{"numero_id": "bm-bmtnabf-1903-01-01-01", "volume": "bmtnabf_1903-01-01_01", "ocr_sha256": "cecd1bc39b0ac85e3eca336d116c4dafc2edd77ca3c03016772925841e3497fd", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabf/issues/1903/01/01_01/bmtnabf_1903-01-01_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabf/issues/1903/01/01_01/bmtnabf_1903-01-01_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabf-1903-01-01-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabf_1903-01-01_01#c003", "volume": "bmtnabf_1903-01-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "2", "page_fin": "2", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.2.3", "titre_corps": "KREISLAUF DER MONATE", "titre_sommaire": "KREISLAUF DER MONATE", "signature_source": "IRMA V. 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Ich ic eas\nLicht der Welt in Wien im Jahre 1793. Mein Vater war früher Mihtair und\nzuletzt Bestandwirth. Meine Erziehung wurde den damaligen Zeiten, und\ndieser bürgerlichen Stellung gemäß geleitet. Meiner Mutter Lieb ings-\nwünsch ging dahin, daß ich mich dem geistlichen Stande widmen so e,\nmit welchem Wunsche indessen meine eigene Neigung durchaus nicht\nübereinstimmte. Als ich noch Knabe war, äußerte sich in mir schon die\nLiebe zur Kunst, und obschon verworren und unklar, wie die Begntte sicn\nin so zartem Alter gestalten, schwebte mir als Ideal meiner Bestimmung\neine Wirksamkeit in diesen Kreisen in den glänzendsten Farbenspielen\neiner jugendlichen Einbildungskraft vor. In meinem elterlichen Hause ward\ndiese Richtung nicht beachtet, doch wußte ich jede freie Stunde währen\ndem Studium der drei Grammatikalklassen zum Zeichnen zu benützen.\nDonnerstags und Sonntags, als den Schulferientagen, nahm ich m einer\nPrivat-Zeichenschule Unterricht im Blumenzeichnen. Binnen Kurzem"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "4", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2418, "texte": "I\nf\nward ich daselbst durch meinen rastlosen Fleiß, durch den Eifer der mich\nbeseelte, als der ausgezeichnetste unter den Schülern bemerkbar. Der Lehrer\nselbst, der sich an meinen raschen Fortschritten erfreute und deßhalb be\nsondern Antheil an mir nahm, gab mir den Rath, mich im Figurenzeichnen\nzu versuchen, wozu ich eine besondere Neigung und ungewöhnliches Ge-\nschick zeigte Der Rath war allerdings gut gemeint, aber in jener Privat-\nZeichenschule konnte Niemand in dieser Beziehung entsprechenden Unter-\nricht ertheilen. Der Funke, der in meinem Innern glühte, war durch den\nguten Lehrer neuerdings angefacht worden. Immer weniger vermochte\nich dem Drange zu widerstehen, der Kunst Daseyn zu weihen. Ich\nbeschloß die k. k. Akademie der bildenden Künste zu besuchen und dort\njenen Unterricht zu empfangen, durch welchen ich an das Ziel zu gelangen\nhoffte. Unter solchen Umständen mußte ich natürlich meine Mutter in\nKenntniß von meinem Vorhaben und der Bestimmung, welche ich mir zu\ngeben entschlossen war, setzen. Es war mir indessen durchaus unmöglich\nihre Zustimmung zur Wahl eines ihren Wünschen so entgegengesetzten\nStandes zu erhalten. Als sie sah, daß alle ihre Gegenvorstellungen ver-\ngebens waren, griff sie sogar zu dem äußersten Mittel, mir mit unerbitt-\nlicher Strenge alle Subsistenzmittel zu entziehen, um mich hierdurch zu\nnöthigen, den betretenen Weg zu verlassen. = Vergebens! Wie es gewöhn\nhch zu geschehen pflegt, so ward auch hier durch die Hindernisse welche\nmeiner Neigung entgegentraten, diese Neigung nur heftiger entflammt\nEntschlossen, mit jeder Entbehrung, mit jedem Opfer auf dem Pfade der\nKunst vorwärts zu schreiten, vertauschte ich das Gymnasium mit der Aka-\ndemie. Es fand sich auch bald ein, freilich höchst dürftiger, Erwerb für mich\nEiner meiner Mitschüler beschäftigte sich mit dem Koloriren der Bonbons\nfür Zuckerbäcker und ließ mich an dieser Arbeit Theil nehmen. Da wir in-\ndessen beide am Tage die Akademie frequentirten und sehr fleißig waren\nso konnten wir diesem spärlichen Broterwerb nur die Nachtstunden wid-\nmen. Wir schliefen und arbeiteten abwechselnd die Nacht hindurch. Schon\nim zweiten und dritten Jahre hatte ich an der Akademie solche Fortschritte\ngemacht, daß mir erste Preise im Zeichnen des Kopfes und der Figur zu-\nerkannt wurden. Ich begann sodann, mich im Miniaturmalen und im Por-\ntrait zu versuchen. Auch mit diesen Leistungen gelang es mir einige Auf-"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "5", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2423, "texte": "merksamkeit zu erregen und Aufmunterung und Freunde zu gewinnen.\nMehrere derselben forderten mich auf, zu dem damals begonnenen Land-\ntage nach Preßburg zu gehen, wo es mir nicht leicht an Beschäftigung\nfehlen würde. Wirklich war dies auch der Fall. Ich malte mehrere Miniatur-\nportraite, welche Beifall fanden, ward mit dem Ban von Kroatien, Grafen\nGyulai, bekannt und erhielt von demselben den Antrag, als Zeichenmeister\nseiner Kinder bei ihm einzutreten. Mit der innigsten Freude ergriff ich\ndiesen Antrag und folgte dem Grafen nach beendetem Landtage zu dieser\nmeiner neuen Bestimmung nach Agram. Ich verlebte daselbst drei Jahre,\nund in diese Zeit fallen auch meine ersten Versuche in der Ohlmalerei. Na-\ntürlich konnten dieselben nicht anders als höchst mangelhaft seyn, da ic\nohne die geringste Anleitung, ohne die mindeste Kenntniß von den Geheim-\nnissen der Palette zu diesen Versuchen schritt. Ja nicht einmal die notmg-\nsten Requisiten konnte ich mir anschaffen, da zu jener Zeit in Agram nichts\ndergleichen zu bekommen war. Obschon ich also jahrelang akademi-\nscher Schüler gewesen war, obschon mehr als 6 Jahre verstrichen waren,\nseit ich mit dem glühendsten Eifer mich der Kunst gewidmet hatte, so\nhatte ich es doch nicht weiter gebracht, als daß ich jetzt rathlos, als voll-\nkommener Anfänger in der wichtigsten Technik die ersten Versuche wa-\ngen mußte. In Agram ward ich auch veranlaßt, Dekorationsmalerei zu be-\ntreiben. Der dortige Theaterunternehmer hatte sich deßhalb an mich wen-\nden müssen, weil kein zweiter Maler damals in Agram zu finden war. Zu\njener Zeit vermählte ich mich auch mit einer Sängerin, welche ich in\nAgram kennen gelernt hatte; eine Verbindung, welche, da sie durchaus\nnicht harmonisch war, auch nicht dauernd beglückend werden konnte,\nund deren ich auch nur deßhalb hier erwähne, weil sie in so ferne in Verbin-\ndung mit meiner Kunststellung steht, daß sie nicht ohne störende Einwir-\nkung auf dieselbe blieb, indem sie mich nöthigte, meinem sehnsüchtigen\nWunsche, nach Wien zu gehen und mich dort ausschließlich den Fort-\nschritten in der Kunst zu widmen, entsagen zu müssen und mich fortwäh-\nrend in Provinzstädten, wie Prag, Brünn u. s. w. herumzutreiben. Auf diesen\nKreuz- und Querzügen beschäftigte ich mich wohl mit Dekorationsmalerei,\naber es war nicht daran zu denken, an eine höhere Ausbildung Hand zu\nlegen, deren Bedürfniß ich je länger, je mehr fühlte. Da endlich meine"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "6", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1969, "texte": "Gattin ein Engagement nach Wien erhielt, so wurde mir denn auch das\nersehnte Glück zu Theil die Residenz, meine theure Vaterstadt wieder zu\nbetreten. An den Aufenthalt in derselben knüpften sich meine schönsten\nHoffnungen. Mächtig regte sich in mir der Trieb zu künSche“\nWicklung, ein dunkles Sehnen und Ahnen schwellte meine Brust, ich wollte\ndas Bessere, ich strebte nach dem Höheren, aber noch war meinem Auge\ndie Binde nicht entnommen, noch wußte ich nicht, auf welchem Wege das\nZie zu erreichen sey, noch war mir die höhere Weihe der Kunst das ver-\nschleierte Bild von Sais. Ich glaubte das Heil zu finden, wenn ich in der\nkaiserlichen Gallene zu kopiren begänne. Wie es bisher noch bei allen\nuns zweigen gegangen war, in denen ich mich versucht hatte so gelang\nes mir auch mit diesen Kopien Beifall zu finden. Ein Privimann mff\nnicht ungeübtem Blick glaubte in diesen Bestrebungen einen Gdst duTr\nTCht *ey, und gab mir Auf-\nrrre!^rrT,Dr^\nmich abermals fünf Jahre, dann hörten die Aufträge auf und ich stand\ndfm vTPUnkie' lerdinSs durfte Kgttehen\nch sey ein ziemlich gewandter Techniker geworden aber der Gei«?t f»r\nschopfensche Qeist der eigentlich das Kunstwerk zu dnem solchen stäm-\nj?e'!: noch nicht gelächelt. Ich fühlte seine Mahnung aber ”s\nfehite die Kraft des freien Flügelschlages, mich emporzuschwingem Was\n~ lch k™nte mir es nicht verhehlen, war nur einVer-\nStrahfe dir Sonnl WaChsemen ™gel zerschmolzen vor dem\n® .lch. hatt,e jn'cb nun wieder dem Portraite zugewendet, allein befaHiS\nm der damals herrschenden Manier, umschlungen von den Fesseln alther-\nkömmlicher, auf meinem Bildungswege eingesogener Vorurtheile schwan\ngen sich meine Leistungen durchaus nicht über das Oewnhni«\n!ch fühlte den Druck dilser Fesseln, aber ich find diS n cht S\nzuwerfen. Ich hatte mich me getraut, bei meinem Kopiren älterer Meister-\nwerke die Hintergründe selbst zu malen. Da ich dieses Fach o. r\nakademischem Wege studirt hatte, so hielt ich es für eineiT Frevd Hand"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "7", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2439, "texte": "daran zu legen. Ich ließ also diese Hintergründe durch einen meiner\nFreunde, einen Landschaftsmaler, ausführen. Dieser gestaltete sie natür-\nlich in seiner Manier, und so kam es, daß sie weder mit den Figuren, noch\nüberhaupt mit dem Geiste des Originales in künstlerischem Einklänge\nstanden = ein Mißstand, der natürlich höchst störend vortreten mußte.\nIch erkannte dieß selbst, und durch diese Erkenntniß angeregt, ging ich\ndaran, Studien nach der Natur zu machen, welche, da ich in diesem Fache\ndurch Kopiren noch nicht irre geleitet und verdorben war, sehr gut ge-\nlangen. Jetzt war der Moment erschienen, in welchem der erste Strahl\njenes Lichtes vor mir aufdämmerte, in dessen Glanz ich = leider erst so\nspät = die Wahrheit erkennen lernen sollte. Durch einen solchen Zufall\nmußte ich die Bahn der Erkenntniß betreten. In Folge der eben erwähnten\nArbeiten und des so überraschenden Gelingens derselben ward ich zuerst\nund zufällig auf die Nothwendigkeit und den Nutzen der Naturstudien auf-\nmerksam gemacht. = Naturstudien! = Ein Begriff, welcher mir bis dahin\nvöllig fremd geblieben war! Bald erfolgte eine zweite Anregung dieser Art,\nund zwar eine entscheidende. Herr Hauptmann v. Stierle-Holzmeister be-\nauftragte mich, das Portrait seiner Mutter zu malen. Aber = so sprach er\nzu mir = malen Sie mir sie genau, so wie sie ist! Diesem Aufträge gemäß\nversuchte ich es nun, bei diesem Portraite die Natur mit der größten Treue\nwieder zu geben = und es gelang! Jetzt war auch mitEinemmale die Binde\nvon meinem Auge gefallen. Der einzig rechte Weg, der ewige, unerschöpf-\nliche Born aller Kunst; Anschauung, Auffassung und Verständnis der Natur\nhatte sich mir aufgethan; was so lange als Ahnung in meiner Seele erklang,\nwar zum Bewußtseyn erwacht, und obschon ich gerade nach dieser Er-\nkenntniß mir um so weniger verhehlen konnte, wie weit ich bisher vom\nrechten Wege abgeirrt war, so stand mein Vorsatz doch fest, ihn von nun\nan nie mehr zu verlassen und mit aller mir zu Gebote stehenden Kraft zu\nstreben, das Versäumte nachzuholen. Ich hatte eine doppelte Aufgabe zu\nlösen, eine positive und eine negative; die eine war, Neues zu erlernen, die\nandere, Erlerntes zu vergessen. Bekanntlich ist das Letztere weit schwie-\nriger als das Erste, und doch war es unerläßliche Bedingung, mich von der\nImitation und Manier loszusagen, in welchen ich früher das Wesen der\nKunst begründet glaubte. Im vorgerückten Mannesalter geschieht das Los-"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "8", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2447, "texte": "reißen von so lange genährten Vorurtheilen nicht ohne die größten Anstren-\ngungen. Ich überwachte mich indeß auf das strengste und strebte rastlos,\nmich immer mehr auf dem Wege des Studiums der Natur zu vervoll-\nkommnen. Auch war ich fleißig daran, durch das Studium kunstliterarischer\nWerke meine Erkenntniß zu erheben und zu klären. Das meisterhafte Buch\ndes trefflichen, leider uns nun schon durch den Tod entrissenen Kanonikus\nSpeth „Die Kunst in Italien” gab mir die lebhafteste Anregung, dieses\nLand auch selbst zu bereisen und seine Kunstschätze zu studiren. Ich that\nes, wiederholte diese Reisen mehrere Male, und sie waren von großem,\nwichtigem Einfluß auf meine künstlerische Wirksamkeit. Das Anschauen\nder zahllosen, in dem schönen Italien gehäuften Werke der größten Meister\nerschloß meinem Sinne die ganze Größe, Herrlichkeit und Bedeutsamkeit\nder Kunst. Im regsten Kampfe meines Innern fühlte ich mich bei dieser\nErkenntniß entmuthigt und begeistert zu gleicher Zeit. Entmuthigt, weil ich\neben im Anschauen solcher Werke die gänzliche Mangelhaftigkeit alles\nbisher von mir Geleisteten erkannte, und es mir sehr problematisch er-\nscheinen mußte, ob ich in einem Alter von 35 Jahren noch hoffen dürfe,\neinen Standpunkt zu erreichen, wo ich den Anforderungen, wie ich sie im\nSinne der jetzigen Entwicklung meiner Ansichten und Begriffe an künstle-\nrische Leistungen stellen mußte, entsprechen könne. Begeistert hingegen\nfühlte ich mich eben zu dem Vorsatz, mit aller Kraft nach dem Höchsten\nzu ringen, und nur der Wahrheit und Natur zu huldigen, wie jene großen\nMeister thaten, deren unsterbliche Werke vor meinen Blicken glänzten. ©\n© So war mir endlich die Wahrheit klar geworden. Ein ferneres Irren\nwar unmöglich. Alle meine Studien und Bestrebungen geschahen in diesem\nGeiste, in dieser Richtung. Im Jahre 1830 besuchte ich Paris, um die Ar-\nbeiten der neueren französischen Schule zu studiren, deren treffliche Lei-\nstungen ein neuer Sporn für mich waren, in dem seit Jahren schon von mir\nversuchten Genrefach thätig zu bleiben. In diesem Jahre erhielt ich auch die\nAnstellung als Professor an der k. k. Akademie der bildenden Künste in\nWien, dann als erster Kustos der dieser Akademie eigentümlich angehö-\nrigen, weiland gräflich Lamberg’schen Gemäldesammlung, endlich als aka-\ndemischer Rath. Jene Zeit, welche die Ausübung der Berufsgeschäfte, welche\nmit dieser meiner Stellung verbunden sind, mir übrig ließ, benutzte ich rast-"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "9", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2270, "texte": "los zu steter Ausbildung, zu emsigem Fortschritt auf der betretenen Bahn.\nIch wiederholte, um meine Erfahrungen zu vermehren, die Reisen nach\nItalien und dehnte sie auch nach Sizilien aus, wo ich ein paar Jahre hinter-\neinander meine Ferienzeit in eifrigen Studien verlebte. Ein eigener mein\nNachdenken seit Jahren auf das lebhafteste beschäftigender Gegenstand\nwar der Kunstunterricht. = Der hier von mir geschilderte Gang meines\neigenen Lebens bot mir nur allzureichen Stoff zu diesem Nachdenken. Ich\nhatte es an mir selbst erfahren müssen, an welchen Gebrechen die bishe\nrige Lehrmethode kränkle, welch ein tief gefühltes Bedürfnis es sey, zu Re-\nformen in dieser Beziehung zu schreiten, und ich glaubte überzogt seyn\nzu dürfen, auf dem Wege, auf welchem ich zur Erkenntnis der VVahrhe\ngelangt war die Fingerzeige gefunden zu haben, wie diese Reformen a\ndas zweckmäßigste und fruchtbringendste zu bewerkstelligen waren. _\nNach mannigfachen Studien, Prüfungen und Erwägungen hatte\neine Theorie über eine neue Lehrmethode gebildet, welchennur\nnach alles in sich vereint, was diesem Bedurfniß en spr ' , Di\ndarauf an, diese Theorie in der praktischen Ausführung zu bewah\nResultate übertrafen selbst meine kühnsten Erwartungen Fraulem Rosa\nlia Amon war die erste von mir nach dieser Theorie\nlerin. Ihre Arbeiten erregten in den Ausstellungen a gerne Methode\nkeit. Auch bei den folgenden Schülern, welche ich nach dieser Methode\nunterrichtete, bewährte sich dieselbe in einem Ma ™e c f dig\nstaunenerregend genannt werden darf. Ein verg , Zukunft\nVergangenheit meiner eigenen Laufbahn mit der S • über\njener, nach dieser Lehrmethode unterrichteten Schüler mußte meine Über-\nZeugungen unerschütterlich machen. Die\ntheil achtbarer und unparteiischer Kunstgenossen legt a«jf dem'Stand? ,\nzu welchem ich gelangte, meinen künstlerischen Lertmgcn •5 eh erwarb\ndienst bei. Von welcher Art dieses Verdienst immer sein mag, IC*\nes nur in Folge der Erkenntniß, daß die Natur die einzige 9uel^u^d^fJI”d\nunseres Studiums seyn müsse, daß in ihr aUein jene ewige Wahrheit und\nSchönheit zu finden sey, deren Ausdruck in jedem Zweige der bildenden\nKunst das höchste Ziel des Künstlers seyn müsse. Diese Erkenntniß in dem\nSchüler zu wecken, ihn zu der Befähigung, dieselbe kunstgemaß zu be-"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "10", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1521, "texte": "nützen, auf dem kürzesten, einfachsten, durch keinerlei Zwischenmittel\nbeengten Wege zu leiten, dieß allein kann das Ziel des Unterrichtes seyn.\nDaß die bisher in Übung gewesene Lehrmethode diesen Prinzipien nicht\nentspricht, dürfte wohl kaum geläugnet werden. Einen Beweis dafür (und\nes dürfte leicht werden, hundert ähnliche aufzufinden) glaube ich eben in\nder Darlegung meiner eigenen Laufbahn gegeben zu haben. Wie spät ge-\nlangte ich zu Erkenntniß der Wahrheit, wie lange, nachdem die Zeit der\nJugend, die Kraftperiode des Schaffens und Bildens, in einer langen Reihe\nvon Irrthümern, fruchtlosen Versuchen und verwerflichen Bestrebungen\nverstrichen war, und selbst da mußte nur ein Zufall mich die Wahrheit er-\nkennen lassen. Wie manches Talent, wie viel schöner Beruf dürfte nicht\nvielleicht ungekannt und ungewürdigt untergehen, vergebens auf den Zu-\nfall harrend, der das Rechte zeigt? Betrachte ich dagegen die künstlerische,\nfreudige, kräftige Entwicklung jener jungen Leute, welche auf dem Wege\nmeiner Lehrmethode den Elementar-Unterricht empfingen; sehe ich, wie\nsie schon nach wenigen Monaten auf einer Stufe der Erkenntniß und der\ntechnischen Befähigung stehen, auf welche ich und so viele meiner Kunst-\nund Studiengenossen erst nach jahrelangem Irren in dunklen Labyrinthen\ngelangten, dann fühle ich in Erwägung dieses Kontrastes, es sey mir eine\nheilige Pflicht, in dieser Richtung den Weg zu bahnen, den Strahl des\nLichtes zu verbreiten, unbekümmert, ob auch manches Auge dadurch ge-\nblendet werden möge."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1903-01-01-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabf_1903-01-01_01#c007", "volume": "bmtnabf_1903-01-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "11", "page_fin": "11", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.2.5", "titre_corps": "FISCHERKNABE", "titre_sommaire": "FISCHERKNABE", "signature_source": "IRMA V. 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HARDTMUTH.\nEXISTIERT IN 17 HÄRTEGRADEN.\nZU HABEN IN JEDER BESSEREN\n□ g PAPIERHANDLUNG □ □"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1903-01-01-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabf_1903-01-01_01#c015", "volume": "bmtnabf_1903-01-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "26", "page_fin": "26", "image_debut": 30, "image_fin": 30, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 30, "page_imprimee": "26", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.30", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 331, "texte": "• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• ••«•••••••\nJOH. BACKHAUSEN\n& SÖHNE\n□ K. U. K. HOFLIEFERANTEN □\nFABRIKEN FÜR TEPPICHE, MÖBEL=\nSTOFFE, TISCH= UND BETTDECKEN\n□ IN WIEN UND HOHENEICH □\nNIEDERLAGE:\n□ □ WIEN, I. OPERNRING 2 □ □\n(HEINRICHSHOF)\n• ••••••••••\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1903-01-01-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabf_1903-01-01_01#c016", "volume": "bmtnabf_1903-01-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "27", "page_fin": "27", "image_debut": 31, "image_fin": 31, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 31, "page_imprimee": "27", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.31", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 792, "texte": "W Q M\nTJ M t)\nägis\nr o>\nä 33 2\nwWW\nO:* «\nr\n>\n33\nco\nCD\nX\nX\"\np\nin\nW\n<\nCD\n00\nO\nCD\nCD\n•\"1\nn'S\nin\n□ n\n□\nx\ngr\nIgS\nffi ? o\n3 2 3\nH-h P rt-\nCD P oq\nO\nCD\nc g\nP*\nöd W\nCD CD\nPu Qu\nP P\no o\nÖ* er\np p\np p\nCfQ Cfq\nP\ncn\nffi\nP\nP\ncn\n□\n□\nO5\n*1 CD Oi\nI o o\n□ a □ < □\nX u Ö\n□\nin\nO\n3\nCD\ner\nCD\np*\nCD\np\nCD\nin\nCD\nP\nO\np\nin\nP\nC/3\nP\nP\nCD\nP\n»-*\nCD\nP\nhh h>\nr-* hh\nL-< HH\nco ~ a\nN. ö\nö O 50\nOw&\n50 CO >\nirj C/3\nR m Q\n(0 H >\n“ ö“\nC 0 co\n5 50\"\n- w\nfL\nN §\n«z\nO» r»\n□\n□\n>\nW\no\n50\nco\nH\n50\n>\nco\n>0\nr i\nCO\nO\n33\n33\nO\n>0\na>\n13\nsr\n33\n>\nC\n33\nH\nm\n33 .\nH t 3\nC 0 CD\nrt o\nC013 p\n3T\nM§ ?\nN C 0\nCO -\nrt\n2\n■t\nM\nK>\nVO\n□ S □\nCO\n50\n>\nc\n\"0\nw\nco\nCO\nr\nr\nco\nz\nco\n□ Z S\nLJ »i 4*\nG\\\n□ Ä 01\nO\n°? □\nN\nCO\nZ\n50\n>\nr\nco\nco\no\n33\nr\nco\n>o\nco\nr\nco\n*o\n33\no\nz\nc\n33\nr\nQ\n>\n00\nco\nC 0\n>\nC\nto\n50\nf\no\nC 3\nC 0\no\nH\n□□■□□□■□□□■□□□■□□□■□□□■□□□■□□\n!□□□■□□□\n□\n□■□l\ninm\nim\nID"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1903-01-01-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabf_1903-01-01_01#c017", "volume": "bmtnabf_1903-01-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "28", "page_fin": "28", "image_debut": 32, "image_fin": 32, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 32, "page_imprimee": "28", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.32", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 244, "texte": "□\nID\nID\nD\nID\nID\nD\nID\nID\nD\nID\nID\nD\nID\nID\nD\nID\nID\nD\nID\nID\nD\nID\nID\nD\nw\nffl rH\n' ü w\nc\nOl\n<3\nhP\nw 8\no o\nw\nO d Ü\nft\n<3\no\nCd\nCd\nw\nco\nco\n<\nO\n>7 M-l [□\nSPWg\no\nQ\n£\n>\nD\nDB\nDB\nD\nD\nD\nD\nD:\nD\nD\nD\nD\nD\nDI\nDI\nD\nD\nDi\nD\nDi\nDi\nD\nDI\nDI\nD\nnnDDDDnnDnnDDnnDDnnaaaaaaaa"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1903-01-01-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabf_1903-01-01_01#c018", "volume": "bmtnabf_1903-01-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "29", "page_fin": "29", "image_debut": 33, "image_fin": 33, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 33, "page_imprimee": "29", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.33", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 374, "texte": "□ □□□□□□□□□□□□DDDDOÜ □□□□□□□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n■v\ni\n-■\n:\nV\nV\n•%\n□\n□\na\n□ i\nifcHfINDTRIX\nPARIS; 1900\nERSTE ÜSTERR. RCTiEN • CE:\nSEILSCHAFT ZUR ERZEUGUNG\nUON n'°BELH AUS GED°6ENCn\nHOLZE\nJflTOEfOfl\nr n i li r i.i o\nWIEN,I.BURORIN6 N\" 3.\niCMumii'inEß.SPEise£ii'inEß\nSflL°H ns BEI IN MoDfLRNEM STILE.\n□□□ddoüoooüüddddddü ddddd □ □□\nV.\nJ\n□ □□□□□□□□□□□□DDDDGDQDODG"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1903-01-01-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabf_1903-01-01_01#c019", "volume": "bmtnabf_1903-01-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "30", "page_fin": "30", "image_debut": 34, "image_fin": 34, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 34, "page_imprimee": "30", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.34", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 150, "texte": "E. BAKALOWITS\nSÖHNE\n□ K. U. K. HOFLIEFERANTEN Q\nWIEN, I. KÄRNTNERSTRASZE 12\n□ SPIEGEL, KRISTALLÜSTER, □\n□ TRINKSERVICES, PHANTASIE= □\n□ OBJEKTE ETC. □"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.1", "texte": "MITTEILUNGEN DER VEREINIGUNG\nBILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS\nHEFT 1\n19 0 3\nVER SACRUM"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.3", "texte": "SECESSION\nMITTEILUN-\nGEN DERVER-\nEINIGUNG\nBILDENDER\nKÜN STLER\nÖSTERREICHS\nVER SACRUM\nHEFT 1\n1. JANUAR\n1903\nDAS REDAKTIONS-\nKOMITEE:\nMAX KURZWEIL\nKOLOMAN MOSER\nALFRED ROLLER\nLEOPOLD STOLBA"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.6", "texte": "KREISLAUF DER MONATE\nIRMA V. DUTCZYŃSKA.\nORIGINAL - HOLZSCHNITT."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.7", "texte": "erdinand waldmullers\nKÜNSTLERISCHER WERDE-\nGANG, VON IHM SELBST ER-\nZÄHLT IN DER VORREDE ZU\nSEINER SCHRIFT „DAS BE-\nDÜRFNIS EINES ZWECK-\nMÄSSIGEREN UNTERRICHTS\nIN DER MALEREI UND PLA-\nSTISCHEN KUNST”. ©OO\n0 Ich halte dafür, daß Beispiele\nlehrreicher seien als Meinungen, und\nmein eigener Lebensgang, die man-\nnigfachen Stadien in der Entwicklung\nmeinerßefähigung scheinen mir nicht\nungeeignet, ein bedeutsames Licht\nauf jene Gebrechen in dem Kunstunterrichte zu werfen, durch welche der\nselbe seiner eigentlichen, segensreichen Bestimmung, das Talent zu gei-\nstig freiem, unabhängigem, kräftigem Walten zu befähigen, in herkomm-\nlichem Formenwesen gänzlich entfremdet erscheint. Ich ic eas\nLicht der Welt in Wien im Jahre 1793. Mein Vater war früher Mihtair und\nzuletzt Bestandwirth. Meine Erziehung wurde den damaligen Zeiten, und\ndieser bürgerlichen Stellung gemäß geleitet. Meiner Mutter Lieb ings-\nwünsch ging dahin, daß ich mich dem geistlichen Stande widmen so e,\nmit welchem Wunsche indessen meine eigene Neigung durchaus nicht\nübereinstimmte. Als ich noch Knabe war, äußerte sich in mir schon die\nLiebe zur Kunst, und obschon verworren und unklar, wie die Begntte sicn\nin so zartem Alter gestalten, schwebte mir als Ideal meiner Bestimmung\neine Wirksamkeit in diesen Kreisen in den glänzendsten Farbenspielen\neiner jugendlichen Einbildungskraft vor. In meinem elterlichen Hause ward\ndiese Richtung nicht beachtet, doch wußte ich jede freie Stunde währen\ndem Studium der drei Grammatikalklassen zum Zeichnen zu benützen.\nDonnerstags und Sonntags, als den Schulferientagen, nahm ich m einer\nPrivat-Zeichenschule Unterricht im Blumenzeichnen. Binnen Kurzem"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "4", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.8", "texte": "I\nf\nward ich daselbst durch meinen rastlosen Fleiß, durch den Eifer der mich\nbeseelte, als der ausgezeichnetste unter den Schülern bemerkbar. Der Lehrer\nselbst, der sich an meinen raschen Fortschritten erfreute und deßhalb be\nsondern Antheil an mir nahm, gab mir den Rath, mich im Figurenzeichnen\nzu versuchen, wozu ich eine besondere Neigung und ungewöhnliches Ge-\nschick zeigte Der Rath war allerdings gut gemeint, aber in jener Privat-\nZeichenschule konnte Niemand in dieser Beziehung entsprechenden Unter-\nricht ertheilen. Der Funke, der in meinem Innern glühte, war durch den\nguten Lehrer neuerdings angefacht worden. Immer weniger vermochte\nich dem Drange zu widerstehen, der Kunst Daseyn zu weihen. Ich\nbeschloß die k. k. Akademie der bildenden Künste zu besuchen und dort\njenen Unterricht zu empfangen, durch welchen ich an das Ziel zu gelangen\nhoffte. Unter solchen Umständen mußte ich natürlich meine Mutter in\nKenntniß von meinem Vorhaben und der Bestimmung, welche ich mir zu\ngeben entschlossen war, setzen. Es war mir indessen durchaus unmöglich\nihre Zustimmung zur Wahl eines ihren Wünschen so entgegengesetzten\nStandes zu erhalten. Als sie sah, daß alle ihre Gegenvorstellungen ver-\ngebens waren, griff sie sogar zu dem äußersten Mittel, mir mit unerbitt-\nlicher Strenge alle Subsistenzmittel zu entziehen, um mich hierdurch zu\nnöthigen, den betretenen Weg zu verlassen. = Vergebens! Wie es gewöhn\nhch zu geschehen pflegt, so ward auch hier durch die Hindernisse welche\nmeiner Neigung entgegentraten, diese Neigung nur heftiger entflammt\nEntschlossen, mit jeder Entbehrung, mit jedem Opfer auf dem Pfade der\nKunst vorwärts zu schreiten, vertauschte ich das Gymnasium mit der Aka-\ndemie. Es fand sich auch bald ein, freilich höchst dürftiger, Erwerb für mich\nEiner meiner Mitschüler beschäftigte sich mit dem Koloriren der Bonbons\nfür Zuckerbäcker und ließ mich an dieser Arbeit Theil nehmen. Da wir in-\ndessen beide am Tage die Akademie frequentirten und sehr fleißig waren\nso konnten wir diesem spärlichen Broterwerb nur die Nachtstunden wid-\nmen. Wir schliefen und arbeiteten abwechselnd die Nacht hindurch. Schon\nim zweiten und dritten Jahre hatte ich an der Akademie solche Fortschritte\ngemacht, daß mir erste Preise im Zeichnen des Kopfes und der Figur zu-\nerkannt wurden. Ich begann sodann, mich im Miniaturmalen und im Por-\ntrait zu versuchen. Auch mit diesen Leistungen gelang es mir einige Auf-"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "5", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.9", "texte": "merksamkeit zu erregen und Aufmunterung und Freunde zu gewinnen.\nMehrere derselben forderten mich auf, zu dem damals begonnenen Land-\ntage nach Preßburg zu gehen, wo es mir nicht leicht an Beschäftigung\nfehlen würde. Wirklich war dies auch der Fall. Ich malte mehrere Miniatur-\nportraite, welche Beifall fanden, ward mit dem Ban von Kroatien, Grafen\nGyulai, bekannt und erhielt von demselben den Antrag, als Zeichenmeister\nseiner Kinder bei ihm einzutreten. Mit der innigsten Freude ergriff ich\ndiesen Antrag und folgte dem Grafen nach beendetem Landtage zu dieser\nmeiner neuen Bestimmung nach Agram. Ich verlebte daselbst drei Jahre,\nund in diese Zeit fallen auch meine ersten Versuche in der Ohlmalerei. Na-\ntürlich konnten dieselben nicht anders als höchst mangelhaft seyn, da ic\nohne die geringste Anleitung, ohne die mindeste Kenntniß von den Geheim-\nnissen der Palette zu diesen Versuchen schritt. Ja nicht einmal die notmg-\nsten Requisiten konnte ich mir anschaffen, da zu jener Zeit in Agram nichts\ndergleichen zu bekommen war. Obschon ich also jahrelang akademi-\nscher Schüler gewesen war, obschon mehr als 6 Jahre verstrichen waren,\nseit ich mit dem glühendsten Eifer mich der Kunst gewidmet hatte, so\nhatte ich es doch nicht weiter gebracht, als daß ich jetzt rathlos, als voll-\nkommener Anfänger in der wichtigsten Technik die ersten Versuche wa-\ngen mußte. In Agram ward ich auch veranlaßt, Dekorationsmalerei zu be-\ntreiben. Der dortige Theaterunternehmer hatte sich deßhalb an mich wen-\nden müssen, weil kein zweiter Maler damals in Agram zu finden war. Zu\njener Zeit vermählte ich mich auch mit einer Sängerin, welche ich in\nAgram kennen gelernt hatte; eine Verbindung, welche, da sie durchaus\nnicht harmonisch war, auch nicht dauernd beglückend werden konnte,\nund deren ich auch nur deßhalb hier erwähne, weil sie in so ferne in Verbin-\ndung mit meiner Kunststellung steht, daß sie nicht ohne störende Einwir-\nkung auf dieselbe blieb, indem sie mich nöthigte, meinem sehnsüchtigen\nWunsche, nach Wien zu gehen und mich dort ausschließlich den Fort-\nschritten in der Kunst zu widmen, entsagen zu müssen und mich fortwäh-\nrend in Provinzstädten, wie Prag, Brünn u. s. w. herumzutreiben. Auf diesen\nKreuz- und Querzügen beschäftigte ich mich wohl mit Dekorationsmalerei,\naber es war nicht daran zu denken, an eine höhere Ausbildung Hand zu\nlegen, deren Bedürfniß ich je länger, je mehr fühlte. Da endlich meine"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "6", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.10", "texte": "Gattin ein Engagement nach Wien erhielt, so wurde mir denn auch das\nersehnte Glück zu Theil die Residenz, meine theure Vaterstadt wieder zu\nbetreten. An den Aufenthalt in derselben knüpften sich meine schönsten\nHoffnungen. Mächtig regte sich in mir der Trieb zu künSche“\nWicklung, ein dunkles Sehnen und Ahnen schwellte meine Brust, ich wollte\ndas Bessere, ich strebte nach dem Höheren, aber noch war meinem Auge\ndie Binde nicht entnommen, noch wußte ich nicht, auf welchem Wege das\nZie zu erreichen sey, noch war mir die höhere Weihe der Kunst das ver-\nschleierte Bild von Sais. Ich glaubte das Heil zu finden, wenn ich in der\nkaiserlichen Gallene zu kopiren begänne. Wie es bisher noch bei allen\nuns zweigen gegangen war, in denen ich mich versucht hatte so gelang\nes mir auch mit diesen Kopien Beifall zu finden. Ein Privimann mff\nnicht ungeübtem Blick glaubte in diesen Bestrebungen einen Gdst duTr\nTCht *ey, und gab mir Auf-\nrrre!^rrT,Dr^\nmich abermals fünf Jahre, dann hörten die Aufträge auf und ich stand\ndfm vTPUnkie' lerdinSs durfte Kgttehen\nch sey ein ziemlich gewandter Techniker geworden aber der Gei«?t f»r\nschopfensche Qeist der eigentlich das Kunstwerk zu dnem solchen stäm-\nj?e'!: noch nicht gelächelt. Ich fühlte seine Mahnung aber ”s\nfehite die Kraft des freien Flügelschlages, mich emporzuschwingem Was\n~ lch k™nte mir es nicht verhehlen, war nur einVer-\nStrahfe dir Sonnl WaChsemen ™gel zerschmolzen vor dem\n® .lch. hatt,e jn'cb nun wieder dem Portraite zugewendet, allein befaHiS\nm der damals herrschenden Manier, umschlungen von den Fesseln alther-\nkömmlicher, auf meinem Bildungswege eingesogener Vorurtheile schwan\ngen sich meine Leistungen durchaus nicht über das Oewnhni«\n!ch fühlte den Druck dilser Fesseln, aber ich find diS n cht S\nzuwerfen. Ich hatte mich me getraut, bei meinem Kopiren älterer Meister-\nwerke die Hintergründe selbst zu malen. Da ich dieses Fach o. r\nakademischem Wege studirt hatte, so hielt ich es für eineiT Frevd Hand"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "7", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.11", "texte": "daran zu legen. Ich ließ also diese Hintergründe durch einen meiner\nFreunde, einen Landschaftsmaler, ausführen. Dieser gestaltete sie natür-\nlich in seiner Manier, und so kam es, daß sie weder mit den Figuren, noch\nüberhaupt mit dem Geiste des Originales in künstlerischem Einklänge\nstanden = ein Mißstand, der natürlich höchst störend vortreten mußte.\nIch erkannte dieß selbst, und durch diese Erkenntniß angeregt, ging ich\ndaran, Studien nach der Natur zu machen, welche, da ich in diesem Fache\ndurch Kopiren noch nicht irre geleitet und verdorben war, sehr gut ge-\nlangen. Jetzt war der Moment erschienen, in welchem der erste Strahl\njenes Lichtes vor mir aufdämmerte, in dessen Glanz ich = leider erst so\nspät = die Wahrheit erkennen lernen sollte. Durch einen solchen Zufall\nmußte ich die Bahn der Erkenntniß betreten. In Folge der eben erwähnten\nArbeiten und des so überraschenden Gelingens derselben ward ich zuerst\nund zufällig auf die Nothwendigkeit und den Nutzen der Naturstudien auf-\nmerksam gemacht. = Naturstudien! = Ein Begriff, welcher mir bis dahin\nvöllig fremd geblieben war! Bald erfolgte eine zweite Anregung dieser Art,\nund zwar eine entscheidende. Herr Hauptmann v. Stierle-Holzmeister be-\nauftragte mich, das Portrait seiner Mutter zu malen. Aber = so sprach er\nzu mir = malen Sie mir sie genau, so wie sie ist! Diesem Aufträge gemäß\nversuchte ich es nun, bei diesem Portraite die Natur mit der größten Treue\nwieder zu geben = und es gelang! Jetzt war auch mitEinemmale die Binde\nvon meinem Auge gefallen. Der einzig rechte Weg, der ewige, unerschöpf-\nliche Born aller Kunst; Anschauung, Auffassung und Verständnis der Natur\nhatte sich mir aufgethan; was so lange als Ahnung in meiner Seele erklang,\nwar zum Bewußtseyn erwacht, und obschon ich gerade nach dieser Er-\nkenntniß mir um so weniger verhehlen konnte, wie weit ich bisher vom\nrechten Wege abgeirrt war, so stand mein Vorsatz doch fest, ihn von nun\nan nie mehr zu verlassen und mit aller mir zu Gebote stehenden Kraft zu\nstreben, das Versäumte nachzuholen. Ich hatte eine doppelte Aufgabe zu\nlösen, eine positive und eine negative; die eine war, Neues zu erlernen, die\nandere, Erlerntes zu vergessen. Bekanntlich ist das Letztere weit schwie-\nriger als das Erste, und doch war es unerläßliche Bedingung, mich von der\nImitation und Manier loszusagen, in welchen ich früher das Wesen der\nKunst begründet glaubte. Im vorgerückten Mannesalter geschieht das Los-"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "8", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.12", "texte": "reißen von so lange genährten Vorurtheilen nicht ohne die größten Anstren-\ngungen. Ich überwachte mich indeß auf das strengste und strebte rastlos,\nmich immer mehr auf dem Wege des Studiums der Natur zu vervoll-\nkommnen. Auch war ich fleißig daran, durch das Studium kunstliterarischer\nWerke meine Erkenntniß zu erheben und zu klären. Das meisterhafte Buch\ndes trefflichen, leider uns nun schon durch den Tod entrissenen Kanonikus\nSpeth „Die Kunst in Italien” gab mir die lebhafteste Anregung, dieses\nLand auch selbst zu bereisen und seine Kunstschätze zu studiren. Ich that\nes, wiederholte diese Reisen mehrere Male, und sie waren von großem,\nwichtigem Einfluß auf meine künstlerische Wirksamkeit. Das Anschauen\nder zahllosen, in dem schönen Italien gehäuften Werke der größten Meister\nerschloß meinem Sinne die ganze Größe, Herrlichkeit und Bedeutsamkeit\nder Kunst. Im regsten Kampfe meines Innern fühlte ich mich bei dieser\nErkenntniß entmuthigt und begeistert zu gleicher Zeit. Entmuthigt, weil ich\neben im Anschauen solcher Werke die gänzliche Mangelhaftigkeit alles\nbisher von mir Geleisteten erkannte, und es mir sehr problematisch er-\nscheinen mußte, ob ich in einem Alter von 35 Jahren noch hoffen dürfe,\neinen Standpunkt zu erreichen, wo ich den Anforderungen, wie ich sie im\nSinne der jetzigen Entwicklung meiner Ansichten und Begriffe an künstle-\nrische Leistungen stellen mußte, entsprechen könne. Begeistert hingegen\nfühlte ich mich eben zu dem Vorsatz, mit aller Kraft nach dem Höchsten\nzu ringen, und nur der Wahrheit und Natur zu huldigen, wie jene großen\nMeister thaten, deren unsterbliche Werke vor meinen Blicken glänzten. ©\n© So war mir endlich die Wahrheit klar geworden. Ein ferneres Irren\nwar unmöglich. Alle meine Studien und Bestrebungen geschahen in diesem\nGeiste, in dieser Richtung. Im Jahre 1830 besuchte ich Paris, um die Ar-\nbeiten der neueren französischen Schule zu studiren, deren treffliche Lei-\nstungen ein neuer Sporn für mich waren, in dem seit Jahren schon von mir\nversuchten Genrefach thätig zu bleiben. In diesem Jahre erhielt ich auch die\nAnstellung als Professor an der k. k. Akademie der bildenden Künste in\nWien, dann als erster Kustos der dieser Akademie eigentümlich angehö-\nrigen, weiland gräflich Lamberg’schen Gemäldesammlung, endlich als aka-\ndemischer Rath. Jene Zeit, welche die Ausübung der Berufsgeschäfte, welche\nmit dieser meiner Stellung verbunden sind, mir übrig ließ, benutzte ich rast-"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "9", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.13", "texte": "los zu steter Ausbildung, zu emsigem Fortschritt auf der betretenen Bahn.\nIch wiederholte, um meine Erfahrungen zu vermehren, die Reisen nach\nItalien und dehnte sie auch nach Sizilien aus, wo ich ein paar Jahre hinter-\neinander meine Ferienzeit in eifrigen Studien verlebte. Ein eigener mein\nNachdenken seit Jahren auf das lebhafteste beschäftigender Gegenstand\nwar der Kunstunterricht. = Der hier von mir geschilderte Gang meines\neigenen Lebens bot mir nur allzureichen Stoff zu diesem Nachdenken. Ich\nhatte es an mir selbst erfahren müssen, an welchen Gebrechen die bishe\nrige Lehrmethode kränkle, welch ein tief gefühltes Bedürfnis es sey, zu Re-\nformen in dieser Beziehung zu schreiten, und ich glaubte überzogt seyn\nzu dürfen, auf dem Wege, auf welchem ich zur Erkenntnis der VVahrhe\ngelangt war die Fingerzeige gefunden zu haben, wie diese Reformen a\ndas zweckmäßigste und fruchtbringendste zu bewerkstelligen waren. _\nNach mannigfachen Studien, Prüfungen und Erwägungen hatte\neine Theorie über eine neue Lehrmethode gebildet, welchennur\nnach alles in sich vereint, was diesem Bedurfniß en spr ' , Di\ndarauf an, diese Theorie in der praktischen Ausführung zu bewah\nResultate übertrafen selbst meine kühnsten Erwartungen Fraulem Rosa\nlia Amon war die erste von mir nach dieser Theorie\nlerin. Ihre Arbeiten erregten in den Ausstellungen a gerne Methode\nkeit. Auch bei den folgenden Schülern, welche ich nach dieser Methode\nunterrichtete, bewährte sich dieselbe in einem Ma ™e c f dig\nstaunenerregend genannt werden darf. Ein verg , Zukunft\nVergangenheit meiner eigenen Laufbahn mit der S • über\njener, nach dieser Lehrmethode unterrichteten Schüler mußte meine Über-\nZeugungen unerschütterlich machen. Die\ntheil achtbarer und unparteiischer Kunstgenossen legt a«jf dem'Stand? ,\nzu welchem ich gelangte, meinen künstlerischen Lertmgcn •5 eh erwarb\ndienst bei. Von welcher Art dieses Verdienst immer sein mag, IC*\nes nur in Folge der Erkenntniß, daß die Natur die einzige 9uel^u^d^fJI”d\nunseres Studiums seyn müsse, daß in ihr aUein jene ewige Wahrheit und\nSchönheit zu finden sey, deren Ausdruck in jedem Zweige der bildenden\nKunst das höchste Ziel des Künstlers seyn müsse. Diese Erkenntniß in dem\nSchüler zu wecken, ihn zu der Befähigung, dieselbe kunstgemaß zu be-"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "10", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.14", "texte": "nützen, auf dem kürzesten, einfachsten, durch keinerlei Zwischenmittel\nbeengten Wege zu leiten, dieß allein kann das Ziel des Unterrichtes seyn.\nDaß die bisher in Übung gewesene Lehrmethode diesen Prinzipien nicht\nentspricht, dürfte wohl kaum geläugnet werden. Einen Beweis dafür (und\nes dürfte leicht werden, hundert ähnliche aufzufinden) glaube ich eben in\nder Darlegung meiner eigenen Laufbahn gegeben zu haben. Wie spät ge-\nlangte ich zu Erkenntniß der Wahrheit, wie lange, nachdem die Zeit der\nJugend, die Kraftperiode des Schaffens und Bildens, in einer langen Reihe\nvon Irrthümern, fruchtlosen Versuchen und verwerflichen Bestrebungen\nverstrichen war, und selbst da mußte nur ein Zufall mich die Wahrheit er-\nkennen lassen. Wie manches Talent, wie viel schöner Beruf dürfte nicht\nvielleicht ungekannt und ungewürdigt untergehen, vergebens auf den Zu-\nfall harrend, der das Rechte zeigt? Betrachte ich dagegen die künstlerische,\nfreudige, kräftige Entwicklung jener jungen Leute, welche auf dem Wege\nmeiner Lehrmethode den Elementar-Unterricht empfingen; sehe ich, wie\nsie schon nach wenigen Monaten auf einer Stufe der Erkenntniß und der\ntechnischen Befähigung stehen, auf welche ich und so viele meiner Kunst-\nund Studiengenossen erst nach jahrelangem Irren in dunklen Labyrinthen\ngelangten, dann fühle ich in Erwägung dieses Kontrastes, es sey mir eine\nheilige Pflicht, in dieser Richtung den Weg zu bahnen, den Strahl des\nLichtes zu verbreiten, unbekümmert, ob auch manches Auge dadurch ge-\nblendet werden möge."}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "11", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.15", "texte": "FISCHERKNABE\nIRMA V. DUTCZYŃSKA.\nORIGINAL - HOLZSCHNITT."}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "13", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.17", "texte": "PORTRÄT\nIRMA V. DUTCZYŃSKA.\nORIGINAL - HOLZSCHNITT."}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "15", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.19", "texte": "der suchende\nIRMA VON DUTCZYŃSKA.\nORIGINAL - HOLZSCHNITT."}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "17", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.21", "texte": "PORTRÄT\nIRMA VON DUTCZYŃSKA.\nORIGINAL - HOLZSCHNITT."}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.23", "texte": "PORTRÄT\nIRMA VON DUTCZYŃSKA.\nORIGINAL - HOLZSCHNITT."}, {"page_pdf": 25, "page_imprimee": "21", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.25", "texte": "PORTRÄT\nIRMA VON DUTCZYŃSKA.\nORIGINAL - HOLZSCHNITT."}, {"page_pdf": 27, "page_imprimee": "23", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.27", "texte": "DAS DUNKLE WASSER\nIRMA VON DUTCZYŃSKA.\nORIGINAL - HOLZSCHNITT."}, {"page_pdf": 29, "page_imprimee": "25", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.29", "texte": "DER BESTE ALLER BLEISTIFTE\n□ □ IST UNBESTRITTEN □ □\n„KOH-I-NOOR”\nVON L. & C. HARDTMUTH.\nEXISTIERT IN 17 HÄRTEGRADEN.\nZU HABEN IN JEDER BESSEREN\n□ g PAPIERHANDLUNG □ □"}, {"page_pdf": 30, "page_imprimee": "26", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.30", "texte": "• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• ••«•••••••\nJOH. BACKHAUSEN\n& SÖHNE\n□ K. U. K. HOFLIEFERANTEN □\nFABRIKEN FÜR TEPPICHE, MÖBEL=\nSTOFFE, TISCH= UND BETTDECKEN\n□ IN WIEN UND HOHENEICH □\nNIEDERLAGE:\n□ □ WIEN, I. OPERNRING 2 □ □\n(HEINRICHSHOF)\n• ••••••••••\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •\n• •"}, {"page_pdf": 31, "page_imprimee": "27", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.31", "texte": "W Q M\nTJ M t)\nägis\nr o>\nä 33 2\nwWW\nO:* «\nr\n>\n33\nco\nCD\nX\nX\"\np\nin\nW\n<\nCD\n00\nO\nCD\nCD\n•\"1\nn'S\nin\n□ n\n□\nx\ngr\nIgS\nffi ? o\n3 2 3\nH-h P rt-\nCD P oq\nO\nCD\nc g\nP*\nöd W\nCD CD\nPu Qu\nP P\no o\nÖ* er\np p\np p\nCfQ Cfq\nP\ncn\nffi\nP\nP\ncn\n□\n□\nO5\n*1 CD Oi\nI o o\n□ a □ < □\nX u Ö\n□\nin\nO\n3\nCD\ner\nCD\np*\nCD\np\nCD\nin\nCD\nP\nO\np\nin\nP\nC/3\nP\nP\nCD\nP\n»-*\nCD\nP\nhh h>\nr-* hh\nL-< HH\nco ~ a\nN. ö\nö O 50\nOw&\n50 CO >\nirj C/3\nR m Q\n(0 H >\n“ ö“\nC 0 co\n5 50\"\n- w\nfL\nN §\n«z\nO» r»\n□\n□\n>\nW\no\n50\nco\nH\n50\n>\nco\n>0\nr i\nCO\nO\n33\n33\nO\n>0\na>\n13\nsr\n33\n>\nC\n33\nH\nm\n33 .\nH t 3\nC 0 CD\nrt o\nC013 p\n3T\nM§ ?\nN C 0\nCO -\nrt\n2\n■t\nM\nK>\nVO\n□ S □\nCO\n50\n>\nc\n\"0\nw\nco\nCO\nr\nr\nco\nz\nco\n□ Z S\nLJ »i 4*\nG\\\n□ Ä 01\nO\n°? □\nN\nCO\nZ\n50\n>\nr\nco\nco\no\n33\nr\nco\n>o\nco\nr\nco\n*o\n33\no\nz\nc\n33\nr\nQ\n>\n00\nco\nC 0\n>\nC\nto\n50\nf\no\nC 3\nC 0\no\nH\n□□■□□□■□□□■□□□■□□□■□□□■□□□■□□\n!□□□■□□□\n□\n□■□l\ninm\nim\nID"}, {"page_pdf": 32, "page_imprimee": "28", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.32", "texte": "□\nID\nID\nD\nID\nID\nD\nID\nID\nD\nID\nID\nD\nID\nID\nD\nID\nID\nD\nID\nID\nD\nID\nID\nD\nw\nffl rH\n' ü w\nc\nOl\n<3\nhP\nw 8\no o\nw\nO d Ü\nft\n<3\no\nCd\nCd\nw\nco\nco\n<\nO\n>7 M-l [□\nSPWg\no\nQ\n£\n>\nD\nDB\nDB\nD\nD\nD\nD\nD:\nD\nD\nD\nD\nD\nDI\nDI\nD\nD\nDi\nD\nDi\nDi\nD\nDI\nDI\nD\nnnDDDDnnDnnDDnnDDnnaaaaaaaa"}, {"page_pdf": 33, "page_imprimee": "29", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.33", "texte": "□ □□□□□□□□□□□□DDDDOÜ □□□□□□□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n■v\ni\n-■\n:\nV\nV\n•%\n□\n□\na\n□ i\nifcHfINDTRIX\nPARIS; 1900\nERSTE ÜSTERR. RCTiEN • CE:\nSEILSCHAFT ZUR ERZEUGUNG\nUON n'°BELH AUS GED°6ENCn\nHOLZE\nJflTOEfOfl\nr n i li r i.i o\nWIEN,I.BURORIN6 N\" 3.\niCMumii'inEß.SPEise£ii'inEß\nSflL°H ns BEI IN MoDfLRNEM STILE.\n□□□ddoüoooüüddddddü ddddd □ □□\nV.\nJ\n□ □□□□□□□□□□□□DDDDGDQDODG"}, {"page_pdf": 34, "page_imprimee": "30", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.34", "texte": "E. BAKALOWITS\nSÖHNE\n□ K. U. K. HOFLIEFERANTEN Q\nWIEN, I. KÄRNTNERSTRASZE 12\n□ SPIEGEL, KRISTALLÜSTER, □\n□ TRINKSERVICES, PHANTASIE= □\n□ OBJEKTE ETC. □"}, {"page_pdf": 36, "page_imprimee": "32", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030101-01.1.36", "texte": "JAHRGÄNGE VON\np\\ © © © © VER SACRUM.\nLi— . J Durch die Vereinigung sind noch er=\nhältlich folgende Jahrgänge dieser Zeitschrift:\nJahrgang 1900 zum Preise von 400 Kronen,\nJahrgang 1901 zum Preise von 200 Kronen,\nJahrgang 1902 zum Preise von 50 Kronen.\nDAS SEKRETARIAT DER VEREINIGUNG\nBILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS.\nFür die REDAKTION verantwortlich: MAX KURZWEIL in WIEN\nHerausgeber: VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS\nDruck von ADOLF HOLZHAÜSEN, k. u. k. Hof- u.Univ.-Buchdrucker in Wien\nZink-Clicb£s von der „GRAPHISCHEN UNION’’ in Wien"}]}