{"numero_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_sha256": "9d10267c0f9c11e1b673f89114638066033714765e238c8f8f1f7c37fed7ab24", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1910/09/29_01/bmtnabg_1910-09-29_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1910/09/29_01/bmtnabg_1910-09-29_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c001", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "243", "page_fin": "243", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.1", "titre_corps": "INHALT:", "titre_sommaire": "INHALT:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "243", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.1", "debut_caractere": 555, "fin_caractere_exclue": 1005, "texte": "INHALT:\nALFRED KERR: Kainz / STANISLAW\nPRYBYSZEWSKI: Das Geschlecht / EDUARD PUKL:\nSlawische Arbeiterin / ALFRED DÖBLIN: Astralia /\nOTTO WEININGER : Sucher und Priester / HEINRICH\nPUDOR: Frühling in Finnland / TRUST]: Die schönste\nFrau / H. W.: Von der Operette und vom Tode /J. A.:\nDie Wiederkäuer / PROGRESS: Die Romantischen /\nNotizen / QUINTUS FIXLEIN: Oh! lächelte er diskret /\nProgrammschmuck Berliner Theater / Inhalt des\nersten Halbjahrs 1910"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c002", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "243", "page_fin": "243", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.2", "titre_corps": "Kainz", "titre_sommaire": "Kainz", "signature_source": "Alfred Kerr", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "243", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.1", "debut_caractere": 1007, "fin_caractere_exclue": 1721, "texte": "Kainz\nAlfred Kerr\nWer warst du, Seele, wundersame?\nWer warst du, die ins Finstre schied?\nEin Zaubervogel1? Eine Flamme?\nWarst du ein Wein? Warst du ein Lied?\nWer ging durCh unsre Frühliingsfelder;\nUnd fern aus Träumen, unsichtbar,\nHesperische Zitronen wälder\nUmschatteten sein Lippenpaar?\nWarum die Rast des noch jiicht Müden?\nWer warst du? Keiner kam dir gleich.\nDu Glück und Glut aus deutschem Süden,\nDionysos aus Oesterreich.\nDu hextest funkelnd aus den Saiten\nTief tausendfältiges Getön\nUnd Blitze, Peitschen, Seligkeiten\nIn goldner Wildnis — menschenschön...\nSacht bettet man den Frühverscheuchten,\nIm Dämmerglast des Kerzenscheins.\nWir grüßen dich. 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Geschlecht. . . .\"\nMit diesen Worten habe ich mein erstes Buch\n„Totenmesse\" eingeleitet (es sind schon zwanzig\nJahre her), und diese Worte wiederhole ich jetzt,\nwo die Sexualfrage mehr als je zuvor in den\nVordergrund gestellt wird, mit inoCh größerem Nach-\ndruck.\nUnd in der Tat ist das Geschlecht jene pla-\ntonische «V-opcpoc; uXy], jene formlose Materie, die aus\ndem Logos der Emanation des höchsten Seins ent-\nstanden ist und die Welt erschaffen hat.\nWas wäre der Mensch, wenn nicht seine Ge-\ndanken und Gefühle die heiße Macht des! Ge-\nschlechts sättigte, wenn nicht spu><; und vsixoq das\nunzertrennliche „plie et face\" einer und derselben\nEinheit, unbekannte unfaßbare Kräfte einigten, $ie\ntrennten und sie aus geheimen dunklen Urgründen\nin dasl bewußte Tageslicht herausholten!\nAusl dem Kehlkopf des Menschen riß das Ge-\nschlecht die ersten, langgezogenen Klänge, zer-\ngliederte sie nach dem Takt des schlagenden Her-\nzens, formte sie in Rhythmus und Melodie, bildete\nsie zu dem Wiehern, Heuten und Kläffen des\nSchmerzes, dem Knurren und Fletschen des Hasses,\ndem Murmeln und Flüstern der Liebte, dem fer-\nstickten himftielhoChäufjauchzenden Schreien der\nFreude, des Organismus und der Ekstase :\nDas Geschlecht hat das Wort geboren:\nUndÄdas Geschlecht hat sich mit übermächtiger\nKraft in die Muskeln des (Menschenkörpers; (ergossen;\nesl hat den Menschen die Keule In die Hand ge-\ngeben, als: es darauf ankam, seinen Nebenbuhler\nzu vernichten im Kampf um das Weibchen, es hat\nseine Kräfte ins Unendliche gesteigert, als es galt,\ndem Weibchen und seiner Brut das Leben zusichern,\nes ließ ihn die Urwälder urbar machen, den Schoß\nder Erde auseinanderreißen undj den Lauf (der Ströme\nin neue Betten lenken und (die Meere unterjochen\nund die Berge bezwingen; das Geschlecht hat das\nGehirn wacherweckt, es! in unfaßbarer Qual jimd\nMühe zu einer unerhörten Arbeit gezwungen, (und\nzur Verschlagenheit, listigem Betrug, mit dem jer\nden Göttern das! Feuer gestohlen, zur verwegenen\nKühnheit, (mit der er den Pelian lauf den Ossa\nstülpte und die Pforten des Himmelreichs erbrach.\nDas Geschlecht gebar die Tat.\nUnd das \"Geschlecht drang in das Herz des\nMenschen ein, hat es ganz ausgefüllt, (in ihm das\nVerlangen geweckt, daß ein jeder so glücklich sein\nsolle, wie er in dem heiligen Glücksaufschwung, es\nhat in ihm den übermächtigen Wunsich entflammt,\nder ganzen Welt zum Freudentanze aufzuspielen,\ndamit ein jeder in glückseligem Spiel sich seiner\nbewußt werde und in die große, heilige Lebens!-\nhymne einstimme; an den Tisch der reichsten Ge-\nlage hat es! alle eingeladen — und so hat das Ge-\nschlecht das Mitleid und Zusammensein geschaffen,\nden Vater-Mutter und Bruder-Schwester, es hat das\nMenschengeschlecht geeinigt durch Blutbande und\nFreundschaft, aber gleichzeitig wurde es zur Quelle\nder Rachsucht und der Gier, des Mordes und des\nVerbrechens, es trennte und zerschlug in alle Winde\nden Samen des Abel und des Seth und des Kam. ...\nUnd s!o schuf das Geschlecht die Familie, die\nSippe, das! Volk.\nUnd dann hat es! seine Augen weit aufgerissen,\nes sah hinter sich mit unsagbarer Sehnsucht und\nschaute zurück auf seinen göttlichen Uranfang.\nMillionen und aber Millionen von Jahren starrte\nes! in das heilige Feuer, an dessen Glanz alle Welten\nund alles Getier zehrte — von dem es lebte.\nDas Geschlecht verlangte nach der Göttlichkeit!\nUnd es weitete mit inbrünstiger Sehnsucht die\nBrust des Menschen, sein Herz durchtränkte ies\nmit dem süßen Gift der Schwäche und des Zu-\ntrauens, es stahl einen Strahl nach dem andern aus\ndem Urfeuer, bis! es in der Seele des Menschen\neine Herdflamme entfaChte, in der es sich aufzu-\nlösen, (völlig aufzugehen und sein eigenes selb-\nständiges Sein zu vergessen begann:\nIn der Liebe!\nUnd es geschah ein übergroßes Wunder:\nAmorphos Hyl'e Vereinigte sich mit dem Logos!\nDer heilige Geist stieg auf das Geschlecht her-\nnieder, und So erschuf das Geschlecht — die Liebe.\nUnd jetzt zerbrachen die Riegel1, auf taten sich\ndie Tore der menschlichen Seele, den Sternen ent-\ngegen, dem Himmel und der Sonne zu; aus! un-\nsichtbaren Quellen schössen jäh hervor die Strahlen\nder Gnade und unfaßbarsten Wunder; tausend un-\nbekannte Gefühle, Begriffe und Erkenntnisse weite-\nten die menschliche Seele bis zu der Größe des\ngöttlichen Seins1; niegeahnten Welten entgegen\nreckten sich die Arme empor; vor grauenhaft ge-\nheimnisvollen Mächten beugten sich die Kniee, und\nim Staube wühlte der Mensch sein Angesicht vor\nSchreck, Beben und Ehrfurcht. Verborgene Ahnun-\ngen wurden zur Gewißheit, und die Gewißheit ver-\nbarg sich in dem tiefen Dämmerungsdunkel Ues\nUnbekannten und doch so unendlich Nahen.\nEingedenk seines göttlichen Ursprungs nistete\nsich das Geschlecht iml Menschenherzen ein jm'it\nder frohen Nachricht:\nAh erstes begann es dem Menschen von Gott\nzu sprechen!\nMit Liebe und dem Bewußtsein seiner Göttlich-\nkeit wuchs! sich aus die gewaltige Uebermacht des\nGeschlechtes.\nIn die dunkelsten Verstecke, in die geheimsten\nFältchen der Seele ergoß sich ein heißer Strom,\nerhellte mit sonnigem Lichtglanz die dunkelsten Ab-\ngründe, erhitzte die Felben, daß sie in loderndem\nFeuer erglühten, gestaltete die Welten um und ließ\nsie in neuen Formen erstehen; in sein breites Bett\nleitete es! alle Instinkte, Ahnungen, alle Lust und\njeden Schmerz, den Haß und die selige Himmel-\nfahrt des Menschen, den ganzen Lebensstrudel1 einer\nmaß- und schrankenlosen Seele und trug die schäu-\nmenden Wellen auf das! gegenseitige Ufer und warf\nsie zu den Füßen Gottes, auf daß er sich an seinem\nAbglanz erfreue. '\nUnd sio wurde das Gesehtech t zum Vertrauten\nGottes! und trug ihm frohe Kunde zu, wie sich der\nMensch ihm nähere durch die Kunst.\nDas! Geschlecht hat die Kunst geboren.\nUnd sioi ist das GesChlecht das! androgyne\n„Vater-Mutter\" dessen, was ist, was! war, was sein\nwird:\nDie urgewaltige Quelle der Macht, der ewigen\nKraft, der Begeisterung und des Rausches, des\nheiligsten Himmelssturmes und des schwersten Sün-\ndenfalls, der höchsten Tugend und des höllischsten\nVerbrechens.\nEs gibt keine Macht, die sich mit der seinigen\nmessen könnte, und als solche ist es die höchste\nSchönheit, der einzige Weg, der uns! mit dem Ab-\nsoluten vereinigt, weil es von ihm ausgegangen ist\nund zu ihm zurückkehrt."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "244", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4413, "texte": "Es ist der heiße Golf, der das Eismeer schmilzt,\ndie Erde fruchtbar und sie zum Eden und zur Hölle\nfür das Menschengeschlecht gemacht hat.\nEs ist jener mythische Ozean, der das ganze\nAll umschließt und mit seinen liebenden Armen\numfangen hält.\nEs ist das einzige Unterpfand und die einzige\nGewißheit des Göttlichen im Menschen.\n* *\nMythologie, Mythologie!\nUnd vielleicht nicht. . . .\nWenn man jegliches, gleichviel welches Gefühl\nauf seine Bestandteile hin analysieren, es in seine\nAtome und Moleküle zerlegen könnte, würde man\nsicherlich auf tausend Bestandteile neun Zehntel\nfinden, die das Geschlecht in Bewegung gesetzt hat.\nVerborgen, unfaßbar für das Auge der Tages-\nseele, Verborgen in dem Meere kaum aufleuchtender\nAhnungen als! tiefste und urewige Welle des Un-\nbewußten, kocht eSi und sprudelt und wirft ab und\nzu heißen Gischt hinauf in seiner herrlichen Macht,\nab und zu — denn esi offenbart sidh in seinen tiefsten\nGründen einem von Tauslenden, wie jene\ntoü die der große Basilides, der Vater\nder Gnos'is, verkündigte.\nDie Macht desi klar, deutlich und\nleicht faßbar in manchen Gefühlen — verschwom-\nmen und kaum erkenntlich für dasl arme, beschränkte\nMenschenbewußtsein in so vielen anderen, unendlich\nkomplizierten; dann wieder ganz und gar versteckt\nund nicht mehr erkennbar in Jenen Gefühlssblitzen\nund Gefühlskomplexen, die infolge fortwährender\nWiederholungen zu einfachen Reflexen herabge-\nsunken sind — diese Macht ist nichtsdestoweniger\ngleich offenkundig in der Liebe wie im Haß, in\ndem Herdentum wie in der Feigheit, in der Mutter-\nschaft wie in dem von der Wärme des Geschlechtes\nerhitzten, küb Ihnen Egoismus der Sozialinstinkte:\ngleich groß und schön ist diese Macht in jedem Ge-\nschlechtsakt des „Wissenden\" (das heißt Eines, der\num die Schönheit des! Geschlechtes weiß), wie in\nder höchsten Offenbarung der menschlichen Seele;\nin der Rhythmik, Harmonie, Melodik — in der\nMusik!\nDem Einen läßt es die Muskeln scTiwellen zu\nunfaßbaren Kraftanstrengungen, dem Anderen\nweitet es! die Seele bis an die Grenzen des Trans-\nzendentalen; den menschlichen Gedanken potenziert\nes bis zur göttlichen Macht des ersten „Werde\",\naus dem Clown miaCht es einen Schöpfer, der Feige\nwird unter seinem Einfluß zum Helden, und ein\nbeschränkter, engherziger Seifensieder wird zum\nWohltäter der Menschheit, eine dumme Gans zur\nMärtyrerin.\nEs! existiert in Milliarden von wechselnden For-\nmen, es leuchtet und verwandelt siCh in alle Regen-\nbogenfarben, es > kleidet sich in tausend Namen,\ntausende ahnender Gefühle, die sich nicht in Worte\nfassen lassen; aber überall ist es da, eine unteilbare\nKraft gleich jenem hypothetischen Aether, der das\nAll durchdringt: und das! sichtbare Symbol für sein\nallmächtiges Wirken und Schaffen, sichtbar selbst\nfür die, die zu blind sind, (um es in jedem Ge-\ndanken, jedem Gefühl, jeder Aeußerung, jedem\nReflex der menschlichen Seele zu erblicken — das\nist der Geschlechtstrieb, und seine Auslösung!,\nVollendung: der Geschlechtsakt selbst.\nDie absolute Macht und die absolute Schön-\nheit, welChe Welten schafft, sie zerstört, um sie\nin noch höherer Vollkommenheit erstehen zu lassen,\noffenbarte sich in gleich großer Schönheit ibeim\nMenschen in der Quelle der höchsten Lust und zu-\ngleich seiner höchsten Kraft — jener Kraft, welche\ndie Allgewalt der Natur unterjochte, die Höllen-\nmacht der Gebirgs!ströme eindämmte und sie jn\nunzerreißbare Feslseln schlug, die Berge durchbohrte,\ndas Meer und die Lüfte zu gehorsamer, unter-\nwürfiger Demut zwang, die durch die organische\nProjektion in Kolben und Zylinder die Maschine\nerschuf und des Menschen Arbeit fast überflüssig\ngemacht hat.\nSolcher Art ist die Macht und Schönheit jenes\nWunders, das man mit Ehrfurcht in dem Ge-\nschlechtstrieb zu erblicken hat.\nUnd wo auch immer, und auf welche Art auch\nimmer sich dieser Geschlechtstrieb (äußert, ob in\nder Kopulation chemischer Atome untereinander,\nin der ewigen Verbindung und ewigen Trennung\naller Elemente oder in der körperlichen Vereinigung\nZweier Lebenswesen zu einem unzertrennlichen Eins\nin der ewigen, gottsuchenden Sehnsucht, oder in\ndem Bestreben, die zerstörten Bande, die uns mit\nder Gottheit verbinden, wieder herzustellen, sei es\ndurch die Kunst oder die Religion — überall und\nimmer ist der Geschlechtstrieb eine Emanation der\nhöchsten Schönheit, und schön ist der Akt, durch\nwelchen der Mensch sich seines göttlichen jund\nmetaphysischen Ursprungs bewußt wird."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c004", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "244", "page_fin": "244", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.4", "titre_corps": "Slawische Arbeiterin", "titre_sommaire": "Slawische Arbeiterin", "signature_source": "Eduard Pukl", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "244", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.2", "debut_caractere": 4429, "fin_caractere_exclue": 5068, "texte": "Slawische Arbeiterin\nEduard Pukl\nSdhau diese Falte! Du, kleine Arbeiterin,\nhast sie gegraben.\nFröhlich singend,\nmit den Gefährtinnen plaudernd\nund hier und dort aufschauend von der Arbeit,\num zu den kräftigen,\nschwarzlockigen\nErdarbeitern\nhinüber zu schielen,\nalbb schufst du dein Werk.\nTief ist die Furche und gut ist die Arbeit;\ngut, wie immer die Arbeit ist\neiner gedankenlos, einer gefühllos schaffenden\nslawischen Taglöhnerin.\nKomm, kleine Arbeiterin!\nDer Plan des! Bauherrn der Welt\nwar schlecht angelegt\nund du sollst die Grube wieder Verschütten.\nKombi nur, mein Lieb!\nLeg mir die Hand\nauf die heiße Stirn\nund alles ist wieder gut."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c005", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "244", "page_fin": "245", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.5", "titre_corps": "Astralia", "titre_sommaire": "Astralia", "signature_source": "Alfred Döblin", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "244", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.2", "debut_caractere": 5070, "fin_caractere_exclue": 11369, "texte": "Astralia\nVon Alfred Döblin\nHerr Gotting, Adolf Gotting, Privatgelehrter,\nwohnhaft Albrechtstraße 15, drei Treppen rechts\nbei Frau Schälke. Er sitzt in seinem Zimmer auf\neinem Sofa und liäßt sich von der Lampe wärmen.\nEin gedrücktes Männflein mit verschrumpeltem Ge-\nsiCht, gelblich, entzündeten Augen und rascher\nweicher Stimme. Seine Finger stielten |mit den\nFransen der braunen Wolldecke, welche über seinen\ndünnen Beinen fliegt.\nMit kurzen Handbewegungen belehrt dasl Männ-\nlein seine Frau, ein blasses angenehmes! Wesen,\nweichest ihm gegenüber auf einem Stuhl mit ge-\nfalteten Händen sitzt, daß Uebung die Grundlage\nder Kultur sei und daß es wisse, wasi es sage. Auch\nwirke der Most erfreulich auf Magen und jegliche\nSchleimheit und werde wahrscheinlich im Darm zu\nWein umgewandelt. Die Kraft desi Lebens zur Ver-\nwandlung sei unermeßlich. Es wisse, was es sage.\nSanft haucht die verblühte Frau etwas' über\nfeuchte Herbstwitterung, über Aufregungen einer\nSitzung, über vielesi Trinken.\nIndesisen hebt das katarrhalische Männlein lang-\nsam mit gespreizten Fingern die von\nseinen Beinen auf, fegt sie neben sich auf das Sofa.\nSchlurrend, mit geknickten Beinen geht es an das\nFenster, öffnet es mit Knarren und sieht in den\nNachthimmel.\nSeine Stimme klingt geduldig und fromm.\n„Ich sollte dich nicht anhören, Elfriede. Du\nweißt nicht, was du sprichst.\nHeut ist Neumond. Du verstehst mich.\"\nEr sagt das: „Heut ist Neumond\" ganz ein-\nfach, ohne Pathos!.\n„Das Gemüt, das Gemüt. Wenn wir das Gemüt\nbereit halten, haben wir alles! getan. Heute ist\nNeumond. Von innen heraus! werde ich alles über-\nwinden. Wie ich schon manche Bedrängnis über-\nwunden habe. Und der Most\" — mit einmal1 schlägt\nein Entzücken in seiner Stimme auf und Feierlich-\nkeit —, „siehst du es nicht? Das Gemüt wird\ngeölt durCh ihn; es! wird behende gemacht, |und\ndann kann es! frei springen, in die Luft, wo jes\nfreiist. Da kann es hin springen. Oder auf die\nFelder oder in die Kartoffeln — das! ist ganz egal.\nUnd noch anderes, ja Elfriede : es kann zwitschern,\ndaä Gemüt, für alle alle Ohren zirpen, zwitschern,\nglaubwürdig »ingen.\"\nDas LiCht flackert, die Lampe blakt.\nAber alisi die bekümmerte blasse Frau ins Licht\nsieht, seufzt das Männlein.\nDasi sanfte Wesen weht auf das Männlbin zu,\nbindet ihm einen braunen, sch w a r zge st op 112 te n\nStrumpf um den Hak(\n„Zieh dich warrn an, lieber Adolf. Nimm dir\nauch eine Leibbinde um; sie liegt auf deinem Bett.\nAch, das lange Ausbleiben nachts. Nein.\"\nDas aufgeschwemmte liebevolle Nichts läßt sich\nvon dem Männlein die Hände drücken und ver-\nschwindet aus dem Zimmer.\nHerr Gotting, Adolf Gotting, Privatgelehrter,\nwohnhaft Albrechtstraße 15, drei Treppen hoch, bei\nFrau Schülke. Verfas'ser einer Geschichte der haupt-\nsächlichen Fehler im menschlichen Handeln seit\ndem Sündenfall bis! zur Gegenwart, Verlag SChultze\nund Velhagen, Berlin neunzehnhünclertunddrei, drei-\nhundertundsiebendzig Querseiten, gebunden vier\nMark, Mitglied mehrerer fromfrier Vereine. Grün-\ndete die freie Brüderschaft: „Astralia\", iarbeitet\naugenblicklich über „Dasl innere Leben und seine\nkörperliche Darstellung\". Er geht jetzt im dicksten\nDunkel, schweren Nebel, auf dem Wall der Stadt.\nEr geht sipazieren, weil er Denker ist. Er weiß,\ndaß er Denker ist; seine Frau weiß es nicht.\nDer gedrückte kleine Herr geht unter den\nschwarzen Ulmen und preßt sein Taschentuch gegen\nMund und Näsle. Er ist kein Spaßdenker, mehr als\nein Denker, ein Verkünder, ein Seher, der sieine Zeit\nabwartet. Er schlendert behaglich und froh, mit\neiner gewissen Sehnsucht; er nimmt mit seinen\nkleinen Augen Gedanken von den Bäumen herunter\nwie Aepfel. Die JaTire sind ja vorbei, wo etwas\nBitteres, Schwarzes neben den Ulmen hier kroch,\nabends, und die Hände ausstreckte. Man war still,\nwenn er redete, aber bald kicherte man und stieß\nsich an. Und das Gucken und Quietschen lund\nunterdrückte Gelächter, wenn das! Alräunchen ein-\ntönig seine Lehre hersang, seine Bußsalbadereien,\nmit den langen Armen fuchtelte, plötzlich abbrach\nund starr in den Lärm hineinhörte. Zu Hause\nversteckte es sich dann und sann über dasi Gebaren\nder Leute nach. Das! verdüsterte Alräunchen konnte\ndie Menschen dann hassen, drohte ihnen, aber\nerschrak bald über seinen Rachedurst und weinte\nverzweifelt, weil ihm doch die Kraft nicht gegeben\nwar.\nEines Tages iber wird ein Wunder geschehen,\ndarum sChleift es jetzt sehnsüchtig unter den Ulmen\nin der Sturm wiindnaCht; da werden sie glauben\nund nicht spötteln. — An einem angststarren Abend\nist ihm das zur Gewißheit geworden. Von innen\nheraus wird es ihn ergreifen, berühren, wenn das\nGemüt sich hoch genug gestaut hat; es wird ihn\nverwandeln, er weiß sielbst nicht wie. Seine Arme\nwerden nidht mehr dünn, lang wie Affenarme stein;\nseine Stimme nicht mehr krächzen. Ein Heiligen-\nschein wird über seinem Kopfe stehen. —\n„Hailoh, der Segen Gottes mit dir und alle jguten\nGeister.\" Die kleine Brüderschaft, ehrbare jdicke\nund dünne Männer, erhebt sich vor ihrem Vor-\nsitzenden in der niedrigen Schenke am Wall.\nSie trinken Most aus Holzbechern, preisen die\nunsterbliche Seele. Eins spricht nach dem andern.\nAlle Güter müssen geteilt werden, und das Törten\nv'on Tieren ist Mord, und wenn man nicht bald\nin siCh geht, steht der Weltuntergang bevor.\nSie trinken Most. In den plumpen schmutzigen\nHänden halten sie blaugeheftete Gebete, singen „ich\nweiß, daß mein Erlöser lebt\", und er ist nahe, mit\neiner Fußsohle steht er schön auf der Erde.\nSie rauchen ausi langen schwarzen Pfeifen mit\nTotenköpfen, qualmen heftig.\nEin gedrücktes Männlein mit verschrumpeltem\ngelben Gesicht, entzündeten Augen und rascher,\nweicher Stimme steht an einer Ecke des Tisches auf,\nmit geröteten Wangen.\nEs ruft in das erregte Gläserklirren hinein;\ndaß der Prophet nahe sei, daß der erwartete die\nUngläubigen niederstürzen werde, Völker und Kö-\nnige und Brüder. Er müsse kommen bald. Der\nsüße Trank beselige es. Im Stillen habe das Zu-\nkünftige siCh vorbereitet, gleichsam wie das Kind\nin einer Schwangeren; wer wisse, in welchem Leid.\nEs versichere die Brüder, es sei so. Der große\nKrieg werde ausbrechen, in dem die Menschen sich\ngegenseitig vernichten; schon sei die Spannung auf\nErden nicht mehr zu steigern, schon starre (die\nWelt in Rüstung, und nur die Friedfertigen blieben\nübrig. In den Wolken stünde schon der Heiland,"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "245", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4620, "texte": "bereit sein Werk zu vollenden, in den [Wolken,\nwelches seine eigenen Worte sind.\nSie trinken Most. Sie öffnen der Neumond-\nnacht die kleine Tür der Schenke.\nAuf einmal verstummen alle.\nEiner steht mit wirren Worten auf.\nSie erschrecken..\nEs geschehen heimliche Dinge. —\nAm nächsten Morgen schurrt etwas Verhutzeltes\nmit dünnen Beinen aus der Tür der Schenke.\nErst taumelt es, und die Hände suchen, greifen\nnach jedem Festen, Pfahl, Baum, Gartenzaun. Dann\ngeht es gerade und fest. Den Kopf auf die linke\nSchulter gefallen; geblähte Nüstern; wässrige, starre\nhalboffne \"Augen. Es geht halbnackt; in bloßen\nHemdärmeln ohne Stiefel und Hut. Es! wirft die\nBeine bei jedem Schritt weit nach vorn, preßt die\nArme vor die Brust aneinander. AIS die Menschen\noben auf der Ulmenallee stehen bleiben — ein\nkleines1 Milchmädchen mit ihrer Blechkanne und\nzwei Straßenkehrer, verschlafene weiße Gesichter,\nfährt das! Verhutzelte zusammen.\nMan sieht es an. Es muß gerade gehen, jawohl,\ngerade gehen.\nEsi singt Vor sich hin\nEs! geht langsam seines Wegs fürbaß, so selig,\nleidvoll, getragen von einer schweren dunklen\nWolke. In den Wolken steht es, in den Wolken,\nwelches seine eigenen Worte sind. —\nEin heißer Schauer fährt plötzlich über das\nMiännlein. Wenn esi geschehen wäre, das Unglaub-\nliche, die Verwandlung, heut über Nacht!\nDie beiden Straßenkehrer hatten es! angestarrt.\nEs redet sich und hebt den Kopf, läßt ihn wieder\nfallen. Esl war die heilige Neumondnacht. Und\nvon ihm ginge etwas aus, eine Scheu, ein Schein,\nvon seiner Stirne, von seinen Haaren. Besteche,\nbezwinge die Menschen. Es konnte ja nicht mög-\nlich sein.\nSummend, mit stillem Singen und Träumen geht\nes weiter.\nIn den engen Straßen unten stoßen sich die\nBarbiere, die Rolljungen, die Bäcker an; sie treten\nzusammen und zischeln. Ein offenes gemeines\nLachen hört Herr Gotting plötzlich, wie er es nie\ngehört. Und nun entsetzt er sich tief und in glück-\nlichem Graus: es ist geschehen, das Wunder hat\nsich vollzogen, der Herr hat es vollzogen. Laß,\nlaß sie fluchen und speien! Und fester Boden liegt\nunter seinen Füßen, er träumt nicht, atmet die kühlte\nMorgenluft. Mit beiden Sohlen steht er auf der\nErde.\nWährend er in die Hauptstraße einbiegt, in der\neben die Geschäfte geöffnet werden, laufen ihm\ndie Schuljungen in Rotten nach, stoßen sich an,\ngröhlen laut oder springen ängstlich beiseite.\nDas Leid aller Jahre ist vergessen; oh, Dank-\nbarkeit dem, der alles1 lenkt. Hosianah Dir, Herr!\nDas Männlein steigt die Treppen zu seiner\nWohnung hinauf, Albrechtstraße 15. Im Hausflur\nverstummen die Menschen wie mit einem Schlage,\nal'si sein Blick sie trifft. Dann hebt ein langes\nGeraune hinter seinem Rücken an und tönt noch\nafe die Glocke gezogen wird. Mit Lächeln geht das\nMännlein über die Schwelle. Das seltsame sieht\ndem schwermütigen dicken Geschöpf in die Augen,\ndas in das Zimmer hüsCht, wo das Verhutzelte steht,\nden Kopf auf die linke Schulter gefallen, die Arme\ngegen die Brust gepreßt, und Liebe um den Mund\nund die wäs'srigen, verkniffenen Augen. Seine\nbeiden Hände strecken sich nach ihr aus. Ueber-\nströmt von Süße und Ernst sagt es mit weicher\nStimme:\n„Siehst du — siehst du; ph, ich wußte es,\nElfriede. Nun bin ich wieder gekommen.\"\nSie hält stich am Fensterbrett fest, sieht auf das\nMännlein, schreit auf: „Adolf!\"\n„Ja, Elfriede. Ich habe mich in allen Nöten\nfür ihn bereit gehalten, ich habe so lange geharrt.\nSo bitteres! drum erduldet. Aber freut euch, die\nmit mir gewartet haben!\"\n„Bist du so gegangen, Adolf ? Den ganzen\nWeg, Sag, Adolf, bist du so gegangen? Du hast\nja gar keine Jacke an und gar keine Stiefel und gar\nkeinen Hut.\"\nDie Augen ihr gegenüber halten still; ein Ge-\nsicht erkaltet, eine Stimme antwortet ihr, die sich\njäh zu Erz erhärtet hat:\n„Du, ich sagte es schon, bist auch du Von der\nRotte Korah? Heb dich von mir, auf daß ich\nnicht unrein an dir werde,\"\nDas gelle unflätige Gelächter aus dem Hausflur\nund von der Treppe sdhallt ins Zimmer.\n„Adolf, was! ist geschehen? Wo hast du deine\nSachen gelassen?\"\nDaS Männlein sieht starr auf seine Füße, die\nHände flackern auf der Brust, der Kopf fällt langsam\nnadh vorn über.\n„Die Stiefel. Die Rotte Korah. Ja, was meint\ndass Weib damit? Was will das Weib in diesem\nZimmer damit gesagt haben?\"\nUnd dann brüllt es1 mit eherner Stimme, hervor-\nquellenden Augen gegen die Tür:\n„Nicht lachen, nicht lachen! Hier gibt es nichts\nzu lachen!\"\nUnd glüht mit einmal auf, läuft an das Bett,\nversteckt den Kopf unter die Decke, stammelt: „Oh,\nnidht lachen... Bitte, bitte, nicht lachen. Oh, ich\nbitte euch, ich flehe, ich fle—he —\"\nDa hat Sie nun das zitternde halbnackte Männ-\nlein zu halten."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c006", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "245", "page_fin": "245", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.6", "titre_corps": "Sucher und Priester", "titre_sommaire": "Sucher und Priester", "signature_source": "Otto Weininger", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "245", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.3", "debut_caractere": 4622, "fin_caractere_exclue": 10696, "texte": "Sucher und Priester\nVon Otto Weininger\nMan kann die Menschen einteilen in Sucher\nund in Priester, und wird durdh diese Einteilung\nviel gewinnen. Der Sucher siucht ,der Priester teilt\nmit. Der Sucher sucht vor allem sich, der Priester\nteilt vor allem andern sich mit. Der Sudher sucht\nsein Leben lang sich selbst, seine eigene Seele;\ndem Priester ist sein Idh von vornherein al'si Vor-\naussetzung alles anderem gegeben. Den Sudher\nbegleitet stets das Gefühl der UnVollkommenheit;\nder Priester ist vom Dasein der Vollkommenheit\nüberzeugt.\nDer Untersdhied, den idh meine, wird so viel-\nleicht am klarsten. Nur Sucher sind eitel\n(und emp 112 indlich). Denn die Eitelkeit ent-\nspringt aus dem Bedürfnis nach dem Finden und\ndem Gefühl1, noch nidht — sich noch nicht — ge-\nfunden zu haben. Der Priester ist nidht eitel, er\nfühlt sich nicht leicht getroffen, und ist ohne Be-\ndürfnis nach der Anerkennung von außen, weil er\ndiese Unterstützung nidht notwendig hat. Dagegen\nhat er Bedürfnis! nach dem Ruhme; Voraussetzung\ndes Ruhmbedürfnisses ist innerliche Ueberzeugung\nvon sidh; sein Wesen, dieses Idh den anderen\nmöglichst vollkommen darzubringen und sich ihnen\nso zu Verbinden. Der Ruhm wird hierdurdh dem\nOpfer Verwandt.\nIch will nun je vier Beispiele von Suchern und\nVon Priestern anführen, bevor ich in der Analyse\nfortfahre.\nSucher waren: Hebbel, Fichte, Brahms, Dürer;\n(Fichte war Prediger. Man verwechsle das\nnicht mit Priester.) Priester: Shelley, Fedhner,\nHaendel, Böcklin. Den Suchern gemeinsam ist, wie\nman sieht, die L i n i e o h n e Färb e; den Prie-\nstern gemeinsam die Farbe ohne Linie.\nDie Farbe ist hier als Symbol der Sinnlichkeit\ngedadht; zur Sinnlichkeit nämlich steigt der Priester\nherunter, indes1 der Sudher von ihr zur Geistigkeit\nhinauf will. Darum hat der Priester das eigentlich\nstarke, große Verhältnis zur Natur; denn der Priester\nkömmt vom Geiste, und sucht die Welt zur Deckung\nmit sidh zu bringen; alles soll hell erstrahlen wie\ndaS Feuer in ihm selber. Der Sudher hingegen hat\nvor dem Priester voraus das Verhältnis zur Ge-\nsellschaft: denn sozial Wird der Mensch, weil\ner Sich selbst im andern sucht. Zur Kultur, zu\nRedht und Staat und Sitte tritt s'o nur der Sucher\nin ein tiefes Verhältnis; in der Natur hat er\nhöchstens für ein Phänomen großen Sinn: für den\nWald, als das Symbol des Geheimnisse1 s.\nDenn der Priester hat die Offenbarung hinter\nSidh, und Tag ist in ihm; der Sucher strebt zu ihr\nempor, aber er ist noch blind. Der Priester steht\nbereits im Bunde mit der Gottheit; nur er kennt\ndie mystischen Erlebnisse (extreme Sucher wie Kant\nöder noch besser Fichte kennen solche nicht). Das\nAbsolute, die Gottheit ist dem Priester als Voraus-\nsetzung, als Schatz gegeben, oder als Pfand des\nHöchsten; dem Sucher als Wert, tals Z i e 1. Der\nPriester bringt sich der Welt dar, trägt ihr den\nBund an; der Sucher entflieht der Welt, weil er\nnoch keine Weihen empfangen hat. Jeder Suchende\nist naturgemäß ein Fluchender; der Priester ist\ndas Gegenteil des ein Sehender und ein\nSegnender. Der Segen ist dem Sudher hingegen\newig unverständlidh.\nMan hält oft den Priester für den eigentlichen\nKünstler, und erklärt Männer wie Ibsen, der\ndem Sucher sehr nahe, und Hebbel, der ihm noch\nviel näher steht, für keine edhten Künstler. Ganz\nmit Unredht; (man ist hier getäuscht durch einen\nfalschen Begriff Von Sinnlichkeit in der Kunst.\nShakespeare war gewiß ausschließlich Künstler und\ndodh Stiel (mehr Sudher als! Priester. Im übrigen\nsind Sudher und Priester Extreme ; die größten Men-\nschen sind beides, am öftesten zuerst Sudher, um\nsidh dann in Priester zu verwandeln: wenn sie\nden Quell gefunden, sich selbst# erlebt haben. So\nGoethe, So Wagner. Goethe ist Sucher im Urfaust,\nPriester in der Iphigenie ; Wagner ist Sucher äm\nHolländer, im Tannhäuser (der Pilgerchor gibt eine\nwunderbare Vorstellung von dem, was Suchen heißt)\naber audh im Tristan, besonders im zweiten Akt\n— denn der Sudher ist erotisch ; der Priester sexuell,\nohne besonders von dem Gesdhledhtstrieb diffe-\nrenzierte Liebe. Priester ist Wagner schon im\nLohengrin (der Sinn für das Fest, für Feier ist durch-\naus priesterlich); (Vor allem aber im dritten Akte\ndeS Siegfried, wo der Sinn für das Gefundenhaben,\nder Triumph der Erfüllung So ungeheuer groß ist.\nDenn der Priester muß kein friedlicher idyllischer\nMenSCh isein; aber er hat als Kämpfer nur Sinn\nfür den Sieg, nicht für die Anstrengung des\nRingens, nicht für das Bangen vor der Niederlage.\nNietzsche war lange Sucher; erst als Zarathustra\ntat er den Priestermantel um, und da stiegen nun\njene Reden vom Berge herunter, die bezeugen, wie-\nviel Sicherheit er durch die Verwandlung gewonnen\nhat. Des Priesters (als des Sehers!) Erlebn i s s! e\nsind intensiver als die des Suchers; und darum ist\ner überzeugter von sidh, er fühlt sich als erkorenen\nSendboten von Sonne, Mond und Sternen, und\nhordht nur, (um deren Sprache so ganz zu ver-\nstehen, wie er es als eine Pflicht fühlt.\nSucher waren noch Rousseau, wie es scheint,\nCalderon, Sophokles, Mozart; ein beinahe Voll-\nkommener Priester sdheint Pind a r. Beethoven ist\nSudher im Fidelio, Priester in der Waldstein-Sonate,\nderen letzter Satz der höchste Gipfel der apollini-\nschen Kunst ist.\nDer psychbphysische Parallelismus scheint eine\npriest er liehe Vorstellung zu sein (denn der Priester\nkommt vom Geiste und will die Natur aufnehmen,\ner fühlt Sidh mehr vor der Natur, der Sucher mehr\nVor dem Geiste schuldig); er ist darum auch\nDeterminist, weil ihm Freiheit und Gesetzlichkeit von\nVornherein eins sind. Der Sucher ist Indeterminist\nund Verflucher des Leibes. Der Sucher ist schweig-\nsam, jversdhlossen (nicht zu verwechseln mit dem\nverschlossenen, das [heißt unaufrichtigen und ,un-\nsozialen Verbredher); der Priester offen, sidh dar-\nbietend (nicht zu verwechseln mit Schamlosigkeit),\nweil er nicht Sucht, sondern die Vollendung schon\nenthält und nur ganz zu verstehen, auszudrücken\nstrebt.\nAus den Nachlass. Auf die Werke Otto Weiningers: Ge\nschlecht und Charakter und Ueber die letz-\nten Dinge, verlegt von Wilhelm Braumüller in Wien, sei\nnochmals hingewiesen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c007", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "245", "page_fin": "246", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.7", "titre_corps": "Frühling in Finnland", "titre_sommaire": "Frühling in Finnland", "signature_source": "Heinrieh Pudor", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "245", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.3", "debut_caractere": 10698, "fin_caractere_exclue": 11681, "texte": "Frühling in Finnland\nVon Heinrieh Pudor\nWie ein Wunder schien es. Nordischer Winter —\nund nun brachten heiße Winde Liebe, Hoffnungen,\nFreuden, Wünsche und Tröstungen. Sie schmiegten\nsich an die Wangen und kosten mit dem Fleisch\nund liefen wie Sonnenblicke über die Augen. Süß\nsang dieser Wind. Wie man diesen warmen Luft-\nwegen sich entgegenneigte, die lauen Winde imit\nHaar und Wangen spielen ließ ! Die Sonne schien\nnicht; aber hin und wieder sah man den blauen\nHimmel1 durch Wolken wie Erinnerungen.\nVon den Dächern tropfte der getaute Schnee,\nVon den Bäumen rann es nieder — alles will sich\nin Hingebung und Liebe auf lösen. Die Bäume\natmen wieder: es wurde etwas in der Welt! Wie\nweiches Frauenfleisch schmiegt sich die Luft an den\nKörper; sie ist gut und will für allen Winterfrost\nentschädigen. „Mein Geliebter, mein Heißgeliebter,\nich will dein Herz öffnen, es wärmen, die Liebe\nhat die Erde nicht Verlassen. Gestern wehte ich\nüber Olivenwälder, heute bin ich bei dir in Fin-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "246", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 562, "texte": "Land, mein Kind, wo gestern nodh das Holz im\nFroste knarrte, wo gestern noch die Menschen Vor\nKälte schauerten; heute bin ich bei dir; da hast\ndu midh, ich bin liebetrunken, ich vergehe vor\nSehnsucht nach dir, ich will von dir umarmt sein,\ndich brennen fühlten ...\"\nUnd die Menschen kamen aus ihren Zimhiern\nund ergingen sich in der warmen Luft — leise\nkamen sie — wie ein Wunder schien es ihnen —\nbrünstig sogen sie die laue Luft ein. Und am\nAbend, ehe sie sidh niederltegten, öffneten sie die\nFenster und Türen, und schliefen nicht, um zu\nträumen vom Frühling."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c008", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "246", "page_fin": "246", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.8", "titre_corps": "Die schönste Frau", "titre_sommaire": "Die schönste Frau", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "246", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.4", "debut_caractere": 564, "fin_caractere_exclue": 4272, "texte": "Die schönste Frau\nIch bin jetzt endgültig gegen die Lebensfreude.\nDie neue Operette im Theater des( Westens hat mir\nden Rest gegeben. Da es nicht mehr möglich1 zu\nsein scheint, in ein Theater zu gehen, ohne Herrn\nRudolf Lothar persönlidh oder künstlerisch zu be-\ngegnen, wird man lteidhten Herzens' auf Vergnügen\nverzidhten, die allenfalls! für reichgewordene Bäcker-\nfrauen und Berliner Lebemänner genügen. Kürzlich'\nfuhr idh iin der Stadtbahn. Im Nebenkupee unter-\nhielten siidh einige Herren sehr lebhaft über \"die\nTälente des nicht zu vermeidenden Herrn Lothar.\n„Denken Sie sich, da klingelt neulich Bote & Bock\nbei Dr. Lothar an und fragt, ob er ihm bis! zum\nnädhsten Tage um fünf Uhr einen Operettentext\nschreiben könnte. Der Komponist brauche ihn aber\nbestimmt um fünf Uhr. Und was glauben Bie.\nLothar nimmt das! an, und pünktlich1 zur festge-\nsetzten Stunde ist das Libretto fertig gewesen. Das\nkann ihm niemand nachmachen.\"\nIdh bestreite es. Und begreife nicht, wie kn'an\nzu einem derartigen ungereimten gereimten Blödsinn\nVierundzwanzig Stunden braucht. Wenn das! Zeug\nnur gesungen würde! Aber Herr Lothar ist im-\nstande und läßt es drucken. Er wird zusehends\npoetisdher und Verekelt der Menschheit allmählich\nselbst die harmlosesten Freuden. Jetzt spuckt seine\nLyrik sbgar in die Tasse Tee.\nWenn ich den goldnen Tee\nIn weisser Tasse seh,\nWenn aufwärts in die Luft,\nSteigt sein balsamscher Duft,\nUmgibt mich wundervoll immer\nDes Zauberlandes Schimmer;\nDie indische Märchenwelt,\nIn süssem Bann mich hält.\nEin Tropfen Vergessenheit,\nEin Tropfen Seligkeit,\nAls spielte des Ganges Welle\nVor meiner Seele Schwelle.\nDer heisse Trank belebt mich,\nDer goldne Trank erhebt mich.\nDie Sonne des Südens ich glühen seh\nIn einer Tasse Tee.\nDasl sind Herrn Lothars Erlebnisse bei einer\nTaste e Tee. Nimmt es Wunder, daß ihn ein Walzer\nübersinnlich macht?\nWas kann es schönres geben,\nAls so im Walzer schweben,\nUmgaukelt von Melodien\nZu fliegen dahin?\nVon Tönen emporgehoben,\nSo schweb ich nach oben,\nHoch über der Erde Leid,\nIn Seligkeit.\nDaÖ ist die ernste Muse. Sie kann audh sdielL\nmisch werden:\nIch streiche meines Muffes Pelz\nUnd lächle mit der Zähne Schmelz,\nIch blicke gradaus, frank und frei,\nUnd Koketterie ist doch dabei.\nDoch beim Trank wird §!ie naturgemäß religiös:\nSolch ein edler Wein\nWill getrunken sein,\nDazu hat ihn Gott gemacht,\nGottes Wille sei vollbracht!\nSchließlich1 vermag die Lotharsche Mus© über-\nsinnlich und schelmisch zugleich zu stein:\nNehme ich den Kelch zur Hand,\nPerlend steigt der Sekt zur Hand\nUnd die Gläser klingen fein,\nWie ein Silberglöckelein:\nKlingen leise durch das Herz,\nKlingen leise himmelwärts.\nUnd es spricht ein jeder Klang,\nAch, von Wünschen heiss und bang.\nNachbarin, so guck doch, guck,\nErst ein Blick und dann ein Schluck.\nWenn sich aber alles in Lothar empört, weiß\ner audh kräftigere Töne anzuschlagen:\nDie Lebensart ist schön und gut,\nJetzt aber schäumt in mir das Blut,\nIch schrei es wild und laut:\nJetzt fahr ich aus der Haut.\nDas Publikum1 aber audh. Nur Herr Lothar\nwird slidh schwer hüten, es zu tun. Er hat recht\nDenn so lange ihm die Hoffnung bleibt, daß jemand\ndies blöde Gestammel verlegt, ein anderer es an-\nnimmt und aufführen läßt, ein dritter es lobt und\nein vierter esf kritisieren muß, so lange hat Herr\nLothar sogar ein Redht, sich im Lokalanzeiger\nkritisch zu äußern.\nIrgend jemand schrieb zu diesem! Quatsch Musik\nvon verschiedenen schlechten Komponisten ab. Und\nder ganze Unfug wird im Theater des! Westens\nzu wohltätigen Z wedken für die Direktion aufge-\nführt. Die Darstellung war der ganzen Angelegen-\nheit würdig. Idh hatte leider ein junges wunder-\nsdhönes Mädchen mitgenommen. Es war zum\nerstenmal im' Theater. Es tat mir leid. 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Die Münchner jNeusten\nNachrichten sind „in der Lage\" den ersten poetischen\nVersuch des weltbekannten Operettenkomponisten\nder gänzlich sprachlosen Oeffentlichkeit übermit-\nteln zu können.\nDass wir gefallen nimmt man uns iibel\nUnd \"Wirft uns oft in einen Kübel\nMit Dilettanten der seichten Musik —\nGern bräche so mancher uns das Genick.\nUns aber schreckt nicht die kriegrische Meduse,\nWir opfern weiter der heiteren Muse,\nEs gehn unsre Weisen von Mund zu Mund\nWir sind ja doch mit dem Volk im Bund.\nUnd was den Niedergang anbelangt,\nVor dem der geneigten Kritik so bangt,\nIn alten Journalen ist's nachzuschlagen:\nDie Phrase stammt schon aus Offenbach's Tagen.\nWas einstmals ich furchtbar verrissen fand,\nWird überall „klassisch\" heut genannt.\nVielleicht wird die Ehre auch mir widerfahren. —\nNein, Herr Lehar, Sie können es glauben, das\nwird nie eintreten. Wenn Sie auch den feinen\nUnterschied zwisdhen Dilettanten und Künstlern der\nseiditen Musik konstruieren zu wollen scheinen.\nSoweit haben es die Künstler noch nie gebracht, mit\ndem Volk im Bund zu stehn. Aber das Volk hat\neinen gesunden Magen und verschluckt schließlich\n• auch Ihre Weisen. Natürlich riecht es nachher ent-\nsprechend aus dem Mund. Uns, deß können Sie\nversichert sein, hängt Ihre Musik schon aus dem\nHalse. Daran können auch Ihre Gedidhte nichts\nändern. Die Blamage, Sie verkannt zu haben,\nnehmen wir gern mit in die Ewigkeit.\nEine neue Methode berühmt zu werden... Man\nsuche sich einen möglichst bedeutenden oder zum\nmindesten berührten Künstler (am besten (einen\nSchauspieler) aus, und zwar zu einer Zeit, in der\ndas Objekt durch schwere Krankheit wenig wider-\nstandsfähig ist. Dann pflege man diesen Künstler\ntreu bis in den Tod. Man versuche, dem Ster-\nbenden Erinnerungen zu entreißen, die sich später\nin Memoirenform, autorisiert und in Halbfranz ge-\nbunden bequem in den Handel bringen lassen. Be-\nsonders empfehlenswert bleibt es, den Unglück-\nlichen so zu belästigen, daß er keine Sekunde bei\nTag oder Nacht ohne den Anblick des „Freundes\"\nleben oder sterben kann. Denn es könnte sonst\nder Fall eintreten, daß ein Journalist das Kranken-\nzimmer betritt und sich nicht Von der Aufopfe-\nrung durch Augenschein überzeugen kann. Wenn\nman in den letzten Wodhen die Tageszeitungen las,\nso konnte man meinen, daß der berühmte Schau-\nspieler Birinski im Sterben liege und von dem be-\nkannten Dichter Kainz gepflegt werde. In jedem\nTelegramm stand zu lesen, daß der Herr Birinski\nwieder einmal das Krankenzimmer betreten oder\nverlassen habe. Kainz starb nicht, sondern Herr\nBirinski betrat um zwei Uhr das Sterbegemach,\num1 Kainz sterben zu sehen. „Die Wärterin sagte\nzu Kainz: Sie meinen wohl, Herr Birinski könne\nsich ruhig zu Bette begeben? Ein zustimmendes\nLächeln war die Antwort.\" Aber Herr Birinski wird\nsich hüten, dem Künstler diesen Gefallen zu tun.\nDer „getreue Pfleger und Freund\" kann doch in\nden wichtigsten Momenten nicht seinen ange-\nmaßten Platz verlassen, nachdem er wochenlang\nauf das Ereignis gewartet hat. Er paßt es ab,\nund ist, wie telegraphisch versichert wird, natürlich\nin der Lage, Frau Kainz von dem schweren Schlag\nin Kenntnis zu setzen. -Aber das alles wird Herrn\nBirinski nichts nützen, der Abgang war gut, aber\ndodh ein Abgang. Ein ähnliches widerlich auf-\ndringliches Theater ist mir noch nicht vorgekom-\nmen. Birinskis Sdhauspiel wird gespielt werden.\nEs fällt durdh. Und wo nimmt er dann einen\nneuen Künstler her, der sich von ihm zu Tode\npflegen läßt. So gütig, wie Kainz es war, ist nicht\njeder. Sonst zertritt man Ungeziefer. Doch sollte\nHerr Lehar gelegentlich einen neuen Librettisten\nbrauchen, so empfehle ich ihm Herrn Birinski.\nL'ami de Kainz."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c010", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "246", "page_fin": "247", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.10", "titre_corps": "Die Wiederkäuer", "titre_sommaire": "Die Wiederkäuer", "signature_source": "J. 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Nun\nstehe ich seit einigen Tagen fast vor einem Rätsel1.\n„Jettchen Gebert,\" so sagt Robert Saudek im\nBerliner Tageblatt, „Georg Hermanns entzückend\ngeschriebenes Kurturbild erlangte seinen Erfolg beim\nPublikum nicht um seiner künstlerischen Qualitäten\nwillen, sondern weil in keinem Buch der letzten\nJahre sto viel und so behaglich gegessen wurde.\"\nD'Aurevillys ältere Novelle fesselt, trotzdem der\nLesler kaum erfährt, ob in ihr viel und behaglich\ngegessen wird. Sie hatte keinen Massenerfolg. Aber\n„eis! müßte in der Tat [mit unrechten Dingen zu-\ngehen, wenn Erzählungen Massenerfolge erzielen\nkönnten, ohne den Magen ihrer Leser zu befriedi-\ngen\". Saudek muß uns' eine Literaturgeschichte\nschreiben. Er wertet die Güte eines Buches nach\nder Wirkung, die es' auf einen Gourmand ausübt.\nDenn hat man al'si Feinschmecker seinen Magen\nmit Andacht gefüllt, kann man beim besten \"Willen\n(Andacht muß eine sehr schwere Speise sein) in\ndieser Ridhtung nichts mehr leisten, dann setzt man,\nVon einem Dichter geleitet, die liebe Tätigkeit jtn\nGeiste fort. „Denn man ist gebildet und hat Phan-\ntasie\".\nAber man ist nicht nur gebildet und hat Phan-\ntasie, sondern man ist auch gebildet, um zu wissen,\noder weil das weiß, ist man gebildet, daß\ndie Geberts! auffallend viel aßen und wenig tranken.\nDoch mit den „Geberts\" hält es nur ein Teil der\nBerliner Bevölkerung. Im allgemeinen ist sie trink-\nfest wie der alte „Haindl\". Er schwört wohl hoch\nund heilig auf stein Backhähndl, aber seinen Feu-\nrigen muß er dazu trinken. Weil „der liebe Gott\nbekanntlich Zeitbedürfnisse schafft und auch für\nBefriedigung slorgt, verlangte die Zeit (ob die Wie-\nner „Zeit\" gemeint ist?) nach einem Verherrlicher\nder Wiener Küche. Und der Verherrlicher kam.\"\nDem Gott, der in das Freibett der Zeit Bedürf-\nnisse legt, die nach Befriedigung lechzen, damit\njeder Kastrat an ihnen sich' versuche, sei Dank\ndafür gesagt, daß Wien, die Stadt der besten Küche,\nseinen Dichter gefunden hat (einen würdigeren\nkonnte Sie schon nicht finden), nachdem ihn Berlin,\ndie Stadt, „in welcher der Kalbsbraten bekanntlich\nledern schmeckt\", bereits gefunden hatte. An der\nJugend und an der Art der Panierung einesi Back-\nhähndls soll der reic'hsdeutsche Leser der „Haindl-\nkinder\" erkennen, was! alte Kultur vermag. Der\nReichsdeutsche (versteht nach Saudek überhaupt nicht\nzu essen, der tranchiert ein Backhuhn mit Messer\nund Gabel, als! wenn es ein Schweinsrücken wäre,\nwährend der Wiener sein gebratenes Stück in die\nHand nimmt und das! Mark aus den Hühnerknochen\nsaugt, „daß die Zunge vor Wonne schnalzt\". Und\nHier liegt der Trick. Der Dichter könnte sehr\nwohl ergänzen ... wer du bist, aber er tut das nicht,\ner überläßt die Arbeit dem lieben Leser\". Dieser\nergreift auch die ihm zugedachte Aufgabe, gibt"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "247", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1655, "texte": "die Antwort und löst die schwierigsten Probleme.\nDer liebe Leser ergreift nidht die Flucht, so viel\nrühmenswerte Feigheit besitzt er nicht, er ergreift\ndie ihm zugedachte Aufgabe,\nProbleme, die in der Garküche der Bartsch und\nHermann mit Pegasusschmalz zubereitet werden,\nmutig zu fressen. Das ist aber eine Zumutung an\nden satten Leser, weil doch die Lektüre eines mo-\ndernen Romans die Gourmands und Gourmets unter\nden Lesern in gleidher Weise in Wohlbehagen Ver-\nsetzen, da sie eine Einladung an die „Wiederkäuer\"\nsein soll. Unter einem „Wiederkäuer\" versteht Sau-\ndek einen Lesler, in dessen Innern für das Thema\n„Eissen\" so viel Liebe in stets: wacher Bereitschaft\nruht, daß er beim Lesen selbst einer halbwegs guten\nSchilderung einer Mahlzeit sich selbst sofort am\ngedeckten Tisch zu sehen und alle Freuden einst\ngehabter Mahlzeiten nadhzufühlen vermag. O, drei-\nmal wiedergekauter Unsinn. —\nVon weldhem Wert sind diese Bücher für den,\nder sich nicht satt essen kann? Oder ergeht es\neinem Lesler dieser Lektüre wie jenem bedauerns-\nwürdigen jungen Menschen, von dem uns Hauff\nin der Kontroverspredigt über F. Clauren und den\nMann im Monde erzählt? Er hatte kein Geld und\nwar trotzdem immer satt, speiste er doch bei\nClauren. Hauff empfahl ihm als Lektüre ein Koch-\nbuch, das doch zum mindesten mehr Abwechslung\nbietet, aber der junge Mann bleibt bei seinem\nClauren, denn der erzählt auch, wie alles schmeckt.\nDas tun heute die Bartsdh, Hermann, Ompteda\nund andere, alles Män n er, welche „die Berliner\nWiederkäuer als1 ihre Dichter gefunden hatten, und\nes war ein sonderbarer Zufall, (daß ihre Dichter\nauch unsere Dichter waren.\" Auch unsere!\n\nJ. A."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c011", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "247", "page_fin": "247", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.11", "titre_corps": "Die Romantischen : oder die grosse Revolution", "titre_sommaire": "Die Romantischen : oder die grosse Revolution", "signature_source": "Progre B", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "247", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.5", "debut_caractere": 1657, "fin_caractere_exclue": 4494, "texte": "Die Romantischen\noder die grosse Revolution\nProgre B\nEntschluß nach1 der Aufführung im Deut-\ns d h e n T h e a t e r: Ich werde der Redaktion dieses\nBlattes vorschlagen einen Preis zu stiften. Einen\nReisepreis, für Berliner Zeitungskritiker. Warum\nsollen es die schlechter haben lalsl ihre Kinder?\nKinder, die Teeprämien sammeln, reisen heute nach\nBrüssel; Jungens, die französische Aufsätze schrei-\nben, nach Paris. Ich werde den Herrn Doktor\nvom großen Blatt in die Comedie frangaise schicken.\nOder noch billiger: ich verehre ihm eine\npopuläre Ausgabe von den „Drei Musketieren\", das\nist dasselbe. Damit er sieht, was gallischel Tra-\ndition ist und sich seine eigene Meinung spart.\nWobei gleichzeitig einmal festgestellt sei, daß nicht\njeder das Recht auf seine Meinung hat. Wenn der\nZeitungskritiker revolutionär wird und stürmisch\nnach dem „echten Dichter\" schreit, so wird er\nsicher nächstens in Kapitelchen schreiben, um mit\nAlfred Kerr verwechselt zu werden. Er merkt\nnicht, daß Rostands Jugend werk viel wertvoller ist\nals jedes spätere, weil es eine bewußt vorgeahnte\nPersiflage auf Niveau und Stimmung der Cyrano\nund Aiglbn ist. Er nimmt den Chantecler ernst-\nhaft als Dichtung, und sieht nicht, daß in den\n„Romantischen\" Franzlosengeist eine Satire über den\neigenen Dichter spricht. Er hat keine Ahnung da-\nvon, daß das Lustspiel desi Zwanzigjährigen nicht\nein Seeleneffekt, sondern eine leichte gesellschaft-\nliche Angelegenheit sein will. Die reine Angelegen-\nheit eines gut erzogenen Verstandes, die der Herr\nvon der Zeitung indessen verschmäht, wobei\ner sich für abwesende Mystik begeistert. Er rollt\nsogar fürchterlich die Augen und findet mit Un-\ngeheurer Selbstüberwindung Fuldas Uebersetzungs-\nverse „läppisch\". Wobei ihm entgeht, daß sie die\nbesten sind, die Fulda je geschrieben hat. Denn\nsie sind traditionelle Gebrauchsdinge aus! zweiter\nHand nach traditionellen Selbstverständlichkeiten,\ndie auch aus zweiter Hand sind. Für die Presse\nhier anzumerken, daß in Deutschland allein Kerr\ndas Recht hat, Fulda schlecht zu finden, genau\nwie allein Karl Kraus das Recht hat, Harden ab-\nzutun: Parthenogenesis der Gegnerschaft, unbe-\nfleckte Empfängnis der Wut. Bei den anderen Herren\nist es Literatenpolitik. Diesesi Stück Rostands ist\nübrigens darum gut, weill seine Begebenheiten Von\neinem Willen gelenkt werden. Der Mann mit dem\nWillen ist ein Fechtmeister, der seinen Kunden alle\ngewünschten Phantasien einer romantischen Bür-\ngerlichkeit vormacht, ein Napoleon gegen bar.\nKreuzung aus Corneilks „Lügner\" und einem\nHelden des alten Dumas. Jeder Franzose weiß,\nwas gemeint ist, und fühlt sich getroffen. Rostand\nselbst auch. Ein Scherz über die Selbstverständ-\nlichkeit pathetischer Schwindeleien. Jede Rolle\nparodiert sich selbst. ;Nur der emsige Herr von\nder großen Berliner Gazette macht Revolution. 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Der Sohn des Direktors führte\nRegie, die Tochter debütierte. (Hoffentlich tut sie\nes nie in der Oeffentlichkeit, wenn auch die Ver-\nwandtschaft lebhaft applaudierte.) Der Gelegen-\nheitsdichter Rudolf Presber besaß die Liebenswür-\ndigkeit, ein Stück aus dem Französischen zu über-\nsetzen. Es war sehr gefällig. Den Gästen wurde\nauf dem verzierten Festprogramm bekanntgegeben,\nwelche Firma die Beleuchtungskörper lieferte. Denn\nsie blieben die Lichtpunkte.\nAntwort\nEin Bri e fsich reibe r hält die Form, in die Adolf\nLoos Seine Tristankritik kleidete, für ein Plagiat,\nbegangen an einer kürzlich erschienenen Skizze im\nSimpliziisisiimus, die lAlfred Polgar zum Verfasser\nhat. Wir teilen daher mit, daß die Loossche Kritik\nknapp nach der Neuinszenierung Rollers, also Vor\nJahren, geschrieben wuride.\nZum Schweigen der Berliner Kunstkritik\nDas Museum Folkwang zu Hagen in West-\nfalen hat als erste reichsdeutsche Galerie ein Ge-\nmälde von Oskar Kokoschka (Porträt der\nHerzogin Von Montesquiou-Rohan) seinem Besitz-\nstand angegliedert."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c013", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "247", "page_fin": "247", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.13", "titre_corps": "Oh! lächelte er diskret", "titre_sommaire": "Oh! lächelte er diskret", "signature_source": "Quintus Fixlein", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "247", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.5", "debut_caractere": 5602, "fin_caractere_exclue": 10004, "texte": "Oh! lächelte er diskret\nVon Quintus Fixlein\nDer junge Herr, der hin und wieder seine\ndummen und überflüssigen Gedanken aufschreibt\nund deshalb Schriftsteller genannt wird, erwartet an\nder Normaluhr auf dein Potsdamer Platz seine\nGeliebte.\nEs ist zehn Minuten nach drei.\nVerflacht!\nEr durchmißt zum hundertvierzehnten Male den\nRaum zwischen der Normaluhr und der großen\nBahnhofstreppe. Seine Gedanken beginnen zu\nsieden. Hundertvierzehnmal hat sein gepeinigtes\nAuge die Inschrift an dem neuen Bierpalast gestreift:\nErbaut unter der Regierung Kaiser Wilhelms 11.\nDazu diese Hitze!\nEr bleibt stehen und sieht einer Dame nach,\ndie — wahrhaftig! — mit ihr eine entfernte Aehn-\nlidhkeit hat. Freilich nur eine entfernte, von hinten\ngesehen.\nNein! Er lächelt. Sie hat nicht die geringste\nAehnlichkeit mit Tilly. Ich bin vielmehr im Begriff,\nmir das Vorzulügen, um eine /Entschuldigung zu\nkonstruieren für meine Untreue. Denn wer ein\nWeib ansieht\n„Hoppla!\" entschuldigt sich der Dienstmann,\nder einen schweren Koffer schleppt und den jungen\nHerrn empfindlich auf den Fuß getreten hat.\n„Oh bitte\", sagt der junge Herr. Und er denkt:\ndas Leben! Es schert sich den Teufel um Reflexionen\nund respektiert weder die Empfindsamkeit noch die\nEmpfindlichkeit.\nUebrigens — wenn sie bis fünf Minuten nach\nviertel nicht da ist, lasse ich sie sitzen!\nEr wirft einen scheuen Blick nach der Inschrift\ndes Bierpalastes.\n„Erbaut unter der Regierung Kaiser Wil-\nhelms II.\" surrt es medhänisch durch sein Gehirn.\nHölle und Teufel! jetzt könnte sie aber wirk-\nlich da sein. Er geht noch einmal, die Uhr in der\nHand, zurück. Schon ganz tiefsinnig. Vor der\nBahnhofstreppe rennt er mit einem Mann zusam-\nmen, der aussieht, als ob er aus Kötzsdhenbroda\neingewandert wäre, oder aus Langenbielau. So sieht\ner aus. Ein Viktualienhändler, der über den großen\nZeh geht, einen Viereckigen Volfimrt trägt und jeden-\nfalls ein deutscher Mann ist. Dieser Mann 112 •gert\nsich. Weil der junge Herr nicht aus KötzscheiV >da\neingewandert ist, nicht über den großen Zeh [cht,\nkeinen viereckigen Vollbart trägt und sonach 'k ein\ndeutscher Mann ist. rl\nIn diesem Augenblick treibt der Zufall -,'.r\njungen Herrn einen Nagel, eine Phrase ins GpV;w\nwie man sie in den Zeitungsromanen liest, di r\nKötzsdhenbroda oder Langenbielau erscher i.< 1\nOder in Berlin: ~\nOh! lächelte er diskret...\nDer junge Herr atmet auf, denn fürs ersie\ndas: Erbaut unter der Regierung... siegreich \\ j:\nden Ganglienzellen seines Gehirns in die Flu'\ngeschlagen.\nEr lächelt glücklich und vergißt eine Minute\nnach der Uhr zu sehen.\nOh! lächelte er diskret — ein wundervoller Satz!\nMan kann ihn in tausend Zusammenhängen an-\nwenden. Er bedeutet auf dem sorgsam abgesteckten\nSandfel'de des Familienromans den beweglichen\nFußball, den der flinke Autor zum Ergötzen der\nLeser Von Berlin und Kötzschenbroda bald nach\ndieser, bald nach jener Ecke schleudert. Hin-\nwiederum ist er wie ein sanft abführendes Oel1 oder\naber ... der junge Herr wird unruhig. Der präch-\ntige Satz fängt an, sein Gehirn zu molestieren. Wie\nein frisch eingefangener Stieglitz im Käfig beginnt\ner durch die Gehirnzellen zu flattern und um Frei-\nlassung zu piepsen ...\nDonner — Donnerwetter! Es ist zehn Minuten\nnach viertel und von Tilly ist noch nicht einmal\nder Rand des Hutes zu sehen.\nAlso noch fünf Minuten. Sonst heißt es eben\nein Mann sein und —\n'V\nOh! lächelte er diskret.\nVerzweifelt schaut er um sich. Vorn an der\nWand des Bierpalastes leuchtet es grell: Erbaut\nunter der Regierung... Krampfhaft hält er sich\nin der Nähe der Bahnhofstreppe.\nNoch eine Minute! Die Gewißheit, Tilly heute\nnicht mehr zu sehn, verwirrt ihn völlig. Er hat\nein Gefühl1, als bohre man ihm ein Messer in die\nEingeweide und drehe es rasch hintereinander drei-\nmal rum.\nGenau dreimal.\nDa — Blendwerk der Hölle! (wie Schillcr sagen\nwürde) — was ist das!\nTilly ?!\nTilly!!\nEin großer Jubel1 reißt ihn herum. Sein Gehirn\nwird frei. Sie ist gekommen! Er stürzt ihr ent-\ngegen. Herausfordernd mißt er die Inschrift am\nBierpalast. Er nimmt den Kampf mit ihr auf.\nEr steht auf halbem Weg gelähmt.\nEin Herr ist auf Tilly zugetreten.\nEin Herr?\nEin Geck! Ein Fatzke! Ein —!\nAlso der ist es!\nDer junge Herr, der hin und wieder seine\ndummen und überflüssigen Gedanken aufschreibt\nund deshalb Schriftsteller genannt wird, fühlt, daß\njener berlinische Satz aus Kötzschenbroda sich aufs\nneue in sein Gehirn schlängelt.\nOh! lächelte er diskret."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c014", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "247", "page_fin": "247", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.14", "titre_corps": "Schmuck der Berliner Theaterprogramme", "titre_sommaire": "Schmuck der Berliner Theaterprogramme", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "247", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.5", "debut_caractere": 10006, "fin_caractere_exclue": 10043, "texte": "Schmuck der Berliner Theaterprogramme"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c015", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "247", "page_fin": "247", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.14.1", "titre_corps": "II", "titre_sommaire": "II", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "247", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.5", "debut_caractere": 10045, "fin_caractere_exclue": 10172, "texte": "II / statt einer Zeichnung von Oskar Kokoschka zur Be-\nruhigung hiesiger Einwohner, die sich fortgesetzt\nschriftlich „äussern\"."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c016", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "248", "page_fin": "249", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.15", "titre_corps": "Inhalt des ersten Halbjahres 1910", "titre_sommaire": "Inhalt des ersten Halbjahres 1910", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "248", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 6498, "texte": "Inhalt des ersten Halbjahres 1910\n\"'iß iJj&ischen Ziffern bezeichnen die Nummern, die arabischen\nSeitenzahlen der Zeitschrift.\n51 ifSge\naeTf . A . ,\nm. , .ie 1 m Altmann\n1 *ifiner Zukunftsopern IV 29\n€?v Indianeroper X 77\n« atisC h e s Liebes 1 i e d au s\n\\ e\\p a I XXII 172\n\\ Irin a n Ba n g\npeie-Väter essen Herlinge XVI 127\nträfZ1 r Baum\n!*de aus dem Leben der Begriffe X 78\nW aratkv aus der Verachtung VII 52\nSüa*K XVIII 140\nPete rßa u m\nAus einem neuen Roman VI 42\nBim i n i\nDie Nestroy-Charade XVIII 144\nFaule Ostereier VI 45\nLouis Foulda XXIII 183\nRudolf Blümner\nL'amour ä Pallemande XXIII 179\nFrank Wedekind als' Aesthetiker\nXXV 198 XXVI 205\nMax Br o d\nUeber die Schönheit häßlicher Bilder XIX 148\nRiChard Dehme!\nDas Rätsel des Schönen XXX 236\nNationale Kulturpolitik XXVII 211\nAlfred Döb 1 i n\nAstralia XXXI 244\nChristentum mit Posaunen VI 45\nDie Ermordung einer Butterblume\nXXVIII 220 XXIX 229\nDie Tänzerin und der Leib II 10\nGespräche mit Kaiypso über die Musik\nV 34 VI 42 VII 50 VIII 57 IX 67 X 76\nXI 83 XII 92 XIII 100 XIV 108 XV 118\nXVI 125 XVII 134 XIX 150 XX 157\nXXI 166 XXII 173 XXIII 182\nGlbSisen 111 22\nZirkuspantomime IV 30\nAlbert Drey 112 u s\nDrei Reiher XII 92\nGedichte. XVI 125 XXV 199\nAlbert Ehre ns te i n\nDer Fluch des Magiers Anateiresiotidas\nXXVI 204 XXVII 212\nDie Parasiten der Parasiten V 36\nTod eines Seebären XVI 124\nQuin t u s 1 Fiixl e i n\nDie Roda Roda A.-G. XXIX 232\nOh! lächelte er diskret XXXI 247\nS. Friedlaender\nAusgelachte Lyrik I 6\nFerdinand Hardekopf\nEines Dramatikers letzte Stunde II 13\nNymphenburg 111 20\nPuppen und heilige Damen V 36\nKarl Hauer\nWeltbild XI 81\nWa 11 h: e r Heym a n n\nDer FliederstrauCh XIV 107\nm der Kleine XVII 135\nTeures Haupt XXVII 214\nKurt Hi 11 e r\nOskar Kokoschka XIX 150\nUeber Kultur XXIV 187 XXV 196 XXVI 203\nArno Holz\nEs macht ihn durchauss vergnügt,\ndaß es schon Lätare ist XXIX 230\nHerbert I her i n g\nGedichte X 75\nBernhard I h r i ng e r\nEduard Engel und sein Opfer V 38\nMirko Je 1 u Si c\nDie Wiener Vorlesung Karl Kraus XII 94\nSigmund Ka lisch er\nTheater 111 21\nAlfred Kerr\nKainz XXXI 243\nOskarKokosChka v\nMörder, Hoffnung der Frauen XX 155\nWintergarten XXVI 207\nDeis'ider Kosztolanyi\nGedichte XXIV 191\nKarl KrauSi\nAphorismen VI 44\nDa« Ehrenkreuz 111 17\nDie Forumsizene IX 65\nDie Operette I 1\nPerversität XIII 97\nPro domo et mundo II 11\nSo schlecht wie einst XXII 173\nStil IV 26\nVom Lynchen und vom Boxen XXIX 229\nRudolf Kurtz\nDasi Nilpferd XXI 165\nE. T. A. Hoffmann VIII 59 IX 66\nNeue Bücher IV 30\nOffener Brief an Karl May XI 85\nProgrammatisches I 2\nJ u 1 e sl L a 112 o r g u e\nGedichte VII 51 XXVIII 222\nAdolf L a n t z\nDer Freund XXIII 180\nDie Hochzeit des Gilles de Rais\n111 19 IV 27 V 35\nWerner Peter Larven\nDrei Stunden XXIII 182\nElse L ,a s k e r - S c h ü 1 e r\nAm Kurfürstendamm XXIII 184\nDer Amokläufer II 10\nDer Kreuzfahrer X 75\nEin Amen XVIII 144\nElberfeld im dreihundertjährigen Jubi-\nläumsschmück XXVII 214\nGedichte IV 27 IX 69 XIII 99 XV 118\nIn der Morgenfrühe XXVI 207\nJohann Hansen und Ingeborg Golkistrup VII 49\nKarl Kraus XII 90\nKünstler XXIX 228\nLeise sagen . . . XIX 150\nMarie Böhm XXX 239\nMeine Mutter XXV 197\nOskar Kokoschka XXI 166\nPeter Baum I 5\nTheater 111 21\nTigerin, Affe und Kudkuck XI 86\nVersöhnung XXIII 181\nZirkuspferde VI 45\nR. Laudon\nDas Achißeion XVII 132\nEhrlich-Hata 606 XXX 235\nEin deutsches Dankgebet XI 81\nNeben der Brüsseler Ausstellung\nXXIII 183 XXV 195\nRobert KoCh XIV 105\nWider die rote Flut XIX 147\nAlfred L e m m\nAchtung! Dichter! X 78\nAnmerkung XXIX 231\nPaul L e p p i n\nDaniel Jesus / Roman\nX 74 XI 82 XII 90 XIII 98 XIV 107 XV\n117 XVI 125 XVII 133 XVIII 143 XIX\n149 XX 156\nR ob e r t Lewin\nHomunCulus1 XVI 126\nAlfred Lichten s t ei n\nMieze Maier XXVIII 224\nAdolf Loosi\nDamenmode XXII 171\nDer Sattlermeister 111 20\nOrnament und Verbrechen VI 44\nTristan in Wien XXVII 216\nVom armen reichen Mann I 4\nSamuel L u b 1 i n s k i\nOffener Brief I 6\nJoseph August Lux\nKunst und Ethik II 13\nHeinrich Mann\nAlt XIV 106\nHans Mayer\nDie Bifdunglsphilister XXVII 215\nMinimax\nAus Preußen IX 65\nBerliner Sensationen XI 86\nDer Räuberhauptmann VIII 62\nDer rote Sonntag VII 54\nEreignisse XVII 136\nErlebnisse XXVI 208\nHaare, aus dem Kometenschwanz\ngerupft XIII 102\nKirchliches XVIII 144\nKriegsbericht XX 160\nPolitik und Luftschiffahrt X 78\nVermischtes XIV 110\nVom Tage XXIX 232\nN. M. Min&ki\nTolstoi — der russische Luther XVII 132\nAlfred Mombert\nHier ist ein Gipfel XXV 198\nMüller-Ka both\nBemerkungen über Leistikow II 12\nMynona\nDer Tod des! alten Federhutes XXII 172\nDer Verzweifelte und sein Ende XII 94\nFondants! aus der spirituellen Konfiserie IX 69\nGute NaCht V 38\nMein Sohn VI 46\nMusik und Schüttelfrost VIII 62\nVon der Wolke, welche so gern hätte\nregnen mögen 111 22\nZur TötliChkeit deSi Sächseins XXI 167\nR. K. Neumann-Lankwitz\nDa® bespuckte Genie XXII 174\nCarl Onno-Eisienb ar t\nLiterarische Ausländerei XXV 200\nArnol'd Oppel\nWeg im Vorfrühling XXVI 204\nZwei Gedichte 111 19\nSiegfried Pfank uc! h\nLiegt der Friede in der Luft? XX 158\nCham tn a y Pi n ist k y\nDie Nacht V 34\nICh sandte meine Lieder VIII 59\nLabyrinth XVIII 144\nProg r e ß\nFortschritt VI 45 VII 53 XI 86 XII 93\nDie Romantischen XXXI 247\nStanislaw Przybyszewski\nDas Geschlecht XXXI 243\nHeinrich Pudor\nFrühling in Finnland XXXI 245\nGesicht und Maske XXIII 182\nSchutz den Schaffenden XVIII 140\nEduard Pukl\nSlawische Arbeiterin XXXI 244\nHeinrich Rebensburg\nGottesfurcht und Königstreue XXI 163\nThadd äu Si Ri 11 ne r\nRätsel XXVIII 222\nTheatre pare XV 116\nUnd Pippa tanzt XXX 238\nVegetation 111 18\nLudwig Rub i n e r\nCrommelynck II 11\nDichter der UnWirklichkeit XIV 107\nSollogub XI 84\nRichard Sc h a u k a 1\nGeistige Landschaft XIII 101\nPaull SChee rba r t\nDaSi neue Kriegsinstrument XV 120\nDer blaue Himmel XXV 197\nDer Revolutionär XXVII 214\nDer Todesrausch XXIII 181\nGegenerklärung XX 159\nLuftquallen XXIV 190\nNackte Kultur XXI 165\nWir maken Allens! dot XIV 110\nRobert Scheu\nBildung IV 25\nDas Duell XXX 237\nDas Problem der Provinz VI 41\nDer Sozialanwalt VII 49\nKanonen aus Kirchenglocken II 9\nKarl Lueger IV 28\nLeitfaden der Weltgeschichte VIII 60 XVI 123\nRadikalismus X 73\nRene Schickel1 e\nBerlin I 4\nTeddy RoosCVelt XII 89\nTivioli-Vauxhall VI 44\nH. Siebelind\nKreise XIX 229\nArthur Sil bergl eii t\nDer Spiegel XVI 126\nOtto Soyka\nDer farblose Krieg XXI 164\nDer neue Ruhm VIII 57\nSommerfrische XXIV 191\nTugendkurls! 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XXVIII 224\nQuellen reifen XXIV 192\nSChwanensiang XIV 109\nTheater und Kunst XXX 240\nTheoretische Didhter IX 70\nUnsere Lieblinge 111 22\nB e r t h o I d Viertel\nEine Begegnung XVIII 142\nKarl Vogt\nDer Fall NisSen XXI 168\nNisben als Theatefdirektor XX 160\nHerwarth Waiden\nDie Fackel VII 53\nDie Letzten XXIX 230\nSimsbn und Delila XXVI 206\nVon der Operette und vom Tode XXXI 246\nGesänge\nDafnislied XXIX 230\nHier ist ein Gipfel XXV 198\nWar\nGlossen I 3 II 12\nFrank Wedekind\nFiorenäa XIX 149\nOtto W © i n ii n g e r\nDer Hund XV 115\nSucher und Priester XXXI 245\nDr. B. Werner\nPrinzipien moderner Therapie XIV 109\nStefan Wron^ki\nEin Neugieriger 111 17\nHöfliches! Bekenntnis IV 30\nLob der Korruption IV 25\nP a u I Z e d h\nSommer abend im Park XXVII 215\nA. D.\nDas miärkisChe Ninive II 13\nDas Temperament in der Isolierzelle XII 93\nHerr Fritz! Mauthner VIII 62\nC. O. E.\nEine Predigt XXVI 207\nJ. A.\nDasi Fremdenbüdh auf dem Anninger XXV 200\nDer Nachrichtenvoge! XII 94\nDie Wiederkäuer XXXI 246\nDie Eroberung vlon Norderney XXII 174\nRichard Voß in Montenegro XXX 239\nT ransleithanisches XVI 128\nVon Erfolgen österreichischer Literatur XXI 168\nWolfgang Erich und Wolfgang Amade XXVII 216\nZur subjektiven Heiineforschung XIX 152\nL. L.\nVon teutsCher Art und Kunst XXII 174\nK. H.\nLyrik-Abende XXVI 207\nR. R.\nAus dem Lumpensack VII 54\nDer rote Dalai Lama IV 30\nDie Sdhreihiälsle IX 69\nEröffnung der Berliner Kunstausstellung X 78\nKönigstreue und Aethernarkose VIII 62\nRussisches Ballet XIV 109\nErklärung 16\nRedaktion Der Sturm\nWarnung an die Provinzpresse XXII 176\nNotizen XXXI 247\nZeichnungen\nSamuel Fridolin\nKarikaturen\nOskar Fried XV 115\nPolitiker\nRudolf Breitscheid IX 70\nDeutsche Staatsmänner XIX 147\nProfesisoren\nJoSef Kohller XVI 128\nRichard M. Meyer XIII 97\nErich Schmidt XI 85\nAdolf Wagner XIV 105\nUlrich von Wilamowitz-Moellendorff VIII 61\nSchlechte Dichter\n11. Hermann Sudermann XXI 167\n111. Gustav Frenssen XXIII 183\nIV. Otto Ernst XXV 195\nZeichnungen XXII 171 XXIII 179 XXVII 211\n(Die Dämonische) XXVIII 219 (Schattenspiel)\nMax FrÖhl id hl\nDer Pudel XXVIII 223\nHarry Jaeger -Me w e\nKarikaturen XVI 123 XVII 131/135 XVIII 139\nXIX 151 XX 159\nOsk a r Kokos dh k a\nGesindel in der Sternennadht XIX 227\nHimmlische und irdische Liebe XXVI 203\nMenschenköpfe\nI. Karl Kraus! XII 91\n11. Adolf Loosi XVIII 141\n111. Herwarth Waiden XXII 175\nIV. Paul Sdheerbart XXVII 213\nMörder Hoffnung der Frauen XX 155 XXI 163\nXXIV 189\nSchlangenzeichnung XXX 235\nWintergarten XXVI 207\nJoe Loe\nKarikaturen IX 69 X 77\nProgramtasdhftiuck XXX 240 XXXI 247"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c017", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "249", "page_fin": "249", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.16", "titre_corps": "Wochen-Spielplan der Berliner Theater", "titre_sommaire": "Wochen-Spielplan der Berliner Theater", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "249", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.7", "debut_caractere": 3365, "fin_caractere_exclue": 5188, "texte": "Wochen-Spielplan der Berliner Theater\n27. 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Romeo nnd Jnlia \"ZK\"' P„ F«l,.t.U Margarete P»«'\nKönigsplatz 7 Die Puppenfee —\nNeues Der Tarttiff Der Tartüff Der Tartüff Der Tartüff TI b Der Tartüff Neues\nSchauspielhaus Der Herr von Der Herr von Der Herr von Der Herr von unsre Kraft x Der Herr von Unbestimmt Der Graf von Luxemburg\nNoiiendorfstrasse lill2 Pourceaugnac Pourceaugnac Pourceaugnac Pourceaugnac Pouiceaugnac Schiff bauerdamm 25\n—~—\"— * \" t Theater des\nModernes Theater Die beste Die beste Die beste Die beste Die beste Die beste Die beste Westens Die schönste Frau\nKöniggrätzerstr. 57| 58 der Frauen der Frauen der Frauen der Frauen der Frauen der Frauen der Frauen Kantstrasse 12\nKönigliches Premiere Moliere und die ,-v. Sonne Hamlet Die neue Sonne Jon \"^er~ Metrepoltheiater gurrab __ wir leben noch!\nSchauspielhaus Julius Caesar Die neae Sonne Seinen / Tartüffe Die nene ÖOnne üa lichingen Behrenstrasse ß5|56\nGensdarmenmarkt ————————"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c018", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "249", "page_fin": "249", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "249", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.7", "debut_caractere": 5190, "fin_caractere_exclue": 5233, "texte": "TV/ITTTP A TTT^\nIYIU X\\. jfl A 1 A Munches!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c019", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "249", "page_fin": "249", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "249", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.7", "debut_caractere": 5235, "fin_caractere_exclue": 5633, "texte": "scDiiessungen cnMnnA\na rechtsgiltig in\nProsp. fr.j yerschl. 50 Pf\nBrock&Co., Condon€.C. Queenstr.9o-91\nH / Sanger, Massage, Pots-\nlieUUy damer Str. 107. 1.\nptnttftiiiiMiiiimtiifttuiiiiiiiiiimiiiiiHiiimiiiiiiH\n1 Sanatorium fur Kosmetik, |\n| Haut- und Haarleiden |\n5 Park gg. Palraengarten Ausf. Prosp. frei E\nI Leipzig. Dr. med. M. 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December\nin Oer\nOolerle Maximilian JHachf\nES5SS2 E8:^l\nBerlin 10., Ranfoesfrasse 1\nan 9er Kaiser KJilhelm 0e9achfnis~Kirdie"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c025", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "250", "page_fin": "250", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "250", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.8", "debut_caractere": 396, "fin_caractere_exclue": 683, "texte": "fritz Mitt Ifiofkunslbandlimg\nPoudawerstrasse 113 Uilla II Berlin (U Pot$damer$tra$$e 113 Uilla II\nHerbstaustellung von Werken der Maler:\nToni Stadler * 0. Brioschi * E. Stort * E. Oppler\nUiide * Ziigel * Triibner * Laibl - Feuerbach etc.\nWochentags von 10—5 I Sonntags von 12—2 geoffnet"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c026", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "250", "page_fin": "250", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "250", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.8", "debut_caractere": 685, "fin_caractere_exclue": 929, "texte": "Dr. Rudolf Bluemner\nSchauspieler und Regisseur am Deutschen Theater\nLehrera.d.Schauspielschule d. 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Shells, u. Xgl. \"Wurttemb. 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Kurse von rIICUI. IVICMCI Leipzig\nunter Mitwirkung 12 hervorragender Fachleute der Theorie und Praxis (staatlioh\ngeprufte Lehrer, Akademiker oder auch Kaufleute in fuhrender Stellung). Griindliche\nEinfiihrung in die verschiedenen Branchen des kaufmannischen Berufes, rationelles\nStudium aer Handels- und verwandten Wissenschaften ais Ersatz fur ein mehr-\njShriges Hochschulstudium. Muster-Uebungs-Kontor.\nDas Studium ist fiir Anfanger (Damen und Herren) die fur Stenographic,\ndeutsche und fremdsprachliche Korrespondenz, Kasse-, Buchfiihrungs- und Bilanz-\nTechnik, Biiro-Praxis sich vorbereiten wollen —\nsowohl fiir junge Leute, die nur eine Volks-, Real- oder ahnliche Schule ab-\nsolviert haben, wie fiir\nHerren mit besseren praktischen oder theoretischen Vorkenntnissen, Einjahrig-\nFreiwillige, Abiturienten,\nfur Kaufleute reiferen Alters, die bereits praktisch tatig waren und den\nForderungen der Gegenwart entsprechend ihre Fachkenntnisse erweitern oder\nvertiefen wollen oder\nfiir Bankbeamte, Ingenieure, Chemiker, Brauer, Juristen, Nationalokonomen,\nOffiziere, die fiir Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen oder Verbande,\nAktien- oder ahnlicher Gesellschaften sich vorbereiten wollen. Dauer der Kurse\n6—12 Monate — je nach Vorbildung und Ziel.\nProspekte gratis durcli die Direktion, Johannisplatz 5"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c029", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "250", "page_fin": "250", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.28", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "250", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.8", "debut_caractere": 2475, "fin_caractere_exclue": 3413, "texte": "Dampf-Fabrik fur Puder, Schminken u. Kosmetika\nL. Leichner\nLieferant der Koniglichen Theater Berlin\nBERLIN SW., Schiitzenstrasse Nr. 31\nDie besten Gesichtspuder sind:\nLeichner's Fettpuder\nLeichner's Hermelinpuder\nLeichner's Aspasiapuder\nLeichner's Tagesschminken\nLeichner's Kaiserrot, Biumenrot\nLeichner's Rouge de Theatre\nLeichner's Rouge Aspasia\nLeichner's Fettschminken for die Biihne\nPerner sind im tagllchen Gebrauch der Kiinstler und Kunstlerinnen:\nQoldcream, Abschminke, Abschminkpapier, Augenbrauen=\nand Lippenschminke, Puderquasten, Hasenpfoten, fliissige\nSchminken, Eau de lys, Haarpuder, Zahnpasta, Leichner=\nAlbum, Polisseur zur Nagelpflege Neu: Leichner's Hand=\nschuhpuder, feinste trockene Parfiimierung und zur\nKorperpflege.\nErste Preise auf alien beschickten Weltausstellungen, zuletzt Wien 190\nQoldene Staatsmedaille; St. Louis U.S.A.: Grand prix; Paris 190\nVice-Prasident der Jury international; Mailand 1906: Grand prix"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-09-29-01-c030", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-09-29_01#c030", "volume": "bmtnabg_1910-09-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "250", "page_fin": "250", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.2.29", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "250", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.8", "debut_caractere": 3415, "fin_caractere_exclue": 4005, "texte": "■ KauUSleicFjcreme ®\n,,Chloro<4 bleicht Gesicht und Hande in kurzer Zeit re'n weiss. I\nWirksam erprobtes unschadliches Mittel gegen unschone Hautfarbe? J\nSommersprossen, Leberflecke, gelbe Flecke. Mit ausfiihrllcher jg\nAnweisung 1 Mk., bei Einsendung von 1,20 Mk, franko. Man j\nverlange echt „Chloro\"!! Laboratorium „Leo\", Dresden-A, 3. B\nErhaltlich in den Apotheken, Drogerien und Parfiimerien.\nHauptdepots: Lttwenapotheke, Dresden; Engelapotheke, Leipzig; |||\nStorchenapotheke, Mlinchen: LOwenapotheke, Honnover; Domapotheke, Koln; ||\nLOwenapotheke, Dortmund; Naschmarktapotheke, Breslau."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "243", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.1", "texte": "Umfang acht Seiten\nEinzelbezug: 10 Pfennig\nWOCHENSCHRIFT FÜR KULTUR UND DIE KÜNSTE\nRedaktion und Verlag: Berlin-Halensee, Katharinenstrasse 5\nFernsprecher Amt Wilmersdorf 3524 / Anzeigen-Annahme und\nGeschäftsstelle: Berlin W 35, Potsdamerstr. 111 / Amt VI 3444\nHerausgeber und Schriftleiter:\nHERWARTH WALDEN\nVierteljahresbezug 1,25 Mark J Halbjahresbezug 2,50 Mark/\nJahresbezug 5,00 Mark / bei freier Zustellung / Insertions-\npreis für die fünfgespaltene Nonpareillezeile 60 Pfennig\nJAHRGANG 1910\nBERLIN/DONNERSTAG DEN 29. SEPTEMBER 1910/ WIEN\nNUMMER 31\n\nINHALT:\nALFRED KERR: Kainz / STANISLAW\nPRYBYSZEWSKI: Das Geschlecht / EDUARD PUKL:\nSlawische Arbeiterin / ALFRED DÖBLIN: Astralia /\nOTTO WEININGER : Sucher und Priester / HEINRICH\nPUDOR: Frühling in Finnland / TRUST]: Die schönste\nFrau / H. W.: Von der Operette und vom Tode /J. A.:\nDie Wiederkäuer / PROGRESS: Die Romantischen /\nNotizen / QUINTUS FIXLEIN: Oh! lächelte er diskret /\nProgrammschmuck Berliner Theater / Inhalt des\nersten Halbjahrs 1910\n\nKainz\nAlfred Kerr\nWer warst du, Seele, wundersame?\nWer warst du, die ins Finstre schied?\nEin Zaubervogel1? Eine Flamme?\nWarst du ein Wein? Warst du ein Lied?\nWer ging durCh unsre Frühliingsfelder;\nUnd fern aus Träumen, unsichtbar,\nHesperische Zitronen wälder\nUmschatteten sein Lippenpaar?\nWarum die Rast des noch jiicht Müden?\nWer warst du? Keiner kam dir gleich.\nDu Glück und Glut aus deutschem Süden,\nDionysos aus Oesterreich.\nDu hextest funkelnd aus den Saiten\nTief tausendfältiges Getön\nUnd Blitze, Peitschen, Seligkeiten\nIn goldner Wildnis — menschenschön...\nSacht bettet man den Frühverscheuchten,\nIm Dämmerglast des Kerzenscheins.\nWir grüßen dich. Du warst ein Leuchten.\nEs kommt nicht wieder — Josef Kainz.\n\nDas Geschlecht\nVon Stanislaw Przybyszewski\n„Am Anfang war das! Geschlecht. . . .\"\nMit diesen Worten habe ich mein erstes Buch\n„Totenmesse\" eingeleitet (es sind schon zwanzig\nJahre her), und diese Worte wiederhole ich jetzt,\nwo die Sexualfrage mehr als je zuvor in den\nVordergrund gestellt wird, mit inoCh größerem Nach-\ndruck.\nUnd in der Tat ist das Geschlecht jene pla-\ntonische «V-opcpoc; uXy], jene formlose Materie, die aus\ndem Logos der Emanation des höchsten Seins ent-\nstanden ist und die Welt erschaffen hat.\nWas wäre der Mensch, wenn nicht seine Ge-\ndanken und Gefühle die heiße Macht des! Ge-\nschlechts sättigte, wenn nicht spu><; und vsixoq das\nunzertrennliche „plie et face\" einer und derselben\nEinheit, unbekannte unfaßbare Kräfte einigten, $ie\ntrennten und sie aus geheimen dunklen Urgründen\nin dasl bewußte Tageslicht herausholten!\nAusl dem Kehlkopf des Menschen riß das Ge-\nschlecht die ersten, langgezogenen Klänge, zer-\ngliederte sie nach dem Takt des schlagenden Her-\nzens, formte sie in Rhythmus und Melodie, bildete\nsie zu dem Wiehern, Heuten und Kläffen des\nSchmerzes, dem Knurren und Fletschen des Hasses,\ndem Murmeln und Flüstern der Liebte, dem fer-\nstickten himftielhoChäufjauchzenden Schreien der\nFreude, des Organismus und der Ekstase :\nDas Geschlecht hat das Wort geboren:\nUndÄdas Geschlecht hat sich mit übermächtiger\nKraft in die Muskeln des (Menschenkörpers; (ergossen;\nesl hat den Menschen die Keule In die Hand ge-\ngeben, als: es darauf ankam, seinen Nebenbuhler\nzu vernichten im Kampf um das Weibchen, es hat\nseine Kräfte ins Unendliche gesteigert, als es galt,\ndem Weibchen und seiner Brut das Leben zusichern,\nes ließ ihn die Urwälder urbar machen, den Schoß\nder Erde auseinanderreißen undj den Lauf (der Ströme\nin neue Betten lenken und (die Meere unterjochen\nund die Berge bezwingen; das Geschlecht hat das\nGehirn wacherweckt, es! in unfaßbarer Qual jimd\nMühe zu einer unerhörten Arbeit gezwungen, (und\nzur Verschlagenheit, listigem Betrug, mit dem jer\nden Göttern das! Feuer gestohlen, zur verwegenen\nKühnheit, (mit der er den Pelian lauf den Ossa\nstülpte und die Pforten des Himmelreichs erbrach.\nDas Geschlecht gebar die Tat.\nUnd das \"Geschlecht drang in das Herz des\nMenschen ein, hat es ganz ausgefüllt, (in ihm das\nVerlangen geweckt, daß ein jeder so glücklich sein\nsolle, wie er in dem heiligen Glücksaufschwung, es\nhat in ihm den übermächtigen Wunsich entflammt,\nder ganzen Welt zum Freudentanze aufzuspielen,\ndamit ein jeder in glückseligem Spiel sich seiner\nbewußt werde und in die große, heilige Lebens!-\nhymne einstimme; an den Tisch der reichsten Ge-\nlage hat es! alle eingeladen — und so hat das Ge-\nschlecht das Mitleid und Zusammensein geschaffen,\nden Vater-Mutter und Bruder-Schwester, es hat das\nMenschengeschlecht geeinigt durch Blutbande und\nFreundschaft, aber gleichzeitig wurde es zur Quelle\nder Rachsucht und der Gier, des Mordes und des\nVerbrechens, es trennte und zerschlug in alle Winde\nden Samen des Abel und des Seth und des Kam. ...\nUnd s!o schuf das Geschlecht die Familie, die\nSippe, das! Volk.\nUnd dann hat es! seine Augen weit aufgerissen,\nes sah hinter sich mit unsagbarer Sehnsucht und\nschaute zurück auf seinen göttlichen Uranfang.\nMillionen und aber Millionen von Jahren starrte\nes! in das heilige Feuer, an dessen Glanz alle Welten\nund alles Getier zehrte — von dem es lebte.\nDas Geschlecht verlangte nach der Göttlichkeit!\nUnd es weitete mit inbrünstiger Sehnsucht die\nBrust des Menschen, sein Herz durchtränkte ies\nmit dem süßen Gift der Schwäche und des Zu-\ntrauens, es stahl einen Strahl nach dem andern aus\ndem Urfeuer, bis! es in der Seele des Menschen\neine Herdflamme entfaChte, in der es sich aufzu-\nlösen, (völlig aufzugehen und sein eigenes selb-\nständiges Sein zu vergessen begann:\nIn der Liebe!\nUnd es geschah ein übergroßes Wunder:\nAmorphos Hyl'e Vereinigte sich mit dem Logos!\nDer heilige Geist stieg auf das Geschlecht her-\nnieder, und So erschuf das Geschlecht — die Liebe.\nUnd jetzt zerbrachen die Riegel1, auf taten sich\ndie Tore der menschlichen Seele, den Sternen ent-\ngegen, dem Himmel und der Sonne zu; aus! un-\nsichtbaren Quellen schössen jäh hervor die Strahlen\nder Gnade und unfaßbarsten Wunder; tausend un-\nbekannte Gefühle, Begriffe und Erkenntnisse weite-\nten die menschliche Seele bis zu der Größe des\ngöttlichen Seins1; niegeahnten Welten entgegen\nreckten sich die Arme empor; vor grauenhaft ge-\nheimnisvollen Mächten beugten sich die Kniee, und\nim Staube wühlte der Mensch sein Angesicht vor\nSchreck, Beben und Ehrfurcht. Verborgene Ahnun-\ngen wurden zur Gewißheit, und die Gewißheit ver-\nbarg sich in dem tiefen Dämmerungsdunkel Ues\nUnbekannten und doch so unendlich Nahen.\nEingedenk seines göttlichen Ursprungs nistete\nsich das Geschlecht iml Menschenherzen ein jm'it\nder frohen Nachricht:\nAh erstes begann es dem Menschen von Gott\nzu sprechen!\nMit Liebe und dem Bewußtsein seiner Göttlich-\nkeit wuchs! sich aus die gewaltige Uebermacht des\nGeschlechtes.\nIn die dunkelsten Verstecke, in die geheimsten\nFältchen der Seele ergoß sich ein heißer Strom,\nerhellte mit sonnigem Lichtglanz die dunkelsten Ab-\ngründe, erhitzte die Felben, daß sie in loderndem\nFeuer erglühten, gestaltete die Welten um und ließ\nsie in neuen Formen erstehen; in sein breites Bett\nleitete es! alle Instinkte, Ahnungen, alle Lust und\njeden Schmerz, den Haß und die selige Himmel-\nfahrt des Menschen, den ganzen Lebensstrudel1 einer\nmaß- und schrankenlosen Seele und trug die schäu-\nmenden Wellen auf das! gegenseitige Ufer und warf\nsie zu den Füßen Gottes, auf daß er sich an seinem\nAbglanz erfreue. '\nUnd sio wurde das Gesehtech t zum Vertrauten\nGottes! und trug ihm frohe Kunde zu, wie sich der\nMensch ihm nähere durch die Kunst.\nDas! Geschlecht hat die Kunst geboren.\nUnd sioi ist das GesChlecht das! androgyne\n„Vater-Mutter\" dessen, was ist, was! war, was sein\nwird:\nDie urgewaltige Quelle der Macht, der ewigen\nKraft, der Begeisterung und des Rausches, des\nheiligsten Himmelssturmes und des schwersten Sün-\ndenfalls, der höchsten Tugend und des höllischsten\nVerbrechens.\nEs gibt keine Macht, die sich mit der seinigen\nmessen könnte, und als solche ist es die höchste\nSchönheit, der einzige Weg, der uns! mit dem Ab-\nsoluten vereinigt, weil es von ihm ausgegangen ist\nund zu ihm zurückkehrt."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "244", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.2", "texte": "Es ist der heiße Golf, der das Eismeer schmilzt,\ndie Erde fruchtbar und sie zum Eden und zur Hölle\nfür das Menschengeschlecht gemacht hat.\nEs ist jener mythische Ozean, der das ganze\nAll umschließt und mit seinen liebenden Armen\numfangen hält.\nEs ist das einzige Unterpfand und die einzige\nGewißheit des Göttlichen im Menschen.\n* *\nMythologie, Mythologie!\nUnd vielleicht nicht. . . .\nWenn man jegliches, gleichviel welches Gefühl\nauf seine Bestandteile hin analysieren, es in seine\nAtome und Moleküle zerlegen könnte, würde man\nsicherlich auf tausend Bestandteile neun Zehntel\nfinden, die das Geschlecht in Bewegung gesetzt hat.\nVerborgen, unfaßbar für das Auge der Tages-\nseele, Verborgen in dem Meere kaum aufleuchtender\nAhnungen als! tiefste und urewige Welle des Un-\nbewußten, kocht eSi und sprudelt und wirft ab und\nzu heißen Gischt hinauf in seiner herrlichen Macht,\nab und zu — denn esi offenbart sidh in seinen tiefsten\nGründen einem von Tauslenden, wie jene\ntoü die der große Basilides, der Vater\nder Gnos'is, verkündigte.\nDie Macht desi klar, deutlich und\nleicht faßbar in manchen Gefühlen — verschwom-\nmen und kaum erkenntlich für dasl arme, beschränkte\nMenschenbewußtsein in so vielen anderen, unendlich\nkomplizierten; dann wieder ganz und gar versteckt\nund nicht mehr erkennbar in Jenen Gefühlssblitzen\nund Gefühlskomplexen, die infolge fortwährender\nWiederholungen zu einfachen Reflexen herabge-\nsunken sind — diese Macht ist nichtsdestoweniger\ngleich offenkundig in der Liebe wie im Haß, in\ndem Herdentum wie in der Feigheit, in der Mutter-\nschaft wie in dem von der Wärme des Geschlechtes\nerhitzten, küb Ihnen Egoismus der Sozialinstinkte:\ngleich groß und schön ist diese Macht in jedem Ge-\nschlechtsakt des „Wissenden\" (das heißt Eines, der\num die Schönheit des! Geschlechtes weiß), wie in\nder höchsten Offenbarung der menschlichen Seele;\nin der Rhythmik, Harmonie, Melodik — in der\nMusik!\nDem Einen läßt es die Muskeln scTiwellen zu\nunfaßbaren Kraftanstrengungen, dem Anderen\nweitet es! die Seele bis an die Grenzen des Trans-\nzendentalen; den menschlichen Gedanken potenziert\nes bis zur göttlichen Macht des ersten „Werde\",\naus dem Clown miaCht es einen Schöpfer, der Feige\nwird unter seinem Einfluß zum Helden, und ein\nbeschränkter, engherziger Seifensieder wird zum\nWohltäter der Menschheit, eine dumme Gans zur\nMärtyrerin.\nEs! existiert in Milliarden von wechselnden For-\nmen, es leuchtet und verwandelt siCh in alle Regen-\nbogenfarben, es > kleidet sich in tausend Namen,\ntausende ahnender Gefühle, die sich nicht in Worte\nfassen lassen; aber überall ist es da, eine unteilbare\nKraft gleich jenem hypothetischen Aether, der das\nAll durchdringt: und das! sichtbare Symbol für sein\nallmächtiges Wirken und Schaffen, sichtbar selbst\nfür die, die zu blind sind, (um es in jedem Ge-\ndanken, jedem Gefühl, jeder Aeußerung, jedem\nReflex der menschlichen Seele zu erblicken — das\nist der Geschlechtstrieb, und seine Auslösung!,\nVollendung: der Geschlechtsakt selbst.\nDie absolute Macht und die absolute Schön-\nheit, welChe Welten schafft, sie zerstört, um sie\nin noch höherer Vollkommenheit erstehen zu lassen,\noffenbarte sich in gleich großer Schönheit ibeim\nMenschen in der Quelle der höchsten Lust und zu-\ngleich seiner höchsten Kraft — jener Kraft, welche\ndie Allgewalt der Natur unterjochte, die Höllen-\nmacht der Gebirgs!ströme eindämmte und sie jn\nunzerreißbare Feslseln schlug, die Berge durchbohrte,\ndas Meer und die Lüfte zu gehorsamer, unter-\nwürfiger Demut zwang, die durch die organische\nProjektion in Kolben und Zylinder die Maschine\nerschuf und des Menschen Arbeit fast überflüssig\ngemacht hat.\nSolcher Art ist die Macht und Schönheit jenes\nWunders, das man mit Ehrfurcht in dem Ge-\nschlechtstrieb zu erblicken hat.\nUnd wo auch immer, und auf welche Art auch\nimmer sich dieser Geschlechtstrieb (äußert, ob in\nder Kopulation chemischer Atome untereinander,\nin der ewigen Verbindung und ewigen Trennung\naller Elemente oder in der körperlichen Vereinigung\nZweier Lebenswesen zu einem unzertrennlichen Eins\nin der ewigen, gottsuchenden Sehnsucht, oder in\ndem Bestreben, die zerstörten Bande, die uns mit\nder Gottheit verbinden, wieder herzustellen, sei es\ndurch die Kunst oder die Religion — überall und\nimmer ist der Geschlechtstrieb eine Emanation der\nhöchsten Schönheit, und schön ist der Akt, durch\nwelchen der Mensch sich seines göttlichen jund\nmetaphysischen Ursprungs bewußt wird.\n\nSchloß folgt\n\nSlawische Arbeiterin\nEduard Pukl\nSdhau diese Falte! Du, kleine Arbeiterin,\nhast sie gegraben.\nFröhlich singend,\nmit den Gefährtinnen plaudernd\nund hier und dort aufschauend von der Arbeit,\num zu den kräftigen,\nschwarzlockigen\nErdarbeitern\nhinüber zu schielen,\nalbb schufst du dein Werk.\nTief ist die Furche und gut ist die Arbeit;\ngut, wie immer die Arbeit ist\neiner gedankenlos, einer gefühllos schaffenden\nslawischen Taglöhnerin.\nKomm, kleine Arbeiterin!\nDer Plan des! Bauherrn der Welt\nwar schlecht angelegt\nund du sollst die Grube wieder Verschütten.\nKombi nur, mein Lieb!\nLeg mir die Hand\nauf die heiße Stirn\nund alles ist wieder gut.\n\nAstralia\nVon Alfred Döblin\nHerr Gotting, Adolf Gotting, Privatgelehrter,\nwohnhaft Albrechtstraße 15, drei Treppen rechts\nbei Frau Schälke. Er sitzt in seinem Zimmer auf\neinem Sofa und liäßt sich von der Lampe wärmen.\nEin gedrücktes Männflein mit verschrumpeltem Ge-\nsiCht, gelblich, entzündeten Augen und rascher\nweicher Stimme. Seine Finger stielten |mit den\nFransen der braunen Wolldecke, welche über seinen\ndünnen Beinen fliegt.\nMit kurzen Handbewegungen belehrt dasl Männ-\nlein seine Frau, ein blasses angenehmes! Wesen,\nweichest ihm gegenüber auf einem Stuhl mit ge-\nfalteten Händen sitzt, daß Uebung die Grundlage\nder Kultur sei und daß es wisse, wasi es sage. Auch\nwirke der Most erfreulich auf Magen und jegliche\nSchleimheit und werde wahrscheinlich im Darm zu\nWein umgewandelt. Die Kraft desi Lebens zur Ver-\nwandlung sei unermeßlich. Es wisse, was es sage.\nSanft haucht die verblühte Frau etwas' über\nfeuchte Herbstwitterung, über Aufregungen einer\nSitzung, über vielesi Trinken.\nIndesisen hebt das katarrhalische Männlein lang-\nsam mit gespreizten Fingern die von\nseinen Beinen auf, fegt sie neben sich auf das Sofa.\nSchlurrend, mit geknickten Beinen geht es an das\nFenster, öffnet es mit Knarren und sieht in den\nNachthimmel.\nSeine Stimme klingt geduldig und fromm.\n„Ich sollte dich nicht anhören, Elfriede. Du\nweißt nicht, was du sprichst.\nHeut ist Neumond. Du verstehst mich.\"\nEr sagt das: „Heut ist Neumond\" ganz ein-\nfach, ohne Pathos!.\n„Das Gemüt, das Gemüt. Wenn wir das Gemüt\nbereit halten, haben wir alles! getan. Heute ist\nNeumond. Von innen heraus! werde ich alles über-\nwinden. Wie ich schon manche Bedrängnis über-\nwunden habe. Und der Most\" — mit einmal1 schlägt\nein Entzücken in seiner Stimme auf und Feierlich-\nkeit —, „siehst du es nicht? Das Gemüt wird\ngeölt durCh ihn; es! wird behende gemacht, |und\ndann kann es! frei springen, in die Luft, wo jes\nfreiist. Da kann es hin springen. Oder auf die\nFelder oder in die Kartoffeln — das! ist ganz egal.\nUnd noch anderes, ja Elfriede : es kann zwitschern,\ndaä Gemüt, für alle alle Ohren zirpen, zwitschern,\nglaubwürdig »ingen.\"\nDas LiCht flackert, die Lampe blakt.\nAber alisi die bekümmerte blasse Frau ins Licht\nsieht, seufzt das Männlein.\nDasi sanfte Wesen weht auf das Männlbin zu,\nbindet ihm einen braunen, sch w a r zge st op 112 te n\nStrumpf um den Hak(\n„Zieh dich warrn an, lieber Adolf. Nimm dir\nauch eine Leibbinde um; sie liegt auf deinem Bett.\nAch, das lange Ausbleiben nachts. Nein.\"\nDas aufgeschwemmte liebevolle Nichts läßt sich\nvon dem Männlein die Hände drücken und ver-\nschwindet aus dem Zimmer.\nHerr Gotting, Adolf Gotting, Privatgelehrter,\nwohnhaft Albrechtstraße 15, drei Treppen hoch, bei\nFrau Schülke. Verfas'ser einer Geschichte der haupt-\nsächlichen Fehler im menschlichen Handeln seit\ndem Sündenfall bis! zur Gegenwart, Verlag SChultze\nund Velhagen, Berlin neunzehnhünclertunddrei, drei-\nhundertundsiebendzig Querseiten, gebunden vier\nMark, Mitglied mehrerer fromfrier Vereine. Grün-\ndete die freie Brüderschaft: „Astralia\", iarbeitet\naugenblicklich über „Dasl innere Leben und seine\nkörperliche Darstellung\". Er geht jetzt im dicksten\nDunkel, schweren Nebel, auf dem Wall der Stadt.\nEr geht sipazieren, weil er Denker ist. Er weiß,\ndaß er Denker ist; seine Frau weiß es nicht.\nDer gedrückte kleine Herr geht unter den\nschwarzen Ulmen und preßt sein Taschentuch gegen\nMund und Näsle. Er ist kein Spaßdenker, mehr als\nein Denker, ein Verkünder, ein Seher, der sieine Zeit\nabwartet. Er schlendert behaglich und froh, mit\neiner gewissen Sehnsucht; er nimmt mit seinen\nkleinen Augen Gedanken von den Bäumen herunter\nwie Aepfel. Die JaTire sind ja vorbei, wo etwas\nBitteres, Schwarzes neben den Ulmen hier kroch,\nabends, und die Hände ausstreckte. Man war still,\nwenn er redete, aber bald kicherte man und stieß\nsich an. Und das Gucken und Quietschen lund\nunterdrückte Gelächter, wenn das! Alräunchen ein-\ntönig seine Lehre hersang, seine Bußsalbadereien,\nmit den langen Armen fuchtelte, plötzlich abbrach\nund starr in den Lärm hineinhörte. Zu Hause\nversteckte es sich dann und sann über dasi Gebaren\nder Leute nach. Das! verdüsterte Alräunchen konnte\ndie Menschen dann hassen, drohte ihnen, aber\nerschrak bald über seinen Rachedurst und weinte\nverzweifelt, weil ihm doch die Kraft nicht gegeben\nwar.\nEines Tages iber wird ein Wunder geschehen,\ndarum sChleift es jetzt sehnsüchtig unter den Ulmen\nin der Sturm wiindnaCht; da werden sie glauben\nund nicht spötteln. — An einem angststarren Abend\nist ihm das zur Gewißheit geworden. Von innen\nheraus wird es ihn ergreifen, berühren, wenn das\nGemüt sich hoch genug gestaut hat; es wird ihn\nverwandeln, er weiß sielbst nicht wie. Seine Arme\nwerden nidht mehr dünn, lang wie Affenarme stein;\nseine Stimme nicht mehr krächzen. Ein Heiligen-\nschein wird über seinem Kopfe stehen. —\n„Hailoh, der Segen Gottes mit dir und alle jguten\nGeister.\" Die kleine Brüderschaft, ehrbare jdicke\nund dünne Männer, erhebt sich vor ihrem Vor-\nsitzenden in der niedrigen Schenke am Wall.\nSie trinken Most aus Holzbechern, preisen die\nunsterbliche Seele. Eins spricht nach dem andern.\nAlle Güter müssen geteilt werden, und das Törten\nv'on Tieren ist Mord, und wenn man nicht bald\nin siCh geht, steht der Weltuntergang bevor.\nSie trinken Most. In den plumpen schmutzigen\nHänden halten sie blaugeheftete Gebete, singen „ich\nweiß, daß mein Erlöser lebt\", und er ist nahe, mit\neiner Fußsohle steht er schön auf der Erde.\nSie rauchen ausi langen schwarzen Pfeifen mit\nTotenköpfen, qualmen heftig.\nEin gedrücktes Männlein mit verschrumpeltem\ngelben Gesicht, entzündeten Augen und rascher,\nweicher Stimme steht an einer Ecke des Tisches auf,\nmit geröteten Wangen.\nEs ruft in das erregte Gläserklirren hinein;\ndaß der Prophet nahe sei, daß der erwartete die\nUngläubigen niederstürzen werde, Völker und Kö-\nnige und Brüder. Er müsse kommen bald. Der\nsüße Trank beselige es. Im Stillen habe das Zu-\nkünftige siCh vorbereitet, gleichsam wie das Kind\nin einer Schwangeren; wer wisse, in welchem Leid.\nEs versichere die Brüder, es sei so. Der große\nKrieg werde ausbrechen, in dem die Menschen sich\ngegenseitig vernichten; schon sei die Spannung auf\nErden nicht mehr zu steigern, schon starre (die\nWelt in Rüstung, und nur die Friedfertigen blieben\nübrig. In den Wolken stünde schon der Heiland,"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "245", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.3", "texte": "bereit sein Werk zu vollenden, in den [Wolken,\nwelches seine eigenen Worte sind.\nSie trinken Most. Sie öffnen der Neumond-\nnacht die kleine Tür der Schenke.\nAuf einmal verstummen alle.\nEiner steht mit wirren Worten auf.\nSie erschrecken..\nEs geschehen heimliche Dinge. —\nAm nächsten Morgen schurrt etwas Verhutzeltes\nmit dünnen Beinen aus der Tür der Schenke.\nErst taumelt es, und die Hände suchen, greifen\nnach jedem Festen, Pfahl, Baum, Gartenzaun. Dann\ngeht es gerade und fest. Den Kopf auf die linke\nSchulter gefallen; geblähte Nüstern; wässrige, starre\nhalboffne \"Augen. Es geht halbnackt; in bloßen\nHemdärmeln ohne Stiefel und Hut. Es! wirft die\nBeine bei jedem Schritt weit nach vorn, preßt die\nArme vor die Brust aneinander. AIS die Menschen\noben auf der Ulmenallee stehen bleiben — ein\nkleines1 Milchmädchen mit ihrer Blechkanne und\nzwei Straßenkehrer, verschlafene weiße Gesichter,\nfährt das! Verhutzelte zusammen.\nMan sieht es an. Es muß gerade gehen, jawohl,\ngerade gehen.\nEsi singt Vor sich hin\nEs! geht langsam seines Wegs fürbaß, so selig,\nleidvoll, getragen von einer schweren dunklen\nWolke. In den Wolken steht es, in den Wolken,\nwelches seine eigenen Worte sind. —\nEin heißer Schauer fährt plötzlich über das\nMiännlein. Wenn esi geschehen wäre, das Unglaub-\nliche, die Verwandlung, heut über Nacht!\nDie beiden Straßenkehrer hatten es! angestarrt.\nEs redet sich und hebt den Kopf, läßt ihn wieder\nfallen. Esl war die heilige Neumondnacht. Und\nvon ihm ginge etwas aus, eine Scheu, ein Schein,\nvon seiner Stirne, von seinen Haaren. Besteche,\nbezwinge die Menschen. Es konnte ja nicht mög-\nlich sein.\nSummend, mit stillem Singen und Träumen geht\nes weiter.\nIn den engen Straßen unten stoßen sich die\nBarbiere, die Rolljungen, die Bäcker an; sie treten\nzusammen und zischeln. Ein offenes gemeines\nLachen hört Herr Gotting plötzlich, wie er es nie\ngehört. Und nun entsetzt er sich tief und in glück-\nlichem Graus: es ist geschehen, das Wunder hat\nsich vollzogen, der Herr hat es vollzogen. Laß,\nlaß sie fluchen und speien! Und fester Boden liegt\nunter seinen Füßen, er träumt nicht, atmet die kühlte\nMorgenluft. Mit beiden Sohlen steht er auf der\nErde.\nWährend er in die Hauptstraße einbiegt, in der\neben die Geschäfte geöffnet werden, laufen ihm\ndie Schuljungen in Rotten nach, stoßen sich an,\ngröhlen laut oder springen ängstlich beiseite.\nDas Leid aller Jahre ist vergessen; oh, Dank-\nbarkeit dem, der alles1 lenkt. Hosianah Dir, Herr!\nDas Männlein steigt die Treppen zu seiner\nWohnung hinauf, Albrechtstraße 15. Im Hausflur\nverstummen die Menschen wie mit einem Schlage,\nal'si sein Blick sie trifft. Dann hebt ein langes\nGeraune hinter seinem Rücken an und tönt noch\nafe die Glocke gezogen wird. Mit Lächeln geht das\nMännlein über die Schwelle. Das seltsame sieht\ndem schwermütigen dicken Geschöpf in die Augen,\ndas in das Zimmer hüsCht, wo das Verhutzelte steht,\nden Kopf auf die linke Schulter gefallen, die Arme\ngegen die Brust gepreßt, und Liebe um den Mund\nund die wäs'srigen, verkniffenen Augen. Seine\nbeiden Hände strecken sich nach ihr aus. Ueber-\nströmt von Süße und Ernst sagt es mit weicher\nStimme:\n„Siehst du — siehst du; ph, ich wußte es,\nElfriede. Nun bin ich wieder gekommen.\"\nSie hält stich am Fensterbrett fest, sieht auf das\nMännlein, schreit auf: „Adolf!\"\n„Ja, Elfriede. Ich habe mich in allen Nöten\nfür ihn bereit gehalten, ich habe so lange geharrt.\nSo bitteres! drum erduldet. Aber freut euch, die\nmit mir gewartet haben!\"\n„Bist du so gegangen, Adolf ? Den ganzen\nWeg, Sag, Adolf, bist du so gegangen? Du hast\nja gar keine Jacke an und gar keine Stiefel und gar\nkeinen Hut.\"\nDie Augen ihr gegenüber halten still; ein Ge-\nsicht erkaltet, eine Stimme antwortet ihr, die sich\njäh zu Erz erhärtet hat:\n„Du, ich sagte es schon, bist auch du Von der\nRotte Korah? Heb dich von mir, auf daß ich\nnicht unrein an dir werde,\"\nDas gelle unflätige Gelächter aus dem Hausflur\nund von der Treppe sdhallt ins Zimmer.\n„Adolf, was! ist geschehen? Wo hast du deine\nSachen gelassen?\"\nDaS Männlein sieht starr auf seine Füße, die\nHände flackern auf der Brust, der Kopf fällt langsam\nnadh vorn über.\n„Die Stiefel. Die Rotte Korah. Ja, was meint\ndass Weib damit? Was will das Weib in diesem\nZimmer damit gesagt haben?\"\nUnd dann brüllt es1 mit eherner Stimme, hervor-\nquellenden Augen gegen die Tür:\n„Nicht lachen, nicht lachen! Hier gibt es nichts\nzu lachen!\"\nUnd glüht mit einmal auf, läuft an das Bett,\nversteckt den Kopf unter die Decke, stammelt: „Oh,\nnidht lachen... Bitte, bitte, nicht lachen. Oh, ich\nbitte euch, ich flehe, ich fle—he —\"\nDa hat Sie nun das zitternde halbnackte Männ-\nlein zu halten.\n\nSucher und Priester\nVon Otto Weininger\nMan kann die Menschen einteilen in Sucher\nund in Priester, und wird durdh diese Einteilung\nviel gewinnen. Der Sucher siucht ,der Priester teilt\nmit. Der Sucher sucht vor allem sich, der Priester\nteilt vor allem andern sich mit. Der Sudher sucht\nsein Leben lang sich selbst, seine eigene Seele;\ndem Priester ist sein Idh von vornherein al'si Vor-\naussetzung alles anderem gegeben. Den Sudher\nbegleitet stets das Gefühl der UnVollkommenheit;\nder Priester ist vom Dasein der Vollkommenheit\nüberzeugt.\nDer Untersdhied, den idh meine, wird so viel-\nleicht am klarsten. Nur Sucher sind eitel\n(und emp 112 indlich). Denn die Eitelkeit ent-\nspringt aus dem Bedürfnis nach dem Finden und\ndem Gefühl1, noch nidht — sich noch nicht — ge-\nfunden zu haben. Der Priester ist nidht eitel, er\nfühlt sich nicht leicht getroffen, und ist ohne Be-\ndürfnis nach der Anerkennung von außen, weil er\ndiese Unterstützung nidht notwendig hat. Dagegen\nhat er Bedürfnis! nach dem Ruhme; Voraussetzung\ndes Ruhmbedürfnisses ist innerliche Ueberzeugung\nvon sidh; sein Wesen, dieses Idh den anderen\nmöglichst vollkommen darzubringen und sich ihnen\nso zu Verbinden. Der Ruhm wird hierdurdh dem\nOpfer Verwandt.\nIch will nun je vier Beispiele von Suchern und\nVon Priestern anführen, bevor ich in der Analyse\nfortfahre.\nSucher waren: Hebbel, Fichte, Brahms, Dürer;\n(Fichte war Prediger. Man verwechsle das\nnicht mit Priester.) Priester: Shelley, Fedhner,\nHaendel, Böcklin. Den Suchern gemeinsam ist, wie\nman sieht, die L i n i e o h n e Färb e; den Prie-\nstern gemeinsam die Farbe ohne Linie.\nDie Farbe ist hier als Symbol der Sinnlichkeit\ngedadht; zur Sinnlichkeit nämlich steigt der Priester\nherunter, indes1 der Sudher von ihr zur Geistigkeit\nhinauf will. Darum hat der Priester das eigentlich\nstarke, große Verhältnis zur Natur; denn der Priester\nkömmt vom Geiste, und sucht die Welt zur Deckung\nmit sidh zu bringen; alles soll hell erstrahlen wie\ndaS Feuer in ihm selber. Der Sudher hingegen hat\nvor dem Priester voraus das Verhältnis zur Ge-\nsellschaft: denn sozial Wird der Mensch, weil\ner Sich selbst im andern sucht. Zur Kultur, zu\nRedht und Staat und Sitte tritt s'o nur der Sucher\nin ein tiefes Verhältnis; in der Natur hat er\nhöchstens für ein Phänomen großen Sinn: für den\nWald, als das Symbol des Geheimnisse1 s.\nDenn der Priester hat die Offenbarung hinter\nSidh, und Tag ist in ihm; der Sucher strebt zu ihr\nempor, aber er ist noch blind. Der Priester steht\nbereits im Bunde mit der Gottheit; nur er kennt\ndie mystischen Erlebnisse (extreme Sucher wie Kant\nöder noch besser Fichte kennen solche nicht). Das\nAbsolute, die Gottheit ist dem Priester als Voraus-\nsetzung, als Schatz gegeben, oder als Pfand des\nHöchsten; dem Sucher als Wert, tals Z i e 1. Der\nPriester bringt sich der Welt dar, trägt ihr den\nBund an; der Sucher entflieht der Welt, weil er\nnoch keine Weihen empfangen hat. Jeder Suchende\nist naturgemäß ein Fluchender; der Priester ist\ndas Gegenteil des ein Sehender und ein\nSegnender. Der Segen ist dem Sudher hingegen\newig unverständlidh.\nMan hält oft den Priester für den eigentlichen\nKünstler, und erklärt Männer wie Ibsen, der\ndem Sucher sehr nahe, und Hebbel, der ihm noch\nviel näher steht, für keine edhten Künstler. Ganz\nmit Unredht; (man ist hier getäuscht durch einen\nfalschen Begriff Von Sinnlichkeit in der Kunst.\nShakespeare war gewiß ausschließlich Künstler und\ndodh Stiel (mehr Sudher als! Priester. Im übrigen\nsind Sudher und Priester Extreme ; die größten Men-\nschen sind beides, am öftesten zuerst Sudher, um\nsidh dann in Priester zu verwandeln: wenn sie\nden Quell gefunden, sich selbst# erlebt haben. So\nGoethe, So Wagner. Goethe ist Sucher im Urfaust,\nPriester in der Iphigenie ; Wagner ist Sucher äm\nHolländer, im Tannhäuser (der Pilgerchor gibt eine\nwunderbare Vorstellung von dem, was Suchen heißt)\naber audh im Tristan, besonders im zweiten Akt\n— denn der Sudher ist erotisch ; der Priester sexuell,\nohne besonders von dem Gesdhledhtstrieb diffe-\nrenzierte Liebe. Priester ist Wagner schon im\nLohengrin (der Sinn für das Fest, für Feier ist durch-\naus priesterlich); (Vor allem aber im dritten Akte\ndeS Siegfried, wo der Sinn für das Gefundenhaben,\nder Triumph der Erfüllung So ungeheuer groß ist.\nDenn der Priester muß kein friedlicher idyllischer\nMenSCh isein; aber er hat als Kämpfer nur Sinn\nfür den Sieg, nicht für die Anstrengung des\nRingens, nicht für das Bangen vor der Niederlage.\nNietzsche war lange Sucher; erst als Zarathustra\ntat er den Priestermantel um, und da stiegen nun\njene Reden vom Berge herunter, die bezeugen, wie-\nviel Sicherheit er durch die Verwandlung gewonnen\nhat. Des Priesters (als des Sehers!) Erlebn i s s! e\nsind intensiver als die des Suchers; und darum ist\ner überzeugter von sidh, er fühlt sich als erkorenen\nSendboten von Sonne, Mond und Sternen, und\nhordht nur, (um deren Sprache so ganz zu ver-\nstehen, wie er es als eine Pflicht fühlt.\nSucher waren noch Rousseau, wie es scheint,\nCalderon, Sophokles, Mozart; ein beinahe Voll-\nkommener Priester sdheint Pind a r. Beethoven ist\nSudher im Fidelio, Priester in der Waldstein-Sonate,\nderen letzter Satz der höchste Gipfel der apollini-\nschen Kunst ist.\nDer psychbphysische Parallelismus scheint eine\npriest er liehe Vorstellung zu sein (denn der Priester\nkommt vom Geiste und will die Natur aufnehmen,\ner fühlt Sidh mehr vor der Natur, der Sucher mehr\nVor dem Geiste schuldig); er ist darum auch\nDeterminist, weil ihm Freiheit und Gesetzlichkeit von\nVornherein eins sind. Der Sucher ist Indeterminist\nund Verflucher des Leibes. Der Sucher ist schweig-\nsam, jversdhlossen (nicht zu verwechseln mit dem\nverschlossenen, das [heißt unaufrichtigen und ,un-\nsozialen Verbredher); der Priester offen, sidh dar-\nbietend (nicht zu verwechseln mit Schamlosigkeit),\nweil er nicht Sucht, sondern die Vollendung schon\nenthält und nur ganz zu verstehen, auszudrücken\nstrebt.\nAus den Nachlass. Auf die Werke Otto Weiningers: Ge\nschlecht und Charakter und Ueber die letz-\nten Dinge, verlegt von Wilhelm Braumüller in Wien, sei\nnochmals hingewiesen.\n\nFrühling in Finnland\nVon Heinrieh Pudor\nWie ein Wunder schien es. Nordischer Winter —\nund nun brachten heiße Winde Liebe, Hoffnungen,\nFreuden, Wünsche und Tröstungen. Sie schmiegten\nsich an die Wangen und kosten mit dem Fleisch\nund liefen wie Sonnenblicke über die Augen. Süß\nsang dieser Wind. Wie man diesen warmen Luft-\nwegen sich entgegenneigte, die lauen Winde imit\nHaar und Wangen spielen ließ ! Die Sonne schien\nnicht; aber hin und wieder sah man den blauen\nHimmel1 durch Wolken wie Erinnerungen.\nVon den Dächern tropfte der getaute Schnee,\nVon den Bäumen rann es nieder — alles will sich\nin Hingebung und Liebe auf lösen. Die Bäume\natmen wieder: es wurde etwas in der Welt! Wie\nweiches Frauenfleisch schmiegt sich die Luft an den\nKörper; sie ist gut und will für allen Winterfrost\nentschädigen. „Mein Geliebter, mein Heißgeliebter,\nich will dein Herz öffnen, es wärmen, die Liebe\nhat die Erde nicht Verlassen. Gestern wehte ich\nüber Olivenwälder, heute bin ich bei dir in Fin-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "246", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.4", "texte": "Land, mein Kind, wo gestern nodh das Holz im\nFroste knarrte, wo gestern noch die Menschen Vor\nKälte schauerten; heute bin ich bei dir; da hast\ndu midh, ich bin liebetrunken, ich vergehe vor\nSehnsucht nach dir, ich will von dir umarmt sein,\ndich brennen fühlten ...\"\nUnd die Menschen kamen aus ihren Zimhiern\nund ergingen sich in der warmen Luft — leise\nkamen sie — wie ein Wunder schien es ihnen —\nbrünstig sogen sie die laue Luft ein. Und am\nAbend, ehe sie sidh niederltegten, öffneten sie die\nFenster und Türen, und schliefen nicht, um zu\nträumen vom Frühling.\n\nDie schönste Frau\nIch bin jetzt endgültig gegen die Lebensfreude.\nDie neue Operette im Theater des( Westens hat mir\nden Rest gegeben. Da es nicht mehr möglich1 zu\nsein scheint, in ein Theater zu gehen, ohne Herrn\nRudolf Lothar persönlidh oder künstlerisch zu be-\ngegnen, wird man lteidhten Herzens' auf Vergnügen\nverzidhten, die allenfalls! für reichgewordene Bäcker-\nfrauen und Berliner Lebemänner genügen. Kürzlich'\nfuhr idh iin der Stadtbahn. Im Nebenkupee unter-\nhielten siidh einige Herren sehr lebhaft über \"die\nTälente des nicht zu vermeidenden Herrn Lothar.\n„Denken Sie sich, da klingelt neulich Bote & Bock\nbei Dr. Lothar an und fragt, ob er ihm bis! zum\nnädhsten Tage um fünf Uhr einen Operettentext\nschreiben könnte. Der Komponist brauche ihn aber\nbestimmt um fünf Uhr. Und was glauben Bie.\nLothar nimmt das! an, und pünktlich1 zur festge-\nsetzten Stunde ist das Libretto fertig gewesen. Das\nkann ihm niemand nachmachen.\"\nIdh bestreite es. Und begreife nicht, wie kn'an\nzu einem derartigen ungereimten gereimten Blödsinn\nVierundzwanzig Stunden braucht. Wenn das! Zeug\nnur gesungen würde! Aber Herr Lothar ist im-\nstande und läßt es drucken. Er wird zusehends\npoetisdher und Verekelt der Menschheit allmählich\nselbst die harmlosesten Freuden. Jetzt spuckt seine\nLyrik sbgar in die Tasse Tee.\nWenn ich den goldnen Tee\nIn weisser Tasse seh,\nWenn aufwärts in die Luft,\nSteigt sein balsamscher Duft,\nUmgibt mich wundervoll immer\nDes Zauberlandes Schimmer;\nDie indische Märchenwelt,\nIn süssem Bann mich hält.\nEin Tropfen Vergessenheit,\nEin Tropfen Seligkeit,\nAls spielte des Ganges Welle\nVor meiner Seele Schwelle.\nDer heisse Trank belebt mich,\nDer goldne Trank erhebt mich.\nDie Sonne des Südens ich glühen seh\nIn einer Tasse Tee.\nDasl sind Herrn Lothars Erlebnisse bei einer\nTaste e Tee. Nimmt es Wunder, daß ihn ein Walzer\nübersinnlich macht?\nWas kann es schönres geben,\nAls so im Walzer schweben,\nUmgaukelt von Melodien\nZu fliegen dahin?\nVon Tönen emporgehoben,\nSo schweb ich nach oben,\nHoch über der Erde Leid,\nIn Seligkeit.\nDaÖ ist die ernste Muse. Sie kann audh sdielL\nmisch werden:\nIch streiche meines Muffes Pelz\nUnd lächle mit der Zähne Schmelz,\nIch blicke gradaus, frank und frei,\nUnd Koketterie ist doch dabei.\nDoch beim Trank wird §!ie naturgemäß religiös:\nSolch ein edler Wein\nWill getrunken sein,\nDazu hat ihn Gott gemacht,\nGottes Wille sei vollbracht!\nSchließlich1 vermag die Lotharsche Mus© über-\nsinnlich und schelmisch zugleich zu stein:\nNehme ich den Kelch zur Hand,\nPerlend steigt der Sekt zur Hand\nUnd die Gläser klingen fein,\nWie ein Silberglöckelein:\nKlingen leise durch das Herz,\nKlingen leise himmelwärts.\nUnd es spricht ein jeder Klang,\nAch, von Wünschen heiss und bang.\nNachbarin, so guck doch, guck,\nErst ein Blick und dann ein Schluck.\nWenn sich aber alles in Lothar empört, weiß\ner audh kräftigere Töne anzuschlagen:\nDie Lebensart ist schön und gut,\nJetzt aber schäumt in mir das Blut,\nIch schrei es wild und laut:\nJetzt fahr ich aus der Haut.\nDas Publikum1 aber audh. Nur Herr Lothar\nwird slidh schwer hüten, es zu tun. Er hat recht\nDenn so lange ihm die Hoffnung bleibt, daß jemand\ndies blöde Gestammel verlegt, ein anderer es an-\nnimmt und aufführen läßt, ein dritter es lobt und\nein vierter esf kritisieren muß, so lange hat Herr\nLothar sogar ein Redht, sich im Lokalanzeiger\nkritisch zu äußern.\nIrgend jemand schrieb zu diesem! Quatsch Musik\nvon verschiedenen schlechten Komponisten ab. Und\nder ganze Unfug wird im Theater des! Westens\nzu wohltätigen Z wedken für die Direktion aufge-\nführt. Die Darstellung war der ganzen Angelegen-\nheit würdig. Idh hatte leider ein junges wunder-\nsdhönes Mädchen mitgenommen. Es war zum\nerstenmal im' Theater. Es tat mir leid. Trust\n\nVon der Operette und vom Tode\nH. W.\nDie Operettenfritzen werden immer dreister. Da\ngibt es zum Beispiel einen Herrn Lehar, der ganz\nnette Walzer schreiben kann. Dieser Herr besitzt\nden Mut, sich mit Öffenbach zu vergleichen. Und\nnoch dazu in lyrischer Form. Die Münchner jNeusten\nNachrichten sind „in der Lage\" den ersten poetischen\nVersuch des weltbekannten Operettenkomponisten\nder gänzlich sprachlosen Oeffentlichkeit übermit-\nteln zu können.\nDass wir gefallen nimmt man uns iibel\nUnd \"Wirft uns oft in einen Kübel\nMit Dilettanten der seichten Musik —\nGern bräche so mancher uns das Genick.\nUns aber schreckt nicht die kriegrische Meduse,\nWir opfern weiter der heiteren Muse,\nEs gehn unsre Weisen von Mund zu Mund\nWir sind ja doch mit dem Volk im Bund.\nUnd was den Niedergang anbelangt,\nVor dem der geneigten Kritik so bangt,\nIn alten Journalen ist's nachzuschlagen:\nDie Phrase stammt schon aus Offenbach's Tagen.\nWas einstmals ich furchtbar verrissen fand,\nWird überall „klassisch\" heut genannt.\nVielleicht wird die Ehre auch mir widerfahren. —\nNein, Herr Lehar, Sie können es glauben, das\nwird nie eintreten. Wenn Sie auch den feinen\nUnterschied zwisdhen Dilettanten und Künstlern der\nseiditen Musik konstruieren zu wollen scheinen.\nSoweit haben es die Künstler noch nie gebracht, mit\ndem Volk im Bund zu stehn. Aber das Volk hat\neinen gesunden Magen und verschluckt schließlich\n• auch Ihre Weisen. Natürlich riecht es nachher ent-\nsprechend aus dem Mund. Uns, deß können Sie\nversichert sein, hängt Ihre Musik schon aus dem\nHalse. Daran können auch Ihre Gedidhte nichts\nändern. Die Blamage, Sie verkannt zu haben,\nnehmen wir gern mit in die Ewigkeit.\nEine neue Methode berühmt zu werden... Man\nsuche sich einen möglichst bedeutenden oder zum\nmindesten berührten Künstler (am besten (einen\nSchauspieler) aus, und zwar zu einer Zeit, in der\ndas Objekt durch schwere Krankheit wenig wider-\nstandsfähig ist. Dann pflege man diesen Künstler\ntreu bis in den Tod. Man versuche, dem Ster-\nbenden Erinnerungen zu entreißen, die sich später\nin Memoirenform, autorisiert und in Halbfranz ge-\nbunden bequem in den Handel bringen lassen. Be-\nsonders empfehlenswert bleibt es, den Unglück-\nlichen so zu belästigen, daß er keine Sekunde bei\nTag oder Nacht ohne den Anblick des „Freundes\"\nleben oder sterben kann. Denn es könnte sonst\nder Fall eintreten, daß ein Journalist das Kranken-\nzimmer betritt und sich nicht Von der Aufopfe-\nrung durch Augenschein überzeugen kann. Wenn\nman in den letzten Wodhen die Tageszeitungen las,\nso konnte man meinen, daß der berühmte Schau-\nspieler Birinski im Sterben liege und von dem be-\nkannten Dichter Kainz gepflegt werde. In jedem\nTelegramm stand zu lesen, daß der Herr Birinski\nwieder einmal das Krankenzimmer betreten oder\nverlassen habe. Kainz starb nicht, sondern Herr\nBirinski betrat um zwei Uhr das Sterbegemach,\num1 Kainz sterben zu sehen. „Die Wärterin sagte\nzu Kainz: Sie meinen wohl, Herr Birinski könne\nsich ruhig zu Bette begeben? Ein zustimmendes\nLächeln war die Antwort.\" Aber Herr Birinski wird\nsich hüten, dem Künstler diesen Gefallen zu tun.\nDer „getreue Pfleger und Freund\" kann doch in\nden wichtigsten Momenten nicht seinen ange-\nmaßten Platz verlassen, nachdem er wochenlang\nauf das Ereignis gewartet hat. Er paßt es ab,\nund ist, wie telegraphisch versichert wird, natürlich\nin der Lage, Frau Kainz von dem schweren Schlag\nin Kenntnis zu setzen. -Aber das alles wird Herrn\nBirinski nichts nützen, der Abgang war gut, aber\ndodh ein Abgang. Ein ähnliches widerlich auf-\ndringliches Theater ist mir noch nicht vorgekom-\nmen. Birinskis Sdhauspiel wird gespielt werden.\nEs fällt durdh. Und wo nimmt er dann einen\nneuen Künstler her, der sich von ihm zu Tode\npflegen läßt. So gütig, wie Kainz es war, ist nicht\njeder. Sonst zertritt man Ungeziefer. Doch sollte\nHerr Lehar gelegentlich einen neuen Librettisten\nbrauchen, so empfehle ich ihm Herrn Birinski.\nL'ami de Kainz.\n\nDie Wiederkäuer\n\nIch habe d'Aurevillys „Diner der Atheisten\"\nschon zweimall gelesen, ohne von der Art des Diners\nmehr zu erfahren, al'sj daß es jeglichen Freitag\nauSI Fleisch und Fisch bestand, und daß die Gott-\nIbsen Kaffee tranken, als der junge Mesnilgrand\nmit seiner Erzählung zu Ende war. Und so viel\nich weiß, hat auch Rops zu dieser Novelle keine\nIllustration geschaffen, die den Kreis der Teuflischen\nmit Gabeln und Messern hantieren zeigt. Nun\nstehe ich seit einigen Tagen fast vor einem Rätsel1.\n„Jettchen Gebert,\" so sagt Robert Saudek im\nBerliner Tageblatt, „Georg Hermanns entzückend\ngeschriebenes Kurturbild erlangte seinen Erfolg beim\nPublikum nicht um seiner künstlerischen Qualitäten\nwillen, sondern weil in keinem Buch der letzten\nJahre sto viel und so behaglich gegessen wurde.\"\nD'Aurevillys ältere Novelle fesselt, trotzdem der\nLesler kaum erfährt, ob in ihr viel und behaglich\ngegessen wird. Sie hatte keinen Massenerfolg. Aber\n„eis! müßte in der Tat [mit unrechten Dingen zu-\ngehen, wenn Erzählungen Massenerfolge erzielen\nkönnten, ohne den Magen ihrer Leser zu befriedi-\ngen\". Saudek muß uns' eine Literaturgeschichte\nschreiben. Er wertet die Güte eines Buches nach\nder Wirkung, die es' auf einen Gourmand ausübt.\nDenn hat man al'si Feinschmecker seinen Magen\nmit Andacht gefüllt, kann man beim besten \"Willen\n(Andacht muß eine sehr schwere Speise sein) in\ndieser Ridhtung nichts mehr leisten, dann setzt man,\nVon einem Dichter geleitet, die liebe Tätigkeit jtn\nGeiste fort. „Denn man ist gebildet und hat Phan-\ntasie\".\nAber man ist nicht nur gebildet und hat Phan-\ntasie, sondern man ist auch gebildet, um zu wissen,\noder weil das weiß, ist man gebildet, daß\ndie Geberts! auffallend viel aßen und wenig tranken.\nDoch mit den „Geberts\" hält es nur ein Teil der\nBerliner Bevölkerung. Im allgemeinen ist sie trink-\nfest wie der alte „Haindl\". Er schwört wohl hoch\nund heilig auf stein Backhähndl, aber seinen Feu-\nrigen muß er dazu trinken. Weil „der liebe Gott\nbekanntlich Zeitbedürfnisse schafft und auch für\nBefriedigung slorgt, verlangte die Zeit (ob die Wie-\nner „Zeit\" gemeint ist?) nach einem Verherrlicher\nder Wiener Küche. Und der Verherrlicher kam.\"\nDem Gott, der in das Freibett der Zeit Bedürf-\nnisse legt, die nach Befriedigung lechzen, damit\njeder Kastrat an ihnen sich' versuche, sei Dank\ndafür gesagt, daß Wien, die Stadt der besten Küche,\nseinen Dichter gefunden hat (einen würdigeren\nkonnte Sie schon nicht finden), nachdem ihn Berlin,\ndie Stadt, „in welcher der Kalbsbraten bekanntlich\nledern schmeckt\", bereits gefunden hatte. An der\nJugend und an der Art der Panierung einesi Back-\nhähndls soll der reic'hsdeutsche Leser der „Haindl-\nkinder\" erkennen, was! alte Kultur vermag. Der\nReichsdeutsche (versteht nach Saudek überhaupt nicht\nzu essen, der tranchiert ein Backhuhn mit Messer\nund Gabel, als! wenn es ein Schweinsrücken wäre,\nwährend der Wiener sein gebratenes Stück in die\nHand nimmt und das! Mark aus den Hühnerknochen\nsaugt, „daß die Zunge vor Wonne schnalzt\". Und\nHier liegt der Trick. Der Dichter könnte sehr\nwohl ergänzen ... wer du bist, aber er tut das nicht,\ner überläßt die Arbeit dem lieben Leser\". Dieser\nergreift auch die ihm zugedachte Aufgabe, gibt"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "247", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.5", "texte": "die Antwort und löst die schwierigsten Probleme.\nDer liebe Leser ergreift nidht die Flucht, so viel\nrühmenswerte Feigheit besitzt er nicht, er ergreift\ndie ihm zugedachte Aufgabe,\nProbleme, die in der Garküche der Bartsch und\nHermann mit Pegasusschmalz zubereitet werden,\nmutig zu fressen. Das ist aber eine Zumutung an\nden satten Leser, weil doch die Lektüre eines mo-\ndernen Romans die Gourmands und Gourmets unter\nden Lesern in gleidher Weise in Wohlbehagen Ver-\nsetzen, da sie eine Einladung an die „Wiederkäuer\"\nsein soll. Unter einem „Wiederkäuer\" versteht Sau-\ndek einen Lesler, in dessen Innern für das Thema\n„Eissen\" so viel Liebe in stets: wacher Bereitschaft\nruht, daß er beim Lesen selbst einer halbwegs guten\nSchilderung einer Mahlzeit sich selbst sofort am\ngedeckten Tisch zu sehen und alle Freuden einst\ngehabter Mahlzeiten nadhzufühlen vermag. O, drei-\nmal wiedergekauter Unsinn. —\nVon weldhem Wert sind diese Bücher für den,\nder sich nicht satt essen kann? Oder ergeht es\neinem Lesler dieser Lektüre wie jenem bedauerns-\nwürdigen jungen Menschen, von dem uns Hauff\nin der Kontroverspredigt über F. Clauren und den\nMann im Monde erzählt? Er hatte kein Geld und\nwar trotzdem immer satt, speiste er doch bei\nClauren. Hauff empfahl ihm als Lektüre ein Koch-\nbuch, das doch zum mindesten mehr Abwechslung\nbietet, aber der junge Mann bleibt bei seinem\nClauren, denn der erzählt auch, wie alles schmeckt.\nDas tun heute die Bartsdh, Hermann, Ompteda\nund andere, alles Män n er, welche „die Berliner\nWiederkäuer als1 ihre Dichter gefunden hatten, und\nes war ein sonderbarer Zufall, (daß ihre Dichter\nauch unsere Dichter waren.\" Auch unsere!\n\nJ. A.\n\nDie Romantischen\noder die grosse Revolution\nProgre B\nEntschluß nach1 der Aufführung im Deut-\ns d h e n T h e a t e r: Ich werde der Redaktion dieses\nBlattes vorschlagen einen Preis zu stiften. Einen\nReisepreis, für Berliner Zeitungskritiker. Warum\nsollen es die schlechter haben lalsl ihre Kinder?\nKinder, die Teeprämien sammeln, reisen heute nach\nBrüssel; Jungens, die französische Aufsätze schrei-\nben, nach Paris. Ich werde den Herrn Doktor\nvom großen Blatt in die Comedie frangaise schicken.\nOder noch billiger: ich verehre ihm eine\npopuläre Ausgabe von den „Drei Musketieren\", das\nist dasselbe. Damit er sieht, was gallischel Tra-\ndition ist und sich seine eigene Meinung spart.\nWobei gleichzeitig einmal festgestellt sei, daß nicht\njeder das Recht auf seine Meinung hat. Wenn der\nZeitungskritiker revolutionär wird und stürmisch\nnach dem „echten Dichter\" schreit, so wird er\nsicher nächstens in Kapitelchen schreiben, um mit\nAlfred Kerr verwechselt zu werden. Er merkt\nnicht, daß Rostands Jugend werk viel wertvoller ist\nals jedes spätere, weil es eine bewußt vorgeahnte\nPersiflage auf Niveau und Stimmung der Cyrano\nund Aiglbn ist. Er nimmt den Chantecler ernst-\nhaft als Dichtung, und sieht nicht, daß in den\n„Romantischen\" Franzlosengeist eine Satire über den\neigenen Dichter spricht. Er hat keine Ahnung da-\nvon, daß das Lustspiel desi Zwanzigjährigen nicht\nein Seeleneffekt, sondern eine leichte gesellschaft-\nliche Angelegenheit sein will. Die reine Angelegen-\nheit eines gut erzogenen Verstandes, die der Herr\nvon der Zeitung indessen verschmäht, wobei\ner sich für abwesende Mystik begeistert. Er rollt\nsogar fürchterlich die Augen und findet mit Un-\ngeheurer Selbstüberwindung Fuldas Uebersetzungs-\nverse „läppisch\". Wobei ihm entgeht, daß sie die\nbesten sind, die Fulda je geschrieben hat. Denn\nsie sind traditionelle Gebrauchsdinge aus! zweiter\nHand nach traditionellen Selbstverständlichkeiten,\ndie auch aus zweiter Hand sind. Für die Presse\nhier anzumerken, daß in Deutschland allein Kerr\ndas Recht hat, Fulda schlecht zu finden, genau\nwie allein Karl Kraus das Recht hat, Harden ab-\nzutun: Parthenogenesis der Gegnerschaft, unbe-\nfleckte Empfängnis der Wut. Bei den anderen Herren\nist es Literatenpolitik. Diesesi Stück Rostands ist\nübrigens darum gut, weill seine Begebenheiten Von\neinem Willen gelenkt werden. Der Mann mit dem\nWillen ist ein Fechtmeister, der seinen Kunden alle\ngewünschten Phantasien einer romantischen Bür-\ngerlichkeit vormacht, ein Napoleon gegen bar.\nKreuzung aus Corneilks „Lügner\" und einem\nHelden des alten Dumas. Jeder Franzose weiß,\nwas gemeint ist, und fühlt sich getroffen. Rostand\nselbst auch. Ein Scherz über die Selbstverständ-\nlichkeit pathetischer Schwindeleien. Jede Rolle\nparodiert sich selbst. ;Nur der emsige Herr von\nder großen Berliner Gazette macht Revolution. Von\nvorgestern.\n\nNotizen\nPrivates\nIm Modernen Thea t e r fand große Fa-\nmilienfeier statt. Der Sohn des Direktors führte\nRegie, die Tochter debütierte. (Hoffentlich tut sie\nes nie in der Oeffentlichkeit, wenn auch die Ver-\nwandtschaft lebhaft applaudierte.) Der Gelegen-\nheitsdichter Rudolf Presber besaß die Liebenswür-\ndigkeit, ein Stück aus dem Französischen zu über-\nsetzen. Es war sehr gefällig. Den Gästen wurde\nauf dem verzierten Festprogramm bekanntgegeben,\nwelche Firma die Beleuchtungskörper lieferte. Denn\nsie blieben die Lichtpunkte.\nAntwort\nEin Bri e fsich reibe r hält die Form, in die Adolf\nLoos Seine Tristankritik kleidete, für ein Plagiat,\nbegangen an einer kürzlich erschienenen Skizze im\nSimpliziisisiimus, die lAlfred Polgar zum Verfasser\nhat. Wir teilen daher mit, daß die Loossche Kritik\nknapp nach der Neuinszenierung Rollers, also Vor\nJahren, geschrieben wuride.\nZum Schweigen der Berliner Kunstkritik\nDas Museum Folkwang zu Hagen in West-\nfalen hat als erste reichsdeutsche Galerie ein Ge-\nmälde von Oskar Kokoschka (Porträt der\nHerzogin Von Montesquiou-Rohan) seinem Besitz-\nstand angegliedert.\n\nOh! lächelte er diskret\nVon Quintus Fixlein\nDer junge Herr, der hin und wieder seine\ndummen und überflüssigen Gedanken aufschreibt\nund deshalb Schriftsteller genannt wird, erwartet an\nder Normaluhr auf dein Potsdamer Platz seine\nGeliebte.\nEs ist zehn Minuten nach drei.\nVerflacht!\nEr durchmißt zum hundertvierzehnten Male den\nRaum zwischen der Normaluhr und der großen\nBahnhofstreppe. Seine Gedanken beginnen zu\nsieden. Hundertvierzehnmal hat sein gepeinigtes\nAuge die Inschrift an dem neuen Bierpalast gestreift:\nErbaut unter der Regierung Kaiser Wilhelms 11.\nDazu diese Hitze!\nEr bleibt stehen und sieht einer Dame nach,\ndie — wahrhaftig! — mit ihr eine entfernte Aehn-\nlidhkeit hat. Freilich nur eine entfernte, von hinten\ngesehen.\nNein! Er lächelt. Sie hat nicht die geringste\nAehnlichkeit mit Tilly. Ich bin vielmehr im Begriff,\nmir das Vorzulügen, um eine /Entschuldigung zu\nkonstruieren für meine Untreue. Denn wer ein\nWeib ansieht\n„Hoppla!\" entschuldigt sich der Dienstmann,\nder einen schweren Koffer schleppt und den jungen\nHerrn empfindlich auf den Fuß getreten hat.\n„Oh bitte\", sagt der junge Herr. Und er denkt:\ndas Leben! Es schert sich den Teufel um Reflexionen\nund respektiert weder die Empfindsamkeit noch die\nEmpfindlichkeit.\nUebrigens — wenn sie bis fünf Minuten nach\nviertel nicht da ist, lasse ich sie sitzen!\nEr wirft einen scheuen Blick nach der Inschrift\ndes Bierpalastes.\n„Erbaut unter der Regierung Kaiser Wil-\nhelms II.\" surrt es medhänisch durch sein Gehirn.\nHölle und Teufel! jetzt könnte sie aber wirk-\nlich da sein. Er geht noch einmal, die Uhr in der\nHand, zurück. Schon ganz tiefsinnig. Vor der\nBahnhofstreppe rennt er mit einem Mann zusam-\nmen, der aussieht, als ob er aus Kötzsdhenbroda\neingewandert wäre, oder aus Langenbielau. So sieht\ner aus. Ein Viktualienhändler, der über den großen\nZeh geht, einen Viereckigen Volfimrt trägt und jeden-\nfalls ein deutscher Mann ist. Dieser Mann 112 •gert\nsich. Weil der junge Herr nicht aus KötzscheiV >da\neingewandert ist, nicht über den großen Zeh [cht,\nkeinen viereckigen Vollbart trägt und sonach 'k ein\ndeutscher Mann ist. rl\nIn diesem Augenblick treibt der Zufall -,'.r\njungen Herrn einen Nagel, eine Phrase ins GpV;w\nwie man sie in den Zeitungsromanen liest, di r\nKötzsdhenbroda oder Langenbielau erscher i.< 1\nOder in Berlin: ~\nOh! lächelte er diskret...\nDer junge Herr atmet auf, denn fürs ersie\ndas: Erbaut unter der Regierung... siegreich \\ j:\nden Ganglienzellen seines Gehirns in die Flu'\ngeschlagen.\nEr lächelt glücklich und vergißt eine Minute\nnach der Uhr zu sehen.\nOh! lächelte er diskret — ein wundervoller Satz!\nMan kann ihn in tausend Zusammenhängen an-\nwenden. Er bedeutet auf dem sorgsam abgesteckten\nSandfel'de des Familienromans den beweglichen\nFußball, den der flinke Autor zum Ergötzen der\nLeser Von Berlin und Kötzschenbroda bald nach\ndieser, bald nach jener Ecke schleudert. Hin-\nwiederum ist er wie ein sanft abführendes Oel1 oder\naber ... der junge Herr wird unruhig. Der präch-\ntige Satz fängt an, sein Gehirn zu molestieren. Wie\nein frisch eingefangener Stieglitz im Käfig beginnt\ner durch die Gehirnzellen zu flattern und um Frei-\nlassung zu piepsen ...\nDonner — Donnerwetter! Es ist zehn Minuten\nnach viertel und von Tilly ist noch nicht einmal\nder Rand des Hutes zu sehen.\nAlso noch fünf Minuten. Sonst heißt es eben\nein Mann sein und —\n'V\nOh! lächelte er diskret.\nVerzweifelt schaut er um sich. Vorn an der\nWand des Bierpalastes leuchtet es grell: Erbaut\nunter der Regierung... Krampfhaft hält er sich\nin der Nähe der Bahnhofstreppe.\nNoch eine Minute! Die Gewißheit, Tilly heute\nnicht mehr zu sehn, verwirrt ihn völlig. Er hat\nein Gefühl1, als bohre man ihm ein Messer in die\nEingeweide und drehe es rasch hintereinander drei-\nmal rum.\nGenau dreimal.\nDa — Blendwerk der Hölle! (wie Schillcr sagen\nwürde) — was ist das!\nTilly ?!\nTilly!!\nEin großer Jubel1 reißt ihn herum. Sein Gehirn\nwird frei. Sie ist gekommen! Er stürzt ihr ent-\ngegen. Herausfordernd mißt er die Inschrift am\nBierpalast. Er nimmt den Kampf mit ihr auf.\nEr steht auf halbem Weg gelähmt.\nEin Herr ist auf Tilly zugetreten.\nEin Herr?\nEin Geck! Ein Fatzke! Ein —!\nAlso der ist es!\nDer junge Herr, der hin und wieder seine\ndummen und überflüssigen Gedanken aufschreibt\nund deshalb Schriftsteller genannt wird, fühlt, daß\njener berlinische Satz aus Kötzschenbroda sich aufs\nneue in sein Gehirn schlängelt.\nOh! lächelte er diskret.\n\nSchmuck der Berliner Theaterprogramme\n\nII / statt einer Zeichnung von Oskar Kokoschka zur Be-\nruhigung hiesiger Einwohner, die sich fortgesetzt\nschriftlich „äussern\"."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "248", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.6", "texte": "Inhalt des ersten Halbjahres 1910\n\"'iß iJj&ischen Ziffern bezeichnen die Nummern, die arabischen\nSeitenzahlen der Zeitschrift.\n51 ifSge\naeTf . A . ,\nm. , .ie 1 m Altmann\n1 *ifiner Zukunftsopern IV 29\n€?v Indianeroper X 77\n« atisC h e s Liebes 1 i e d au s\n\\ e\\p a I XXII 172\n\\ Irin a n Ba n g\npeie-Väter essen Herlinge XVI 127\nträfZ1 r Baum\n!*de aus dem Leben der Begriffe X 78\nW aratkv aus der Verachtung VII 52\nSüa*K XVIII 140\nPete rßa u m\nAus einem neuen Roman VI 42\nBim i n i\nDie Nestroy-Charade XVIII 144\nFaule Ostereier VI 45\nLouis Foulda XXIII 183\nRudolf Blümner\nL'amour ä Pallemande XXIII 179\nFrank Wedekind als' Aesthetiker\nXXV 198 XXVI 205\nMax Br o d\nUeber die Schönheit häßlicher Bilder XIX 148\nRiChard Dehme!\nDas Rätsel des Schönen XXX 236\nNationale Kulturpolitik XXVII 211\nAlfred Döb 1 i n\nAstralia XXXI 244\nChristentum mit Posaunen VI 45\nDie Ermordung einer Butterblume\nXXVIII 220 XXIX 229\nDie Tänzerin und der Leib II 10\nGespräche mit Kaiypso über die Musik\nV 34 VI 42 VII 50 VIII 57 IX 67 X 76\nXI 83 XII 92 XIII 100 XIV 108 XV 118\nXVI 125 XVII 134 XIX 150 XX 157\nXXI 166 XXII 173 XXIII 182\nGlbSisen 111 22\nZirkuspantomime IV 30\nAlbert Drey 112 u s\nDrei Reiher XII 92\nGedichte. XVI 125 XXV 199\nAlbert Ehre ns te i n\nDer Fluch des Magiers Anateiresiotidas\nXXVI 204 XXVII 212\nDie Parasiten der Parasiten V 36\nTod eines Seebären XVI 124\nQuin t u s 1 Fiixl e i n\nDie Roda Roda A.-G. XXIX 232\nOh! lächelte er diskret XXXI 247\nS. Friedlaender\nAusgelachte Lyrik I 6\nFerdinand Hardekopf\nEines Dramatikers letzte Stunde II 13\nNymphenburg 111 20\nPuppen und heilige Damen V 36\nKarl Hauer\nWeltbild XI 81\nWa 11 h: e r Heym a n n\nDer FliederstrauCh XIV 107\nm der Kleine XVII 135\nTeures Haupt XXVII 214\nKurt Hi 11 e r\nOskar Kokoschka XIX 150\nUeber Kultur XXIV 187 XXV 196 XXVI 203\nArno Holz\nEs macht ihn durchauss vergnügt,\ndaß es schon Lätare ist XXIX 230\nHerbert I her i n g\nGedichte X 75\nBernhard I h r i ng e r\nEduard Engel und sein Opfer V 38\nMirko Je 1 u Si c\nDie Wiener Vorlesung Karl Kraus XII 94\nSigmund Ka lisch er\nTheater 111 21\nAlfred Kerr\nKainz XXXI 243\nOskarKokosChka v\nMörder, Hoffnung der Frauen XX 155\nWintergarten XXVI 207\nDeis'ider Kosztolanyi\nGedichte XXIV 191\nKarl KrauSi\nAphorismen VI 44\nDa« Ehrenkreuz 111 17\nDie Forumsizene IX 65\nDie Operette I 1\nPerversität XIII 97\nPro domo et mundo II 11\nSo schlecht wie einst XXII 173\nStil IV 26\nVom Lynchen und vom Boxen XXIX 229\nRudolf Kurtz\nDasi Nilpferd XXI 165\nE. T. A. Hoffmann VIII 59 IX 66\nNeue Bücher IV 30\nOffener Brief an Karl May XI 85\nProgrammatisches I 2\nJ u 1 e sl L a 112 o r g u e\nGedichte VII 51 XXVIII 222\nAdolf L a n t z\nDer Freund XXIII 180\nDie Hochzeit des Gilles de Rais\n111 19 IV 27 V 35\nWerner Peter Larven\nDrei Stunden XXIII 182\nElse L ,a s k e r - S c h ü 1 e r\nAm Kurfürstendamm XXIII 184\nDer Amokläufer II 10\nDer Kreuzfahrer X 75\nEin Amen XVIII 144\nElberfeld im dreihundertjährigen Jubi-\nläumsschmück XXVII 214\nGedichte IV 27 IX 69 XIII 99 XV 118\nIn der Morgenfrühe XXVI 207\nJohann Hansen und Ingeborg Golkistrup VII 49\nKarl Kraus XII 90\nKünstler XXIX 228\nLeise sagen . . . XIX 150\nMarie Böhm XXX 239\nMeine Mutter XXV 197\nOskar Kokoschka XXI 166\nPeter Baum I 5\nTheater 111 21\nTigerin, Affe und Kudkuck XI 86\nVersöhnung XXIII 181\nZirkuspferde VI 45\nR. Laudon\nDas Achißeion XVII 132\nEhrlich-Hata 606 XXX 235\nEin deutsches Dankgebet XI 81\nNeben der Brüsseler Ausstellung\nXXIII 183 XXV 195\nRobert KoCh XIV 105\nWider die rote Flut XIX 147\nAlfred L e m m\nAchtung! Dichter! X 78\nAnmerkung XXIX 231\nPaul L e p p i n\nDaniel Jesus / Roman\nX 74 XI 82 XII 90 XIII 98 XIV 107 XV\n117 XVI 125 XVII 133 XVIII 143 XIX\n149 XX 156\nR ob e r t Lewin\nHomunCulus1 XVI 126\nAlfred Lichten s t ei n\nMieze Maier XXVIII 224\nAdolf Loosi\nDamenmode XXII 171\nDer Sattlermeister 111 20\nOrnament und Verbrechen VI 44\nTristan in Wien XXVII 216\nVom armen reichen Mann I 4\nSamuel L u b 1 i n s k i\nOffener Brief I 6\nJoseph August Lux\nKunst und Ethik II 13\nHeinrich Mann\nAlt XIV 106\nHans Mayer\nDie Bifdunglsphilister XXVII 215\nMinimax\nAus Preußen IX 65\nBerliner Sensationen XI 86\nDer Räuberhauptmann VIII 62\nDer rote Sonntag VII 54\nEreignisse XVII 136\nErlebnisse XXVI 208\nHaare, aus dem Kometenschwanz\ngerupft XIII 102\nKirchliches XVIII 144\nKriegsbericht XX 160\nPolitik und Luftschiffahrt X 78\nVermischtes XIV 110\nVom Tage XXIX 232\nN. M. Min&ki\nTolstoi — der russische Luther XVII 132\nAlfred Mombert\nHier ist ein Gipfel XXV 198\nMüller-Ka both\nBemerkungen über Leistikow II 12\nMynona\nDer Tod des! alten Federhutes XXII 172\nDer Verzweifelte und sein Ende XII 94\nFondants! aus der spirituellen Konfiserie IX 69\nGute NaCht V 38\nMein Sohn VI 46\nMusik und Schüttelfrost VIII 62\nVon der Wolke, welche so gern hätte\nregnen mögen 111 22\nZur TötliChkeit deSi Sächseins XXI 167\nR. K. Neumann-Lankwitz\nDa® bespuckte Genie XXII 174\nCarl Onno-Eisienb ar t\nLiterarische Ausländerei XXV 200\nArnol'd Oppel\nWeg im Vorfrühling XXVI 204\nZwei Gedichte 111 19\nSiegfried Pfank uc! h\nLiegt der Friede in der Luft? XX 158\nCham tn a y Pi n ist k y\nDie Nacht V 34\nICh sandte meine Lieder VIII 59\nLabyrinth XVIII 144\nProg r e ß\nFortschritt VI 45 VII 53 XI 86 XII 93\nDie Romantischen XXXI 247\nStanislaw Przybyszewski\nDas Geschlecht XXXI 243\nHeinrich Pudor\nFrühling in Finnland XXXI 245\nGesicht und Maske XXIII 182\nSchutz den Schaffenden XVIII 140\nEduard Pukl\nSlawische Arbeiterin XXXI 244\nHeinrich Rebensburg\nGottesfurcht und Königstreue XXI 163\nThadd äu Si Ri 11 ne r\nRätsel XXVIII 222\nTheatre pare XV 116\nUnd Pippa tanzt XXX 238\nVegetation 111 18\nLudwig Rub i n e r\nCrommelynck II 11\nDichter der UnWirklichkeit XIV 107\nSollogub XI 84\nRichard Sc h a u k a 1\nGeistige Landschaft XIII 101\nPaull SChee rba r t\nDaSi neue Kriegsinstrument XV 120\nDer blaue Himmel XXV 197\nDer Revolutionär XXVII 214\nDer Todesrausch XXIII 181\nGegenerklärung XX 159\nLuftquallen XXIV 190\nNackte Kultur XXI 165\nWir maken Allens! dot XIV 110\nRobert Scheu\nBildung IV 25\nDas Duell XXX 237\nDas Problem der Provinz VI 41\nDer Sozialanwalt VII 49\nKanonen aus Kirchenglocken II 9\nKarl Lueger IV 28\nLeitfaden der Weltgeschichte VIII 60 XVI 123\nRadikalismus X 73\nRene Schickel1 e\nBerlin I 4\nTeddy RoosCVelt XII 89\nTivioli-Vauxhall VI 44\nH. Siebelind\nKreise XIX 229\nArthur Sil bergl eii t\nDer Spiegel XVI 126\nOtto Soyka\nDer farblose Krieg XXI 164\nDer neue Ruhm VIII 57\nSommerfrische XXIV 191\nTugendkurls! VI 42\nFelix Stössii ng e r\nDie neu inszenierte Theatermoral1 111 20\nEinheitliche Konzerte I 5\nOtto Stoess 1\nDie HaCkinger Allee IX 66\nDie Schwestern Wiesenthal1 XIII 99\nEine Vorrede X 76\nJugendromane XIX 151"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "249", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.7", "texte": "Otto S t o e s s I (Fortsetzung)\nKameraderie V 33\nLudwig Speidel XXIV 188\nA u g u Si t S t r i n d b e r g\nSchlafwandler XXVIII 219 XXIX 227\nStefan Tömörkeny\nDer Kampf mit dem Soldaten VII 51\nTrust\nAraberpantomime X 78\nDasi Ende XXV 199\nDaS Sittenmädchen XVII 135\nDem deutsche Schriftstellers XXVI 208\nDer Schwindel mit der Kunst XXIII 184\nDie blaue Blume XV 120\nDie Kunst zu komponieren XIV 110\nDie schönste Frau XXXI 246\nEhrengerichte VI 46\nHerr Lippowitz VII 54\nKunstreferate XIII 102\nLokales! XXVIII 224\nQuellen reifen XXIV 192\nSChwanensiang XIV 109\nTheater und Kunst XXX 240\nTheoretische Didhter IX 70\nUnsere Lieblinge 111 22\nB e r t h o I d Viertel\nEine Begegnung XVIII 142\nKarl Vogt\nDer Fall NisSen XXI 168\nNisben als Theatefdirektor XX 160\nHerwarth Waiden\nDie Fackel VII 53\nDie Letzten XXIX 230\nSimsbn und Delila XXVI 206\nVon der Operette und vom Tode XXXI 246\nGesänge\nDafnislied XXIX 230\nHier ist ein Gipfel XXV 198\nWar\nGlossen I 3 II 12\nFrank Wedekind\nFiorenäa XIX 149\nOtto W © i n ii n g e r\nDer Hund XV 115\nSucher und Priester XXXI 245\nDr. B. Werner\nPrinzipien moderner Therapie XIV 109\nStefan Wron^ki\nEin Neugieriger 111 17\nHöfliches! Bekenntnis IV 30\nLob der Korruption IV 25\nP a u I Z e d h\nSommer abend im Park XXVII 215\nA. D.\nDas miärkisChe Ninive II 13\nDas Temperament in der Isolierzelle XII 93\nHerr Fritz! Mauthner VIII 62\nC. O. E.\nEine Predigt XXVI 207\nJ. A.\nDasi Fremdenbüdh auf dem Anninger XXV 200\nDer Nachrichtenvoge! XII 94\nDie Wiederkäuer XXXI 246\nDie Eroberung vlon Norderney XXII 174\nRichard Voß in Montenegro XXX 239\nT ransleithanisches XVI 128\nVon Erfolgen österreichischer Literatur XXI 168\nWolfgang Erich und Wolfgang Amade XXVII 216\nZur subjektiven Heiineforschung XIX 152\nL. L.\nVon teutsCher Art und Kunst XXII 174\nK. H.\nLyrik-Abende XXVI 207\nR. R.\nAus dem Lumpensack VII 54\nDer rote Dalai Lama IV 30\nDie Sdhreihiälsle IX 69\nEröffnung der Berliner Kunstausstellung X 78\nKönigstreue und Aethernarkose VIII 62\nRussisches Ballet XIV 109\nErklärung 16\nRedaktion Der Sturm\nWarnung an die Provinzpresse XXII 176\nNotizen XXXI 247\nZeichnungen\nSamuel Fridolin\nKarikaturen\nOskar Fried XV 115\nPolitiker\nRudolf Breitscheid IX 70\nDeutsche Staatsmänner XIX 147\nProfesisoren\nJoSef Kohller XVI 128\nRichard M. Meyer XIII 97\nErich Schmidt XI 85\nAdolf Wagner XIV 105\nUlrich von Wilamowitz-Moellendorff VIII 61\nSchlechte Dichter\n11. Hermann Sudermann XXI 167\n111. Gustav Frenssen XXIII 183\nIV. Otto Ernst XXV 195\nZeichnungen XXII 171 XXIII 179 XXVII 211\n(Die Dämonische) XXVIII 219 (Schattenspiel)\nMax FrÖhl id hl\nDer Pudel XXVIII 223\nHarry Jaeger -Me w e\nKarikaturen XVI 123 XVII 131/135 XVIII 139\nXIX 151 XX 159\nOsk a r Kokos dh k a\nGesindel in der Sternennadht XIX 227\nHimmlische und irdische Liebe XXVI 203\nMenschenköpfe\nI. Karl Kraus! XII 91\n11. Adolf Loosi XVIII 141\n111. Herwarth Waiden XXII 175\nIV. Paul Sdheerbart XXVII 213\nMörder Hoffnung der Frauen XX 155 XXI 163\nXXIV 189\nSchlangenzeichnung XXX 235\nWintergarten XXVI 207\nJoe Loe\nKarikaturen IX 69 X 77\nProgramtasdhftiuck XXX 240 XXXI 247\n\nVerantwortlich für die Schriftleitung:\nHERWARTH WALDEN / BERLIN-HALENSEE\n■illlllllllllllllllllllllllllllllllllllimiiiiiiiiiiiiiiiii« ' . ~~; . , . . o -ii mi ik / w h.h. WitW curHn SWI3\nVerantworte f. d. Anxelftntcil: A. Bo ts / Verli* Der Sturm Berlin Halensee üeschlftistelle and Anzeigen -Annahme: Berlin W. 35 / Druck ▼. Hau Walter, Berlin SW.W\n\nWochen-Spielplan der Berliner Theater\n27. September Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend Sonntag Montag \\ Theater mit gleichbleibendem\nbis 3. Oktober 27. 28. 29. 30. l. | 2. | a. Spielplan:\nI nie Der Wider- I _ ~ I T Ein Sommer- Berliner Theater Gastspiel Hansi Niese:\nSchumannstrasse 13 a Romantischen spenstigen Gespenster Paust Judith Hamlet nachtStraum Chariottenstr. 93 Das Musikantenmädel\nZähmung ___\nPriihiino-c- Simson x Der gute König* Der Arzt Kleines Theater Die verflixten Frauen-\nSchumannstrasse 14 Das Kloster erwachen Das Kloster und Delila 8 Kloster Dagobert am Scheidewege Unter den Linden 44 zimmer / Erster Klasse\nT,PH«iW+T,A»tAr Eikamp Einsame m . • j at Wenn der junge Wenn der junge Neues Theater D AU\nSÄSr i Menschen Das Konzert Menschen Tant™ der Narr Wennjer Jnnge Wein bltiht Wein blüht Scbiffbauerdamm4ais Das Alte*\nfsSÄ». D\" b 1;\"\" d\" a;1\" t„«, ] d<\"l 1\"* to.:\"\"' £—\",Me- °b\"g'\n.. Romeo nnd Jnlia \"ZK\"' P„ F«l,.t.U Margarete P»«'\nKönigsplatz 7 Die Puppenfee —\nNeues Der Tarttiff Der Tartüff Der Tartüff Der Tartüff TI b Der Tartüff Neues\nSchauspielhaus Der Herr von Der Herr von Der Herr von Der Herr von unsre Kraft x Der Herr von Unbestimmt Der Graf von Luxemburg\nNoiiendorfstrasse lill2 Pourceaugnac Pourceaugnac Pourceaugnac Pourceaugnac Pouiceaugnac Schiff bauerdamm 25\n—~—\"— * \" t Theater des\nModernes Theater Die beste Die beste Die beste Die beste Die beste Die beste Die beste Westens Die schönste Frau\nKöniggrätzerstr. 57| 58 der Frauen der Frauen der Frauen der Frauen der Frauen der Frauen der Frauen Kantstrasse 12\nKönigliches Premiere Moliere und die ,-v. Sonne Hamlet Die neue Sonne Jon \"^er~ Metrepoltheiater gurrab __ wir leben noch!\nSchauspielhaus Julius Caesar Die neae Sonne Seinen / Tartüffe Die nene ÖOnne üa lichingen Behrenstrasse ß5|56\nGensdarmenmarkt ————————\n\nTV/ITTTP A TTT^\nIYIU X\\. jfl A 1 A Munches!\n\nscDiiessungen cnMnnA\na rechtsgiltig in\nProsp. fr.j yerschl. 50 Pf\nBrock&Co., Condon€.C. Queenstr.9o-91\nH / Sanger, Massage, Pots-\nlieUUy damer Str. 107. 1.\nptnttftiiiiMiiiimtiifttuiiiiiiiiiimiiiiiHiiimiiiiiiH\n1 Sanatorium fur Kosmetik, |\n| Haut- und Haarleiden |\n5 Park gg. Palraengarten Ausf. Prosp. frei E\nI Leipzig. Dr. med. M. Ihle.\n■iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiH\n\nSehriftdeutung!\nL. Werner, Graphologe, z. Zt. Bad Nau-\nheim, postlag. — Prima deutsche, engl.\nRef. — Skizze 2 M.; Charakterbild 4 M.\n(Betrag in deutsch. Briefmark., Rtickp.),\nErford. mind. 20 Zeilen Prosa (kein Zitat,\nkeine Linien). Namen, Adresse, Geburts-\ntag-, Mon., Jahr.\nCmmlshil Angenehmer Landaufenthalt 112,\nCQJloi)H«Damen i. besstr. Privathause.\nMiss Kendon „The Fias\" Goudhurst, Kent.\nDnon Pnkn Massage-Institut\nKDSa uunn, Potsdamer Str. 41 a.\n\n„LehBnskiinstlerin\"\nEs sind inzwischen weitere Briefe\neingetroffen. Wir wiederholen\nunsere Bitte um Mitteilung der\nAdresse, an die wir sie senden konnen.\nDie Geschaftsstelle\n\nUJEINHAUS RHEINGOLD\nKAISER - SAAL\nTAglich : TRANSLAT E U R - KONZE RT\n\nKZX Cafe Continental\nJeden Abend von 9—4 Uhr Nachts:\nGrosses Kiinstler - Konzert\nAll* bedeutenden Zeitungen und Zeitschrlftea"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "250", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19100929-01.1.8", "texte": "Auslieferung für Ost rreich-Uagarn A, Muhlhans-Smital Wien IX / Für dea Buchhandel: M. Braunschweig Wien IX / Verantworte ffir die Schriftleitung in Österreich-Ungarn: Otto Soyka\n\nlleue Secession\nmam msm gsssi esssi sss isssi\nOraphischc nussfellung\n1910\n1. OWober bis 1. December\nin Oer\nOolerle Maximilian JHachf\nES5SS2 E8:^l\nBerlin 10., Ranfoesfrasse 1\nan 9er Kaiser KJilhelm 0e9achfnis~Kirdie\n\nfritz Mitt Ifiofkunslbandlimg\nPoudawerstrasse 113 Uilla II Berlin (U Pot$damer$tra$$e 113 Uilla II\nHerbstaustellung von Werken der Maler:\nToni Stadler * 0. Brioschi * E. Stort * E. Oppler\nUiide * Ziigel * Triibner * Laibl - Feuerbach etc.\nWochentags von 10—5 I Sonntags von 12—2 geoffnet\n\nDr. Rudolf Bluemner\nSchauspieler und Regisseur am Deutschen Theater\nLehrera.d.Schauspielschule d. Deutschen Theaters\nerteilt Unterricht in\nSprachtechnik und Rollenstudium\nBERLIN W 55 Telefon: AmtVl, 1769\nLiitzowstr. 98, II Sprechstunde: 5—6 Uhr\n\nfAAX GIESSWEIN\nKgl. Shells, u. Xgl. \"Wurttemb. Hofoperns&nger\nBERLIN W. 50, Culmbacherstr. 6\nFernsprecher Via, 18926 Fernsprecher Via, 18926\nERTEILT GESANGUNTERRICHT\nSprechstunde 5—4 Uhr\n\nHandelswissen- ffpiofll* MooJoP t •\nschaftl. Kurse von rIICUI. IVICMCI Leipzig\nunter Mitwirkung 12 hervorragender Fachleute der Theorie und Praxis (staatlioh\ngeprufte Lehrer, Akademiker oder auch Kaufleute in fuhrender Stellung). Griindliche\nEinfiihrung in die verschiedenen Branchen des kaufmannischen Berufes, rationelles\nStudium aer Handels- und verwandten Wissenschaften ais Ersatz fur ein mehr-\njShriges Hochschulstudium. Muster-Uebungs-Kontor.\nDas Studium ist fiir Anfanger (Damen und Herren) die fur Stenographic,\ndeutsche und fremdsprachliche Korrespondenz, Kasse-, Buchfiihrungs- und Bilanz-\nTechnik, Biiro-Praxis sich vorbereiten wollen —\nsowohl fiir junge Leute, die nur eine Volks-, Real- oder ahnliche Schule ab-\nsolviert haben, wie fiir\nHerren mit besseren praktischen oder theoretischen Vorkenntnissen, Einjahrig-\nFreiwillige, Abiturienten,\nfur Kaufleute reiferen Alters, die bereits praktisch tatig waren und den\nForderungen der Gegenwart entsprechend ihre Fachkenntnisse erweitern oder\nvertiefen wollen oder\nfiir Bankbeamte, Ingenieure, Chemiker, Brauer, Juristen, Nationalokonomen,\nOffiziere, die fiir Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen oder Verbande,\nAktien- oder ahnlicher Gesellschaften sich vorbereiten wollen. Dauer der Kurse\n6—12 Monate — je nach Vorbildung und Ziel.\nProspekte gratis durcli die Direktion, Johannisplatz 5\n\nDampf-Fabrik fur Puder, Schminken u. Kosmetika\nL. 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