{"numero_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_sha256": "d168c641b732db9d6d4f1cb405f9b2965264cc08fe39ce702b0b2bcf20cfacff", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1911/03/25_01/bmtnabg_1911-03-25_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1911/03/25_01/bmtnabg_1911-03-25_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c001", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt :", "titre_sommaire": "Inhalt :", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.1", "debut_caractere": 547, "fin_caractere_exclue": 944, "texte": "Inhalt :\nMehr Kinder / Antworten von PROFESSOR DR. SIGMUND FREUD / FRANZISKA SCHULTZ / AUGUST STRINDBERG Die Drangsale des Lotsen / MARIE\nPUKL: Gedichte / PAUL SCHEERBART: Der Kaiser von Utopia / EMIL SCHERING: Die Beichte eines Toren / TRUST : Der klare Flötensänger /J. A.: Aus der\nWerkstatt der Presse / Inhaltsverzeichnis des zweiten Halbjahres 1910 1911 / EMIL NOLDE: Tingeltangel / Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c002", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.2", "titre_corps": "Tingeltangel / Zeichnung von Emil Nolde", "titre_sommaire": "Tingeltangel / Zeichnung von Emil Nolde", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.1", "debut_caractere": 946, "fin_caractere_exclue": 985, "texte": "Tingeltangel / Zeichnung von Emil Nolde"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c003", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "444", "page_fin": "444", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.3", "titre_corps": "Mehr Kinder", "titre_sommaire": "Mehr Kinder", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "444", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 9028, "texte": "Mehr Kinder\nEs werden hier weitere Antworten auf unsere Rund-\nfrage über die Zweckmässigkeit der Paragraphen 6 und 8\ndes vorgeschlagenen Gesetzes zur Bekämpfung der\nKurpfuscherei veröffentlicht. (Siehe Nummer 53 und 54\nund 55 dieser Wochenschrift.) Die Paragraphen lauten:\n§ 6 Der Bundesrat kann den Verkehr mit Gegen-\nständen, die bei Menschen die Empfängnis verhüten\noder die Schwangerschaft beseitigen sollen, beschränken\noder untersagen.\nSoweit der Bundesrat den Verkehr mit einzelnen\nGegenständen untersagt hat, ist deren Einfuhr ver-\nboten\n§ 8 .... Mit der gleichen Strafe (Gefängn s\nbis zu sechs Monaten und Geldstrafe bis zu 1500 Mark)\nwird, wenn nicht nach anderen gesetzlichen Bestim-\nmungen eine schwerere Strafe verwirkt ist, bestraft,\nwer öffentlich anzeigt oder anpreist, Gegenstände oder\nVerfahren, die den Menschen . . i . . . . zur Verhütung\nder Empfängnis oder zur Beseitigung der Schwanger-\nschaft dienen würden\nProfessor Dr. Sigmund Freud:\nDas Verbot des „Verkehrs mit Mitteln zur Ver-\nhütung der Konzeption\" ist eine ganz zwecklose Mass-\nregel. Das nächstliegende, bequemste und gebräuch-\nlichste Mittel zur Verhütung ist, wie bekannt, die vor-\nzeitige Unterbrechung des Coitus, sodass der befruch-\ntende Same ausserhalb des weiblichen Körpers entleert\nwird. Kein Polizeiverbot kann ein Ehepaar hindern,\nsich dieser Methode zur Beschränkung der Kinderzahl\nzu bedienen. Die ärztliche Technik hat sich bemüht,\ndieses einfache, aber für Mann und Weib schädliche\nVerfahren durch das Angebot von hygienisch einwands-\nfreieren Mitteln zu verdrängen. Wird nun der Ver-\nkauf dieser bei weitem harmloseren Hilfsmittel gegen\ndie Konzeption gesetzlich untersagt, so wird die Be-\nvölkerung unzweifelhaft auf die schädlichere Praxis\nzurückgreifen.\nZur Beantwortung von Punkt drei und vier er-\nkläre ich mich gern für inkompetent.\nFranziska Schultz:\nEs ist unbedingt zu wünschen, dass jedem das\npersönliche Recht erhalten bleibt, die Zahl seiner\nKinder selbst zu bestimmen. Sie sollte sich nicht nur\nnach dem Gesundheitszustand der Eltern, besonders\nder Frau, richten, sondern auch nach der Ernährungs-\nmöglichkeit, die die Familie bieten kann. Eine die\nGesundheit der Frau und die Einnahmen der Familie\nübersteigende Kinderzahl schädigt nicht nur die Familie\nselbst, sondern auch das Staatsvermögen in weit höherem\nMass als es scheinen mag. Ich veröffentliche hier\naus meiner praktischen Arbeit im Bund für\nMutterschutz Tabellen über die Kinderzahl in Arbeiter-\nfamilien. Es sei noch bemerkt, dass nur solche Fami-\nlien dabei in Frage gekommen sind, die über fünf\nKinder haben, und dass der Auszug 150 Fragebogen\numfasste.\nFrau B. Leidend, der Mann gesund, das\nneunte Kind. 13 Jahre verheiratet.\nFrau T. Arbeitsunfähig, das achte Kind.\nFrau K. Die Familie des Mannes tuberkulös.\n12 Kinder, sieben davon tot, die lebenden\ntuberkulös, 14 Jahre verheiratet.\nFrau P. Der Mann lungenkrank und arbeits-\nunfähig, sechs Kinder, zwei davon tot.\nFrau N. Schwindsüchtig und nervenkrank,\nsieben Kinder, geboren 1899, 1901, 1903, 1905,\n1908, 1909, 1910, ist 13 Jahre verheiratet.\nDie Kinder sind herz- und lungenkrank, die\nvon drei und zwei Jahren können noch nicht\nlaufen, das dreijährige hat schon zweimal\nLungenentzündung gehabt, das zweijährige den\nFuss gebrochen.\nFrau W. Der Mann krank, sechs Kinder. 13\nJahre verheiratet.\nFrau R. Der Mann lungenkrank, fünf Kinder.\n14 Jahre verheiratet.\nFr au B. Herz- und nervenkrank, sechs Kinder,\neins davon tot, 1903, 1905, 1906, 1908, 1910.\n9 Jahre verheiratet.\nFr a u W. 17 Kinder, 10 davon tot, 25 Jahre\nverheiratet. Sehr nervös, der Mann ohne\nArbeit.\nFrau H. 13 Kinder, vier leben, die alle lungen-\nkrank sind, eins auch noch nierenkrank und\nwassersüchtig. Der Mann ist schwindsüchtig\nund arbeitsunfähig. Die Frau steht am vierten\nbis fünften Tage nach der Entbindung auf,\n„Ich habe eine gute Natur!\"\nFrau S. Sieben Kinder, zwei davon tot. Der\nMann sieben Wochen arbeitslos.\nFrau E. Sechs Kinder, elf Jahre verheiratet,\nder Mann ist häufig krank.\nFrau K. 12 Jahre verheiratet, neun Kinder,\ndrei davon tot; die beiden ältesten Kinder\nkrank.\nFr a u C. 43 Jahre alt, 24 Jahre verheiratet,\n20 Kinder, von denen nur noch fünf leben.\nDer Mann, 47 Jahre alt, lungenkrank und\nerwerbsunfähig, hat die Frau seit zweieinhalb\nJahren verlassen! „Ich bin ihm zu alt.\"\nFr a u N. 33 Jahre alt, 14 Jahre verheiratet,\nsechs Kinder, der Mann arbeitsunfähig, lungen-\nkrank.\nFr a u A. S. 36 Jahre alt, 7 Jahre verheiratet»\nsechs Kinder, geboren 1901, 1905, 1906, 1907,\n1908, 1909, haben alle die englische Krank-\nheit, der Mann arbeitsunfähig, lungenkrank.\nFr a u A. G. 36 Jahre alt, acht Kinder, ge-\nboren 1897, 1899, 1900, 1901, 1905, 1907, 1909,\ndie krank sind. Der Mann ist immer\nkrank.\nFrau A. L. 32 Jahre, acht Jahre verheiratet,\nfünf Kinder, der Mann krank, Gehirnstrinver-\neiterung, Bauchfellentzündung.\nFr a u A. S. 36 Jahre alt, 13 Jahre verheiratet,\nacht Kinder, zum Teil krank (Schwindsucht).\nFr a u M. H. 30 Jahre alt, sieben Jahre ver-\nheiratet, fünf Kinder, zum Teil krank. Der\nMann krank, Gelenkrheumatismus, die Frau\nnervenleidend.\nFr a u A. G. 40 Jahre alt, seit 17 Jahren ver-\nheiratet, neun Kinder, das älteste ist 13 Jahre\nalt und lungenkrank, die anderen Kinder auch\nimmer krank, die Frau auch.\nFrau L. D. 34 Jahre alt, neun Jahre ver-\nheiratet, sieben Kinder, davon eins tot, der\nMann arbeitsunfähig.\nFr a u B. M. 29 Jahre alt, sieben Kinder, zwei\ntot, grösstes Elend.\nFr a u A. L. 37 Jahre alt, 18 Jahre verheiratet,\nelf Kinder, sieben davon leben, grösste Not.\nEltern krank, Vater brustleidend.\nFr a u A. T. 32 Jahre alt, 12 Jahre verheiratet,\nelf Kinder, vier tot, der Mann krank.\nFrau S, 39 Jahre alt, 15 Jahre verheiratet,\nneun Kinder, geboren 1894, 1895, 1897, 1899,\n1901, 1902, 1905, 1907, 1908. Der Mann seit\nneun Jahren brustleidend.'\nFra u W. 25 Jahre alt, 9 Jahre verheiratet,\nacht Kinder, vier tot davon, die lebenden\nkrank, englische Krankheit, lungenkrank, ver-\nwachsene Füsse, Lungenentzündung, dreijähriges\nKind kann noch nicht laufen wegen verwach-\nsener Füsse.\nFr a u M. S. 40 Jahre alt, 24 Jahre verheiratet,\nacht Kinder, zwei davon tot. Die Frau und\ndie Kinder sind schwindsüchtig.\nFr a u C. B. 34 Jahre alt, acht Jahre verheiratet,\nsieben Kinder, eins davon tot. Der Mann\nschlägt sie, wenn sie in anderen Umständen\nist.\nFr a u J. 44 Jahre alt, 13 Kinder, davon leben\nvier Kinder.\nFrau R. 24 Jahre alt, sechs Jahre verheiratet,\nacht Kinder, drei davon leben.\nFrau G. T. 35 Jahre alt, sechs Kinder.\nGrosse Not.\nFra u C. F. Sieben Kinder, grösstes Elend.\nFr a u E. T. 41 Jahre alt, 17 Jahre verheiratet,\nneun Kinder, vier davon tot. Grösste Not.\nFr a u S. 27 Jahre alt, sieben Kinder. Der\nMann ist krank.\nFr a u E. T. 47 Jahre alt, neun Kinder, sieben\ndavon tot. Der Mann ist an Tuberkulose ge-\nstorben, die Frau schwer herzkrank.\nDas Resultat der Fragebogen zeigt auf das klarste,\nwie eine die Verhältnisse übersteigende Kinderzahl die\nExistenz der Familie vernichtet, sowie das Vermögen\ndes Staates schädigt; denn ein Teil dieser Familien\nerhalten Armenunterstützung. Durch Geburten, Krank-\nheiten, Tod, Begräbnis undsoweiter werden die wenigen\nMittel, die zur Erhaltung der Familie dienen sollten,\naufgezehrt. — Die Angst um die Versorgung der\nFamilie, Geburten, Krankenpflege, Tod untergraben die\nGesundheit der Frau.\nSchlechte Ernährung, übermässige Arbeit und das\nGefühl der Ohnmacht, nicht soviel herbeischaffen zu\nkönnen, wie die Erhaltung der Familie es erfordet,\nschädigt die Gesundheit des Mannes; nach kaum\nüberstandener Krankheit muss er die Arbeit wieder\naufnehmen und bis zur Selbstvernichtung schaffen,\nwenn nicht die Familie dem grössten Elend anheim\nfallen soll. Die Folge der Not ist gewöhnlich der\nAlkoholgenuss und damit wird die wirtschaftliche Lage hoff-\nnungslos. Es muss durch sachgemässe Belehrung <ja,\nhin gewirkt werden, dass der Kinderunsegen wie\nihn wohl in vielen Fällen nennen muss, eingeschränkt\nwird. Es sollte durch die Erziehung des Volkes zur\nSelbstzucht ein besseres und reineres Familienleben\nangebahnt werden. Die Wohnungsenge, die Teuerung\nund die bitteren Sorgen, wenn Geburt und Tod\nschnell miteinander abwechseln, machen ein geordnetes\nFamilienleben in der armen Bevölkerung fast unmög\nlieh. Schaffung luftiger, grosser wohlfeiler Wohnungen\nwäre eine der ersten Forderungen.\nBei Schwindsucht, ansteckenden Geschlechtskrank,\nheiten und in ähnlichen Fällen sollte die Konzeption\nunbedingt verhindert werden. Man sollte die Menschen\nzu einem hohen Verantwortungsgefühl für das\nkommende Geschlecht erziehen. Auch wenn sie die\nEhe nicht entbehren wollen, sollten sie doch keinen\nKindern das Leben geben, die ein so schlimmes körper-\nliches Erbteil von den Eltern übernehmen würden. Es\nmüsste der höchste Wert darauf gelegt werden, ge ■\nsunden Kindern, wenn auch wenigen, das Leben\nzu geben, und es sollten Einrichtungen geschaffen\nwerden, die der Mutter schon lange vor der Gebun\ndes Kindes ausreichende Ruhe und Ernährung sicherten,\nund die so die Möglichkeit für die Mutter erhöhen\nlebenskräftige Kinder zur Welt zu bringen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c004", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "444", "page_fin": "445", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.4", "titre_corps": "Die Drangsale des Lotsen", "titre_sommaire": "Die Drangsale des Lotsen", "signature_source": "Ein Märchen von August Strindberg", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "444", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.2", "debut_caractere": 9030, "fin_caractere_exclue": 11555, "texte": "Die Drangsale des Lotsen\nEin Märchen von August Strindberg\nDer Lotsenkutter lag draussen vor den letzten\nLeuchtfeuern; die Wintersonne war längst unterge-\ngangen, und es war hohe See, richtige Meeressee. Da\nsignalisierte der Vordergast: Segler luvwärts.\nDraussen in See hatte eine Brigg backgebrasst die\nLotsengans gehisst; sie wollte in den Hafen.\nAufgepasst! kommandierte der Meisterlotse am\nRuder. Der wird schwer zu nehmen sein bei solcher\nSee; aber Du, Viktor, wir nehmen ihn bei der Lee-\nvierung, dann wirst Du Dich ins Takelwerk werfen,\nwo Du ankommen kannst . . . Jetzt wenden wir!\n— Klar!\nDer Kutter wendete und hielt auf die Brigg, die\ndalag und „haute\".\nSonderbar, dass sie nicht vollbrasst! — Seht Ihr\nein Licht an Bord! — Nein! — Und keine Laterne\nam Vordertopp! — Voll! — Aufgepasst, Viktor!\nDer Kutter kam zu voll; Viktor stand auf der\nLuvseite, und als eine grosse See das Boot das\nnächste Mal hob, sass Viktor oben in den Wanten\nder Brigg, während der Kutter weiter fuhr, wendete\nund auf das Einseglungsfeuer hielt.\nViktor sass halbwegs auf der Saling und verpustete\nsich, ehe er sich aufs Deck begab. Als er hinuter-\nkam, ging er sofort ans Ruder, wo sein Platz war,\nMan kann sich seinen Schreck denken, als er niemand\nam Rad fand. Er rief, aber bekam keine Antwort.\nSie sitzen wohl drinnen und trinken, dachte er\nund ging ans Kajütenfenster. Nein, da war niemand!\nEr ging über das Vorderdeck, zur Kabuse und Schanze,\naber auch da kein lebendiges Wesen. Er begriff,\ndass das Fahrzeug verlassen war, und nahm an, es\nsei leck und befinde sich in sinkendem Zustand.\nEr guckte jetzt erst nach dem Lotsenkutter, aber\nder ' war verschwunden. Ans Land zu steuern war\nunmöglich, denn Brassen, Geitaue und Bulinen zu\nhalten und gleichzeitig am Ruder zu stehen, daran\nwar nicht zu denken.\nEs blieb nichts übrig, als sich treiben zu lassen,\nobwohl er auf die See hinausgetrieben wurde.\nFroh war er nicht, aber eine Lotse ist auf alles\ngefasst. Sicher würde ein Segler vorbeikommen, wenn\ner nur Licht machen könnte, um ein Signal zu geben\nEr ging nach der Kabuse, um Streichhölzer und eine\nLaterne zu suchen. Obgleich die See sehr hoch ging,\nmerkte er keine Bewegung des Fahrzeuges, was ihn\nwunderte. Noch mehr erstaunte er, als er an den\nGrossmast kam und sah, dass er auf einem Parkett\nboden stand, der in weiss und blau ein kleinkariertes\nMuster zeigte. Er ging und ging, doch der Laufet\nwollte kein Ende nehmen, und er sah die Kabuse\nnicht mehr. Es war allerdings unheimlich, aber zu\ngleich lustig, denn es war neu,"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "445", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 9672, "texte": "Der Läufer nahm noch kein Ende, als er sich am\nEingang einer Passage mit erleuchteten Läden befand.\nRechts stand eine Personenwage und ein Automat.\nOhne sich zu bedenken, stellte er sich auf die Wage\nund steckte das Geldstück hinein. Da er wusste, dass\ner achtzig Kilogramm wog, musste er lächeln, als der\nZeiger nur acht Kilo angab. Entweder zeigt die Wage\nverkehrt oder ich bin auf einen anderen Planeten ge-\nkommen, der zehn Mal grösser, oder kleiner ist als\ndie Erde, dachte er, denn er war auf die Navigations-\nschule gegangen und hatte Astronomie gelernt.\nNun wollte er wissen, was im Automat lag! Als\ndas Geldstück hinunter gefallen war, sprang eine\nKlappe auf, aus der ein Brief in seine Hand gesteckt\nwurde. In einem weissen Umschlag mit grossem roten\nSiegel. Er konnte es nicht entziffern. Das war\nauch einerlei, da er nicht wusste, von wem es kam.\nEr erbrach indess den Brief und las zuerst die Unter-\nschrift, wie man es zu tun pflegt. Da stand . . das\nwerden wir später erfahren. Genug, er las den Brief\ndreimal und steckte ihn dann in seine Brusttasche, mit\neiner sehr gedankenvollen Miene: sehr gedankenvoll!\nDann ging er weiter in die Passage hinein, hielt\nsich aber gewissenhaft mitten auf dem Läufer. Da\ngab es alle möglichen Arten Läden, doch nicht ein\nMensch war zu erblicken, weder hinter noch vor den\nLadentischen. Nach einer Weile blieb er vor einem\ngrossen Fenster stehen, hinter dem eine ganze Aus-\nstellung von Schnecken zu sehen war. Die Tür stand\noffen, er trat ein. Vom Boden bis zur Decke waren\nGestelle mit Schnecken aller Art aus den vielen Meeren\nder Erde gesammelt. Niemand war darin, aber es hing\nein Tabakrauch wie ein Ring in der Luft und schien\neben von jemandem ausgeblasen zu sein, der sich da-\nmit unterhalten hatte, Ringe zu blasen. Viktor, ein\nlustiger Gesell, steckte den Finger durch den Ring und\nsagte: Hei! jetzt bin ich mit Fräulein Tabak verlobt!\nDa hörte er einen wunderlichen Laut wie von einer\nUhr, aber es war keine vorhanden. Statt dessen\nmerkte er, dass ein Schlüsselbund den Laut von sich\ngab. Einer von den Schlüsseln schien oben in die\nKasse gesteckt zu sein, und die anderen Schlüssel\nbaumelten hin und her mit der regelmässigen Bewegung\ndes Pendels. Damit verging eine Weile. Dann wurde\nes ganz still und man hörte ein leises Brausen, wie\nwenn der Wind durchs Takelwerk zieht, oder der\nDampf durch ein schmales Rohr strömt. Es waren\ndie Schnecken, die brausten; da sie aber verschiedene\nGrössen hatten, waren die Brausetöne auch von ver-\nschiedener Höhe, und es klang wie ein ganzes Orchester.\nViktor, der an einem Donnerstag geboren war und\ndarum Vogeliaute deuten konnte, spitzte seine Ohr-\nmuschel, um zu erfassen, was sie brausten, und nach\neiner Weile konnte er es verstehen.\nIch habe den schönsten Namen, sagte eine, denn\nich heisse Strombus pespelicanus.\nIch bin die schönste! sagte die Purpurschnecke, die\nMurex und noch etwas sonderbares heisst.\nIch singe schön i sagte die Tigerschnecke, die\nso genannt wird, weil sie wie ein Panther aussieht.\nStill, still, still, sagte die Gartenschnecke, ich werde\nam meisten gekauft, denn ich liege auf der Rabatte in\nden Sommerfrischen. Sie finden mich langweilig, aber\nsie müssen mich doch haben. Im Winter aber liege ich\nin Holzschuppen in einem Kohlfass.\nDas ist doch eine schreckliche Gesellschaft, die\nnur sich selbst lobt, meinte Viktor. Und um sich zu\nzerstreuen, nahm er ein Buch, das aufgeschlagen auf\ndem Ladentisch lag. Da er die Augen bei sich hatte,\nmerkte er gleich, dass Seite 240 aufgeschlagen war,\nund dass das Kapitel 51 auf der linken Seite anfing.\nUeber dem Kapitel stand ein Motto, ein Vers aus\nColeridge; und dessen Inhalt traf ihn wie ein Blitz.\nMit Röte auf den Backen und verhaltenem Atem las\ner • . ja, das werden wir später erzählen, aber es\nhandelte von Schnecken, soviel können wir jetzt schon\nsagen.\nDer Ort gefiel ihm übrigens, und er setzte sich\nnieder, jedoch nicht der Kasse zu nahe, denn das\nist eine gefährliche Nachbarschaft. Und er begann\nüber all diese wunderlichen Tiere nachzudenken, die\nauf See gingen, wie er; warm hatten sie es nicht auf\ndem Seegrunde, aber sie schwitzten, und wenn sie\nKalk schwitzten, so wurde es gleich zu einem neuen\nWams. Und sie wanden sich wie Würmer; einige\nnach rechts und andere nach links; doch das war\nklar, denn sie mussten sich nach irgend einer Richtung\nwinden, und alle konnten nicht gleich sein.\nDa hörte er eine Stimme von innen aus der\nLadenkammer durch die grüne Gardine:\nJa, das wissen wir, aber was wir nicht wissen, ist,\ndass die Schnecke des Ohrs eine Helix ist, und dass\ndie kleinen Knochen am Trommelfell aufs Haar dem\nTiere in Limnaeus stagnalis gleichen, denn das steht\nim Buch.\nViktor, der sofort verstand, dass er es mit einem\nGedankenleser zu tun hatte, antwortete freundlich aber\nbrutal und ohne irgendwie Erstaunen zu verraten durch\ndie Gardine:\nDas wissen wir, aber warum wir eine Helix im\nOhr haben, das weiss das Buch ebenso wenig, wie es\nder Schneckenhändler sagen kann . . .\nIch bin kein Schneckenhändler, brüllte der Unsicht-\nbare aus der Kammer.\nWas seid Ihr denn, brüllte Viktor zurück.\nIch bin . . ein Troll!\nIm selben Augenblick wurden die Gardinen ein\nwenig geöffnet, und ein Kopf guckte heraus, so ent-\nsetzlich anzusehen, dass jeder andere als Viktor die\nBeine in die Hand genommen hätte. Er aber, der\nwusste, wie man einen Troll behandeln muss, schaute\nzuerst den rotglühenden Pfeifenkopf an, denn so sah\nder Troll aus, wie er dastand und Ringe durch die\nGardinenspalte blies. Als ein Rauch näher kam, nahm\nViktor ihn auf den Finger und warf ihn zurück\nDu kannst Ringe werfen, du, sagte der Troll\nhöhnisch.\nJa, etwas, antwortete Viktor.\nUnd bange bist du auch nicht!\nDas darf ein Seemann nicht sein, dann mag ihn\nkein Mädchen leiden.\nHör mal, wenn du nicht bange bist, so geh etwas\nweiter in die Passage hinein, dann werden wir sehen,\nob du nicht bange wirst.\nViktor, der von den Schnecken genug bekommen\nhatte, benutzte die Gelegenheit, sich zu entfernen,\nohne dass es aussah, als ob er fliehe, und ging aus\ndem Laden heraus, aber rückwärts. Denn er wusste,\ndass man nie den Rücken zeigen muss, weil der emp-\nfindlicher ist, als die Brust je werden kann.\nUnd er ging weiter dem blauweissen Läufer nach.\nDie Passage lief in Krümmungen, so dass man nie\ndas Ende sah. Und immer gab es neue Läden, aber\nkeine Leute. Doch Viktor, der aus Erfahrung gelernt\nhatte, wusste, dass sie in den Ladenkammern waren.\nAls er an einen Parfumladen kam, der nach allen\nBlumen der Wiese und des Waldes duftete, dachte er:\nich gehe hinein und kaufe eine Flasche Eau de Cologne\nfür meine Braut. Der Laden war dem Schneckenladen\nsehr ähnlich, aber der Geruch so stark, dass er Kopf-\nschmerzen bekam und sich auf einen Stuhl setzen\nmusste. Besonders ein Bittermandelduft verursachte\nOhrensausen, hinterliess aber einen feinen Geschmack\nim Munde wie Kirschwein. Viktor, niemals ratlos,\nnahm seine Messingdose mit dem Spiegel, und schob\neine Prise in den Mund, was das Gehirn klar machte und\ndie Kopfschmerzen fortnahm. Dann klopfte er auf\nden Ladentisch und hallote:\nHallo, ist niemand da?\nKeine Antwort erfolgte. Er dachte: ich gehe in\ndie Kammer hinein und erledige mein Geschäft. Er\nlegte die rechte Hand auf den Ladentisch, nahm einen\nAnlauf und war mit einem Satze auf der anderen\nSeite. Er schob die Gardinen fort und guckte in die\nKammer hinein. Da hatte er einen Anblick, der ihn\nvollständig blendete. Auf einem langen Tische mit\npersischer. Decke stand ein Orangenbaum mit Blüten\nund Früchten Das blanke Laub glich dem der\nKamelie. In Reihen waren geschliffene Kristallgläser\naufgestellt mit allen wohlriechenden Blumen der Erde,\nvon Jasmin über Tuberose, Veilchen, Maiblume, Rose\nhinunter bis zum Lavendel. An dem einen Ende des\nTisches, zur Hälfte von der Orange verborgen, be-\nschäftigten sich zwei kleine weisse Hände unter auf-\ngekrämpelten Aermeln mit einem kleinen Destillations-\napparat aus Silber. Aber das Gesicht der Dame sah\ner nicht, und sie bemerkte ihn auch nicht. Als er\naber wahrnahm, dass ihr Kleid gelb und grün war,\nwusste er, dass er eine Zauberin vor sich hatte.\nDenn gelb und grün ist die Larve des Sphinxschmetter-\nlings, die auch das Auge blenden kann. Was bei ihr\nhinten ist, sieht aus als wäre es vorn; sie hat ein\nHorn wie das Einhorn, so dass sie ihre Feinde mit\ndem falschen Gesicht erschreckt, während sie mit dem\nisst, das wie das Hinterteil aussieht.\nViktor dachte: hier werden wir handgemein werden,\ndoch fang Du an! Sehr richtig, denn will man Leute\nzum Sprechen bringen, so muss man nur schweigen.\nSind Sie der Herr, der die Sommerfrische sucht ?\nfragte die Dame und trat vor.\nDas bin ich, entgegnete Viktor, um nicht die\nAntwort schuldig zu bleiben. Er hatte nie an eine\nSommerfrische im Winter gedacht.\nDie Dame wurde verlegen. Sie war schön wie\ndie Sünde und warf dem Lotsen einen verzaubernden\nBlick zu.\nEs lohnt nicht, dass Du mich zu verzaubern\nsuchst, denn ich bin mit einem guten Mädchen ver-\nlobt! sagte der Lotse und sah ihr zwischen Ring-\nund Mittel-Finger, wie es Hexen tun, wenn sie den\nRichter bestechen wollen.\nDie Dame war oben jung und schön, aber nach\nunten von der Mitte an sehr alt. Sie schien aus\nzwei Stücken zusammengeflickt zu sein.\nNun, lass mich die Sommerfrische ansehen, sagte\nder Lotse.\nBitte, antwortete die Dame und öffnete eine Tür\nim Hintergrund.\nSie gingen hinaus und befanden sich in einem\nEichenwald.\nNur durch den Wald, so sind wir da! sagte die\nDame und bat den Lotsen, voran zu gehen, denn sie\nwollte ihm natürlich nicht den Rücken zukehren.\nHier wird wohl der Stier sein, ich verstehe, sagte\nder Lotse, der die Gedanken beisammen hatte.\nDu hast doch nicht vor dem Stier Furcht?\nWir werden sehen!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c005", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "445", "page_fin": "445", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.5", "titre_corps": "Gedichte", "titre_sommaire": "Gedichte", "signature_source": "Marie Pukl", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "445", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.3", "debut_caractere": 9689, "fin_caractere_exclue": 10577, "texte": "Gedichte\nVon Marie Pukl\n\nErlebnis\nIch könnte sammtene Falten\num Deine hohe Schlankheit schmiegen.\nEs sollte meine tastheisse Hand\nverloren in Deinem Wirrhaar liegen —\nDie volle Rose biete mir,\ndie um das feuchtweisse Blinken blüht .\nWas weisst Du?\nSoll ich Dich locken?\nSoli ich Dich nehmen\nehe die Sehnsucht\nim eigenen Purpur verglüht ?\n\nFrühlingstag in der Fabrik\nSausend läuft der Riemen\nund die Eisenwellen wirbeln,\nwirbeln im Gesause schwerer Wogen,\ndie im Ohre herrisch branden —\nIm Fensterrahmen: Blauseligkeit,\nder Himmel, Sonne und Luft.\nEisenkalte Formen\nwollen Kribbelzitterstösse\ntief in meinen Körper tauchen,\nund ein heller Faden rinnt\nendlos weiss durchs Augenfeld.\nim Fensterrahmen: ein Vogelhusch\nschwarzschattend in goldblauer Luft.\nUnbewusste Intervalle\nformt der Linke Hebelheben\nim Gesetze der Bewegung,\ndoch die Rechte füllt sie aus\nmit bedachten Fingergriffen . . ."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c006", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "445", "page_fin": "445", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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Ihr aber, werte\nBürgersleute von Schiida, Ihr werdet mich verstehen,\nobgleich man Euch für Narren hält. Mich hält man\nauch für einen Narren, und das hat mir auch noch\nnichts geschadet. Aber weil man mich für einen Narren\nhält, so will ich auch wie ein Narr zu Euch Narren\nein Narrenwort reden. Die Zeiten sind ernst, und\ndaher sind wir lustig.\"\nDa lachten die Schildbürger, der Ton war ihnen\nvertraut; aber die Stimme des Kaisers erkannten sie\nnicht wieder, da er mit einem Stimmverstärker sprach ;\nBartmann fuhr nun fort:\n„Die bunte Krankheit ist doch die gewaltigste\nStimme der Natur, die uns sagen will, dass wir leben\nsollen — immer mehr und heftiger leben sollen —\nimmer lustiger und grossartiger leben sollen — ein\nWeltleben — das grosse, kräftige Leben der Natur —\ndes grossen Geistes, der uns führt. Und wenn diese\nverdammten Kranken vom Sterben so sprechen als\nwärs viel herrlicher als alles Leben — merkt Ihr da\nnicht?, dass da die Natur durch die Kranken eine\nHohnsprache zu uns spricht ? Wenn die Kranken\ndas Sterben preisen wollen, so müssen sie doch erst\ngestorben sein. Sie sprechen aber vom Sterben,\nwährend sie noch leben — also sprechen sie von\neinem grossen Lebenszustande und nicht von einem\nSterbenszustande — denn den kennen sie ja doch\nnoch garnicht.\"\nDa lachten die Schildbürger abermals und klatschten\nBeifall mit den Händen, und der Herr Bartmann be-\nrührte mit dem rechten Zeigefinger seine Nasenspitze\nund lächelte — und sprang dann von der Tonne\nhinunter — und liess zum Tanz aufspielen — und\ntanzte mit den Frauen der Schildbürger wie ein\nRasender und erklärte, dass die Kranken das Delirium\nhätten — das neue Delirium — und dass ihre Reden\nvoll Hohn seien — damit die Utopianer endlich auf-\ngerüttelt würden — zum neuen strahlenden Weltleben\n— deshalb seien auch die neuen Kometen so hell\nstrahlend.\nEs war währenddem Abend geworden — und siehe\n— unter Fackelbeleuchtung wurde plötzlich die Leiche\ndes Herrn von Moellerkuchen vorübergetragen — und\nneben der Leiche schritt würdig in langem, weissen\nBart der Herr Sebastian als Bürgermeister.\nAlles verstummte; die Leiche wurde mitten auf\ndem Markte enthüllt — und da sahen die Schildbürger\nmit Entsetzen, dass sich die Glieder der Leiche be-\nwegten und überall grosse Blasen und astartige Gewächse\nherauswuchsen.\nUnd der Herr Sebastian sagte:\n„Der Herr Bartmann hat Recht! Selbst die\nLeichen leben. Geht nach Haus und lebt auch. Die\nSprache der Natur wird immer deutlicher.\"\nDa rannten Alle fort.\nAber der Herr Bartmannn sprang wie ein Rasender\num die Leiche herum und wollte ihre beweglichen Teile\nküssen\nDoch die Fackelträger drängten den Herrn Bartmann\nzurück, und der Herr Sebastian flüsterte dem Herrn\nBartmann ins Ohr:\n„Verlassen Sie Schiida und gehen Sie nach\nUlaleipu — dort sind Sie am richtigen Platze — nicht\nhier.\"\nDer Kaiser von Utopia sah seinen Doppelgänger\nverblüfft an, aber er verliess die Stadt Schiida noch\nam selbigen Abend.\nLXIII\nDie Todessehnsucht in ganz Utopia\nMit Blitzesschnelle hatte sich nun das, was sich\nin Schiida mit dem toten Körper des Herrn von\nMoellerkuchen zugetragen hatte, in ganz Utopia ver-\nbreitet.\nUnd die alten Leute sagten:\n„Sollen wir denn täglich etwas Unerwartetes ver-\nnehmen? Wir kommen ja ganz aus der Fassung.\nJetzt könnte man bald glauben, dass die Toten auf-\nerstehen.\"\nUnd es ward Allen unheimlich zu Mute.\nGleichzeitig hatten aber die Gesunden die merk-\nwürdige Neigung, auch krank zu werden.\nNachts gingen viele Utopianer in die Leichenhallen\nund berührten die grässlichen astartigen Bildungen, die\nbis zu Meterhöhe aus den toten Körpern heraus-\nwuchsen und bunt leuchteten, als wäre ein anderes\nneues Leben darin. Die Utopianer wollten bald alle\ndie bunte Krankheit haben — aber gücklicher Weise\nübertrug die sich nicht so einfach wie andere pest-\nartige Erkrankungen; |es wurden! grade nur die krank\ndie am wenigsten daran gedacht hatten.\nDoch die Todessehnsucht packte so viele Utopianer,\ndass viele Selbstmorde vorkamen.\nDa wetterte der Herr Bartmann in allen Städten\ndes Reiches gegen das Sterbenwollen so heftig, dass\nder Staatsrat in Ulaleipu beschloss, Herrn Bartmann\nzu einer grösseren Tätigkeit aufzufordern.\nLXIV\nDer energische Staatsrat\nDer Herr Bartmann sollte im Auftrag der Regierung\nLeute um sich versammeln, die im Stande wären,\ndurch listige Laune wieder Lebensmut in die Be-\nvölkerung zu bringen; Herr Bartmann sollte diese\nLeute möglichst rasch zu Predigern — das heisst zu\nsehr lustigen Predigern ausbilden.\nUnd das tat dann auch der Herr Bartmann mit\ngrossem Eifer, und er freute sich dabei über seinen\nenergischen Staatsrat und amüsierte sich königlich\ndarüber, dass er immer nicht erkannt wurde.\n„Sollte ich mich so verändert haben ?\"\nAlso fragte er sich eines Morgens und sah dabei\nin einen Spiegel und erschrak — er sah wirklich ganz\nanders aus als einst.\nLXV\nDer verfluchte Kaiser\nJetzt verlangte aber ganz Utopia, dass der Kaiser\nPhilander Schiida verlassen und sich wieder an die\nSpitze der Regierung stellen sollte, die Zeiten seien\ndoch danach.\nAber der Herr Sebastian telegraphierte aus Schiida\nsehr kurz:\n„Meine Zeit ist noch nicht gekommen.\"\nDa fluchte man überall auf den Kaiser Philander,\nund in fünfzig Broschüren, die sämtlich in der Rechts-\nzentrale am Schwantufluss geschrieben waren, wurde\nerklärt dass des Kaisers Handlungsweise unverantwortlich\nsei.\nHerr Bartmann aber wurde täglich populärer.\nLXVI\nDer Herr Haberland\nDer Astronom Haberland schrieb an den Herrn\nBartmann kurz und bündig:\n„Jetzt glaube ich, dass die Possenreisserei ein\nEnde haben könnte.\"\nAber der Herr Bartmann besuchte den Herrn\nHaberland auf der Sternwarte und setzte ihm bei einen\nGlas Grog heftig auseinander, dass jetzt vor allen\nDingen nicht der Herr Bartmann schwinden dürfe.\nHerr Haberland sah schliesslich ein, dass das auch\ngefährlich sei —, und dann fuhren die beiden Herren im\nSebastianischen Luftwagen in die nahe gelegene\nGletscherwelt und beobachteten die neuen Kometen\ndie ihre Irrlichternatur zu verändern schienen, da sie\nüber den Gletschern tagelang an einer Stelle blieben.\nLXVII\nDer Herr Sebastian\nDer Herr Sebastian befand sich als Oberbürgermeister\nvon Schiida in einer peinlichen Lage und schrieb das\ndem Kaiser.\nDer Kaiser aber telegraphierte:\n„Bitte, Feste feiern lassen — ich sende drei meiner\njungen Leute mit genauen Instruktionen. Bartmann.\"\nHerr Sebastian raufte sich die Haare aus; er war\nnahe dran, auf und davon zu gehen — doch der\nKaiser hatte ihm versprochen, alle sebastianischen Er-\nfindungen — auch die teuersten — ausführen zu lassen\n— und das war für Herrn Sebastian bestimmend.\nUnd es wurden in Schiida die Narrenfeste gefeiert;\nund ganz Utopia wunderte sich über den närrischen\nKaiser.\nLXVIII\nDer Kaiser Moritz\nAls der Kaiser Moritz von den Festen in Schiida\nhörte, da packte ihn der Neid, und er liess sofort\nseinen Vergnügungsrat zusammentrommeln und befahl,\ndass die bunte Krankheit auf einem Nachtfest parodiert\nwerden sollte.\nUnd dieser Befehl wurde ausgeführt — ein paar\ngrosse leuchtende Ballonriesen wurden über dem\nschwarzen See aufgelassen — und diesen Ballonriesen\nwuchsen neue höchst komische Köpfe aus den Armen\nund Händen heraus.\nDie Bewohner von Ulaleipu ärgerten sich über\ndiesen Scherz.\nLXIX\nDie Krankheit in Ulaleipu\nD e Bewohner von Ulaleipu hörten nun an dem\nMorgen, der der Festnacht folgte, dass plötzlich gegen\ntausend Erkrankungen in der Nacht gemeldet waren.\nUnd diese Nachricht erfüllte alle mit Entsetzen. Und\nViele wollten, dass der Kaiser Moritz sofort aus dem\nLande gewiesen werden sollte; vor der Festnacht waren\nin Ulaleipu kaum achtzig Erkrankungs- und vier\nSterbefälle vorgekommen.\nDer Staatsrat wollte gerade einen feierlichen Ent-\nschluss fassen, da wurde gemeldet, dass auch der Kaiser\nMoritz erkrankt sei.\nLXX\nDer kranke Moritz\nDer Kaiser Moritz lachte laut auf, als er bemerkte\ndass seine Haut die berühmten blauen, grünen und\nroten Flecken zeigte.\n„Endlich\" ! rief er.\nUnd er tanzte im Zimmer herum und schrie,\nimmer wieder: „Ich habs! Ich habs!\"\nUnd dann brach er in einer Ecke zusammen und\nliess sich forttragen — dabei lachte er wieder — aber\nharmlos wie Kinder zu lachen pflegen.\nAls er ins Bett gebracht war, forderte er Tinte\nund Feder und wollte schreiben, doch ihm sank die\nFeder aus der Hand, und er glaubte plötzlich, dass\nviele Riesen neben ihm sässen und er murmelte:\n„Liebe Riesen, wachsen Euch immer noch Köpfe\naus den Armen und aus den Fingern ? Verzeiht, dass\nich Euch so quäle — aber Ihr braucht wirklich mehr\nKöpfe als ihr habt — mit dem einen könnt Ihr dass\nnicht alles zusammendenken, was wir zusammendenken\nmüssen, wenn wir uns das Leben erträglich gestalten\nwollen. Wir müssen Alle immerzu unsern Witz zu-\nsammennehmen um uns zu beweisen, dass unser Da-\nsein wirklich ein herrliches ist. Wenn wir bloss einen\nKopf haben, fällt uns das sehr schwer — denn mit\neinem Kopf können wir nicht so viel Witz erzeugen\nIhr fragt mich, warum wir uns so anstrengen, da wir"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "447", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 213, "texte": "doch sterben können ? Ja — hm — wir strengen uns\neben so sehr an, um wenigstens mit Wonne sterben\nzu können, da es uns ja doch nicht gelingt, mit Wonne\nzu leben.\"\nEr sank müde in die Kissen zurück und schlief\nein."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c009", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "447", "page_fin": "447", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.7", "titre_corps": "Die Beichte eines Toren", "titre_sommaire": "Die Beichte eines Toren", "signature_source": "Emil Schering", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "447", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.5", "debut_caractere": 234, "fin_caractere_exclue": 4392, "texte": "Die Beichte eines Toren\nEmil Schering\nMit der ersten deutschen Ausgabe der „Beichte\neines Toren\", die 1893 in Berlin erschien, ist ein Ver-\nbrechen an August Strindberg begangen worden, ein\ndreifaches Verbrechen. Erstens war jene Uebersetzung\nverstümmelt, produzierte an unzähligen Stellen fälschen-\nden Unsinn, führte eine ordinäre Sprache. Zweitens\nwar die Kritik so blind, dass sie die groben Mängel\nder Verdeutschung übersah und Strindberg für einen\nUnsinn verurteilte, den er garnicht geschrieben hatte.\nDrittens hielt der preussische Staatsanwalt, von der\nordinären Sprache der Uebersetzung irregeführt, das\nBuch für unsittlich und machte dem Dichter, nicht\netwa dem (anonymen) Uebersetzer, den Prozess.\nDiese neue Ausgabe will, so weit es noch möglich\nist, das Verbrechen wieder gut machen. Die Ueber-\nsetzung ist nicht verstümmelt, produziert keinen Un-\nsinn, führt eine würdige Sprache. Jeder Kritiker sieht\njetzt, dass sich hinter dem tiefen Hass die grösste\nLiebe verbirgt. Jeder Staatsanwalt muss von der hohen\nSittlichkeit dieses Buches überzeugt sein.\nDie allgemeine Bedeutung der „Beichte eines\nToren\" liegt darin, dass sich hier ein geistig arbeitender\nMann von der Knechtschaft der Geschlechtlichkeit er-\nlöst, von seiner eignen, wie der eines Weibes, das\nnicht etwa besonders schlimm, sondern vielmehr die\ntypische Vertreterin der Gattung Frauen ist, die nichts\nals Geschlecht sind. Tausende von geistig arbeitenden\nMännern liegen in den Banden ihres eigenen Ge-\nschlechts und denen einer solchen Frau: für sie wird\ndieses Buch eine Erlösung seinl\nWährend Strindberg in der „Beichte eines Toren\"\nund in den darauffolgenden Dramen „Der Vater\",\n„Gläubiger\", „Kameraden\" die Befreiung von der\nKnechtschaft der Geschlechtlichkeit persönlich durch-\nführte, wie er sie erlebt hatte, stellte zur selben Zeit\nin Frankreich, ohne dass die beiden Dichter etwas von\neinander wussten, Peladan diese Befreiung systematisch,\nan die Tradition anknüpfend, in seinem mit dem\n„Höchsten Laster\" beginnenden Romanen dar. Diese\nbeiden Meister der geschlechtlichen Befreiung ergänzen\neinander aufs glücklichste: Strindberg ist ursprüugliche\nNatur, Peladan vollendete Kunst.\nDie Frau, die in der „Beichte eines Toren\" ge-\nschildert ist, wird Strindberg längst dankbar gewesen\nsein für das strenge Gericht, das er über sie gehalten\nhat. Gerade weil sie verurteilt wurde, hat sie gesühnt.\nOhne Urteil wäre sie geblieben, was sie war. Jetzt\naber, nachdem sie ihre Strafe erlitten hat, ist auch\nihre Schuld getilgt.\nUnd die Kinder dieser Ehe erhalten, reif geworden,\nin der „Beichte eines Toren\" ein Testament, das sie\nvor den Schrecken des geschlechtlichen Lebens be-\nwahren wird.\nDurfte Strindberg richten? Ja! Liess er in der\n„Beichte eines Toren\" seine Frau ein reinigendes Fege-\nfeuer durchmachen, so hat er sich selber später in\nden höllischen Gluten des „Inferno\" läutern und stählen\nmüssen.\nUm seine Arbeit aus dem Persönlichen ins Typische\nzu heben, hat Strindberg sie nicht, wie alle anderen\nWerke, in der schwedischen Muttersprache geschrieben,\nsondern in der fremden französischen, obwohl ihm das\nnicht leicht wurde. Eine schwedische Ausgabe hat er\nnie erscheinen lassen.\nEin Geheimnis Strindbergs ist, dass er seine Per-\nsönlichkeit spalten kann. Der Axel der Beichte ist\nnicht der ganze Strindberg, sondern zu ergänzen durch\nden Johan der „Entwicklung einer Seele.\"\nBücher schildern dieselbe Zeit 1875 bis 1887; das erste\nden liebenden, das zweite den arbeitenden Strindberg.\nDiese Gabe, seine Persönlichkeit spalten zu können\nhat Strindberg im „Inferno\" vor Wahnsinn bewahrt.\nNur der eine Strindberg war damals krank, der andere,\ndurchaus gesund, wachte wie ein Arzt über den\nKranken.\nMit der „Beichte eines Toren\" wird die Lebens-\ngeschichte Strindbergs vollständig. Die fünf Bände:\nDer Sohn einer Magd, Die Entwicklung einer Seele,\nDie Beichte eines Toren, Inferno — Legenden, Ent-\nzweit — Einsam erzählen Strindbergs Leben von der\nGeburt bis zum fünfzigsten Jahr. Zugleich spiegeln\nsie die Geistesströmungen des halben Jahrhunderts von\n1850 bis 1900 wieder.\nEine Gesamtausgabe der Werke von August Strindberg erschien\nim Verlag Georg Müller München."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c010", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "447", "page_fin": "447", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.8", "titre_corps": "Der klare Flötensänger", "titre_sommaire": "Der klare Flötensänger", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "447", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.5", "debut_caractere": 4394, "fin_caractere_exclue": 8474, "texte": "Der klare Flötensänger\nEin sehr mässiger Schriftsteller und trauriger Dichter,\nsprach neulich recht schlecht Schlechtes und Rechtes\nüber Berlin. Die Vertreter der eingeborenen Intelligenz\nwaren echt empört, dass der Kollege ihr Wohlwollen nicht\nwenigstens mit einer Anerkennung ihres Geistes belohnte.\nWozu ist man schliesslich Kollege. Solange man die\ndazu gehörigen Eigenschaften (. . . fest und treu zu-\nsammen) behält, bleibt man im Vollbesitz der Macht\nder Presse und kann es sogar zum Dichter bringen.\nDa gibt es zum Beispiel einen Herrn Felix Lorenz,\nVerfasser üblicher Cabaretverse. Der Name wird ohne\nZweifel jedem Leser geläufig sein. Nicht, weil Herr\nLorenz einen Gedichtband mit Buchschmuck geschrieben\nhat. Das taten schon viele Leute. Nein, weil er ein\nKollege ist, der etwas für sich tun kann. Da kommt\nzunächst ein Schauspieler, der seine Gedichte in einem\nKunstsalon vorträgt. Er hat einst viel edlere Dar-\nbietungen gehört. An auffallendster Stelle berichten\nalle Tageszeitungen von diesem zu erwartenden epochalen\nEreignis. Mit Wärme und blutvollen Notizen. Und\ndas Berliner Tageblatt (Herr Lorenz gehört zu seinem\n„Redaktionsstab\") vergisst sogar seine geschäftliche\nUsance, bei Vorträgen nie den Kartenpreis und die\nVorverkaufsstellen zu nennen. So etwas ist nämlich\nnach authentischer Interpretation des Verlags eine\nReklame. Und Reklame gehört in den Inseratenteil\nund muss bezahlt werden, sagt der Verlag. Sollte\ndieses Prinzip nicht etwa nur für Herrn Lorenz ver-\nlassen sein? Man wird es versuchen. Und von dem\nAusfall des Versuchs die Leser unterrichten Man weiss,\ndass das Berliner Tageblatt gleiches Reciit für Alle\nvertritt. Aber Herr Lorenz lässt sich auch in der von\nihm geleiteten literarischen Rundschau derselben\nZeitung besprechen. Die Leser des Sturms werden\nvielleicht diese Rubrik nicht kennen. Man suche sie\ndes Spasses halber, denn Spass muss sein, eines\nschönen Mittwochs hinter den Beilagen von Hypotheken-\nmarkt und Rasensport auf. Die Beilage ist nicht nur\nliterarisch, sie ist einfach abgründig. Sie ist schlecht\ngeschrieben und vertritt schlichte gutbürgerliche\nAnsichten. Herr Sigmar Mehring, Verfasser eines\nReimlexikons (Libretti«ten warm zu empfehlen) bespricht\nHerrn Lorenz Herr Lorenz ist, so sagt Herr Mehring,\nein Sänger der Klarheit. Wie dichtet Herr Lorenz?\n„Frei und duftig, sonnendurchleuchtet und träumerisch,\nwie unsere deutschen Wälder, vor allem aber von\nholdem Sang erfüllt ist die Poetenseele, die uns ihr\nGlück und Sehnen offenbart.\" Also Erdgeruch mit\nMusik. „Mit kunstverständigen Augen und naturfrohem\nGemüt hat Lorenz die reiche. Kultur und die üppigen\nErdenreize des Südens aufgesogen (mit den Augen)\nund der Heimat zugetragen (mit dem naturfrohen\nGemüt) und nun bläst er im nordischen Walde die\nFlöte Schönheit und taucht sein lächelndes Lockenhaupt\nin seelige Bläue.\" Hoffentlich gehen ihm bei dem\nBade die Flötentöne nicht aus. „Seine Romantik um-\nfasst griechische Klassik und deutsche Märchen-\nstimmung, sie jubelt mit Dionysos und schwärmt mit\nParzival, die Schwermut hat nur geringen Platz in\nseinem Busen\". Sehr erklärlich, da in ihm schon die\ndeutschen Wälder, die reiche Kultur, die üppigen Erden-\nreize des Südens, die Flöte Schönheit, das lächelnde\nLockenhaupt, die griechische Klassik und die deutsche\nMärchenstimmung untergebracht ist. „Lorenz, der\nSänger (der identisch mit dem Flötisten ist) erlauscht\nalle Klänge des Lebens ... er hört das helle Jauchzen\ndes jungen Wolfgang, ihn umweht das Brausen der\nWasserstürze und das Rauschen der Schwingen, und\nder alte Fritz empfängt noch den toten Menzel mit\nfreundlichem Flötenspiel.\" Hierbei ist zu bemerken,\ndass der alte Fritz zwar ein Flötist, aber kein Kollege\nwar. „Des Dichters Verse wiegen sich in Wohllaut.\"\nKein Wunder, wenn sich ein deutsch - griechisch -\nitalienischer Flötensänger in ihnen badet. „Das Buch\nsei\" so sagen die Herren Lorenz und Mehring, „den\nLenzwandlerinnen, die mit Blüten siegen, beson\nempfohlen\". Meinen Segen und Glückwunsch. Je\nfalls: Wieder mal ein Dichter jemacht, er kann\nhöchstens noch gestohlen bleiben.\nTrust"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c011", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "447", "page_fin": "447", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.9", "titre_corps": "Aus der Werkstatt der Presse", "titre_sommaire": "Aus der Werkstatt der Presse", "signature_source": "J. 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Aber der Verfasser des ihm gewidmeten\n„warmen\" Nachrufs bleibt: Ferdinand Runkel.\nAus einem anderen Nekrolog\nIn diesem Bemühen, das Wesen, die Quer-\nsumme des geistigen Gehalts der Kämpfe und\nSorgen unserer Zeit auszusprechen, den natür-\nlichen Adel zu erfassen, der das Gemütsleben\nder Massen beseligt oder wenigstens beseligen\nsollte — in dem Streben zu zeigen, wie die\neinfachsten Verrichtungen des Lebens geheiligt\nwerden, wenn ihnen die Beziehung auf das\nEwige nicht abhanden kommt, berührt er sich\nstellenweise mit dem zweiten Toten des Tages,\nmit Spielhagen. Cas\nMit einfachen Verrichtungen, ob auch das Leben\ndamit das Weltall in Rotation hält, begnügt sich der\nJournalismus ungern.\nUnd warum müssen auch gleich zwei Grosse an\neinem Tage sterben? Uhde und — Spielharen?\nDer undankbare Reinhardt\nDer Verfasser „der Bekenntnisse eines Barbaren\"\nwar auch bei Carl Hauptmann eingebrochen, und da\ndie Grössen unserer Literatur im Schweigen Enthalt-\nsamkeit nicht üben können, verriet der schlesische\nDichter die Welt an ein Versprechen. Er drängte ihr\ndie Erwartung von grossen Werken auf, die er\nund sein Bruder Gerhart noch schaffen wollen, er\nbetrog sie um Hoffnungen, die sie sich niemals gemacht\nhatte.\nZwei fünfaktige Dramen mit Prolog und Epilog\nsind stofflich allerdings ein grosses Werk, aber man\nmuss darum nicht befürchten, dass „der\nRegisseur noch nicht geboren ist,\nder es auf die Bühne bringt.\" Doch nicht genug\ndaran, dass der Regisseur, der den „Napoleon\", den\nersten seiner Art, inszenieren kann, noch\nnicht lebt, muss auch noch „der Autor ganz\noder beinahe tot sein, damit seine Trilogien\noder Dilogien aufgeführt werden. Wir haben es\nan Schiller erlebt. Björnson? der war ein\nAusländer, und das ist ganz etwas anderes.\"\nSo müssen wir es auch noch erleben: dass Carl\nHauptmann Schillers Schicksal teilt. Sollten Reinhardts\nEnergie und Können nicht mehr zureichen? Sollen\nwir den Entbindungsjammer eines Regisseurs, der erst\nfür Hauptmann geboren werden muss, hilflos über uns\nergehen lassen? Vor wenigen Wochen war es Carl\nHauptmann selbst, der Reinhardt einen\nKaiser und Felix Holländer seinen Bism a r k\nnannte\nHinterindisches aus Wien\n[Der deutsche Kronprinz.] Aus Berlin\nwird uns berichtet: Der deutsche Kronprinz\nsoll, wie verlautet, nach der Rückkehr von\nseiner Reise zum Kommandanten des 1. Leib-\nhusarenregiments in Langfuhr bei Danzig, der\nsogenannten „schwarzen Husaren,\" ernannt\nwerden. Er wird vorgelesen. Der Mann ist,\nwie gesagt, anscheinend geistesgestört.\nDas ist der Witz der Neuen Freien Presse. 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Dührssen\nMehr Kinder LIV 428\nQuintus Fixlein\nUmschau XXXVII 295 XLI 327\nA. Forel\nMehr Kinder LIV 428\nDr. Siegmund Freund\nMehr Kinder LVI 444\nDr. S. Friedlaender\nHans Harbeck XLI 327\nKants Vermächtnis LIII 419 LIV 431 LV 438\nMenschliches Allzumenschliches XXXVIII 299\nOlim meminisse juvabit XLV 356\nKarl Hauer\nVon den fröhlichen Menschen XXXV 275\nFranz Herczeg\nRanko der Held XLV 358\nWalter Heymann\nLeonardo da Vinci und Lisa Gioconda XXXIV 269\nP eter Hille\nDas Mysterium Jesu XXXII 252 XXXIII 260\nXXXIV 268 XXXV 277 XXXVI 284\nXXXVII 293 XXXVIII 301 XXXIX 308\nXL 316\nKurt Hiller\nCal£ und Impressionismus LIV 428\nDas Cabaret und die Gehirne XLIV 351\nDer Eth XLIII 343\nFliegenklappe XLIII 344\nGegen „Lyrik\" LII 414\nNotizen XLVI 366\nJakob van Hoddis\nDer Tag der Stadt LIII 421\nHermann Essig: Die Glückskuh LII 415\nVariete XLVII 373\nHeinrich Horvat\nGedichte nach dem Chinesischen XLVIII 381\nFritz Hübner\nNietzsches Bild XLIV 349\nHeinrich Eduard Jacob\nDie Sommernacht XLIII 342\nSiegmund Kalischer\nCiaire Waldoff XLVIII 384\nAlfred Kerr\nMehr Kinder LV 436\nAlfred Kind\nLüge, Ehe und Wahrheit * L 399\nAdolf Knoblauch\nL'oeuvre Peladan XLVII 374\nOskar Kokoschka\nWriten after condemnation to death XXXVII 291\nMoritz König\nDer Liebhaber LI 406 .\nPubertät XLIX 390\nRudolf Kurtz\nBrandt-Glossen XXXIX 311\nSeance XLIX 387\nElse Lasker-Schüier\nMax Brod XL 319\nDer Sohn der Lilame XXXII 254\nEin alter Tibetteppich XLI 328\nGedichte XXXVI 287\nHandschrift XXXIX 309\nIch tanze in der Moschee LII 414\nIm neopathetischen Cabaret XXXVIII 304\nAlfred Kerr XLIX 391\nMaria XLIV 349\nMeiner Schwester Kind XLVII 372\nMinn, der Sohn des Sultans von Marokko XXXVII 293\nFranziska Schultz LI 407\nWeltflucht XXXV 278\nWilliam Wauer XXXIV 271\nEin Brief meiner Base Schalöroe LV 438\nLeonardo da Vinci\nGedanke XXXIV 269\nAlfred Lichtenstein\nDie Dämmerung LV 439\nFern XXXIX 309\nKuno Kohn XXXII 256\nMabel Meier XXXVI 287\nSiegfried Simon LI 408\nAdolf Loos\nUeber Architektur XLII 334\nAlfred Richard Meyer\nInterieur L 398\nH ans May er\nBildungsphilister XXXUI 262\nFriedrich Meilinger\nFieber XXXVI 287\nN. M. Minski\nTolstoi XL! 324 XLII 332\nAlf re d Mombert\nDer Glühende XL 318\nStill ist es / Still XLI II 340\nMy n o n a\nDas interessante Gespräch XXXVIII 303\nDer gebildete Wüstling XLVIII 382\n, Der zarte Riese XLVI 365\nMechthildis XXXIV 272\nWas bin ich LV 439\nR. K. Neumann\nDas Schweigen im Blätterwald XLII 334\nHerr Busse zog über die Hügel XXXII 255\nSar Peladan\nDas Lied auf das Gold L 396\nDer Traum einer Sünde XLVII 372\nProgress\nFortschritt . XXXII 254\nStanislaw Przybyszewski\nDas Geschlecht XXXII 251\nHeinrich Pudor\nAntiken-Rummel XXXIX 308\nEdward Carpenter über Walt Whitman XLIX 391\nMarie Pukl\nGedichte LH 413 LVI 445\nThaddäus Rittner\nAkazia XXXIII 262\nEin Charakter XLI 324\nMoral der Lotterie XXXIV 268\nRettungsaktion LI 404 LII 413\nAlbert Samain\nAbende LI 405\nPaul Scheerbart\nDer Kaiser von Utopia XLI 326 XLII 332\nXLIII 340 XLIV 348 XLV 357 XLVI 365\nXLVII 373 XLVIII 381 XLIX 389 L 397\nLI 406 LII 413 LIII 420 LIV 430 LV 437\nLVI 445\nDer Wetterprophet XXXV 279\nDie Kühnsten XXXVIII 302\nEmil Schering\nDie Beichte eines Toren LVI 447\nRobert Scheu\nLeitfaden der Weltgeschichte XXXIX 310\nXLVII 374\nR e n £ Schickele\nLektüre XLV 352 XLVI 366\nDr. G. von Schmoller\nMehr Kinder LH! 419\nM. R. Schönlank\nAkademie und neue Künstlervereinigung XLIX 392\nFranziska Schultz\nMehr Kinder LVI 444\nErnst Schur\nDie Luftseuche XXXVI 286\nFritz Schwiefert\nLina Lossen LH! 423\nHermann Selka\nRachel XLVI 367\nOtto Soyka\nBücher XLIV 350\nDer Leser XXXIII 259\nSchaffende Liebe L 396\nSchule XXXVII 294\nLudwig Speidel\nAlte Mädchen XLIII 340\nOtto Stoessl\nShakespeares Problem im Hamlet XL 317\nDr. Strassmann\nMehr Kinder LV 436\nAugust Strindberg\nDas tausendjährige Reich XXXVI 283 XXXVII 291\nDie Drangsale des Lotsen LVI 444\nZuchtwahl des Journalisten XUV 347 XLV. 356\nGeza Szilägyi\nAmphimelas XLVII 374\nTrust\nDer klare Flötensänger LVI 447\nDeutsches Theater über alles XXXIII 264\nDie Neue Sezession XXXII 255\nDie Woche XXXVII 295\nJemand will durchaus lachen XLIX 392\nKatzenjammer XXXIV 271\nKunstverständnis XLV 359\nLyrik für die Presse XLI 328\nMeine Woche XLVII 376\nMoloch XXXV 280\nNichterlogenes Foyergespräch XXXIX 311\nNotizen XXXVI 288\nRauch ist alles irdische Leben XXXIV 271\nVariete XLVIII 384\nVermischtes XL 320.\nVon der Technik des Totschweigens LII 415\nWieder eine Woche XXXVIII 303\nWieder eine Woche LI 404\nErich Unger\nDie Gehemmten XLIII 343\nNietzsche XLVIII 380 XLIX 388.\nVom Pathos XL 316\nHerwarth Waiden\nG esänge\nDer Glühende XL ,318\nWeltflucht XXXV 278\nDr. jur. Werthauer\nMehr Kinder LV 436\nHugo Wolf\nGedichte LIV 430\nJohn Wolfs\nDer Dogmatiker und der Voraussetzungslose LII 415\nPaul Zech\nGang in den Winterabend XLV 359\nFranz Ziller\nAus dem musikalischen Notizbuch für Berlin L 399\nJ. A.\nAus den Zeitungen XXXVIII 303\nAus der Werkstatt der Presse LVI 447\nDie Miezerl Eschenbach im Himmel XXXIII 264\nGötzendiener XLII 336\nKunst für Alle XLV 360 XLVI 368\nLokales XLVIII 384\nOpfer gelber Gefahr XXXVII 296\nReminiszenzen XXXIV 272\nTheater, Literatur und Reklame XL 320\nVom Tage XXXV 280 LI 408\nNeues vom Tage LV 439\nK. M.\nDer fliegende Holländer oder\nder starke englische Stahlbohrer XLIV 351\nTolstoy und Heyse XXXIX 312\nT.\nBücher zu Geschenkzwecken XLI 326 XLIII 344\nXLIV 352"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "449", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 864, "texte": "Empfehlenswerte Bücher XLII 335\nOffener Brief an Herrn Fixieim XXXVII 296\nH. W.\nDecurtins XXXIV 271\nZeichnungen\nMax Fröhlich\nDas Kamel XLIX 387\nDer Spiegel LH 411\nDie Gerte XLVI 367\nJupe-culotte LV 435\nOskar Kokoschka\nAusruhende Tänzerin XXXIX 307\nBelauscht XXXV 275\nDer Mann mit dem Goldstück XL 315\nDie Erstebeste darf der süssen Lilith\ndas Haar kämmen XXXII 251\nDie Kindesmörderin XXXIV 267\nDie schöne Rollschuhläuferin XXXVII 291\nFlucht aus dem Paradies XLII 331\nFriss Vogel oder stirb XXXVIII 299\nGeburt Christi XLIII 339\nIn Gedanken XLI 323\nMenschenköpfe\nV: Alfred Kerr XXXIII 261\n. VI: Richard Dehmel XXXVI 285\nVII: Karin Michaelis XLVIII 383\nOffense erotique XLIV 347\nSphinx und Strohmann LIV 427\nUtinam delectet XXXVI 282\nVorüber XLV 355\nEmil Nol d e\nTingeltangel LVI 443\nMax Pechstein\nDas Lager XLVII 371\nKarneval L 395\nStreit XLVIII 379\nZeichnung LI 403"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c013", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "449", "page_fin": "449", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "449", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.7", "debut_caractere": 866, "fin_caractere_exclue": 1020, "texte": "Verantwortlich fur die Schriftleitung\nHERWARTH WALDEN / BERLIN-HALENSEE\nVerantwortlich fUr die Schriftleitung in Oesterreich-Ungarn\nV. 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Die Soziale Beilage\ntritt fiir die Interessen des gesamten Schauspielerstandes ein und\ngewahrt grundsatzlich jeder berechtigen Meinung Raum. En-\ngagements-Inserate die Zeile 10 Pf., fiir Bezieher 8 Zeilen frei\nBezugspreis vierteljahrlich 3 Mark. Probeabonnement auf einen\nMonat kostenlos vom Verlag C. Clauder in Griina-Chemnitz.\nHauptredaktion: Berlin N 37 Lottumstrasse 14"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c016", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "449", "page_fin": "449", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "449", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.7", "debut_caractere": 2134, "fin_caractere_exclue": 2268, "texte": "KS~ Cafe Continental K2HS\nJeden Abend Von E9—4 Uhr Nachts:\nGROSSES KONSTLER-KONZERT\n:: Alle bedeutenden Zeitungenjund Zeitschriften ::"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c017", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "449", "page_fin": "449", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "449", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.7", "debut_caractere": 2270, "fin_caractere_exclue": 2335, "texte": "1000\nWeinhaus Rheinpld\nKAISER-SAAL\nTagiich: Translateur - Konzert"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c018", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "449", "page_fin": "449", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "449", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.7", "debut_caractere": 2337, "fin_caractere_exclue": 2610, "texte": "v&\n0\nm\nL' Effort\nHalbmonatsschrift\nfiir moderne Kultur und\nfranzdsische Sezession in\nden Kiinsten und in der\nLiteratur\nHerausgeber und\n: Schriftleiter :\nJEAN RICHARD\nJahresbezug fiir das\nAusland: Mark 4.50\nZweiter Jahrgang\nVerlag und Redaktion:\nPOITIERS (Vienne)\nFrankreich"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c019", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "449", "page_fin": "449", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "449", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.7", "debut_caractere": 2612, "fin_caractere_exclue": 2719, "texte": "! 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Friadr. Blester Leipzig\nunter Mitwirkung 12 hervorragender Fachleute derTheorie und Praxis (staatlich\ngepriifte Lehrer, Akademiker Oder auch Kaufleute in fiihrender Stellung). Griind-\nliche Einfuhrung in die verschiedenen Branchen des kaufmannischen Berufes,\nrationelles Studium der Handels- und verwandten Wissenschaften als Ersatz fur\nein mehrjahriges Hochschulstudium. Muster-Uebungs-Kontor.\nDas Studium ist fiir Anfanger (Damen und Herren) die fiir Stenographic,\ndeutsche und fremdsprachliche Korrespondenz, Kasse-, Buchfiihrungs- una\nBilanz-Technik, Biiro-Praxis sich vorbereiten wollen —\nsowohl fiir junge Leute, die nur eine Volks-, Real- Oder ahnhche Schule\nabsolviert haben, wie fiir\nHerren mit besseren praktischen oder theoretischen Vorkenntmssen,\nEiniahrig-Freiwillige, Abiturienten, .\nfiir Kaufleute reiferen Alters, die bereits praktisch tatig waren und\nden Forderungen der Gegenwart entsprechend ihre Fachkenntnisse erweitern\noder vertiefen wollen oder .\nfur Bankbeamte, Ingenieure, Chemiker, Brauer, Juristen,Nationalokonom.,\nOffiziere, die fiir Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen oder Verbande,\nAktien- oder ahnlicher Gesellschaften sich vorbereiten wollen. Dauer der\nKurse 6—12 Monate — je nach Vorbildung und Ziel.\nProspekte gratis durch die Direktion, Johannisplatz 5."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c023", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "449", "page_fin": "449", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "449", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.7", "debut_caractere": 4420, "fin_caractere_exclue": 4566, "texte": "Hanse Herrmann\nKiinstlerische Lichtbilder\n::: Heimaufnahmen :::\nBERLIN W. / Potsdamerstrasse 134 a\nNahe Potsdamerplatz\nFernsprecher: Amt VI, 14967"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c024", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "449", "page_fin": "449", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.22", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "449", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.7", "debut_caractere": 4568, "fin_caractere_exclue": 5361, "texte": "„Der Forscher\"\nIllustriertes Zentralblatt fur deutsche\nForschung\nHerausgeber: Bund deutscher\nForscher,Hannover, unter hoher\nEhrenprasidentschaft Sr. hoch-\nfiiistl. Durchlaucht des Prinzen\nBernhard zur Lippe, Redaktion:\nGeorg August Grote, Hannover\njahrlich zwolf starke Hefte mit Bei-\ntragen beriihmter Autoren. Ordent-\nliche Mitglieder des Bundes deutscher\nForscher erhalten den Forscher\"\nunentgeltlich und portofrei gegen\nden Jahresbeitrag von Mk. 5.—, bezw.\nK. 6.—, fflrdernde Mitglieder gegen\nden Jahresbeitrag von Mk. 6.—, bezw.\nK. 7,20. Jahresabonnement Mk. 5,50,\nbezw. 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Sie bringt ausfuhrliche Auf-\ns'Atze iiber die verschiedensten\nKrankheiten und der en Behand-\nLung. ferner iiber Naturheilkunde\nHomdopathie, Licht-, Luft- und\nSonnenbader usw.\nAbonnementspreis jahrlich\n===== 3 Mark =====\nAbonnements nehmen die Brief trig-\nger und jede Postanstalt entgegen.\nVerlag der „Felke-Zeitung\"\nKrefeld (Rheinland)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c026", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "449", "page_fin": "449", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "449", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.7", "debut_caractere": 5982, "fin_caractere_exclue": 6118, "texte": "Yerlag Oesterheld & Co.\nIn unserm Verlag erschien\nElse\nLasker-S chiller:\nDie\nWupper\nDrama\nMk. 2,50\nDurch alle Buchhandlungen\nzu beziehen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c027", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "449", "page_fin": "449", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "449", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.7", "debut_caractere": 6120, "fin_caractere_exclue": 6500, "texte": "Lernt durch\nSelbstunterricht\ndie leicht erlernbare\nWelt-Sprache\n„Esperanto\"\nSchon drei bis fiinf Milli-\nonen Anhanger und iiber\n1650 Vereine in alien Erd-\nteilen. 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Espe-\nranto - Lehrbuch mit Pro-\nspekten und Zeitung „La\nEsperantisto\" versendet\ngegen 15 Pf. in Briefmarken\nRed.FritzStephan, Leipzig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c028", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "449", "page_fin": "449", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "449", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.7", "debut_caractere": 6502, "fin_caractere_exclue": 6613, "texte": "WWWWWWWWWWw\nDie Fackel\nHERAUSQEBER\nKarl Kraus\nNummer 317/318\nsoeben erschienen\nPreis 50 Pfg.\nUBERALL ERHALTLICH"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-03-25-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-03-25_01#c029", "volume": "bmtnabg_1911-03-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "450", "page_fin": "450", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "450", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.8", "debut_caractere": 177, "fin_caractere_exclue": 526, "texte": "Neue Sezession\nDritte Ausstellung\nacancae aC3CaC3C TtrXTUX -K- TTKn'nXn acacacac .y. .y. 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MÄRZ 1911/ HANNOVER\nNUMMER 56\n\nInhalt :\nMehr Kinder / Antworten von PROFESSOR DR. SIGMUND FREUD / FRANZISKA SCHULTZ / AUGUST STRINDBERG Die Drangsale des Lotsen / MARIE\nPUKL: Gedichte / PAUL SCHEERBART: Der Kaiser von Utopia / EMIL SCHERING: Die Beichte eines Toren / TRUST : Der klare Flötensänger /J. A.: Aus der\nWerkstatt der Presse / Inhaltsverzeichnis des zweiten Halbjahres 1910 1911 / EMIL NOLDE: Tingeltangel / Zeichnung\n\nTingeltangel / Zeichnung von Emil Nolde"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "444", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.2", "texte": "Mehr Kinder\nEs werden hier weitere Antworten auf unsere Rund-\nfrage über die Zweckmässigkeit der Paragraphen 6 und 8\ndes vorgeschlagenen Gesetzes zur Bekämpfung der\nKurpfuscherei veröffentlicht. (Siehe Nummer 53 und 54\nund 55 dieser Wochenschrift.) Die Paragraphen lauten:\n§ 6 Der Bundesrat kann den Verkehr mit Gegen-\nständen, die bei Menschen die Empfängnis verhüten\noder die Schwangerschaft beseitigen sollen, beschränken\noder untersagen.\nSoweit der Bundesrat den Verkehr mit einzelnen\nGegenständen untersagt hat, ist deren Einfuhr ver-\nboten\n§ 8 .... Mit der gleichen Strafe (Gefängn s\nbis zu sechs Monaten und Geldstrafe bis zu 1500 Mark)\nwird, wenn nicht nach anderen gesetzlichen Bestim-\nmungen eine schwerere Strafe verwirkt ist, bestraft,\nwer öffentlich anzeigt oder anpreist, Gegenstände oder\nVerfahren, die den Menschen . . i . . . . zur Verhütung\nder Empfängnis oder zur Beseitigung der Schwanger-\nschaft dienen würden\nProfessor Dr. Sigmund Freud:\nDas Verbot des „Verkehrs mit Mitteln zur Ver-\nhütung der Konzeption\" ist eine ganz zwecklose Mass-\nregel. Das nächstliegende, bequemste und gebräuch-\nlichste Mittel zur Verhütung ist, wie bekannt, die vor-\nzeitige Unterbrechung des Coitus, sodass der befruch-\ntende Same ausserhalb des weiblichen Körpers entleert\nwird. Kein Polizeiverbot kann ein Ehepaar hindern,\nsich dieser Methode zur Beschränkung der Kinderzahl\nzu bedienen. Die ärztliche Technik hat sich bemüht,\ndieses einfache, aber für Mann und Weib schädliche\nVerfahren durch das Angebot von hygienisch einwands-\nfreieren Mitteln zu verdrängen. Wird nun der Ver-\nkauf dieser bei weitem harmloseren Hilfsmittel gegen\ndie Konzeption gesetzlich untersagt, so wird die Be-\nvölkerung unzweifelhaft auf die schädlichere Praxis\nzurückgreifen.\nZur Beantwortung von Punkt drei und vier er-\nkläre ich mich gern für inkompetent.\nFranziska Schultz:\nEs ist unbedingt zu wünschen, dass jedem das\npersönliche Recht erhalten bleibt, die Zahl seiner\nKinder selbst zu bestimmen. Sie sollte sich nicht nur\nnach dem Gesundheitszustand der Eltern, besonders\nder Frau, richten, sondern auch nach der Ernährungs-\nmöglichkeit, die die Familie bieten kann. Eine die\nGesundheit der Frau und die Einnahmen der Familie\nübersteigende Kinderzahl schädigt nicht nur die Familie\nselbst, sondern auch das Staatsvermögen in weit höherem\nMass als es scheinen mag. Ich veröffentliche hier\naus meiner praktischen Arbeit im Bund für\nMutterschutz Tabellen über die Kinderzahl in Arbeiter-\nfamilien. Es sei noch bemerkt, dass nur solche Fami-\nlien dabei in Frage gekommen sind, die über fünf\nKinder haben, und dass der Auszug 150 Fragebogen\numfasste.\nFrau B. Leidend, der Mann gesund, das\nneunte Kind. 13 Jahre verheiratet.\nFrau T. Arbeitsunfähig, das achte Kind.\nFrau K. Die Familie des Mannes tuberkulös.\n12 Kinder, sieben davon tot, die lebenden\ntuberkulös, 14 Jahre verheiratet.\nFrau P. Der Mann lungenkrank und arbeits-\nunfähig, sechs Kinder, zwei davon tot.\nFrau N. Schwindsüchtig und nervenkrank,\nsieben Kinder, geboren 1899, 1901, 1903, 1905,\n1908, 1909, 1910, ist 13 Jahre verheiratet.\nDie Kinder sind herz- und lungenkrank, die\nvon drei und zwei Jahren können noch nicht\nlaufen, das dreijährige hat schon zweimal\nLungenentzündung gehabt, das zweijährige den\nFuss gebrochen.\nFrau W. Der Mann krank, sechs Kinder. 13\nJahre verheiratet.\nFrau R. Der Mann lungenkrank, fünf Kinder.\n14 Jahre verheiratet.\nFr au B. Herz- und nervenkrank, sechs Kinder,\neins davon tot, 1903, 1905, 1906, 1908, 1910.\n9 Jahre verheiratet.\nFr a u W. 17 Kinder, 10 davon tot, 25 Jahre\nverheiratet. Sehr nervös, der Mann ohne\nArbeit.\nFrau H. 13 Kinder, vier leben, die alle lungen-\nkrank sind, eins auch noch nierenkrank und\nwassersüchtig. Der Mann ist schwindsüchtig\nund arbeitsunfähig. Die Frau steht am vierten\nbis fünften Tage nach der Entbindung auf,\n„Ich habe eine gute Natur!\"\nFrau S. Sieben Kinder, zwei davon tot. Der\nMann sieben Wochen arbeitslos.\nFrau E. Sechs Kinder, elf Jahre verheiratet,\nder Mann ist häufig krank.\nFrau K. 12 Jahre verheiratet, neun Kinder,\ndrei davon tot; die beiden ältesten Kinder\nkrank.\nFr a u C. 43 Jahre alt, 24 Jahre verheiratet,\n20 Kinder, von denen nur noch fünf leben.\nDer Mann, 47 Jahre alt, lungenkrank und\nerwerbsunfähig, hat die Frau seit zweieinhalb\nJahren verlassen! „Ich bin ihm zu alt.\"\nFr a u N. 33 Jahre alt, 14 Jahre verheiratet,\nsechs Kinder, der Mann arbeitsunfähig, lungen-\nkrank.\nFr a u A. S. 36 Jahre alt, 7 Jahre verheiratet»\nsechs Kinder, geboren 1901, 1905, 1906, 1907,\n1908, 1909, haben alle die englische Krank-\nheit, der Mann arbeitsunfähig, lungenkrank.\nFr a u A. G. 36 Jahre alt, acht Kinder, ge-\nboren 1897, 1899, 1900, 1901, 1905, 1907, 1909,\ndie krank sind. Der Mann ist immer\nkrank.\nFrau A. L. 32 Jahre, acht Jahre verheiratet,\nfünf Kinder, der Mann krank, Gehirnstrinver-\neiterung, Bauchfellentzündung.\nFr a u A. S. 36 Jahre alt, 13 Jahre verheiratet,\nacht Kinder, zum Teil krank (Schwindsucht).\nFr a u M. H. 30 Jahre alt, sieben Jahre ver-\nheiratet, fünf Kinder, zum Teil krank. Der\nMann krank, Gelenkrheumatismus, die Frau\nnervenleidend.\nFr a u A. G. 40 Jahre alt, seit 17 Jahren ver-\nheiratet, neun Kinder, das älteste ist 13 Jahre\nalt und lungenkrank, die anderen Kinder auch\nimmer krank, die Frau auch.\nFrau L. D. 34 Jahre alt, neun Jahre ver-\nheiratet, sieben Kinder, davon eins tot, der\nMann arbeitsunfähig.\nFr a u B. M. 29 Jahre alt, sieben Kinder, zwei\ntot, grösstes Elend.\nFr a u A. L. 37 Jahre alt, 18 Jahre verheiratet,\nelf Kinder, sieben davon leben, grösste Not.\nEltern krank, Vater brustleidend.\nFr a u A. T. 32 Jahre alt, 12 Jahre verheiratet,\nelf Kinder, vier tot, der Mann krank.\nFrau S, 39 Jahre alt, 15 Jahre verheiratet,\nneun Kinder, geboren 1894, 1895, 1897, 1899,\n1901, 1902, 1905, 1907, 1908. Der Mann seit\nneun Jahren brustleidend.'\nFra u W. 25 Jahre alt, 9 Jahre verheiratet,\nacht Kinder, vier tot davon, die lebenden\nkrank, englische Krankheit, lungenkrank, ver-\nwachsene Füsse, Lungenentzündung, dreijähriges\nKind kann noch nicht laufen wegen verwach-\nsener Füsse.\nFr a u M. S. 40 Jahre alt, 24 Jahre verheiratet,\nacht Kinder, zwei davon tot. Die Frau und\ndie Kinder sind schwindsüchtig.\nFr a u C. B. 34 Jahre alt, acht Jahre verheiratet,\nsieben Kinder, eins davon tot. Der Mann\nschlägt sie, wenn sie in anderen Umständen\nist.\nFr a u J. 44 Jahre alt, 13 Kinder, davon leben\nvier Kinder.\nFrau R. 24 Jahre alt, sechs Jahre verheiratet,\nacht Kinder, drei davon leben.\nFrau G. T. 35 Jahre alt, sechs Kinder.\nGrosse Not.\nFra u C. F. Sieben Kinder, grösstes Elend.\nFr a u E. T. 41 Jahre alt, 17 Jahre verheiratet,\nneun Kinder, vier davon tot. Grösste Not.\nFr a u S. 27 Jahre alt, sieben Kinder. Der\nMann ist krank.\nFr a u E. T. 47 Jahre alt, neun Kinder, sieben\ndavon tot. Der Mann ist an Tuberkulose ge-\nstorben, die Frau schwer herzkrank.\nDas Resultat der Fragebogen zeigt auf das klarste,\nwie eine die Verhältnisse übersteigende Kinderzahl die\nExistenz der Familie vernichtet, sowie das Vermögen\ndes Staates schädigt; denn ein Teil dieser Familien\nerhalten Armenunterstützung. Durch Geburten, Krank-\nheiten, Tod, Begräbnis undsoweiter werden die wenigen\nMittel, die zur Erhaltung der Familie dienen sollten,\naufgezehrt. — Die Angst um die Versorgung der\nFamilie, Geburten, Krankenpflege, Tod untergraben die\nGesundheit der Frau.\nSchlechte Ernährung, übermässige Arbeit und das\nGefühl der Ohnmacht, nicht soviel herbeischaffen zu\nkönnen, wie die Erhaltung der Familie es erfordet,\nschädigt die Gesundheit des Mannes; nach kaum\nüberstandener Krankheit muss er die Arbeit wieder\naufnehmen und bis zur Selbstvernichtung schaffen,\nwenn nicht die Familie dem grössten Elend anheim\nfallen soll. Die Folge der Not ist gewöhnlich der\nAlkoholgenuss und damit wird die wirtschaftliche Lage hoff-\nnungslos. Es muss durch sachgemässe Belehrung <ja,\nhin gewirkt werden, dass der Kinderunsegen wie\nihn wohl in vielen Fällen nennen muss, eingeschränkt\nwird. Es sollte durch die Erziehung des Volkes zur\nSelbstzucht ein besseres und reineres Familienleben\nangebahnt werden. Die Wohnungsenge, die Teuerung\nund die bitteren Sorgen, wenn Geburt und Tod\nschnell miteinander abwechseln, machen ein geordnetes\nFamilienleben in der armen Bevölkerung fast unmög\nlieh. Schaffung luftiger, grosser wohlfeiler Wohnungen\nwäre eine der ersten Forderungen.\nBei Schwindsucht, ansteckenden Geschlechtskrank,\nheiten und in ähnlichen Fällen sollte die Konzeption\nunbedingt verhindert werden. Man sollte die Menschen\nzu einem hohen Verantwortungsgefühl für das\nkommende Geschlecht erziehen. Auch wenn sie die\nEhe nicht entbehren wollen, sollten sie doch keinen\nKindern das Leben geben, die ein so schlimmes körper-\nliches Erbteil von den Eltern übernehmen würden. Es\nmüsste der höchste Wert darauf gelegt werden, ge ■\nsunden Kindern, wenn auch wenigen, das Leben\nzu geben, und es sollten Einrichtungen geschaffen\nwerden, die der Mutter schon lange vor der Gebun\ndes Kindes ausreichende Ruhe und Ernährung sicherten,\nund die so die Möglichkeit für die Mutter erhöhen\nlebenskräftige Kinder zur Welt zu bringen.\n\nDie Drangsale des Lotsen\nEin Märchen von August Strindberg\nDer Lotsenkutter lag draussen vor den letzten\nLeuchtfeuern; die Wintersonne war längst unterge-\ngangen, und es war hohe See, richtige Meeressee. Da\nsignalisierte der Vordergast: Segler luvwärts.\nDraussen in See hatte eine Brigg backgebrasst die\nLotsengans gehisst; sie wollte in den Hafen.\nAufgepasst! kommandierte der Meisterlotse am\nRuder. Der wird schwer zu nehmen sein bei solcher\nSee; aber Du, Viktor, wir nehmen ihn bei der Lee-\nvierung, dann wirst Du Dich ins Takelwerk werfen,\nwo Du ankommen kannst . . . Jetzt wenden wir!\n— Klar!\nDer Kutter wendete und hielt auf die Brigg, die\ndalag und „haute\".\nSonderbar, dass sie nicht vollbrasst! — Seht Ihr\nein Licht an Bord! — Nein! — Und keine Laterne\nam Vordertopp! — Voll! — Aufgepasst, Viktor!\nDer Kutter kam zu voll; Viktor stand auf der\nLuvseite, und als eine grosse See das Boot das\nnächste Mal hob, sass Viktor oben in den Wanten\nder Brigg, während der Kutter weiter fuhr, wendete\nund auf das Einseglungsfeuer hielt.\nViktor sass halbwegs auf der Saling und verpustete\nsich, ehe er sich aufs Deck begab. Als er hinuter-\nkam, ging er sofort ans Ruder, wo sein Platz war,\nMan kann sich seinen Schreck denken, als er niemand\nam Rad fand. Er rief, aber bekam keine Antwort.\nSie sitzen wohl drinnen und trinken, dachte er\nund ging ans Kajütenfenster. Nein, da war niemand!\nEr ging über das Vorderdeck, zur Kabuse und Schanze,\naber auch da kein lebendiges Wesen. Er begriff,\ndass das Fahrzeug verlassen war, und nahm an, es\nsei leck und befinde sich in sinkendem Zustand.\nEr guckte jetzt erst nach dem Lotsenkutter, aber\nder ' war verschwunden. Ans Land zu steuern war\nunmöglich, denn Brassen, Geitaue und Bulinen zu\nhalten und gleichzeitig am Ruder zu stehen, daran\nwar nicht zu denken.\nEs blieb nichts übrig, als sich treiben zu lassen,\nobwohl er auf die See hinausgetrieben wurde.\nFroh war er nicht, aber eine Lotse ist auf alles\ngefasst. Sicher würde ein Segler vorbeikommen, wenn\ner nur Licht machen könnte, um ein Signal zu geben\nEr ging nach der Kabuse, um Streichhölzer und eine\nLaterne zu suchen. Obgleich die See sehr hoch ging,\nmerkte er keine Bewegung des Fahrzeuges, was ihn\nwunderte. Noch mehr erstaunte er, als er an den\nGrossmast kam und sah, dass er auf einem Parkett\nboden stand, der in weiss und blau ein kleinkariertes\nMuster zeigte. Er ging und ging, doch der Laufet\nwollte kein Ende nehmen, und er sah die Kabuse\nnicht mehr. Es war allerdings unheimlich, aber zu\ngleich lustig, denn es war neu,"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "445", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.3", "texte": "Der Läufer nahm noch kein Ende, als er sich am\nEingang einer Passage mit erleuchteten Läden befand.\nRechts stand eine Personenwage und ein Automat.\nOhne sich zu bedenken, stellte er sich auf die Wage\nund steckte das Geldstück hinein. Da er wusste, dass\ner achtzig Kilogramm wog, musste er lächeln, als der\nZeiger nur acht Kilo angab. Entweder zeigt die Wage\nverkehrt oder ich bin auf einen anderen Planeten ge-\nkommen, der zehn Mal grösser, oder kleiner ist als\ndie Erde, dachte er, denn er war auf die Navigations-\nschule gegangen und hatte Astronomie gelernt.\nNun wollte er wissen, was im Automat lag! Als\ndas Geldstück hinunter gefallen war, sprang eine\nKlappe auf, aus der ein Brief in seine Hand gesteckt\nwurde. In einem weissen Umschlag mit grossem roten\nSiegel. Er konnte es nicht entziffern. Das war\nauch einerlei, da er nicht wusste, von wem es kam.\nEr erbrach indess den Brief und las zuerst die Unter-\nschrift, wie man es zu tun pflegt. Da stand . . das\nwerden wir später erfahren. Genug, er las den Brief\ndreimal und steckte ihn dann in seine Brusttasche, mit\neiner sehr gedankenvollen Miene: sehr gedankenvoll!\nDann ging er weiter in die Passage hinein, hielt\nsich aber gewissenhaft mitten auf dem Läufer. Da\ngab es alle möglichen Arten Läden, doch nicht ein\nMensch war zu erblicken, weder hinter noch vor den\nLadentischen. Nach einer Weile blieb er vor einem\ngrossen Fenster stehen, hinter dem eine ganze Aus-\nstellung von Schnecken zu sehen war. Die Tür stand\noffen, er trat ein. Vom Boden bis zur Decke waren\nGestelle mit Schnecken aller Art aus den vielen Meeren\nder Erde gesammelt. Niemand war darin, aber es hing\nein Tabakrauch wie ein Ring in der Luft und schien\neben von jemandem ausgeblasen zu sein, der sich da-\nmit unterhalten hatte, Ringe zu blasen. Viktor, ein\nlustiger Gesell, steckte den Finger durch den Ring und\nsagte: Hei! jetzt bin ich mit Fräulein Tabak verlobt!\nDa hörte er einen wunderlichen Laut wie von einer\nUhr, aber es war keine vorhanden. Statt dessen\nmerkte er, dass ein Schlüsselbund den Laut von sich\ngab. Einer von den Schlüsseln schien oben in die\nKasse gesteckt zu sein, und die anderen Schlüssel\nbaumelten hin und her mit der regelmässigen Bewegung\ndes Pendels. Damit verging eine Weile. Dann wurde\nes ganz still und man hörte ein leises Brausen, wie\nwenn der Wind durchs Takelwerk zieht, oder der\nDampf durch ein schmales Rohr strömt. Es waren\ndie Schnecken, die brausten; da sie aber verschiedene\nGrössen hatten, waren die Brausetöne auch von ver-\nschiedener Höhe, und es klang wie ein ganzes Orchester.\nViktor, der an einem Donnerstag geboren war und\ndarum Vogeliaute deuten konnte, spitzte seine Ohr-\nmuschel, um zu erfassen, was sie brausten, und nach\neiner Weile konnte er es verstehen.\nIch habe den schönsten Namen, sagte eine, denn\nich heisse Strombus pespelicanus.\nIch bin die schönste! sagte die Purpurschnecke, die\nMurex und noch etwas sonderbares heisst.\nIch singe schön i sagte die Tigerschnecke, die\nso genannt wird, weil sie wie ein Panther aussieht.\nStill, still, still, sagte die Gartenschnecke, ich werde\nam meisten gekauft, denn ich liege auf der Rabatte in\nden Sommerfrischen. Sie finden mich langweilig, aber\nsie müssen mich doch haben. Im Winter aber liege ich\nin Holzschuppen in einem Kohlfass.\nDas ist doch eine schreckliche Gesellschaft, die\nnur sich selbst lobt, meinte Viktor. Und um sich zu\nzerstreuen, nahm er ein Buch, das aufgeschlagen auf\ndem Ladentisch lag. Da er die Augen bei sich hatte,\nmerkte er gleich, dass Seite 240 aufgeschlagen war,\nund dass das Kapitel 51 auf der linken Seite anfing.\nUeber dem Kapitel stand ein Motto, ein Vers aus\nColeridge; und dessen Inhalt traf ihn wie ein Blitz.\nMit Röte auf den Backen und verhaltenem Atem las\ner • . ja, das werden wir später erzählen, aber es\nhandelte von Schnecken, soviel können wir jetzt schon\nsagen.\nDer Ort gefiel ihm übrigens, und er setzte sich\nnieder, jedoch nicht der Kasse zu nahe, denn das\nist eine gefährliche Nachbarschaft. Und er begann\nüber all diese wunderlichen Tiere nachzudenken, die\nauf See gingen, wie er; warm hatten sie es nicht auf\ndem Seegrunde, aber sie schwitzten, und wenn sie\nKalk schwitzten, so wurde es gleich zu einem neuen\nWams. Und sie wanden sich wie Würmer; einige\nnach rechts und andere nach links; doch das war\nklar, denn sie mussten sich nach irgend einer Richtung\nwinden, und alle konnten nicht gleich sein.\nDa hörte er eine Stimme von innen aus der\nLadenkammer durch die grüne Gardine:\nJa, das wissen wir, aber was wir nicht wissen, ist,\ndass die Schnecke des Ohrs eine Helix ist, und dass\ndie kleinen Knochen am Trommelfell aufs Haar dem\nTiere in Limnaeus stagnalis gleichen, denn das steht\nim Buch.\nViktor, der sofort verstand, dass er es mit einem\nGedankenleser zu tun hatte, antwortete freundlich aber\nbrutal und ohne irgendwie Erstaunen zu verraten durch\ndie Gardine:\nDas wissen wir, aber warum wir eine Helix im\nOhr haben, das weiss das Buch ebenso wenig, wie es\nder Schneckenhändler sagen kann . . .\nIch bin kein Schneckenhändler, brüllte der Unsicht-\nbare aus der Kammer.\nWas seid Ihr denn, brüllte Viktor zurück.\nIch bin . . ein Troll!\nIm selben Augenblick wurden die Gardinen ein\nwenig geöffnet, und ein Kopf guckte heraus, so ent-\nsetzlich anzusehen, dass jeder andere als Viktor die\nBeine in die Hand genommen hätte. Er aber, der\nwusste, wie man einen Troll behandeln muss, schaute\nzuerst den rotglühenden Pfeifenkopf an, denn so sah\nder Troll aus, wie er dastand und Ringe durch die\nGardinenspalte blies. Als ein Rauch näher kam, nahm\nViktor ihn auf den Finger und warf ihn zurück\nDu kannst Ringe werfen, du, sagte der Troll\nhöhnisch.\nJa, etwas, antwortete Viktor.\nUnd bange bist du auch nicht!\nDas darf ein Seemann nicht sein, dann mag ihn\nkein Mädchen leiden.\nHör mal, wenn du nicht bange bist, so geh etwas\nweiter in die Passage hinein, dann werden wir sehen,\nob du nicht bange wirst.\nViktor, der von den Schnecken genug bekommen\nhatte, benutzte die Gelegenheit, sich zu entfernen,\nohne dass es aussah, als ob er fliehe, und ging aus\ndem Laden heraus, aber rückwärts. Denn er wusste,\ndass man nie den Rücken zeigen muss, weil der emp-\nfindlicher ist, als die Brust je werden kann.\nUnd er ging weiter dem blauweissen Läufer nach.\nDie Passage lief in Krümmungen, so dass man nie\ndas Ende sah. Und immer gab es neue Läden, aber\nkeine Leute. Doch Viktor, der aus Erfahrung gelernt\nhatte, wusste, dass sie in den Ladenkammern waren.\nAls er an einen Parfumladen kam, der nach allen\nBlumen der Wiese und des Waldes duftete, dachte er:\nich gehe hinein und kaufe eine Flasche Eau de Cologne\nfür meine Braut. Der Laden war dem Schneckenladen\nsehr ähnlich, aber der Geruch so stark, dass er Kopf-\nschmerzen bekam und sich auf einen Stuhl setzen\nmusste. Besonders ein Bittermandelduft verursachte\nOhrensausen, hinterliess aber einen feinen Geschmack\nim Munde wie Kirschwein. Viktor, niemals ratlos,\nnahm seine Messingdose mit dem Spiegel, und schob\neine Prise in den Mund, was das Gehirn klar machte und\ndie Kopfschmerzen fortnahm. Dann klopfte er auf\nden Ladentisch und hallote:\nHallo, ist niemand da?\nKeine Antwort erfolgte. Er dachte: ich gehe in\ndie Kammer hinein und erledige mein Geschäft. Er\nlegte die rechte Hand auf den Ladentisch, nahm einen\nAnlauf und war mit einem Satze auf der anderen\nSeite. Er schob die Gardinen fort und guckte in die\nKammer hinein. Da hatte er einen Anblick, der ihn\nvollständig blendete. Auf einem langen Tische mit\npersischer. Decke stand ein Orangenbaum mit Blüten\nund Früchten Das blanke Laub glich dem der\nKamelie. In Reihen waren geschliffene Kristallgläser\naufgestellt mit allen wohlriechenden Blumen der Erde,\nvon Jasmin über Tuberose, Veilchen, Maiblume, Rose\nhinunter bis zum Lavendel. An dem einen Ende des\nTisches, zur Hälfte von der Orange verborgen, be-\nschäftigten sich zwei kleine weisse Hände unter auf-\ngekrämpelten Aermeln mit einem kleinen Destillations-\napparat aus Silber. Aber das Gesicht der Dame sah\ner nicht, und sie bemerkte ihn auch nicht. Als er\naber wahrnahm, dass ihr Kleid gelb und grün war,\nwusste er, dass er eine Zauberin vor sich hatte.\nDenn gelb und grün ist die Larve des Sphinxschmetter-\nlings, die auch das Auge blenden kann. Was bei ihr\nhinten ist, sieht aus als wäre es vorn; sie hat ein\nHorn wie das Einhorn, so dass sie ihre Feinde mit\ndem falschen Gesicht erschreckt, während sie mit dem\nisst, das wie das Hinterteil aussieht.\nViktor dachte: hier werden wir handgemein werden,\ndoch fang Du an! Sehr richtig, denn will man Leute\nzum Sprechen bringen, so muss man nur schweigen.\nSind Sie der Herr, der die Sommerfrische sucht ?\nfragte die Dame und trat vor.\nDas bin ich, entgegnete Viktor, um nicht die\nAntwort schuldig zu bleiben. Er hatte nie an eine\nSommerfrische im Winter gedacht.\nDie Dame wurde verlegen. Sie war schön wie\ndie Sünde und warf dem Lotsen einen verzaubernden\nBlick zu.\nEs lohnt nicht, dass Du mich zu verzaubern\nsuchst, denn ich bin mit einem guten Mädchen ver-\nlobt! sagte der Lotse und sah ihr zwischen Ring-\nund Mittel-Finger, wie es Hexen tun, wenn sie den\nRichter bestechen wollen.\nDie Dame war oben jung und schön, aber nach\nunten von der Mitte an sehr alt. Sie schien aus\nzwei Stücken zusammengeflickt zu sein.\nNun, lass mich die Sommerfrische ansehen, sagte\nder Lotse.\nBitte, antwortete die Dame und öffnete eine Tür\nim Hintergrund.\nSie gingen hinaus und befanden sich in einem\nEichenwald.\nNur durch den Wald, so sind wir da! sagte die\nDame und bat den Lotsen, voran zu gehen, denn sie\nwollte ihm natürlich nicht den Rücken zukehren.\nHier wird wohl der Stier sein, ich verstehe, sagte\nder Lotse, der die Gedanken beisammen hatte.\nDu hast doch nicht vor dem Stier Furcht?\nWir werden sehen!\n\nSchluss folgt\n\nGedichte\nVon Marie Pukl\n\nErlebnis\nIch könnte sammtene Falten\num Deine hohe Schlankheit schmiegen.\nEs sollte meine tastheisse Hand\nverloren in Deinem Wirrhaar liegen —\nDie volle Rose biete mir,\ndie um das feuchtweisse Blinken blüht .\nWas weisst Du?\nSoll ich Dich locken?\nSoli ich Dich nehmen\nehe die Sehnsucht\nim eigenen Purpur verglüht ?\n\nFrühlingstag in der Fabrik\nSausend läuft der Riemen\nund die Eisenwellen wirbeln,\nwirbeln im Gesause schwerer Wogen,\ndie im Ohre herrisch branden —\nIm Fensterrahmen: Blauseligkeit,\nder Himmel, Sonne und Luft.\nEisenkalte Formen\nwollen Kribbelzitterstösse\ntief in meinen Körper tauchen,\nund ein heller Faden rinnt\nendlos weiss durchs Augenfeld.\nim Fensterrahmen: ein Vogelhusch\nschwarzschattend in goldblauer Luft.\nUnbewusste Intervalle\nformt der Linke Hebelheben\nim Gesetze der Bewegung,\ndoch die Rechte füllt sie aus\nmit bedachten Fingergriffen . . .\n\nDer Kaiser von Utopia\nEin Volksroman\nVon Paul Scheerbart\nLXI\nDie Sprache der Natur\nDer Herr Bartmann hatte auch in heftigsten Aus-\ndrücken erklärt, dass die bunte Krankheit ebenfalls"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "446", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.4", "texte": "eine wilde grossartige Sprache der Natur sei, die uns\nsagen wolle, dass wir das Leben — das grossartige\nWeltleben — schärfer ins Auge fassen müssten.\nAls nun die Deliriumsphantasien bekannt wurden,\nwandten sich die Aerzte und Gelehrten an den Herrn\nBartmann mit lächelnden Mienen und baten ihn, seine\nMeinung zu sagen — ob die Sprache der Kranken\nauch eine Sprache der Natur sei.\nUnd als nun der Herr Bartmann die Deliriumsreden\nder Kranken mit eigenen Ohren hörte, ward er ganz\nverwirrt und sprach unzusammenhängende Worte.\nDa fürchteten die Aerzte für den Verstand des\nHerrn Bartmann und Hessen ihn nicht mehr in die\nKrankenzimmer hineinkommen.\nLXII\nDer rasende Bartmann in Schilda\nDanach aber erschien der Herr Bartmann plötzlich\nin einem langen weissen Gewände, das hinten eine\nlange weisse Schleppe hatte, auf dem grossen Markt\nzu Schiida und bestieg dort eine grosse Teertonne\nund hielt eine Rede an die Schildbürger, die sich\ngerade zum Rathaus begeben wollten und nun natürlich\nvor der Teertonne stille standen.\nAuf dem Haupte trug der Herr Bartmann einen\nKranz von taubeneigrossen Rubinen, die mächtig\nfunkelten, und er sprach mit donnernder Stimme:\n„Ganz Utopia versteht mich nicht; Ihr aber, werte\nBürgersleute von Schiida, Ihr werdet mich verstehen,\nobgleich man Euch für Narren hält. Mich hält man\nauch für einen Narren, und das hat mir auch noch\nnichts geschadet. Aber weil man mich für einen Narren\nhält, so will ich auch wie ein Narr zu Euch Narren\nein Narrenwort reden. Die Zeiten sind ernst, und\ndaher sind wir lustig.\"\nDa lachten die Schildbürger, der Ton war ihnen\nvertraut; aber die Stimme des Kaisers erkannten sie\nnicht wieder, da er mit einem Stimmverstärker sprach ;\nBartmann fuhr nun fort:\n„Die bunte Krankheit ist doch die gewaltigste\nStimme der Natur, die uns sagen will, dass wir leben\nsollen — immer mehr und heftiger leben sollen —\nimmer lustiger und grossartiger leben sollen — ein\nWeltleben — das grosse, kräftige Leben der Natur —\ndes grossen Geistes, der uns führt. Und wenn diese\nverdammten Kranken vom Sterben so sprechen als\nwärs viel herrlicher als alles Leben — merkt Ihr da\nnicht?, dass da die Natur durch die Kranken eine\nHohnsprache zu uns spricht ? Wenn die Kranken\ndas Sterben preisen wollen, so müssen sie doch erst\ngestorben sein. Sie sprechen aber vom Sterben,\nwährend sie noch leben — also sprechen sie von\neinem grossen Lebenszustande und nicht von einem\nSterbenszustande — denn den kennen sie ja doch\nnoch garnicht.\"\nDa lachten die Schildbürger abermals und klatschten\nBeifall mit den Händen, und der Herr Bartmann be-\nrührte mit dem rechten Zeigefinger seine Nasenspitze\nund lächelte — und sprang dann von der Tonne\nhinunter — und liess zum Tanz aufspielen — und\ntanzte mit den Frauen der Schildbürger wie ein\nRasender und erklärte, dass die Kranken das Delirium\nhätten — das neue Delirium — und dass ihre Reden\nvoll Hohn seien — damit die Utopianer endlich auf-\ngerüttelt würden — zum neuen strahlenden Weltleben\n— deshalb seien auch die neuen Kometen so hell\nstrahlend.\nEs war währenddem Abend geworden — und siehe\n— unter Fackelbeleuchtung wurde plötzlich die Leiche\ndes Herrn von Moellerkuchen vorübergetragen — und\nneben der Leiche schritt würdig in langem, weissen\nBart der Herr Sebastian als Bürgermeister.\nAlles verstummte; die Leiche wurde mitten auf\ndem Markte enthüllt — und da sahen die Schildbürger\nmit Entsetzen, dass sich die Glieder der Leiche be-\nwegten und überall grosse Blasen und astartige Gewächse\nherauswuchsen.\nUnd der Herr Sebastian sagte:\n„Der Herr Bartmann hat Recht! Selbst die\nLeichen leben. Geht nach Haus und lebt auch. Die\nSprache der Natur wird immer deutlicher.\"\nDa rannten Alle fort.\nAber der Herr Bartmannn sprang wie ein Rasender\num die Leiche herum und wollte ihre beweglichen Teile\nküssen\nDoch die Fackelträger drängten den Herrn Bartmann\nzurück, und der Herr Sebastian flüsterte dem Herrn\nBartmann ins Ohr:\n„Verlassen Sie Schiida und gehen Sie nach\nUlaleipu — dort sind Sie am richtigen Platze — nicht\nhier.\"\nDer Kaiser von Utopia sah seinen Doppelgänger\nverblüfft an, aber er verliess die Stadt Schiida noch\nam selbigen Abend.\nLXIII\nDie Todessehnsucht in ganz Utopia\nMit Blitzesschnelle hatte sich nun das, was sich\nin Schiida mit dem toten Körper des Herrn von\nMoellerkuchen zugetragen hatte, in ganz Utopia ver-\nbreitet.\nUnd die alten Leute sagten:\n„Sollen wir denn täglich etwas Unerwartetes ver-\nnehmen? Wir kommen ja ganz aus der Fassung.\nJetzt könnte man bald glauben, dass die Toten auf-\nerstehen.\"\nUnd es ward Allen unheimlich zu Mute.\nGleichzeitig hatten aber die Gesunden die merk-\nwürdige Neigung, auch krank zu werden.\nNachts gingen viele Utopianer in die Leichenhallen\nund berührten die grässlichen astartigen Bildungen, die\nbis zu Meterhöhe aus den toten Körpern heraus-\nwuchsen und bunt leuchteten, als wäre ein anderes\nneues Leben darin. Die Utopianer wollten bald alle\ndie bunte Krankheit haben — aber gücklicher Weise\nübertrug die sich nicht so einfach wie andere pest-\nartige Erkrankungen; |es wurden! grade nur die krank\ndie am wenigsten daran gedacht hatten.\nDoch die Todessehnsucht packte so viele Utopianer,\ndass viele Selbstmorde vorkamen.\nDa wetterte der Herr Bartmann in allen Städten\ndes Reiches gegen das Sterbenwollen so heftig, dass\nder Staatsrat in Ulaleipu beschloss, Herrn Bartmann\nzu einer grösseren Tätigkeit aufzufordern.\nLXIV\nDer energische Staatsrat\nDer Herr Bartmann sollte im Auftrag der Regierung\nLeute um sich versammeln, die im Stande wären,\ndurch listige Laune wieder Lebensmut in die Be-\nvölkerung zu bringen; Herr Bartmann sollte diese\nLeute möglichst rasch zu Predigern — das heisst zu\nsehr lustigen Predigern ausbilden.\nUnd das tat dann auch der Herr Bartmann mit\ngrossem Eifer, und er freute sich dabei über seinen\nenergischen Staatsrat und amüsierte sich königlich\ndarüber, dass er immer nicht erkannt wurde.\n„Sollte ich mich so verändert haben ?\"\nAlso fragte er sich eines Morgens und sah dabei\nin einen Spiegel und erschrak — er sah wirklich ganz\nanders aus als einst.\nLXV\nDer verfluchte Kaiser\nJetzt verlangte aber ganz Utopia, dass der Kaiser\nPhilander Schiida verlassen und sich wieder an die\nSpitze der Regierung stellen sollte, die Zeiten seien\ndoch danach.\nAber der Herr Sebastian telegraphierte aus Schiida\nsehr kurz:\n„Meine Zeit ist noch nicht gekommen.\"\nDa fluchte man überall auf den Kaiser Philander,\nund in fünfzig Broschüren, die sämtlich in der Rechts-\nzentrale am Schwantufluss geschrieben waren, wurde\nerklärt dass des Kaisers Handlungsweise unverantwortlich\nsei.\nHerr Bartmann aber wurde täglich populärer.\nLXVI\nDer Herr Haberland\nDer Astronom Haberland schrieb an den Herrn\nBartmann kurz und bündig:\n„Jetzt glaube ich, dass die Possenreisserei ein\nEnde haben könnte.\"\nAber der Herr Bartmann besuchte den Herrn\nHaberland auf der Sternwarte und setzte ihm bei einen\nGlas Grog heftig auseinander, dass jetzt vor allen\nDingen nicht der Herr Bartmann schwinden dürfe.\nHerr Haberland sah schliesslich ein, dass das auch\ngefährlich sei —, und dann fuhren die beiden Herren im\nSebastianischen Luftwagen in die nahe gelegene\nGletscherwelt und beobachteten die neuen Kometen\ndie ihre Irrlichternatur zu verändern schienen, da sie\nüber den Gletschern tagelang an einer Stelle blieben.\nLXVII\nDer Herr Sebastian\nDer Herr Sebastian befand sich als Oberbürgermeister\nvon Schiida in einer peinlichen Lage und schrieb das\ndem Kaiser.\nDer Kaiser aber telegraphierte:\n„Bitte, Feste feiern lassen — ich sende drei meiner\njungen Leute mit genauen Instruktionen. Bartmann.\"\nHerr Sebastian raufte sich die Haare aus; er war\nnahe dran, auf und davon zu gehen — doch der\nKaiser hatte ihm versprochen, alle sebastianischen Er-\nfindungen — auch die teuersten — ausführen zu lassen\n— und das war für Herrn Sebastian bestimmend.\nUnd es wurden in Schiida die Narrenfeste gefeiert;\nund ganz Utopia wunderte sich über den närrischen\nKaiser.\nLXVIII\nDer Kaiser Moritz\nAls der Kaiser Moritz von den Festen in Schiida\nhörte, da packte ihn der Neid, und er liess sofort\nseinen Vergnügungsrat zusammentrommeln und befahl,\ndass die bunte Krankheit auf einem Nachtfest parodiert\nwerden sollte.\nUnd dieser Befehl wurde ausgeführt — ein paar\ngrosse leuchtende Ballonriesen wurden über dem\nschwarzen See aufgelassen — und diesen Ballonriesen\nwuchsen neue höchst komische Köpfe aus den Armen\nund Händen heraus.\nDie Bewohner von Ulaleipu ärgerten sich über\ndiesen Scherz.\nLXIX\nDie Krankheit in Ulaleipu\nD e Bewohner von Ulaleipu hörten nun an dem\nMorgen, der der Festnacht folgte, dass plötzlich gegen\ntausend Erkrankungen in der Nacht gemeldet waren.\nUnd diese Nachricht erfüllte alle mit Entsetzen. Und\nViele wollten, dass der Kaiser Moritz sofort aus dem\nLande gewiesen werden sollte; vor der Festnacht waren\nin Ulaleipu kaum achtzig Erkrankungs- und vier\nSterbefälle vorgekommen.\nDer Staatsrat wollte gerade einen feierlichen Ent-\nschluss fassen, da wurde gemeldet, dass auch der Kaiser\nMoritz erkrankt sei.\nLXX\nDer kranke Moritz\nDer Kaiser Moritz lachte laut auf, als er bemerkte\ndass seine Haut die berühmten blauen, grünen und\nroten Flecken zeigte.\n„Endlich\" ! rief er.\nUnd er tanzte im Zimmer herum und schrie,\nimmer wieder: „Ich habs! Ich habs!\"\nUnd dann brach er in einer Ecke zusammen und\nliess sich forttragen — dabei lachte er wieder — aber\nharmlos wie Kinder zu lachen pflegen.\nAls er ins Bett gebracht war, forderte er Tinte\nund Feder und wollte schreiben, doch ihm sank die\nFeder aus der Hand, und er glaubte plötzlich, dass\nviele Riesen neben ihm sässen und er murmelte:\n„Liebe Riesen, wachsen Euch immer noch Köpfe\naus den Armen und aus den Fingern ? Verzeiht, dass\nich Euch so quäle — aber Ihr braucht wirklich mehr\nKöpfe als ihr habt — mit dem einen könnt Ihr dass\nnicht alles zusammendenken, was wir zusammendenken\nmüssen, wenn wir uns das Leben erträglich gestalten\nwollen. Wir müssen Alle immerzu unsern Witz zu-\nsammennehmen um uns zu beweisen, dass unser Da-\nsein wirklich ein herrliches ist. Wenn wir bloss einen\nKopf haben, fällt uns das sehr schwer — denn mit\neinem Kopf können wir nicht so viel Witz erzeugen\nIhr fragt mich, warum wir uns so anstrengen, da wir"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "447", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.5", "texte": "doch sterben können ? Ja — hm — wir strengen uns\neben so sehr an, um wenigstens mit Wonne sterben\nzu können, da es uns ja doch nicht gelingt, mit Wonne\nzu leben.\"\nEr sank müde in die Kissen zurück und schlief\nein.\n\nFortsetzung folgt\n\nDie Beichte eines Toren\nEmil Schering\nMit der ersten deutschen Ausgabe der „Beichte\neines Toren\", die 1893 in Berlin erschien, ist ein Ver-\nbrechen an August Strindberg begangen worden, ein\ndreifaches Verbrechen. Erstens war jene Uebersetzung\nverstümmelt, produzierte an unzähligen Stellen fälschen-\nden Unsinn, führte eine ordinäre Sprache. Zweitens\nwar die Kritik so blind, dass sie die groben Mängel\nder Verdeutschung übersah und Strindberg für einen\nUnsinn verurteilte, den er garnicht geschrieben hatte.\nDrittens hielt der preussische Staatsanwalt, von der\nordinären Sprache der Uebersetzung irregeführt, das\nBuch für unsittlich und machte dem Dichter, nicht\netwa dem (anonymen) Uebersetzer, den Prozess.\nDiese neue Ausgabe will, so weit es noch möglich\nist, das Verbrechen wieder gut machen. Die Ueber-\nsetzung ist nicht verstümmelt, produziert keinen Un-\nsinn, führt eine würdige Sprache. Jeder Kritiker sieht\njetzt, dass sich hinter dem tiefen Hass die grösste\nLiebe verbirgt. Jeder Staatsanwalt muss von der hohen\nSittlichkeit dieses Buches überzeugt sein.\nDie allgemeine Bedeutung der „Beichte eines\nToren\" liegt darin, dass sich hier ein geistig arbeitender\nMann von der Knechtschaft der Geschlechtlichkeit er-\nlöst, von seiner eignen, wie der eines Weibes, das\nnicht etwa besonders schlimm, sondern vielmehr die\ntypische Vertreterin der Gattung Frauen ist, die nichts\nals Geschlecht sind. Tausende von geistig arbeitenden\nMännern liegen in den Banden ihres eigenen Ge-\nschlechts und denen einer solchen Frau: für sie wird\ndieses Buch eine Erlösung seinl\nWährend Strindberg in der „Beichte eines Toren\"\nund in den darauffolgenden Dramen „Der Vater\",\n„Gläubiger\", „Kameraden\" die Befreiung von der\nKnechtschaft der Geschlechtlichkeit persönlich durch-\nführte, wie er sie erlebt hatte, stellte zur selben Zeit\nin Frankreich, ohne dass die beiden Dichter etwas von\neinander wussten, Peladan diese Befreiung systematisch,\nan die Tradition anknüpfend, in seinem mit dem\n„Höchsten Laster\" beginnenden Romanen dar. Diese\nbeiden Meister der geschlechtlichen Befreiung ergänzen\neinander aufs glücklichste: Strindberg ist ursprüugliche\nNatur, Peladan vollendete Kunst.\nDie Frau, die in der „Beichte eines Toren\" ge-\nschildert ist, wird Strindberg längst dankbar gewesen\nsein für das strenge Gericht, das er über sie gehalten\nhat. Gerade weil sie verurteilt wurde, hat sie gesühnt.\nOhne Urteil wäre sie geblieben, was sie war. Jetzt\naber, nachdem sie ihre Strafe erlitten hat, ist auch\nihre Schuld getilgt.\nUnd die Kinder dieser Ehe erhalten, reif geworden,\nin der „Beichte eines Toren\" ein Testament, das sie\nvor den Schrecken des geschlechtlichen Lebens be-\nwahren wird.\nDurfte Strindberg richten? Ja! Liess er in der\n„Beichte eines Toren\" seine Frau ein reinigendes Fege-\nfeuer durchmachen, so hat er sich selber später in\nden höllischen Gluten des „Inferno\" läutern und stählen\nmüssen.\nUm seine Arbeit aus dem Persönlichen ins Typische\nzu heben, hat Strindberg sie nicht, wie alle anderen\nWerke, in der schwedischen Muttersprache geschrieben,\nsondern in der fremden französischen, obwohl ihm das\nnicht leicht wurde. Eine schwedische Ausgabe hat er\nnie erscheinen lassen.\nEin Geheimnis Strindbergs ist, dass er seine Per-\nsönlichkeit spalten kann. Der Axel der Beichte ist\nnicht der ganze Strindberg, sondern zu ergänzen durch\nden Johan der „Entwicklung einer Seele.\"\nBücher schildern dieselbe Zeit 1875 bis 1887; das erste\nden liebenden, das zweite den arbeitenden Strindberg.\nDiese Gabe, seine Persönlichkeit spalten zu können\nhat Strindberg im „Inferno\" vor Wahnsinn bewahrt.\nNur der eine Strindberg war damals krank, der andere,\ndurchaus gesund, wachte wie ein Arzt über den\nKranken.\nMit der „Beichte eines Toren\" wird die Lebens-\ngeschichte Strindbergs vollständig. Die fünf Bände:\nDer Sohn einer Magd, Die Entwicklung einer Seele,\nDie Beichte eines Toren, Inferno — Legenden, Ent-\nzweit — Einsam erzählen Strindbergs Leben von der\nGeburt bis zum fünfzigsten Jahr. Zugleich spiegeln\nsie die Geistesströmungen des halben Jahrhunderts von\n1850 bis 1900 wieder.\nEine Gesamtausgabe der Werke von August Strindberg erschien\nim Verlag Georg Müller München.\n\nDer klare Flötensänger\nEin sehr mässiger Schriftsteller und trauriger Dichter,\nsprach neulich recht schlecht Schlechtes und Rechtes\nüber Berlin. Die Vertreter der eingeborenen Intelligenz\nwaren echt empört, dass der Kollege ihr Wohlwollen nicht\nwenigstens mit einer Anerkennung ihres Geistes belohnte.\nWozu ist man schliesslich Kollege. Solange man die\ndazu gehörigen Eigenschaften (. . . fest und treu zu-\nsammen) behält, bleibt man im Vollbesitz der Macht\nder Presse und kann es sogar zum Dichter bringen.\nDa gibt es zum Beispiel einen Herrn Felix Lorenz,\nVerfasser üblicher Cabaretverse. Der Name wird ohne\nZweifel jedem Leser geläufig sein. Nicht, weil Herr\nLorenz einen Gedichtband mit Buchschmuck geschrieben\nhat. Das taten schon viele Leute. Nein, weil er ein\nKollege ist, der etwas für sich tun kann. Da kommt\nzunächst ein Schauspieler, der seine Gedichte in einem\nKunstsalon vorträgt. Er hat einst viel edlere Dar-\nbietungen gehört. An auffallendster Stelle berichten\nalle Tageszeitungen von diesem zu erwartenden epochalen\nEreignis. Mit Wärme und blutvollen Notizen. Und\ndas Berliner Tageblatt (Herr Lorenz gehört zu seinem\n„Redaktionsstab\") vergisst sogar seine geschäftliche\nUsance, bei Vorträgen nie den Kartenpreis und die\nVorverkaufsstellen zu nennen. So etwas ist nämlich\nnach authentischer Interpretation des Verlags eine\nReklame. Und Reklame gehört in den Inseratenteil\nund muss bezahlt werden, sagt der Verlag. Sollte\ndieses Prinzip nicht etwa nur für Herrn Lorenz ver-\nlassen sein? Man wird es versuchen. Und von dem\nAusfall des Versuchs die Leser unterrichten Man weiss,\ndass das Berliner Tageblatt gleiches Reciit für Alle\nvertritt. Aber Herr Lorenz lässt sich auch in der von\nihm geleiteten literarischen Rundschau derselben\nZeitung besprechen. Die Leser des Sturms werden\nvielleicht diese Rubrik nicht kennen. Man suche sie\ndes Spasses halber, denn Spass muss sein, eines\nschönen Mittwochs hinter den Beilagen von Hypotheken-\nmarkt und Rasensport auf. Die Beilage ist nicht nur\nliterarisch, sie ist einfach abgründig. Sie ist schlecht\ngeschrieben und vertritt schlichte gutbürgerliche\nAnsichten. Herr Sigmar Mehring, Verfasser eines\nReimlexikons (Libretti«ten warm zu empfehlen) bespricht\nHerrn Lorenz Herr Lorenz ist, so sagt Herr Mehring,\nein Sänger der Klarheit. Wie dichtet Herr Lorenz?\n„Frei und duftig, sonnendurchleuchtet und träumerisch,\nwie unsere deutschen Wälder, vor allem aber von\nholdem Sang erfüllt ist die Poetenseele, die uns ihr\nGlück und Sehnen offenbart.\" Also Erdgeruch mit\nMusik. „Mit kunstverständigen Augen und naturfrohem\nGemüt hat Lorenz die reiche. Kultur und die üppigen\nErdenreize des Südens aufgesogen (mit den Augen)\nund der Heimat zugetragen (mit dem naturfrohen\nGemüt) und nun bläst er im nordischen Walde die\nFlöte Schönheit und taucht sein lächelndes Lockenhaupt\nin seelige Bläue.\" Hoffentlich gehen ihm bei dem\nBade die Flötentöne nicht aus. „Seine Romantik um-\nfasst griechische Klassik und deutsche Märchen-\nstimmung, sie jubelt mit Dionysos und schwärmt mit\nParzival, die Schwermut hat nur geringen Platz in\nseinem Busen\". Sehr erklärlich, da in ihm schon die\ndeutschen Wälder, die reiche Kultur, die üppigen Erden-\nreize des Südens, die Flöte Schönheit, das lächelnde\nLockenhaupt, die griechische Klassik und die deutsche\nMärchenstimmung untergebracht ist. „Lorenz, der\nSänger (der identisch mit dem Flötisten ist) erlauscht\nalle Klänge des Lebens ... er hört das helle Jauchzen\ndes jungen Wolfgang, ihn umweht das Brausen der\nWasserstürze und das Rauschen der Schwingen, und\nder alte Fritz empfängt noch den toten Menzel mit\nfreundlichem Flötenspiel.\" Hierbei ist zu bemerken,\ndass der alte Fritz zwar ein Flötist, aber kein Kollege\nwar. „Des Dichters Verse wiegen sich in Wohllaut.\"\nKein Wunder, wenn sich ein deutsch - griechisch -\nitalienischer Flötensänger in ihnen badet. „Das Buch\nsei\" so sagen die Herren Lorenz und Mehring, „den\nLenzwandlerinnen, die mit Blüten siegen, beson\nempfohlen\". Meinen Segen und Glückwunsch. Je\nfalls: Wieder mal ein Dichter jemacht, er kann\nhöchstens noch gestohlen bleiben.\nTrust\n\nAus der Werkstatt der\nPresse\nJ. A.\nParität\n„Zuerst ging er nach Wien, der He\nseines Vaters, um dort an der Quelle\nväterlichen Erfolge zu lernen, dann wandte\ner sich nach Paris, wo er sich lange aufge-\nhalten hat. Auch London hat er kennen ge-\nlernt und kam nach seines älteren Bruders\nfrühem Tode als gewandter, welterfahrener\nund sprachenkundiger Mann nach Berlin zurück.\nIm Stile des Vaters wurde weiter gewirkt — .*\n„Er\" war kein Maler oder Bildhauer, sondern\nnur der vor wenigen Tagen verstorbene Konditor\nKranzler. Aber der Verfasser des ihm gewidmeten\n„warmen\" Nachrufs bleibt: Ferdinand Runkel.\nAus einem anderen Nekrolog\nIn diesem Bemühen, das Wesen, die Quer-\nsumme des geistigen Gehalts der Kämpfe und\nSorgen unserer Zeit auszusprechen, den natür-\nlichen Adel zu erfassen, der das Gemütsleben\nder Massen beseligt oder wenigstens beseligen\nsollte — in dem Streben zu zeigen, wie die\neinfachsten Verrichtungen des Lebens geheiligt\nwerden, wenn ihnen die Beziehung auf das\nEwige nicht abhanden kommt, berührt er sich\nstellenweise mit dem zweiten Toten des Tages,\nmit Spielhagen. Cas\nMit einfachen Verrichtungen, ob auch das Leben\ndamit das Weltall in Rotation hält, begnügt sich der\nJournalismus ungern.\nUnd warum müssen auch gleich zwei Grosse an\neinem Tage sterben? Uhde und — Spielharen?\nDer undankbare Reinhardt\nDer Verfasser „der Bekenntnisse eines Barbaren\"\nwar auch bei Carl Hauptmann eingebrochen, und da\ndie Grössen unserer Literatur im Schweigen Enthalt-\nsamkeit nicht üben können, verriet der schlesische\nDichter die Welt an ein Versprechen. Er drängte ihr\ndie Erwartung von grossen Werken auf, die er\nund sein Bruder Gerhart noch schaffen wollen, er\nbetrog sie um Hoffnungen, die sie sich niemals gemacht\nhatte.\nZwei fünfaktige Dramen mit Prolog und Epilog\nsind stofflich allerdings ein grosses Werk, aber man\nmuss darum nicht befürchten, dass „der\nRegisseur noch nicht geboren ist,\nder es auf die Bühne bringt.\" Doch nicht genug\ndaran, dass der Regisseur, der den „Napoleon\", den\nersten seiner Art, inszenieren kann, noch\nnicht lebt, muss auch noch „der Autor ganz\noder beinahe tot sein, damit seine Trilogien\noder Dilogien aufgeführt werden. Wir haben es\nan Schiller erlebt. Björnson? der war ein\nAusländer, und das ist ganz etwas anderes.\"\nSo müssen wir es auch noch erleben: dass Carl\nHauptmann Schillers Schicksal teilt. Sollten Reinhardts\nEnergie und Können nicht mehr zureichen? Sollen\nwir den Entbindungsjammer eines Regisseurs, der erst\nfür Hauptmann geboren werden muss, hilflos über uns\nergehen lassen? Vor wenigen Wochen war es Carl\nHauptmann selbst, der Reinhardt einen\nKaiser und Felix Holländer seinen Bism a r k\nnannte\nHinterindisches aus Wien\n[Der deutsche Kronprinz.] Aus Berlin\nwird uns berichtet: Der deutsche Kronprinz\nsoll, wie verlautet, nach der Rückkehr von\nseiner Reise zum Kommandanten des 1. Leib-\nhusarenregiments in Langfuhr bei Danzig, der\nsogenannten „schwarzen Husaren,\" ernannt\nwerden. Er wird vorgelesen. Der Mann ist,\nwie gesagt, anscheinend geistesgestört.\nDas ist der Witz der Neuen Freien Presse. Tiefer\ngeht er nicht."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "448", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.6", "texte": "Inhalt des zweiten\nHalbjahres 1910|1911\nDie römischen Ziffern bezeichnen die Nummern,\ndie arabischen die Seitenzahlen der Zeitschrift\n•träge:\neph Adler\nbeit der Presse L 399\ne Musen LIII 423\ni rheinisch Dichterleben XLVII 375\ne r Altenberg\nellah XXX11 254\niglische Tänzerinnen XXXVII 295\nma n B ang\nHonore de Balzac XLV1 363\nPeter Baum\nLiebespsalme XXXV 278\nFriedrich Kurt Benndorf\nAlfred Mombert LV 436\nMystik LI 11 321\nVom lyrischen Idiom XLIII 341\nErnst Blass\nBerliner Abendstimmung XXXIX 312\nDer Nervenschwache XLIX 392\nKreuzberg XL1I 336\nOffener Brief LII 416\nFrederik Böök\nStrindberg LII 412\nLujo Brentano\nMehr Kinder LIV 428\nMax Brod\nBerlin für den Fremde« XLVI 368\nDie Wallfahrt zu Orazio XL1I 333\nFlaubert XXXII 253\nCorvinus\nAbschlachtung XXXIII 263\nCrotalus\nDie Rechnung mit dem Wirt XLIV 352\nMax Dauthendey\nGedichte XL 319\nAlfred Döblin\nAntikritisches XXXV 279\nBerliner Theater XXXVI 287\nDer Rosenkavalier LIII 422\nDie falsche Tür LIV 429\nKonzerte XXXIX 312\nMusik nebst Schimpfworte« LI 407\nDr. med. Dührssen\nMehr Kinder LIV 428\nQuintus Fixlein\nUmschau XXXVII 295 XLI 327\nA. Forel\nMehr Kinder LIV 428\nDr. Siegmund Freund\nMehr Kinder LVI 444\nDr. S. Friedlaender\nHans Harbeck XLI 327\nKants Vermächtnis LIII 419 LIV 431 LV 438\nMenschliches Allzumenschliches XXXVIII 299\nOlim meminisse juvabit XLV 356\nKarl Hauer\nVon den fröhlichen Menschen XXXV 275\nFranz Herczeg\nRanko der Held XLV 358\nWalter Heymann\nLeonardo da Vinci und Lisa Gioconda XXXIV 269\nP eter Hille\nDas Mysterium Jesu XXXII 252 XXXIII 260\nXXXIV 268 XXXV 277 XXXVI 284\nXXXVII 293 XXXVIII 301 XXXIX 308\nXL 316\nKurt Hiller\nCal£ und Impressionismus LIV 428\nDas Cabaret und die Gehirne XLIV 351\nDer Eth XLIII 343\nFliegenklappe XLIII 344\nGegen „Lyrik\" LII 414\nNotizen XLVI 366\nJakob van Hoddis\nDer Tag der Stadt LIII 421\nHermann Essig: Die Glückskuh LII 415\nVariete XLVII 373\nHeinrich Horvat\nGedichte nach dem Chinesischen XLVIII 381\nFritz Hübner\nNietzsches Bild XLIV 349\nHeinrich Eduard Jacob\nDie Sommernacht XLIII 342\nSiegmund Kalischer\nCiaire Waldoff XLVIII 384\nAlfred Kerr\nMehr Kinder LV 436\nAlfred Kind\nLüge, Ehe und Wahrheit * L 399\nAdolf Knoblauch\nL'oeuvre Peladan XLVII 374\nOskar Kokoschka\nWriten after condemnation to death XXXVII 291\nMoritz König\nDer Liebhaber LI 406 .\nPubertät XLIX 390\nRudolf Kurtz\nBrandt-Glossen XXXIX 311\nSeance XLIX 387\nElse Lasker-Schüier\nMax Brod XL 319\nDer Sohn der Lilame XXXII 254\nEin alter Tibetteppich XLI 328\nGedichte XXXVI 287\nHandschrift XXXIX 309\nIch tanze in der Moschee LII 414\nIm neopathetischen Cabaret XXXVIII 304\nAlfred Kerr XLIX 391\nMaria XLIV 349\nMeiner Schwester Kind XLVII 372\nMinn, der Sohn des Sultans von Marokko XXXVII 293\nFranziska Schultz LI 407\nWeltflucht XXXV 278\nWilliam Wauer XXXIV 271\nEin Brief meiner Base Schalöroe LV 438\nLeonardo da Vinci\nGedanke XXXIV 269\nAlfred Lichtenstein\nDie Dämmerung LV 439\nFern XXXIX 309\nKuno Kohn XXXII 256\nMabel Meier XXXVI 287\nSiegfried Simon LI 408\nAdolf Loos\nUeber Architektur XLII 334\nAlfred Richard Meyer\nInterieur L 398\nH ans May er\nBildungsphilister XXXUI 262\nFriedrich Meilinger\nFieber XXXVI 287\nN. M. Minski\nTolstoi XL! 324 XLII 332\nAlf re d Mombert\nDer Glühende XL 318\nStill ist es / Still XLI II 340\nMy n o n a\nDas interessante Gespräch XXXVIII 303\nDer gebildete Wüstling XLVIII 382\n, Der zarte Riese XLVI 365\nMechthildis XXXIV 272\nWas bin ich LV 439\nR. K. Neumann\nDas Schweigen im Blätterwald XLII 334\nHerr Busse zog über die Hügel XXXII 255\nSar Peladan\nDas Lied auf das Gold L 396\nDer Traum einer Sünde XLVII 372\nProgress\nFortschritt . XXXII 254\nStanislaw Przybyszewski\nDas Geschlecht XXXII 251\nHeinrich Pudor\nAntiken-Rummel XXXIX 308\nEdward Carpenter über Walt Whitman XLIX 391\nMarie Pukl\nGedichte LH 413 LVI 445\nThaddäus Rittner\nAkazia XXXIII 262\nEin Charakter XLI 324\nMoral der Lotterie XXXIV 268\nRettungsaktion LI 404 LII 413\nAlbert Samain\nAbende LI 405\nPaul Scheerbart\nDer Kaiser von Utopia XLI 326 XLII 332\nXLIII 340 XLIV 348 XLV 357 XLVI 365\nXLVII 373 XLVIII 381 XLIX 389 L 397\nLI 406 LII 413 LIII 420 LIV 430 LV 437\nLVI 445\nDer Wetterprophet XXXV 279\nDie Kühnsten XXXVIII 302\nEmil Schering\nDie Beichte eines Toren LVI 447\nRobert Scheu\nLeitfaden der Weltgeschichte XXXIX 310\nXLVII 374\nR e n £ Schickele\nLektüre XLV 352 XLVI 366\nDr. G. von Schmoller\nMehr Kinder LH! 419\nM. R. Schönlank\nAkademie und neue Künstlervereinigung XLIX 392\nFranziska Schultz\nMehr Kinder LVI 444\nErnst Schur\nDie Luftseuche XXXVI 286\nFritz Schwiefert\nLina Lossen LH! 423\nHermann Selka\nRachel XLVI 367\nOtto Soyka\nBücher XLIV 350\nDer Leser XXXIII 259\nSchaffende Liebe L 396\nSchule XXXVII 294\nLudwig Speidel\nAlte Mädchen XLIII 340\nOtto Stoessl\nShakespeares Problem im Hamlet XL 317\nDr. Strassmann\nMehr Kinder LV 436\nAugust Strindberg\nDas tausendjährige Reich XXXVI 283 XXXVII 291\nDie Drangsale des Lotsen LVI 444\nZuchtwahl des Journalisten XUV 347 XLV. 356\nGeza Szilägyi\nAmphimelas XLVII 374\nTrust\nDer klare Flötensänger LVI 447\nDeutsches Theater über alles XXXIII 264\nDie Neue Sezession XXXII 255\nDie Woche XXXVII 295\nJemand will durchaus lachen XLIX 392\nKatzenjammer XXXIV 271\nKunstverständnis XLV 359\nLyrik für die Presse XLI 328\nMeine Woche XLVII 376\nMoloch XXXV 280\nNichterlogenes Foyergespräch XXXIX 311\nNotizen XXXVI 288\nRauch ist alles irdische Leben XXXIV 271\nVariete XLVIII 384\nVermischtes XL 320.\nVon der Technik des Totschweigens LII 415\nWieder eine Woche XXXVIII 303\nWieder eine Woche LI 404\nErich Unger\nDie Gehemmten XLIII 343\nNietzsche XLVIII 380 XLIX 388.\nVom Pathos XL 316\nHerwarth Waiden\nG esänge\nDer Glühende XL ,318\nWeltflucht XXXV 278\nDr. jur. Werthauer\nMehr Kinder LV 436\nHugo Wolf\nGedichte LIV 430\nJohn Wolfs\nDer Dogmatiker und der Voraussetzungslose LII 415\nPaul Zech\nGang in den Winterabend XLV 359\nFranz Ziller\nAus dem musikalischen Notizbuch für Berlin L 399\nJ. A.\nAus den Zeitungen XXXVIII 303\nAus der Werkstatt der Presse LVI 447\nDie Miezerl Eschenbach im Himmel XXXIII 264\nGötzendiener XLII 336\nKunst für Alle XLV 360 XLVI 368\nLokales XLVIII 384\nOpfer gelber Gefahr XXXVII 296\nReminiszenzen XXXIV 272\nTheater, Literatur und Reklame XL 320\nVom Tage XXXV 280 LI 408\nNeues vom Tage LV 439\nK. M.\nDer fliegende Holländer oder\nder starke englische Stahlbohrer XLIV 351\nTolstoy und Heyse XXXIX 312\nT.\nBücher zu Geschenkzwecken XLI 326 XLIII 344\nXLIV 352"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "449", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.7", "texte": "Empfehlenswerte Bücher XLII 335\nOffener Brief an Herrn Fixieim XXXVII 296\nH. W.\nDecurtins XXXIV 271\nZeichnungen\nMax Fröhlich\nDas Kamel XLIX 387\nDer Spiegel LH 411\nDie Gerte XLVI 367\nJupe-culotte LV 435\nOskar Kokoschka\nAusruhende Tänzerin XXXIX 307\nBelauscht XXXV 275\nDer Mann mit dem Goldstück XL 315\nDie Erstebeste darf der süssen Lilith\ndas Haar kämmen XXXII 251\nDie Kindesmörderin XXXIV 267\nDie schöne Rollschuhläuferin XXXVII 291\nFlucht aus dem Paradies XLII 331\nFriss Vogel oder stirb XXXVIII 299\nGeburt Christi XLIII 339\nIn Gedanken XLI 323\nMenschenköpfe\nV: Alfred Kerr XXXIII 261\n. VI: Richard Dehmel XXXVI 285\nVII: Karin Michaelis XLVIII 383\nOffense erotique XLIV 347\nSphinx und Strohmann LIV 427\nUtinam delectet XXXVI 282\nVorüber XLV 355\nEmil Nol d e\nTingeltangel LVI 443\nMax Pechstein\nDas Lager XLVII 371\nKarneval L 395\nStreit XLVIII 379\nZeichnung LI 403\n\nVerantwortlich fur die Schriftleitung\nHERWARTH WALDEN / BERLIN-HALENSEE\nVerantwortlich fUr die Schriftleitung in Oesterreich-Ungarn\nV. I.: Oskar Kokoschka\n\nSammler - Beriehte T,',\"\nInternationaleKorrespondenz-Vereinigung\nfur ideale Korrespondenz, Sammelwesen, Tausch, Verkauf, Qeschaft,\nVertretungen und sonstigen Absatz, Erwerb. Auskunft usw.\nMonatliche Gratisgaben in Briefmarken, zuadressierten Post-\nkarten, Biichern usw.\nJahresbeitrag fiir 1 K V mit „Sammler-Berichte\" nur 4 Mk.\n(5 Franks). Eintritt jederzeit,\nAusfiihrliche Probenummer und Satzungen gratis durch\nErnst Mar re Ver!agp Leipzig (Revier 176).\n\nDer Biihnen-Roland\nDas freie Wort des deutschen\nSchauspielers\n— Des Biihnen-Boten zwSlfter Jahrgang —\nDer Biihnen-Roland bringt Aufsatze der bekanntesten Fachleute\niiber samtliche Gebiete der Theaterkultur und verfolgt die modernen\nlitterarischen und kiinstlerischen Bewegungen. Die Soziale Beilage\ntritt fiir die Interessen des gesamten Schauspielerstandes ein und\ngewahrt grundsatzlich jeder berechtigen Meinung Raum. En-\ngagements-Inserate die Zeile 10 Pf., fiir Bezieher 8 Zeilen frei\nBezugspreis vierteljahrlich 3 Mark. Probeabonnement auf einen\nMonat kostenlos vom Verlag C. Clauder in Griina-Chemnitz.\nHauptredaktion: Berlin N 37 Lottumstrasse 14\n\nKS~ Cafe Continental K2HS\nJeden Abend Von E9—4 Uhr Nachts:\nGROSSES KONSTLER-KONZERT\n:: Alle bedeutenden Zeitungenjund Zeitschriften ::\n\n1000\nWeinhaus Rheinpld\nKAISER-SAAL\nTagiich: Translateur - Konzert\n\nv&\n0\nm\nL' Effort\nHalbmonatsschrift\nfiir moderne Kultur und\nfranzdsische Sezession in\nden Kiinsten und in der\nLiteratur\nHerausgeber und\n: Schriftleiter :\nJEAN RICHARD\nJahresbezug fiir das\nAusland: Mark 4.50\nZweiter Jahrgang\nVerlag und Redaktion:\nPOITIERS (Vienne)\nFrankreich\n\n! Verlag Paul Reinike »\nWilmersdorf\nHERWARTH WALDEN:\nBruder Liederlich\nFiir Gesang und Klavier\nMk. 1,50\nB ■\n\nMax Giesswein\nKgl. SSchs. und Kgl. WOrttembg.\nHofopernsanger\nBERLIN W. 50\nCulmbacherstr. 6\nFernspr.: Via 18926\nERTEILT\nGESANG-UNTERRICHT\nSprechstunde 3—4 Uhr\n\nDr. Rudolf Bluemner\nSchauspieler und Regisseur am Deutschen Theater\nLehrer a. d. Schauspielschule d. Deutschen Theaters\nerteilt Unterricht in\nSprachtechnik und Rollenstudium\nCHARLOTTENBURG\nWilmersdorferstr. 75 Sprechstunde: 5—6 Uhr\n\nJSfBSTS. Friadr. Blester Leipzig\nunter Mitwirkung 12 hervorragender Fachleute derTheorie und Praxis (staatlich\ngepriifte Lehrer, Akademiker Oder auch Kaufleute in fiihrender Stellung). Griind-\nliche Einfuhrung in die verschiedenen Branchen des kaufmannischen Berufes,\nrationelles Studium der Handels- und verwandten Wissenschaften als Ersatz fur\nein mehrjahriges Hochschulstudium. Muster-Uebungs-Kontor.\nDas Studium ist fiir Anfanger (Damen und Herren) die fiir Stenographic,\ndeutsche und fremdsprachliche Korrespondenz, Kasse-, Buchfiihrungs- una\nBilanz-Technik, Biiro-Praxis sich vorbereiten wollen —\nsowohl fiir junge Leute, die nur eine Volks-, Real- Oder ahnhche Schule\nabsolviert haben, wie fiir\nHerren mit besseren praktischen oder theoretischen Vorkenntmssen,\nEiniahrig-Freiwillige, Abiturienten, .\nfiir Kaufleute reiferen Alters, die bereits praktisch tatig waren und\nden Forderungen der Gegenwart entsprechend ihre Fachkenntnisse erweitern\noder vertiefen wollen oder .\nfur Bankbeamte, Ingenieure, Chemiker, Brauer, Juristen,Nationalokonom.,\nOffiziere, die fiir Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen oder Verbande,\nAktien- oder ahnlicher Gesellschaften sich vorbereiten wollen. Dauer der\nKurse 6—12 Monate — je nach Vorbildung und Ziel.\nProspekte gratis durch die Direktion, Johannisplatz 5.\n\nHanse Herrmann\nKiinstlerische Lichtbilder\n::: Heimaufnahmen :::\nBERLIN W. / Potsdamerstrasse 134 a\nNahe Potsdamerplatz\nFernsprecher: Amt VI, 14967\n\n„Der Forscher\"\nIllustriertes Zentralblatt fur deutsche\nForschung\nHerausgeber: Bund deutscher\nForscher,Hannover, unter hoher\nEhrenprasidentschaft Sr. hoch-\nfiiistl. Durchlaucht des Prinzen\nBernhard zur Lippe, Redaktion:\nGeorg August Grote, Hannover\njahrlich zwolf starke Hefte mit Bei-\ntragen beriihmter Autoren. Ordent-\nliche Mitglieder des Bundes deutscher\nForscher erhalten den Forscher\"\nunentgeltlich und portofrei gegen\nden Jahresbeitrag von Mk. 5.—, bezw.\nK. 6.—, fflrdernde Mitglieder gegen\nden Jahresbeitrag von Mk. 6.—, bezw.\nK. 7,20. Jahresabonnement Mk. 5,50,\nbezw. K. 6.— inklusive Porto\nProbenummer gratis und franko\nInserate finden im „Forscher\"\nwirksamste Verbreitung . .\nInsertionspreis: Die dreimal\ngespaltene Petitzeile 30 Pfg.\n— Geschaftsstelle: —\nForscher - Verlag, Hannover\n\nIn keinem Hause sollte fehlen: .\nFelke-Zeituag\nZeitschrift fur naturgemasse\nLebens- und Heilweise und\nHomdopathie nach der von\nPastor Felke in Repelen be-\ngegriindeten Heilmethode :\nSte erscheint allmonatlich\nunter Mitwirkung mehrerer Aerzte\nund hervorragender Sachverstan-\ndiger. Sie bringt ausfuhrliche Auf-\ns'Atze iiber die verschiedensten\nKrankheiten und der en Behand-\nLung. ferner iiber Naturheilkunde\nHomdopathie, Licht-, Luft- und\nSonnenbader usw.\nAbonnementspreis jahrlich\n===== 3 Mark =====\nAbonnements nehmen die Brief trig-\nger und jede Postanstalt entgegen.\nVerlag der „Felke-Zeitung\"\nKrefeld (Rheinland)\n\nYerlag Oesterheld & Co.\nIn unserm Verlag erschien\nElse\nLasker-S chiller:\nDie\nWupper\nDrama\nMk. 2,50\nDurch alle Buchhandlungen\nzu beziehen\n\nLernt durch\nSelbstunterricht\ndie leicht erlernbare\nWelt-Sprache\n„Esperanto\"\nSchon drei bis fiinf Milli-\nonen Anhanger und iiber\n1650 Vereine in alien Erd-\nteilen. Schon von vielen\nSchulen gelehrt und von\nvielen Behorden, Firmen\nu.s. w. verwendet. Espe-\nranto - Lehrbuch mit Pro-\nspekten und Zeitung „La\nEsperantisto\" versendet\ngegen 15 Pf. in Briefmarken\nRed.FritzStephan, Leipzig\n\nWWWWWWWWWWw\nDie Fackel\nHERAUSQEBER\nKarl Kraus\nNummer 317/318\nsoeben erschienen\nPreis 50 Pfg.\nUBERALL ERHALTLICH"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "450", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110325-01.1.8", "texte": ") Inseratenannahme: Geschäftsstelle» Der Stürm\" Hannover, Artilleriestr. 15, für Berlin, Potsdamerstr. 111, sowie sämtl. Annoncen-Expeditionen Druck y. Carl Schüssler-Hannover\n\nNeue Sezession\nDritte Ausstellung\nacancae aC3CaC3C TtrXTUX -K- TTKn'nXn acacacac .y. .y. V\nIQHOMflHtp wXWg fg»<E|Mq» <?gP<jQi> lOHQHQMff «H1HQH0>\nMMMMMi innnannrai alvvSmw a/VmiAai wwnwnaMt\nGalerie Maximilian lflacl)t\nxxxx acxacac aeaeac aeacaeae\nxftxft SHi$SS8 !isSx SS!uc SacS\nBerlin SI. Ranke-Strasse 1\nan der Kaiser ftltyelis Gedacfctnis *Kirc|e"}]}