{"numero_id": "bm-bmtnabf-1900-05-15-01", "volume": "bmtnabf_1900-05-15_01", "ocr_sha256": "e0b71a7a34872f79d9fbabeab90ceeb1ee04ec4921f3425eeca8a56b1a636a05", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabf/issues/1900/05/15_01/bmtnabf_1900-05-15_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabf/issues/1900/05/15_01/bmtnabf_1900-05-15_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabf-1900-05-15-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabf_1900-05-15_01#c008", "volume": "bmtnabf_1900-05-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "6", "page_fin": "166", "image_debut": 6, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.2.3", "titre_corps": "DIE \"PHILOSOPHIE\" VON KLIMT UND DER PROTEST DER PROFESSOREN", "titre_sommaire": "DIE \"PHILOSOPHIE\" VON KLIMT UND DER PROTEST DER PROFESSOREN", "signature_source": "V.S.", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "151", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1380, "texte": "DIE „PHILOSOPHIE” VON KLIMT UND DER\nPROTEST DER PROFESSOREN.\n\n„In unserer Cultur ist der Aufnehmende\nüberzeugt, ohne jegliche Vorbereitung so viel\nbegreifen zu können, als das Genie schafft =\nund eher noch etwas mehr.” Lichtwark.\nIE VII. Ausstellung der Vereinigung brachte Klimts\n„Philosophie”, das erste der drei Deckenbilder, die\nder Künstler im Staatsauftrag für die Aula der Uni=\nversität herzustellen hat. Eine Reihe von Univer=\nsitätsprofessoren nahm dies zum Anlass, um eine Bewegung\ngegen die Anbringung des Bildes an seinem Bestimmungsorte\nzu inscenieren und dem Ministerium einen in diesem Sinne\ngehaltenen Protest zu überreichen. Infolgedessen entstand\neine heftige Zeitungsfehde zwischen Freunden und Gegnern\ndes Bildes, an der sich auch einzelne der protestierenden\nProfessoren im Wege von Interviews und offenen Schreiben\n= nicht immer in höflichem Tone = betheiligten. 00©\n0 Das Bild ist gegenwärtig in Paris. Diese Zeilen sollen\nden Standpunkt präcisieren, den die Vereinigung dem Vor=\nfalle gegenüber einnimmt. OO©\n© Auf die Bemerkung einzelner Professoren, ihre Action\nentbehre jeder Spitze gegen die Vereinigung, ist zu erwidern,\ndass die Mitglieder derselben nicht aus freiem Antriebe bei=\ntreten, sondern durch die Vollversammlung ernannt werden.\nDie blosse Mitgliedschaft eines Künstlers sagt also schon,\nwie die Gesammtheit der Vereinigung über sein Können"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "152", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1019, "texte": "und Schaffen denke. Ebenso werden die zu einer Aus=\nStellung eingesandten Werke nicht durch eine Jury von fünf\nbis sechs Mann begutachtet, sondern „die Gesammtheit aller\nin Wien anwesenden Mitglieder” fungiert als Aufnahms=\njury. Die bisherigen Ausstellungen beweisen, dass dabei\nkein einseitiger Parteistandpunkt vorwaltet, sondern die\nBestimmung der Geschäftsordnung: ©o©\n„Den Juroren hat bei ihren Entschlüssen über Auf=\nnähme oder Ablehnung eines eingereichten Werkes aus=\nschliesslich dessen künstlerischer Wert massgebend zu\nsein, so dass Werke aller Arten bildender Kunst, wenn\nsie obiger Bedingung entsprechen, aufzunehmen sind,...”\nvollste Beachtung findet. ©©©\n© Wird also über einen unserer Künstler oder sein Werk\nderart der Stab gebrochen, und beides ist hier geschehen, so\nist nicht nur er selbst, sondern die Urtheilsfähigkeit oder\nRedlichkeit aller Mitglieder angegriffen, und die Vereinigung\nals solche ist zur Abwehr berechtigt, ja verpflichtet. ©©\n© Ein den Protestunterzeichnern gesinnungsverwandter"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "153", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 506, "texte": "Universitätspro=\nfessor wurde ge=\nfragt, wie er sich\neigentlich die Phi=\nlosophie durch die\nMalerei würdig\ndargestellt denke.\nEr antwortete:\n„Durch Portraits\nder berühmtesten\nPhilosophen aller\nZeiten.” Diese\nAeusserung ist für\nuns sehr wertvoll.\nStellen wir uns\neinmal diese „Phi=\nlosophie” vor. In\neiner idealen Ar=\nchitektur oder ©\nLandschaft gehen,\nstehen, lehnen, ©\nsitzen Herren in\naltmodischen oder\nhistorischen Co=\nstümen herum;\nmanche lesen, ©\nmanche schreiben\noder sprechen mit=\neinander, die mei="}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "154", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 229, "texte": "sten sind unbeschäftigt. Das kann realistisch oder stilistisch,\nkann gut oder schlecht gemalt, das kann Kunst sein. Als\nBild hat es mit Philosophie nicht das geringste zu thun.\nErst wenn der Betrachter anderswoher weiss, wie Kant"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "155", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 284, "texte": "ausgesehen hat und ihn in einem der Herren erkennt, oder\nwenn er etwa auf einer beigegebenen Tafel neben einer\nGestalt „Platon” oder „Giordano Bruno” liest, erwachen in\nihm die Vorstellungsreihen, die er mit diesen Namen ver=\nbindet; dann denkt er wirklich: „Philosophie”, aber dieses"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "158", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 847, "texte": "Denken hat wieder nicht das Geringste mehr mit Kunst zu\nthun, auch nicht mit jener, die etwa in dem Bilde steckt; es\nwird durch sie nicht erzeugt, nicht einmal verstärkt. Aber\njener Professor ist befriedigt. Er verlangt nämlich gar nicht\nKunst, sondern will mit den äusseren Hilfsmitteln derbilden=\nden Kunst an seine rein literarischen Vorstellungen erinnert\nwerden. Dazu aber ist eine Kraft wie die Klimts wirklich\nzu kostbar, diesen Wunsch kann auch ein leistungsfähiger\nSchriftenmaler durch einfaches Aufpatronieren der be=\ntreffenden Namen erfüllen. ©o©\n© Findet man es aber vornehm, wirkliche Kunst am Pla=\nfond des Festraumes zu haben, dann mache man es dem\nbeauftragten Künstler nicht gleichzeitig unmöglich, solche\nzu schaffen. ©©©\n© „Wer die bekannten und oft gehörten Wendungen in\nden Mund nimmt; Vom Künstler verlange ich, der Künstler"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "159", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 562, "texte": "soll, der Künstler muss, = der beweist damit nur, dass er\nkeine Ahnung hat, wie das Kunstwerk entsteht. Mit solchen\nForderungen mag er dem Handwerk gegenübertreten, das\nihm dient, er mag sie vor der breiten Masse der künst=\nlerischen Production erheben, der Marktware, die einem\nvorhandenen Bedürfnis entgegenkommt. Nach der Kunst\ndes Genies hat kein Mensch auf der Welt Bedürfnis, ehe sie\nda ist, ausser dem einen, der sie erzeugt.” (Lichtwark.) ©\n0 Ein grosser Auftrag des Staates ist heute fast der einzige\nFall, in dem reine Kunst monumentaler Art geschaffen"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "160", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 462, "texte": "werden kann. Es kommt ja so selten vor. Dass es noch\nKünstler gibt, die genug naive Kraft für solche Aufgaben\nhaben, muss fast Verwunderung erregen. Aber auch Freude.\nSoll man sie da durch Separatwünsche plagen, deren Er=\nfüllung oder Nichterfüllung mit der Lösung der Hauptauf=\ngäbe: reine Kunst zu schaffen, nicht das mindeste zu thun\nhat ? 000\n© Denn: „Die Sprache ist ein Mittel zur Verständigung mit\nanderen. Diese Function streben die Künste als Ausdrucks="}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "161", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.19", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1609, "texte": "mittel im letzten Grunde überhaupt nicht an. Sobald der\nschaffende Künstler an Mittheilung denkt, an die Wirkung,\ndie er erzielen will, ist seine beste Kraft gelähmt. Wie schafft\ndas Kind, das seine ersten Eindrücke von der Welt auf die\nSchiefertafel bringt? Es zeichnet den Mann, das Haus, ==\nnicht, damit Vater und Mutter es loben, oder damit es seinen\nGeschwistern oder Kameraden imponiert, sondern um\neinem inneren Drange Luft zu machen. Es ist Künstler. Der\ngrosse Maler vor seiner Staffelei, der Dichter im Ringen mit\nRhythmus und Wort, der Musiker, dessen Seele sich in der\nLinie einer aufquellenden Melodie bewegt, der Architekt,\nin dessen Phantasie sich aus dem Chaos der Möglichkeiten\ndas neue Monument krystallisiert, sie sind mit sich allein.\nEinsam und ganz ohne Gedanken daran, ob andere später\nauch folgen werden, ob andere auch nachempfinden können,\nwas sie selber vorher empfunden haben, geniessen sie die\nhöchste Wonne, die der Seele beschieden ist, die Wehen\ndes Schaffens. Gedanken an die Mittheilung, an die Wir=\nkung auf andere gehören dem Vorgänge des Schaffens nicht\nmehr an. Der göttliche Augenblick ist vorüber, sobald sie\nsich einstellen, UND WER VON IHNEN AUSGEHT,\nDEM KOMMT ER NIE.” (Lichtwark.) 0 © ©\n© Also „Vorhergehende Berathungen mit den Vertretern\nder Wissenschaft” wären auch in diesem Falle nicht nur\nüberflüssig, sondern geradezu verderblich gewesen. Denn\nKunst zu schaffen kann dem Künstler niemand helfen;\nKUNST entstehen zu lassen ist aber eben die vorwiegende,\ndie Hauptabsicht des Bestellers, des Staates. ©©©\n© Was soll man aber erst sagen, wenn die Angreifer sich"}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "163", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.21", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1628, "texte": "nicht darauf beschränken, dem Künstler das Werk er=\nfinden” helfen zu wollen, sondern ihm auch darüber Lehren\ngeben, wie es zu machen sei? Wie klar oder unklar wie\nblau oder rot! Wäre es nicht besser, darüber nachzudenken\n„Was man den Künstlern ablernen soll? = Welche Mittel\nhaben wir, uns die Dinge schön, angenehm, begehrenswert\nmachen, wenn sie es nicht sind? = Und ich meine, sie\nsind es an sich niemals! Hier haben wir... von den Künst=\nlern zu lernen, welche eigentlich fortwährend darauf aus\nsind, solche Erfindungen und Kunststücke zu machen. Sich\nvon den Dingen entfernen, bis man vieles von ihnen nicht\nmehr sieht und vieles hinzusehen muss, um sie noch zu\nsehen = oder die Dinge um die Ecke und wie in einem Aus=\nschnitte sehen = oder sie so stellen, dass sie sich theilweise\nverstellen und nur perspectivische Durchblicke gestatten =\noder sie durch gefärbtes Glas oder im Lichte der Abendröte\nanschauen = oder ihnen eine Oberfläche und Haut geben,\nwelche keine volle Transparenz hat. . (Nietzsche.) ©0\nO Man bedenke doch einmal Folgendes: Der Aussteilungs=\nbesucher steht 10,15 Minuten, wenn es gut geht, vor einem\nWerke und geht wieder seiner gewohnten Beschäftigung\nnach. Der Künstler, der es schuf, hat 10, 15 Wochen oder\nMonate davor gestanden, hat jede Gestalt, jeden Ton tau=\nsend und abertausendmal gleichzeitig mit der Natur, neben\nder Natur gesehen, hat ausserdem sein ganzes Leben lang\nauf eine möglichste Sicherheit und Richtigkeit des Sehens\nhingearbeitet. Was sagt der Beschauer eigentlich damit,\nwena nach kurzer Betrachtung Verzeichnungen und\nunmögliche Farben „constatiert” ? Entweder er spricht da="}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "164", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.22", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1575, "texte": "mit dem Künstler jede Begabung, ja selbst die normale\nmenschliche Beobachtungsfähigkeit und Vernunft ab, oder\ner bezeichnet ihn damit als frechen Hochstapler, welcher\ndurch frivole Lügen Reclame für seine Person machen will.\nIst es wirklich erlaubt, derartigen Verdächtigungen so\nüberaus häufig Raum zu geben, als es heute noch immer\nselbst in unseren civilisierteren Kreisen geschieht? = ©0\n© Den ganzen Vorfall überblickend müssen wir feststellen,\ndass derselbe für uns wertvoll war. Das peinliche Gefühl]\ndas der Anblick der protestierenden Professoren für uns als\nihre Zeitgenossen haben musste, wurde durch den Gegen=\nProtest ihrer Collegen beseitigt. ©©©\n© Wertvoll war der Vorfall deshalb für uns, weil er eine\nWahrheit glänzend beleuchtete, auf die immer und immer\nwieder hingewiesen werden muss: DASS BLOSSE IN=\nTELLIGENZ KEIN WEG ZUR KUNST IST. Die Wissen=\nSchaft kann verstandesmässig BEGRIFFEN, das Kunst=\nwerk nur NACHEMPFUNDEN, das heisst NACHGE=\nSCHAFFEN und so erfasst werden. Diese Fähigkeit des\nNachempfindens, das heisst Nachschafiens ist manchmal,\naber selten als Talent von Natur aus vorhanden, in allen\nübrigen Fällen muss sie erworben, mühsam anerzogen\nwerden. Aber „der Bildungsgang, den unsere moderne Ge=\nSeilschaft zurücklegt, führt nirgends über die Flur der bil=\ndenden Kunst, höchstens eine Strecke durch das Gestrüpp\ndes kunstgeschichtlichen Unterrichts”. (Lichtwark.) ©©\nO Vergessen wir doch nicht, woher wir kommen! Zu Be=\nginn des Jahrhunderts „stiegen überall die unteren Schich=\nten empor. Das Mittel zu ihrer Erhebung war die Intelligenz,"}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "166", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.24", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1628, "texte": "der Verstand; und oft genug = wenn nicht in der Regel =\neine starke, aber einseitige und beschränkte Intelligenz. Cul=\ntur brachten sie nicht mit und konnten sie so schnell nicht\nerwerben wie ihr Wissen . . . Der blossen Intelligenz steht\nvom weiten Reich der Kunst nur eine enge Vorhalle offen”.\n(Lichtwark.) Je klarer dieser Sachverhalt erkannt werden\nwird, desto allgemeiner wird man darauf verzichten, Kunst=\nwerke mit dem blossen Verstände aufnehmen zu wollen.\nO Dann wird sich auch mühelos die Frage der Urtheils=\nberechtigung lösen. Vorläufig pflegt man noch zu meinen,\n„das Urtheil bestehe in der Anwendung von Erfahrungen\nund Regeln, die aus den schon vorhandenen Kunstwerken\ngewonnen sind, auf die werdende oder eben neu gewordene\nKunst. In der That lassen sich die allermeisten fehlerhaften\nUrtheile darauf zurückfuhren, dass vom Neuen eine Wieder=\nholung des Alten erwartet wird”. (Lichtwark.) Das erzeugt\nnatürlich Verbitterung und erschwert die Verständigung.\nWir Künstler sollten aber lieber „mit einem inneren Lächeln\ndurch diese Welt gehen, in der jedermann ein so über=\nraschendes Quantum von Urtheilen hervorbringt,” und\nsollten uns bemühen, „in der heranwachsenden Jugend die\nSeelen zu finden, die uns ein Echo zurückwerfen”. ©©©\n© Es wurde in diesen Tagen spöttisch gefragt, ob denn\nder Künstler nur für Künstler schaffe. Wir antworten ruhig\n„Ja!”, nennen aber mit dem Ehrentitel Künstler nicht nur\njene Menschen, die mit Palette, Meissei oder Zirkel han=\ntieren, sondern jeden, der Kunst „nachzuempfinden, das\nheisst nachzuschaffen” vermag, und von dem Glauben, dass\nderen Zahl wächst, leben wir ja.\n\nV. S."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1900-05-15-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabf_1900-05-15_01#c007", "volume": "bmtnabf_1900-05-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "6", "page_fin": "150", "image_debut": 6, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.2.3.2", "titre_corps": "PHILOSOPHIE", "titre_sommaire": "PHILOSOPHIE", "signature_source": "GUSTAV KLIMT OM", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "150", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 30, "texte": "„PHILOSOPHIE”\nGUSTAV KLIMT OM."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1900-05-15-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabf_1900-05-15_01#c010", "volume": "bmtnabf_1900-05-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "151", "page_fin": "151", "image_debut": 9, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.2.3.3", "titre_corps": "Randzeichnung", "titre_sommaire": "Randzeichnung", "signature_source": "J. 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UNGAR JUN.,\nWIEN, I. JASOMIRGOTTSTRASSE 4.\nERHÄLTLICH IN ALLEN APOTHEKEN\nUND MINERALWASSER-HANDLUNGEN\nCENTRAL-KANZLEI WIEN, I. 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KUNST-\nERZGIESSEREI\nFILIALE DER BERNDORFER METALLWAAREN-\nFABRIK ARTHUR KRUPP, WIEN, IV. GUSSHAUS-\nSTRASSE 25\nÜBERNIMMT DEN GUSS VON MONUMENTEN,\nGROSSEN PLASTISCHEN WERKEN, DECORA-\nTIONS-FIGUREN ETC. AUSSERDEM ERZEUGT\nDIE ANSTALT ALLE ARTEN KLEINERER KUNST-\nGEWERBLICHER BRONZEN IN GEDIEGENSTER\nAUSFÜHRUNG"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1900-05-15-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabf_1900-05-15_01#c025", "volume": "bmtnabf_1900-05-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "167", "page_fin": "167", "image_debut": 25, "image_fin": 25, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 25, "page_imprimee": "167", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.25", "debut_caractere": 736, "fin_caractere_exclue": 887, "texte": "DZIEDZIUffI v HAMORH\nKv K- HOFBROWZEWARCKI FABRIK\nWIEN- viii-ALBERTCftfICS\nfeiwstekl\nGcIjREV v'HRcAROiTv'REkI\nFiCv/REH- JARPIHIEREW\nBelfvctuwc'jkörF’er"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1900-05-15-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabf_1900-05-15_01#c026", "volume": "bmtnabf_1900-05-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "168", "page_fin": "168", "image_debut": 26, "image_fin": 26, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 26, "page_imprimee": "168", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.26", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 104, "texte": "W * •\nk *E®rfcP j\nTAPCTcMiJ\n<s.MGiiso-te\nm\nJ f,\n/\nTAPCT^hV\nWAU£R \\\nTAPereN\noeRK «\nGC-HV^CHITZ\nW*£N J\\j«z"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1900-05-15-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabf_1900-05-15_01#c027", "volume": "bmtnabf_1900-05-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "168", "page_fin": "168", "image_debut": 26, "image_fin": 26, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 26, "page_imprimee": "168", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.26", "debut_caractere": 106, "fin_caractere_exclue": 327, "texte": "RICHARD MELCHER\nRAHMEN=TISCHLEREI\nWIEN, IV. 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Mg\n»Mg\nIH\nii\n'S*\n»\n»\n1\nSÄ?\nMi\nm\nH\nsss\nm\nsanws\nH\nHl\n«ÄS\nwf\nim V\nSP®\nssSi\nM\n»»\nRHSV\nRn\ngy»\nK-V/SP K- HOF -\nIi€PSRAHT6M»\nFABRIKEN FVR\nMoib?L9oFre-\n•Teppich« -Tissn\n-VAU?\nIN WI*N\nVNP M°hentlCN\n«\nWKN\nI\nOPSP.NRINO i\nN<INRICNSIi°P\nV\ntvl\n01\ns\n8?\n\nPEÜKANFfIRBEN\nCVNTHER WAGNER’’\nKVNSTIER-WASSERFARBEN\nFE iNSTe MARKE FÜR KÜNSTERiSCHE ARBEITEN"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.3", "texte": "SECESSION\nMITTHEILUN'\nGENDERVER.\nEINIGUNG\nBILDENDER\nKÜNSTLER\nÖSTERREICHS\nVER SACRUM\nHeft 10\n15. Mai\n1900\nDAS REDACTIONS-\nCOMITE:\nGUSTAV KLIMT\nJ. M. AUCHENTALLER\nFERDINAND ANDRI\nOTTO FRIEDRICH\nFRANZ HANCKE"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "150", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.8", "texte": "„PHILOSOPHIE”\nGUSTAV KLIMT OM."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "151", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.9", "texte": "DIE „PHILOSOPHIE” VON KLIMT UND DER\nPROTEST DER PROFESSOREN.\n\n„In unserer Cultur ist der Aufnehmende\nüberzeugt, ohne jegliche Vorbereitung so viel\nbegreifen zu können, als das Genie schafft =\nund eher noch etwas mehr.” Lichtwark.\nIE VII. Ausstellung der Vereinigung brachte Klimts\n„Philosophie”, das erste der drei Deckenbilder, die\nder Künstler im Staatsauftrag für die Aula der Uni=\nversität herzustellen hat. Eine Reihe von Univer=\nsitätsprofessoren nahm dies zum Anlass, um eine Bewegung\ngegen die Anbringung des Bildes an seinem Bestimmungsorte\nzu inscenieren und dem Ministerium einen in diesem Sinne\ngehaltenen Protest zu überreichen. Infolgedessen entstand\neine heftige Zeitungsfehde zwischen Freunden und Gegnern\ndes Bildes, an der sich auch einzelne der protestierenden\nProfessoren im Wege von Interviews und offenen Schreiben\n= nicht immer in höflichem Tone = betheiligten. 00©\n0 Das Bild ist gegenwärtig in Paris. Diese Zeilen sollen\nden Standpunkt präcisieren, den die Vereinigung dem Vor=\nfalle gegenüber einnimmt. OO©\n© Auf die Bemerkung einzelner Professoren, ihre Action\nentbehre jeder Spitze gegen die Vereinigung, ist zu erwidern,\ndass die Mitglieder derselben nicht aus freiem Antriebe bei=\ntreten, sondern durch die Vollversammlung ernannt werden.\nDie blosse Mitgliedschaft eines Künstlers sagt also schon,\nwie die Gesammtheit der Vereinigung über sein Können\n\nRandzeichnung\nJ. M. Auchentaller OM."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "152", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.10", "texte": "und Schaffen denke. Ebenso werden die zu einer Aus=\nStellung eingesandten Werke nicht durch eine Jury von fünf\nbis sechs Mann begutachtet, sondern „die Gesammtheit aller\nin Wien anwesenden Mitglieder” fungiert als Aufnahms=\njury. Die bisherigen Ausstellungen beweisen, dass dabei\nkein einseitiger Parteistandpunkt vorwaltet, sondern die\nBestimmung der Geschäftsordnung: ©o©\n„Den Juroren hat bei ihren Entschlüssen über Auf=\nnähme oder Ablehnung eines eingereichten Werkes aus=\nschliesslich dessen künstlerischer Wert massgebend zu\nsein, so dass Werke aller Arten bildender Kunst, wenn\nsie obiger Bedingung entsprechen, aufzunehmen sind,...”\nvollste Beachtung findet. ©©©\n© Wird also über einen unserer Künstler oder sein Werk\nderart der Stab gebrochen, und beides ist hier geschehen, so\nist nicht nur er selbst, sondern die Urtheilsfähigkeit oder\nRedlichkeit aller Mitglieder angegriffen, und die Vereinigung\nals solche ist zur Abwehr berechtigt, ja verpflichtet. ©©\n© Ein den Protestunterzeichnern gesinnungsverwandter\n\n„Abendnebel”\nAlois Hänisch OM.\nVII. Kunstausstellung"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "153", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.11", "texte": "Universitätspro=\nfessor wurde ge=\nfragt, wie er sich\neigentlich die Phi=\nlosophie durch die\nMalerei würdig\ndargestellt denke.\nEr antwortete:\n„Durch Portraits\nder berühmtesten\nPhilosophen aller\nZeiten.” Diese\nAeusserung ist für\nuns sehr wertvoll.\nStellen wir uns\neinmal diese „Phi=\nlosophie” vor. In\neiner idealen Ar=\nchitektur oder ©\nLandschaft gehen,\nstehen, lehnen, ©\nsitzen Herren in\naltmodischen oder\nhistorischen Co=\nstümen herum;\nmanche lesen, ©\nmanche schreiben\noder sprechen mit=\neinander, die mei=\n\n„Die gefangene\nKönigstochter”\nFriedrich König OM.\nVII. Kunstausstellung"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "154", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.12", "texte": "sten sind unbeschäftigt. Das kann realistisch oder stilistisch,\nkann gut oder schlecht gemalt, das kann Kunst sein. Als\nBild hat es mit Philosophie nicht das geringste zu thun.\nErst wenn der Betrachter anderswoher weiss, wie Kant\n\n„Abend am Wasser’’\nAnton Nowak OM.\nVII. Kunstausstellung"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "155", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.13", "texte": "ausgesehen hat und ihn in einem der Herren erkennt, oder\nwenn er etwa auf einer beigegebenen Tafel neben einer\nGestalt „Platon” oder „Giordano Bruno” liest, erwachen in\nihm die Vorstellungsreihen, die er mit diesen Namen ver=\nbindet; dann denkt er wirklich: „Philosophie”, aber dieses\n\n„Dämmerung”\nCarl Moll OM.\nVII. Kunstausstellung"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "156", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.14", "texte": "„Das Steinfeld\nbei Neunkirchen.\nDämmerung”\nWilh. Bernatzik OM.\nVII. Kunstausstellung"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "157", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.15", "texte": "„Thema in Weiss”\nWilhelm List OM.\nVII. Kunstausstellung"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "158", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.16", "texte": "Denken hat wieder nicht das Geringste mehr mit Kunst zu\nthun, auch nicht mit jener, die etwa in dem Bilde steckt; es\nwird durch sie nicht erzeugt, nicht einmal verstärkt. Aber\njener Professor ist befriedigt. Er verlangt nämlich gar nicht\nKunst, sondern will mit den äusseren Hilfsmitteln derbilden=\nden Kunst an seine rein literarischen Vorstellungen erinnert\nwerden. Dazu aber ist eine Kraft wie die Klimts wirklich\nzu kostbar, diesen Wunsch kann auch ein leistungsfähiger\nSchriftenmaler durch einfaches Aufpatronieren der be=\ntreffenden Namen erfüllen. ©o©\n© Findet man es aber vornehm, wirkliche Kunst am Pla=\nfond des Festraumes zu haben, dann mache man es dem\nbeauftragten Künstler nicht gleichzeitig unmöglich, solche\nzu schaffen. ©©©\n© „Wer die bekannten und oft gehörten Wendungen in\nden Mund nimmt; Vom Künstler verlange ich, der Künstler\n\n„Lastenstrasse”\nOtto Friedrich OM.\nVII. Kunstausstellung"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "159", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.17", "texte": "soll, der Künstler muss, = der beweist damit nur, dass er\nkeine Ahnung hat, wie das Kunstwerk entsteht. Mit solchen\nForderungen mag er dem Handwerk gegenübertreten, das\nihm dient, er mag sie vor der breiten Masse der künst=\nlerischen Production erheben, der Marktware, die einem\nvorhandenen Bedürfnis entgegenkommt. Nach der Kunst\ndes Genies hat kein Mensch auf der Welt Bedürfnis, ehe sie\nda ist, ausser dem einen, der sie erzeugt.” (Lichtwark.) ©\n0 Ein grosser Auftrag des Staates ist heute fast der einzige\nFall, in dem reine Kunst monumentaler Art geschaffen\n\n„Vorfrühling”\nHans Tichy OM.\nVII. Kunstausstellung"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "160", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.18", "texte": "werden kann. Es kommt ja so selten vor. Dass es noch\nKünstler gibt, die genug naive Kraft für solche Aufgaben\nhaben, muss fast Verwunderung erregen. Aber auch Freude.\nSoll man sie da durch Separatwünsche plagen, deren Er=\nfüllung oder Nichterfüllung mit der Lösung der Hauptauf=\ngäbe: reine Kunst zu schaffen, nicht das mindeste zu thun\nhat ? 000\n© Denn: „Die Sprache ist ein Mittel zur Verständigung mit\nanderen. Diese Function streben die Künste als Ausdrucks=\n\n„Sonniges Thal”\nAnton Nowak OM.\nVII. Kunstausstellung"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "161", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.19", "texte": "mittel im letzten Grunde überhaupt nicht an. Sobald der\nschaffende Künstler an Mittheilung denkt, an die Wirkung,\ndie er erzielen will, ist seine beste Kraft gelähmt. Wie schafft\ndas Kind, das seine ersten Eindrücke von der Welt auf die\nSchiefertafel bringt? Es zeichnet den Mann, das Haus, ==\nnicht, damit Vater und Mutter es loben, oder damit es seinen\nGeschwistern oder Kameraden imponiert, sondern um\neinem inneren Drange Luft zu machen. Es ist Künstler. Der\ngrosse Maler vor seiner Staffelei, der Dichter im Ringen mit\nRhythmus und Wort, der Musiker, dessen Seele sich in der\nLinie einer aufquellenden Melodie bewegt, der Architekt,\nin dessen Phantasie sich aus dem Chaos der Möglichkeiten\ndas neue Monument krystallisiert, sie sind mit sich allein.\nEinsam und ganz ohne Gedanken daran, ob andere später\nauch folgen werden, ob andere auch nachempfinden können,\nwas sie selber vorher empfunden haben, geniessen sie die\nhöchste Wonne, die der Seele beschieden ist, die Wehen\ndes Schaffens. Gedanken an die Mittheilung, an die Wir=\nkung auf andere gehören dem Vorgänge des Schaffens nicht\nmehr an. Der göttliche Augenblick ist vorüber, sobald sie\nsich einstellen, UND WER VON IHNEN AUSGEHT,\nDEM KOMMT ER NIE.” (Lichtwark.) 0 © ©\n© Also „Vorhergehende Berathungen mit den Vertretern\nder Wissenschaft” wären auch in diesem Falle nicht nur\nüberflüssig, sondern geradezu verderblich gewesen. Denn\nKunst zu schaffen kann dem Künstler niemand helfen;\nKUNST entstehen zu lassen ist aber eben die vorwiegende,\ndie Hauptabsicht des Bestellers, des Staates. ©©©\n© Was soll man aber erst sagen, wenn die Angreifer sich"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "162", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.20", "texte": "„Actstudie”\nJ. M. Auchentaller OM.\nVII. Kunstausstellung"}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "163", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.21", "texte": "nicht darauf beschränken, dem Künstler das Werk er=\nfinden” helfen zu wollen, sondern ihm auch darüber Lehren\ngeben, wie es zu machen sei? Wie klar oder unklar wie\nblau oder rot! Wäre es nicht besser, darüber nachzudenken\n„Was man den Künstlern ablernen soll? = Welche Mittel\nhaben wir, uns die Dinge schön, angenehm, begehrenswert\nmachen, wenn sie es nicht sind? = Und ich meine, sie\nsind es an sich niemals! Hier haben wir... von den Künst=\nlern zu lernen, welche eigentlich fortwährend darauf aus\nsind, solche Erfindungen und Kunststücke zu machen. Sich\nvon den Dingen entfernen, bis man vieles von ihnen nicht\nmehr sieht und vieles hinzusehen muss, um sie noch zu\nsehen = oder die Dinge um die Ecke und wie in einem Aus=\nschnitte sehen = oder sie so stellen, dass sie sich theilweise\nverstellen und nur perspectivische Durchblicke gestatten =\noder sie durch gefärbtes Glas oder im Lichte der Abendröte\nanschauen = oder ihnen eine Oberfläche und Haut geben,\nwelche keine volle Transparenz hat. . (Nietzsche.) ©0\nO Man bedenke doch einmal Folgendes: Der Aussteilungs=\nbesucher steht 10,15 Minuten, wenn es gut geht, vor einem\nWerke und geht wieder seiner gewohnten Beschäftigung\nnach. Der Künstler, der es schuf, hat 10, 15 Wochen oder\nMonate davor gestanden, hat jede Gestalt, jeden Ton tau=\nsend und abertausendmal gleichzeitig mit der Natur, neben\nder Natur gesehen, hat ausserdem sein ganzes Leben lang\nauf eine möglichste Sicherheit und Richtigkeit des Sehens\nhingearbeitet. Was sagt der Beschauer eigentlich damit,\nwena nach kurzer Betrachtung Verzeichnungen und\nunmögliche Farben „constatiert” ? Entweder er spricht da="}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "164", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.22", "texte": "mit dem Künstler jede Begabung, ja selbst die normale\nmenschliche Beobachtungsfähigkeit und Vernunft ab, oder\ner bezeichnet ihn damit als frechen Hochstapler, welcher\ndurch frivole Lügen Reclame für seine Person machen will.\nIst es wirklich erlaubt, derartigen Verdächtigungen so\nüberaus häufig Raum zu geben, als es heute noch immer\nselbst in unseren civilisierteren Kreisen geschieht? = ©0\n© Den ganzen Vorfall überblickend müssen wir feststellen,\ndass derselbe für uns wertvoll war. Das peinliche Gefühl]\ndas der Anblick der protestierenden Professoren für uns als\nihre Zeitgenossen haben musste, wurde durch den Gegen=\nProtest ihrer Collegen beseitigt. ©©©\n© Wertvoll war der Vorfall deshalb für uns, weil er eine\nWahrheit glänzend beleuchtete, auf die immer und immer\nwieder hingewiesen werden muss: DASS BLOSSE IN=\nTELLIGENZ KEIN WEG ZUR KUNST IST. Die Wissen=\nSchaft kann verstandesmässig BEGRIFFEN, das Kunst=\nwerk nur NACHEMPFUNDEN, das heisst NACHGE=\nSCHAFFEN und so erfasst werden. Diese Fähigkeit des\nNachempfindens, das heisst Nachschafiens ist manchmal,\naber selten als Talent von Natur aus vorhanden, in allen\nübrigen Fällen muss sie erworben, mühsam anerzogen\nwerden. Aber „der Bildungsgang, den unsere moderne Ge=\nSeilschaft zurücklegt, führt nirgends über die Flur der bil=\ndenden Kunst, höchstens eine Strecke durch das Gestrüpp\ndes kunstgeschichtlichen Unterrichts”. (Lichtwark.) ©©\nO Vergessen wir doch nicht, woher wir kommen! Zu Be=\nginn des Jahrhunderts „stiegen überall die unteren Schich=\nten empor. Das Mittel zu ihrer Erhebung war die Intelligenz,"}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "165", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.23", "texte": "„Frau G.\nund ihr Mann”\nJ. Engelhart OM.\nVII. Kunstausstellung"}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "166", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.24", "texte": "der Verstand; und oft genug = wenn nicht in der Regel =\neine starke, aber einseitige und beschränkte Intelligenz. Cul=\ntur brachten sie nicht mit und konnten sie so schnell nicht\nerwerben wie ihr Wissen . . . Der blossen Intelligenz steht\nvom weiten Reich der Kunst nur eine enge Vorhalle offen”.\n(Lichtwark.) Je klarer dieser Sachverhalt erkannt werden\nwird, desto allgemeiner wird man darauf verzichten, Kunst=\nwerke mit dem blossen Verstände aufnehmen zu wollen.\nO Dann wird sich auch mühelos die Frage der Urtheils=\nberechtigung lösen. Vorläufig pflegt man noch zu meinen,\n„das Urtheil bestehe in der Anwendung von Erfahrungen\nund Regeln, die aus den schon vorhandenen Kunstwerken\ngewonnen sind, auf die werdende oder eben neu gewordene\nKunst. In der That lassen sich die allermeisten fehlerhaften\nUrtheile darauf zurückfuhren, dass vom Neuen eine Wieder=\nholung des Alten erwartet wird”. (Lichtwark.) Das erzeugt\nnatürlich Verbitterung und erschwert die Verständigung.\nWir Künstler sollten aber lieber „mit einem inneren Lächeln\ndurch diese Welt gehen, in der jedermann ein so über=\nraschendes Quantum von Urtheilen hervorbringt,” und\nsollten uns bemühen, „in der heranwachsenden Jugend die\nSeelen zu finden, die uns ein Echo zurückwerfen”. ©©©\n© Es wurde in diesen Tagen spöttisch gefragt, ob denn\nder Künstler nur für Künstler schaffe. Wir antworten ruhig\n„Ja!”, nennen aber mit dem Ehrentitel Künstler nicht nur\njene Menschen, die mit Palette, Meissei oder Zirkel han=\ntieren, sondern jeden, der Kunst „nachzuempfinden, das\nheisst nachzuschaffen” vermag, und von dem Glauben, dass\nderen Zahl wächst, leben wir ja.\n\nV. S."}, {"page_pdf": 25, "page_imprimee": "167", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.25", "texte": "RUDOLF GEBURTH\nK. U. K. HOF-MASCHINIST\nWIEN, VII. KAISERSTRASSE 71\n900 999 ©O 0» 000 000\nö\nU\nu\nu\nll\nst\ns/.\n\\/.\nst\n:■\nasi\nV>\n,vYh-4 ]\nu\nIJ\nu\nIT\nU\ns\nm\nHEIZÖFEN FÜR DAUER-\nBRAND UND PERIODI-\nSCHE HEIZUNG IN MO-\nDERNER STYLVOLLER\nAUSFÜHRUNG\nAUSGEZEICHNET\nDURCH GLEICHMÄSSI-\nGES HEIZEN, ENORM\nLANGE BRENNDAUER\nUND EINFACHSTE BE-\nHANDLUNG\namPBWWi\n\nGLASMALEREI\nCARL GEYLING’s\nERBEN\nGEGRÜNDET 1841\nWIEN, VI. WIND-\nMÜHLGASSE 22\n\nK. UND K. KUNST-\nERZGIESSEREI\nFILIALE DER BERNDORFER METALLWAAREN-\nFABRIK ARTHUR KRUPP, WIEN, IV. GUSSHAUS-\nSTRASSE 25\nÜBERNIMMT DEN GUSS VON MONUMENTEN,\nGROSSEN PLASTISCHEN WERKEN, DECORA-\nTIONS-FIGUREN ETC. AUSSERDEM ERZEUGT\nDIE ANSTALT ALLE ARTEN KLEINERER KUNST-\nGEWERBLICHER BRONZEN IN GEDIEGENSTER\nAUSFÜHRUNG\n\nDZIEDZIUffI v HAMORH\nKv K- HOFBROWZEWARCKI FABRIK\nWIEN- viii-ALBERTCftfICS\nfeiwstekl\nGcIjREV v'HRcAROiTv'REkI\nFiCv/REH- JARPIHIEREW\nBelfvctuwc'jkörF’er"}, {"page_pdf": 26, "page_imprimee": "168", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.26", "texte": "W * •\nk *E®rfcP j\nTAPCTcMiJ\n<s.MGiiso-te\nm\nJ f,\n/\nTAPCT^hV\nWAU£R \\\nTAPereN\noeRK «\nGC-HV^CHITZ\nW*£N J\\j«z\n\nRICHARD MELCHER\nRAHMEN=TISCHLEREI\nWIEN, IV. MÜHLGASSE 19 (IM EIGENEN HAUSE)\nTELEPHON 7782.\nGROSSE AUSWAHL\nELEGANTER MO-\nDERNER RAHMEN.\nBESTELLUNGEN\nAUCH NACH SPE-\nCIELLEN SKIZZEN\nWERDEN PROMPT\nUND BILLIGST AUS-\n— GEFÜHRT.\n\nw\nNI\n□D\nIV\nrm\na\n£\n:■\noö\nQO\n60\n□\n\nKwK-M°Fwn* f\nKAnntß\nCUAVIER\nFABRIKANT\n■ FRIEDRICH-\nEHRBAR\nWIEN iv\n•MuhLSASJE-28-\n'fammmmmim.\nC LAVIERE\nFA IS fit 11 KE INK\n•W*PRESS<§mJE2§-\n•iwwmilsws\nn\nn\nJUC»-*\nft\n011 /D"}, {"page_pdf": 27, "page_imprimee": "169", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000515-01.1.27", "texte": "'Vw\nMANbLVNG\n2»\n<?\nTH^M&mßbWlfl\nI >\\ i\nL/ ORIGINAL/WGARCmiLb \\J\n•IKÄRMTHMCRSTK- 9\n— 755\nJ\n\nm tf'V/NINSRfIitM:\nL^mrasTAViri\nfl\nKJ\n</\n«\ni\nm\nIN\nZV IN K&tR @\nKSSWM PAPKPUIAN&LVNGJ\n\nmm\n!\\paauf^\nWIEN. VlOft\nAAACDALENENST\n10 s\nELEKTRISCHE\nm BEIEUCMTUNGS\n11 OBJECTE\n\ni\naM?\nl>.\nrjr\nPERMANENTE. 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