeit können\njene Grossen, deren Heimath erst sein wird, nicht\nzu Gaste laden; denn sie sind selber nicht zu Hause\nund sind Wartende und einsame Künftige und un-\ngeduldige Einsame* Und ihr geflügeltes Herz stösst\nüberall an die Mauern der Zeit* Und wenn sie\ngleich Weise sind, die ihre Zelle lieb gewinnen\nund das Stückchen Himmel, das in ihrem Fenster-\ngitter wie im Netz gefangen liegt, und die eine\nSchwalbe, die ihr Nest, Vertrauens voll, über ihre\nTraurigkeit gehängt hat, so sind sie doch\nauch Sehnsüchtige, die nicht immer bei gefalteten\nTüchern und gehäuften Truhen warten wollen*\nOft drängt es sie, die Gewebe auszubreiten, dass\ndie unterbrochenen Bilder und Farben, die der\nWeber ersann, Sinn erhielten vor ihren Blicken\nund Zusammenhang, und sie wollen Gefässe und\nGold, das ihnen die Laden füllt, aus dem dunklen\nBesitzen heben in den klaren Gebrauch*\nAber sie sind Zufrühgekommene* Und was\nsich ihnen nicht löst im Leben, das wird ihr Werk*\nUnd sie stellen es brüderlich neben die dauernden\nDinge, und die Trauer des Nichterlebten ist die\ngeheimnissvolle Schönheit über ihm* Und diese\nSchönheit weiht ihnen Söhne und Erben* Und so\nhält sich, am Schaffen entlang, ein Geschlecht\nNochnichtlebender und harrt seiner Zeit*\nUnd der Künstler ist immer noch dieser: ein\nTänzer, dessen Bewegung sich bricht an dem Zwang\nseiner Zelle* Was in seinen Schritten und dem\nbeschränkten Schwung seiner Arme nicht Raum\nhat, kommt in der Ermattung von seinen Lippen,\noder er muss die noch ungelebten Linien seines\nLeibes mit wunden Fingern in die Wände ritzen*\n\nRAINER\nMARIA\nRILKE.\n\nBUCHSCHMUCK\nVON\nJOSEF HOFFMANN."}, {"page_pdf": 25, "page_imprimee": "25", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.25", "texte": "VER SACRUM.\nVON ADOLF BÖHM.\nNACH EINEM AQUARELL"}, {"page_pdf": 26, "page_imprimee": "26", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.26", "texte": "DAME IM MORGENGEWANDE.\nGUSTAV KLIMT."}, {"page_pdf": 27, "page_imprimee": "27", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.27", "texte": "DER KUSS.\nPAUL\nALTHOF.\nEs war der Tod, der sacht mein Herz beschlich*\nIch kämpfte schwer mit seinem Schlummersange,\nIn stummer Angst umklammert hielt ich dich,\nUnd deine Lippen küsst' ich heiss und lange*\nUnd nie vergess' ich jenes Kusses Qual * * *\nAus deinen Armen fühlt' ich mich gerissen,\nHinabgezogen in das schwarze Thal,\nWo sie von Liebessehnsucht nicht mehr wissen*\nUnd nie vergess' ich jenes Kusses Macht * * *\nEs war der wilde Frühling uns'rer Seelen,\nDie reife Süsse einer Liebesnacht,\nDie noch den Tod beschwor, uns zu vermählen*\n\nTEXT-\nUMRAHMUNG\nVON KOLOMAN\nMOSER."}, {"page_pdf": 28, "page_imprimee": "28", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.28", "texte": "STUDIE.\nCARL MOLL."}, {"page_pdf": 29, "page_imprimee": "29", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.29", "texte": "STUDIE.\nGUSTAV KLIMT."}, {"page_pdf": 30, "page_imprimee": "30", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.30", "texte": "Für die Redaktion verantwortlich: E. A* Seemann, Leipzig*\nDruck von Ernst Hedrich Nachf*, Leipzig*\n\nMITTHEILUNGEN DER VEREINIGUNG BILDENDER\nKÜNSTLER ÖSTERREICHS.\nFRANZ HANCKE,\nJOSEF ENGELHART,\nAUSZUG AUS DEM PROTOKOLL DER GENERALVERSAMMLUNG VOM 13* MAI 1899\nVorsitzender der Präsident Maler Gus-\ntav Klimt* Anwesend 23 Mitglieder*\nDer Vorsitzende constatirt die Be-\nschlussfähigkeit der Generalversammlung\nund er öffnet dieselbe mit einer Begrüs-\nsung der erschienenen Mitglieder, ins-\nbesondere der auswärtigen Collegen,\nDirector Falat aus Krakau und Professor\nHynais aus Prag* Er gedenkt des Ver-\nlustes, welchen im abgelaufenen Jahre\ndie österr*-ungar* Monarchie durch den\nTod Ihrer Majestät der Kaiserin erlitten*\nSodann tritt die Versammlung in die Tagesord-\nnung ein*\nDie Maler Paul Renouard, Jean Charles Cazin\nund Theo van Rysselberghe werden zu correspon-\ndirenden Mitgliedern ernannt* Maler Paul Helleu,\nParis, bisher correspondirendes Mitglied, wird aus\nder Vereinigung ausgeschlossen*\nDer vom Ausschuss genehmigte I* Jahresbericht,\nwelcher die Zeit von der Gründung der Vereini-\ngung bis zur Abwickelung ihrer ersten grossen\nUnternehmung umfasst, liegt der Versammlung vor*\nAus demselben berichtet der Cassier Maler Bacher,\ndass der Rechnungsabschluss des ersten Geschäfts-\njahres per 30* September 1898 einen Gewinn\nvon fl* 3858*37 ergiebt, dass also die mit den\ngrossen Spesen von rund 40000 fl* veranstaltete\nI* Ausstellung in den Räumen der k* k* Garten-\nbaugesellschaft nicht nur kein Deficit, sondern einen\nkleinen Ueberschuss erzielt hat*\nUeber die seit October 1898 veranstalteten Aus-\nstellungen im eigenen Hause kann ein Rechnungs-\nabschluss nicht vorgelegt werden, da die General-\nversammlung mitten in eine Ausstellungsperiode\nfällt, die Abrechnungen also noch nicht beendet\nsind* Doch ist eine Rohbilanz per 30* April 1899\naufgestellt, welche folgendes erfreuliche Resultat\ndarlegt* Die Vereinigung ist schon jetzt in der\nLage, das bei ihrer Begründung auf genommene ver-\nzinsliche Darlehen zurückzuzahlen und\nausserdem einen für weitere Unterneh-\nmungen unbedingt erforderlichen Betriebs-\nfond von 20000 fh festzulegen* Die Aus-\nführungen des Cassiers werden mit Bei-\nfall auf genommen*\nDemnach beschliesst die Generalver-\nSammlung, dass nachstehende Resolution\ndes Ausschusses, vorbehaltlich der Ge-\nnehmigung durch die k* k* Statthalterei,\nden Statuten einverleibt werde:\n„In Gemässheit des, bei Begründung\nder Vereinigung aufgestellten Programmes, be-\nschliesst der Ausschuss, dass vom Reingewinn\ndes IL Geschäftsjahres der Betrag von 20000 fh\nals Betriebsfond festgelegt wird, welcher ledig-\nlich für Ausstellungszwecke im Hause verwendet\nwerden darf und bei jeweiligem Rechnungsab-\nschlüsse eventuell durch Heranziehung des Re-\nservefonds wieder vervollständigt werden muss*”\nBei den nun folgenden Neuwahlen für das\nnächste Geschäftsjahr werden Maler Josef Engel-\nhart zum Präsidenten und die Herren Maler Bacher,\nBernatzik, Moser, Baron Myrbach, Nowak, sowie\nArchitekt Olbrich in den Ausschuss gewählt*\nSämmtliche Herren nehmen die Wahl an*\nBaron Myrbach gedenkt in herzlichen Worten\nder Leistung der bisherigen Leitung, welcher der\nnach jeder Richtung moralischer wie materieller\nungeahnte Erfolg zu danken ist*\nSchliesslich wird noch der Antrag des Aus-\nschusses, die auf der gegenwärtigen Ausstellung\nder Vereinigung befindliche Büste „Rochefort” von\nRodin anzufcaufen und für die dereinstige moderne\nGalerie in Wien zu stiften, von der Versammlung\nangenommen*\nDa hiermit die Tagesordnung erschöpft ist,\nschliesst der Vorsitzende die Versammlung mit dem\nAusdruck des Dankes für das ihm und dem Aus-\nschuss geschenkte Vertrauen*\nWien, den 16* Mai 1399*\nSecretän\nPräsident*\n\nBUCHSCHMUCK\nVON JOSEF\nM. OLBRICH."}, {"page_pdf": 31, "page_imprimee": "31", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.31", "texte": "PALERMO.\nRUDOLF VON ALT."}, {"page_pdf": 32, "page_imprimee": "32", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf189905-01.1.32", "texte": "OTTO FRIEDRICH."}]}