{"numero_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_sha256": "a1a65d6e37e446bc1e1b1d40156dbd2b4675f0c696ba86af399fc906d22cb412", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1910/06/16_01/bmtnabg_1910-06-16_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1910/06/16_01/bmtnabg_1910-06-16_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c001", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "123", "page_fin": "123", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.1", "titre_corps": "Schlechte Dichter: 1/ Albert Träger Trieb : die übliche liberale Politik. Verfasste trostlose Mutterlieder. Ehrte die Frauen, die flechten und weben Wurde von den Herren O. Blumenthal und G. Engel neuerdings zum Steinerweichen gefeiert. Seine Originalität hingegen blieb in Deutschland ohne Anerkennung, trotzdem die Schnurbartspitzen platterdings in die Augen stechen.", "titre_sommaire": "Schlechte Dichter: 1/ Albert Träger Trieb : die übliche liberale Politik. Verfasste trostlose Mutterlieder. Ehrte die Frauen, die flechten und weben Wurde von den Herren O. Blumenthal und G. Engel neuerdings zum Steinerweichen gefeiert. Seine Originalität hingegen blieb in Deutschland ohne Anerkennung, trotzdem die Schnurbartspitzen platterdings in die Augen stechen.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "123", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.1", "debut_caractere": 561, "fin_caractere_exclue": 928, "texte": "Schlechte Dichter: 1/ Albert Träger\nTrieb die übliche liberale Politik. Verfasste trostlose Mutterlieder. Ehrte die Frauen, die flechten und weben\nWurde von den Herren O. Blumenthal und G. Engel neuerdings zum Steinerweichen gefeiert. Seine Originalität\nhingegen blieb in Deutschland ohne Anerkennung, trotzdem die Schnurbartspitzen platterdings in die Augen stechen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c002", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "123", "page_fin": "123", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.2", "titre_corps": "INHALT:", "titre_sommaire": "INHALT:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "123", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.1", "debut_caractere": 930, "fin_caractere_exclue": 1318, "texte": "INHALT:\nROBERT SCHEU: Leitfaden der Weltge-\nschichte / ALBERT EHRENSTEIN: Tod eines Seebären/\nPAUL LEPPIN: Daniel Jesus / Roman / ALBERT DREY-\nFUS: Gedichte / ALFRED DÖBLIN: Gespräche mit\nKalypso über die Musik / ARTHUR SILBERGLEIT:\nDer Spiegel / ROBERT LEWIN: Homunculus / HER-\nMAN BANG: Die Väter essen Herlinge / J. A.:\nTransleithanisches / KARIKATUREN: Albert Träger\nund Joseph Kohler"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c003", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "123", "page_fin": "124", "image_debut": 1, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.3", "titre_corps": "Leitfaden der Weltgeschichte : II / Mittelalter", "titre_sommaire": "Leitfaden der Weltgeschichte : II / Mittelalter", "signature_source": "Robert Scheu", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "123", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.1", "debut_caractere": 1320, "fin_caractere_exclue": 3490, "texte": "Leitfaden der Weltgeschichte\nII / Mittelalter\nVon Robert Scheu\nUm die Lücke zwischen Altertum und Neuzeit\nauszufüllen, trat das Mittelalter ein. Schon der An-\nfang des Mittelalters wurde überaus störend emp-\nfunden. Die Völker verloren ihr bisheriges Sitz-\nfleisch und der Fremdenverkehr nahm ungeahnte\nDimensionen an. Je schlitzäugiger die asiatischen\nVölker waren, desto neugieriger waren sie auf\nEuropa. Der gute alte Grundsatz: Asien für die\nAsiaten, geriet in Vergessenheit und die Hunnen er-\ngossen sich mit einer Eile, die einer besseren Sache\nwürdig war, gegen Westen. Die Völkerwanderung\nging so überstürzt vor sich, daß für die folgenden\nJahrhunderte des Mittelalters nur mehr wenig übrig\nblieb. Immerhin gelang es Attila (der nie ohne\nKlammer ausging, in welcher er sich Etzel nannte),\nsich durch sein abschreckendes Aeußere einen\nNamen zu machen. Die Häßlichkeit der Hunnen, die\nmit ihren Pferden wie lebzeltene Reiter verwachsen\nwaren, übertraf alles bisher Dagewesene. Be-\nsonders unappetitlich berührte es die mittelalterlichen\nLeute, daß die Hunnen auf rohem Fleische ritten.\nEs wurde durch solche Behandlung mürbe und\ndelikat. Diese Sitte wäre auch heute noch in vielen\nGasthäusern empfehlenswert. Die Hunnen zu be-\nsiegen, war äußerst schwierig, da sie sich immer im\nentscheidenden Moment zurückzogen, und so taten,\nals ob nichts geschehen wäre. Man darf die Hunnen\nnicht mit den Vandalen verwechseln. Diese lebten\nausschließlich von der Plünderung der Gemälde-\ngalerien, so daß die Maler und Bildhauer der unge-\nheuren Nachfrage kaum nachkommen konnten. Die\nVandalen hatten das Prinzip, gerade die schönsten\nBilder am billigsten zu verkaufen. Beiisar, der die\nUrasserei nicht länger ruhig ansehen mochte, zer-\nstörte schließlich ihr Reich, wofür ihm hiermit der\nverbindlichste Dank ausgedrückt wird. Auf ähnliche\nWeise kamen auch viele andere Völker abhanden,\ndie die Völkerwanderung mißbrauchen wollten. Der\nZweck der Völkerwanderung wurde im Großen und\nGanzen nicht erreicht. Die Jahreszahlen hätten sich\nso wie so ereignet,. Gerade die interessantesten\nVorfälle, wie beispielsweise die Geschichte vom\nKönig Alboin und Rosamunde, sind sagenhaft, Das"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "124", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5321, "texte": "Mittelalter ist daher mit Recht verhaßt und es ge-\nhört zu den erfreulichsten Errungenschaften der\nNeuzeit, daß wenigstens die allerüberflüssigsten\nJahrhunderte, wie beispielsweise das zwölfte und\ndreizehnte endgültig beseitigt sind. Da es bei der\ngroßen Verwirrung der Völkerwanderung geradezu\nunmöglich war, auf alle Völker achtzugeben, waren\nplötzlich die Franken da, welche natürlich von den\nMerovingern regiert wurden. Das Frankenreich\nwurde bald in drei, bald in vier Teile geteilt, um den\nKöniginnen Brunhild und Fredegunde Gelegenheit\nzu allen möglichen Greueln zu geben, bei welchen\ndie beteiligten Personen jeweils in ebensoviele\nTeile zerlegt wurden. Mit dem Fortschritt der Hu-\nmanität, der ebenso langsam als unwiderstehlich ein-\ntrat, wurde die Vierteilung immer mehr von der\nDreiteilung verdrängt. In der Neuzeit werden die\nMenschen nur in zwei Hälften zerschnitten, wodurch\nsich die Hinrichtungskosten, ganz abgesehen von\nder Zeitersparnis bedeutend verringern. Das Fran-\nkenreich zerfiel in so und soviele Gaue. Wir haben\nsie uns paperlgrün vorzustellen. Die Industrie\nstand auf einer niederen Stufe. Man erzeugte sie-\ndendes Wasser und glühendes Eisen, die haupt-\nsächlich für den Gebrauch der Gottesurteile be-\nstimmt waren.\nKein Wunder, daß die Hausmeier unter solchen\nUmständen eine ungeheure Macht bekamen. Von\nder Kürze Pipins macht man sich nur schwer einen\nBegriff. Um vorwärts zu kommen, widmete er sich\nder Hausmeierei, damals die sicherste Karriere, in\nder auch ein Stöpsel vorzügliche Chancen hatte.\nDie Schlacht bei Tours und Poitiers war noch nicht\ntrocken, als er schon König wurde und eine Dynastie\nvon sich abstammen ließ. Es sind dies die Karo-\nlinger, deren tüchtigster Karl der Große fünfund-\nvierzigtausend Sachsen umbrachte. Widukind war\ndavon so entzückt, daß er zum Christentum über-\nging. Als Weihnachtsgeschenk wurde Karl um das\nJahr 800 zum römischen Kaiser gekrönt. Die Zeit\nbis zum Jahre 814 vertrieb er sich damit, daß er den\nWinden deutsche Namen gab, was mit Rücksicht auf\ndas vorgerückte Mittelalter höchst dringend schien.\nVon den folgenden Kaisern hießen die geraden\nOtto, die ungeraden Heinrich. Der berühmteste ist\nHeinrich der Vierte, der zur Abhärtung im Januar\nmit bloßem Hemd nach Canossa ging. Bald darauf\nentstand ein so intensives Bedürfnis nach Land-\npartien, daß nichts übrig blieb, als die Kreuzzüge\nzu veranstalten. Sie fanden genau in der Reihen-\nfolge ihrer Nummerierung statt und zwar wie vor-\nauszusehen war: sieben. Die geographischen\nKenntnisse nahmen außerordentlich zu, der eigent-\nliche Zweck der Kreuzzüge; es gab nämlich damals\nroch keine Bäedeker.\nDie Weifen und Ghibellinen lebten wie Hund\nund Katze. Sie drückten das in den Worten aus:\nHie Weif, hie Waiblingen. Besonders der letzte\nAusdruck ist sehr treffend. Friedrich Barbarossa,\nder, um das Italienische gründlich zu erlernen, fünf-\nmal nach Italien zog, wurde in der Schlacht bei\nLegnano aufs Haupt geschlagen und infolge dieses\nVerdienstes als deutscher Kaiser anerkannt. Wegen\nder vielen Kämpfe hatte Friedrich Barbarossa keine\nZeit, sich zu rasieren, so daß sein Bart durch einen\nMarmortisch wuchs. Bald darauf zog Konradin\nnach Italien. Dort ließ er sich als Stoff für die dra-\nmatische Dichtkunst hinrichten. Richard Löwen-\nherz war auf die verschiedensten Kaiser und Könige\nabwechselnd gut und wieder bös. Friedrich der\nSchöne, wurde in der Gefangenschaft so gut ver-\npflegt, daß er sich, in Freiheit gesetzt, gleich wieder\nals Gefangener stellte, um Kostgeld zu sparen.\nEndlich kam das langersehnte Reichsgrundgesetz\nzustande, es war dies ein goldener Bullen, der einen\nungeheuren Wert repräsentierte und im Versatzamt\nsehr hoch taxiert wurde. In der Schlacht bei Sem-\npach ersuchte Arnold von Winkelried die Feinde,\nihre ganze Munition auf ihn zu verschießen. Diese\ngingen auf den Leim und wurden nun wie die Mai-\nkäfer zusammengefangen. Sigismund einigte sich\nmit Papst Johann dem XXIII. — wo sind die übrigen\nzweiundzwanzig hingekommen? — zur Berufung\neiner Kirchenversamlmung nach Konstanz am\nBodensee, weil Johannes Huß die Leute gegen eine\nso nützliche Institution wie die Transsubstantiation\naufgehußt hatte. Huß konnte sich nicht beklagen,\ndaß er verbrannt wurde, da er mitten im Mittelalter\nauf freies Geleite vertraut hatte! Er sah seine\nNaivität ein und verschied mit den Worten: sancta\nsimplicitas. Die Hussiten, ein im Norden wohnendes\nVolk, welches wahrscheinlich von der Völker-\nwanderung übrig geblieben war, machten in ihrer\nWut verheerende Züge in die betreffende Umgegend,\nund verwendeten Schießpulver, indem sie erklärten,\nes sei zum Schießen. Dem Gutenberg wurde\nschließlich das Mittelalter zu dumm und er erfand\ndie Buchdruckerkunst. Was so leicht war, daß sich\ndas ganze Mittelalter genierte, sie nicht schon längst\nerfunden zu haben und schleunigst verfloß. Knapp\nvor Toresschluß erschien noch Goetz von Ber-\nlichingen, ein Krüppel mit einer eisernen Hand, der\nsich was darauf einbildete, der letzte Ritter zu sein.\nEr war übrigens nahe daran, zu verbauern, weil er\nUrfehde geschworen hatte, wodurch seine Hand zu\nrosten begann. Als man ihn darauf aufmerksam\nmachte, wurde er kotzegrob und tat jenen sattsam\nbekannten Ausspruch, von welchem man nicht weiß,\nob man ihn als Abschiedsgruß an das Mittelalter oder\nals Bewillkommnung der Neuzeit auffassen soll."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c004", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "124", "page_fin": "124", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.4", "titre_corps": "Tod eines Seebären", "titre_sommaire": "Tod eines Seebären", "signature_source": "Albert Ehrenstein", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "124", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.2", "debut_caractere": 5323, "fin_caractere_exclue": 12459, "texte": "Tod eines Seebären\nVon Albert Ehrenstein\nSeit Kaiser Schnurbart diese Mode auf dem\nKontinent kreiert hatte und auch im Königreich\nKujavien jene reizenden Galeeren, die man Dread-\nnoughts nennt, eingeführt worden waren, kannte\nder Hochmut der Marineoffiziere dieses Landes\nkeine Grenzen. Daß Jeremej, der junge Herrscher,\nniemals in einer anderen als der Admiralsuniform\ngesehen und photographiert wurde, mußte die\nfrevelhafte Ueberhebung der Seeleute steigern,\nnamentlich aber den Neid aller Kasten hervor-\nrufen, die bis dahin den Großherrn mit einiger Be-\nrechtigung den Ihrigen hatten nennen können. Du-\nbrogin, der Oberste der Spione, welcher übri-\ngens dieser Bezeichnung den Titel eines Polizei-\nministers vorzuziehen liebte, ergrünte vor invidiöser\nWut. Hatte doch früher er den um seine Sicher-\nheit bangenden Fürsten besessen und reichen\nSold und große Ehrungen zur Strärkung seiner\ndem Regenten teueren Lebensenergien bezogen.\nNun hingegen hatte der treulose Monarch den\nSchutz seiner Existenz den Seefahrern anvertraut,\nin deren Gesellschaft er die Tage seines Lebens\nverabschiedete.\nDies war so gekommen: die Küste des Reiches,\ndie Gestade des Blutigen Meeres, beschmutzten\nStämme der Skiapoden und der Monokotyledonen,\nund um deren Sprach- und Futterstreitigkeiten\nund daraus erfolgenden Aufruhr im Zaume zu\nhalten, bedurfte es einer stets paraten, bewaffneten\nMacht. Da die Seebehörden die nächsten am Platze\nwaren, hatten sie wiederholt eingegriffen und durch\nihre geräuschlosen Gewalttätigkeiten die Aufmerk-\nsamkeit des Landesherrn auf sich gelenkt und sie\nschließlich in dem angegebenen Grade zu fesseln\ngewußt. Der Oberste der Spione aß vor Wut dar-\nüber seinen Bart, ja, er ward der Freuden der\nWelt überdrüssig. Solches wurde also sichtbar.\nIm Königreiche Kujavien wie überhaupt in der ge-\nsamten Biosphäre sind die meisten Wesen ge-\nnötigt, durch Einsatz und Preisgabe einzelner Kör-\nperteile und Fähigkeiten die übrigen zu ernähren.\nDieses Lebensgesetz führt zu fast grotesken Nutz-\nanwendungen. Zum Beispiel eine verhältnismäßig\ngroße Anzahl von Mädchen kann nicht anders als\ndurch jedermann anheimgestellte Benützung ihrer\nLeibesöffnungen den Magen mit Speisen füllen.\nDiese nichts als tragikomische Beschäftigung hatte\naber irgend ein alter Prophet, der sich von\nGurkensalat nährte, scheinbar verurteilt. Demzu-\nfolge und aus vielen anderen ebenso triftigen\nGründen müssen die Mädchen, wenn sie trotzdem\nauf die beschriebene Art zu eiweißhaltigen Sub-\nstanzen gelangen wollen, Tribut zahlen, die Grau-\nsamkeit der über sie verhängten Gesetzesdrachen\neinlullen, in Schlaf wiegen. Also mußte, gleichwie\njedes einzelne der Weibchen Körperteile zugesetzt,\nprostituiert hatte, auch die Gesamtheit, die Zunft,\neines ihrer Glieder opfern, es den Spionen zum\nFräße hinwerfen. So ward denn eines Tages nach\nalter Sitte ein Mägdlein namens Lisaweta seiner\nSchönheit wegen zum Opferlamm auserkoren.\nMit Blumen, Bändern und Edelsteinen aufs herr-\nlichste geschmückt, einen Myrtenkranz auf dem\nHaupte, wurde sie von ihren weißgekleideten Ge-\nnossinnen unter frommen Gesängen unserem\nDubrogin dargebracht, daß er segnend seine Hände\nauf sie lege und die Blüte ihres Leibes verkoste.\nEr aber befahl ihr nicht, ihren Körper zu entblößen\nund sich zu lagern, der Tyrann gab ihr keinen sei-\nner Blicke, die Lieder ihrer Augen und der Gesang\nihrer Schenkel rührten ihn nicht, und das arme\nKind, sich so verschmäht sehend, vergoß reichliche\nTränen und es brach ihr das Herz.\nDie Späher in ihren Höhlen sannen vergebens\ndarüber nach, was wohl die Mißstimmung ihres\nHäuptlings hervorgerufen haben möge? Aber einer\nunter ihnen, der bislang noch nie eine Erhöhung\nder zu seiner Mast bestimmten Speiserationen\nhatte bewirken können, im Gegenteil von jedem\ndiesbezüglichen Bittgang mit zertretenem Zylinder\nheimgekehrt war, besaß ein kluges und ehrgeiziges\nWeib. Sie erriet die Ursache der Verstörtheit des\nGewaltigen, und nicht genug an dem: es fiel ihr\nein Mittel ein, wie geschaffen, dem Regenten die\nFreude an dem Umgang mit den Wassermännern\nzu zerstören. Wenn nämlich die Seebären nach\nlanger Fahrt ans Land steigen, befällt sie regel-\nmäßig eine unendliche Sehnsucht nach Seebärinnen.\nViele aber unter ihnen, nicht fähig, eine große\nEwigkeit enthaltsam zu überstehen, hatten ihre\nLust mangels an so vollendet angepaßten Materien,\nwie es Mädchen sind, an minder geeigneten Ob-\njekten gebüßt und fürchteten nun, dadurch an\nLiebenswürdigkeit verloren zu haben, die Prü-\nfungen bei ihren Damen nicht zu bestehen und der\nStrenge des Auswahlgesetzes zum Opfer zu fallen.\nObgleich manche aus ihrer Mitte berufen waren,\ndereinst an der Spitze ganzer Geschwader zu\nstehen, hatten sie doch nicht so viel allgemeine\nBildung, um zu wissen, daß diese Verstimmung\nihrer Generationswerkzeuge nur kurze Zeit an-\nhalten, späterhin, kraft eines Weltprinzipes, die\nFunktion das Organ tauglich schaffen würde. Un-\nwissend lechzten sie nach Gewaltmitteln, die ihren\nLiebeswillen ins Ungeahnte steigern könnten.\nDiesem ihren Wunsche kam die Frau jenes beför-\nderungssüchtigen Unterspähers entgegen. Sie er-\ninnerte'sich der Tage, an denen sie sich zu ihrer\nhöchsten Befriedigung gemeinsam mit dem uralten\nFürsten Yohimbin jenen transversalen Schwingun-\ngen überlassen hatte, deren innerer Gang und\nRhythmus vielleicht dem der Bewegungen sehn-\nsüchtig an- und auseinanderprallender Sterne\ngleicht. Tückisch sandte sie zahlreichen Kapitänen\nmagische Zigarren, die angeblich ein vortreffliches\nAphrodisiakum waren, in Wirklichkeit jedoch einen\nStoff enthielten, zu dessen nebensächlichen Eigen-\nschaften es gehörte, das menschliche Leben wesent-\nlich abzukürzen. Ein Meergreis versuchte eine der\nZauberzigarren und sein Leib gab sich den Wir-\nkungen des Giftes hin.\nDies geschah gerade zu der Zeit, da ein an-\nsehnliches Kometenmännchen sich der Erde in\nLiebe zu nähern begann. Er wollte ein zartes\nLiebesspiel spielen, die Veteranen aber und die\nBürger beschlossen aus einer Art Patriotismus, ihre\nSchädel recht hart zu machen, um, soviel an ihnen\nlag, Widerstand zu leisten, die Erde zu verteidigen.\nVielleicht ganz gegen die Absicht ihrer Herrin und\nErnährerin, die wohl längst von solchem Zusammen-\nstoß geträumt hatte . . .\nTrotz der Koinzidenz mit einem so seltenen\nEreignisse rief der Tod des Admiralaspiranten\ngroßes Aufsehen hervor, von den Spionen be-\nstochene Gazetten führten den Meuchelmord auf\navancementslüsternen Brotneid zurück, und Jere-\nmej, der junge König von Kujavien, entsetzt über\nso niedrige Gesinnungen und für sein Leben ban-\ngend, mied die Gesellschaft der Seeteufel und\nflüchtete eilends in die Windeln, die Dubrogin für\nihn bereit hielt. Doch bald ermannte er sich wieder\nund verließ seinen Schlupfwinkel, ja! er konnte den\nAugenblick nicht erwarten, da ihm der Leibdiener\ndie Admiralsjacke ausgezogen haben würde. Und\njetzt geht der glorreiche Monarch auf und ab, rast-\nlos auf und ab, Extraausgaben der namhaftesten\nZeitungen sind in Vorbereitung, alle Untertanen\nharren in gespanntester Aufmerksamkeit des Mo-\nmentes, der ihnen die Nachricht bringt, welche\nUniform er nun tragen wird — anläßlich des Be-\nfruchtungskometen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c005", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "125", "page_fin": "125", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.5", "titre_corps": "Daniel Jesus : Roman", "titre_sommaire": "Daniel Jesus : Roman", "signature_source": "Paul Leppin", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "125", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 8941, "texte": "Daniel Jesus\nRoman\nVon Paul Leppin\nIn der dicken zitternden Luft schwamm der\nSchweiß wie eine Wolke. Die Gesichter waren\nrot, und in allen Augen saß eine finstere und\nlauernde Entschlossenheit. An den grünen Wänden\nliefen die Schatten der Tanzenden flackernd und\nzackig einander nach und ertranken mit einemmal\nin dem dunklen Winkel der Tür. Aber wieder und\nimmer wieder kamen sie ins Licht. Immer die-\nselben, lang und hastig, mit übereilten, verbotenen\nGebärden, stürmisch und ungeduldig, mit lächelnden\nKöpfen in einem irrsinnigen verzerrten Takte.\nDas wilde Brett spielte einen Walzer. Atemlos\nund eigensinnig schnell und ohne Melodie. Die Töne\nkletterten in die stickige Luft hinauf, hoch, unge-\nheuer hoch, bis zu der trüben zerfließenden Decke\nund fielen dann mitten hinein in den Saal, steil und\nsenkrecht vor die Füße der tanzenden Paare, die sie\nmit harten und unbarmherzigen Füßen zertraten,\ndaß sie aufschrieen vor Zorn und vor Schrecken.\nEs fehlten ein paar Saiten im Leibe des wilden\nBrettes. Mißmutig und ärgerlich stand es auf drei\nFüßen in der Ecke und zeigte in den Pausen, wenn\nder Atem der Leute nach dem Tanzen schwer und\nregelmäßig durch das Zimmer ging, wie der Ton der\nDreschflegel in der Scheune, ein unsauberes, bös-\nartiges Gebiß. Gelb und schadhaft waren die Zähne\ndes Klaviers. Aber es schlief eine mißtönige und\nbodenlose Begierde in ihnen, eine arge und unent-\nrinnbare Folter der Freude, und wenn der Musiker\nmit den schielenden Augen die Tasten berührte,\ndann rief und lockte seine häßliche heisere Stimme,\ndann wuchs ein Zauber aus ihm hinauf, hoch und\nhöher, der alle erfaßte, dem niemand entfliehen\nkonnte, der das Verlangen rüttelte und gellend das\nLeben wachrief und seine heimlichsten und gefähr-\nlichsten Wünsche. Das wilde Brett nannten es die\nLeute, die hier zusammenkamen. Eine bunte und\nseltsame Gesellschaft war in dem Räume: Blutjunge,\nblasse und frivole Gesellen mit scheuen, zuchtlosen\nHänden, und lüsterne, gemeine Weiber mit roten,\ngierigen Lippen und straffen, drängenden Brüsten,\ndie alle wie in einem schweren Traume die Wände\nanstarrten und sich von den Männern beinah tragen\nließen im Tanze.\nWieder und wieder spielte das wilde Brett\nseinen einzigen, kreischenden Walzer. Rasend und\nmit einem großen, dumpfen Laut fing die Menge an,\nlangsam sich in der Runde zu bewegen. Dieses\nVolk liebte die Nacht. Da wurden hundert ver-\nwegene Gedanken frei und zahllose Vorsätze und\nPläne. Nicht reif und klar geordnet, wie der Tag\nsie bringt, ziellos und verschlungen, undeutlich, und\nkeiner konnte sie entwirren. Zwischen den breiten,\nbunten Säulen, die der Staub vor die rauchenden\nLampen baute, sahn die jungen Männer trunken und\nstumpf in ihr Leben. Die Frauen schlössen die\nAugen und warfen den Kopf in den Nacken und\nsahen nichts. Sie fühlten, wie eine schreiende,\ntosende Welle ihren Leib fortspülte und rot und\nheiß über ihnen zusammenschlug. Versprechungen\nwurden gegeben und die Treue wurde gebrochen\nwie im Rausch. Sie wußten nichts mehr und\nkannten nichts mehr und ließen sich führen und\ntragen, zitternd vor Sehnsucht, die jede Erinnerung\naus ihrer Seele nahm. Eingelullte, böse Worte\nstanden auf und erdrückten sie. Und dazu spielte\ndas wilde Brett seine jagenden, inbrünstigen Tänze.\nAn der Wand zerflatterten und zerfielen die\nblinden grotesken Bilder der Menschen. Immer\nsprangen sie wieder auf und haschten einander im\nWirbel. Und mitten darunter flogen zwei Schatten\ndurchs Licht, ungezähmt wie die andern und in das\nFieber versunken wie alle, aber schön und hoch\nuHter ihnen. Schlank und biegsam das Weib, mit\nedlen und mühelosen Händen und einer großen ver-\nhaltenen Sinnlichkeit in ihnen, — jung, stark düster\nder Mann, mit knochigen nervösen Füßen und einem\nKopf wie ein Büffel. Herb und gespenstisch lief an\nden grünen Wänden das Bild, und vor ihm flohen all\ndie schwarzen Gestalten, eilig und atemlos wie in\neiner tödlichen und dunklen Angst, und verkrochen\nsich bei der Tür. Gell und lachend schrie das wilde\nBrett, und immer wenn die zwei Schatten an dem\nKlavier vorüberkamen, warf der eine dem\nschielenden Musikanten ein Silberstück auf den\nTeller, daß er jauchzend und tief in die Tasten fuhr\nund weiter spielte, weiter und ohne Erbarmen, ob-\ngleich das Lied schon längst zu Ende war und die\nMenschen schon keuchten unter der Last.\nValentin und die Gräfin Regina tanzten. Sie\nwar nachts mit dem jungen Schauspieler plötzlich\nund ganz allein in diesen Saal gegangen, wo die ge-\nmeinste Sünde berauscht und widerlich ihre Zoten\nstammelte. Wo die Wünsche, von den Ketten be-\nfreit, im Kreise irrten und unzüchtig einander in die\nGesichter starrten.\nKommen Sie hin! sagte sie zu ihm, als er ihr\ndavon erzählte.\nUnd während er sie noch lächelnd und ungläubig\nansah, war sie schon aufgestanden und winkte ihm:\nJetzt, jetzt gleich! Nehmen sie schnell-Ihren\nRock, es ist schon spät.\nSie wurde ihm immer mehr ein Rätsel. Er\nwußte nicht, wie hoch oder wie tief er sie zu nehmen\nhabe, daß sie ihn nicht überrasche und überwältige\ndurch ihr Wesen. Es war eine dumpfe und unter-\ndrückte Wut in ihm gegen dieses Weib, das er\nliebte und mit dem er kämpfen mußte, damit sie ihn\nnicht belüge. Wer war sie, und was wollte sie mit\nihm? Was begann sie? Warum wich sie seinen\nheftigen, glühenden Worten aus und sah ihn dann\nwieder an, das ihm die Pulsadern im Halse stehen\nblieben und über seinen Rücken ein Frostschauer\nlief? War sie eine Büßerin oder eine Dirne, und\nwarum ging sie heute auf einmal mitten in der Nacht\nmit ihm in dieses Lokal? War sie lüstern nach Sen-\nsationen und wollte sie ihr gealtertes Blut erhitzen,\num sich eine Täuschung vorzugaukeln? Oder war\nsie zu feige zum Laster und wollte sich an seinem\nAnblick betrinken wie an einem Wein?\nEr dachte an ihre weißen, durchsichtigen\nHände, die soviel Güte und Weisheit hatten und\nzwischen deren bleichen Fingern eine schmerzliche\nSinnlichkeit wie eine rote Blume wuchs. Ein grau-\nsamer Trotz überkam ihn, dieses Weib zu zwingen\nund sich zu eigen zu machen, früher oder später!\nRegina tanzte noch immer mit Valentin. Sie lag in\nseinen Armen, aufgelöst und machtlos, mit ver-\nzerrtem Munde. Zu ungezählten Malen waren sie\nschon beim Klavier vorübergekommen, und immer\nwieder warf Valentin Geld auf den Teller. Sein\nganzes Vermögen hätte er so vertanzt. Seine tiefen\nbrennenden Augen waren heiß und sieghaft und\ngroß. Sein wilder, düsterer Kopf beugte sich vor,\nund er fühlte auf seinem Gesicht den Atem Reginas.\nSeine breite Brust hob sich hoch, und ein sonderbar\ngurgelnder Ton zerbrach in seiner Lunge. Er hatte\ndie Gräfin brutal mit beiden Händen gefaßt und\ndrückte ihren zuckenden, hilflosen Leib an den\nseinen. Er zog sie im Tanz in das dichteste Gewühl\nund preßte seine Knie zwischen ihre Schenkel,\nwährend das wilde Brett in der Ecke lärmte und\nwieder von neuem anhub.\nAllmählich sanken die andern keuchend auf die\nBänke. Aber der Musikant, verwirrt von Valentins\nGelde, spielte weiter. Immer lichter wurden die\nReihen, und viele Paare blieben wie besinnungslos\nliegen. Hinweg über sie gellte die Musik.\nImmer weiter — vorwärts — von neuem — der\nWalzer — immer der Walzer.\nDurch den weiten, gaffenden Saal fliegt ein ein-\nziges Paar. Die Leute stehen an den Wänden und\nsehen trunken zu, wie sich die Gräfin Regina mit\nValentin in einem tollen, unzüchtigen Wirbel dreht,\nschweißbedeckt und bewußtlos, wie im Wahnsinn.\nDa schreit plötzlich das wilde Brett wie ver-\nzweifelt auf und schweigt. Ein langer ächzender\nTon klingt noch zur Decke. Dann ist es ruhig.\nValentin und die Gräfin Regina sind in der Mitte des\nSaales zukammengebrochen und auf die rauchenden,\nstaubigen Dielen gestürzt. Die Gräfin liegt wie eine\nLeiche lang und bleich auf dem Rücken, und ihre\nHände sind links und rechts an ihrem Leib herab-\ngesunken und regen sich nicht. Ueber ihr, das Ge-\nsicht nach unten gekehrt, liegt Valentin und atis\nseinem Munde fließt das schwarze, schäumende\nBlut wie ein Bach durch ihr Kleid bis auf ihre\nweiche, gelbe Haut und läßt sie erwachen.\nEilige, rohe Hände trugen sie hinaus ins Dunkle\nund wollten helfen.\nRegina aber schickte sie fort. Sie öffnete ihr\nKleid und ließ sein Blut in ihr heißes, seidenes Hemd\nrinnen und küßte ihn.\nEr schlug die Augen auf und lächelte:\nLiebst Du mich, Gräfin?\nUnd sie küßte ihn und sagte: Es muß wohl so\nsein, Valentin — und wischte ihm das Blut aus den\nAugen mit ihrem Hemde.\nUnd wann wirst Du — flüsterte er.\nNoch nicht noch nicht, Valentin.\nDie Augen des Kranken wurden finster.\nMarta Bianka liegt jetzt in dem Bett des\nBarons. Die ganze Stadt weiß es, und Du weißt es\nauch. Worauf wartest Du noch?\nDie Gräfin war bleich geworden und zitterte.\nDann sagte sie leise:\nIch warte bis alle am Ende sind. Nach Marta-\nBianka kommen nicht mehr viele. Ich will die\nLetzte sein, Valentin.\nSie küßte ihn noch einmal auf den Mund und\nstand auf. Und raffte ihr Kleid zusammen und lief\nauf die Gasse. Schnell und geradeaus wie im\nTraum. Und sein Blut klebte an ihrer Haut wie\nbrennende Seide."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c006", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "125", "page_fin": "125", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.6", "titre_corps": "Gedichte", "titre_sommaire": "Gedichte", "signature_source": "Albert Dreyfus", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "125", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.3", "debut_caractere": 8968, "fin_caractere_exclue": 9619, "texte": "Gedichte\nVon Albert Dreyfus\nEiner Decke von mattgoldner Seide\nschenkst du deiner weißen Glieder\nhüllenlose Helligkeit.\nDu ruhst so still, als lauschtest du Liedern,\ndie das Licht dir singt.\nWehre mir nicht, da ich nun kniee\nvor dir und deiner weißen Glieder\nhüllenlose Helligkeit küsse.\nLaß mich schlürfen das heiße Licht\nendlos in meine dunkle Seele.\nVerlange nichts vom Weibe als ihr Lächeln.\nIhr Haupt sei schwer von Haargeflechten\nnicht von Gedanken,\nund ihre Rechte hebe sich nur zum Fächeln\nwenn sie die eine Sorge schön zu sein bewegt.\nBedenke, was dir Seeligkeit erregt\nan ihr, der süß Geschwächten —\nVerlange nichts vom Weibe als ihr Lächeln."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c007", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "125", "page_fin": "126", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.7", "titre_corps": "Siebentes Gespräch: Giesst Wein in meinen Becher / Von den unteren Tonordnungen : Ueber die Musik", "titre_sommaire": "Siebentes Gespräch: Giesst Wein in meinen Becher / Von den unteren Tonordnungen : Ueber die Musik", "signature_source": "Alfred Döblin", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "125", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.3", "debut_caractere": 9621, "fin_caractere_exclue": 11300, "texte": "Gespräche mit Kalypso\nSiebentes Gespräch: Giesst Wein in meinen\nBecher / Von den unteren Tonordnungen\nUeber die Musik\nVon Alfred Döblin\nMusiker:\nWenige Wendungen wiederholten sich, in\nengen Grenzen verlief die Tonfolge. Allmählich\nwuchs die Vertrautheit mit den Tönen, wuchs die\nGeschmeidigkeit und der Formenreichtum. Die\nMusik wuchs in die Menschen hinein, sog da ihre\nNahrung aus vielem, vielem, was ich Dir noch\nschildern werde. Der Tonfall der Sprache modelte\nan ihr, der Gleichnisse fanden sich unzählige, die sie\nformten, und so verbreitete und vertiefte sie sich,\nwurde lebendig mit dem Leben, ja, wuchs über das\nLeben hinaus. Und so steht es mit ihr. Wohl er-\nweckt die Musik, die sich nachahmt und verändert, am\nmeisten den täuschenden Schein einer selbstherri-\nschen Kunst. Aber zunächst sind hier erst niedrige\nOrdnungsregeln entwickelt; es erwarten uns die,\nwelche die Tonfolgen höher und schließlich zu\neinem Werk zusammenfügen. Aber schon jetzt\nmagst Du einiges bedenken. Du weißt, daß es das-\nselbe Gedächtnis ist, das Spuren der Wirklichkeit\nund auch der Tonfolgen trägt. Das Gedächtnis\naber ist kein Steinhaufen. Was auch der Zu-\nfall an das Gedächtnis heranbringt, — damit es\nhafte, unterliegt es den Lebensregeln des Gedächt-\nnisses, welches Besitz eines lebenden Menschen\nist; damit es hafte, muß es Beziehungen, Verbin-\ndungen eingehen, muß es gliedhaft werden. Das\nGedächtnis ist kein Steinhaufen, sondern ein ge-\nwachsenes Ineinander. Und so kannst Du es nicht\nvermeiden noch verbieten, daß die irgendwie ge-\nordneten Tonfolgen doch als Träger von Wirklich-\nkeitsspuren erscheinen, daß die Wirklichkeit auf\ndie Tonfolgen abfärbt; denn immer sind es ja die"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "126", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 7946, "texte": "Dinge und Geschehnisse, die tönen, wie Du selbst\nsagtest; und kannst es nicht erzwingen, daß der\nZusammenhang der Tonfolgen nur in ihnen selbst\nliege. — Du kennst die Musik unserer jungen Zeit,\nDu kennst die Fuge, diesen Verband mehrerer\nselbständig sich bewegender Stimmen. Treten die\nStimmen der Fuge zusammen, bewegen sie sich\nmit und gegeneinander, so muß ein Gedächtnis lahm\nsein, das nicht eines Kampfes gedenkt, oder eines\nTanzes, eines wilden Gegeneinanders, eines be-\nsänftigten Miteinanders. Kaum könnte ich ein\nbesseres Gleichnis für die Freiheit des Willens fin-\nden als diese Fuge, mit ihrem Schein der Selbst-\nständigkeit in Stimme gegen Stimme, mit ihrem\nGetriebenwerden und Folgerichtigkeit: der Weg\nist jeder vorgeschrieben, und doch geht jede\neigenwillig. — Noch mehr: als einer Voraussetzung\nmußt Du der Wirklichkeit Wert für die Musik zu-\nschreiben. Denn wenn jene ersten oder frühen\nTonfolgen haften, so haften sie um ihrer Bedeutung\nwillen für den lebenden Gedächtnisträger; jene Be-\nziehung nämlich, die sie zu gliedhaften macht, ist\nder Erlebnis- und Ergriffenheit wertende Zweck.\nDiese Wirklichkeitsbeziehung bildet also die Vor-\naussetzung jedes Haftens der Tonfolgen; die Wirk-\nlichkeitsspuren sind so wenig eine Beute, ein\nFremdes, Angeheftetes einer eigenschönen Musik,\ndaß keine Musik vielmehr ohne sie bestände. —\nAber ist dann noch in der Tat die Musik der Wie-\nderholung, der Abänderung, der überlieferten For-\nmeln eigenschön? Es würde mir schon unglaub-\nhaft darum erscheinen, weil Du damit eine Raub-\nschönheit anerkennst; ich müßte dann an zwei\nSchönheitsarten glauben, die sich wesentlich un-\nterscheiden; aber daß es zweierlei Schönes gebe,\nglaube ich nicht, denn es ist derselbe und der eine\nMensch, dessen Schönheitsarten dies sein sollten.\nDer Begriff Schönheit ist einer, und Deine\nScheidung macht ihn zunichte. Wie sehr aber die\nOrdnung oder Schönheit der Musik und der Wirk-\nlichkeit, die Eigenschöne und Raubschöne, einer-\nlei sind, wie tief die Musik die Wirklichkeiten\ndurchdringen muß und eben dadurch zu größerer\nund größter Ordnung und Schönheit gelangt, will\nich Dir, wenn wir vieles überschauen können,\nzeigen. Vergiß Du nur nicht, Kalypso, Deinen\nSatz, den ich nicht vergessen konnte: es sind die\nDinge, die tönen; was bedeutet das Tönen der\nDinge?\nDer Satz: die Wiederkehr eines Vorgangs läßt\nden Vorgang als in sich zusammenhängend er-\nscheinen, herrscht. Ich ließ eben eine willkürliche\nTonfolge auftreten, die der Musiker selbst setzt,\nderen eigene Wiederkehr dann ordnend wirkt. Die\nWirklichkeit bietet nun vieles Tönende oder Ton-\nähnliche, dessen Uebereinstimmung, mit vorge-\nformten Tonfolgen diese ordnet. Also zweierlei\nOrdnungsweisen, die zwischen Tonfolge und Ton-\nfolge, und die zwischen Tonfolge und Tonhaftem\nder Wirklichkeit. Ich spreche nicht von\neiner Nachahmung dieser tonhaften Erscheinungen\nder Wirklichkeit; da mich die Tätigkeit des Er-\nzeugers jetzt nicht beschäftigt, sondern nur die Tat-\nsache der Musik, so rede ich von Wiederkehr,\nUebereinstimmung, Gleichheit und Aehnlichkeit der\nTonfolgen. Wie nun musikalische Tonfolgen zu be-\ngreiflichen Gebilden werden können, wenn sie mit\nden Gesängen der Vögel, dem Sausen des Meeres,\ndem Tropfen des Wassers und sonstigen Tönen der\nWirklichkeit übereinstimmen, brauche ich nicht er-\nklären. Auch die menschliche Stimme, ihr Tönen\nin der Sprache, im Weinen, Klagen, Lachen gehört\nzu diesen Erscheinungen der Natur. Wohl aber\ndürfte Dir unklar sein, was ich mit dem Tonhaften\nin der Natur meine. Die Ereignisse der Welt haben\ndas Gemeinsame mit den Tönen, daß sie zeitlich\nverlaufen: in den Schnelligkeitsunter schieden, im\nWechsel der Beschleunigung der Töne, in ihrem\nStocken, gleichmäßigen Verharren, Jagen, hastigen\nRennen, gemessenen Schreiten werden zahllose\nZusammenhangsmöglichkeiten gegeben. Sieh, Du\nwiesest mir, daß die Erscheinungen der Welt wun-\nderbar verschwistert seien: das Tönen hänet nicht\nwie ein fadenscheiniger Mantel über den Dingen:\nfein und streng begleitet es ihr Leben, Ja. enthüllt\ntief Verborgenes. So wird es mir begreiflich, daß\nauch das Nichttönende. die Höhe und Tiefe des\nPaums, die Schnelligkeit und Art von Bewegungen,\nOesichtsausdrücke, die Helligkeiten, die Gerüche,\nSeelenerregungen und Gedanken dem Menschen\nleicht tonhaft erscheinen, daß er sich berechtigt\nwähnt, Uebereinstimmungen zwischen Tonfolgen\nund Tonlosen zu sehen. Wie. diese wunderbare Be-\nziehung sich herstellt, läßt die Betrachtung der\neinzelnen Wirksamkeiten der Tonfolgen erkennen.\nTonhöhe: das Wort sagt schon viel über die Stell-\nvertretung eines Raumverhältnisses durch Töne,\nüber den Wert der Töne als Raumgleichnisse.\nAndere Sprachen sagen statt Höhe das Schwere,\nStumpfe, Spitze, Harte. Man erfaßt anscheinend\ngar nicht das Eigentümliche des so Bezeichneten;\njene Verbindung der Töne, die Du bezeichnetest, mit\nandern Vorgängen der Wirklichkeit ist so eng, daß\nan keine Lösung gedacht wird. Der Mensch denkt\nrasch und kurz; er hält Beispiele als Regeln fest,\nist ganz ohne Tiefe. Viel Widersinn und Wider-\nsprüchliches findet sich hier. — Die tiefen Töne,\nsich oft findend bei furchtbaren Wesen und Er-\neignissen, haben vielfach Gemeinsames mit\nKraft, Gewalt und Grauen. — Auch für das Dunkle\ntreten tiefe Töne ein, für das Plumpe, Schwere;\nund so hohe für Lichtes, Leichtes, Zartes, auch für\nSchwaches, Verächtliches; Du findest selbst: war-\num, und lächelst. Tonstärke: auch dieses Bild\nspricht für sich. Das Laute und Leise: laut\nspricht der Starke, leise der Schwache. Es ist wie\nein Märchen, so kindlich einfach und überdeutlich.\nUnd noch oft wirst Du diese rührende Denkweise\nfinden, diese engelhafte Ahnungslosigkeit, dieses\nbedenkenlose Arbeiten mit dem Einmaleins und Bil-\nderbuch. Aber reiche Zusammenhangsmöglichkei-\nten gibt diese ärmliche Gleichung. Das Anschwel-\nlen von leise zu laut, das verschwindend Leise, das\nGegenüber der Stärken und anderes erhält mannig-\nfache, wenn auch fast nie eindeutige Ordnungs-\nwerte, empfängt musikalischen Sinn. Die Aus-\neinanderbindung der abfolgenden Töne, die\nTatsache, daß die Töne bald gegeneinander\nkurz abgesetzt, bald gebunden sind, daß ihre\nHöhen bald näher, bald ferner aneinander liegen,\ngibt Gleichniswerte in großer Zahl; gern werden\ndie Töne selbst wie bewegte Menschen angesehen,\ndenn der Mensch ist sich das bekannteste und wich-\ntigste Gleichnis. Die Abgesetzten hüpfen, springen,\ndie gebundenen schweben, tanzen, schleifen; oder\nder sich abschließende Trotz, die bestimmte Härte\nund die Sanftheit mit ihrer willigen Anschlußnei-\ngung bilden die Wirklichkeitsgruppe. Du erläßt es\nmir, alle die vielen Zusammenhangsmöglichkeiten,\ndie sich aus den Bestimmtheiten der musikalischen\nTonfolgen ergeben, abzuwandeln.\nKalypso :\nIch will Dir nicht widersprechen. Du sprachst\nnur mit einem Wort von den Menschenstimmen.\nDie Musik ist eine Menschenkunst; wie den Maler\ndas Gesicht, so fesselt den Musiker die Stimme,\ndenn sie bietet so feine und viele Zusammenhangs-\nwerte. wie Du es nennst. Verständlicher ist dem\nMenschen seine Stimme, als irgend ein anderes\nTönen, deucht mich. Viele Seelenbewegungen\nhaben ja eine enge Beziehung zu der Stimme, ja,\nwir erröten bisweilen nicht ohne Grund, wenn wir\nuns sprechen hören, und ich darf wohl an den\nEigenton der Stoffe denken, wenn die Stimmen der\nLebendigen schwingen. Es ist kein Zufall, wenn\njener Nerv, wie mir ein Kundiger sagte, der Nerv,\nder das Herz, die Lunge und Eingeweide lenkt und\nsteuert, der Herumschweifer, auch Stimmnerv ist:\neng nimmt die Stimme an unserm Innersten teil;\nwohl sind die beiden aneinandergekoppelt: Stimm-\norgan und Stimmungsorgan. Doch nicht die\nWorte wurzeln in dieser Stimme, sondern ihr Ton,\nwie auch das Schluchzen, Jubeln, Stöhnen, das\nwortlos und hinter den Worten verläuft und uner-\nreichbar dem Worte erstaunlich tief redet. Die\nMusik aber ringt nicht nach Sprache; die\nDeutlichkeit der Worte ist der Musik ein zu ärm-\nliches Ziel, der furchtbaren fürstlichen Kunst."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c008", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "126", "page_fin": "126", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.8", "titre_corps": "Der Spiegel", "titre_sommaire": "Der Spiegel", "signature_source": "Arthur Silbergleit", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "126", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.4", "debut_caractere": 7948, "fin_caractere_exclue": 11443, "texte": "Der Spiegel\nVon Arthur Silbergleit\nAls wäre die Kühle des Mondes auf seiner\nFläche gefroren, so geronnen starrt und sticht sein\ngläserner Glanz ins Dunkel. Wie ein heißes\nFrauenlächeln seine stählerne hingeschmiedete\nRuhe und den Frost seiner Kälte zu schmelzen,\naufzutauen sucht; wie die goldenen Reigentänze\ndämmerungewisser, hin- und herflackernder Kerzen\ndiese silberne Bühne zum Theater ihrer Wirbel,\nTaumel und Abenteuer wählen! Wollen sie Jeden\nJenseitsgedanken von ihm bannen und den Regen-\nbogenglanz, der als himmlische Erinnerung an die\nWohnung der Mondbraut auf der Siebenfarben-\nbrücke aus dem verschämten Winkel eines ge-\nschliffenen Eckchens lugt? Schon über schimmern\ndiese letzte himmlische Heimlichkeit die bunteren\nMaskenzüge des Irdischen, und aus tausend Gärten\nmit den Launen krauser Blütenformen, mit der hin-\nperlenden Fontänemusik zu den Festen der Sinnlich-\nkeit und dem Taumel lichttrunkener, gläserner\nSonnen und Kugeln auf steilen Lanzen grüßen alle\nGestalten in die flimmernde Bühne herein. Wie\ngelöst aus den strengen Verstrickungen eines\nTeppichs offenbaren sie hier ihre beziehungsreiche\nBildlichkeit: Pierrot seinen, breitgebauschten Ueber-\nmut bei der schmalen Melodik einer Mandoline, die\nTänzerin mit dem spangenversklavten Haar die\nfreie Anmut ihrer Linien, Don Juan sein lustge-\nbeiztes Genießerlächeln hinter der kaum verhaltenen\nBitterkeit eremitenhaft strenger Mundwinkel, der\nTod, der letzte Barkenführer in dem Venedig unserer\nWehmut, seinen ersten Lenkerblick, und die Ba-\njadare die Kreise tausendjähriger Weisheit, am Ende\ngetanzt in runden Ringen und Ringeln. Schon\nschicken die Tempel leiser Lust und die Manegen\n.der Leidenschaft aus ihren Heiligtümern und\nZwingern jene Zwitterwesen von Engeln, Menschen\nund Tieren aus, die ihre innere Rissigkeit über die\nglatten Flächen lächelnd hinüberführen. Zuweilen\nhaucht alle Einprägsamkeiten dieser blinkenden\nBühne und allen Abglanz von Tat und Traum der\nknospenzarte Atem eines Kindes fort. Hier suchen\ndie jungen Mädchen unbefangen die Landschaften\nihrer Seele und die eingesogenen Bilder längst Ver-\ngangener, Unvergessener. Manche aber ahnen\nnicht, daß diese blitzende Fläche bereits alle Lebens-\ntänze gespiegelt hat und sind in Staunen befangen,\nwenn sie ihre schmale Schmiegsamkeit bald\nschmäler, bald stärker gerundet heraustreten sehen.\nEine alte, kaum verzitterte Müdigkeit der Ge-\nwesenen kränkelt nicht selten die Werdenden an;\nheitere, junge Augen verschattet oft der Flor greiser\nBlicke, und wie ein gemaltes Echo aus immer\ntieferen Tiefen rätselt unter den Zügen des Heute\ndas Antlitz von Gestern auf, geistern immer neue,\ntraumhafte Gesichter und Gesichte, und zu den\nMärchen tauklingender Lenze stimmen die Masken\nverwehter Winter tonlose, frostige Klänge an.\nHimmel und Erde haben sich sacht auf dieser glatten\nEbene gesammelt: die-helläugige Liebe der Kinder,\nder Tälerengel, und die letzte Heimweherinnerung\nan Madonnas Regenbogenbrücke; die Träume und\nTänze aller Alter, gehoben aus den starren Versen-\nkungen der Zeit; die tiefe Stille der Dunkelheit und\ndie goldenen Chöre des Lichtes, gesegnet von den\nsieben Leuchtern der Tage; die unschuldigen Tränen\nder Mädchen und das vielwissende Lächeln der\nFrauen; und die Gegenspieler von Schlaf und\nSchlacht, Traum und Tod zwingen wortlos mit\nschon gleichem Antlitz zu einem alles ebnenden,\nglättenden Wunder. Bis die Nacht vor alle Masken\nden Schattenvorhang zieht und der Mond seinen\ngoldenen Epilog über die silberne Bühne spricht."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c009", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "126", "page_fin": "127", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.9", "titre_corps": "Homunculus : Oder: Wie man grosse Männer züchtet", "titre_sommaire": "Homunculus : Oder: Wie man grosse Männer züchtet", "signature_source": "Robert Lewin", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "126", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.4", "debut_caractere": 11445, "fin_caractere_exclue": 12448, "texte": "Homunculus\nOder:\nWie man grosse Männer züchtet\nVon Robert Lewin\nAus den Laboratorien kommt uns große Kunde!\nSeit Jahrhunderten haben Leute, die wir für tiefe\nDenker hielten, sich abgemüht, uns zu erklären, was\nein großer Mann sei. Die einen bewunderten in\nNapoleon, dem Manne der Tat, das Qenie, die\nanderen erblickten in Hamlet, dem blässlichen\nZögerer, das Große. Was das Wesen des großen\nMannes ausmache, darüber herrschte, wie es\nscheint, völlige Unklarheit. Der alte Goethe muß\nwohl in den Augen eines modernen „Energetikers\"\nganz abstruse Ideen darüber gehabt haben: „Aber\nfreilich eine Erscheinung wie Mozart bleibt immer\nein Wunder, das nicht weiter zu erklären ist. Doch\nwie wollte die Gottheit überall Wunder zu tun Ge-\nlegenheit finden, wenn sie es nicht zuweilen in\naußerordentlichen Individuen versuchte, die wir\nanstaunen, und nicht begreifen, woher sie\nkommen!\" Das sind nicht poetische Floskeln, Herr\nOstwald, die der alte Goethe dem Eckermann sagt,\nsondern wirklich ernstgemeinte Worte."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "127", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 9472, "texte": "Im Zeitalter der Energetik wird man milde\nlächeln ob dieser naiven Anschauungen. Welch\neine ungeheure Verschwendung auch von Ener-\ngien, wird sich der Schüler Ostwalds sagen, so\nviel Unnützes über Genie zu reden, und so un-\nwissenschaftlich an solche Probleme heranzugehen!\nDer gute Goethe wollte nicht einmal etwas von den\nPhysikern wissen. Wir aber, sagt sich der Ener-\ngetiker, haben heute die stolzen Ergebnisse unserer\nLaboratorien. Was kann aber das Problem des\n„großen Mannes\" mit einem Laboratorium zu tun\nhaben? ./>•\nAlle solche Fragen, überhaupt alle Fragen,\nwerden heutzutage von der „exakten Wissenschaft\"\ngelöst, und zwar vorzüglich von einer Wissen-\nschaft, der Chemie. Man bedenke doch!\nWilhelm Ostwald, einer der führenden Geister in\nder Chemie, hat aus seinen Laboratorien verkündet,\ndaß die Wissenschaft, also die Chemie, oder,\nwas dasselbe ist, die Energetik, nunmehr alle\nLebens-, Kunst- und Kulturfragen lösen kann und\nzum großen Teil schon gelöst hat. Lieferte doch\nOstwald in seiner ungemeinen literarischen Frucht-\nbarkeit die energetischen Grundlagen für Juris-\nprudenz, Nationalökonomie, Pädagogik, Ethik,\nMalerei, andere Künste und — Liebe. Wenn\nHaeckel unwiderruflich gezeigt hat, daß jedes\nProfessorenhirn phylogenetisch mit dem Affenhirn\nzusammenhängt, so lehrt nun Ostwald, wie große\nMänner auf energetischem Wege zustande kamen.\nGenaue Erörterungen über Ostwalds energetische\nWeltanschauung muß ich mir aufsparen. Hier nur\nzur Aufklärung, daß die Bewegung der Masse be-\ndingt sei durch Kraft. Diese Kraft hat uns zwar\nniemals sehr viel bedeutet. Sie war so eine letzte\nZuflucht für unser armes, gequältes Kausal-\nbedürfnis. Da klärt nun Ostwald auf: Kraft ist\nMasse, Substanz ist Masse, Masse ist Energie,\nEnergie ist Substanz. Ostwald kann sich zwar\nnicht helfen, er muß ein Dutzend verchiedener Ener-\ngien annehmen, um die Welt der Erscheinungen zu\nerklären. Aber immerhin hält er die Energie für\neine Substanz, die uns alles restlos erklärt. Und so\nist Energie die Substanz, aus der große Männer\nwerden.\nDies alles ist uns so neu! Es gibt schlechthin\nkein Feld der „Betätigung\", in dem nicht diese\nrätselhafte „Substanz\" ihren schöpferischen Ein-\nfluß geltend macht, Ostwald schuf nicht nur die\nEnergetik seines Laboratoriums, sondern er\nschenkte der Menschheit die ..Energetik\" der Kultur,\ndie Energetik überhaupt aller menschlichen Be-\nziehungen und — die Energetik der Kunst und der\nLiebe. Man sieht mich ungläubig an! Tch bin kein\nParanoiker. Ich schwöre, es steht in Ostwalds\nBüchern zu lesen. Er hat doch wirklich die\nenergetische Formel des Glücks aufgestellt!\n„F2 —W2 =(E+ W) (E — W)wobei E mit\nAbsicht und Erfolg aufgewandte Energie, W mit\nWiderwillen aufgewandte Energie bedeutet. Wer\nso präzis alles Menschliche, Allzumenschliche auf\neine mathematische Formel zu reduzieren vermag,\nder übertrifft Cagliostro-Balsamo und die größten\nMagier. Der ist sicherlich berufen, eine bio-\ngraphisch-charakterologische Studie über große\nMänner zu schreiben. Die notwendige Folge war\nein dickes Buch von mehr als vierhundert Seiten,\nin dem einem breiten Publikum auseinandergesetzt\nwird, wie man einen großen Mann erkennt, wie man\nihn abschätzt; schließlich bringt das Buch, wie alle\nprophetischen Bücher Ostwalds, Ausblicke auf die\nZukunft, auf ein Zeitalter der Energetik, in dem es\nmöglich sein wird, große Männer zu „züchten\".\nDaß in dem dicken Buch nur ein paar Phy-\nsiker und Chemiker als „große Männer\" be-\nsprochen werden, ist sehr befremdlich. Wir be-\ngreifen, daß Ostwald seine Fachgenossen vor allem\nschätzt. Aber wenn man sich an ein großes Publi-\nkum wendet, so muß man schon ein wenig viel-\nseitiger in der Auswahl sein. Die meisten Kultur-\nmenschen haben sich auch ihre Begriffe von Größe\nkaum aus den Laboratorien geholt. Lassen wir\nihm das Vergnügen, in Physikern, die Inkarnation\ndes „großen Mannes\" zu erblicken! Er will ja\ndieses Phänomen rein naturphilosophisch analy-\nsieren. Wie es scheint, geht dies mit Faraday und\nLiebig leichter, als mit Ostwalds berühmtem Mit-\nbürger Max Klinger. Danken wir dem Schöpfer,\ndaß Ostwald uns mit einer „psychographischen\"\nCharakterologie unserer großen Männer ver-\nschont.\nOstwalds Methodik ist, wie er selbst sagt, un-\nabhängig von der modernen „atomistischen\"\nPsychologie.\" Die alten vier Temperamente und\n„persönliche Menschenkenntnis\" sind sein ganzes\nMaterial. Allzu bescheiden! Einem jungen\nMenschen, der mit solcher Methodik an eine so\nschwierige Untersuchung geht, würde man Leicht-\nfertigkeit vorwerfen. Doch ein Lehrer der aka-\ndemischen Jugend! Man beruft heutzutage Pro-\ntestversammiungen gegen das leiseste Schuh-\ndrücken. Warum nicht eine Riesenprotestver-\nsammlung gegen ein solches Buch? Doch wer\nnicht protestieren will, der kann sich jedenfalls\ndurch dieses Buch eine heitere Stimmung ver-\nschaffen. An Stoff zur Belustigung fehlt es nicht.\nKomisch ist schon mehr, als ernst zu nehmen, die\nPietätlosigkeit, mit der von einem Kunstwerk ge-\nsprochen wird. Der Verlust eines großen Kunst-\nwerks ist für Ostwald nicht schwerwiegend.\n„Gerade die größten Kunstwerke der Vergangen-\nheit können am ehesten entbehrt werden\". Das\nganz Individuelle ist nach Ostwald das Un-\nwichtigste. Er hat ganz Recht und den echten\nHaeckelschen Takt. Alles Individuelle ist ein\nlästiger Bocksprung aus der Art heraus und stört\nnur in einer phylogenetischen Betrachtung. Das\nQuantum Seele, das ein Künstler in ein großes Werk\nströmen ließ, kann für Ostwald nichts bedeuten.\nDenn „Kunst\" ist in erster Linie „Können\". Ein\nKunstwerk ist nach Ostwalds Lehre nichts als eine\nSteinkohle. Hier wie dort ist durch eine Energie-\nquelle Energie transformiert und aufgespeichert\nworden. Das Kunstwerk ist also ein Energie-\nakkumulator, dessen Energiegehalt wir benutzen,\num uns vergnügte Stunden zu bereiten. Ist der\nEnergievorrat erschöpft, so werfen wir den Behälter\nfort. Das sind die Lehren, die unsere Jugend aus\ndieser Charakterologie der „großen Männer\" ge-\nwinnen kann.\n„Spezifisch biologisch\" will Ostwald die großen\nMänner fassen. Wir ertappen ihn hier auf einem\nganz leise sich regenden Schamgefühl. Er fügt\nnämlich hinzu: „Wenn dabei zuweilen der Respekt\nund die Dankbarkeit außer Augen gesetzt scheint,\nso bleibt mir nur die Entschuldigung, daß die\nWissenschaft durch den Einfluß persönlicher Ge-\nfühle nur benachteiligt werden kann.\" Das heißt\nklar gesprochen, wir sollen den „großen Mann\"\nobjektiv charakterisieren.\nNun kann aber wahre Größe nur durch subjek-\ntive Wertschätzung erkannt werden, wenn man\nnicht ganz triviale Nützlichkeit zur Direktive wählt.\nAuch dies wird ausgesprochen. Wir sollen uns,\nwünscht Ostwald, bemühen, aus ihrer Existenz so\nviel Nutzen und Förderung zu gewinnen, als wir\nnur vermögen. Also ist doch wirklich der „große\nMann\" nichts als ein Energieakkumulator. Welchen\nNutzen können wir aber aus der Existenz eines\nChopin ziehen? Solche „großen Männer\" sind ge-\nfährliche Energiespender.\nEine Stilblüte aus dem Buch:\n„Was die energetische Charakteristik von Liebigs\nkörperlich-geistiger Organisation anlangt, so darf man\nannehmen, dass er aus seiner Abstammung aus dem\nVolke einen guten Vorrat aufgespeicherter entwicklungs-\nbereiter Energie mitgebracht hat\".\nUnd wenn die Ausländer fragen, wer hat diesen\nnichtssagenden Schwulst geschrieben, so sollen wir\nantworten, einer der führenden Männer an unseren\nUniversitäten!?\nEine andere Stelle:\n„Der geerbte Energievorrat reichte (bei dem ~grossen\nManne1') bis etwa zum 50. Lebensjahre, um alle Be-\nanspruchungen zu decken, so gross sie auch waren.\nVon da ab traten Ermüdungserscheinungen auf.\nDie Charakterologie großer Männer! Ein\ngroßer Mann ist ein Apparat, der große Leistungen\nverrichten kann. Er schnurrt seinen Energievorrat\nab, wie bemächtigen uns dieser Energie zu Nutz\nund Frommen. So gibt es in diesem Buch kein\nRätsel des Genies mehr. Und wie die Energetik\nseine Daseinsbedingungen erklärt, so schafft sie\nauch Werdensmöglichkeiten für „große Männer\".\nNicht nur der simple Homunculus taucht in der Re-\ntorte auf; wir sehen auch schon die Methodik der\nkünstlichen Darstellung talentierter Homun-\nculi erstehen. Kennen wir nur erst die Entstehungs-\nbedingungen des „großen Mannes\", so sind uns\neo ipso die Mittel gegeben, willkürlich solche\nEnergiespeicher zu erzeugen.\nWie nur dem Kopf nicht alle Hoffnung schwindet,\nDer immerfort an schalem Zeuge klebt,\nMit gier'ger Hand nach Schätzen gräbt\nund froh ist, wenn er Regenwürmer findet!\nEin herrliches Gefühl, den Dunstkreis des La-\nboratoriums zu fliehen, den Blick zu gewinnen für\ndas ganze, große Weben. Wie schnell erkennt man\ndann die Eitelkeit aller Bemühungen, das Dasein\ndurch exakte Spielereien und leere Worte zu fassen.\nTreffender finde ich den Gedanken ausgesprochen\nin den „Opinions de loignard\", publikes par Anatole\nFrance:\n~Tous les microscopes et lunettes donton fait\nvanit£, qu'est ce, en r£alite. si non des moyens d'aider\nles sens dans leurs illusions et de multiplier Pignorance\nfatale oü nous sommes de la nature, en multipliants nos\nrapports avec eile? Le plus doctes d'entre nous\nchifferent uniquement des ignorantspar la faculte, qu'ils\nasquiererit de s'amuser ä des erreurs multiples et com-\npliquees. lis voient l'univers dans une topaze taill£e ä\nfacettes, au lieu de le voir comme madame votre mkre,\npar exemple, avec Toeil tout un que le bon Dieu lui ä\ndonne. Mais ils ne changent point d'oeil en s'armant de\nlunettes, ils d£couvrent des apparences nouvelles et\nsont par lä le jouet de nouvelles illusions. Voilä tout!\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c010", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "127", "page_fin": "128", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.10", "titre_corps": "Die Väter essen Herlinge", "titre_sommaire": "Die Väter essen Herlinge", "signature_source": "Herman Bang", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "127", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.5", "debut_caractere": 9474, "fin_caractere_exclue": 12158, "texte": "Die Väter essen Herlinge\nVon Herman Bang\nSo weit ich sehen und beurteilen kann, ist der\nRoman „DieVäteressenHerlinge\" Gustav\nWieds stärkstes Buch.\nWie ein mit letzter- Kraft und Gewalt zu-\nsammengeschweißtes Ganzes ragt das Werk monu-\nmental auf. Noch nie hat Gustav Wied in solcher\nGeschlossenheit das Material behandelt. Nie hat er\nmit so vollkommenem Griff die plastische Totalität\nbeherrscht.\nAls er sich zu diesem Werk rüstete, röstete er\nsich zu einem Feldzug in dem er siegen oder fallen\nwollte.\nEr hat gesiegt.\nEr hat gesiegt durch die gewaltige Einheit\nseines Romans, die uns bezwingt. Er hat gesiegt,\ndurch die Unerbittlichkeit seiner Konsequenz. Er\nhat gesiegt durch die Tiefe seiner Ironie und die\nLebendigkeit seiner Laune.\nEin Werk ist geschaffen und wird verbleiben.\nUnd Gustav Wieds Sieg ist umso interessanter,\nals er so manchem Kampf, so manchen entgegen-\ngesetzten Strömungen, so manchen wider-\nstrebenden Einflüssen in der Entwicklung und dem\nGemüt des Dichters zum Trotz errungen ist.\nJeder, der den Roman liest, wird sehen, daß\ndas ein „Profil-Werk\" ist. Indem der Dichter dazu\nschreitet, sein entscheidendes Werk über den\nNiedergang zu schaffen, legt er es als ein Hautrelief\nan, wo alle Gestalten ihr von demselben Gefühl ver-\nschieden geprägtes Gesicht demselben Punkt zu-\nwenden. Die Mittelfigur ist der Faun oder Gott\ndes Triebes. Alle Steingestalten starren im Profil\ndie Mittelgestalt an — von ihr beschienen und nur\nvon ihr.\nDiese Darstellungsform ist die Emile Zolas.\nNamentlich in der letzten Hälfte der Rougon-Mac-\nquart ist sie zu ihrer höchsten Möglichkeit ent-\nwickelt. Als Emile Zola — in einem Riesenwerk —\ndie ganze Gefühlswelt des Menschenlebens schil-\ndern wollte, entschied er sich dafür, in jedem\neinzelnen Buch ein einziges Gefühl zu\nschildern. Ersah und schilderte nur eir*\nseelisches oder soziales Phänomen auf einmal. So\nschuf er dasselbe Hautrelief, wie Gustav Wied in\nden „Vätern\", das in der Totalität der Anlage dem,\nvon Emile Zola geschaffenen Vorbild nachstrebt.\nIn der Gesamtheit oder in der monumentalen\nAnlage.\nDenn in der Ausführung der Details gerät Wied\nin Konflikt mit dem französischen Meister.\nDas Detail, die Einzelgestalt gibt Gustav Wied\nnämlich als Impressionist. Der Roman ist aus all\nden gebrochenen, lebenden (zuweilen nur leben-\ndigen) Bildern des darstellenden Romans zu-\nsammengsetzt.\nZwei Schulen kämpfen einen harten Kampf in\ndem Wiedschen Werk. In der Zurechtlegung des\nStoffes folgt der Dichter Zola, in seiner engeren\nAusformung dem Impressionismus — ohne ihn ganz\ndurchzuhalten. Denn der Roman hat „verbin.\ndende\" Stellen von rein erzählender Art, die die\nimpressionistische Einheit der Einzelschilderungen"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "128", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1724, "texte": "stören. Nach meiner Ansicht hat diese Ungleich-\nirtigkeit den seltsamen Eindruck hervorgerufen,\nder den Leser zeitweilig beherrscht: daß das große\nRelief zusammengeschweißt ist ... .\nDennoch: das Relief ist mächtig.\nEs stellt mit monumentaler Wirkung seinen\neinen Gegenstand dar.\nAber eben seine Anlage verhindert natur-\ngemäß, daß wir rings um die Gestalten herum-\nkommen. Wir sehen — mit wenigen Ausnahmen —\nalle diese Menschen nur von einer Seite und in\neiner Stellung. Wir erfassen sie nicht in jener Zu-\nsammengesetztheit, die den ganzen Menschen\nergibt.\nEs ließe sich eine vollkommenere Roman-\nschilderung denken (und sie ist auch geschaffen\nworden), wo die „vorherrschende Eigenschaft\"\nnicht so gänzlich alle anderen Eigenschaften in den\nSchatten stellte und die trotzdem vorhanden sind,\nobgleich sie zurücktreten ....\nAber wie das Buch ist, so hat es Gustav Wied\ngewollt, oder „gemußt\" .... und schließlich und\nendlich ist vielleicht grade seine Begrenzung die\nQuelle seiner Kraft.\nDenn in einer Literatur, deren Merkmal solange\ndie Weichheit war, ist der große Eindruck dieses\nBuches der Eindruck der Stärke.\nWie in einigen unserer letzten Bücher.\nSollte die künstlerische Stärke dieser neuen\nLiteratur wirklich bedeuten, daß unsere Dichter\nunserem Volk vorangehen und das entfalten, endlich\nentfalten, was wir am allernötigsten haben: Kraft?\nWie innig wäre das zu wünschen, wie gut wäre\nes, das glauben zu dürfen.\nWelches Glück für die, die die Zeit des Nieder-\ngangs schildern mußten und in der Kunst und im\nLeben Zeiten des Aufstiegs und der Stärke er-\nleben, bevor ihre müden Gedanken erlöschen.\nAber die Hoffnung ist eitel, und man ist so oft\nenttäuscht worden.\nUnd doch — die Enttäuschung gebärt die\nHoffnung."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c011", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "128", "page_fin": "128", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.11", "titre_corps": "Transleithanisches", "titre_sommaire": "Transleithanisches", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "128", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.6", "debut_caractere": 1726, "fin_caractere_exclue": 5742, "texte": "Transleithanisches\nDie ungarischen Parlamentswahlen, die im\nSchatten der blinkenden Bajonette der halben öster-\nreichischen Truppenmacht ausgekämpft werden,\nhaben ein gar großes Opfer gefordert. Koloman\nMikspath.\nDer Budapester Korrespondent des Neuen\nWiener Tagblattes erklärt mit Bestimmtheit, daß\nMikspath ein Opfer der Politik sei. Der Herz-\nxrampf, dem er erlag, war die unmittelbare Folge\nder Aufregungen, welchen er sich während der\nReden in jener Stadt hingeben mußte, für die er\nals Kandidat der nationalen Arbeitspartei auftrat.\n„Nach zwölf Uhr griff der Kranke an seine Brust,\nstöhnte ■ laut auf, und nach wenigen Minuten\nhauchte der große Schriftsteller seine Seele aus.\"\nSo ergreifend poetisch schildert der besagte Kor-\nrespondent den Tod des Meisters der Short story.\n„In dieser Form, die im modernen Feuille-\nton gedeiht, nicht in der weitschichtigen Kom-\nposition einer vielgegliederten Romanhandlung,\nlag seine Kraft. Seine Landsleute rühmten den\npoetischen Adel seiner Sprache, die Originalität\nseiner volkstümlichen Gestalten, den Freimut sei-\nnes über alle politischen Parteiungen sich erheben-\nden Witzes. Den deutschen Leser aber zog der\nfrische Erdgeruch seiner Lokalschilderungen, die\ndrollige Heiterkeit seiner Fabeln lind die künstle-\nrische Knappheit seiner Erzählungen an. Lächelt\nman schon über dieses dumme Lob, so zwingt die\nBehauptung, daß aus Mikspath ein grundge-\nscheiter Mensch zu uns sprach, zu hellem Lachen.\nIn seiner politischen Tätigkeit war er regie-\nrungstreu reaktionär, seine Schriften aber würzte\ner mit einem über alle politischen Parteiungen sich\nerhebenden Witz.\nKarl Eötvös, auch eine Größe der ungarischen\nOperettenliteratur, dem verzückten Korrespon-\ndenten auf die Fersen tretend, sagt hingegen, daß\nder vollen Entfaltung des Mikspathschen Talentes\ndas politische Milieu einigermaßen Abbruch getan\nhat. Aber trotzdem war Mikspath einer der ersten,\nder hervorragendsten Schriftsteller. — Hören wir\nden Unsinn selbst: „Obwohl in einem slowakischen\nMilieu aufgewachsen, dessen Eindruck in den\nersten, zugleich den besten seiner Werke stark\nfühlbar ist, wollte es sein guter Genius, daß er in\nverhältnismäßig noch jungen Jahren nach Szegedin,\ndieser kernungarischen Stadt, zu längerem Auf-\nenthalte kam. Hier empfing er die seinem Talent\nso wohltätigen Eindrücke des ungarischen Genius.\"\nAnscheinend werden in Ungarn die Dichter von\ndiversen Genien förmlich zerrissen.\nDoch weiter: „Seine Verehrer hatten recht,\nihn unter die Ersten zu erheben, doch unrecht, ihn\nin den letzten Jahren über Jokai stellen zu wollen,\nder in der ganzenWelt nicht seines-\ngleichen hat. Mikspaths Humor, der stark\nvon Sentimentalität durchsetzt ist, ähnelt jenem\nDickens, seine schriftstellerische Eigenart erinnert\njedoch am lebhaftesten an Tschechow.\" Und\nschließlich: „Hätte ihn das Schicksal dauernd in\nder Nähe der wahrhaft Großen unserer Nation\nweilen lassen, so würde sein schriftstellerischer\nRuhm ein weit größerer sein.\" Wer sind die wahr-\nhaft Großen dieser Nation? Wahrhaft und em-\npörend groß ist augenblicklich in ihrem Lande die\nZahl der Leichen, über die hinweg eine absolu-\ntistische Regierung ihre blutbesudelten Trophäen\nan sich reißt und deren Verworfenheit sich über die\nTatsache, daß sie Mikspath als ihren Toten be-\ntrachtet hat, und ihn auf Staatskosten beerdigen\nließ, keinen Augenblick vergessen läßt. —\nAber weshalb wollte Mikspath von der leidi-\ngen Politik nicht lassen? Tat sie doch der vollen\nEntfaltung seines Talentes Abbruch und kostete\nihm sogar das Leben. Wir werden uns mit der Ge-\nwißheit trösten müssen, daß die ungarische Lite-\nratur noch einen Jokai, der doch in der ganzen\nWelt nicht seinesgleichen hat, und auch noch einen\nFranz Molnar und den Taif Melchior\nLengyel besitzt. Es trifft sich so schön, ihn hier\nzu zitieren. Es sind die tiefsinnigen Schlußworte\nseines Dramas, die der philosophische Kobayashi\nspricht.\n„Der Tod ist nicht gräßlich. Wer geboren\nwird, muß sterben. Wir alle müssen sterben. Das\nist schon so — und gar nicht wichtig. —\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c012", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "128", "page_fin": "128", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.12", "titre_corps": "Josef Kohler : Das literarische perpetuum mobile. Auch kein Liebling der Musen.", "titre_sommaire": "Josef Kohler : Das literarische perpetuum mobile. Auch kein Liebling der Musen.", "signature_source": "J. A", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "128", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.6", "debut_caractere": 5744, "fin_caractere_exclue": 6471, "texte": "Josef Kohler\nDas literarische perpetuum mobile. Auch kein\nLiebling der Musen.\nJ. A.\nJa, wir alle müssen sterben. Daran glaubt\nauch jeder. Zweifeln aber muß man, ob in Ungarn,\ndiesem Lande des dünkelhaften, kritiklosen und\nblödesten Chauvinismus, ein Mensch, und nennt\ner sich selbst Eötvös, Flaubert kennt. Den Kriti-\nker Flaubert und diese seine Worte kennt: „Welche\nSicherheit! Welches Voreingenommensein. Wel-\nche Unredlichkeit, Beleidigungen gegen Kunst-\nwerke, Ehrerbietungen vor Plattheiten — und die\nEseleien jener, die für bedeutend gelten und die\nDummheit dieser, die man als geistreich hinstellt.\"\nUnd das sagte Flaubert über eine Literatur,\ndie hoch über der ungarischen steht. WTeh ihr,\nhätte er über sie geurteilt."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c014", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "128", "page_fin": "128", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.13", "titre_corps": "Beachtenswerte Bücher und Tonwerke", "titre_sommaire": "Beachtenswerte Bücher und Tonwerke", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "128", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.6", "debut_caractere": 6473, "fin_caractere_exclue": 6690, "texte": "Beachtenswerte Bücher und Tonwerke\nAusführliche Besprechung vorbehalten 1\nRücksendung findet in keinem Fall statt\nHEINCRICH MANN\nDie Göttinnen / oder die drei Romane der\nHerzogin von Assy\nVerlag Albert Langen-München_"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c015", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "128", "page_fin": "128", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "128", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.6", "debut_caractere": 6766, "fin_caractere_exclue": 6851, "texte": ". v\na\nr\nI\nw\n*9\nDas Besle vom Bestenii\nEr schmeckt sehr gut und\nbekommt ausgezeichnet."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c016", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "128", "page_fin": "128", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "128", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.6", "debut_caractere": 6853, "fin_caractere_exclue": 7241, "texte": "Preis 1 Mark Preis 1 Mark\nMenthol-Malz-Dragees\n■ B\nSicheresMittel gegen akuteKatarrheder Atmungs-\norgane / ermoglicht Schauspielern und Sangern\nsofortigen Gebrauch der erkrankten Organe\n...... ZAHLREICHE ANERKENNUNGEN ——\nZu baben in alien Apotheken und Drogerien / Alleinige Fabrikantin\nHPharmaciau / Fabrik ffir pharmaceutischen Bedarf / Berlin-Halensee\nWohlichmecktnd Sicher wirkend\nR ■"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c017", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "128", "page_fin": "128", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "128", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.6", "debut_caractere": 7243, "fin_caractere_exclue": 7468, "texte": "Hoher Gewinn\nbietet sich Kapitalisten,\ndie sich mit\n20 bis 30000 Mark\nan einem originellen Ver-\nlagsunternehmen au!\nsicherer Grundlage\nstill oder aktiv beteiligen\nOffert. unter A. Z.256an die Annoncen-Annahme BOTS. BERLIN W35"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c018", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "128", "page_fin": "128", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "128", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.6", "debut_caractere": 7470, "fin_caractere_exclue": 7660, "texte": "In Berlin erscheinende\nfranzosische Zeitsdirift\nIJOINAL 112 ALLEMUGKE |\nS Zur Vervollommnung\nin der franzosischen\nS Sprache gut geeignet j\n! •\n| Abonnementspreis vierteljahrlich 1,50 M J\n■ *"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c019", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "128", "page_fin": "128", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "128", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.6", "debut_caractere": 7662, "fin_caractere_exclue": 7740, "texte": ":: Probenummern ::\numsonst und portofrei durch die\nGeschaftsstelle „DER STURM\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c020", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.19", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.7", "debut_caractere": 179, "fin_caractere_exclue": 824, "texte": "6 Prozent Rabatt!\nEhrenpreis der Stadt\nBerlin 1906\nEhrenkreuz und goldene\nMedaille 1908\n„Mulvoss\"\n6 Prozent Rabatt!\nD. R. Patent ::::::::\n:::::: D. R. G, M.\nMULHAN & VOSS :: Auslandspatente ::\nKochstrasse 75 BERLIN SW Ecke Wilhelmstrasse\n112 - ■'-J.'- • tn—■.Vsir'A-' $-\n: l-X' - !\nTfc'ii-...';sCfc3sis£.\nI'**- : cr-i: >\n:: Kein Umbetten!\n••\n••\nChalselongue\nKein Abriicken von der Wand I\nJedes Zimmer kann in Vt Minute\nals Schlafzimmer benutzt werden\nVerwandlung\n11. Geschfift: Lfltzowstr. 91, an der Pots-\ndamerstr.:: Fernspr. Amt 6, 7197\n!alis<\nSofa\nBett\nM *■tri;-\nVerwandlung\n111. Geschaft: Konigstrasse 7, neben\nIsrael:: Fernspr. Amt I, 7364"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c021", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.7", "debut_caractere": 826, "fin_caractere_exclue": 1729, "texte": "Gustav Z., 48 Jahre\nPhotogr. am\n10. Juni 1908\nGustav Z.112 48 Jahre\nPhotogr. am\n11. Nov. 1908\nGebrauchen Sie\nZubeils Rossmark-Pomade & Mark . . 1,—, 2,—\nZubeils Haarmilch zur Haarpflege .... 1,75\nZubeils Crinol-Creme 3,—\nzur G.'sichtspflege. Gesichtsfalteo (Runzelo) verschwinden uoter\nGarantie in einer Nacht.\nZubeils Rossmark. - Einreibung & Mark 1,50, 2,50\nwird von Aenten empfohlen und bei Reissen, Rheumatismus, Gicht\nverordnet, beseltigt die Schmerzen sofort. Verlangeo sie aber\nnur unsere Artikel, wo unser Reklame-Plakat im Schaufenster hangt.\nDurch 5 jahrige Erfahrung sind wir in der Lage,\nIhnen auch bei vollstandiger Kahlkopfigkeit fiir\nErsatz zu garantieren. Wir zahlen Ihnen den Be-\ntrag zuriick, wenn Sie nach Gebrauchsanweisung\nverfahren, und keinen Erfolg haben. Wo nicht erhalt-\nlich durch Boten frei Haus oder per Nachnahme\nGUSTAV ZUBEIL U. SOHN\nBerlin NW. Wiclefstrasse 24 (11, 2347)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c022", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.7", "debut_caractere": 1731, "fin_caractere_exclue": 1910, "texte": "DIE NEUE\nSECESSION\nV\nAusstellung abgewiesener\nKiinstler der Berliner\nSecession 1910\nin der\nGalerie MAXIMILIAN\nMACHT Rankestrasse 1\nan der Kaiser Wilhelm\nGedachtnis-Kirche :: :: ::"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c023", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.22", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.7", "debut_caractere": 1912, "fin_caractere_exclue": 2200, "texte": ">4.\n*\n\"3.\n<0\nCJ\n<0\n-C\n<T\ntf\nC?\nO-\nOl\n*?\n$\nc?\nW\"\n£?\nft\n<?/.'\nProf. Dr. Backhausmilcli, alt be-\nw&hrte Kindermilch. — Trinkfertige Por-\ntionflaschen fttryerschiedene Alterstufen.\nMaltosana, bester Zusatz zur Selbst-\nberstellong anderer Milchmischungen.\nPXond-Dose IM. 60. In Apotb. u. Drog."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c024", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.7", "debut_caractere": 2202, "fin_caractere_exclue": 2268, "texte": "*YiruJl^C\nXaa*\n(XM/ul*\nSmmXs. J A/$\n-\n(B>»b»\nfc^ftTVfcJUww&tfc.\nHi"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c025", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.7", "debut_caractere": 2270, "fin_caractere_exclue": 2901, "texte": "1000 Kronen erhalt\nwer im Stande ist, ein unentbehrlich Ding fur die Nacht: „Mond-\nlicht\" in jedem Hause, ein Wunder der Chemie, auszublasen\nMein Mondlichtapparat, ein wunderbar sinnreich konstr. inter-\nessanter Wirtschaftsartike!, besitzt unbegrenzt haltbar die F&hig-\nkeit, vollstandig kostenlos zu leuchten, da hierzu keinerlei Brenn-\nstoffe angewendet werden. Vieljahr. Garantie fur tadell. Funktion.\nPffjQ*C!£it fttr (jJrilsse M. I. 11. 111. IV.\nKronen 3,G0 4,80 11,- !•,—\nFranko iiberall hin gegen Vorauszahlung (auch in Briefmarken)\noder Nachnahme 30 Heller mehr. Verpackung gratis v.::\nMosidlichtwerk A. Seifo Warnsdorf 337"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c026", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.7", "debut_caractere": 2903, "fin_caractere_exclue": 3061, "texte": "jrxTMTm*UTTi nr i\nZTuTi'H Cafe Continental s°!Z\"\"i\nJeden Abend von 9—4 Uhr Nachts:\nGrosses Kiinstler - Konzert\nAlle bedeutenden Zeitungen und Zeitschriften\n__"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c027", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.7", "debut_caractere": 3063, "fin_caractere_exclue": 3284, "texte": "\"\" \" ■' \" \"\n/AAX GIESSWEI.N\n■* ai * ■\nKgl. Sachs, u. Kgl. Wurttemb. Hofoperns&nger\nBERLIN W. 50, Culmbacherstr. 6\nFernsprecher Via, 18926 Fernsprecher Via, 18926\nERTEILT GESANGUNTERRICHT:\nSprechstunde 5—4 Uhr_\n\" \" \" \" \" \""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c028", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.7", "debut_caractere": 3286, "fin_caractere_exclue": 3719, "texte": "Internal Patentbureau, gegr. 1893, Fitte &Theune\nBerlin S.W. 48 Friedrichstr. 230 Tel. 6a. 18981\nAusarb. fon Erfindungsideen. Patentanmeldung i. ill. LSndern. Miss. Preise\nKeine Haehzahlungen. Sehnelle Yerwertung von Patenten o. jegl. Yorschuss\nIr .11.1 wclche s. 112. Beteiligung an d. ilusbeutung von Pa~\nOilmmPll tentGn interess., bitten wir um Ihre fldresse, um\nIIU|JI lUllOlOll, kostenlos. unverbindl. Rngebote machen z.konnnen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c029", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.28", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.7", "debut_caractere": 3721, "fin_caractere_exclue": 4247, "texte": "Keine Zahnschmerzen\nKein Zahnziehen mehr\n■\nAuf Anfrage gebe\nich Jedermann Aus-\nJ kunft iiber ein Mittel\ngegen schwarze,hohle\nj und lockere Zahne\nErfolg garantiert\nj O.Berger, Berlin W35\nI Potsdamer Strasse 111\n■\n■\nJ Abschrift: Sehr geehrter Herr!\n5 Von vielen Zahnschmerzen bin\nS ich nun ganzlich befreit durch die\nS Anwendung Ihres preiswerten\nS Mittels. Daher empfehle ich es\nS Jedem, der von Zahnschmerzen\nS geplagt ist. Mit herzlichem\nS Dank bescheinigt dies Helene\nS Kleemann, Rosengarten,\n( :: Frankfurt an der Oder ::\n■"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c030", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c030", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.29", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.7", "debut_caractere": 4249, "fin_caractere_exclue": 4465, "texte": "■\n...........................\n11 Die Fackel I\nHERAUSQEBER\nKarl Kraus\nMummer 303/4\nsoeben erschienen\nPreis 50 Pfg.\n■\n■\nOberall erhAltlich «\n?\nWerbcband dcr rackcl\n50 Pffc. 210 Seiten stark 2\nI\n........................"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c031", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c031", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.30", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.7", "debut_caractere": 4467, "fin_caractere_exclue": 5147, "texte": "C J ri 1/ a « li 1 a Sanatorium and Erholangsheim\nrinKwil ill 11II1C Post Mellenbach bei Schwarzburg _im Thtiringer Wald\nBesitzt alle neuzeitlichen Einrichtungen, Zentral-\nheizung und elektrisches Licht, komfortable Qesell-\nschaftsraume. Individuelle arztliche Behandlung\nDie Ktiche steht unter Aufsicht des Arztes. Bei\nNervenschwache, Magen- und Darmleiden, Gicht\nund Rheumatismus, Frauenleiden u. a. m. best-\ngeeigneter Aufenthalt\nBesitzer und Leirer: I>r of. med. W. Hotz\nAllseit. ReformbesUebungen,\ninsbes. derPflege persfinlicher\nKultur und gesunder Lebens-\nansehauungen, dient unsere\nMonatsschrift\nvon der wir Probe-\nnummern auf Wunsch gratis\nversend. Abonn. M. 3,60 p. Jahr"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c032", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c032", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.31", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.7", "debut_caractere": 5149, "fin_caractere_exclue": 5629, "texte": ">-/•£ \" • Mi i\nDETEKTIVE\nAuskuiiitei LEHMAKN, Berlin SW 68, Markgrafensfrasse 75, parterre\nBeobachturigen, Ermittelungen in alien Vertrauenssachen\nII • ■ a | «« £» fib. Vorleb., Lebensweise, Ruf, Charakter,\nHSBr(ltO-A|gsKlinTfP VermSgen, Einkomnten, Gesundheit etc.\nElyfl CI 10 rllSyf\\llllllU von Personen an alien Platzen der Erde\n——— IMskrete Oeschafts-Kredlt-Auskttnft© ———\nff. Referenzen — Erfolge — Praxis seit 1888 Großte Inanspruchnahme\nBest© Bedienunff bei solidem Honorar"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c033", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c033", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.32", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.7", "debut_caractere": 5631, "fin_caractere_exclue": 6177, "texte": "Akustik=Spr echmaschinen\nvon der einfachsten bis zur vornehmsten Ausstattung in kulanter und durchaus\ndiskreter Tailrahiuntv Bequeme Zahiweise, geringe Anzahlung,\nWeise : ctlll I Cli/fClilillilg Rest in wochentlichen oder Monatsraten\n©\nProvislonsreisende und Vertreter gesucht ::\n] Hoher Nebenverdienst C\n1\nflir Personen jeden Standes durch Vertrieb oder Nachweis von K&ufern\nAkustik=Sprechmaschinenwerke Berlin W 66\nMauerstrasse 86—88 :: Fahrstuhl :: Tel.: I, 7497\nSpetialitaf: Akustophone. Trichterlose Apparate in Schatulleq- und Schrankform\nO"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c034", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c034", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "130", "page_fin": "130", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.33", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.8", "debut_caractere": 171, "fin_caractere_exclue": 702, "texte": "A. Jandorf & Co.\nSpittelmarkt Beile-Alliancestr. Gp. Frankfurterstp. Bpunnenstp. Kottbusep Damm\nGarten- und BaSkon• Mobel\nHolz-Klappmobel\nUi\nflach zusammenlegbar\ny/07\nSessel 3.851 Tisch ca. 85—50 cm 4.751 Bank 6.251 Stuhl 1.95,2.25\nFeldsttthle 48, 95,1.25 mit Lehne 1.25\nTriumphsttthle 2.25\nrait Ooc mitArmlehne Q-- fttr QC\nArmlelme fcS.oO u. Fusssttltze 0./u Kinder uJPf.\nM\nm\nlUI\nm\ni'M.\nmm\nZusammenlegbarer Wagen\nmahagonifarbig lackiert, mit bordeaux -112 Q\nLedertucb, Gummir&der IO.OU\nKorbsessel\nPolsterung mit\nKretonnebezug\n4.85"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c035", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c035", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "130", "page_fin": "130", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.34", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.8", "debut_caractere": 704, "fin_caractere_exclue": 851, "texte": "DIE TAT\nWEGE ZU FREIEM\nMENSCHENTUM\nVIERTELjAHRL.M.2 HEFTM.O,BO\nEINE MONATSSCHRIFT\nHERAUSOEOEBEN VON\nERNST HORNEFFER\nVERL. DIE TAT G.m.b.H*, LEIPZIG"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c036", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c036", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "130", "page_fin": "130", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.35", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.8", "debut_caractere": 853, "fin_caractere_exclue": 1049, "texte": "DER DEMOKRAT\nWochenschrift fur freiheitliche\nPolitik / Kunst und Wissenschaft\nErscheint jeden Mittwoch\nNummer 10 Pf. / Quartal M 1\nProbenummern frei d. G. Zepler\nCharlottenburg- Bismarckstr. 103\n*"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c037", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c037", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "130", "page_fin": "130", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.36", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.8", "debut_caractere": 1051, "fin_caractere_exclue": 1199, "texte": "■ JEDE FRAU\nlese die Stoning- der Periode zurl\nSelbstbehandlung von Dr. Lewis\nStatt 1 Mk. nur 50 Pf. in Briefm.\nH. Streubel, Berlin 16 F ranzstr.l4l"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c038", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c038", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "130", "page_fin": "130", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.37", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.8", "debut_caractere": 1201, "fin_caractere_exclue": 1546, "texte": "THRICHOPHIL\nnn/r o A A Praparat zur Erhaltung und pi w/r o A A\n. M. 3,00 Starkunff des Haarbodens Fl. M. 3,00\n•■■■■■■■■■■■■■a ===== nur beim Fabrikanten: == aaaaaaaaaaaaaaa\nOtto Teutscher/Friseur\nI. Geschaft: 106aPotsdamerstr.,Eing-.63Steg-litzerstr.,Tel.Vl,673s\n11. Geschaft: Charlottenburg, 100 Kaiserdamm, Tel. AmtCh.,63B7\nlIHIIOOOOOOOOOIIIBI"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c039", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c039", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "130", "page_fin": "130", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.38", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.8", "debut_caractere": 1548, "fin_caractere_exclue": 2066, "texte": "DARLEHE,N\nreellen Leuten jeden Standes. Auch gegen MSbelbeleihung, Kunst-Gegenstjbiden,\nohne abzuholen. — Offizieren, Kavalleren, Beamten Geld in jeder Hohe. —\nBeschaffung von Hypotheken auf berliner und auswartige Grundstiicke. — K a a 112\nund Beleihungvon Hypotheken, Erbschaften, Sparkassenbiichern, Lombardscheinen,\nMietzessionen. — Schnelle, grundreelle, diskrete Erledigung. : :—: : s—: :\nWILHELM MEYER :: Bank-Kommission\nBERLIN S 14 Stallschreiberstrasse 56 II\nSprechzeit 10—12 und 4—7 Fernsprecher: Amt IV 6785"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c040", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c040", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "130", "page_fin": "130", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.39", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.8", "debut_caractere": 2068, "fin_caractere_exclue": 2291, "texte": "FORDERUNGEN KAUFT UND ZIEHT EIN\nINCASSOBANK EWALD VON HAEUSSLER\nBERLIN N. 54, Veteranenstrasse 19 Telephon Amt 111, 8164\nDETECTIVABTEILUNG: Ermittelungen, Beobachtungen,\nHeranschaffung von Material in Civil- und Strafsachen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-06-16-01-c041", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-06-16_01#c041", "volume": "bmtnabg_1910-06-16_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "130", "page_fin": "130", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.2.40", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.8", "debut_caractere": 2293, "fin_caractere_exclue": 3072, "texte": "3\nn\ntt\n&\n;4fl\nP\nT.\n±1\n7\ntt\nJ:\nJ\n112\nE:\n:Elr\nttt\nEC\n34\ni-:(5\n«.\\r-.\n,vn\n*• *+\nrix\nttjfc\nxV>\n*3\n*\nP* m\n**S\nI\nM\nKW\n■MP.\noani rROC«ei«\n:W-Vf\nK|JPFERBERG RIESLING)\nR\nrawT6N\n€} Es ist nicht mehr als logisch, daß ein Stillwein, welcher schon i\nals solcher unerreicht dasteht, als Sect seine hflchste. Voll»\n> *»\nkommenheit erlangen muß. — •<\n€] Unsere neue Marke \"Kupferberg Riesling\" besteht aus hervor-\nragenden Weinen der Riesling-Traube, welche allgemein als\n112\ndie edelste Traube der ganzen Welt anerkannt wird. Kein Land\nerzeugt Weißweine, welche sich annahernd mit unseren deutschen\nRiesling-Weinen messen konnten. —\n/ * \"\nChr. Ad1 Kupferberg & C°\ny Hoflieferanten MAINZ Gegriindet 1850\n• ,*\n| Ueber Bedeutung voh \"Riesling\" gibt unsere neue Broschiire interessanten Aufschlufi."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "123", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.1", "texte": "Umfang acht Selten\nEinzelbezug s 10 Pfennig\nDER STURM\nWOCHENSCHRIFT FÜR KULTUR UND DIE KÜNSTE\nt\nRedaktion und Verlag: Berlin-Halensee, Katharinenstrasse 5\nFernsprecher Amt Wilmersdorf 3524 / Anzeigen-Annahme und\nGeschäftsstelle: Berlin W 35, Potsdamerstr. 111 / Amt VI 3444\nHerausgeber und Schriftleiter:\nHERWARTH WALDEN\nVierteljahresbezug 1,25 Mark Halbjahresbezug 2,50 Mark/\nJahresbezug 5,00 Mark / bei freier Zustellung / Insertions-\npreis für die fünfgespaltene Nonpareillezeile 60 Pfennig\nJAHRGANG 1910\nBERLIN/DONNERSTAG DEN 16. JUNI 1910/ WIEN\nNUMMER 16\n\nSchlechte Dichter: 1/ Albert Träger\nTrieb die übliche liberale Politik. Verfasste trostlose Mutterlieder. Ehrte die Frauen, die flechten und weben\nWurde von den Herren O. Blumenthal und G. Engel neuerdings zum Steinerweichen gefeiert. Seine Originalität\nhingegen blieb in Deutschland ohne Anerkennung, trotzdem die Schnurbartspitzen platterdings in die Augen stechen.\n\nINHALT:\nROBERT SCHEU: Leitfaden der Weltge-\nschichte / ALBERT EHRENSTEIN: Tod eines Seebären/\nPAUL LEPPIN: Daniel Jesus / Roman / ALBERT DREY-\nFUS: Gedichte / ALFRED DÖBLIN: Gespräche mit\nKalypso über die Musik / ARTHUR SILBERGLEIT:\nDer Spiegel / ROBERT LEWIN: Homunculus / HER-\nMAN BANG: Die Väter essen Herlinge / J. A.:\nTransleithanisches / KARIKATUREN: Albert Träger\nund Joseph Kohler\n\nLeitfaden der Weltgeschichte\nII / Mittelalter\nVon Robert Scheu\nUm die Lücke zwischen Altertum und Neuzeit\nauszufüllen, trat das Mittelalter ein. Schon der An-\nfang des Mittelalters wurde überaus störend emp-\nfunden. Die Völker verloren ihr bisheriges Sitz-\nfleisch und der Fremdenverkehr nahm ungeahnte\nDimensionen an. Je schlitzäugiger die asiatischen\nVölker waren, desto neugieriger waren sie auf\nEuropa. Der gute alte Grundsatz: Asien für die\nAsiaten, geriet in Vergessenheit und die Hunnen er-\ngossen sich mit einer Eile, die einer besseren Sache\nwürdig war, gegen Westen. Die Völkerwanderung\nging so überstürzt vor sich, daß für die folgenden\nJahrhunderte des Mittelalters nur mehr wenig übrig\nblieb. Immerhin gelang es Attila (der nie ohne\nKlammer ausging, in welcher er sich Etzel nannte),\nsich durch sein abschreckendes Aeußere einen\nNamen zu machen. Die Häßlichkeit der Hunnen, die\nmit ihren Pferden wie lebzeltene Reiter verwachsen\nwaren, übertraf alles bisher Dagewesene. Be-\nsonders unappetitlich berührte es die mittelalterlichen\nLeute, daß die Hunnen auf rohem Fleische ritten.\nEs wurde durch solche Behandlung mürbe und\ndelikat. Diese Sitte wäre auch heute noch in vielen\nGasthäusern empfehlenswert. Die Hunnen zu be-\nsiegen, war äußerst schwierig, da sie sich immer im\nentscheidenden Moment zurückzogen, und so taten,\nals ob nichts geschehen wäre. Man darf die Hunnen\nnicht mit den Vandalen verwechseln. Diese lebten\nausschließlich von der Plünderung der Gemälde-\ngalerien, so daß die Maler und Bildhauer der unge-\nheuren Nachfrage kaum nachkommen konnten. Die\nVandalen hatten das Prinzip, gerade die schönsten\nBilder am billigsten zu verkaufen. Beiisar, der die\nUrasserei nicht länger ruhig ansehen mochte, zer-\nstörte schließlich ihr Reich, wofür ihm hiermit der\nverbindlichste Dank ausgedrückt wird. Auf ähnliche\nWeise kamen auch viele andere Völker abhanden,\ndie die Völkerwanderung mißbrauchen wollten. Der\nZweck der Völkerwanderung wurde im Großen und\nGanzen nicht erreicht. Die Jahreszahlen hätten sich\nso wie so ereignet,. Gerade die interessantesten\nVorfälle, wie beispielsweise die Geschichte vom\nKönig Alboin und Rosamunde, sind sagenhaft, Das"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "124", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.2", "texte": "Mittelalter ist daher mit Recht verhaßt und es ge-\nhört zu den erfreulichsten Errungenschaften der\nNeuzeit, daß wenigstens die allerüberflüssigsten\nJahrhunderte, wie beispielsweise das zwölfte und\ndreizehnte endgültig beseitigt sind. Da es bei der\ngroßen Verwirrung der Völkerwanderung geradezu\nunmöglich war, auf alle Völker achtzugeben, waren\nplötzlich die Franken da, welche natürlich von den\nMerovingern regiert wurden. Das Frankenreich\nwurde bald in drei, bald in vier Teile geteilt, um den\nKöniginnen Brunhild und Fredegunde Gelegenheit\nzu allen möglichen Greueln zu geben, bei welchen\ndie beteiligten Personen jeweils in ebensoviele\nTeile zerlegt wurden. Mit dem Fortschritt der Hu-\nmanität, der ebenso langsam als unwiderstehlich ein-\ntrat, wurde die Vierteilung immer mehr von der\nDreiteilung verdrängt. In der Neuzeit werden die\nMenschen nur in zwei Hälften zerschnitten, wodurch\nsich die Hinrichtungskosten, ganz abgesehen von\nder Zeitersparnis bedeutend verringern. Das Fran-\nkenreich zerfiel in so und soviele Gaue. Wir haben\nsie uns paperlgrün vorzustellen. Die Industrie\nstand auf einer niederen Stufe. Man erzeugte sie-\ndendes Wasser und glühendes Eisen, die haupt-\nsächlich für den Gebrauch der Gottesurteile be-\nstimmt waren.\nKein Wunder, daß die Hausmeier unter solchen\nUmständen eine ungeheure Macht bekamen. Von\nder Kürze Pipins macht man sich nur schwer einen\nBegriff. Um vorwärts zu kommen, widmete er sich\nder Hausmeierei, damals die sicherste Karriere, in\nder auch ein Stöpsel vorzügliche Chancen hatte.\nDie Schlacht bei Tours und Poitiers war noch nicht\ntrocken, als er schon König wurde und eine Dynastie\nvon sich abstammen ließ. Es sind dies die Karo-\nlinger, deren tüchtigster Karl der Große fünfund-\nvierzigtausend Sachsen umbrachte. Widukind war\ndavon so entzückt, daß er zum Christentum über-\nging. Als Weihnachtsgeschenk wurde Karl um das\nJahr 800 zum römischen Kaiser gekrönt. Die Zeit\nbis zum Jahre 814 vertrieb er sich damit, daß er den\nWinden deutsche Namen gab, was mit Rücksicht auf\ndas vorgerückte Mittelalter höchst dringend schien.\nVon den folgenden Kaisern hießen die geraden\nOtto, die ungeraden Heinrich. Der berühmteste ist\nHeinrich der Vierte, der zur Abhärtung im Januar\nmit bloßem Hemd nach Canossa ging. Bald darauf\nentstand ein so intensives Bedürfnis nach Land-\npartien, daß nichts übrig blieb, als die Kreuzzüge\nzu veranstalten. Sie fanden genau in der Reihen-\nfolge ihrer Nummerierung statt und zwar wie vor-\nauszusehen war: sieben. Die geographischen\nKenntnisse nahmen außerordentlich zu, der eigent-\nliche Zweck der Kreuzzüge; es gab nämlich damals\nroch keine Bäedeker.\nDie Weifen und Ghibellinen lebten wie Hund\nund Katze. Sie drückten das in den Worten aus:\nHie Weif, hie Waiblingen. Besonders der letzte\nAusdruck ist sehr treffend. Friedrich Barbarossa,\nder, um das Italienische gründlich zu erlernen, fünf-\nmal nach Italien zog, wurde in der Schlacht bei\nLegnano aufs Haupt geschlagen und infolge dieses\nVerdienstes als deutscher Kaiser anerkannt. Wegen\nder vielen Kämpfe hatte Friedrich Barbarossa keine\nZeit, sich zu rasieren, so daß sein Bart durch einen\nMarmortisch wuchs. Bald darauf zog Konradin\nnach Italien. Dort ließ er sich als Stoff für die dra-\nmatische Dichtkunst hinrichten. Richard Löwen-\nherz war auf die verschiedensten Kaiser und Könige\nabwechselnd gut und wieder bös. Friedrich der\nSchöne, wurde in der Gefangenschaft so gut ver-\npflegt, daß er sich, in Freiheit gesetzt, gleich wieder\nals Gefangener stellte, um Kostgeld zu sparen.\nEndlich kam das langersehnte Reichsgrundgesetz\nzustande, es war dies ein goldener Bullen, der einen\nungeheuren Wert repräsentierte und im Versatzamt\nsehr hoch taxiert wurde. In der Schlacht bei Sem-\npach ersuchte Arnold von Winkelried die Feinde,\nihre ganze Munition auf ihn zu verschießen. Diese\ngingen auf den Leim und wurden nun wie die Mai-\nkäfer zusammengefangen. Sigismund einigte sich\nmit Papst Johann dem XXIII. — wo sind die übrigen\nzweiundzwanzig hingekommen? — zur Berufung\neiner Kirchenversamlmung nach Konstanz am\nBodensee, weil Johannes Huß die Leute gegen eine\nso nützliche Institution wie die Transsubstantiation\naufgehußt hatte. Huß konnte sich nicht beklagen,\ndaß er verbrannt wurde, da er mitten im Mittelalter\nauf freies Geleite vertraut hatte! Er sah seine\nNaivität ein und verschied mit den Worten: sancta\nsimplicitas. Die Hussiten, ein im Norden wohnendes\nVolk, welches wahrscheinlich von der Völker-\nwanderung übrig geblieben war, machten in ihrer\nWut verheerende Züge in die betreffende Umgegend,\nund verwendeten Schießpulver, indem sie erklärten,\nes sei zum Schießen. Dem Gutenberg wurde\nschließlich das Mittelalter zu dumm und er erfand\ndie Buchdruckerkunst. Was so leicht war, daß sich\ndas ganze Mittelalter genierte, sie nicht schon längst\nerfunden zu haben und schleunigst verfloß. Knapp\nvor Toresschluß erschien noch Goetz von Ber-\nlichingen, ein Krüppel mit einer eisernen Hand, der\nsich was darauf einbildete, der letzte Ritter zu sein.\nEr war übrigens nahe daran, zu verbauern, weil er\nUrfehde geschworen hatte, wodurch seine Hand zu\nrosten begann. Als man ihn darauf aufmerksam\nmachte, wurde er kotzegrob und tat jenen sattsam\nbekannten Ausspruch, von welchem man nicht weiß,\nob man ihn als Abschiedsgruß an das Mittelalter oder\nals Bewillkommnung der Neuzeit auffassen soll.\n\nTod eines Seebären\nVon Albert Ehrenstein\nSeit Kaiser Schnurbart diese Mode auf dem\nKontinent kreiert hatte und auch im Königreich\nKujavien jene reizenden Galeeren, die man Dread-\nnoughts nennt, eingeführt worden waren, kannte\nder Hochmut der Marineoffiziere dieses Landes\nkeine Grenzen. Daß Jeremej, der junge Herrscher,\nniemals in einer anderen als der Admiralsuniform\ngesehen und photographiert wurde, mußte die\nfrevelhafte Ueberhebung der Seeleute steigern,\nnamentlich aber den Neid aller Kasten hervor-\nrufen, die bis dahin den Großherrn mit einiger Be-\nrechtigung den Ihrigen hatten nennen können. Du-\nbrogin, der Oberste der Spione, welcher übri-\ngens dieser Bezeichnung den Titel eines Polizei-\nministers vorzuziehen liebte, ergrünte vor invidiöser\nWut. Hatte doch früher er den um seine Sicher-\nheit bangenden Fürsten besessen und reichen\nSold und große Ehrungen zur Strärkung seiner\ndem Regenten teueren Lebensenergien bezogen.\nNun hingegen hatte der treulose Monarch den\nSchutz seiner Existenz den Seefahrern anvertraut,\nin deren Gesellschaft er die Tage seines Lebens\nverabschiedete.\nDies war so gekommen: die Küste des Reiches,\ndie Gestade des Blutigen Meeres, beschmutzten\nStämme der Skiapoden und der Monokotyledonen,\nund um deren Sprach- und Futterstreitigkeiten\nund daraus erfolgenden Aufruhr im Zaume zu\nhalten, bedurfte es einer stets paraten, bewaffneten\nMacht. Da die Seebehörden die nächsten am Platze\nwaren, hatten sie wiederholt eingegriffen und durch\nihre geräuschlosen Gewalttätigkeiten die Aufmerk-\nsamkeit des Landesherrn auf sich gelenkt und sie\nschließlich in dem angegebenen Grade zu fesseln\ngewußt. Der Oberste der Spione aß vor Wut dar-\nüber seinen Bart, ja, er ward der Freuden der\nWelt überdrüssig. Solches wurde also sichtbar.\nIm Königreiche Kujavien wie überhaupt in der ge-\nsamten Biosphäre sind die meisten Wesen ge-\nnötigt, durch Einsatz und Preisgabe einzelner Kör-\nperteile und Fähigkeiten die übrigen zu ernähren.\nDieses Lebensgesetz führt zu fast grotesken Nutz-\nanwendungen. Zum Beispiel eine verhältnismäßig\ngroße Anzahl von Mädchen kann nicht anders als\ndurch jedermann anheimgestellte Benützung ihrer\nLeibesöffnungen den Magen mit Speisen füllen.\nDiese nichts als tragikomische Beschäftigung hatte\naber irgend ein alter Prophet, der sich von\nGurkensalat nährte, scheinbar verurteilt. Demzu-\nfolge und aus vielen anderen ebenso triftigen\nGründen müssen die Mädchen, wenn sie trotzdem\nauf die beschriebene Art zu eiweißhaltigen Sub-\nstanzen gelangen wollen, Tribut zahlen, die Grau-\nsamkeit der über sie verhängten Gesetzesdrachen\neinlullen, in Schlaf wiegen. Also mußte, gleichwie\njedes einzelne der Weibchen Körperteile zugesetzt,\nprostituiert hatte, auch die Gesamtheit, die Zunft,\neines ihrer Glieder opfern, es den Spionen zum\nFräße hinwerfen. So ward denn eines Tages nach\nalter Sitte ein Mägdlein namens Lisaweta seiner\nSchönheit wegen zum Opferlamm auserkoren.\nMit Blumen, Bändern und Edelsteinen aufs herr-\nlichste geschmückt, einen Myrtenkranz auf dem\nHaupte, wurde sie von ihren weißgekleideten Ge-\nnossinnen unter frommen Gesängen unserem\nDubrogin dargebracht, daß er segnend seine Hände\nauf sie lege und die Blüte ihres Leibes verkoste.\nEr aber befahl ihr nicht, ihren Körper zu entblößen\nund sich zu lagern, der Tyrann gab ihr keinen sei-\nner Blicke, die Lieder ihrer Augen und der Gesang\nihrer Schenkel rührten ihn nicht, und das arme\nKind, sich so verschmäht sehend, vergoß reichliche\nTränen und es brach ihr das Herz.\nDie Späher in ihren Höhlen sannen vergebens\ndarüber nach, was wohl die Mißstimmung ihres\nHäuptlings hervorgerufen haben möge? Aber einer\nunter ihnen, der bislang noch nie eine Erhöhung\nder zu seiner Mast bestimmten Speiserationen\nhatte bewirken können, im Gegenteil von jedem\ndiesbezüglichen Bittgang mit zertretenem Zylinder\nheimgekehrt war, besaß ein kluges und ehrgeiziges\nWeib. Sie erriet die Ursache der Verstörtheit des\nGewaltigen, und nicht genug an dem: es fiel ihr\nein Mittel ein, wie geschaffen, dem Regenten die\nFreude an dem Umgang mit den Wassermännern\nzu zerstören. Wenn nämlich die Seebären nach\nlanger Fahrt ans Land steigen, befällt sie regel-\nmäßig eine unendliche Sehnsucht nach Seebärinnen.\nViele aber unter ihnen, nicht fähig, eine große\nEwigkeit enthaltsam zu überstehen, hatten ihre\nLust mangels an so vollendet angepaßten Materien,\nwie es Mädchen sind, an minder geeigneten Ob-\njekten gebüßt und fürchteten nun, dadurch an\nLiebenswürdigkeit verloren zu haben, die Prü-\nfungen bei ihren Damen nicht zu bestehen und der\nStrenge des Auswahlgesetzes zum Opfer zu fallen.\nObgleich manche aus ihrer Mitte berufen waren,\ndereinst an der Spitze ganzer Geschwader zu\nstehen, hatten sie doch nicht so viel allgemeine\nBildung, um zu wissen, daß diese Verstimmung\nihrer Generationswerkzeuge nur kurze Zeit an-\nhalten, späterhin, kraft eines Weltprinzipes, die\nFunktion das Organ tauglich schaffen würde. Un-\nwissend lechzten sie nach Gewaltmitteln, die ihren\nLiebeswillen ins Ungeahnte steigern könnten.\nDiesem ihren Wunsche kam die Frau jenes beför-\nderungssüchtigen Unterspähers entgegen. Sie er-\ninnerte'sich der Tage, an denen sie sich zu ihrer\nhöchsten Befriedigung gemeinsam mit dem uralten\nFürsten Yohimbin jenen transversalen Schwingun-\ngen überlassen hatte, deren innerer Gang und\nRhythmus vielleicht dem der Bewegungen sehn-\nsüchtig an- und auseinanderprallender Sterne\ngleicht. Tückisch sandte sie zahlreichen Kapitänen\nmagische Zigarren, die angeblich ein vortreffliches\nAphrodisiakum waren, in Wirklichkeit jedoch einen\nStoff enthielten, zu dessen nebensächlichen Eigen-\nschaften es gehörte, das menschliche Leben wesent-\nlich abzukürzen. Ein Meergreis versuchte eine der\nZauberzigarren und sein Leib gab sich den Wir-\nkungen des Giftes hin.\nDies geschah gerade zu der Zeit, da ein an-\nsehnliches Kometenmännchen sich der Erde in\nLiebe zu nähern begann. Er wollte ein zartes\nLiebesspiel spielen, die Veteranen aber und die\nBürger beschlossen aus einer Art Patriotismus, ihre\nSchädel recht hart zu machen, um, soviel an ihnen\nlag, Widerstand zu leisten, die Erde zu verteidigen.\nVielleicht ganz gegen die Absicht ihrer Herrin und\nErnährerin, die wohl längst von solchem Zusammen-\nstoß geträumt hatte . . .\nTrotz der Koinzidenz mit einem so seltenen\nEreignisse rief der Tod des Admiralaspiranten\ngroßes Aufsehen hervor, von den Spionen be-\nstochene Gazetten führten den Meuchelmord auf\navancementslüsternen Brotneid zurück, und Jere-\nmej, der junge König von Kujavien, entsetzt über\nso niedrige Gesinnungen und für sein Leben ban-\ngend, mied die Gesellschaft der Seeteufel und\nflüchtete eilends in die Windeln, die Dubrogin für\nihn bereit hielt. Doch bald ermannte er sich wieder\nund verließ seinen Schlupfwinkel, ja! er konnte den\nAugenblick nicht erwarten, da ihm der Leibdiener\ndie Admiralsjacke ausgezogen haben würde. Und\njetzt geht der glorreiche Monarch auf und ab, rast-\nlos auf und ab, Extraausgaben der namhaftesten\nZeitungen sind in Vorbereitung, alle Untertanen\nharren in gespanntester Aufmerksamkeit des Mo-\nmentes, der ihnen die Nachricht bringt, welche\nUniform er nun tragen wird — anläßlich des Be-\nfruchtungskometen."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "125", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.3", "texte": "Daniel Jesus\nRoman\nVon Paul Leppin\nIn der dicken zitternden Luft schwamm der\nSchweiß wie eine Wolke. Die Gesichter waren\nrot, und in allen Augen saß eine finstere und\nlauernde Entschlossenheit. An den grünen Wänden\nliefen die Schatten der Tanzenden flackernd und\nzackig einander nach und ertranken mit einemmal\nin dem dunklen Winkel der Tür. Aber wieder und\nimmer wieder kamen sie ins Licht. Immer die-\nselben, lang und hastig, mit übereilten, verbotenen\nGebärden, stürmisch und ungeduldig, mit lächelnden\nKöpfen in einem irrsinnigen verzerrten Takte.\nDas wilde Brett spielte einen Walzer. Atemlos\nund eigensinnig schnell und ohne Melodie. Die Töne\nkletterten in die stickige Luft hinauf, hoch, unge-\nheuer hoch, bis zu der trüben zerfließenden Decke\nund fielen dann mitten hinein in den Saal, steil und\nsenkrecht vor die Füße der tanzenden Paare, die sie\nmit harten und unbarmherzigen Füßen zertraten,\ndaß sie aufschrieen vor Zorn und vor Schrecken.\nEs fehlten ein paar Saiten im Leibe des wilden\nBrettes. Mißmutig und ärgerlich stand es auf drei\nFüßen in der Ecke und zeigte in den Pausen, wenn\nder Atem der Leute nach dem Tanzen schwer und\nregelmäßig durch das Zimmer ging, wie der Ton der\nDreschflegel in der Scheune, ein unsauberes, bös-\nartiges Gebiß. Gelb und schadhaft waren die Zähne\ndes Klaviers. Aber es schlief eine mißtönige und\nbodenlose Begierde in ihnen, eine arge und unent-\nrinnbare Folter der Freude, und wenn der Musiker\nmit den schielenden Augen die Tasten berührte,\ndann rief und lockte seine häßliche heisere Stimme,\ndann wuchs ein Zauber aus ihm hinauf, hoch und\nhöher, der alle erfaßte, dem niemand entfliehen\nkonnte, der das Verlangen rüttelte und gellend das\nLeben wachrief und seine heimlichsten und gefähr-\nlichsten Wünsche. Das wilde Brett nannten es die\nLeute, die hier zusammenkamen. Eine bunte und\nseltsame Gesellschaft war in dem Räume: Blutjunge,\nblasse und frivole Gesellen mit scheuen, zuchtlosen\nHänden, und lüsterne, gemeine Weiber mit roten,\ngierigen Lippen und straffen, drängenden Brüsten,\ndie alle wie in einem schweren Traume die Wände\nanstarrten und sich von den Männern beinah tragen\nließen im Tanze.\nWieder und wieder spielte das wilde Brett\nseinen einzigen, kreischenden Walzer. Rasend und\nmit einem großen, dumpfen Laut fing die Menge an,\nlangsam sich in der Runde zu bewegen. Dieses\nVolk liebte die Nacht. Da wurden hundert ver-\nwegene Gedanken frei und zahllose Vorsätze und\nPläne. Nicht reif und klar geordnet, wie der Tag\nsie bringt, ziellos und verschlungen, undeutlich, und\nkeiner konnte sie entwirren. Zwischen den breiten,\nbunten Säulen, die der Staub vor die rauchenden\nLampen baute, sahn die jungen Männer trunken und\nstumpf in ihr Leben. Die Frauen schlössen die\nAugen und warfen den Kopf in den Nacken und\nsahen nichts. Sie fühlten, wie eine schreiende,\ntosende Welle ihren Leib fortspülte und rot und\nheiß über ihnen zusammenschlug. Versprechungen\nwurden gegeben und die Treue wurde gebrochen\nwie im Rausch. Sie wußten nichts mehr und\nkannten nichts mehr und ließen sich führen und\ntragen, zitternd vor Sehnsucht, die jede Erinnerung\naus ihrer Seele nahm. Eingelullte, böse Worte\nstanden auf und erdrückten sie. Und dazu spielte\ndas wilde Brett seine jagenden, inbrünstigen Tänze.\nAn der Wand zerflatterten und zerfielen die\nblinden grotesken Bilder der Menschen. Immer\nsprangen sie wieder auf und haschten einander im\nWirbel. Und mitten darunter flogen zwei Schatten\ndurchs Licht, ungezähmt wie die andern und in das\nFieber versunken wie alle, aber schön und hoch\nuHter ihnen. Schlank und biegsam das Weib, mit\nedlen und mühelosen Händen und einer großen ver-\nhaltenen Sinnlichkeit in ihnen, — jung, stark düster\nder Mann, mit knochigen nervösen Füßen und einem\nKopf wie ein Büffel. Herb und gespenstisch lief an\nden grünen Wänden das Bild, und vor ihm flohen all\ndie schwarzen Gestalten, eilig und atemlos wie in\neiner tödlichen und dunklen Angst, und verkrochen\nsich bei der Tür. Gell und lachend schrie das wilde\nBrett, und immer wenn die zwei Schatten an dem\nKlavier vorüberkamen, warf der eine dem\nschielenden Musikanten ein Silberstück auf den\nTeller, daß er jauchzend und tief in die Tasten fuhr\nund weiter spielte, weiter und ohne Erbarmen, ob-\ngleich das Lied schon längst zu Ende war und die\nMenschen schon keuchten unter der Last.\nValentin und die Gräfin Regina tanzten. Sie\nwar nachts mit dem jungen Schauspieler plötzlich\nund ganz allein in diesen Saal gegangen, wo die ge-\nmeinste Sünde berauscht und widerlich ihre Zoten\nstammelte. Wo die Wünsche, von den Ketten be-\nfreit, im Kreise irrten und unzüchtig einander in die\nGesichter starrten.\nKommen Sie hin! sagte sie zu ihm, als er ihr\ndavon erzählte.\nUnd während er sie noch lächelnd und ungläubig\nansah, war sie schon aufgestanden und winkte ihm:\nJetzt, jetzt gleich! Nehmen sie schnell-Ihren\nRock, es ist schon spät.\nSie wurde ihm immer mehr ein Rätsel. Er\nwußte nicht, wie hoch oder wie tief er sie zu nehmen\nhabe, daß sie ihn nicht überrasche und überwältige\ndurch ihr Wesen. Es war eine dumpfe und unter-\ndrückte Wut in ihm gegen dieses Weib, das er\nliebte und mit dem er kämpfen mußte, damit sie ihn\nnicht belüge. Wer war sie, und was wollte sie mit\nihm? Was begann sie? Warum wich sie seinen\nheftigen, glühenden Worten aus und sah ihn dann\nwieder an, das ihm die Pulsadern im Halse stehen\nblieben und über seinen Rücken ein Frostschauer\nlief? War sie eine Büßerin oder eine Dirne, und\nwarum ging sie heute auf einmal mitten in der Nacht\nmit ihm in dieses Lokal? War sie lüstern nach Sen-\nsationen und wollte sie ihr gealtertes Blut erhitzen,\num sich eine Täuschung vorzugaukeln? Oder war\nsie zu feige zum Laster und wollte sich an seinem\nAnblick betrinken wie an einem Wein?\nEr dachte an ihre weißen, durchsichtigen\nHände, die soviel Güte und Weisheit hatten und\nzwischen deren bleichen Fingern eine schmerzliche\nSinnlichkeit wie eine rote Blume wuchs. Ein grau-\nsamer Trotz überkam ihn, dieses Weib zu zwingen\nund sich zu eigen zu machen, früher oder später!\nRegina tanzte noch immer mit Valentin. Sie lag in\nseinen Armen, aufgelöst und machtlos, mit ver-\nzerrtem Munde. Zu ungezählten Malen waren sie\nschon beim Klavier vorübergekommen, und immer\nwieder warf Valentin Geld auf den Teller. Sein\nganzes Vermögen hätte er so vertanzt. Seine tiefen\nbrennenden Augen waren heiß und sieghaft und\ngroß. Sein wilder, düsterer Kopf beugte sich vor,\nund er fühlte auf seinem Gesicht den Atem Reginas.\nSeine breite Brust hob sich hoch, und ein sonderbar\ngurgelnder Ton zerbrach in seiner Lunge. Er hatte\ndie Gräfin brutal mit beiden Händen gefaßt und\ndrückte ihren zuckenden, hilflosen Leib an den\nseinen. Er zog sie im Tanz in das dichteste Gewühl\nund preßte seine Knie zwischen ihre Schenkel,\nwährend das wilde Brett in der Ecke lärmte und\nwieder von neuem anhub.\nAllmählich sanken die andern keuchend auf die\nBänke. Aber der Musikant, verwirrt von Valentins\nGelde, spielte weiter. Immer lichter wurden die\nReihen, und viele Paare blieben wie besinnungslos\nliegen. Hinweg über sie gellte die Musik.\nImmer weiter — vorwärts — von neuem — der\nWalzer — immer der Walzer.\nDurch den weiten, gaffenden Saal fliegt ein ein-\nziges Paar. Die Leute stehen an den Wänden und\nsehen trunken zu, wie sich die Gräfin Regina mit\nValentin in einem tollen, unzüchtigen Wirbel dreht,\nschweißbedeckt und bewußtlos, wie im Wahnsinn.\nDa schreit plötzlich das wilde Brett wie ver-\nzweifelt auf und schweigt. Ein langer ächzender\nTon klingt noch zur Decke. Dann ist es ruhig.\nValentin und die Gräfin Regina sind in der Mitte des\nSaales zukammengebrochen und auf die rauchenden,\nstaubigen Dielen gestürzt. Die Gräfin liegt wie eine\nLeiche lang und bleich auf dem Rücken, und ihre\nHände sind links und rechts an ihrem Leib herab-\ngesunken und regen sich nicht. Ueber ihr, das Ge-\nsicht nach unten gekehrt, liegt Valentin und atis\nseinem Munde fließt das schwarze, schäumende\nBlut wie ein Bach durch ihr Kleid bis auf ihre\nweiche, gelbe Haut und läßt sie erwachen.\nEilige, rohe Hände trugen sie hinaus ins Dunkle\nund wollten helfen.\nRegina aber schickte sie fort. Sie öffnete ihr\nKleid und ließ sein Blut in ihr heißes, seidenes Hemd\nrinnen und küßte ihn.\nEr schlug die Augen auf und lächelte:\nLiebst Du mich, Gräfin?\nUnd sie küßte ihn und sagte: Es muß wohl so\nsein, Valentin — und wischte ihm das Blut aus den\nAugen mit ihrem Hemde.\nUnd wann wirst Du — flüsterte er.\nNoch nicht noch nicht, Valentin.\nDie Augen des Kranken wurden finster.\nMarta Bianka liegt jetzt in dem Bett des\nBarons. Die ganze Stadt weiß es, und Du weißt es\nauch. Worauf wartest Du noch?\nDie Gräfin war bleich geworden und zitterte.\nDann sagte sie leise:\nIch warte bis alle am Ende sind. Nach Marta-\nBianka kommen nicht mehr viele. Ich will die\nLetzte sein, Valentin.\nSie küßte ihn noch einmal auf den Mund und\nstand auf. Und raffte ihr Kleid zusammen und lief\nauf die Gasse. Schnell und geradeaus wie im\nTraum. Und sein Blut klebte an ihrer Haut wie\nbrennende Seide.\n\nFortsetzung\nFortsetzung\n\nGedichte\nVon Albert Dreyfus\nEiner Decke von mattgoldner Seide\nschenkst du deiner weißen Glieder\nhüllenlose Helligkeit.\nDu ruhst so still, als lauschtest du Liedern,\ndie das Licht dir singt.\nWehre mir nicht, da ich nun kniee\nvor dir und deiner weißen Glieder\nhüllenlose Helligkeit küsse.\nLaß mich schlürfen das heiße Licht\nendlos in meine dunkle Seele.\nVerlange nichts vom Weibe als ihr Lächeln.\nIhr Haupt sei schwer von Haargeflechten\nnicht von Gedanken,\nund ihre Rechte hebe sich nur zum Fächeln\nwenn sie die eine Sorge schön zu sein bewegt.\nBedenke, was dir Seeligkeit erregt\nan ihr, der süß Geschwächten —\nVerlange nichts vom Weibe als ihr Lächeln.\n\nGespräche mit Kalypso\nSiebentes Gespräch: Giesst Wein in meinen\nBecher / Von den unteren Tonordnungen\nUeber die Musik\nVon Alfred Döblin\nMusiker:\nWenige Wendungen wiederholten sich, in\nengen Grenzen verlief die Tonfolge. Allmählich\nwuchs die Vertrautheit mit den Tönen, wuchs die\nGeschmeidigkeit und der Formenreichtum. Die\nMusik wuchs in die Menschen hinein, sog da ihre\nNahrung aus vielem, vielem, was ich Dir noch\nschildern werde. Der Tonfall der Sprache modelte\nan ihr, der Gleichnisse fanden sich unzählige, die sie\nformten, und so verbreitete und vertiefte sie sich,\nwurde lebendig mit dem Leben, ja, wuchs über das\nLeben hinaus. Und so steht es mit ihr. Wohl er-\nweckt die Musik, die sich nachahmt und verändert, am\nmeisten den täuschenden Schein einer selbstherri-\nschen Kunst. Aber zunächst sind hier erst niedrige\nOrdnungsregeln entwickelt; es erwarten uns die,\nwelche die Tonfolgen höher und schließlich zu\neinem Werk zusammenfügen. Aber schon jetzt\nmagst Du einiges bedenken. Du weißt, daß es das-\nselbe Gedächtnis ist, das Spuren der Wirklichkeit\nund auch der Tonfolgen trägt. Das Gedächtnis\naber ist kein Steinhaufen. Was auch der Zu-\nfall an das Gedächtnis heranbringt, — damit es\nhafte, unterliegt es den Lebensregeln des Gedächt-\nnisses, welches Besitz eines lebenden Menschen\nist; damit es hafte, muß es Beziehungen, Verbin-\ndungen eingehen, muß es gliedhaft werden. Das\nGedächtnis ist kein Steinhaufen, sondern ein ge-\nwachsenes Ineinander. Und so kannst Du es nicht\nvermeiden noch verbieten, daß die irgendwie ge-\nordneten Tonfolgen doch als Träger von Wirklich-\nkeitsspuren erscheinen, daß die Wirklichkeit auf\ndie Tonfolgen abfärbt; denn immer sind es ja die"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "126", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.4", "texte": "Dinge und Geschehnisse, die tönen, wie Du selbst\nsagtest; und kannst es nicht erzwingen, daß der\nZusammenhang der Tonfolgen nur in ihnen selbst\nliege. — Du kennst die Musik unserer jungen Zeit,\nDu kennst die Fuge, diesen Verband mehrerer\nselbständig sich bewegender Stimmen. Treten die\nStimmen der Fuge zusammen, bewegen sie sich\nmit und gegeneinander, so muß ein Gedächtnis lahm\nsein, das nicht eines Kampfes gedenkt, oder eines\nTanzes, eines wilden Gegeneinanders, eines be-\nsänftigten Miteinanders. Kaum könnte ich ein\nbesseres Gleichnis für die Freiheit des Willens fin-\nden als diese Fuge, mit ihrem Schein der Selbst-\nständigkeit in Stimme gegen Stimme, mit ihrem\nGetriebenwerden und Folgerichtigkeit: der Weg\nist jeder vorgeschrieben, und doch geht jede\neigenwillig. — Noch mehr: als einer Voraussetzung\nmußt Du der Wirklichkeit Wert für die Musik zu-\nschreiben. Denn wenn jene ersten oder frühen\nTonfolgen haften, so haften sie um ihrer Bedeutung\nwillen für den lebenden Gedächtnisträger; jene Be-\nziehung nämlich, die sie zu gliedhaften macht, ist\nder Erlebnis- und Ergriffenheit wertende Zweck.\nDiese Wirklichkeitsbeziehung bildet also die Vor-\naussetzung jedes Haftens der Tonfolgen; die Wirk-\nlichkeitsspuren sind so wenig eine Beute, ein\nFremdes, Angeheftetes einer eigenschönen Musik,\ndaß keine Musik vielmehr ohne sie bestände. —\nAber ist dann noch in der Tat die Musik der Wie-\nderholung, der Abänderung, der überlieferten For-\nmeln eigenschön? Es würde mir schon unglaub-\nhaft darum erscheinen, weil Du damit eine Raub-\nschönheit anerkennst; ich müßte dann an zwei\nSchönheitsarten glauben, die sich wesentlich un-\nterscheiden; aber daß es zweierlei Schönes gebe,\nglaube ich nicht, denn es ist derselbe und der eine\nMensch, dessen Schönheitsarten dies sein sollten.\nDer Begriff Schönheit ist einer, und Deine\nScheidung macht ihn zunichte. Wie sehr aber die\nOrdnung oder Schönheit der Musik und der Wirk-\nlichkeit, die Eigenschöne und Raubschöne, einer-\nlei sind, wie tief die Musik die Wirklichkeiten\ndurchdringen muß und eben dadurch zu größerer\nund größter Ordnung und Schönheit gelangt, will\nich Dir, wenn wir vieles überschauen können,\nzeigen. Vergiß Du nur nicht, Kalypso, Deinen\nSatz, den ich nicht vergessen konnte: es sind die\nDinge, die tönen; was bedeutet das Tönen der\nDinge?\nDer Satz: die Wiederkehr eines Vorgangs läßt\nden Vorgang als in sich zusammenhängend er-\nscheinen, herrscht. Ich ließ eben eine willkürliche\nTonfolge auftreten, die der Musiker selbst setzt,\nderen eigene Wiederkehr dann ordnend wirkt. Die\nWirklichkeit bietet nun vieles Tönende oder Ton-\nähnliche, dessen Uebereinstimmung, mit vorge-\nformten Tonfolgen diese ordnet. Also zweierlei\nOrdnungsweisen, die zwischen Tonfolge und Ton-\nfolge, und die zwischen Tonfolge und Tonhaftem\nder Wirklichkeit. Ich spreche nicht von\neiner Nachahmung dieser tonhaften Erscheinungen\nder Wirklichkeit; da mich die Tätigkeit des Er-\nzeugers jetzt nicht beschäftigt, sondern nur die Tat-\nsache der Musik, so rede ich von Wiederkehr,\nUebereinstimmung, Gleichheit und Aehnlichkeit der\nTonfolgen. Wie nun musikalische Tonfolgen zu be-\ngreiflichen Gebilden werden können, wenn sie mit\nden Gesängen der Vögel, dem Sausen des Meeres,\ndem Tropfen des Wassers und sonstigen Tönen der\nWirklichkeit übereinstimmen, brauche ich nicht er-\nklären. Auch die menschliche Stimme, ihr Tönen\nin der Sprache, im Weinen, Klagen, Lachen gehört\nzu diesen Erscheinungen der Natur. Wohl aber\ndürfte Dir unklar sein, was ich mit dem Tonhaften\nin der Natur meine. Die Ereignisse der Welt haben\ndas Gemeinsame mit den Tönen, daß sie zeitlich\nverlaufen: in den Schnelligkeitsunter schieden, im\nWechsel der Beschleunigung der Töne, in ihrem\nStocken, gleichmäßigen Verharren, Jagen, hastigen\nRennen, gemessenen Schreiten werden zahllose\nZusammenhangsmöglichkeiten gegeben. Sieh, Du\nwiesest mir, daß die Erscheinungen der Welt wun-\nderbar verschwistert seien: das Tönen hänet nicht\nwie ein fadenscheiniger Mantel über den Dingen:\nfein und streng begleitet es ihr Leben, Ja. enthüllt\ntief Verborgenes. So wird es mir begreiflich, daß\nauch das Nichttönende. die Höhe und Tiefe des\nPaums, die Schnelligkeit und Art von Bewegungen,\nOesichtsausdrücke, die Helligkeiten, die Gerüche,\nSeelenerregungen und Gedanken dem Menschen\nleicht tonhaft erscheinen, daß er sich berechtigt\nwähnt, Uebereinstimmungen zwischen Tonfolgen\nund Tonlosen zu sehen. Wie. diese wunderbare Be-\nziehung sich herstellt, läßt die Betrachtung der\neinzelnen Wirksamkeiten der Tonfolgen erkennen.\nTonhöhe: das Wort sagt schon viel über die Stell-\nvertretung eines Raumverhältnisses durch Töne,\nüber den Wert der Töne als Raumgleichnisse.\nAndere Sprachen sagen statt Höhe das Schwere,\nStumpfe, Spitze, Harte. Man erfaßt anscheinend\ngar nicht das Eigentümliche des so Bezeichneten;\njene Verbindung der Töne, die Du bezeichnetest, mit\nandern Vorgängen der Wirklichkeit ist so eng, daß\nan keine Lösung gedacht wird. Der Mensch denkt\nrasch und kurz; er hält Beispiele als Regeln fest,\nist ganz ohne Tiefe. Viel Widersinn und Wider-\nsprüchliches findet sich hier. — Die tiefen Töne,\nsich oft findend bei furchtbaren Wesen und Er-\neignissen, haben vielfach Gemeinsames mit\nKraft, Gewalt und Grauen. — Auch für das Dunkle\ntreten tiefe Töne ein, für das Plumpe, Schwere;\nund so hohe für Lichtes, Leichtes, Zartes, auch für\nSchwaches, Verächtliches; Du findest selbst: war-\num, und lächelst. Tonstärke: auch dieses Bild\nspricht für sich. Das Laute und Leise: laut\nspricht der Starke, leise der Schwache. Es ist wie\nein Märchen, so kindlich einfach und überdeutlich.\nUnd noch oft wirst Du diese rührende Denkweise\nfinden, diese engelhafte Ahnungslosigkeit, dieses\nbedenkenlose Arbeiten mit dem Einmaleins und Bil-\nderbuch. Aber reiche Zusammenhangsmöglichkei-\nten gibt diese ärmliche Gleichung. Das Anschwel-\nlen von leise zu laut, das verschwindend Leise, das\nGegenüber der Stärken und anderes erhält mannig-\nfache, wenn auch fast nie eindeutige Ordnungs-\nwerte, empfängt musikalischen Sinn. Die Aus-\neinanderbindung der abfolgenden Töne, die\nTatsache, daß die Töne bald gegeneinander\nkurz abgesetzt, bald gebunden sind, daß ihre\nHöhen bald näher, bald ferner aneinander liegen,\ngibt Gleichniswerte in großer Zahl; gern werden\ndie Töne selbst wie bewegte Menschen angesehen,\ndenn der Mensch ist sich das bekannteste und wich-\ntigste Gleichnis. Die Abgesetzten hüpfen, springen,\ndie gebundenen schweben, tanzen, schleifen; oder\nder sich abschließende Trotz, die bestimmte Härte\nund die Sanftheit mit ihrer willigen Anschlußnei-\ngung bilden die Wirklichkeitsgruppe. Du erläßt es\nmir, alle die vielen Zusammenhangsmöglichkeiten,\ndie sich aus den Bestimmtheiten der musikalischen\nTonfolgen ergeben, abzuwandeln.\nKalypso :\nIch will Dir nicht widersprechen. Du sprachst\nnur mit einem Wort von den Menschenstimmen.\nDie Musik ist eine Menschenkunst; wie den Maler\ndas Gesicht, so fesselt den Musiker die Stimme,\ndenn sie bietet so feine und viele Zusammenhangs-\nwerte. wie Du es nennst. Verständlicher ist dem\nMenschen seine Stimme, als irgend ein anderes\nTönen, deucht mich. Viele Seelenbewegungen\nhaben ja eine enge Beziehung zu der Stimme, ja,\nwir erröten bisweilen nicht ohne Grund, wenn wir\nuns sprechen hören, und ich darf wohl an den\nEigenton der Stoffe denken, wenn die Stimmen der\nLebendigen schwingen. Es ist kein Zufall, wenn\njener Nerv, wie mir ein Kundiger sagte, der Nerv,\nder das Herz, die Lunge und Eingeweide lenkt und\nsteuert, der Herumschweifer, auch Stimmnerv ist:\neng nimmt die Stimme an unserm Innersten teil;\nwohl sind die beiden aneinandergekoppelt: Stimm-\norgan und Stimmungsorgan. Doch nicht die\nWorte wurzeln in dieser Stimme, sondern ihr Ton,\nwie auch das Schluchzen, Jubeln, Stöhnen, das\nwortlos und hinter den Worten verläuft und uner-\nreichbar dem Worte erstaunlich tief redet. Die\nMusik aber ringt nicht nach Sprache; die\nDeutlichkeit der Worte ist der Musik ein zu ärm-\nliches Ziel, der furchtbaren fürstlichen Kunst.\n\nDer Spiegel\nVon Arthur Silbergleit\nAls wäre die Kühle des Mondes auf seiner\nFläche gefroren, so geronnen starrt und sticht sein\ngläserner Glanz ins Dunkel. Wie ein heißes\nFrauenlächeln seine stählerne hingeschmiedete\nRuhe und den Frost seiner Kälte zu schmelzen,\naufzutauen sucht; wie die goldenen Reigentänze\ndämmerungewisser, hin- und herflackernder Kerzen\ndiese silberne Bühne zum Theater ihrer Wirbel,\nTaumel und Abenteuer wählen! Wollen sie Jeden\nJenseitsgedanken von ihm bannen und den Regen-\nbogenglanz, der als himmlische Erinnerung an die\nWohnung der Mondbraut auf der Siebenfarben-\nbrücke aus dem verschämten Winkel eines ge-\nschliffenen Eckchens lugt? Schon über schimmern\ndiese letzte himmlische Heimlichkeit die bunteren\nMaskenzüge des Irdischen, und aus tausend Gärten\nmit den Launen krauser Blütenformen, mit der hin-\nperlenden Fontänemusik zu den Festen der Sinnlich-\nkeit und dem Taumel lichttrunkener, gläserner\nSonnen und Kugeln auf steilen Lanzen grüßen alle\nGestalten in die flimmernde Bühne herein. Wie\ngelöst aus den strengen Verstrickungen eines\nTeppichs offenbaren sie hier ihre beziehungsreiche\nBildlichkeit: Pierrot seinen, breitgebauschten Ueber-\nmut bei der schmalen Melodik einer Mandoline, die\nTänzerin mit dem spangenversklavten Haar die\nfreie Anmut ihrer Linien, Don Juan sein lustge-\nbeiztes Genießerlächeln hinter der kaum verhaltenen\nBitterkeit eremitenhaft strenger Mundwinkel, der\nTod, der letzte Barkenführer in dem Venedig unserer\nWehmut, seinen ersten Lenkerblick, und die Ba-\njadare die Kreise tausendjähriger Weisheit, am Ende\ngetanzt in runden Ringen und Ringeln. Schon\nschicken die Tempel leiser Lust und die Manegen\n.der Leidenschaft aus ihren Heiligtümern und\nZwingern jene Zwitterwesen von Engeln, Menschen\nund Tieren aus, die ihre innere Rissigkeit über die\nglatten Flächen lächelnd hinüberführen. Zuweilen\nhaucht alle Einprägsamkeiten dieser blinkenden\nBühne und allen Abglanz von Tat und Traum der\nknospenzarte Atem eines Kindes fort. Hier suchen\ndie jungen Mädchen unbefangen die Landschaften\nihrer Seele und die eingesogenen Bilder längst Ver-\ngangener, Unvergessener. Manche aber ahnen\nnicht, daß diese blitzende Fläche bereits alle Lebens-\ntänze gespiegelt hat und sind in Staunen befangen,\nwenn sie ihre schmale Schmiegsamkeit bald\nschmäler, bald stärker gerundet heraustreten sehen.\nEine alte, kaum verzitterte Müdigkeit der Ge-\nwesenen kränkelt nicht selten die Werdenden an;\nheitere, junge Augen verschattet oft der Flor greiser\nBlicke, und wie ein gemaltes Echo aus immer\ntieferen Tiefen rätselt unter den Zügen des Heute\ndas Antlitz von Gestern auf, geistern immer neue,\ntraumhafte Gesichter und Gesichte, und zu den\nMärchen tauklingender Lenze stimmen die Masken\nverwehter Winter tonlose, frostige Klänge an.\nHimmel und Erde haben sich sacht auf dieser glatten\nEbene gesammelt: die-helläugige Liebe der Kinder,\nder Tälerengel, und die letzte Heimweherinnerung\nan Madonnas Regenbogenbrücke; die Träume und\nTänze aller Alter, gehoben aus den starren Versen-\nkungen der Zeit; die tiefe Stille der Dunkelheit und\ndie goldenen Chöre des Lichtes, gesegnet von den\nsieben Leuchtern der Tage; die unschuldigen Tränen\nder Mädchen und das vielwissende Lächeln der\nFrauen; und die Gegenspieler von Schlaf und\nSchlacht, Traum und Tod zwingen wortlos mit\nschon gleichem Antlitz zu einem alles ebnenden,\nglättenden Wunder. Bis die Nacht vor alle Masken\nden Schattenvorhang zieht und der Mond seinen\ngoldenen Epilog über die silberne Bühne spricht.\n\nHomunculus\nOder:\nWie man grosse Männer züchtet\nVon Robert Lewin\nAus den Laboratorien kommt uns große Kunde!\nSeit Jahrhunderten haben Leute, die wir für tiefe\nDenker hielten, sich abgemüht, uns zu erklären, was\nein großer Mann sei. Die einen bewunderten in\nNapoleon, dem Manne der Tat, das Qenie, die\nanderen erblickten in Hamlet, dem blässlichen\nZögerer, das Große. Was das Wesen des großen\nMannes ausmache, darüber herrschte, wie es\nscheint, völlige Unklarheit. Der alte Goethe muß\nwohl in den Augen eines modernen „Energetikers\"\nganz abstruse Ideen darüber gehabt haben: „Aber\nfreilich eine Erscheinung wie Mozart bleibt immer\nein Wunder, das nicht weiter zu erklären ist. Doch\nwie wollte die Gottheit überall Wunder zu tun Ge-\nlegenheit finden, wenn sie es nicht zuweilen in\naußerordentlichen Individuen versuchte, die wir\nanstaunen, und nicht begreifen, woher sie\nkommen!\" Das sind nicht poetische Floskeln, Herr\nOstwald, die der alte Goethe dem Eckermann sagt,\nsondern wirklich ernstgemeinte Worte."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "127", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.5", "texte": "Im Zeitalter der Energetik wird man milde\nlächeln ob dieser naiven Anschauungen. Welch\neine ungeheure Verschwendung auch von Ener-\ngien, wird sich der Schüler Ostwalds sagen, so\nviel Unnützes über Genie zu reden, und so un-\nwissenschaftlich an solche Probleme heranzugehen!\nDer gute Goethe wollte nicht einmal etwas von den\nPhysikern wissen. Wir aber, sagt sich der Ener-\ngetiker, haben heute die stolzen Ergebnisse unserer\nLaboratorien. Was kann aber das Problem des\n„großen Mannes\" mit einem Laboratorium zu tun\nhaben? ./>•\nAlle solche Fragen, überhaupt alle Fragen,\nwerden heutzutage von der „exakten Wissenschaft\"\ngelöst, und zwar vorzüglich von einer Wissen-\nschaft, der Chemie. Man bedenke doch!\nWilhelm Ostwald, einer der führenden Geister in\nder Chemie, hat aus seinen Laboratorien verkündet,\ndaß die Wissenschaft, also die Chemie, oder,\nwas dasselbe ist, die Energetik, nunmehr alle\nLebens-, Kunst- und Kulturfragen lösen kann und\nzum großen Teil schon gelöst hat. Lieferte doch\nOstwald in seiner ungemeinen literarischen Frucht-\nbarkeit die energetischen Grundlagen für Juris-\nprudenz, Nationalökonomie, Pädagogik, Ethik,\nMalerei, andere Künste und — Liebe. Wenn\nHaeckel unwiderruflich gezeigt hat, daß jedes\nProfessorenhirn phylogenetisch mit dem Affenhirn\nzusammenhängt, so lehrt nun Ostwald, wie große\nMänner auf energetischem Wege zustande kamen.\nGenaue Erörterungen über Ostwalds energetische\nWeltanschauung muß ich mir aufsparen. Hier nur\nzur Aufklärung, daß die Bewegung der Masse be-\ndingt sei durch Kraft. Diese Kraft hat uns zwar\nniemals sehr viel bedeutet. Sie war so eine letzte\nZuflucht für unser armes, gequältes Kausal-\nbedürfnis. Da klärt nun Ostwald auf: Kraft ist\nMasse, Substanz ist Masse, Masse ist Energie,\nEnergie ist Substanz. Ostwald kann sich zwar\nnicht helfen, er muß ein Dutzend verchiedener Ener-\ngien annehmen, um die Welt der Erscheinungen zu\nerklären. Aber immerhin hält er die Energie für\neine Substanz, die uns alles restlos erklärt. Und so\nist Energie die Substanz, aus der große Männer\nwerden.\nDies alles ist uns so neu! Es gibt schlechthin\nkein Feld der „Betätigung\", in dem nicht diese\nrätselhafte „Substanz\" ihren schöpferischen Ein-\nfluß geltend macht, Ostwald schuf nicht nur die\nEnergetik seines Laboratoriums, sondern er\nschenkte der Menschheit die ..Energetik\" der Kultur,\ndie Energetik überhaupt aller menschlichen Be-\nziehungen und — die Energetik der Kunst und der\nLiebe. Man sieht mich ungläubig an! Tch bin kein\nParanoiker. Ich schwöre, es steht in Ostwalds\nBüchern zu lesen. Er hat doch wirklich die\nenergetische Formel des Glücks aufgestellt!\n„F2 —W2 =(E+ W) (E — W)wobei E mit\nAbsicht und Erfolg aufgewandte Energie, W mit\nWiderwillen aufgewandte Energie bedeutet. Wer\nso präzis alles Menschliche, Allzumenschliche auf\neine mathematische Formel zu reduzieren vermag,\nder übertrifft Cagliostro-Balsamo und die größten\nMagier. Der ist sicherlich berufen, eine bio-\ngraphisch-charakterologische Studie über große\nMänner zu schreiben. Die notwendige Folge war\nein dickes Buch von mehr als vierhundert Seiten,\nin dem einem breiten Publikum auseinandergesetzt\nwird, wie man einen großen Mann erkennt, wie man\nihn abschätzt; schließlich bringt das Buch, wie alle\nprophetischen Bücher Ostwalds, Ausblicke auf die\nZukunft, auf ein Zeitalter der Energetik, in dem es\nmöglich sein wird, große Männer zu „züchten\".\nDaß in dem dicken Buch nur ein paar Phy-\nsiker und Chemiker als „große Männer\" be-\nsprochen werden, ist sehr befremdlich. Wir be-\ngreifen, daß Ostwald seine Fachgenossen vor allem\nschätzt. Aber wenn man sich an ein großes Publi-\nkum wendet, so muß man schon ein wenig viel-\nseitiger in der Auswahl sein. Die meisten Kultur-\nmenschen haben sich auch ihre Begriffe von Größe\nkaum aus den Laboratorien geholt. Lassen wir\nihm das Vergnügen, in Physikern, die Inkarnation\ndes „großen Mannes\" zu erblicken! Er will ja\ndieses Phänomen rein naturphilosophisch analy-\nsieren. Wie es scheint, geht dies mit Faraday und\nLiebig leichter, als mit Ostwalds berühmtem Mit-\nbürger Max Klinger. Danken wir dem Schöpfer,\ndaß Ostwald uns mit einer „psychographischen\"\nCharakterologie unserer großen Männer ver-\nschont.\nOstwalds Methodik ist, wie er selbst sagt, un-\nabhängig von der modernen „atomistischen\"\nPsychologie.\" Die alten vier Temperamente und\n„persönliche Menschenkenntnis\" sind sein ganzes\nMaterial. Allzu bescheiden! Einem jungen\nMenschen, der mit solcher Methodik an eine so\nschwierige Untersuchung geht, würde man Leicht-\nfertigkeit vorwerfen. Doch ein Lehrer der aka-\ndemischen Jugend! Man beruft heutzutage Pro-\ntestversammiungen gegen das leiseste Schuh-\ndrücken. Warum nicht eine Riesenprotestver-\nsammlung gegen ein solches Buch? Doch wer\nnicht protestieren will, der kann sich jedenfalls\ndurch dieses Buch eine heitere Stimmung ver-\nschaffen. An Stoff zur Belustigung fehlt es nicht.\nKomisch ist schon mehr, als ernst zu nehmen, die\nPietätlosigkeit, mit der von einem Kunstwerk ge-\nsprochen wird. Der Verlust eines großen Kunst-\nwerks ist für Ostwald nicht schwerwiegend.\n„Gerade die größten Kunstwerke der Vergangen-\nheit können am ehesten entbehrt werden\". Das\nganz Individuelle ist nach Ostwald das Un-\nwichtigste. Er hat ganz Recht und den echten\nHaeckelschen Takt. Alles Individuelle ist ein\nlästiger Bocksprung aus der Art heraus und stört\nnur in einer phylogenetischen Betrachtung. Das\nQuantum Seele, das ein Künstler in ein großes Werk\nströmen ließ, kann für Ostwald nichts bedeuten.\nDenn „Kunst\" ist in erster Linie „Können\". Ein\nKunstwerk ist nach Ostwalds Lehre nichts als eine\nSteinkohle. Hier wie dort ist durch eine Energie-\nquelle Energie transformiert und aufgespeichert\nworden. Das Kunstwerk ist also ein Energie-\nakkumulator, dessen Energiegehalt wir benutzen,\num uns vergnügte Stunden zu bereiten. Ist der\nEnergievorrat erschöpft, so werfen wir den Behälter\nfort. Das sind die Lehren, die unsere Jugend aus\ndieser Charakterologie der „großen Männer\" ge-\nwinnen kann.\n„Spezifisch biologisch\" will Ostwald die großen\nMänner fassen. Wir ertappen ihn hier auf einem\nganz leise sich regenden Schamgefühl. Er fügt\nnämlich hinzu: „Wenn dabei zuweilen der Respekt\nund die Dankbarkeit außer Augen gesetzt scheint,\nso bleibt mir nur die Entschuldigung, daß die\nWissenschaft durch den Einfluß persönlicher Ge-\nfühle nur benachteiligt werden kann.\" Das heißt\nklar gesprochen, wir sollen den „großen Mann\"\nobjektiv charakterisieren.\nNun kann aber wahre Größe nur durch subjek-\ntive Wertschätzung erkannt werden, wenn man\nnicht ganz triviale Nützlichkeit zur Direktive wählt.\nAuch dies wird ausgesprochen. Wir sollen uns,\nwünscht Ostwald, bemühen, aus ihrer Existenz so\nviel Nutzen und Förderung zu gewinnen, als wir\nnur vermögen. Also ist doch wirklich der „große\nMann\" nichts als ein Energieakkumulator. Welchen\nNutzen können wir aber aus der Existenz eines\nChopin ziehen? Solche „großen Männer\" sind ge-\nfährliche Energiespender.\nEine Stilblüte aus dem Buch:\n„Was die energetische Charakteristik von Liebigs\nkörperlich-geistiger Organisation anlangt, so darf man\nannehmen, dass er aus seiner Abstammung aus dem\nVolke einen guten Vorrat aufgespeicherter entwicklungs-\nbereiter Energie mitgebracht hat\".\nUnd wenn die Ausländer fragen, wer hat diesen\nnichtssagenden Schwulst geschrieben, so sollen wir\nantworten, einer der führenden Männer an unseren\nUniversitäten!?\nEine andere Stelle:\n„Der geerbte Energievorrat reichte (bei dem ~grossen\nManne1') bis etwa zum 50. Lebensjahre, um alle Be-\nanspruchungen zu decken, so gross sie auch waren.\nVon da ab traten Ermüdungserscheinungen auf.\nDie Charakterologie großer Männer! Ein\ngroßer Mann ist ein Apparat, der große Leistungen\nverrichten kann. Er schnurrt seinen Energievorrat\nab, wie bemächtigen uns dieser Energie zu Nutz\nund Frommen. So gibt es in diesem Buch kein\nRätsel des Genies mehr. Und wie die Energetik\nseine Daseinsbedingungen erklärt, so schafft sie\nauch Werdensmöglichkeiten für „große Männer\".\nNicht nur der simple Homunculus taucht in der Re-\ntorte auf; wir sehen auch schon die Methodik der\nkünstlichen Darstellung talentierter Homun-\nculi erstehen. Kennen wir nur erst die Entstehungs-\nbedingungen des „großen Mannes\", so sind uns\neo ipso die Mittel gegeben, willkürlich solche\nEnergiespeicher zu erzeugen.\nWie nur dem Kopf nicht alle Hoffnung schwindet,\nDer immerfort an schalem Zeuge klebt,\nMit gier'ger Hand nach Schätzen gräbt\nund froh ist, wenn er Regenwürmer findet!\nEin herrliches Gefühl, den Dunstkreis des La-\nboratoriums zu fliehen, den Blick zu gewinnen für\ndas ganze, große Weben. Wie schnell erkennt man\ndann die Eitelkeit aller Bemühungen, das Dasein\ndurch exakte Spielereien und leere Worte zu fassen.\nTreffender finde ich den Gedanken ausgesprochen\nin den „Opinions de loignard\", publikes par Anatole\nFrance:\n~Tous les microscopes et lunettes donton fait\nvanit£, qu'est ce, en r£alite. si non des moyens d'aider\nles sens dans leurs illusions et de multiplier Pignorance\nfatale oü nous sommes de la nature, en multipliants nos\nrapports avec eile? Le plus doctes d'entre nous\nchifferent uniquement des ignorantspar la faculte, qu'ils\nasquiererit de s'amuser ä des erreurs multiples et com-\npliquees. lis voient l'univers dans une topaze taill£e ä\nfacettes, au lieu de le voir comme madame votre mkre,\npar exemple, avec Toeil tout un que le bon Dieu lui ä\ndonne. Mais ils ne changent point d'oeil en s'armant de\nlunettes, ils d£couvrent des apparences nouvelles et\nsont par lä le jouet de nouvelles illusions. Voilä tout!\"\n\nDie Väter essen Herlinge\nVon Herman Bang\nSo weit ich sehen und beurteilen kann, ist der\nRoman „DieVäteressenHerlinge\" Gustav\nWieds stärkstes Buch.\nWie ein mit letzter- Kraft und Gewalt zu-\nsammengeschweißtes Ganzes ragt das Werk monu-\nmental auf. Noch nie hat Gustav Wied in solcher\nGeschlossenheit das Material behandelt. Nie hat er\nmit so vollkommenem Griff die plastische Totalität\nbeherrscht.\nAls er sich zu diesem Werk rüstete, röstete er\nsich zu einem Feldzug in dem er siegen oder fallen\nwollte.\nEr hat gesiegt.\nEr hat gesiegt durch die gewaltige Einheit\nseines Romans, die uns bezwingt. Er hat gesiegt,\ndurch die Unerbittlichkeit seiner Konsequenz. Er\nhat gesiegt durch die Tiefe seiner Ironie und die\nLebendigkeit seiner Laune.\nEin Werk ist geschaffen und wird verbleiben.\nUnd Gustav Wieds Sieg ist umso interessanter,\nals er so manchem Kampf, so manchen entgegen-\ngesetzten Strömungen, so manchen wider-\nstrebenden Einflüssen in der Entwicklung und dem\nGemüt des Dichters zum Trotz errungen ist.\nJeder, der den Roman liest, wird sehen, daß\ndas ein „Profil-Werk\" ist. Indem der Dichter dazu\nschreitet, sein entscheidendes Werk über den\nNiedergang zu schaffen, legt er es als ein Hautrelief\nan, wo alle Gestalten ihr von demselben Gefühl ver-\nschieden geprägtes Gesicht demselben Punkt zu-\nwenden. Die Mittelfigur ist der Faun oder Gott\ndes Triebes. Alle Steingestalten starren im Profil\ndie Mittelgestalt an — von ihr beschienen und nur\nvon ihr.\nDiese Darstellungsform ist die Emile Zolas.\nNamentlich in der letzten Hälfte der Rougon-Mac-\nquart ist sie zu ihrer höchsten Möglichkeit ent-\nwickelt. Als Emile Zola — in einem Riesenwerk —\ndie ganze Gefühlswelt des Menschenlebens schil-\ndern wollte, entschied er sich dafür, in jedem\neinzelnen Buch ein einziges Gefühl zu\nschildern. Ersah und schilderte nur eir*\nseelisches oder soziales Phänomen auf einmal. So\nschuf er dasselbe Hautrelief, wie Gustav Wied in\nden „Vätern\", das in der Totalität der Anlage dem,\nvon Emile Zola geschaffenen Vorbild nachstrebt.\nIn der Gesamtheit oder in der monumentalen\nAnlage.\nDenn in der Ausführung der Details gerät Wied\nin Konflikt mit dem französischen Meister.\nDas Detail, die Einzelgestalt gibt Gustav Wied\nnämlich als Impressionist. Der Roman ist aus all\nden gebrochenen, lebenden (zuweilen nur leben-\ndigen) Bildern des darstellenden Romans zu-\nsammengsetzt.\nZwei Schulen kämpfen einen harten Kampf in\ndem Wiedschen Werk. In der Zurechtlegung des\nStoffes folgt der Dichter Zola, in seiner engeren\nAusformung dem Impressionismus — ohne ihn ganz\ndurchzuhalten. Denn der Roman hat „verbin.\ndende\" Stellen von rein erzählender Art, die die\nimpressionistische Einheit der Einzelschilderungen"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "128", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.6", "texte": "stören. Nach meiner Ansicht hat diese Ungleich-\nirtigkeit den seltsamen Eindruck hervorgerufen,\nder den Leser zeitweilig beherrscht: daß das große\nRelief zusammengeschweißt ist ... .\nDennoch: das Relief ist mächtig.\nEs stellt mit monumentaler Wirkung seinen\neinen Gegenstand dar.\nAber eben seine Anlage verhindert natur-\ngemäß, daß wir rings um die Gestalten herum-\nkommen. Wir sehen — mit wenigen Ausnahmen —\nalle diese Menschen nur von einer Seite und in\neiner Stellung. Wir erfassen sie nicht in jener Zu-\nsammengesetztheit, die den ganzen Menschen\nergibt.\nEs ließe sich eine vollkommenere Roman-\nschilderung denken (und sie ist auch geschaffen\nworden), wo die „vorherrschende Eigenschaft\"\nnicht so gänzlich alle anderen Eigenschaften in den\nSchatten stellte und die trotzdem vorhanden sind,\nobgleich sie zurücktreten ....\nAber wie das Buch ist, so hat es Gustav Wied\ngewollt, oder „gemußt\" .... und schließlich und\nendlich ist vielleicht grade seine Begrenzung die\nQuelle seiner Kraft.\nDenn in einer Literatur, deren Merkmal solange\ndie Weichheit war, ist der große Eindruck dieses\nBuches der Eindruck der Stärke.\nWie in einigen unserer letzten Bücher.\nSollte die künstlerische Stärke dieser neuen\nLiteratur wirklich bedeuten, daß unsere Dichter\nunserem Volk vorangehen und das entfalten, endlich\nentfalten, was wir am allernötigsten haben: Kraft?\nWie innig wäre das zu wünschen, wie gut wäre\nes, das glauben zu dürfen.\nWelches Glück für die, die die Zeit des Nieder-\ngangs schildern mußten und in der Kunst und im\nLeben Zeiten des Aufstiegs und der Stärke er-\nleben, bevor ihre müden Gedanken erlöschen.\nAber die Hoffnung ist eitel, und man ist so oft\nenttäuscht worden.\nUnd doch — die Enttäuschung gebärt die\nHoffnung.\n\nTransleithanisches\nDie ungarischen Parlamentswahlen, die im\nSchatten der blinkenden Bajonette der halben öster-\nreichischen Truppenmacht ausgekämpft werden,\nhaben ein gar großes Opfer gefordert. Koloman\nMikspath.\nDer Budapester Korrespondent des Neuen\nWiener Tagblattes erklärt mit Bestimmtheit, daß\nMikspath ein Opfer der Politik sei. Der Herz-\nxrampf, dem er erlag, war die unmittelbare Folge\nder Aufregungen, welchen er sich während der\nReden in jener Stadt hingeben mußte, für die er\nals Kandidat der nationalen Arbeitspartei auftrat.\n„Nach zwölf Uhr griff der Kranke an seine Brust,\nstöhnte ■ laut auf, und nach wenigen Minuten\nhauchte der große Schriftsteller seine Seele aus.\"\nSo ergreifend poetisch schildert der besagte Kor-\nrespondent den Tod des Meisters der Short story.\n„In dieser Form, die im modernen Feuille-\nton gedeiht, nicht in der weitschichtigen Kom-\nposition einer vielgegliederten Romanhandlung,\nlag seine Kraft. Seine Landsleute rühmten den\npoetischen Adel seiner Sprache, die Originalität\nseiner volkstümlichen Gestalten, den Freimut sei-\nnes über alle politischen Parteiungen sich erheben-\nden Witzes. Den deutschen Leser aber zog der\nfrische Erdgeruch seiner Lokalschilderungen, die\ndrollige Heiterkeit seiner Fabeln lind die künstle-\nrische Knappheit seiner Erzählungen an. Lächelt\nman schon über dieses dumme Lob, so zwingt die\nBehauptung, daß aus Mikspath ein grundge-\nscheiter Mensch zu uns sprach, zu hellem Lachen.\nIn seiner politischen Tätigkeit war er regie-\nrungstreu reaktionär, seine Schriften aber würzte\ner mit einem über alle politischen Parteiungen sich\nerhebenden Witz.\nKarl Eötvös, auch eine Größe der ungarischen\nOperettenliteratur, dem verzückten Korrespon-\ndenten auf die Fersen tretend, sagt hingegen, daß\nder vollen Entfaltung des Mikspathschen Talentes\ndas politische Milieu einigermaßen Abbruch getan\nhat. Aber trotzdem war Mikspath einer der ersten,\nder hervorragendsten Schriftsteller. — Hören wir\nden Unsinn selbst: „Obwohl in einem slowakischen\nMilieu aufgewachsen, dessen Eindruck in den\nersten, zugleich den besten seiner Werke stark\nfühlbar ist, wollte es sein guter Genius, daß er in\nverhältnismäßig noch jungen Jahren nach Szegedin,\ndieser kernungarischen Stadt, zu längerem Auf-\nenthalte kam. Hier empfing er die seinem Talent\nso wohltätigen Eindrücke des ungarischen Genius.\"\nAnscheinend werden in Ungarn die Dichter von\ndiversen Genien förmlich zerrissen.\nDoch weiter: „Seine Verehrer hatten recht,\nihn unter die Ersten zu erheben, doch unrecht, ihn\nin den letzten Jahren über Jokai stellen zu wollen,\nder in der ganzenWelt nicht seines-\ngleichen hat. Mikspaths Humor, der stark\nvon Sentimentalität durchsetzt ist, ähnelt jenem\nDickens, seine schriftstellerische Eigenart erinnert\njedoch am lebhaftesten an Tschechow.\" Und\nschließlich: „Hätte ihn das Schicksal dauernd in\nder Nähe der wahrhaft Großen unserer Nation\nweilen lassen, so würde sein schriftstellerischer\nRuhm ein weit größerer sein.\" Wer sind die wahr-\nhaft Großen dieser Nation? Wahrhaft und em-\npörend groß ist augenblicklich in ihrem Lande die\nZahl der Leichen, über die hinweg eine absolu-\ntistische Regierung ihre blutbesudelten Trophäen\nan sich reißt und deren Verworfenheit sich über die\nTatsache, daß sie Mikspath als ihren Toten be-\ntrachtet hat, und ihn auf Staatskosten beerdigen\nließ, keinen Augenblick vergessen läßt. —\nAber weshalb wollte Mikspath von der leidi-\ngen Politik nicht lassen? Tat sie doch der vollen\nEntfaltung seines Talentes Abbruch und kostete\nihm sogar das Leben. Wir werden uns mit der Ge-\nwißheit trösten müssen, daß die ungarische Lite-\nratur noch einen Jokai, der doch in der ganzen\nWelt nicht seinesgleichen hat, und auch noch einen\nFranz Molnar und den Taif Melchior\nLengyel besitzt. Es trifft sich so schön, ihn hier\nzu zitieren. Es sind die tiefsinnigen Schlußworte\nseines Dramas, die der philosophische Kobayashi\nspricht.\n„Der Tod ist nicht gräßlich. Wer geboren\nwird, muß sterben. Wir alle müssen sterben. Das\nist schon so — und gar nicht wichtig. —\"\n\nJosef Kohler\nDas literarische perpetuum mobile. Auch kein\nLiebling der Musen.\nJ. A.\nJa, wir alle müssen sterben. Daran glaubt\nauch jeder. Zweifeln aber muß man, ob in Ungarn,\ndiesem Lande des dünkelhaften, kritiklosen und\nblödesten Chauvinismus, ein Mensch, und nennt\ner sich selbst Eötvös, Flaubert kennt. Den Kriti-\nker Flaubert und diese seine Worte kennt: „Welche\nSicherheit! Welches Voreingenommensein. Wel-\nche Unredlichkeit, Beleidigungen gegen Kunst-\nwerke, Ehrerbietungen vor Plattheiten — und die\nEseleien jener, die für bedeutend gelten und die\nDummheit dieser, die man als geistreich hinstellt.\"\nUnd das sagte Flaubert über eine Literatur,\ndie hoch über der ungarischen steht. WTeh ihr,\nhätte er über sie geurteilt.\n\nBeachtenswerte Bücher und Tonwerke\nAusführliche Besprechung vorbehalten 1\nRücksendung findet in keinem Fall statt\nHEINCRICH MANN\nDie Göttinnen / oder die drei Romane der\nHerzogin von Assy\nVerlag Albert Langen-München_\n\nVerantwortlich für die Schriftleitung:\nHERWARTH WALDEN / BERLIN-HALENSEE\n\n. v\na\nr\nI\nw\n*9\nDas Besle vom Bestenii\nEr schmeckt sehr gut und\nbekommt ausgezeichnet.\n\nPreis 1 Mark Preis 1 Mark\nMenthol-Malz-Dragees\n■ B\nSicheresMittel gegen akuteKatarrheder Atmungs-\norgane / ermoglicht Schauspielern und Sangern\nsofortigen Gebrauch der erkrankten Organe\n...... ZAHLREICHE ANERKENNUNGEN ——\nZu baben in alien Apotheken und Drogerien / Alleinige Fabrikantin\nHPharmaciau / Fabrik ffir pharmaceutischen Bedarf / Berlin-Halensee\nWohlichmecktnd Sicher wirkend\nR ■\n\nHoher Gewinn\nbietet sich Kapitalisten,\ndie sich mit\n20 bis 30000 Mark\nan einem originellen Ver-\nlagsunternehmen au!\nsicherer Grundlage\nstill oder aktiv beteiligen\nOffert. unter A. Z.256an die Annoncen-Annahme BOTS. BERLIN W35\n\nIn Berlin erscheinende\nfranzosische Zeitsdirift\nIJOINAL 112 ALLEMUGKE |\nS Zur Vervollommnung\nin der franzosischen\nS Sprache gut geeignet j\n! •\n| Abonnementspreis vierteljahrlich 1,50 M J\n■ *\n\n:: Probenummern ::\numsonst und portofrei durch die\nGeschaftsstelle „DER STURM\""}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.7", "texte": "Auslieferung für Österreich-Ungarn A. Mühlhans-Smltal Wien IX / Für den Buchhandel: M. Braunschweig Wien IX / Verantworte für die Schriftleitung In Österreich-Ungarn: Otto Soyka\n\n6 Prozent Rabatt!\nEhrenpreis der Stadt\nBerlin 1906\nEhrenkreuz und goldene\nMedaille 1908\n„Mulvoss\"\n6 Prozent Rabatt!\nD. R. Patent ::::::::\n:::::: D. R. G, M.\nMULHAN & VOSS :: Auslandspatente ::\nKochstrasse 75 BERLIN SW Ecke Wilhelmstrasse\n112 - ■'-J.'- • tn—■.Vsir'A-' $-\n: l-X' - !\nTfc'ii-...';sCfc3sis£.\nI'**- : cr-i: >\n:: Kein Umbetten!\n••\n••\nChalselongue\nKein Abriicken von der Wand I\nJedes Zimmer kann in Vt Minute\nals Schlafzimmer benutzt werden\nVerwandlung\n11. Geschfift: Lfltzowstr. 91, an der Pots-\ndamerstr.:: Fernspr. Amt 6, 7197\n!alis<\nSofa\nBett\nM *■tri;-\nVerwandlung\n111. Geschaft: Konigstrasse 7, neben\nIsrael:: Fernspr. Amt I, 7364\n\nGustav Z., 48 Jahre\nPhotogr. am\n10. Juni 1908\nGustav Z.112 48 Jahre\nPhotogr. am\n11. Nov. 1908\nGebrauchen Sie\nZubeils Rossmark-Pomade & Mark . . 1,—, 2,—\nZubeils Haarmilch zur Haarpflege .... 1,75\nZubeils Crinol-Creme 3,—\nzur G.'sichtspflege. Gesichtsfalteo (Runzelo) verschwinden uoter\nGarantie in einer Nacht.\nZubeils Rossmark. - Einreibung & Mark 1,50, 2,50\nwird von Aenten empfohlen und bei Reissen, Rheumatismus, Gicht\nverordnet, beseltigt die Schmerzen sofort. Verlangeo sie aber\nnur unsere Artikel, wo unser Reklame-Plakat im Schaufenster hangt.\nDurch 5 jahrige Erfahrung sind wir in der Lage,\nIhnen auch bei vollstandiger Kahlkopfigkeit fiir\nErsatz zu garantieren. Wir zahlen Ihnen den Be-\ntrag zuriick, wenn Sie nach Gebrauchsanweisung\nverfahren, und keinen Erfolg haben. Wo nicht erhalt-\nlich durch Boten frei Haus oder per Nachnahme\nGUSTAV ZUBEIL U. SOHN\nBerlin NW. Wiclefstrasse 24 (11, 2347)\n\nDIE NEUE\nSECESSION\nV\nAusstellung abgewiesener\nKiinstler der Berliner\nSecession 1910\nin der\nGalerie MAXIMILIAN\nMACHT Rankestrasse 1\nan der Kaiser Wilhelm\nGedachtnis-Kirche :: :: ::\n\n>4.\n*\n\"3.\n<0\nCJ\n<0\n-C\n<T\ntf\nC?\nO-\nOl\n*?\n$\nc?\nW\"\n£?\nft\n<?/.'\nProf. Dr. Backhausmilcli, alt be-\nw&hrte Kindermilch. — Trinkfertige Por-\ntionflaschen fttryerschiedene Alterstufen.\nMaltosana, bester Zusatz zur Selbst-\nberstellong anderer Milchmischungen.\nPXond-Dose IM. 60. In Apotb. u. Drog.\n\n*YiruJl^C\nXaa*\n(XM/ul*\nSmmXs. J A/$\n-\n(B>»b»\nfc^ftTVfcJUww&tfc.\nHi\n\n1000 Kronen erhalt\nwer im Stande ist, ein unentbehrlich Ding fur die Nacht: „Mond-\nlicht\" in jedem Hause, ein Wunder der Chemie, auszublasen\nMein Mondlichtapparat, ein wunderbar sinnreich konstr. inter-\nessanter Wirtschaftsartike!, besitzt unbegrenzt haltbar die F&hig-\nkeit, vollstandig kostenlos zu leuchten, da hierzu keinerlei Brenn-\nstoffe angewendet werden. Vieljahr. Garantie fur tadell. Funktion.\nPffjQ*C!£it fttr (jJrilsse M. I. 11. 111. IV.\nKronen 3,G0 4,80 11,- !•,—\nFranko iiberall hin gegen Vorauszahlung (auch in Briefmarken)\noder Nachnahme 30 Heller mehr. Verpackung gratis v.::\nMosidlichtwerk A. Seifo Warnsdorf 337\n\njrxTMTm*UTTi nr i\nZTuTi'H Cafe Continental s°!Z\"\"i\nJeden Abend von 9—4 Uhr Nachts:\nGrosses Kiinstler - Konzert\nAlle bedeutenden Zeitungen und Zeitschriften\n__\n\n\"\" \" ■' \" \"\n/AAX GIESSWEI.N\n■* ai * ■\nKgl. Sachs, u. Kgl. Wurttemb. Hofoperns&nger\nBERLIN W. 50, Culmbacherstr. 6\nFernsprecher Via, 18926 Fernsprecher Via, 18926\nERTEILT GESANGUNTERRICHT:\nSprechstunde 5—4 Uhr_\n\" \" \" \" \" \"\n\nInternal Patentbureau, gegr. 1893, Fitte &Theune\nBerlin S.W. 48 Friedrichstr. 230 Tel. 6a. 18981\nAusarb. fon Erfindungsideen. Patentanmeldung i. ill. LSndern. Miss. Preise\nKeine Haehzahlungen. Sehnelle Yerwertung von Patenten o. jegl. Yorschuss\nIr .11.1 wclche s. 112. Beteiligung an d. ilusbeutung von Pa~\nOilmmPll tentGn interess., bitten wir um Ihre fldresse, um\nIIU|JI lUllOlOll, kostenlos. unverbindl. Rngebote machen z.konnnen.\n\nKeine Zahnschmerzen\nKein Zahnziehen mehr\n■\nAuf Anfrage gebe\nich Jedermann Aus-\nJ kunft iiber ein Mittel\ngegen schwarze,hohle\nj und lockere Zahne\nErfolg garantiert\nj O.Berger, Berlin W35\nI Potsdamer Strasse 111\n■\n■\nJ Abschrift: Sehr geehrter Herr!\n5 Von vielen Zahnschmerzen bin\nS ich nun ganzlich befreit durch die\nS Anwendung Ihres preiswerten\nS Mittels. Daher empfehle ich es\nS Jedem, der von Zahnschmerzen\nS geplagt ist. Mit herzlichem\nS Dank bescheinigt dies Helene\nS Kleemann, Rosengarten,\n( :: Frankfurt an der Oder ::\n■\n\n■\n...........................\n11 Die Fackel I\nHERAUSQEBER\nKarl Kraus\nMummer 303/4\nsoeben erschienen\nPreis 50 Pfg.\n■\n■\nOberall erhAltlich «\n?\nWerbcband dcr rackcl\n50 Pffc. 210 Seiten stark 2\nI\n........................\n\nC J ri 1/ a « li 1 a Sanatorium and Erholangsheim\nrinKwil ill 11II1C Post Mellenbach bei Schwarzburg _im Thtiringer Wald\nBesitzt alle neuzeitlichen Einrichtungen, Zentral-\nheizung und elektrisches Licht, komfortable Qesell-\nschaftsraume. Individuelle arztliche Behandlung\nDie Ktiche steht unter Aufsicht des Arztes. Bei\nNervenschwache, Magen- und Darmleiden, Gicht\nund Rheumatismus, Frauenleiden u. a. m. best-\ngeeigneter Aufenthalt\nBesitzer und Leirer: I>r of. med. W. Hotz\nAllseit. ReformbesUebungen,\ninsbes. derPflege persfinlicher\nKultur und gesunder Lebens-\nansehauungen, dient unsere\nMonatsschrift\nvon der wir Probe-\nnummern auf Wunsch gratis\nversend. Abonn. M. 3,60 p. Jahr\n\n>-/•£ \" • Mi i\nDETEKTIVE\nAuskuiiitei LEHMAKN, Berlin SW 68, Markgrafensfrasse 75, parterre\nBeobachturigen, Ermittelungen in alien Vertrauenssachen\nII • ■ a | «« £» fib. Vorleb., Lebensweise, Ruf, Charakter,\nHSBr(ltO-A|gsKlinTfP VermSgen, Einkomnten, Gesundheit etc.\nElyfl CI 10 rllSyf\\llllllU von Personen an alien Platzen der Erde\n——— IMskrete Oeschafts-Kredlt-Auskttnft© ———\nff. Referenzen — Erfolge — Praxis seit 1888 Großte Inanspruchnahme\nBest© Bedienunff bei solidem Honorar\n\nAkustik=Spr echmaschinen\nvon der einfachsten bis zur vornehmsten Ausstattung in kulanter und durchaus\ndiskreter Tailrahiuntv Bequeme Zahiweise, geringe Anzahlung,\nWeise : ctlll I Cli/fClilillilg Rest in wochentlichen oder Monatsraten\n©\nProvislonsreisende und Vertreter gesucht ::\n] Hoher Nebenverdienst C\n1\nflir Personen jeden Standes durch Vertrieb oder Nachweis von K&ufern\nAkustik=Sprechmaschinenwerke Berlin W 66\nMauerstrasse 86—88 :: Fahrstuhl :: Tel.: I, 7497\nSpetialitaf: Akustophone. Trichterlose Apparate in Schatulleq- und Schrankform\nO"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100616-01.1.8", "texte": "Verantworte f. d. Anzeigenteil: H. Günther / Verlag Der Sturm Berlin - Halensee Geschäftsstelle and Anzeigen - Annahme: Berlin W. 35 / Druck y» Hans Walter, Berlin SW. &\n\nA. Jandorf & Co.\nSpittelmarkt Beile-Alliancestr. Gp. Frankfurterstp. Bpunnenstp. Kottbusep Damm\nGarten- und BaSkon• Mobel\nHolz-Klappmobel\nUi\nflach zusammenlegbar\ny/07\nSessel 3.851 Tisch ca. 85—50 cm 4.751 Bank 6.251 Stuhl 1.95,2.25\nFeldsttthle 48, 95,1.25 mit Lehne 1.25\nTriumphsttthle 2.25\nrait Ooc mitArmlehne Q-- fttr QC\nArmlelme fcS.oO u. Fusssttltze 0./u Kinder uJPf.\nM\nm\nlUI\nm\ni'M.\nmm\nZusammenlegbarer Wagen\nmahagonifarbig lackiert, mit bordeaux -112 Q\nLedertucb, Gummir&der IO.OU\nKorbsessel\nPolsterung mit\nKretonnebezug\n4.85\n\nDIE TAT\nWEGE ZU FREIEM\nMENSCHENTUM\nVIERTELjAHRL.M.2 HEFTM.O,BO\nEINE MONATSSCHRIFT\nHERAUSOEOEBEN VON\nERNST HORNEFFER\nVERL. DIE TAT G.m.b.H*, LEIPZIG\n\nDER DEMOKRAT\nWochenschrift fur freiheitliche\nPolitik / Kunst und Wissenschaft\nErscheint jeden Mittwoch\nNummer 10 Pf. / Quartal M 1\nProbenummern frei d. G. Zepler\nCharlottenburg- Bismarckstr. 103\n*\n\n■ JEDE FRAU\nlese die Stoning- der Periode zurl\nSelbstbehandlung von Dr. Lewis\nStatt 1 Mk. nur 50 Pf. in Briefm.\nH. Streubel, Berlin 16 F ranzstr.l4l\n\nTHRICHOPHIL\nnn/r o A A Praparat zur Erhaltung und pi w/r o A A\n. M. 3,00 Starkunff des Haarbodens Fl. M. 3,00\n•■■■■■■■■■■■■■a ===== nur beim Fabrikanten: == aaaaaaaaaaaaaaa\nOtto Teutscher/Friseur\nI. Geschaft: 106aPotsdamerstr.,Eing-.63Steg-litzerstr.,Tel.Vl,673s\n11. Geschaft: Charlottenburg, 100 Kaiserdamm, Tel. AmtCh.,63B7\nlIHIIOOOOOOOOOIIIBI\n\nDARLEHE,N\nreellen Leuten jeden Standes. Auch gegen MSbelbeleihung, Kunst-Gegenstjbiden,\nohne abzuholen. — Offizieren, Kavalleren, Beamten Geld in jeder Hohe. —\nBeschaffung von Hypotheken auf berliner und auswartige Grundstiicke. — K a a 112\nund Beleihungvon Hypotheken, Erbschaften, Sparkassenbiichern, Lombardscheinen,\nMietzessionen. — Schnelle, grundreelle, diskrete Erledigung. : :—: : s—: :\nWILHELM MEYER :: Bank-Kommission\nBERLIN S 14 Stallschreiberstrasse 56 II\nSprechzeit 10—12 und 4—7 Fernsprecher: Amt IV 6785\n\nFORDERUNGEN KAUFT UND ZIEHT EIN\nINCASSOBANK EWALD VON HAEUSSLER\nBERLIN N. 54, Veteranenstrasse 19 Telephon Amt 111, 8164\nDETECTIVABTEILUNG: Ermittelungen, Beobachtungen,\nHeranschaffung von Material in Civil- und Strafsachen\n\n3\nn\ntt\n&\n;4fl\nP\nT.\n±1\n7\ntt\nJ:\nJ\n112\nE:\n:Elr\nttt\nEC\n34\ni-:(5\n«.\\r-.\n,vn\n*• *+\nrix\nttjfc\nxV>\n*3\n*\nP* m\n**S\nI\nM\nKW\n■MP.\noani rROC«ei«\n:W-Vf\nK|JPFERBERG RIESLING)\nR\nrawT6N\n€} Es ist nicht mehr als logisch, daß ein Stillwein, welcher schon i\nals solcher unerreicht dasteht, als Sect seine hflchste. Voll»\n> *»\nkommenheit erlangen muß. — •<\n€] Unsere neue Marke \"Kupferberg Riesling\" besteht aus hervor-\nragenden Weinen der Riesling-Traube, welche allgemein als\n112\ndie edelste Traube der ganzen Welt anerkannt wird. Kein Land\nerzeugt Weißweine, welche sich annahernd mit unseren deutschen\nRiesling-Weinen messen konnten. —\n/ * \"\nChr. Ad1 Kupferberg & C°\ny Hoflieferanten MAINZ Gegriindet 1850\n• ,*\n| Ueber Bedeutung voh \"Riesling\" gibt unsere neue Broschiire interessanten Aufschlufi."}]}