{"numero_id": "bm-bmtnabf-1900-07-15-01", "volume": "bmtnabf_1900-07-15_01", "ocr_sha256": "2502925a7e5b9473e5e8472d3c38d94be1e406bd8b7a517676be781cb13e5c62", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabf/issues/1900/07/15_01/bmtnabf_1900-07-15_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabf/issues/1900/07/15_01/bmtnabf_1900-07-15_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabf-1900-07-15-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabf_1900-07-15_01#c007", "volume": "bmtnabf_1900-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "212", "page_fin": "226", "image_debut": 6, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.2.3", "titre_corps": "PIERRE GEORGE JEANNIOT", "titre_sommaire": "PIERRE GEORGE JEANNIOT", "signature_source": "KARL EUGEN SCHMIDT", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "213", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1397, "texte": "PIERRE GEORGE JEANNIOT.\n\nAS Charakteristicum sämmtlicher Arbeiten Jean=\nniots ist die überzeugende Wahrheit, die uns aus\njedem seiner Blätter entgegenleuchtet. Er schildert\nkein Theater, sondern Leben, keine Bühnenhel=\nden, sondern Menschen. Das ist umso bemerkenswerter, als\ngerade auf dem Gebiete, wo Jeanniot am bekanntesten ist,\ndie hohle tönende Phrase und die hochtrabende nichts=\nsagende Pose immer vorgeherrscht haben und noch heute\nvorherrschen. In der That hat die Malerei wohl nirgends so\nsehr die Wahrheit gefälscht, nirgends ist sie so stolz auf Stel=\nzen gegangen, nirgends hat sie dem Leben entschlossener\nden Rücken gekehrt und das Theater entschiedener bevor=\nzugt als in der Darstellung von Soldaten und Schlachten.\nDas ist von jeher so gewesen, und sogar Künstler, die in\neiner naturalistischen Zeit gelebt haben, und die selbst in\nnicht militärischen Dingen ausschliesslich die Wahrheit des\nLebens und der Natur wiederzugeben bestrebt waren, ma=\nchen sich dieses Fehlers schuldig. ©OO\n© Zu einer Zeit, wo Hals, Brouwer, Teniers, Ostade und\nviele andere sich bemühten, nur das Gesehene wiederzu=\ngeben, schuf Wouwerman seine unzähligen Reiterbilder, die\ntrotz ihres kleinen Masstabes immer etwas an Theatervor=\nhänge erinnern, malten Lebrun und van der Meulen ihre\nRiesenschlachten, worauf die Gäule und Menschen sich be=\nnehmen wie Circuskünstler, und selbst der grosse Realist"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "214", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.8", "debut_caractere": 65, "fin_caractere_exclue": 453, "texte": "Velasquez macht in seinem Gemälde der Uebergabe von\nBreda (Las Lanzas) dieser Sucht nach theatralischen Posen\ngewisse Concessionen. Ja sogar der einzige Callot, der doch\ndie Soldaten kannte wie kaum ein Künstler vor ihm, ist von\ndiesem Vorwurfe nicht immer freizusprechen. o©o\n© Wie es damit in unseren Tagen steht, weiss jeder. Man\nbraucht nur irgend eine moderne Gemäldegallerie, irgend"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "215", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 401, "texte": "eine Kunstausstellung zu besuchen, um sich davon zu über=\nzeugen, dass unsere Schlachten= und Soldatenmaler durch\ndie Bank Phrasenmacher oder aber trockene Uniformen=\ncopisten sind. Den in der Uniform steckenden Menschen\nzeigt uns keiner, selbst nicht de Neuville und auch nicht\nWerestchagin. Der letztere streitet für eine Tendenz, und eine\njede Tendenz, mag es auch die schönste und erhabenste sein,"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "216", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 506, "texte": "führt schliesslich\nzu Einseitigkeit\nund damit zu fal=\nsehen Anschauun=\ngen und Darstel=\nlungen. Von De=\ntaille, der heute\nnoch in weite=\nsten Kreisen als\ngrösster lebender\nSchlachtenmaler\nangestaunt wird,\nwill ich hier gar\nnichts sagen. Er\nist der berufenste\nV ertreter der mili=\ntärischen Phrase,\nder glänzendste\nMaler von Unifor=\nmen und Waffen.\nEinen Menschen\nhat er bisher noch\nnicht darzustellen\ngewusst, und das\nwird er auch jetzt\nnicht mehr lernen.\n© Jeanniot be=\ngann seine künst=\nlerische Laufbahn"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "217", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 422, "texte": "vor nicht ganz\nzwanzig Jah=\nren, und was er\ndem Publicum\nzuerst zeigte,\nwaren Solda=\nten, keine Büh=\nnenhelden mit\nschönen Posen,\nkeine Phrase\nund keine Lüge,\nsondern arme\nTeufel in Uni=\nform, geduldige\nSchafe in der\ngrossen Herde,\ndievondenHir=\nten und Hun=\nden herumge=\ntrieben und ab=\ngehetzt werden.\nJahrelang blieb\nJeanniot dann\nauf diesem Ge=\nbiete, und erst\nin den letzten\nJahren ist er\nseinen Solda=\nten untreu ge="}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "218", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1625, "texte": "worden und sucht seine Vorbilder anderswo. Dabei aber\nkann er seiner ersten Liebe nicht vergessen, und von Zeit\nzu Zeit kehrt er wieder zu den „petits pioupious” zurück.\n© Und diese „petits pioupious”, wie der Franzose schmei=\nchelnd die kleinen Rothhosen der Infanterie nennt, kennt\nJeanniot wie kein anderer Maler. Detaille kennt die Uni=\nformen und kann Ihnen genau sagen, wie viele Knöpfe auf\ndem Rocke eines Chasseur ä cheval zur Napoleonszeit ge=\nsessen haben, und wie hoch der Halskragen eines Infanterie=\nUnterofficiers im Kriege von 1870/71 gewesen ist. Aber den\nSoldaten, den gemeinen Dreijährigen, dieses geplackte, zum\nMaschinentheile herabgedrückte Herdenwesen, den kennt\nDetaille nicht, und auch Meissonier und Neuville haben ihn\nnicht gekannt. ©O©\n© Jeanniot kennt ihn und zeigt ihn, wie er ist; zeigt ihn\nmit so packender Lebenswahrheit, dass der Anblick einer\nlebendigen Soldatenschar uns nicht besser von der Realität\nihrer abgehetzten Müdigkeit überzeugen könnte als die Li=\nthographie des Künstlers, welche die auf der schmutzigen\nStrasse im strömenden Regen dahinziehenden, zum Umfal=\nlen müden, den erschlafften Körper nach vorwärts neigen=\nden Soldaten darstellt. Da ist die Untersuchung der Militär=\npflichtigen: unschöne, zum Theil missgestalte, linkische und\nungelenke Körper: die armen Schelme, die man da zum\nerstenmale in ihrem Leben zwingt, sich am hellichten Tage\nvor einer ganzen Versammlung nackt auszuziehen, schämen\nsich ihrer Blösse, und ihre Verlegenheit macht ihre Haltung\nnoch ungeschickter und steifer. Da ist kein Heldenthum,\nkeine Phrase und Pose, nichts bleibt als ungeschminkte Na="}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "219", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 870, "texte": "tur und nackte Wahrheit. Ich möchte dieses Blatt Jeanniots\nmit den Dürer’schen Frauen des Kupferstiches von 1491\nvergleichen, deren unschöne und verwachsene Formen das\nrichtige Gegenstück zu den missgestalten Körpern der Re=\ncruten Jeanniots bilden. ©o©\n© Jeanniot macht uns mit dem Alltagsleben, mit den Ge=\nfühlen, mit der Seele des gemeinen Soldaten bekannt. Von\nglänzenden Uniformen, bäumenden Pferden, wallenden Fe=\nderbüschen und all dem theatralischen Klimbim, der das\nganze Laboratorium der bekanntesten Soldatenmaler aus=\nmacht, sehen wir nichts bei Jeanniot, aber dafür können\nwir versichert sein, wirkliche und lebendige Soldaten von\nFleisch und Blut kennen zu lernen. Keine Gliederpuppen\nund in Uniformen steckende Wachsfiguren, sondern Men=\nsehen, und zwar arme Teufel, Arbeiter und Bauernburschen,\nwelche die Uniform tragen, weil sie müssen, die sich resi="}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "220", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 294, "texte": "gniert ins Unvermeidliche schicken und mit Sehnsucht dem\nTage ihrer Befreiung aus dem militärischen Sclavenjoche\nentgegenharren. ©OO\n© Jeanniot wurde durch seinen Lebensgang ganz von\nselbst auf dieses Gebiet gebracht. Als man vor nunmehr\nsiebzehn oder achtzehn Jahren zum erstenmale in der Oef="}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "224", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1630, "texte": "fentlichkeit von ihm erfuhr, war er bereits kein Jüngling\nmehr. Der Kunst hat er sich erst ergeben, als ihn ein Unfall\nfür seinen ursprünglichen Beruf untauglich gemacht hatte.\nJeanniot ist siebzehn Jahre lang Officier gewesen und hat\nals Lieutenant den deutsch=französischen Krieg mitgemacht.\nZu seinem Vergnügen hat er wohl damals schon gezeichnet\nund gemalt, aber erst nachdem er den Militärdienst aufge=\ngeben hatte, wandte er sich ganz der Kunst zu und be=\nschickte die Ausstellungen. ©©©\n© Da war es denn ganz natürlich, dass er zunächst das\nGebiet cultivierte, welches ihm so genau bekannt war.\nAusser den Darstellungen aus dem Leben der Soldaten in\nder Kaserne und im Manöver hat er auch einige Kriegssce=\nnen festgehalten, so ein mit Leichen bedecktes Schlachtfeld,\ndas nicht weniger grausig und vielleicht naturgetreuer ist\nals die ähnlichen Arbeiten Werestchagins. Und nicht nur\ndie französischen Soldaten kennt er, sondern auch mit den\ndeutschen ist er vertraut. Vor einigen Jahren verbrachte er\neinen Sommer in Wörrishofen bei Pfarrer Kneipp, und von\ndort stammen die deutschen Soldaten, denen man in seinen\nMappen begegnet. Die dortigen deutschen Officiere gestat=\nteten dem ehemaligen französischen Kameraden gerne, den\nUebungen beizuwohnen und seine Skizzen zu machen. ©\n© In den letzten Jahren wählt Jeanniot seine Themen\nweniger im Militärleben, sondern er schildert mit Vorliebe\ndas Treiben auf der Strasse und im Wirtshause. Eine seiner\nRadierungen stellt zwei auf der Imperiale des Omnibus über\ndie Place de la Concorde fahrende Männer dar, andere Blät=\nter zeigen Arbeiter in der Absinthkneipe, müde Spazier="}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "225", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.19", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1640, "texte": "ganger auf den Bänken der öffentlichen Anlagen, elegante\nHerren im Clubzimmer, promenierende Damen, zeitung=\nlesende Passagiere im Eisenbahncoupe und sonst allerlei\nScenen aus dem täglichen Leben. O©o\n© Allen diesen Blättern ist die überzeugende Lebenswahr=\nheit eigen, und allen merkt man an, dass der Künstler nie=\nmals aufs Gerathewohl arbeitet, dass er keinen einzigen\nStrich kitsch macht, sondern dass alle seine Arbeiten bei un=\nmittelbarer Anschauung der Natur geschaffen sind. ©©©\n© Jeanniots Specialfach ist die Radierung; besonders in der\nletzten Zeit hat er sich stark auf diesen Kunstzweig verlegt,\nund zwar stellt er augenblicklich sehr interessante Versuche\nzur Erlangung von farbigen Radierungen an. Bei diesen\nVersuchen ist er zur Entdeckung eines neuen Aetzmittels\ngelangt, welches die feinsten und delicatesten Nuancen und\nAbstufungen vollkommen wiedergibt und die zarteste Mo=\ndellierung und Abtönung gestattet. ©©©\n© Indessen ist Jeanniot nicht ausschliesslich Radierer: er hat\nzahlreiche Oelgemälde, Pastelle und Lithographien geschaf=\nfen, und in den Ausstellungen des Champ de Mars ist er all=\njährlich in mindestens zwei Kunstgattungen vertreten. Im\ngrossen Publicum ist Jeanniot immer noch nicht so bekannt\nund geschätzt, wie er es als Illustrator vieler gelesener Bücher\nsein sollte, aber die Künstler wissen sein Talent zu würdigen.\n© Auf der Weltausstellung hat er ausser mehreren Radie=\nrungen und Zeichnungen drei Oelgemälde; zwei davon sind\nverkauft, und zwar wurde das eine, das Bildnis eines kleinen\nMädchens, vor zwei Jahren im Salon des Champ de Mars\nvon keinem Geringeren als Puvis de Chavannes erworben."}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "226", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.20", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1601, "texte": "Das andere ist ein Damenporträt und gehört dem bekannten\nThiermaler Gaston Guignard. Im allgemeinen kann man\naus der Thatsache, dass ein Künstler viel verkauft, eben\nnicht auf die Güte seiner Werke schliessen; sind seine Käufer\naber selbst Künstler, so mag der Laie getrost diesem Beispiele\nfolgen, denn an einem Maler, dessen Arbeiten von seinen\nCollegen gekauft werden, muss schon etwas Apartes sein.\nDas Aparte an Jeanniot scheint mir darin zu liegen, dass\ner nur Gesehenes darstellt, dass er nur das Wichtigste gibt\nund alles Nebensächliche beiseite lässt, und dass er in seinen\nfarbigen Sachen die Farben in discreter, wohlthuender und\nvornehm harmonischer Weise zusammenbringt. Die beiden\nletzten dieser Eigenschaften hat er mit Puvis de Chavannes\ngemein, und das mag wohl den grossen Decorator bewogen\nhaben, das erwähnte Porträt zu kaufen. Wie Puvis gibt Jean=\nniot in seiner Zeichnung nur eine Synthese, er verzichtet auf\nalles nebensächliche Beiwerk und beschränkt sich auf die\nWiedergabe der bestimmenden Hauptlinien. OO©\n© Davon abgesehen, ist freilich ein himmelweiter Unter=\nschied zwischen den beiden genannten Künstlern: Puvis\nschwebt hoch über dem irdischen Leben in einer idealen\nSphäre, Jeanniot steht fest und sicher auf dem Boden der\nWirklichkeit, und was er anstrebt und sucht, ist diese Wirk=\nlichkeit in überzeugender Greifbarkeit darzustellen. ©©©\n© Puvis de Chavannes ist ein Seher wie Dante und Mil=\nton, Jeanniot Hesse sich eher mit den grossen englischen\nRealisten Smollet und Fielding oder aber mit Maupassant\nund Court ebne vergleichen. ©©O\n© Paris.\n\nKARL EUGEN SCHMIDT."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1900-07-15-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabf_1900-07-15_01#c009", "volume": "bmtnabf_1900-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "212", "page_fin": "223", "image_debut": 6, "image_fin": 17, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.2.3.2", "titre_corps": "Zeichnungen", "titre_sommaire": "Zeichnungen", "signature_source": "Pierre George Jeanniot CM", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "214", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 42, "texte": "Zeichnungen\nvon\nPierre George Jeanniot CM."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1900-07-15-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabf_1900-07-15_01#c011", "volume": "bmtnabf_1900-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "214", "page_fin": "214", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.2.3.2.2", "titre_corps": "V. 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MÜHLGASSE 19 (IM EIGENEN HAUSE)\nTELEPHON 7782.\nGROSSE AUSWAHL\nELEGANTER MO-\nDERNER RAHMEN.\nBESTELLUNGEN\nAUCH NACH SPE-\nCIELLEN SKIZZEN\nWERDEN PROMPT\nUND BILLIGST AUS-\n= GEFÜHRT. ="}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1900-07-15-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabf_1900-07-15_01#c025", "volume": "bmtnabf_1900-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "228", "page_fin": "228", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "228", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.22", "debut_caractere": 354, "fin_caractere_exclue": 409, "texte": "m\nN\n5M\nft\n«=»\nCM*=* *Ä *» u°\nXMS'STW\nQ>\nc\nVj\no o\noo\ne«k"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1900-07-15-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabf_1900-07-15_01#c026", "volume": "bmtnabf_1900-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "228", "page_fin": "228", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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BAKALOWITS\nSÖHNE\nKRYSTALL-LUSTER, TRINK-\nSERVICES\nK. UND K. HOFLIEFERANTEN\nWIEN, I. KÄRNTNERSTRasse 12\nSPIEGEL, PHANTASIE-OBJECTE\nETC.\n\nu\nöS\nV\nFÜRST VON METTERNICH’SCHE\nRICHARDS-QUELLE.\nBESTES TAFELWASSER DER WELT.\nCURORT UND STAHLBAD KÖNIGSWART\n(BÖHMEN)\nHAUPT-DEPOT BEI S. UNGAR JUN.,\nWIEN, I. JASOMIRGOTTSTRASSE 4.\nERHÄLTLICH IN ALLEN APOTHEKEN\nUND MINERALWASSER-HANDLUNGEN\nCENTRAL-KANZLEI WIEN, I. KÄRNTNERRING 5\n\nse\nst\ni°j\nSt\n•B'WHAVSW^\nKV/Sl? K- HOF -\nLieP<iRAHTCH ••\nPVR\nMOte>?l_9bFP<;-\nTSFPKH'c -TiSVI\n=VAU? B^irpecntM\nIM VJKM\nvmp nom.^io-i\n■i»\nfl\nWI*H\nOFENRING x\nM<;lNß(Cnsr.°P\n\nPEUKANFAKBEN\nCVNTHER WAGNER\nRVNSTIERWASSERFARBEN\nfEI N5Te MfIRKE'FÜR KÜHST|CRiSCIiE ARBEITEN"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.3", "texte": "SECESSION\nMITTHEILUN'\nGEN DER VER'\nEINIGUNG\nBILDENDER\nKÜNSTLER\nÖSTERREICHS\nVER SACRUM\nHeft 14\n15. Juli\n1900\nDAS REDACTIONS-\nCOMITE:\nGUSTAV KLIMT\nJ. M. AUCHENTALLER\nFERDINAND ANDRI\nOTTO FRIEDRICH\nFRANZ HANCKE"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "213", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.7", "texte": "PIERRE GEORGE JEANNIOT.\n\nAS Charakteristicum sämmtlicher Arbeiten Jean=\nniots ist die überzeugende Wahrheit, die uns aus\njedem seiner Blätter entgegenleuchtet. Er schildert\nkein Theater, sondern Leben, keine Bühnenhel=\nden, sondern Menschen. Das ist umso bemerkenswerter, als\ngerade auf dem Gebiete, wo Jeanniot am bekanntesten ist,\ndie hohle tönende Phrase und die hochtrabende nichts=\nsagende Pose immer vorgeherrscht haben und noch heute\nvorherrschen. In der That hat die Malerei wohl nirgends so\nsehr die Wahrheit gefälscht, nirgends ist sie so stolz auf Stel=\nzen gegangen, nirgends hat sie dem Leben entschlossener\nden Rücken gekehrt und das Theater entschiedener bevor=\nzugt als in der Darstellung von Soldaten und Schlachten.\nDas ist von jeher so gewesen, und sogar Künstler, die in\neiner naturalistischen Zeit gelebt haben, und die selbst in\nnicht militärischen Dingen ausschliesslich die Wahrheit des\nLebens und der Natur wiederzugeben bestrebt waren, ma=\nchen sich dieses Fehlers schuldig. ©OO\n© Zu einer Zeit, wo Hals, Brouwer, Teniers, Ostade und\nviele andere sich bemühten, nur das Gesehene wiederzu=\ngeben, schuf Wouwerman seine unzähligen Reiterbilder, die\ntrotz ihres kleinen Masstabes immer etwas an Theatervor=\nhänge erinnern, malten Lebrun und van der Meulen ihre\nRiesenschlachten, worauf die Gäule und Menschen sich be=\nnehmen wie Circuskünstler, und selbst der grosse Realist"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "214", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.8", "texte": "Zeichnungen\nvon\nPierre George Jeanniot CM.\n\nV. Kunstausstellung\n\nVelasquez macht in seinem Gemälde der Uebergabe von\nBreda (Las Lanzas) dieser Sucht nach theatralischen Posen\ngewisse Concessionen. Ja sogar der einzige Callot, der doch\ndie Soldaten kannte wie kaum ein Künstler vor ihm, ist von\ndiesem Vorwurfe nicht immer freizusprechen. o©o\n© Wie es damit in unseren Tagen steht, weiss jeder. Man\nbraucht nur irgend eine moderne Gemäldegallerie, irgend"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "215", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.9", "texte": "eine Kunstausstellung zu besuchen, um sich davon zu über=\nzeugen, dass unsere Schlachten= und Soldatenmaler durch\ndie Bank Phrasenmacher oder aber trockene Uniformen=\ncopisten sind. Den in der Uniform steckenden Menschen\nzeigt uns keiner, selbst nicht de Neuville und auch nicht\nWerestchagin. Der letztere streitet für eine Tendenz, und eine\njede Tendenz, mag es auch die schönste und erhabenste sein,"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "216", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.10", "texte": "führt schliesslich\nzu Einseitigkeit\nund damit zu fal=\nsehen Anschauun=\ngen und Darstel=\nlungen. Von De=\ntaille, der heute\nnoch in weite=\nsten Kreisen als\ngrösster lebender\nSchlachtenmaler\nangestaunt wird,\nwill ich hier gar\nnichts sagen. Er\nist der berufenste\nV ertreter der mili=\ntärischen Phrase,\nder glänzendste\nMaler von Unifor=\nmen und Waffen.\nEinen Menschen\nhat er bisher noch\nnicht darzustellen\ngewusst, und das\nwird er auch jetzt\nnicht mehr lernen.\n© Jeanniot be=\ngann seine künst=\nlerische Laufbahn"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "217", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.11", "texte": "vor nicht ganz\nzwanzig Jah=\nren, und was er\ndem Publicum\nzuerst zeigte,\nwaren Solda=\nten, keine Büh=\nnenhelden mit\nschönen Posen,\nkeine Phrase\nund keine Lüge,\nsondern arme\nTeufel in Uni=\nform, geduldige\nSchafe in der\ngrossen Herde,\ndievondenHir=\nten und Hun=\nden herumge=\ntrieben und ab=\ngehetzt werden.\nJahrelang blieb\nJeanniot dann\nauf diesem Ge=\nbiete, und erst\nin den letzten\nJahren ist er\nseinen Solda=\nten untreu ge="}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "218", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.12", "texte": "worden und sucht seine Vorbilder anderswo. Dabei aber\nkann er seiner ersten Liebe nicht vergessen, und von Zeit\nzu Zeit kehrt er wieder zu den „petits pioupious” zurück.\n© Und diese „petits pioupious”, wie der Franzose schmei=\nchelnd die kleinen Rothhosen der Infanterie nennt, kennt\nJeanniot wie kein anderer Maler. Detaille kennt die Uni=\nformen und kann Ihnen genau sagen, wie viele Knöpfe auf\ndem Rocke eines Chasseur ä cheval zur Napoleonszeit ge=\nsessen haben, und wie hoch der Halskragen eines Infanterie=\nUnterofficiers im Kriege von 1870/71 gewesen ist. Aber den\nSoldaten, den gemeinen Dreijährigen, dieses geplackte, zum\nMaschinentheile herabgedrückte Herdenwesen, den kennt\nDetaille nicht, und auch Meissonier und Neuville haben ihn\nnicht gekannt. ©O©\n© Jeanniot kennt ihn und zeigt ihn, wie er ist; zeigt ihn\nmit so packender Lebenswahrheit, dass der Anblick einer\nlebendigen Soldatenschar uns nicht besser von der Realität\nihrer abgehetzten Müdigkeit überzeugen könnte als die Li=\nthographie des Künstlers, welche die auf der schmutzigen\nStrasse im strömenden Regen dahinziehenden, zum Umfal=\nlen müden, den erschlafften Körper nach vorwärts neigen=\nden Soldaten darstellt. Da ist die Untersuchung der Militär=\npflichtigen: unschöne, zum Theil missgestalte, linkische und\nungelenke Körper: die armen Schelme, die man da zum\nerstenmale in ihrem Leben zwingt, sich am hellichten Tage\nvor einer ganzen Versammlung nackt auszuziehen, schämen\nsich ihrer Blösse, und ihre Verlegenheit macht ihre Haltung\nnoch ungeschickter und steifer. Da ist kein Heldenthum,\nkeine Phrase und Pose, nichts bleibt als ungeschminkte Na="}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "219", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.13", "texte": "tur und nackte Wahrheit. Ich möchte dieses Blatt Jeanniots\nmit den Dürer’schen Frauen des Kupferstiches von 1491\nvergleichen, deren unschöne und verwachsene Formen das\nrichtige Gegenstück zu den missgestalten Körpern der Re=\ncruten Jeanniots bilden. ©o©\n© Jeanniot macht uns mit dem Alltagsleben, mit den Ge=\nfühlen, mit der Seele des gemeinen Soldaten bekannt. Von\nglänzenden Uniformen, bäumenden Pferden, wallenden Fe=\nderbüschen und all dem theatralischen Klimbim, der das\nganze Laboratorium der bekanntesten Soldatenmaler aus=\nmacht, sehen wir nichts bei Jeanniot, aber dafür können\nwir versichert sein, wirkliche und lebendige Soldaten von\nFleisch und Blut kennen zu lernen. Keine Gliederpuppen\nund in Uniformen steckende Wachsfiguren, sondern Men=\nsehen, und zwar arme Teufel, Arbeiter und Bauernburschen,\nwelche die Uniform tragen, weil sie müssen, die sich resi="}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "220", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.14", "texte": "gniert ins Unvermeidliche schicken und mit Sehnsucht dem\nTage ihrer Befreiung aus dem militärischen Sclavenjoche\nentgegenharren. ©OO\n© Jeanniot wurde durch seinen Lebensgang ganz von\nselbst auf dieses Gebiet gebracht. Als man vor nunmehr\nsiebzehn oder achtzehn Jahren zum erstenmale in der Oef="}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "224", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.18", "texte": "fentlichkeit von ihm erfuhr, war er bereits kein Jüngling\nmehr. Der Kunst hat er sich erst ergeben, als ihn ein Unfall\nfür seinen ursprünglichen Beruf untauglich gemacht hatte.\nJeanniot ist siebzehn Jahre lang Officier gewesen und hat\nals Lieutenant den deutsch=französischen Krieg mitgemacht.\nZu seinem Vergnügen hat er wohl damals schon gezeichnet\nund gemalt, aber erst nachdem er den Militärdienst aufge=\ngeben hatte, wandte er sich ganz der Kunst zu und be=\nschickte die Ausstellungen. ©©©\n© Da war es denn ganz natürlich, dass er zunächst das\nGebiet cultivierte, welches ihm so genau bekannt war.\nAusser den Darstellungen aus dem Leben der Soldaten in\nder Kaserne und im Manöver hat er auch einige Kriegssce=\nnen festgehalten, so ein mit Leichen bedecktes Schlachtfeld,\ndas nicht weniger grausig und vielleicht naturgetreuer ist\nals die ähnlichen Arbeiten Werestchagins. Und nicht nur\ndie französischen Soldaten kennt er, sondern auch mit den\ndeutschen ist er vertraut. Vor einigen Jahren verbrachte er\neinen Sommer in Wörrishofen bei Pfarrer Kneipp, und von\ndort stammen die deutschen Soldaten, denen man in seinen\nMappen begegnet. Die dortigen deutschen Officiere gestat=\nteten dem ehemaligen französischen Kameraden gerne, den\nUebungen beizuwohnen und seine Skizzen zu machen. ©\n© In den letzten Jahren wählt Jeanniot seine Themen\nweniger im Militärleben, sondern er schildert mit Vorliebe\ndas Treiben auf der Strasse und im Wirtshause. Eine seiner\nRadierungen stellt zwei auf der Imperiale des Omnibus über\ndie Place de la Concorde fahrende Männer dar, andere Blät=\nter zeigen Arbeiter in der Absinthkneipe, müde Spazier="}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "225", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.19", "texte": "ganger auf den Bänken der öffentlichen Anlagen, elegante\nHerren im Clubzimmer, promenierende Damen, zeitung=\nlesende Passagiere im Eisenbahncoupe und sonst allerlei\nScenen aus dem täglichen Leben. O©o\n© Allen diesen Blättern ist die überzeugende Lebenswahr=\nheit eigen, und allen merkt man an, dass der Künstler nie=\nmals aufs Gerathewohl arbeitet, dass er keinen einzigen\nStrich kitsch macht, sondern dass alle seine Arbeiten bei un=\nmittelbarer Anschauung der Natur geschaffen sind. ©©©\n© Jeanniots Specialfach ist die Radierung; besonders in der\nletzten Zeit hat er sich stark auf diesen Kunstzweig verlegt,\nund zwar stellt er augenblicklich sehr interessante Versuche\nzur Erlangung von farbigen Radierungen an. Bei diesen\nVersuchen ist er zur Entdeckung eines neuen Aetzmittels\ngelangt, welches die feinsten und delicatesten Nuancen und\nAbstufungen vollkommen wiedergibt und die zarteste Mo=\ndellierung und Abtönung gestattet. ©©©\n© Indessen ist Jeanniot nicht ausschliesslich Radierer: er hat\nzahlreiche Oelgemälde, Pastelle und Lithographien geschaf=\nfen, und in den Ausstellungen des Champ de Mars ist er all=\njährlich in mindestens zwei Kunstgattungen vertreten. Im\ngrossen Publicum ist Jeanniot immer noch nicht so bekannt\nund geschätzt, wie er es als Illustrator vieler gelesener Bücher\nsein sollte, aber die Künstler wissen sein Talent zu würdigen.\n© Auf der Weltausstellung hat er ausser mehreren Radie=\nrungen und Zeichnungen drei Oelgemälde; zwei davon sind\nverkauft, und zwar wurde das eine, das Bildnis eines kleinen\nMädchens, vor zwei Jahren im Salon des Champ de Mars\nvon keinem Geringeren als Puvis de Chavannes erworben."}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "226", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.20", "texte": "Das andere ist ein Damenporträt und gehört dem bekannten\nThiermaler Gaston Guignard. Im allgemeinen kann man\naus der Thatsache, dass ein Künstler viel verkauft, eben\nnicht auf die Güte seiner Werke schliessen; sind seine Käufer\naber selbst Künstler, so mag der Laie getrost diesem Beispiele\nfolgen, denn an einem Maler, dessen Arbeiten von seinen\nCollegen gekauft werden, muss schon etwas Apartes sein.\nDas Aparte an Jeanniot scheint mir darin zu liegen, dass\ner nur Gesehenes darstellt, dass er nur das Wichtigste gibt\nund alles Nebensächliche beiseite lässt, und dass er in seinen\nfarbigen Sachen die Farben in discreter, wohlthuender und\nvornehm harmonischer Weise zusammenbringt. Die beiden\nletzten dieser Eigenschaften hat er mit Puvis de Chavannes\ngemein, und das mag wohl den grossen Decorator bewogen\nhaben, das erwähnte Porträt zu kaufen. Wie Puvis gibt Jean=\nniot in seiner Zeichnung nur eine Synthese, er verzichtet auf\nalles nebensächliche Beiwerk und beschränkt sich auf die\nWiedergabe der bestimmenden Hauptlinien. OO©\n© Davon abgesehen, ist freilich ein himmelweiter Unter=\nschied zwischen den beiden genannten Künstlern: Puvis\nschwebt hoch über dem irdischen Leben in einer idealen\nSphäre, Jeanniot steht fest und sicher auf dem Boden der\nWirklichkeit, und was er anstrebt und sucht, ist diese Wirk=\nlichkeit in überzeugender Greifbarkeit darzustellen. ©©©\n© Puvis de Chavannes ist ein Seher wie Dante und Mil=\nton, Jeanniot Hesse sich eher mit den grossen englischen\nRealisten Smollet und Fielding oder aber mit Maupassant\nund Court ebne vergleichen. ©©O\n© Paris.\n\nKARL EUGEN SCHMIDT."}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "227", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.21", "texte": "RUDOLF GEBURTH\nK. U. K. HOF-MASCHINIST äS\nWIEN, VII. KAISERSTRASSE 71\nlyjji\n093 OOCS 090\n1\nU\nU\nu\nO\nm\nst\nst\nSt\nSt\nS>\näss\n■ jif J\nJ\nV.\nu\nu\ns\nmm\nHEIZOFEN FÜR DAUER-\nBRAND UND PERIODI-\nSCHE HEIZUNG IN MO-\nDERNER STYLVOLLER\nAUSFÜHRUNG\nAUSGEZEICHNET\nDURCH GLEICHMÄSSI-\nGES HEIZEN, ENORM\nLANGE BRENNDAUER\nUND EINFACHSTE BE-\nHANDLUNG\ni\n\nGLASMALEREI\nCARL GEYLING’s\nERBEN\nGEGRÜNDET 1841\nWIEN, VI. WIND-\nMÜHLGASSE 22\n\nK. UND K. KUNST-\nERZGIESSEREI\nFILIALE DER BERNDORFER METALLWAAREN-\nPABRIK ARTHUR KRUPP, WIEN, IV. GUSSHAUS-\nSTRASSE 25\nÜBERNIMMT DEN GUSS VON MONUMENTEN,\nGROSSEN PLASTISCHEN WERKEN, DECORA-\ntions-figuren etc. ausserdem erzeugt\ndie ANSTALT ALLE ARTEN KLEINERER KUNST-\nGEWERBLICHER BRONZEN IN GEDIEGENSTER\nAUSFÜHRUNG\n\nDZIEDZIWSKI v HAMCH\nKvK- HOFBROMZEWAREW FABRIK\nWICkl- viiiALBERT(?iftES\nKVkIfIBROUZEW-\nGckiREV\nFiCvZREkI- JARDIHIEREW\nBFLFVCTVUCyöRFER\n• OC«i(?tCH •"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "228", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.22", "texte": "i r *\ni\n/v\\vsreß\nTAP<=T<SH\nWAU6R\nLRIST.KQW1\nTAP6T6N\nCbr\n,J*>.\nK\n.9\nem>*\n_L\n•öd-\noeßK v,\nOCHV>SC.HITVZ.\nWEM r.<raeit)tnaßHT pj*z\n\nRICHARD MELCHER\nRAHMEN.TISCHLEREI\nWIEN, IV. MÜHLGASSE 19 (IM EIGENEN HAUSE)\nTELEPHON 7782.\nGROSSE AUSWAHL\nELEGANTER MO-\nDERNER RAHMEN.\nBESTELLUNGEN\nAUCH NACH SPE-\nCIELLEN SKIZZEN\nWERDEN PROMPT\nUND BILLIGST AUS-\n= GEFÜHRT. =\n\nm\nN\n5M\nft\n«=»\nCM*=* *Ä *» u°\nXMS'STW\nQ>\nc\nVj\no o\noo\ne«k\n\nKvKH°FW\nNA/n/AER\nCLAVIER-\nTABRIKftNT\nFRIEDRICH-\nEHRBAR\n'WICIMiv\n•AVuhISASJE‘2B-\n- LAVIERE\nFABSH KEIM:\n-hm-pre\n“IW»VMIU§mSIE. ®@\nm\nn\niUCM\n&L\nm"}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "229", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.23", "texte": "fö »Z^icilth5 a\nWv/HDAQIIR im/BllXh\nMANbLVNG\nm.\nm.\n\\jk\nTHWnARbWIFI\ni KARhTHMCRSrR' 9\n7Ö3\nORIGINAL Lb\n,^V\n\nCKR Blilflrß lf VHB^TRITr^N:\nÖ^nARHAVIri\nA\ni\nm\nGe*I2>TItRT IN-16-HAKTXGRAS^rv\n2.V IN\nPAPI^RMANBLVNG\n\ns\nm\nIM\nf£\nWIEN. VI oa\nmagdalenenst\n10 3\n0\n/?\nr/\nBEHUCHTUNGS\nSS\n&\n3\niS)\nJL\n\n•; ■ ;• . ii?:-\nÄfIBTWM\nKKSCHATZUHCS-\nC.OMMI.SSAR-\nWIEN .VII.z *3\nBREITEC7IO&I2:\nPEKMAHE.NTEI AUS\nSTEILUHG\nMODE.RNELN .STVLE.S"}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "230", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19000715-01.1.24", "texte": "Für die REDACTION verantwortlich: FERDINAND ANDRI in WIEN\nHerausgeber: VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS\nDruck von ADOLF HOLZHAUSEN, k.u.k.Hof-u.Univ.-Buchdrucker in Wien\nGlicht von der „GRAPHISCHEN UNION” in Wien"}]}