{"numero_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_sha256": "3f6953710cf9ccc35c09416c16cf58ba394e29dffb2dbd152ae08ee53bf0d7b2", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1910/09/15_01/bmtnabg_1910-09-15_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1910/09/15_01/bmtnabg_1910-09-15_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c001", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "227", "page_fin": "227", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.1", "titre_corps": "INHALT:", "titre_sommaire": "INHALT:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "227", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.1", "debut_caractere": 578, "fin_caractere_exclue": 933, "texte": "INHALT:\nAUGUST STRINDBERQ: Schlafwandler II / ELSE LASKER-SCHÜLER: Künstler / ALFRED DÖBLIN: Die Ermordung einer Butterblume / H. SIEBELIND: Kreise /\nKARL KRAUS: Vom Lynchen und vom Boxen / HERWARTH WALDEN: Die Letzten / ALFRED LEMM: Anmerkung / MINIMAX: Vom Tage / QUINTUS FIXLEIN: Die\nRoda Roda A. G. / ARNO HOLZ - HERWARTH WALDEN.: Laetare / Dafnislied"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c002", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "227", "page_fin": "227", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.2", "titre_corps": "Gesindel in der Sternennacht", "titre_sommaire": "Gesindel in der Sternennacht", "signature_source": "Oskar Kokoschka", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "227", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.1", "debut_caractere": 935, "fin_caractere_exclue": 995, "texte": "Gesindel in der Sternennacht / Zeichnung von Oskar Kokoschka"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c003", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "227", "page_fin": "228", "image_debut": 1, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.3", "titre_corps": "Schlafwandler", "titre_sommaire": "Schlafwandler", "signature_source": "August Strindberg", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "227", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.1", "debut_caractere": 997, "fin_caractere_exclue": 2295, "texte": "Schlafwandler\nVon August Strindberg\nIch habe eben jn einer theosophischen Zeit-\nschrift gelesen, daß sich Tierdevas, 1 ierseelen, in\nden Körper der Menschen jnkarnieren können, sich\ndurch Schönheit und natürlichen Reiz auszeichnen,\nwie die meisten Tiere. Ich fand die Theorie un-\nheimlich und glaubte nicht daran, um nicht die\nMenschheit zu entehren. Jetzt aber erinnere ich\nmich, wie ich auf einer Reise die Gesellschaft eines\nHundes erdulden mußte. Idh freute mich, ein\nWesen bei mir zu haben, fütterte ihn und\nließ ihn in meinem warmen Zimimer schlafen. Er\nwar ein scheinbar gutmütiger Hühnerhund, naiv,\nzynisch, natürlich. Er nahm sein Essen, aber dankte\nnicht; l'ieß esi sich schmecken, aber freute sich nicht,\ner duldete midh, liebte mich aber nicht. Wenn ich\nseinen Kopf nahm, sah er zur Seite; und wenn\nsich dann die Pupillen inadh außen drehten, zeigte\nsich nur das Weiße, das jedoch böse blinde Blicke\naussandte. Al's ich eines Abends im Bett lag und\nl'as!, begann der Hund mir eine beunruhigende Auf-\nmerksamkeit zu zeigen; als ich ihn abwies, änderte\ner plötzlich seinen Charakter; nahm Formen wie\nein Mensch an, machte Gebärden und Bewegungen,\nso daß ich vor Sdhreck außer mir geriet. Ein\nKampf entstand, und ich mußte das Tier mit mei-\nnem Revolver töten, es zum Fenster hinauswerfen."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "228", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 9756, "texte": "Seine letzten Blicke waren nicht die eines! Tieres,\nso viel will ich Sagen.\nIch habe im Jardin des! Pläntes zu Paris mit\n„Tieren Bekanntschaft\"' geschlossen, während mei-\nner täglichen Besuche im Laufe eines Jahres. Der\nGrisly-Bär von Nordamerika, eines der stärksten\nund wildesten Tiere, die es gibt, lernte midh auf\neine Art kennen, die ich erfand. Ich allein gab\nihm nämlich Kirschen, während ihlm andere nur\nBrotrinden reichten. Er setzte sich auf den Hintern\nund sperrte das Maul auf, wenn ich kam; ich konnte\nihn aus! seiner Höhle locken. Er wollte' mir aber\nnie in die Äugen sehen, sondern schloß sie, wenn\ner das Maul aufsperrte. Ich hätte Geduld und kam\ntäglich wieder mit meinen Kirschen. Schließlich\nwollte er wohl sehen, wer ihm das höchste Gut jn\nseiner Gefangenschaft gab; vielleicht eine Jugend-\nerinnerung an die großen Berge im Westen weckte,\nwo er in Freiheit und Bergluft rote Beeren gepflückt\nhatte. Er versuchte zu mir hinaufzusehen; machte\naber gleich darauf eine Miene, als! habe er sein\nGeheimnis verraten. Und er wurde auf sich selber\nböse wegen dieser Schwäche, nicht auf mich. Er\nmußte eis! aber gleich darauf bereut haben, und be-\nschloß, zu zeigen, wer er sei. Er setzte sich mit\ndem Rücken gegen die Gefängnisiniauer, wie ein\nKönig auf seinen Thron, mächte eine Gebärde mit\nden Armen, als! wollte er sich in seinen Krönungs-\nimäntel hüllen; aber er isah mich nicht an, sondern\nzeigte sich und sein Geheimnis. Das war kein\nTier mehr; das! Skelett machte menschliche Be-\nwegungen unter dem verkleideten Pelz. Esl war\nein Tierdeva, ein König der Berge, eine Metempsy-\nchose, vielleicht eine frühere menschliche Inkar-\nnation in Einern Tierkörper.\nDie Neger sägen, daß die Affen sprechen kön-\nnen; daß Sie das aber geheim halten, denn sonst\nwürden isjie arbeiten müssen, und arbeiten ist die\nHölle für einen Neger. Das! glaubte ich nicht, bis\nich ein Buch las, das die Leiter des Jardin jdes\nPlantes', Forscher Von Linne es und Buffons großen\nZeiten herausgegeben haben. In diesem Buch, das\nIdi bei einem Schiffbruch auf festem Land Verlor,\nstanden lange, geduldige Betrachtungen über die\nAffen. Ich erinnere mich dunkel, wie sich einer der\nGelehrten im' Affenhaus! verborgen hatte, um die\nAffen bei ihren Geheimnissen zu überraschen. Ein\nWeibchen hatte eben ein Junges! bekommen. Nun\nwurde zuerst der offenkundige Vater hereingelassen\nund ziemlich kühl und überlegen von der stolzen\nMutter empfangen. Der verborgene Gelehrte be-\nmerkte, daß sich die Gatten erst umsahen, ob sie\njemand beobachtete. Als! sie sich allein glaubten,\nbegannen Isiie „einander in den Mund zu sprechen\".\nDas Ist eine sonderbare Art, die nur Schauspieler\nkennen, und die wahrscheinlich in einer improvi-\nsierten triebhaften Labialmethode besteht. Es waren\nkeine artikulierten Laute, sondern die Bewegungen\nder Lippen wurden Von isiprediendem Blicken be-\ngleitet. Dem Vater wurde erlaubt, den Neugebore-\nnen zu Hieb kosen; er mußte aber vorsichtig sein.\nDarauf wurden Verwandte und Freunde in die\nWochenstube gelassen. Ein lautloses! Schnattern,\nKomplimentieren, Bewundern entstand. Niemand\naber durfte den Neugeborenen anrühren: wollte es\neiner wohl, wurden die Zähne gezeigt, die zur\nLabials'praehe gehören und nicht mißzuverstehen\nsind.\nMeine eigenen Beobachtungen, die ich s'päter\nals! Epigone machte, veranlaßten mich zu dem Glau-\nben, hier seien Geheimnisse vorhanden. Mit Teil-\nnahme und Freundlichkeit hatte ich mit einem alten\nOrang Bekanntschaft geschlossen, der ja von allen\nVierfüßlern den Menschen am ähnlichsten ist. Er\nhatte das1 Gesicht und den Blick eines vertrockneten\nGreises. Etwas sehr Trauriges lag in ihm, nicht\nüber die Gefangenschaft, denn er kannte nichts an-\nderes, sondern der Schmerz, daß er solch ein Vieh\nwar. Er schien sich an etwas erinnern zu wollen,\nvermochte es aber nicht; und das quälte ihn. Viel-\nleicht suchte er ein verlornes Selbstbewußtsein wie-\nderzufinden oder wollte sich aus einer Art quälenden\nSchlafes wecken. Ich sah diesen Ausdruck einmal\nin einem Irrenhaus an Menschen, welche die Er-\ninnerung an Sich selber verloren haben.\nGibt einen anderen Beweis für die Annahme\nder Seelenwanderung, als! ihn uns die Theosophen\njetzt aus der indischen Philosophie führen, die uns\nstreng genommen nichts angehen dürfte? Der gött-\nliche Plato, dessen Weisheit auch von den christ-\nlichen Kirchenvätern als! ein Vorchristentum oder\noffenbarte Philosophie angesehen wurde, hat aus-\nführlich das: wichtige Problem von dem früheren\nDasein und der Seelenwanderung behandelt.\nIm „Timaios\" sagt er ohne Umschweife: nach-\ndem die Männer entstanden waren, sind einige feige\nund unlauter geworden; die wurden bei der zweiten\nGeburt wahrscheinlich in Frauen verwandelt. Zur\nselben Zeit schufen die Götter die Liebe; von der\nFlüssigkeit des Lebens drang ein Teil vom Kopf\nhinunter durch das! Rückgrat als Mark. „Dieses\nMark ist beseelt\" und weckt lebengebende Be-\ngierde. Darum sind die Organe der Liebe unge-\nhorsam und eigenmächtig. In der Gebärmutter\nsteckt ein „nach gebären verlangendes Wesen\", dem\nübel1 zu Mut wird, wenn esi eine lange Zeit ohne\nFrucht bleibt. Es! hemmt das Atmen, ruft Beklem-\nmungen hervor und viele Krankheiten, und muß\ndeshalb befriedigt werden.\nAber wohlgemerkt: Der Trieb, Kinder zu ge-\nbären, stall befriedigt werden, nicht der andere Trieb\n(Astartetrieb), denn der kann nicht befriedigt wer-\nden, der ist unersättlich. Und der Trieb zur Leibes-\nfrucht erzeugt daä Bedürfnis nach einer Behausung,\niin der das Kind geboren wird, und verlängt einen\nMann, der Essen schafft und das Hausl beschützt!\nDas' ist die heilige Ehe!\nBei der zweiten Geburt (Reinkarnation) wurden\neinige zu Vögeln. Dasi sind leichtsinnige, aber nicht\nschlechte Männer gewesen, „die in ihrer Einfalt\nglaubten, die Erklärung überirdischer Dinge ge-\nschehen am sichersten durch die Beobachtungen\ndes! Auges.\" (Positivsten, Materialisten und ihres-\ngleichen.)\nDie vierfüßigen Tiere entstanden aus solchen\nMerisChen, die sich nicht mit Weisheit und Tugend\nbefaßten, sondern mit der Nase auf der Erde herum-\nkrochen.\nDie Fische sind die unvernünftigsten und un-\nwissendsten Mensdhen gewesen; darum dürfen sie\nnicht reine Luft atmen, sondern müssen schmutziges\nWasser schlürfen.\nUnd s'o weiter.\nWeise Männer aller Völker haben an eine\nzweite Geburt geglaubt, und das Christentum selber\nbezieht sich darauf wie auf eine axiomatische Tat-\nsache. Priester und Leviten fragen ja, ob Johannes\nElias sei; und Christus wurde oft für einen von\nden gewaltigen Propheten des Herrn gehalten, der\nsich wieder verkörpert habe. Wir Christen hätten\nGrund, dieses Axiom als christlich aufzunehmen,\nohne darüber zu raisionieren. Dann würden wir\naufhören, uns' gegen ein mitleidloses, unerklärliches\nSchicksal! zu empören; wir würden Welten hinter\ndem Grabe sehen, aber auch vor der Wiege. Wir\nwürden das: Leben ah einen lehrreichen Traum hin-\nnehmen, auf unsere Sorgen pusten, ohne sie fort-\nzublasen ; ergeben unsere Seele und unser Leben\nin die Hand Gottes1 des Allmächtigen befehlen, denn\ner wird alles! wohlmachen. Und zwar ohne über\ndie Rätsel zu grübeln, die wir nicht wissen dürfen,\naber ahnen können.\nNach einer langen Abschweifung komme ich\njetzt zurück auf die Sache, die das Wesentliche war:\nSchlafwandler, die nicht zum Selbstbewußtsein er-\nwachen können. Ich habe dieses Mal das häßliche\nWort lügen vermieden und als Erklärung das Wort\ndichten eingesetzt. Sich selber belügen, hieße ja\nniemals1 zur Wahrheit kommen; nie erfahren, wie\nsich etwas in Wirklichkeit verhält. Ich nehme an,\nder Wirklichkeit fehlt eigentlich volle Realität; sie\nist eine Spiegelung, die durch eine rauhe materielle\nFläche entstellt ist. Wie kann sie da erreichbar für\ndie Auffassung sein, besonders eines unfixierten\nWesens, das vielleicht aus Aethervibrationen zu-\nsammengesetzt oder wie eine Glasscheibe ge-\nschaffen ist, die spiegelt und die Strahlen durchläßt.\nDie Wirklichkeit wird ja von einem durchsichtigen\nGegenstand nur zum Teil wiedergespiegelt; wer\naber dahintersteht, sieht überhaupt keine Spiege-\nlung. Mit anderen Worten, esi entsteht Total-\nreflexion, die zuweilen die Gegenstände unsichtbar\nmacht.\nDiese Schlafwandler, wie ich sie genannt habe,\nwürden also andere Augen als wir besitzen, ein\nanderes Wesen als wir; deshalb könnten sie weder\nein Bild auffassen, noch weniger, sich selber sehen.\nDas käme entweder von einer feineren Konstitution,\ndie keine Verbindung mit dem Materiellen eingehen\nkann, weil es außerhalb ihrer Sphäre liegt; oder\nvon einem nicht entwickelten Auffassungsvermögen\nHei der materiellen Unterlage der seelischen\nExistenz.\nSollten sie denn höhere Wesen sein, und wäre\nmeine erste Hypothese unrichtig? Nein, die der\nPflanze gleichen, die lebt, atmet, sich ernährt, sich\nfortpflanzt, immer schläft, ohne etwas wahrzu-\nnehmen, die können keine höhere Form des Daseins\nbedeuten. Schön ist die Hyazinthe, vollendet, wenn\nman sie anschaut; lieblich ist ihr Duft beim Ein-\natmen ; vielleicht nimmt sie etwas wahr, das Schmerz\noder Freude gleicht; aber ohne Vernunft, ohne\nSelbstbewußtsein, freien Willen, kann kein Seelen-\nleben entstehen; und ohne Seele sein, heißt beinah\ntot sein, wenigstens für uns liebendige Menschen.\nHier stocke ich und sehe ein, daß das ProbHem\nohne Sinn und deshalb unlösbar ist; während eine\nschöne Tatsadhe bestehen bleibt; die Freude und\nDuft verbreitet, unwillkürlich wie Blume, die\nman nur küsisen, mit der man aber nicht sprechen\nkann; die man pflegt, umpflanzt; der man Sonne\nund Luft gibt.\nIch habe mit gutem Willen das! Wort lügen mit\ndichten übersetzt, und ich bin damit dem großen\nOeheimnisi ein wenig näher auf die Spur gekommen.\nLügen soll Schwäche in Willen und Verstand an-\ndeuten; Schwäche ist vorhanden; darum heißt es\nauch richtig: Dasi schwache Geschlecht.\nDeutsch von Emil Schering"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c004", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "228", "page_fin": "229", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.4", "titre_corps": "Künstler", "titre_sommaire": "Künstler", "signature_source": "Else Lasker-Schüler", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "228", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.2", "debut_caractere": 9758, "fin_caractere_exclue": 12519, "texte": "Künstler\nVon Else Lasker-Schüler\nHerr von Kuckuck sitzt immer auf dem Fenster-\nsims und schnappt mit seinem zugespitzten Mund\nalle meine todtraurigen Worte auf, die sonst im\nZimmer liegen blieben, und ich würde schließlich\nin der Uebersehwemmung von Todtrauer ertrinken.\nAuch sieht er so spaßig bei der Fütterung aus, ich\nmuß manchmal hell auflachen. Mein Mann kann\nvon Kuckuck nicht ausstehn. „Er ist eine Beleidi-\ngung neben dir.\" Aber ich muß immer einen Hof-\nnarren haben, das ist so ein uraltes erbübertragenes!\nGelüste. Er folgt mir überall hin. Auf dem Salzfaß\nsitzt er in der Küche, wenn ich am Herd stehe und\nmit dem Quirl dem Feuer behilflich bin — ich meine\nwegen des Weichwerdens der Erbsen. Ich trage\ngoldene Pantoffel, aber in meinen seidenen Strümp-\nfen sind schon Löcher. Herr von Kuckuck wird\nmerkwürdig düster, immer wenn er auf dem Salz-\nfaß siitzt und meinem KoChen zusieht. Er erzählt\nvon Prinzessinnen, die in Goldpantoffeln und\nSeidenstrümpfen kochen und scheuern müssen,\nund sich die Hände blutig reiben, und aber der\nHimmel ihnen alle Sterne sdiulde. Idh glaube, ich\nbin im Anfang aus! einem goldenen Stern, aus einem\nfunkelnden Riesenpalast auf die schäbige Erde ge-\nfallen — meine leuchtenden Blutstropfen können vot\nDurst nicht ausblühen, sie verkümmern immer vor\ndem Tage der Pracht, und mein Mann erzählte mir\ndaslselbe, und darum haben wir uns geheiratet.\n„Wenn sich mein Budget besser gestaltet\", siagt\nHerr Von Kuckuck, „s|o braucht Prinzessin keine\nErbsen mehr kochen\". Er Verspricht es feierlich;\nzwei große Tropfen fallen ausi seinen Augen, die\nsind lila, und die Feierlichkeit kleidet ihn so: eine\nBurleske, die plötzlich auf geraden rabensdiwarzen\nBeinen steht. Ich rieche zu gern Ananas — ich\nglaube, wenn ich mir täglich eine Ananas kaufen\nkönnte, ich würde die hervorragendste Dichterin\nsein. Alles hängt von Kuckucks Budget ab. Mein\nMann, der wünscht sich gar nichts mehr, er denkt\nmorgens1 schon heimlich an seine Zigarette, die er\nim Bett rauchen wird. Die Lampe zuckt, es! ist alles\nsb dünn im Zimmer. „Herein!\" Eine Erbse klopft\nan meinen Magen. Kleine BeinChen bekommen die\nErbsen und wadkeln mit ihren dicken Wasserköpfen\n— eine plumpst den Berg herunter. „Bist du aufge-\nwacht?\" Mein Mann fragt und hebt den Zigarren-\nbecher vom Boden auf — dann streichelt seine\nAnanashand mein Gesidht — die Finger tragen alle\nNotenköpfe — sie singen — und immer, wenn das\nhohe C kommt, sägt mein Arm über seine Brust und\nseinen Leib, idi nehme die Gedärme hervor — eine\nSchlangenbändigerin bin ich — dudelsack ladudel-\nludelli liii...! Ich schiebe die Schlangen vorsichtig\nwieder in seinen Körper, die kleinste hat sich fest\num meinen Finger gesogen, aber sie ist die haupt-\nsächlichste Schlange, sonst kann er keine indischen"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "229", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 683, "texte": "Vogelnester mehr essen. Ich gleiite die Kissen herab1,\nmein Kopf liegt in einem weißein Bach, alle Fische\ntragen Ketten Von Erbsen um den Hal's und schwim-\nmen hinter mir über die flaue Matratze. Mein Mann\nwartet schon im Sessel. Im Rahmen über dem\nSchrank hängt Von Kuckuck und über ihm sein\nOnkel Pankratius, einer der gestrengen drei Herren,\nund zählt — Budget, lauter goldene Schnäbel. Es'\nwird alles1 so grau — idh habe solche Angst, ich\nverkrieche mich in die Achselhöhle meines Mannes.\nAuf dem Sofa sitzt ein Jüngling, er hat große,\nbraune, spöttische Augen, die lächeln schüchtern.\n„Wer bist du!\" ruft mein Mann. „Ich bin der\nSchatten Ihrer Frau und habe Theologie studiert.\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c005", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "229", "page_fin": "229", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.5", "titre_corps": "Die Ermordung einer Butterblume", "titre_sommaire": "Die Ermordung einer Butterblume", "signature_source": "Alfred Döblin", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "229", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.3", "debut_caractere": 685, "fin_caractere_exclue": 10539, "texte": "Die Ermordung einer\nButterblume\nVon Alfred Döblin\nRegungslbs stand der dicke Herr an der Gas-\nlaterne vor der kleinen Dorfkirche. Er trug keinen\nHut auf dem Kopf, in seinem zerzausten Haarschopf\nwar schwarze Erde und Tannennadeln, die er nicht\nabschüttelte. Er seufzte schwer. Als ihm warmes\nBlut den Nasenrücken entlang auf die Stiefel tropfte,\nnahm er langsam mit beiden Händen einen Rock-\nschoß hoch und drückte ihn gegen das Gesicht.\nDann hob er die Hände an das! Lidht und wunderte\nsich über die dicken blauen Adern auf dem Hand-\nrücken. Er strich an den dicken Knollen und konnte\nsie nicht wegstreichen. Beim Ansingen und Auf-\nheulen der Elektrischen trollte er weiter, auf engen\nGäßchen, nach Hause.\nNun saß er ganz blöde in seinem Schlafzimmer,\nsagte laut vor sich hin: „Da sitz ich, da sitz ich\",\nund sah sidh verzweifelt im Zimmer um. Auf und\nab ging er, zog seine Sachen aus und versteckte\nsie in einer Ecke des Kleiderspindes. Er zog einen\nanderen schwarzen Anzug an und las auf seiner\nChate'elbngue Idas Tagblatt. Er zerknäulte es im\nLesen; es war etwas geschehen, es! war etwas\ngeschehen. Und ganz spürte er es am nächsten\nTage, ab er an seinem Pulte saß. Er war versteinert,\nkonnte nicht fluchen, und mit ihm ging eine sonder-\nbare Stille herum.\nMit krampfhaftem Eifer sprach er sich vor,\ndaß alles' wohl geträumt sein müsse; aber die Risse\nan seiner Stirn waren echt. Dann muß es Dinge\ngeben, die unglaublich sind. Die Bäume hatten\nnach ihm geschlagen, ein Geheul war um die Tote\ngewesen. Er saß versunken da und kümmerte sidh\nsich zum Erstaunen des Personals nicht einmal\num die brummenden Fliegen. Dann schikanierte\ner die Lehrlinge mit finsterer Miene, vernachlässigte\nseine Arbeit und ging auf und ab. Man sah ihn\noft, wie er mit der Faust auf den Tisch schlug,\ndie Backen auf blies!, schrie, er würde einmal auf-\nräumen im Geschäft und überall. Man würde es\nsehen. Er lasse sich nicht auf der Nase Herum-\ntanzen, von niemandem.\nAls! er rechnete, bestand aber am nächsten\nVormittag unerwartet etwas! darauf, daß er\nder Butterblume zehn Mark gutschrieb. Er\nerschrak, verfiel in bitteres Sinnen über seine\nOhnmadht und bat den Prokuristen, die Rechnung\nweiter zu führen. Am Nachmittag liegtet er\nselbst das Geld in einen besonderen Kasten mit\nstummer Kälte; er wurde sogar veranlaßt, ein\neigenes Konto für sie anzulegen; er war müde ge-\nworden, wollte seine Ruhe haben. Bald drängte\nes ihn, ihr von Speise und Trank zu opfern. Ein\nkleines' Näpfchen wurde jeden Tag für sie neben\nHerrn Michaeli Platz gestellt. Die Wirtschafterin\nhatte die Hände zusammen geschlagen, als er ihr\ndies! Gedeck befahll; aber der Herr hatte sich mit\neinem unerhörten Zornesausbruch jede Kritik ver-\nbeten. _\nEr büßte, büßte für seine geheimnisvolle Schuld.\nEr trieb Gottesdienst mit der Butterblume, und\nder ruhige Kaufmann behauptete jetzt, jeder Mensdh\nhabe seine eigene Religion; man müsse eine per-\nsönliche Stellung zu einem unaussprechlichen Gott\neinnehmen. Es1 gäbe Dinge, die nicht jeder\nhegreift. In 'den Ernst seines Aeffchengesichts war\nein leidender Zug gekommen; auch seine Kör-\nperfülle hatte abgenommen, seine Augen lagen tief,\nein Gewissen sah die Blume in seine Hand-\nLungen, streng von den größten bis zu den kleinsten\nalltäglichen.\nDie Sonne schien in diesen Tagen oft auf die\nStadt, das Münster und den Sc'hloßberg, schien\nmit aller Lebensfülle. Da weinte der Verhärtete\neines! Morgens am Fenster auf, zum ersten Male\nseit seiner Kindheit. Urplötzlich, weinte, daß ihm\nfast das Herz brach. All diese Schönheit raubte ihm\nEllen, die verhaßte Blume, mit jeder Schönheit der\nWelt klagte Siie ihn jetzt an. Der Sonnen sdh'ein\nleuchtet, sie sieht ihn nicht; sie darf den Duft\ndes! weißen Jasmin nicht atmen. Niemand wird\ndie Stelle ihres! schmählichen Todes betrachten, keine\nGebete wird man dort sprechen: das durfte sie1\nihm allesl zwischen die Zähne werfen, wie lachhaft\nes! auch war und er die Hände rang. Ihr ist alles\nverslagt: das! Mondlücht, das Brautglück des Som-\nmers, das ruhige Zusammenleben mit dem Kuckuck,\nden Spaziergängern, den Kinderwagen. Er preßte\ndas; Mündcheh zusammen; er wollte die Menschen\nzurückhalten, als! sie den Berg hinaufzogen. Wenn\ndoch die Welt mit einem Seufzer untergegangen\nwäre, damit der Blume das Maul gestopft sei. Ja,\nan Selbstmord dachte er, um diese Not endlich\nzu stillen.\nZwischendurch behandelte er sie erbittert, weg-\nwerfend, drängte sie mit einem raschen Anlauf\nan die Wand. Er betrog sie in kleinen Dingen,\nstieß hastig, wie unabsichtlich, ihren Napf um, ver-\nrechnete sich zu ihrem Nachteil, behandelte sie\nmanchmal listig, wie einen Geschäftskonkurrenten.\nAn dem Jahrestag ihres Todes stellte er sich, als ob\ner sich an nichts erinnerte. Erst als sie dringender\nauf eine stille Feier zu bestehen schien, widmete\ner ihrem Andenken einen halben Tag.\nIn einer Gesellschaft ging einmal die Frage\nnach dem Leibgericht herum. Als! man Herrn Mi-\nchael fragte, was er am liebsten esse, fuhr er mit\nkalter Ueberlegung heraus : „Butterblume, Butter-\nblumen sind mein Leibgericht.\" Worauf alles in\nGelächter ausbrach, Herr Michael aber sich zu-\nslammenduckte auf seineml Stuhl, mit verbissenen\nZähnen das! Lachen hörte und die Wut der Butter-\nblume genoß. Er fühlte sich als scheusäliger Drache,\nder geruhsam Lebendiges herunterschluckt, dachte\nan wirr Japanisches und Harakiri. Wenngleich er\nheimlich eine schwere Strafe ihr erwartete.\nEinen solchen Guerillakrieg führte er un-\nunterbrochen mit ihr; ununterbrochen schwebte er\nzwischen Todespein und Entzücken; er labte sich\nängstlich an ihrem) wütenden Schreien, das er manch-\nmal zu hören glaubte. Täglich sänn er auf neue\nTücken; oft zog er sich, hoch' aufgeregt aus!\ndem Kontor in sein Zimmer zurück, um ungestört\nPläne zu schmieden. Und so heimlich' verlief dieser\nKrieg, und niemand wußte darum.\nDie Blume gehörte zu ihm, zum Komfort seines\nLebens. Er dachte mit Verwunderung an die Zeit,\nin der er ohne die Blume gelebt hatte. Nun ging\ner oft mit trotziger Miene in den Wald nach\nSt. Ottilien spazieren. Und während er sich\neineä sonnigen Abends auf einem gefallenen\nBaumstamm ausruhte, blitzte ihm der Gedanke:\nhier an1 der Stelle1, wo er jetzt säß, hätte\nseine Butterblume, Ellen, gestanden. Hier mußte\nesl gewesen sein. Wehmut und ängstliche Andacht\nergriff den dicken Herrn. Wie hatte sich alles ge-\ntyvendet! Seit jenem Abend bis heute. Er ließ ver-\nsunken die freundlichen, leicht verfinsterten Augen\nüber das Unkraut gehen, vermutlich den Schwestern,\nvielleicht Töchtern Ellens!. Nach langem Sinnen\nzuckte es' spitzbübisch über sein glattes! Gesicht.\nO sollte seine liebe Blume jetzt eins bekommen.\nWenn er eine Butterblume ausgrübe, eine Tochter\nder Toten, Sie zu Hause einpflanzte, hegte und\npflegte, sb hatte die alte eine junge Nebenbuhlerin.\nJa, wenn er es! recht überlegte, konnte er den\nTod der alten überhaupt sühnen. Denn er rettete\ndieser Blume das Leben und kompensierte den Tod\nder Mutter; diese Tochter verdarb doch' sehr wahr-\nscheinlich' hier. Oh, würde er die alte ärgern, sie\nganz kalt stellen. Der gesetzeskundige Kaufmann\nerinnerte sich eines Paragraphen über Kompensation\nder Schuld. Er grub ein nahes' Pflänzchen mit\ndem Taschenmesser aus, trug es! behutsam mit der\nbloßen Hand heim und pflanzte es! in einen gold-\nprunkenden Porzellantopf, den er auf einem Mo-\nsaiktischchen seines Schlafzimmers! postierte. Auf\nden Boden des! Topfes schrieb er mit Kohle:\nS 2043 Absatz 13\".\n\" Täglich begoß der Glückliche die Pflanze )tnit\nboshafter Andacht und opferte der Toten, Ellen.\nSie war gesetzlich, eventuell unter polizeilichen Maß-\nregeln zur Resignation gezwungen, bekam keinen\nNapf mehr, keine Speise, kein Geld. Oft glaubte\ner, auf ;dem Sofa liegend, ihr Winseln, ihr lang-\ngezogenes! Stöhnen zu hören. Das Selbstbewußtsein\ndes! Herrn Michael stieg in ungeahnter Weise. Er\nhatte manchmal fast Anwandlungen Von Größen-\nwahn. Niemals Verfloß sein Leben so heiter.\nAls! er eines 1 vergnügt! aus Is'einefrnl Kontor\nin seine Wohnung geschlendert war, erklärte ihm\nseine Wirtschafterin gleich1 an der Tür gelassen,\ndaß das Tischchen beim Reinemachen umgestürzt,\nder Topf zerbrochen sCii. Sie hätte die Pflanze,\ndas' gemeine Mistzeug, mit allen Scherben in den\nMülleimer werfen lassen. Der nüchterne, leicht ver-\nächtliche Ton, in dem die Person Von dem Unfall\nberichtete, ließ erkennen, daß sie mit dem Ereignis\nlebhaft sympathisiere.\nDer runde Herr Michael warf die: Tür insi\nSchloß, schlug die kurzen Hände zusammen, quiekte\nlaut vor Glück und hob die überraschte Weibs-\nperson an den Hüften in die Höhe, so weit es seine\nKräfte und die Deckenlänge der Person erlaubten.\nDann schwänzelte er aus dem Korridor in sein\nSchlafzimmer, mit flackernden Augen, aufs höchste\nerregt; laut schnaufte er und stampften seine Beine;\nseine Lippen zitterten.\nEs! konnte ihm niemand etwas nachsagen; er\nhatte nicht mit dem geheimsten Gedanken den Tod\ndieser Blume gewünscht, nicht die Fingerspitze\neines Gedankens! dazu geboten. Die alte, die\nSchwiegermutter, konnte jetzt fluchen und siagen,\nwas' sie wollte. Er hatte mit ihr nichts zu schaffen.\nSie waren geschiedene Leute. Nun war er die ganze\nButterblumensippschaft los. Das Recht und das!\nGlück standen auf seiner Seite. Es war keine Frage.\nEr hatte den Wald übertölpelt.\nGleich wollte er nach St. Ottilien, in diesen\nbrummigen, dummigen Wald hinauf. In Gedanken\nschwang er schon sein schwarzes Stöckchen. Blu-\nmen, Kaulquappen, auch Kröten, sbllten daran glau-\nben. Er konnte morden, sio viel er wollte. Er\npfiff auf sämtliche Butterblumen.\nVor Schadenfreude und Lachen wälzte sich der\ndicke, korrekt gekleidete Kaufmann Herr Michael\nFischer auf seiner Chaiselongue.\nDann sprang er auf- stülpte seinen Hut auf\nden Schädel und stürmte an der verblüfften Haus-\nhälterin vorbei ausl dem Hause auf die Straße,\nLaut lachte und prustete er. Und verschwand\nin dem Dunkel des! Bergwaldes."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c006", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "229", "page_fin": "229", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.6", "titre_corps": "Kreise", "titre_sommaire": "Kreise", "signature_source": "H. Siebelind", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "229", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.3", "debut_caractere": 10550, "fin_caractere_exclue": 10888, "texte": "Kreise\nH. Siebelind\nln! Gewirr der werbenden Mächte\nHierhin, entgegen, dorthin —\nZiehen schweigend die Gestirne ruhelose Kreise.\nIn dem vielfältig-bunt-jagenden Troß des1 Lebens\nHält einer, wirft sich verzweifelnd zur Erde1 —\nSchreit eine Frage — noch eilt weiter der Schall —\nSpurlos! zertreten — des Kreises Beginn? — düngt\ner die Erde."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c007", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "229", "page_fin": "230", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.7", "titre_corps": "Vom Lynchen und vom Boxen", "titre_sommaire": "Vom Lynchen und vom Boxen", "signature_source": "Karl Kraus", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "229", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.3", "debut_caractere": 10890, "fin_caractere_exclue": 11782, "texte": "Vom Lynchen und vom Boxen\nVon Karl Kraus\n„Ich bitte Sie, zu erklären, daß die in Mastodon,\nMississippi, vollzogene Lynchung des Negers Curl in\naller Ruhe und in vollster Ordnung vor sich ging. Sie\nwurde von den angesehensten Leuten des Ortes,\nBankiers, Advokaten, reichen Landwirten und Kauf-\nleuten, geleitet. . . . Ich kann sagen, daß noch niemals\nvielleicht an einer Lynchung soi viele wahrhaft vornehme\nMenschen sich beteiligt haben. . . \"\nDiese Erklärung erschien, wie die verläßliche\nSchere ides Neuen Wiener Journals behauptet, in\nvjielen amerikanischen Blättern. Sie war ein Protest\ngegen die mögliche Unterstellung, daß es bei dieser\nLynchung grausam zugegangen sei. Im Gegenteil'\nwurde nichts1 getan, was irgendwie gegen die Vor-\nschriften einer humanen Lynchung verstoßen hätte.\n„Ich verlangte für mich nur ein einziges Vorrecht:\nich wollte beim Hochziehen des Negers, den wir auf-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "230", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3143, "texte": "knüpfen wollten, als Erster den Strick in die Hand\nnehmen. Meine lieben Freunde und Nachbarn erklärten\ndiesen meinen Wunsch für durchaus berechtigt und\nlegten inir kein Hindernis jn den Weg. Aber ich\nglaube, daß der Neger schon vor Angst tot war, als\nich mit einem starken Zug ihn in die Luft hinauf-\nbeförderte. Er bewegte sich nicht mehr und zappelte\nnicht mehr mit den Gliedern; von dem Augenblick,\nin welchem er hochgezogen wurde, zuckte kein Muskel\nseines Körpers mehr.\"\n'Aber audi! bis! dahin wurde nichts' unterlassen,\nw'afe! der Philantrop vorzukehren hat, wenn es gilt,\ndem Schwachen beizustehen:\n„Bevor ich noch den Strick in Bewegung setzen\nkonnte, mußte ich den Neger stützen, denn die Beine\nzitterten ihm so, daß er nicht stehen konnte/'\nEin Akt christlicher Nächstenliebe, der um so\ngrößere Anerkennung verdient, als' gerade bei Lyn-\nc'hungen Sonst fast durchwegs etwas! rücksichts-\nlos' verfahren wird. Der Verfasser der Erklärung\nist ein Steuererheber namens Miller, dessen Bruder\nnämlich, ein Polizeibeamter, Vom Neger Curl ge-\ntötet Auch für diese Tötung wird ein GUund\nangegeben. Der Polizeibeamte wollte den Neger\nCurl1 verhaften. Aber auch dafür wird ein Grund\nangegeben: „weil Curl an eine weiße Frau einen\nbeleidigenden [Brief geschrieben hatte\". Ob auch\ndieses Vorgehen einen Grund hatte und ob etwa\nder Brief eine Antwort auf hinein Schmeichelhaften\nBrief war, haben wir nicht erfahren. Aber b!äld\ndarauf wurden tausend Neger gelyncht, und der\nGrund, hieß; es1, war ein Sieg im Boxen, den jein\nNeger über feinen Weißen errungen hatte. Viel-\nleicht war aber diesier Grund nur ein Vorwand, und\nVielleicht lag bloß die Gefahr nahe, daß tausend\nNeger an zehntausend weiße1 Frauen beleidigende\nBreife schreiben könnten. Die Verlläßliche Schere\ndeö Neuen Wiener Journals hat uns darüber mit\neiner Schilderung vom Negerhaß in Amerika be-\nruhigt, in der esl hieß:\n„Der Schwarze ist in den Augen des Amerikaners\neben nun einmal kein richtiger Mensch. Die ameri-\nkanische Dame, die sonst an Prüderie mit ihren\nStammesgenossinnen in der ganzen Welt es reichlich\naufnimmt, kleidet sich in Anwesenheit eines Negers\nruhig an oder aus, und wenn die erstaunte europäische\nFreundin sie darob zur Rede stellt, so antwortet sie\nkaltblütig: „Der Nigger ist doch kein Mann!\"\nSehr richtig! Aber die europäische Freundin\nsoll nur nicht so erstaunt tun. Auch sie würde\nSiic'h, wenn ein Somali-Dorf in die Nähe kommt\noder bei Sonst einer besonderen ethnographisdhen\nGelegenheit, in Anwesenheit eines Negers ruhig\nan- oder auskleiden. Denn ob' der Nigger kein Mann\nist, davon möchten sich alle, die Weiber sind, gern\nüberzeugen. Und weil dasl ihre Männer fühlen,\ndarum werden S|ie die Nigger vom Erdboden weg-\nlynchen, bis diesen kein Muskel mehr zuckt. Ban-\nkiers, Advokaten, Landwirte und Kaufleute Und alle\nwahrhaft vornehmen Menschen werden sich an\ndieser Lyndiung beteiligen. Und werden dann sagen,\ndaß Nie doch besser boxen können. Und nur einen\nChampion werden sie nicht besiegein: den Neger\nder Weiblichen Phantasie. Denn den hat den Weibern\ndie Natur als! Entschädigung für den reellen Christein\ngegönnt.\nAus der Zeitschrift Die Fackel"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c008", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "230", "page_fin": "231", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.8", "titre_corps": "Die Letzten", "titre_sommaire": "Die Letzten", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "230", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.4", "debut_caractere": 3145, "fin_caractere_exclue": 6913, "texte": "Die Letzten\n\nViele Leute ärgern sich über subjektive Theater-\nkritik. Dagegen wäre nichts! einzuwenden, wenn\neS eine objektive gäbe. Jedenfalls: das, was dem\nPublikum in der Tagespresse über Theater erzählt\nwird, ist Weder subjektiv noch objektiv, es ist ein-\nfach belanglos!. Es bleibt mir unbegreiflidh, warum\nes, den Theaterbesucher interessiert, zu wissen, wie\neine Vorstellung irgend jemandem gefallen hat, für\ndessen Qualität weiter nichts als die1 Tatslache\nspricht, daß irgend jemand von einem Verleger\nangestellt wurde. Und jedesmal setzt es mich\nwieder in Erstaunen, daß diese Herrein, die\nKritiken schreiben, nicht einmal in der Lage\nSind, einen Eindruck real festzustellen. Es fehlt\nihnen Sogar die Fähigkeit, die reinel äuße! r e\nWirkung zu empfinden. Was! können nun solche\nMenSdhen über ein Kunstwerk urteilten, deren Sen-\nsibilität nicht einmal hinreicht, die Wirkung auf ihre'\nMithörer objektiv nachzufühlen. In dieser Hinsicht\nwurde wieder Erstaunliches bei der Besprechung\ngeleistet, mit der die Uraufführung des Dramas\n„Die Letzten\" Von Maxim Gorki in den Kam1-\nmers'p liefen bedacht würde. Allerdings liegt der\nFall gerade in diesem Theater kompliziert. Aeußere\nBeifallskundgebungen finden nie statt. Das Publi-\nkum kommt sich hier ungeheuer feierlich vor und\nverhindert Fremdlinge Sofort an dem Versuch', sich\ndurch Händeklatschen Von einer Erregung zu be-\nfreien. Die Uraufführungen werden stets von den-\nselben Herren besucht, und trotzdem liest man in\njeder Kritik wieder von den „schwachen Ansätzen\nzulm Beifall\". Es! hat sich wiederholt ereignet, daß\ndas Publikum einstimmig begeistert war und die\nPresse feststellte, die Aufführung wäre glatt ab-\ngelehnt worden. Nun ist es selbstverständlich für\nden Wert der künstlerischen Leistung, sowie für\nihre Beurteilung völlig gleichgültig, ob1 und wie\nein äußerer Erfolg eintrat. Stellt man siolche Dinge\naber fest, so fordert der normale Anstand, die Tat-\nsadhe nicht zu entstellen. Ich für mein Teil ver-\nzichte darauf mit Vergnügen. Denn die Verworren-\nheit unserer gesamten Kunstzustände beruht auf\n'der unglücklichen Verquickung zwischen der Wahr-\nheit des! Lebens und der Kunst. Abgesehen davon,\ndaß esl einel Wahrheit des Lebens überhaupt nicht\ngibt. Wohl aber eine Wahrheit der Kunst.\nMan tntiß immer wieder den bekannten Satz\nwiederholen, daß; eine nioctt $>, Sache;\nin der Kunst noch lange nicht natürlich wirkt. Und\nfür die Kunst ist die Wirkung nun einmal' das Ent-\nscheidende. Was hat man nicht über diesen neuen\nGorki wieder alles! lesen müssen. Die Schlagworte\nvon Naturallisimus, von unerquicklichen und düsteren\nSchilderungen, von dem Recht der Menschheit auf\nFrohsinn, von dem sChwerein Ernst des Lebens,\nder des1 Abends zu heiteren Stunden geradezu be-\nrechtigt. Selbstverständlich: die Besucher der Kam-\nmerspiele, die den halben Tag über Briefe unter-\nschreiben, Tennis spielen und siCh1 den Aufregungen\nde'sl Totalisators ergeben, den anderein halben Tag\naber auf Körperkultur und „die Mahlzeiten\" ver-\nwenden müssen, diese Herrschaftein haben ein un-\nanfechtbares! Recht auf Gemütsruhe. Schlimm ge-\nnug, daß die Regierenden nicht Herr der revolutio-\nnären Umtriebe werden, schlimm1 gelnug, daß man\njetzt Selbst in Preußen politisch wird, schlimm ge-\nnug, daß es! überhaupt soziale Zustände gibt. Doch\ndas! Theater soll man nic'ht damit verseuchen. Nicht\ndie Stimmung zum Kabaret verderben. Man lebt\ndoch nur einmal. Und schließlich ist es ja bekannt,\ndaß Dichter maßlos! übertreiben.\n'Meine Freunde werden wieder empört sein,\ndaß ich mit alten Kunstwahrheiten um mich werfe.\nAber wasl hilft das alles. Man muß, Dinge so lange\nSagen, bis sie gehört werden. Es ist natürlich für\nden Wert eines! Kunstwerks völlig gleichgültig, ob\ndie Zustände in Rußland zufriedenstellend oder"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "231", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4759, "texte": "trostlos sind. Nur muß das Trostlose künstlerisch\nzufriedenstellen. Nicht, daß Gorki bekannte und\n„unerquickliche\" Vorgänge auf die Bühne brachte,\nspridht gegen das Drama, sondern der Umstand, daß\ner eS nicht vermochte, ein Kunstwerk, das heißt\neine organische Einheit zu schaffen. Auch er ver-\nkannte, daß die Wahrheit des: Lebens eine künstle-\nrische Wahrheit werden muß. Er sah Unglückliche\nund1 Unglückliches mit dem Auge des Dichters,\n— denn das ist Gorki — aber er vermochte nicht,\ndie auSeinanderstrebenden Personen seiner Hand-\nlung künstlerisch zusammenzuschließen. Um ganz\nverständlich zu sein: NiChts ist zum Beispiel natür-\nlicher, als' idjaß ein Zimmer höchstens drei Türen\nhat, und alle möglichen Menschen, die in derselben\nWohnung wohnen, durch diese drei Türen ein- und\nausgehen. Es ist auch im Leben zeitlich durchaus\nglaubwürdig, daß Familienmitglieder bei ihrem Zu-\nsammentreffen sich über alle möglichen Dinge unter-\nhalten (über unmögliche tun esi Familien seltener).\nAuf der Bühne wirkt diese Lauferei höchst un-\nnatürlich. Der Zuschauer kommt nicht von dem\nGefühl IoS, daß der Urheber dieses Bewegungs-\nspieles die Menschen nach Bedürfnis zuslammen-\nkommandiert. Esi genügen also zum Beispiel hier\nnicht die äußeren Gründe (Mittagessen, Abendessen,\nZurückkomimen 'Vom Spaziergang), esi müssen innere\nGründe vorhanden sein, die die Personen gerade zu\ndieser Stunde und in diesem Zimmer zusammen-\nführen. Das ist eine Einzelheit. Natürlich ließe sich\nbis auf das Allergenaueste analysieren, warum\nGorkis! Drama wohl eine Dichtung\", aber kein Kunst-\nwerk ist, und ich bestreite auf das entschiedenste,\ndaß solche Wertungen auf Geschmacksfragen be-\nruhen. Selbst der gute Geschmack reicht hierzu\nnicht aus. Und schließlich ist die Kunst keine\nInstitution für Kostgänger.\nDie Darstellung litt unter den Mängeln des\nDramas'. Der Regisseur besaß nicht die Kraft, das\nschwankende Gebäude des Dichters auf ein festes\nFundament zu stellen. D|ie Vorstellung gab mir\nGelegenheit, meine Wertung der Herren Rudolf\nBl'tiinner und Jakob' Tiedtke nachzuprüfen.\nIch biin derselben Ansicht geblieben. Blümner spielte\nzum erstenmal im Deutschen Theater eine tragende\nRolle. Und |im Gegensatz zum größten Teil der\nBerliner Preslse stelle ich fest: Esl war eine Kunst-\nleistung. Hätte Blümner etwa Bassermann kopiert\noder Herrn Wegener, so wäre ihm sicher Vollste An-\nerkennung mit Engel'sizungen gesungen worden.\nBlümner ist zu talentlos, Kopist zu sein, und gegen\nOriginalität hat man stets etwas einzuwenden. Es\nfehlen die Vergleichs'möglichkeiten. Gerade1 daß\nBlümner diesen Polizeidirektor nicht wie einen sa-\ntanischen Schurken spielte, rechne ich ihm! hoch1 an.\nSchurke sein ist keine Eigenschaft, sondern die\nBenennung einer Wirkung auf Dritte. Blümner ent-\nwickelte Seinen Polizeidirektor auf der Basis Gorkis.\nDer Dichter schuf ihn nicht als starknervigen Ge-\nwaltmenschen, sondern als eitlen Schwächling, des-\nsen brutale Handlungen aus der pathetischen Auf-\nfassung seiner Amts würde entstehen. Was kann\nBlümner dafür, daß die Herren Kritiker kein Auffas-\nsungsvermögen besitzen. Wenn der Schauspieler\nseine Gestalten so spielen müßte, wie deren C lieh es\nauf die Gehirne der verehrlichen Referenten auf-\ngeklotzt sind, so würden diese Herren schon den\nBürstenabzug vorzüglich finden. Doch kann man\nVon Künstlern (seien es nun Dichter oder Schau-\nspieler) niCht eine Maschinentätigkeit verlangen. Die\nHerren Kritiker müslsen sich schon mit den Cli dies\nihrer eigenen schriftstellerischen Tätigkeit begnügen.\nTiiedtke gab1 wieder einen alten guten Mann. Einen\nrührend guten Mann. Trotzdem von künstlerischer\nGlaubhaftigkeit in Liebe und in Schmerz. Ohne Sen-\ntimentalität und doch mit innerer Spannung. Außer-\nordentliches leistete LuC i e Höfl i c h. Eine Per-\nsönlichkeit und eine große Künstlerin. Auch hier\nmuß iCh dasselbe sagen: man gehe in das Drama\nwegen Lude Höflich. Sie stielte sich als buckliges\ngehässiges Mädchen. Auch diesmal1 wußte sie, daß\nder Gehässige nicht immer haßt. Ich halte es für\nkein Lob, jemandem zu sagen, daß er einen Men-\nschen schuf. Denn das Leben kennt nicht die Voll-\nkommenheit einer künstlerischen Schöpfung. Lucie\nHöflich gab einen außergewöhnlichen Menschen auf\nseinen Höhepunkt. Und mehr. Sie schuf kein\n„Ideal\", das! heißt etwas Gedachtes, keine Photo-\ngraphie, das heißt etwas Geschäutes. Sie schuf\ndas Leben mit seinem ganzen Reichtum an Gefühlen\nund Empfindungen — erlebt Von einem buckligen\ngehässigen Mädchen. Ellen Neustädter und Ella\nBarth Spielten sehr talentvoll, Frau Neustädter mit\nErgriffenheit, Ella Barth mit Leidenschaft. Emilie\nKurz aIS Amme brachte so etwas wie Maeterlinck-\nStimmung in den ersten Akt. Schrecklich talentlos\nist der Herr Jakob FcMhammer. Und Herr Liedtke.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c009", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "230", "page_fin": "231", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.9", "titre_corps": "Es macht ihn durchauss vergnügt/ dass es schon Lätare ist", "titre_sommaire": "Es macht ihn durchauss vergnügt/ dass es schon Lätare ist", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "230", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.4", "debut_caractere": 6915, "fin_caractere_exclue": 7008, "texte": "Es macht ihn durchauss vergnügt/\ndass es schon Lätare ist\n•«\nArno Holz\nHerwarth Waiden Op II3"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c012", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "231", "page_fin": "231", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.10", "titre_corps": "Anmerkung", "titre_sommaire": "Anmerkung", "signature_source": "Alfred Lemm", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "231", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.5", "debut_caractere": 4761, "fin_caractere_exclue": 6775, "texte": "Anmerkung\nAlfred Lemm\nWoldemar Runge, der neue Direktor des! Fried-\nrich-Wilhelmstädtischen Schauspielhäusesi, eröffnete\nsein Theater mit einer Neueinstudierung des Faust.\nEr brachte System in seine Welt: Um die Sonne der\nDichtung kreisten darstellende und bildende Kunst,\nih r Licht zu verstärken. (Bei Reinhardt steht alles\nzu isfehr im Stern bild der Dekoration.) Eine Drei-\neinigkeit, bei der die Anbetung oder Vernachlässi-\ngung einest Teils das Ganze schändet. Der Maler\nLeni macht aus! der Gretchenszene eine Rezitation\nam Spinnrad. Hätten diesie leeren grauen Wände\ndas Sehnend-herbe geben können, es wäre ein Ver-\ndienst der Dichtung gewesen und zum kleinen Teil\nder Fantasiie des Publikums — dessen Tätigkeit\nsich mit der Größe des Kunstwerks Verringert. Der\nTheatermaler (muß im Bild der Dichtung bleiben.\nEr hat wohl zu überlegen, wo er andeuten kann,\nwo er ausführen muß. Andeutung setzt Eindeutig-\nkeit voraus. So müssen hohe kahle Mauern nicht\nunbedingt den Eindruck der alten, giebligen Klein-\nstadt hervorrufen. Doch rehabilitiert sich Leni\nglänzend: die Hexenküche mit groteskem, lächerlich\ngroßen Kesisel; das graue beklemmende Dominnere;\ndie Gebetslszene: (vor düsteren Mauern in blauer\nNische ein hölzernes Muttergottesbild, an dem das\nmatte Flehen Gretchensi mit letzter Verzweif-\nlung aufsteigt. Voll verständnistiefen Einfühlens„\nLeni illustriert nie, er umzeichnet, stilisiert, gibt\nStimmung. Die die gesamte Vorstellung beeinflußt.\nSie war redht und schlecht; zuweilen recht schlecht.\nLettingers! Mephisto bleibt trotz schauspielerischer\nBegabung ohne die nötige Intensität. Man sollte\nden gelehrten Faust und den lieb'eseifrigen Vielleicht\nvon 'Zwei Darstellern spielen lassen. Nur die Großen\nkönnen beide gestalten. Jener fordert dringender\neinen Versteher, als einen Könner. Der junge das\nbedenkenlose Temperament. Es scheint, daß der\nRegisiseur stets nur an den alten denkt, wenn die\nRollen verteilt werden, und nicht merkt, wie der\njunge in die schwer vermeidlichel Syruptonne fällt."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c013", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "232", "page_fin": "232", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.11", "titre_corps": "Vom Tage", "titre_sommaire": "Vom Tage", "signature_source": "Minimax", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "232", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4833, "texte": "Vom Tage\nMinimax\nReligionen unter sich\noder Absehied vom Leben\nWir haben älle eins- auf die Nase bekommen;\nich habe in zwiefacher Weise mein Fett weg. Ein-\nmal bedeutet man mir via Marienburg ebenso\ndringend wie kategorisch, daß ich auf das Prädikat\neines guten Deutschen kein Recht habe, da ich\nnämlich kein guter Christ sei; das andere Mal wurde\nmir mit einem bemerkenslwerten Ruck der Boden\nVöllig unter den Füßen weggezogen, indem nämlich\nein bayrischer Herr von kurzer Hand die katholische\nReligion für die einzig wahre erklärte, Grade sie,\ndie ich nicht habe. Ich stehe nicht an, urbi et orbi\nzu erklären, daß ich total auf dem Pfropfen-sitze;\nmir ist die irdische und überirdische Heimatsberech-\ntigung entzogen worden. Ich werde Luftschiffer.\nVor meinem Abschied von der Erde will ich jetzt\nnoch allen meinen Freunden und Bekannten ein\nherzliches! [Lebewohl zurufen. Es wär zu schön\ngewesen, es hat nicht sollen sein. Weint nicht.\nIch fahre nach Frankfurt a. M., ich werde den Zaren\nsehen, meinen Antipoden, der privatim für sich\neine ganze Religion und eine halbe Welt hat; seine\nGeheimpolizisten {werden sich nadh mir den Hals\nkilometerweit ausrecken und so werde ich sie alle\numbringen. Den Zaren nehme ich mit, denn er\ntut mir leid. Wenn er erst mit mir in der (Luft\nfliegt, kann er nicht mehr in die Luft fliegen. Ich\nwill auch rasch mal nadh England, den Spion Helm\nbefreien; er war zu dumm für diese Rolle und ist\nhöchstens nocli als Almosenempfänger, Aufsichts-\nratmitglied oder Zentrumslabgeordneter zu verwen-\nden. Damit lasse ich die Erde fahren und sehe\nkosmischen Ereignissen entgegen. Wenn es! knallt,\nweint rasch einen Tropfen; dann habe idh die Plätze\nbekommen, und lebe, ein Märtyrer, fortan in der\nGeschichte als Heiliger.\nDie Königin Luise\nMan Wache jetzt eins! der „nationalem\" bder\n„völkischen\" Blätter auf und zeige mir diejenigein,\nwelche zwischen heftigen Aeußerungen der Gesin-\nnungstüchtigkeit, Konkurrenzenpöbelei und Panzer\n'plattensucht nicht eine blaugetünchte Elegie1 auf\ndie Königin Luise finden. Ich bin überzeugt, die\ntote Frau ist ebenso unsdhuldig an dieser fabrik-\nmäßig betriebenen Verhimmlel'ung, wie der sbhr Vor-\nnehme alte Kaiser Wilhelm an der bengalischen\nBeleuchtung: „der Große\"; Lärm, Reklame und\ndekorative Schaustellung war in früheren Zeiten\nnicht so üblich. Frühere Königsfamilien begnügten\nsich damit, zu regieren, Kriege zu führen und den\nGesChichtsunterridht durch einige Zahlen zu Ver-\nlängern; jetzt werden auch die Mädchenschulideale\nVon oben gestellt. Es grassiert weiter die unsterb-\nliche und unausrottbare deutsche Tugend und fordert\nihre Opfer; in dieser Zeit großen internationalen\nVerkehrs! spreizt sidh die Kleinstadt, plustert sich\nauf und schmeichelt sidh, Krone der Schöpfung\nzu sein. Man schimpfe doch nicht über eine Ent-\nfremdung zwischen Krone und Volk; ich kann bei\nkrampfhafter Bemühung keine sehen; das Volk hat\nbei uns1 sich prächtig auch nach oben durchgesetzt;\ndas Volk in einem schlimmen Sinne, der pensions-\nberechtigte Oberlehrer mit den Idealen, die uns\noben, und den Hämorrhoiden, die ihm unten heraus-\nhängen. Warum nahm doch die Oeffentlichkeit,\nrespektive der Herr Oberlehrer, Anstoß an der\nInstrumentenrede des Kaisers? Ihr wißt doch, daß\nder Gott, (von dem da gesprochen wurde, jnicht\nder Vater bedeutender, verblüffender Inspirationen,\nsondern der Träger der sogenannten sittlichen Welt-\nordnung ist, aber jener sittlichen Weltordnung,\nwelche! hr immer preist, wenns Euch gut geht,welche\nunerforschlüch zu nennen Ihr Euch gedrängt fühlt,\nwenns vorbei gerät. Lieb Vaterland, kannst ruhig\nsein; wir schlafen alle unter einem Himmel. Man\ntut dem Kaiser unrecht. — Aber audh Herr von\nMaitzahn, der den Kaiser gegen die Presse sdhützt,\ntat unrecht, al!s[ er die Kritiker unreife Jungen nannte.\nAuch Alter schützt bekanntlich vor Jugend nicht;\nund die bezielten Kritiker haben zwar noch nicht\ndas! ehrwürdige After der Prostatahypertrophie er-\nreicht, aber an Modernität und Gedankenkraft sind\nsie Herrn M. gewachsen: eisgrau und wackelbeinig\nlaufen sje, tapern sie alle hinter einem Schimmel\nher, hinter verschimmelten Idealen; der nennt das\nTier Parlamentarismus, der Byzantinismus, und in\njedem Fall ist es ein sehr gewöhnliches Tier, das\nnur angenehm auffällt, wenn es! nach hinten aus-\nschlägt. Umarmt Euch1, Brüder, der Herr Ober-\nlehrer wird Euch' segnen. — Um nämlich auf ihn\nzurückzukommen, so leben also die Könige nicht\nmehr nach ihrem Geschmack, und die Fürstinnen\nnicht im ehr, wie adelige Damen zu tun pflegen.\nDer selbstsichere, befähigte, autochthone Herr und\nRegent, der Typ desl großen Fritz, ist erloschen und\nerledigt. Der 'dumpfmuffige Bürger hat ihn be-\nseitigt. Man gibt jetzt Gott, was des Kaisers! ist,\nund den Fürstinnen, was' des Volkes ist.\nUn|d lebt sb wahrhaft, wie begreiflich1, unter\ndem Zeichen: <suum cuique."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c014", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "232", "page_fin": "232", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.12", "titre_corps": "Die Roda Roda A. G.", "titre_sommaire": "Die Roda Roda A. G.", "signature_source": "Quintus Fixlein", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "232", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.6", "debut_caractere": 4835, "fin_caractere_exclue": 6962, "texte": "Die Roda Roda A. G.\nQuintus Fixlein\nDie Gründung der Roda Roda A.-G. ist zur\nTatsache geworden. Am vergangenen Donnerstag\nfand unter dem Vorsitz des Geheimen Anekdoten-\nrats Roda Roda im Cafe Monopoll in der Friedrich-\nstraße eine konstituierende Versammlung statt, in\nweither beschlossen wurde, das Riesenunternehmen\nin eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Die bis-\nherigen Inhaber Roda Roda und M. Roda Rod'aj\ntreten in den Verwaltungsrat ein. Herr Geheimrat\nR. s'elbst übernimmt gleichzeitig als Generaldirektor\ndie oberste Leitung des Unternehmens. IDas Stamm-\nkapital beträgt 20 000 Anekdoten. Sitz der Gestell-\nschaft ist im1 Winter Berlin, im Sommer — mit\nRücksicht auf das Hofbräu — München. Die Or-\nganisation des Unternehmens — es ist über ganz\nDeutschland sowie über die witzreichen anderen\nLänder Europas und Asiens verbreitet — legt\nZeugnis ab vom Fleiß, von der Energie, mit einem\nWort: vom Genie des! Gründers der Firma. Man\ndenke: ein Netz von 30 000 Filialen ist über Europa\nund einige Teile Asiens ausgespannt; von\nInowrazlaw und Tarnopol über Langenschwalbach,\nSeifhennersdorf, bis tief hinein in die Türkei gibt\nest kaum einen Ort mit mehr als fünfhundert Ein-\nwohnern, an dem nicht, wie ein Vorposten (der\nKultur, ein Agent der Roda Roda A.-G. sein Firmen-\nschild herausgehängt hätte! Tag und Nadht sind\ndie unermüdlichen Filialleiter auf der Jagd nach\nAnekdoten, Dialektscherzen und Schnurren aus dem\nVolksimund, und wenn der Sonnabend, der Liefe-\nrungstag, an defcn auch der Wochenbericht ausge-\nfertigt werden Smuß, herannaht, dann liegen auf\nallen 30 000 Filialen stattliche Anekdotensendungen\nzur Weiterbeförderung an die zuständige General1-\nagentur (deren esl in jedem Landkreis oder größeren\nOrtsbezirk eine gibt) versandfähig bereit. Auf den\nGenerallagenturen und Subdirektionen werden die\neingehenden Rohmaterialsendungen gesichtet, ab-\ngeschliffen und anderweitig verarbeitet und gehen\ndann an die Zentralstellen in Berlin und München\nweiter. Von hier aus! erfolgt nach nochmaliger ein-\ngehender Sichtung die Versendung der fertigen\nAnekdoten und Schnurren an die Redaktionen ganz\nDeutschlands'."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c015", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "232", "page_fin": "232", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.13", "titre_corps": "Beachtenswerte Bücher und Tonwerke", "titre_sommaire": "Beachtenswerte Bücher und Tonwerke", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "232", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.6", "debut_caractere": 6964, "fin_caractere_exclue": 7386, "texte": "Beachtenswerte Bücher und Tonwerke\nAusführliche Besprechung vorbehalten\nRücksendung findet in keinem Fall statt\nHERMANN ESSIG\nDie Olückskuh / Lustspiel\nVerlag Paul Cassirer Berlin\nKNUT HAMSUN\nHunger / Roman\nMysterien / Roman\nPan / Roman\nDie Königin von Saba / Novellen\nKämpfende Kräfte / Novellen\nBenoni / Roman\nSpiel des Lebens / Schauspiel\nVerlag Albert Langen München\nGUSTAV MAHLER\nAchte Symphonie\nUniversaledition Wien"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c016", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "232", "page_fin": "232", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.14", "titre_corps": "Wochen-Spielplan der Berliner Theater", "titre_sommaire": "Wochen-Spielplan der Berliner Theater", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "232", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.6", "debut_caractere": 7462, "fin_caractere_exclue": 9569, "texte": "Wochen-Spielplan der Berliner Theater\nQonlömKöf Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend Sonntag Montag Theater mit gleichbleibendem\nDepieniöfsr 13 14 15 16 17 18 19 Spielplan:\nDeutsches Theater » T -n . T ~x, Der Wider- Berliner Theater Gastspiel Hansi Niese:\nSchumannstrasse 13 a Amphitryon Judith Faust Amphitryon Judith spenstigen Amphitryon charlottenstr. 93 Das Musikantenmädel\nZähmung\"\nKammerspiele Der Arzt am no_.ail Der gute König Ta+„+Drt p9W!I„ Der gute König Simson Neues Theater o-oldene Ritterszeit\nSchumannstrasse 14 Scheidewege Gawan Dagobert Die Letzten Gawan Dagobert und Delila Schiffbauerdamm4a|s Uie 01flene Klttbmeit\nLessingtheater Einsame - Tf f. Einsame rP t j N f4p<?npmtev Einsame p Konzert Kleines Theater Die verflixten Frauen-\nFriedrich Karlufer l Menschen Konzeit Menschen üespenstei Menschen ivonz r unter den Linden 44 zimmer / Erster Klasse\nKomische Oper Der Arzt wider Der Arzt wider Der Arzt wider Der Arzt wider Der Arzt wider Tiefland Residenztheater nhlio-p\nFriedrichstr. 1041104 a Willen Willen Willen Tosca Willen Willen. Heiland Biumenstr. 9a Glesse oölige\nSÄ*\" Jta D»\",n\" Ä5. SÄ SB Salome «SSrJ PM. Ta W\nKönigsplatz 7 : von bevilla __\nNeues Wann kommst r, , , Wann kommst Wann kommst Wann kommst Wann kommst TTT,w+i™™+ Neues TnvAmimvo-\nSchauspielhaus Dll wieder? Ihr letzter Brief. D d ? Du ied ? Du wieder? Dn wieder? Unbestimmt Operettentheater Der Giaf von Luxemburg\nNollendorfstrasse 11 ]12 Schiff bauerdamm 25]\n__ _ mi 1 ttt ™ TTT , -r. ttt , t\\ ~xxt 4. Theater des BisDonn.rDie geschiedene\nModernes Theater Der Wert Die eSpe Der Wert Die Wegpe Der Wert Der Wert Unbestimmt Westens Frau. Freitag bis Sonnt.:\nKömggrätzerstr. 57158 des Lebens 1 des Lebens 1 des Lebens des Lebens Kantstrasse 12 Die schönste Frau.\n' —————————————— - 1 ■«% - ■ l 1,1.. . 11..1.11—. 9 Ix *\nKönigliches Moliere und die Die Jungfrau Bürgerlich und Moliere und die Der deutsche Moliere und die ,w Metropoltheater <yrn^p-RpVllp\nSchauspielhaus Seinen / Tartüffe von Orleans romantisch, Seinen/Tartüffe König Seinen/ Tartüffe l , .uie grosse *evue\nGensdarmenmarkt 1 110/ langweilt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c017", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "233", "page_fin": "233", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.7", "debut_caractere": 180, "fin_caractere_exclue": 361, "texte": "••••\n9\n«\niUW\nHBGEIViESF\nKUNSTLER\nOER\nBERLINER\nIN DER\nfcALERIE\n/WIAMLIAM\n•/nACHT\nBER.LiN.VSo:\nRANKE $fo. 1\n112\n* \" ' * . II\n• » 112\n« • /\nl-» , ft % «•\n% L.. t *\n—\nMi\n?SB£SgS»\nigggi»"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c018", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "233", "page_fin": "233", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.7", "debut_caractere": 363, "fin_caractere_exclue": 379, "texte": "*5?\n$\n1\nr<3\nX\nlh"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c019", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "233", "page_fin": "233", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.7", "debut_caractere": 381, "fin_caractere_exclue": 1202, "texte": "Die sparsame Hausfrau nungsbeleuchtung! Rechnen Sle\nsich aus, was Sie im Jahre fur den Bedarf an Gluhkorpern ausgeben. —\nWie oft kommt es vor, daß der Korper schon beim Abbrennen entzwei-\ngeht. — — Nehmen Sie einen guten Rat an und verwenden Sie\nnur\nHartalin-Gliih korper D. R. P. 203467\nDlese Korper besitzen den Vorteil, daß Sie dieselhen wie ein Tuch zusammen-\ndrucken kfinnen, ohne daß der Korper darunter leidet. HarlaHn-Gliihkorper\nhaben eine Leucntkraft von 100 K. und Sie erzielen damit eine Gasersparnis von\n50%. Brenndauer gar. 1 Jahr. REFERENZ! Fur die Straßenbeleuchtung Berlins\nbereits fiber 200000 Stck. geliefert. Versuchen Sie es mit einer Probesendung von\n3 Stck., Pre!s p. Stck. 50 Pfg. od. verlangen Sie den Besuch unseres Vertreters\nVersandhaus Cham* und Techn. N©iilieffen\nBERLIN SW. 68 Kochstraße 72"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c020", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "233", "page_fin": "233", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.7", "debut_caractere": 1204, "fin_caractere_exclue": 1880, "texte": "A Sanatorium and EjrhdIaBesiieim . ,\nr i 11 ft C11 111 U IIIC Post Mellenbach bei Schwarzburg im Thiiringer Wald\nBesitzt alle neuzeitlichen Einrichtungen, Zentral\nheizung und elektrisches Licht, komfortable Gesell-\nschaftsraume. Individuelle arztllche Befaandlung.\nDie Ktiche steht unter Aufsicht des Arztes. Bei\nNervenschwache, Magen- und Darmleiden, Gicht\nund Rheumatismus, Frauenleiden u. a. m. best-\ngeeigneter Aufenthalt\nBesitzer und Leiter: S>r of. med. W. Hotz\nH\nAllseit Reformbestrebungen,\ninsbes. derPflege persSnlicher\nKultur und gesunder Lebens-\nanschauungen, dient unsere\nMonatsschrift\nIjeben\", von der wir Probe-\nnummern auf Wunsch gratis\nversend. Abonn.M.3,60p.."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c021", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "233", "page_fin": "233", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.19", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.7", "debut_caractere": 1882, "fin_caractere_exclue": 2153, "texte": "Der schonsle Punkl\nin der Umgebung Berlins ist Pichelsdorf an der\nHeeresstrasse* Die letzten Wasservillenbaustellen\nan der HaVel, gegenliber Pichelswerder sollen sofort\npreiswert Verkauft werden. Naheres die\nBodengc$ell$cbaft de$ Uksiess, mauerstr. $6-$$\nTelephon I, 7497"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c022", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "233", "page_fin": "233", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.7", "debut_caractere": 2155, "fin_caractere_exclue": 2228, "texte": "tfustum fotHwang\n= Hagen i. W.\nGemalde - ftusstellung\nvon\nOskar Kokoschka"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c023", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "233", "page_fin": "233", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.7", "debut_caractere": 2230, "fin_caractere_exclue": 2307, "texte": "s: PROBENUMMERN ss\numsonst u. portofrei durch die\nQeschSftsstelle „DER STURM\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c024", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "233", "page_fin": "233", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.22", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.7", "debut_caractere": 2309, "fin_caractere_exclue": 2756, "texte": "Internal Patentbursau, gegr. 1893, Fitte & Theune\nBERLIN SW. 48 Frledrichstrasse 230 Tel. 6a, 19 093\nflusarbeltung von £rfindungsldeen. Patenfanmeldung In\nalien Candern. fiiassige Prelse. Heine nad)zal)lungen.\nStljnelle Verwertung von Patenten o&ne jeglicben Vorscbuss.\nwelches. 112. Beteiligung an d. Ausbeutung von Pa-\ntenten interess., bitten wir um ihre Adresse, um\nkostenlos. unverbindl. Angebote machen z.konnen.\naujimi? vcrmr\nI Kapitalisfen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c025", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "233", "page_fin": "233", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.7", "debut_caractere": 2758, "fin_caractere_exclue": 2854, "texte": "Seien Sie Überzeugt Es\ngibt keinen und es kann\nksinen Malzkaffee geben,\nder besser ist wie Bamf."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c026", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "233", "page_fin": "233", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.7", "debut_caractere": 2856, "fin_caractere_exclue": 3236, "texte": "Wenn das von Itynen bister gebraud)te (Dunbwafjer 3U\ntribe iff, fo empfel)len wir Itynen, an beffen Stelte einen\nVerfud) mit ECosmin 3U madden. Sie werben finben,\nbafc Sie biefes in gan3 befonberem (Dafre befriebigt, benn\nKosvnKn überaus erfrifclpenben Wotylgefctymacfc,\nkonferviert bie 3al?ne tmb kraftigt bos 3al)nfleifd).\nflajdje (Dk. 1.50, lange ausreid)enb, überall kauflici>"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c027", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 167, "fin_caractere_exclue": 762, "texte": ":: Kurhaus und Erholungsheim ::\nSchloss Neuenhagen\nin Berlin-Neuenhagen (32 Min. Fahrzeit vom Alexanderplatz)\nHauptgebaude mit Zentralheizung und elektrischem Licht, grosse,\nhelle Zimmer, mitten im Garten gelegen. 20200 Quadratmeter\ngrosser, herrlicher Park, grosser Obstreichtum, Lauben, grosser\nTeich usw. Das ganze Jahr geoffnet Den Besuchern Berlins\nals herrlicher Aufenthaltsort empfohlen. Fern von dem Larm und\ndem Staub der Stadt. Bequemste Verbindung mit Berlin durch\nstundlichen Bahnortsverkehr. — Lassen Sie sich die Broschiire\n:: „Leben\" koinmen vom Besitzer und Leiter Emil Peters ::"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c028", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 764, "fin_caractere_exclue": 1008, "texte": "Dr. Rudolf Bluemner\nSchauspieler und Regisseur am Deutschen Theater\nLehrera.d.Schauspielschule d. Deutschen Theaters\nerteilt Unterricht in\nSprachtechnik und Rollenstudium\nBERLIN W 35\nLiitzowstr. 98, II\nTelefon: AmtVI, 1796\nSprechstunde: 5—6 Uhr"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c029", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 1010, "fin_caractere_exclue": 1194, "texte": "IAAX GIESSWEIN\nKgl. Sachs, u. Kgl. Wurttemb. Hofopernsanger\nBERLIN W. 50, Culmbacherstr. 6\nFernsprecher Via, 18926 Fernsprecher Via, 18926\nERTEILT GESANGUNTERRICHT\nSprechstunde 5—4 Uhr"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c030", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c030", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.28", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 1196, "fin_caractere_exclue": 1273, "texte": "Reichersche Hochschule\nfur dramatische Kunst\n11. Jahrgang\njGrolman-Strasse 27"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c031", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c031", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.29", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 1275, "fin_caractere_exclue": 1666, "texte": "Ideal - Ehe\nWo lefet er,\nmein Erloser, der geniale, starke und\ndoch dabei zart besaitete Mann, be-\nfahigt, die ganz eigenartigen nnd yiel-\nseitigen Anlagen eines Weibes (24) aus\nallererster Familie zut hochsten Ent-\nfaltung zu bringen. Briefe, aus denen\neine Seele zur andern spricht, unter\n„Lebenskimstlerinuan Annoncen-Bliro\nBots, W. 35, Potsdamerstrasse 111.\nPhotographie sehr erwiinscht."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c032", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c032", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.30", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 1668, "fin_caractere_exclue": 2056, "texte": "Heiratslustige Damen\nerringen ungeahnt schned die Zuneigung\nund Liebe eines Mannes, sobald sie das\n„Sch-warze Buch der Koketterie, die ge-\nheimnisvolle Kunst geliebt zu werden\"\nlesen. Bald werden sie gluckliche\nGattin sein. Preis m. Porto nur 80 Pf.,\na. i. Briefm. Versandhs. ~Lebensgluck\",\nDresden 16-97.\nfhe. SBSTin w*\nProsp. fr.; versehl. 50 Pf>\nRrocfc# Co., Condon €.C Queenstr.9o-91."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c033", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c033", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.31", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 2058, "fin_caractere_exclue": 2268, "texte": "lS>eineia 'JPeliif\nerzeugt und Sommersprossen\nentfernt scimell, sioher, billigr\n||aliflor - - grille\nper Dose 1 M. Wo nicht in Drogerien\nund Parftimerien erhaltlich, durch\nHaliflor-Company, Doberao (3), Mcklbg."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c034", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c034", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.32", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 2270, "fin_caractere_exclue": 2678, "texte": "+ Korpulenz +\nFettleibigkeit beseitigt garantiert sicher\nDr. Richter's Friihstiickskrautertee. Un-\nschiidlich u. wohlschmeckend. 6—lo Pfund\nGewichtsabnah.nach l.Paket. Pr. Mk.2.—\n3 Pakete Mk. 5,—. Hygienisches Institut\nJtiermes\" Munchen 25, Baaderstrasse 8.\nFrau Dir. H, in S. schreibt: Dieser Tee\nist das einzige Mittel, das mir endlich ge-\nholfen hat, nachdem alle anderen Mittel\n===== wertlos waren. ====="}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c035", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c035", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.33", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 2680, "fin_caractere_exclue": 2818, "texte": "Elektrisiere\nS) dich selbst!\nBelehrendes Buch gegen 10 Pfg. Porto.\nSchoene & Co., Fabrik medizinischer\nApparate, Frankfurt a. M. S. Nr. 6."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c036", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c036", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.34", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 2820, "fin_caractere_exclue": 3289, "texte": "+ jWagerljeit. +\nSchsne, voile KOrperformen, wundcrvolle\nBiiste durch unser orientalisches Kraft-\npulver „Bttsteriau ges. gesch. preis-\ngekront mit gold. Medaillen Paris 1900,\nHamburg 1901, Berlin 1903, in 6 bis 8\nWochen bis 30 Pfund Zunahme, garantiert\nunschadl. Sireng reell — kein Schwindel,\nViele Dankschreiben. Karton mit Ge-\nbrauchsanweisung' 2 Mk. Postanw. Oder\nNachn. exkl. Porto. Hygi, nisches Institut\nD. Franz Steiuer & Co.\nBerlin 22, Konigratzer Strasse 66."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c037", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c037", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.35", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 3291, "fin_caractere_exclue": 3534, "texte": "Beruhmt u. weStbekannt\nsind unsere\nia Damenbinden\n5 Dtz. franko M. 4.—\n12 Dtz. (Postpaket)franko M.8.50\nTausende treuer Kundinnen im\nIn- und Ausland.\nKOPP a JOSEPH, Apotheker\nBERLIN W. 20, Potsdamerstr 122 c\nFabrik: Kurfiirsten-Straße 146-147."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c038", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c038", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.36", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 3536, "fin_caractere_exclue": 3704, "texte": "+ Gumrai- +\nwaren und sanitare ftrtiksl alSer Art\nzur Kranken- u. Gesundheitspflege\nReelle und prompte Bedienung.\nsanitatshaus Rygiea <3. m. b. F5.\n__ Wiesbaden E 3. ——"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c039", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c039", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.37", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 3706, "fin_caractere_exclue": 4090, "texte": "plllllllll!lllll!il!!ll!!l!!li!IHIiilllll!l!ElllllligilllSIIII!!lllllllllllllllllllE!^\nf DieMel |\n|| HERAUSGEBER jj\n| Karl Kraus 1\n| Mr. 305/6 ;; |\nJ soeben erschienen J\n( Preis 50 Pfg. p\nJ Aus dem Inhalt: §§\ng Schonebeckmesser :: J\nJ Die Kretensische Frage J\nrr** ..\n1 UBERALL ERHALTLICH |\nAlllll!llllllll!!llll!llllllllllillli!lllllll!!ll!ll!l>!l!ll!!llll!!l!lll!lllllllllli!l!lffl."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c040", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c040", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.38", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 4092, "fin_caractere_exclue": 4309, "texte": "HerwarthWalden j\n: DAFNISLIEDER: I\nFiir Qesang und Klavier / 52 Seiten I\nm\nm\nDBEI MARK\nDurch alle Buch- und Musikalien- \\\nhandlungen oder direkt durch den \\\nVerlag DER STURM, Halensee \\\n•• • Katharinenstrasse 5 •• • I"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c041", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c041", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.39", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 4311, "fin_caractere_exclue": 4952, "texte": "Soeben erschien der Scblufiband von\nGeschichte der offentlichen\nSittlichkeit in Russland.\nVon BERNH. STERN.\nca.700 Seiten mit 21 interess. Illustrationen\nM. 10.—, geb. M. 12.—\nInhalt: I. Russische Grausamkeit. Il.Weib\n11. Ehe. (Hochzeitsbrauche u.Lieder etc.)\n111. Qeschlechtliche Moral. IV. Pro-\nstitution , Perversitat und Syphilis.\nV. Polkloristische Dokumente (das Ero-\ntische in Literatur und Karikatur. Sexu-\nelles Lexikon, SprichwOrter, Lieder und\nErz£hlungen).\nBd. I. M. 7.—. Geb. M. 9.—. Beide Bde. falls\nzusammengekauft M. 15.—. Geb. M. 18.—.\nAusftihrl. kulturgeschichtl. Prosp. gr. fr.\nH.Barsdorf, Berl.W3o, Asehaffenburgerstr.l6l"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c042", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c042", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.40", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 4954, "fin_caractere_exclue": 5291, "texte": "Verfag DER STURM\n• •\nUnser Plakat, Kiinstlerlithographie in Drei-\nfarbendruck von 03KAR KOKOSCHKA\nist soeben erschienen. Den Buchhandlern\nund VerkMufern unserer Zeitschrift stehen\nExemplare kostenlos zur Verfiigung. Preis\nfur Plakatfreunde Ml—/ Vorzugsdrucke\n(1)0 Stiick) M 5— nur direkt durch den Verlag\nDER STURM, Berlin - Halensee - -"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c043", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c043", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.41", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 5293, "fin_caractere_exclue": 5329, "texte": "*V\\ruA~jc\n*Laa^\nJ CkA\nQs*Aur%LA-**\\'"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c044", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c044", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.42", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 5331, "fin_caractere_exclue": 5899, "texte": "$Jeicfiereme\n,,Chloro\" bleicht Gesicht und Hande in kurzer Zeit rein weiss.\nWirksam erprobtes unschadliches Mittel gegen unschone Hautfarbe,\nSommersprossen, Leberflecke, gelbe Flecke. Mit ausfiihrllcher\nlAnweisung 1 Mk., bei Einsendung von 1,20 Mk. franko. Man\nverlange echt „Chloro\"!! Laboratorium „Leo\", Dresden-A. 3.\n1 Erhaltlich in den Apotheken, Drogerien und Parfiimerien.\nHauptdepots: LOwenapotheke, Dresden; Engelapotheke, Leipzig;\nStorchenapotheke, Miinchen; LOwenapotheke, Honnover; Domapotheke, K51n ;\nI LOwenapotheke, Dortmund; Naschmarktapotheke, Breslau."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c045", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c045", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.43", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 5901, "fin_caractere_exclue": 5965, "texte": "TUTTTT3 A HPf I KT Pianettes\nif JL JLiL JLjL JL Mm JL Manchester"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-15-01-c046", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-15_01#c046", "volume": "bmtnabg_1910-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "234", "page_fin": "234", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.2.44", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "debut_caractere": 5967, "fin_caractere_exclue": 6214, "texte": "f ritz Mitt flMfknuttvwdtMg\nPot$daner$(ra$$e m Uilla II Berlin 01 Pot$dataer$tra$$e 1 n Uilla II\nt= Ausstellung von 1=3\ndeutschen Meisterwerken:\nBocklin • Lsibl • Thorn a ♦ Liebermann •Triibner etc,\nWochentags von 10—5 I Sonntags von 12—2 geoffnet"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "227", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.1", "texte": "Umfang acht1! Seiten\nEinzelbezug:* 10 g Pfennig\nDER STURM\nWOCHENSCHRIFT FÜR KULTUR UND DIE KÜNSTE\nRedaktion und Verlag: Berlin-Halensee, Katharinenstrasse 5\nFernsprecher Amt Wilmersdorf 3524 / Anzeigen-Annahme und\nGeschäftsstelle: Berlin W 35, Potsdamerstr. 111 / Amt VI 3444\nHerausgeber und Schriftleiter:\nHERWARTH WALDEN\nVierteljahresbezug 1,25 Mark J Halbjahresbezug 2,50 Mark/\nJahresbezug 5,00 Mark / bei freier Zustellung / Insertions-\npreis für die fünfgespaltene Nonpareillezeile 60 Pfennig\nJAHRGANG 1910\nBERLIN/DONNERSTAG DEN 15. SEPTEMBER 1910/ WIEN\nNUMMER 29\nSchluss\n\nINHALT:\nAUGUST STRINDBERQ: Schlafwandler II / ELSE LASKER-SCHÜLER: Künstler / ALFRED DÖBLIN: Die Ermordung einer Butterblume / H. SIEBELIND: Kreise /\nKARL KRAUS: Vom Lynchen und vom Boxen / HERWARTH WALDEN: Die Letzten / ALFRED LEMM: Anmerkung / MINIMAX: Vom Tage / QUINTUS FIXLEIN: Die\nRoda Roda A. G. / ARNO HOLZ - HERWARTH WALDEN.: Laetare / Dafnislied\n\nGesindel in der Sternennacht / Zeichnung von Oskar Kokoschka\n\nSchlafwandler\nVon August Strindberg\nIch habe eben jn einer theosophischen Zeit-\nschrift gelesen, daß sich Tierdevas, 1 ierseelen, in\nden Körper der Menschen jnkarnieren können, sich\ndurch Schönheit und natürlichen Reiz auszeichnen,\nwie die meisten Tiere. Ich fand die Theorie un-\nheimlich und glaubte nicht daran, um nicht die\nMenschheit zu entehren. Jetzt aber erinnere ich\nmich, wie ich auf einer Reise die Gesellschaft eines\nHundes erdulden mußte. Idh freute mich, ein\nWesen bei mir zu haben, fütterte ihn und\nließ ihn in meinem warmen Zimimer schlafen. Er\nwar ein scheinbar gutmütiger Hühnerhund, naiv,\nzynisch, natürlich. Er nahm sein Essen, aber dankte\nnicht; l'ieß esi sich schmecken, aber freute sich nicht,\ner duldete midh, liebte mich aber nicht. Wenn ich\nseinen Kopf nahm, sah er zur Seite; und wenn\nsich dann die Pupillen inadh außen drehten, zeigte\nsich nur das Weiße, das jedoch böse blinde Blicke\naussandte. Al's ich eines Abends im Bett lag und\nl'as!, begann der Hund mir eine beunruhigende Auf-\nmerksamkeit zu zeigen; als ich ihn abwies, änderte\ner plötzlich seinen Charakter; nahm Formen wie\nein Mensch an, machte Gebärden und Bewegungen,\nso daß ich vor Sdhreck außer mir geriet. Ein\nKampf entstand, und ich mußte das Tier mit mei-\nnem Revolver töten, es zum Fenster hinauswerfen."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "228", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.2", "texte": "Seine letzten Blicke waren nicht die eines! Tieres,\nso viel will ich Sagen.\nIch habe im Jardin des! Pläntes zu Paris mit\n„Tieren Bekanntschaft\"' geschlossen, während mei-\nner täglichen Besuche im Laufe eines Jahres. Der\nGrisly-Bär von Nordamerika, eines der stärksten\nund wildesten Tiere, die es gibt, lernte midh auf\neine Art kennen, die ich erfand. Ich allein gab\nihm nämlich Kirschen, während ihlm andere nur\nBrotrinden reichten. Er setzte sich auf den Hintern\nund sperrte das Maul auf, wenn ich kam; ich konnte\nihn aus! seiner Höhle locken. Er wollte' mir aber\nnie in die Äugen sehen, sondern schloß sie, wenn\ner das Maul aufsperrte. Ich hätte Geduld und kam\ntäglich wieder mit meinen Kirschen. Schließlich\nwollte er wohl sehen, wer ihm das höchste Gut jn\nseiner Gefangenschaft gab; vielleicht eine Jugend-\nerinnerung an die großen Berge im Westen weckte,\nwo er in Freiheit und Bergluft rote Beeren gepflückt\nhatte. Er versuchte zu mir hinaufzusehen; machte\naber gleich darauf eine Miene, als! habe er sein\nGeheimnis verraten. Und er wurde auf sich selber\nböse wegen dieser Schwäche, nicht auf mich. Er\nmußte eis! aber gleich darauf bereut haben, und be-\nschloß, zu zeigen, wer er sei. Er setzte sich mit\ndem Rücken gegen die Gefängnisiniauer, wie ein\nKönig auf seinen Thron, mächte eine Gebärde mit\nden Armen, als! wollte er sich in seinen Krönungs-\nimäntel hüllen; aber er isah mich nicht an, sondern\nzeigte sich und sein Geheimnis. Das war kein\nTier mehr; das! Skelett machte menschliche Be-\nwegungen unter dem verkleideten Pelz. Esl war\nein Tierdeva, ein König der Berge, eine Metempsy-\nchose, vielleicht eine frühere menschliche Inkar-\nnation in Einern Tierkörper.\nDie Neger sägen, daß die Affen sprechen kön-\nnen; daß Sie das aber geheim halten, denn sonst\nwürden isjie arbeiten müssen, und arbeiten ist die\nHölle für einen Neger. Das! glaubte ich nicht, bis\nich ein Buch las, das die Leiter des Jardin jdes\nPlantes', Forscher Von Linne es und Buffons großen\nZeiten herausgegeben haben. In diesem Buch, das\nIdi bei einem Schiffbruch auf festem Land Verlor,\nstanden lange, geduldige Betrachtungen über die\nAffen. Ich erinnere mich dunkel, wie sich einer der\nGelehrten im' Affenhaus! verborgen hatte, um die\nAffen bei ihren Geheimnissen zu überraschen. Ein\nWeibchen hatte eben ein Junges! bekommen. Nun\nwurde zuerst der offenkundige Vater hereingelassen\nund ziemlich kühl und überlegen von der stolzen\nMutter empfangen. Der verborgene Gelehrte be-\nmerkte, daß sich die Gatten erst umsahen, ob sie\njemand beobachtete. Als! sie sich allein glaubten,\nbegannen Isiie „einander in den Mund zu sprechen\".\nDas Ist eine sonderbare Art, die nur Schauspieler\nkennen, und die wahrscheinlich in einer improvi-\nsierten triebhaften Labialmethode besteht. Es waren\nkeine artikulierten Laute, sondern die Bewegungen\nder Lippen wurden Von isiprediendem Blicken be-\ngleitet. Dem Vater wurde erlaubt, den Neugebore-\nnen zu Hieb kosen; er mußte aber vorsichtig sein.\nDarauf wurden Verwandte und Freunde in die\nWochenstube gelassen. Ein lautloses! Schnattern,\nKomplimentieren, Bewundern entstand. Niemand\naber durfte den Neugeborenen anrühren: wollte es\neiner wohl, wurden die Zähne gezeigt, die zur\nLabials'praehe gehören und nicht mißzuverstehen\nsind.\nMeine eigenen Beobachtungen, die ich s'päter\nals! Epigone machte, veranlaßten mich zu dem Glau-\nben, hier seien Geheimnisse vorhanden. Mit Teil-\nnahme und Freundlichkeit hatte ich mit einem alten\nOrang Bekanntschaft geschlossen, der ja von allen\nVierfüßlern den Menschen am ähnlichsten ist. Er\nhatte das1 Gesicht und den Blick eines vertrockneten\nGreises. Etwas sehr Trauriges lag in ihm, nicht\nüber die Gefangenschaft, denn er kannte nichts an-\nderes, sondern der Schmerz, daß er solch ein Vieh\nwar. Er schien sich an etwas erinnern zu wollen,\nvermochte es aber nicht; und das quälte ihn. Viel-\nleicht suchte er ein verlornes Selbstbewußtsein wie-\nderzufinden oder wollte sich aus einer Art quälenden\nSchlafes wecken. Ich sah diesen Ausdruck einmal\nin einem Irrenhaus an Menschen, welche die Er-\ninnerung an Sich selber verloren haben.\nGibt einen anderen Beweis für die Annahme\nder Seelenwanderung, als! ihn uns die Theosophen\njetzt aus der indischen Philosophie führen, die uns\nstreng genommen nichts angehen dürfte? Der gött-\nliche Plato, dessen Weisheit auch von den christ-\nlichen Kirchenvätern als! ein Vorchristentum oder\noffenbarte Philosophie angesehen wurde, hat aus-\nführlich das: wichtige Problem von dem früheren\nDasein und der Seelenwanderung behandelt.\nIm „Timaios\" sagt er ohne Umschweife: nach-\ndem die Männer entstanden waren, sind einige feige\nund unlauter geworden; die wurden bei der zweiten\nGeburt wahrscheinlich in Frauen verwandelt. Zur\nselben Zeit schufen die Götter die Liebe; von der\nFlüssigkeit des Lebens drang ein Teil vom Kopf\nhinunter durch das! Rückgrat als Mark. „Dieses\nMark ist beseelt\" und weckt lebengebende Be-\ngierde. Darum sind die Organe der Liebe unge-\nhorsam und eigenmächtig. In der Gebärmutter\nsteckt ein „nach gebären verlangendes Wesen\", dem\nübel1 zu Mut wird, wenn esi eine lange Zeit ohne\nFrucht bleibt. Es! hemmt das Atmen, ruft Beklem-\nmungen hervor und viele Krankheiten, und muß\ndeshalb befriedigt werden.\nAber wohlgemerkt: Der Trieb, Kinder zu ge-\nbären, stall befriedigt werden, nicht der andere Trieb\n(Astartetrieb), denn der kann nicht befriedigt wer-\nden, der ist unersättlich. Und der Trieb zur Leibes-\nfrucht erzeugt daä Bedürfnis nach einer Behausung,\niin der das Kind geboren wird, und verlängt einen\nMann, der Essen schafft und das Hausl beschützt!\nDas' ist die heilige Ehe!\nBei der zweiten Geburt (Reinkarnation) wurden\neinige zu Vögeln. Dasi sind leichtsinnige, aber nicht\nschlechte Männer gewesen, „die in ihrer Einfalt\nglaubten, die Erklärung überirdischer Dinge ge-\nschehen am sichersten durch die Beobachtungen\ndes! Auges.\" (Positivsten, Materialisten und ihres-\ngleichen.)\nDie vierfüßigen Tiere entstanden aus solchen\nMerisChen, die sich nicht mit Weisheit und Tugend\nbefaßten, sondern mit der Nase auf der Erde herum-\nkrochen.\nDie Fische sind die unvernünftigsten und un-\nwissendsten Mensdhen gewesen; darum dürfen sie\nnicht reine Luft atmen, sondern müssen schmutziges\nWasser schlürfen.\nUnd s'o weiter.\nWeise Männer aller Völker haben an eine\nzweite Geburt geglaubt, und das Christentum selber\nbezieht sich darauf wie auf eine axiomatische Tat-\nsache. Priester und Leviten fragen ja, ob Johannes\nElias sei; und Christus wurde oft für einen von\nden gewaltigen Propheten des Herrn gehalten, der\nsich wieder verkörpert habe. Wir Christen hätten\nGrund, dieses Axiom als christlich aufzunehmen,\nohne darüber zu raisionieren. Dann würden wir\naufhören, uns' gegen ein mitleidloses, unerklärliches\nSchicksal! zu empören; wir würden Welten hinter\ndem Grabe sehen, aber auch vor der Wiege. Wir\nwürden das: Leben ah einen lehrreichen Traum hin-\nnehmen, auf unsere Sorgen pusten, ohne sie fort-\nzublasen ; ergeben unsere Seele und unser Leben\nin die Hand Gottes1 des Allmächtigen befehlen, denn\ner wird alles! wohlmachen. Und zwar ohne über\ndie Rätsel zu grübeln, die wir nicht wissen dürfen,\naber ahnen können.\nNach einer langen Abschweifung komme ich\njetzt zurück auf die Sache, die das Wesentliche war:\nSchlafwandler, die nicht zum Selbstbewußtsein er-\nwachen können. Ich habe dieses Mal das häßliche\nWort lügen vermieden und als Erklärung das Wort\ndichten eingesetzt. Sich selber belügen, hieße ja\nniemals1 zur Wahrheit kommen; nie erfahren, wie\nsich etwas in Wirklichkeit verhält. Ich nehme an,\nder Wirklichkeit fehlt eigentlich volle Realität; sie\nist eine Spiegelung, die durch eine rauhe materielle\nFläche entstellt ist. Wie kann sie da erreichbar für\ndie Auffassung sein, besonders eines unfixierten\nWesens, das vielleicht aus Aethervibrationen zu-\nsammengesetzt oder wie eine Glasscheibe ge-\nschaffen ist, die spiegelt und die Strahlen durchläßt.\nDie Wirklichkeit wird ja von einem durchsichtigen\nGegenstand nur zum Teil wiedergespiegelt; wer\naber dahintersteht, sieht überhaupt keine Spiege-\nlung. Mit anderen Worten, esi entsteht Total-\nreflexion, die zuweilen die Gegenstände unsichtbar\nmacht.\nDiese Schlafwandler, wie ich sie genannt habe,\nwürden also andere Augen als wir besitzen, ein\nanderes Wesen als wir; deshalb könnten sie weder\nein Bild auffassen, noch weniger, sich selber sehen.\nDas käme entweder von einer feineren Konstitution,\ndie keine Verbindung mit dem Materiellen eingehen\nkann, weil es außerhalb ihrer Sphäre liegt; oder\nvon einem nicht entwickelten Auffassungsvermögen\nHei der materiellen Unterlage der seelischen\nExistenz.\nSollten sie denn höhere Wesen sein, und wäre\nmeine erste Hypothese unrichtig? Nein, die der\nPflanze gleichen, die lebt, atmet, sich ernährt, sich\nfortpflanzt, immer schläft, ohne etwas wahrzu-\nnehmen, die können keine höhere Form des Daseins\nbedeuten. Schön ist die Hyazinthe, vollendet, wenn\nman sie anschaut; lieblich ist ihr Duft beim Ein-\natmen ; vielleicht nimmt sie etwas wahr, das Schmerz\noder Freude gleicht; aber ohne Vernunft, ohne\nSelbstbewußtsein, freien Willen, kann kein Seelen-\nleben entstehen; und ohne Seele sein, heißt beinah\ntot sein, wenigstens für uns liebendige Menschen.\nHier stocke ich und sehe ein, daß das ProbHem\nohne Sinn und deshalb unlösbar ist; während eine\nschöne Tatsadhe bestehen bleibt; die Freude und\nDuft verbreitet, unwillkürlich wie Blume, die\nman nur küsisen, mit der man aber nicht sprechen\nkann; die man pflegt, umpflanzt; der man Sonne\nund Luft gibt.\nIch habe mit gutem Willen das! Wort lügen mit\ndichten übersetzt, und ich bin damit dem großen\nOeheimnisi ein wenig näher auf die Spur gekommen.\nLügen soll Schwäche in Willen und Verstand an-\ndeuten; Schwäche ist vorhanden; darum heißt es\nauch richtig: Dasi schwache Geschlecht.\nDeutsch von Emil Schering\n\nKünstler\nVon Else Lasker-Schüler\nHerr von Kuckuck sitzt immer auf dem Fenster-\nsims und schnappt mit seinem zugespitzten Mund\nalle meine todtraurigen Worte auf, die sonst im\nZimmer liegen blieben, und ich würde schließlich\nin der Uebersehwemmung von Todtrauer ertrinken.\nAuch sieht er so spaßig bei der Fütterung aus, ich\nmuß manchmal hell auflachen. Mein Mann kann\nvon Kuckuck nicht ausstehn. „Er ist eine Beleidi-\ngung neben dir.\" Aber ich muß immer einen Hof-\nnarren haben, das ist so ein uraltes erbübertragenes!\nGelüste. Er folgt mir überall hin. Auf dem Salzfaß\nsitzt er in der Küche, wenn ich am Herd stehe und\nmit dem Quirl dem Feuer behilflich bin — ich meine\nwegen des Weichwerdens der Erbsen. Ich trage\ngoldene Pantoffel, aber in meinen seidenen Strümp-\nfen sind schon Löcher. Herr von Kuckuck wird\nmerkwürdig düster, immer wenn er auf dem Salz-\nfaß siitzt und meinem KoChen zusieht. Er erzählt\nvon Prinzessinnen, die in Goldpantoffeln und\nSeidenstrümpfen kochen und scheuern müssen,\nund sich die Hände blutig reiben, und aber der\nHimmel ihnen alle Sterne sdiulde. Idh glaube, ich\nbin im Anfang aus! einem goldenen Stern, aus einem\nfunkelnden Riesenpalast auf die schäbige Erde ge-\nfallen — meine leuchtenden Blutstropfen können vot\nDurst nicht ausblühen, sie verkümmern immer vor\ndem Tage der Pracht, und mein Mann erzählte mir\ndaslselbe, und darum haben wir uns geheiratet.\n„Wenn sich mein Budget besser gestaltet\", siagt\nHerr Von Kuckuck, „s|o braucht Prinzessin keine\nErbsen mehr kochen\". Er Verspricht es feierlich;\nzwei große Tropfen fallen ausi seinen Augen, die\nsind lila, und die Feierlichkeit kleidet ihn so: eine\nBurleske, die plötzlich auf geraden rabensdiwarzen\nBeinen steht. Ich rieche zu gern Ananas — ich\nglaube, wenn ich mir täglich eine Ananas kaufen\nkönnte, ich würde die hervorragendste Dichterin\nsein. Alles hängt von Kuckucks Budget ab. Mein\nMann, der wünscht sich gar nichts mehr, er denkt\nmorgens1 schon heimlich an seine Zigarette, die er\nim Bett rauchen wird. Die Lampe zuckt, es! ist alles\nsb dünn im Zimmer. „Herein!\" Eine Erbse klopft\nan meinen Magen. Kleine BeinChen bekommen die\nErbsen und wadkeln mit ihren dicken Wasserköpfen\n— eine plumpst den Berg herunter. „Bist du aufge-\nwacht?\" Mein Mann fragt und hebt den Zigarren-\nbecher vom Boden auf — dann streichelt seine\nAnanashand mein Gesidht — die Finger tragen alle\nNotenköpfe — sie singen — und immer, wenn das\nhohe C kommt, sägt mein Arm über seine Brust und\nseinen Leib, idi nehme die Gedärme hervor — eine\nSchlangenbändigerin bin ich — dudelsack ladudel-\nludelli liii...! Ich schiebe die Schlangen vorsichtig\nwieder in seinen Körper, die kleinste hat sich fest\num meinen Finger gesogen, aber sie ist die haupt-\nsächlichste Schlange, sonst kann er keine indischen"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "229", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.3", "texte": "Vogelnester mehr essen. Ich gleiite die Kissen herab1,\nmein Kopf liegt in einem weißein Bach, alle Fische\ntragen Ketten Von Erbsen um den Hal's und schwim-\nmen hinter mir über die flaue Matratze. Mein Mann\nwartet schon im Sessel. Im Rahmen über dem\nSchrank hängt Von Kuckuck und über ihm sein\nOnkel Pankratius, einer der gestrengen drei Herren,\nund zählt — Budget, lauter goldene Schnäbel. Es'\nwird alles1 so grau — idh habe solche Angst, ich\nverkrieche mich in die Achselhöhle meines Mannes.\nAuf dem Sofa sitzt ein Jüngling, er hat große,\nbraune, spöttische Augen, die lächeln schüchtern.\n„Wer bist du!\" ruft mein Mann. „Ich bin der\nSchatten Ihrer Frau und habe Theologie studiert.\"\n\nDie Ermordung einer\nButterblume\nVon Alfred Döblin\nRegungslbs stand der dicke Herr an der Gas-\nlaterne vor der kleinen Dorfkirche. Er trug keinen\nHut auf dem Kopf, in seinem zerzausten Haarschopf\nwar schwarze Erde und Tannennadeln, die er nicht\nabschüttelte. Er seufzte schwer. Als ihm warmes\nBlut den Nasenrücken entlang auf die Stiefel tropfte,\nnahm er langsam mit beiden Händen einen Rock-\nschoß hoch und drückte ihn gegen das Gesicht.\nDann hob er die Hände an das! Lidht und wunderte\nsich über die dicken blauen Adern auf dem Hand-\nrücken. Er strich an den dicken Knollen und konnte\nsie nicht wegstreichen. Beim Ansingen und Auf-\nheulen der Elektrischen trollte er weiter, auf engen\nGäßchen, nach Hause.\nNun saß er ganz blöde in seinem Schlafzimmer,\nsagte laut vor sich hin: „Da sitz ich, da sitz ich\",\nund sah sidh verzweifelt im Zimmer um. Auf und\nab ging er, zog seine Sachen aus und versteckte\nsie in einer Ecke des Kleiderspindes. Er zog einen\nanderen schwarzen Anzug an und las auf seiner\nChate'elbngue Idas Tagblatt. Er zerknäulte es im\nLesen; es war etwas geschehen, es! war etwas\ngeschehen. Und ganz spürte er es am nächsten\nTage, ab er an seinem Pulte saß. Er war versteinert,\nkonnte nicht fluchen, und mit ihm ging eine sonder-\nbare Stille herum.\nMit krampfhaftem Eifer sprach er sich vor,\ndaß alles' wohl geträumt sein müsse; aber die Risse\nan seiner Stirn waren echt. Dann muß es Dinge\ngeben, die unglaublich sind. Die Bäume hatten\nnach ihm geschlagen, ein Geheul war um die Tote\ngewesen. Er saß versunken da und kümmerte sidh\nsich zum Erstaunen des Personals nicht einmal\num die brummenden Fliegen. Dann schikanierte\ner die Lehrlinge mit finsterer Miene, vernachlässigte\nseine Arbeit und ging auf und ab. Man sah ihn\noft, wie er mit der Faust auf den Tisch schlug,\ndie Backen auf blies!, schrie, er würde einmal auf-\nräumen im Geschäft und überall. Man würde es\nsehen. Er lasse sich nicht auf der Nase Herum-\ntanzen, von niemandem.\nAls! er rechnete, bestand aber am nächsten\nVormittag unerwartet etwas! darauf, daß er\nder Butterblume zehn Mark gutschrieb. Er\nerschrak, verfiel in bitteres Sinnen über seine\nOhnmadht und bat den Prokuristen, die Rechnung\nweiter zu führen. Am Nachmittag liegtet er\nselbst das Geld in einen besonderen Kasten mit\nstummer Kälte; er wurde sogar veranlaßt, ein\neigenes Konto für sie anzulegen; er war müde ge-\nworden, wollte seine Ruhe haben. Bald drängte\nes ihn, ihr von Speise und Trank zu opfern. Ein\nkleines' Näpfchen wurde jeden Tag für sie neben\nHerrn Michaeli Platz gestellt. Die Wirtschafterin\nhatte die Hände zusammen geschlagen, als er ihr\ndies! Gedeck befahll; aber der Herr hatte sich mit\neinem unerhörten Zornesausbruch jede Kritik ver-\nbeten. _\nEr büßte, büßte für seine geheimnisvolle Schuld.\nEr trieb Gottesdienst mit der Butterblume, und\nder ruhige Kaufmann behauptete jetzt, jeder Mensdh\nhabe seine eigene Religion; man müsse eine per-\nsönliche Stellung zu einem unaussprechlichen Gott\neinnehmen. Es1 gäbe Dinge, die nicht jeder\nhegreift. In 'den Ernst seines Aeffchengesichts war\nein leidender Zug gekommen; auch seine Kör-\nperfülle hatte abgenommen, seine Augen lagen tief,\nein Gewissen sah die Blume in seine Hand-\nLungen, streng von den größten bis zu den kleinsten\nalltäglichen.\nDie Sonne schien in diesen Tagen oft auf die\nStadt, das Münster und den Sc'hloßberg, schien\nmit aller Lebensfülle. Da weinte der Verhärtete\neines! Morgens am Fenster auf, zum ersten Male\nseit seiner Kindheit. Urplötzlich, weinte, daß ihm\nfast das Herz brach. All diese Schönheit raubte ihm\nEllen, die verhaßte Blume, mit jeder Schönheit der\nWelt klagte Siie ihn jetzt an. Der Sonnen sdh'ein\nleuchtet, sie sieht ihn nicht; sie darf den Duft\ndes! weißen Jasmin nicht atmen. Niemand wird\ndie Stelle ihres! schmählichen Todes betrachten, keine\nGebete wird man dort sprechen: das durfte sie1\nihm allesl zwischen die Zähne werfen, wie lachhaft\nes! auch war und er die Hände rang. Ihr ist alles\nverslagt: das! Mondlücht, das Brautglück des Som-\nmers, das ruhige Zusammenleben mit dem Kuckuck,\nden Spaziergängern, den Kinderwagen. Er preßte\ndas; Mündcheh zusammen; er wollte die Menschen\nzurückhalten, als! sie den Berg hinaufzogen. Wenn\ndoch die Welt mit einem Seufzer untergegangen\nwäre, damit der Blume das Maul gestopft sei. Ja,\nan Selbstmord dachte er, um diese Not endlich\nzu stillen.\nZwischendurch behandelte er sie erbittert, weg-\nwerfend, drängte sie mit einem raschen Anlauf\nan die Wand. Er betrog sie in kleinen Dingen,\nstieß hastig, wie unabsichtlich, ihren Napf um, ver-\nrechnete sich zu ihrem Nachteil, behandelte sie\nmanchmal listig, wie einen Geschäftskonkurrenten.\nAn dem Jahrestag ihres Todes stellte er sich, als ob\ner sich an nichts erinnerte. Erst als sie dringender\nauf eine stille Feier zu bestehen schien, widmete\ner ihrem Andenken einen halben Tag.\nIn einer Gesellschaft ging einmal die Frage\nnach dem Leibgericht herum. Als! man Herrn Mi-\nchael fragte, was er am liebsten esse, fuhr er mit\nkalter Ueberlegung heraus : „Butterblume, Butter-\nblumen sind mein Leibgericht.\" Worauf alles in\nGelächter ausbrach, Herr Michael aber sich zu-\nslammenduckte auf seineml Stuhl, mit verbissenen\nZähnen das! Lachen hörte und die Wut der Butter-\nblume genoß. Er fühlte sich als scheusäliger Drache,\nder geruhsam Lebendiges herunterschluckt, dachte\nan wirr Japanisches und Harakiri. Wenngleich er\nheimlich eine schwere Strafe ihr erwartete.\nEinen solchen Guerillakrieg führte er un-\nunterbrochen mit ihr; ununterbrochen schwebte er\nzwischen Todespein und Entzücken; er labte sich\nängstlich an ihrem) wütenden Schreien, das er manch-\nmal zu hören glaubte. Täglich sänn er auf neue\nTücken; oft zog er sich, hoch' aufgeregt aus!\ndem Kontor in sein Zimmer zurück, um ungestört\nPläne zu schmieden. Und so heimlich' verlief dieser\nKrieg, und niemand wußte darum.\nDie Blume gehörte zu ihm, zum Komfort seines\nLebens. Er dachte mit Verwunderung an die Zeit,\nin der er ohne die Blume gelebt hatte. Nun ging\ner oft mit trotziger Miene in den Wald nach\nSt. Ottilien spazieren. Und während er sich\neineä sonnigen Abends auf einem gefallenen\nBaumstamm ausruhte, blitzte ihm der Gedanke:\nhier an1 der Stelle1, wo er jetzt säß, hätte\nseine Butterblume, Ellen, gestanden. Hier mußte\nesl gewesen sein. Wehmut und ängstliche Andacht\nergriff den dicken Herrn. Wie hatte sich alles ge-\ntyvendet! Seit jenem Abend bis heute. Er ließ ver-\nsunken die freundlichen, leicht verfinsterten Augen\nüber das Unkraut gehen, vermutlich den Schwestern,\nvielleicht Töchtern Ellens!. Nach langem Sinnen\nzuckte es' spitzbübisch über sein glattes! Gesicht.\nO sollte seine liebe Blume jetzt eins bekommen.\nWenn er eine Butterblume ausgrübe, eine Tochter\nder Toten, Sie zu Hause einpflanzte, hegte und\npflegte, sb hatte die alte eine junge Nebenbuhlerin.\nJa, wenn er es! recht überlegte, konnte er den\nTod der alten überhaupt sühnen. Denn er rettete\ndieser Blume das Leben und kompensierte den Tod\nder Mutter; diese Tochter verdarb doch' sehr wahr-\nscheinlich' hier. Oh, würde er die alte ärgern, sie\nganz kalt stellen. Der gesetzeskundige Kaufmann\nerinnerte sich eines Paragraphen über Kompensation\nder Schuld. Er grub ein nahes' Pflänzchen mit\ndem Taschenmesser aus, trug es! behutsam mit der\nbloßen Hand heim und pflanzte es! in einen gold-\nprunkenden Porzellantopf, den er auf einem Mo-\nsaiktischchen seines Schlafzimmers! postierte. Auf\nden Boden des! Topfes schrieb er mit Kohle:\nS 2043 Absatz 13\".\n\" Täglich begoß der Glückliche die Pflanze )tnit\nboshafter Andacht und opferte der Toten, Ellen.\nSie war gesetzlich, eventuell unter polizeilichen Maß-\nregeln zur Resignation gezwungen, bekam keinen\nNapf mehr, keine Speise, kein Geld. Oft glaubte\ner, auf ;dem Sofa liegend, ihr Winseln, ihr lang-\ngezogenes! Stöhnen zu hören. Das Selbstbewußtsein\ndes! Herrn Michael stieg in ungeahnter Weise. Er\nhatte manchmal fast Anwandlungen Von Größen-\nwahn. Niemals Verfloß sein Leben so heiter.\nAls! er eines 1 vergnügt! aus Is'einefrnl Kontor\nin seine Wohnung geschlendert war, erklärte ihm\nseine Wirtschafterin gleich1 an der Tür gelassen,\ndaß das Tischchen beim Reinemachen umgestürzt,\nder Topf zerbrochen sCii. Sie hätte die Pflanze,\ndas' gemeine Mistzeug, mit allen Scherben in den\nMülleimer werfen lassen. Der nüchterne, leicht ver-\nächtliche Ton, in dem die Person Von dem Unfall\nberichtete, ließ erkennen, daß sie mit dem Ereignis\nlebhaft sympathisiere.\nDer runde Herr Michael warf die: Tür insi\nSchloß, schlug die kurzen Hände zusammen, quiekte\nlaut vor Glück und hob die überraschte Weibs-\nperson an den Hüften in die Höhe, so weit es seine\nKräfte und die Deckenlänge der Person erlaubten.\nDann schwänzelte er aus dem Korridor in sein\nSchlafzimmer, mit flackernden Augen, aufs höchste\nerregt; laut schnaufte er und stampften seine Beine;\nseine Lippen zitterten.\nEs! konnte ihm niemand etwas nachsagen; er\nhatte nicht mit dem geheimsten Gedanken den Tod\ndieser Blume gewünscht, nicht die Fingerspitze\neines Gedankens! dazu geboten. Die alte, die\nSchwiegermutter, konnte jetzt fluchen und siagen,\nwas' sie wollte. Er hatte mit ihr nichts zu schaffen.\nSie waren geschiedene Leute. Nun war er die ganze\nButterblumensippschaft los. Das Recht und das!\nGlück standen auf seiner Seite. Es war keine Frage.\nEr hatte den Wald übertölpelt.\nGleich wollte er nach St. Ottilien, in diesen\nbrummigen, dummigen Wald hinauf. In Gedanken\nschwang er schon sein schwarzes Stöckchen. Blu-\nmen, Kaulquappen, auch Kröten, sbllten daran glau-\nben. Er konnte morden, sio viel er wollte. Er\npfiff auf sämtliche Butterblumen.\nVor Schadenfreude und Lachen wälzte sich der\ndicke, korrekt gekleidete Kaufmann Herr Michael\nFischer auf seiner Chaiselongue.\nDann sprang er auf- stülpte seinen Hut auf\nden Schädel und stürmte an der verblüfften Haus-\nhälterin vorbei ausl dem Hause auf die Straße,\nLaut lachte und prustete er. Und verschwand\nin dem Dunkel des! Bergwaldes.\n\nSchluss\n\nKreise\nH. Siebelind\nln! Gewirr der werbenden Mächte\nHierhin, entgegen, dorthin —\nZiehen schweigend die Gestirne ruhelose Kreise.\nIn dem vielfältig-bunt-jagenden Troß des1 Lebens\nHält einer, wirft sich verzweifelnd zur Erde1 —\nSchreit eine Frage — noch eilt weiter der Schall —\nSpurlos! zertreten — des Kreises Beginn? — düngt\ner die Erde.\n\nVom Lynchen und vom Boxen\nVon Karl Kraus\n„Ich bitte Sie, zu erklären, daß die in Mastodon,\nMississippi, vollzogene Lynchung des Negers Curl in\naller Ruhe und in vollster Ordnung vor sich ging. Sie\nwurde von den angesehensten Leuten des Ortes,\nBankiers, Advokaten, reichen Landwirten und Kauf-\nleuten, geleitet. . . . Ich kann sagen, daß noch niemals\nvielleicht an einer Lynchung soi viele wahrhaft vornehme\nMenschen sich beteiligt haben. . . \"\nDiese Erklärung erschien, wie die verläßliche\nSchere ides Neuen Wiener Journals behauptet, in\nvjielen amerikanischen Blättern. Sie war ein Protest\ngegen die mögliche Unterstellung, daß es bei dieser\nLynchung grausam zugegangen sei. Im Gegenteil'\nwurde nichts1 getan, was irgendwie gegen die Vor-\nschriften einer humanen Lynchung verstoßen hätte.\n„Ich verlangte für mich nur ein einziges Vorrecht:\nich wollte beim Hochziehen des Negers, den wir auf-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "230", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.4", "texte": "knüpfen wollten, als Erster den Strick in die Hand\nnehmen. Meine lieben Freunde und Nachbarn erklärten\ndiesen meinen Wunsch für durchaus berechtigt und\nlegten inir kein Hindernis jn den Weg. Aber ich\nglaube, daß der Neger schon vor Angst tot war, als\nich mit einem starken Zug ihn in die Luft hinauf-\nbeförderte. Er bewegte sich nicht mehr und zappelte\nnicht mehr mit den Gliedern; von dem Augenblick,\nin welchem er hochgezogen wurde, zuckte kein Muskel\nseines Körpers mehr.\"\n'Aber audi! bis! dahin wurde nichts' unterlassen,\nw'afe! der Philantrop vorzukehren hat, wenn es gilt,\ndem Schwachen beizustehen:\n„Bevor ich noch den Strick in Bewegung setzen\nkonnte, mußte ich den Neger stützen, denn die Beine\nzitterten ihm so, daß er nicht stehen konnte/'\nEin Akt christlicher Nächstenliebe, der um so\ngrößere Anerkennung verdient, als' gerade bei Lyn-\nc'hungen Sonst fast durchwegs etwas! rücksichts-\nlos' verfahren wird. Der Verfasser der Erklärung\nist ein Steuererheber namens Miller, dessen Bruder\nnämlich, ein Polizeibeamter, Vom Neger Curl ge-\ntötet Auch für diese Tötung wird ein GUund\nangegeben. Der Polizeibeamte wollte den Neger\nCurl1 verhaften. Aber auch dafür wird ein Grund\nangegeben: „weil Curl an eine weiße Frau einen\nbeleidigenden [Brief geschrieben hatte\". Ob auch\ndieses Vorgehen einen Grund hatte und ob etwa\nder Brief eine Antwort auf hinein Schmeichelhaften\nBrief war, haben wir nicht erfahren. Aber b!äld\ndarauf wurden tausend Neger gelyncht, und der\nGrund, hieß; es1, war ein Sieg im Boxen, den jein\nNeger über feinen Weißen errungen hatte. Viel-\nleicht war aber diesier Grund nur ein Vorwand, und\nVielleicht lag bloß die Gefahr nahe, daß tausend\nNeger an zehntausend weiße1 Frauen beleidigende\nBreife schreiben könnten. Die Verlläßliche Schere\ndeö Neuen Wiener Journals hat uns darüber mit\neiner Schilderung vom Negerhaß in Amerika be-\nruhigt, in der esl hieß:\n„Der Schwarze ist in den Augen des Amerikaners\neben nun einmal kein richtiger Mensch. Die ameri-\nkanische Dame, die sonst an Prüderie mit ihren\nStammesgenossinnen in der ganzen Welt es reichlich\naufnimmt, kleidet sich in Anwesenheit eines Negers\nruhig an oder aus, und wenn die erstaunte europäische\nFreundin sie darob zur Rede stellt, so antwortet sie\nkaltblütig: „Der Nigger ist doch kein Mann!\"\nSehr richtig! Aber die europäische Freundin\nsoll nur nicht so erstaunt tun. Auch sie würde\nSiic'h, wenn ein Somali-Dorf in die Nähe kommt\noder bei Sonst einer besonderen ethnographisdhen\nGelegenheit, in Anwesenheit eines Negers ruhig\nan- oder auskleiden. Denn ob' der Nigger kein Mann\nist, davon möchten sich alle, die Weiber sind, gern\nüberzeugen. Und weil dasl ihre Männer fühlen,\ndarum werden S|ie die Nigger vom Erdboden weg-\nlynchen, bis diesen kein Muskel mehr zuckt. Ban-\nkiers, Advokaten, Landwirte und Kaufleute Und alle\nwahrhaft vornehmen Menschen werden sich an\ndieser Lyndiung beteiligen. Und werden dann sagen,\ndaß Nie doch besser boxen können. Und nur einen\nChampion werden sie nicht besiegein: den Neger\nder Weiblichen Phantasie. Denn den hat den Weibern\ndie Natur als! Entschädigung für den reellen Christein\ngegönnt.\nAus der Zeitschrift Die Fackel\n\nDie Letzten\n\nViele Leute ärgern sich über subjektive Theater-\nkritik. Dagegen wäre nichts! einzuwenden, wenn\neS eine objektive gäbe. Jedenfalls: das, was dem\nPublikum in der Tagespresse über Theater erzählt\nwird, ist Weder subjektiv noch objektiv, es ist ein-\nfach belanglos!. Es bleibt mir unbegreiflidh, warum\nes, den Theaterbesucher interessiert, zu wissen, wie\neine Vorstellung irgend jemandem gefallen hat, für\ndessen Qualität weiter nichts als die1 Tatslache\nspricht, daß irgend jemand von einem Verleger\nangestellt wurde. Und jedesmal setzt es mich\nwieder in Erstaunen, daß diese Herrein, die\nKritiken schreiben, nicht einmal in der Lage\nSind, einen Eindruck real festzustellen. Es fehlt\nihnen Sogar die Fähigkeit, die reinel äuße! r e\nWirkung zu empfinden. Was! können nun solche\nMenSdhen über ein Kunstwerk urteilten, deren Sen-\nsibilität nicht einmal hinreicht, die Wirkung auf ihre'\nMithörer objektiv nachzufühlen. In dieser Hinsicht\nwurde wieder Erstaunliches bei der Besprechung\ngeleistet, mit der die Uraufführung des Dramas\n„Die Letzten\" Von Maxim Gorki in den Kam1-\nmers'p liefen bedacht würde. Allerdings liegt der\nFall gerade in diesem Theater kompliziert. Aeußere\nBeifallskundgebungen finden nie statt. Das Publi-\nkum kommt sich hier ungeheuer feierlich vor und\nverhindert Fremdlinge Sofort an dem Versuch', sich\ndurch Händeklatschen Von einer Erregung zu be-\nfreien. Die Uraufführungen werden stets von den-\nselben Herren besucht, und trotzdem liest man in\njeder Kritik wieder von den „schwachen Ansätzen\nzulm Beifall\". Es! hat sich wiederholt ereignet, daß\ndas Publikum einstimmig begeistert war und die\nPresse feststellte, die Aufführung wäre glatt ab-\ngelehnt worden. Nun ist es selbstverständlich für\nden Wert der künstlerischen Leistung, sowie für\nihre Beurteilung völlig gleichgültig, ob1 und wie\nein äußerer Erfolg eintrat. Stellt man siolche Dinge\naber fest, so fordert der normale Anstand, die Tat-\nsadhe nicht zu entstellen. Ich für mein Teil ver-\nzichte darauf mit Vergnügen. Denn die Verworren-\nheit unserer gesamten Kunstzustände beruht auf\n'der unglücklichen Verquickung zwischen der Wahr-\nheit des! Lebens und der Kunst. Abgesehen davon,\ndaß esl einel Wahrheit des Lebens überhaupt nicht\ngibt. Wohl aber eine Wahrheit der Kunst.\nMan tntiß immer wieder den bekannten Satz\nwiederholen, daß; eine nioctt $>, Sache;\nin der Kunst noch lange nicht natürlich wirkt. Und\nfür die Kunst ist die Wirkung nun einmal' das Ent-\nscheidende. Was hat man nicht über diesen neuen\nGorki wieder alles! lesen müssen. Die Schlagworte\nvon Naturallisimus, von unerquicklichen und düsteren\nSchilderungen, von dem Recht der Menschheit auf\nFrohsinn, von dem sChwerein Ernst des Lebens,\nder des1 Abends zu heiteren Stunden geradezu be-\nrechtigt. Selbstverständlich: die Besucher der Kam-\nmerspiele, die den halben Tag über Briefe unter-\nschreiben, Tennis spielen und siCh1 den Aufregungen\nde'sl Totalisators ergeben, den anderein halben Tag\naber auf Körperkultur und „die Mahlzeiten\" ver-\nwenden müssen, diese Herrschaftein haben ein un-\nanfechtbares! Recht auf Gemütsruhe. Schlimm ge-\nnug, daß die Regierenden nicht Herr der revolutio-\nnären Umtriebe werden, schlimm1 gelnug, daß man\njetzt Selbst in Preußen politisch wird, schlimm ge-\nnug, daß es! überhaupt soziale Zustände gibt. Doch\ndas! Theater soll man nic'ht damit verseuchen. Nicht\ndie Stimmung zum Kabaret verderben. Man lebt\ndoch nur einmal. Und schließlich ist es ja bekannt,\ndaß Dichter maßlos! übertreiben.\n'Meine Freunde werden wieder empört sein,\ndaß ich mit alten Kunstwahrheiten um mich werfe.\nAber wasl hilft das alles. Man muß, Dinge so lange\nSagen, bis sie gehört werden. Es ist natürlich für\nden Wert eines! Kunstwerks völlig gleichgültig, ob\ndie Zustände in Rußland zufriedenstellend oder\n\nEs macht ihn durchauss vergnügt/\ndass es schon Lätare ist\n•«\nArno Holz\nHerwarth Waiden Op II3"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "231", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.5", "texte": "trostlos sind. Nur muß das Trostlose künstlerisch\nzufriedenstellen. Nicht, daß Gorki bekannte und\n„unerquickliche\" Vorgänge auf die Bühne brachte,\nspridht gegen das Drama, sondern der Umstand, daß\ner eS nicht vermochte, ein Kunstwerk, das heißt\neine organische Einheit zu schaffen. Auch er ver-\nkannte, daß die Wahrheit des: Lebens eine künstle-\nrische Wahrheit werden muß. Er sah Unglückliche\nund1 Unglückliches mit dem Auge des Dichters,\n— denn das ist Gorki — aber er vermochte nicht,\ndie auSeinanderstrebenden Personen seiner Hand-\nlung künstlerisch zusammenzuschließen. Um ganz\nverständlich zu sein: NiChts ist zum Beispiel natür-\nlicher, als' idjaß ein Zimmer höchstens drei Türen\nhat, und alle möglichen Menschen, die in derselben\nWohnung wohnen, durch diese drei Türen ein- und\nausgehen. Es ist auch im Leben zeitlich durchaus\nglaubwürdig, daß Familienmitglieder bei ihrem Zu-\nsammentreffen sich über alle möglichen Dinge unter-\nhalten (über unmögliche tun esi Familien seltener).\nAuf der Bühne wirkt diese Lauferei höchst un-\nnatürlich. Der Zuschauer kommt nicht von dem\nGefühl IoS, daß der Urheber dieses Bewegungs-\nspieles die Menschen nach Bedürfnis zuslammen-\nkommandiert. Esi genügen also zum Beispiel hier\nnicht die äußeren Gründe (Mittagessen, Abendessen,\nZurückkomimen 'Vom Spaziergang), esi müssen innere\nGründe vorhanden sein, die die Personen gerade zu\ndieser Stunde und in diesem Zimmer zusammen-\nführen. Das ist eine Einzelheit. Natürlich ließe sich\nbis auf das Allergenaueste analysieren, warum\nGorkis! Drama wohl eine Dichtung\", aber kein Kunst-\nwerk ist, und ich bestreite auf das entschiedenste,\ndaß solche Wertungen auf Geschmacksfragen be-\nruhen. Selbst der gute Geschmack reicht hierzu\nnicht aus. Und schließlich ist die Kunst keine\nInstitution für Kostgänger.\nDie Darstellung litt unter den Mängeln des\nDramas'. Der Regisseur besaß nicht die Kraft, das\nschwankende Gebäude des Dichters auf ein festes\nFundament zu stellen. D|ie Vorstellung gab mir\nGelegenheit, meine Wertung der Herren Rudolf\nBl'tiinner und Jakob' Tiedtke nachzuprüfen.\nIch biin derselben Ansicht geblieben. Blümner spielte\nzum erstenmal im Deutschen Theater eine tragende\nRolle. Und |im Gegensatz zum größten Teil der\nBerliner Preslse stelle ich fest: Esl war eine Kunst-\nleistung. Hätte Blümner etwa Bassermann kopiert\noder Herrn Wegener, so wäre ihm sicher Vollste An-\nerkennung mit Engel'sizungen gesungen worden.\nBlümner ist zu talentlos, Kopist zu sein, und gegen\nOriginalität hat man stets etwas einzuwenden. Es\nfehlen die Vergleichs'möglichkeiten. Gerade1 daß\nBlümner diesen Polizeidirektor nicht wie einen sa-\ntanischen Schurken spielte, rechne ich ihm! hoch1 an.\nSchurke sein ist keine Eigenschaft, sondern die\nBenennung einer Wirkung auf Dritte. Blümner ent-\nwickelte Seinen Polizeidirektor auf der Basis Gorkis.\nDer Dichter schuf ihn nicht als starknervigen Ge-\nwaltmenschen, sondern als eitlen Schwächling, des-\nsen brutale Handlungen aus der pathetischen Auf-\nfassung seiner Amts würde entstehen. Was kann\nBlümner dafür, daß die Herren Kritiker kein Auffas-\nsungsvermögen besitzen. Wenn der Schauspieler\nseine Gestalten so spielen müßte, wie deren C lieh es\nauf die Gehirne der verehrlichen Referenten auf-\ngeklotzt sind, so würden diese Herren schon den\nBürstenabzug vorzüglich finden. Doch kann man\nVon Künstlern (seien es nun Dichter oder Schau-\nspieler) niCht eine Maschinentätigkeit verlangen. Die\nHerren Kritiker müslsen sich schon mit den Cli dies\nihrer eigenen schriftstellerischen Tätigkeit begnügen.\nTiiedtke gab1 wieder einen alten guten Mann. Einen\nrührend guten Mann. Trotzdem von künstlerischer\nGlaubhaftigkeit in Liebe und in Schmerz. Ohne Sen-\ntimentalität und doch mit innerer Spannung. Außer-\nordentliches leistete LuC i e Höfl i c h. Eine Per-\nsönlichkeit und eine große Künstlerin. Auch hier\nmuß iCh dasselbe sagen: man gehe in das Drama\nwegen Lude Höflich. Sie stielte sich als buckliges\ngehässiges Mädchen. Auch diesmal1 wußte sie, daß\nder Gehässige nicht immer haßt. Ich halte es für\nkein Lob, jemandem zu sagen, daß er einen Men-\nschen schuf. Denn das Leben kennt nicht die Voll-\nkommenheit einer künstlerischen Schöpfung. Lucie\nHöflich gab einen außergewöhnlichen Menschen auf\nseinen Höhepunkt. Und mehr. Sie schuf kein\n„Ideal\", das! heißt etwas Gedachtes, keine Photo-\ngraphie, das heißt etwas Geschäutes. Sie schuf\ndas Leben mit seinem ganzen Reichtum an Gefühlen\nund Empfindungen — erlebt Von einem buckligen\ngehässigen Mädchen. Ellen Neustädter und Ella\nBarth Spielten sehr talentvoll, Frau Neustädter mit\nErgriffenheit, Ella Barth mit Leidenschaft. Emilie\nKurz aIS Amme brachte so etwas wie Maeterlinck-\nStimmung in den ersten Akt. Schrecklich talentlos\nist der Herr Jakob FcMhammer. Und Herr Liedtke.\n\nHerwarth Walden\n\nAnmerkung\nAlfred Lemm\nWoldemar Runge, der neue Direktor des! Fried-\nrich-Wilhelmstädtischen Schauspielhäusesi, eröffnete\nsein Theater mit einer Neueinstudierung des Faust.\nEr brachte System in seine Welt: Um die Sonne der\nDichtung kreisten darstellende und bildende Kunst,\nih r Licht zu verstärken. (Bei Reinhardt steht alles\nzu isfehr im Stern bild der Dekoration.) Eine Drei-\neinigkeit, bei der die Anbetung oder Vernachlässi-\ngung einest Teils das Ganze schändet. Der Maler\nLeni macht aus! der Gretchenszene eine Rezitation\nam Spinnrad. Hätten diesie leeren grauen Wände\ndas Sehnend-herbe geben können, es wäre ein Ver-\ndienst der Dichtung gewesen und zum kleinen Teil\nder Fantasiie des Publikums — dessen Tätigkeit\nsich mit der Größe des Kunstwerks Verringert. Der\nTheatermaler (muß im Bild der Dichtung bleiben.\nEr hat wohl zu überlegen, wo er andeuten kann,\nwo er ausführen muß. Andeutung setzt Eindeutig-\nkeit voraus. So müssen hohe kahle Mauern nicht\nunbedingt den Eindruck der alten, giebligen Klein-\nstadt hervorrufen. Doch rehabilitiert sich Leni\nglänzend: die Hexenküche mit groteskem, lächerlich\ngroßen Kesisel; das graue beklemmende Dominnere;\ndie Gebetslszene: (vor düsteren Mauern in blauer\nNische ein hölzernes Muttergottesbild, an dem das\nmatte Flehen Gretchensi mit letzter Verzweif-\nlung aufsteigt. Voll verständnistiefen Einfühlens„\nLeni illustriert nie, er umzeichnet, stilisiert, gibt\nStimmung. Die die gesamte Vorstellung beeinflußt.\nSie war redht und schlecht; zuweilen recht schlecht.\nLettingers! Mephisto bleibt trotz schauspielerischer\nBegabung ohne die nötige Intensität. Man sollte\nden gelehrten Faust und den lieb'eseifrigen Vielleicht\nvon 'Zwei Darstellern spielen lassen. Nur die Großen\nkönnen beide gestalten. Jener fordert dringender\neinen Versteher, als einen Könner. Der junge das\nbedenkenlose Temperament. Es scheint, daß der\nRegisiseur stets nur an den alten denkt, wenn die\nRollen verteilt werden, und nicht merkt, wie der\njunge in die schwer vermeidlichel Syruptonne fällt."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "232", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.6", "texte": "Vom Tage\nMinimax\nReligionen unter sich\noder Absehied vom Leben\nWir haben älle eins- auf die Nase bekommen;\nich habe in zwiefacher Weise mein Fett weg. Ein-\nmal bedeutet man mir via Marienburg ebenso\ndringend wie kategorisch, daß ich auf das Prädikat\neines guten Deutschen kein Recht habe, da ich\nnämlich kein guter Christ sei; das andere Mal wurde\nmir mit einem bemerkenslwerten Ruck der Boden\nVöllig unter den Füßen weggezogen, indem nämlich\nein bayrischer Herr von kurzer Hand die katholische\nReligion für die einzig wahre erklärte, Grade sie,\ndie ich nicht habe. Ich stehe nicht an, urbi et orbi\nzu erklären, daß ich total auf dem Pfropfen-sitze;\nmir ist die irdische und überirdische Heimatsberech-\ntigung entzogen worden. Ich werde Luftschiffer.\nVor meinem Abschied von der Erde will ich jetzt\nnoch allen meinen Freunden und Bekannten ein\nherzliches! [Lebewohl zurufen. Es wär zu schön\ngewesen, es hat nicht sollen sein. Weint nicht.\nIch fahre nach Frankfurt a. M., ich werde den Zaren\nsehen, meinen Antipoden, der privatim für sich\neine ganze Religion und eine halbe Welt hat; seine\nGeheimpolizisten {werden sich nadh mir den Hals\nkilometerweit ausrecken und so werde ich sie alle\numbringen. Den Zaren nehme ich mit, denn er\ntut mir leid. Wenn er erst mit mir in der (Luft\nfliegt, kann er nicht mehr in die Luft fliegen. Ich\nwill auch rasch mal nadh England, den Spion Helm\nbefreien; er war zu dumm für diese Rolle und ist\nhöchstens nocli als Almosenempfänger, Aufsichts-\nratmitglied oder Zentrumslabgeordneter zu verwen-\nden. Damit lasse ich die Erde fahren und sehe\nkosmischen Ereignissen entgegen. Wenn es! knallt,\nweint rasch einen Tropfen; dann habe idh die Plätze\nbekommen, und lebe, ein Märtyrer, fortan in der\nGeschichte als Heiliger.\nDie Königin Luise\nMan Wache jetzt eins! der „nationalem\" bder\n„völkischen\" Blätter auf und zeige mir diejenigein,\nwelche zwischen heftigen Aeußerungen der Gesin-\nnungstüchtigkeit, Konkurrenzenpöbelei und Panzer\n'plattensucht nicht eine blaugetünchte Elegie1 auf\ndie Königin Luise finden. Ich bin überzeugt, die\ntote Frau ist ebenso unsdhuldig an dieser fabrik-\nmäßig betriebenen Verhimmlel'ung, wie der sbhr Vor-\nnehme alte Kaiser Wilhelm an der bengalischen\nBeleuchtung: „der Große\"; Lärm, Reklame und\ndekorative Schaustellung war in früheren Zeiten\nnicht so üblich. Frühere Königsfamilien begnügten\nsich damit, zu regieren, Kriege zu führen und den\nGesChichtsunterridht durch einige Zahlen zu Ver-\nlängern; jetzt werden auch die Mädchenschulideale\nVon oben gestellt. Es grassiert weiter die unsterb-\nliche und unausrottbare deutsche Tugend und fordert\nihre Opfer; in dieser Zeit großen internationalen\nVerkehrs! spreizt sidh die Kleinstadt, plustert sich\nauf und schmeichelt sidh, Krone der Schöpfung\nzu sein. Man schimpfe doch nicht über eine Ent-\nfremdung zwischen Krone und Volk; ich kann bei\nkrampfhafter Bemühung keine sehen; das Volk hat\nbei uns1 sich prächtig auch nach oben durchgesetzt;\ndas Volk in einem schlimmen Sinne, der pensions-\nberechtigte Oberlehrer mit den Idealen, die uns\noben, und den Hämorrhoiden, die ihm unten heraus-\nhängen. Warum nahm doch die Oeffentlichkeit,\nrespektive der Herr Oberlehrer, Anstoß an der\nInstrumentenrede des Kaisers? Ihr wißt doch, daß\nder Gott, (von dem da gesprochen wurde, jnicht\nder Vater bedeutender, verblüffender Inspirationen,\nsondern der Träger der sogenannten sittlichen Welt-\nordnung ist, aber jener sittlichen Weltordnung,\nwelche! hr immer preist, wenns Euch gut geht,welche\nunerforschlüch zu nennen Ihr Euch gedrängt fühlt,\nwenns vorbei gerät. Lieb Vaterland, kannst ruhig\nsein; wir schlafen alle unter einem Himmel. Man\ntut dem Kaiser unrecht. — Aber audh Herr von\nMaitzahn, der den Kaiser gegen die Presse sdhützt,\ntat unrecht, al!s[ er die Kritiker unreife Jungen nannte.\nAuch Alter schützt bekanntlich vor Jugend nicht;\nund die bezielten Kritiker haben zwar noch nicht\ndas! ehrwürdige After der Prostatahypertrophie er-\nreicht, aber an Modernität und Gedankenkraft sind\nsie Herrn M. gewachsen: eisgrau und wackelbeinig\nlaufen sje, tapern sie alle hinter einem Schimmel\nher, hinter verschimmelten Idealen; der nennt das\nTier Parlamentarismus, der Byzantinismus, und in\njedem Fall ist es ein sehr gewöhnliches Tier, das\nnur angenehm auffällt, wenn es! nach hinten aus-\nschlägt. Umarmt Euch1, Brüder, der Herr Ober-\nlehrer wird Euch' segnen. — Um nämlich auf ihn\nzurückzukommen, so leben also die Könige nicht\nmehr nach ihrem Geschmack, und die Fürstinnen\nnicht im ehr, wie adelige Damen zu tun pflegen.\nDer selbstsichere, befähigte, autochthone Herr und\nRegent, der Typ desl großen Fritz, ist erloschen und\nerledigt. Der 'dumpfmuffige Bürger hat ihn be-\nseitigt. Man gibt jetzt Gott, was des Kaisers! ist,\nund den Fürstinnen, was' des Volkes ist.\nUn|d lebt sb wahrhaft, wie begreiflich1, unter\ndem Zeichen: <suum cuique.\n\nDie Roda Roda A. G.\nQuintus Fixlein\nDie Gründung der Roda Roda A.-G. ist zur\nTatsache geworden. Am vergangenen Donnerstag\nfand unter dem Vorsitz des Geheimen Anekdoten-\nrats Roda Roda im Cafe Monopoll in der Friedrich-\nstraße eine konstituierende Versammlung statt, in\nweither beschlossen wurde, das Riesenunternehmen\nin eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Die bis-\nherigen Inhaber Roda Roda und M. Roda Rod'aj\ntreten in den Verwaltungsrat ein. Herr Geheimrat\nR. s'elbst übernimmt gleichzeitig als Generaldirektor\ndie oberste Leitung des Unternehmens. IDas Stamm-\nkapital beträgt 20 000 Anekdoten. Sitz der Gestell-\nschaft ist im1 Winter Berlin, im Sommer — mit\nRücksicht auf das Hofbräu — München. Die Or-\nganisation des Unternehmens — es ist über ganz\nDeutschland sowie über die witzreichen anderen\nLänder Europas und Asiens verbreitet — legt\nZeugnis ab vom Fleiß, von der Energie, mit einem\nWort: vom Genie des! Gründers der Firma. Man\ndenke: ein Netz von 30 000 Filialen ist über Europa\nund einige Teile Asiens ausgespannt; von\nInowrazlaw und Tarnopol über Langenschwalbach,\nSeifhennersdorf, bis tief hinein in die Türkei gibt\nest kaum einen Ort mit mehr als fünfhundert Ein-\nwohnern, an dem nicht, wie ein Vorposten (der\nKultur, ein Agent der Roda Roda A.-G. sein Firmen-\nschild herausgehängt hätte! Tag und Nadht sind\ndie unermüdlichen Filialleiter auf der Jagd nach\nAnekdoten, Dialektscherzen und Schnurren aus dem\nVolksimund, und wenn der Sonnabend, der Liefe-\nrungstag, an defcn auch der Wochenbericht ausge-\nfertigt werden Smuß, herannaht, dann liegen auf\nallen 30 000 Filialen stattliche Anekdotensendungen\nzur Weiterbeförderung an die zuständige General1-\nagentur (deren esl in jedem Landkreis oder größeren\nOrtsbezirk eine gibt) versandfähig bereit. Auf den\nGenerallagenturen und Subdirektionen werden die\neingehenden Rohmaterialsendungen gesichtet, ab-\ngeschliffen und anderweitig verarbeitet und gehen\ndann an die Zentralstellen in Berlin und München\nweiter. Von hier aus! erfolgt nach nochmaliger ein-\ngehender Sichtung die Versendung der fertigen\nAnekdoten und Schnurren an die Redaktionen ganz\nDeutschlands'.\n\nBeachtenswerte Bücher und Tonwerke\nAusführliche Besprechung vorbehalten\nRücksendung findet in keinem Fall statt\nHERMANN ESSIG\nDie Olückskuh / Lustspiel\nVerlag Paul Cassirer Berlin\nKNUT HAMSUN\nHunger / Roman\nMysterien / Roman\nPan / Roman\nDie Königin von Saba / Novellen\nKämpfende Kräfte / Novellen\nBenoni / Roman\nSpiel des Lebens / Schauspiel\nVerlag Albert Langen München\nGUSTAV MAHLER\nAchte Symphonie\nUniversaledition Wien\n\nVerantwortlich für die Schriftleitung:\nHERWARTH WALDEN / BERLIN-HALENSEE\n\nWochen-Spielplan der Berliner Theater\nQonlömKöf Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend Sonntag Montag Theater mit gleichbleibendem\nDepieniöfsr 13 14 15 16 17 18 19 Spielplan:\nDeutsches Theater » T -n . T ~x, Der Wider- Berliner Theater Gastspiel Hansi Niese:\nSchumannstrasse 13 a Amphitryon Judith Faust Amphitryon Judith spenstigen Amphitryon charlottenstr. 93 Das Musikantenmädel\nZähmung\"\nKammerspiele Der Arzt am no_.ail Der gute König Ta+„+Drt p9W!I„ Der gute König Simson Neues Theater o-oldene Ritterszeit\nSchumannstrasse 14 Scheidewege Gawan Dagobert Die Letzten Gawan Dagobert und Delila Schiffbauerdamm4a|s Uie 01flene Klttbmeit\nLessingtheater Einsame - Tf f. Einsame rP t j N f4p<?npmtev Einsame p Konzert Kleines Theater Die verflixten Frauen-\nFriedrich Karlufer l Menschen Konzeit Menschen üespenstei Menschen ivonz r unter den Linden 44 zimmer / Erster Klasse\nKomische Oper Der Arzt wider Der Arzt wider Der Arzt wider Der Arzt wider Der Arzt wider Tiefland Residenztheater nhlio-p\nFriedrichstr. 1041104 a Willen Willen Willen Tosca Willen Willen. Heiland Biumenstr. 9a Glesse oölige\nSÄ*\" Jta D»\",n\" Ä5. SÄ SB Salome «SSrJ PM. Ta W\nKönigsplatz 7 : von bevilla __\nNeues Wann kommst r, , , Wann kommst Wann kommst Wann kommst Wann kommst TTT,w+i™™+ Neues TnvAmimvo-\nSchauspielhaus Dll wieder? Ihr letzter Brief. D d ? Du ied ? Du wieder? Dn wieder? Unbestimmt Operettentheater Der Giaf von Luxemburg\nNollendorfstrasse 11 ]12 Schiff bauerdamm 25]\n__ _ mi 1 ttt ™ TTT , -r. ttt , t\\ ~xxt 4. Theater des BisDonn.rDie geschiedene\nModernes Theater Der Wert Die eSpe Der Wert Die Wegpe Der Wert Der Wert Unbestimmt Westens Frau. Freitag bis Sonnt.:\nKömggrätzerstr. 57158 des Lebens 1 des Lebens 1 des Lebens des Lebens Kantstrasse 12 Die schönste Frau.\n' —————————————— - 1 ■«% - ■ l 1,1.. . 11..1.11—. 9 Ix *\nKönigliches Moliere und die Die Jungfrau Bürgerlich und Moliere und die Der deutsche Moliere und die ,w Metropoltheater <yrn^p-RpVllp\nSchauspielhaus Seinen / Tartüffe von Orleans romantisch, Seinen/Tartüffe König Seinen/ Tartüffe l , .uie grosse *evue\nGensdarmenmarkt 1 110/ langweilt"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.7", "texte": "Auslieferung für Österreich-Ungarn A. Mühlhans-Smital Wien IX /Ffir den Bachhandel: M. Braunschweig Wien IX / Verantwortl. für die Schriftleitung in Osterreich-Ungarn: Otto Soyka\n\n••••\n9\n«\niUW\nHBGEIViESF\nKUNSTLER\nOER\nBERLINER\nIN DER\nfcALERIE\n/WIAMLIAM\n•/nACHT\nBER.LiN.VSo:\nRANKE $fo. 1\n112\n* \" ' * . II\n• » 112\n« • /\nl-» , ft % «•\n% L.. t *\n—\nMi\n?SB£SgS»\nigggi»\n\n*5?\n$\n1\nr<3\nX\nlh\n\nDie sparsame Hausfrau nungsbeleuchtung! Rechnen Sle\nsich aus, was Sie im Jahre fur den Bedarf an Gluhkorpern ausgeben. —\nWie oft kommt es vor, daß der Korper schon beim Abbrennen entzwei-\ngeht. — — Nehmen Sie einen guten Rat an und verwenden Sie\nnur\nHartalin-Gliih korper D. R. P. 203467\nDlese Korper besitzen den Vorteil, daß Sie dieselhen wie ein Tuch zusammen-\ndrucken kfinnen, ohne daß der Korper darunter leidet. HarlaHn-Gliihkorper\nhaben eine Leucntkraft von 100 K. und Sie erzielen damit eine Gasersparnis von\n50%. Brenndauer gar. 1 Jahr. REFERENZ! Fur die Straßenbeleuchtung Berlins\nbereits fiber 200000 Stck. geliefert. Versuchen Sie es mit einer Probesendung von\n3 Stck., Pre!s p. Stck. 50 Pfg. od. verlangen Sie den Besuch unseres Vertreters\nVersandhaus Cham* und Techn. N©iilieffen\nBERLIN SW. 68 Kochstraße 72\n\nA Sanatorium and EjrhdIaBesiieim . ,\nr i 11 ft C11 111 U IIIC Post Mellenbach bei Schwarzburg im Thiiringer Wald\nBesitzt alle neuzeitlichen Einrichtungen, Zentral\nheizung und elektrisches Licht, komfortable Gesell-\nschaftsraume. Individuelle arztllche Befaandlung.\nDie Ktiche steht unter Aufsicht des Arztes. Bei\nNervenschwache, Magen- und Darmleiden, Gicht\nund Rheumatismus, Frauenleiden u. a. m. best-\ngeeigneter Aufenthalt\nBesitzer und Leiter: S>r of. med. W. Hotz\nH\nAllseit Reformbestrebungen,\ninsbes. derPflege persSnlicher\nKultur und gesunder Lebens-\nanschauungen, dient unsere\nMonatsschrift\nIjeben\", von der wir Probe-\nnummern auf Wunsch gratis\nversend. Abonn.M.3,60p..\n\nDer schonsle Punkl\nin der Umgebung Berlins ist Pichelsdorf an der\nHeeresstrasse* Die letzten Wasservillenbaustellen\nan der HaVel, gegenliber Pichelswerder sollen sofort\npreiswert Verkauft werden. Naheres die\nBodengc$ell$cbaft de$ Uksiess, mauerstr. $6-$$\nTelephon I, 7497\n\ntfustum fotHwang\n= Hagen i. W.\nGemalde - ftusstellung\nvon\nOskar Kokoschka\n\ns: PROBENUMMERN ss\numsonst u. portofrei durch die\nQeschSftsstelle „DER STURM\"\n\nInternal Patentbursau, gegr. 1893, Fitte & Theune\nBERLIN SW. 48 Frledrichstrasse 230 Tel. 6a, 19 093\nflusarbeltung von £rfindungsldeen. Patenfanmeldung In\nalien Candern. fiiassige Prelse. Heine nad)zal)lungen.\nStljnelle Verwertung von Patenten o&ne jeglicben Vorscbuss.\nwelches. 112. Beteiligung an d. Ausbeutung von Pa-\ntenten interess., bitten wir um ihre Adresse, um\nkostenlos. unverbindl. Angebote machen z.konnen.\naujimi? vcrmr\nI Kapitalisfen\n\nSeien Sie Überzeugt Es\ngibt keinen und es kann\nksinen Malzkaffee geben,\nder besser ist wie Bamf.\n\nWenn das von Itynen bister gebraud)te (Dunbwafjer 3U\ntribe iff, fo empfel)len wir Itynen, an beffen Stelte einen\nVerfud) mit ECosmin 3U madden. Sie werben finben,\nbafc Sie biefes in gan3 befonberem (Dafre befriebigt, benn\nKosvnKn überaus erfrifclpenben Wotylgefctymacfc,\nkonferviert bie 3al?ne tmb kraftigt bos 3al)nfleifd).\nflajdje (Dk. 1.50, lange ausreid)enb, überall kauflici>"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100915-01.1.8", "texte": "Verantworte f. d. Anzeigenteil: A. Bots / Verlag Der Sturm Berlin Haiensee Geschäftsstelle und Anzeigen - Annahme: Berlin W. 35 / Druck v. Hans Walter, Berlin SW.I 3\n\n:: Kurhaus und Erholungsheim ::\nSchloss Neuenhagen\nin Berlin-Neuenhagen (32 Min. Fahrzeit vom Alexanderplatz)\nHauptgebaude mit Zentralheizung und elektrischem Licht, grosse,\nhelle Zimmer, mitten im Garten gelegen. 20200 Quadratmeter\ngrosser, herrlicher Park, grosser Obstreichtum, Lauben, grosser\nTeich usw. Das ganze Jahr geoffnet Den Besuchern Berlins\nals herrlicher Aufenthaltsort empfohlen. Fern von dem Larm und\ndem Staub der Stadt. Bequemste Verbindung mit Berlin durch\nstundlichen Bahnortsverkehr. — Lassen Sie sich die Broschiire\n:: „Leben\" koinmen vom Besitzer und Leiter Emil Peters ::\n\nDr. Rudolf Bluemner\nSchauspieler und Regisseur am Deutschen Theater\nLehrera.d.Schauspielschule d. Deutschen Theaters\nerteilt Unterricht in\nSprachtechnik und Rollenstudium\nBERLIN W 35\nLiitzowstr. 98, II\nTelefon: AmtVI, 1796\nSprechstunde: 5—6 Uhr\n\nIAAX GIESSWEIN\nKgl. Sachs, u. Kgl. Wurttemb. Hofopernsanger\nBERLIN W. 50, Culmbacherstr. 6\nFernsprecher Via, 18926 Fernsprecher Via, 18926\nERTEILT GESANGUNTERRICHT\nSprechstunde 5—4 Uhr\n\nReichersche Hochschule\nfur dramatische Kunst\n11. Jahrgang\njGrolman-Strasse 27\n\nIdeal - Ehe\nWo lefet er,\nmein Erloser, der geniale, starke und\ndoch dabei zart besaitete Mann, be-\nfahigt, die ganz eigenartigen nnd yiel-\nseitigen Anlagen eines Weibes (24) aus\nallererster Familie zut hochsten Ent-\nfaltung zu bringen. Briefe, aus denen\neine Seele zur andern spricht, unter\n„Lebenskimstlerinuan Annoncen-Bliro\nBots, W. 35, Potsdamerstrasse 111.\nPhotographie sehr erwiinscht.\n\nHeiratslustige Damen\nerringen ungeahnt schned die Zuneigung\nund Liebe eines Mannes, sobald sie das\n„Sch-warze Buch der Koketterie, die ge-\nheimnisvolle Kunst geliebt zu werden\"\nlesen. Bald werden sie gluckliche\nGattin sein. Preis m. Porto nur 80 Pf.,\na. i. Briefm. Versandhs. ~Lebensgluck\",\nDresden 16-97.\nfhe. SBSTin w*\nProsp. fr.; versehl. 50 Pf>\nRrocfc# Co., Condon €.C Queenstr.9o-91.\n\nlS>eineia 'JPeliif\nerzeugt und Sommersprossen\nentfernt scimell, sioher, billigr\n||aliflor - - grille\nper Dose 1 M. Wo nicht in Drogerien\nund Parftimerien erhaltlich, durch\nHaliflor-Company, Doberao (3), Mcklbg.\n\n+ Korpulenz +\nFettleibigkeit beseitigt garantiert sicher\nDr. Richter's Friihstiickskrautertee. Un-\nschiidlich u. wohlschmeckend. 6—lo Pfund\nGewichtsabnah.nach l.Paket. Pr. Mk.2.—\n3 Pakete Mk. 5,—. Hygienisches Institut\nJtiermes\" Munchen 25, Baaderstrasse 8.\nFrau Dir. H, in S. schreibt: Dieser Tee\nist das einzige Mittel, das mir endlich ge-\nholfen hat, nachdem alle anderen Mittel\n===== wertlos waren. =====\n\nElektrisiere\nS) dich selbst!\nBelehrendes Buch gegen 10 Pfg. Porto.\nSchoene & Co., Fabrik medizinischer\nApparate, Frankfurt a. M. S. Nr. 6.\n\n+ jWagerljeit. +\nSchsne, voile KOrperformen, wundcrvolle\nBiiste durch unser orientalisches Kraft-\npulver „Bttsteriau ges. gesch. preis-\ngekront mit gold. Medaillen Paris 1900,\nHamburg 1901, Berlin 1903, in 6 bis 8\nWochen bis 30 Pfund Zunahme, garantiert\nunschadl. Sireng reell — kein Schwindel,\nViele Dankschreiben. Karton mit Ge-\nbrauchsanweisung' 2 Mk. Postanw. Oder\nNachn. exkl. Porto. Hygi, nisches Institut\nD. Franz Steiuer & Co.\nBerlin 22, Konigratzer Strasse 66.\n\nBeruhmt u. weStbekannt\nsind unsere\nia Damenbinden\n5 Dtz. franko M. 4.—\n12 Dtz. (Postpaket)franko M.8.50\nTausende treuer Kundinnen im\nIn- und Ausland.\nKOPP a JOSEPH, Apotheker\nBERLIN W. 20, Potsdamerstr 122 c\nFabrik: Kurfiirsten-Straße 146-147.\n\n+ Gumrai- +\nwaren und sanitare ftrtiksl alSer Art\nzur Kranken- u. Gesundheitspflege\nReelle und prompte Bedienung.\nsanitatshaus Rygiea <3. m. b. F5.\n__ Wiesbaden E 3. ——\n\nplllllllll!lllll!il!!ll!!l!!li!IHIiilllll!l!ElllllligilllSIIII!!lllllllllllllllllllE!^\nf DieMel |\n|| HERAUSGEBER jj\n| Karl Kraus 1\n| Mr. 305/6 ;; |\nJ soeben erschienen J\n( Preis 50 Pfg. p\nJ Aus dem Inhalt: §§\ng Schonebeckmesser :: J\nJ Die Kretensische Frage J\nrr** ..\n1 UBERALL ERHALTLICH |\nAlllll!llllllll!!llll!llllllllllillli!lllllll!!ll!ll!l>!l!ll!!llll!!l!lll!lllllllllli!l!lffl.\n\nHerwarthWalden j\n: DAFNISLIEDER: I\nFiir Qesang und Klavier / 52 Seiten I\nm\nm\nDBEI MARK\nDurch alle Buch- und Musikalien- \\\nhandlungen oder direkt durch den \\\nVerlag DER STURM, Halensee \\\n•• • Katharinenstrasse 5 •• • I\n\nSoeben erschien der Scblufiband von\nGeschichte der offentlichen\nSittlichkeit in Russland.\nVon BERNH. STERN.\nca.700 Seiten mit 21 interess. Illustrationen\nM. 10.—, geb. M. 12.—\nInhalt: I. Russische Grausamkeit. Il.Weib\n11. Ehe. (Hochzeitsbrauche u.Lieder etc.)\n111. Qeschlechtliche Moral. IV. Pro-\nstitution , Perversitat und Syphilis.\nV. Polkloristische Dokumente (das Ero-\ntische in Literatur und Karikatur. Sexu-\nelles Lexikon, SprichwOrter, Lieder und\nErz£hlungen).\nBd. I. M. 7.—. Geb. M. 9.—. Beide Bde. falls\nzusammengekauft M. 15.—. Geb. M. 18.—.\nAusftihrl. kulturgeschichtl. Prosp. gr. fr.\nH.Barsdorf, Berl.W3o, Asehaffenburgerstr.l6l\n\nVerfag DER STURM\n• •\nUnser Plakat, Kiinstlerlithographie in Drei-\nfarbendruck von 03KAR KOKOSCHKA\nist soeben erschienen. Den Buchhandlern\nund VerkMufern unserer Zeitschrift stehen\nExemplare kostenlos zur Verfiigung. Preis\nfur Plakatfreunde Ml—/ Vorzugsdrucke\n(1)0 Stiick) M 5— nur direkt durch den Verlag\nDER STURM, Berlin - Halensee - -\n\n*V\\ruA~jc\n*Laa^\nJ CkA\nQs*Aur%LA-**\\'\n\n$Jeicfiereme\n,,Chloro\" bleicht Gesicht und Hande in kurzer Zeit rein weiss.\nWirksam erprobtes unschadliches Mittel gegen unschone Hautfarbe,\nSommersprossen, Leberflecke, gelbe Flecke. Mit ausfiihrllcher\nlAnweisung 1 Mk., bei Einsendung von 1,20 Mk. franko. Man\nverlange echt „Chloro\"!! Laboratorium „Leo\", Dresden-A. 3.\n1 Erhaltlich in den Apotheken, Drogerien und Parfiimerien.\nHauptdepots: LOwenapotheke, Dresden; Engelapotheke, Leipzig;\nStorchenapotheke, Miinchen; LOwenapotheke, Honnover; Domapotheke, K51n ;\nI LOwenapotheke, Dortmund; Naschmarktapotheke, Breslau.\n\nTUTTTT3 A HPf I KT Pianettes\nif JL JLiL JLjL JL Mm JL Manchester\n\nf ritz Mitt flMfknuttvwdtMg\nPot$daner$(ra$$e m Uilla II Berlin 01 Pot$dataer$tra$$e 1 n Uilla II\nt= Ausstellung von 1=3\ndeutschen Meisterwerken:\nBocklin • Lsibl • Thorn a ♦ Liebermann •Triibner etc,\nWochentags von 10—5 I Sonntags von 12—2 geoffnet"}]}