{"numero_id": "bm-bmtnabf-1900-05-01-01", "volume": "bmtnabf_1900-05-01_01", "ocr_sha256": "dc46e937a891f0f3bec949af2265d118597c410b4df5bbda53a3bebbcb886313", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabf/issues/1900/05/01_01/bmtnabf_1900-05-01_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabf/issues/1900/05/01_01/bmtnabf_1900-05-01_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabf-1900-05-01-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabf_1900-05-01_01#c007", "volume": "bmtnabf_1900-05-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "132", "page_fin": "148", "image_debut": 6, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.2.3", "titre_corps": "CHARLES LÉANDRE", "titre_sommaire": "CHARLES LÉANDRE", "signature_source": "KARL EUGEN SCHMIDT", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "133", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1330, "texte": "CHARLES LÉANDRE.\n\nÜNFZEHN Jahre lang gab es in Paris ein Haus,\nwelches den in der französischen Hauptstadt wei=\nlenden Künstlern deutscher Zunge und zumal den\nOesterreichern gewissermassen als Versammlungs=\nlocal diente, und bis zum Jahre 1898 ist wohl kaum ein\ndeutscher und sicherlich kein österreichischer Künstler nach\nParis gekommen, ohne ein Einführungsschreiben in der\nTasche zu haben, das ihn zu EUGENE JETTEL amßoule=\nvard Clichy wies. In dem engen Stübchen, dessen schiefes\nDach die Sache nur noch gemüthlicher und heimischer\nmachte, dessen Wände mit Zeichnungen und Bildern von\nFreundeshand bedeckt waren, fand sich die deutschredende\nKünstlercolonie allabendlich zusammen, dort traf man die\nneu Zugereisten und verabschiedete sich von den Scheiden=\nden. An dem runden Tische war immer noch ein Plätzchen,\nund wer niemals in diesem Stübchen gesessen hat, weiss\nnicht, wieviele zufriedene Menschen in einen solchen Win=\nkel gehen. ©o©\n© Mit den Oesterreichern und Deutschen fanden sich auch\nKameraden anderer Nationen ein, und an manchen Abenden\nwurde hier in allen europäischen Zungen geredet. Zu den\nfranzösischen Stammgästen des Hauses gehörte bis zur Ab=\nreise Jetteis der jetzt weit über Frankreich hinaus bekannte,\ndamals aber eigentlich nur auf dem Mpntmartre nach Ge=\nbür geschätzte Zeichner CHARLES LEANDRE. ©©©"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 453, "texte": "© Wer mit Leandre zum erstenmale im Jettel’schen Hause\nzusammentraf, der pflegte, dem Klange des Namens und dem\nAussehen des Mannes vertrauend, sogleich deutsch auf ihn\neinzureden und sich zu wundern, wenn der behäbig blonde,\ngutmüthig und gemüthlich durch die Brillengläser drein=\nschauende Mann sich für einen Stockfranzosen erklärte. ©\n© Jahrelang verkehrte Leandre fast täglich im Jettel’schen\nHause, und dieser Freundschaft haben es wohl die Wiener"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "136", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1564, "texte": "und die Deutschen überhaupt zumeist zu danken, dass sie\nsowohl mit den Werken als auch mit der Persönlichkeit\ndes gegenwärtig berühmtesten französischen Caricaturi=\nsten intim bekannt geworden sind. ©o©\n© Während wir anderen plauderten, erzählten und unsere\nAnsichten austauschten, war Leandre beständig an der\nArbeit. Kaum war das Tischgeräth nach dem Abendessen\nweggeräumt, so wurden Papier und Bleistift vor Leandre\ngeschoben, und während ringsum die Stimmen ertönten,\nmachte er sich daran, den für diesen Zweck gerade am be=\nquemsten sitzenden Gast zu zeichnen. So entstand jenes\nAlbum köstlicher Caricaturen, welches bald einen Schatz\ndes Jettel’schen Hauses ausmachte, und mit dessen Inhalt\ndie Wiener bei Gelegenheit der graphischen Ausstellung der\nSecession bekannt geworden sind. ©o©\n© Aber nur der geringste Theil der hier geschaffenen Zeich=\nnungen verblieb im Hause; zumeist zog das Modell be=\nglückt mit seinem Conterfei ab, und wer immer von 1890\nbis 1898 im Jettel’schen Hause verkehrte, erfreut sich des\nBesitzes zum mindesten EINER Zeichnung Leandres. ©©\n© Denn für Leandre war und ist Zeichnen keine Arbeit,\nsondern eine Erholung, kein Beruf, sondern ein Vergnügen,\nkeine Kunst, sondern Natur. In den letzten zwanzig Jahren\nsind gewiss keine hundert Abende hingegangen, an denen\ner kein Porträt gezeichnet hätte. Wie bei Jettei gieng und\ngeht es ihm auch in anderen befreundeten Häusern, und\nwenn er abends ins Kaffeehaus tritt, eilt der Kellner alsbald\nmit Tinte, Feder und Papier herbei. ©o©\n© Jahrelang konnte man ihn so im Cafe de la Nouvelle"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 528, "texte": "Athenes sehen, wo\ner an manchen\nAbenden ein hal=\nbes Dutzend Köpfe\nzeichnete, und je=\nder Stammgast des\nCafes aus jener Zeit\nbesitzt sein Porträt\nvon Leandre. Im\nRestaurant hat er\nkaum die Zeit, die\nGabel wegzulegen:\ndie Boxte der Rue\nHoudon, die vie=\nlen Wiener Künst=\nlern bekannt ist,\nwar mit jenen gros=\nsen Caricaturen ge=\nschmückt, die kürz=\nlieh ebenfalls in\nWien zu sehen wa=\nren, und worunter\ndie Wiener mehre=\nre ihrer bekannte=\nsten Künstler er=\nkannt haben. Jetzt\nsitzt er fast jeden\nAbend bis lange\nnach Mitternacht"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 542, "texte": "in der Künstler=\nkneipe der Quat=z=\narts und zeichnet\nund zeichnet. = ©\n© Und dabei ist er\njetzt der gefeiertste\nCaricaturist Frank=\nreichs, um dessen\nArbeiten die Verle=\nger sich reissen, und\nden die illustrierten\nWitzblätter mit Auf=\nträgen überschütten.\nVom frühen Mor=\ngen bis zum späten\nAbend harrt er im\nAtelier aus und\nzeichnet die be=\nstellten Köpfe der\nHommes du jour,\nder Männer und\nFrauen, die aus ir=\ngend einem Grunde\nvon sich reden ma=\neben, und deren Zü=\nge deshalb für das\nPublicum von In=\nteresse sind, = und\nvom späten Abend"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 845, "texte": "bis lange nach Mitter=\nnacht sitzt er in der Knei=\npe und erholt sich von der\nTagesarbeit, indem er die\nKöpfe von Leuten zeich=\nnet, die nicht bestellt sind\nund kein Interesse für das\nPublicum haben. Und =\nunter uns sei es gesagt =\ndie nicht bestellten Zeich=\nnungen sind sehr häufig\namüsanter und interes=\nsanter als die bestellten.\nDen Grund für diese\nThatsache brauche ich\nnicht zu erörtern, denn\njeder künstlerisch thätige\nMensch kennt ihn. © ©\n© Wenn Leandre in\nseinem Aeussern etwas\nDeutsches hat, so wird\ngar mancher auch in\nseinen Arbeiten etwas\nAehnliches finden. Dieser\nharmlose Humor ohne irgend welchen Beigeschmack ist\neigentlich kein französisches Erbtheil. Echt französisch ist\nvielmehr FORAIN, dessen grausame Satire an VOLTAIRE\nerinnert. Bei Leandre denkt man an RABELAIS oder an\nCLAUDE TILLIER, zwei Franzosen, die mit germani="}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1028, "texte": "schem Humor vollgepfropft\nsind, und von denen der letzt=\ngenannte in seinem Vaterlande\nganz unbekannt ist, während\nman dem ersteren alle mögli=\nchen geheimnisvoll politischen\nund reformatorischen Absich=\nten unterschiebt. © © ©\n© Denn Leute, die selber\nauf dem Boden irgend einer\nPartei stehen, die zu irgend\neiner Fahne schwören, können\nes niemals glauben, dass andere\nganz unparteiisch sind, hoch\nüber dem Getümmel der Käm=\npfenden schweben und von\nihrer hohen Warte aus Lob\nund Tadel vertheilen, wie es\ndie Gerechtigkeit fordert. Le=\nandre nimmt diesen hohen\nStandpunkt ein, aber er ver=\ntheilt weder Lob noch Tadel,\ner hat weit Besseres zu thun: er lacht und macht uns lachen.\nUnd wenn es, woran ich für mein Th eil nicht zweifle, wahr\nist, dass kein Tag so gänzlich verloren ist wie der, an dem\nman nicht gelacht hat, so haben wir alle Ursache, die Kunst\nLeandres dankbar zu bewundern und uns von jenen Super=\nklugen fernzuhalten, welche die Kunst in alle möglichen\nKategorien einschachteln und der Caricatur ein armseliges"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "145", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.19", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1547, "texte": "Fach in der untersten Reihe anweisen möchten. ©OO\n0 Dahin gehört nur die schlechte und mittelmässige, die\nalltägliche und gewöhnliche Caricatur, und dahin gehört\nüberhaupt alle schlechte und mittelmässige Kunst. Die Ca=\nricaturen werden wahrscheinlich deshalb etwas über die\nAchsel angesehen, weil Leute, die nicht zeichnen können,\netwas Caricaturähnliches zustande bringen, wenn sie doch\neinmal zum Stifte greifen. Die Zeichnungen, womit die\nSchuljungen ihre Bücher und Hefte zieren, haben auf den\nersten Blick etwas Komisches und Lächerliches und brin=\ngen uns sehr oft zum Lachen; dabei handelt es sich aber\nnicht um den beabsichtigten Zweck des Zeichners, sondern\nim Grunde stimmt uns nicht die Zeichnung selbst, sondern\ndie durch sie bethätigte Naivetät ihres Urhebers zur Hei=\nterkeit. © 0 0\n© Eine gute, d. h. ähnliche und zugleich amüsante Cari=\ncatur herzustellen, ist beinahe schwieriger, als ein ähnliches\nPorträt zu malen. Denn der Porträtist hat eigentlich nur\nnöthig, die Natur abzuschreiben, um seine Arbeit ähnlich\nzu machen; der Caricaturist dagegen muss alle von der\nNormalform abweichenden Einzelheiten entdecken und\nübertreiben, und dazu gehören nicht nur scharfe Augen und\ngenaue Kenntnis der Gesichtsstructur, sondern ausserdem\nnoch sehr viel Humor. 00©\n© Viele hundert geistreiche Leute haben sich schon den\nKopf über das Wesen des Humors zerbrochen, aber zu einer\nallgemein gütigen Definition ist es noch nicht gekommen.\nDie bequemste und einfachste Definition hat der Engländer\nTHACKERAY geliefert: „EIN HUMORIST LACHT UND"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "146", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.20", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1589, "texte": "MACHT LACHEN.” Für den Caricaturisten im besonde=\nren aber eignet sich eine genauere Definition, die auch auf\nden humoristischen Schriftsteller passt: Jedes Ding hat zwei\noder noch mehr Seiten, der gewöhnliche Sterbliche be=\nmerkt davon nur eine, der Humorist aber mehrere, von\nderen Existenz er uns sofort zu überzeugen weiss. o©o\n© Diese Gabe besitzt Leandre in unglaublichem Masse.\nDie kleinste Abweichung von der Normalform, der gering=\nfügigste Fehler, das minimalste Gebrechen, von dessen\nExistenz ihr Besitzer selber nichts weiss, entdeckt er sofort:\nLeute, die wir seit Jahren intim kennen, fallen ihm in die\nHände, und er fertigt ein schielendes Porträt an. Wir pro=\ntestieren und vergleichen, und siehe, das Modell hat wirk=\nlieh einen bisher verborgen gebliebenen Gesichtsfehler. Ein\nandermal ist die Nase krumm oder der Mund schief, und\nwieder constatieren wir mit Staunen, dass die Sache ihre\nRichtigkeit hat. 00©\n© Mitunter scheint uns eine Zeichnung beim ersten Er=\nblicken durchaus verfehlt und unähnlich, aber je länger wir\nsie anschauen, desto ähnlicher wird sie. Sie ist ganz anders\nals das Original, alles ist verzerrt, verschoben, entstellt und\nübertrieben = die Geschichte müsste total unähnlich sein,\nund dabei ist sie im Gegentheile so fabelhaft ähnlich, dass\nwir uns für verhext halten. Wir nehmen die Einzelheiten\nvor und vergleichen: die Nase ist anders, der Mund ver=\nschieden, die Augen verschoben, die ganze Gesichtsform\nverändert, nichts ist von dem Urbilde geblieben, und doch\nkönnte keine Photographie, kein Porträt so ähnlich sein\nwie dieses Zerrbild. ©o©"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "148", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.22", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1443, "texte": "© Wir wenden uns zu dem Urheber der Zeichnung, der\nsich an unserem Staunen weidet, und fragen ihn um Auf=\nklärung. Wie wird das gemacht? Wie ist das möglich?\nAber er lacht nur und sagt: ©©©\n© „Meiner Treu! Ich weiss es selbst nicht. Es kommt mir\nso vor, als ob der Kerl so aussähe.” ©©©\n© Es gibt Leute, die Leandre für einen bissigen Satiriker\nhalten, und diese irrige Meinung scheint man besonders im\nAuslande zu hegen, sintemalen die Engländer einen diplo=\nmatischen Zwischenfall aus seiner Caricatur der Königin\nVictoria machten, während in Deutschland das Witzblatt\n„Le Rire” verboten worden ist. ©©©\n© Um Leandre irgend eine politische oder nationale Vor=\neingenommenheit zuzutrauen, muss man sowohl mit ihm\nselbst als auch mit seinen Arbeiten unbekannt sein. Das\nOpfer, welches er seinem Stifte am häufigsten überant=\nwertet, ist == er selbst, und dann kommen seine besten und\nintimsten Freunde an die Reihe. Das genügt, um jeden Vor=\nwurf von Bösartigkeit und Vorurtheil von ihm abzuweisen.\n© Er verzerrt ein Gesicht, weil ihm das Spass macht und\nnicht aus Hass gegen den Besitzer des Gesichtes, und wenn\nunter seinen Händen aus einem Gesichte eine lächerliche\nFratze wird, so ist in erster Linie das Gesicht selber verant=\nwörtlich, denn so lächerlich diese Fratze sein mag, so ähn=\nlieh ist sie auch. ©©©\n© Wer sich also über eine Caricatur Leandres ärgert,\nsollte sich ein anderes Gesicht anschaffen. ©©©\nParis.\n\nKARL EUGEN SCHMIDT."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1900-05-01-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabf_1900-05-01_01#c009", "volume": "bmtnabf_1900-05-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "132", "page_fin": "147", "image_debut": 6, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.2.3.2", "titre_corps": "Sämmtliche Illustrationen", "titre_sommaire": "Sämmtliche Illustrationen", "signature_source": "Charles Léandre", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.8", "debut_caractere": 455, "fin_caractere_exclue": 501, "texte": "Sämmtliche Illustrationen\nvon\nCharles Léandre."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1900-05-01-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabf_1900-05-01_01#c010", "volume": "bmtnabf_1900-05-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "134", "page_fin": "134", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.2.3.2.1", "titre_corps": "Paris", "titre_sommaire": "Paris", "signature_source": "Charles Léandre", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.8", "debut_caractere": 503, "fin_caractere_exclue": 508, "texte": "Paris"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1900-05-01-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabf_1900-05-01_01#c002", "volume": "bmtnabf_1900-05-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 2", "page_fin": "couv. 2", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.2.4", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "couv. 2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 137, "texte": "E. 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BAKALOWITS\nSÖHNE\nKRYSTALL-LUSTER, TRINK-\nSERVICES\nK. UND K. HOFLIEFERANTEN\nWIEN, I. KÄRNTNERSTRasse 12\nSPIEGEL, PHANTASIE-OBJECTE\nETC.\n\nV\no 3\no®\nO\nFÜRST VON METTERNICH’SCHE\nRICHARDS-QUELLE.\nBESTES TAFELWASSER DER WELT.\nCURORT UND STAHLBAD KÖNIGSWART\n(BÖHMEN)\nHAUPT-D&POT BEI S. UNGAR JUN.,\nWIEN, I. JASOMIRGOTTSTRASSE 4.\nERHÄLTLICH IN ALLEN APOTHEKEN\nUND MINERALWASSER-HANDLUNGEN\nCENTRAL-KANZLEI WIEN, I. KÄRNTNERRING 5\n\nUm\n»\nWM\nm\nmm\nm\nm\nmm\nm\n•Sf\nm\n%\n«K\nm\nm\nbSs\n»,\n«BS\nSr^\nMR\nB\nMy\nan\n«*\n9sS6m\na»\nK VMI7 K- HOP -\nUePeRANTe H <\nFABRIKEN PVR\nMolB<cL.9bPP«i-\n-•TSPPIQIS -TiS'yi\n•VMPE£lri>«n<;M\nIM Wl^M\nvmp nort^H^icM\nNi^pepu^o^»\nWI*M\n*\nM^INRICHStt°P\n♦%\n8?\n\nPEUKANFARBEN\nCVNIHER WAGNER\"\nKVN?TIfRWASSERFARBEN\nFEINSTeMARKE FÜR KÜNSTLERISCHE ARBEITEN"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.3", "texte": "SECESSION\nMITTHEILUN'\nGENDERVER.\nEINIGUNG\nBILDENDER\nKÜN STLER\nÖSTERREICHS\nVER SACRUM\nHeft 9\n1. Mai\n1900\nDAS REDACTIONS-\nCOMITE:\nGUSTAV KLIMT\nJ. M. AUCHENTALLER\nFERDINAND ANDRI\nOTTO FRIEDRICH\nFRANZ HANCKE"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "133", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.7", "texte": "CHARLES LÉANDRE.\n\nÜNFZEHN Jahre lang gab es in Paris ein Haus,\nwelches den in der französischen Hauptstadt wei=\nlenden Künstlern deutscher Zunge und zumal den\nOesterreichern gewissermassen als Versammlungs=\nlocal diente, und bis zum Jahre 1898 ist wohl kaum ein\ndeutscher und sicherlich kein österreichischer Künstler nach\nParis gekommen, ohne ein Einführungsschreiben in der\nTasche zu haben, das ihn zu EUGENE JETTEL amßoule=\nvard Clichy wies. In dem engen Stübchen, dessen schiefes\nDach die Sache nur noch gemüthlicher und heimischer\nmachte, dessen Wände mit Zeichnungen und Bildern von\nFreundeshand bedeckt waren, fand sich die deutschredende\nKünstlercolonie allabendlich zusammen, dort traf man die\nneu Zugereisten und verabschiedete sich von den Scheiden=\nden. An dem runden Tische war immer noch ein Plätzchen,\nund wer niemals in diesem Stübchen gesessen hat, weiss\nnicht, wieviele zufriedene Menschen in einen solchen Win=\nkel gehen. ©o©\n© Mit den Oesterreichern und Deutschen fanden sich auch\nKameraden anderer Nationen ein, und an manchen Abenden\nwurde hier in allen europäischen Zungen geredet. Zu den\nfranzösischen Stammgästen des Hauses gehörte bis zur Ab=\nreise Jetteis der jetzt weit über Frankreich hinaus bekannte,\ndamals aber eigentlich nur auf dem Mpntmartre nach Ge=\nbür geschätzte Zeichner CHARLES LEANDRE. ©©©"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.8", "texte": "© Wer mit Leandre zum erstenmale im Jettel’schen Hause\nzusammentraf, der pflegte, dem Klange des Namens und dem\nAussehen des Mannes vertrauend, sogleich deutsch auf ihn\neinzureden und sich zu wundern, wenn der behäbig blonde,\ngutmüthig und gemüthlich durch die Brillengläser drein=\nschauende Mann sich für einen Stockfranzosen erklärte. ©\n© Jahrelang verkehrte Leandre fast täglich im Jettel’schen\nHause, und dieser Freundschaft haben es wohl die Wiener\n\nSämmtliche Illustrationen\nvon\nCharles Léandre.\n\nParis"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "136", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.10", "texte": "und die Deutschen überhaupt zumeist zu danken, dass sie\nsowohl mit den Werken als auch mit der Persönlichkeit\ndes gegenwärtig berühmtesten französischen Caricaturi=\nsten intim bekannt geworden sind. ©o©\n© Während wir anderen plauderten, erzählten und unsere\nAnsichten austauschten, war Leandre beständig an der\nArbeit. Kaum war das Tischgeräth nach dem Abendessen\nweggeräumt, so wurden Papier und Bleistift vor Leandre\ngeschoben, und während ringsum die Stimmen ertönten,\nmachte er sich daran, den für diesen Zweck gerade am be=\nquemsten sitzenden Gast zu zeichnen. So entstand jenes\nAlbum köstlicher Caricaturen, welches bald einen Schatz\ndes Jettel’schen Hauses ausmachte, und mit dessen Inhalt\ndie Wiener bei Gelegenheit der graphischen Ausstellung der\nSecession bekannt geworden sind. ©o©\n© Aber nur der geringste Theil der hier geschaffenen Zeich=\nnungen verblieb im Hause; zumeist zog das Modell be=\nglückt mit seinem Conterfei ab, und wer immer von 1890\nbis 1898 im Jettel’schen Hause verkehrte, erfreut sich des\nBesitzes zum mindesten EINER Zeichnung Leandres. ©©\n© Denn für Leandre war und ist Zeichnen keine Arbeit,\nsondern eine Erholung, kein Beruf, sondern ein Vergnügen,\nkeine Kunst, sondern Natur. In den letzten zwanzig Jahren\nsind gewiss keine hundert Abende hingegangen, an denen\ner kein Porträt gezeichnet hätte. Wie bei Jettei gieng und\ngeht es ihm auch in anderen befreundeten Häusern, und\nwenn er abends ins Kaffeehaus tritt, eilt der Kellner alsbald\nmit Tinte, Feder und Papier herbei. ©o©\n© Jahrelang konnte man ihn so im Cafe de la Nouvelle"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.12", "texte": "Athenes sehen, wo\ner an manchen\nAbenden ein hal=\nbes Dutzend Köpfe\nzeichnete, und je=\nder Stammgast des\nCafes aus jener Zeit\nbesitzt sein Porträt\nvon Leandre. Im\nRestaurant hat er\nkaum die Zeit, die\nGabel wegzulegen:\ndie Boxte der Rue\nHoudon, die vie=\nlen Wiener Künst=\nlern bekannt ist,\nwar mit jenen gros=\nsen Caricaturen ge=\nschmückt, die kürz=\nlieh ebenfalls in\nWien zu sehen wa=\nren, und worunter\ndie Wiener mehre=\nre ihrer bekannte=\nsten Künstler er=\nkannt haben. Jetzt\nsitzt er fast jeden\nAbend bis lange\nnach Mitternacht"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.13", "texte": "in der Künstler=\nkneipe der Quat=z=\narts und zeichnet\nund zeichnet. = ©\n© Und dabei ist er\njetzt der gefeiertste\nCaricaturist Frank=\nreichs, um dessen\nArbeiten die Verle=\nger sich reissen, und\nden die illustrierten\nWitzblätter mit Auf=\nträgen überschütten.\nVom frühen Mor=\ngen bis zum späten\nAbend harrt er im\nAtelier aus und\nzeichnet die be=\nstellten Köpfe der\nHommes du jour,\nder Männer und\nFrauen, die aus ir=\ngend einem Grunde\nvon sich reden ma=\neben, und deren Zü=\nge deshalb für das\nPublicum von In=\nteresse sind, = und\nvom späten Abend"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.16", "texte": "bis lange nach Mitter=\nnacht sitzt er in der Knei=\npe und erholt sich von der\nTagesarbeit, indem er die\nKöpfe von Leuten zeich=\nnet, die nicht bestellt sind\nund kein Interesse für das\nPublicum haben. Und =\nunter uns sei es gesagt =\ndie nicht bestellten Zeich=\nnungen sind sehr häufig\namüsanter und interes=\nsanter als die bestellten.\nDen Grund für diese\nThatsache brauche ich\nnicht zu erörtern, denn\njeder künstlerisch thätige\nMensch kennt ihn. © ©\n© Wenn Leandre in\nseinem Aeussern etwas\nDeutsches hat, so wird\ngar mancher auch in\nseinen Arbeiten etwas\nAehnliches finden. Dieser\nharmlose Humor ohne irgend welchen Beigeschmack ist\neigentlich kein französisches Erbtheil. Echt französisch ist\nvielmehr FORAIN, dessen grausame Satire an VOLTAIRE\nerinnert. Bei Leandre denkt man an RABELAIS oder an\nCLAUDE TILLIER, zwei Franzosen, die mit germani="}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.17", "texte": "schem Humor vollgepfropft\nsind, und von denen der letzt=\ngenannte in seinem Vaterlande\nganz unbekannt ist, während\nman dem ersteren alle mögli=\nchen geheimnisvoll politischen\nund reformatorischen Absich=\nten unterschiebt. © © ©\n© Denn Leute, die selber\nauf dem Boden irgend einer\nPartei stehen, die zu irgend\neiner Fahne schwören, können\nes niemals glauben, dass andere\nganz unparteiisch sind, hoch\nüber dem Getümmel der Käm=\npfenden schweben und von\nihrer hohen Warte aus Lob\nund Tadel vertheilen, wie es\ndie Gerechtigkeit fordert. Le=\nandre nimmt diesen hohen\nStandpunkt ein, aber er ver=\ntheilt weder Lob noch Tadel,\ner hat weit Besseres zu thun: er lacht und macht uns lachen.\nUnd wenn es, woran ich für mein Th eil nicht zweifle, wahr\nist, dass kein Tag so gänzlich verloren ist wie der, an dem\nman nicht gelacht hat, so haben wir alle Ursache, die Kunst\nLeandres dankbar zu bewundern und uns von jenen Super=\nklugen fernzuhalten, welche die Kunst in alle möglichen\nKategorien einschachteln und der Caricatur ein armseliges"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "145", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.19", "texte": "Fach in der untersten Reihe anweisen möchten. ©OO\n0 Dahin gehört nur die schlechte und mittelmässige, die\nalltägliche und gewöhnliche Caricatur, und dahin gehört\nüberhaupt alle schlechte und mittelmässige Kunst. Die Ca=\nricaturen werden wahrscheinlich deshalb etwas über die\nAchsel angesehen, weil Leute, die nicht zeichnen können,\netwas Caricaturähnliches zustande bringen, wenn sie doch\neinmal zum Stifte greifen. Die Zeichnungen, womit die\nSchuljungen ihre Bücher und Hefte zieren, haben auf den\nersten Blick etwas Komisches und Lächerliches und brin=\ngen uns sehr oft zum Lachen; dabei handelt es sich aber\nnicht um den beabsichtigten Zweck des Zeichners, sondern\nim Grunde stimmt uns nicht die Zeichnung selbst, sondern\ndie durch sie bethätigte Naivetät ihres Urhebers zur Hei=\nterkeit. © 0 0\n© Eine gute, d. h. ähnliche und zugleich amüsante Cari=\ncatur herzustellen, ist beinahe schwieriger, als ein ähnliches\nPorträt zu malen. Denn der Porträtist hat eigentlich nur\nnöthig, die Natur abzuschreiben, um seine Arbeit ähnlich\nzu machen; der Caricaturist dagegen muss alle von der\nNormalform abweichenden Einzelheiten entdecken und\nübertreiben, und dazu gehören nicht nur scharfe Augen und\ngenaue Kenntnis der Gesichtsstructur, sondern ausserdem\nnoch sehr viel Humor. 00©\n© Viele hundert geistreiche Leute haben sich schon den\nKopf über das Wesen des Humors zerbrochen, aber zu einer\nallgemein gütigen Definition ist es noch nicht gekommen.\nDie bequemste und einfachste Definition hat der Engländer\nTHACKERAY geliefert: „EIN HUMORIST LACHT UND"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "146", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.20", "texte": "MACHT LACHEN.” Für den Caricaturisten im besonde=\nren aber eignet sich eine genauere Definition, die auch auf\nden humoristischen Schriftsteller passt: Jedes Ding hat zwei\noder noch mehr Seiten, der gewöhnliche Sterbliche be=\nmerkt davon nur eine, der Humorist aber mehrere, von\nderen Existenz er uns sofort zu überzeugen weiss. o©o\n© Diese Gabe besitzt Leandre in unglaublichem Masse.\nDie kleinste Abweichung von der Normalform, der gering=\nfügigste Fehler, das minimalste Gebrechen, von dessen\nExistenz ihr Besitzer selber nichts weiss, entdeckt er sofort:\nLeute, die wir seit Jahren intim kennen, fallen ihm in die\nHände, und er fertigt ein schielendes Porträt an. Wir pro=\ntestieren und vergleichen, und siehe, das Modell hat wirk=\nlieh einen bisher verborgen gebliebenen Gesichtsfehler. Ein\nandermal ist die Nase krumm oder der Mund schief, und\nwieder constatieren wir mit Staunen, dass die Sache ihre\nRichtigkeit hat. 00©\n© Mitunter scheint uns eine Zeichnung beim ersten Er=\nblicken durchaus verfehlt und unähnlich, aber je länger wir\nsie anschauen, desto ähnlicher wird sie. Sie ist ganz anders\nals das Original, alles ist verzerrt, verschoben, entstellt und\nübertrieben = die Geschichte müsste total unähnlich sein,\nund dabei ist sie im Gegentheile so fabelhaft ähnlich, dass\nwir uns für verhext halten. Wir nehmen die Einzelheiten\nvor und vergleichen: die Nase ist anders, der Mund ver=\nschieden, die Augen verschoben, die ganze Gesichtsform\nverändert, nichts ist von dem Urbilde geblieben, und doch\nkönnte keine Photographie, kein Porträt so ähnlich sein\nwie dieses Zerrbild. ©o©"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "148", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.22", "texte": "© Wir wenden uns zu dem Urheber der Zeichnung, der\nsich an unserem Staunen weidet, und fragen ihn um Auf=\nklärung. Wie wird das gemacht? Wie ist das möglich?\nAber er lacht nur und sagt: ©©©\n© „Meiner Treu! Ich weiss es selbst nicht. Es kommt mir\nso vor, als ob der Kerl so aussähe.” ©©©\n© Es gibt Leute, die Leandre für einen bissigen Satiriker\nhalten, und diese irrige Meinung scheint man besonders im\nAuslande zu hegen, sintemalen die Engländer einen diplo=\nmatischen Zwischenfall aus seiner Caricatur der Königin\nVictoria machten, während in Deutschland das Witzblatt\n„Le Rire” verboten worden ist. ©©©\n© Um Leandre irgend eine politische oder nationale Vor=\neingenommenheit zuzutrauen, muss man sowohl mit ihm\nselbst als auch mit seinen Arbeiten unbekannt sein. Das\nOpfer, welches er seinem Stifte am häufigsten überant=\nwertet, ist == er selbst, und dann kommen seine besten und\nintimsten Freunde an die Reihe. Das genügt, um jeden Vor=\nwurf von Bösartigkeit und Vorurtheil von ihm abzuweisen.\n© Er verzerrt ein Gesicht, weil ihm das Spass macht und\nnicht aus Hass gegen den Besitzer des Gesichtes, und wenn\nunter seinen Händen aus einem Gesichte eine lächerliche\nFratze wird, so ist in erster Linie das Gesicht selber verant=\nwörtlich, denn so lächerlich diese Fratze sein mag, so ähn=\nlieh ist sie auch. ©©©\n© Wer sich also über eine Caricatur Leandres ärgert,\nsollte sich ein anderes Gesicht anschaffen. ©©©\nParis.\n\nKARL EUGEN SCHMIDT."}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "149", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.23", "texte": "RUDOLF GEBURTH\nK. U. K. HOF-MASCHINIST\nWIEN, VII. KAISERSTRASSE 71\n(: Q\n99\n009\n000\n0\nö\nU\nli\nU\nn\ny\ns/.\nu\ns/\nS<\nu\nw\ncS\n$\ns/\nu\n)\nu\nTJ\nmcnswra\nI\nm\nHEIZOFEN FÜR DAUER-\nBRAND UND PERIODI-\nSCHE HEIZUNG IN MO-\nDERNER STYLVOLLER\nAUSFÜHRUNG\nAUSGEZEICHNET\nDURCH GLEICHMÄSSI-\nGES HEIZEN, ENORM\nLANGE BRENNDAUER\nUND EINFACHSTE BE-\nHANDLUNG\n\nGLASMALEREI\nCARL GEYLING’s\nERBEN\nGEGRÜNDET 1841\nWIEN, VL WIND-\nMÜHLGASSE 22\n\nK. UND K. KUNST-\nERZGIESSEREI\nFILIALE DER BERNDORFER METALLWAAREN-\nFABRIK ARTHUR KRUPP, WIEN, IV. GUSSHAUS-\nSTRASSE 25\nÜBERNIMMT DEN GUSS VON MONUMENTEN,\nGROSSEN PLASTISCHEN WERKEN, DECORA-\nTIONS-FIGUREN ETC. AUSSERDEM ERZEUGT\nDIE ANSTALT ALLE ARTEN KLEINERER KUNST-\nGEWERBLICHER BRONZEN IN GEDIEGENSTER\nAUSFÜHRUNG\n\nIV\nBRongl\nspeciaÖ\nIKI’BCUEI\nGEGEN $\nw)Fabru<\nI TAT EN\nt>CHT\\>WGS\niTÄWDEN\nR>r ELPK\nTr. LICHT\n»l\nm\nB\n9\n\nN\nLr~\n[3\n\\s~\nOL\n<L\nrl\nü\nt\nOl\nQ\nW\nU\nC\n>\nif\nz\nN\n±j j-\nVL< io\nli—\n.o r~z\n<r~ U/\nCS\nkS? kJ?\n\\£7 vL^\nU 1 Ll_J"}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "150", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.24", "texte": "TAPereN\n/^UST€A\nOtRK «\nv^CHVvSCHITZ.\nwien r.tr.tcibimHKT\n\nI\nr\nW\nm\nSi\nkm\n%\ni\np?\n&\nK\nAl\nnt\nK\ns«wi\nJ\nm\nm\n9\n■B\ns\n5\nSÄ\nBKI&B\n/h\nSICH REGEM- “W\nBRINGT SEGEN- -EUSABEHSTR: *9\n\nNI\nSM\n■ U7IHXU.»\n- »LSMrrojft\naoH^94%Ml£\nC nri\n(HO\nQ>\ncm\n£\nOH\nsz\nÖOÖQ6\noo\n©\n\nI\n\\v\nIXuKH°rwNt> fA\nKAttnCR\nOAVIER-\nFabrikant\nFRIEDRICH\nEHRBAR\n'WIEN iv\n•AW/HLSASSE-28-\n»KN-ÄMSIEÜKIÖC\nC LAVIERE\nrAßttüPccw:\n“BW-if*yiK!rLSf4SSE s@*\n•X-mXEKIBiWK^ERSrW«.\n«\nn\nÄICM\nm\nn."}, {"page_pdf": 25, "page_imprimee": "151", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.25", "texte": "'%'VND/v\\fl£R\nMAMbLVNG\nft\nTrKM&mwwi\n•l KMMTHHCRSm 9\n— 753\nORIGINAL /WGAfKTni LL\n\nCKR \\f VNKSWTW\nL^MARtSTAWI\nSS\ni\nis\n</\ni\nZV hABtM IN\nKSSWM PAPKRHANDLVHG)\n\nLn\nfZk.\nWIEN. VICÖi\nMAGDAL&NENST\n10 3\nELEKTRISCHE\nBEIEUCHTUNCS\nOBJECTE\n\nflftlf\nKKSchATZUHGS\nCOMMISSÄ R'\nI\n11\nÄ\nldk\nBKE.ITEC7IO&I2\npermanente: AUS\nSTEILUNG vonMöEEUS\nMODERNEN «STVL.E.S\nIS\n-4\nI\nI"}, {"page_pdf": 26, "page_imprimee": "152", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000501-01.1.26", "texte": "Für die REDACTION verantwortlich: FERDINAND ANDRI in WIEN\nHerausgeber: VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS\nDruck von ADOLF HOLZHAUSEN, k. u. k. Hof- u.Univ.-Buchdrucker in Wien\nClicWs von der „GRAPHISCHEN UNION” in Wien"}]}