{"numero_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_sha256": "352aae3f30b4b3817b3592281dc4e73ab7da6ce71e37470a217f4f11615dbe05", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1910/11/03_01/bmtnabg_1910-11-03_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1910/11/03_01/bmtnabg_1910-11-03_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c001", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "832", "page_fin": "832", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.1", "titre_corps": "INHALT:", "titre_sommaire": "INHALT:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "832", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.1", "debut_caractere": 543, "fin_caractere_exclue": 920, "texte": "INHALT:\nAUGUST STRINDBERQ: Das tausend-\njährige Reich / j-'ETER HILLE: Das Mysterium Jesu /\nERNST SCHUR: Die Luftseuche / FRIEDRICH MELLIN-\nQER: Fieber ' ELSE LASKER-SCHÜLER: Gedichte /\nALFRED LI iT'KSTEIN: Mabel Meier / ALFRED\nDÖBLIN: Bfri'cer Theater / TRUST: Notizen [Trianon-\ntheater / Der ernste Ulk / Der ulkige Ernst] / OSKAR\nKOKOSCHKA: Menschenköpfe /VI: RICHARD DEHMEL"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c002", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "832", "page_fin": "284", "image_debut": 1, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.2", "titre_corps": "Das tausendjährige Reich", "titre_sommaire": "Das tausendjährige Reich", "signature_source": "August Strindberg", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "832", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.1", "debut_caractere": 922, "fin_caractere_exclue": 6065, "texte": "Das tausendjährige Reich\nVon August Strindberg\nIm Jahr 998 war Rom ein deutsches Kaiser-\ntum und der deutsche Kaiser Römer geworden.\nOtto der Dritte, von seiner griechischen Mutter\nTheophano erzlogen, hatte ihre Sehnsucht nach dem\nSüden geerbt. Er liebte deshalb meist in seinem\nPalfast auf dem Möns Aventinus, hielt dort Hof\nund plante, Rom in die Hauptstadt des deutschen\nReiches zu verwandeln. Der Kaiser war zwanzig\nJahre, ehrgeizig, phantastisch, fromm und grausam.\nWährend einer Abwesenheit war der alte\nRömergeist (erwadht und der edle Senator Cres-\ncentius hatte sidh als Volkstribun aufgestellt, Rom\nvon den Deutsdhen befreit, den Papst Gregoriüs\nden Fünften vertrieben iina Johannes den Sech-\nzehnten eingesetzt.\nDer Kaiser kehrte sdhnell nach Rom zurück,\nllähm Crescentius mit seinem Papst gefangen lind\nließ darauf den Römern ein lebendiges! Schauspiel\naufführen, das wohl ihre Väter, sie aber nodh nie\ngesehen hatten.\nDer Leoninisdhe Stadtteil umfaßte die vatikani-\nschen Hügel mit der ältesten Peterskirche und\neinem päpstlidhien Palast, der abwechselnd mit dein\nlateranischen bewohnt wurde. Er hing mit der\nStadt durdh den pons Aelius bdier die Brücke\nHadrians zusammen. Atai Brüdkenkopf auf der\nStadtseite befand sidh das Grab Hadrians, ein turm-\nartiges Gebäude, in dem die Kaiser bis zu CaraclaHa\nbegraben lagen. Als die Goten Rom einnahmen,\nwurde das Grab als Festung benutzt, was es lange\nZeit blieb.\nAls die Römer am Morgen des Jahres 998 er-\nwadhten, sahen sie zwölf große Holzkreuze auf\nder Burgterrasse Hadrians erridhjtet. Oberhalb\nstand der Erzengel Mic!h|ael mit gezogenem Schwert,\nden einst Gregoriüs der Große aufgestellt hlatte.\nAuf der Aeliusbrücke War viel schaulustiges!\nVolk versammelt, unter ihnen ein französischer\nKaufmann und ein gotischer Pilger, der von Westen\nüber den leoninischen Stadtteil gekommen war.\nDie Sonne war längst aufgegangen, und das\nSchwert des Erzengels flammte.\nWas sind das für Kreuze dort? fragte der\nPillger und schützte die Augen vor den Strahlen.\nZwölf! Sollein sie vielleicht die zwölf Apostel\nbedeuten ?\nNein, die haben jausgellitten; und der fromme\nKaiser kreuzigt die Jünger des Herrn nicht von\nneuem.\nJa, der Kaiser! Der Sachse! — Weder der\nGote nodh der Longobarde, noch der Franke sollte\nRom bekommen, sondern der Sadhse aus dem ver-\nfluchten Volk, das Karl der Große von der Erde\nausgerodet zu haben glaubte — er sandte zehn-\ntausend nadh Gallien hinein, um den Feind mit\ndiesen Wilden zu beglücken, und er enthauptete\nviertausendfünfhundert an einem Tag, ohne ei n e\nschlaflose Nac'ht zu haben. Wunderbar sind die\nWege des Herrn!\nDie Letzten werden manchmal1 die Ersten!\nO Herr Jesus, Erlöser der Welt! Es bewegt\nsich etwas am Kreuz!\nBei Gott... Idh kann nicht hinsehen! Es sind\ngekreuzigte Menschen!\nZwei Römer standen neben den Fremdlingen.\nHermann, du bist gerächt! sagte der eine.\nWar Arminius Sachse ? wandte der andere ein.\nWahrscheinlich, da er im Harz! wohnte.\nVor tausend Jahren ging Thusnelda hier auf\nden Straßen im Triumphzug des Germanicus Und\ntrug den ungeborenen Thumelic'us unter ihrem\nHerzen. Daß tausend Jahr nötig sind, um sich zu\nrächen!\nTausend Jahre sind wie ein Tag! Aber sind\nnidht diese unsere römischen Brüder am Kreuz! auch\nMärtyrer für Roms [Freiheit?\nMärtyrer für uns er Recht; aber diesmal hatten\nsie Unrecht, weil es den Göttern so gefiel.\nDie Szene änderte sich. Unterhalb der Burg\nwurde der Volkshaufe von Soldaten geöffnet.\nRüdklings auf einem Esel kam Papst Johannes der\nSechzehnte angeritten. Ohren und Nase waren ab-\ngeschnitten und seine Augen ausgestochen. Der\nklagliche Anblick wurde noch gräßlicher dadurch,\ndaß eine Schweinsblase über seinem Kopfe im\nWinde wehte. Dasi Volk sdhwieg und schauerte.\nEs war doch immer Christi Statthalter, der Nach-\nfolger Petri, wenn audh kein Märtyrer.\nEin Sizilianer stand auf der Brücke neben einem\nJuden. Seit hundert Jahren ungefähr war Sizilien\nim Besitz der Muhämedaner.\nDer mußj wohl für seine Vorgänger leiden!\nsagte der Jude, das ist der christliche Glaube:\nsatjsf actio ivicaria.\nGelitten muß werden, antwortete der Sarazene,\nund ich weine nicht, daß die Schweinerei ein sol-\nches Ende nimmt! Hundert Jahre haben die Päpste\nwie Kannibalen gelebt. Du erinnerst didh an\nSergius den Dritten, der mit der Hure Theodora\nund ihren Tödhtern Hebte. Und Johannes der Zehnte\nführt das Leben fort mit Mutter und Tochter\nMarozia, die mit eigener Hand zuerst seinen Bruder\ntötet und dann den Papist mit einem Kissen er-\nstickt. Johannes der Zwölfte wurde schon jmit\nneunzehn Jahren Papst. Er ließ sidh bestechen,\nund hat einen Zehnjährigen in einem Stall zum\nBischof geweiht; beging Blutschande mit der Kon-\nkubine des Vaters und verwandelte den Lateran in\nein Bordell! Er spielte Karten, trank und schwur\nbei Jupiter und Venus.... Das weißt du wohl!\nJa, antwortete der Jude, die Christen leben\nin Gehenna, seit sie den einzigen und wahren Gott\nverließen. Die Toren stahlen uns die Messias-\nverheißung, aber die Verheißung Abrahams bleibt\nuns. Rom ist ein Irrenhaus, Deutsdhland ein\nSdhladhthaus, und Frankreich ein Hurenhaus! Er-\nfreulieh bleibt esi jedenfalls, wie sie sich gegen-\nseitig umbringen."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "284", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 6009, "texte": "Er setzte sidh aufs Brückengeländer, um besser\nden Vorgängen folgen zu können.\nZwisdhen den zwölf Patrioten, die sidh an den\nKreuzen wie Angelwürmer wanden, zeigten sidh\nfünf rotgekleidete Männer und zimmerten ein\nGerüst.\nDas sind die Henker — auf dem Kaisergrab!\nsagte der Jude. Gegen Cresdentius habe ich nichts,\ndas war ein edller Mann, der für den römisdhen\nStaat kämpfte. Aber es ist doch ein Christ weniger.\nDie Christen haben immer zwei Arten der Er-\nklärung, warum ein Mensch leidet. Für den Un-\nschuldigen ist die jQual eine Prüfung, und jder\nSchuldige verdiente sein Schicksal! Jetzt kommt er!\nCresdentius, der l'etzte Römer, wurde vorge-\nführt. Sein Kopf fiel, und Rom war deutsdh oder\nDeutschland römisdh — bis 1806.\nUnd am Nachmittag desselben Tages wurde\ndie neue Papsternennung, denn von Wähl! konnte\nman nicht sprechen, bestätigt, und damit war\nGerbert, der Auvergnat, Papst, unter dem Namen\nSilVester {der Zweite.\n*\n* *\nDer Kaiser saß in seinem Palast auf dem\nAventin und wagte nidht auszugehen, denn die\nRömer haßten ihn.\nIn (der kleinen Zelle am Abhang des Berges\nhatte sein eben getöteter Freund, der Missionar\nund Märtyrer Adalbert von Prag, gewohnt, dort\nsdhloß er sich mit seinem Lehrer, dem neuen Papst\nSiÜvester dem Zweiten ein.\nDieser Franzose hatte in Cordova studiert, wo\ndie Kalifen eine Universität errichtet hatten und\nwo man arabische Wissenschaft lehrte auf der\nGrundlage griechischer und indischer Weisheit. In\nRheims hatte er dann selber Philosophie, Mathe-\nmatik, Astronomie und Chemie gellesen. Wurde\nAbt in Bobbio, Erzbisdhof in Rheims und Ravenna,\nund nachdem er auf mehreren Kirchenversamm-\nlungen gegen den Verfall des Papsttums aufgetreten\nwar, deutscher Papst in Rom.\nDie Aufregung nach der Hinrichtung des Cres-\ndentius zwang ihn, auf dem Aventin bei seinem\nSdhlülller, (dem Kaiser, Schutz zu suchen. Aus der\nZelle des! kleinen Klosters neben der Kapelle\nAdalberts lenkte er die Sdhicksale Europas. Seine\nfreie sZeit widmete er der Wissenschaft, besonders\nder Astronomie und Chemie, weshalb er in den Ruf\neines Schwarzkünstlers . kam.\nAlls er eines JNadhts, in Gedanken versunken,\nan seinem Sdhreibtisch saß, trat der Kaiser ein,\nohne vorher seinen (Besuch angesagt zu haben.\nEin hoch aufgeschossener Jüngling, in ungewöhn-\nlidhte Tracht gekleidet, jin eine Dialmatica, die mit\nBildern aus dem Buch1 der Offenbarung bemalt\nwar, dem wilden Tier und der Hure, dem Buch\nder Insiegel und anderen Sinnbildern.\nLaßi ttiidh sprechen, ich kann nidht schlafen.\nWas ist gesdhehen, Irnein Sohn?\nBriefe sind angekommen, Warnungen, Träume.\nErzähle!\nDu hörst mich an, aber du glaubst nicht, wenn\nich dir die (Wahrheit siage. Und du hast Furcht\nvor allen neuen Gedanken.\nWas! Neues unter der Sonne? Sagt nidht der\nKirchenvater Augustinus sogar über unsere heilige\nGlaubenslehre: „Was man in unseren Tagen\nChristentum nennt, gab es bereits bei den Alten und\nhat es immer gegeben, seit Entstehung der Mensch-\nheit bis zu Christi Geburt, als man begann, Chris-\ntentum die wahre Religion zu nennen, die schon\nvorher existiert hatte. Christi Wahrheiten sind nicht\nandere als die alten, nur entwickelter.\nHeretiduis, Ketzer, hüte dich! Du weißt nicht,\nwas in der jWeilt gesdhieht.\nLaß hören!\nPilger aus mehreren Ländern sind angekommen\nund erzählen von (Wahrzeichen, Gesidhtern und\nWundern. Im südlichen .Frankreich ist Pest und\nHungersnot ausgebrodhen, so daßi Menschenffeisch\nim Sdhlädhterladen verkauft wurde; in Deutschland\nhat man eine eiserne Rute in Feuer am Himmel\ngesehen; und hier in Italien hat man wieder diese\nWallfahrten ohne Ende begonnen. In Jerusalem\nist die Kirche des heiligen Grabes geplündert und\nder Tempel des „großen Betrügers\" erridhtet wor-\nden. Das Volk, die ganze Christenheit bebt; denn\nsie haben in (den liederlichen Päpsten des letzten\nJahrhunderts1, die von Huren gewählt sind, den\nAntichristen gesehen. Christi (Gesandter wird er-\nmordet, mein Freund Adalbert war der letzte oben\nin Polen; die Heiden Traben alle Eroberungen Christi\nin Asien und Afrika wieder zurückgewonnen; das\nVolk des „Betrügers\" sitzt in Spanien, auf Sizilien,\nin Neapel und bedroht Rom. Das kann nichts\nanderes bedeuten, als daß das Gericht und der\nUntergang der Wellt bevorsteht, wie sie die Apo-\nkalypse verkündet hat.\nSo, die alte ;Gesdhidhte taucht wieder auf!\nGesdhidhte? Geh, Satan, denn du findest kein\nGefallen an Dingen, (die von Gott sind, sondern\nan denen, die von Menschen sind.\nNennst du mich Satan?\nWenn du das Wort verleugnest! Steht nidht\nin Johannes Offenbarung: „Und wenn tausend\nJahre vollendet sind, wird der Satanas los werden\naus1 seinem Gefängnis. Und wird ausgehen, zu\nverführen die Heiden an den vier Enden der Erde,\nden Gog und Magog ...\" Da hast du die nordisdhen\nVölker, die jetzt in England, in der Normandie,\nauf Sizilien sitzen... Ist nicht Theodora die große\nbabylonische Hure, ist nidht der Betrüger Mahomed\ndas wilde Tier....\nHalt, mein Sohn, ich möchte einen Vers aus\ndemselben Kapitel zitieren! Dort steht unmittel-\nbar vorher, daß „wer teil hat an der ersten Auf-\nerstehung, mit Christus tausend Jahre regieren\nwird\". Also beginnt jetzt das tausendjährige Reidh\nund kann mithin nicht enden.\nDas alte endet und das neue beginnt!\nEben! Das alte dunkle ist vergangen, und wir\nstehen vor Christi zweiter Wiederkunft auf Erden!\nWenn du dich still in der Hoffnung hieltest, wür-\ndest du das neue sehen!\nIdh glaube nicht ein Wort von dem, was du\nsagst. Das fetzte Jahr des Jahrtausends ist da,\nund idh gehe hinaus in die Einöde, um mit Fasten,\nGebet und (Biuße den (Tag des! Herrn und die Ankunft\nmeines! Erlösers zu erwarten. Idh werde beten für\ndich, mein Vater. Hier trennen sich' unsere Wege\nund du siehst midh nicht mehr!\nDer Kais'er ging und Silvester blieb zurück.\nIdh warte! sprach er zu sich. Aber indessen\nordne idh unsere weltlichen Angelegenheiten!\nUnd er entfaltete eine Karte der damals be-\nkannten Welt. Mit roter Kreide verteilte er Kreuze\nund Kronen, vor allem im Norden. Ueber Jerusalem\naber zeichnete er eine Fahne mit einer Lanze."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c003", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "832", "page_fin": "832", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.3", "titre_corps": "Utinam delectet! Wunsch und Zeichnung von Oskar Kokoschka", "titre_sommaire": "Utinam delectet! Wunsch und Zeichnung von Oskar Kokoschka", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "832", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.1", "debut_caractere": 6067, "fin_caractere_exclue": 6124, "texte": "Utinam delectet!\nWunsch und Zeichnung von\nOskar Kokoschka"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c004", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "284", "page_fin": "286", "image_debut": 2, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.4", "titre_corps": "Das Mysterium Jesu : Aus dem Nachlass", "titre_sommaire": "Das Mysterium Jesu : Aus dem Nachlass", "signature_source": "Peter Hille", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "284", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.2", "debut_caractere": 6026, "fin_caractere_exclue": 10672, "texte": "Das Mysterium Jesu\nAus dem Nachlass\nVon Peter Hille\nJosefs Heimgang\nUnd auch nach1 Nazaret, dem verspotteten, ge-\nlädhterumschütteten Orte des gelobten Landes, das\nda allerlei Narreteiduingen geziehen wurde, kam die\nKuinde vom Wundertäter und Messias.\nUnd die Vaterstadt errötete vor Stolfc und wies\nmit Gelächter zurück das liebe Gerücht, um nicht\nnodh tiefer in Hohn zu verfallen und schon vor-\nbeugend zu begegnen dem neuen Gelächter, das es\naugengesenkt über seinem Haupte schon Hastend\nempfand.\nJosef freute sidh'. Gern wäre er hinausgezogen,\nselber zu sehn und zu hören; aber das Lager hielt\nihn. Die Axt ruhete. In Marias1 Armen entschlief\ner. Im Tode wies er noch lächelnd nach oben.\nMaria aber zog wieder nach Jerusalem, nahe dem\nTempel1, wo der Tag ihrer Jugend dem Vater ihres\neigenen Sohnes geblüht hatte und geduftet. Dort\nweilte sie, bis die Tage der Trauer kamen, der\nalte Tempel zerfiel, und seine Wächter, die eng-\nfühfenden, verknöcherten Wächter der Gnade nicht\nmehr waren, weil sie zerstört den neuen, der sich\nder ganzen Menschheit öffnete, und erschlagen\nhatten seinen geweihten Hüter.\nDie Verklärung\nDer Sohn des Menschen stieg gern die ernsten\nWege des Berges Jiinan zu den Höhen. Da lag\nunter ihm die Welt, leidensdhaftslos wie unter den\ngütigen Augen Abbas — das ist des Vaters — die\nKinderstube des Höchsten. Da war er näher dem\nVater, der Heimat. Und auch seinen Jüngern fühlte\ner sich näher, hier, wo ihre Gedanken nicht im\nIrdischen wurzeilten. Die Welt der Reinheit, der\nHöhe, voltler Sanftheit göttlicher Vollendung.\nHier ersdhienen den Jüngern des Meisters\nWorte noch eins so hehr und göttlich1, hier kannten\nsie nidht Kleinmut (und enges, ängstliches Wesen\nwie oft drunten im irdischen Tage, wo nur All-\ntägliches sie umgab. Auch ihr geistiger Meister\ntrat dort zurüdk, audh1 er ersdhien ihnen bisweifen\nwie in der Irre, wie zu hbdh verstiegen. Ihr Wunsch\nwar göttlich, ihr Wille: weltlich. Sie waren Neu-\nlinge noch des Glaubens und Vertrauens.\nWenig sprach der Herr, der Meister, wie denn\nauch das Steigen den Atem, den1 ganzen Atem,\ndas sittlidhe Steigen (den ganzen sittlichen Atem,\ndes Mensdhen vollen verlangt. Aber was\ner sprach, stieg aus jähen Tiefen, überraschte,\nforschte aus. Hier war er der Mann der Ein-\nsamkeit, der Sammlung, der Sohn des Vaters, der\nzur Heimat ging in stummer Begleitung der Frem-\nden, die noch nidht reif waren für das Heiligtum.\nNur drunten am See Genezaret blickte auch sein\nAuge blauisiainft, gütig, nidht heiligscharf, da lehrte\ner und half er, der Mensdhensohn. So fragte er\neinst: „Für wen haltein die Mensdhen den Men-\nschensohn ?\" Und bunt antworteten die Jünger:\n„Für den Elias, für Johannes, den Täufer, Jeremias\noder der Propheten Einer\". Und nun forscht der\nMeister: „Wer sagt denn ihr, daß idh sei?\" Und\nes antwortete nidht Johannes, dessen sanftes Ant-\nlitz mit innigem Glänze sidh zu durchschimmern\nbegann, nein, der ältliche Petrusl, dessen kindliches\nUngestüm, mehr entfahrendes als bewilligendes Zu-\ntagetreten den Herrn immer ergriff:\n„Eü St 0 XptaTOQ 0 utoc TOU frsou TOU C&vxoc\".\nDu bist Christus, jder Sohn, des lebendigen\nGottels! Sohn.\"\nUnd ersdhrocken, als hätte er in seinem heiligen\nEifer, in seiner kinderhäften Empfindungsäußerung\nim Ungestüm des Bekenntnisses in der Leiden-\nsdhaft des Jüngertums, noch ganz in der Heftig-\nkeit der Hingerissenheit, der Mannesbegeisterung\ndeö Glaubens, Einfältiges begangen, im Scheugefühl\nder Erschöpfung hielt Simon Bar Jona inne, |und\nersdhrak fast noch ttniehr, als sein rügestrenger\nMeister ihn diesmal nicht irrig fand, übe/ alle ihn\nlobte und sprach:\n„Maxapioc; et SfyitDv, Bap 'Io)va\".\nSelig bist du, Simon, Bar Jona, denn nidht\nFleisdh und Blut hat dir das offenbaret, Sondern\nmein Vater im Himmel. Du hast nidht von deinem\nMenschlichen, sondern von deinem Göttlichen das.\nDein erdhäfteisi Vertrauen faßt den Himmel. Und\nidh sage dir, (du bist der Felsen, und auf diesen\nFelsen werde [idh im eine Kirche bauen.\"\nUnd nodh1 demütiger (ward Petrusl, noch be-\nstürzter in seiner freudigen Bestürzung, und schleu-\nderte mit seiner Sandale ein Steinchen fort, das\nihm im Wege lag.\nJa, dieser verläßlich1 erdhäfte Sinn gab guten\nBaugrund, dieser rissige Boden nahm am freudig-\nsten sdhlidht wie Arme eines Lastträgers den sich\nniedersenkenden Himmel auf. Und deshalb ver-\nzieh der Herr diesem Tatsächlichen, diesem Jünger\naudh so gern seine Fehler, seine irdischen Ge-\nbrechen, weil er in seiner Art am meisten irdisch\nwar. Und weil sein Glaubet treuherzig Wirklidh-\nkeitserregungen entsprang, nannte der Herr ihn\ntrotz seiner gefegentliehen Umstandssdhwächen mit\nRedht, mit dem Rechte des! Tiefsinns, den Felsen-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "286", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 6691, "texte": "mann, Dieser Tatsadhemglauben, dieses Bestätigen,\nvornehmlich in den Handlungen! des Lebens aber\nverlangte als! Aeußerungsform eben jene Schwächen\nund Fehlstellen, welche die Jüngerschaft des ern-\nsten, gottesfürdhtigen Fischers abhebt gegen das\nVerhalten seiner Genossen. Auf diesen praktischen\nSinn gehörte die Kirche. Diesem ehrlichen Werk-\nmannssinne, dieser großen, schlichten Hingabe des\nviel älteren Jüngers steht Fehler und Reue echt,\nwie die wilden Schönheiten einer Unart lebhaft\ngesunder, unter AugenblickssinnMchkeit innigtiefer\nKindesnatur.\nUnd als nun Simon Voller Dankwärme auf des\nMeisters Ankündigung, er müßte hinauf gen Jeru-\nsalem, dort Zeugnis iabziulegen, und zu sterben\ndafür, um am dritten Tage wieder aufzjustehen,\nteilnahmsvoll einwandte: „Herr, schone deiner\nselbst, das widerfahre dir nicht!\" Da ward der\ngeistige Meister zornig über die irdische Störung\nund wiesi den Bestürzten schier über die Massen\nzuredht: „Hebe dich von mir, du bist mir ärger-\nlich, denn du meinst nicht, was göttlich, sondern\nwas mensdhlich ist\". Es dauerte lange, ehe die\nJünger das1 Göttliche begriffen und nicht mehr\ndaneben tasteten. Deshalb wurden sie auch gute\nLehrer später: aus Selbsterworbenem. Die Herb-\nheit des Meisters aber war Deutlichkeit. — Mit\ndieser Ansicht bist du mir Satan,\" —~ Wenn der\nHeiland seine innern Stufen! erstieg, der Trauer,\nder Sammlung, der Verklärung, so nahm! er dreie\nmit sidh', ganz oder bis an das Vorzimmer seiner\nEinsamkeit.\nEs war dies Johannes, der Freund mit seiner\nsanften, weiblichen Jünglingsseele, die treue Zu-\nverlässigkeit des Simon, und des Jakobus wortlos-\ntraute Verwandtennatur. Lind inur auf der Höhe\nlegten der Jünger bereite, zitternde Seelen sich\nauseinander wie Blumeblätter vor der Sonne. Der\nSohn aber trat in die Gottheit des! Vaters, sprach\naus der Umarmung und redete voller Bedürfnis\nder Ueberfüie nadh Mitteilung zu den menschlichen\nFreunden seines göttlich! Gezeugten.\n„Dies ist mein vielgeliebter Sohn, an dem ich\nmein Wohlgefallen habe.\" Und er zog auch sie\nin den Kreis des Göttlichen.\nJudas Ischarioth\nJudas! war kein Jünger. Nichts von innen\nheraus bei ihm, kein Verllangen nach einem\nbesseren, sittlich gefeste ten Wesen, zu dem es erst\ndie reinen Unbefangenen und später die1 Laster-\nmüden trieb. Judas war trotz der nahen Gemein-\nschaft ein Bedienter, ein „Lakai des Herrn\", denn\n„er hatte dein Beutel\". Er war sein Hausmeister\ngeworden in der Voraussetzung, daßi der faszi-\nnierende Lehrer etwa wie ein reisender, berühmter\nVirtuose gewaltigen, widerstandslos zahlenden\nZulauf hat. Und dieses Virtuosen Impresario wollte\ner sein. Die andere gewaltigere Seite des Wunder-\ntäters hatte er nie im Auge gehabt. Nur die für\nseinen Zweck.\nUnd als sich IsCharioths1 Voraussetzung nicht\nverwirklichte, Jnußte er auf andere Weise an sei-\nnem Herrn verdienen. Der Zorn auf die in den\nAugein dieses „vernünftigen\" Menschen geradezu\nruchllosei Verschwendung so vieler Gelegenheiten\nverwirrte und erregte ihn.\nNach der von seinem göttlichen Meister Aus-\ndrücklich gebilligten entsetzlichen Verschwendung\nder Maria Magdalena ward ihm die Empörung\ndes gesunden Menschenverstandes zu viel, und er\nging hin in seiner kalten beleidigten Leidenschaft\ndes Geldes und beging das Ungeheuerliche. Er\nwar gestört in seinem Ideallismus, dem' einzigen\ndieser metallischen Seele. Iseharioth war ein zäher,\nfester Philister, ein unerschütterlicher. Er hatte\nkeine Phantasie, keinen (Wertblidk; und kein Vor-\naussehen. Erst die grellsten Tatsachen konnten\nihn überzeugen. Zu spät enthüllte sich die gute\nsittliche Seite.\nNun wäre er ein guter Jünger geworden. Seine\nJudasnatur war weggenommen und mit ihrer End-\nhandlung erledigt. Ein anderer wäre auch dann\nnoch unter gutem Einflußi gut geworden, bieg-\nsam und nicht gespannt, aber kein Mensch hat\nzwei Naturen, mindestens nidht ganz entwickelt\nnacheinander. Zu spät, sein Amt war abgeschlossen\nund hatte abgesdhlossen. Am Kleinlichsten war\ndas Höchste vernichtet — irdisch vernichtet\nWeltsymbol.\nPalmen\nEin knisternder Odreif eifert um die breit-\ngebogenen, weiblichen Schläfen des- vor Vortreff-\nlidhkeit etwasi ungewandt leidend sich ausnehmen-\nden Nazarenerhlauptes!, des sittlichen Oberhauptes\ndieiser Erde und der übrigen. Denn allgemein und\nniedertaudhend in jegliicheis! wie die animalen Ge-\nsetze der Welt sind sicher audh! die geistigen, und\ndas Seelische kennt keine Grenzen.\nSo steht im Siege des Geistes das lautere\nKönigshaupt, darin immer vom1 ersten jungen Keirn-\ngedanken der Kindheit an nur edelfest, bewußt ge-\nwachsene Gedanken gestanden haben. Ernst legt\nder gefeierte König der Seelen die deutliche, voll-\nkommene, wieder große noch kleine, zartm ittel-\nwarme Hand auf den Nacken der Eselin und steigt\nwürdig auf das gelassensanfte1 zierliche Lasttier.\nAnmut spielen, neigen sich nach unten, federn die\nröhrenförmigen Ohren. Nur wenig haben seine\nJünger nachzuhelfen, aber wie sorgsam legen sie,\num audh nur in etwas! am Prachtzug ihres Meisters\nbeteiligt zu sein, der sie alle mit stolz madht, die\nFalten zuredht. Und schon auch schreitet, wie\ninnerlich gelenkt, die Eselin weiter mit zierlichen,\nvor Straffheit fast ein wenig bebenden, an ein edles\nRoß gemahnenden Schritten.\nUind in der Seele des väterlich zeugenden Bru-\nders vom Geiste weilt ernstgefügte Bereitschaft,\ndem tiefen, urplötzlich (wie fremdartig über die\nMenschen kommenden Diendrange, dein grund-\ntiefen richtig durchgefühlten Piendrange vor dem\nGöttlichen zu entsprechen, wie später dem wilden\nVerwüstungsdrange, wenn das Gesetz1, das dunkel-\naufweisende Gesetz es erheischt, dem wüsten Rasen\nsich zu bieten.\nEr ist Meinsdh, aber er ist es nicht für sich\n— nicht einem welltbegehrenden, weltverwachsenen\nLeibe nach, sondern Mensch für andere — des\nMensdhen Sohn — und heute ist seine Stunde ge-\nkommen. Die eine. Die andere wartet. Auch sie\nwird sich erfüllen. „Vater, dein ist die Schickung\".\nUnd dieser Sdhickung stellt die Seele sich, ob hell\nsie klingt, ob dunkel sie töne.\nZwar der Leib, der irdisch bange Leib, mag\nbitten: „Vater, laß; vorübergehen diesen Keldh der\nBitterkeiten!\" Dodh die Seele tritt hinzu und tritt\nein für den Schwachen. „Doch nicht mein, sondern\ndein Wille geschehe!\" Noch aber ist: „Heil dem\nSohne Davids, dem König Heil', des Herrscher-\nhauses Sprossen!\" so noch jauchzt eisl\nUnd ist ein verzücktes Jubeln von Psalmein1,\nvon iseellenbefreiender, weihevoll ausschweifender\nverehrungsüppiger (Musik.\nDoch da dunkelt eis! sdhon — und verliert sich\nder Boden? — die Mäntel sind es, die kostbaren,\ngeschwungen und ausgebreitet unter die Tritte des\nschlichten Königsrappens, des Friedensfürsten Reit-\ntiers, und sanft Wie Blumenblätter leuchtet die\nFreude ferner Höhenzüge."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c005", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "285", "page_fin": "285", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.5", "titre_corps": "Menschenköpfe / Zeichnungen von Oskar Kokoschka VI / Richard Dehmel", "titre_sommaire": "Menschenköpfe / Zeichnungen von Oskar Kokoschka VI / Richard Dehmel", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "285", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 67, "texte": "Menschenköpfe / Zeichnungen von Oskar Kokoschka\nVI / Richard Dehmel"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c006", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "286", "page_fin": "287", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.6", "titre_corps": "Die Luftseuche", "titre_sommaire": "Die Luftseuche", "signature_source": "Ernst Schur", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "286", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.4", "debut_caractere": 6693, "fin_caractere_exclue": 11346, "texte": "Die Luftseuche\nVon Ernst Schur\nDie Luftseuchie1; (bitte zu beachten! Nicht die\nLustseuc'he.\nIch fbiin stolz; (darauf, sie entdeckt zu haben\nund ich werde dadurch berühmt werden.\nEs kam so.\nIn einem Lande, in dem bisher immer der Geist\nder Ordnung und der Korrektheit geherrscht hatte,\nwar plötzlich eine Verwirrung ausgebrochen. Die\nTemperamente erhitzten sich bis zum Siedepunkt.\nBiedere Familienväter fingen an, in Zungen zu\nreden. Vertrocknete, alte Tanten begannen vor Be-\ngeisterung 'zu lallen. Säuglinge wurden zu Pro-\npheten. Sechsdreier-Rentiers und Staatspensionäre,\ndie sonst immer auf dem ebenen Pfad der Tugend\ngewandelt waren, schlugen mit beiden Beinen aus\nund Mütter — ich bitte Sie: Mütter — bekamen\neinen Rausdh nach dem anderen.\nWas war geschehen?\nAls gewissenhafter Arzt, der gewohnt ist, seiner\nZeit den Puls zu fühlen, drängte es mich, diesen\nErscheinungen nachzugehen.\nEs gab |nur einen Gott, und der fuhr durch\ndie Lüfte, und die Glocken läuteten, wenn er kam.\nArm und Reiidh1, Jung und Allt glaubten an ihn\n— unbedingt, und (ihre Herzen schlugen höher,\nwurde sein Name genannt.\nZwar war seine Allmacht etwas unsicher, sie ließ,\nihn des öfteren im Stich und leider meist immer\nda, w!o jes auf Entscheidungen ankam. Die Elemente\nwarein mächtiger als ier und sein Triumphwagen\nging (oft (in die Brüche.\nEr war schlau. Alle Götter sind schlau, sonst\nwürden sie es nicht so weit gebracht haben. Sie\nverstehen sich auf die Mittel der Massensuggestion.\nEr wartete, bis die Winde ihm günstig waren.\nDann kam er und die Mensdhen standen auf den\nDächern, und Mütter hoben ihre Kinder hbdh, und\ner .goß seinen (Segen herab von oben.\nTrotzdem hatte er Unglück über Unglück. Ja,\nes kam so weit, daß seine Prachtgondel, die „Be-\nherrscherin der Lüfte\", nicht mal! auf Erden sicher\nwar. Der Wind kam, pustete und siegte.\nAuch meldeten sich bald allenthalben Neben-\ngötter; die waren pinker, gewandter, sicherer als\ner. Jedes jLalnd, jede Provinz1 hatte schließlich seinen\nNational-Luftgott. Aber das schadete dem1 Ansehen\nnicht. In den Zeitungen war von nichts Anderem!\nzu lesen. Wo er sich zeigte, ergriff die Gemüter\nein Taumelt Der Erfolg des' Nationalgottes: fein\nSieg der Nation. (Es war wie in den Zeiten der\nVielgötterei (und des Fetischdienstes. Sdhon sah\nman Leute mit den Abzeichen dieses Gottes, einer\nArt Nachbildung seines (Luftpalastes, einhergehen.\nEs entstanden Sekten, die speziell seinem Dienst,\nder Durchsetzung seiner Ideen gewidmet waren.\nKaiser und Könige beugten sidh1 ihm1 willig, aber,\nwas noch mehr bedeutet, selbst Leute, denen Pflicht-\nerfüllung über alles ging, die sonst nur über Akten\nbrüteten und Kinder zeugten, verlließen Amt, Stel-\nlung, Familie!, und „folgten ihm nach\".\n„Auf\", sagten einige findige Köpfe, „gründen\nwir Akademien zur Ausbildung von Liuftgöttern.\nDas wird sidh rentieren. Wir schicken sie nach\nden Kolonien, und wenn sie aus den Lüften herab-\nkommen, fallen alle Neger auf die Knie. Einen\nsenden wir vor allen Dingen nach dem1 Nordpol,\ndas ist durchaus (nötig; schon damit die Eskimos\ndie frohe Botschaft Vernehmen und die Eisblöcke\nGefühl bekommen. Dann wird in der rauhen Brust\ndes im Eise schweifenden, verstockten Lappländer\ndas Eis schmelzen, er wird auftauen und mit ihm\nvielleicht (das Eis, und neue Gebiete werden für\ndie Mensdhheit urbar gemacht. Menschheitsfrüh-\nling! Gründen wir also eine G. m. b. H.!\"\nDies alles, meine Herren, bildete die An-\nzeichen, daß eine Seuche im Anzüge war. Es gibt\nauch geistige Seuchen, seelische Epidemien. Meine\nSpannung stieg aufs höchste. Ich arbeitete fieber-\nhaft.\nMit der Vielgötterei kam der Haßi der Nationen.\nWar ein Krieg in Sicht? Man tat, als müsse man\nnur (darauf (sinnen, den einen Gott gegen den an-\nderen auszuspielen. Da passierte dem heimischen\nNationalgott das Unglüdk. Aber — aus der Nieder-\nlage wurde eine nationale Erhebung! Es war wie\nzur Zeit der größten Schmach Deutschilands, als der\nBefreiungskampf begann. Die Frauen rissen ihre\nKetten vom Hallse und opferten den Erlös dem all-\ngemeinen Wohl. Kleinodien iund Betten wurden\nzur Pfandleihe getragen; das Gold, der stolze Be-\nsitz alter Familien, (wurde eingeschmolzen. Wer\nkeins hatte, riß! sich die Goldgebisse aus dem1\nMunde, um Iseinen Obolus beizutragen. Lieber\nrannten sie fcnit leerem Munde herum. Schtnach\ndem, der beiseite stand. Man lief Gefahr, gesteinigt\nzu werden.\nSo kamen Millionen zusammen und der Gott\nkonnte seine Gottherrlidh'keit wieder aufbauen.\nDieses Unglück hatte ihm nicht geschadet, es hatte\ndie Bande feister geknüpft.\nMeine Herren, ich war glücklich! Atemlb's\nhätte ich hinausstürzen, es jedem ins Gesicht rufen,\nihm meinen Fund mitteilen mögen."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "287", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2673, "texte": "Ich begann den baeifus Zeppelinensis zu ent-\ndecken. Idh mußte an midh halten; noch war es\nnicht (Zeit.\nSo konnte es nicht weitergehen. Jedermann,\nfand ich, war infiziert. Man mußte versuchen, die\nunhaltbaren Zustände zu bessern, ehe der Taumel\nin die übliche Verblödung und Verdummung über-\nging. Aber es: gelang mir nidht, was doch sonst\nso leicht ist, eine Wohltätigkeitsveranstaltung zu\ndiesem (Zweck zu arrangieren. Die Leute sagten\nmir: „Wer soll dorthin gehen; Sie werden allein\ndort sein!\" Auch eine Gesellschaft war nicht zu\ngründen. Idh stand allein. Auch! das sonst so\nbeliebte Mittel eines öffentlichen Preisausschrei-\nbens, offen für alle Mediziner, für alle Kurpfuscher,\nwollte (nicht ziehen. j\nWar ich der einzige Verrückte oder der ein-\nzige Gesunde? Einsam saßi idh da. Meine Familie\nhatte mich verlassen. Meine Frau war mit einem\nLuftschiffer davongeflogen, eines Tages ganz plötz-\nlich; ich sah Biie nur noch in den Wolken ver-\nschwinden. jMeine Kinder besuchten eine der ge-\ngründeten iLuftakademien.\nDennoch, ich beschloß, nicht nachzulassen. Ich\nstudierte Tag und Nacht die Krankheit.\nZu diesem Zweck hatte ich mir mehrere Exem-\nplare dieser Gattung, wie sie zu Dutzenden, ja Hun-\nderten auf der Straße umherliefen, eingefangen. Ich\nfütterte sie reichlich, ließ ihnen alles Gute zukom-\nmen und beobadhtete sie.\nMan nahm mich als komischen Sonderling. Man\nwollte [mich sehen. Die Leute strömten wie be-\nsessen zu mir, füllten mein Wartezimmer, um-\nlagerten meine Türen und drängten sich in meine\nRäume. Kaum konnte jidhl mich ihrer erwehren.\nAuf der Straße (bildeten sich Aufläufe1, wenn ich\nkam. Man lachte offen über mich' und glaubte, ich\nwürde es nicht (merken, weil! sie fest überzeugt\nwaren, daß in (meinem Gehirn etwas' defekt sein\nmüsse.\nOhne [Zweifel, im! Mittelalter hätte man mich\ngefoltert, (gerädert und verbrannt.\nUnd idennoch, ich habe eine Entdeckung ge-\nmacht, lauf die /ich stolz bin.\nIdh hoffte, dadurch berühmt zu werden. Aber\nich wurde schließlich des Landes verwiesen und\nmußte froh sein, nicht lebenslänglich in ein Irren-\nhaus interniert zu Werden. Manche Faust drohte\nmir (nach.\nDie Tragweite meines (Schicksals wurde mir\nferst klar, als idh1 anderswo mir eine Existenz! grün-\nden wollte. Die Luftseuche herrschte überall;; alle\nLänder Waren verseucht. Und überall schob jmän\nmich über die Grenze ab.\nIch Werde mich schließlich bei den Eskimos\nzur Ruhe setzen müssen. Aber auch1 denen droht\ndie Ansteckung, und ich gerate in die gefährliche\nNachbarschaft derer, die den Nordpolklaps haben.\nWo soll ich bleiben? Soll ich1 mich in die\nWüste vergraben oder mich bei den Höhlenbewoh-\nnern einnisten? Wo ist ein seuchen frei er Ort?"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c007", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "287", "page_fin": "287", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.7", "titre_corps": "Fieber", "titre_sommaire": "Fieber", "signature_source": "Friedrieh Mellinger", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "287", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.5", "debut_caractere": 2675, "fin_caractere_exclue": 7585, "texte": "Fieber\nVon Friedrieh Mellinger\nDas längsame Hinundhertorkeln (des großen,\nblinkenden Uhrpendels' hatte mich mit seinem\nschönpathetischen Ton iin eine ganz zufriedene\nStimmung versetzt. Es war mir, als wenn Possart\nNietzsche läse: — Eins! —\nOh ;— Mensch! — Gieb — Acht! —\nUnd [nun auf einmal der ganz Unmotivierte\nSchluß mitten im Satz. „Das ist höchst unästhe-\ntisch, Herr von Possart, ein Kunstwerk unvollendet\nsitzen zu lassen und seiner Wege zu gehen! Sie\nwaren erst bei (den Worten:\n„Die — Welt — ist — tief —\".\nWollen Sie bitte fortfahren!\" — Aber er will nicht\nDas macht mich nervös.\nUnd der graue Mehlsack mit dem Zucker-\nwasse rstimmchen und den ewig gleich kühlen\nHänden wollte erst in einer halben Stunde zurück\nsein. Ob lidh schnell aus dem Bett springe und\ndie Uhr aufziehe? — „Bleiben Sie aber recht schön\nruhig liiegen, bis jidh komme\", hatte die Jungfer\nMaria gesagt, als sie wegging. — Blödsinn! Raus\naus den Federn!\nidh kann nicht mall richtig gehen.\nSo. Die Gewichte sind wieder oben und Herr\nvon Possart redet Weiter. Na also!\n„Tief — jst — ihr — Weh —\nAch, ich setze; mich einen Augenblick in den\nschönen, (grauen Plüschsessel. ;Wenn ich mich in\ndie gefütterte Decke mit dem allerliebsten Veilchen-\nmuster hülle, friere ich1 schon nidht; und das Bett\nlüftet inzwischen etwas (aus.\nNun kann ich (mich auch im Spiegel bewun-\ndern. p- PfUji Teufel, seh ich „vergeistigt\" aus!\nSo hätte1 ich jmjir mein liebenswertes Abbild doch\nnicht (vorgestellt!,\n„Weih (— spricht: — Vergeh!\" — sagt Herr\nvon Possart.\nEs ist weiches, gelbes Licht iml Zimmer, und\nvon (der Chaiselongue [her weht ein leiser, feiner\nDuft von Azurea. — Noch immer!! — Ja! — —\nHm, was denn ? ? —\nSüße, süße Stimmung! —\nIdh muß eine Zigarette rauchen, ich muß, „und\nkostet es mein jLeben!\"\nJungfrau Maria wird ein Gesicht madhen, wenn\nsie kommt! — Und wenn dann ihr sanftes Zureden\nund freundlidhesi Schielten (ihre bleichen Wangen\nrötet, 'werde ich1 ihr zurufen: „Aequam1 meinento\nrebus in arduis servare mentem!\" —\n(Zu komisch! — Wie kommt dieser abgenagte\nKnochen aus' der Schulzeit in die gutversorgte\nSpeisekammer meines Gehirns?)\nDann (werde idh 'sagen: „Maria! — Was ist\nder Tod? — ,Und wenn schon!' sagt Schiller, ,das\nLeben ist der Güter höchstes nicht!' — Wedekinds\nMoritzdhen zum Beispiel behandelt diese Angelegen-\nheit mit einer für seine wenn auch1 im'mer aller-\ndings bereits sozusagen fein wenig angemoderte\nJugend mustergültigen Weisheit: „Dann steige ich\nhinab in mein (Grab, wärme mich an der Ver-\nwesung, und — lächle —\". Jungfrau Maria, denken\nSie, er lächelt! „Nu, was! soll er schon mächen?\"\nsagt Tubal1, der Freund Shylocks, des Juden von\nVenedig. \\\nPossart gibt erzen (seinen Senf dazu:\n„Doch — alle — Lust — will — Ewigkeit —\",\nWas ist denn das? — Hm, — ich hätte doch wohl\nkeine Zigarette —? Idh will mich lieber wieder ins\nBett liegen! — Teufel noch mal, zu schwach —;\nes geht nicht.\nAlso sitzen bleiben! Wenn doch1 der\nSpiegel wenigstens nicht gerade gegenüber hinge !\nWiderlich, sich immer ins eigene Gesicht zu starren.\nUnd dieser Zigarettenqualm ! Im Spiegel sieht\nes aus, als (ob ich auf einer Wolke sitze: ein\nEngeldhen (im Nachthemd!\nIdh Schwebe wirklich auf der Wolke. — Will\nnicht in das gemein schädenfrohe Glas sehen; das\nhalte (ich nicht £us!\nIch schwebe auf der Wolke, — immer höher,\n— immer nach dem Takt der Uhr — langsäW —\nhöher —.\nIch weiß, — der Spiegel! schwebt mit.\nIch weiß es, mit geschlossenen Augen.\nIch sehe — Alles — im Spiegel — mit ge-\nschlossenen Augen.\nDa ist die kleine Yvonne mit den lebendigen1,\nlächenden Augen. Ja, das! ist sie! — Ganz nackt;\nsüß nackt, — und zarte, graue Seidenbändchen\nschweben Ulm sie, (— sie tanzt, und die Bänder\nschließen sich ganz fest an ihren Körper, — jetzt\nist nur der Kopf frei — und diel Arme, die sie!\nausgestreckt hält, eine lebendige, tanzende Mumie1.\nWie die Augen heiß glänzen, — wie die Arme\nsehnsüchtig, suchend zittern!\nWollken, — aufwärts! — langsam — langsam\n— aufwärts!\nWie ihre Hände zittern, wie ihre Finger sich\nkrallen —\nDer Kopf, — nein, der Schlade 1(! Idh' bin das,\nich bin das! Ihre Finger schließen sich1 um1 den\nSchädel, sie sieht (mit ihren flimmernden, heißen,\nbegehrenden Augen in die großen, leeren Augen-\nhöhlen, — in die schwärzten, starren Kugeln, sie\nsieht auf sein Weißes, grinsendesl Gebiß, und ihrel\nLippen beben und zucken unter süßen Schmerzen.\nSie bewegt langsam die ausgestreckten Arme,\nsie nähert den Schädel ihren Lippen, den Kopf\nbeugt sie |in den Nadken, — jetzt will sie ihre\nLippen auf den Schädel pressen, dorthin, wo früher\nseine Lippen waren, da — klappt der Unterkiefer\nherunter. Ein Schrei!\nDie Uhr ist wieder stehen geblieben.\nMaria steht entsetzt (in der Tür:\n„Aber — aber!\"\n,Bitte1, Schwester, bringen Sie mich' ins Bett!\n— Idh bin sehr müde. Ziehen Sie audh die Uhr\nWieder auf. Possart hat den fetzten Satz noch\nnidht —'\n„Wie? — Bitte, was sagten Sie?\"\n,Will — tiefe — tiefe — Ewigkeit!'"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c008", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "287", "page_fin": "287", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.8", "titre_corps": "Gedichte", "titre_sommaire": "Gedichte", "signature_source": "Else Lasker-Schüler", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "287", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.5", "debut_caractere": 7587, "fin_caractere_exclue": 7811, "texte": "Gedichte\nVon Else Lasker-Schüler\n\nVon weit\nDein Herz! ist wie die Nacht so hell,\nIdh kann es sehn\n— Du denkst an midh — es bleiben alle! Sterne stehn.\nUnd wie der Mond von Gold dein Leib\nDahin so schnell\nVon weit er scheint."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "287", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.5", "debut_caractere": 9777, "fin_caractere_exclue": 9950, "texte": "In deine Augen ....\nBlau wird es in deinen Augen —\nAber warum zittert all mein Herz\nVor deinen Himmeln.\nNebel liegt auf meiner Wange\nUnd mein Herz beugt sich zum Untergange."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c009", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "287", "page_fin": "287", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.8.1", "titre_corps": "In deine Augen ....", "titre_sommaire": "In deine Augen ....", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "287", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.5", "debut_caractere": 9777, "fin_caractere_exclue": 9950, "texte": "In deine Augen ....\nBlau wird es in deinen Augen —\nAber warum zittert all mein Herz\nVor deinen Himmeln.\nNebel liegt auf meiner Wange\nUnd mein Herz beugt sich zum Untergange."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c010", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "287", "page_fin": "287", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.8.2", "titre_corps": "Von weit", "titre_sommaire": "Von weit", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "287", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.5", "debut_caractere": 7621, "fin_caractere_exclue": 7811, "texte": "Von weit\nDein Herz! ist wie die Nacht so hell,\nIdh kann es sehn\n— Du denkst an midh — es bleiben alle! Sterne stehn.\nUnd wie der Mond von Gold dein Leib\nDahin so schnell\nVon weit er scheint."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c011", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "287", "page_fin": "287", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.9", "titre_corps": "Mabel Meier", "titre_sommaire": "Mabel Meier", "signature_source": "Alfred Lichtenstein", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "287", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.5", "debut_caractere": 7813, "fin_caractere_exclue": 9612, "texte": "Mabel Meier\nVon Alfred Lichtenstein\nEs war spät. Ich ging den Kurfürstendamm\nentlang. In Abständen sah ich Leute, häufig hörte\nich die Geräusche von Fahrzeugen. An der Fa-\nsanenstraße standen zwei; die ... schämten sich,\nals ich nahe war.\nMädchen kamen, die sich verspätet hatten.\nWenige, die Geld verdienen Wollten. Idh sah die\nlange Dirne, die sich jeden Abend in der Joachims-\nthalerstraße herumtreibt. Ich erkannte sie an dem\nUnterrock. Sie lachte zu mir herüber —\nIch' ging längsam. Ein Kriminalbeamter beob-\nachtete mich. Ich ging weiter. Vor mir lief eine\nFrau, die blieb oft stehen und heulte.\nIdh dachte nicht nach. Ich schaute zu den\nSternen und fand keinen Wunsch. Ich' merkte, daß\nich ohne Beziehung zu mir bin. Ich betrachtete\nmidi gleichgültig wie einen fremden Gegenstand.\n... Idh schüttelte den Kopf, daß der alte Mann\nso spät allein am Kurfürstendamm ging... Und zu\nden Sternen murmelte... Und so sonderbar war.\nIdh begegnete einer Dame, die sagte: Au —\nIdh sagte: Darf ich Sie begleiten. Die Dame sagte:\nBitte. — Es war ziem lii dh' dunkel.\nWir gingen miteinander; die Diame erzählte:\nSie Weiße Meier, der Rufname sei aber Mab et\nSie wohne am Kurfürstendamm1. Bei Verwandten,\ndie hätten eine Portierstelle. Im übrigen sei sje\nChoristin am Metropol'theater.\nDie Dame >var nicht schön und nicht jung,\naber sie sah zugänglidh aus. Ich hätte1 keinen\nGrund schüchtern zu sein. —\nVor dem Haus1, in dem die Dame wohnte,\nblieben wir stehen.\nIdh machte den Vorschlag, noch ein Hotel auf-\nzusuchen. Die Dame schien nicht abgeneigt zu\nsein, sie sagte: (Nee! — Idh Sagte: Wieso? —\nDie Dame sagte: Sie habe Trauer. — Idh fragte,\nwer gestorben sei. — Sie sagte: Papa! — Ich\nsagte: Sie wollen also nidht? — Ueber das Gesicht\nder Dame kam ein Lädhein. Sie schaute träume-\nrisch1 zu einer Laterne —"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c012", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "287", "page_fin": "288", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.10", "titre_corps": "Berliner Theater", "titre_sommaire": "Berliner Theater", "signature_source": "Alfred Döblin", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "287", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.5", "debut_caractere": 9614, "fin_caractere_exclue": 9775, "texte": "Berliner Theater\n\n„Der scharfe Junker\"; ähnlich lauten häufig\nUeb erschriften von Leitartikel linksstehender Zei-\ntungen, Diskussionsthemata von Volksversammlun-"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "288", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4306, "texte": "gen. Da nächstes Jahr sich' ein hödhst politisches!\nRingen ereignen wird mit dem scharfen Junker als\nheißen (oder kalten) Favoriten, so hindert nichts\nmein Assoziationsvermögen, in Georg Engels Seihau-\nspiel! ein politisch Spiel zu erwarten. Das Stück\nist nicht ernst zu nehmen. Das soll kein Vorwurf\nsein. Es äußert nur Dinge, die man selbst im\nTheater als unreif bezeichnen muß. Es ist alles\nverteufelt aus Zeitungen abgeschrieben; man denke\nsich: Agitationsphrasen al!s Gedankenhintergrund!\nEin liberaler Phrasenheld wirtschaftet sein Gut zu-\ngrunde; das tun Phrasenhelden allemal, von jeder\nPartei; ist mir nichts Neues. Wozu aber liberal?\nDaß Liberallismus zum Schlappschwanz disponiert,\nist auch kein poetisches Appercü, historisch wahr.\nAber, Verehrtester, mit Millionen Mensdhen steht\nlinks gegen rechts, völlig sans phrase. Und jder\nverblichene Nepomuk soll Sie in konzentrierter\nSäurelösung holen, wenn Sie uns in heuriger Kriegs-\nzeit mit Junkerverherrlichung kommen. Der Herr\nschützt Ihre Fadheit; denn Sie wissen nicht, Was\nSie tun. Mögen Sie in Zukunft politische Gelüste\nvor einem Parterre staatlich' vereidigter Kloaken-\nreiniger befriedigen.\nIm übrigen wird das Stück keinen Schaden an-\nrichten; es ist ohne Ueberzeugung, zum Teil sehr\ndumm, meist unterhaltend und doch immer leblos.\nEs beginnt als kräftiges Männerstüdk mit der Ver-\nsteigerung des durch liberale iWeltverquatschüng\nverlotterten Gutes und endet —: ja, ich weiß wirk-\nlich nicht. Es ging tatsächlich nicht weiter. Er-\nsichtlich ist das Problem des Autors, wie schwierig\neine Exmission werden kann; ein Problem für Ge-\nrichtsvollzieher. Der verschuldete Mann traut sich\nnicht die Familie aufzuklären, nachher erkrankt die\nFrau, die Tochter brennt durch, schließlich heiratet\nder neue Herr die Durchbrennerin; das braucht\nnatürlich alles Zeit und Akte.\nIhr Plan, Herr Georg Engel, könnte etwa sein,\nwie eine alteingesessene Familie, mehr weniger\ndegeneriert, symptomatisch auch mit anderen\nPhrasen kokettierend, aus dem Sattel gehoben wird,\nund Sie könnten den Moment mallen, wo etwa das\nVerhängnis hereinbricht. Sie könnten dabei noch\nimmer [in Ruhe Kladderadatsch und Witze anbringen,\nsoviel Sie wollen, müßten nur etwas Milieu (und\nMenschen gelben. Sie brauchen sich nicht sehr zu\nbemühen; Fontane hat Ihnen vorgearbeitet; das\nMilieu eines platten Landes haben Sie „prächtig\"\ngestaltet in Halbes, des Entschlafenen, „Mutter\nErde\"; unendlich viel werden Sie bei Hauptmann\nfinden. Schreiben Sie nur ruhig ab, man erwartet\nnicht viel von Ihnen; und ein abgeschriebener\nHauptmann ist mir noch lieber als ein autochthoner\nGeorg Engel. Sie entschlossen sich zu sich, Gott\nund Nietzsche verzeihs Ihnen. Sie stellten mit\ndilettantischer Frische zwei, drei dramaturgische\nPrinzipien unter zwei, drei Menschennamen, e;in\nGerede hub an, allesl bekam ein Wort, wenn auch\nkeine Seele, und nun ist's gut. Einer ist scharf,\nein anderer schusselig, daher liberal, ein dritter —.\nLieber Sohn, lieber Sohn! So etwas von infinite-\nsimaler Dummheit wie Ihre Heldin Pensionsgans\ngibt's in ganz Hinterpommern nidht; obwohl! weib-\nliche Dummheit nie zu unterschätzen ist. Wenn\nIhr Held nicht saftigen SimplMssimusjargon mimt,\ntrodknet der Dialog ein, daß ich einen Heufieber-\nanfall bekomme. Aber in summa reichts für ein\nTheaterstück. Die sehr leicht zu machende Auk-\ntionsszene des ersten Aktes haben Sie nidht (ver-\nhauen, sie zog vorzüglich; es gab idyllische Szenen,\nsaftige Witzchen, sacharinsüße Liebesszenen. Sie\nkonnten es nicht verfehlen, daß man sich unterhielt\nund hier und da gähnte.\nHerr Clewing hielt das Stück; er hat einen\ngewissen Rittner ton, mit dem er gut über Ueblles aus\ndem Stück forthall Idh1 weiß nicht, ob er viel\nkann, aber er versteht sich auf Reißerwirkungen,\nwie es scheint: Linie Ferdinand Bonn. D;ie meisten\nanderen Spieler konnten nicht viel zeigen; jämmer-\nlich waren sie anzusehen — so Fräulein Tyra\nWitt —, wie sie sich um die Belanglosigkeiten Ihres\nDialoges, vergeblich, bemühten. Ich sagte schon\nhundert Mal, meine Damen und Herren Schau-\nspieler: Der Tod der Schauspielerei ist der „Dich-\nter\"; erwürgen Sie die Dichter, emanzipieren Sie\nsich von der Literatur. Lernen Sie von den Im-\nprovisationen des heutigen und alten Japans. Sie\nhelfen damit sich, auch uns, und zumeist der\nLiteratur.\n\nAlfred Döblin"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c013", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "288", "page_fin": "288", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.11", "titre_corps": "Notizen", "titre_sommaire": "Notizen", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "288", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.6", "debut_caractere": 4308, "fin_caractere_exclue": 7084, "texte": "Notizen\nTrianon = Theater\nDie Herren de Flers und Caillavet haben eine\nneue nette Posse „Der heilige Hain\" geschrieben.\nAbgesehen von einigen unangenehm störenden\nSentimentalitäten des ersten Aktes war dieser The-\naterabend der unterhaltendste, den die Berliner\nBühnen bisher in diesem Winter boten. Eine Be-\nsprechung des Stückes erübrigt sich in dieser Zeit-\nschrift. Wohl aber ist nach meiner Auffassung\nvon der Schauspielkunst über die Darstellung einiges\nzu sagen. Jakob Tiedtke (früher am Deutschen\nTheater) überragte alle. Es ist wiederholt von mir\nauf ihn hingewiesen worden, er ist eine Persönlich-\nkeit, die aus einer künstlerischen Fülle schafft, aus\nPossenfiguren Menschen gestalten kann. Zu den\nwenigen schauspielerischen Talenten rechne ich\nKarl Meinhard, Julie Serda und Else Böttieher. Sie\nspielen Theater und beleben den Schauplatz1, wirken\nalso mit den Mitteln ihres Berufs.\nDer ernste Ulk\nHerr Fritz Engel hat, was nicht verwunderlich\nist, die Glosse in Nummer 34 dieser Wochenschrift\nvöllig mißverstanden und versucht, sich in einer\nseiner witzlosen Briefkastenantworten zu wehren.\nEr gibt uns den guten Rat, mehr Schiller zu lesen.\nWenn wir auch die schlechten Gedichte dieses toten\nSchriftstellers, der für die deutsche Schuljugend\nnicht ohne Bedeutung ist, nicht zur täglichen\nLektüre benutzen, wie es Herr Engel angeblich tut,\nso besitzen wir doch soviel Pietät, seine rhetori-\nschen Erzeugnisse nicht zur Reklame für Buchaus-\ngaben von Zeitungsromanen parodistisCh zu ver-\nwenden. Wie Herr Engel1, der Schillerfeiler. Darin\nliegt der Vorwurf, „Herr Kollege\". Etwas! mehr\nNoblesse für Ihre Götter, alter Freund!\nDer ulkige Ernst\nIch bin mit Ihnen versöhnt, Herr Engeil Sie\nfinden diese Perserkiste von Ludwig Fulda - (im\nDeutschen Theater) bedeutend! Feuilleton isten\nhaben das Redht, sich gegenseitig zu verherrlichen,\nich nicht die Pflicht, solche Scherze zu „besprechen\".\nSchlimm genug, daß man sie anhörein muß. Aber\ndie Freundschaft darf nicht so weit gehen, einen\nDurchfall als glänzenden Erfolg zu charakterisieren.\nZweimal versuchte der „Kollege\" Fulda schüch-\ntern, sich dem Publikum zu zeigen, hundertfach\nschrie man ihm den Namen „Bassermann\" entgegen.\nDas nennt Herr Engel einen Sieg des Autors. Harry\nWaiden brüllte aus! Leibeskräften und kopierte recht\noriginell im letzten Akt Bassermann. Felix Hollaen-\nder als Regisseur hielt sich mit knapper Not auf\ndem Niveau des Dramas. Man möchte wissen, wie\ndieser nationalökonomisdh sicher sehr bewanderte\n— sagen wir: Dramaturg eine Tilla Durieux, eine\nLude Höflich und gar Albert Bassermann künst-\nlerisch „leitet\".\nlindeslsen wird der arme alte Sophokles im\nZirkus1 Busch von den Herren Professor M. Rein-\nhardt und v. Hofmannsthal1 zugeritten. Bleibt zu\nplazieren: Goethe im Kientoppl.\nTrust"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c014", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "288", "page_fin": "288", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.12", "titre_corps": "Beachtenswerte Bücher und Tonwerke", "titre_sommaire": "Beachtenswerte Bücher und Tonwerke", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "288", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.6", "debut_caractere": 7086, "fin_caractere_exclue": 7671, "texte": "Beachtenswerte Bücher und Tonwerke\nAusführliche Besprechung vorbehalten\nRücksendung findet in keinem Fall statt\nALBERT DREYFUS\nWallfahrten / Gedichte\nVerlag Österheld & Co. Berlin\nDAS NIBELUNGENLIED\nAltdeutsch und übertragen von Karl Simrock /\nZwei Bände\nTempelverlag Leipzig\nGRUNOW3 GRAMMATISCHES NACH-\nSCHLAGEBUCH\nDen Herren Journalisten dringend empfohlen!\nVerlag Friedrich Wilhelm Grunow Leipzig\nKARL KRAUS\nSprüche und Widersprüche\nVerlag Albert Langen München\nRICHARD DEHMEL\nGesammelte Werke\nVerlag S. Fischer Berlin\nPETER HILLE\nAusgewählte Werke\nVerlag Schuster & Loeffler Berlin"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c015", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "288", "page_fin": "288", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.13", "titre_corps": "Wochen-Spielplan der Berliner Theater", "titre_sommaire": "Wochen-Spielplan der Berliner Theater", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "288", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.6", "debut_caractere": 7830, "fin_caractere_exclue": 10054, "texte": "Wochen-Spielplan der Berliner Theater\nMeaga—B3MW lIIIIIIIIWIIIiaaMBSWMMBMW—a—BMWWII Iljlimi.\n\\Ts\\vrA<vfcKja<« Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend Sonntag Montag Theater mit gleichbleibendem\nI\\OVemDer t 2 3 4 5 6 7 Spielplan:\njQ oj%\nDeutsches Theater Rftl.r-nnd Ein Sommer- R ,n; T) oarloa Herr ,lnd Diener Herr und Diener Widersoenstia-en Kleines Theater Die verflixten Frauen-\nSchumannstrasse 13 a üerr*una uienei nachstranm wiener von oaiDb Jieri una wiener neri una uienei w unter den Linden 44 zimmer / Erster Klasse\nKammersniel« Komödie der n A t Komödie der Premiere Komödie der Komödie der Scherzo Modernes Theater Der Molooh\nKamm rspiele Irrungen / Heirat Q, • Irrungen / Heirat Scherzo Irrungen / Heirat Irrungen / Heirat m.. +v , __c~. ab Sonnabend:\nSchumannstrasse 14 am Scheidewege wi|r illen TänzeWiesenthal wider Willen wider Willen TanzeWiesenthal K»mgg.atzerstr. 57| 58 per Doppe]mengeh\nLessingtheater Einsame Wenn der junge Tti de Na Die Wildente Wenn der junge Wenn der junge Der Bund Neues Theater\nFriedrich Karlufer l Menschen Wein blüht iantns dei warr Die Wildente Wein blüht Wein blüht der Jugend Scbiffbauerdamm4a|s fb Do®nersteg\nFrie™fchhs?r.Ä4a Die Boh«me Die Boh®me Zigeunerliebe Die Boheme Die Boheme Tiefland Blumen^^®\"161' Der Herr\nNeues königliches Regiments- THanontheatfir\nOperntheater tochter / Die Das Rheingold Boheme Der Liebestrank Die Walküre Mignon Siegfried pr Friedrt Karistr 7 er ei%e Hain\nKönigsplatz 7 Puppenfee ' *J\nNeues iGastspiel Triesch TJ h wh, , d Gastspiel Triesch e # n b Neues\nSchauspielhaus Jungfrau von Kraft litet' Jungfrau von Sternenhochzeit Sternenhochzeit Kraft Operettentheater Der Graf von Luxemburg\nNollendorfstrasse 11112 Orleans Orleans Schiff bauerdamm 25\nBerliner Theater Der scharfe Die törichte Der scharfe törichte Der scharfe Der scharfe eS n;ö\nChariottenstr. 93 Junker Jungfrau Junker lairan Jungfrau Junker Junker Westens lue scnonste üiau\niVRIIIStr3.SS6 Llj\n' ■■■■■ * ■ ■ »'■ — ■' ' -- 111 - ■ -1 — ---• -I - — ■■■■~. B I I ■ I . I I I — — ■ . I. ■ ■ . ■„ ■■ ■ .. . »m ■. . I\nSchauspielhaus von Bäuchingen Der KramI)US D6l Kranke''6*6 Der KramPlls Julius Caesar Der Familientag Der Krampus Hurrah — Wir leben noch!\nGensdarmenmarkt 8 |. ■"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c016", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "289", "page_fin": "289", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "289", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.7", "debut_caractere": 169, "fin_caractere_exclue": 348, "texte": "fleue Secession\nSraphisclie Russfellung\n1910\n1. OMober bis 1. December\nin 9er\nOalerie maximif ian Ulachf\nV\nBerlin ID., Ranfte-Strasse 1\nan 9er Kaiser IDilhelm 6e9flchfnis - Kirche"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c017", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "290", "page_fin": "290", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "290", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.8", "debut_caractere": 183, "fin_caractere_exclue": 761, "texte": "nke1\nfiO\n-y\nt\nJ\n~\"irniiii\n4\nx\n&\nCt>\n&<\n0\nm\n<P\nQ\n-^=4\n2W\nI\n*\nr' * *•/•'■ 1; :'■•\n|§S\nWarnung!\nHohle Zahne sind, wie die meisten aus Erfahrung wissen,\neines der unangenehmsten und schmerzhaftesten Uebel,\nunter welchen die Menschheit zu leiden hat. Man hiite\nsich daher dringend vor Vernachlassigung der Zahn-\npflege und gebrauche taglich Kositiiis lis»dwasssf;\nwelches den denkbar besten Schutz gegen das Hohlwerden\nder Zahne bietet, gleichzeitig das Zahnfieisch kraftigt\nund den gesamten Mundorganismus erfrischt. Preis pro\nFlasche, lange ausreichend, Mark 1.50, überall kauflich"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c018", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "290", "page_fin": "290", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "290", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.8", "debut_caractere": 763, "fin_caractere_exclue": 1867, "texte": "♦ Jlkadcmische RuttdscDau ♦\n12. Jahrgang. Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Georg Lttttke\nDie „Akademische Rundschau\" erscheint am 10 ten und 25 ten\neines jeden Monats. Probe-Nummer gratis\nHoherziichtung des Menschen auf biologischer Grundlage\nVon Dr. Franze (Mk. 1,80). Was ist bis jetzt fur eine verniinftige\nEhereform geschehen? Nichts! Und doch ist die Sache fur die\ngesamte Mehrheit ungeheuer wichtig! Was lMsst sich in dieser\nBeziehung tun? Darliber soli uns die Schrift aufklSren. Die Schrift\nist deshalb ebenso wichtig fur die Eltern wie fiir die heiratsfahigen\nJiinglinge und Jungfrauen. Man lese!\nBelastung respektive Ererbung und Entartung. von Dr. J. Sadger\n(1,50 Mk.). Die z-wei Worte „Belastung und Entartung\" bergen so\nungeheuer viel in sich, dass jedermann sich dariiber unterrichten\nsollte. So viele Krankheiten haben ihren Ursprung in der Belastung\nrespektive Ererbung, und nur dann bekommt man ein klares Bild\nvon der Krankheit und ihrer Behandlung, wenn man sich tiber Art\nWeise der Belastung oder Ererbung klar geworden ist.\nIjofwrlagsbucftbandlung Edmund Dettittie Ceipjtfg\na. — ■"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c019", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "290", "page_fin": "290", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "290", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.8", "debut_caractere": 1869, "fin_caractere_exclue": 1902, "texte": "Aid\naA***\nSujmA* J&A\nOJL^xjlS\n111"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c020", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "290", "page_fin": "290", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "290", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.8", "debut_caractere": 1904, "fin_caractere_exclue": 2206, "texte": "ijiiiill illlllll 1111111111 iliillj;\nI DieSacftel I\nM HERAUSGEBER §§\n| Karl Kraus 5\n| :: Mr. 309/10 :: 1\nH soeben erschienen B\n§112 Preis 50 Pfg. H\nM Aus dem Inhalt: E\nH Kempinski von Karl Kraus J\nB Gedichte von Else Lasker- jj\n§§ Schiller j\n■ ÜBERALL ERHALTLICH ■\nii iii ii ill 11111 mil iimi iii u~T"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c021", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "290", "page_fin": "290", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.19", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "290", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.8", "debut_caractere": 2208, "fin_caractere_exclue": 2368, "texte": "MajcQiesswein\nKgl. Sachs. und Kgl. Wurttemb.\nHofopernsanger\nBERLIN W. 50\nCulmbacherstr. 6\nFernspr.: Via 18 926\nFRTFIIT\nGESRNG - (JNTERRICHT\nSprechstunde 3—4 Uhr"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c022", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "290", "page_fin": "290", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "290", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.8", "debut_caractere": 2370, "fin_caractere_exclue": 2722, "texte": "Die Kindermilch nach Prof. Dr. Backhaus kommt der Muttermilch am nachsten.\nimti\nKuhmilch\nBackhaus-Milch\nFrauen-A\\ilch\ni\nwmmMwrnm\nV S 1 Z/3\n112. ' // _\nI 1 2./ 3\n4- S\n* 5\niiim\nt s\n■Fill i™ illi fiEI\nt\ni I\ni /\niii\n* ■>\nTrockensubstanzen von je 1 Liter Kuhmilch, Backhaus-Milch und Frauenmilchr\n!. Milchzucker — 2. Fett — 3. Eiweiss — 4. Kasein — 5. Salze"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c023", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "290", "page_fin": "290", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "290", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.8", "debut_caractere": 2724, "fin_caractere_exclue": 2957, "texte": "Dr. Rudolf Bluemner\nSchauspieler und Regisseur am Deutschen Theater\nLehrera.d.Schauspielschule d. Deutschen Theaters\nerteilt Unterrieht in\nSprachtechnik und Rollenstudium\nCHARLOTTENBURQ\nWilmersdorferstr. 34\nSprechstunde: 5—6 Ulir\n==H"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c024", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "290", "page_fin": "290", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.22", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "290", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.8", "debut_caractere": 2959, "fin_caractere_exclue": 3230, "texte": "Der scbonstc Punki\nin der Umgebung Berlins ist Pichelsdorf an der\nHeeresstrasse. Die letzten Wasscrvillenbaustellen\nan der HaVel, gegenuber Pichelswerder sollen sofort\npreiswert verkauft werden. Naheres die\nBodengeseliscbaft des Uiesteas, mauerstr. $6°ss\nTelephon I, 7497"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c025", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "290", "page_fin": "290", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "290", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.8", "debut_caractere": 3232, "fin_caractere_exclue": 3830, "texte": "<9\n:: Kurhaus und Erholungsheim ::\nSchloss Neuenhagen\nin Berlin-Neuenhagen (52 Min. Fahrzeit vom Alexanderplatz)\nHauptgebaude mit Zentralheizung und elektrischem Licht, grosse,\nhelle Zimmer, mitten im Garten gelegen. 202Q0 Quadratmeter\ngrosser, herrlicher Park, grosser Obstreichtum, Lauben, grosser\nTeich usw. Das ganze Jahr geoffnet Den Besuchern Berlins\nals herrlicher Aufenthaltsort empfohlen. Fern von dem Larm und\ndem Staub der Stadt. Bequemste Verbindung mit Berlin durch\nstiindlichen Bahnortsverkehr. — Lassen Sie sich die Broschiire\n:: „Leben\" kommen vom Besitzer und Leiter Emil Peters ::"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1910-11-03-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1910-11-03_01#c026", "volume": "bmtnabg_1910-11-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "290", "page_fin": "290", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "290", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.8", "debut_caractere": 3832, "fin_caractere_exclue": 4519, "texte": "1. Sine hervorragende Meusrsofciinung an! dem Gebieie der Madkhess-\nbildunff ist das Bach\n„Brauclien wir noch T'dchterpeiisionate ?•'\nvon Prof. D. Dr. Friedrich. Zimmer. Preis 51k. J®—\nWichtig; fiir Eltem herflHwacSisesit'er Tocliter, Padagogen, Pensionats-\nYorstelierinnen.\n2. „Dle Knabenpeasionate, deren {hr i-nneres\nand Susaeres Leben.41 Yon L. Daniel. Ein Ratgebar fiir Eltern\nund Pensionatsinhaber. Mk. 1,80.\n3. „I>as TiJchterpenslonat\" ist die elnzige Zeitschrift, die die In-\nterressen der Vorsteherinnen vertrilt. 7. Jahrgang. Reichhaltiger Inhalt.\nAus der Praxis fiir die Praxis. Pro Halbjahr Mk. £,$O.\nDurch samtliche Buchhdlg. Oder direkt vom Yerlag Br. Paul Abel, Leipzig 10"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "832", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.1", "texte": "Umfang acht Seiten\nEinzelbezug: 10 Pfennig\nWOCHENSOTWT FÜR KULTUR UND DIE KÜNSTE\nRedaktion und Verlag: Berlin-Halensee, Katharinenstrasse 5\nFem eher Amt Wilmersdorf 3524 / Anzeigen-Annahme und\nGes~ii /: le: Berlin W 35, Potsdamerstr. 111/ Amt VI 3444\nHerausgeber und Schriftleiter:\nHERWARTH WALDEN\nVierteljahresbezug 1,25 Mark j Halbjahresbezug 2,50 Mark/\nJahresbezug 5,00 Mark / bei freier Zustellung / Insertions-\npreis für die fünfgespaltene Nonpareillezeile 60 Pfennig\nJAHRGANG 1910\nBERLIN/DONNERSTAG DEN 3. NOVEMBER 1910/ WIEN\nNUMMER 36\n\nINHALT:\nAUGUST STRINDBERQ: Das tausend-\njährige Reich / j-'ETER HILLE: Das Mysterium Jesu /\nERNST SCHUR: Die Luftseuche / FRIEDRICH MELLIN-\nQER: Fieber ' ELSE LASKER-SCHÜLER: Gedichte /\nALFRED LI iT'KSTEIN: Mabel Meier / ALFRED\nDÖBLIN: Bfri'cer Theater / TRUST: Notizen [Trianon-\ntheater / Der ernste Ulk / Der ulkige Ernst] / OSKAR\nKOKOSCHKA: Menschenköpfe /VI: RICHARD DEHMEL\n\nDas tausendjährige Reich\nVon August Strindberg\nIm Jahr 998 war Rom ein deutsches Kaiser-\ntum und der deutsche Kaiser Römer geworden.\nOtto der Dritte, von seiner griechischen Mutter\nTheophano erzlogen, hatte ihre Sehnsucht nach dem\nSüden geerbt. Er liebte deshalb meist in seinem\nPalfast auf dem Möns Aventinus, hielt dort Hof\nund plante, Rom in die Hauptstadt des deutschen\nReiches zu verwandeln. Der Kaiser war zwanzig\nJahre, ehrgeizig, phantastisch, fromm und grausam.\nWährend einer Abwesenheit war der alte\nRömergeist (erwadht und der edle Senator Cres-\ncentius hatte sidh als Volkstribun aufgestellt, Rom\nvon den Deutsdhen befreit, den Papst Gregoriüs\nden Fünften vertrieben iina Johannes den Sech-\nzehnten eingesetzt.\nDer Kaiser kehrte sdhnell nach Rom zurück,\nllähm Crescentius mit seinem Papst gefangen lind\nließ darauf den Römern ein lebendiges! Schauspiel\naufführen, das wohl ihre Väter, sie aber nodh nie\ngesehen hatten.\nDer Leoninisdhe Stadtteil umfaßte die vatikani-\nschen Hügel mit der ältesten Peterskirche und\neinem päpstlidhien Palast, der abwechselnd mit dein\nlateranischen bewohnt wurde. Er hing mit der\nStadt durdh den pons Aelius bdier die Brücke\nHadrians zusammen. Atai Brüdkenkopf auf der\nStadtseite befand sidh das Grab Hadrians, ein turm-\nartiges Gebäude, in dem die Kaiser bis zu CaraclaHa\nbegraben lagen. Als die Goten Rom einnahmen,\nwurde das Grab als Festung benutzt, was es lange\nZeit blieb.\nAls die Römer am Morgen des Jahres 998 er-\nwadhten, sahen sie zwölf große Holzkreuze auf\nder Burgterrasse Hadrians erridhjtet. Oberhalb\nstand der Erzengel Mic!h|ael mit gezogenem Schwert,\nden einst Gregoriüs der Große aufgestellt hlatte.\nAuf der Aeliusbrücke War viel schaulustiges!\nVolk versammelt, unter ihnen ein französischer\nKaufmann und ein gotischer Pilger, der von Westen\nüber den leoninischen Stadtteil gekommen war.\nDie Sonne war längst aufgegangen, und das\nSchwert des Erzengels flammte.\nWas sind das für Kreuze dort? fragte der\nPillger und schützte die Augen vor den Strahlen.\nZwölf! Sollein sie vielleicht die zwölf Apostel\nbedeuten ?\nNein, die haben jausgellitten; und der fromme\nKaiser kreuzigt die Jünger des Herrn nicht von\nneuem.\nJa, der Kaiser! Der Sachse! — Weder der\nGote nodh der Longobarde, noch der Franke sollte\nRom bekommen, sondern der Sadhse aus dem ver-\nfluchten Volk, das Karl der Große von der Erde\nausgerodet zu haben glaubte — er sandte zehn-\ntausend nadh Gallien hinein, um den Feind mit\ndiesen Wilden zu beglücken, und er enthauptete\nviertausendfünfhundert an einem Tag, ohne ei n e\nschlaflose Nac'ht zu haben. Wunderbar sind die\nWege des Herrn!\nDie Letzten werden manchmal1 die Ersten!\nO Herr Jesus, Erlöser der Welt! Es bewegt\nsich etwas am Kreuz!\nBei Gott... Idh kann nicht hinsehen! Es sind\ngekreuzigte Menschen!\nZwei Römer standen neben den Fremdlingen.\nHermann, du bist gerächt! sagte der eine.\nWar Arminius Sachse ? wandte der andere ein.\nWahrscheinlich, da er im Harz! wohnte.\nVor tausend Jahren ging Thusnelda hier auf\nden Straßen im Triumphzug des Germanicus Und\ntrug den ungeborenen Thumelic'us unter ihrem\nHerzen. Daß tausend Jahr nötig sind, um sich zu\nrächen!\nTausend Jahre sind wie ein Tag! Aber sind\nnidht diese unsere römischen Brüder am Kreuz! auch\nMärtyrer für Roms [Freiheit?\nMärtyrer für uns er Recht; aber diesmal hatten\nsie Unrecht, weil es den Göttern so gefiel.\nDie Szene änderte sich. Unterhalb der Burg\nwurde der Volkshaufe von Soldaten geöffnet.\nRüdklings auf einem Esel kam Papst Johannes der\nSechzehnte angeritten. Ohren und Nase waren ab-\ngeschnitten und seine Augen ausgestochen. Der\nklagliche Anblick wurde noch gräßlicher dadurch,\ndaß eine Schweinsblase über seinem Kopfe im\nWinde wehte. Dasi Volk sdhwieg und schauerte.\nEs war doch immer Christi Statthalter, der Nach-\nfolger Petri, wenn audh kein Märtyrer.\nEin Sizilianer stand auf der Brücke neben einem\nJuden. Seit hundert Jahren ungefähr war Sizilien\nim Besitz der Muhämedaner.\nDer mußj wohl für seine Vorgänger leiden!\nsagte der Jude, das ist der christliche Glaube:\nsatjsf actio ivicaria.\nGelitten muß werden, antwortete der Sarazene,\nund ich weine nicht, daß die Schweinerei ein sol-\nches Ende nimmt! Hundert Jahre haben die Päpste\nwie Kannibalen gelebt. Du erinnerst didh an\nSergius den Dritten, der mit der Hure Theodora\nund ihren Tödhtern Hebte. Und Johannes der Zehnte\nführt das Leben fort mit Mutter und Tochter\nMarozia, die mit eigener Hand zuerst seinen Bruder\ntötet und dann den Papist mit einem Kissen er-\nstickt. Johannes der Zwölfte wurde schon jmit\nneunzehn Jahren Papst. Er ließ sidh bestechen,\nund hat einen Zehnjährigen in einem Stall zum\nBischof geweiht; beging Blutschande mit der Kon-\nkubine des Vaters und verwandelte den Lateran in\nein Bordell! Er spielte Karten, trank und schwur\nbei Jupiter und Venus.... Das weißt du wohl!\nJa, antwortete der Jude, die Christen leben\nin Gehenna, seit sie den einzigen und wahren Gott\nverließen. Die Toren stahlen uns die Messias-\nverheißung, aber die Verheißung Abrahams bleibt\nuns. Rom ist ein Irrenhaus, Deutsdhland ein\nSdhladhthaus, und Frankreich ein Hurenhaus! Er-\nfreulieh bleibt esi jedenfalls, wie sie sich gegen-\nseitig umbringen.\n\nUtinam delectet!\nWunsch und Zeichnung von\nOskar Kokoschka"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "284", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.2", "texte": "Er setzte sidh aufs Brückengeländer, um besser\nden Vorgängen folgen zu können.\nZwisdhen den zwölf Patrioten, die sidh an den\nKreuzen wie Angelwürmer wanden, zeigten sidh\nfünf rotgekleidete Männer und zimmerten ein\nGerüst.\nDas sind die Henker — auf dem Kaisergrab!\nsagte der Jude. Gegen Cresdentius habe ich nichts,\ndas war ein edller Mann, der für den römisdhen\nStaat kämpfte. Aber es ist doch ein Christ weniger.\nDie Christen haben immer zwei Arten der Er-\nklärung, warum ein Mensch leidet. Für den Un-\nschuldigen ist die jQual eine Prüfung, und jder\nSchuldige verdiente sein Schicksal! Jetzt kommt er!\nCresdentius, der l'etzte Römer, wurde vorge-\nführt. Sein Kopf fiel, und Rom war deutsdh oder\nDeutschland römisdh — bis 1806.\nUnd am Nachmittag desselben Tages wurde\ndie neue Papsternennung, denn von Wähl! konnte\nman nicht sprechen, bestätigt, und damit war\nGerbert, der Auvergnat, Papst, unter dem Namen\nSilVester {der Zweite.\n*\n* *\nDer Kaiser saß in seinem Palast auf dem\nAventin und wagte nidht auszugehen, denn die\nRömer haßten ihn.\nIn (der kleinen Zelle am Abhang des Berges\nhatte sein eben getöteter Freund, der Missionar\nund Märtyrer Adalbert von Prag, gewohnt, dort\nsdhloß er sich mit seinem Lehrer, dem neuen Papst\nSiÜvester dem Zweiten ein.\nDieser Franzose hatte in Cordova studiert, wo\ndie Kalifen eine Universität errichtet hatten und\nwo man arabische Wissenschaft lehrte auf der\nGrundlage griechischer und indischer Weisheit. In\nRheims hatte er dann selber Philosophie, Mathe-\nmatik, Astronomie und Chemie gellesen. Wurde\nAbt in Bobbio, Erzbisdhof in Rheims und Ravenna,\nund nachdem er auf mehreren Kirchenversamm-\nlungen gegen den Verfall des Papsttums aufgetreten\nwar, deutscher Papst in Rom.\nDie Aufregung nach der Hinrichtung des Cres-\ndentius zwang ihn, auf dem Aventin bei seinem\nSdhlülller, (dem Kaiser, Schutz zu suchen. Aus der\nZelle des! kleinen Klosters neben der Kapelle\nAdalberts lenkte er die Sdhicksale Europas. Seine\nfreie sZeit widmete er der Wissenschaft, besonders\nder Astronomie und Chemie, weshalb er in den Ruf\neines Schwarzkünstlers . kam.\nAlls er eines JNadhts, in Gedanken versunken,\nan seinem Sdhreibtisch saß, trat der Kaiser ein,\nohne vorher seinen (Besuch angesagt zu haben.\nEin hoch aufgeschossener Jüngling, in ungewöhn-\nlidhte Tracht gekleidet, jin eine Dialmatica, die mit\nBildern aus dem Buch1 der Offenbarung bemalt\nwar, dem wilden Tier und der Hure, dem Buch\nder Insiegel und anderen Sinnbildern.\nLaßi ttiidh sprechen, ich kann nidht schlafen.\nWas ist gesdhehen, Irnein Sohn?\nBriefe sind angekommen, Warnungen, Träume.\nErzähle!\nDu hörst mich an, aber du glaubst nicht, wenn\nich dir die (Wahrheit siage. Und du hast Furcht\nvor allen neuen Gedanken.\nWas! Neues unter der Sonne? Sagt nidht der\nKirchenvater Augustinus sogar über unsere heilige\nGlaubenslehre: „Was man in unseren Tagen\nChristentum nennt, gab es bereits bei den Alten und\nhat es immer gegeben, seit Entstehung der Mensch-\nheit bis zu Christi Geburt, als man begann, Chris-\ntentum die wahre Religion zu nennen, die schon\nvorher existiert hatte. Christi Wahrheiten sind nicht\nandere als die alten, nur entwickelter.\nHeretiduis, Ketzer, hüte dich! Du weißt nicht,\nwas in der jWeilt gesdhieht.\nLaß hören!\nPilger aus mehreren Ländern sind angekommen\nund erzählen von (Wahrzeichen, Gesidhtern und\nWundern. Im südlichen .Frankreich ist Pest und\nHungersnot ausgebrodhen, so daßi Menschenffeisch\nim Sdhlädhterladen verkauft wurde; in Deutschland\nhat man eine eiserne Rute in Feuer am Himmel\ngesehen; und hier in Italien hat man wieder diese\nWallfahrten ohne Ende begonnen. In Jerusalem\nist die Kirche des heiligen Grabes geplündert und\nder Tempel des „großen Betrügers\" erridhtet wor-\nden. Das Volk, die ganze Christenheit bebt; denn\nsie haben in (den liederlichen Päpsten des letzten\nJahrhunderts1, die von Huren gewählt sind, den\nAntichristen gesehen. Christi (Gesandter wird er-\nmordet, mein Freund Adalbert war der letzte oben\nin Polen; die Heiden Traben alle Eroberungen Christi\nin Asien und Afrika wieder zurückgewonnen; das\nVolk des „Betrügers\" sitzt in Spanien, auf Sizilien,\nin Neapel und bedroht Rom. Das kann nichts\nanderes bedeuten, als daß das Gericht und der\nUntergang der Wellt bevorsteht, wie sie die Apo-\nkalypse verkündet hat.\nSo, die alte ;Gesdhidhte taucht wieder auf!\nGesdhidhte? Geh, Satan, denn du findest kein\nGefallen an Dingen, (die von Gott sind, sondern\nan denen, die von Menschen sind.\nNennst du mich Satan?\nWenn du das Wort verleugnest! Steht nidht\nin Johannes Offenbarung: „Und wenn tausend\nJahre vollendet sind, wird der Satanas los werden\naus1 seinem Gefängnis. Und wird ausgehen, zu\nverführen die Heiden an den vier Enden der Erde,\nden Gog und Magog ...\" Da hast du die nordisdhen\nVölker, die jetzt in England, in der Normandie,\nauf Sizilien sitzen... Ist nicht Theodora die große\nbabylonische Hure, ist nidht der Betrüger Mahomed\ndas wilde Tier....\nHalt, mein Sohn, ich möchte einen Vers aus\ndemselben Kapitel zitieren! Dort steht unmittel-\nbar vorher, daß „wer teil hat an der ersten Auf-\nerstehung, mit Christus tausend Jahre regieren\nwird\". Also beginnt jetzt das tausendjährige Reidh\nund kann mithin nicht enden.\nDas alte endet und das neue beginnt!\nEben! Das alte dunkle ist vergangen, und wir\nstehen vor Christi zweiter Wiederkunft auf Erden!\nWenn du dich still in der Hoffnung hieltest, wür-\ndest du das neue sehen!\nIdh glaube nicht ein Wort von dem, was du\nsagst. Das fetzte Jahr des Jahrtausends ist da,\nund idh gehe hinaus in die Einöde, um mit Fasten,\nGebet und (Biuße den (Tag des! Herrn und die Ankunft\nmeines! Erlösers zu erwarten. Idh werde beten für\ndich, mein Vater. Hier trennen sich' unsere Wege\nund du siehst midh nicht mehr!\nDer Kais'er ging und Silvester blieb zurück.\nIdh warte! sprach er zu sich. Aber indessen\nordne idh unsere weltlichen Angelegenheiten!\nUnd er entfaltete eine Karte der damals be-\nkannten Welt. Mit roter Kreide verteilte er Kreuze\nund Kronen, vor allem im Norden. Ueber Jerusalem\naber zeichnete er eine Fahne mit einer Lanze.\n\nSchluss folgt\n\nDas Mysterium Jesu\nAus dem Nachlass\nVon Peter Hille\nJosefs Heimgang\nUnd auch nach1 Nazaret, dem verspotteten, ge-\nlädhterumschütteten Orte des gelobten Landes, das\nda allerlei Narreteiduingen geziehen wurde, kam die\nKuinde vom Wundertäter und Messias.\nUnd die Vaterstadt errötete vor Stolfc und wies\nmit Gelächter zurück das liebe Gerücht, um nicht\nnodh tiefer in Hohn zu verfallen und schon vor-\nbeugend zu begegnen dem neuen Gelächter, das es\naugengesenkt über seinem Haupte schon Hastend\nempfand.\nJosef freute sidh'. Gern wäre er hinausgezogen,\nselber zu sehn und zu hören; aber das Lager hielt\nihn. Die Axt ruhete. In Marias1 Armen entschlief\ner. Im Tode wies er noch lächelnd nach oben.\nMaria aber zog wieder nach Jerusalem, nahe dem\nTempel1, wo der Tag ihrer Jugend dem Vater ihres\neigenen Sohnes geblüht hatte und geduftet. Dort\nweilte sie, bis die Tage der Trauer kamen, der\nalte Tempel zerfiel, und seine Wächter, die eng-\nfühfenden, verknöcherten Wächter der Gnade nicht\nmehr waren, weil sie zerstört den neuen, der sich\nder ganzen Menschheit öffnete, und erschlagen\nhatten seinen geweihten Hüter.\nDie Verklärung\nDer Sohn des Menschen stieg gern die ernsten\nWege des Berges Jiinan zu den Höhen. Da lag\nunter ihm die Welt, leidensdhaftslos wie unter den\ngütigen Augen Abbas — das ist des Vaters — die\nKinderstube des Höchsten. Da war er näher dem\nVater, der Heimat. Und auch seinen Jüngern fühlte\ner sich näher, hier, wo ihre Gedanken nicht im\nIrdischen wurzeilten. Die Welt der Reinheit, der\nHöhe, voltler Sanftheit göttlicher Vollendung.\nHier ersdhienen den Jüngern des Meisters\nWorte noch eins so hehr und göttlich1, hier kannten\nsie nidht Kleinmut (und enges, ängstliches Wesen\nwie oft drunten im irdischen Tage, wo nur All-\ntägliches sie umgab. Auch ihr geistiger Meister\ntrat dort zurüdk, audh1 er ersdhien ihnen bisweifen\nwie in der Irre, wie zu hbdh verstiegen. Ihr Wunsch\nwar göttlich, ihr Wille: weltlich. Sie waren Neu-\nlinge noch des Glaubens und Vertrauens.\nWenig sprach der Herr, der Meister, wie denn\nauch das Steigen den Atem, den1 ganzen Atem,\ndas sittlidhe Steigen (den ganzen sittlichen Atem,\ndes Mensdhen vollen verlangt. Aber was\ner sprach, stieg aus jähen Tiefen, überraschte,\nforschte aus. Hier war er der Mann der Ein-\nsamkeit, der Sammlung, der Sohn des Vaters, der\nzur Heimat ging in stummer Begleitung der Frem-\nden, die noch nidht reif waren für das Heiligtum.\nNur drunten am See Genezaret blickte auch sein\nAuge blauisiainft, gütig, nidht heiligscharf, da lehrte\ner und half er, der Mensdhensohn. So fragte er\neinst: „Für wen haltein die Mensdhen den Men-\nschensohn ?\" Und bunt antworteten die Jünger:\n„Für den Elias, für Johannes, den Täufer, Jeremias\noder der Propheten Einer\". Und nun forscht der\nMeister: „Wer sagt denn ihr, daß idh sei?\" Und\nes antwortete nidht Johannes, dessen sanftes Ant-\nlitz mit innigem Glänze sidh zu durchschimmern\nbegann, nein, der ältliche Petrusl, dessen kindliches\nUngestüm, mehr entfahrendes als bewilligendes Zu-\ntagetreten den Herrn immer ergriff:\n„Eü St 0 XptaTOQ 0 utoc TOU frsou TOU C&vxoc\".\nDu bist Christus, jder Sohn, des lebendigen\nGottels! Sohn.\"\nUnd ersdhrocken, als hätte er in seinem heiligen\nEifer, in seiner kinderhäften Empfindungsäußerung\nim Ungestüm des Bekenntnisses in der Leiden-\nsdhaft des Jüngertums, noch ganz in der Heftig-\nkeit der Hingerissenheit, der Mannesbegeisterung\ndeö Glaubens, Einfältiges begangen, im Scheugefühl\nder Erschöpfung hielt Simon Bar Jona inne, |und\nersdhrak fast noch ttniehr, als sein rügestrenger\nMeister ihn diesmal nicht irrig fand, übe/ alle ihn\nlobte und sprach:\n„Maxapioc; et SfyitDv, Bap 'Io)va\".\nSelig bist du, Simon, Bar Jona, denn nidht\nFleisdh und Blut hat dir das offenbaret, Sondern\nmein Vater im Himmel. Du hast nidht von deinem\nMenschlichen, sondern von deinem Göttlichen das.\nDein erdhäfteisi Vertrauen faßt den Himmel. Und\nidh sage dir, (du bist der Felsen, und auf diesen\nFelsen werde [idh im eine Kirche bauen.\"\nUnd nodh1 demütiger (ward Petrusl, noch be-\nstürzter in seiner freudigen Bestürzung, und schleu-\nderte mit seiner Sandale ein Steinchen fort, das\nihm im Wege lag.\nJa, dieser verläßlich1 erdhäfte Sinn gab guten\nBaugrund, dieser rissige Boden nahm am freudig-\nsten sdhlidht wie Arme eines Lastträgers den sich\nniedersenkenden Himmel auf. Und deshalb ver-\nzieh der Herr diesem Tatsächlichen, diesem Jünger\naudh so gern seine Fehler, seine irdischen Ge-\nbrechen, weil er in seiner Art am meisten irdisch\nwar. Und weil sein Glaubet treuherzig Wirklidh-\nkeitserregungen entsprang, nannte der Herr ihn\ntrotz seiner gefegentliehen Umstandssdhwächen mit\nRedht, mit dem Rechte des! Tiefsinns, den Felsen-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "285", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.3", "texte": "Menschenköpfe / Zeichnungen von Oskar Kokoschka\nVI / Richard Dehmel"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "286", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.4", "texte": "mann, Dieser Tatsadhemglauben, dieses Bestätigen,\nvornehmlich in den Handlungen! des Lebens aber\nverlangte als! Aeußerungsform eben jene Schwächen\nund Fehlstellen, welche die Jüngerschaft des ern-\nsten, gottesfürdhtigen Fischers abhebt gegen das\nVerhalten seiner Genossen. Auf diesen praktischen\nSinn gehörte die Kirche. Diesem ehrlichen Werk-\nmannssinne, dieser großen, schlichten Hingabe des\nviel älteren Jüngers steht Fehler und Reue echt,\nwie die wilden Schönheiten einer Unart lebhaft\ngesunder, unter AugenblickssinnMchkeit innigtiefer\nKindesnatur.\nUnd als nun Simon Voller Dankwärme auf des\nMeisters Ankündigung, er müßte hinauf gen Jeru-\nsalem, dort Zeugnis iabziulegen, und zu sterben\ndafür, um am dritten Tage wieder aufzjustehen,\nteilnahmsvoll einwandte: „Herr, schone deiner\nselbst, das widerfahre dir nicht!\" Da ward der\ngeistige Meister zornig über die irdische Störung\nund wiesi den Bestürzten schier über die Massen\nzuredht: „Hebe dich von mir, du bist mir ärger-\nlich, denn du meinst nicht, was göttlich, sondern\nwas mensdhlich ist\". Es dauerte lange, ehe die\nJünger das1 Göttliche begriffen und nicht mehr\ndaneben tasteten. Deshalb wurden sie auch gute\nLehrer später: aus Selbsterworbenem. Die Herb-\nheit des Meisters aber war Deutlichkeit. — Mit\ndieser Ansicht bist du mir Satan,\" —~ Wenn der\nHeiland seine innern Stufen! erstieg, der Trauer,\nder Sammlung, der Verklärung, so nahm! er dreie\nmit sidh', ganz oder bis an das Vorzimmer seiner\nEinsamkeit.\nEs war dies Johannes, der Freund mit seiner\nsanften, weiblichen Jünglingsseele, die treue Zu-\nverlässigkeit des Simon, und des Jakobus wortlos-\ntraute Verwandtennatur. Lind inur auf der Höhe\nlegten der Jünger bereite, zitternde Seelen sich\nauseinander wie Blumeblätter vor der Sonne. Der\nSohn aber trat in die Gottheit des! Vaters, sprach\naus der Umarmung und redete voller Bedürfnis\nder Ueberfüie nadh Mitteilung zu den menschlichen\nFreunden seines göttlich! Gezeugten.\n„Dies ist mein vielgeliebter Sohn, an dem ich\nmein Wohlgefallen habe.\" Und er zog auch sie\nin den Kreis des Göttlichen.\nJudas Ischarioth\nJudas! war kein Jünger. Nichts von innen\nheraus bei ihm, kein Verllangen nach einem\nbesseren, sittlich gefeste ten Wesen, zu dem es erst\ndie reinen Unbefangenen und später die1 Laster-\nmüden trieb. Judas war trotz der nahen Gemein-\nschaft ein Bedienter, ein „Lakai des Herrn\", denn\n„er hatte dein Beutel\". Er war sein Hausmeister\ngeworden in der Voraussetzung, daßi der faszi-\nnierende Lehrer etwa wie ein reisender, berühmter\nVirtuose gewaltigen, widerstandslos zahlenden\nZulauf hat. Und dieses Virtuosen Impresario wollte\ner sein. Die andere gewaltigere Seite des Wunder-\ntäters hatte er nie im Auge gehabt. Nur die für\nseinen Zweck.\nUnd als sich IsCharioths1 Voraussetzung nicht\nverwirklichte, Jnußte er auf andere Weise an sei-\nnem Herrn verdienen. Der Zorn auf die in den\nAugein dieses „vernünftigen\" Menschen geradezu\nruchllosei Verschwendung so vieler Gelegenheiten\nverwirrte und erregte ihn.\nNach der von seinem göttlichen Meister Aus-\ndrücklich gebilligten entsetzlichen Verschwendung\nder Maria Magdalena ward ihm die Empörung\ndes gesunden Menschenverstandes zu viel, und er\nging hin in seiner kalten beleidigten Leidenschaft\ndes Geldes und beging das Ungeheuerliche. Er\nwar gestört in seinem Ideallismus, dem' einzigen\ndieser metallischen Seele. Iseharioth war ein zäher,\nfester Philister, ein unerschütterlicher. Er hatte\nkeine Phantasie, keinen (Wertblidk; und kein Vor-\naussehen. Erst die grellsten Tatsachen konnten\nihn überzeugen. Zu spät enthüllte sich die gute\nsittliche Seite.\nNun wäre er ein guter Jünger geworden. Seine\nJudasnatur war weggenommen und mit ihrer End-\nhandlung erledigt. Ein anderer wäre auch dann\nnoch unter gutem Einflußi gut geworden, bieg-\nsam und nicht gespannt, aber kein Mensch hat\nzwei Naturen, mindestens nidht ganz entwickelt\nnacheinander. Zu spät, sein Amt war abgeschlossen\nund hatte abgesdhlossen. Am Kleinlichsten war\ndas Höchste vernichtet — irdisch vernichtet\nWeltsymbol.\nPalmen\nEin knisternder Odreif eifert um die breit-\ngebogenen, weiblichen Schläfen des- vor Vortreff-\nlidhkeit etwasi ungewandt leidend sich ausnehmen-\nden Nazarenerhlauptes!, des sittlichen Oberhauptes\ndieiser Erde und der übrigen. Denn allgemein und\nniedertaudhend in jegliicheis! wie die animalen Ge-\nsetze der Welt sind sicher audh! die geistigen, und\ndas Seelische kennt keine Grenzen.\nSo steht im Siege des Geistes das lautere\nKönigshaupt, darin immer vom1 ersten jungen Keirn-\ngedanken der Kindheit an nur edelfest, bewußt ge-\nwachsene Gedanken gestanden haben. Ernst legt\nder gefeierte König der Seelen die deutliche, voll-\nkommene, wieder große noch kleine, zartm ittel-\nwarme Hand auf den Nacken der Eselin und steigt\nwürdig auf das gelassensanfte1 zierliche Lasttier.\nAnmut spielen, neigen sich nach unten, federn die\nröhrenförmigen Ohren. Nur wenig haben seine\nJünger nachzuhelfen, aber wie sorgsam legen sie,\num audh nur in etwas! am Prachtzug ihres Meisters\nbeteiligt zu sein, der sie alle mit stolz madht, die\nFalten zuredht. Und schon auch schreitet, wie\ninnerlich gelenkt, die Eselin weiter mit zierlichen,\nvor Straffheit fast ein wenig bebenden, an ein edles\nRoß gemahnenden Schritten.\nUind in der Seele des väterlich zeugenden Bru-\nders vom Geiste weilt ernstgefügte Bereitschaft,\ndem tiefen, urplötzlich (wie fremdartig über die\nMenschen kommenden Diendrange, dein grund-\ntiefen richtig durchgefühlten Piendrange vor dem\nGöttlichen zu entsprechen, wie später dem wilden\nVerwüstungsdrange, wenn das Gesetz1, das dunkel-\naufweisende Gesetz es erheischt, dem wüsten Rasen\nsich zu bieten.\nEr ist Meinsdh, aber er ist es nicht für sich\n— nicht einem welltbegehrenden, weltverwachsenen\nLeibe nach, sondern Mensch für andere — des\nMensdhen Sohn — und heute ist seine Stunde ge-\nkommen. Die eine. Die andere wartet. Auch sie\nwird sich erfüllen. „Vater, dein ist die Schickung\".\nUnd dieser Sdhickung stellt die Seele sich, ob hell\nsie klingt, ob dunkel sie töne.\nZwar der Leib, der irdisch bange Leib, mag\nbitten: „Vater, laß; vorübergehen diesen Keldh der\nBitterkeiten!\" Dodh die Seele tritt hinzu und tritt\nein für den Schwachen. „Doch nicht mein, sondern\ndein Wille geschehe!\" Noch aber ist: „Heil dem\nSohne Davids, dem König Heil', des Herrscher-\nhauses Sprossen!\" so noch jauchzt eisl\nUnd ist ein verzücktes Jubeln von Psalmein1,\nvon iseellenbefreiender, weihevoll ausschweifender\nverehrungsüppiger (Musik.\nDoch da dunkelt eis! sdhon — und verliert sich\nder Boden? — die Mäntel sind es, die kostbaren,\ngeschwungen und ausgebreitet unter die Tritte des\nschlichten Königsrappens, des Friedensfürsten Reit-\ntiers, und sanft Wie Blumenblätter leuchtet die\nFreude ferner Höhenzüge.\n\nDie Luftseuche\nVon Ernst Schur\nDie Luftseuchie1; (bitte zu beachten! Nicht die\nLustseuc'he.\nIch fbiin stolz; (darauf, sie entdeckt zu haben\nund ich werde dadurch berühmt werden.\nEs kam so.\nIn einem Lande, in dem bisher immer der Geist\nder Ordnung und der Korrektheit geherrscht hatte,\nwar plötzlich eine Verwirrung ausgebrochen. Die\nTemperamente erhitzten sich bis zum Siedepunkt.\nBiedere Familienväter fingen an, in Zungen zu\nreden. Vertrocknete, alte Tanten begannen vor Be-\ngeisterung 'zu lallen. Säuglinge wurden zu Pro-\npheten. Sechsdreier-Rentiers und Staatspensionäre,\ndie sonst immer auf dem ebenen Pfad der Tugend\ngewandelt waren, schlugen mit beiden Beinen aus\nund Mütter — ich bitte Sie: Mütter — bekamen\neinen Rausdh nach dem anderen.\nWas war geschehen?\nAls gewissenhafter Arzt, der gewohnt ist, seiner\nZeit den Puls zu fühlen, drängte es mich, diesen\nErscheinungen nachzugehen.\nEs gab |nur einen Gott, und der fuhr durch\ndie Lüfte, und die Glocken läuteten, wenn er kam.\nArm und Reiidh1, Jung und Allt glaubten an ihn\n— unbedingt, und (ihre Herzen schlugen höher,\nwurde sein Name genannt.\nZwar war seine Allmacht etwas unsicher, sie ließ,\nihn des öfteren im Stich und leider meist immer\nda, w!o jes auf Entscheidungen ankam. Die Elemente\nwarein mächtiger als ier und sein Triumphwagen\nging (oft (in die Brüche.\nEr war schlau. Alle Götter sind schlau, sonst\nwürden sie es nicht so weit gebracht haben. Sie\nverstehen sich auf die Mittel der Massensuggestion.\nEr wartete, bis die Winde ihm günstig waren.\nDann kam er und die Mensdhen standen auf den\nDächern, und Mütter hoben ihre Kinder hbdh, und\ner .goß seinen (Segen herab von oben.\nTrotzdem hatte er Unglück über Unglück. Ja,\nes kam so weit, daß seine Prachtgondel, die „Be-\nherrscherin der Lüfte\", nicht mal! auf Erden sicher\nwar. Der Wind kam, pustete und siegte.\nAuch meldeten sich bald allenthalben Neben-\ngötter; die waren pinker, gewandter, sicherer als\ner. Jedes jLalnd, jede Provinz1 hatte schließlich seinen\nNational-Luftgott. Aber das schadete dem1 Ansehen\nnicht. In den Zeitungen war von nichts Anderem!\nzu lesen. Wo er sich zeigte, ergriff die Gemüter\nein Taumelt Der Erfolg des' Nationalgottes: fein\nSieg der Nation. (Es war wie in den Zeiten der\nVielgötterei (und des Fetischdienstes. Sdhon sah\nman Leute mit den Abzeichen dieses Gottes, einer\nArt Nachbildung seines (Luftpalastes, einhergehen.\nEs entstanden Sekten, die speziell seinem Dienst,\nder Durchsetzung seiner Ideen gewidmet waren.\nKaiser und Könige beugten sidh1 ihm1 willig, aber,\nwas noch mehr bedeutet, selbst Leute, denen Pflicht-\nerfüllung über alles ging, die sonst nur über Akten\nbrüteten und Kinder zeugten, verlließen Amt, Stel-\nlung, Familie!, und „folgten ihm nach\".\n„Auf\", sagten einige findige Köpfe, „gründen\nwir Akademien zur Ausbildung von Liuftgöttern.\nDas wird sidh rentieren. Wir schicken sie nach\nden Kolonien, und wenn sie aus den Lüften herab-\nkommen, fallen alle Neger auf die Knie. Einen\nsenden wir vor allen Dingen nach dem1 Nordpol,\ndas ist durchaus (nötig; schon damit die Eskimos\ndie frohe Botschaft Vernehmen und die Eisblöcke\nGefühl bekommen. Dann wird in der rauhen Brust\ndes im Eise schweifenden, verstockten Lappländer\ndas Eis schmelzen, er wird auftauen und mit ihm\nvielleicht (das Eis, und neue Gebiete werden für\ndie Mensdhheit urbar gemacht. Menschheitsfrüh-\nling! Gründen wir also eine G. m. b. H.!\"\nDies alles, meine Herren, bildete die An-\nzeichen, daß eine Seuche im Anzüge war. Es gibt\nauch geistige Seuchen, seelische Epidemien. Meine\nSpannung stieg aufs höchste. Ich arbeitete fieber-\nhaft.\nMit der Vielgötterei kam der Haßi der Nationen.\nWar ein Krieg in Sicht? Man tat, als müsse man\nnur (darauf (sinnen, den einen Gott gegen den an-\nderen auszuspielen. Da passierte dem heimischen\nNationalgott das Unglüdk. Aber — aus der Nieder-\nlage wurde eine nationale Erhebung! Es war wie\nzur Zeit der größten Schmach Deutschilands, als der\nBefreiungskampf begann. Die Frauen rissen ihre\nKetten vom Hallse und opferten den Erlös dem all-\ngemeinen Wohl. Kleinodien iund Betten wurden\nzur Pfandleihe getragen; das Gold, der stolze Be-\nsitz alter Familien, (wurde eingeschmolzen. Wer\nkeins hatte, riß! sich die Goldgebisse aus dem1\nMunde, um Iseinen Obolus beizutragen. Lieber\nrannten sie fcnit leerem Munde herum. Schtnach\ndem, der beiseite stand. Man lief Gefahr, gesteinigt\nzu werden.\nSo kamen Millionen zusammen und der Gott\nkonnte seine Gottherrlidh'keit wieder aufbauen.\nDieses Unglück hatte ihm nicht geschadet, es hatte\ndie Bande feister geknüpft.\nMeine Herren, ich war glücklich! Atemlb's\nhätte ich hinausstürzen, es jedem ins Gesicht rufen,\nihm meinen Fund mitteilen mögen."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "287", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.5", "texte": "Ich begann den baeifus Zeppelinensis zu ent-\ndecken. Idh mußte an midh halten; noch war es\nnicht (Zeit.\nSo konnte es nicht weitergehen. Jedermann,\nfand ich, war infiziert. Man mußte versuchen, die\nunhaltbaren Zustände zu bessern, ehe der Taumel\nin die übliche Verblödung und Verdummung über-\nging. Aber es: gelang mir nidht, was doch sonst\nso leicht ist, eine Wohltätigkeitsveranstaltung zu\ndiesem (Zweck zu arrangieren. Die Leute sagten\nmir: „Wer soll dorthin gehen; Sie werden allein\ndort sein!\" Auch eine Gesellschaft war nicht zu\ngründen. Idh stand allein. Auch! das sonst so\nbeliebte Mittel eines öffentlichen Preisausschrei-\nbens, offen für alle Mediziner, für alle Kurpfuscher,\nwollte (nicht ziehen. j\nWar ich der einzige Verrückte oder der ein-\nzige Gesunde? Einsam saßi idh da. Meine Familie\nhatte mich verlassen. Meine Frau war mit einem\nLuftschiffer davongeflogen, eines Tages ganz plötz-\nlich; ich sah Biie nur noch in den Wolken ver-\nschwinden. jMeine Kinder besuchten eine der ge-\ngründeten iLuftakademien.\nDennoch, ich beschloß, nicht nachzulassen. Ich\nstudierte Tag und Nacht die Krankheit.\nZu diesem Zweck hatte ich mir mehrere Exem-\nplare dieser Gattung, wie sie zu Dutzenden, ja Hun-\nderten auf der Straße umherliefen, eingefangen. Ich\nfütterte sie reichlich, ließ ihnen alles Gute zukom-\nmen und beobadhtete sie.\nMan nahm mich als komischen Sonderling. Man\nwollte [mich sehen. Die Leute strömten wie be-\nsessen zu mir, füllten mein Wartezimmer, um-\nlagerten meine Türen und drängten sich in meine\nRäume. Kaum konnte jidhl mich ihrer erwehren.\nAuf der Straße (bildeten sich Aufläufe1, wenn ich\nkam. Man lachte offen über mich' und glaubte, ich\nwürde es nicht (merken, weil! sie fest überzeugt\nwaren, daß in (meinem Gehirn etwas' defekt sein\nmüsse.\nOhne [Zweifel, im! Mittelalter hätte man mich\ngefoltert, (gerädert und verbrannt.\nUnd idennoch, ich habe eine Entdeckung ge-\nmacht, lauf die /ich stolz bin.\nIdh hoffte, dadurch berühmt zu werden. Aber\nich wurde schließlich des Landes verwiesen und\nmußte froh sein, nicht lebenslänglich in ein Irren-\nhaus interniert zu Werden. Manche Faust drohte\nmir (nach.\nDie Tragweite meines (Schicksals wurde mir\nferst klar, als idh1 anderswo mir eine Existenz! grün-\nden wollte. Die Luftseuche herrschte überall;; alle\nLänder Waren verseucht. Und überall schob jmän\nmich über die Grenze ab.\nIch Werde mich schließlich bei den Eskimos\nzur Ruhe setzen müssen. Aber auch1 denen droht\ndie Ansteckung, und ich gerate in die gefährliche\nNachbarschaft derer, die den Nordpolklaps haben.\nWo soll ich bleiben? Soll ich1 mich in die\nWüste vergraben oder mich bei den Höhlenbewoh-\nnern einnisten? Wo ist ein seuchen frei er Ort?\n\nFieber\nVon Friedrieh Mellinger\nDas längsame Hinundhertorkeln (des großen,\nblinkenden Uhrpendels' hatte mich mit seinem\nschönpathetischen Ton iin eine ganz zufriedene\nStimmung versetzt. Es war mir, als wenn Possart\nNietzsche läse: — Eins! —\nOh ;— Mensch! — Gieb — Acht! —\nUnd [nun auf einmal der ganz Unmotivierte\nSchluß mitten im Satz. „Das ist höchst unästhe-\ntisch, Herr von Possart, ein Kunstwerk unvollendet\nsitzen zu lassen und seiner Wege zu gehen! Sie\nwaren erst bei (den Worten:\n„Die — Welt — ist — tief —\".\nWollen Sie bitte fortfahren!\" — Aber er will nicht\nDas macht mich nervös.\nUnd der graue Mehlsack mit dem Zucker-\nwasse rstimmchen und den ewig gleich kühlen\nHänden wollte erst in einer halben Stunde zurück\nsein. Ob lidh schnell aus dem Bett springe und\ndie Uhr aufziehe? — „Bleiben Sie aber recht schön\nruhig liiegen, bis jidh komme\", hatte die Jungfer\nMaria gesagt, als sie wegging. — Blödsinn! Raus\naus den Federn!\nidh kann nicht mall richtig gehen.\nSo. Die Gewichte sind wieder oben und Herr\nvon Possart redet Weiter. Na also!\n„Tief — jst — ihr — Weh —\nAch, ich setze; mich einen Augenblick in den\nschönen, (grauen Plüschsessel. ;Wenn ich mich in\ndie gefütterte Decke mit dem allerliebsten Veilchen-\nmuster hülle, friere ich1 schon nidht; und das Bett\nlüftet inzwischen etwas (aus.\nNun kann ich (mich auch im Spiegel bewun-\ndern. p- PfUji Teufel, seh ich „vergeistigt\" aus!\nSo hätte1 ich jmjir mein liebenswertes Abbild doch\nnicht (vorgestellt!,\n„Weih (— spricht: — Vergeh!\" — sagt Herr\nvon Possart.\nEs ist weiches, gelbes Licht iml Zimmer, und\nvon (der Chaiselongue [her weht ein leiser, feiner\nDuft von Azurea. — Noch immer!! — Ja! — —\nHm, was denn ? ? —\nSüße, süße Stimmung! —\nIdh muß eine Zigarette rauchen, ich muß, „und\nkostet es mein jLeben!\"\nJungfrau Maria wird ein Gesicht madhen, wenn\nsie kommt! — Und wenn dann ihr sanftes Zureden\nund freundlidhesi Schielten (ihre bleichen Wangen\nrötet, 'werde ich1 ihr zurufen: „Aequam1 meinento\nrebus in arduis servare mentem!\" —\n(Zu komisch! — Wie kommt dieser abgenagte\nKnochen aus' der Schulzeit in die gutversorgte\nSpeisekammer meines Gehirns?)\nDann (werde idh 'sagen: „Maria! — Was ist\nder Tod? — ,Und wenn schon!' sagt Schiller, ,das\nLeben ist der Güter höchstes nicht!' — Wedekinds\nMoritzdhen zum Beispiel behandelt diese Angelegen-\nheit mit einer für seine wenn auch1 im'mer aller-\ndings bereits sozusagen fein wenig angemoderte\nJugend mustergültigen Weisheit: „Dann steige ich\nhinab in mein (Grab, wärme mich an der Ver-\nwesung, und — lächle —\". Jungfrau Maria, denken\nSie, er lächelt! „Nu, was! soll er schon mächen?\"\nsagt Tubal1, der Freund Shylocks, des Juden von\nVenedig. \\\nPossart gibt erzen (seinen Senf dazu:\n„Doch — alle — Lust — will — Ewigkeit —\",\nWas ist denn das? — Hm, — ich hätte doch wohl\nkeine Zigarette —? Idh will mich lieber wieder ins\nBett liegen! — Teufel noch mal, zu schwach —;\nes geht nicht.\nAlso sitzen bleiben! Wenn doch1 der\nSpiegel wenigstens nicht gerade gegenüber hinge !\nWiderlich, sich immer ins eigene Gesicht zu starren.\nUnd dieser Zigarettenqualm ! Im Spiegel sieht\nes aus, als (ob ich auf einer Wolke sitze: ein\nEngeldhen (im Nachthemd!\nIdh Schwebe wirklich auf der Wolke. — Will\nnicht in das gemein schädenfrohe Glas sehen; das\nhalte (ich nicht £us!\nIch schwebe auf der Wolke, — immer höher,\n— immer nach dem Takt der Uhr — langsäW —\nhöher —.\nIch weiß, — der Spiegel! schwebt mit.\nIch weiß es, mit geschlossenen Augen.\nIch sehe — Alles — im Spiegel — mit ge-\nschlossenen Augen.\nDa ist die kleine Yvonne mit den lebendigen1,\nlächenden Augen. Ja, das! ist sie! — Ganz nackt;\nsüß nackt, — und zarte, graue Seidenbändchen\nschweben Ulm sie, (— sie tanzt, und die Bänder\nschließen sich ganz fest an ihren Körper, — jetzt\nist nur der Kopf frei — und diel Arme, die sie!\nausgestreckt hält, eine lebendige, tanzende Mumie1.\nWie die Augen heiß glänzen, — wie die Arme\nsehnsüchtig, suchend zittern!\nWollken, — aufwärts! — langsam — langsam\n— aufwärts!\nWie ihre Hände zittern, wie ihre Finger sich\nkrallen —\nDer Kopf, — nein, der Schlade 1(! Idh' bin das,\nich bin das! Ihre Finger schließen sich1 um1 den\nSchädel, sie sieht (mit ihren flimmernden, heißen,\nbegehrenden Augen in die großen, leeren Augen-\nhöhlen, — in die schwärzten, starren Kugeln, sie\nsieht auf sein Weißes, grinsendesl Gebiß, und ihrel\nLippen beben und zucken unter süßen Schmerzen.\nSie bewegt langsam die ausgestreckten Arme,\nsie nähert den Schädel ihren Lippen, den Kopf\nbeugt sie |in den Nadken, — jetzt will sie ihre\nLippen auf den Schädel pressen, dorthin, wo früher\nseine Lippen waren, da — klappt der Unterkiefer\nherunter. Ein Schrei!\nDie Uhr ist wieder stehen geblieben.\nMaria steht entsetzt (in der Tür:\n„Aber — aber!\"\n,Bitte1, Schwester, bringen Sie mich' ins Bett!\n— Idh bin sehr müde. Ziehen Sie audh die Uhr\nWieder auf. Possart hat den fetzten Satz noch\nnidht —'\n„Wie? — Bitte, was sagten Sie?\"\n,Will — tiefe — tiefe — Ewigkeit!'\n\nGedichte\nVon Else Lasker-Schüler\n\nVon weit\nDein Herz! ist wie die Nacht so hell,\nIdh kann es sehn\n— Du denkst an midh — es bleiben alle! Sterne stehn.\nUnd wie der Mond von Gold dein Leib\nDahin so schnell\nVon weit er scheint.\n\nMabel Meier\nVon Alfred Lichtenstein\nEs war spät. Ich ging den Kurfürstendamm\nentlang. In Abständen sah ich Leute, häufig hörte\nich die Geräusche von Fahrzeugen. An der Fa-\nsanenstraße standen zwei; die ... schämten sich,\nals ich nahe war.\nMädchen kamen, die sich verspätet hatten.\nWenige, die Geld verdienen Wollten. Idh sah die\nlange Dirne, die sich jeden Abend in der Joachims-\nthalerstraße herumtreibt. Ich erkannte sie an dem\nUnterrock. Sie lachte zu mir herüber —\nIch' ging längsam. Ein Kriminalbeamter beob-\nachtete mich. Ich ging weiter. Vor mir lief eine\nFrau, die blieb oft stehen und heulte.\nIdh dachte nicht nach. Ich schaute zu den\nSternen und fand keinen Wunsch. Ich' merkte, daß\nich ohne Beziehung zu mir bin. Ich betrachtete\nmidi gleichgültig wie einen fremden Gegenstand.\n... Idh schüttelte den Kopf, daß der alte Mann\nso spät allein am Kurfürstendamm ging... Und zu\nden Sternen murmelte... Und so sonderbar war.\nIdh begegnete einer Dame, die sagte: Au —\nIdh sagte: Darf ich Sie begleiten. Die Dame sagte:\nBitte. — Es war ziem lii dh' dunkel.\nWir gingen miteinander; die Diame erzählte:\nSie Weiße Meier, der Rufname sei aber Mab et\nSie wohne am Kurfürstendamm1. Bei Verwandten,\ndie hätten eine Portierstelle. Im übrigen sei sje\nChoristin am Metropol'theater.\nDie Dame >var nicht schön und nicht jung,\naber sie sah zugänglidh aus. Ich hätte1 keinen\nGrund schüchtern zu sein. —\nVor dem Haus1, in dem die Dame wohnte,\nblieben wir stehen.\nIdh machte den Vorschlag, noch ein Hotel auf-\nzusuchen. Die Dame schien nicht abgeneigt zu\nsein, sie sagte: (Nee! — Idh Sagte: Wieso? —\nDie Dame sagte: Sie habe Trauer. — Idh fragte,\nwer gestorben sei. — Sie sagte: Papa! — Ich\nsagte: Sie wollen also nidht? — Ueber das Gesicht\nder Dame kam ein Lädhein. Sie schaute träume-\nrisch1 zu einer Laterne —\n\nBerliner Theater\n\n„Der scharfe Junker\"; ähnlich lauten häufig\nUeb erschriften von Leitartikel linksstehender Zei-\ntungen, Diskussionsthemata von Volksversammlun-\n\nIn deine Augen ....\nBlau wird es in deinen Augen —\nAber warum zittert all mein Herz\nVor deinen Himmeln.\nNebel liegt auf meiner Wange\nUnd mein Herz beugt sich zum Untergange."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "288", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.6", "texte": "gen. Da nächstes Jahr sich' ein hödhst politisches!\nRingen ereignen wird mit dem scharfen Junker als\nheißen (oder kalten) Favoriten, so hindert nichts\nmein Assoziationsvermögen, in Georg Engels Seihau-\nspiel! ein politisch Spiel zu erwarten. Das Stück\nist nicht ernst zu nehmen. Das soll kein Vorwurf\nsein. Es äußert nur Dinge, die man selbst im\nTheater als unreif bezeichnen muß. Es ist alles\nverteufelt aus Zeitungen abgeschrieben; man denke\nsich: Agitationsphrasen al!s Gedankenhintergrund!\nEin liberaler Phrasenheld wirtschaftet sein Gut zu-\ngrunde; das tun Phrasenhelden allemal, von jeder\nPartei; ist mir nichts Neues. Wozu aber liberal?\nDaß Liberallismus zum Schlappschwanz disponiert,\nist auch kein poetisches Appercü, historisch wahr.\nAber, Verehrtester, mit Millionen Mensdhen steht\nlinks gegen rechts, völlig sans phrase. Und jder\nverblichene Nepomuk soll Sie in konzentrierter\nSäurelösung holen, wenn Sie uns in heuriger Kriegs-\nzeit mit Junkerverherrlichung kommen. Der Herr\nschützt Ihre Fadheit; denn Sie wissen nicht, Was\nSie tun. Mögen Sie in Zukunft politische Gelüste\nvor einem Parterre staatlich' vereidigter Kloaken-\nreiniger befriedigen.\nIm übrigen wird das Stück keinen Schaden an-\nrichten; es ist ohne Ueberzeugung, zum Teil sehr\ndumm, meist unterhaltend und doch immer leblos.\nEs beginnt als kräftiges Männerstüdk mit der Ver-\nsteigerung des durch liberale iWeltverquatschüng\nverlotterten Gutes und endet —: ja, ich weiß wirk-\nlich nicht. Es ging tatsächlich nicht weiter. Er-\nsichtlich ist das Problem des Autors, wie schwierig\neine Exmission werden kann; ein Problem für Ge-\nrichtsvollzieher. Der verschuldete Mann traut sich\nnicht die Familie aufzuklären, nachher erkrankt die\nFrau, die Tochter brennt durch, schließlich heiratet\nder neue Herr die Durchbrennerin; das braucht\nnatürlich alles Zeit und Akte.\nIhr Plan, Herr Georg Engel, könnte etwa sein,\nwie eine alteingesessene Familie, mehr weniger\ndegeneriert, symptomatisch auch mit anderen\nPhrasen kokettierend, aus dem Sattel gehoben wird,\nund Sie könnten den Moment mallen, wo etwa das\nVerhängnis hereinbricht. Sie könnten dabei noch\nimmer [in Ruhe Kladderadatsch und Witze anbringen,\nsoviel Sie wollen, müßten nur etwas Milieu (und\nMenschen gelben. Sie brauchen sich nicht sehr zu\nbemühen; Fontane hat Ihnen vorgearbeitet; das\nMilieu eines platten Landes haben Sie „prächtig\"\ngestaltet in Halbes, des Entschlafenen, „Mutter\nErde\"; unendlich viel werden Sie bei Hauptmann\nfinden. Schreiben Sie nur ruhig ab, man erwartet\nnicht viel von Ihnen; und ein abgeschriebener\nHauptmann ist mir noch lieber als ein autochthoner\nGeorg Engel. Sie entschlossen sich zu sich, Gott\nund Nietzsche verzeihs Ihnen. Sie stellten mit\ndilettantischer Frische zwei, drei dramaturgische\nPrinzipien unter zwei, drei Menschennamen, e;in\nGerede hub an, allesl bekam ein Wort, wenn auch\nkeine Seele, und nun ist's gut. Einer ist scharf,\nein anderer schusselig, daher liberal, ein dritter —.\nLieber Sohn, lieber Sohn! So etwas von infinite-\nsimaler Dummheit wie Ihre Heldin Pensionsgans\ngibt's in ganz Hinterpommern nidht; obwohl! weib-\nliche Dummheit nie zu unterschätzen ist. Wenn\nIhr Held nicht saftigen SimplMssimusjargon mimt,\ntrodknet der Dialog ein, daß ich einen Heufieber-\nanfall bekomme. Aber in summa reichts für ein\nTheaterstück. Die sehr leicht zu machende Auk-\ntionsszene des ersten Aktes haben Sie nidht (ver-\nhauen, sie zog vorzüglich; es gab idyllische Szenen,\nsaftige Witzchen, sacharinsüße Liebesszenen. Sie\nkonnten es nicht verfehlen, daß man sich unterhielt\nund hier und da gähnte.\nHerr Clewing hielt das Stück; er hat einen\ngewissen Rittner ton, mit dem er gut über Ueblles aus\ndem Stück forthall Idh1 weiß nicht, ob er viel\nkann, aber er versteht sich auf Reißerwirkungen,\nwie es scheint: Linie Ferdinand Bonn. D;ie meisten\nanderen Spieler konnten nicht viel zeigen; jämmer-\nlich waren sie anzusehen — so Fräulein Tyra\nWitt —, wie sie sich um die Belanglosigkeiten Ihres\nDialoges, vergeblich, bemühten. Ich sagte schon\nhundert Mal, meine Damen und Herren Schau-\nspieler: Der Tod der Schauspielerei ist der „Dich-\nter\"; erwürgen Sie die Dichter, emanzipieren Sie\nsich von der Literatur. Lernen Sie von den Im-\nprovisationen des heutigen und alten Japans. Sie\nhelfen damit sich, auch uns, und zumeist der\nLiteratur.\n\nAlfred Döblin\n\nNotizen\nTrianon = Theater\nDie Herren de Flers und Caillavet haben eine\nneue nette Posse „Der heilige Hain\" geschrieben.\nAbgesehen von einigen unangenehm störenden\nSentimentalitäten des ersten Aktes war dieser The-\naterabend der unterhaltendste, den die Berliner\nBühnen bisher in diesem Winter boten. Eine Be-\nsprechung des Stückes erübrigt sich in dieser Zeit-\nschrift. Wohl aber ist nach meiner Auffassung\nvon der Schauspielkunst über die Darstellung einiges\nzu sagen. Jakob Tiedtke (früher am Deutschen\nTheater) überragte alle. Es ist wiederholt von mir\nauf ihn hingewiesen worden, er ist eine Persönlich-\nkeit, die aus einer künstlerischen Fülle schafft, aus\nPossenfiguren Menschen gestalten kann. Zu den\nwenigen schauspielerischen Talenten rechne ich\nKarl Meinhard, Julie Serda und Else Böttieher. Sie\nspielen Theater und beleben den Schauplatz1, wirken\nalso mit den Mitteln ihres Berufs.\nDer ernste Ulk\nHerr Fritz Engel hat, was nicht verwunderlich\nist, die Glosse in Nummer 34 dieser Wochenschrift\nvöllig mißverstanden und versucht, sich in einer\nseiner witzlosen Briefkastenantworten zu wehren.\nEr gibt uns den guten Rat, mehr Schiller zu lesen.\nWenn wir auch die schlechten Gedichte dieses toten\nSchriftstellers, der für die deutsche Schuljugend\nnicht ohne Bedeutung ist, nicht zur täglichen\nLektüre benutzen, wie es Herr Engel angeblich tut,\nso besitzen wir doch soviel Pietät, seine rhetori-\nschen Erzeugnisse nicht zur Reklame für Buchaus-\ngaben von Zeitungsromanen parodistisCh zu ver-\nwenden. Wie Herr Engel1, der Schillerfeiler. Darin\nliegt der Vorwurf, „Herr Kollege\". Etwas! mehr\nNoblesse für Ihre Götter, alter Freund!\nDer ulkige Ernst\nIch bin mit Ihnen versöhnt, Herr Engeil Sie\nfinden diese Perserkiste von Ludwig Fulda - (im\nDeutschen Theater) bedeutend! Feuilleton isten\nhaben das Redht, sich gegenseitig zu verherrlichen,\nich nicht die Pflicht, solche Scherze zu „besprechen\".\nSchlimm genug, daß man sie anhörein muß. Aber\ndie Freundschaft darf nicht so weit gehen, einen\nDurchfall als glänzenden Erfolg zu charakterisieren.\nZweimal versuchte der „Kollege\" Fulda schüch-\ntern, sich dem Publikum zu zeigen, hundertfach\nschrie man ihm den Namen „Bassermann\" entgegen.\nDas nennt Herr Engel einen Sieg des Autors. Harry\nWaiden brüllte aus! Leibeskräften und kopierte recht\noriginell im letzten Akt Bassermann. Felix Hollaen-\nder als Regisseur hielt sich mit knapper Not auf\ndem Niveau des Dramas. Man möchte wissen, wie\ndieser nationalökonomisdh sicher sehr bewanderte\n— sagen wir: Dramaturg eine Tilla Durieux, eine\nLude Höflich und gar Albert Bassermann künst-\nlerisch „leitet\".\nlindeslsen wird der arme alte Sophokles im\nZirkus1 Busch von den Herren Professor M. Rein-\nhardt und v. Hofmannsthal1 zugeritten. Bleibt zu\nplazieren: Goethe im Kientoppl.\nTrust\n\nBeachtenswerte Bücher und Tonwerke\nAusführliche Besprechung vorbehalten\nRücksendung findet in keinem Fall statt\nALBERT DREYFUS\nWallfahrten / Gedichte\nVerlag Österheld & Co. Berlin\nDAS NIBELUNGENLIED\nAltdeutsch und übertragen von Karl Simrock /\nZwei Bände\nTempelverlag Leipzig\nGRUNOW3 GRAMMATISCHES NACH-\nSCHLAGEBUCH\nDen Herren Journalisten dringend empfohlen!\nVerlag Friedrich Wilhelm Grunow Leipzig\nKARL KRAUS\nSprüche und Widersprüche\nVerlag Albert Langen München\nRICHARD DEHMEL\nGesammelte Werke\nVerlag S. Fischer Berlin\nPETER HILLE\nAusgewählte Werke\nVerlag Schuster & Loeffler Berlin\n\nVerantwortlich für die Schriftleitung:\nHERWARTH WALDEN / BERLIN-HALENSEE\nVerantwortlich für die Schriftleitung in Oesterreich-Ungarn:\n1.V.: Oskar Kokoschka\n\nWochen-Spielplan der Berliner Theater\nMeaga—B3MW lIIIIIIIIWIIIiaaMBSWMMBMW—a—BMWWII Iljlimi.\n\\Ts\\vrA<vfcKja<« Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend Sonntag Montag Theater mit gleichbleibendem\nI\\OVemDer t 2 3 4 5 6 7 Spielplan:\njQ oj%\nDeutsches Theater Rftl.r-nnd Ein Sommer- R ,n; T) oarloa Herr ,lnd Diener Herr und Diener Widersoenstia-en Kleines Theater Die verflixten Frauen-\nSchumannstrasse 13 a üerr*una uienei nachstranm wiener von oaiDb Jieri una wiener neri una uienei w unter den Linden 44 zimmer / Erster Klasse\nKammersniel« Komödie der n A t Komödie der Premiere Komödie der Komödie der Scherzo Modernes Theater Der Molooh\nKamm rspiele Irrungen / Heirat Q, • Irrungen / Heirat Scherzo Irrungen / Heirat Irrungen / Heirat m.. +v , __c~. ab Sonnabend:\nSchumannstrasse 14 am Scheidewege wi|r illen TänzeWiesenthal wider Willen wider Willen TanzeWiesenthal K»mgg.atzerstr. 57| 58 per Doppe]mengeh\nLessingtheater Einsame Wenn der junge Tti de Na Die Wildente Wenn der junge Wenn der junge Der Bund Neues Theater\nFriedrich Karlufer l Menschen Wein blüht iantns dei warr Die Wildente Wein blüht Wein blüht der Jugend Scbiffbauerdamm4a|s fb Do®nersteg\nFrie™fchhs?r.Ä4a Die Boh«me Die Boh®me Zigeunerliebe Die Boheme Die Boheme Tiefland Blumen^^®\"161' Der Herr\nNeues königliches Regiments- THanontheatfir\nOperntheater tochter / Die Das Rheingold Boheme Der Liebestrank Die Walküre Mignon Siegfried pr Friedrt Karistr 7 er ei%e Hain\nKönigsplatz 7 Puppenfee ' *J\nNeues iGastspiel Triesch TJ h wh, , d Gastspiel Triesch e # n b Neues\nSchauspielhaus Jungfrau von Kraft litet' Jungfrau von Sternenhochzeit Sternenhochzeit Kraft Operettentheater Der Graf von Luxemburg\nNollendorfstrasse 11112 Orleans Orleans Schiff bauerdamm 25\nBerliner Theater Der scharfe Die törichte Der scharfe törichte Der scharfe Der scharfe eS n;ö\nChariottenstr. 93 Junker Jungfrau Junker lairan Jungfrau Junker Junker Westens lue scnonste üiau\niVRIIIStr3.SS6 Llj\n' ■■■■■ * ■ ■ »'■ — ■' ' -- 111 - ■ -1 — ---• -I - — ■■■■~. B I I ■ I . I I I — — ■ . I. ■ ■ . ■„ ■■ ■ .. . »m ■. . I\nSchauspielhaus von Bäuchingen Der KramI)US D6l Kranke''6*6 Der KramPlls Julius Caesar Der Familientag Der Krampus Hurrah — Wir leben noch!\nGensdarmenmarkt 8 |. ■"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "289", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.7", "texte": "▼erantwortl. f. d. Anzeigenteil: A. Bots / Verlas: Der Sturm Berlin Halensee Geschäftsstelle und Anzeigen -An nähme: Berlin W. 35 / brück v. Hans Walter, Berlin SW.I 3\n\nfleue Secession\nSraphisclie Russfellung\n1910\n1. OMober bis 1. December\nin 9er\nOalerie maximif ian Ulachf\nV\nBerlin ID., Ranfte-Strasse 1\nan 9er Kaiser IDilhelm 6e9flchfnis - Kirche"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "290", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19101103-01.1.8", "texte": "Auslieferung für Ost rreich-Ungarn A. MQhlhans-Smital Wien IX / Ffir den Buchhandel: M. Braunschweig Wien IX / \"erantwortl. für die Schriftleitung in Osterreich: I. V.: 0. Kokoschka\n\nnke1\nfiO\n-y\nt\nJ\n~\"irniiii\n4\nx\n&\nCt>\n&<\n0\nm\n<P\nQ\n-^=4\n2W\nI\n*\nr' * *•/•'■ 1; :'■•\n|§S\nWarnung!\nHohle Zahne sind, wie die meisten aus Erfahrung wissen,\neines der unangenehmsten und schmerzhaftesten Uebel,\nunter welchen die Menschheit zu leiden hat. Man hiite\nsich daher dringend vor Vernachlassigung der Zahn-\npflege und gebrauche taglich Kositiiis lis»dwasssf;\nwelches den denkbar besten Schutz gegen das Hohlwerden\nder Zahne bietet, gleichzeitig das Zahnfieisch kraftigt\nund den gesamten Mundorganismus erfrischt. Preis pro\nFlasche, lange ausreichend, Mark 1.50, überall kauflich\n\n♦ Jlkadcmische RuttdscDau ♦\n12. Jahrgang. Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Georg Lttttke\nDie „Akademische Rundschau\" erscheint am 10 ten und 25 ten\neines jeden Monats. Probe-Nummer gratis\nHoherziichtung des Menschen auf biologischer Grundlage\nVon Dr. Franze (Mk. 1,80). Was ist bis jetzt fur eine verniinftige\nEhereform geschehen? Nichts! Und doch ist die Sache fur die\ngesamte Mehrheit ungeheuer wichtig! Was lMsst sich in dieser\nBeziehung tun? Darliber soli uns die Schrift aufklSren. Die Schrift\nist deshalb ebenso wichtig fur die Eltern wie fiir die heiratsfahigen\nJiinglinge und Jungfrauen. Man lese!\nBelastung respektive Ererbung und Entartung. von Dr. J. Sadger\n(1,50 Mk.). Die z-wei Worte „Belastung und Entartung\" bergen so\nungeheuer viel in sich, dass jedermann sich dariiber unterrichten\nsollte. So viele Krankheiten haben ihren Ursprung in der Belastung\nrespektive Ererbung, und nur dann bekommt man ein klares Bild\nvon der Krankheit und ihrer Behandlung, wenn man sich tiber Art\nWeise der Belastung oder Ererbung klar geworden ist.\nIjofwrlagsbucftbandlung Edmund Dettittie Ceipjtfg\na. — ■\n\nAid\naA***\nSujmA* J&A\nOJL^xjlS\n111\n\nijiiiill illlllll 1111111111 iliillj;\nI DieSacftel I\nM HERAUSGEBER §§\n| Karl Kraus 5\n| :: Mr. 309/10 :: 1\nH soeben erschienen B\n§112 Preis 50 Pfg. H\nM Aus dem Inhalt: E\nH Kempinski von Karl Kraus J\nB Gedichte von Else Lasker- jj\n§§ Schiller j\n■ ÜBERALL ERHALTLICH ■\nii iii ii ill 11111 mil iimi iii u~T\n\nMajcQiesswein\nKgl. Sachs. und Kgl. Wurttemb.\nHofopernsanger\nBERLIN W. 50\nCulmbacherstr. 6\nFernspr.: Via 18 926\nFRTFIIT\nGESRNG - (JNTERRICHT\nSprechstunde 3—4 Uhr\n\nDie Kindermilch nach Prof. Dr. Backhaus kommt der Muttermilch am nachsten.\nimti\nKuhmilch\nBackhaus-Milch\nFrauen-A\\ilch\ni\nwmmMwrnm\nV S 1 Z/3\n112. ' // _\nI 1 2./ 3\n4- S\n* 5\niiim\nt s\n■Fill i™ illi fiEI\nt\ni I\ni /\niii\n* ■>\nTrockensubstanzen von je 1 Liter Kuhmilch, Backhaus-Milch und Frauenmilchr\n!. Milchzucker — 2. Fett — 3. Eiweiss — 4. Kasein — 5. Salze\n\nDr. Rudolf Bluemner\nSchauspieler und Regisseur am Deutschen Theater\nLehrera.d.Schauspielschule d. Deutschen Theaters\nerteilt Unterrieht in\nSprachtechnik und Rollenstudium\nCHARLOTTENBURQ\nWilmersdorferstr. 34\nSprechstunde: 5—6 Ulir\n==H\n\nDer scbonstc Punki\nin der Umgebung Berlins ist Pichelsdorf an der\nHeeresstrasse. Die letzten Wasscrvillenbaustellen\nan der HaVel, gegenuber Pichelswerder sollen sofort\npreiswert verkauft werden. Naheres die\nBodengeseliscbaft des Uiesteas, mauerstr. $6°ss\nTelephon I, 7497\n\n<9\n:: Kurhaus und Erholungsheim ::\nSchloss Neuenhagen\nin Berlin-Neuenhagen (52 Min. Fahrzeit vom Alexanderplatz)\nHauptgebaude mit Zentralheizung und elektrischem Licht, grosse,\nhelle Zimmer, mitten im Garten gelegen. 202Q0 Quadratmeter\ngrosser, herrlicher Park, grosser Obstreichtum, Lauben, grosser\nTeich usw. Das ganze Jahr geoffnet Den Besuchern Berlins\nals herrlicher Aufenthaltsort empfohlen. Fern von dem Larm und\ndem Staub der Stadt. Bequemste Verbindung mit Berlin durch\nstiindlichen Bahnortsverkehr. — Lassen Sie sich die Broschiire\n:: „Leben\" kommen vom Besitzer und Leiter Emil Peters ::\n\n1. Sine hervorragende Meusrsofciinung an! dem Gebieie der Madkhess-\nbildunff ist das Bach\n„Brauclien wir noch T'dchterpeiisionate ?•'\nvon Prof. D. Dr. Friedrich. Zimmer. Preis 51k. J®—\nWichtig; fiir Eltem herflHwacSisesit'er Tocliter, Padagogen, Pensionats-\nYorstelierinnen.\n2. „Dle Knabenpeasionate, deren {hr i-nneres\nand Susaeres Leben.41 Yon L. Daniel. Ein Ratgebar fiir Eltern\nund Pensionatsinhaber. Mk. 1,80.\n3. „I>as TiJchterpenslonat\" ist die elnzige Zeitschrift, die die In-\nterressen der Vorsteherinnen vertrilt. 7. Jahrgang. Reichhaltiger Inhalt.\nAus der Praxis fiir die Praxis. Pro Halbjahr Mk. £,$O.\nDurch samtliche Buchhdlg. Oder direkt vom Yerlag Br. Paul Abel, Leipzig 10"}]}