{"numero_id": "bm-bmtnabf-1903-09-15-01", "volume": "bmtnabf_1903-09-15_01", "ocr_sha256": "f31f6a42ae3d54496806d6c30cb51614686e2fc445b83d6b50345e7363fbe10c", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabf/issues/1903/09/15_01/bmtnabf_1903-09-15_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabf/issues/1903/09/15_01/bmtnabf_1903-09-15_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabf-1903-09-15-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabf_1903-09-15_01#c003", "volume": "bmtnabf_1903-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "307", "page_fin": "307", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.2.3", "titre_corps": "Original-Holzschnitt", "titre_sommaire": "Original-Holzschnitt", "signature_source": "F. v. 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Es ergibt sich = wenn\nman imstande ist, tiefer zu sehen und doch die Oberfläche der\nErscheinungen nicht zu vergessen, wenn man beides in sich wertet und\ndarstellt = ein eigenartiges Bild, das bezeichnend ist, das wesentlich wer-\nden kann zur Beurteilung mancher Fragen. Auch solcher, die fernab zu\nliegen scheinen. Es rührt an den Kern. © © 0\n© Was sonst als waghalsige Behauptung erscheint, hier erfährt es viel-\nleicht = und wäre es nur gestreift = seine Begründung oder doch eine\nBegründung. Begründung wenigstens nach einer Richtung hin. Und da-\nmit ist manches gewonnen. Stimmt es zu manchem sonst Gesagten, so\nerscheint eine gewisse Sicherheit des Resultats verbürgt. © © ©\n© So scheint sich denn hier ein Sinn zu offenbaren. Es ist ein Bild, das\nin Wahrheit vielgestaltig ist und nur in dem, der es sieht, begreift und\ndarstellt, wie in dem, der dies liest, sich eint. ©© ©\n© Da ist eine Zeichnung. ©© ©\n© Eine Arbeit; eine Vorarbeit zu einem größeren Ganzen. ©©©\n© Also ein Teil. Abhängigkeit haftet ihr an. ©©©\n© Man sieht sofort = vorausgesetzt, daß wir hier einen Typus, der das\nWesen wiedergibt, vor uns haben, und daß der Künstler dieses Wesen\nergriff =, daß der Künstler es so wollte. Und demgemäß wurde es durch-\ngeführt. ©©©"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "310", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2161, "texte": "0 Es ist etwas Skizzenhaftes daran. Nicht weil es den Augenblick fest-\nhalten soll, sondern weil es dient. Der Künstler weiß noch nicht recht, wo\ner seinen Weg finden wird. Das Skizzenhafte ist also aus dem Zweck ge-\nboren; es ist aber nicht wesentlich. Mag es doch sein, daß der Künstler bis\nzur vollen Ausgestaltung dieses einen Teiles vorschreitet. Denn er probiert.\nEr stellt. So oder so. Er muß wissen, wie es sich darbietet und da wird\ner ebenso die Vollendung wie die Andeutung brauchen; wie es ihm genügt.\n© Zuweilen zeichnet er einzelne Teile dieses Teiles wieder noch be-\nsonders. An den Rand des Blattes. © © 0\n© So befreit er sich von der inneren Fülle. Von den Möglichkeiten.\nEr stellt sie außer sich. Er schaut sie. Nun wird er sehen. Wird beob-\nachten. Abwägen. ©o©\n© Er wird wählen. ©©©\n© Hier also dient das Werk. Bewußt. ©o©\n© Es ist eine Studie. ©o©\n© Die Studie ist nur ein Mittel. Ein Hilfsmittel. Ein Zwischenstadium.\nEin Zwischenakt. Ein bewußtes Unterwegs. Sie strebt zu einem Ende,\ndem sie sich einfügen wird. Es ist ein Wandern zu einem Ziel, das weiter\nliegt. Dieses Ziel wird immer im Auge behalten. Im Hinblick auf dieses\nZiel werden alle Entschlüsse gefaßt. Und so dient denn auch hier die\nzeichnende Kunst. © © ©\n© Wenn Werke dieser Art zur Ausstellung gelangen, so ist es in der Tat,\nals tue man einen Blick hinter etwas, das verhüllt sein sollte. Er ist nicht\nnötig = dieser Blick. Es ist eine Art oberflächlicher Neugier darin, die\nbefriedigt wird, wohl gar erst geweckt wird. Es kann dahinter im Grunde\n== im einzelnen Fall == ein richtiges Gefühl stehen. Zum Beispiel: ein Miß-\ntrauen gegen die endliche Wahl des Künstlers. Das Ende, das Ganze, die\nKomposition befriedigt nicht. Man hofft, rückwärtsgehend Besseres zu\nfinden. Man geht zu den Einzelheiten und sucht. Doch geht damit der\nWunsch vom Wege ab. Er nähert sich anderen Gebieten. ©o©\n© Oft wird auch hier nur der Reiz anstoßend wirken, das allmähliche\nWerden verfolgen zu wollen. Nicht kritisch, auflösend. Sondern vielmehr\nzuschauend. Das Niveau wird tiefer gelegt. Damit lockern sich die Fäden.\nMan sieht, wie alles sich zusammendrängt aus einem Chaos von Möglich-"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "311", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2247, "texte": "keiten und sich endlich verdichtend eint. Es ist die Art der Komposition,\nderen Wegen man hier folgt. Das allmähliche Sich-Zusammenfügen. Das\nSich-Runden zum Ganzen. Es ist ein sehr feiner Reiz: das Werden, das\nbeinahe organische Wachsen. Immer aber im Hinblick auf das Endliche,\ndas Gewordene. Den Abschluß. Das Endwerk. Der Reiz des Werdens kann\nbei dem Einzelnen mehr oder minder zeitweilig dominieren. Die Studie\naber ist = so losgelöst betrachtet = nicht für sich da, sondern zu einem\nZweck gemacht. Diesem Zweck dient sie und dieser Zweck ist das Endwerk.\n0 Das ganz Entgegengesetzte. 000\n0 Diese Künstler machen keine Unterschiede. 000\n0 Was sie = als zeichnende Kunst = geben, hat bildartige Wirkung.\n© Es ist ein Bild. ©o©\n© Mit all den Qualitäten, mit all den Ansprüchen des Bildes. Nur zu-\nfällig, äußerlich besteht vielleicht noch eine Differenz. Ganz äußerlich:\nim Format. Vielleicht auch noch ein wenig in der Art der Ausführung.\nEine Differenz zum wirklichen, eigentlichen Bild. 000\n0 So wie es ist, braucht es vielleicht nur noch um ein kleines ver-\ngrößert zu werden = und es gälte als Bild. Und da die Größe heutzutage =\nein sehr äußerlicher Maßstab natürlich = nicht mehr so erforderlich ist\nwie ehedem, so kann auch dieser Unterschied fallen. 0 © ©\n0 Im Hinblick auf den besonderen Charakter, den die zeichnenden\nKünste doch haben müssen, wie jedes Ding seinen besonderen Charakter\nhat, scheint hier also = in dem Eindringen des Bildhaften = ein Mangel\nvorzuliegen. Ein Mangel an Stilgefühl. Auch sind Anzeichen dafür da.\nWas nicht gewahrt ist, das ist die Reinheit des Stils. Damit zugleich ein\nMangel an Gefühl für den Raum. Dies alles gilt nur im Hinblick auf den\nbesonderen Charakter der zeichnenden Künste. Und es handelt sich hier\nnicht um den äußerlichen Charakter, den die Technik der Herstellung ab-\ngrenzt. Es handelt sich um die Wahrheit des endlich Gewordenen, des\nSeienden. Nicht des Sein-Sollenden. Die Technik wird ihr gewichtigstes\nWort erst dann sprechen können, wenn alle anderen Wege frei sind. Da\nmüssen wir dann schweigen. Zu reden hat da nur der Künstler. Es ist gut,\ndiese Grenze immer unzweideutig zu betonen. Sie ist zum Gemeingut ge-\nworden, diese Phrase: der Kunst sind keine Wege vorzuschreiben. Und"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "312", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1536, "texte": "doch = man sehe sich doch um! Auf Schleichwegen pürschen sich diese\nBanditen an das Edelwild „Kunst” immer wieder heran. Freilich = eine\nstarke und gerechte Kunst wird solche Zweifel gar nicht aufkommen lassen.\nDie Künstler schaffen. Und wir sehen. Wirkung und Gegenwirkung.\nWas bis dahin, bis zu der Sehensmöglichkeit, vor sich ging, dessen Re-\nsultat das Sein ist, das entzieht sich unserer Kenntnis. Freude oder Un-\nlust am Sein, Zustimmung oder Abneigung = das ist unser Teil. Es kann\ndies nicht klar genug betont werden. Es wird natürlich immer ein Hin-\nüberschweifen geben. Aber es fragt sich, wo der Kern liegen soll. Und\nheutzutage geht die Freude am Sein immer mehr verloren und dies ist zu\neinem Teil die Folge davon, daß der Laie = infolge jener törichten Art\ngrassierender Volksbelehrungssucht = sich im Besitz einiger lücken-\nhafter Kenntnisse, die ihn natürlich nicht beschweren, ihm alles leicht\nund entscheidbar erscheinen lassen, berufen und berechtigt glaubt, mit\ndem Künstler um diesen Weg, um dieses „Vorher” zu rechten. Darüber\ngeht die Freude und das Sein vollständig verloren. Natürlich tragen auch\ndie Künstler hier ihren Anteil Schuld. Doch wird man in beiden Fällen\nnicht den Ausdruck „Schuld” aufrechterhalten können. Es sind Ent-\nwicklungen. Bestimmte Ursachen und bestimmte Folgen. Diese Fragen\nsind recht heikel, weil sie eigentlich nur unumgängliche Entwicklungs-\nstadien darstellen. Infolgedessen läßt man sie am besten auf sich beruhen\nund dann werden sie sich entwicklungsgemäß von selbst erledigen. 00"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "313", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1530, "texte": "© Von dem Standpunkte der Bildkunst aus betrachtet, mag es zu be-\ngrüßen sein daß nun so manches sich absondert, das unnötig das Gebiet\nso überfüllte und den Umfang so vergrößerte. Sein Glück in Beschränkung,\ndie innere Wahrheit ist, sucht und nicht immer wie rasend, wie tollwütig\nbis zu den letzten Grenzen der großen Bildkunst strebt. Dieses Abstoßen\ndes Nur-Zufälligen wird in der Zukunft immer weitere Kreise ziehen,\nimmer neue Gebiete zu demselben Streben ermuntern und jedes Gebiet\nwird so dahin trachten, sich zu reinigen; wird in sich Stufen und Rang-\nfolgen beobachten lernen und beobachten lehren. © © ©\n© Ein Zufall also ist es, daß dieses Ding, dieser Typus wieder nicht sich\nzu dem großen Bilde auswuchs, das es sein will, innerlich ist und nur aus\näußerlichen Gründen sich nicht da einfügt, wohin es strebt. ©©©\n© Die Bildkunst mag dabei befriedigt sein. Aber das ist kein Grund,\ndaß diese Art nun bei den zeichnenden Künsten ein Unterkommen sucht.\nEs will ein Werk der zeichnenden Kunst sein und ist es dem Geist nach\ndoch nicht Es gehört zu den Vorstufen der Bildkunst. Nicht in dem Sinne,\nwie die erste Art = die reine Vorstudie = eine Stufe war. Diese ist nur\ntechnisch eine Vorstufe. Sie hat sich noch nicht entschieden. Was sie\nwerden will wohin sie strebt, wird sich erst enthüllen. Doch das eine ist\ngewiß sil Das hier dient nicht. Es ist nur ein Unterschied inner-\nhalb der Bildkunst selbst. Es ist eine Rangfrage. Die Studie bleibt noch\nganz zurück noch ganz im Anfang, will selbst nichts sein. Dahingegen"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "314", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2129, "texte": "geht diese Art den Weg bis zu Ende. Und ob sie hierin nicht zu weit geht,\nist im einzelnen Falle zu entscheiden. Die Studie muß und will immer un-\nfertig sein. In diesem Unfertigen ist sie in sich fertig. Diese Art jedoch ist\nimmer fertig und will es auch sein. Innerhalb der Bildkunst mag sie wegen\nihrer Bescheidenheit gern gelitten sein. So oder so? Nun = denken sie =\nmachen wir es einmal so. Irgendetwas reizt sie dazu. Oft vielleicht etwas\nNur-Äußerliches. Ein Grund ist nicht vorhanden. Bescheidenheit. Äußere\nWirkung. Größere Verbreitung infolge Vervielfältigungsmöglichkeit. Dies\nalles mag mitwirken. Doch gehört es in die Bildkunst. In eine der vielen\nUnterkategorien der Bildkunst. Dem Charakter nach gehört sie dahin.\nUnd das entscheidet. Und nicht die äußere Art der Erscheinung, nicht die\nWeise des Uns-Entgegentretens. In diesem Falle verdeckt dann das Äußere\nden innewohnenden Charakter. 000\n0 Neben diesen beiden, zwischen ihnen, über ihnen steht die Art, die den\nbesonderen Charakter der zeichnenden Kunst repräsentiert, diesen zur\nErscheinung bringen will und demgemäß betont. Diese Künstler machen\ndiese Kunst nicht sich dienstbar, als zufälliges Mittel, dessen sie sich zu\nihrer Laune neben anderem bedienen können. Vielmehr respektieren sie\ndie Grenzen und spüren innerhalb dieser Grenzen dem Wesen nach. Sie\ndienen dieser Kunst, die ihnen vornehm und zurückhaltend erscheint,\nderen fremden und besonderen Reiz zu ergründen ihre Aufgabe ist, deren\nfremden und besonderen Reiz immer von neuem in Frage zu stellen,\nimmer von neuem zu finden und wieder zu erweisen sie berufen sind.\n0 Wie in einen tiefen Schacht steigen sie hinunter. Holen herauf. Ein\newig Neues liegt in dieser reinen Art. Hier offenbart sich zusammen-\nwirkend aus der Fülle der ureigene Charakter dieser Kraft. 000\n0 Ihr Grund. 000\n0 Ihr Muß. 000\n0 Ihre Wesenserklärung. 000\n0 Ihr Stil! ©OO\n0 Und gerade die großen und feinen Künstler betonen diesen Charakter.\nRecht deutlich und eindringlich. Denn hier offenbart sich innerste Art.\n0 Es sind dies Werke, die anders nicht gegeben werden könnten. ©\n0 Nicht so. Werke, die so sein müssen. 000"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "315", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1964, "texte": "® Hier offenbart sich der Stil. 555\n® Feinheit der Empfindung für den Raum! ©© 0\n0 Feinheit der Empfindung für den Ton! ©o©\nEine erlesene Auswahl aller Werte und beinahe mcht zu beschreiben.\n& Fast unter einem suggestiven Zwang zusammengebannt und daher\nömend 0 0 0\nNicht di™ Fülle der Wirklichkeit. Sondern die besondere Art. Inner-\nhalb dieser Grenzen geht das Wirken eines jeden seine wesensgemäß vor-\nWege Die Zartheit. Die Weichheit. DerZom. Das Pathos.\nDie Lust zum Reden. In Linie und Farbe fließt das alles zusammen Die\naugenblicklichsten Stimmungen des Moments werden unerbttthch fest-\ngehalten. Es ist ein ungeheures, grenzenloses‘Material. ©o©\n© Ein grenzenloses Material seelischer Möglichkeiten. ©o©\n© Hier entsteht das, was nur hier gegeben werden kann Hier. Sonst\nnds Das Tiefste, das Geheimnisvollste kann hier bloßgelegt werden.\nDal Unsagbarste = hier wird es sagbar. Noch zitternd. Kaum geboren.\nUnd doch schon ahnungsvoll sich regend. Weder fertig. Noch unfertig\nDoch nichts Festes. Ein Durchgang. Etwas für sich. ©o®\n© Ein Durchgang. Bewegung! Werden! ©OO\n© Bewegung in Linie und Farbe. _. , ©© ©\n© Seses Festbannen im Durchgang =da hegt der Reu beschlossen.\nEs ist ein Belauschen. Ein feinstes Formen nach dem Bilde dg Bg\nIaUS olrum zieht es uns hierhin. Es ist die feinste Blüte der bildenden\nKünste Was die Lyrik für das Wort, das sind die zeichnenden Künste\n“beende Kunst. Alles regt sich hier. Das Allerpersönlichste = hier\nwhd es ans Licht gehoben. Darum ist hier ewig das Zentrum. Der Aus-\ngang. Der Boden zur Erneuerung. Noch sind dem Neuen keine Fesseln\nauferlegt. Kein Zweck bindet das Neue. Es ist noch nicht geformt. Noch\n• ,fr4.©cr©n Noch nicht gebeugt zum Zweck. Zu dieser Kunst zieht es\ndahin locken. Sie ist ein Teil von uns. Sie\nms selbst aus Und wenn sie dies bisher nicht tat, so wird es so\nspricht u fähi dazu> da sie so biegsam ist. Biegsam zu jeder\nNuance Di« ist ihr Wesen. Und so bleibt sie sie selbst. Es ist kein Zwang"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "316", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1793, "texte": "in ihr. Sondern nur eine\ngroße, fessellose Frei-\nheit. Und nur eines ist\nihr Gesetz; ihr Wesen.\n© Die Studie. ©©\n© Das Bild. © © ©\n© Und dieses Dritte.\nEs hat keinen Namen.\nMan müßte es denn\ndie Zeichnung nennen.\n© Diese drei Arten.\nSie mischen sich also.\n© Sie mischen sich\nbei den zeichnenden\nKünsten und ebenso\nentsprechend bei der\ngroßen Kunst, der Bild-\nkunst. Auch da gehen\nDas ist; Wirklichkeit. Nur in dem, der sieht, begreift, darstellt, wie in\ndem, der dies liest, eint sich das Bild. Wenn wir der Wirklichkeit nach-\ngehen wollen, dürfen wir nicht scheiden. Wenn wir sie nachzeichnen\nwollen, dürfen wir nicht untersuchen und den Ehrgeiz darin sehen, zu\ntrennen. Hier geht alles, was nebeneinander existieren sollte, in einan-\nder. Alles scheint ins Belieben gestellt. Es kann alles sein. Die verschie-\ndensten Misch-Auffassungen = sie scheinen berechtigt. © © ©\n0 Doch sucht sich der Verstand und das Empfinden einen Weg. Es\nüberlegt, grübelt, vergleicht der Verstand. Und trifft Entscheidung. Das\nEmpfinden tastet. © © ©\n0 Nicht die Wirklichkeit gibt den Maßstab, ist Maßstab = eine andere\nWelt tritt daneben. Auch sie will schöpferisch sein. Die Wirklichkeit ist\nfür sie nur ein Untergrund. © 0 0\n0 Und hier liegen die drei Grundcharaktere fest. Der Grundcharakter\ndessen, was „zeichnende Kunst” heißt. Geht man durch eine Ausstellung\ns» wie vielfältig erscheint das Bild. Alle drei Typen sind da vertreten,\ndiese Wege. Ist alles\nBild, was als solches\nauftritt? Gibt es auch\nnicht dort einen Stil?\nEin Muß? Wonach\nvieles ausscheidet.Und\nRangstufen entstehen?\n© Drei Grundcha-\nraktere von einander\nstreng geschieden. ©\n© Wie sind da die\nGrenzen ? © © ©\n© Nicht leicht sind\ndie Wege zu finden.\nDenn ungebahnt ist\nalles. Und das Resultat\nist, hier wie da: un-\ngeklärte Vielfältigkeit."}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "317", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1483, "texte": "mischen sich unmerklich, so daß man meint, es gäbe nur wahllosem\n®UrCSchönnund verführerisch ist diese buntfarbige, vielgestaltige Wirklich-\nSit Es bedarf einer leichten Kraft, sich ihr gegenüber zu halten. Aber\nreizvoll ist es hier, durch dieses Dickicht, Wege zu schlagen. Seien\nmese Wege auch nu’r dazu da, um für einen Augenblick Licht zu schaffen\nLicht dringt plötzlich ein. Und damit Klarheit, wo man d.ese bishemcW\n® ntUm diese Grundcharaktere = sie liegen fest = kristallisiert sichres\nherum. Man muß sie festhalten. 000\n© Und überall sonst dichter Wald Durch den führen diese Weg£©\ntx/’rtV.Jn ei*» führen weiß niemand.\n® viele reizt es vielleicht, lieber im Dunkel und Dickicht sich zu\nverlieren. *\n® Noch einmal kommt die Wirklichkeit, die triumphierende! Noch\neinmal k|S“e Kunst = Malerei wie Zeichnung = seine\ngehen wird eine die andere beeinflussen und jede der anderen\ngeben, Är anderen gehört. Und nicht nur d.es = noch etwasoben-\ndrein! Eine Zugabe! d; Zugabe, in diesem eigentlichen Zuviel,\nP Hvltb en vom Wege, in dilsem Ineinanderfließen der Grenzen\nm diesem Abirren vom y s , von Streben und Irren\nderßeiz der Kunst. Vielleicht ze g rechtem sjnne ©©©\nI^d n^TvfelldchtSliegt in diesem Ineinanderfließen der getrennten\n© U 1 H7p Erklärung des Geheimnisvollen. ©OO\nGrenzen die Er „feri,ennen! Und doch ist es nur, als würde für einen\nAugenbUck'ein Schleier weggezogen. Anders könnt ihr nicht sehen.\n0 Ich bin. 00©\n© Und'da war noch ein dritter Geist. Der sprach: ©©o"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "318", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1161, "texte": "© = „Und indem ihr erkennt, schafft ihr. 00®\n0 Und was ihr schafft, das ist ja erst die Wirklichkeit, die Vielgestaltig-\nkeit. Die schafft ihr erst. 000\n0 Würdet ihr nicht erkennen, sondern müde am Erkennen werden so\nwürdet ihr nur dahin gehen, wohin schon die anderen gingen. Es ist eure\nGeißel, das Erkennen. Es zeigt euch immer neue Möglichkeiten. So wagt\nihr. Das Leben sollt ihr haben. Das Erkennen sollt ihr suchen. Und keines\nsoll das andere töten. Wärt ihr nicht, wo wäre diese schöne Wirklich-\nkeit, dieses lächelnde Jugendgefühl des Werdens? Könnte es sein ohne\neuch? Ein altes Weib wäre es. Dürr. Mager. Vertrocknet. Und wollte euch\nnoch anlocken? Mir graut davor. 000\n0 Aber so = zaubert ihr sie erst hervor. Indem ihr erkennt, scheinbar\ndie Wirklichkeit meistern wollt und dann wieder ihr dient, sie vereinfacht\nund nach dieser Erkenntnis = jeder in seinem Geist und Sinnen = ver-\ntiefend handelt, schafft, zaubert ihr sie erst hervor. Sie muß euch dank-\nbar sein. Denn euch verdankt sie ihr junges Aussehen. Und die Vielfarbig-\nkeit ihres Seins, das euch nun blendet und doch euer Werk ist.” =\n© Und er ging schon, als er dies sagte.\n\nERNST SCHUR."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1903-09-15-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabf_1903-09-15_01#c006", "volume": "bmtnabf_1903-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "309", "page_fin": "309", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.2.4.2", "titre_corps": "[Illustration sans titre]", "titre_sommaire": "[Illustration sans titre]", "signature_source": "Friedr. 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HARDTMUTH.\nEXISTIERT IN 17 HÄRTEGRADEN.\nZU HABEN IN JEDER BESSEREN\n□ □ PAPIERHANDLUNG □ □"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1903-09-15-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabf_1903-09-15_01#c013", "volume": "bmtnabf_1903-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "322", "page_fin": "322", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.2.7", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "322", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.20", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 446, "texte": "□'\n□'\n□'\n□'\n□'\n□'\n□'\n0\n□ '\n0\n□ <\n0\n□ '\n0\n□ «\n0\n□ <\n0\nDi\n0\nD*\n»□\n0\n»□\n0\n»□\n0\n»□\n0\n*□\n0\n0\n»□\n0\n»□\n0\n»□\n0\n'□\n0\n'□\n0\n0\n'□\n0\n'□\n0\n□ '\n•□•□•□•□•□•□•□•□•oon\n00000000000\n•□•□•□•□•□•□•□•□•□oDoQ\nJOH. BACKHAUSEN\n& SÖHNE\n□ K. U. K. HOFLIEFERANTEN □\nFABRIKEN FÜR TEPPICHE, MÖBEL=\nSTOFFE, TISCH= UND BETTDECKEN\n□ IN WIEN UND HOHENEICH □\nNIEDERLAGE:\n□ □ WIEN, I. OPERNRING 2 □ □\n(HEINRICHSHOF)\n00000000000\n0 0\n• •\n0 0\n0 0\n0 0\n0 0\n0 0\n0 0\n• 0\n• 0\n0 0\n0 0\n0 0\n0 0"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1903-09-15-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabf_1903-09-15_01#c014", "volume": "bmtnabf_1903-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "323", "page_fin": "323", "image_debut": 21, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.2.8", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 21, "page_imprimee": "323", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.21", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 731, "texte": "■□□□■□□□■□□□■□□□■□□□■□□□■□□□■\n□■□■□■□■□■□■□■□■□■□■□■□■□■□■□\n□■□\nH AUERLICHT. |g\nLJLJ*| i?DunM inß.Q i \\mm\\ i\nj=»=j| TELEPHON 1063\n■m ZENTRALE: IV. SCHLEIFMÜHLGASSE 4\n□□l\n□■□\n□■□\n□□r\nVERKAUFSSTELLEN:\n□ I„ FISCHHOF 3, Telephon Nr. 12465 □\nII TABORSTRASZE 4, Telephon Nr. 15080\nO O □ 111., HAUPTSTRASZE 23 □ □ □\nVII., ANDREASGASSE 9, Telephon Nr. 9122\n□ VIII., JOSEFSTÄDTERSTRASZE 64 □\nIX., NUSZDORFERSTR. 19, Teleph. Nr. 12797\n□ sowie bei den meisten Gasinstallateuren O\n□HD\n□□l\nLAMPE exklusive Montage und Bedachung K 3-50\n~|Q]H SPARLAMPE exkl. Montage und Bedachung K 3.— HOCH\n—ml I GLÜHKÖRPER kostenfrei ins Haus gestellt 60 Heller □■□\nSPAR-GLÜHKÖRPER 55 Heller □ □ D □ □ □□■\n\"□□■□»□■□■□■□■□■□■□■□■□■□■□\n'□■□■□□□□■□□□■□□□■□□□■□□DB"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1903-09-15-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabf_1903-09-15_01#c015", "volume": "bmtnabf_1903-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "324", "page_fin": "324", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.2.9", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "324", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.22", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 156, "texte": "□\n□\n■B\n□\n□\n□\n□\n□\n□\nSB\n□\n■□□Q\n■r\nGLASMALEREI\nCARL GEYLING8 ERBEN\nGEGRÜNDET 1841\nWIEN,\nVI. WINDMÜHLGASSE 22\n□\n□\n□I\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□I\n□I\n□\n□I\n□I\n□\n□I\n□I\n□\n□I\n□I\n□"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1903-09-15-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabf_1903-09-15_01#c016", "volume": "bmtnabf_1903-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "325", "page_fin": "325", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.2.10", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 23, "page_imprimee": "325", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.23", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 370, "texte": "nncm □□□□□□□□□□ □□□□□□□□□□□□\n— -m—m n ■ I N I 1L I U-' W I V IH r “\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\no\n□\n□\ns\n\\\nV\nw\n(jftfINDTRIX\nPARIS! 1900\nA\n• • •\nERSTE ÜSTERR. fKTICN - CD\nSEILSCHAFT ZUR ERZEUGUNG\nUON n°BELN AUS 6ED°GEKCn\nHOLZE\nmmu K°tin\nWIEMj.BURCRING N” 3.\nscHLflF2mneß,srcise2.innEß\nsflL°H MÖBEL IH MoDERHEM STILE.\n□\n□□□□□□□□□□□□□ □□□ □□□□□□□□□□\n□ □□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabf-1903-09-15-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabf_1903-09-15_01#c017", "volume": "bmtnabf_1903-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "326", "page_fin": "326", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "326", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.24", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 188, "texte": "I\nI\ni\nI\nI\nI\nI\n*\nI\n4\nE.\nBAKALOWITS\nSÖHNE\n□ K. U. K. HOFLIEFERANTEN □\nWIEN, I. KÄRNTNERSTRASZE 12\n□ SPIEGEL, KRISTALLÜSTER, Q\n□ TRINKSERVICES, PHANTASIE= □\n□ OBJEKTE ETC. □\n• • •\n»•• • •\n• •"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.1", "texte": "MITTEILUNGEN DER VEREINIGUNG\nBILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS\n1903 HEFT 18\nVER SACRUM"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "[305]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.3", "texte": "SECESSION\nMITTEILUNG\nGENDERVERg\nEINIGUNG\nBILDENDER\nKÜN STLER\nÖSTERREICHS\nVER SACRUM\nHEFT 18\n15. SEPTEMBER\n1903\nDAS REDAKTIONS-\nKOMITEE:\nMAX KURZWEIL\nKOLOMAN MOSER\nALFRED ROLLER\nLEOPOLD STOLBA"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "307", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.5", "texte": "Original-Holzschnitt\nvon F. v. Myrbach\nOM."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "309", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.7", "texte": "GEDANKEN ÜBER DIE PSYCHOLOGIE DER ZEICHNENDEN KÜNSTE.\n\nS ist merkwürdig, wie verschieden sich die Künstler zu dieser\nArt der Schaffensäußerung stellen: zu den zeichnenden Künsten.\nEs verdient hervorgehoben, nach Kräften geklärt zu werden.\nViel Zufall herrscht hier, viel Augenblick. Es ergibt sich = wenn\nman imstande ist, tiefer zu sehen und doch die Oberfläche der\nErscheinungen nicht zu vergessen, wenn man beides in sich wertet und\ndarstellt = ein eigenartiges Bild, das bezeichnend ist, das wesentlich wer-\nden kann zur Beurteilung mancher Fragen. Auch solcher, die fernab zu\nliegen scheinen. Es rührt an den Kern. © © 0\n© Was sonst als waghalsige Behauptung erscheint, hier erfährt es viel-\nleicht = und wäre es nur gestreift = seine Begründung oder doch eine\nBegründung. Begründung wenigstens nach einer Richtung hin. Und da-\nmit ist manches gewonnen. Stimmt es zu manchem sonst Gesagten, so\nerscheint eine gewisse Sicherheit des Resultats verbürgt. © © ©\n© So scheint sich denn hier ein Sinn zu offenbaren. Es ist ein Bild, das\nin Wahrheit vielgestaltig ist und nur in dem, der es sieht, begreift und\ndarstellt, wie in dem, der dies liest, sich eint. ©© ©\n© Da ist eine Zeichnung. ©© ©\n© Eine Arbeit; eine Vorarbeit zu einem größeren Ganzen. ©©©\n© Also ein Teil. Abhängigkeit haftet ihr an. ©©©\n© Man sieht sofort = vorausgesetzt, daß wir hier einen Typus, der das\nWesen wiedergibt, vor uns haben, und daß der Künstler dieses Wesen\nergriff =, daß der Künstler es so wollte. Und demgemäß wurde es durch-\ngeführt. ©©©\n\nFriedr. König OM"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "310", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.8", "texte": "0 Es ist etwas Skizzenhaftes daran. Nicht weil es den Augenblick fest-\nhalten soll, sondern weil es dient. Der Künstler weiß noch nicht recht, wo\ner seinen Weg finden wird. Das Skizzenhafte ist also aus dem Zweck ge-\nboren; es ist aber nicht wesentlich. Mag es doch sein, daß der Künstler bis\nzur vollen Ausgestaltung dieses einen Teiles vorschreitet. Denn er probiert.\nEr stellt. So oder so. Er muß wissen, wie es sich darbietet und da wird\ner ebenso die Vollendung wie die Andeutung brauchen; wie es ihm genügt.\n© Zuweilen zeichnet er einzelne Teile dieses Teiles wieder noch be-\nsonders. An den Rand des Blattes. © © 0\n© So befreit er sich von der inneren Fülle. Von den Möglichkeiten.\nEr stellt sie außer sich. Er schaut sie. Nun wird er sehen. Wird beob-\nachten. Abwägen. ©o©\n© Er wird wählen. ©©©\n© Hier also dient das Werk. Bewußt. ©o©\n© Es ist eine Studie. ©o©\n© Die Studie ist nur ein Mittel. Ein Hilfsmittel. Ein Zwischenstadium.\nEin Zwischenakt. Ein bewußtes Unterwegs. Sie strebt zu einem Ende,\ndem sie sich einfügen wird. Es ist ein Wandern zu einem Ziel, das weiter\nliegt. Dieses Ziel wird immer im Auge behalten. Im Hinblick auf dieses\nZiel werden alle Entschlüsse gefaßt. Und so dient denn auch hier die\nzeichnende Kunst. © © ©\n© Wenn Werke dieser Art zur Ausstellung gelangen, so ist es in der Tat,\nals tue man einen Blick hinter etwas, das verhüllt sein sollte. Er ist nicht\nnötig = dieser Blick. Es ist eine Art oberflächlicher Neugier darin, die\nbefriedigt wird, wohl gar erst geweckt wird. Es kann dahinter im Grunde\n== im einzelnen Fall == ein richtiges Gefühl stehen. Zum Beispiel: ein Miß-\ntrauen gegen die endliche Wahl des Künstlers. Das Ende, das Ganze, die\nKomposition befriedigt nicht. Man hofft, rückwärtsgehend Besseres zu\nfinden. Man geht zu den Einzelheiten und sucht. Doch geht damit der\nWunsch vom Wege ab. Er nähert sich anderen Gebieten. ©o©\n© Oft wird auch hier nur der Reiz anstoßend wirken, das allmähliche\nWerden verfolgen zu wollen. Nicht kritisch, auflösend. Sondern vielmehr\nzuschauend. Das Niveau wird tiefer gelegt. Damit lockern sich die Fäden.\nMan sieht, wie alles sich zusammendrängt aus einem Chaos von Möglich-"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "311", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.9", "texte": "keiten und sich endlich verdichtend eint. Es ist die Art der Komposition,\nderen Wegen man hier folgt. Das allmähliche Sich-Zusammenfügen. Das\nSich-Runden zum Ganzen. Es ist ein sehr feiner Reiz: das Werden, das\nbeinahe organische Wachsen. Immer aber im Hinblick auf das Endliche,\ndas Gewordene. Den Abschluß. Das Endwerk. Der Reiz des Werdens kann\nbei dem Einzelnen mehr oder minder zeitweilig dominieren. Die Studie\naber ist = so losgelöst betrachtet = nicht für sich da, sondern zu einem\nZweck gemacht. Diesem Zweck dient sie und dieser Zweck ist das Endwerk.\n0 Das ganz Entgegengesetzte. 000\n0 Diese Künstler machen keine Unterschiede. 000\n0 Was sie = als zeichnende Kunst = geben, hat bildartige Wirkung.\n© Es ist ein Bild. ©o©\n© Mit all den Qualitäten, mit all den Ansprüchen des Bildes. Nur zu-\nfällig, äußerlich besteht vielleicht noch eine Differenz. Ganz äußerlich:\nim Format. Vielleicht auch noch ein wenig in der Art der Ausführung.\nEine Differenz zum wirklichen, eigentlichen Bild. 000\n0 So wie es ist, braucht es vielleicht nur noch um ein kleines ver-\ngrößert zu werden = und es gälte als Bild. Und da die Größe heutzutage =\nein sehr äußerlicher Maßstab natürlich = nicht mehr so erforderlich ist\nwie ehedem, so kann auch dieser Unterschied fallen. 0 © ©\n0 Im Hinblick auf den besonderen Charakter, den die zeichnenden\nKünste doch haben müssen, wie jedes Ding seinen besonderen Charakter\nhat, scheint hier also = in dem Eindringen des Bildhaften = ein Mangel\nvorzuliegen. Ein Mangel an Stilgefühl. Auch sind Anzeichen dafür da.\nWas nicht gewahrt ist, das ist die Reinheit des Stils. Damit zugleich ein\nMangel an Gefühl für den Raum. Dies alles gilt nur im Hinblick auf den\nbesonderen Charakter der zeichnenden Künste. Und es handelt sich hier\nnicht um den äußerlichen Charakter, den die Technik der Herstellung ab-\ngrenzt. Es handelt sich um die Wahrheit des endlich Gewordenen, des\nSeienden. Nicht des Sein-Sollenden. Die Technik wird ihr gewichtigstes\nWort erst dann sprechen können, wenn alle anderen Wege frei sind. Da\nmüssen wir dann schweigen. Zu reden hat da nur der Künstler. Es ist gut,\ndiese Grenze immer unzweideutig zu betonen. Sie ist zum Gemeingut ge-\nworden, diese Phrase: der Kunst sind keine Wege vorzuschreiben. Und"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "312", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.10", "texte": "doch = man sehe sich doch um! Auf Schleichwegen pürschen sich diese\nBanditen an das Edelwild „Kunst” immer wieder heran. Freilich = eine\nstarke und gerechte Kunst wird solche Zweifel gar nicht aufkommen lassen.\nDie Künstler schaffen. Und wir sehen. Wirkung und Gegenwirkung.\nWas bis dahin, bis zu der Sehensmöglichkeit, vor sich ging, dessen Re-\nsultat das Sein ist, das entzieht sich unserer Kenntnis. Freude oder Un-\nlust am Sein, Zustimmung oder Abneigung = das ist unser Teil. Es kann\ndies nicht klar genug betont werden. Es wird natürlich immer ein Hin-\nüberschweifen geben. Aber es fragt sich, wo der Kern liegen soll. Und\nheutzutage geht die Freude am Sein immer mehr verloren und dies ist zu\neinem Teil die Folge davon, daß der Laie = infolge jener törichten Art\ngrassierender Volksbelehrungssucht = sich im Besitz einiger lücken-\nhafter Kenntnisse, die ihn natürlich nicht beschweren, ihm alles leicht\nund entscheidbar erscheinen lassen, berufen und berechtigt glaubt, mit\ndem Künstler um diesen Weg, um dieses „Vorher” zu rechten. Darüber\ngeht die Freude und das Sein vollständig verloren. Natürlich tragen auch\ndie Künstler hier ihren Anteil Schuld. Doch wird man in beiden Fällen\nnicht den Ausdruck „Schuld” aufrechterhalten können. Es sind Ent-\nwicklungen. Bestimmte Ursachen und bestimmte Folgen. Diese Fragen\nsind recht heikel, weil sie eigentlich nur unumgängliche Entwicklungs-\nstadien darstellen. Infolgedessen läßt man sie am besten auf sich beruhen\nund dann werden sie sich entwicklungsgemäß von selbst erledigen. 00\n\nFriedr. König OM."}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "313", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.11", "texte": "© Von dem Standpunkte der Bildkunst aus betrachtet, mag es zu be-\ngrüßen sein daß nun so manches sich absondert, das unnötig das Gebiet\nso überfüllte und den Umfang so vergrößerte. Sein Glück in Beschränkung,\ndie innere Wahrheit ist, sucht und nicht immer wie rasend, wie tollwütig\nbis zu den letzten Grenzen der großen Bildkunst strebt. Dieses Abstoßen\ndes Nur-Zufälligen wird in der Zukunft immer weitere Kreise ziehen,\nimmer neue Gebiete zu demselben Streben ermuntern und jedes Gebiet\nwird so dahin trachten, sich zu reinigen; wird in sich Stufen und Rang-\nfolgen beobachten lernen und beobachten lehren. © © ©\n© Ein Zufall also ist es, daß dieses Ding, dieser Typus wieder nicht sich\nzu dem großen Bilde auswuchs, das es sein will, innerlich ist und nur aus\näußerlichen Gründen sich nicht da einfügt, wohin es strebt. ©©©\n© Die Bildkunst mag dabei befriedigt sein. Aber das ist kein Grund,\ndaß diese Art nun bei den zeichnenden Künsten ein Unterkommen sucht.\nEs will ein Werk der zeichnenden Kunst sein und ist es dem Geist nach\ndoch nicht Es gehört zu den Vorstufen der Bildkunst. Nicht in dem Sinne,\nwie die erste Art = die reine Vorstudie = eine Stufe war. Diese ist nur\ntechnisch eine Vorstufe. Sie hat sich noch nicht entschieden. Was sie\nwerden will wohin sie strebt, wird sich erst enthüllen. Doch das eine ist\ngewiß sil Das hier dient nicht. Es ist nur ein Unterschied inner-\nhalb der Bildkunst selbst. Es ist eine Rangfrage. Die Studie bleibt noch\nganz zurück noch ganz im Anfang, will selbst nichts sein. Dahingegen\n\nFriedr. König OM."}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "314", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.12", "texte": "geht diese Art den Weg bis zu Ende. Und ob sie hierin nicht zu weit geht,\nist im einzelnen Falle zu entscheiden. Die Studie muß und will immer un-\nfertig sein. In diesem Unfertigen ist sie in sich fertig. Diese Art jedoch ist\nimmer fertig und will es auch sein. Innerhalb der Bildkunst mag sie wegen\nihrer Bescheidenheit gern gelitten sein. So oder so? Nun = denken sie =\nmachen wir es einmal so. Irgendetwas reizt sie dazu. Oft vielleicht etwas\nNur-Äußerliches. Ein Grund ist nicht vorhanden. Bescheidenheit. Äußere\nWirkung. Größere Verbreitung infolge Vervielfältigungsmöglichkeit. Dies\nalles mag mitwirken. Doch gehört es in die Bildkunst. In eine der vielen\nUnterkategorien der Bildkunst. Dem Charakter nach gehört sie dahin.\nUnd das entscheidet. Und nicht die äußere Art der Erscheinung, nicht die\nWeise des Uns-Entgegentretens. In diesem Falle verdeckt dann das Äußere\nden innewohnenden Charakter. 000\n0 Neben diesen beiden, zwischen ihnen, über ihnen steht die Art, die den\nbesonderen Charakter der zeichnenden Kunst repräsentiert, diesen zur\nErscheinung bringen will und demgemäß betont. Diese Künstler machen\ndiese Kunst nicht sich dienstbar, als zufälliges Mittel, dessen sie sich zu\nihrer Laune neben anderem bedienen können. Vielmehr respektieren sie\ndie Grenzen und spüren innerhalb dieser Grenzen dem Wesen nach. Sie\ndienen dieser Kunst, die ihnen vornehm und zurückhaltend erscheint,\nderen fremden und besonderen Reiz zu ergründen ihre Aufgabe ist, deren\nfremden und besonderen Reiz immer von neuem in Frage zu stellen,\nimmer von neuem zu finden und wieder zu erweisen sie berufen sind.\n0 Wie in einen tiefen Schacht steigen sie hinunter. Holen herauf. Ein\newig Neues liegt in dieser reinen Art. Hier offenbart sich zusammen-\nwirkend aus der Fülle der ureigene Charakter dieser Kraft. 000\n0 Ihr Grund. 000\n0 Ihr Muß. 000\n0 Ihre Wesenserklärung. 000\n0 Ihr Stil! ©OO\n0 Und gerade die großen und feinen Künstler betonen diesen Charakter.\nRecht deutlich und eindringlich. Denn hier offenbart sich innerste Art.\n0 Es sind dies Werke, die anders nicht gegeben werden könnten. ©\n0 Nicht so. Werke, die so sein müssen. 000"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "315", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.13", "texte": "® Hier offenbart sich der Stil. 555\n® Feinheit der Empfindung für den Raum! ©© 0\n0 Feinheit der Empfindung für den Ton! ©o©\nEine erlesene Auswahl aller Werte und beinahe mcht zu beschreiben.\n& Fast unter einem suggestiven Zwang zusammengebannt und daher\nömend 0 0 0\nNicht di™ Fülle der Wirklichkeit. Sondern die besondere Art. Inner-\nhalb dieser Grenzen geht das Wirken eines jeden seine wesensgemäß vor-\nWege Die Zartheit. Die Weichheit. DerZom. Das Pathos.\nDie Lust zum Reden. In Linie und Farbe fließt das alles zusammen Die\naugenblicklichsten Stimmungen des Moments werden unerbttthch fest-\ngehalten. Es ist ein ungeheures, grenzenloses‘Material. ©o©\n© Ein grenzenloses Material seelischer Möglichkeiten. ©o©\n© Hier entsteht das, was nur hier gegeben werden kann Hier. Sonst\nnds Das Tiefste, das Geheimnisvollste kann hier bloßgelegt werden.\nDal Unsagbarste = hier wird es sagbar. Noch zitternd. Kaum geboren.\nUnd doch schon ahnungsvoll sich regend. Weder fertig. Noch unfertig\nDoch nichts Festes. Ein Durchgang. Etwas für sich. ©o®\n© Ein Durchgang. Bewegung! Werden! ©OO\n© Bewegung in Linie und Farbe. _. , ©© ©\n© Seses Festbannen im Durchgang =da hegt der Reu beschlossen.\nEs ist ein Belauschen. Ein feinstes Formen nach dem Bilde dg Bg\nIaUS olrum zieht es uns hierhin. Es ist die feinste Blüte der bildenden\nKünste Was die Lyrik für das Wort, das sind die zeichnenden Künste\n“beende Kunst. Alles regt sich hier. Das Allerpersönlichste = hier\nwhd es ans Licht gehoben. Darum ist hier ewig das Zentrum. Der Aus-\ngang. Der Boden zur Erneuerung. Noch sind dem Neuen keine Fesseln\nauferlegt. Kein Zweck bindet das Neue. Es ist noch nicht geformt. Noch\n• ,fr4.©cr©n Noch nicht gebeugt zum Zweck. Zu dieser Kunst zieht es\ndahin locken. Sie ist ein Teil von uns. Sie\nms selbst aus Und wenn sie dies bisher nicht tat, so wird es so\nspricht u fähi dazu> da sie so biegsam ist. Biegsam zu jeder\nNuance Di« ist ihr Wesen. Und so bleibt sie sie selbst. Es ist kein Zwang"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "316", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.14", "texte": "in ihr. Sondern nur eine\ngroße, fessellose Frei-\nheit. Und nur eines ist\nihr Gesetz; ihr Wesen.\n© Die Studie. ©©\n© Das Bild. © © ©\n© Und dieses Dritte.\nEs hat keinen Namen.\nMan müßte es denn\ndie Zeichnung nennen.\n© Diese drei Arten.\nSie mischen sich also.\n© Sie mischen sich\nbei den zeichnenden\nKünsten und ebenso\nentsprechend bei der\ngroßen Kunst, der Bild-\nkunst. Auch da gehen\nDas ist; Wirklichkeit. Nur in dem, der sieht, begreift, darstellt, wie in\ndem, der dies liest, eint sich das Bild. Wenn wir der Wirklichkeit nach-\ngehen wollen, dürfen wir nicht scheiden. Wenn wir sie nachzeichnen\nwollen, dürfen wir nicht untersuchen und den Ehrgeiz darin sehen, zu\ntrennen. Hier geht alles, was nebeneinander existieren sollte, in einan-\nder. Alles scheint ins Belieben gestellt. Es kann alles sein. Die verschie-\ndensten Misch-Auffassungen = sie scheinen berechtigt. © © ©\n0 Doch sucht sich der Verstand und das Empfinden einen Weg. Es\nüberlegt, grübelt, vergleicht der Verstand. Und trifft Entscheidung. Das\nEmpfinden tastet. © © ©\n0 Nicht die Wirklichkeit gibt den Maßstab, ist Maßstab = eine andere\nWelt tritt daneben. Auch sie will schöpferisch sein. Die Wirklichkeit ist\nfür sie nur ein Untergrund. © 0 0\n0 Und hier liegen die drei Grundcharaktere fest. Der Grundcharakter\ndessen, was „zeichnende Kunst” heißt. Geht man durch eine Ausstellung\ns» wie vielfältig erscheint das Bild. Alle drei Typen sind da vertreten,\ndiese Wege. Ist alles\nBild, was als solches\nauftritt? Gibt es auch\nnicht dort einen Stil?\nEin Muß? Wonach\nvieles ausscheidet.Und\nRangstufen entstehen?\n© Drei Grundcha-\nraktere von einander\nstreng geschieden. ©\n© Wie sind da die\nGrenzen ? © © ©\n© Nicht leicht sind\ndie Wege zu finden.\nDenn ungebahnt ist\nalles. Und das Resultat\nist, hier wie da: un-\ngeklärte Vielfältigkeit.\n\nFriedr. König OM."}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "317", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.15", "texte": "mischen sich unmerklich, so daß man meint, es gäbe nur wahllosem\n®UrCSchönnund verführerisch ist diese buntfarbige, vielgestaltige Wirklich-\nSit Es bedarf einer leichten Kraft, sich ihr gegenüber zu halten. Aber\nreizvoll ist es hier, durch dieses Dickicht, Wege zu schlagen. Seien\nmese Wege auch nu’r dazu da, um für einen Augenblick Licht zu schaffen\nLicht dringt plötzlich ein. Und damit Klarheit, wo man d.ese bishemcW\n® ntUm diese Grundcharaktere = sie liegen fest = kristallisiert sichres\nherum. Man muß sie festhalten. 000\n© Und überall sonst dichter Wald Durch den führen diese Weg£©\ntx/’rtV.Jn ei*» führen weiß niemand.\n® viele reizt es vielleicht, lieber im Dunkel und Dickicht sich zu\nverlieren. *\n® Noch einmal kommt die Wirklichkeit, die triumphierende! Noch\neinmal k|S“e Kunst = Malerei wie Zeichnung = seine\ngehen wird eine die andere beeinflussen und jede der anderen\ngeben, Är anderen gehört. Und nicht nur d.es = noch etwasoben-\ndrein! Eine Zugabe! d; Zugabe, in diesem eigentlichen Zuviel,\nP Hvltb en vom Wege, in dilsem Ineinanderfließen der Grenzen\nm diesem Abirren vom y s , von Streben und Irren\nderßeiz der Kunst. Vielleicht ze g rechtem sjnne ©©©\nI^d n^TvfelldchtSliegt in diesem Ineinanderfließen der getrennten\n© U 1 H7p Erklärung des Geheimnisvollen. ©OO\nGrenzen die Er „feri,ennen! Und doch ist es nur, als würde für einen\nAugenbUck'ein Schleier weggezogen. Anders könnt ihr nicht sehen.\n0 Ich bin. 00©\n© Und'da war noch ein dritter Geist. Der sprach: ©©o"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "318", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.16", "texte": "© = „Und indem ihr erkennt, schafft ihr. 00®\n0 Und was ihr schafft, das ist ja erst die Wirklichkeit, die Vielgestaltig-\nkeit. Die schafft ihr erst. 000\n0 Würdet ihr nicht erkennen, sondern müde am Erkennen werden so\nwürdet ihr nur dahin gehen, wohin schon die anderen gingen. Es ist eure\nGeißel, das Erkennen. Es zeigt euch immer neue Möglichkeiten. So wagt\nihr. Das Leben sollt ihr haben. Das Erkennen sollt ihr suchen. Und keines\nsoll das andere töten. Wärt ihr nicht, wo wäre diese schöne Wirklich-\nkeit, dieses lächelnde Jugendgefühl des Werdens? Könnte es sein ohne\neuch? Ein altes Weib wäre es. Dürr. Mager. Vertrocknet. Und wollte euch\nnoch anlocken? Mir graut davor. 000\n0 Aber so = zaubert ihr sie erst hervor. Indem ihr erkennt, scheinbar\ndie Wirklichkeit meistern wollt und dann wieder ihr dient, sie vereinfacht\nund nach dieser Erkenntnis = jeder in seinem Geist und Sinnen = ver-\ntiefend handelt, schafft, zaubert ihr sie erst hervor. Sie muß euch dank-\nbar sein. Denn euch verdankt sie ihr junges Aussehen. Und die Vielfarbig-\nkeit ihres Seins, das euch nun blendet und doch euer Werk ist.” =\n© Und er ging schon, als er dies sagte.\n\nERNST SCHUR.\n\nFriedr. König OM."}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "320", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.18", "texte": "GÜNTHER\nWAGNER’8\nPELIKAN-\nFARBEN\nFEINSTE MARKE FÜR KÜNSTLER\nGEGRÜNDET 1838. 25 AUSZEICHNUNGEN\nPREISLISTEN UND MUSTER AUF\nWUNSCH DIREKT VOM FABRIKANTEN\nGÜNTHER WAGNER, HANNOVER UND\n©© © ©© © WIEN ©© © 0© ©"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "321", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.19", "texte": "DER BESTE ALLER BLEISTIFTE\n□ Q IST UNBESTRITTEN □ □\n„KOH-I-NOOR”\nVON L. & c. HARDTMUTH.\nEXISTIERT IN 17 HÄRTEGRADEN.\nZU HABEN IN JEDER BESSEREN\n□ □ PAPIERHANDLUNG □ □"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "322", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.20", "texte": "□'\n□'\n□'\n□'\n□'\n□'\n□'\n0\n□ '\n0\n□ <\n0\n□ '\n0\n□ «\n0\n□ <\n0\nDi\n0\nD*\n»□\n0\n»□\n0\n»□\n0\n»□\n0\n*□\n0\n0\n»□\n0\n»□\n0\n»□\n0\n'□\n0\n'□\n0\n0\n'□\n0\n'□\n0\n□ '\n•□•□•□•□•□•□•□•□•oon\n00000000000\n•□•□•□•□•□•□•□•□•□oDoQ\nJOH. BACKHAUSEN\n& SÖHNE\n□ K. U. K. HOFLIEFERANTEN □\nFABRIKEN FÜR TEPPICHE, MÖBEL=\nSTOFFE, TISCH= UND BETTDECKEN\n□ IN WIEN UND HOHENEICH □\nNIEDERLAGE:\n□ □ WIEN, I. OPERNRING 2 □ □\n(HEINRICHSHOF)\n00000000000\n0 0\n• •\n0 0\n0 0\n0 0\n0 0\n0 0\n0 0\n• 0\n• 0\n0 0\n0 0\n0 0\n0 0"}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "323", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.21", "texte": "■□□□■□□□■□□□■□□□■□□□■□□□■□□□■\n□■□■□■□■□■□■□■□■□■□■□■□■□■□■□\n□■□\nH AUERLICHT. |g\nLJLJ*| i?DunM inß.Q i \\mm\\ i\nj=»=j| TELEPHON 1063\n■m ZENTRALE: IV. SCHLEIFMÜHLGASSE 4\n□□l\n□■□\n□■□\n□□r\nVERKAUFSSTELLEN:\n□ I„ FISCHHOF 3, Telephon Nr. 12465 □\nII TABORSTRASZE 4, Telephon Nr. 15080\nO O □ 111., HAUPTSTRASZE 23 □ □ □\nVII., ANDREASGASSE 9, Telephon Nr. 9122\n□ VIII., JOSEFSTÄDTERSTRASZE 64 □\nIX., NUSZDORFERSTR. 19, Teleph. Nr. 12797\n□ sowie bei den meisten Gasinstallateuren O\n□HD\n□□l\nLAMPE exklusive Montage und Bedachung K 3-50\n~|Q]H SPARLAMPE exkl. Montage und Bedachung K 3.— HOCH\n—ml I GLÜHKÖRPER kostenfrei ins Haus gestellt 60 Heller □■□\nSPAR-GLÜHKÖRPER 55 Heller □ □ D □ □ □□■\n\"□□■□»□■□■□■□■□■□■□■□■□■□■□\n'□■□■□□□□■□□□■□□□■□□□■□□DB"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "324", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.22", "texte": "□\n□\n■B\n□\n□\n□\n□\n□\n□\nSB\n□\n■□□Q\n■r\nGLASMALEREI\nCARL GEYLING8 ERBEN\nGEGRÜNDET 1841\nWIEN,\nVI. WINDMÜHLGASSE 22\n□\n□\n□I\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□I\n□I\n□\n□I\n□I\n□\n□I\n□I\n□\n□I\n□I\n□"}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "325", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.23", "texte": "nncm □□□□□□□□□□ □□□□□□□□□□□□\n— -m—m n ■ I N I 1L I U-' W I V IH r “\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\n□\no\n□\n□\ns\n\\\nV\nw\n(jftfINDTRIX\nPARIS! 1900\nA\n• • •\nERSTE ÜSTERR. fKTICN - CD\nSEILSCHAFT ZUR ERZEUGUNG\nUON n°BELN AUS 6ED°GEKCn\nHOLZE\nmmu K°tin\nWIEMj.BURCRING N” 3.\nscHLflF2mneß,srcise2.innEß\nsflL°H MÖBEL IH MoDERHEM STILE.\n□\n□□□□□□□□□□□□□ □□□ □□□□□□□□□□\n□ □□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□"}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "326", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.24", "texte": "I\nI\ni\nI\nI\nI\nI\n*\nI\n4\nE.\nBAKALOWITS\nSÖHNE\n□ K. U. K. HOFLIEFERANTEN □\nWIEN, I. KÄRNTNERSTRASZE 12\n□ SPIEGEL, KRISTALLÜSTER, Q\n□ TRINKSERVICES, PHANTASIE= □\n□ OBJEKTE ETC. □\n• • •\n»•• • •\n• •"}, {"page_pdf": 26, "page_imprimee": "328", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabf19030915-01.1.26", "texte": "Für die REDAKTION verantwortlich; MAX KURZWEIL in WIEN\nHerausgeber: VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS\nDruck von ADOLF HOLZHAUSEN, k.u.k. Hof- u.Univ.-Buchdrucker in Wien\nvon der „GRAPHISCHEN UNION” in Wien"}]}