{"numero_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_sha256": "65453e329d5bd34b4b942da9780d9831e1be42bcf24c54e4f941220a0c2fb715", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1910/05/19_01/bmtnabg_1910-05-19_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1910/05/19_01/bmtnabg_1910-05-19_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c001", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "89", "page_fin": "89", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.1", "titre_corps": "INHALT:", "titre_sommaire": "INHALT:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "89", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.1", "debut_caractere": 547, "fin_caractere_exclue": 999, "texte": "INHALT:\nRENE SCHICKELE: Theddy Roosevelt/\nELSE LASKER-SCHÜLER: Karl Kraus / PAUL\nLEPPIN: Daniel Jesus / Roman / ALBERT DREYFUS :\nDrei Reiher / ALFRED DÖBLIN: Gespräche mit\nKalypso über die Musik / PROGRESS: Fortschritt/\nA. D.: Das Temperam'nt in der Isolierzelle /J. A.: Der\nNachrichtenvogel / MIRKO JELUSIC: Vorlesung Karl\nKraus / MYN 0 NA: Der Verzweifelte und sein Ende/\nZeichnung von OSKAR KOKOSCHKA: Karl Kraus /\nBeachtenswerte Bücher und Tonwerke"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c002", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "89", "page_fin": "90", "image_debut": 1, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.2", "titre_corps": "Theddy Roosevelt : „Intense life”", "titre_sommaire": "Theddy Roosevelt : „Intense life”", "signature_source": "René Schickele-Paris", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "89", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.1", "debut_caractere": 1001, "fin_caractere_exclue": 9314, "texte": "Theddy Roosevelt\n„Intense life”\nVon René Schickele-Paris\nCincinnatus war ein Bauer des Altertums.\nRoosevelt ist ein moderner Mensch und, wenn man\nseinen Worten Glauben schenkt, der moderne\nMensch, der Lebenstechniker, das menschliche\nEbenbild einer perfektionierten Lokomotive. So\nempfindet sich Roosevelt. Aber er hat schreiben\ngelernt, er war Journalist. Er ist in seinen schlech-\nteren Stunden Philosoph. Als solcher vertritt er\ndie Ansicht, daß die beste Lokomotive noch immer\nbesser werden kann. Wozu wir heute zwölf Stun-\nden brauchen, das werden unsere Söhne in acht, die\nEnkel in sechs Stunden bewältigen. Wenn man be-\ndenkt, was Roosevelt heute bereits leistet, kann\nman sich einen ungefähren Begriff machen, was die\nPräzisionsschönheit einer amerikanischen Lebens-\nführung in fünfzig Jahren sein wird. Das Ideal, das\ner seit einigen Jahren durch sein eigenes Beispiel\nin wuchtigen, von sämtlichen Zeitungen reproduzier-\nten Klischees andeutet, nennt er „Intense 1 i 112 e\".\nAls er diesmal nach Europa kam, hatte er nicht\nnur, wie nun einmal der moderne Mensch seine\nFerien verbringt, zweitausend Stück afrikanisches\nWildvieh erlegt, sondern die ausführlichen Berichte\ndarüber in allen Kultursprachen veröffentlicht, was\nihm in der Hitze der Arbeit entfallen war, in zahl-\nlosen Interviews nachgeholt. Das Geheimnis seines\nErfolges besteht zum größten Teil in einer natür-\nlichen Veranlagung zum Zwillingshaften, oder, philo-\nsophisch gesprochen, in einem sehr amerikanischen\nDualismus. Die konstante Größe, das ist die P u-\nb 1 i z i t ä t. Das andere, Wechselnde: das, was\ner t u t. Er tut sehr viel, aber er sagt noch öfter,\ndaß er ein Tatmensch ist. Während er einen Leo-\nparden schießt, diktiert er es seinem Sekretär ins\nStenogramm. Den zweiten, den er inzwischen auf-\ngespürt hat, schreibt er der Kürze halber gleich in\ndie Korrektur des ersten. Welche Bücher nahm er\nmit in die frikanische Wildnis? Das Rolands-\n-1 i e d und den Tartarin de Tarascon. Aller-\ndings mag er sich erinnert haben, daß die Könige\nvergangener Zeiten sich Hofnarren hielten, was\nzweifellos Stärke bedeutete. „Intense 1 i 112 e.\"\nEine der ersten europäischen Städte, die Roose-\nvelt besuchte, war Venedig. Die Stadt ist arm an\nmodernen Verkehrsmitteln. Roosevelt brauchte\nvier Stunden, um Venedig zu „machen\" Morgens\nbesuchte er den Colleone, St. Giovanni e Paolo, St.\nMarco, den Dogenpalast, die Academia. Um halb\nzwölf empfing er im Hotel Britannia den Stadt-\nältesten, um zwölf den Herzog der Abruzzen, mit\ndem er sich vierzig Minuten unterhielt. Beim\nMittagessen äußerte er, daß Venedig wahrscheinlich\ndie interessanteste Stadt der Welt sei. Um 2 Uhr\n20 Minuten bestieg er den Zug, nicht ohne vorher\neinige bedeutsame Worte an die Behörden gerichtet\nzu haben. Er muß auch während des Hürden-\nrennens durch drei Jahrhunderte venetianischer\nKunst nicht schweigsam gewesen sein; denn die\nZeitungen füllten drei Spalten mit seinen Einfällen.\n\"Intense life\". Und er ist so bescheiden, sich für\nperfektionierbar zu halten . . . Allerdings tun Mo-\nnarchen dasselbe, wie Roosevelt. Aber welcher\nMonarch hält sich für einen Normaltyp? Das ist\ndas Erschreckende an diesem Republikaner, daß er\naus der ganzen Menschheit einen kleinen Roosevelt\nmachen möchte.\nZu Lincolns Zeiten sprachen die Amerikaner\nvon Cincinnatus wie von einem kürzlich ver-\nstorbenen Landsmann. Heute nennen sie ihn beim\nVornamen: Teddy.\nDie Franzosen, die sich von den Ameri-\nkanerinnen sogar die Hüften ihrer Frauen ausreden\nließen, haben in Teddy einen „Repräsentanten der\nMenschheit\" gefeiert. Wahr ist nur, daß Roosevelt\nEmerson gelesen hat.\n*\nTeddy heißt auf deutsch: gesunder Menschen-\nverstand. Es ist, als ob man sagte: Gabriel.\nVerkündigung einer neuen Botschaft liegt in diesem\nNamen, die Freude, das Gute zu erkennen, und der\nTaumel der Empfängnis durch den republikanischen\nGeist, die mystische Berührung eines „Gesandten\"\nmit der Menge, wobei die Menge „Hip, hip,\nhurrah\" ruft und Teddy mit breiten Kinnladen\nlächelnd den Zylinder schwingt.\nVor Jahren sah ich in der „Woche\" eine Photo-\ngraphie, die den Präsidenten Roosevelt auf der\nPlattform eines Pullmannwagens darstellte, wie er\nüber einer offenbar begeisterten Menge den Zylinder\nschwang. Am 23. April nachmittags gegen drei Uhr\nwar ich auf dem Wege zur Sorbonne, wo Teddy\nsprechen sollte. Ein Auto kam den Boulevard St.\nMichel herauf. Ich erkannte den Zylinder! Ich er-\nkannte Teddy, als der Wagen noch hundert Meter\nentfernt war an der Art, wie er den Zylinder\nschwang! Kein Mensch kann den Zylinder so\nschwingen wie Teddy! Gewiß ist Fallieres ein leut-\nseliger Herr. Ich habe die Menge den deutschen\nKaiser mit Begeisterung begrüßen sehn, und auch\nder Kaiser war in seiner Art leutselig, soviel, wie es\nein Kaiser eben sein darf. Aber Teddys Zylinder\nvereinigt die Suggestionskraft einer volkstümlichen\nPhysiognomie mit dem Adlerblick des Macht-\ngekrönten. Teddys Zylinder tanzt über der be-\ngeisterten Menge den Cakewalk einer imperia-\nlistischen Republik — nicht mehr und nicht weniger.\nDer Wagen kam näher, und ich erkannte ein\nzweites, was mir an der Photographie der „Woche\"\naufgefallen war: einen ungeheuren Mund zwischen\ngroßen, wie Waffen blinkenden Zähnen. „Sprecht\nfriedfertig\", hat Teddy einmal geäußert, „und haltet\ndabei einen guten Knüppel in der Hand . . .\" Da\ner der verkörperte gesunde Menschenverstand ist,\nwill er die Vorschrift nur von Seinesgleichen befolgt\nsehn. Die Knüppelträger auf der andern Seite der\nBarrikade nennt er „verirrte Träumer, Wahnsinnige,\nBösewichte, die ihr guterGlaube nie vor der Nation\nentschuldigen kann\". Er ist von einer er-\nschreckenden Unduldsamkeit gegen alle „Stören-\nfriede\". Sein gesunder Menschenverstand schreckt\nvor etwas, wie einer republikanischen Inquisition\nkeineswegs zurück. Den Clou seiner Anschauungen\nnennt er die Forderung, daß bei einem Konflikt\nzwischen Eigentumsrecht und Menschenrecht das\nMenschenrecht vorangehe . . . Teddy, was ist\nMenschenrecht? Das Recht, das Menschen sich\nnehmen und behaupten. Woran erkennt\nman, daß der Sieg des Menschenrechts „geboten er-\nscheint\"? Und was ist ein „gerechter\" Krieg, vor\ndem ein Volk nicht zurückschrecken darf, selbst auf\ndie Gefahr hin unterzugehn? . . . Was nützt dem\nvernichteten Volk die „Gerechtigkeit\" seiner Sache,\nwas schadet es dem Sieger, daß sein Krieg an-\ngeblich ein Verbrechen an der Menschheit war?\nDer gesunde Menschenverstand sitzt im Magen.\nDen Magen regieren seine Bedürfnisse. Die Be-\ndürfnisse richten sich nach keiner philosophischen\nNorm. . . Die Gründung Nordamerikas hat, in Blut\nund Kot, mit der Vertilgung von zehn Millionen In-\ndianern und wahnwitzigen Orgien begonnen, worin\nStraßenräuber aller Arten sich von den Anstren-\ngungen ihrer zivilisatorischen Beglückung aus-\nruhten. Die Trusts haben trotz ihrer bewunde-\nrungswerten Perfektionierung die Tradition be-\nwahrt. Kann Teddys gesunder Menschenverstand\nihnen im Ernst etwas anhaben? Der gesunde\nMenschenverstand sagt im Gegenteil, daß jeder so-\nviel Geld verdienen kann, wie er will. Er, Roose-\nvelt, hat sich mit drei oder sechs Millionen begnügt,\num sich dann, nach dem eignen, dem Wohl des\nStaats zu widmen. Er nennt diese Methode vor-\nbildlich für den „guten Bürger einer Republik\": er-\nwirb dir zuerst ein großes Vermögen, dann wende\ndich den öffentlichen Angelegenheiten zu. Von dem\nRepublikanismus haben die Trusts nichts zu be-\nfürchten. Ist es auszudenken, daß der Millionär dem\nMultimillionär von nebenan Gewalt antut? Sie ge-\nhören zur selben Familie. Dadurch, daß man die\nfünfzig oder hundert Millionen des einen unsicher\nmachte, gerieten die fünf oder zehn des andern eben-\nso in Gefahr. Millionäre können sich schlimmstenfalls\nmit moralischen Apergiis ärgern. Das Volk sieht zu\nund hört seinen Magen knurren. Wird es zum\nSturm gerufen, so fallen alle Millionen, die sechs-\nbeinigen wie die Tausendfüßer.\nWenn Roosevelt „gesunder Menschenverstand\"\nsagt, meint er die I n t e r e s s e n e i n e r ge-\nmäßigten Plutokratie. Bakunin versicherte\ndagegen: „Es gibt nichts Revolutionäreres,\nals den gesunden Menschenverstand.\" Dem saß\nder gesunde Menschenverstand, weil er ein Intellek-\ntueller war, im Ge h i r n. Er sah, was gerecht\nwäre: nämlich, daß die Millionen hungriger Mägen\nzu essen bekämen. Er war ein radikaler Denker,\nder dem von Roosevelt verkündeten Terror der ge-"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "90", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5956, "texte": "mäßigten Plutokratie die Revolution der Mägen ent-\ngegensetzte. Bakunins Anschauungen haben\nSystem. Die moralistische Staatslehre Roosevelts\nist nur ein Vorwand . . . Und der von einem wahr-\nhaft großzügigen Reporter zusammegesuchte Ersatz\nfür Kultur des Denkens, sinnliche Tradition, Ge-\nschichte . . . Ich sagte schon: Publizität.\nWir liefern schon lange jede Art Kunst nach\nAmerika: lebendige Meister und die Werke der\nToten, Tenöre, Soprane, Kapellmeister. Die Ameri-\nkaner haben sich revanchieren wollen. Sie haben\nuns Roosevelt geschickt.\nNichts ungefährlicheres, als wenn die Fran-\nzosen wen feiern, der kein Franzose ist. Die\nDeutschen dagegen, diese Feuerfresser und Messer-\nschlucker, sind berühmt ebenso für die Bereitwillig-\nkeit, wie für die Gründlichkeit ihrer Verdauung.\nWenn Roosevelt ihnen erst imponiert, so werden\nsie ihn mit Haut und Haaren hinunterschlucken. Er\nwird in unser geistiges Leben Übergehn. Die kleinen\nKinder im Tiergarten werden alle Teddy heißen.\nWenn einer unsrer Prinzen eine Rede hält, wird er\ngescheit reden wie Teddy. Ein neues Stadtviertel\nvon Berlin wird in numerierten Avenuen angelegt\nsein. Eines Tages wird unsre ganze Kultur sich\ndrüben in Amerika häußlich eingerichtet haben, wo-\ngegen wir im Besitz originaler Sherlock Holmes,\nkleiner Trusts und echt deutscher Niggersongs\nschwelgen werden. Man spricht prophetisch von\neiner gelben Gefahr, und die amerikansiche brennt\nuns auf den Fingern. Sie ist die Gefahr des ge-\nschmacklosen Arrivismus, des Geldverdienens auf\nKosten der Geistigkeit, der sinnlichen Verarmung\nund einer radikalen Mechanik, die zur Verwendung\nder „Eroika\" als Schneiderreklame führt. Ich habe\nnichts gegen das goldene Kalb, wenn es in einem\nstillen Haustempelchen steht. Aber die ameri-\nkanische Rasse dieses Tiers ist nachweisbar\ngrößenwahnsinnig. Zum Export versucht man es\nunserm Schöheitssinn ein wenig anzupassen. Man\ngibt ihm einige Philosophie, einige Literatur zu\nfressen, man zeigt ihm Gemälde, man macht ihm\nMusik. Es bleibt darum nicht weniger von der fixen\nIdee seiner bedeutenden Menschlichkeit besessen.\nGute Menschen in Amerika hoffen es durch die\nrationelle Fütterung mit Kultur allmählich zu heilen.\nWarten wir, warten wir, bevor wir es bei uns an-\nzüchten. Es läuft uns sicher nicht davon. Es frißt\nzuviel, so wie es heut veranlagt ist. Es frißt uns in\nhundert Jahre weg, was wir in einem Jahrtausend\nvon Freuden und Schmerzen gesät haben. W i r\nhaben Besitz. Die da drüben haben nur kommer-\nzielle Fertigkeiten. Sobald sie kein Geld mehr ver-\ndienen, werden sie spleenig, fahren in Europa herum\nund langweilen sich. Wo sollen w i r dann hin-\nfahren, wenn wir einmal gerade so weit sind,\nwie sie?\nDie da drüben haben staunenswerte Wolken-\nkratzer, die fast so hoch sind wie das Straßburger\nMünster. Lassen wir ihnen die Wolkenkratzer. Die\nTatsache, daß die Cowboys nicht lasen und nicht\nschrieben, nicht Musik machten und keine Bilder\nmalten, und daß sie tatsächlich sehr gesund waren\n(obwohl sie auch nicht länger lebten, wie unser-\neiner), beweist nicht, daß wir uns von ihnen in der\nLebenskunst unterrichten lassen müssen. Wir\nhatten auch unsre Raubritter und Lanzknechte, nur\nliegen sie schon länger hinter uns. Wir haben sogar\nAmerika entdeckt. Auch das ist schon eine Weile\nher, und wir haben in der Zwsichenzeit mehr getan,\nals Geld verdient.\n*\nIch bin Teddy Roosevelt während seines unge-\nwohnten Triumphes als Philosoph und Kulturträger\nbegegnet, als er sich in Paris unter den Mitgliedern\nder Akademie niederließ, um gleich darnach in der\nurehrwürdigen Sorbonne vor den Leuchten der\nWissenschaft und dem vom letzten Frieden ver-\nklärten Fresco des Puvis de Chavannes über den\n„Bürger einer Republik\" zu sprechen. Zwei Stunden\nlang war ich bemüht, mir seine Gesichtszüge und\nden Ton seiner Stimme einzuprägen. Ich habe, zehn\nSchritte von ihm entfernt, jede seiner Bewegungen\nverfolgt, den Fall seiner Sätze notiert, ich glaube,\nich habe mir nichts entgehen lassen, was charak-\nteristisch für ihn sein konnte. Und wenn ich nicht\ntäglich auf Photographien von ihm stieße, erinnerte\nich mich seiner nicht! Alles an ihm ist gemein-\nplätzig, die kleine, untersetzte Gestalt, die sich steif\nund massig bewegt, die laute, klanglose Stimme, die\nAllerweltsgebärden. Er hält die Gemeinplätzigkeit\nfür seinen Beruf, sie ist seine Philosophie — nicht\netwa nur eine natürliche Eigenschaft, sondern sein\nmoralischer, intellektueller und staatsmännischer\nWille. Und ich muß sage: sie ist überzeugend.\nNur finde ich die Lehre von der kategorischen Ge-\nmeinplätzigkeit weniger überzeugend, wenn ich auch\nzugebe, daß sie zur Erscheinung des zeitgenössi-\nschen Amerikaners paßt, wie ein falscher Rembrandt\nin den Salon seiner Gemahlin. Ein amerikanisches\nReklameinstitut empfiehlt sich mit der Ver-\nsicherung: „Der Publizität widersteht nichts!\"\nNicht einmal der Gedanke? Nein, nicht einmal der\nGedanke, sowie nur ein Kerl das Geschäft in die\nHand nimmt. Ein Cowboy, den die Vorsehung mit\ngesundem Menschenverstand und einem Sprech-\norgan begabt hat,- ist allen Versuchungen des\nGeistes gewachsen.\nDem über den „Bürger einer Republik\" reden-\nden Roosevelt gegenüber saß, in einer Mauer-\nnische, die Beine übereinander geschlagen, den pro-\nvozierend vorgestreckten Kopf auf die Hand ge-\nstützt: Pascal. Der Mann, dessen Schicksal\nder Gedanke war, störte den andern nicht, der da\nden Gedanken ein Privileg der Verdauung und sich\nselbst ein lebendiges, um eine gute Verdauung\nkreisendes Beispiel der „Intense life\" nannte. Die\nNacht darauf erschien Pascal dem neuen Mitglied\nder Akademie im Traum. Er stand anscheinend\ntiefbekümmert an der Ecke der 7. und 8 Avenue\nvon Newyork. Roosevelt erkannte ihn. Obwohl\ner es sehr eilig hatte, trat er auf den Denker zu,\nrüttelte ihn mit einem Shakehand auf, der trotz an-\nstrengender Weltreisen seine ursprüngliche Kraft\nbewahrt hatte, und bot ihm schnell die Lösung\neiniger Probleme an, die den andern vielleicht noch\nimmer beschäftigen . . ."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c003", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "90", "page_fin": "90", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.3", "titre_corps": "Karl Kraus", "titre_sommaire": "Karl Kraus", "signature_source": "Else Lasker-Schüler", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "90", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.2", "debut_caractere": 5958, "fin_caractere_exclue": 9142, "texte": "Karl Kraus\nVon Else Lasker-Schüler\nIm Zimmer meiner Mutter hängt an der Wand\nein Brief unter Glas im goldenen Rahmen. Oft\nstand ich als Kind vor den feinen pietätvollen Buch-\nstaben wie vor Hieroglyphen und dachte mir ein\nGesicht dazu, eine Hand, die diesen wertvollen\nBrief wohl, geschrieben haben könnte. Darum auch\nwar ich Karl Kraus schon wo begegnet in\nmeinen Heimatjahren, beim Betrachten der kost-\nbaren Zeilen unter Glas im goldenen Rahmen. Den\nBrief hatte ein Bischof geschrieben an meiner\nMutter, ein Dichter. Blau und mild waren seine\nAugen, und sanftbewegt seine schmalen Lippen und\nsein Stirnschatz wohlbewahrt, wie bei Karl Kraus;\nder trägt frauenhaft das Haar über die Stirn ge-\nkämmt. Und immer empfangen seine Augen wie\ndes Priesterdichters Augen gastlich den Träu-\nmenden. Immer schenken Karl Kraus' Augen\nAudienz. Ich sitze so gerne neben ihm, ich denke\ndann an die Zeit, da ich den Schreiber des Briefes\nhinter Glas aus seinem goldenen Rahmen beschwor.\nHeute spricht er mit mir. Ich bewundere die\ngoldgelbe Blume über seinem Herzen, die er mir\nmit feierlicher Höflichkeit überreicht. Ich glaube,\nsie war bestimmt für eine blonde Lady; als sie an\nunseren Tisch trat, begannen seine Lippen zu\nspielen. Karl Kraus kennt die Frauen, er beschaut\ndurch sie zum Denkvertreib die Welt. Bunte\nGläser, ob sie fein getönt oder vom einfachsten\nFarbenblut sind, behutsam behütend, feiert er die\nFrau. Verkündet er auch ihre Schäden dem Leser\nseiner Aphorismen — wie der wahre Don Juan, der\nnicht ohne die Frauen leben kann, sie darum haßt\n—im Grunde aber nur die Eine sucht. Ich begegne\nKarl Kraus am liebsten unter „kriegsberatenen\nMännern\". Seine dichterische Strategie sind\nStrophen feinster Abschätzung. Ein gütiger\nPater mit Pranken, ein großer Kater, gestiefelte\nPapstfüße, die den Kuß erwarten. Manchmal\nnimmt sein Gesicht die Katzenform eines Dalai-\nLama an, dann weht plötzlich eine Kühle über\nden Raum — Allerleifurcht. Die große chine-\nsische Mauer trennt ihn von den Anwesenden.\nSeine chinesische Mauer, ein historisches Wort-\ngemälde, o plastischer noch, denn alle seine Werke\ntreten hervor, Reliefs in der Haut des Vorgangs.\nEr bohrt Höhlen in den Samt des Vorhangs, der\ndie Schäden verschleiert schwer. Es ist ge-\nschmacklos, einen Papst zu hassen, weil sein\nRaunen Flüsternde stört, weil sein Wetterleuchten\nKerzenflackernden heimleuchtet. Karl Krfaus ist\nein Papst. Von seiner Gerechtigkeit bekommt der\nSalon Frost, die Gesellschaft Unlustseuche.\nIch liebe Karl Kraus, ich liebe diese Päpste,\ndie aus dem Zusammenhang getreten sind, auf ihrem\nStuhl sitzen, ihre abgestreifte Schaar, flucht und\nsucht sie. — Männer und Jünglinge schleichen\num seinen Beichtstuhl, und beraten heimlich, wie sie\nden grandiosen Cynismusschädel zu Zucker reiben\nkönnen. O, diese Not, heute rot morgen tot!\nUnentwendbar inmitten seiner Werkestadt ragt\nKarl Kraus ein lebendiges, überschauendes Denkmal.\nEr bläst die Lufttürme um und hemmt die Schnell-\nläufer, den Königinnen mit gewinnendem Lächeln\nden Vortritt lassend. Er kennt die schwarzen und\nweißen Figuren von früher her von Neuem hin.\nMit ruhiger Papsthand klappt er das Schachbrett\nzusammen, mit dem die Welt zugenagelt ist."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c004", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "90", "page_fin": "92", "image_debut": 2, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.4", "titre_corps": "Daniel Jesus : Roman", "titre_sommaire": "Daniel Jesus : Roman", "signature_source": "Paul Leppin", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "90", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.2", "debut_caractere": 9144, "fin_caractere_exclue": 9178, "texte": "Daniel Jesus\nRoman\nVon Paul Leppin"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "90", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.2", "debut_caractere": 9193, "fin_caractere_exclue": 12499, "texte": "Durch die schweren, seidnen Portieren waren\ndie Stimmen des unruhigen und ahnungsvollen\nMärztages in den Salon der Gräfin Regina ge-\nkommen und machten sie nachdenklich und unsicher.\nDiese Stimmen blieben in ihrer Seele wie ein langer\nund gefährlicher Verrat, und es war ihr zuweilen,\nals ob sie von ihr sprächen, und das wollte sie nicht.\nSie wollte alt sein und ihr Leben ohne Kampf zu\nEnde bringen, und in der Liebe zu Marta Bianka.\nEs war heute sehr still, und keiner sprach ein\nWort. Alle fünf sahn einander in die Augen und\nwarteten auf etwas. Regina saß in einem tiefen un-\ngeheuer weichen Schaukelfauteuil und warf von\nZeit zu Zeit einen kleinen, lächelnden Seitenblick in\neinen Spiegel, der verdeckt von Dunkel und Vor-\nhangfalten in einer Ecke schlief. Sie sah nach den\nweißen Strähnen an ihren Schläfen und lachte leise.\nMarta Bianka saß blaß und gehorsam zu ihren\nFüßen, und ihr bernsteingelbes Haar wuchs wie ein\nLicht zu der Mutter empor. Baron Sterben sah\ndarauf hin und wunderte sich, daß der Salon beinahe\nhell wurde in der Nähe Marta Biankas. Und wenn\nsie ihre großen, kindischen Sammtaugen zu ihm auf-\nschlug, da mußte er immer an eine Ampel denken,\ndie schön und träumend irgendwo entbrannte und\nsanft und leise, aber doch voll süßer und verhängter\nGlut war.\nSie muß einen silberweißen Leib haben, träumte\ner und erschrak, denn Marta Bianka stand langsam\nauf und verließ den Salon.\nDa sagte die Gräfin Regina plötzlich — und als\nob sie sich auf etwas besonnen hätte — und sah\ndabei den jungen Schauspieler Valentin so starr ins\nGesicht, daß er erblaßte:\nErzählen Sie mir doch die Geschichte von der\nkleinen Valeska, lieber Daniel Jesus, die Sie einmal\nerwürgen wollte, während Sie schliefen.\nDaniel Jesus fuhr auf. Er hatte die ganze Zeit\nauf dem hohen schimmernden Teppich gesessen, der\nden Fußboden zudeckte und mit phantastischen und\nbunten Linien um die breiten Füße des Tisches\nherum nach den Wänden griff. Daniel Jesus tat das\nstets, und Regina duldete es mit einem mitleidigen\nund seltsamen Lächeln, wenn kein Fremder dabei\nwar, der mit den Blicken fragte. Er fühlte sich un-\nwohl auf den hohen Stühlen und Dingen, auf denen\ndie andern Menschen saßen und auf denen er mit\nden dünnen Beinen schlenkern mußte wie ein Kind.\nDann glaubte er, daß alle Leute nach seinem Rücken\nhinsähen und konnte ihnen doch nicht die neugierigen\nAugen zerkratzen und mußte es dulden. Darum\nkauerte er sich am liebsten irgendwo auf der Erde\nzusammen, wo alles über ihn hinwegschaute, wo er\nwie ein atmender Schatten im Dunkeln blieb und nur\nsein gigantischer Schädel zuweilen vor den andern\nauftauchte, wenn er sprach.\nEr hatte wohl eine Viertelstunde schweigend so\ngesessen und mit einem spöttischen und ver-\nkniffnen Munde dem Spiel des Barons mit der zwölf-\njährigen Marta Bianka zugeschaut und der feind-\nseligen nutzlosen Abwehr zwischen Regina und\nValentin. Der junge Schauspieler hatte einen Kopf\nwie ein Hunne, breit und knochig und verfallen im\nGesicht mit beinahe lächerlich tiefen, sengenden\nAugen. Die große, schlanke Gräfin mit den sichern\nund mühelosen Gebärden und den weißen, strengen\nHänden, in denen es noch heute wie eine ungeheure,\nverhaltne Sinnlichkeit flackerte, war ein Rätsel für\nihn, nach dessen Lösung ihn hungerte. Regina\nfürchtete sich ein wenig vor ihm, und dieses Grauen"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "92", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 6992, "texte": "wieder zu ihm hinzog. Und heute waren von\ndraußen, von der Gasse, die halben Worte und\nwar ein kleiner, wollüstiger Reiz, der sie immer\nStimmen des Märztages in ihren Salon gekommen,\ngeheimnisvoll und wie ein ferner, im Winde zer-\nflatterter Schrei. Sie war unruhig und trotzig, und\ndann hob sie langsam ihre müden Pupillen von\nseinen nervösen Füßen zu seinem Gesicht und\nstarrte ihn an wie eine Lampe.\nErzählen Sie mir doch von Valeska, Daniel,\nsagte die Gräfin — bitte, bitte, nicht wahr, Baron,\ner soll erzählen.\nSterben hatte soeben von einem jungen, blonden\nWalde geträumt.\nDrin standen die Bäume hoch und schlank, und\nein weißer, toll gewordner Schimmel lief durch den\nWald, ohne Sattel und Bänder mit schäumenden\nNüstern, der Frühling. Und droben hing der Himmel\nauf die jungen Bäume herab, gelb und voll Sonne wie\nbernsteingoldnes Mädchenhaar. Er ging weiter.\nDa kam er zu einer Birke, von der die Rinde in\nStücken herabhing, und rotes, schauerndes Blut rann\naus dem Stamme, und daran war mit Riemen und\nKetten ein Kind gebunden, ein silberweißer, ge-\nquälter, nackter Leib. Und er erschrak und lief\nweiter, aus dem Walde hinaus, dort wo die Lichtung\nwar und das Feld, und da sah er der Gräfin Regina\nins Gesicht und sagte:\nJa, Gräfin, ja.\nDaniel Jesus schlug seine langen Arme um die\nKnie und begann:\nValeska war noch sehr jung, als ich sie ver-\nführte — ich glaube, kaum ein Jahr älter als\nMarta Bianka. Sie war die Tochter eines Beamten\naus meiner Fabrik. Zuerst kam sie heimlich, und als\nder Vater es erfuhr, schlug er sie eine Stunde lang\nso mit einem schweren Stock, daß er ihr dabei den\nlinken Arm zerbrach. Seit dieser Zeit blieb sie ganz\nbei mir. Die Leute wollten mich damals dem Ge-\nricht anzeigen, weil ich ein unerwachsnes Kind ver-\nführt hätte. Aber sie haben es später doch nicht ge-\nwagt und Valeska blieb in meinem Hause. Ich\nkann nicht sagen, daß sie mich liebte, aber sie\nfürchtete mich, und ihre Angst war die Sklavin, die\nmir die Liebe gab statt ihrer. Sie fürchtete in mir\nden Menschen, der in ihre Seele und in ihr Blut als\nerster die Flamme gebracht hatte, die sie mit ihren\ndreizehn Jahren noch kaum verstand und die ihr\nschon das Glück und ein großes, weites Stück ihres\nLebens und das schöne Lächeln des Schlafes und\nden lauschenden Frieden des Herzens vernichtet\nhatte. Sie liebte mich nicht, aber sie gab sich mir\nhin mit einem Taumel und einem Weinen, in dem\nnichts von Reue lag, aber auch nicht das kleinste\nStückchen von Kraft für Zukünftiges, Fernes. Sie\nhatte vergessen, daß sie in einer Welt war, in der\nvielleicht noch tausend Tage und tausend Wochen\nvor ihr standen und ihre Worte erwarteten. Sie\nwußte dem Leben nichts zu sagen, und in der Ein-\nsamkeit und hilflosen Not ihres Herzens wurde sie\nkrank. Ihre Seele verdarb in der Dunkelheit, und\nvergebens suchte sie nach der Liebe. Was sollte sie\nan mir auch lieben? Ich war bucklig und roh. Und\neinen andern kannte sie nicht. So ging ihre Seele\nzugrunde, und ihr Herz erfror. Zuerst fing sie an,\nSilberzeug und Geld in meinem Hause zu stehlen,\nobschon ich ihr alles gab, was sie mochte. Als ich\ndas erfuhr, schlug ich sie unbarmherzig, wie es ein-\nmal ihr Vater getan hatte. Ich war roh und ließ sie\nohnmächtig liegen. Seit dieser Zeit ward sie noch\nstörrischer und schlimmer und sprach ganze Tage\nlang zu mir kein Wort.\nEinmal erwachte ich in einer hellen singenden\nNacht. Der Mond war durch das offne Sommer-\nfenster in mein Zimmer gefallen, als hätte\nich ihn ganz allein neben mir und draußen\nwäre er ganz verschwunden. So blendend licht\nund deutlich sah ich alles um mich her. Auf dem\nFußboden lag die Schublade meines Schreibtisches\naus dem Nebenzimmer, ganz ausgeleert und neben\nmeinem Bette — gerade daß ichs noch sehn konnte,\nwenn ich hinüberschielte — ein großes Paket Bank-\nnoten, daß ich darin verborgen hatte. Vor mir\nstand Valeska im Hemde, es war ihr an der Achsel\nherabgeglitten, so daß ich die Brustwarzen sehn\nkonnte, die blutig rot schienen in dem weißen Licht\nwie zwei Wunden. Mit der linken Hand hatte sie\nmeinen Hals umkrallt, und über meine Haut lief\nschon das warme Blut, das ihre Nägel aus meinen\nAdern gruben. In der rechten Hand hielt sie mei-\nnen Dolch, haarscharf und wunderschön, mit einem\ngroßen, dunkeln Rubin am Griffe, der daran klebte\nwie eine blutige Träne. Sie wollte mich töten, und\nwäre ich eine Sekunde später erwacht, sie hätte\nmein Herz zerschnitten. Ich schrie auf und trat sie\nmit dem Fuße in den Leib, daß sie zu Boden tau-\nmelte.\nDann stand ich auf und kleidete mich an. Sie\nlag noch immer vor meinem Bett, und der Schweiß\ntrat auf ihre Haut.\nWarum wolltest du das tun? fragte ich endlich.\nSie hob den Kopf und sah mich aus Nacht-\naugen glanzlos an:\nIch haßte dich und wollte dich töten. Ich stahl\ndir dein Geld und wollte fliehn — tu, was du willst.\nDaniel Jesus schwieg. Er sah in die seltsamen\nlangen Linien des Teppichs wie in einen Traum,\nund seine Finger schlössen sich wie über verlorne\nStunden, die man mit einer Gebärde in den Tod be-\ngleitet.\nUnd was taten Sie? fragte die Gräfin.\nEs war die kostbarste Nacht meines Lebens. In\nden Augen Valeskas hab ich damals alles gesehn,\nwas jemals ein Mensch mir sagte und sagen wird\nin allen Jahren. Ich habe mich selber erkannt in\ndiesen Augen und das Weib und das Schicksal und\ndie Liebe. Und den Weg zum Glück und zum Frie-\nden hab ich zwischen Dornen und Trauer in diesen\nAugen gefunden. Ich nahm sie in die Arme und\nküßte sie. Ich küßte ihre Stirn und ihre Hände und\nihren Mund.\nDa war es, als ob ein Wunder mit Valeska ge-\nschähe. Alles Spröde und Grobe und Stumpfe ging\nvon ihr weg wie ein Nebel und wurde Glanz und\nGüte und schmerzliche Andacht in dieser Sommer-\nnacht. Ich nahm das Geld von der Erde auf und\ngab es ihr.\nIch will dir ein Haus baun mit hohen Fenstern\nund köstlichen Stuben, und es soll dein sein, und\ndu sollst darin wohnen, Valeska.\nLangsam und mühsam kam ihr das Weinen.\nEs kam wie ein Frühling in ihre verdorrte Seele,\nund ihr Herz wurde rot und blühend in dieser\nStunde wie eine Rose.\nNein, nein, sagte sie und ging hinaus. In dieser\nStunde hat sie mich geliebt, und es hat uns doch\nnicht geholfen.\nIch habe sie nicht mehr gesehn. An der Tür\nihres Vaters hat sie sich den Kopf zerschmettert.\nEine lange halbe Stunde ging die Uhr durch\nden Salon wie ein Träumer durch eine schlafende\nGasse. Keiner sprach ein Wort. Und Daniel Jesus\nsah zum Fenster hinaus, hinter dem der März mit\nhalber Stimme sehnsüchtige Dirnenlieder sang.\nMarta Bianka war leise wieder hereingekommen\nund setzte sich lautlos zum Klavier. Dann spielte\nsie irgend etwas, eine lange und gefahrvolle Melo-\ndie, zwischen der ihr bernsteingelbes Haar wie eine\nFlamme flog.\nKeiner von den Männern in dem Zimmer hatte\nein Herz für Musik. Aber sie alle packte der große\nZauber dieser Stunde, in der die Bangnis der\nGräfin und die Sehnsucht Valentins, die Träume\ndes Barons und die Geschichte der toten Valeska\nmit dem wilden, drohenden Takte dieses Liedes zu-\nsammentrafen wie in einem dunkeln, vieldeutigen\nBilde."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c005", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "91", "page_fin": "91", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.4.1", "titre_corps": "Karl Kraus / Zeichnung von Oskar Kokoschka", "titre_sommaire": "Karl Kraus / Zeichnung von Oskar Kokoschka", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "91", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 42, "texte": "Karl Kraus / Zeichnung von Oskar Kokoschka"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c006", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "92", "page_fin": "92", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.5", "titre_corps": "Drei Reiher", "titre_sommaire": "Drei Reiher", "signature_source": "Albert Dreyfus", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "92", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.4", "debut_caractere": 6994, "fin_caractere_exclue": 7439, "texte": "Drei Reiher\nVon Albert Dreyfus\nDrei Reiher fliegen\nwohl über den Wald,\nso weiß wie mein Leib,\nso rot wie mein Blut.\nDrei Reiher fliegen\nwohin, wohin?\nso weiß wie mein Leib,\nso rot wie mein Blut.,\nO flögen sie hin\nzu Einem, der fragt:\ndrei Reiher, o sagt,\nwo flieget ihr her?\nO schösse ein Jäger\ndrei Reiher zur Ruh,\nso weiß wie mein Leib,\nso rot wie mein Blut.\nDrei Reiher fliegen\nwohl über den Wald,\nso weiß wie mein Leib,\nso rot wie mein Blut."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c007", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "92", "page_fin": "93", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.6", "titre_corps": "Sechstes Gespräch: Hohn und Schwermut der Verliebten / Von der Rhythmik : Ueber die Musik", "titre_sommaire": "Sechstes Gespräch: Hohn und Schwermut der Verliebten / Von der Rhythmik : Ueber die Musik", "signature_source": "Alfred Döblin", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "92", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.4", "debut_caractere": 7441, "fin_caractere_exclue": 11387, "texte": "Gespräche mit Kalypso\nSechstes Gespräch: Hohn und Schwermut der\nVerliebten / Von der Rhythmik\nUeber die Musik\nVon Alfred Döblin\nKalypso:\nSuchst Du nicht heimlich doch die — Formel?\nGenug von ihr und Deiner Welt, mein Freund.\nEin Apfel wächst auf diesem Baume — er fällt und\nfiel auch Dir in den Schoß: die Zeit. Sie preist Du\nmit jedem Worte und jedem Liede. Die Welt ist\nunvollendet, erweist sich erst im Ablauf. Und\nDeine Kunst ist die Kunst der Zeit. Ja höre mich\nan. Wahrer ist sie noch als die Wirklichkeit, die\nMusik, da sie an einem Stoffe, der wie ein Nichts\nist, sich ergeht, ganz sich auswirkt im Gleichmaß,\nin der Wiederkehr, der Grundform des Zusammen-\nhanges; sie gibt das Schema unseres Lebens.\n— Sonderbar wie dies geschieht, wie die Zeit-\nkunst sich erfüllen muß an solchem Stoff, der\nrund und glatt und fertig ist, jeder Entwicklung\nnoch Ablaufs spottet; an den Tönen, die weder\nWurzeln noch Blüten haben. Eine widersinnige,\nsehr künstliche Kunst scheint sie. Aber ins Fratzen-\nhafte verzerrt spiegelt sie da die menschliche Fehl-\nauffassung von der Welt, von den fertigen runden\nDingen, die zu der Zeitlichkeit kommen, sie wissen\nselbst nicht wie. Kunst, Satzung freilich wird die\nMusik mehr sein, als eine andre Kunst, sofern sie\ndie Tonhöhen meistert; mit der Länge und Kürze\nder Töne aber, wälzt sich die ganze unwider-\nsprüchliche Wirklichkeit in der Musik; hier tritt die\nForm des Geschehens, die Zeit selbst, als ureigene\nBestimmung einer Kunst auf, als ihre eigentümliche\nBetätigungsweise, den Weisen, die das Werden\nlieben, ein Ergötzen und fruchtbares Gleichnis.\nMusiker:\nEine Baukunst kennen wir; sie fühlte die Wand\nals tote Last, fügte Strebebauten, die alles nicht\nTragende, Untätige, Flächenhafte mieden, und in\neinem einzigen Schlupfen, Kriechen, Klettern sich\nfast in die Luft verflüchtigen. Die Lust am Zeit-\nlichen kämpft noch mit dem Stein, wenngleich\nsolche Kirchen schon ein Gelächter und Hohn über\nStein und Sein und alles Ewige sind, — da schwebt\ndie Musik hervor mit der Krone der Gottlosigkeit,\npreisend das Irdische, Zeitliche, und daß die Welt\nunvollendet ist. So ist sie nicht eigenherrlich, die\nMusik als Zeitkunst; nicht prunkt sie mit einem\nBesitz, der nur ihr gehört; aber keine mißt sich mit\nihr und ist ihr überlegen darin.\nKalypso:\nEine seltsame tiefe Kunst. Nun bist Du schon ge-\ntröstet, mein Lehrer, und so bin ich froh. Lock\nich Dich ganz auf leichte, tragende Wellen; belehre\nmich auch Du, wie das Gleichmaß der Zeit sich\nder Töne bedient, wie die Zeitkunst sich ver-\nschwistert der Kunst des Tönens.\nMusiker:\nWo find ich Trost? Was wäre ich ohne die\nKunst?! Ich antworte Dir, o Kalynso; mag\ndie Kunst leichte lockende Wellen schlagen, oder\nmich verschlingen, gebe ich mich ihr hin, sie, die\nmir Mutter sein muß und Schwester und Geliebte\nund Kind. — Es ist das Gleichmaß ein Einheitsmaß,\nein Vergleichsmaß, an dem sich alle Längen der\nTöne messen. Nicht bestimmt das Gleichmaß die\nLänge der einzelnen abfolgenden Töne. Von dem\neinzelnen zeitlichen Zusammenhang der Töne gilt,\nwas von ihrem Tonlichen; folgen dort unter der\nHerrschaft der Tonleiter Töne in einer Reihe auf-\neinander, so heißt musikalisch an ihr die Möglich-\nkeit zur Aufstellung eines Tonmittelpunktes und\neiner Wertformel; und so wird hier ein Zeitmittel-\npunkt gegeben. Und damit beginnt und erschöpft\nsich die Aufgabe der allgemeinen Gesetzgebung.\nKalypso:\nEine sanfte Herrscherin mit gütigen Augen scheint\nmir deine Kunst; dem Freundwilligen gibt sie ein\nfreies Feld; milde ist sie, und locker läßt sie die\nZügel.\nMusiker:\nWohl. Alle andere zeitliche Bestimmtheit der\nTöne, die Rythmik heißt, ist eigenwertig, wenn-\ngleich sie ihre üppige Laune eben unter die Herr-\nschaft des Vergleichsmaßes beugt. An dieser Rhyth-\nmik und in ihr allein erweist sich dieses eben; dies\nist der König, jenes sein Volk. Besser noch: dies\nist das Gesetz. Das Gleichenmaß ist ja nur wirklich\nund wirksam als Vergleichsmaß; es gewährt die"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "93", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4793, "texte": "zeitliche Meßmöglichkeit; so wie die Tonleiter die\nMeßmöglichkeit der Tonbeziehungen gewährt.\nWas auf diesem Boden sich erhebt, was Rhythmik\nheißt, erhält seine eigentlichen Werte eben so wenig\naus der Musik, wie die Tonbeziehungen sie daraus\ngewannen. Der gegliederte Wechsel der Längen\nwird gewertet durch den Menschen nach der\nLebenswirklichkeit, die ihm zuteil wurde; solche\nWerte der Rhythmik sind die Abwechslung, das\nLangweilige, das Bekannte, das Befremdende, das\nSonderbare, das Lockende, auch das Unheimliche,\ndas Gewaltige, Schauerliche, das Großartige. Die\nWertfähigkeit der Rhythmik allein ist schwer zu\numgrenzen, doch dürfte sie um vieles in unserer\nMusik geringer sein als die Wertfähigkeit der Ton-\nbeziehungen, mit welcher gemeinsam sie die wirk-\nliche bestimmte Musik macht. —\nDa drängt sich wertend noch Neues in den zeit-\nlich geordneten Ablauf; will Nebenkönig sein. Die\nZeit verläuft immer gleichmäßig als eine und die-\nselbe, nur ihr Inhalt wechselt. Aber Punkte brechen\nhervor, Zeitpunkte, beladen ihren Inhalt mit Wucht.\nEs ist der Anfang, das Ende, auch manche Zwi-\nschengliederungspunkte, von denen ich rede.\nWährend Gleichmaß und Rhythmik den Binnen-\nraum des Tönens ordnet, formen sich hier die\nGrenzen. Nachdem sich das Tier in Knochen,\nMuskeln und Adern zusammengefunden hat, glättet\nsich sein Fell. Die Musik hebt an und steigt aus\ndem Stillen und Lärmvollen auf, dazwischen das\nWachsein irrt und seufzt nach dem Wohlbekannten,\nnun fliegt sie in der süßen Himmelsluft und atmet,\nnun stürtzt sie trunken und glücklich, klippentief\nin die tonlose Welt ab. Das Ende ist das Wichtigste\nvon allen; es entläßt in die Unweit, es grenzt das\nLeben der Musik ab, deren Beginn noch kalte\nHerzen fand, deren Umlauf sie immer inniger\nfesselte; Du begreifst, der Tod fordert sein Recht.\nIch rede von einer Wertung, deren Bedeutung nicht\nübermäßig groß, nicht heranreicht an die jener\nfrüheren; äußerlicher Art, wenn auch nicht über-\nsehbar. Und doch so bedeutend, daß die wichtigste\nZeit die wichtigste Tonhöhe verlangt zu ihrem In-\nhalt, den Grundton; der Königsmantel verlangt\nnach einem königlichen Träger. — Hier also durch-\nbricht etwas das Gleichmäßige des Gleichmaßes;\nhier bleibt das Gleichmaß nicht alleiniges Maß der\nZeit; sogar in die Tonhöhe hinein erstreckt sich die\nGewalt dieser Grenzmacht. —\nManche meinen, das Zeitliche wirke noch\ntiefer, wirke tief in die Tiefe des Tönens hin-\nunter. Die Dinge lärmen, sagen sie; es sei\ndie gleichmäßige Bewegung, die den Ton der\nMusik schafft, bewegter den höheren, unbewegter\nden tieferen, so daß in das zeitliche Gleichmaß das\ngesamte Wesen der Musik gesetzt wäre. Du weißt\nes besser, Kalypso. Du mühst Dich um diese\nLehre nicht, weil Du das Rätsel des Tönens einfach\nsiehst und noch einfacher das der Musik. Ein Ton\nist etwas Unerklärliches, Unableitbares, das ganz\nauch ohne jedes Gleichnis ist; Gleichmaß und Ton-\nhöhe mißt sich leicht von außen, sind sich innerlich\nfremd; der Ton ist zum Hören, nicht zum Sehen\noder Fühlen und Zählen. Naturwerk scheint dann\nunsere Musik völlig, Rechenkunst. — Uns kümmert\naber die Bindung der Töne an Anderes, ihre Ent-\nstehung nicht. Zwar ist alles in der Musik ge-\nbunden an Werkzeuge, aber die Musik zunächst\nnicht Kunst der Werkzeuge. Es mag wohl locken\nnachzugehen, wie eng sich Töne und Dinge binden.\n— aber erst die Anerkennung und Wertung durch\nden Menschen verleiht den Tönen Musikwert.\nSatzung und Bestimmung herrschen; wenn Du\nwillst: Menschenlaune. Sie sind die Baumeister\nder Musik. So hat die Tonhöhe ihre eigene Herrin,\nund so die Tonlänge, und beiden hat der Mensch\ndie Herrschaft verliehen, der Tonleiter und dem\nGleichmaß.\nKalypso:\nWohl. Die Tonhöhe, diese bestimmte einzelne\nTonhöhe, welche jene Naturfreunde meinen, be-\ndeutet schließlich auch sehr wenig in der Musik.\nWesentlich herrscht ja nicht die Tonhöhe in der\nMusik, die Höhe des einzelnen Tones; die Musik\nmüht sich, gerade den fertigen Ton zu überwinden.\nDie Töne folgen aufeinander; sie reihen sich in\nzeitlichem Gleichmaß, ein Ton macht keine Musik.\nHaltlos wie erschossen stürzt er zu Boden. Musik\ntritt hervor in der Beziehung der Nachbartöne, in\nder Beziehung von Nachbarton zu Nachbarton, von\nNachbartongruppe zu Nachbartongruppe; Wert\nhaben da die Tonbeziehungen. Was Musik an den\nTönen ist, ist stumm; die Zwischenräume der Töne\nsind die Räume der Musik. So wird nur die Be-\nwegungsgröße, das Zueinander der Töne zum\nWert; Musik heißt das Spannungsverhältnis der\nabfolgenden Töne; die Tonleiter gibt den Maßstab.\nMusiker:\nSo eng also bindet sich Zeit und Ton, und ist doch\nzweierlei. Fast möchte der Ton zu Zeit ver-\ndunsten. Aber der Widerspruch von Ton und\nZeitlichkeit bleibt in der Musik unüberwindlich.\nWir können den Namen unserer Herrin, der Welt,\nnicht aussprechen, nicht nachsprechen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c008", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "93", "page_fin": "93", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.7", "titre_corps": "Fortschritt! : Aus modernen Zeitschriften", "titre_sommaire": "Fortschritt! : Aus modernen Zeitschriften", "signature_source": "Progreb", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "93", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.5", "debut_caractere": 4795, "fin_caractere_exclue": 9250, "texte": "Fortschritt!\nAus modernen Zeitschriften\nProgreb\nIm „Blau buch\" spricht Hermann Kinzl, der\nRecensent der Sumurun-Pantomime (Deutsches\nTheater) von „Viktor Holländer, dessen nar-\nkotische Musik nicht minder den Motiven des\nOrients nachging, als Frecksas Schattenriß des\nSchauspiels; eine Musik, über deren erfinderische\nund technische Werte der Fachmann zu urteilen\nhat, die aber uns Laien zweifellos aus der primitiven\nMelodramatik des Bauchtanzes hinauf führte bis\nzur hellen Schwelgerei verzückter Liebesgeigen.\"\nAus dem Zusammenhang wird auch der Skep-\ntiker überzeugt, daß der Verfasser nicht etwa mit\neiner teuflischen Ironie buhlt, sondern alles ganz\nernst meint. Vielleicht nimmt eine moderne Re-\ndaktion diesen schönen Passus als Stereotypie für\neilige Nachtkritiker auf, wobei nur das Wort\n„Bauchtanz\" auszutauschen wäre. Zum Beispiel:\nTannhäuser „eine Musik, über deren er-\nfinderische etc. Werte usw. die aus der primitiven\nMelodramatik des Pilgerchores hinauf führte bis\nzur hellen Schwelgerei verzückter Liebesgeigen.\"\nT r i s t a n „eine Musik die aus der\nprimitiven Melodramatik des Schifferchores hinauf\nhelle Schwelgerei verzückter Liebes-\ngeigen\"\nPars i 112 a 1 . . . prim . . . Melodr . . . der\nBlumenmädchen hinauf . . . , verzückter Liebes-\ng \"\nEs stimmt großartig. Es stimmt bei Mascagni,\nLeoncavallo, Verdi, Qounod, Thomas, Meyerbeer,\nselbst bei Mozarts „Figaro\". Nur beim „Evan-\ngelimann\" stimmt es nur bis zur primitiven Melo-\ndramatik. Dieselbe Zeitschrift empfiehlt einen\nDichter (dessen jahrelange „ehrliche\" Bemühungen\nzu verspotten uns übrigens durchaus fern liegt) mit\nden Bemerkungen:\n„N. N. gehört zu denjenigen Dichtern, welche\nauch von erwachsenen Männern gelesen werden\nkönnen.\" Die Redaktion veröffentlicht ein Gedicht\n„Die Anschlagsäule, das mit den Worten beginnt:\n„Eine Anschlagsäule im Sonnenglühn\nMit Zetteln, rot und gelb und grün,\nDie Augenwimpern werden betaut,\nWenn man nach der bunten Säule schaut.\"\nIn diesem Gedicht und zwei anderen macht Redak-\ntion die Bemerkung: „er . . . dichtet, weil ihm ein\nGott gab, zu sagen, was er leidet.\"\n*\nDie „Süddeutschen Monatshefte\" sind\neine Zeitschrift, deren große Unbefangenheit in allen\nFragen des künstlerischen Urteils (Josef Hofmiiller)\nhöchsten Lobes wert ist.\nDiese Zeitschrift veröffentlicht nun schon seit\nlängerer Zeit ganz unbegreiflicher Weise unter dem\nTitel „Lebenslauf eines Optimisten\" die schleimige\nAutobiographie des bekannten lebfrischen Dichters-\nmannes Ludwig Ganghofer, dessen Werke uns bis\nin sein hohes Altre hinein mit der tiefsinnigen Er-\nkenntnis überraschen werden, daß es auf der Alm\nkoa Sünd' gibt, manchmal aber doch. — Schön, die\nVeröffentlichung ist eine interne Angelegenheit der\nRedaktion.\nNun erzählt Herr Ganghofer im Maiheft der „Süd-\ndeutschen Monatshefte\" von einem Epos, das er als\njunger Mensch schreiben wollte, und darin geht es\nganz erschrecklich zu. Alle sieben Todsünden in-\nklusive Sodomiterei und Vergewaltigung sollten\ndran kommen. (Es wird schon gar nicht so schlimm\ngewesen sein. Sollte Herr Ganghofer übrigens mal\nvon einem gewissen Hamerling gehört haben?) Da\nheißt es aber: „Diese Orgie, die ich zwischen den\nTänzerinnen und den betrunkenen Schwelgern hatte\nspielen sehen, war so toll und wirr und gräßlich, daß\nichsiebeidemGedanken,meineMutter\nsollte das einst lesen, nicht mehr\nniederzuschreiben vermocht e.\"\nBei diesem Satze hätte die Redaktion die Ver-\nöffentlichung endgültig inhibieren müssen! Ist es\nnoch nötig, zu erklären, warum? Herrn Gang-\nhofers Mutter war, und das ist in vollem Ernst ge-\nmeint, sicher eine recht feingestimmte und innerlich\ngebildete Frau, denn sie hat doch wenigstens noch\neinen deutschen Schriftsteller geboren.\nAber Herr Ganghofer schreibt nur für Mütter,\nund nicht nur für Mütter, sondern auch für deren\nKinder, bis herab zum Säugling. Unterscheidet sich\ndas Niveau der Juhr-Weis Ganghofers auch nur in\nirgend etwas von dem der Romane Hermann\nSudermanns? (den Hofmüller noch ebenso höhnisch\nden „Sardon aus Matzicken\" genannt hat.)\nVielleicht haben einige aber immer noch nicht\nverstanden, um was es sich handelt. Ich werde\nalso noch deutlicher werden.\nFür den Dichter bedeutet jede Rücksichtnahme\nauf das Publikum, zu dem auch die eigene Familie\nzu zählen ist, unweigerlich Kitsch. Für den Dichter\ngibt es auch nur eine Mutter, auf die er Rücksicht\nnehmen darf, und das ist seine Idee.\nDie dürfte allerdings Herrn Ganghofer nur eine\nStiefmutter sein.\nEaManBnHMRHSDBBHHHMHBnBBnni"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c009", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "93", "page_fin": "94", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.8", "titre_corps": "Das Temperament in der Isolierzelle", "titre_sommaire": "Das Temperament in der Isolierzelle", "signature_source": "A. D", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "93", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.5", "debut_caractere": 9252, "fin_caractere_exclue": 12166, "texte": "Das Temperament\nin der Isolierzelle\n\nFrau Amtsgerichtsrat Burchardt hat ver-\ngeblich gegen den Entmündigungsbeschluß des\nSuhler Gerichtshofes angekämpft. Man kann des\nBeileides einer ganzen Gesellschaft, des entrüsteten\nMitgefühls der gebildeten und emanzipierten\nFrauenschaft sicher sein und doch eines Vormundes\nbedürfen. Der Fall ist typisch. Man lasse sich\nnicht durch die literarischen Bilder der verkannten\nFrau irreführen; Frau Burchardt ist keine Madame\nBovary. Wie es scheint eine glänzende Begabung,\nmit einer Masse von Halbtalenten, gänzlich ohne\nGleichgewicht, gänzlich auf Außenwirkungen ge-\nstellt, mit dem Hang zu starken Emotionen, emp-\nfindlich und doch angriffslustig, Opfer jeder Erre-\ngung: auf diesem Boden entwickeln sich dann abge-\ngrenzte anhaltende Verstimmungen, melancholi-\nscher und manischer Natur, die all jenes bewir-\nken, was der Ehemann erzählt: Depressionen\nmit Selbstmordideen, später Umschwung.\nDie Frau markiert die Theaterprinzessin, legt Puder\nauf, nimmt starkes Parfüm, macht Liebhaber-Auf-\nführungen mit, — zu Haues geht alles drunter und\ndrüber. Die Kinder müssen Gebetübungen machen,\nturnen; unmotivierte Festlichkeiten finden statt.\nSchließlich die Erschöpfung. In der Klinik ereignete\nsich das Gewöhnliche: man wird als Gesunder\nunter total Verrückte gesteckt — kein Kranker, der\ndies nicht behauptete —, man findet die „furcht-\nbarsten Zustände\", beginnt zu toben und mit dem\nArzt aus der Zelle zu poussieren, schreibt ihm nach\nwenigen Wochen: „Du grenzenloses Ungeheuer,\ndu liebst mich doch, ich weiß es gewiß.\" Und:\n„Wann kommt der Prinz, der den Bann löst, und\nsei es auch mit einem Kuß, ich will ausnahmsweise\nstillhalten. Ich habe heute Nacht kein Auge zu-\ngetan. Ihre Annemarie.\" Gebessert entlassen läßt\nsie sich von einem Kurpfuscher zu Vorträgen\nkapern, will dem Mann für 3000 Mark sein\n„System\" abkaufen, wird in Berlin die „mütterliche\nFreundin\" eines Schauspielers, der sie kräftig an-\npumpt, queruliert inzwischen unentwegt weiter.\nTn einem kleinen Zimmer einer Berliner Miets-\nkaserne „trauert sie nach dem schönen ruhigen\nHeim, aus dem man sie gerissen hat\".\nDer Psychiater kennt die Bedeutung erblicher\nBelastung bei dem Krankheitsbild, sieht auf die\ncharakteristischen Stimmungszustände, das roman-\nhaft exzentrische Temperament, die Impulsivität,\nden unangetasteten Intellekt, und weiß, daß es sich\num ein Bild aus der vielgestaltigen Gruppe der Ent-\nartungspsychopathieen handelt. Die Frau ist zeit-\nweise sozial unzulänglich und bedarf dann den\nSchutz des Vormundes.\nMan lasse die beliebten Wendungen bei Seite,\ndaß man rein psychologisch dies und jenes völlig\nbei ihr verstehen könne. Man kann ohne Erfah-\nrung hier überhaupt nichts verstehen. Husten kann\nzu einer banalen Erkältung gehören, aber auch\nZeichen der Schwindsucht sein. Und ferner weiß\njeder Psychiater, wo der eigenartige und indivi-\nduelle -Charakter endet, und wo das sehr typische"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 360, "texte": "Krankheitsbild anfängt. Immer werden solche\nlabilen Kranken Gläubige finden, die sie für gesund\nhalten, wie ja auch schwere Paranoiker und Queru-\nlanten ihre Gläubigen finden; und die Psychiatrie\nmuß sich gerade von denjenigen Patienten die\nschwersten öffentlichen Vorwürfe gefallen lassen,\ndie sie am meisten schützt, indem sie die Hand auf\nsie legt. •\n\nA. D."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c010", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "94", "page_fin": "94", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.9", "titre_corps": "Der Nachrichtenvogel : oder fröhlicher Abschied von Björnson", "titre_sommaire": "Der Nachrichtenvogel : oder fröhlicher Abschied von Björnson", "signature_source": "J. A", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.6", "debut_caractere": 362, "fin_caractere_exclue": 2975, "texte": "Der Nachrichtenvogel\noder fröhlicher Abschied von Björnson\nJ. A.\nAn der Stelle eines Wochenblattes, an\nwelcher sich sonst die wehmütige Monotonie\neines Froschkonzertes breit macht, hat kürzlich\nErich Schlaikjer versucht, der demokratischen\nLeserwelt den Abschied von Björnson leicht zu ge-\nstalten. Geglückt ist es ihm, daß man Mark Twain\ndarüber vergessen könnte. Der Nekrolog beginnt\nalso:\n„In Paris hat sich ein schwarzer Riesenvogel\nerhoben und fliegt mit lautlosen Schwingen nach\ndem kalten Norden hinauf. Er überfliegt den Rhein,\ner fliegt über Deutschland dahin, er überfliegt das\nfruchtbare Dänemark. Die Bucht von Christiania\nwird sichtbar. Aus ihren stolzen Wellen steigen\ndie alten, grauen Felsen empor. Ihre Fluten sind\nkalt. Die klare Winterluft aber läßt ihre ganze\nGröße durchsichtig werden.\nUnd nun ist es, als wachse dort oben der Vogel\nins Ungeheure hinaus. Er reckt seine Schwingen,\ndaß sie von dem einen Horizont zum andern rei-\nchen. Er fliegt noch immer in lautlosem Flug, aber\nwährend er still wie das Unheil dahinsaust, läßt er\nwilde, heisere Schreie über die Berge gellen. Und\nwo er vorüber kommt geht unten ein Ruck durch\ndie Menschen. Seine Schwingen überdunkeln das\nLand. Man hört den Schrei des Todes und hält in\njähem Schrecken inne.\nUnd immer weiter fliegt er, als solle auch die\newige Einsamkeit der Polarregionen durch ..-«eine\ngellen Schreie unterbrochen werden. Sein Schatten\nfliegt über das ganze Land und seine Schreie er-\nfüllen die ganze Luft. Sie erklangen zum ersten\nMale, als er weit draußen die Bucht von Christiania\nunter sich spürte; sie erklangen über dem Dächer-\nmeer der Hauptstadt; sie erklangen über den einsa-\nmen Hütten in verlassenen Tälern; sie flogen ruhelos\nüber die Riesenfelder der Gletscher. Sie klangen\nimmer weiter und weiter; sie verloren sich erst, als\nsie ganz oben im Norden in Eis und Einsamkeit und\nstarrer Oede verschwanden. Als sie aber ver-\nschwunden waren, wußte das ganze Land, daß\nBjörnstjerne Björnson in irgend einem Haus des\nunendlichen Paris gestorben war.\"\nDer unheimliche Vogel verwandelt sich schließ-\nlich in fliegende Schreie.\nWie viel Aufwand und Verzweiflung, um ein\nklaffendes Manko an Geist so schlecht und kläglich\nwie möglich mit Phantasie zu übertünchen.\nSie trifft den Leser wie der Tod BiÖrnsons Nor-\nwegens Volk, vom König bis zum Arbeiter herab.\nWir dachten, naiv genug, dieses habe die Nach-\nsicht von dem Tode seines großen Sohnes ans den\nTageszeitungen erfahren. Schlaikjer weiß das\nbesser.\nEr hätte nur nicht seinen lustigen Nachschrei\niiberwitzeln sollen mit den Schlußworten: ..Laßt\nuns fröhlich von ihm scheiden.\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c011", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "94", "page_fin": "94", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.10", "titre_corps": "Die Wiener Vorlesung Karl Kraus : Am 3. Mai hielt Karl Kraus zum ersten Mal in Wien eine Vorlesung aus eigenen Schriften.", "titre_sommaire": "Die Wiener Vorlesung Karl Kraus : Am 3. Mai hielt Karl Kraus zum ersten Mal in Wien eine Vorlesung aus eigenen Schriften.", "signature_source": "Mirko Jelusic", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.6", "debut_caractere": 2977, "fin_caractere_exclue": 5909, "texte": "Die Wiener Vorlesung\nKarl Kraus\nAm 3. Mai hielt Karl Kraus zum ersten Mal in\nWien eine Vorlesung aus eigenen Schriften.\nMirko Jelusic\nDie ganz exzeptionelle Bedeutung des Heraus-\ngebers der „Fackel\" an dieser Stelle darzulegen,\nhieße Eulen nach Athen tragen. Wer den „Sturm\"\nliest, kennt auch Karl Kraus, kennt seine unüber-\ntreffliche Sprachkunst, sein unheimliches Tempera-\nment und seine noch unheimlichere Treffsicherheit;\nweiß, daß Kraus der erste Satiriker Oesterreichs ist,\numjubelt von fanatischen Anhängern und gefürchtet\nvon seinen Gegnern, denen keine andere Waffe\ngegen seine wuchtige Angriffe, seinen schneidenden\nHohn, seine zermalmende Verachtung zu Gebote\nsteht, als ein starres, ununterbrochenes, impotentes\nSchweigen . . .\nDaß dieses Schweigen nutzlos ist, bewies die\nVorlesung. Der Saal war überfüllt, als Karl Kraus\nmit einigen raschen Schritten das Podium betrat\nund nach einr knappen Verbeugung zu lesen begann.\nDer Ausdruck der scharfen Züge ist kühl,\nspöttisch, überlegen. Und bevor Kraus zu sprechen\nbeginnt, weiß man schon, daß seine Stimme klar\nund scharf ist.\nKraus las zuerst eiji bisher unveröffentlichtes\nEssay „Heine und die Folgen\", in dem er den ver-\nderblichen Einfluß Heines auf Lyrik und Journalistik\nnachwies. Heine habe es seinen Nachfolgern allzu\nleicht gemacht, den Esprit in ihren Feuilletons\nleuchten zu lassen — auf Kosten des Geistes.\nDann las Kraus „Die chinesische Mauer\", seine\nschnell berühmt gewordene Arbeit, in der er das\nProblem der beiden Rassen von allen Seiten be-\nleuchtet. Man kennt den wuchtigen Anfang, der\ndröhnend und unvermittelt niederfährt, wie ein ein-\nschlagender Blitz: „Ein Mord ist geschehen, und\ndie Menschheit möchte um Hilfe rufen. Sie kann es\nnicht.\" Kraus arbeitet hier mit den einfachsten\nC;'\nMitteln und beweist dadurch seine große Künstler-\nschaft. Außerordentlich fesselnd war es, den Vor-\nlesenden zu beobachten. Wie sein Gesicht starr\nund drohend wurde; wie seine Schultern sich raub-\ntierartig hoben; wie seine Rechte in kurzen Rucken\nüber den Tisch zuckte, sich ballte, sich um eine un-\nsichtbare Gurgel zu krallen schien, den Niagara von\nWorten gestaltete, der auf die atemlos horchenden\nMenschen niederbrauste, bis zu jenem titanenhaften\nSchluß, in dem die angestaute Hochflut sich befreit\nund majestätisch ausbreitet: ..Die Knie mit Stricken\nunter das Kinn geschnürt, das Gesicht mit unge-\nlöschtem Kalk beworfen, so verschwand die Leiche\nim Koffer des Chinesen.\" —\nDa der Beifall nicht enden wollte, entschloß\nsich Kraus zu einer Zugabe: Er las „Die Welt der\nPlakate\", diese witzige Betrachtung voll souve-\nränen Humors.\nAlles in allem: ein außerordentlicher Abend,\ngetrübt nur durch den beschämenden Gedanken,\ndaß man es so lange versäumte, die Schönheit\nKrausscher Sprachkunst verbunden mit der Schön-\nheit Krausscher Sprechkunst auf sich wirken zu\nlassen. Denn nicht Kraus ist schuld, daß dies seine\nerste Vorlesung in Wien war, sondern Wien."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c012", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "94", "page_fin": "94", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.11", "titre_corps": "Der Verzweifelte und sein Ende", "titre_sommaire": "Der Verzweifelte und sein Ende", "signature_source": "Mynona", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.6", "debut_caractere": 5911, "fin_caractere_exclue": 8385, "texte": "Der Verzweifelte\nund sein Ende\nVon Mynona\nIsomar, einer der erhabensten alten Leute, zog\nseine Kuckucksuhr auf, und eine große Gleichgültig-\nkeit rann durch sein Herz, während über seine\nStirn langsam ein Rätsel lief. „Dachte eben,\"\nmurmelte er, „wir sind die für uns selbst Verhüll-\nten. In meiner Jugend war mein Appetit frischer.\nDas Leben macht schläfrig.\" Er setzte sich in sei-\nnen Lehnstuhl. Kuckuck, lachte die Uhr. Dem\nGreis war es wirklich nicht zum kuckucken ums\nHerz. „Ach,\" seufzte er, „über die Medisance so-\ngar des Leblosen! Sie ticktackt auch nicht gerade\nwohlwollend.\" Eine Fliege flog auf und summte:\nDa verzweifelte Isomar wie nur Uralte ver-\nzweifeln: ohne Wort, ohne Jammer — mechanisch,\nphlegmatisch, mürrisch, unsichtbar. Da nahm er\nein Scherchen und trennte mit zärtlichem Eigen-\nsinn die Lederpolster seines Sessels auf. In die\nKuckucksuhr goß er in dünnem Strahl Wasser,\nfürte sie an den Mund und zernagte sie mit den\nZähnen. Das dauerte sehr lange. Dann versuchte\nder Greis knurrig, sich auf den Kopf zu stellen, aber\nseine Kraft langte nicht hin. Der Greis holte einen\nTuschkasten und färbte sein Antlitz mit allen Far-\nben; zugleich sank die Dunkelheit hernieder. Der\nGreis warf alle Decken aus der Bettstelle an die\nErde und goß Tinte darauf. Der Greis nahm auch\nseine Bettstelle auseinander. Jetzt zog er seine\nKleider aus und warf sie aus dem Fenster, durch\ndas ein feiner Regen sprühte. Der nackte Greis\nbegann mit gleichmütiger Miene langsam eine Art\nMenuett zu tanzen, bis er hinfiel. Der eine Flügel\ndes Fensters schlug im Winde zurück. Der Greis\nbetrachtete aufmerksam seinen in Dämmerung\neingetauchten Körper. Er schlug sich mit seiner\nRechten etwa wie ein Vater sein Kind: mit Scho-\nnung, aber gehörig. Nicht lange saß er, da begann\ner sich zu wälzen, hin und her, her und hin, bis\nseine Sinne sich verwirrten. Schließlich hustete er,\nnicht weil er mußte, sondern mit Willen, immer\nhartnäckiger, bis sein Husten von selbst in ein\nKrächzen und Röcheln überging. Dazwischen stieß\ner Worte hervor wie: ..Du Duckmäuser, heh? Ich\nhab' dich lange weg. Na! Wird's bald? Immer\ntust du. als ob du nicht da wärst, Heuchler. Schlei-\ncher, ich will dich schon kitzeln. Tod. ein netter\nName, viel zu pathetisch, feiere Bestie, alte Fratze,\nMeuchler! Ich will dich schon reizen.\" Und in der\nTat. Tsomar'n getane es sehr leicht, zu sterben, weil\nder Tod nicht so sehr vermeidet als die Lächerlich-\nkeit. Aber die Kuckucksuhr schlug doch noch\neinmal."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c013", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "94", "page_fin": "94", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.12", "titre_corps": "Beachtenswerte Bücher und Tonwerke", "titre_sommaire": "Beachtenswerte Bücher und Tonwerke", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.6", "debut_caractere": 8387, "fin_caractere_exclue": 8837, "texte": "Beachtenswerte Bücher und Tonwerke\nAusführliche R*»«t)r#»chun<? vorhe*»alten\nRücksendung findet in keinem Fall statt\nHEINRICH MANN: Tm Schlaraffenland /Romati / Verlag\nAlbert Langen, München\nALFRED MOMBERT: Der Sonne-Geist / Verlag Schuster\nund Loeffler, Berlin\nRAINER MARIA RILKE: Das Stundenbuch / Inselverlag\nLeipzig\nARNO HOLZ: Dafnislieder/Verlag R. Piper & Co.\nGUSTAV MAHLER: Kindertotenlieder / Für Gesang und\nKlavier\nVerlag Schott Söhne, Mainz"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c014", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "94", "page_fin": "94", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.6", "debut_caractere": 8913, "fin_caractere_exclue": 9103, "texte": "Teppiche\nPrachtstiicke 3,75,6,—, I0ibis300 M.\nGardinen, Portieren, Mobelstoffe,\nSteppdecken usw.\n!bi!mESt Spezialtiaos Oranicnstrasje 158 j\nKatalog (450 Illustr.) gratis a. ft-\nEMIL LEFfeVRE"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c015", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "94", "page_fin": "94", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.6", "debut_caractere": 9105, "fin_caractere_exclue": 9218, "texte": "fflalzkaffee-Bi\nSeien Sie Überzeugt. Es\ngibt keinen und es kann\nkeinen Malzkaffee geben,\nder besser ist wie Bamf."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c016", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "94", "page_fin": "94", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.6", "debut_caractere": 9220, "fin_caractere_exclue": 9417, "texte": "Landerziehungsheim Schloft Drebkau N L\n■ Zwei Stunden von Berlin ■\nErziehung und Unterricht nach modernen Crundsatzen\nAufnahme yon Knabeo u* Madchen jederzeit\nGrosser Park — Turn- und Tennisplatz\na"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c017", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "94", "page_fin": "94", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.6", "debut_caractere": 9419, "fin_caractere_exclue": 9672, "texte": "Maflenleiden\nTerdanungs- and Stnhlbe.\nschwerden, H&morrhoiden.\nIch teile jedem gerne kostenlos mit,\nwie zahlreiche Patienten, die oft\niahrelang mit solchen Leiden be-\nhaftet waren, davon befreit wurden.\nKrankenschwester Marie\nWiesbaden Nicolasstrafie 6."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c018", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "94", "page_fin": "94", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.6", "debut_caractere": 9674, "fin_caractere_exclue": 9752, "texte": ":: Probenummern ::\numsonst und portofrei durch die\nGeschaftsstelle „DER STURM\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c019", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "95", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.7", "debut_caractere": 179, "fin_caractere_exclue": 554, "texte": "ModerneHaararbeiten\nfinden Sie in jeder Preislage im Spezial-Haargeschaft von\nOtto Teutscher und Priseur\nI. Geschaft: Berlin, 106 a Potsdamerstr., Eing. 63 Steglitzerstr, Tel. VI, 673S\n11. Geschaft: Charlottenburg, 100 Kaiserdamm, Telephon Ami Charl., 6387\nElegante Shampooing- n-ri Champooing- mit Frisur 1,50 Mark\nund Frisier-Salons ::: ulj Manicure 1,50 Mark\n0000000008111"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c020", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "95", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.19", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.7", "debut_caractere": 556, "fin_caractere_exclue": 949, "texte": "Spezialadressen\nvornehmer Kreise fiir :: ::\nGeschafte vornehmen Genres\nFiirstlichkeiten :: Diplomaten :: Hohe Militars und Offiziere\nHofstaaten :: Mitglieder feudaler Klubs :: Geburts-, Geistes-\nund Geldaristokraten :: Biihnenmitg-lieder etc. etc.\nGut durchgesiebtes, erstklassiges Material\nErmittelungen in diesen Kreisen disk ret und zuverlassig-\nS. C. A. Rittner, Kongreßbeamter, Berlin N37"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c021", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "95", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.7", "debut_caractere": 951, "fin_caractere_exclue": 1976, "texte": "BOWLENWEINE\nTausende Naclibestellangreii und zahlreiche Anerkennungen aus\ndem Reiche beweisen, dass unsere Weine gut und preiswert sind!\nWir emplehlen zu Beginn der Bowlonsaison unsere beliebten billigen\nBowlen-Wein© als\nPP\n(Rhein)\n1908er Wellensteiner (Mosel)\n1908 er Remicher\n1907 er EUenzer\n1907 er Elsheimer\n1907 er Gaubickelheimer\nBowlensekt, Frucht-Champagner\nmit Steuer\nKaisersekt, ohne Steuer\nLorraine,\n»>\n0,70\n0,75\n0,80\n0,75\n0,80\n1.10\n1,10\n1,25\nM.\n»>\n»>\n»»\n»»\nn\nIt\nft\n»? It • •\nAiie Freise verstehen sich mit Flasehen frei Haus in Berlin,\nnach ausserhalb frei zur Bahn, gegen Kasse, Nachnahme Oder Vor-\neinsendung. Bew&hrte Bowlenrezepte der Pirma kostenlos. Voile\nGarantie lur tadellose Besehaffenheit; Nichtgefallendes wird auf\nunsere Kosten zurtickgenommen. Yerlangen 81© kostenlos\nPreislisten. Bestellungen sind za richten an die\nWeinvertriebsgesellschaft von Malottki\nvorm. Toermer & Michaells Nachf. 6. m. b. 11.\nBERLIN Augnststrasse 60\nFernspr. 111, 8192,15jahr.Geschaftsbestehen. Postscheckkonto: Berlin 3085"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c022", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "95", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.7", "debut_caractere": 1978, "fin_caractere_exclue": 2583, "texte": ":: Kurhaus und Erholungsheim ::\nSchloss Neuenhagen\nin Berhn-Neuenhagfen (32 Min. Fahrzeit vom Alexanderplatz)\nHauptgebaude mit Zentralheizung und elektrischem Licht, grofie,\nhelle Zimmer, mitten im Garten gelegen. 20 200 Quadratmeter\ngrofier, herrlicher Park, grofier Obstreichtum, Lauben, grofier\nTeich usw. Das ganze Jahr geoffnet. Den Besuchern Berlins als\nherrlicher Aufenthaltsort empfohlen. Fern von dem Larm und dem\nStaub der Stadt. Bequemste Verbindung mit Berlin durch stiind-\nlichen Bahnortsverkehr. — Lassen Sie sidi die Broschiire „Leben\"\n:: :: kommen vom Besitzer und Leiter Emil Peters :: ::"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c023", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "95", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.22", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.7", "debut_caractere": 2585, "fin_caractere_exclue": 3395, "texte": "Die sparsame Hausfrau SUSSEX aßech»e„w&\nsich aus, was Sie im Jahre fur den Bedarf an Gluhkorpern ausgeben. —1\nWie oft kommt es vor, daft der Korper schon beim Aobrennen entzwei-\ngeht. — — Nehmen Sie einen guten Rat an und verwenden Sie nur\nHartalin-Gliihkorper D. R. P. 203467\nDiese Korper besitzen den Vorteil, daft Sie dieselhen wie ein Tuch zusammen-\ndrucken konnen, ohne daft der Korper darunter leidet. Hartalin-Gluhkorper\nhaben eine Leuchtkraft von 100 K. und Sie erzielen damit eine Gasersparnis von\n50%. Brenndauer gar. 1 Jahr. REFERENZ! Fur die Straftenbeleuchtung Berlins\nbereits iiber 200000 Stck. geliefert. Versuchen Sie es mit einer Probesenaung von\n3 Stck., Preis p. Stck. 50 Pfg. od. verlangen Sie den Besuch unseres Vertreters\nVersandhaus Chem. und Techn. Nenheiten\nBERLIN SW. 68 Kochstraße 72"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c024", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "95", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.7", "debut_caractere": 3397, "fin_caractere_exclue": 4082, "texte": "Berliner Konservatorium fiir Theater und Musik\nDIREKTOR C. A SACHSE\nBERLIN N 39 :: Mullerstrasse 178 (Weddingplatz)\n7HEATER-SCHULE\nVollstandige Ausbildung fiir Schauspiel,\nOper, Operette, Posse und Ballett\nVARIETE-THEATER=SCHULE\nKomiker-, Soubretten- und Artisten-Schule\n12 Fachlehrer\nBisher 3000 SchUler (H erren, Damen und Kinder) mit bestem\nErfolg- ausg-ebildet\nz. B. Ernst Kleinert, Walter Bahrmann, Willy Walde (Damen-Imitator), Emil Kante,\nHellon Bellini, Graff, Pieper, Direktor Lucas-Schwleger, Pohlei etc. etc.\nDie Damen: Mile. Nanon, Blatter, Neumann, Captive, Hardinis, Mazoni, Clare\nLorma etc. etc.\nEintritt jederzeit Kulante Bedingungen\nNacherfolgter usbildung: Engagement"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c025", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "95", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.7", "debut_caractere": 4084, "fin_caractere_exclue": 4728, "texte": "Keine Zahnschmerzen\nKein Zahnziehen mehr\nAuf Anfrage gebe\nich Jedermann Aus-\nkunft tiber ein Mittel\ngegen sch warze,hohle\nund lockere Zahne\nErfolg garantiert\n0. Berger, Berlin W35\nPotsdamer Strasse 111\nAbschrift: Sehr geehrter Herr!\nVon vielen Zahnschmerzen bin\nich nung-anzlich befreit durch die\nAnwendung- Ihres preiswerten\nMittels Daher empfehle ich es\nJedem, der von Zahnschmerzen\ngeplagt ist. Mit herzlichem\nDank bescheinigt dies Helene\nKleemann, Rosengarten,\n:: Frankfurt an der Oder ::\n::: JEDE FRAU :::\nlese die Storung- der Periode zur\nSelbstbehandlung von Dr. Lewis\nStatt 1 Mk. nur 50 Pf. in Briefm.\nH.Streubel, Berlin 16 Franzstr. 14"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c026", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "95", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.7", "debut_caractere": 4730, "fin_caractere_exclue": 5256, "texte": "Akustik=Spr ech maschinen\nvon der einfachsten bis zur vornehmsten Ausstattung in kulanter und dui\\haus\nWeist?6; Sllf TcilZdhlllng Bequeme Zahlweise, geringe Anzahlung,\no\nRest in wochentlichen oder Monatsraten\nProvisionßreigende and Vertreter fesacht ::\nI I Hoher Nebenverdienst 112\nJ\nfflr Personen jcden Standes durch Vertrieb oder Nachweis von KSufern\nAkustik-Sprechmaschinenwerke Berlin W 66\nMauerstrasse 86—88 :: Fahrstuhl :: Tel.: I, 7497\njspeiiajitiil: Akuatoplione. Trichlerloge Apparate In Schatullen- und Scbrankform\no"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c027", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "95", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.7", "debut_caractere": 5258, "fin_caractere_exclue": 5405, "texte": "DIE TAT\nWEGE ZU PREIEM\nMENSCHENTUM\nVIERTELjAHRL.M.2 HEFTM.O,BO\nEINE MONATSSCHRIFT\nHERAUSOEOEBEN VON\nERNST HORNEFFER\nVERL. DIE TAT G.m.b.H., LEIPZIG"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c028", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "95", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.7", "debut_caractere": 5407, "fin_caractere_exclue": 6043, "texte": "Priiiitbeamte und Ange=\nhorige der freien Berufe'\nSorget fiir Eure Zukunft und die Eurer Familie\ndurch Anschluss an den zur Vertretung der wirtschaftlichcn, so-\nzialen und rechtlichen Interessen der Privat-Beamten gegriindeten,\ndurch landesherrl. Verleihung m. Korporationsrecht. ausgestattet.\nIeiTSCIEI riIIIMEJIMTEI-VEBEII ZU MIIDEBDRG\nZirka 28 000 Mitgliedtr in zirka 500 Zweig-\nvereinen, Verwaltungsgruppen u. Zahlstellen.\nNeben Pensionskasse, Witwenkasse, Waisen-\nkaase, Begrabniskasse und Krankenkasse sehr\nwertvolle Wohlfahrtseinrichtungen :=»:\nGesamlvermogen: Ueber 16 Millioaen Mark\nHalbj&hrl. Beitr. 3 M.:: Man verl. Prospekt."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c029", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "95", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.28", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.7", "debut_caractere": 6045, "fin_caractere_exclue": 9031, "texte": "'/ill\n/111\n/111\n«\n/\nWriKferfioe Kinder\nMflch\n—\nZur Bekamptung der\n■ Kindersterblichkeit ■\nEine der Hauptursachen der iibergrossen Sterblichkeit im ersten Lebensjahre\nliegt in der Mangelhaftigkeit einer angemessenen Ern&hrung der Sauglinge. —\nUnter den vielen Ersatzmitteln der Mutterbrust hat in letzter Zeit eines iminer\nmehr und mehr infolge seiner hervorragenden Eigenschaften die Aufmerksamkeit\nder Aerzte und Laien auf sich gezogen und behauptet heute den ersten Rang\nunter denjenigen Sauglings-NShrmitteln, welche aus frischer Kuhmilch hergestellt\nwerden: die Backhans milch. Die Backhaiitfmileli entspricht in physio-\nlogischer und hygienischer Hinsicht dem Vorbild, wie es uns die Frauenmilch\ndarbietet und ermoglicht, wie diese, eine regelmaiiige, von Sußeren Storungen\nunabhSngige Entwickelung des gesunden Kindes. — Dann aber stellt sie im Falle\nvon Magen- und Darmkrankheiten des Sauglings ein Diatetikum von entschiedener\nHeilkraft dar, welches die Behandlung mit Medikamenten wesentlich unterstutzt,\nja manchmal ganz entbehrlich macht. — Sie bildet, als das ausschliessliche\nNahrungsmittel wahrend der ersten 9-10 Monate, ein durch kein anderes\nPraparat mit gleicher Sicherheit zu ersetzendes Vorbeugungsmittel gegen die\nso ungemein verderblichen und haufigen Brechdurchfalle. Vielfache Versuche\nan Kliniken, Krankenhausern etc. haben Vorstehendes zur Geniige erhartet.\nrfjsT & r>r<bhzii lemilrh ist die beste> vom ersten Lebenstage\nLslG Da CKuClwo/////C// an bekdmmliche Sauglingsnahrung.\nDie Herren Arzte werden Proben und Literatur zu verlangen von folgenden ::\nBackhaus-Mi/chanstalten\nAachen-Burtscheid: StSdt. Milchanstalt. — Assenheim b. Fried berg: L. Reif. — Berlin NW., Jagowstr. 20: Dr. Cybulski. —\nBrunn (Mahren): Centralmolkerei. — Breslau, Moritzstr. 48: Nutncia. -- Cassel, ob. Carlstr. 3/4: A. Miiller, Miichkuranstalt.\n— Chemnitz, Reichenhainerstr. 191: R. Gumprecht. — Dresden: Nutricia, Grunaerstr. 12. — Drulingen I. E. (bei Strassburg):\nGutsmolkerei Kempf. — Elberfeld, Dorotheenstr. 32: H.A. Sauer. — Frankfurt a. M., Ginnheimer Landstr. 74: F. Gottschalk.\n— Fulda: Molkereigenossenschaft, Fulda. — Halle a. S., Dessauerstr. 5: Nutricia. — Hamburg, Guntherstr. 6/8: G. Hildebrandt.\n— Hannover-Linden, Deisterstr. 31 :Dr. Friedel Nachf. — Heilbronn, Herbststr. 26: Ferd. Marx — Karlsruhe, Gerwigstr. 31:\nNutrica. — Kaiserslautern: Emil Andre, Dampfmolkerei. — Kolna. Rh., Hansaring 81: Hupertz & Schiirmann Nachf. —\nKrefeld, Inratherstr. 191: H. Bogelmann. — Leipzig: Nutricia, Kronprinzenstr. 52. — Magdeburg: Magdeburger Molkerei. —\nOlmutz (Mahren): W. Spitzer. — Prag (Nusle): Actien-Dampfmolkerei Nutricia. — Ranzenbuttel bei Berne (Bremen-Olden-\nburg): Stedinger Molkerei. — Stettin, Hohenzollernstr. 50: Nutricia. — Stutlgart, Lerchenstr. 24 a: Nutricia. —J Teplitz-\nSchonau (Bohmen): Molkerei Hille & Dittrich. — Vohwinkel: Nutricia, Otto Volkmann. — Wiesbaden, Bleichstr. 26:\n. Wiesbadener Molkerei. — Wien: Gutsverwaltung RothneusiedL .\nS?. Js"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c030", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c030", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "95", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.29", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.7", "debut_caractere": 9033, "fin_caractere_exclue": 9111, "texte": "■■■■■\nBerufen Sie sich\nbitte bei Einkaufen auf die\nAnzeigen dieser Zeitschrift"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c031", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c031", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "95", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.30", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.7", "debut_caractere": 9113, "fin_caractere_exclue": 9756, "texte": "1000 Kronen erhalt\nwer im Stande ist, ein unentbehrlich Ding fiir die Nacht: „Mond-\nlicht\" in jedem Hause, ein Wunder der Chemie, auszublasen\nMein Mondlichtapparat, ein wunderbar sinnreich konst\\ inter-\nessanter Wirtschaftsartike!, besitzt unbegrenzt haltbar die Fahig-\nkeit, vollstandig kostenlos zu leuchten, da hierzu keinerlei Brenn-\nstoffe angewendet werden. Vieljahr. Garantie fiir tadell. Funktion.\nPmaico* fttr ttrBsge M. I. 11. 111. IV.\nrrclSC! Kronen 3,60 4,8© 7,— 11,— I©,—\nFranko iiberall hin gegen Vorauszahlung (auch in Briefmarken)\nOder Nachnahme 30 Heller mehr. Verpackung gratis :: ::\nMondlichtwerk A* Selb Warnsdorf 337 ====="}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c032", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c032", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "95", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.31", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.7", "debut_caractere": 9758, "fin_caractere_exclue": 10138, "texte": "Preis 1 Mark Preis 1 Mark\nMenthol-Malz-Dragees\nSicheres Mittel gegen akuteKatarrheder Atmungs-\norgane / ermoglicht Schauspielern und Sangern\nsofortigen Gebrauch der erkrankten Organe\n...... ZAHLREICHE ANERKENNUNGEN ——\nZu haben in alien Apotheken und Drogerlen / Allelnige Fabrlkantin\n„Pharmaciau / Fabrlk fur pharmaceutlschen Bedarf / Berlin-Halensee\nWohlschmeckend Sicher wirkend"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c033", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c033", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.32", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.8", "debut_caractere": 171, "fin_caractere_exclue": 1026, "texte": "MALSCHULEN]\nI I\nStudies Atelier\nBerlin W. 30, Habsburgerstr. 11\nAkt-Kopf-Kosttim :: Zeichnen ::\nMalen :: Modellieren Stilleben\n:: (Composition :: Abendakt ::\nAb Jul! Akt, Landschaft an der See\nProspekt durch Moritz Melzer\nMalschule\nMuller-Schoenefeld\nAtelier Charlottenburg 111\nSchillerstr. 3\nVormittag*: Portrat u. Kostiim-\nmodell\nAbend: Dauerakt\nAtelier Berlin W / Liitzowstr. 82\nVormittag-: Akt\nNachmittag: Portrat\nAbend: Skizzieriibungen nach\ndem Akt\n(2 Stunden 50 Pfg.)\nAnfragen nach Schillerstr. 3\nBerlin W. 35 / Potsdamerstr. 121 a\nAtelier\nClara Elisabeth Fischer\n:: MALEN :: ZEICHNEN ::\nNeu seit l. November\nPlakatkunst :: Graphik :: Eintritt\njederzeit :: Naheres Prospekte\nHANS BALUSCHEK\nMaler\n:: Schulatelier fur Damen ::\nBERLIN W., Lutzow-Strasse 82\nAtelierhaus, linker Aufgang\nProspekte Brief-Adresse:\nSch&neberg - Berlin, Vorbero - Strasse 15"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c034", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c034", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.33", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.8", "debut_caractere": 1028, "fin_caractere_exclue": 1220, "texte": "DERDEMOKRAT\nWochenschrift fur freiheitliche\nPolitik / Kunst und Wissenschaft\nErscheint jeden Mittwoch\nNummer 10 Pf. / Quartal M 1\nProbenummern frei d. G. Zepler\nCharlottenburg Bismarckstr. 103"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c035", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c035", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.34", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.8", "debut_caractere": 1222, "fin_caractere_exclue": 2470, "texte": "Verlag F. HARNISCH & Co-, Berlin W57\n„Spielend\" lernt man Sprachen durch\nDr* Rebajoli's Autodidakt^^j&\nA* Italienisch, elegant gebunden Mk. 10\nB. Franzosfsch, elegant gebunden Mk* 10 4MB\n„Ein monumentales WerK, das jedem, der es ernst nimmt mit\ndem Lcrncn einer Sprache, den Stoff zu intensiver Durchdringung\nund zur volligcn Beherrschung des Sprachschatzes in\nsprechender Form und in methodischem Fortschritt bietct.\nSelbstunterrichtS'Methode mit Hulfe des Grammophons*\nJcder Lehrer, jede Lehrerin, Jedcrmann muss Dr« Rebajoli s Autodidakt\ngebrauchen um lcicht und grundlich Fremdsprachen zu lcrncn.\nDie darin enthaltencn 33 fremdsprachlichen sind auf 33 doppel-\nseitige „Odeon\"-Schallplatten von unubertroffener Fiille und Klarheit der\nStimme durch den Autor tibertragen worden*\nWiedergabe der Aassprache in hochster Vollendung. Yorffihrung anf\nWunsch beim Autor oder im Verlag. Einzelne Unterrichtsbriefe 50 Pf.,\nPlatte dazu M3. Preis der 33 Platten mit Lehrbuch,AutodidaKt' nur MlO9\nZur Wiedergabe der Gesprlche eignet sich jedes, auch das kleinste\nGrammophon; jedoch hat der Verlag hierzu eine trichterlose „ Autodidakt\"*\nSprechmaschine konstruierenlassen, die sich durch besonders deutliche\nWiedergabe auszeichnet. Preis derselben nur 50 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c036", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c036", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.35", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.8", "debut_caractere": 2472, "fin_caractere_exclue": 2572, "texte": "M\n3MM\nACHT\npinkest rasie 1\n.ry\nMailin Brandenburg\nJakob Plessner^zr\nEntree Mk. 1 —\nJahreskarfe MK.5r"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c037", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c037", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.36", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.8", "debut_caractere": 2574, "fin_caractere_exclue": 2740, "texte": "Potsdamer-\nStrasse 111\nCafe Continental\nPotsdamer*\nStrasse 111\nJeden Abend von 9—4 Uhr Nachts:\nGrosses Kunstler - Konzert\nAlle bedeutenden Ze.tungen und Zeitschriften"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c038", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c038", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.37", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.8", "debut_caractere": 2742, "fin_caractere_exclue": 3234, "texte": "DARLEHEN\nreeilen Leuten jeden Standes. Atich gegen Mobelbeleihung, Kunst-Gegenstanden,\nohne abzuholen. — Offizieren, Kavalieren, Beamten Geld In jeder H6he. —\nBeschaffung von Hypotheken auf berliner und auswartiige Grundstucke. — Kauf\nund Beleihungvon Hypotheken, Erbschaften, Sparkassenbuchern, Lombardscheinen,\nMietzessionen. — Schnelle, grundreelle, diskrete Erledigung. :\nWILHELM MEYER « Bank-Kommission\nBERLIN S 14 Stallschreiberstrasse 56 II\nSprechzeit und 4—7 Fernsprecher: Amt IV 6785"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c039", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c039", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.38", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.8", "debut_caractere": 3236, "fin_caractere_exclue": 3904, "texte": "<SUi a Sanatorium and\nl IflKCnillUniC Post Mellenbach bei SchwarzbUig im Thtiringer Wald\nBesitzt alle neuzeitlichen Einrichtungen, Zentral-\nheizung und elektrisches Lichi, komfortable Qesell-\nschaftsraume. Individuelle arztliche Behandlung\nDie Ktiche stcht unter Aufsicht des Arztes. Bei\nNervenschwache, Magen- und Darmleiden, Gicht\nund Rheumatismus, Frauenleiden u. a. m. best-\ngeeigneter Aufenthalt\nBesitzer und Letter: Br of. nu'd. W. Stotz\nAllseit. Reformbestrebungen,\ninsbes. derPflege perstinlicher\nKultur und gesunder Lebens-\nanschauungen, dient unsere\nMonatsschrift „<xesundes\nlieben\", von der wir Probe-\nnummern auf Wunsch gratis\nversend. Ab0nn.M.3,60 p. Jahr"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c040", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c040", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.39", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.8", "debut_caractere": 3906, "fin_caractere_exclue": 5248, "texte": "Handelswissen- Upforltt ModflP t •\nschaftl. Kurse von NlClll. iViCdlCl Leipzig\nunter Mitwirkung 12 hervorragender Fachleute der Theorie und Praxis (staatlich\nfeprufte Lehrer, Akademiker oder auch Kaufleute in fuhrender Stellung). Griindliche\ninfiihrung in die verschiedenen Branchen des kaufmannischen Berufes, rationelles\nStudium der Handels- und verwandten Wissenschaften als Ersatz fur ein mehr-\njahriges Hochschulstudium. Muster-Uebungs-Kontor.\nDas Studium ist fiir Anfanger (Damen und Herren) die fiir Stenographic,\ndeutsche und fremdsprachliche Korrespondenz, Kasse-, Buchfiiht ungs- und Bilanz-\nTechnik, Biiro-Praxis sich vorbereiten wollen —\nsowohl fiir junge Leute, die nur eine Volks-, Real- oder ahnliche Schule ab-\nsolviert haben, wie fiir ✓\nHerren mit besseren praktischen oder iheoretischen Vorkenntnissen, Einjahrig-\nFreiwillige, Abiturienten,\nfiir Kaufleute reiferen Alters, die bereits praktisch tatig waren und den\nForderungen der Gegenwart entsprechend ihre Fachkenntnisse erweitern oder\nvertiefen wollen oder\nfiir Bankbeamte, Ingenieure, Cbemiker, Brauer, Juristen, Nationalokonomen,\nOff* »re, die fur Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen oder Verbande,\noder ahnlicher Gesellschaften sich vorbereiten wollen. Dauer der Kurse\n»onate — je nach Vorbildung und Ziel.\nProspekte gratis durch die Direction, Johannisplatz 5"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c041", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c041", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.40", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.8", "debut_caractere": 5250, "fin_caractere_exclue": 5468, "texte": "Geschaftsbucher und Kontorbedarf G. tn. b. H.\nDcni 1M \\\\T BEHRENSTRASSE 30\nOJD IN VV ecke chaklottenstr.\nGESCHAFTSBUCHER-FABRIK\nBuchdruckerei Papier- a. Schreibwaren\n• • •• •• ••\n• • •• •• ••\nSPEZIALITAT: :: :: :: ::\n1"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c042", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c042", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.41", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.8", "debut_caractere": 5470, "fin_caractere_exclue": 5739, "texte": "Verlag „Der Sturm\"\n\\ /\n■\nWiriibernahmeninunsernVerlag- £\n■\n■\nHerwarth Walden ■\nDAFNISLIEDER j\nFur Gesang-u. Klavier /52 Seiten ■\n■\n2 DREI MARK\nm\n«\nm\nDurch alle Buch- und Musi- 2\nkalienhandlungen oder direkt \"\ndurch den Verlag- DER STURM\nHalensee / Katharinenstrasse 5 £"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c043", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c043", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.42", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.8", "debut_caractere": 5741, "fin_caractere_exclue": 6012, "texte": "IB ■\n■ ■\n■ ■\n■ ■\nDie fackell!\n■ ■\n■ ■\n■ a\nHERAUSGEBER 2 5\nKarlKraus ■ ■\n■ N\n• m\nft ■\n9 n\n■ ■\n■ ■\n■ ■\n■ ■\n■ ■\n■ ■\n■ ■\nMummer 301/2\nsoeben erschienen\nPreis 50 Pfg.\n■ a\n■ ■\nOBERALL ERHALTLICH ■ ■\n■ ■\n■ ■ ■\n■ ■\n■ ■\n■ ■\nWerbeband der Fackel\n50 Pfg. 210 Seiten stark\n■ ■\ni:\n■ ■"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c044", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c044", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.43", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.8", "debut_caractere": 6014, "fin_caractere_exclue": 6621, "texte": "EDMUND MEYER\nBuchhandler und Antiquar\n983698 BERLIN W 35 §§§§38\nAnkauf einzelner Werke\nund ganzer Bibliotheken\nSoeben erschien: Katalog XVIII: Literatur\nOeschichte, Kunstgeschichte, illustrierte\nWerke in deutscher, englisclier, fran-\nzos. Sprache zu besonders billigen Preisen\nDemnachst erscheint: Katalog XXI / Kunst-\nblatter: Portrats, Stadteansichten, Berliner\nBlatter, Karrikaturen, Flugblatter, neuere\nund altere Oenrebilder, Blatter von\nMenzel, Beardsley, Rops, Stammbiicher\nSilhouetten, Japanblatter etc. etc.\nKataloge / gratis und 112 ranko /\nbitte direkt zu verlangen\nAngabe von Desideraten erbeten"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c045", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c045", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.44", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.8", "debut_caractere": 6623, "fin_caractere_exclue": 6797, "texte": "MALUTENSILIEN\n—i i—\nMai- und Zeichenbedarf\nW. & J. AMLER\nCharlottenburg\nSTEINPLATZ 2\nTelephon 1839 Telephon 1839\nLEOPOLD HESS\nspezialgeschAft\nfur Kunstmaterialien\nBERLIN W 35"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-05-19-01-c046", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-05-19_01#c046", "volume": "bmtnabg_1910-05-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.2.45", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.8", "debut_caractere": 6799, "fin_caractere_exclue": 7179, "texte": "Wer den Inhalt dieses Blattes „goutiert\"\nz\np\no\nCr\nQ-\nC\nP\nc\ns-\n•\n> I I\n3;\n01\nV* •\nCfl\n0)\n■-C\no-\nV)\nrt*\n■1\nP\n8-\ni\n>-K\no^\nckT\nweiss auch, welch ho hen Wert die\nMitarbeit des Reklame-Fachmannes\nfur Industrielle und Kaufleute hat!\ni\nEiner der bekanntesten Reklame-\nAnwalte ist Oms, Berlin-Steglitz.\nVerlangen Sie — unter gleichzeitiger\nEinsendung von Unterlagen —\nFlugblatt ~209\" ====="}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "89", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.1", "texte": "Umfang acht Seiten\nBinzelbezug: 10 Pfennig\nWOCHENSCHRIFT FÜR KULTUR UND DIE KÜNSTE\nRedaktion und Verlag: Berlin-Halensee, Katharinenstrasse 5\nFernsprecher Amt Wilmersdorf 3524 / Anzeigen-Annahme und\nGeschäftsstelle: BerlinW3s, Potsdamerstr. 111 /AmtVl 3444\nHerausgeber und Schriftleiter:\nHERWARTH WALDEN\nVierteljahresbezug 1,25 Mark ) Halbjahresbezug 2,50 Mark /\nJahresbezug 5,00 Mark / bei freier Zustellung / Insertions-\npreis für die fünfgespaltene Nonpareillezeile 60 Pfennig\nJAHRGANG 1910\nBERLIN /DONNERSTAG DEN 19. MAI 1910/ WIEN\nNUMMER 12\n\nINHALT:\nRENE SCHICKELE: Theddy Roosevelt/\nELSE LASKER-SCHÜLER: Karl Kraus / PAUL\nLEPPIN: Daniel Jesus / Roman / ALBERT DREYFUS :\nDrei Reiher / ALFRED DÖBLIN: Gespräche mit\nKalypso über die Musik / PROGRESS: Fortschritt/\nA. D.: Das Temperam'nt in der Isolierzelle /J. A.: Der\nNachrichtenvogel / MIRKO JELUSIC: Vorlesung Karl\nKraus / MYN 0 NA: Der Verzweifelte und sein Ende/\nZeichnung von OSKAR KOKOSCHKA: Karl Kraus /\nBeachtenswerte Bücher und Tonwerke\n\nTheddy Roosevelt\n„Intense life”\nVon René Schickele-Paris\nCincinnatus war ein Bauer des Altertums.\nRoosevelt ist ein moderner Mensch und, wenn man\nseinen Worten Glauben schenkt, der moderne\nMensch, der Lebenstechniker, das menschliche\nEbenbild einer perfektionierten Lokomotive. So\nempfindet sich Roosevelt. Aber er hat schreiben\ngelernt, er war Journalist. Er ist in seinen schlech-\nteren Stunden Philosoph. Als solcher vertritt er\ndie Ansicht, daß die beste Lokomotive noch immer\nbesser werden kann. Wozu wir heute zwölf Stun-\nden brauchen, das werden unsere Söhne in acht, die\nEnkel in sechs Stunden bewältigen. Wenn man be-\ndenkt, was Roosevelt heute bereits leistet, kann\nman sich einen ungefähren Begriff machen, was die\nPräzisionsschönheit einer amerikanischen Lebens-\nführung in fünfzig Jahren sein wird. Das Ideal, das\ner seit einigen Jahren durch sein eigenes Beispiel\nin wuchtigen, von sämtlichen Zeitungen reproduzier-\nten Klischees andeutet, nennt er „Intense 1 i 112 e\".\nAls er diesmal nach Europa kam, hatte er nicht\nnur, wie nun einmal der moderne Mensch seine\nFerien verbringt, zweitausend Stück afrikanisches\nWildvieh erlegt, sondern die ausführlichen Berichte\ndarüber in allen Kultursprachen veröffentlicht, was\nihm in der Hitze der Arbeit entfallen war, in zahl-\nlosen Interviews nachgeholt. Das Geheimnis seines\nErfolges besteht zum größten Teil in einer natür-\nlichen Veranlagung zum Zwillingshaften, oder, philo-\nsophisch gesprochen, in einem sehr amerikanischen\nDualismus. Die konstante Größe, das ist die P u-\nb 1 i z i t ä t. Das andere, Wechselnde: das, was\ner t u t. Er tut sehr viel, aber er sagt noch öfter,\ndaß er ein Tatmensch ist. Während er einen Leo-\nparden schießt, diktiert er es seinem Sekretär ins\nStenogramm. Den zweiten, den er inzwischen auf-\ngespürt hat, schreibt er der Kürze halber gleich in\ndie Korrektur des ersten. Welche Bücher nahm er\nmit in die frikanische Wildnis? Das Rolands-\n-1 i e d und den Tartarin de Tarascon. Aller-\ndings mag er sich erinnert haben, daß die Könige\nvergangener Zeiten sich Hofnarren hielten, was\nzweifellos Stärke bedeutete. „Intense 1 i 112 e.\"\nEine der ersten europäischen Städte, die Roose-\nvelt besuchte, war Venedig. Die Stadt ist arm an\nmodernen Verkehrsmitteln. Roosevelt brauchte\nvier Stunden, um Venedig zu „machen\" Morgens\nbesuchte er den Colleone, St. Giovanni e Paolo, St.\nMarco, den Dogenpalast, die Academia. Um halb\nzwölf empfing er im Hotel Britannia den Stadt-\nältesten, um zwölf den Herzog der Abruzzen, mit\ndem er sich vierzig Minuten unterhielt. Beim\nMittagessen äußerte er, daß Venedig wahrscheinlich\ndie interessanteste Stadt der Welt sei. Um 2 Uhr\n20 Minuten bestieg er den Zug, nicht ohne vorher\neinige bedeutsame Worte an die Behörden gerichtet\nzu haben. Er muß auch während des Hürden-\nrennens durch drei Jahrhunderte venetianischer\nKunst nicht schweigsam gewesen sein; denn die\nZeitungen füllten drei Spalten mit seinen Einfällen.\n\"Intense life\". Und er ist so bescheiden, sich für\nperfektionierbar zu halten . . . Allerdings tun Mo-\nnarchen dasselbe, wie Roosevelt. Aber welcher\nMonarch hält sich für einen Normaltyp? Das ist\ndas Erschreckende an diesem Republikaner, daß er\naus der ganzen Menschheit einen kleinen Roosevelt\nmachen möchte.\nZu Lincolns Zeiten sprachen die Amerikaner\nvon Cincinnatus wie von einem kürzlich ver-\nstorbenen Landsmann. Heute nennen sie ihn beim\nVornamen: Teddy.\nDie Franzosen, die sich von den Ameri-\nkanerinnen sogar die Hüften ihrer Frauen ausreden\nließen, haben in Teddy einen „Repräsentanten der\nMenschheit\" gefeiert. Wahr ist nur, daß Roosevelt\nEmerson gelesen hat.\n*\nTeddy heißt auf deutsch: gesunder Menschen-\nverstand. Es ist, als ob man sagte: Gabriel.\nVerkündigung einer neuen Botschaft liegt in diesem\nNamen, die Freude, das Gute zu erkennen, und der\nTaumel der Empfängnis durch den republikanischen\nGeist, die mystische Berührung eines „Gesandten\"\nmit der Menge, wobei die Menge „Hip, hip,\nhurrah\" ruft und Teddy mit breiten Kinnladen\nlächelnd den Zylinder schwingt.\nVor Jahren sah ich in der „Woche\" eine Photo-\ngraphie, die den Präsidenten Roosevelt auf der\nPlattform eines Pullmannwagens darstellte, wie er\nüber einer offenbar begeisterten Menge den Zylinder\nschwang. Am 23. April nachmittags gegen drei Uhr\nwar ich auf dem Wege zur Sorbonne, wo Teddy\nsprechen sollte. Ein Auto kam den Boulevard St.\nMichel herauf. Ich erkannte den Zylinder! Ich er-\nkannte Teddy, als der Wagen noch hundert Meter\nentfernt war an der Art, wie er den Zylinder\nschwang! Kein Mensch kann den Zylinder so\nschwingen wie Teddy! Gewiß ist Fallieres ein leut-\nseliger Herr. Ich habe die Menge den deutschen\nKaiser mit Begeisterung begrüßen sehn, und auch\nder Kaiser war in seiner Art leutselig, soviel, wie es\nein Kaiser eben sein darf. Aber Teddys Zylinder\nvereinigt die Suggestionskraft einer volkstümlichen\nPhysiognomie mit dem Adlerblick des Macht-\ngekrönten. Teddys Zylinder tanzt über der be-\ngeisterten Menge den Cakewalk einer imperia-\nlistischen Republik — nicht mehr und nicht weniger.\nDer Wagen kam näher, und ich erkannte ein\nzweites, was mir an der Photographie der „Woche\"\naufgefallen war: einen ungeheuren Mund zwischen\ngroßen, wie Waffen blinkenden Zähnen. „Sprecht\nfriedfertig\", hat Teddy einmal geäußert, „und haltet\ndabei einen guten Knüppel in der Hand . . .\" Da\ner der verkörperte gesunde Menschenverstand ist,\nwill er die Vorschrift nur von Seinesgleichen befolgt\nsehn. Die Knüppelträger auf der andern Seite der\nBarrikade nennt er „verirrte Träumer, Wahnsinnige,\nBösewichte, die ihr guterGlaube nie vor der Nation\nentschuldigen kann\". Er ist von einer er-\nschreckenden Unduldsamkeit gegen alle „Stören-\nfriede\". Sein gesunder Menschenverstand schreckt\nvor etwas, wie einer republikanischen Inquisition\nkeineswegs zurück. Den Clou seiner Anschauungen\nnennt er die Forderung, daß bei einem Konflikt\nzwischen Eigentumsrecht und Menschenrecht das\nMenschenrecht vorangehe . . . Teddy, was ist\nMenschenrecht? Das Recht, das Menschen sich\nnehmen und behaupten. Woran erkennt\nman, daß der Sieg des Menschenrechts „geboten er-\nscheint\"? Und was ist ein „gerechter\" Krieg, vor\ndem ein Volk nicht zurückschrecken darf, selbst auf\ndie Gefahr hin unterzugehn? . . . Was nützt dem\nvernichteten Volk die „Gerechtigkeit\" seiner Sache,\nwas schadet es dem Sieger, daß sein Krieg an-\ngeblich ein Verbrechen an der Menschheit war?\nDer gesunde Menschenverstand sitzt im Magen.\nDen Magen regieren seine Bedürfnisse. Die Be-\ndürfnisse richten sich nach keiner philosophischen\nNorm. . . Die Gründung Nordamerikas hat, in Blut\nund Kot, mit der Vertilgung von zehn Millionen In-\ndianern und wahnwitzigen Orgien begonnen, worin\nStraßenräuber aller Arten sich von den Anstren-\ngungen ihrer zivilisatorischen Beglückung aus-\nruhten. Die Trusts haben trotz ihrer bewunde-\nrungswerten Perfektionierung die Tradition be-\nwahrt. Kann Teddys gesunder Menschenverstand\nihnen im Ernst etwas anhaben? Der gesunde\nMenschenverstand sagt im Gegenteil, daß jeder so-\nviel Geld verdienen kann, wie er will. Er, Roose-\nvelt, hat sich mit drei oder sechs Millionen begnügt,\num sich dann, nach dem eignen, dem Wohl des\nStaats zu widmen. Er nennt diese Methode vor-\nbildlich für den „guten Bürger einer Republik\": er-\nwirb dir zuerst ein großes Vermögen, dann wende\ndich den öffentlichen Angelegenheiten zu. Von dem\nRepublikanismus haben die Trusts nichts zu be-\nfürchten. Ist es auszudenken, daß der Millionär dem\nMultimillionär von nebenan Gewalt antut? Sie ge-\nhören zur selben Familie. Dadurch, daß man die\nfünfzig oder hundert Millionen des einen unsicher\nmachte, gerieten die fünf oder zehn des andern eben-\nso in Gefahr. Millionäre können sich schlimmstenfalls\nmit moralischen Apergiis ärgern. Das Volk sieht zu\nund hört seinen Magen knurren. Wird es zum\nSturm gerufen, so fallen alle Millionen, die sechs-\nbeinigen wie die Tausendfüßer.\nWenn Roosevelt „gesunder Menschenverstand\"\nsagt, meint er die I n t e r e s s e n e i n e r ge-\nmäßigten Plutokratie. Bakunin versicherte\ndagegen: „Es gibt nichts Revolutionäreres,\nals den gesunden Menschenverstand.\" Dem saß\nder gesunde Menschenverstand, weil er ein Intellek-\ntueller war, im Ge h i r n. Er sah, was gerecht\nwäre: nämlich, daß die Millionen hungriger Mägen\nzu essen bekämen. Er war ein radikaler Denker,\nder dem von Roosevelt verkündeten Terror der ge-"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "90", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.2", "texte": "mäßigten Plutokratie die Revolution der Mägen ent-\ngegensetzte. Bakunins Anschauungen haben\nSystem. Die moralistische Staatslehre Roosevelts\nist nur ein Vorwand . . . Und der von einem wahr-\nhaft großzügigen Reporter zusammegesuchte Ersatz\nfür Kultur des Denkens, sinnliche Tradition, Ge-\nschichte . . . Ich sagte schon: Publizität.\nWir liefern schon lange jede Art Kunst nach\nAmerika: lebendige Meister und die Werke der\nToten, Tenöre, Soprane, Kapellmeister. Die Ameri-\nkaner haben sich revanchieren wollen. Sie haben\nuns Roosevelt geschickt.\nNichts ungefährlicheres, als wenn die Fran-\nzosen wen feiern, der kein Franzose ist. Die\nDeutschen dagegen, diese Feuerfresser und Messer-\nschlucker, sind berühmt ebenso für die Bereitwillig-\nkeit, wie für die Gründlichkeit ihrer Verdauung.\nWenn Roosevelt ihnen erst imponiert, so werden\nsie ihn mit Haut und Haaren hinunterschlucken. Er\nwird in unser geistiges Leben Übergehn. Die kleinen\nKinder im Tiergarten werden alle Teddy heißen.\nWenn einer unsrer Prinzen eine Rede hält, wird er\ngescheit reden wie Teddy. Ein neues Stadtviertel\nvon Berlin wird in numerierten Avenuen angelegt\nsein. Eines Tages wird unsre ganze Kultur sich\ndrüben in Amerika häußlich eingerichtet haben, wo-\ngegen wir im Besitz originaler Sherlock Holmes,\nkleiner Trusts und echt deutscher Niggersongs\nschwelgen werden. Man spricht prophetisch von\neiner gelben Gefahr, und die amerikansiche brennt\nuns auf den Fingern. Sie ist die Gefahr des ge-\nschmacklosen Arrivismus, des Geldverdienens auf\nKosten der Geistigkeit, der sinnlichen Verarmung\nund einer radikalen Mechanik, die zur Verwendung\nder „Eroika\" als Schneiderreklame führt. Ich habe\nnichts gegen das goldene Kalb, wenn es in einem\nstillen Haustempelchen steht. Aber die ameri-\nkanische Rasse dieses Tiers ist nachweisbar\ngrößenwahnsinnig. Zum Export versucht man es\nunserm Schöheitssinn ein wenig anzupassen. Man\ngibt ihm einige Philosophie, einige Literatur zu\nfressen, man zeigt ihm Gemälde, man macht ihm\nMusik. Es bleibt darum nicht weniger von der fixen\nIdee seiner bedeutenden Menschlichkeit besessen.\nGute Menschen in Amerika hoffen es durch die\nrationelle Fütterung mit Kultur allmählich zu heilen.\nWarten wir, warten wir, bevor wir es bei uns an-\nzüchten. Es läuft uns sicher nicht davon. Es frißt\nzuviel, so wie es heut veranlagt ist. Es frißt uns in\nhundert Jahre weg, was wir in einem Jahrtausend\nvon Freuden und Schmerzen gesät haben. W i r\nhaben Besitz. Die da drüben haben nur kommer-\nzielle Fertigkeiten. Sobald sie kein Geld mehr ver-\ndienen, werden sie spleenig, fahren in Europa herum\nund langweilen sich. Wo sollen w i r dann hin-\nfahren, wenn wir einmal gerade so weit sind,\nwie sie?\nDie da drüben haben staunenswerte Wolken-\nkratzer, die fast so hoch sind wie das Straßburger\nMünster. Lassen wir ihnen die Wolkenkratzer. Die\nTatsache, daß die Cowboys nicht lasen und nicht\nschrieben, nicht Musik machten und keine Bilder\nmalten, und daß sie tatsächlich sehr gesund waren\n(obwohl sie auch nicht länger lebten, wie unser-\neiner), beweist nicht, daß wir uns von ihnen in der\nLebenskunst unterrichten lassen müssen. Wir\nhatten auch unsre Raubritter und Lanzknechte, nur\nliegen sie schon länger hinter uns. Wir haben sogar\nAmerika entdeckt. Auch das ist schon eine Weile\nher, und wir haben in der Zwsichenzeit mehr getan,\nals Geld verdient.\n*\nIch bin Teddy Roosevelt während seines unge-\nwohnten Triumphes als Philosoph und Kulturträger\nbegegnet, als er sich in Paris unter den Mitgliedern\nder Akademie niederließ, um gleich darnach in der\nurehrwürdigen Sorbonne vor den Leuchten der\nWissenschaft und dem vom letzten Frieden ver-\nklärten Fresco des Puvis de Chavannes über den\n„Bürger einer Republik\" zu sprechen. Zwei Stunden\nlang war ich bemüht, mir seine Gesichtszüge und\nden Ton seiner Stimme einzuprägen. Ich habe, zehn\nSchritte von ihm entfernt, jede seiner Bewegungen\nverfolgt, den Fall seiner Sätze notiert, ich glaube,\nich habe mir nichts entgehen lassen, was charak-\nteristisch für ihn sein konnte. Und wenn ich nicht\ntäglich auf Photographien von ihm stieße, erinnerte\nich mich seiner nicht! Alles an ihm ist gemein-\nplätzig, die kleine, untersetzte Gestalt, die sich steif\nund massig bewegt, die laute, klanglose Stimme, die\nAllerweltsgebärden. Er hält die Gemeinplätzigkeit\nfür seinen Beruf, sie ist seine Philosophie — nicht\netwa nur eine natürliche Eigenschaft, sondern sein\nmoralischer, intellektueller und staatsmännischer\nWille. Und ich muß sage: sie ist überzeugend.\nNur finde ich die Lehre von der kategorischen Ge-\nmeinplätzigkeit weniger überzeugend, wenn ich auch\nzugebe, daß sie zur Erscheinung des zeitgenössi-\nschen Amerikaners paßt, wie ein falscher Rembrandt\nin den Salon seiner Gemahlin. Ein amerikanisches\nReklameinstitut empfiehlt sich mit der Ver-\nsicherung: „Der Publizität widersteht nichts!\"\nNicht einmal der Gedanke? Nein, nicht einmal der\nGedanke, sowie nur ein Kerl das Geschäft in die\nHand nimmt. Ein Cowboy, den die Vorsehung mit\ngesundem Menschenverstand und einem Sprech-\norgan begabt hat,- ist allen Versuchungen des\nGeistes gewachsen.\nDem über den „Bürger einer Republik\" reden-\nden Roosevelt gegenüber saß, in einer Mauer-\nnische, die Beine übereinander geschlagen, den pro-\nvozierend vorgestreckten Kopf auf die Hand ge-\nstützt: Pascal. Der Mann, dessen Schicksal\nder Gedanke war, störte den andern nicht, der da\nden Gedanken ein Privileg der Verdauung und sich\nselbst ein lebendiges, um eine gute Verdauung\nkreisendes Beispiel der „Intense life\" nannte. Die\nNacht darauf erschien Pascal dem neuen Mitglied\nder Akademie im Traum. Er stand anscheinend\ntiefbekümmert an der Ecke der 7. und 8 Avenue\nvon Newyork. Roosevelt erkannte ihn. Obwohl\ner es sehr eilig hatte, trat er auf den Denker zu,\nrüttelte ihn mit einem Shakehand auf, der trotz an-\nstrengender Weltreisen seine ursprüngliche Kraft\nbewahrt hatte, und bot ihm schnell die Lösung\neiniger Probleme an, die den andern vielleicht noch\nimmer beschäftigen . . .\n\nKarl Kraus\nVon Else Lasker-Schüler\nIm Zimmer meiner Mutter hängt an der Wand\nein Brief unter Glas im goldenen Rahmen. Oft\nstand ich als Kind vor den feinen pietätvollen Buch-\nstaben wie vor Hieroglyphen und dachte mir ein\nGesicht dazu, eine Hand, die diesen wertvollen\nBrief wohl, geschrieben haben könnte. Darum auch\nwar ich Karl Kraus schon wo begegnet in\nmeinen Heimatjahren, beim Betrachten der kost-\nbaren Zeilen unter Glas im goldenen Rahmen. Den\nBrief hatte ein Bischof geschrieben an meiner\nMutter, ein Dichter. Blau und mild waren seine\nAugen, und sanftbewegt seine schmalen Lippen und\nsein Stirnschatz wohlbewahrt, wie bei Karl Kraus;\nder trägt frauenhaft das Haar über die Stirn ge-\nkämmt. Und immer empfangen seine Augen wie\ndes Priesterdichters Augen gastlich den Träu-\nmenden. Immer schenken Karl Kraus' Augen\nAudienz. Ich sitze so gerne neben ihm, ich denke\ndann an die Zeit, da ich den Schreiber des Briefes\nhinter Glas aus seinem goldenen Rahmen beschwor.\nHeute spricht er mit mir. Ich bewundere die\ngoldgelbe Blume über seinem Herzen, die er mir\nmit feierlicher Höflichkeit überreicht. Ich glaube,\nsie war bestimmt für eine blonde Lady; als sie an\nunseren Tisch trat, begannen seine Lippen zu\nspielen. Karl Kraus kennt die Frauen, er beschaut\ndurch sie zum Denkvertreib die Welt. Bunte\nGläser, ob sie fein getönt oder vom einfachsten\nFarbenblut sind, behutsam behütend, feiert er die\nFrau. Verkündet er auch ihre Schäden dem Leser\nseiner Aphorismen — wie der wahre Don Juan, der\nnicht ohne die Frauen leben kann, sie darum haßt\n—im Grunde aber nur die Eine sucht. Ich begegne\nKarl Kraus am liebsten unter „kriegsberatenen\nMännern\". Seine dichterische Strategie sind\nStrophen feinster Abschätzung. Ein gütiger\nPater mit Pranken, ein großer Kater, gestiefelte\nPapstfüße, die den Kuß erwarten. Manchmal\nnimmt sein Gesicht die Katzenform eines Dalai-\nLama an, dann weht plötzlich eine Kühle über\nden Raum — Allerleifurcht. Die große chine-\nsische Mauer trennt ihn von den Anwesenden.\nSeine chinesische Mauer, ein historisches Wort-\ngemälde, o plastischer noch, denn alle seine Werke\ntreten hervor, Reliefs in der Haut des Vorgangs.\nEr bohrt Höhlen in den Samt des Vorhangs, der\ndie Schäden verschleiert schwer. Es ist ge-\nschmacklos, einen Papst zu hassen, weil sein\nRaunen Flüsternde stört, weil sein Wetterleuchten\nKerzenflackernden heimleuchtet. Karl Krfaus ist\nein Papst. Von seiner Gerechtigkeit bekommt der\nSalon Frost, die Gesellschaft Unlustseuche.\nIch liebe Karl Kraus, ich liebe diese Päpste,\ndie aus dem Zusammenhang getreten sind, auf ihrem\nStuhl sitzen, ihre abgestreifte Schaar, flucht und\nsucht sie. — Männer und Jünglinge schleichen\num seinen Beichtstuhl, und beraten heimlich, wie sie\nden grandiosen Cynismusschädel zu Zucker reiben\nkönnen. O, diese Not, heute rot morgen tot!\nUnentwendbar inmitten seiner Werkestadt ragt\nKarl Kraus ein lebendiges, überschauendes Denkmal.\nEr bläst die Lufttürme um und hemmt die Schnell-\nläufer, den Königinnen mit gewinnendem Lächeln\nden Vortritt lassend. Er kennt die schwarzen und\nweißen Figuren von früher her von Neuem hin.\nMit ruhiger Papsthand klappt er das Schachbrett\nzusammen, mit dem die Welt zugenagelt ist.\n\nDaniel Jesus\nRoman\nVon Paul Leppin\n\nFortsetzung\n\nDurch die schweren, seidnen Portieren waren\ndie Stimmen des unruhigen und ahnungsvollen\nMärztages in den Salon der Gräfin Regina ge-\nkommen und machten sie nachdenklich und unsicher.\nDiese Stimmen blieben in ihrer Seele wie ein langer\nund gefährlicher Verrat, und es war ihr zuweilen,\nals ob sie von ihr sprächen, und das wollte sie nicht.\nSie wollte alt sein und ihr Leben ohne Kampf zu\nEnde bringen, und in der Liebe zu Marta Bianka.\nEs war heute sehr still, und keiner sprach ein\nWort. Alle fünf sahn einander in die Augen und\nwarteten auf etwas. Regina saß in einem tiefen un-\ngeheuer weichen Schaukelfauteuil und warf von\nZeit zu Zeit einen kleinen, lächelnden Seitenblick in\neinen Spiegel, der verdeckt von Dunkel und Vor-\nhangfalten in einer Ecke schlief. Sie sah nach den\nweißen Strähnen an ihren Schläfen und lachte leise.\nMarta Bianka saß blaß und gehorsam zu ihren\nFüßen, und ihr bernsteingelbes Haar wuchs wie ein\nLicht zu der Mutter empor. Baron Sterben sah\ndarauf hin und wunderte sich, daß der Salon beinahe\nhell wurde in der Nähe Marta Biankas. Und wenn\nsie ihre großen, kindischen Sammtaugen zu ihm auf-\nschlug, da mußte er immer an eine Ampel denken,\ndie schön und träumend irgendwo entbrannte und\nsanft und leise, aber doch voll süßer und verhängter\nGlut war.\nSie muß einen silberweißen Leib haben, träumte\ner und erschrak, denn Marta Bianka stand langsam\nauf und verließ den Salon.\nDa sagte die Gräfin Regina plötzlich — und als\nob sie sich auf etwas besonnen hätte — und sah\ndabei den jungen Schauspieler Valentin so starr ins\nGesicht, daß er erblaßte:\nErzählen Sie mir doch die Geschichte von der\nkleinen Valeska, lieber Daniel Jesus, die Sie einmal\nerwürgen wollte, während Sie schliefen.\nDaniel Jesus fuhr auf. Er hatte die ganze Zeit\nauf dem hohen schimmernden Teppich gesessen, der\nden Fußboden zudeckte und mit phantastischen und\nbunten Linien um die breiten Füße des Tisches\nherum nach den Wänden griff. Daniel Jesus tat das\nstets, und Regina duldete es mit einem mitleidigen\nund seltsamen Lächeln, wenn kein Fremder dabei\nwar, der mit den Blicken fragte. Er fühlte sich un-\nwohl auf den hohen Stühlen und Dingen, auf denen\ndie andern Menschen saßen und auf denen er mit\nden dünnen Beinen schlenkern mußte wie ein Kind.\nDann glaubte er, daß alle Leute nach seinem Rücken\nhinsähen und konnte ihnen doch nicht die neugierigen\nAugen zerkratzen und mußte es dulden. Darum\nkauerte er sich am liebsten irgendwo auf der Erde\nzusammen, wo alles über ihn hinwegschaute, wo er\nwie ein atmender Schatten im Dunkeln blieb und nur\nsein gigantischer Schädel zuweilen vor den andern\nauftauchte, wenn er sprach.\nEr hatte wohl eine Viertelstunde schweigend so\ngesessen und mit einem spöttischen und ver-\nkniffnen Munde dem Spiel des Barons mit der zwölf-\njährigen Marta Bianka zugeschaut und der feind-\nseligen nutzlosen Abwehr zwischen Regina und\nValentin. Der junge Schauspieler hatte einen Kopf\nwie ein Hunne, breit und knochig und verfallen im\nGesicht mit beinahe lächerlich tiefen, sengenden\nAugen. Die große, schlanke Gräfin mit den sichern\nund mühelosen Gebärden und den weißen, strengen\nHänden, in denen es noch heute wie eine ungeheure,\nverhaltne Sinnlichkeit flackerte, war ein Rätsel für\nihn, nach dessen Lösung ihn hungerte. Regina\nfürchtete sich ein wenig vor ihm, und dieses Grauen"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "91", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.3", "texte": "Karl Kraus / Zeichnung von Oskar Kokoschka"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "92", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.4", "texte": "wieder zu ihm hinzog. Und heute waren von\ndraußen, von der Gasse, die halben Worte und\nwar ein kleiner, wollüstiger Reiz, der sie immer\nStimmen des Märztages in ihren Salon gekommen,\ngeheimnisvoll und wie ein ferner, im Winde zer-\nflatterter Schrei. Sie war unruhig und trotzig, und\ndann hob sie langsam ihre müden Pupillen von\nseinen nervösen Füßen zu seinem Gesicht und\nstarrte ihn an wie eine Lampe.\nErzählen Sie mir doch von Valeska, Daniel,\nsagte die Gräfin — bitte, bitte, nicht wahr, Baron,\ner soll erzählen.\nSterben hatte soeben von einem jungen, blonden\nWalde geträumt.\nDrin standen die Bäume hoch und schlank, und\nein weißer, toll gewordner Schimmel lief durch den\nWald, ohne Sattel und Bänder mit schäumenden\nNüstern, der Frühling. Und droben hing der Himmel\nauf die jungen Bäume herab, gelb und voll Sonne wie\nbernsteingoldnes Mädchenhaar. Er ging weiter.\nDa kam er zu einer Birke, von der die Rinde in\nStücken herabhing, und rotes, schauerndes Blut rann\naus dem Stamme, und daran war mit Riemen und\nKetten ein Kind gebunden, ein silberweißer, ge-\nquälter, nackter Leib. Und er erschrak und lief\nweiter, aus dem Walde hinaus, dort wo die Lichtung\nwar und das Feld, und da sah er der Gräfin Regina\nins Gesicht und sagte:\nJa, Gräfin, ja.\nDaniel Jesus schlug seine langen Arme um die\nKnie und begann:\nValeska war noch sehr jung, als ich sie ver-\nführte — ich glaube, kaum ein Jahr älter als\nMarta Bianka. Sie war die Tochter eines Beamten\naus meiner Fabrik. Zuerst kam sie heimlich, und als\nder Vater es erfuhr, schlug er sie eine Stunde lang\nso mit einem schweren Stock, daß er ihr dabei den\nlinken Arm zerbrach. Seit dieser Zeit blieb sie ganz\nbei mir. Die Leute wollten mich damals dem Ge-\nricht anzeigen, weil ich ein unerwachsnes Kind ver-\nführt hätte. Aber sie haben es später doch nicht ge-\nwagt und Valeska blieb in meinem Hause. Ich\nkann nicht sagen, daß sie mich liebte, aber sie\nfürchtete mich, und ihre Angst war die Sklavin, die\nmir die Liebe gab statt ihrer. Sie fürchtete in mir\nden Menschen, der in ihre Seele und in ihr Blut als\nerster die Flamme gebracht hatte, die sie mit ihren\ndreizehn Jahren noch kaum verstand und die ihr\nschon das Glück und ein großes, weites Stück ihres\nLebens und das schöne Lächeln des Schlafes und\nden lauschenden Frieden des Herzens vernichtet\nhatte. Sie liebte mich nicht, aber sie gab sich mir\nhin mit einem Taumel und einem Weinen, in dem\nnichts von Reue lag, aber auch nicht das kleinste\nStückchen von Kraft für Zukünftiges, Fernes. Sie\nhatte vergessen, daß sie in einer Welt war, in der\nvielleicht noch tausend Tage und tausend Wochen\nvor ihr standen und ihre Worte erwarteten. Sie\nwußte dem Leben nichts zu sagen, und in der Ein-\nsamkeit und hilflosen Not ihres Herzens wurde sie\nkrank. Ihre Seele verdarb in der Dunkelheit, und\nvergebens suchte sie nach der Liebe. Was sollte sie\nan mir auch lieben? Ich war bucklig und roh. Und\neinen andern kannte sie nicht. So ging ihre Seele\nzugrunde, und ihr Herz erfror. Zuerst fing sie an,\nSilberzeug und Geld in meinem Hause zu stehlen,\nobschon ich ihr alles gab, was sie mochte. Als ich\ndas erfuhr, schlug ich sie unbarmherzig, wie es ein-\nmal ihr Vater getan hatte. Ich war roh und ließ sie\nohnmächtig liegen. Seit dieser Zeit ward sie noch\nstörrischer und schlimmer und sprach ganze Tage\nlang zu mir kein Wort.\nEinmal erwachte ich in einer hellen singenden\nNacht. Der Mond war durch das offne Sommer-\nfenster in mein Zimmer gefallen, als hätte\nich ihn ganz allein neben mir und draußen\nwäre er ganz verschwunden. So blendend licht\nund deutlich sah ich alles um mich her. Auf dem\nFußboden lag die Schublade meines Schreibtisches\naus dem Nebenzimmer, ganz ausgeleert und neben\nmeinem Bette — gerade daß ichs noch sehn konnte,\nwenn ich hinüberschielte — ein großes Paket Bank-\nnoten, daß ich darin verborgen hatte. Vor mir\nstand Valeska im Hemde, es war ihr an der Achsel\nherabgeglitten, so daß ich die Brustwarzen sehn\nkonnte, die blutig rot schienen in dem weißen Licht\nwie zwei Wunden. Mit der linken Hand hatte sie\nmeinen Hals umkrallt, und über meine Haut lief\nschon das warme Blut, das ihre Nägel aus meinen\nAdern gruben. In der rechten Hand hielt sie mei-\nnen Dolch, haarscharf und wunderschön, mit einem\ngroßen, dunkeln Rubin am Griffe, der daran klebte\nwie eine blutige Träne. Sie wollte mich töten, und\nwäre ich eine Sekunde später erwacht, sie hätte\nmein Herz zerschnitten. Ich schrie auf und trat sie\nmit dem Fuße in den Leib, daß sie zu Boden tau-\nmelte.\nDann stand ich auf und kleidete mich an. Sie\nlag noch immer vor meinem Bett, und der Schweiß\ntrat auf ihre Haut.\nWarum wolltest du das tun? fragte ich endlich.\nSie hob den Kopf und sah mich aus Nacht-\naugen glanzlos an:\nIch haßte dich und wollte dich töten. Ich stahl\ndir dein Geld und wollte fliehn — tu, was du willst.\nDaniel Jesus schwieg. Er sah in die seltsamen\nlangen Linien des Teppichs wie in einen Traum,\nund seine Finger schlössen sich wie über verlorne\nStunden, die man mit einer Gebärde in den Tod be-\ngleitet.\nUnd was taten Sie? fragte die Gräfin.\nEs war die kostbarste Nacht meines Lebens. In\nden Augen Valeskas hab ich damals alles gesehn,\nwas jemals ein Mensch mir sagte und sagen wird\nin allen Jahren. Ich habe mich selber erkannt in\ndiesen Augen und das Weib und das Schicksal und\ndie Liebe. Und den Weg zum Glück und zum Frie-\nden hab ich zwischen Dornen und Trauer in diesen\nAugen gefunden. Ich nahm sie in die Arme und\nküßte sie. Ich küßte ihre Stirn und ihre Hände und\nihren Mund.\nDa war es, als ob ein Wunder mit Valeska ge-\nschähe. Alles Spröde und Grobe und Stumpfe ging\nvon ihr weg wie ein Nebel und wurde Glanz und\nGüte und schmerzliche Andacht in dieser Sommer-\nnacht. Ich nahm das Geld von der Erde auf und\ngab es ihr.\nIch will dir ein Haus baun mit hohen Fenstern\nund köstlichen Stuben, und es soll dein sein, und\ndu sollst darin wohnen, Valeska.\nLangsam und mühsam kam ihr das Weinen.\nEs kam wie ein Frühling in ihre verdorrte Seele,\nund ihr Herz wurde rot und blühend in dieser\nStunde wie eine Rose.\nNein, nein, sagte sie und ging hinaus. In dieser\nStunde hat sie mich geliebt, und es hat uns doch\nnicht geholfen.\nIch habe sie nicht mehr gesehn. An der Tür\nihres Vaters hat sie sich den Kopf zerschmettert.\nEine lange halbe Stunde ging die Uhr durch\nden Salon wie ein Träumer durch eine schlafende\nGasse. Keiner sprach ein Wort. Und Daniel Jesus\nsah zum Fenster hinaus, hinter dem der März mit\nhalber Stimme sehnsüchtige Dirnenlieder sang.\nMarta Bianka war leise wieder hereingekommen\nund setzte sich lautlos zum Klavier. Dann spielte\nsie irgend etwas, eine lange und gefahrvolle Melo-\ndie, zwischen der ihr bernsteingelbes Haar wie eine\nFlamme flog.\nKeiner von den Männern in dem Zimmer hatte\nein Herz für Musik. Aber sie alle packte der große\nZauber dieser Stunde, in der die Bangnis der\nGräfin und die Sehnsucht Valentins, die Träume\ndes Barons und die Geschichte der toten Valeska\nmit dem wilden, drohenden Takte dieses Liedes zu-\nsammentrafen wie in einem dunkeln, vieldeutigen\nBilde.\n\nDrei Reiher\nVon Albert Dreyfus\nDrei Reiher fliegen\nwohl über den Wald,\nso weiß wie mein Leib,\nso rot wie mein Blut.\nDrei Reiher fliegen\nwohin, wohin?\nso weiß wie mein Leib,\nso rot wie mein Blut.,\nO flögen sie hin\nzu Einem, der fragt:\ndrei Reiher, o sagt,\nwo flieget ihr her?\nO schösse ein Jäger\ndrei Reiher zur Ruh,\nso weiß wie mein Leib,\nso rot wie mein Blut.\nDrei Reiher fliegen\nwohl über den Wald,\nso weiß wie mein Leib,\nso rot wie mein Blut.\n\nGespräche mit Kalypso\nSechstes Gespräch: Hohn und Schwermut der\nVerliebten / Von der Rhythmik\nUeber die Musik\nVon Alfred Döblin\nKalypso:\nSuchst Du nicht heimlich doch die — Formel?\nGenug von ihr und Deiner Welt, mein Freund.\nEin Apfel wächst auf diesem Baume — er fällt und\nfiel auch Dir in den Schoß: die Zeit. Sie preist Du\nmit jedem Worte und jedem Liede. Die Welt ist\nunvollendet, erweist sich erst im Ablauf. Und\nDeine Kunst ist die Kunst der Zeit. Ja höre mich\nan. Wahrer ist sie noch als die Wirklichkeit, die\nMusik, da sie an einem Stoffe, der wie ein Nichts\nist, sich ergeht, ganz sich auswirkt im Gleichmaß,\nin der Wiederkehr, der Grundform des Zusammen-\nhanges; sie gibt das Schema unseres Lebens.\n— Sonderbar wie dies geschieht, wie die Zeit-\nkunst sich erfüllen muß an solchem Stoff, der\nrund und glatt und fertig ist, jeder Entwicklung\nnoch Ablaufs spottet; an den Tönen, die weder\nWurzeln noch Blüten haben. Eine widersinnige,\nsehr künstliche Kunst scheint sie. Aber ins Fratzen-\nhafte verzerrt spiegelt sie da die menschliche Fehl-\nauffassung von der Welt, von den fertigen runden\nDingen, die zu der Zeitlichkeit kommen, sie wissen\nselbst nicht wie. Kunst, Satzung freilich wird die\nMusik mehr sein, als eine andre Kunst, sofern sie\ndie Tonhöhen meistert; mit der Länge und Kürze\nder Töne aber, wälzt sich die ganze unwider-\nsprüchliche Wirklichkeit in der Musik; hier tritt die\nForm des Geschehens, die Zeit selbst, als ureigene\nBestimmung einer Kunst auf, als ihre eigentümliche\nBetätigungsweise, den Weisen, die das Werden\nlieben, ein Ergötzen und fruchtbares Gleichnis.\nMusiker:\nEine Baukunst kennen wir; sie fühlte die Wand\nals tote Last, fügte Strebebauten, die alles nicht\nTragende, Untätige, Flächenhafte mieden, und in\neinem einzigen Schlupfen, Kriechen, Klettern sich\nfast in die Luft verflüchtigen. Die Lust am Zeit-\nlichen kämpft noch mit dem Stein, wenngleich\nsolche Kirchen schon ein Gelächter und Hohn über\nStein und Sein und alles Ewige sind, — da schwebt\ndie Musik hervor mit der Krone der Gottlosigkeit,\npreisend das Irdische, Zeitliche, und daß die Welt\nunvollendet ist. So ist sie nicht eigenherrlich, die\nMusik als Zeitkunst; nicht prunkt sie mit einem\nBesitz, der nur ihr gehört; aber keine mißt sich mit\nihr und ist ihr überlegen darin.\nKalypso:\nEine seltsame tiefe Kunst. Nun bist Du schon ge-\ntröstet, mein Lehrer, und so bin ich froh. Lock\nich Dich ganz auf leichte, tragende Wellen; belehre\nmich auch Du, wie das Gleichmaß der Zeit sich\nder Töne bedient, wie die Zeitkunst sich ver-\nschwistert der Kunst des Tönens.\nMusiker:\nWo find ich Trost? Was wäre ich ohne die\nKunst?! Ich antworte Dir, o Kalynso; mag\ndie Kunst leichte lockende Wellen schlagen, oder\nmich verschlingen, gebe ich mich ihr hin, sie, die\nmir Mutter sein muß und Schwester und Geliebte\nund Kind. — Es ist das Gleichmaß ein Einheitsmaß,\nein Vergleichsmaß, an dem sich alle Längen der\nTöne messen. Nicht bestimmt das Gleichmaß die\nLänge der einzelnen abfolgenden Töne. Von dem\neinzelnen zeitlichen Zusammenhang der Töne gilt,\nwas von ihrem Tonlichen; folgen dort unter der\nHerrschaft der Tonleiter Töne in einer Reihe auf-\neinander, so heißt musikalisch an ihr die Möglich-\nkeit zur Aufstellung eines Tonmittelpunktes und\neiner Wertformel; und so wird hier ein Zeitmittel-\npunkt gegeben. Und damit beginnt und erschöpft\nsich die Aufgabe der allgemeinen Gesetzgebung.\nKalypso:\nEine sanfte Herrscherin mit gütigen Augen scheint\nmir deine Kunst; dem Freundwilligen gibt sie ein\nfreies Feld; milde ist sie, und locker läßt sie die\nZügel.\nMusiker:\nWohl. Alle andere zeitliche Bestimmtheit der\nTöne, die Rythmik heißt, ist eigenwertig, wenn-\ngleich sie ihre üppige Laune eben unter die Herr-\nschaft des Vergleichsmaßes beugt. An dieser Rhyth-\nmik und in ihr allein erweist sich dieses eben; dies\nist der König, jenes sein Volk. Besser noch: dies\nist das Gesetz. Das Gleichenmaß ist ja nur wirklich\nund wirksam als Vergleichsmaß; es gewährt die\n\nSchluss"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "93", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.5", "texte": "zeitliche Meßmöglichkeit; so wie die Tonleiter die\nMeßmöglichkeit der Tonbeziehungen gewährt.\nWas auf diesem Boden sich erhebt, was Rhythmik\nheißt, erhält seine eigentlichen Werte eben so wenig\naus der Musik, wie die Tonbeziehungen sie daraus\ngewannen. Der gegliederte Wechsel der Längen\nwird gewertet durch den Menschen nach der\nLebenswirklichkeit, die ihm zuteil wurde; solche\nWerte der Rhythmik sind die Abwechslung, das\nLangweilige, das Bekannte, das Befremdende, das\nSonderbare, das Lockende, auch das Unheimliche,\ndas Gewaltige, Schauerliche, das Großartige. Die\nWertfähigkeit der Rhythmik allein ist schwer zu\numgrenzen, doch dürfte sie um vieles in unserer\nMusik geringer sein als die Wertfähigkeit der Ton-\nbeziehungen, mit welcher gemeinsam sie die wirk-\nliche bestimmte Musik macht. —\nDa drängt sich wertend noch Neues in den zeit-\nlich geordneten Ablauf; will Nebenkönig sein. Die\nZeit verläuft immer gleichmäßig als eine und die-\nselbe, nur ihr Inhalt wechselt. Aber Punkte brechen\nhervor, Zeitpunkte, beladen ihren Inhalt mit Wucht.\nEs ist der Anfang, das Ende, auch manche Zwi-\nschengliederungspunkte, von denen ich rede.\nWährend Gleichmaß und Rhythmik den Binnen-\nraum des Tönens ordnet, formen sich hier die\nGrenzen. Nachdem sich das Tier in Knochen,\nMuskeln und Adern zusammengefunden hat, glättet\nsich sein Fell. Die Musik hebt an und steigt aus\ndem Stillen und Lärmvollen auf, dazwischen das\nWachsein irrt und seufzt nach dem Wohlbekannten,\nnun fliegt sie in der süßen Himmelsluft und atmet,\nnun stürtzt sie trunken und glücklich, klippentief\nin die tonlose Welt ab. Das Ende ist das Wichtigste\nvon allen; es entläßt in die Unweit, es grenzt das\nLeben der Musik ab, deren Beginn noch kalte\nHerzen fand, deren Umlauf sie immer inniger\nfesselte; Du begreifst, der Tod fordert sein Recht.\nIch rede von einer Wertung, deren Bedeutung nicht\nübermäßig groß, nicht heranreicht an die jener\nfrüheren; äußerlicher Art, wenn auch nicht über-\nsehbar. Und doch so bedeutend, daß die wichtigste\nZeit die wichtigste Tonhöhe verlangt zu ihrem In-\nhalt, den Grundton; der Königsmantel verlangt\nnach einem königlichen Träger. — Hier also durch-\nbricht etwas das Gleichmäßige des Gleichmaßes;\nhier bleibt das Gleichmaß nicht alleiniges Maß der\nZeit; sogar in die Tonhöhe hinein erstreckt sich die\nGewalt dieser Grenzmacht. —\nManche meinen, das Zeitliche wirke noch\ntiefer, wirke tief in die Tiefe des Tönens hin-\nunter. Die Dinge lärmen, sagen sie; es sei\ndie gleichmäßige Bewegung, die den Ton der\nMusik schafft, bewegter den höheren, unbewegter\nden tieferen, so daß in das zeitliche Gleichmaß das\ngesamte Wesen der Musik gesetzt wäre. Du weißt\nes besser, Kalypso. Du mühst Dich um diese\nLehre nicht, weil Du das Rätsel des Tönens einfach\nsiehst und noch einfacher das der Musik. Ein Ton\nist etwas Unerklärliches, Unableitbares, das ganz\nauch ohne jedes Gleichnis ist; Gleichmaß und Ton-\nhöhe mißt sich leicht von außen, sind sich innerlich\nfremd; der Ton ist zum Hören, nicht zum Sehen\noder Fühlen und Zählen. Naturwerk scheint dann\nunsere Musik völlig, Rechenkunst. — Uns kümmert\naber die Bindung der Töne an Anderes, ihre Ent-\nstehung nicht. Zwar ist alles in der Musik ge-\nbunden an Werkzeuge, aber die Musik zunächst\nnicht Kunst der Werkzeuge. Es mag wohl locken\nnachzugehen, wie eng sich Töne und Dinge binden.\n— aber erst die Anerkennung und Wertung durch\nden Menschen verleiht den Tönen Musikwert.\nSatzung und Bestimmung herrschen; wenn Du\nwillst: Menschenlaune. Sie sind die Baumeister\nder Musik. So hat die Tonhöhe ihre eigene Herrin,\nund so die Tonlänge, und beiden hat der Mensch\ndie Herrschaft verliehen, der Tonleiter und dem\nGleichmaß.\nKalypso:\nWohl. Die Tonhöhe, diese bestimmte einzelne\nTonhöhe, welche jene Naturfreunde meinen, be-\ndeutet schließlich auch sehr wenig in der Musik.\nWesentlich herrscht ja nicht die Tonhöhe in der\nMusik, die Höhe des einzelnen Tones; die Musik\nmüht sich, gerade den fertigen Ton zu überwinden.\nDie Töne folgen aufeinander; sie reihen sich in\nzeitlichem Gleichmaß, ein Ton macht keine Musik.\nHaltlos wie erschossen stürzt er zu Boden. Musik\ntritt hervor in der Beziehung der Nachbartöne, in\nder Beziehung von Nachbarton zu Nachbarton, von\nNachbartongruppe zu Nachbartongruppe; Wert\nhaben da die Tonbeziehungen. Was Musik an den\nTönen ist, ist stumm; die Zwischenräume der Töne\nsind die Räume der Musik. So wird nur die Be-\nwegungsgröße, das Zueinander der Töne zum\nWert; Musik heißt das Spannungsverhältnis der\nabfolgenden Töne; die Tonleiter gibt den Maßstab.\nMusiker:\nSo eng also bindet sich Zeit und Ton, und ist doch\nzweierlei. Fast möchte der Ton zu Zeit ver-\ndunsten. Aber der Widerspruch von Ton und\nZeitlichkeit bleibt in der Musik unüberwindlich.\nWir können den Namen unserer Herrin, der Welt,\nnicht aussprechen, nicht nachsprechen.\n\nFortschritt!\nAus modernen Zeitschriften\nProgreb\nIm „Blau buch\" spricht Hermann Kinzl, der\nRecensent der Sumurun-Pantomime (Deutsches\nTheater) von „Viktor Holländer, dessen nar-\nkotische Musik nicht minder den Motiven des\nOrients nachging, als Frecksas Schattenriß des\nSchauspiels; eine Musik, über deren erfinderische\nund technische Werte der Fachmann zu urteilen\nhat, die aber uns Laien zweifellos aus der primitiven\nMelodramatik des Bauchtanzes hinauf führte bis\nzur hellen Schwelgerei verzückter Liebesgeigen.\"\nAus dem Zusammenhang wird auch der Skep-\ntiker überzeugt, daß der Verfasser nicht etwa mit\neiner teuflischen Ironie buhlt, sondern alles ganz\nernst meint. Vielleicht nimmt eine moderne Re-\ndaktion diesen schönen Passus als Stereotypie für\neilige Nachtkritiker auf, wobei nur das Wort\n„Bauchtanz\" auszutauschen wäre. Zum Beispiel:\nTannhäuser „eine Musik, über deren er-\nfinderische etc. Werte usw. die aus der primitiven\nMelodramatik des Pilgerchores hinauf führte bis\nzur hellen Schwelgerei verzückter Liebesgeigen.\"\nT r i s t a n „eine Musik die aus der\nprimitiven Melodramatik des Schifferchores hinauf\nhelle Schwelgerei verzückter Liebes-\ngeigen\"\nPars i 112 a 1 . . . prim . . . Melodr . . . der\nBlumenmädchen hinauf . . . , verzückter Liebes-\ng \"\nEs stimmt großartig. Es stimmt bei Mascagni,\nLeoncavallo, Verdi, Qounod, Thomas, Meyerbeer,\nselbst bei Mozarts „Figaro\". Nur beim „Evan-\ngelimann\" stimmt es nur bis zur primitiven Melo-\ndramatik. Dieselbe Zeitschrift empfiehlt einen\nDichter (dessen jahrelange „ehrliche\" Bemühungen\nzu verspotten uns übrigens durchaus fern liegt) mit\nden Bemerkungen:\n„N. N. gehört zu denjenigen Dichtern, welche\nauch von erwachsenen Männern gelesen werden\nkönnen.\" Die Redaktion veröffentlicht ein Gedicht\n„Die Anschlagsäule, das mit den Worten beginnt:\n„Eine Anschlagsäule im Sonnenglühn\nMit Zetteln, rot und gelb und grün,\nDie Augenwimpern werden betaut,\nWenn man nach der bunten Säule schaut.\"\nIn diesem Gedicht und zwei anderen macht Redak-\ntion die Bemerkung: „er . . . dichtet, weil ihm ein\nGott gab, zu sagen, was er leidet.\"\n*\nDie „Süddeutschen Monatshefte\" sind\neine Zeitschrift, deren große Unbefangenheit in allen\nFragen des künstlerischen Urteils (Josef Hofmiiller)\nhöchsten Lobes wert ist.\nDiese Zeitschrift veröffentlicht nun schon seit\nlängerer Zeit ganz unbegreiflicher Weise unter dem\nTitel „Lebenslauf eines Optimisten\" die schleimige\nAutobiographie des bekannten lebfrischen Dichters-\nmannes Ludwig Ganghofer, dessen Werke uns bis\nin sein hohes Altre hinein mit der tiefsinnigen Er-\nkenntnis überraschen werden, daß es auf der Alm\nkoa Sünd' gibt, manchmal aber doch. — Schön, die\nVeröffentlichung ist eine interne Angelegenheit der\nRedaktion.\nNun erzählt Herr Ganghofer im Maiheft der „Süd-\ndeutschen Monatshefte\" von einem Epos, das er als\njunger Mensch schreiben wollte, und darin geht es\nganz erschrecklich zu. Alle sieben Todsünden in-\nklusive Sodomiterei und Vergewaltigung sollten\ndran kommen. (Es wird schon gar nicht so schlimm\ngewesen sein. Sollte Herr Ganghofer übrigens mal\nvon einem gewissen Hamerling gehört haben?) Da\nheißt es aber: „Diese Orgie, die ich zwischen den\nTänzerinnen und den betrunkenen Schwelgern hatte\nspielen sehen, war so toll und wirr und gräßlich, daß\nichsiebeidemGedanken,meineMutter\nsollte das einst lesen, nicht mehr\nniederzuschreiben vermocht e.\"\nBei diesem Satze hätte die Redaktion die Ver-\nöffentlichung endgültig inhibieren müssen! Ist es\nnoch nötig, zu erklären, warum? Herrn Gang-\nhofers Mutter war, und das ist in vollem Ernst ge-\nmeint, sicher eine recht feingestimmte und innerlich\ngebildete Frau, denn sie hat doch wenigstens noch\neinen deutschen Schriftsteller geboren.\nAber Herr Ganghofer schreibt nur für Mütter,\nund nicht nur für Mütter, sondern auch für deren\nKinder, bis herab zum Säugling. Unterscheidet sich\ndas Niveau der Juhr-Weis Ganghofers auch nur in\nirgend etwas von dem der Romane Hermann\nSudermanns? (den Hofmüller noch ebenso höhnisch\nden „Sardon aus Matzicken\" genannt hat.)\nVielleicht haben einige aber immer noch nicht\nverstanden, um was es sich handelt. Ich werde\nalso noch deutlicher werden.\nFür den Dichter bedeutet jede Rücksichtnahme\nauf das Publikum, zu dem auch die eigene Familie\nzu zählen ist, unweigerlich Kitsch. Für den Dichter\ngibt es auch nur eine Mutter, auf die er Rücksicht\nnehmen darf, und das ist seine Idee.\nDie dürfte allerdings Herrn Ganghofer nur eine\nStiefmutter sein.\nEaManBnHMRHSDBBHHHMHBnBBnni\n\nDas Temperament\nin der Isolierzelle\n\nFrau Amtsgerichtsrat Burchardt hat ver-\ngeblich gegen den Entmündigungsbeschluß des\nSuhler Gerichtshofes angekämpft. Man kann des\nBeileides einer ganzen Gesellschaft, des entrüsteten\nMitgefühls der gebildeten und emanzipierten\nFrauenschaft sicher sein und doch eines Vormundes\nbedürfen. Der Fall ist typisch. Man lasse sich\nnicht durch die literarischen Bilder der verkannten\nFrau irreführen; Frau Burchardt ist keine Madame\nBovary. Wie es scheint eine glänzende Begabung,\nmit einer Masse von Halbtalenten, gänzlich ohne\nGleichgewicht, gänzlich auf Außenwirkungen ge-\nstellt, mit dem Hang zu starken Emotionen, emp-\nfindlich und doch angriffslustig, Opfer jeder Erre-\ngung: auf diesem Boden entwickeln sich dann abge-\ngrenzte anhaltende Verstimmungen, melancholi-\nscher und manischer Natur, die all jenes bewir-\nken, was der Ehemann erzählt: Depressionen\nmit Selbstmordideen, später Umschwung.\nDie Frau markiert die Theaterprinzessin, legt Puder\nauf, nimmt starkes Parfüm, macht Liebhaber-Auf-\nführungen mit, — zu Haues geht alles drunter und\ndrüber. Die Kinder müssen Gebetübungen machen,\nturnen; unmotivierte Festlichkeiten finden statt.\nSchließlich die Erschöpfung. In der Klinik ereignete\nsich das Gewöhnliche: man wird als Gesunder\nunter total Verrückte gesteckt — kein Kranker, der\ndies nicht behauptete —, man findet die „furcht-\nbarsten Zustände\", beginnt zu toben und mit dem\nArzt aus der Zelle zu poussieren, schreibt ihm nach\nwenigen Wochen: „Du grenzenloses Ungeheuer,\ndu liebst mich doch, ich weiß es gewiß.\" Und:\n„Wann kommt der Prinz, der den Bann löst, und\nsei es auch mit einem Kuß, ich will ausnahmsweise\nstillhalten. Ich habe heute Nacht kein Auge zu-\ngetan. Ihre Annemarie.\" Gebessert entlassen läßt\nsie sich von einem Kurpfuscher zu Vorträgen\nkapern, will dem Mann für 3000 Mark sein\n„System\" abkaufen, wird in Berlin die „mütterliche\nFreundin\" eines Schauspielers, der sie kräftig an-\npumpt, queruliert inzwischen unentwegt weiter.\nTn einem kleinen Zimmer einer Berliner Miets-\nkaserne „trauert sie nach dem schönen ruhigen\nHeim, aus dem man sie gerissen hat\".\nDer Psychiater kennt die Bedeutung erblicher\nBelastung bei dem Krankheitsbild, sieht auf die\ncharakteristischen Stimmungszustände, das roman-\nhaft exzentrische Temperament, die Impulsivität,\nden unangetasteten Intellekt, und weiß, daß es sich\num ein Bild aus der vielgestaltigen Gruppe der Ent-\nartungspsychopathieen handelt. Die Frau ist zeit-\nweise sozial unzulänglich und bedarf dann den\nSchutz des Vormundes.\nMan lasse die beliebten Wendungen bei Seite,\ndaß man rein psychologisch dies und jenes völlig\nbei ihr verstehen könne. Man kann ohne Erfah-\nrung hier überhaupt nichts verstehen. Husten kann\nzu einer banalen Erkältung gehören, aber auch\nZeichen der Schwindsucht sein. Und ferner weiß\njeder Psychiater, wo der eigenartige und indivi-\nduelle -Charakter endet, und wo das sehr typische"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.6", "texte": "Krankheitsbild anfängt. Immer werden solche\nlabilen Kranken Gläubige finden, die sie für gesund\nhalten, wie ja auch schwere Paranoiker und Queru-\nlanten ihre Gläubigen finden; und die Psychiatrie\nmuß sich gerade von denjenigen Patienten die\nschwersten öffentlichen Vorwürfe gefallen lassen,\ndie sie am meisten schützt, indem sie die Hand auf\nsie legt. •\n\nA. D.\n\nDer Nachrichtenvogel\noder fröhlicher Abschied von Björnson\nJ. A.\nAn der Stelle eines Wochenblattes, an\nwelcher sich sonst die wehmütige Monotonie\neines Froschkonzertes breit macht, hat kürzlich\nErich Schlaikjer versucht, der demokratischen\nLeserwelt den Abschied von Björnson leicht zu ge-\nstalten. Geglückt ist es ihm, daß man Mark Twain\ndarüber vergessen könnte. Der Nekrolog beginnt\nalso:\n„In Paris hat sich ein schwarzer Riesenvogel\nerhoben und fliegt mit lautlosen Schwingen nach\ndem kalten Norden hinauf. Er überfliegt den Rhein,\ner fliegt über Deutschland dahin, er überfliegt das\nfruchtbare Dänemark. Die Bucht von Christiania\nwird sichtbar. Aus ihren stolzen Wellen steigen\ndie alten, grauen Felsen empor. Ihre Fluten sind\nkalt. Die klare Winterluft aber läßt ihre ganze\nGröße durchsichtig werden.\nUnd nun ist es, als wachse dort oben der Vogel\nins Ungeheure hinaus. Er reckt seine Schwingen,\ndaß sie von dem einen Horizont zum andern rei-\nchen. Er fliegt noch immer in lautlosem Flug, aber\nwährend er still wie das Unheil dahinsaust, läßt er\nwilde, heisere Schreie über die Berge gellen. Und\nwo er vorüber kommt geht unten ein Ruck durch\ndie Menschen. Seine Schwingen überdunkeln das\nLand. Man hört den Schrei des Todes und hält in\njähem Schrecken inne.\nUnd immer weiter fliegt er, als solle auch die\newige Einsamkeit der Polarregionen durch ..-«eine\ngellen Schreie unterbrochen werden. Sein Schatten\nfliegt über das ganze Land und seine Schreie er-\nfüllen die ganze Luft. Sie erklangen zum ersten\nMale, als er weit draußen die Bucht von Christiania\nunter sich spürte; sie erklangen über dem Dächer-\nmeer der Hauptstadt; sie erklangen über den einsa-\nmen Hütten in verlassenen Tälern; sie flogen ruhelos\nüber die Riesenfelder der Gletscher. Sie klangen\nimmer weiter und weiter; sie verloren sich erst, als\nsie ganz oben im Norden in Eis und Einsamkeit und\nstarrer Oede verschwanden. Als sie aber ver-\nschwunden waren, wußte das ganze Land, daß\nBjörnstjerne Björnson in irgend einem Haus des\nunendlichen Paris gestorben war.\"\nDer unheimliche Vogel verwandelt sich schließ-\nlich in fliegende Schreie.\nWie viel Aufwand und Verzweiflung, um ein\nklaffendes Manko an Geist so schlecht und kläglich\nwie möglich mit Phantasie zu übertünchen.\nSie trifft den Leser wie der Tod BiÖrnsons Nor-\nwegens Volk, vom König bis zum Arbeiter herab.\nWir dachten, naiv genug, dieses habe die Nach-\nsicht von dem Tode seines großen Sohnes ans den\nTageszeitungen erfahren. Schlaikjer weiß das\nbesser.\nEr hätte nur nicht seinen lustigen Nachschrei\niiberwitzeln sollen mit den Schlußworten: ..Laßt\nuns fröhlich von ihm scheiden.\"\n\nDie Wiener Vorlesung\nKarl Kraus\nAm 3. Mai hielt Karl Kraus zum ersten Mal in\nWien eine Vorlesung aus eigenen Schriften.\nMirko Jelusic\nDie ganz exzeptionelle Bedeutung des Heraus-\ngebers der „Fackel\" an dieser Stelle darzulegen,\nhieße Eulen nach Athen tragen. Wer den „Sturm\"\nliest, kennt auch Karl Kraus, kennt seine unüber-\ntreffliche Sprachkunst, sein unheimliches Tempera-\nment und seine noch unheimlichere Treffsicherheit;\nweiß, daß Kraus der erste Satiriker Oesterreichs ist,\numjubelt von fanatischen Anhängern und gefürchtet\nvon seinen Gegnern, denen keine andere Waffe\ngegen seine wuchtige Angriffe, seinen schneidenden\nHohn, seine zermalmende Verachtung zu Gebote\nsteht, als ein starres, ununterbrochenes, impotentes\nSchweigen . . .\nDaß dieses Schweigen nutzlos ist, bewies die\nVorlesung. Der Saal war überfüllt, als Karl Kraus\nmit einigen raschen Schritten das Podium betrat\nund nach einr knappen Verbeugung zu lesen begann.\nDer Ausdruck der scharfen Züge ist kühl,\nspöttisch, überlegen. Und bevor Kraus zu sprechen\nbeginnt, weiß man schon, daß seine Stimme klar\nund scharf ist.\nKraus las zuerst eiji bisher unveröffentlichtes\nEssay „Heine und die Folgen\", in dem er den ver-\nderblichen Einfluß Heines auf Lyrik und Journalistik\nnachwies. Heine habe es seinen Nachfolgern allzu\nleicht gemacht, den Esprit in ihren Feuilletons\nleuchten zu lassen — auf Kosten des Geistes.\nDann las Kraus „Die chinesische Mauer\", seine\nschnell berühmt gewordene Arbeit, in der er das\nProblem der beiden Rassen von allen Seiten be-\nleuchtet. Man kennt den wuchtigen Anfang, der\ndröhnend und unvermittelt niederfährt, wie ein ein-\nschlagender Blitz: „Ein Mord ist geschehen, und\ndie Menschheit möchte um Hilfe rufen. Sie kann es\nnicht.\" Kraus arbeitet hier mit den einfachsten\nC;'\nMitteln und beweist dadurch seine große Künstler-\nschaft. Außerordentlich fesselnd war es, den Vor-\nlesenden zu beobachten. Wie sein Gesicht starr\nund drohend wurde; wie seine Schultern sich raub-\ntierartig hoben; wie seine Rechte in kurzen Rucken\nüber den Tisch zuckte, sich ballte, sich um eine un-\nsichtbare Gurgel zu krallen schien, den Niagara von\nWorten gestaltete, der auf die atemlos horchenden\nMenschen niederbrauste, bis zu jenem titanenhaften\nSchluß, in dem die angestaute Hochflut sich befreit\nund majestätisch ausbreitet: ..Die Knie mit Stricken\nunter das Kinn geschnürt, das Gesicht mit unge-\nlöschtem Kalk beworfen, so verschwand die Leiche\nim Koffer des Chinesen.\" —\nDa der Beifall nicht enden wollte, entschloß\nsich Kraus zu einer Zugabe: Er las „Die Welt der\nPlakate\", diese witzige Betrachtung voll souve-\nränen Humors.\nAlles in allem: ein außerordentlicher Abend,\ngetrübt nur durch den beschämenden Gedanken,\ndaß man es so lange versäumte, die Schönheit\nKrausscher Sprachkunst verbunden mit der Schön-\nheit Krausscher Sprechkunst auf sich wirken zu\nlassen. Denn nicht Kraus ist schuld, daß dies seine\nerste Vorlesung in Wien war, sondern Wien.\n\nDer Verzweifelte\nund sein Ende\nVon Mynona\nIsomar, einer der erhabensten alten Leute, zog\nseine Kuckucksuhr auf, und eine große Gleichgültig-\nkeit rann durch sein Herz, während über seine\nStirn langsam ein Rätsel lief. „Dachte eben,\"\nmurmelte er, „wir sind die für uns selbst Verhüll-\nten. In meiner Jugend war mein Appetit frischer.\nDas Leben macht schläfrig.\" Er setzte sich in sei-\nnen Lehnstuhl. Kuckuck, lachte die Uhr. Dem\nGreis war es wirklich nicht zum kuckucken ums\nHerz. „Ach,\" seufzte er, „über die Medisance so-\ngar des Leblosen! Sie ticktackt auch nicht gerade\nwohlwollend.\" Eine Fliege flog auf und summte:\nDa verzweifelte Isomar wie nur Uralte ver-\nzweifeln: ohne Wort, ohne Jammer — mechanisch,\nphlegmatisch, mürrisch, unsichtbar. Da nahm er\nein Scherchen und trennte mit zärtlichem Eigen-\nsinn die Lederpolster seines Sessels auf. In die\nKuckucksuhr goß er in dünnem Strahl Wasser,\nfürte sie an den Mund und zernagte sie mit den\nZähnen. Das dauerte sehr lange. Dann versuchte\nder Greis knurrig, sich auf den Kopf zu stellen, aber\nseine Kraft langte nicht hin. Der Greis holte einen\nTuschkasten und färbte sein Antlitz mit allen Far-\nben; zugleich sank die Dunkelheit hernieder. Der\nGreis warf alle Decken aus der Bettstelle an die\nErde und goß Tinte darauf. Der Greis nahm auch\nseine Bettstelle auseinander. Jetzt zog er seine\nKleider aus und warf sie aus dem Fenster, durch\ndas ein feiner Regen sprühte. Der nackte Greis\nbegann mit gleichmütiger Miene langsam eine Art\nMenuett zu tanzen, bis er hinfiel. Der eine Flügel\ndes Fensters schlug im Winde zurück. Der Greis\nbetrachtete aufmerksam seinen in Dämmerung\neingetauchten Körper. Er schlug sich mit seiner\nRechten etwa wie ein Vater sein Kind: mit Scho-\nnung, aber gehörig. Nicht lange saß er, da begann\ner sich zu wälzen, hin und her, her und hin, bis\nseine Sinne sich verwirrten. Schließlich hustete er,\nnicht weil er mußte, sondern mit Willen, immer\nhartnäckiger, bis sein Husten von selbst in ein\nKrächzen und Röcheln überging. Dazwischen stieß\ner Worte hervor wie: ..Du Duckmäuser, heh? Ich\nhab' dich lange weg. Na! Wird's bald? Immer\ntust du. als ob du nicht da wärst, Heuchler. Schlei-\ncher, ich will dich schon kitzeln. Tod. ein netter\nName, viel zu pathetisch, feiere Bestie, alte Fratze,\nMeuchler! Ich will dich schon reizen.\" Und in der\nTat. Tsomar'n getane es sehr leicht, zu sterben, weil\nder Tod nicht so sehr vermeidet als die Lächerlich-\nkeit. Aber die Kuckucksuhr schlug doch noch\neinmal.\n\nBeachtenswerte Bücher und Tonwerke\nAusführliche R*»«t)r#»chun<? vorhe*»alten\nRücksendung findet in keinem Fall statt\nHEINRICH MANN: Tm Schlaraffenland /Romati / Verlag\nAlbert Langen, München\nALFRED MOMBERT: Der Sonne-Geist / Verlag Schuster\nund Loeffler, Berlin\nRAINER MARIA RILKE: Das Stundenbuch / Inselverlag\nLeipzig\nARNO HOLZ: Dafnislieder/Verlag R. Piper & Co.\nGUSTAV MAHLER: Kindertotenlieder / Für Gesang und\nKlavier\nVerlag Schott Söhne, Mainz\n\nVerantwortlich für die Schriftleitung:\nHERWARTH WALDEN / BERLIN-HALENSEE\n\nTeppiche\nPrachtstiicke 3,75,6,—, I0ibis300 M.\nGardinen, Portieren, Mobelstoffe,\nSteppdecken usw.\n!bi!mESt Spezialtiaos Oranicnstrasje 158 j\nKatalog (450 Illustr.) gratis a. ft-\nEMIL LEFfeVRE\n\nfflalzkaffee-Bi\nSeien Sie Überzeugt. Es\ngibt keinen und es kann\nkeinen Malzkaffee geben,\nder besser ist wie Bamf.\n\nLanderziehungsheim Schloft Drebkau N L\n■ Zwei Stunden von Berlin ■\nErziehung und Unterricht nach modernen Crundsatzen\nAufnahme yon Knabeo u* Madchen jederzeit\nGrosser Park — Turn- und Tennisplatz\na\n\nMaflenleiden\nTerdanungs- and Stnhlbe.\nschwerden, H&morrhoiden.\nIch teile jedem gerne kostenlos mit,\nwie zahlreiche Patienten, die oft\niahrelang mit solchen Leiden be-\nhaftet waren, davon befreit wurden.\nKrankenschwester Marie\nWiesbaden Nicolasstrafie 6.\n\n:: Probenummern ::\numsonst und portofrei durch die\nGeschaftsstelle „DER STURM\""}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.7", "texte": "Auslieferung für Österreich-Ungarn Ae MShihans-Smital Wien XX / Für den Buchhandel: M. Braunschweig Wien IX / Verantworte iSr die Schriftleitnng in Österreich-Ungarn; Otto Soyka\n\nModerneHaararbeiten\nfinden Sie in jeder Preislage im Spezial-Haargeschaft von\nOtto Teutscher und Priseur\nI. Geschaft: Berlin, 106 a Potsdamerstr., Eing. 63 Steglitzerstr, Tel. VI, 673S\n11. Geschaft: Charlottenburg, 100 Kaiserdamm, Telephon Ami Charl., 6387\nElegante Shampooing- n-ri Champooing- mit Frisur 1,50 Mark\nund Frisier-Salons ::: ulj Manicure 1,50 Mark\n0000000008111\n\nSpezialadressen\nvornehmer Kreise fiir :: ::\nGeschafte vornehmen Genres\nFiirstlichkeiten :: Diplomaten :: Hohe Militars und Offiziere\nHofstaaten :: Mitglieder feudaler Klubs :: Geburts-, Geistes-\nund Geldaristokraten :: Biihnenmitg-lieder etc. etc.\nGut durchgesiebtes, erstklassiges Material\nErmittelungen in diesen Kreisen disk ret und zuverlassig-\nS. C. A. Rittner, Kongreßbeamter, Berlin N37\n\nBOWLENWEINE\nTausende Naclibestellangreii und zahlreiche Anerkennungen aus\ndem Reiche beweisen, dass unsere Weine gut und preiswert sind!\nWir emplehlen zu Beginn der Bowlonsaison unsere beliebten billigen\nBowlen-Wein© als\nPP\n(Rhein)\n1908er Wellensteiner (Mosel)\n1908 er Remicher\n1907 er EUenzer\n1907 er Elsheimer\n1907 er Gaubickelheimer\nBowlensekt, Frucht-Champagner\nmit Steuer\nKaisersekt, ohne Steuer\nLorraine,\n»>\n0,70\n0,75\n0,80\n0,75\n0,80\n1.10\n1,10\n1,25\nM.\n»>\n»>\n»»\n»»\nn\nIt\nft\n»? It • •\nAiie Freise verstehen sich mit Flasehen frei Haus in Berlin,\nnach ausserhalb frei zur Bahn, gegen Kasse, Nachnahme Oder Vor-\neinsendung. Bew&hrte Bowlenrezepte der Pirma kostenlos. Voile\nGarantie lur tadellose Besehaffenheit; Nichtgefallendes wird auf\nunsere Kosten zurtickgenommen. Yerlangen 81© kostenlos\nPreislisten. Bestellungen sind za richten an die\nWeinvertriebsgesellschaft von Malottki\nvorm. Toermer & Michaells Nachf. 6. m. b. 11.\nBERLIN Augnststrasse 60\nFernspr. 111, 8192,15jahr.Geschaftsbestehen. Postscheckkonto: Berlin 3085\n\n:: Kurhaus und Erholungsheim ::\nSchloss Neuenhagen\nin Berhn-Neuenhagfen (32 Min. Fahrzeit vom Alexanderplatz)\nHauptgebaude mit Zentralheizung und elektrischem Licht, grofie,\nhelle Zimmer, mitten im Garten gelegen. 20 200 Quadratmeter\ngrofier, herrlicher Park, grofier Obstreichtum, Lauben, grofier\nTeich usw. Das ganze Jahr geoffnet. Den Besuchern Berlins als\nherrlicher Aufenthaltsort empfohlen. Fern von dem Larm und dem\nStaub der Stadt. Bequemste Verbindung mit Berlin durch stiind-\nlichen Bahnortsverkehr. — Lassen Sie sidi die Broschiire „Leben\"\n:: :: kommen vom Besitzer und Leiter Emil Peters :: ::\n\nDie sparsame Hausfrau SUSSEX aßech»e„w&\nsich aus, was Sie im Jahre fur den Bedarf an Gluhkorpern ausgeben. —1\nWie oft kommt es vor, daft der Korper schon beim Aobrennen entzwei-\ngeht. — — Nehmen Sie einen guten Rat an und verwenden Sie nur\nHartalin-Gliihkorper D. R. P. 203467\nDiese Korper besitzen den Vorteil, daft Sie dieselhen wie ein Tuch zusammen-\ndrucken konnen, ohne daft der Korper darunter leidet. Hartalin-Gluhkorper\nhaben eine Leuchtkraft von 100 K. und Sie erzielen damit eine Gasersparnis von\n50%. Brenndauer gar. 1 Jahr. REFERENZ! Fur die Straftenbeleuchtung Berlins\nbereits iiber 200000 Stck. geliefert. Versuchen Sie es mit einer Probesenaung von\n3 Stck., Preis p. Stck. 50 Pfg. od. verlangen Sie den Besuch unseres Vertreters\nVersandhaus Chem. und Techn. Nenheiten\nBERLIN SW. 68 Kochstraße 72\n\nBerliner Konservatorium fiir Theater und Musik\nDIREKTOR C. A SACHSE\nBERLIN N 39 :: Mullerstrasse 178 (Weddingplatz)\n7HEATER-SCHULE\nVollstandige Ausbildung fiir Schauspiel,\nOper, Operette, Posse und Ballett\nVARIETE-THEATER=SCHULE\nKomiker-, Soubretten- und Artisten-Schule\n12 Fachlehrer\nBisher 3000 SchUler (H erren, Damen und Kinder) mit bestem\nErfolg- ausg-ebildet\nz. B. Ernst Kleinert, Walter Bahrmann, Willy Walde (Damen-Imitator), Emil Kante,\nHellon Bellini, Graff, Pieper, Direktor Lucas-Schwleger, Pohlei etc. etc.\nDie Damen: Mile. Nanon, Blatter, Neumann, Captive, Hardinis, Mazoni, Clare\nLorma etc. etc.\nEintritt jederzeit Kulante Bedingungen\nNacherfolgter usbildung: Engagement\n\nKeine Zahnschmerzen\nKein Zahnziehen mehr\nAuf Anfrage gebe\nich Jedermann Aus-\nkunft tiber ein Mittel\ngegen sch warze,hohle\nund lockere Zahne\nErfolg garantiert\n0. Berger, Berlin W35\nPotsdamer Strasse 111\nAbschrift: Sehr geehrter Herr!\nVon vielen Zahnschmerzen bin\nich nung-anzlich befreit durch die\nAnwendung- Ihres preiswerten\nMittels Daher empfehle ich es\nJedem, der von Zahnschmerzen\ngeplagt ist. Mit herzlichem\nDank bescheinigt dies Helene\nKleemann, Rosengarten,\n:: Frankfurt an der Oder ::\n::: JEDE FRAU :::\nlese die Storung- der Periode zur\nSelbstbehandlung von Dr. Lewis\nStatt 1 Mk. nur 50 Pf. in Briefm.\nH.Streubel, Berlin 16 Franzstr. 14\n\nAkustik=Spr ech maschinen\nvon der einfachsten bis zur vornehmsten Ausstattung in kulanter und dui\\haus\nWeist?6; Sllf TcilZdhlllng Bequeme Zahlweise, geringe Anzahlung,\no\nRest in wochentlichen oder Monatsraten\nProvisionßreigende and Vertreter fesacht ::\nI I Hoher Nebenverdienst 112\nJ\nfflr Personen jcden Standes durch Vertrieb oder Nachweis von KSufern\nAkustik-Sprechmaschinenwerke Berlin W 66\nMauerstrasse 86—88 :: Fahrstuhl :: Tel.: I, 7497\njspeiiajitiil: Akuatoplione. Trichlerloge Apparate In Schatullen- und Scbrankform\no\n\nDIE TAT\nWEGE ZU PREIEM\nMENSCHENTUM\nVIERTELjAHRL.M.2 HEFTM.O,BO\nEINE MONATSSCHRIFT\nHERAUSOEOEBEN VON\nERNST HORNEFFER\nVERL. DIE TAT G.m.b.H., LEIPZIG\n\nPriiiitbeamte und Ange=\nhorige der freien Berufe'\nSorget fiir Eure Zukunft und die Eurer Familie\ndurch Anschluss an den zur Vertretung der wirtschaftlichcn, so-\nzialen und rechtlichen Interessen der Privat-Beamten gegriindeten,\ndurch landesherrl. Verleihung m. Korporationsrecht. ausgestattet.\nIeiTSCIEI riIIIMEJIMTEI-VEBEII ZU MIIDEBDRG\nZirka 28 000 Mitgliedtr in zirka 500 Zweig-\nvereinen, Verwaltungsgruppen u. Zahlstellen.\nNeben Pensionskasse, Witwenkasse, Waisen-\nkaase, Begrabniskasse und Krankenkasse sehr\nwertvolle Wohlfahrtseinrichtungen :=»:\nGesamlvermogen: Ueber 16 Millioaen Mark\nHalbj&hrl. Beitr. 3 M.:: Man verl. Prospekt.\n\n'/ill\n/111\n/111\n«\n/\nWriKferfioe Kinder\nMflch\n—\nZur Bekamptung der\n■ Kindersterblichkeit ■\nEine der Hauptursachen der iibergrossen Sterblichkeit im ersten Lebensjahre\nliegt in der Mangelhaftigkeit einer angemessenen Ern&hrung der Sauglinge. —\nUnter den vielen Ersatzmitteln der Mutterbrust hat in letzter Zeit eines iminer\nmehr und mehr infolge seiner hervorragenden Eigenschaften die Aufmerksamkeit\nder Aerzte und Laien auf sich gezogen und behauptet heute den ersten Rang\nunter denjenigen Sauglings-NShrmitteln, welche aus frischer Kuhmilch hergestellt\nwerden: die Backhans milch. Die Backhaiitfmileli entspricht in physio-\nlogischer und hygienischer Hinsicht dem Vorbild, wie es uns die Frauenmilch\ndarbietet und ermoglicht, wie diese, eine regelmaiiige, von Sußeren Storungen\nunabhSngige Entwickelung des gesunden Kindes. — Dann aber stellt sie im Falle\nvon Magen- und Darmkrankheiten des Sauglings ein Diatetikum von entschiedener\nHeilkraft dar, welches die Behandlung mit Medikamenten wesentlich unterstutzt,\nja manchmal ganz entbehrlich macht. — Sie bildet, als das ausschliessliche\nNahrungsmittel wahrend der ersten 9-10 Monate, ein durch kein anderes\nPraparat mit gleicher Sicherheit zu ersetzendes Vorbeugungsmittel gegen die\nso ungemein verderblichen und haufigen Brechdurchfalle. Vielfache Versuche\nan Kliniken, Krankenhausern etc. haben Vorstehendes zur Geniige erhartet.\nrfjsT & r>r<bhzii lemilrh ist die beste> vom ersten Lebenstage\nLslG Da CKuClwo/////C// an bekdmmliche Sauglingsnahrung.\nDie Herren Arzte werden Proben und Literatur zu verlangen von folgenden ::\nBackhaus-Mi/chanstalten\nAachen-Burtscheid: StSdt. Milchanstalt. — Assenheim b. Fried berg: L. Reif. — Berlin NW., Jagowstr. 20: Dr. Cybulski. —\nBrunn (Mahren): Centralmolkerei. — Breslau, Moritzstr. 48: Nutncia. -- Cassel, ob. Carlstr. 3/4: A. Miiller, Miichkuranstalt.\n— Chemnitz, Reichenhainerstr. 191: R. Gumprecht. — Dresden: Nutricia, Grunaerstr. 12. — Drulingen I. E. (bei Strassburg):\nGutsmolkerei Kempf. — Elberfeld, Dorotheenstr. 32: H.A. Sauer. — Frankfurt a. M., Ginnheimer Landstr. 74: F. Gottschalk.\n— Fulda: Molkereigenossenschaft, Fulda. — Halle a. S., Dessauerstr. 5: Nutricia. — Hamburg, Guntherstr. 6/8: G. Hildebrandt.\n— Hannover-Linden, Deisterstr. 31 :Dr. Friedel Nachf. — Heilbronn, Herbststr. 26: Ferd. Marx — Karlsruhe, Gerwigstr. 31:\nNutrica. — Kaiserslautern: Emil Andre, Dampfmolkerei. — Kolna. Rh., Hansaring 81: Hupertz & Schiirmann Nachf. —\nKrefeld, Inratherstr. 191: H. Bogelmann. — Leipzig: Nutricia, Kronprinzenstr. 52. — Magdeburg: Magdeburger Molkerei. —\nOlmutz (Mahren): W. Spitzer. — Prag (Nusle): Actien-Dampfmolkerei Nutricia. — Ranzenbuttel bei Berne (Bremen-Olden-\nburg): Stedinger Molkerei. — Stettin, Hohenzollernstr. 50: Nutricia. — Stutlgart, Lerchenstr. 24 a: Nutricia. —J Teplitz-\nSchonau (Bohmen): Molkerei Hille & Dittrich. — Vohwinkel: Nutricia, Otto Volkmann. — Wiesbaden, Bleichstr. 26:\n. Wiesbadener Molkerei. — Wien: Gutsverwaltung RothneusiedL .\nS?. Js\n\n■■■■■\nBerufen Sie sich\nbitte bei Einkaufen auf die\nAnzeigen dieser Zeitschrift\n\n1000 Kronen erhalt\nwer im Stande ist, ein unentbehrlich Ding fiir die Nacht: „Mond-\nlicht\" in jedem Hause, ein Wunder der Chemie, auszublasen\nMein Mondlichtapparat, ein wunderbar sinnreich konst\\ inter-\nessanter Wirtschaftsartike!, besitzt unbegrenzt haltbar die Fahig-\nkeit, vollstandig kostenlos zu leuchten, da hierzu keinerlei Brenn-\nstoffe angewendet werden. Vieljahr. Garantie fiir tadell. Funktion.\nPmaico* fttr ttrBsge M. I. 11. 111. IV.\nrrclSC! Kronen 3,60 4,8© 7,— 11,— I©,—\nFranko iiberall hin gegen Vorauszahlung (auch in Briefmarken)\nOder Nachnahme 30 Heller mehr. Verpackung gratis :: ::\nMondlichtwerk A* Selb Warnsdorf 337 =====\n\nPreis 1 Mark Preis 1 Mark\nMenthol-Malz-Dragees\nSicheres Mittel gegen akuteKatarrheder Atmungs-\norgane / ermoglicht Schauspielern und Sangern\nsofortigen Gebrauch der erkrankten Organe\n...... ZAHLREICHE ANERKENNUNGEN ——\nZu haben in alien Apotheken und Drogerlen / Allelnige Fabrlkantin\n„Pharmaciau / Fabrlk fur pharmaceutlschen Bedarf / Berlin-Halensee\nWohlschmeckend Sicher wirkend"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100519-01.1.8", "texte": "Ytrantwertl. I&* Anseiseateil2 H* üSmtiier / Veria* Der Stürm Berüii-Hsleasee / öeschlftssttlle nod Aßielgen-Annahme: Berlin W35 / Bruck v. Sieffried Seaifer, Berlin S4f\n\nMALSCHULEN]\nI I\nStudies Atelier\nBerlin W. 30, Habsburgerstr. 11\nAkt-Kopf-Kosttim :: Zeichnen ::\nMalen :: Modellieren Stilleben\n:: (Composition :: Abendakt ::\nAb Jul! Akt, Landschaft an der See\nProspekt durch Moritz Melzer\nMalschule\nMuller-Schoenefeld\nAtelier Charlottenburg 111\nSchillerstr. 3\nVormittag*: Portrat u. Kostiim-\nmodell\nAbend: Dauerakt\nAtelier Berlin W / Liitzowstr. 82\nVormittag-: Akt\nNachmittag: Portrat\nAbend: Skizzieriibungen nach\ndem Akt\n(2 Stunden 50 Pfg.)\nAnfragen nach Schillerstr. 3\nBerlin W. 35 / Potsdamerstr. 121 a\nAtelier\nClara Elisabeth Fischer\n:: MALEN :: ZEICHNEN ::\nNeu seit l. November\nPlakatkunst :: Graphik :: Eintritt\njederzeit :: Naheres Prospekte\nHANS BALUSCHEK\nMaler\n:: Schulatelier fur Damen ::\nBERLIN W., Lutzow-Strasse 82\nAtelierhaus, linker Aufgang\nProspekte Brief-Adresse:\nSch&neberg - Berlin, Vorbero - Strasse 15\n\nDERDEMOKRAT\nWochenschrift fur freiheitliche\nPolitik / Kunst und Wissenschaft\nErscheint jeden Mittwoch\nNummer 10 Pf. / Quartal M 1\nProbenummern frei d. G. Zepler\nCharlottenburg Bismarckstr. 103\n\nVerlag F. HARNISCH & Co-, Berlin W57\n„Spielend\" lernt man Sprachen durch\nDr* Rebajoli's Autodidakt^^j&\nA* Italienisch, elegant gebunden Mk. 10\nB. Franzosfsch, elegant gebunden Mk* 10 4MB\n„Ein monumentales WerK, das jedem, der es ernst nimmt mit\ndem Lcrncn einer Sprache, den Stoff zu intensiver Durchdringung\nund zur volligcn Beherrschung des Sprachschatzes in\nsprechender Form und in methodischem Fortschritt bietct.\nSelbstunterrichtS'Methode mit Hulfe des Grammophons*\nJcder Lehrer, jede Lehrerin, Jedcrmann muss Dr« Rebajoli s Autodidakt\ngebrauchen um lcicht und grundlich Fremdsprachen zu lcrncn.\nDie darin enthaltencn 33 fremdsprachlichen sind auf 33 doppel-\nseitige „Odeon\"-Schallplatten von unubertroffener Fiille und Klarheit der\nStimme durch den Autor tibertragen worden*\nWiedergabe der Aassprache in hochster Vollendung. Yorffihrung anf\nWunsch beim Autor oder im Verlag. Einzelne Unterrichtsbriefe 50 Pf.,\nPlatte dazu M3. Preis der 33 Platten mit Lehrbuch,AutodidaKt' nur MlO9\nZur Wiedergabe der Gesprlche eignet sich jedes, auch das kleinste\nGrammophon; jedoch hat der Verlag hierzu eine trichterlose „ Autodidakt\"*\nSprechmaschine konstruierenlassen, die sich durch besonders deutliche\nWiedergabe auszeichnet. Preis derselben nur 50 Mark\n\nM\n3MM\nACHT\npinkest rasie 1\n.ry\nMailin Brandenburg\nJakob Plessner^zr\nEntree Mk. 1 —\nJahreskarfe MK.5r\n\nPotsdamer-\nStrasse 111\nCafe Continental\nPotsdamer*\nStrasse 111\nJeden Abend von 9—4 Uhr Nachts:\nGrosses Kunstler - Konzert\nAlle bedeutenden Ze.tungen und Zeitschriften\n\nDARLEHEN\nreeilen Leuten jeden Standes. Atich gegen Mobelbeleihung, Kunst-Gegenstanden,\nohne abzuholen. — Offizieren, Kavalieren, Beamten Geld In jeder H6he. —\nBeschaffung von Hypotheken auf berliner und auswartiige Grundstucke. — Kauf\nund Beleihungvon Hypotheken, Erbschaften, Sparkassenbuchern, Lombardscheinen,\nMietzessionen. — Schnelle, grundreelle, diskrete Erledigung. :\nWILHELM MEYER « Bank-Kommission\nBERLIN S 14 Stallschreiberstrasse 56 II\nSprechzeit und 4—7 Fernsprecher: Amt IV 6785\n\n<SUi a Sanatorium and\nl IflKCnillUniC Post Mellenbach bei SchwarzbUig im Thtiringer Wald\nBesitzt alle neuzeitlichen Einrichtungen, Zentral-\nheizung und elektrisches Lichi, komfortable Qesell-\nschaftsraume. Individuelle arztliche Behandlung\nDie Ktiche stcht unter Aufsicht des Arztes. Bei\nNervenschwache, Magen- und Darmleiden, Gicht\nund Rheumatismus, Frauenleiden u. a. m. best-\ngeeigneter Aufenthalt\nBesitzer und Letter: Br of. nu'd. W. Stotz\nAllseit. Reformbestrebungen,\ninsbes. derPflege perstinlicher\nKultur und gesunder Lebens-\nanschauungen, dient unsere\nMonatsschrift „<xesundes\nlieben\", von der wir Probe-\nnummern auf Wunsch gratis\nversend. Ab0nn.M.3,60 p. Jahr\n\nHandelswissen- Upforltt ModflP t •\nschaftl. Kurse von NlClll. iViCdlCl Leipzig\nunter Mitwirkung 12 hervorragender Fachleute der Theorie und Praxis (staatlich\nfeprufte Lehrer, Akademiker oder auch Kaufleute in fuhrender Stellung). Griindliche\ninfiihrung in die verschiedenen Branchen des kaufmannischen Berufes, rationelles\nStudium der Handels- und verwandten Wissenschaften als Ersatz fur ein mehr-\njahriges Hochschulstudium. Muster-Uebungs-Kontor.\nDas Studium ist fiir Anfanger (Damen und Herren) die fiir Stenographic,\ndeutsche und fremdsprachliche Korrespondenz, Kasse-, Buchfiiht ungs- und Bilanz-\nTechnik, Biiro-Praxis sich vorbereiten wollen —\nsowohl fiir junge Leute, die nur eine Volks-, Real- oder ahnliche Schule ab-\nsolviert haben, wie fiir ✓\nHerren mit besseren praktischen oder iheoretischen Vorkenntnissen, Einjahrig-\nFreiwillige, Abiturienten,\nfiir Kaufleute reiferen Alters, die bereits praktisch tatig waren und den\nForderungen der Gegenwart entsprechend ihre Fachkenntnisse erweitern oder\nvertiefen wollen oder\nfiir Bankbeamte, Ingenieure, Cbemiker, Brauer, Juristen, Nationalokonomen,\nOff* »re, die fur Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen oder Verbande,\noder ahnlicher Gesellschaften sich vorbereiten wollen. Dauer der Kurse\n»onate — je nach Vorbildung und Ziel.\nProspekte gratis durch die Direction, Johannisplatz 5\n\nGeschaftsbucher und Kontorbedarf G. tn. b. H.\nDcni 1M \\\\T BEHRENSTRASSE 30\nOJD IN VV ecke chaklottenstr.\nGESCHAFTSBUCHER-FABRIK\nBuchdruckerei Papier- a. Schreibwaren\n• • •• •• ••\n• • •• •• ••\nSPEZIALITAT: :: :: :: ::\n1\n\nVerlag „Der Sturm\"\n\\ /\n■\nWiriibernahmeninunsernVerlag- £\n■\n■\nHerwarth Walden ■\nDAFNISLIEDER j\nFur Gesang-u. Klavier /52 Seiten ■\n■\n2 DREI MARK\nm\n«\nm\nDurch alle Buch- und Musi- 2\nkalienhandlungen oder direkt \"\ndurch den Verlag- DER STURM\nHalensee / Katharinenstrasse 5 £\n\nIB ■\n■ ■\n■ ■\n■ ■\nDie fackell!\n■ ■\n■ ■\n■ a\nHERAUSGEBER 2 5\nKarlKraus ■ ■\n■ N\n• m\nft ■\n9 n\n■ ■\n■ ■\n■ ■\n■ ■\n■ ■\n■ ■\n■ ■\nMummer 301/2\nsoeben erschienen\nPreis 50 Pfg.\n■ a\n■ ■\nOBERALL ERHALTLICH ■ ■\n■ ■\n■ ■ ■\n■ ■\n■ ■\n■ ■\nWerbeband der Fackel\n50 Pfg. 210 Seiten stark\n■ ■\ni:\n■ ■\n\nEDMUND MEYER\nBuchhandler und Antiquar\n983698 BERLIN W 35 §§§§38\nAnkauf einzelner Werke\nund ganzer Bibliotheken\nSoeben erschien: Katalog XVIII: Literatur\nOeschichte, Kunstgeschichte, illustrierte\nWerke in deutscher, englisclier, fran-\nzos. Sprache zu besonders billigen Preisen\nDemnachst erscheint: Katalog XXI / Kunst-\nblatter: Portrats, Stadteansichten, Berliner\nBlatter, Karrikaturen, Flugblatter, neuere\nund altere Oenrebilder, Blatter von\nMenzel, Beardsley, Rops, Stammbiicher\nSilhouetten, Japanblatter etc. etc.\nKataloge / gratis und 112 ranko /\nbitte direkt zu verlangen\nAngabe von Desideraten erbeten\n\nMALUTENSILIEN\n—i i—\nMai- und Zeichenbedarf\nW. & J. AMLER\nCharlottenburg\nSTEINPLATZ 2\nTelephon 1839 Telephon 1839\nLEOPOLD HESS\nspezialgeschAft\nfur Kunstmaterialien\nBERLIN W 35\n\nWer den Inhalt dieses Blattes „goutiert\"\nz\np\no\nCr\nQ-\nC\nP\nc\ns-\n•\n> I I\n3;\n01\nV* •\nCfl\n0)\n■-C\no-\nV)\nrt*\n■1\nP\n8-\ni\n>-K\no^\nckT\nweiss auch, welch ho hen Wert die\nMitarbeit des Reklame-Fachmannes\nfur Industrielle und Kaufleute hat!\ni\nEiner der bekanntesten Reklame-\nAnwalte ist Oms, Berlin-Steglitz.\nVerlangen Sie — unter gleichzeitiger\nEinsendung von Unterlagen —\nFlugblatt ~209\" ====="}]}