{"numero_id": "bm-bmtnabf-1902-04-15-01", "volume": "bmtnabf_1902-04-15_01", "ocr_sha256": "a097d0757de12c85621841a2a4a2097ac30c664a071769204abc0dd46114c4d9", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabf/issues/1902/04/15_01/bmtnabf_1902-04-15_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabf/issues/1902/04/15_01/bmtnabf_1902-04-15_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabf-1902-04-15-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabf_1902-04-15_01#c004", "volume": "bmtnabf_1902-04-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[122]", "page_fin": "124", "image_debut": 6, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.2.4", "titre_corps": "AUS DEM MÄRCHEN: \"DIE GÄNSEMAGD\"", "titre_sommaire": "AUS DEM MÄRCHEN: \"DIE GÄNSEMAGD\"", "signature_source": "MAXIMILIAN LIEBENWEIN OM", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "124", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 58, "texte": "AUS DEM MÄRCHEN; „DIE GÄNSEMAGD”\nMAXIMILIAN LIEBENWEIN OM."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1902-04-15-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabf_1902-04-15_01#c005", "volume": "bmtnabf_1902-04-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "125", "page_fin": "136", "image_debut": 9, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.2.5", "titre_corps": "AUSZUG AUS DREI REISEBRIEFEN VON MEINER REISE NACH BOSNIEN 1900", "titre_sommaire": "AUSZUG AUS DREI REISEBRIEFEN VON MEINER REISE NACH BOSNIEN 1900", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "125", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1433, "texte": "AUSZUG AUS DREI REISEBRIEFEN\nVON MEINER REISE NACH BOSNIEN 1900.\nInfanteriekaseme in Pod Romanja, am 3. Juli 1900.\n© Laß Dir berichten, Frau Liebste. Den Weg bis\nzur Höhe von Bfezarica kennst Du aus früheren Briefen.\nDort mußte ich die erreichte Höhe von 1250 m aufgeben\nund talab bis Han Bimbasi (800 Von da stieg mein Weg\nwieder bis Mokros, einem Bergdorfe am Fuße desßomanja=\ngebirges. Die Hitze des Tages war unerträglich und die\nLausfliegen und Bremsen fielen zu hunderten auf mein\narmes Pferd. Ich selbst verscheuchte das Gesindel von\nmeinem Gesichte durch Rauchen. O©o\nO Von Mokros bis Na Romanja steigt die Poststraße in un=\ngeheuren Windungen zu einem Bergsattel an, der zwischen\nhohen Felsen liegt. Ich benützte aber die alte, verfallene\ntürkische Straße, die die beiden größten Serpentinen ab=\nschneidet, und ersparte so 6 km Weges. ©o©\n© Mein Schimmel Zekan, der auf der glatten Straße er=\nmattet schien, kletterte wie eine Gemse im Gerolle des\nzerstörten Straßenpflasters zwischen den Fichten des Ur=\nwaldes aufwärts. Dies Klettern ging bis zur Paßhöhe des\nRomanjagebirges (1364 m), wo man wieder die Poststraße\nerreicht, die wie ein Parkweg durch den Urwald mit seinen\nbärtigen Bäumen führt. ©o©\n© Auf der Höhe des Bergjoches liegt der Ort Na Romanja.\n© Er besteht aus einem Straßenmeisterhause, einem Gen=\ndarmerieposten, einem unappetitlichen türkischen Han und\nzwei Ducans oder Kaufläden, die man in Wien als „Greiß="}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "126", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.10", "debut_caractere": 27, "fin_caractere_exclue": 538, "texte": "lereien” bezeichnen würde. Hier bekommt man alles vom\nZündholz bis zum Hosenstoff, von der Zwiebel und der\nTalgkerze bis zum geselchten Ziegenfleisch, das in Bündeln\nrauchschwarz und wenig verlockend, von Fliegen besetzt,\nam vorspringenden Dache hängt. ©©©\n© Es war 10 Minuten vor 1 Uhr, als ich dort oben ankam,\nund ich war sehr hungrig, denn seit 5 Uhr früh hatte ich\nnur schwarzen Kaffee genossen. ©©©\n© Auf dem Gendarmerieposten bekam ich ein gutes\nMittagessen, besser als in irgend einem Hotel in Sarajevo."}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "127", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.11", "debut_caractere": 27, "fin_caractere_exclue": 555, "texte": "Ich staune über diesen Komfort im Hochgebirge. Ich bekam\nfür 40 Kreuzer ein Diner von vier Gängen, bei dem auch der\nlandesübliche Lauch, „luka” genannt, nicht fehlte. Es ist hier\nallgemein Sitte, den Lauch = in Wien „Buri” = roh zu essen.\n© Nach dem Essen zeigte mir der Postenkommandant\nauf der Spezialkarte noch einige Wegkürzungen für meinen\nWeitermarsch. = = ©©o\n© Bis hierher war die Landschaft in Bezug auf Farbe\nreizlos; bei meinem Abstiege begann sie interessant zu\nwerden. Im Osten senkt sich das Romanjagebirge mählich"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "128", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1524, "texte": "gegen die Hochebene Glazinac. Von der Höhe kann man\nein weites, wellenförmiges Land mit Feldern, Wiesen,\nDörfern, Baumgruppen und kleinen Wäldchen sehen. So\nmag Moses ins gelobte Land gesehen haben. ©©©\n?. e^er unten gerät man wieder in den Urwald. Aber\ndie Straße und die alten türkischen Wege sind heute nicht\neinsam: morgen ist Markttag in Sarajevo. Saumtierkolon=\nnen, Ziegenherden und breitgestirnte, zottige Rinder be=\ngegnet man genug. Reizende Bilder sind zu sehen. Rastende\nBauern. Sie liegen auf den Säcken mit Wolle, die man\nvon den Tragpferden abgeladen hat. Die Tiere grasen im\nKöhrenwalde und melancholisch bimmeln die Glocken an\nihrem Halse. = Dann wieder Ochsen, die in einer grünüber=\nzogenen Pfütze vor der sengenden Sonne Schutz suchen. =\nDann ein einsames Wirtshaus im Walde. = ©©o\n© Das letzte Stück meines Weges durch den Urwald ging\nich zu Fuß; denn große Steintrümmer, gestürzte Stämme und\nFarnkrautdickicht engten den Weg ein oder machten ihn\nunsichtbar. Mir aber war die Richtung durch eine Tele=\ngraphenleitung gegeben, die von der vielgewundenen Post=\nStraße abweichend der Luftlinie folgt. ©©©\n© Dann kommen die Ausläufer des Waldes; junge Fich=\nten, dann wieder mannshohe Farnkräuter, die den Wald=\nboden decken. Alte, große Föhren mit prachtvollen Kronen\nrecken sich aus dem Dickicht empor, wie Speere eines\nFähnleins Gewappneter. ©©©\n© Schräg bescheint die Sonne nur noch die flüsternden\nWipfel; mein Roß und ich fühlen die Wohltat kühlen\nSchattens. Zwischen den Stämmen hinaus sieht man wie="}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1454, "texte": "der ins weite Land. Ein großes, hellgrünes Gebäude mit\neinem runden Festungsturm und Schießscharten an den\nFronten liegt dort auf einem niedrigen Hügel. Gärten rings\num das geschlossene Viereck. Die Infanteriekaserne Pod\nRomanja. = o©o\n0 Ich hätte eigentlich heute noch bis Sokolac reiten sollen,\naber mit Rücksicht auf mein ermüdetes Pferd nahm ich die\nGastfreundschaft der Offiziere an, die hier einsam hausen.\n= Wir blieben noch lange im Garten sitzen. Eine wunder=\nvolle sternklare Nacht, die Mondsichel am Himmel. = 0\n© Bevor ich mich zu Bette lege, schrieb ich Dir diesen\nBrief. Nun sage ich Dir gute Nacht und küsse Dich als 0\nDein Maximilian. ©\nSokolac, am 4. Juli 1900.\n© Meine Frau Liebste! Am Morgen wurde ich durch die\nTagwache geweckt, frühstückte noch mit den Herren und\nstieg um 8 Uhr zu Pferde. Ich erreichte Sokolac in einer\nhalben Stunde, denn es war eine Wonne, in der blinkenden\nMorgensonne über die Hochebene zu reiten, teils im Galopp\nüber weichen Grasboden, teils im Trab auf einer wohlge=\npflegten Straße. 00©\n0 Die Landschaft ist wundervoll; sie zeigt überall große,\nbedeutende und angenehme Linien. Kiefernwäldchen und\nWacholdergestrüpp wechseln mit Hutweiden; grüne Fel=\nder und Alpenmatten mit Sennhütten und hohen kegel=\nförmigen Heuschobern.. Türken= und Bogumilengräber\nputzen die Gegend auf. Überall weidendes Vieh. Am Him=\nmel ballen und türmen sich weiße Wolken. ©OO\n© In Sokolac, einem Neste von wenig Blockhäusern, bin"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "131", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1446, "texte": "ich in der Gendarmeriekaserne untergebracht. Der Wacht=\nmeister besorgt mir die Modelle. Ein reizendes, schlankes\nMädchen von 17 Jahren, namens Milica, zeichnete ich\nspinnend mit Rocken und Spindel. Ich bin entzückt über\ndie feinen Hände, die kleidsame Tracht und den holden\nRhythmus der Bewegung. Für morgen bestellte ich mir\neinen landesüblichen Ochsenwagen, doch liegt mir auch\nnoch Milica im Sinne. == 00©\n0 Zwei von den Offizieren aus Pod Romanja besuchten\nmich und sahen meiner Arbeit zu. Da ein Gewitter kam\nund es zu tröpfeln anfing, gingen wir ins türkische Kaffee=\nhaus „zum Falken”. Ich bin sehr glücklich, denn die Gegend\nist herrlich, die Menschen schön und das Vieh malerisch.\nDazu kommen kolossale Wolkenbildungen. Das aufziehende\nGewitter erinnerte mich an Klingers gewaltige Lüfte ==\nNa Romanja, am 6. Juli 1900.\n© Ich halte hier Rast auf meiner letzten Fahrt. In Sokolac\nstand ich gestern sehr früh auf. Bald kam auch schon den\ngewundenen Weg vom Dorfe Batics her ein abenteuer=\nliches Fuhrwerk gefahren, knarrend und breitspurig mit\nholpernden Rädern. Keines davon rund und keines dem\nandern gleich an Größe. Es sind nur Scheiben, aus dem\nStamme einer Eiche herausgeschnitten. 000\n0 Vier Ochsen sind angespannt, zwei graue, ein schwarzer,\nein roter. Ein Bauer ist dabei, mit einem spitzen roten\nTurban auf dem sonnverbrannten Haupt, schier wie ein\nIndier anzusehen. Mit dem Homerischen Ochsenstachel\nlenkt er das Gespann. = ©o©"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "133", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1518, "texte": "© Es war mein Wagen und ich zeichnete den ganzen\nVormittag daran und saß in der glühenden Sonne. Dann\nsah ich mir die Hütte, wo Milica mit ihrer Mutter haust,\nvon innen an. Ein erbärmlich Blockhaus aus morschen\nBalken. Lehmboden, niedrige, mit Holzstäben vergitterte\nFenster. Ein Webstuhl primitivster Art nimmt das halbe\nZimmer ein. Ein Bett voll Lumpen, zwei roh und bunt\nbemalte Kisten und ein wackliger Stuhl sind außer der\nlandesüblichen Wandbank der ganze Hausrat. o©o\n© Ich schickte abends mein Pferd voraus und zeichnete\nnoch zwei brauchbare Studien nach dem schönen Mädchen.\nDann ging ich zu Fuß nach Pod Romanja. Auf den großen\nWeideplätzen wimmelte es von Vieh. Hirten und Hirtinnen\nlagerten am flackernden Feuer. Große prachtvolle Wolfs=\nhunde waren dabei. Die Sonne war hinter dem Romanja=\ngebirge gesunken und beleuchtete nur noch eine große\nglühende Wolke am Himmel. ©o©\n© Mit den Offizieren saß ich wieder lange im Garten,\ndenn die Nacht war angenehm und kühl nach der drücken=\nden Schwüle des Tages. ©©©\n© Diese armen Einsiedler sind zutode froh, wenn wieder\neinmal ein Mensch zu ihnen kommt und neue Witze bringt\nund erzählt, wie es draußen in der bewegten Welt zugeht.\nZwei Jahre schon liegt dort ein und dieselbe Kompagnie!\nDie Gegend ist ja herrlich. Aber gelangweilt fühlt der\nMensch auch die Schönheit und Größe der Natur nicht mehr.\n© Heute früh nahm ich herzlichen Abschied; lange noch\nwinkten die Braven mit Mützen und Tüchern, bis mein\nSchimmel mit mir hinter der nächsten Terrain welle ent="}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.18", "debut_caractere": 27, "fin_caractere_exclue": 463, "texte": "schwunden war. = Zekan ist heute nach zwei Rasttagen\nmunterer denn je. Er kletterte wie eine Katze aufwärts\ndurch Wald und Geröll. Ich aber wehrte ihm mit einem\nblätterreichen Zweige die Fliegen. = Urwald und Straße\nsind heute einsam, nur die Post von Rogatica und zwei\nGendarmen aus Sokolac begegnete ich, die eine Kindes=\nmörderin eskortierten. Ein braunes, junges Weib, in bunte\nLumpen gekleidet und reich mit allerlei Münzen und Ge="}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "135", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.19", "debut_caractere": 27, "fin_caractere_exclue": 469, "texte": "schmeide behängen. = Ich bin schneller hier angekommen,\nals ich dachte. Nun warte ich auf Hauptmann Freiherr\nvon W., der von Mokro mit seiner Gebirgsbatterie herauf=\nkommt, denn wir wollen hier Abschied nehmen. ©OO\n© Und so weiß ich nichts Besseres und Lieberes zu tun, als\nDir, mein Schatz, die Zeit zu widmen, indem ich schreibe,\nwährend Zekan seinen Hafer frißt. Ich möchte wetten, daß\ner morgen von seinem Herrn nur Gras bekommt. Der Kerl"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "136", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.20", "debut_caractere": 27, "fin_caractere_exclue": 940, "texte": "ist mir zu Fuße von Sarajevo her nachgelaufen aus Miß=\ntrauen, weil er glaubte, ich lasse sein Pferd hungern. Viel=\nleicht auch um der häuslichen Arbeit zu entgehen und sich\nvollzusaufen. ©\n© Ich denke heu=\nte abends durch\ndas Tor des alten\ntürkischen Ka=\nstells von Sara=\njevo einzureiten.\nMorgen aber ist\nein dummer Tag.\nIch muß allerlei\nunnützen Leu=\nten offizielle Ab=\nschiedsbesuche\nmachen. ©©©\n© Sonntag bin\nich bei Dir in der\nHeimat. Ich wer=\nde bis dorthin noch viel Land und blaues Meer sehen, das\nSpiel der Delphine, und wenn ich ein Sonntagskind bin, die\nTritonen und Nixen und das ganze mythologische Gesindel.\n© Ich lasse sie aber ungemalt, denn mein Reich ist von\ndieser Welt. = ©©©\n© Dort aber kommt der gute Kamerad mit der rasselnden\nBatterie den Paß heraufgeritten, den Trompeter zur Seite.\n© Ich küsse Dich und die Deinen und bitte Dich, auch\nmeine Eltern zu grüßen.' In Treuen Dein Maximilian."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1902-04-15-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabf_1902-04-15_01#c006", "volume": "bmtnabf_1902-04-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "126", "page_fin": "126", "image_debut": 10, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.2.5.1", "titre_corps": "[Illustration sans titre]", "titre_sommaire": "[Illustration sans titre]", "signature_source": "Maximilian Liebenwein OM", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 10, "page_imprimee": "126", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 25, "texte": "Maximilian Liebenwein OM."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1902-04-15-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabf_1902-04-15_01#c007", "volume": "bmtnabf_1902-04-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "127", "page_fin": "127", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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[n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.2.7", "titre_corps": "[Illustration sans titre]", "titre_sommaire": "[Illustration sans titre]", "signature_source": "Maximilian Liebenwein OM", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "132", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 25, "texte": "Maximilian Liebenwein OM."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.1", "texte": "MITTEILUNGEN DER VEREINIGUNG\nBILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS\n1902 HEFT 8\nVER SACRUM"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "couv. 2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.2", "texte": "DIE GRÖSZTE STÄNDIGE AUSSTELLUNGS= UND VERKAUFSHALLE ‘ EUR\nm. m KUNST UND KUNSTGEWERBE IST DAS m H\nHOHENZOLLERN KUNSTGEWERBEHAUS\nH. HIRSCHWALD {G. M. B. H.), BERLIN W.\nLEIPZIGERSTRASZE 13\nWOHNUNGSAUSSTATTUNGEN\nANGEWANDTE KUNST\nW OHNUN GS=EINRICHTUN GEN\nREGELMÄSZIG WECHSELNDE\nSONDERAUSSTELLUNGEN\nKÖNIGLICH PREUSZISCHER,\nKAISERLICH ÖSTERREICHS\nSCHER, GROSZHERZOGLICH\nBADISCHER HOFLIEFERANT\nGEGRÜNDET 1879\nü ALEXANDER ALBERT ■\nK. U. K. HOF=KUNSTTISCHLER\nWIEN, 111. SCHÜTZENGASSE 19\nAUERLICHT ■ ■ B H TELEPHON 1063 B ■ ■ ■ AUERLICHT\ng H B CENTRALE: IV. SCHLEIFMÜHLGASSE 4 R ■ H\nH B VERKAUFSSTELLEN: ■ ■\nI FISCHHOF 3, TELEPHON 12465 VII. ANDREASGASSE 9, TEL. 9122\nII TABORSTRASZE 4, TELEPH. 15080 VIII. JOSEFSTÄDTERSTRASZE 64\nHL HAUPTSTRASZE 23 □ □ □ IX. NUSZDORFERSTR. 19, TEL. 12797\nB r SOWIE BEI DEN MEISTEN GASINSTALLATEUREN ■ fl\nLAMPE EXKLUSIVE MONTAGE UND BEDACHUNG K 4.50\nSPARLAMPE EXKLUSIVE MONTAGE UND BEDACHUNG K 3.90\nGLÜHKÖRPER KOSTENFREI INS HAUS GESTELLT ....... K I.\nB b SPAR=GLÜHKÖRPER 80 HELLER B Hi\n■ ■HK VOR NACHAHMUNGEN WIRD GEWARNT H B B I"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.3", "texte": "SECESSION\nMITTEILUNG\nGENDERVERg\nEINIGUNG\nBILDENDER\nKÜN STLER\nÖSTERREICHS\nVER SACRUM\nHEFT 8\n15. APRIL\n1902\nDAS REDAKTIONS-\nKOMITEE :\nLEOPOLD BAUER\nRUDOLF JETTMAR\nFERD. SCHMUTZER\nLEOPOLD STOLBA"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "124", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.8", "texte": "AUS DEM MÄRCHEN; „DIE GÄNSEMAGD”\nMAXIMILIAN LIEBENWEIN OM."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "125", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.9", "texte": "AUSZUG AUS DREI REISEBRIEFEN\nVON MEINER REISE NACH BOSNIEN 1900.\nInfanteriekaseme in Pod Romanja, am 3. Juli 1900.\n© Laß Dir berichten, Frau Liebste. Den Weg bis\nzur Höhe von Bfezarica kennst Du aus früheren Briefen.\nDort mußte ich die erreichte Höhe von 1250 m aufgeben\nund talab bis Han Bimbasi (800 Von da stieg mein Weg\nwieder bis Mokros, einem Bergdorfe am Fuße desßomanja=\ngebirges. Die Hitze des Tages war unerträglich und die\nLausfliegen und Bremsen fielen zu hunderten auf mein\narmes Pferd. Ich selbst verscheuchte das Gesindel von\nmeinem Gesichte durch Rauchen. O©o\nO Von Mokros bis Na Romanja steigt die Poststraße in un=\ngeheuren Windungen zu einem Bergsattel an, der zwischen\nhohen Felsen liegt. Ich benützte aber die alte, verfallene\ntürkische Straße, die die beiden größten Serpentinen ab=\nschneidet, und ersparte so 6 km Weges. ©o©\n© Mein Schimmel Zekan, der auf der glatten Straße er=\nmattet schien, kletterte wie eine Gemse im Gerolle des\nzerstörten Straßenpflasters zwischen den Fichten des Ur=\nwaldes aufwärts. Dies Klettern ging bis zur Paßhöhe des\nRomanjagebirges (1364 m), wo man wieder die Poststraße\nerreicht, die wie ein Parkweg durch den Urwald mit seinen\nbärtigen Bäumen führt. ©o©\n© Auf der Höhe des Bergjoches liegt der Ort Na Romanja.\n© Er besteht aus einem Straßenmeisterhause, einem Gen=\ndarmerieposten, einem unappetitlichen türkischen Han und\nzwei Ducans oder Kaufläden, die man in Wien als „Greiß="}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "126", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.10", "texte": "Maximilian Liebenwein OM.\n\nlereien” bezeichnen würde. Hier bekommt man alles vom\nZündholz bis zum Hosenstoff, von der Zwiebel und der\nTalgkerze bis zum geselchten Ziegenfleisch, das in Bündeln\nrauchschwarz und wenig verlockend, von Fliegen besetzt,\nam vorspringenden Dache hängt. ©©©\n© Es war 10 Minuten vor 1 Uhr, als ich dort oben ankam,\nund ich war sehr hungrig, denn seit 5 Uhr früh hatte ich\nnur schwarzen Kaffee genossen. ©©©\n© Auf dem Gendarmerieposten bekam ich ein gutes\nMittagessen, besser als in irgend einem Hotel in Sarajevo."}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "127", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.11", "texte": "Maximilian Liebenwein OM.\n\nIch staune über diesen Komfort im Hochgebirge. Ich bekam\nfür 40 Kreuzer ein Diner von vier Gängen, bei dem auch der\nlandesübliche Lauch, „luka” genannt, nicht fehlte. Es ist hier\nallgemein Sitte, den Lauch = in Wien „Buri” = roh zu essen.\n© Nach dem Essen zeigte mir der Postenkommandant\nauf der Spezialkarte noch einige Wegkürzungen für meinen\nWeitermarsch. = = ©©o\n© Bis hierher war die Landschaft in Bezug auf Farbe\nreizlos; bei meinem Abstiege begann sie interessant zu\nwerden. Im Osten senkt sich das Romanjagebirge mählich"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "128", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.12", "texte": "gegen die Hochebene Glazinac. Von der Höhe kann man\nein weites, wellenförmiges Land mit Feldern, Wiesen,\nDörfern, Baumgruppen und kleinen Wäldchen sehen. So\nmag Moses ins gelobte Land gesehen haben. ©©©\n?. e^er unten gerät man wieder in den Urwald. Aber\ndie Straße und die alten türkischen Wege sind heute nicht\neinsam: morgen ist Markttag in Sarajevo. Saumtierkolon=\nnen, Ziegenherden und breitgestirnte, zottige Rinder be=\ngegnet man genug. Reizende Bilder sind zu sehen. Rastende\nBauern. Sie liegen auf den Säcken mit Wolle, die man\nvon den Tragpferden abgeladen hat. Die Tiere grasen im\nKöhrenwalde und melancholisch bimmeln die Glocken an\nihrem Halse. = Dann wieder Ochsen, die in einer grünüber=\nzogenen Pfütze vor der sengenden Sonne Schutz suchen. =\nDann ein einsames Wirtshaus im Walde. = ©©o\n© Das letzte Stück meines Weges durch den Urwald ging\nich zu Fuß; denn große Steintrümmer, gestürzte Stämme und\nFarnkrautdickicht engten den Weg ein oder machten ihn\nunsichtbar. Mir aber war die Richtung durch eine Tele=\ngraphenleitung gegeben, die von der vielgewundenen Post=\nStraße abweichend der Luftlinie folgt. ©©©\n© Dann kommen die Ausläufer des Waldes; junge Fich=\nten, dann wieder mannshohe Farnkräuter, die den Wald=\nboden decken. Alte, große Föhren mit prachtvollen Kronen\nrecken sich aus dem Dickicht empor, wie Speere eines\nFähnleins Gewappneter. ©©©\n© Schräg bescheint die Sonne nur noch die flüsternden\nWipfel; mein Roß und ich fühlen die Wohltat kühlen\nSchattens. Zwischen den Stämmen hinaus sieht man wie="}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.13", "texte": "Maximilian Liebenwein OM."}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.14", "texte": "der ins weite Land. Ein großes, hellgrünes Gebäude mit\neinem runden Festungsturm und Schießscharten an den\nFronten liegt dort auf einem niedrigen Hügel. Gärten rings\num das geschlossene Viereck. Die Infanteriekaserne Pod\nRomanja. = o©o\n0 Ich hätte eigentlich heute noch bis Sokolac reiten sollen,\naber mit Rücksicht auf mein ermüdetes Pferd nahm ich die\nGastfreundschaft der Offiziere an, die hier einsam hausen.\n= Wir blieben noch lange im Garten sitzen. Eine wunder=\nvolle sternklare Nacht, die Mondsichel am Himmel. = 0\n© Bevor ich mich zu Bette lege, schrieb ich Dir diesen\nBrief. Nun sage ich Dir gute Nacht und küsse Dich als 0\nDein Maximilian. ©\nSokolac, am 4. Juli 1900.\n© Meine Frau Liebste! Am Morgen wurde ich durch die\nTagwache geweckt, frühstückte noch mit den Herren und\nstieg um 8 Uhr zu Pferde. Ich erreichte Sokolac in einer\nhalben Stunde, denn es war eine Wonne, in der blinkenden\nMorgensonne über die Hochebene zu reiten, teils im Galopp\nüber weichen Grasboden, teils im Trab auf einer wohlge=\npflegten Straße. 00©\n0 Die Landschaft ist wundervoll; sie zeigt überall große,\nbedeutende und angenehme Linien. Kiefernwäldchen und\nWacholdergestrüpp wechseln mit Hutweiden; grüne Fel=\nder und Alpenmatten mit Sennhütten und hohen kegel=\nförmigen Heuschobern.. Türken= und Bogumilengräber\nputzen die Gegend auf. Überall weidendes Vieh. Am Him=\nmel ballen und türmen sich weiße Wolken. ©OO\n© In Sokolac, einem Neste von wenig Blockhäusern, bin"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "131", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.15", "texte": "ich in der Gendarmeriekaserne untergebracht. Der Wacht=\nmeister besorgt mir die Modelle. Ein reizendes, schlankes\nMädchen von 17 Jahren, namens Milica, zeichnete ich\nspinnend mit Rocken und Spindel. Ich bin entzückt über\ndie feinen Hände, die kleidsame Tracht und den holden\nRhythmus der Bewegung. Für morgen bestellte ich mir\neinen landesüblichen Ochsenwagen, doch liegt mir auch\nnoch Milica im Sinne. == 00©\n0 Zwei von den Offizieren aus Pod Romanja besuchten\nmich und sahen meiner Arbeit zu. Da ein Gewitter kam\nund es zu tröpfeln anfing, gingen wir ins türkische Kaffee=\nhaus „zum Falken”. Ich bin sehr glücklich, denn die Gegend\nist herrlich, die Menschen schön und das Vieh malerisch.\nDazu kommen kolossale Wolkenbildungen. Das aufziehende\nGewitter erinnerte mich an Klingers gewaltige Lüfte ==\nNa Romanja, am 6. Juli 1900.\n© Ich halte hier Rast auf meiner letzten Fahrt. In Sokolac\nstand ich gestern sehr früh auf. Bald kam auch schon den\ngewundenen Weg vom Dorfe Batics her ein abenteuer=\nliches Fuhrwerk gefahren, knarrend und breitspurig mit\nholpernden Rädern. Keines davon rund und keines dem\nandern gleich an Größe. Es sind nur Scheiben, aus dem\nStamme einer Eiche herausgeschnitten. 000\n0 Vier Ochsen sind angespannt, zwei graue, ein schwarzer,\nein roter. Ein Bauer ist dabei, mit einem spitzen roten\nTurban auf dem sonnverbrannten Haupt, schier wie ein\nIndier anzusehen. Mit dem Homerischen Ochsenstachel\nlenkt er das Gespann. = ©o©"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "132", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.16", "texte": "Maximilian Liebenwein OM."}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "133", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.17", "texte": "© Es war mein Wagen und ich zeichnete den ganzen\nVormittag daran und saß in der glühenden Sonne. Dann\nsah ich mir die Hütte, wo Milica mit ihrer Mutter haust,\nvon innen an. Ein erbärmlich Blockhaus aus morschen\nBalken. Lehmboden, niedrige, mit Holzstäben vergitterte\nFenster. Ein Webstuhl primitivster Art nimmt das halbe\nZimmer ein. Ein Bett voll Lumpen, zwei roh und bunt\nbemalte Kisten und ein wackliger Stuhl sind außer der\nlandesüblichen Wandbank der ganze Hausrat. o©o\n© Ich schickte abends mein Pferd voraus und zeichnete\nnoch zwei brauchbare Studien nach dem schönen Mädchen.\nDann ging ich zu Fuß nach Pod Romanja. Auf den großen\nWeideplätzen wimmelte es von Vieh. Hirten und Hirtinnen\nlagerten am flackernden Feuer. Große prachtvolle Wolfs=\nhunde waren dabei. Die Sonne war hinter dem Romanja=\ngebirge gesunken und beleuchtete nur noch eine große\nglühende Wolke am Himmel. ©o©\n© Mit den Offizieren saß ich wieder lange im Garten,\ndenn die Nacht war angenehm und kühl nach der drücken=\nden Schwüle des Tages. ©©©\n© Diese armen Einsiedler sind zutode froh, wenn wieder\neinmal ein Mensch zu ihnen kommt und neue Witze bringt\nund erzählt, wie es draußen in der bewegten Welt zugeht.\nZwei Jahre schon liegt dort ein und dieselbe Kompagnie!\nDie Gegend ist ja herrlich. Aber gelangweilt fühlt der\nMensch auch die Schönheit und Größe der Natur nicht mehr.\n© Heute früh nahm ich herzlichen Abschied; lange noch\nwinkten die Braven mit Mützen und Tüchern, bis mein\nSchimmel mit mir hinter der nächsten Terrain welle ent="}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.18", "texte": "Maximilian Liebenwein OM.\n\nschwunden war. = Zekan ist heute nach zwei Rasttagen\nmunterer denn je. Er kletterte wie eine Katze aufwärts\ndurch Wald und Geröll. Ich aber wehrte ihm mit einem\nblätterreichen Zweige die Fliegen. = Urwald und Straße\nsind heute einsam, nur die Post von Rogatica und zwei\nGendarmen aus Sokolac begegnete ich, die eine Kindes=\nmörderin eskortierten. Ein braunes, junges Weib, in bunte\nLumpen gekleidet und reich mit allerlei Münzen und Ge="}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "135", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.19", "texte": "Maximilian Liebenwein OM.\n\nschmeide behängen. = Ich bin schneller hier angekommen,\nals ich dachte. Nun warte ich auf Hauptmann Freiherr\nvon W., der von Mokro mit seiner Gebirgsbatterie herauf=\nkommt, denn wir wollen hier Abschied nehmen. ©OO\n© Und so weiß ich nichts Besseres und Lieberes zu tun, als\nDir, mein Schatz, die Zeit zu widmen, indem ich schreibe,\nwährend Zekan seinen Hafer frißt. Ich möchte wetten, daß\ner morgen von seinem Herrn nur Gras bekommt. Der Kerl"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "136", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.20", "texte": "Maximilian Liebenwein OM.\n\nist mir zu Fuße von Sarajevo her nachgelaufen aus Miß=\ntrauen, weil er glaubte, ich lasse sein Pferd hungern. Viel=\nleicht auch um der häuslichen Arbeit zu entgehen und sich\nvollzusaufen. ©\n© Ich denke heu=\nte abends durch\ndas Tor des alten\ntürkischen Ka=\nstells von Sara=\njevo einzureiten.\nMorgen aber ist\nein dummer Tag.\nIch muß allerlei\nunnützen Leu=\nten offizielle Ab=\nschiedsbesuche\nmachen. ©©©\n© Sonntag bin\nich bei Dir in der\nHeimat. Ich wer=\nde bis dorthin noch viel Land und blaues Meer sehen, das\nSpiel der Delphine, und wenn ich ein Sonntagskind bin, die\nTritonen und Nixen und das ganze mythologische Gesindel.\n© Ich lasse sie aber ungemalt, denn mein Reich ist von\ndieser Welt. = ©©©\n© Dort aber kommt der gute Kamerad mit der rasselnden\nBatterie den Paß heraufgeritten, den Trompeter zur Seite.\n© Ich küsse Dich und die Deinen und bitte Dich, auch\nmeine Eltern zu grüßen.' In Treuen Dein Maximilian."}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.23", "texte": "* ib Deo-Desremen sa\nisr vrvDeqnpnrm\ncrnnDinviri\ni h b r\\on hI h rvoor? hi b\nexisrienr irvAf mnieamDery\nz^nnDW'ii7weD'D^we]Yß(j>ej)iinrYDiyiYö\nH B B HB B H\nGmßHi>rie.vmory m'Dflmmvßejy\nrwinsonöei «sonrve-\nh h enimvD / Kv.irnoFü.ereDmrejy'\nivr-öT/nnsmcr r/d FmraKmß/DTqiPioie\npnoToaien- mnei^oF7e;imi=v;\nH b nePRODVAJiON DeirDecKW b irv\nrvprePDPXK wierfvrvDnoi-ieJvaGi-\nPiöTOQDnwif. ryiepeniqcie.\nwi erv ropenn nirvo- 2'\nwim vn. nevc.ru/Q2r6 iiar/oicnsnor\ne DmnieutoGorirye, b b b b\n3PieoeL;^^pysrlyüsr, QirmflieneJ\nTRiivromvi(£s;ipmTfl= onpmeylilvqs.enD.ery\nb b öieoDjecre aedraryDei a&üa\numm/wrniyensn'iz v/ieiwivjltyDnvn.ißn^p\n.nutinonJeFenrmeiy h b bä b"}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19020415-01.1.24", "texte": "Für die REDACTION verantwortlich: LEOPOLD BAUER in WIEN\nHerausgeber: VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS\nDruck von ADOLF HOLZHAUSEN, k. u. k. Hof-u.Univ.-Buchdiucker in Wien\nClich&s von der „GRAPHISCHEN UNION” in Wien"}]}