{"numero_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_sha256": "c3ae9a892dd3ed7294fa542269c94482d5478788e7bb5bec5c4c6c0d05fe968d", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1911/06/10_01/bmtnabg_1911-06-10_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1911/06/10_01/bmtnabg_1911-06-10_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c001", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt:", "titre_sommaire": "Inhalt:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.1", "debut_caractere": 539, "fin_caractere_exclue": 921, "texte": "Inhalt:\nTRUST: Schalmeienklänge: Pfingsten bei Mosses / Pfingsten bei Scherls / Differenzierung / Halt! Halt! Halt! / Der natürliche Kritiker /\nSAR PBLADAN: Die höchste Tugend / JOHN WOLFS: Der gothische Dom / WALTER HEYMANN: Berliner Sezession 1911 II / ARTHUR\nKRONFELD: Frühling / Notiz / JOHN JACK VRIESLANDER: Schlafendes Mädchen / Zeichnung / ALEX SEON: Sar Peladan / Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c002", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.2", "titre_corps": "Schlafendes Mädchen / Zeichnung von John Jack Vrieslander", "titre_sommaire": "Schlafendes Mädchen / Zeichnung von John Jack Vrieslander", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.1", "debut_caractere": 923, "fin_caractere_exclue": 980, "texte": "Schlafendes Mädchen / Zeichnung von John Jack Vrieslander"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c003", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "516", "page_fin": "517", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.3", "titre_corps": "Schalmeienklänge", "titre_sommaire": "Schalmeienklänge", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "516", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 10405, "texte": "Schalmeienklänge\nPfingsten bei Mosses\nSchon seit Ostern ist das deutsche Publikum\nnicht über den Nebenberuf seiner Lieblinge be-\nunruhigt worden. Seine Lieblinge sind bekannt-\nlich Schauspieler und Theaterdirektoren.\nWas konnten also Mosses ihren Lesern zu Pfingsten\nschöneres bieten, als sie immer mal wieder mit\nden Lieblingen menschlich näher zusammenzu-\nbringen. Zwar schreibt Herr V. A. im Berliner\nTageblatt, dass er es nicht begreifen könne, wie\nSchauspieler ausser ihrer hauptsächlichen Theater-\nbeschäftigung noch einen Nebenberuf haben könnten.\n„Einer spielt jeden Abend den Heldenvater und\nsammelt am Tage Liebigbilder. Ein anderer hat be-\nruflich des Abends in der Posse einen betrunkenen\nNachtwächter zu machen, und treibt am Tage\nReligionsphilosophie. Und Gott allein mag wissen,\nwelcher von den beiden Berufen jeweils der richtige\nsein mag.\" Die Theaterkritiker halten in den\nmeisten Fällen den Schauspielerberuf für den\nrichtigen. Ich würde in vielen Fällen mehr auf\nden Liebigsammler schliessen. Also alle Schau-\nspieler haben einen Nebenberuf. Zwar sagt wieder\nV. A., dass die Herrschaften durch Proben, Spiel\nund Mittagessen sehr angestrengt sind. Und dass\nsie des Nachts den Fall Nissen erörtern müssen.\nWenn Herr Nissen in den nächsten Wochen fällt,\ngewinnen sie die Nacht für den Nebenberuf.\n„Und in den Ritzen dieses vollbepakten Tages\nist immer noch Platz für eine kleine Liebhaberei.\nAls ob dieses Bühnenvölkchen (Bühnenvölkchen\nsteht wirklich da) niemals genug haben könnte\nvon der Welt. Sie haben ja schon so zwei\nLeben: das Traumleben auf der Bühne und das\nbürgerliche Leben draussen. Aber sie wollen\nnoch ein drittes haben : eine heimliche Absonder-\nlichkeit und Narretei, jeder für sich.\" Diese Drei-\nteilung ist äusserst klar und Herr V. A. kriecht\nden Schauspielern nun in die Ritzen ihres voll-\nbepakten Tages. Am meisten imponiert Herrn\nV. A. Emanuel Reicher. „Er beschäftigt sich in\nden knapp bemessenen Stunden seiner Erholung\ndamit, die Menschen zu bessern und zu belehren.\nEr will die Welt vertiefen und Veredeln.\" Das\nist ungeheuer liebenswürdig von Herrn Reicher.\nEr sollte mit der Vertiefung und Veredlung bei\nHerrn V. A. den Anfang machen. Herr Reicher\nist im Hauptberuf Schauspieler, im bürgerlichen\nLeben Sozialpolitiker und Religiönsphilosoph,\nseine Narretei ist das Esperanto. Hierauf begab\nsich Herr V. A. zu einem Herrn Dietzsch. „Dieser\nKünstler scheint sich noch nicht klar darüber zu\nsein, was in ihm Hauptberuf und was in ihm\nNebenberuf ist.\" Er betreibt nämlich Schau-\nspielerei und Bildhauerei. V. A. hätte ihn auf-\nklären sollen, dass seine Betätigung auf diesen\nbeiden Gebieten in die dritte Abteilung: Narretei\ngehört. Trotzdem er eine Statuette an Roda\nRoda verkauft hat, trotzdem er „Meisterschüler\nvon Begas\" war und im Neuen Schauspielhaus\nengagiert ist. Dann wandte sich Herr V. A. an\neinen Herrn Impekoven „Er pflegt mehrere Künste,\ndie sich wohl vereinen, ja die sich gegenseitig\nstützen können. Nach seiner eigenen Angabe\nIst er im Traumleben Dekorationsmaler, im\nbürgerlichen Leben Schauspieler und seine Narretei\nIst die Schriftstellerei. Die Pflege scheint aber allen\ndiesen Berufen nicht gut zu bekommen. Der\nHerr Impekoven tröstet sich selbst, indem er fest-\nstellt, dass aller Anfang schwer ist, und er hofft,\ndass er später einmal mehr Glück haben wird.\nVielleicht, wenn er sich bei V. A. in die Pflege\nIbegiebt. „Das alles mag hingehen, aber ein\nwahrer Tausendsassa der Vielseitigkeit scheint\nder rührige Direktor des Neuen Theater Dr. Alfred\nSchmieden zu sein,\" V. A. rührt ihn an und Herr\nSchmieden kann „stolz\" mitteilen: Bereits damals,\nals ich noch Oberregisseur am Lustspielhaus war\n—historisches Datum — habeich meinen Neigungen\nauf dem Gebiet wissenschaftlicher Forschungen\ngehuldigt.\" Wie gut, dass er das gleich selbst\nbesorgt hat. „Später als Direktor machte ich das\nDoktorexamen.\" Also endlich einmal ein Mensch,\nder sich auf den Doktortitel was einbildet und\nsogar auf den Doktortitel in Rostock. „Dann\nbeschäftigte ich mich und beschäftige mich heute\nnoch mit der wissenschaftlichen Schillerforschung.\"\nAlle Talentlosen fliegen auf Schiller. Dass er von\nSchmieden, von Herrn Dr. Schmieden verwissen-\nschaftlicht wird, bleibt unter seinem Verdienst.\nHerr Dr. Schmieden hat sogar als „Niederschlag\nseiner Forschung\" zwei Broschüren geschrieben.\nUnd damit noch nicht genug. Auch ein richtiges\nTheaterstück hat er verfasst, das sogar in seinem\neigenen Theater aufgeführt wurde. Aber das alles\nfüllt den Doktor noch nicht aus. Denn seine\nLieblingsbeschäftigung ist die Astronomie. „Ich\nbetreibe sie mit Hülfe eines sehr schönen In-\nstrumentes zu Hause.\" Leider belästigt er mit\nseinen übrigen Tätigkeiten die Öffentlichkeit. Also:\nTraumleben: Direktor, Regisseur, Doktor, Doktor.\nBürgerliches Leben: Schillerforscher, Bühnenschrift-\nsteller: Narretei: Astronomie. Ein rühriger\nTausendsassa sagt V. A. Aber V. A. hat von allen\ndiesen Übelkeiten noch nicht genug. Er rennt\nzu Richard Alexander. Der ist im Traumleben\nSchauspieler, im bürgerlichen Leben Photograph,\nseine Narretei besteht in der Rosenzüchterei. V.\nA. verliert die Fassung: „Drei sehr disparate\nBerufe, die sich sehr schwer mit einander vereinigen\nlassen. Kern Wunder, wenn Alexander einmal\nseine Rosen photographiert und den Monolog\nrezitiert: Es gibt im Menschenleben Augenblicke...\"\nWo man Herrn V. A. das Berliner Tageblatt um\ndie Ohren schlagen möchte. Aber Frau Durieux\nempfing ihn. Und erzählte ihm, dass sie eine\nverwegene Aeronautin sei, die auf Abstürze keinen\nWert lege. Sie ist gegen Flugmaschinen und für\ndie Luftballons. „Da sich aber viel Unfälle bei\nFlugmaschinen gerade ereignet haben, halte ich\ndieses Luftfahrzeug für zu gefährlich:\" Wir wollen\nsammeln, um Herrn V. A. ein Luftfahrzeug zu\nschenken, denn wenn einer behauptet, daß Herr\nOtto Sommersdorf, der im Hauptberuf ein schlechter\nSchauspieler ist, im Nebenberuf „ein Dichter, und\nsogar ein guter sei\", daß Herr Max Grube „auch\nein Dichter sei\", und dass Pagay durch seine\nBeschäftigung mit der Uhrmacherei eine über-\nraschende Ähnlichkeit mit Kaiser Karl dem Fünften\nbesitze,\" so kann man nur noch seine Hoffnung\nauf die Natur setzen, die ja schön öfters mit\nihrem lebhaften Temperament rettend eingegriffen\nhat. Wer so auf den Kopf gefallen ist, wie\nV. A. dem kann ein solider Absturz nur soviel\nschaden, dass er die geschätzte Feder einige\nWochen liegen lässt. Den Herren Schauspielern\nund Theaterdirektoren gebe ich aber den guten\nRat, sich mit ihrem bügerlichen Beruf als Schau-\nspieler oder Direktor zu begnügen, das Traum-\nleben ganz auszuschalten, und höchstens noch\nLiebigbilder zu sammeln.\nPfingsten bei Scherls\nZur Feier des bewährten lieblichen Festes\nverhielt sich der gute Onkel Scherl durchaus\nfamiliär.Auf der ersten Seite predigte einer seiner\nvielen Garnisonpfarrer den Geist, den er selbst\nvermissen läßt. In den Beilagen gab es reichlich\nKunstzeichnungen und Literatur. Diesem gräßlichen\nHerrn Eugen Stangen „glockt und klingt und\npocht und sirrt und singt Pfingsten nur so in den\nPulsen.\" Von der Liebe behauptet er „sie führe\nbetörend mit Duft und Schein heimliche Wege\nins Glück hinein\". Möge die Liebe den heimlichen\nWegen gut bekommen. PerVers, wie man nach\nR. Sch. jetzt sagt, macht sich der Stangen so:\nDie Vögel singen im grünen Nest,\nPfingsten — ist ja Verlobungsfest . . .\nDie Augen blitzen so hell, so heiß,\nBlüten, — Blüten — brautschleierweiß\nSäumen die Höhen und füllen das Tal, — —\nUnd wie ein güldener Krönungssaal\nLacht die Aue im Sommerprunk ; . . .\nFort, fort, du verweinte Erinnerung!\nGeh du ins Du.ikel — ich gehe ins Licht,\nWeil Pfingsten glanzleuchtend die Welt umflicht.\nDas Blühen in deutschen Landen will zwar\nbei Scherl seit einem Jahr nicht enden, aber zu\nPfingsten ist der brave Fedor von Zobeltitz eigens\nnach Hildesheim gefahren, um es zu entdecken.\nDie Kaliindustrie entwickelt sich dort erfreulich in\nder Umgegend, sagt Herr von Zobeltitz. Auch\nkunstsinnig war Hildesheim immer, was man\nwieder von Herrn von Zobeltitz nicht behaupten\nkann. In dieser entzückenden Stadt haben ihn\nnicht einmal die modernen Denkmäler gestört.\nWas man wiederum begreift, wenn mau weiß, daß\ndie kunstsinnigen Hildesheimer ihr Bedürfnis nach\nPlastik durch Prellsche Entwürfe und Lessing be-\nfriedigen lassen. Ganz besonders spricht aber\nfür Hildesheim, daß es keiner ohne den Wunsch\nverlassen wird „so wie ich es getan habe\", ohne\nden Wunsch des Herrn von Zobeltitz: „Auf\nWiedersehen.\" Die Unterhaltungsbeilage ist\ngleichfalls „zum Feste des Geistes\" illuminiert.\nF. Helmold verbittet sich den Nachdruck seines\nGedichtes, aber zwei Zeilen müssen hier stehen,\nkosten sie was sie wollen.\n„Licht und Liebe sollen walten zu des ewigen Gottes Ruhm\nUnd die Segenshände halten über allem Menschentum.\"\nAmen.\nDifferenzierung\nDer Herr. Wovon man spricht, aus dem\nLokalanzeiger liest offenbar mit gutem Erfolg\nDen Sturm. Wenn er jetzt falsche oder un-\nmögliche Bilder gebraucht, bemerkt er, soweit er\nsie bemerkt: „Um ein kühnns Bild zu gebrauchen.\"\nIm Uebrigen macht es ihn nervös, daß ihm der\nSpielplan der Berliner Bühnen vertauscht scheint.\nGerade dieses Vertauschen aller Rollen, diese Aus-\nwechslung von Ernst und Scherz, von Ton und Wort ist\neine ganz hübsche Komödie und bietet dem ahnungslosen\nBesucher fast mehr Vergnügen als das Stück selbst. Ist es\nnicht reizend, wenn man, auf „Richard III.\" präpariert, zu\nseinem Erstaunen dafür plötzlich die Klänge der „Lustigen\nWitwe\" vernimmt, oder die „Bummelstudenten\" mit der\n„Keuschen Susanne\" vertauschen kann?\nAber natürlich ist es unerhört reizend auf\ndie Bummelstudenten präpariert zu sein und eine\nkeusche Susanne vorzufinden. Jedenfalls viel\npikanter, als bei Richard dem Dritten die lustige\nWitwe vorzufinden. Denn man meiß ja seit\nShakespeare, mindestens seit Shakespeare, daß\ndieser König auf solche Damen präpariert war.\nHalt! Halt! Halt!\nDie Köllnische Zeitung kann sich noch immer\nnicht über die Westdeutsche Sonderbund-Aus-\nstellung beruhigen.\n„Ueber Fragen des Takts und guten Geschmacks wollen\nwir hier keine längeren Erörterungen anstellen. Im ge-\nbildeten Publikum hat man aber über diese Gegenüber-\nstellung einer solchen rheinisch-französischen Ausstellung und\nder deutschnationalen bereits eine sehr deutliche Meinung-\nDieser Sonderbund ist gegründet von einer ganz kleinen\nZahl teils in Düsseldorf wohnender, teils von der Düsse'*\ndotfer Schule herstammender »gegenwärtig in Paris lebender"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "517", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 8741, "texte": "Künstler, und ihnen hat sich eine grosse Anzahl von Künst-\nfreunden angeschlossen, darunter auch etliche Museums-\ndirektoren. Der Katalog wird eröffnet mit einer Vorrede,\ndie natürlich die bekannte Phrase von den „engen Geistern'-\ngebraucht, die die deutsche Grenze gegen ausländische Kunst\nabschliessen möchten; zugleich wird darin der französischen\nKunst eine untertänigste Verbeugung gemacht in dem Sinne,\nals ob gerade diese aus Paris gelieferten Bilder die fran-\nzösische Kunst bedeuteten, wovon man bekanntermaßen in\nParis selbst gar nichts weiß. Man könnte ja auch über die\nSache ruhig hinweggehen, denn es wird doch die letzte\nderartige Ausstellung auf deutschem Boden sein. Der von\nden Franzosen selbst belachte Unfug, den vor allem gewisse\nMuseumsdirektoren seit etlichen Jahren in Verbindung mit\neinigen Kunsthändlern getrieben haben, ist durch die\nneuesten Vorgänge endgültig weggefegt, trotz der Redens-\narten des deutschen Künstlerbundes und der unedlen\nInsinuationen des in Weimar lebenden Halbfranzosen Grafen\nKeßler, der gegen Vinnen und alle deutschen Künstler, die\nmit ihm gegen dieses Getriebe Protest erhoben haben, den\nVorwurf des Brotneides von Nichtskönnern erhebt. Den\nKunsthändlern und ihren Anhängern schallt aus der deutschen\nKünstlerschaft ein deutliches: „Jetzt aber raus!\" entgegen,\ndas, wie wir die Stimmung kennen, bei jedem weitem\nWiderspruch noch kräftiger ertönen wird. Die Snobs, die\nBilder kaufen wie sie Halsbinden kaufen, mögen ja noch\neine Zeitlang die abgetane Mode mitmachen, allmählich werden\ndie kleinen Gehirne dann doch darauf kommen, daß dieser\nPariser Kunstabfall nicht mehr schick ist. Denn Museums-\ndirektoren werden aber die Vertretungen der steuerzahlen-\ndeh Bürger bedeuten, daß die ihnen anvertrauten Gelder\nnicht weiter für derartiges Zeüg verschwendet werden dürfen.\nWeiter nichts als „Zeug\" ist das, was an bemalter Leinwand\ndie Eisenbahn von Paris nach Düsseldorf befördert hat. Man\nbraucht sich über diese französische Winkelkunst nicht so sehr\naufzuregen wie voriges Jahr über die aus Paris nach München\nübergesiedelten russischen Kunstanarchisten, aber die Sachen\ndie da geboten werden, haben die namentlich in der Kunst\nnicht sehr beliebte Eigenschaft, daß sie tötlich langweilig\nsind. Das Beste von ihnen, die eine oder andere Landschaft,\nkann vielleicht als Skizze gelten, deren vergrößerte Ausführung\nman sich an der leeren Wand eines Gartenhauses um höchstens\n50 M. machen läßt, und auch das wäre nicht gerade uuser Ge-\nschmack.\"\nWarum regen sich immer die bösesten Kitscher\neinschließlich des Herrn Vinnen und die Jour-\nnalisten über die Franzosen auf. Die einen können\nsich ihren Bedarf an „Originalölgemälden,, selbst\ndecken, die andern werden in den Warenhäusern\nschon von drei Mark an aufwärts mit echt deutschen\nStimmungslandschaften bestens bedient. Darum\nsollten diese Männer doch den reichen Französ-\nlingen ruhig ihr Vergnügen gönnen, sich Bilder\nvon Manet, Cezanne und van Gogh zu kaufen.\nDiese Sorte hat sowieso kein „Heim\", daher\nlohnt sich nicht die Mühe, es ihnen schmücken zu\nwollen. Die echtdeutschen Künstler sollten\nwenigstens den Stolz besitzen, ihre Perlen nicht\nvor die Säue zu werfen, Ehrlich währt am\nlängsten. Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.\nDie Kunst dem Volke. Bade zu Hause.\nDer natürliche Kritiker\nIm Tag schreibt ein Mann namens Friedrich\nStein zum Erweichen. Vor einigen Wochen ent-\ndeckte er Georg Engel. Die Begleitumstände\nwaren in Nummer 62 dieser Wochenschrift zu\nlesen. Jetzt hat sich seine Kritik auf die „Passion\"\nverlegt, einen neuen Roman einer zeitgenössischen\nDame. Daher selbstverständlich erschienen bei\nS. Fischer. Dieser Roman, sagt Stein, steht unter\ndem Zeichen der Doppelnatur: dichterische Mängel\nneben literarischen Vorzügen beides stark aus-\ngeprägt. Die Natur des Herrn Stein ist simpler.\nSie besteht ausschließlich aus literarischen Mängeln,\ndie allerdings sehr stark ausgeprägt sind. In-\nfolgedessen tritt er, wie übrigens auch der brave\nSchleikjer in der Gegenwart, und der alberne\nkleine Jacobsohn in seinem Theaterblättchen für\ndie „natürliche Kunst\" ein. Nachdem Herr Stein\ndie Doppelnatur seiner Autorin erkannt hat, be-\nmerkt er freudig, daß „trotz alledem dieser Roman\nPassion zu den interessantesten Dichtungen des\nTages gerechnet werden darf\". Womit er aber\nhoffentlich nicht die Zeitung meint, in der er sich\ninteressant machen darf. „Interessant vor allem\ngerade, um seines mißhandelten Vorwurfs willen,\nder nur größer gedacht und logischer gemacht\nzu sein brauchte, um einer starken ehrlichen\nWirkung sicher zu sein.\" Sehr richtig. Man soll\nnicht Vorwürfe mißhandeln, lieber Mißhandlungen\nvorwerfen, dann kann der Kritiker wenigstens\neiner ehrlichen Wirkung sicher sein. „Interessant\nsodann wegen seiner widerspruchsvollen lite-\nrarischen Physognomie (siehe Doppelnatur), deren\nmimisches Ausducksvermögen oft überraschend\nreich und stimmungvermittelnd ist.\" Man kommt\nzu dem Wunsch, das Gesicht des Herrn Stein\nzu sehen.\nSchade nur, daß ihrem Wortgepräge jede Einfachheit und\nNatürlichkeit abgeht. Ich habe noch immer gefunden, daß die\nwirklichen Potenzen einfach und natürlich sprechen; daß ihr\nVortrag um so glänzender wird, je weniger gekünstelt er sich\ngibt. Verstiegene Vieldeutigkeit, mystizierender Silbendunst,\ngeschraubte Unklarheiten sind eine Artistik der Unreife. Eine\nArtistik, die für den Artisten haisbrechend werden kann. Und\ndie jedenfalls zu echter Kunst niemals eine Brücke schlagen\nsind.\nDas ist so einfach und natürlich gesagt, daß\nman Herrn Stein wirklich für eine Potenz erklären\nkann. Allerdings wird sein Vortrag umso glän-\nzender, je gekünstelter er sich gibt. Ja, muß\nich wieder sagen, die Natur ist unerschöpflich.\nJe gekünstelter einer ist, umsomehr schwärmt er\nfür die Natur. Je künstlerischer einer ist, umsomehr\ntritt er für die Kunst ein. Aber Herr Stein lebt\nnur für die Natur i n der Kunst. Es ärgert ihn\nmaßlos, wenn etwas nicht stimmt. Sein kritisches\nPostulat lautet: „Was nicht überzeugt, ist nicht\nwahr.\" Ich möchte es dahin einschränken: Was\nihn überzeugt, ist keine Kunst. Warum fängt\ndiese unglückliche Natur für ihre Anwälte stets\nauf dem Misthaufen an? Herr Stein schreibt:\n„Der Graf stirbt prompt (das Werk ist, wie das\nWort prompt ergibt, per Prosa geschrieben) ohne\ndaß nach der Ursache seines plötzlichen Todes\nein Hahn kräht.\" Der Hahn dürfte keine Ver-\nanlassung dazu gehabt haben. Und Herr Stein\nkräht, weil er sicher den Hahn aus der Natur\nnicht kennt. Künstlerisch hat er ganz bestimmt\nden krähenden Hahn nicht erlebt. Der Hahn ist\nwirklich zu bedauern. Alle schlechten Schriftsteller\nwerfen ihm fortgesetzt, der kleine blöde Jacobsohn\nfast in jeder Woche, die Unterlassung seines\nKrähens vor, weil ihnen die Fähigkeit des Ausdrucks\nfehlt. Wenn einer schon nicht sprechen kann, so\nsollte er lieber sich die Aeußerungsfähigkeit des\nUnglücksvogels aneignen, als zu schreiben. Im\nAneignen ist der kleine Jacobsohn doch schon\nhistorisch ein Meister. Die fremden Federn, mit\ndenn er seine natürliche Kahlheit zu Verbergen\nsucht, stehen ihm schon lange reichlich zur Ver-\nfügung, freilich unter Protest der Besitzer. Kein\nHahn kräht nach ihm mehr, nur der Herr Stein\nihm nach. Entschuldigen Sie, Herr Stein, daß ich\nbei diesei Gelegenheit ihrem Kollegen den Hals\numgedreht habe. Sowas passiert schon bei lite-\nrarischen Mängeln. Also: der passionierte Graf\nstirbt, stellen Sie fest, „ohne daß die Gattin auch\nnur im Geringsten zum Nachdenken über das a\npropos des Geschickes gebracht wird.\" Die Ver-\nfasserin wollte Ihrem a propos offenbar nicht vor-\ngreifen. Statt dessen läßt sie den Mörder des\nGrafen die Witwe des Gemordeten heiraten. Das\nhabe ich übrigens auch schon mal irgendwo ge-\nlesen. „Und lebt an seiner Seite ein strahlendes\njauchzendes Glück, das er selbst vernichtet, indem\ner seiner Frau den Mord an ihrem ersten Gatten\ngesteht.\" Hier ist Herr Stein wieder nicht mit der\nVerfasserin einverstanden, denn er bemerkt a\npropos, daß dazu gar keine äußere Notwendigkeit\nvorgelegen habe. „Es war ein Experiment auf\ndie Glaubwürdigkeit ihrer Liebe. Die Kraft der\nLiebe versagt. Die Gattin, ohnehin schon ein\nwenig abgekühlt, wendet sich von dem geständigen\nMörder.\" Die Geschichte wird sehr dunkel.\nWarum gesteht der Freiherr wirklich den Mord,\nwenn die Dame schon ein wenig abgekühlt war.?\n„Diese unerwartete Enttäuschung treibt Georg vor\ndie Mündung der Pistole.\" Gott sei Dank. Nun\nkann sich die Gräfin wenigstens das Nachdenken\nsparen. Und der Hahn wird wieder nicht krähen.\nWeder nach ihr, noch nach ihm, noch nach Herrn\nStein, noch nach dem kleinen blöden Jacobsohn.\nAuf einer Eselbrücke kommt man nie zur\nKunst, auch wenn man geschlagen wird. Und\nman kann in dieser dörflichen Umgebung kein\nArtist sein und doch den Hals brechen.\nTrust"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c004", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "517", "page_fin": "517", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.4", "titre_corps": "Sar Péladan", "titre_sommaire": "Sar Péladan", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "517", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.3", "debut_caractere": 8743, "fin_caractere_exclue": 8754, "texte": "Sar Péladan"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c005", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "517", "page_fin": "518", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.5", "titre_corps": "Die höchste Tugend", "titre_sommaire": "Die höchste Tugend", "signature_source": "Sar Peladan", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "517", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.3", "debut_caractere": 8756, "fin_caractere_exclue": 9434, "texte": "Die höchste Tugend\nVon Sar Peladan\n„Was beschlossen wird,\n„ist von solcher Trans-\nzendenz, daß sich die\n„Beatrice daran nicht\n„hinter dem Dante\n„halten könnte\"\nMerodaek setzte an einem 31. Juni — Dienstag\nnach Verlassen der Eisenbahn in St. Remy den\nersten Fuß auf die funkelnde Straße; die nach\nMontsegur führt. Mit Bluse aus blauer Leinwand\nbekleidet, um die ein Strick geschlungen ist, stützte\ner sich auf einem Stabe. Im offnen Felde ließ\ner die Schuhe zurück und schritt mit nackten\nFüßen im brennenden Staube, während er in der\nlinken Hand einen Rosenkranz durch die Finger\ngleiten ließ und sehr hoch, berauscht vor Glauben\nsang: „Gloria patri et filio et spiritui sancto."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "518", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 9886, "texte": "Sieuterat in prineipio et nunc et semper, et in\nsaecula saeculorum. Amen.\"\nBauern gingen vorbei und grüßten ihn, ohne\nsich zu wundern, denn eine Gabelung des Weges\nendete auf eine Kapelle „Unserer Lieben Frau\nder Fieber,\" die noch Wunder tut.\nEin Gensdarm zögerte, ihn nach seinen\nPapieren anzuhalten, da er einen Narren witterte,\ndenn ein Exaltierter ist ein Verrückter für einen\nGensdarm.\nKinder, die in der Provence grausam sind,\nwarfen ihn mit Kieseln, von denen einige ihn\nerreichten. Aus einem armen Pachthof trat eine\nFrau, ein Neugeborenes tragend, das wie besessen\nschrie und bot es dar ohne ein Wort zu sagen\nmit unerklärlichem Vertrauen. Merodack feuchtete\nden Finger mit Speichel, berührte den Staub und\nmachte auf der Stirn des Kindleins ein Kreuz-\nEs hörte augenblicklich mit den Gesichtsver-\nzerrungen auf und lächelte. Merodack ging, indem\ner immer mit sehr starker Stimme sang: „Gloria\npatri et filio et spiritui saneto.\"\nBei einer Biegung erschienen die Voralpen,\nund die Abtei mit den ersten Strebemauern, ihren\ndrei Türmen offenbarte sich blendend. Zweifellos\nüberwachten die Rosenkreuzer den Weg, zwei\nTrompeten schallten von den Hügeln zurückge-\nworfen, und das halbgeteilt weiß und schwarze\nvon Rot gekreuzte Banner des Tempels rollte\nin der hellen Luft auseinander. Der Magier, der\ngeblendet wankte, sah einen Augenblick nichts,\nblind v«»r Tränen, von konvulsivischem Schluchzen\ngerüttelt. Die Trompeten schallten eine Hallelüja-\nFanfare.\nMit beiden Knieen auf der Landstraße weinte\ner und schrie, vor Freude zermalmt, vor Ueber-\nraschung über einen solchen verwirklichten Traum:\ner hatte nur für diese Stunde gelebt, am Tor des\nParadieses wäre er gewiß ruhiger, mehr Meister\nseiner selbst gewesen. Sein heiliges und er-\nhabenes Wahnbild lebte. Bedeutete es ein Gebet,\ndas er hauchte, oder stieg selbst die Himmels-\nSeligkeit im Kuß der Ewigkeit auf ihn nieder?\nSolcher war der Blitzschlag dieser Erregung,\ndaß er beim Vorwärtsgehen fiebrisch zitterte.\nSeine Augen wurden trocken, endlich sah er,\nund das sein Herz leidenschaftlich anziehende\nGlück stieg zum Geiste auf, der Gedanke ver-\nzehrte wie eine feinere Kraft dies leidenschaftliche\nHinweggenommensein: sein Schritt ward ge-\nmessen, die Gestalt grade aufgerichtet, die Haltung\ngebieterisch, indem er mit jedem Zoll sein\ngeistliches Meister-Amt im Fleisch darstellte.\nSieger über die Freude durch Uebersteigen der\nUeberraschung, gelangte der Fanatiker, mit dem\nGang des Arbeiters, der Groß-Meister zum Fuß\nder Mauern.\nAuf der Schwelle waren im Halbkreis die\nRosenkreuzer, die weißen Mantel mit rotem Kreuz\ntrugen, und außer Alta mit dem einen Knie auf\nder Erde. Der Großmeister seinerseits kniete vor\njeden von ihnen hin dem albigensischen Ritus\nder Consolation entsprechend, küßte ihn auf den\nMund und hob ihn auf. Darauf legte Isdubar\nden Tempelherren - Mantel ihm auf die Schultern\nund führte ihn, damit er den Staub abschüttle\nund sich seine Tracht anlege: man beeilte sich\näm Kellergeschoß, das als Speisesaal diente. Es\nwurde bald Mittag, der ganze Orden nahm um\nMitternacht das Abendmahl.\nDie Tafel war rund wie die der Artus-Ritter\nund mit kaltem Fleisch, Früchten und Wein im\nvorhinein angerichtet. Ehe sie noch geendigt\nhatten, erhob sich dej Mönch, sie hörten auf zu\nessen und zu trinken, es war Mittag. Bis dahin\nhatte Mönchs-Schweigen geherrscht. Die Be-\nsichtigung des Klosters begann, mit Ausnahme\nder Kirche, die man für den höchsten Eindruck\nvorbehielt.\nEs war in vier Monaten ein Wunder verrichtet\nworden, dank Adar, der sein Schlos des Landes\naufgab, mit dem Entschluß Montsegur zu be-\nwohnen. Der Fußboden war zementiert, die\nWölbungen mit rotem Kalk gefärbt worden,\nmajestätisch und heiter lebte die Ruine unter dem\nprovenzalischem Azur.\nMeister Baucens hatte als Architekt und Werk-\nführer die Arbeiten geleitel, Nebo gefiel sich in\nder Modellierung der Wappenschilder an den\nTüren und der Pfeilertische, Trancavel in der\nAusschmückung mit symbolischen Graumalereien,\nalle hatten heiß trotz des Grolles gearbeitet, nicht\nihre Beatri ze n an der heiligen Feierlichkeit\nteilnehmen lassen zu dürfen.\nS i e hatten daran gelitten, so an dem einzig\nruhmreichen Tage zurückgestoßen zu werden;\njedoch verleugnete sich ihre begeisterte Mit-\nwirkung nicht, was Jede an Schönem und\nArchaischem besaß, boten sie an und voll Groß-\nmut vermählten sie sich hierdurch mit dem Unter-\nnehmen, das sie vom Erfolge verbannte. Da gab\nes wunderbare Zueignungen: von Francesca\nPiccolimini eine Folge vlämischer Teppiche\n(15. Jahrhundert) die Darstellung der Geschichte\nder hl. Ursula und der 11 000 Jungfrauen, von\nMerodes v. Castro Kelch, Schüssel und unschätz-\nbare priesterliche Ziergeräte spanischer Arbeit,\nvon Leonora v. Este des Großmeisters Redner-\nstuhl in Eichen, geschnitzt mit Chimären, die vom\nTee-Palaste herrühren, von Clara Grehain die\n16 alle gleichartigen Sessel des Kapitels in Holz,\ndas der Bronce glich, Nanna hatte die 17 Schalen\naus Silber geliefert, Edith die Mäntel aus Leinen,\nBelit die kleine Orgel, Tatania die Goldschmiede-\narbeiten, Stella die Gemälde, d'lzel und Rosa alte\ngemalte Statuen, schließlich hatte Isdubar von\nAdars unbekannten Metallen eine ungeheure Rose\nvon ein Meter Halbmesser geschmiedet, die rings-\num ein blutig leuchtendes Kreuz aus unechten\nRubinen von vielfarbigen Widerstrahlen funkelte,\nund in dessen Mitte ein alchemistischer Diamant\ndie hl. Hostie enthalten konnte.\nDas Kloster enthielt ein Museum und eine\naus Jedes Ueberzähligem und Doubletten gebildete\nbeträchtliche Bibliothek. Nur die Zellen fehlten\nnoch. Der Nachmittag verging strahlend im\nFrohlocken und in Plänen: Merodack lebte seinen\nTraum, Nebo hatte eine Vorahnung:\n„Wenn das Kloster beendigt ist tritt der Tod\nein,\" sprach er zu Nergal.\n„Auch ich fühle,\" erwiderte der Roman-\ndichter „wir rühren an unseren Zenith. Morgen\nwerden wir hinabsteigen.\nSieh Merodack an, sein Auge schaut jenseits\ndessen das er ansieht, ich habe Furcht vor dem,\ndas er zu sagen oder zu tun anhebt. Er wird\nVisionär und hat Erscheinungen.\nAlle bestiegen den Schloßturm beim Unter-\ngang der Sonne. Sie schleppte Blut nach im\nHimmel, wie auf den Hintergründen von Delacroix.\nDie Nacht stieg zu ihnen hernieder von tausend\nSternen funkelnd. Sie erwarteten eine Ansprache\ndes Groß-Meisters, und er schaute an ein herauf-\nbeschworenes Mysterium, gestützt an eine Zinne,\nunbekümmert wegen des ungeheuren Schweigens\ndas 16 außerordentliche unruhige Geister schufen.\nZum ersten Mal empfanden sie, die unbeweg-\nlichen Zeugen seiner innren Schauung, daß ihr\ngroßer Bruder sie verließ, daß er nicht mehr sie\nsich gesellte im Aufschwung seines Gedankens,\nrings um ihn empfanden sie ihn fern, und sie\nbetrübten sich wie Schüler die der Meister vergißt\nDie Trompete erschallte, erwacht folgte ihnen\nMerodack im feierlichen Zuge zur Kirche, wo\nDagon auf der Orgel den Einzug der Ritter aus\n„Parsifal\" ausführte.\nEin einziges Längsschiff mit dem tiefen Chor\nunter der Kuppel mit runden Pfeilern, wies eine\nmönchsartige Anlage, wo man nicht an Gläubige j\ngedacht hatte, mit zwei Chornischen am Quer-\nschiff, der gleichen Länge des Längsschiffes mit\ndem Querschiff, die das Johanniter-Kreuz mit\ngleichem Arm hervorriefen.\nDer Altar nahm genau die Mitte der Kirche\nein. Ein doppeltes Hufeisen umgab wirksam\ngebildet den um 5 Stufen erhöhten Altar, der\naber auf einen einfachen Tisch zurückgeführt\nwar, das Meßbuch und einen einzigen Kerzen- !\nleuchter mit 21 Kerzen trug. Auf der Epistel-\nseite des Altars am Fuß der Stufen war der\nStuhl des Großmeisters, auf der Evangeliumseite\ndesjenigen der das Hochamt verrichtet.\nTrancavel hatte die gewölbte Decke gleich-\nmassig hellblau färben lassen und sie durch-\nbrochen mit flügelumschlungenen Engelsköpfen,\nAuf die Pfeiler, auf ihre dem Altar zugewandte\nStirnseite malte er Kolosse, den Oannes der\nChaldäer, den Gott in der Mitra mit dem Fisch-\nschwanz, den Ammon Rä vom Nil, die indische\nMaya und die griechische Athene. Späterhin\nsollte er diese frühen Werke von frischem machen\nund einen pantheonsartigen • Schmuck der Re-\nligionen dadurch verwirklichen, dass er der durch\nden ganzen Orden hergestellten Ausarbeitung\nnachging.\nVom Gewölbe hing das metallne ungeheure\nRosenkreuz wie ein Kronleuchter nieder. Jeder\nRitter hatte vor sich eine Kerze enzündet, dass\nsie einen Kreis schimmernder Punkte rings um\nden Altar im Schatten, der diese Szene wie ein\nMysterium umgab.\nEhe Pater Alta die Altarstufen bestieg, erhob\nsich Merodack, nachdem er sich bekreuzt hatte, er-\nfüllte die Augen von dem schönsten Schauspiel,\ndas die Erde ihm bieten konnte, und hob, in sich j\ngesammelt, während die Orgel die Verheissung\nhoch aufwarf, langsam majestätisch prachtvoll\ndie rechte Hand, grüsste den Altar, den Mönch,\ndie Brüder und sprach ruhig zur Eröffnung:\n„Rufen wir das Andenken an unsren hohen j\nund hl. Bruder Oelohil Ghuibor wach, der im I\nGeruch der Heiligkeit starb. So begabt wie nur\nEiner der Unsren, verkannt und verdammt mehr\ndenn wir, seinen Eifer in niederen Tugenden,\nzu erschöpfen.\nEr war der letzte Romantiker der Monarchie, j\nVeitreter jener christlichen Trägerschaft, die da !\nsprach „Gott und der König.\" Seine Tugend, !\nseine Ergebenheit waren vollkommen. Die,\ndenen er diente, verabscheuten ihn, ein stumpf- S\nsinniger Marschall verurteilte ihn, weil er das !\nPapsttum verteidigte, am Hofe Roms klagte man\nihn des frommen Unfugs an. Die Frömmigkeit 1\nerneuerte er mit der Schulter-Wunde, gerecht-\nfertigt durch eine OJenbarung des hl. Bernhard\nbewiesen durch jenes wissenschaftliche Gesetz\n„ein sittliches Leiden verdichtet sich zum ent-\nsprechenden körperlichen Grade.\" Jesus fiel\ndreimal unter dem Gewicht der Sünden der\nWelt, die Schulter-Wunde ist daher die, durch\ndie er am meisten litt. Zur Beschämung der\nbischöflichen Frechheiten werden wir an der\nlinken Schulter einen roten Streifen tragen, das\nWahrzeichen der unser Wille gewordenen Er-\ngebenheit. So sei es.\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c006", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "519", "page_fin": "519", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.6", "titre_corps": "Der gothische Dom : Das Strassburger Münster", "titre_sommaire": "Der gothische Dom : Das Strassburger Münster", "signature_source": "John Wolfs", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "519", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2576, "texte": "Der gothische Dom\nDas Strassburger Münster\nVon John Wolfs\nEr zerreisst den Raum in tausend Kreuzen,\nEcken, Konturen, Streben. Der Turm flammt\nin den Himmel, zerbrochen von den Zierraten.\nIndessen eilt das Schiff seitwärts. Die Stützen\nkreuzen sich und fliessen verwirrt ineinander.\nDer Raum zerrieselt an der Steinmasse.\nInnen lastet ein Pfeiler. Er steigt, befreit\nsich, eilt hinauf und schwingt sich oben im\nDunkeln fort Die Strahlen anderer Pfeiler\nschlagen zusammen und vereinigen sich zum\nGewölbe. Draussen zerschellt das grelle Licht\nan den gedämpften und kalten blauen, roten und\ngelben Farben der schmalen hohen Fenster, die\nin langem Zug an beiden Längsseiten neben-\neinander stehen. Das bunte Licht und die\nFormen der kalten, grauen Steinmassen, dies\nalles strömt gegeneinander, zusammen, eilt fort,\nund lebt ein eiliges fliessendes Leben. Der\nRaum verschwindet im Unbestimmten.\nTrotz allem kein Chaos, kein vages Irren.\nImmer sublimieren sich die gleichen Ener-\ngien zu gewaltigen Funktionen:\nimmer ordnen sich die Pfeiler zur Flucht in die\nWeite, die Strahlen zum Flug in die Höhe. Nur\nsind diese Funktionen nicht einheitlich imd zen-\ntralisiert. Im Ganzen verweilt kein geschlos-\nsenes Ruhen, in ihm bleibt kein Rhythmus, keine\n„Proportion\". Es ist keine Mathematik da und\nkein Klang. Unter allen Erlebnissen der Kunst\nist das Erlebnis der Gotik das unmusikalichste.\nDas Temperament dieser Künstler: das\nrücksichtslose Streben, das Zerbrechen aller\nFesseln, aller Bande, die Verachtung alles\nSchweren, Fallenden, Niederziehenden, das un-\ngeheure Fort, Hinauf, diese eisige Ekstase.\nBaut nicht jeder Kitschling heute noch in\ngotischen Stilformen? Wendet er sie nicht\npeinlich genau an, so wie sie uns eine gewisse\nexakte „Kunst\" - Forschung treu und fleissig\nausgemessen und beschrieben hat? Aber das\nLeben fehlt, das Streben und die Flucht. In\nirgend eine Symmetrie gebannt und eingeordnet,\naber doch unproportioniert, dumpf imd eng\nstehen die Räume zusammen. So wird das\nGotische romanistisch verkitscht und das Romani-\nstische gotisch vergewaltigt.\nMan ziehe endlich die richtigen Schlüsse\naus solchem Faktum (zu dem sich noch mancher-\nlei Analogien zeigen lassen). Die Geschichte\nder Kunst ist nicht ein Compendium aller je\nvorgekommenen Stilformen. Der erlebt nochnicht\ndas Kunstwerk, der alle Varianten und Nuancen\nseines Aussehen kennt Das Wesentliche ist\ndas Temperament, das sich in diesen\nFormen offenbart, der Affekt, der in ihnen lebt\nder Ausdruck der seelischen Zuständlichkeit.\nDas muss erlebt und (vom Kunstforscher) er-\nkannt und formuliert werden."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c007", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "519", "page_fin": "520", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.7", "titre_corps": "Berliner Sezession 1911 : II", "titre_sommaire": "Berliner Sezession 1911 : II", "signature_source": "Walter Heymann", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "519", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.5", "debut_caractere": 2578, "fin_caractere_exclue": 9905, "texte": "Berliner Sezession 1911\nII\nVon Walter Heymann\nIch bin ein Feind des Aesthetizismus, den\nkein starker Wille treibt. Geschmackskultivierung'\nist nichts mehr als eine Vorbereitung und Er-\nziehungsmaßnahme für die Erzeugung einer neuen\nKultur. Wenn ich bei Liebermann Esprit merke,\nso verzeichne ich ihn als eine sekundäre Eigen-\nSchaft. In die Nähe des Liebermannschen Esprit\nbringt mein unwillkürliches Empfinden gern einige\nangenehme, feinfühlige Maler von vornehm ge-\nhüteten Geschmack. Ob ich Karl Wal s e r\nnoch zu dieser Gruppe zählen darf? Sein mehr\ngezeichneter als gemalter „Kurfürstendamm\" wirkt\nwie der nüchterne Witz eines Mannes, der seine\nschlechte Laune nicht zeigen will und nicht ganz\nverbergen kann. E. R. Weiss scheint ein emp-\nfindlicher Seismograph, der Geschmacksschwan-\nkungen inFrankreich registriert. Seinem „Schlafenden\nMädchen\" hat er dennoch Innenkräfte von sich\naus verliehen. Nur erinnern die Farben der\nTraumlandschaft zu sehr an zarte Seifenkartons.\nEugen Spiros anständiger Abessynier ist mir\nzwar lieber als das Sumurun-Stimmungsbild von\nErnst Stern; aber er hat den Geschack im\nBewußtsein, nicht in der Seele. Treumann,\ndessen Unglücklicher wieder famos beobachtet\nund in leidvollen Farben empfunden ist, sollte\nnicht dabei stehen bleiben, zwischen Mitleid und\nund Aesthetizismus die genießerische Psychologie\nals Mittel zu benutzen. Lieber männlichen Her-\nzens durch die Hölle gehen 1 Stremels gelbes\nZimmer ist angenehm, Heinrich Hübners\nInterieurs sind immer schön, von seinem Weinberg\nlasse ich mich ebensogern bezaubern, als von\nMaria Slavonas Blumenstrauß. Schade, daß\nbeiden Bildern ein Letztes an Kraft fehlt. Do r a\nHi t z sucht, muß sich aber vor Unkörperlichkeit\nder Gestalten hüten. Te we s findet persönlich\nGeschmack am Derben und Gesammelten. Orl i k\nverwöhnt durch das japanisch duftige, daß er\nden Wänden in der Reinhardtschen Faustprobe\nund seinen Schneelandschaften leiht, nicht ohne\ngegen sich einzunehmen. Weiß er nicht, daß die\nfeinsten Reizungen unwiederholbar sind. Ein paar\ngrüne Zitronen auf bläulich kühlem Kohlblatt\nmachen manches wieder gut. Dieses Stilleben\nwirkt sehr neben denen von Feini n g e r und\nMoll, denen van Goghs Geist den Tisch ge-\nrückt hat. Molls dekorativ vereinfachte Blatt-\n*\ngruppen-Abbreviaturen haben Studienreize. So\netwa auch Kurt Herrmanns neoimpressionistische\nVersuche in farbigen Linien. Da wir gerade bei\nden Sternbildern sind, stellen wir ferner fest,\ndas sich neben Ossw a 1 d noch Klemm,\nReiser, Brockhusen, Asselin und der\ngroße Hod 1 e r mit dem schweren Thema ab-\ngegeben. Und wer als friedlicher Bildbetrachter\nvon einem zum andern gehen möchte, kann sich\nplötzlich unter Kämpfern fühlen. Begnügen wir\nuns noch mit der Annäherung an das Streitgebiet.\nKlemm etwa gewinnt, wenn man ihn mit\ndem Beginner Ge r b i g vergleicht, dessen Bilder\n„Bahndemm\" und „Schafheerde\"das interessante\nFarbenproblem schwarz-grün in Angriff nehmen.\nDer witzige Eismaler soll sich aber hüten, aus\nseinem Können in eine Spezialität zu verfallen.\nDie Farbenfreude an seiner Arbeit ist bei mir\nnicht sehr intensiv. Vielleicht wäre es ausreichend,\ndiese netten Späße statt in weiß, blau, schwarz,\ngrün konzentrierter in schwarz-weiß zu geben.\nDen Widerspruch zwischen Technik und Dar-\nstellung empfinde ich auch lebhaft bei Ry s s e 1-\nberg h e. Wie weit ist ein Pointiiiismus kon-\nsequent, der bei der Menschenhaut zahmer wird.\nVersuche man nicht, diese Frage durch Hinweise\nauf Barbizonmaler zurückzuweisen. Die sehr\nguten Leistungen dieses Meisters langweilen mich\n— und ich neige mich mehr und mehr der Ansicht\nzu, daß die Punktier- und Strichelmethoden über-\nwiegend als dekorative, nicht als impressionistische\nBehelfe ihre Bestimmung finden können. Sind\nnicht „Die drei kleinen Jahn\" von Elsbeth von\nPaul in deren sparsamen Technik fesselnder als\ndie Bodenhausenschen Rysselberghes. Die neuen\nZeichner haben uns die Sinne dafür geschärft,\ndaß man mit wenig Mitteln schon viel geben\nkann. Pascin rechtfertigt das Erstaunen, mit dem\nsein erstes Auftreten erfüllte, fast allwöchentlich\nim Simplizissimus; mit seiner Malerei hat er einen\nunbestrittenen Erfolg. Ich schenke mir gerne das\n— in der Karikatur als Selbstverspottung noch\nerträgliche — Manierhafte, zumal diese slovakisch-\nobszönen Deformationen, aber ich könnte über\ndie Raffinements der delikaten Farben, der Per-\nspektiven und gewisser mathematischer Raum-\nteilungen pathetisch werden, was einem nieder-\nträchtig zweideutigen Spötter gegenüber jedenfalls\nein Mangel an Haltung wäre. So begnüge ich\nmich mit einem apercuhaften Lächeln und fühle\nmidi animiert. Um mich wieder ins Gleichgewicht\nzu bringen, gehe ich zu den „schlichten Männern\".\nJoseph Block mit dem „Raucher\" ist\nin altmeisterlich interessanter Allüre groß. Aber\ndie Holländerart aus Großpapas Galerie ist uns\nvon Kindesbeinen an langweilig, da wird mir\nStrucks Straße wieder lieber. Solche Bilder\nkönnen gut gemalt sein, es berührt uns nicht\nwohltuend, Plusquamperfektum und Präsens ver-\nwechselt zu fühlen. Modersohn und\nMackensen gewinnen ihrem Worpswede\nauf großen Leinwänden kleine idyllische Schön-\nheiten ab, die sie nun schon als bekannt voraus-\nsetzen dürfen. Ulrich Hübners Hanseatische\nMeisterstudien, Em m y Pide s konzentriertes\n„Fischerdorf\" und Thomanns „Hirten\" sind\nals kraftvolle Bilder noch zu rühmen.\nWenn Brandenburg den Tod Christi\nals bengalisch-illuminierte Maskerade von —\nmeinetwegen — großartiger Theatralik an uns\nvorüberpeitscht, als wollte er ein „mittelalterlich\nMysterium\" ins Reinhardtsche übersetzen, so verzeih\nihm nicht der gute Geschmack die mäßige Allegorie\nAber wie selbst Gestalten von Wurf bei ihm\nimmer gern in unwahrhafter Atmosphäre enden,\nso ist wohl zwischen tiefem Fühlen und klarem\nErkennen eine Dunstwand, deren er von keiner\nSeite Herr wird. Beckmann behandelt in der\n„Kreuztragung\" eine immerhin ins Starkromantische\ngesteigerte Wirklichkeit, in der ein paar Speere\nund das getragene Kreuz der Komposition nicht\nminder Klarheit geben als der Situation. Jede\nt inzelheit lebt, wo eine verfehlt ist, wo die Kraft\nnicht hinreichte, zeigt sich's mit aller Deutlichkeit.\nZwei Gesichter zum Beispiel haben eine genügende\nFamilienähnlichkeit. Schadet nichts. Hier ist einer,\nder sich sein Drama aus einzelnen geprüften\nStücken aufbaut. Einer — man siehts an dem\netwas nach links unten drückenden Gesellschafts-\nbild — den jede Einzelheit an sich reizt, und der\nsie wieder vergessen möchte um eines Ganzen\nwillen, den das Porträt lockt, weil er daraus den\nTypus, nein die Person im Drama gewinnen kann.\nVielleicht lockt ihn Wirklichkeit am meisten, wo\nsie eine Steigerung enthält — wie diese „Han-\nnoversche Landschaft\", die ein edelsteinfarbenes\nSchattenkleid von der vorwärtsstoßenden Wolke\nempfangen hat. Wenn diese klare Begabung,\ndies große Temperament noch auf die Vor-\naussetzungen technischer Natur, die bedeutenden\nMinima eingeht und sieh vielleicht in der Wahl\nder Motive ein Uebermaß des Schwierigen eine\nWeile versagt, können wir einen Künstler voll\nKraft und Ursprünglichkeit unser nennen.\nHans Meid zeigt sich gegen das Vorjahr be-\ndeutend vorgeschritten. Inzwischen haben wir\nihn als einen mit sparsamen Mitteln höchst aus-\ndrucksfähigen Radierer kennen gelernt. „Simson\nund Delila\" hat er leider gemalt und den barocken\nScherz mit dem Licht eines heiligen Leuchters"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "520", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3586, "texte": "vergebens zu erhellen versucht. „Beim Haus-\nabbruch\" kam ihm der Vorwurf mehr entgegen.\nEin starkes malerisches Empfinden haben heißt\naber noch nicht, in Farben den höchsten Ausdruck\nfinden. Leuten, die mythische Stoffe behandeln\nund vom Hergebrachten nicht loskommen, sei\nübrigens als ein staunenswertes Beispiel frischer\nIntuition die selbständige Verwendung des Leda-\nmotives im Bilde eines Anfängers, Leo\nMichel s o h n empfohlen, mag auch die Aus-\nführung nicht gleichmäßig gut sein. Auf weiten\nMoorlandes frühlingsfeuchtem Wiesengrund ist\nder vollen Jugendkraft des heißen sehnsüchtigen\nWeibes der Wind entgegenkommen, der ihre\nGlieder befreite; wie ihr im lauen Lenzwind der\nGott sich ankündigte, kam schon stürmisch ein\nWildschwan dahergebraust, mit rauschenden weiten\nSchwingen. Und sie umschlangen sich voll all\nder Liebe, in der sie einander trafen. — Man\nvergleiche einmal mit diesem Material das von\nHildebrands Ledarelief: ein norddeutsch emp-\nfundenes vollsaftiges und einb blaß klassizistisches.\nDie Wirklichkeit einer scharfen Beobachtung und\neiner regsamen Phantasie voller Leidenschaft;\nBernhard Schaum vermochte einem so\njähen transitorischen Vorgang wie dem Wenden\nbeim Wettrennen ohne Uebertreibung vollkommen\ngerecht zu werden. Ein paar geschickte Ueber-\nschneidungen und ein Weniges an Farbflecken\nspielen die Hauptrolle. Has 1 e r ist mit einer\nüberhitzigen „Pantherjagd\" weniger glücklich, aber\nköstlich draufgängerisch. Indianerromantik muß\ndoch für allerlei Malergemüter etwas befreiendes\nhaben. Von den verfluchten Bestien Haslers laß\nich mich nicht so einnehmen, wie von dem zahmen\nGeflügel Pottners. Seine Truthenne, Enten,\nPapageien hat er voll der größten Natürlichkeit\nund liebevoll in ihren Lebensbedingungen ge-\nfaßt, im leichten Schmuck ihres feinen Ge-\nfieders beobachtet, als Farbenspiele gern mit\ndominierendem Weiß in der Sonne erschaut. Und\nnoch einen anderen Tiermaler von überragender\nBedeutung haben wir auf der Sezession. Das\ngraue Ziegenstück Hersteins hat keinen so\naufreizenden Ton wie das rötliche im Vorjahr,\nwirkt aber nicht weniger eindringlich. Seine\n„Mönchsguter Weide\" ist vollends ein Werk, in\ndem das langsame plumpe Schreiten der Kühe\nvon genießerischer Innigkeit aufgenommen und\nmit sicherer Heftigkeit im glücklichsten Moment\nfestgehalten worden ist. Die Landschaft des ge-\nspachtelten Bildes tritt zurück, sie wirkt dabei\nein wenig zäh und trüb. Herstein ist Pole, von\nsüchtiger Empfindlichkeit zur Freude am Vorwurf,\nden er kräftig, manchmal brutal, immer packend\ngestaltet, voller Sicherheit. Kurt Tu ch gibt in\neinem Stück „Ostseeküste\" Einzelheiten mit an-\nsprechendem Sinn für Dekoration. Sich nun für\neinen Allegoristen zu halten und einen Gobelin\nauf die Leinwand „Pfingstfreude\" zu bringen, war\ner kühn aber nicht reich genug. Lehrreiches\nFiasko! Schocken erlebt auch beinahe eins.\nWer so gute Akte malen kann und so reiche\nBlumen sieht, der kann über dem Bemühen all\ndies durch dekorative Einheitlichkeit zusammen-\nzufassen mit seinem Gewissen in Konflikt ge-\nraten, wenn seine Vision nicht von vornherein\nneben der Klarheit die innere Logik hatte. Und\nLogik! Die meisten Maler müssen damit noch\numzugehen lernen. Wer schlägt mit seiner Kunst\nalle aus dem Felde? Einer der sichersten\n„Doktrinäre\" und sonderbarsten Maler aller Zeiten,\ndas neuste Ehrenmitglied der Sezession:\nFerdinand Hodler. Ich will ihm in der\nSchlußbetrachtung nahe zu kommen suchen.\nAuf Seite 504 dieser Wochenschrift muß es bei der Besprechung- dtr\nBilder Kardorffs heißen: An dessen Frauenporträts ich• nur das Farben-\nproblem reizvoll finde."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c008", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "520", "page_fin": "520", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.8", "titre_corps": "Frühling", "titre_sommaire": "Frühling", "signature_source": "Arthur Kronfeld", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "520", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.6", "debut_caractere": 3588, "fin_caractere_exclue": 4161, "texte": "Frühling\nArthur Kronfeld\nDick und sprachlos stehen zwei gelbe Rinder\nAuf der grünen Wiese, wie zwei Flecke.\nHinter rosaweiss punktierter Hecke\nOrgelt stramm, in schmutzigem Zylinder,\nEin Soldat gewesener braver Blinder.\nUnd sein Rhesusfreund in greller Decke\nDenkt zerfurcht dem ärgerlichen Zwecke\nDieses Orgelns nach und lockt die Kinder.\nAlle stehn sie, rot und ungewaschen,\nGlotzend, aufgeplustert, wie die Kröten;\nEins wagt nach dem Tierchen zag zu haschen.\nFette Töne purzeln, kollern, flöten?\nUnd ein milder Herr greift in die Taschen,\nInteresselos, doch mit Erröten."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c009", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "520", "page_fin": "520", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.9", "titre_corps": "Notiz", "titre_sommaire": "Notiz", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "520", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.6", "debut_caractere": 4163, "fin_caractere_exclue": 4363, "texte": "Notiz\nDie Nummer 64 dieser Wochenschrift ist auf\nden Berliner Bahnhöfen wegen der „Unsittlichkeit /\nder Zeichnung nicht zum Verkauf gestellt worden,\nDie Nummer ist direkt durch den Verlag zu beziehen*"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c010", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "520", "page_fin": "520", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.10", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "520", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.6", "debut_caractere": 4525, "fin_caractere_exclue": 5068, "texte": "PH ll—- lE^\\\nLesCahiersdu Centre\nMonatsschrift fur Soziologie\nGeschichte, Kunst\nurid Literatur\nGegriindet von Paul Cornu\nHerausgebcr u. Schriftleiter\nHENRY BURIOT\nId den Cahiers du Centre\nerschienen Werke von Jules\nRenard, Charles -Louis Phi-\nlippe, Marguerite Audoux,\nEmile Guillaumin, Romain\nRolland, Andre Spire, Henri\nBachelin, Valery Larbaud,\nRaymond Darsiles u. a. m.\nJahresbezug fOrs Ausland:\n4,80 M. (Luxusausg. 9,60 M.)\nProbeheft gegen Ein-\nsendung von 50 Pfg.\nVERLAG u. REDAKTION:\n16, Boulevard Chambonnet,\nMOULINS (Allier)Frankreich"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c011", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "520", "page_fin": "520", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "520", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.6", "debut_caractere": 5070, "fin_caractere_exclue": 5183, "texte": "■AWA%mBAVAW.i\nDie Jockel\nHERAUSGEBER\nKarl Kraus\nNummer 324/325\nsoeben erschienen\nPreis SO Pfg.\nGberall erhAltlich"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c012", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "520", "page_fin": "520", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "520", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.6", "debut_caractere": 5185, "fin_caractere_exclue": 5763, "texte": "Die Wasserkraft\nZentralblatt fur Industrie, Ingenieur- und Bauwesen,\nMotorbetrieb, Elektrotcchnik etc.\nOrgan des Verbandes mittel- und westdeutscher Wasserkraft-\nbesitzer, des Verbandes deutscher Holzmehlfabriken und elektrischer\nWasserkraftzentralen.\nInserate finden in der Wasserkraft weiteste Verbreitung. —\nGeschaftsstelle und Verlag Duderstadt a. Harz. Vierteljahrspreis\nM. 1,25 bei freier Zustellung. — Die Herren Verleger werden um\nEinsendung ihrer Neuerscheinungen zur Besprechung gebeten.\nProbenummern umsonst und Postfrei durch die Geschaftsstelle.\nVertreter gesucht <"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c013", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "520", "page_fin": "520", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "520", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.6", "debut_caractere": 5765, "fin_caractere_exclue": 5795, "texte": "laa*\n{\\sajxju\nifujlci*. JaA\nHi"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c014", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "520", "page_fin": "520", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "520", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.6", "debut_caractere": 5797, "fin_caractere_exclue": 6180, "texte": "Preis 1 Mark\nPreii 1 Mark\nMenthol-Malz-Dragees\nSicheresMittel gegen akuteKatarrhe der Atmungs-\norgane / ermoglicht Schauspielern und Sangem\nsofortigen Gebrauch der erkrankten Organe\n■«■■■■ ZAHLREICHE ANERKENNUNGEN unia\nZu haben in alien Apotheken und Drogerien / AHeitiige Fabrikantin\n~Pharmacia\" / Fabrik ffir pharmacentescben Bedarf / Beriin-Halensee\nWohlschmeckezid\nSicher wirkend"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c015", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "520", "page_fin": "520", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "520", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.6", "debut_caractere": 6182, "fin_caractere_exclue": 6752, "texte": "EDMUND MEYER\nBuchhandler und Antiquar\n§e§e§§ BERLIN W 35 §§36§g\nAnkauf einzelner Werke\nund ganzer Bibliotheken\nSoebcn erschien: Katalog XVIII: Literatnr\nOeschichte, Kunstgeschichte, illustrierte\nWerke in deutscher, englischer, fran-\nzos. Sprache zu besonders billigen Preisen\nDemn2chst erscheint: Katalog XXI / Kunst-\nblStten Portrats, Stadteansichten, Berliner\nBlatter, Karrikaturen, FlugblStter, neuere\nund &ltere Oenrebilder, Blatter von\nMenzel, Beardsley, Rops, Stammbucher\nSilhouetten, JapanblStter etc. etc.\nKataloge / gratis und franko /\nbitte direkt zu verlangen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c016", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "520", "page_fin": "520", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "520", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.6", "debut_caractere": 6754, "fin_caractere_exclue": 6820, "texte": "= INSERATE ==\nfinden in dieser Zeitschrift\nweiteste Verbreitung ::"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c017", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "520", "page_fin": "520", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "520", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.6", "debut_caractere": 6822, "fin_caractere_exclue": 7064, "texte": "cr\nm\nc\n93\nProf. Dp. Backbausxcilch, alt be-\nRrahrte KindermUeb. — Trinkfertige Por-\niioaflaschen ft»r rersctaledene Altcrstufen.\nHal to nana. beater Zasatz znr Selbst-\nherstellung a&derer Milchmiscbong«n.\nPiond-Bose IM. 50. Ia Apotb. a. Drog."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c018", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "520", "page_fin": "520", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "520", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.6", "debut_caractere": 7066, "fin_caractere_exclue": 7461, "texte": "Ces fltarges\n5 rue Chaptal / Paris\nDiese literarische Zeitschrift\nveroffentlichte das franzosische\nOriginal der Tagebucher\nFlauberts, deren Ueber- j\ntragung in Deutschland ver- j\nboten wurde. -\nDie Hefte, die die Tagebiicher\nFlauberts enthalten, sowie die\niibrigen seitdem erschienenen\nNummern sind vom Verlag der\nZeitschrift Les Marges gegen\nEinsendung von sechs Francs\ndirekt zu beziehen.\n■ =■"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c019", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "520", "page_fin": "520", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.19", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "520", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.6", "debut_caractere": 7463, "fin_caractere_exclue": 7728, "texte": "L'Efforf\nHalbmonatsschrift\nfur moderne Kultur u. fran-\nzosische Sezession in den\nKunsten und in der Literatur\nHerausgeber und\n:: Schriftleiter ::\nJEAN RICHARD\nJahresbezug fur das\nAusland: Mark 4.50\nZweiter Jahrgang\nVerlag und Redaktion:\nPOITIERS (Vienne)\nFrankreich"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c020", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "521", "page_fin": "521", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "521", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 238, "texte": "Neue Sezession\nDrifte Aussfellung\nA . ;\nGolerie Maximilian Madit\nv<\n.*x\\mn\nitoV.VfJ.3i\nAK I\\XO.\nA\n?%•.»\nr7/Z&/&\n?:Ky\n«'\n:»t\\\\>\nN5W\\S^\nV_,;:\nBerlin W. Ranhesfrasse 1\nan der Kaiser Wilhelm §edaditnis~HJrdie\nVttv\n»/•\n• VA\nF/y(«\n■ >\nif i\nll\\l"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c021", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "522", "page_fin": "522", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "522", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.8", "debut_caractere": 176, "fin_caractere_exclue": 936, "texte": "KLEINES THEATER\n44 UNTER DEN LINDEN 44\nSOMMERSPIELZEIT UNTER DER\nDIRECTION von WILLIAM WAUER\nMB —■■■■ ■■■111\" BBIBBBBIBWMMiriIII Tl 1\"! -\"FITr ■!\nDonnerstag den 15. Juni abends 8 Uhr\nZum ersten Male:\nDie vier Toten der Fiametta\nPantomime von WILLIAM WAUER\nMusik von HERWARTH WALDEN\nNach einem Einakter von PORDES-MILO\nFiametta: ROSA VALETTI\nSilvio, Schneider, ihr Mann: WILLIAM WAUER\nDer erste Liebhaber: GEORG RUNSKY\nDer zweite Liebhaber: KARL MOLLER-MALBERG\nDer dritte Liebhaber: MAX MACK\nDer Lasttrager: GUIDO HERZFELD\nRegie: WILLIAM WAUER.\nVorher:\nDie verwandelte Katze\nVon JACQUES OFFENBACH\nZum Schlufi:\nKarneval in Nizza\nPreisc der Platze 2—lo Mark\nKarten an der Theaterkasse und bei Werthelm\nFreltag den 16. Juni and folgende Tage t\nDieselbe Vorstellung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c022", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "522", "page_fin": "522", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.22", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "522", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.8", "debut_caractere": 938, "fin_caractere_exclue": 1014, "texte": "1 umsonst und portofrci chirch die\nr roDenummer n Geschaftsstdie „der sturm\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c023", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "522", "page_fin": "522", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "522", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.8", "debut_caractere": 1016, "fin_caractere_exclue": 1225, "texte": "FERNSPRECHER: **&&&>* INDIVIDUELLE\nAKT VH, No. WO4l BEDIENUNG\nRENNER, LIEBE & Co.\nGESELLSCHAFT MIT BESCHRANKTER HAFTUNG\nREKLAME UND AUSSTATTUNGEN\nGRAPHISCHE ANSTALTEN\nBUCHDRUCKEREI\nBERLIN NO.\nNEUE K6NIGSTR. 17"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c024", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "522", "page_fin": "522", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "522", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.8", "debut_caractere": 1227, "fin_caractere_exclue": 1499, "texte": "THRICHOPHIL\nF1.M.3,00 F1.M.3,00 ■\n•••■••••••■■■■a = nur Beim Fabrikanten: == ■■•■■•■■■■■■■■■ |\nOtto Teutscher / Friseur 5\nI. Geschaft: 106aPotsdamerstr., Eing.63Steglitzerstr.,Tcl.Vl,673s I\n11. Geschaft: Charlottenburg, 100 Kaiserdamm, Tel. AmtCh.,63B7 |\niiiiooaooooooniii"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c025", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "522", "page_fin": "522", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "522", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.8", "debut_caractere": 1501, "fin_caractere_exclue": 1666, "texte": "-\nJAv\n■r-C !; \\\\l\njc§4£;\n(►»** A/\nEXLIBRIS\nnach Entwiirfen erster\nKtinstler durch den :\nExlibris -Verlag\nBerlin W. 30, Freisinger Strafie 7\nI iS\nK.\n■Jit. Hi.!-*<**«."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c026", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "522", "page_fin": "522", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "522", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.8", "debut_caractere": 1668, "fin_caractere_exclue": 2115, "texte": "•B\n«Spielend» lernt man Sprachen durch\nDr. Rebajoli's AUTODIDAKT\nSelbstunterrichtsmethode\nmit Hiilfe des Grammophons\nOMNETULIT 1\nPUNKTUM !\nBisher erschienen:\nA. Italienisch\nB. Franzosisch\n. v;\n-1\nkSSS\nJcder Lehrer, jede Lehrerin,\nJedermann muss Dr. Rebajoli's\nAutodidakt gebrauchen, um\nleicht und grundlich Frcmd-\nsprachen zu lemen.\nJede Sprache in 33 Lektionen.\nQUI MISCUIT\nUTILE DULCI\nEpochemachende Neuheit\nVertag F. HARNISCH & Co., Berlin W57."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c027", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "522", "page_fin": "522", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "522", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.8", "debut_caractere": 2117, "fin_caractere_exclue": 2668, "texte": "fIMMMMNnWOHIHINHIiHa\n■\n:\nKeine Zahnschmerzen\nKein Zahnzieheo mehr\n■'\nAuf Anfrage gebe\nich Jcdermann Aus-\nkunft fiber cin Mittel\ngegen schwarze,hohle\n• und lockere Zahne\nErfolg garantiert\n£ 0. Berger, Berlin W35\n| Potsdamer Strasse 111\n■\n■\n■\n■ Abschrift: Sehr geehrter Herr!\nS Von vielen Zahnschmerzen bin\nS ich nun ganzlich bef reit durch die\n2 Anwendung Ihres preiswerten\nMittels. Daher empfehle ich es\n\" Jedem, der von Zahnschmerzen\n5 geplagt ist. Mit herzlichem\nS Dank bescheinigt dies Helene\ns Kleemann, Rosengarten,\n5 \" Frankfurt an der Oder ::\n■"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c028", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "522", "page_fin": "522", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.28", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "522", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.8", "debut_caractere": 2670, "fin_caractere_exclue": 2808, "texte": "str'.teTii Cafe Continental SETS!\nJedcn Abend von 9—4 Uhr Nachtss\nGrosses Kunstler-Konzert\nAtle bedeutenden Zeitungen tmd Z cits chrif ten"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-06-10-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-06-10_01#c029", "volume": "bmtnabg_1911-06-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "522", "page_fin": "522", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.2.29", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "522", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.8", "debut_caractere": 2810, "fin_caractere_exclue": 4162, "texte": "Handelswissen- Eiuarip HfladOF i •\nschaftl. Kurse von\nrrieur. metier Leipzig\nunter Mitwirkung 12 hervorragender Fachleute der Theorie und Praxis (staatiich\ngepriifte Lehrer, Akademiker oder auch Kaufleute in fiihrender Stellung). Griindliche\nEinfiihrung in die verschiedenen Branchen des kaufmannischen Berufes, rationelles\nStudium der Handels- und verwandten Wissenschaften &!s Ersatz fur cin mehr-\njahriges Hochschulstudium. Muster-Uebnngs-Kontor.\nDas Studium ist fur Anfanger (Damen und Herren) die fur Stenographic,\ndeutsehe und fremdsprachliche Korrespondenz, Kassc-, Buchfuhrungs- und Bilanz-\nTechnik, Buro-Praxis sicli vorbereiten vvollen —\nsowohl fur junge Leute, die nur eine Volks-, Real- oder Shnliche Schule ab-\nsolviert haben, vvie fur t\nHerren mit besseren praktischen oder theoretischen Vorkenntnissen, Einjihrig-\nFreiwillige, Abiturienten,\nfur Kaufleute reiferen Alters, die bereits praktiseh tUtig waren und den\nForderungen der Gegenwart entsprechend ihre Fachkenntnisse erweitern oder\nvcrtiefen wollen oder\nfur Bankbeamte, Ingenieure, Chemiker, Brauer, Juristen, Nationalokonomen,\nOffiziere, die fiir Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen oder Verbande,\nAktien- oder ahnlicher Oesefiscbaften sicb vorbereiten wollen. Dauer der Kurse\n6—12 Monate — je nach Vorbildung und Ziel.\nProspekte gratis durch die Direktion, Joh&nnisplatz 5"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.1", "texte": "Umfang acht Seiten\nEinzelbezug 10 Pfennig\nTfgTT«ai|^^:'' '... \\ MBtjl .\nWOCHENSCHRIFT FÜR KULTUR UND DIE KÜNSTE\nRedaktion und Verlag*: Berlin-Halensee, Katharinenstrasse 5\nFernsprecher Amt Pfalzburg 3524 / Anzeigen-Annahme\nBerlin W 35 Potsdamerstr. 111\nHerausgeber und Schriftleiter:\nHERWARTH WALDEN\nVierteljahresbezug 1,25 Mark / Halbjahresbezug 2,50 Mark /\nJahresbezug 5,00 Mark / bei freier Zustellung / Insertions-\npreis für die fünf gespaltene Nonpareillezeile 60 Pfennig\nJahrgang 1911\nBERLIN / SONNABEND DEN 10. JUNI 1911\nNUMMER 65\n\nInhalt:\nTRUST: Schalmeienklänge: Pfingsten bei Mosses / Pfingsten bei Scherls / Differenzierung / Halt! Halt! Halt! / Der natürliche Kritiker /\nSAR PBLADAN: Die höchste Tugend / JOHN WOLFS: Der gothische Dom / WALTER HEYMANN: Berliner Sezession 1911 II / ARTHUR\nKRONFELD: Frühling / Notiz / JOHN JACK VRIESLANDER: Schlafendes Mädchen / Zeichnung / ALEX SEON: Sar Peladan / Zeichnung\n\nSchlafendes Mädchen / Zeichnung von John Jack Vrieslander"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "516", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.2", "texte": "Schalmeienklänge\nPfingsten bei Mosses\nSchon seit Ostern ist das deutsche Publikum\nnicht über den Nebenberuf seiner Lieblinge be-\nunruhigt worden. Seine Lieblinge sind bekannt-\nlich Schauspieler und Theaterdirektoren.\nWas konnten also Mosses ihren Lesern zu Pfingsten\nschöneres bieten, als sie immer mal wieder mit\nden Lieblingen menschlich näher zusammenzu-\nbringen. Zwar schreibt Herr V. A. im Berliner\nTageblatt, dass er es nicht begreifen könne, wie\nSchauspieler ausser ihrer hauptsächlichen Theater-\nbeschäftigung noch einen Nebenberuf haben könnten.\n„Einer spielt jeden Abend den Heldenvater und\nsammelt am Tage Liebigbilder. Ein anderer hat be-\nruflich des Abends in der Posse einen betrunkenen\nNachtwächter zu machen, und treibt am Tage\nReligionsphilosophie. Und Gott allein mag wissen,\nwelcher von den beiden Berufen jeweils der richtige\nsein mag.\" Die Theaterkritiker halten in den\nmeisten Fällen den Schauspielerberuf für den\nrichtigen. Ich würde in vielen Fällen mehr auf\nden Liebigsammler schliessen. Also alle Schau-\nspieler haben einen Nebenberuf. Zwar sagt wieder\nV. A., dass die Herrschaften durch Proben, Spiel\nund Mittagessen sehr angestrengt sind. Und dass\nsie des Nachts den Fall Nissen erörtern müssen.\nWenn Herr Nissen in den nächsten Wochen fällt,\ngewinnen sie die Nacht für den Nebenberuf.\n„Und in den Ritzen dieses vollbepakten Tages\nist immer noch Platz für eine kleine Liebhaberei.\nAls ob dieses Bühnenvölkchen (Bühnenvölkchen\nsteht wirklich da) niemals genug haben könnte\nvon der Welt. Sie haben ja schon so zwei\nLeben: das Traumleben auf der Bühne und das\nbürgerliche Leben draussen. Aber sie wollen\nnoch ein drittes haben : eine heimliche Absonder-\nlichkeit und Narretei, jeder für sich.\" Diese Drei-\nteilung ist äusserst klar und Herr V. A. kriecht\nden Schauspielern nun in die Ritzen ihres voll-\nbepakten Tages. Am meisten imponiert Herrn\nV. A. Emanuel Reicher. „Er beschäftigt sich in\nden knapp bemessenen Stunden seiner Erholung\ndamit, die Menschen zu bessern und zu belehren.\nEr will die Welt vertiefen und Veredeln.\" Das\nist ungeheuer liebenswürdig von Herrn Reicher.\nEr sollte mit der Vertiefung und Veredlung bei\nHerrn V. A. den Anfang machen. Herr Reicher\nist im Hauptberuf Schauspieler, im bürgerlichen\nLeben Sozialpolitiker und Religiönsphilosoph,\nseine Narretei ist das Esperanto. Hierauf begab\nsich Herr V. A. zu einem Herrn Dietzsch. „Dieser\nKünstler scheint sich noch nicht klar darüber zu\nsein, was in ihm Hauptberuf und was in ihm\nNebenberuf ist.\" Er betreibt nämlich Schau-\nspielerei und Bildhauerei. V. A. hätte ihn auf-\nklären sollen, dass seine Betätigung auf diesen\nbeiden Gebieten in die dritte Abteilung: Narretei\ngehört. Trotzdem er eine Statuette an Roda\nRoda verkauft hat, trotzdem er „Meisterschüler\nvon Begas\" war und im Neuen Schauspielhaus\nengagiert ist. Dann wandte sich Herr V. A. an\neinen Herrn Impekoven „Er pflegt mehrere Künste,\ndie sich wohl vereinen, ja die sich gegenseitig\nstützen können. Nach seiner eigenen Angabe\nIst er im Traumleben Dekorationsmaler, im\nbürgerlichen Leben Schauspieler und seine Narretei\nIst die Schriftstellerei. Die Pflege scheint aber allen\ndiesen Berufen nicht gut zu bekommen. Der\nHerr Impekoven tröstet sich selbst, indem er fest-\nstellt, dass aller Anfang schwer ist, und er hofft,\ndass er später einmal mehr Glück haben wird.\nVielleicht, wenn er sich bei V. A. in die Pflege\nIbegiebt. „Das alles mag hingehen, aber ein\nwahrer Tausendsassa der Vielseitigkeit scheint\nder rührige Direktor des Neuen Theater Dr. Alfred\nSchmieden zu sein,\" V. A. rührt ihn an und Herr\nSchmieden kann „stolz\" mitteilen: Bereits damals,\nals ich noch Oberregisseur am Lustspielhaus war\n—historisches Datum — habeich meinen Neigungen\nauf dem Gebiet wissenschaftlicher Forschungen\ngehuldigt.\" Wie gut, dass er das gleich selbst\nbesorgt hat. „Später als Direktor machte ich das\nDoktorexamen.\" Also endlich einmal ein Mensch,\nder sich auf den Doktortitel was einbildet und\nsogar auf den Doktortitel in Rostock. „Dann\nbeschäftigte ich mich und beschäftige mich heute\nnoch mit der wissenschaftlichen Schillerforschung.\"\nAlle Talentlosen fliegen auf Schiller. Dass er von\nSchmieden, von Herrn Dr. Schmieden verwissen-\nschaftlicht wird, bleibt unter seinem Verdienst.\nHerr Dr. Schmieden hat sogar als „Niederschlag\nseiner Forschung\" zwei Broschüren geschrieben.\nUnd damit noch nicht genug. Auch ein richtiges\nTheaterstück hat er verfasst, das sogar in seinem\neigenen Theater aufgeführt wurde. Aber das alles\nfüllt den Doktor noch nicht aus. Denn seine\nLieblingsbeschäftigung ist die Astronomie. „Ich\nbetreibe sie mit Hülfe eines sehr schönen In-\nstrumentes zu Hause.\" Leider belästigt er mit\nseinen übrigen Tätigkeiten die Öffentlichkeit. Also:\nTraumleben: Direktor, Regisseur, Doktor, Doktor.\nBürgerliches Leben: Schillerforscher, Bühnenschrift-\nsteller: Narretei: Astronomie. Ein rühriger\nTausendsassa sagt V. A. Aber V. A. hat von allen\ndiesen Übelkeiten noch nicht genug. Er rennt\nzu Richard Alexander. Der ist im Traumleben\nSchauspieler, im bürgerlichen Leben Photograph,\nseine Narretei besteht in der Rosenzüchterei. V.\nA. verliert die Fassung: „Drei sehr disparate\nBerufe, die sich sehr schwer mit einander vereinigen\nlassen. Kern Wunder, wenn Alexander einmal\nseine Rosen photographiert und den Monolog\nrezitiert: Es gibt im Menschenleben Augenblicke...\"\nWo man Herrn V. A. das Berliner Tageblatt um\ndie Ohren schlagen möchte. Aber Frau Durieux\nempfing ihn. Und erzählte ihm, dass sie eine\nverwegene Aeronautin sei, die auf Abstürze keinen\nWert lege. Sie ist gegen Flugmaschinen und für\ndie Luftballons. „Da sich aber viel Unfälle bei\nFlugmaschinen gerade ereignet haben, halte ich\ndieses Luftfahrzeug für zu gefährlich:\" Wir wollen\nsammeln, um Herrn V. A. ein Luftfahrzeug zu\nschenken, denn wenn einer behauptet, daß Herr\nOtto Sommersdorf, der im Hauptberuf ein schlechter\nSchauspieler ist, im Nebenberuf „ein Dichter, und\nsogar ein guter sei\", daß Herr Max Grube „auch\nein Dichter sei\", und dass Pagay durch seine\nBeschäftigung mit der Uhrmacherei eine über-\nraschende Ähnlichkeit mit Kaiser Karl dem Fünften\nbesitze,\" so kann man nur noch seine Hoffnung\nauf die Natur setzen, die ja schön öfters mit\nihrem lebhaften Temperament rettend eingegriffen\nhat. Wer so auf den Kopf gefallen ist, wie\nV. A. dem kann ein solider Absturz nur soviel\nschaden, dass er die geschätzte Feder einige\nWochen liegen lässt. Den Herren Schauspielern\nund Theaterdirektoren gebe ich aber den guten\nRat, sich mit ihrem bügerlichen Beruf als Schau-\nspieler oder Direktor zu begnügen, das Traum-\nleben ganz auszuschalten, und höchstens noch\nLiebigbilder zu sammeln.\nPfingsten bei Scherls\nZur Feier des bewährten lieblichen Festes\nverhielt sich der gute Onkel Scherl durchaus\nfamiliär.Auf der ersten Seite predigte einer seiner\nvielen Garnisonpfarrer den Geist, den er selbst\nvermissen läßt. In den Beilagen gab es reichlich\nKunstzeichnungen und Literatur. Diesem gräßlichen\nHerrn Eugen Stangen „glockt und klingt und\npocht und sirrt und singt Pfingsten nur so in den\nPulsen.\" Von der Liebe behauptet er „sie führe\nbetörend mit Duft und Schein heimliche Wege\nins Glück hinein\". Möge die Liebe den heimlichen\nWegen gut bekommen. PerVers, wie man nach\nR. Sch. jetzt sagt, macht sich der Stangen so:\nDie Vögel singen im grünen Nest,\nPfingsten — ist ja Verlobungsfest . . .\nDie Augen blitzen so hell, so heiß,\nBlüten, — Blüten — brautschleierweiß\nSäumen die Höhen und füllen das Tal, — —\nUnd wie ein güldener Krönungssaal\nLacht die Aue im Sommerprunk ; . . .\nFort, fort, du verweinte Erinnerung!\nGeh du ins Du.ikel — ich gehe ins Licht,\nWeil Pfingsten glanzleuchtend die Welt umflicht.\nDas Blühen in deutschen Landen will zwar\nbei Scherl seit einem Jahr nicht enden, aber zu\nPfingsten ist der brave Fedor von Zobeltitz eigens\nnach Hildesheim gefahren, um es zu entdecken.\nDie Kaliindustrie entwickelt sich dort erfreulich in\nder Umgegend, sagt Herr von Zobeltitz. Auch\nkunstsinnig war Hildesheim immer, was man\nwieder von Herrn von Zobeltitz nicht behaupten\nkann. In dieser entzückenden Stadt haben ihn\nnicht einmal die modernen Denkmäler gestört.\nWas man wiederum begreift, wenn mau weiß, daß\ndie kunstsinnigen Hildesheimer ihr Bedürfnis nach\nPlastik durch Prellsche Entwürfe und Lessing be-\nfriedigen lassen. Ganz besonders spricht aber\nfür Hildesheim, daß es keiner ohne den Wunsch\nverlassen wird „so wie ich es getan habe\", ohne\nden Wunsch des Herrn von Zobeltitz: „Auf\nWiedersehen.\" Die Unterhaltungsbeilage ist\ngleichfalls „zum Feste des Geistes\" illuminiert.\nF. Helmold verbittet sich den Nachdruck seines\nGedichtes, aber zwei Zeilen müssen hier stehen,\nkosten sie was sie wollen.\n„Licht und Liebe sollen walten zu des ewigen Gottes Ruhm\nUnd die Segenshände halten über allem Menschentum.\"\nAmen.\nDifferenzierung\nDer Herr. Wovon man spricht, aus dem\nLokalanzeiger liest offenbar mit gutem Erfolg\nDen Sturm. Wenn er jetzt falsche oder un-\nmögliche Bilder gebraucht, bemerkt er, soweit er\nsie bemerkt: „Um ein kühnns Bild zu gebrauchen.\"\nIm Uebrigen macht es ihn nervös, daß ihm der\nSpielplan der Berliner Bühnen vertauscht scheint.\nGerade dieses Vertauschen aller Rollen, diese Aus-\nwechslung von Ernst und Scherz, von Ton und Wort ist\neine ganz hübsche Komödie und bietet dem ahnungslosen\nBesucher fast mehr Vergnügen als das Stück selbst. Ist es\nnicht reizend, wenn man, auf „Richard III.\" präpariert, zu\nseinem Erstaunen dafür plötzlich die Klänge der „Lustigen\nWitwe\" vernimmt, oder die „Bummelstudenten\" mit der\n„Keuschen Susanne\" vertauschen kann?\nAber natürlich ist es unerhört reizend auf\ndie Bummelstudenten präpariert zu sein und eine\nkeusche Susanne vorzufinden. Jedenfalls viel\npikanter, als bei Richard dem Dritten die lustige\nWitwe vorzufinden. Denn man meiß ja seit\nShakespeare, mindestens seit Shakespeare, daß\ndieser König auf solche Damen präpariert war.\nHalt! Halt! Halt!\nDie Köllnische Zeitung kann sich noch immer\nnicht über die Westdeutsche Sonderbund-Aus-\nstellung beruhigen.\n„Ueber Fragen des Takts und guten Geschmacks wollen\nwir hier keine längeren Erörterungen anstellen. Im ge-\nbildeten Publikum hat man aber über diese Gegenüber-\nstellung einer solchen rheinisch-französischen Ausstellung und\nder deutschnationalen bereits eine sehr deutliche Meinung-\nDieser Sonderbund ist gegründet von einer ganz kleinen\nZahl teils in Düsseldorf wohnender, teils von der Düsse'*\ndotfer Schule herstammender »gegenwärtig in Paris lebender"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "517", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.3", "texte": "Künstler, und ihnen hat sich eine grosse Anzahl von Künst-\nfreunden angeschlossen, darunter auch etliche Museums-\ndirektoren. Der Katalog wird eröffnet mit einer Vorrede,\ndie natürlich die bekannte Phrase von den „engen Geistern'-\ngebraucht, die die deutsche Grenze gegen ausländische Kunst\nabschliessen möchten; zugleich wird darin der französischen\nKunst eine untertänigste Verbeugung gemacht in dem Sinne,\nals ob gerade diese aus Paris gelieferten Bilder die fran-\nzösische Kunst bedeuteten, wovon man bekanntermaßen in\nParis selbst gar nichts weiß. Man könnte ja auch über die\nSache ruhig hinweggehen, denn es wird doch die letzte\nderartige Ausstellung auf deutschem Boden sein. Der von\nden Franzosen selbst belachte Unfug, den vor allem gewisse\nMuseumsdirektoren seit etlichen Jahren in Verbindung mit\neinigen Kunsthändlern getrieben haben, ist durch die\nneuesten Vorgänge endgültig weggefegt, trotz der Redens-\narten des deutschen Künstlerbundes und der unedlen\nInsinuationen des in Weimar lebenden Halbfranzosen Grafen\nKeßler, der gegen Vinnen und alle deutschen Künstler, die\nmit ihm gegen dieses Getriebe Protest erhoben haben, den\nVorwurf des Brotneides von Nichtskönnern erhebt. Den\nKunsthändlern und ihren Anhängern schallt aus der deutschen\nKünstlerschaft ein deutliches: „Jetzt aber raus!\" entgegen,\ndas, wie wir die Stimmung kennen, bei jedem weitem\nWiderspruch noch kräftiger ertönen wird. Die Snobs, die\nBilder kaufen wie sie Halsbinden kaufen, mögen ja noch\neine Zeitlang die abgetane Mode mitmachen, allmählich werden\ndie kleinen Gehirne dann doch darauf kommen, daß dieser\nPariser Kunstabfall nicht mehr schick ist. Denn Museums-\ndirektoren werden aber die Vertretungen der steuerzahlen-\ndeh Bürger bedeuten, daß die ihnen anvertrauten Gelder\nnicht weiter für derartiges Zeüg verschwendet werden dürfen.\nWeiter nichts als „Zeug\" ist das, was an bemalter Leinwand\ndie Eisenbahn von Paris nach Düsseldorf befördert hat. Man\nbraucht sich über diese französische Winkelkunst nicht so sehr\naufzuregen wie voriges Jahr über die aus Paris nach München\nübergesiedelten russischen Kunstanarchisten, aber die Sachen\ndie da geboten werden, haben die namentlich in der Kunst\nnicht sehr beliebte Eigenschaft, daß sie tötlich langweilig\nsind. Das Beste von ihnen, die eine oder andere Landschaft,\nkann vielleicht als Skizze gelten, deren vergrößerte Ausführung\nman sich an der leeren Wand eines Gartenhauses um höchstens\n50 M. machen läßt, und auch das wäre nicht gerade uuser Ge-\nschmack.\"\nWarum regen sich immer die bösesten Kitscher\neinschließlich des Herrn Vinnen und die Jour-\nnalisten über die Franzosen auf. Die einen können\nsich ihren Bedarf an „Originalölgemälden,, selbst\ndecken, die andern werden in den Warenhäusern\nschon von drei Mark an aufwärts mit echt deutschen\nStimmungslandschaften bestens bedient. Darum\nsollten diese Männer doch den reichen Französ-\nlingen ruhig ihr Vergnügen gönnen, sich Bilder\nvon Manet, Cezanne und van Gogh zu kaufen.\nDiese Sorte hat sowieso kein „Heim\", daher\nlohnt sich nicht die Mühe, es ihnen schmücken zu\nwollen. Die echtdeutschen Künstler sollten\nwenigstens den Stolz besitzen, ihre Perlen nicht\nvor die Säue zu werfen, Ehrlich währt am\nlängsten. Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.\nDie Kunst dem Volke. Bade zu Hause.\nDer natürliche Kritiker\nIm Tag schreibt ein Mann namens Friedrich\nStein zum Erweichen. Vor einigen Wochen ent-\ndeckte er Georg Engel. Die Begleitumstände\nwaren in Nummer 62 dieser Wochenschrift zu\nlesen. Jetzt hat sich seine Kritik auf die „Passion\"\nverlegt, einen neuen Roman einer zeitgenössischen\nDame. Daher selbstverständlich erschienen bei\nS. Fischer. Dieser Roman, sagt Stein, steht unter\ndem Zeichen der Doppelnatur: dichterische Mängel\nneben literarischen Vorzügen beides stark aus-\ngeprägt. Die Natur des Herrn Stein ist simpler.\nSie besteht ausschließlich aus literarischen Mängeln,\ndie allerdings sehr stark ausgeprägt sind. In-\nfolgedessen tritt er, wie übrigens auch der brave\nSchleikjer in der Gegenwart, und der alberne\nkleine Jacobsohn in seinem Theaterblättchen für\ndie „natürliche Kunst\" ein. Nachdem Herr Stein\ndie Doppelnatur seiner Autorin erkannt hat, be-\nmerkt er freudig, daß „trotz alledem dieser Roman\nPassion zu den interessantesten Dichtungen des\nTages gerechnet werden darf\". Womit er aber\nhoffentlich nicht die Zeitung meint, in der er sich\ninteressant machen darf. „Interessant vor allem\ngerade, um seines mißhandelten Vorwurfs willen,\nder nur größer gedacht und logischer gemacht\nzu sein brauchte, um einer starken ehrlichen\nWirkung sicher zu sein.\" Sehr richtig. Man soll\nnicht Vorwürfe mißhandeln, lieber Mißhandlungen\nvorwerfen, dann kann der Kritiker wenigstens\neiner ehrlichen Wirkung sicher sein. „Interessant\nsodann wegen seiner widerspruchsvollen lite-\nrarischen Physognomie (siehe Doppelnatur), deren\nmimisches Ausducksvermögen oft überraschend\nreich und stimmungvermittelnd ist.\" Man kommt\nzu dem Wunsch, das Gesicht des Herrn Stein\nzu sehen.\nSchade nur, daß ihrem Wortgepräge jede Einfachheit und\nNatürlichkeit abgeht. Ich habe noch immer gefunden, daß die\nwirklichen Potenzen einfach und natürlich sprechen; daß ihr\nVortrag um so glänzender wird, je weniger gekünstelt er sich\ngibt. Verstiegene Vieldeutigkeit, mystizierender Silbendunst,\ngeschraubte Unklarheiten sind eine Artistik der Unreife. Eine\nArtistik, die für den Artisten haisbrechend werden kann. Und\ndie jedenfalls zu echter Kunst niemals eine Brücke schlagen\nsind.\nDas ist so einfach und natürlich gesagt, daß\nman Herrn Stein wirklich für eine Potenz erklären\nkann. Allerdings wird sein Vortrag umso glän-\nzender, je gekünstelter er sich gibt. Ja, muß\nich wieder sagen, die Natur ist unerschöpflich.\nJe gekünstelter einer ist, umsomehr schwärmt er\nfür die Natur. Je künstlerischer einer ist, umsomehr\ntritt er für die Kunst ein. Aber Herr Stein lebt\nnur für die Natur i n der Kunst. Es ärgert ihn\nmaßlos, wenn etwas nicht stimmt. Sein kritisches\nPostulat lautet: „Was nicht überzeugt, ist nicht\nwahr.\" Ich möchte es dahin einschränken: Was\nihn überzeugt, ist keine Kunst. Warum fängt\ndiese unglückliche Natur für ihre Anwälte stets\nauf dem Misthaufen an? Herr Stein schreibt:\n„Der Graf stirbt prompt (das Werk ist, wie das\nWort prompt ergibt, per Prosa geschrieben) ohne\ndaß nach der Ursache seines plötzlichen Todes\nein Hahn kräht.\" Der Hahn dürfte keine Ver-\nanlassung dazu gehabt haben. Und Herr Stein\nkräht, weil er sicher den Hahn aus der Natur\nnicht kennt. Künstlerisch hat er ganz bestimmt\nden krähenden Hahn nicht erlebt. Der Hahn ist\nwirklich zu bedauern. Alle schlechten Schriftsteller\nwerfen ihm fortgesetzt, der kleine blöde Jacobsohn\nfast in jeder Woche, die Unterlassung seines\nKrähens vor, weil ihnen die Fähigkeit des Ausdrucks\nfehlt. Wenn einer schon nicht sprechen kann, so\nsollte er lieber sich die Aeußerungsfähigkeit des\nUnglücksvogels aneignen, als zu schreiben. Im\nAneignen ist der kleine Jacobsohn doch schon\nhistorisch ein Meister. Die fremden Federn, mit\ndenn er seine natürliche Kahlheit zu Verbergen\nsucht, stehen ihm schon lange reichlich zur Ver-\nfügung, freilich unter Protest der Besitzer. Kein\nHahn kräht nach ihm mehr, nur der Herr Stein\nihm nach. Entschuldigen Sie, Herr Stein, daß ich\nbei diesei Gelegenheit ihrem Kollegen den Hals\numgedreht habe. Sowas passiert schon bei lite-\nrarischen Mängeln. Also: der passionierte Graf\nstirbt, stellen Sie fest, „ohne daß die Gattin auch\nnur im Geringsten zum Nachdenken über das a\npropos des Geschickes gebracht wird.\" Die Ver-\nfasserin wollte Ihrem a propos offenbar nicht vor-\ngreifen. Statt dessen läßt sie den Mörder des\nGrafen die Witwe des Gemordeten heiraten. Das\nhabe ich übrigens auch schon mal irgendwo ge-\nlesen. „Und lebt an seiner Seite ein strahlendes\njauchzendes Glück, das er selbst vernichtet, indem\ner seiner Frau den Mord an ihrem ersten Gatten\ngesteht.\" Hier ist Herr Stein wieder nicht mit der\nVerfasserin einverstanden, denn er bemerkt a\npropos, daß dazu gar keine äußere Notwendigkeit\nvorgelegen habe. „Es war ein Experiment auf\ndie Glaubwürdigkeit ihrer Liebe. Die Kraft der\nLiebe versagt. Die Gattin, ohnehin schon ein\nwenig abgekühlt, wendet sich von dem geständigen\nMörder.\" Die Geschichte wird sehr dunkel.\nWarum gesteht der Freiherr wirklich den Mord,\nwenn die Dame schon ein wenig abgekühlt war.?\n„Diese unerwartete Enttäuschung treibt Georg vor\ndie Mündung der Pistole.\" Gott sei Dank. Nun\nkann sich die Gräfin wenigstens das Nachdenken\nsparen. Und der Hahn wird wieder nicht krähen.\nWeder nach ihr, noch nach ihm, noch nach Herrn\nStein, noch nach dem kleinen blöden Jacobsohn.\nAuf einer Eselbrücke kommt man nie zur\nKunst, auch wenn man geschlagen wird. Und\nman kann in dieser dörflichen Umgebung kein\nArtist sein und doch den Hals brechen.\nTrust\n\nSar Péladan\n\nDie höchste Tugend\nVon Sar Peladan\n„Was beschlossen wird,\n„ist von solcher Trans-\nzendenz, daß sich die\n„Beatrice daran nicht\n„hinter dem Dante\n„halten könnte\"\nMerodaek setzte an einem 31. Juni — Dienstag\nnach Verlassen der Eisenbahn in St. Remy den\nersten Fuß auf die funkelnde Straße; die nach\nMontsegur führt. Mit Bluse aus blauer Leinwand\nbekleidet, um die ein Strick geschlungen ist, stützte\ner sich auf einem Stabe. Im offnen Felde ließ\ner die Schuhe zurück und schritt mit nackten\nFüßen im brennenden Staube, während er in der\nlinken Hand einen Rosenkranz durch die Finger\ngleiten ließ und sehr hoch, berauscht vor Glauben\nsang: „Gloria patri et filio et spiritui sancto."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "518", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.4", "texte": "Sieuterat in prineipio et nunc et semper, et in\nsaecula saeculorum. Amen.\"\nBauern gingen vorbei und grüßten ihn, ohne\nsich zu wundern, denn eine Gabelung des Weges\nendete auf eine Kapelle „Unserer Lieben Frau\nder Fieber,\" die noch Wunder tut.\nEin Gensdarm zögerte, ihn nach seinen\nPapieren anzuhalten, da er einen Narren witterte,\ndenn ein Exaltierter ist ein Verrückter für einen\nGensdarm.\nKinder, die in der Provence grausam sind,\nwarfen ihn mit Kieseln, von denen einige ihn\nerreichten. Aus einem armen Pachthof trat eine\nFrau, ein Neugeborenes tragend, das wie besessen\nschrie und bot es dar ohne ein Wort zu sagen\nmit unerklärlichem Vertrauen. Merodack feuchtete\nden Finger mit Speichel, berührte den Staub und\nmachte auf der Stirn des Kindleins ein Kreuz-\nEs hörte augenblicklich mit den Gesichtsver-\nzerrungen auf und lächelte. Merodack ging, indem\ner immer mit sehr starker Stimme sang: „Gloria\npatri et filio et spiritui saneto.\"\nBei einer Biegung erschienen die Voralpen,\nund die Abtei mit den ersten Strebemauern, ihren\ndrei Türmen offenbarte sich blendend. Zweifellos\nüberwachten die Rosenkreuzer den Weg, zwei\nTrompeten schallten von den Hügeln zurückge-\nworfen, und das halbgeteilt weiß und schwarze\nvon Rot gekreuzte Banner des Tempels rollte\nin der hellen Luft auseinander. Der Magier, der\ngeblendet wankte, sah einen Augenblick nichts,\nblind v«»r Tränen, von konvulsivischem Schluchzen\ngerüttelt. Die Trompeten schallten eine Hallelüja-\nFanfare.\nMit beiden Knieen auf der Landstraße weinte\ner und schrie, vor Freude zermalmt, vor Ueber-\nraschung über einen solchen verwirklichten Traum:\ner hatte nur für diese Stunde gelebt, am Tor des\nParadieses wäre er gewiß ruhiger, mehr Meister\nseiner selbst gewesen. Sein heiliges und er-\nhabenes Wahnbild lebte. Bedeutete es ein Gebet,\ndas er hauchte, oder stieg selbst die Himmels-\nSeligkeit im Kuß der Ewigkeit auf ihn nieder?\nSolcher war der Blitzschlag dieser Erregung,\ndaß er beim Vorwärtsgehen fiebrisch zitterte.\nSeine Augen wurden trocken, endlich sah er,\nund das sein Herz leidenschaftlich anziehende\nGlück stieg zum Geiste auf, der Gedanke ver-\nzehrte wie eine feinere Kraft dies leidenschaftliche\nHinweggenommensein: sein Schritt ward ge-\nmessen, die Gestalt grade aufgerichtet, die Haltung\ngebieterisch, indem er mit jedem Zoll sein\ngeistliches Meister-Amt im Fleisch darstellte.\nSieger über die Freude durch Uebersteigen der\nUeberraschung, gelangte der Fanatiker, mit dem\nGang des Arbeiters, der Groß-Meister zum Fuß\nder Mauern.\nAuf der Schwelle waren im Halbkreis die\nRosenkreuzer, die weißen Mantel mit rotem Kreuz\ntrugen, und außer Alta mit dem einen Knie auf\nder Erde. Der Großmeister seinerseits kniete vor\njeden von ihnen hin dem albigensischen Ritus\nder Consolation entsprechend, küßte ihn auf den\nMund und hob ihn auf. Darauf legte Isdubar\nden Tempelherren - Mantel ihm auf die Schultern\nund führte ihn, damit er den Staub abschüttle\nund sich seine Tracht anlege: man beeilte sich\näm Kellergeschoß, das als Speisesaal diente. Es\nwurde bald Mittag, der ganze Orden nahm um\nMitternacht das Abendmahl.\nDie Tafel war rund wie die der Artus-Ritter\nund mit kaltem Fleisch, Früchten und Wein im\nvorhinein angerichtet. Ehe sie noch geendigt\nhatten, erhob sich dej Mönch, sie hörten auf zu\nessen und zu trinken, es war Mittag. Bis dahin\nhatte Mönchs-Schweigen geherrscht. Die Be-\nsichtigung des Klosters begann, mit Ausnahme\nder Kirche, die man für den höchsten Eindruck\nvorbehielt.\nEs war in vier Monaten ein Wunder verrichtet\nworden, dank Adar, der sein Schlos des Landes\naufgab, mit dem Entschluß Montsegur zu be-\nwohnen. Der Fußboden war zementiert, die\nWölbungen mit rotem Kalk gefärbt worden,\nmajestätisch und heiter lebte die Ruine unter dem\nprovenzalischem Azur.\nMeister Baucens hatte als Architekt und Werk-\nführer die Arbeiten geleitel, Nebo gefiel sich in\nder Modellierung der Wappenschilder an den\nTüren und der Pfeilertische, Trancavel in der\nAusschmückung mit symbolischen Graumalereien,\nalle hatten heiß trotz des Grolles gearbeitet, nicht\nihre Beatri ze n an der heiligen Feierlichkeit\nteilnehmen lassen zu dürfen.\nS i e hatten daran gelitten, so an dem einzig\nruhmreichen Tage zurückgestoßen zu werden;\njedoch verleugnete sich ihre begeisterte Mit-\nwirkung nicht, was Jede an Schönem und\nArchaischem besaß, boten sie an und voll Groß-\nmut vermählten sie sich hierdurch mit dem Unter-\nnehmen, das sie vom Erfolge verbannte. Da gab\nes wunderbare Zueignungen: von Francesca\nPiccolimini eine Folge vlämischer Teppiche\n(15. Jahrhundert) die Darstellung der Geschichte\nder hl. Ursula und der 11 000 Jungfrauen, von\nMerodes v. Castro Kelch, Schüssel und unschätz-\nbare priesterliche Ziergeräte spanischer Arbeit,\nvon Leonora v. Este des Großmeisters Redner-\nstuhl in Eichen, geschnitzt mit Chimären, die vom\nTee-Palaste herrühren, von Clara Grehain die\n16 alle gleichartigen Sessel des Kapitels in Holz,\ndas der Bronce glich, Nanna hatte die 17 Schalen\naus Silber geliefert, Edith die Mäntel aus Leinen,\nBelit die kleine Orgel, Tatania die Goldschmiede-\narbeiten, Stella die Gemälde, d'lzel und Rosa alte\ngemalte Statuen, schließlich hatte Isdubar von\nAdars unbekannten Metallen eine ungeheure Rose\nvon ein Meter Halbmesser geschmiedet, die rings-\num ein blutig leuchtendes Kreuz aus unechten\nRubinen von vielfarbigen Widerstrahlen funkelte,\nund in dessen Mitte ein alchemistischer Diamant\ndie hl. Hostie enthalten konnte.\nDas Kloster enthielt ein Museum und eine\naus Jedes Ueberzähligem und Doubletten gebildete\nbeträchtliche Bibliothek. Nur die Zellen fehlten\nnoch. Der Nachmittag verging strahlend im\nFrohlocken und in Plänen: Merodack lebte seinen\nTraum, Nebo hatte eine Vorahnung:\n„Wenn das Kloster beendigt ist tritt der Tod\nein,\" sprach er zu Nergal.\n„Auch ich fühle,\" erwiderte der Roman-\ndichter „wir rühren an unseren Zenith. Morgen\nwerden wir hinabsteigen.\nSieh Merodack an, sein Auge schaut jenseits\ndessen das er ansieht, ich habe Furcht vor dem,\ndas er zu sagen oder zu tun anhebt. Er wird\nVisionär und hat Erscheinungen.\nAlle bestiegen den Schloßturm beim Unter-\ngang der Sonne. Sie schleppte Blut nach im\nHimmel, wie auf den Hintergründen von Delacroix.\nDie Nacht stieg zu ihnen hernieder von tausend\nSternen funkelnd. Sie erwarteten eine Ansprache\ndes Groß-Meisters, und er schaute an ein herauf-\nbeschworenes Mysterium, gestützt an eine Zinne,\nunbekümmert wegen des ungeheuren Schweigens\ndas 16 außerordentliche unruhige Geister schufen.\nZum ersten Mal empfanden sie, die unbeweg-\nlichen Zeugen seiner innren Schauung, daß ihr\ngroßer Bruder sie verließ, daß er nicht mehr sie\nsich gesellte im Aufschwung seines Gedankens,\nrings um ihn empfanden sie ihn fern, und sie\nbetrübten sich wie Schüler die der Meister vergißt\nDie Trompete erschallte, erwacht folgte ihnen\nMerodack im feierlichen Zuge zur Kirche, wo\nDagon auf der Orgel den Einzug der Ritter aus\n„Parsifal\" ausführte.\nEin einziges Längsschiff mit dem tiefen Chor\nunter der Kuppel mit runden Pfeilern, wies eine\nmönchsartige Anlage, wo man nicht an Gläubige j\ngedacht hatte, mit zwei Chornischen am Quer-\nschiff, der gleichen Länge des Längsschiffes mit\ndem Querschiff, die das Johanniter-Kreuz mit\ngleichem Arm hervorriefen.\nDer Altar nahm genau die Mitte der Kirche\nein. Ein doppeltes Hufeisen umgab wirksam\ngebildet den um 5 Stufen erhöhten Altar, der\naber auf einen einfachen Tisch zurückgeführt\nwar, das Meßbuch und einen einzigen Kerzen- !\nleuchter mit 21 Kerzen trug. Auf der Epistel-\nseite des Altars am Fuß der Stufen war der\nStuhl des Großmeisters, auf der Evangeliumseite\ndesjenigen der das Hochamt verrichtet.\nTrancavel hatte die gewölbte Decke gleich-\nmassig hellblau färben lassen und sie durch-\nbrochen mit flügelumschlungenen Engelsköpfen,\nAuf die Pfeiler, auf ihre dem Altar zugewandte\nStirnseite malte er Kolosse, den Oannes der\nChaldäer, den Gott in der Mitra mit dem Fisch-\nschwanz, den Ammon Rä vom Nil, die indische\nMaya und die griechische Athene. Späterhin\nsollte er diese frühen Werke von frischem machen\nund einen pantheonsartigen • Schmuck der Re-\nligionen dadurch verwirklichen, dass er der durch\nden ganzen Orden hergestellten Ausarbeitung\nnachging.\nVom Gewölbe hing das metallne ungeheure\nRosenkreuz wie ein Kronleuchter nieder. Jeder\nRitter hatte vor sich eine Kerze enzündet, dass\nsie einen Kreis schimmernder Punkte rings um\nden Altar im Schatten, der diese Szene wie ein\nMysterium umgab.\nEhe Pater Alta die Altarstufen bestieg, erhob\nsich Merodack, nachdem er sich bekreuzt hatte, er-\nfüllte die Augen von dem schönsten Schauspiel,\ndas die Erde ihm bieten konnte, und hob, in sich j\ngesammelt, während die Orgel die Verheissung\nhoch aufwarf, langsam majestätisch prachtvoll\ndie rechte Hand, grüsste den Altar, den Mönch,\ndie Brüder und sprach ruhig zur Eröffnung:\n„Rufen wir das Andenken an unsren hohen j\nund hl. Bruder Oelohil Ghuibor wach, der im I\nGeruch der Heiligkeit starb. So begabt wie nur\nEiner der Unsren, verkannt und verdammt mehr\ndenn wir, seinen Eifer in niederen Tugenden,\nzu erschöpfen.\nEr war der letzte Romantiker der Monarchie, j\nVeitreter jener christlichen Trägerschaft, die da !\nsprach „Gott und der König.\" Seine Tugend, !\nseine Ergebenheit waren vollkommen. Die,\ndenen er diente, verabscheuten ihn, ein stumpf- S\nsinniger Marschall verurteilte ihn, weil er das !\nPapsttum verteidigte, am Hofe Roms klagte man\nihn des frommen Unfugs an. Die Frömmigkeit 1\nerneuerte er mit der Schulter-Wunde, gerecht-\nfertigt durch eine OJenbarung des hl. Bernhard\nbewiesen durch jenes wissenschaftliche Gesetz\n„ein sittliches Leiden verdichtet sich zum ent-\nsprechenden körperlichen Grade.\" Jesus fiel\ndreimal unter dem Gewicht der Sünden der\nWelt, die Schulter-Wunde ist daher die, durch\ndie er am meisten litt. Zur Beschämung der\nbischöflichen Frechheiten werden wir an der\nlinken Schulter einen roten Streifen tragen, das\nWahrzeichen der unser Wille gewordenen Er-\ngebenheit. So sei es.\"\n\n(Fortsetzung Wgt)"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "519", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.5", "texte": "Der gothische Dom\nDas Strassburger Münster\nVon John Wolfs\nEr zerreisst den Raum in tausend Kreuzen,\nEcken, Konturen, Streben. Der Turm flammt\nin den Himmel, zerbrochen von den Zierraten.\nIndessen eilt das Schiff seitwärts. Die Stützen\nkreuzen sich und fliessen verwirrt ineinander.\nDer Raum zerrieselt an der Steinmasse.\nInnen lastet ein Pfeiler. Er steigt, befreit\nsich, eilt hinauf und schwingt sich oben im\nDunkeln fort Die Strahlen anderer Pfeiler\nschlagen zusammen und vereinigen sich zum\nGewölbe. Draussen zerschellt das grelle Licht\nan den gedämpften und kalten blauen, roten und\ngelben Farben der schmalen hohen Fenster, die\nin langem Zug an beiden Längsseiten neben-\neinander stehen. Das bunte Licht und die\nFormen der kalten, grauen Steinmassen, dies\nalles strömt gegeneinander, zusammen, eilt fort,\nund lebt ein eiliges fliessendes Leben. Der\nRaum verschwindet im Unbestimmten.\nTrotz allem kein Chaos, kein vages Irren.\nImmer sublimieren sich die gleichen Ener-\ngien zu gewaltigen Funktionen:\nimmer ordnen sich die Pfeiler zur Flucht in die\nWeite, die Strahlen zum Flug in die Höhe. Nur\nsind diese Funktionen nicht einheitlich imd zen-\ntralisiert. Im Ganzen verweilt kein geschlos-\nsenes Ruhen, in ihm bleibt kein Rhythmus, keine\n„Proportion\". Es ist keine Mathematik da und\nkein Klang. Unter allen Erlebnissen der Kunst\nist das Erlebnis der Gotik das unmusikalichste.\nDas Temperament dieser Künstler: das\nrücksichtslose Streben, das Zerbrechen aller\nFesseln, aller Bande, die Verachtung alles\nSchweren, Fallenden, Niederziehenden, das un-\ngeheure Fort, Hinauf, diese eisige Ekstase.\nBaut nicht jeder Kitschling heute noch in\ngotischen Stilformen? Wendet er sie nicht\npeinlich genau an, so wie sie uns eine gewisse\nexakte „Kunst\" - Forschung treu und fleissig\nausgemessen und beschrieben hat? Aber das\nLeben fehlt, das Streben und die Flucht. In\nirgend eine Symmetrie gebannt und eingeordnet,\naber doch unproportioniert, dumpf imd eng\nstehen die Räume zusammen. So wird das\nGotische romanistisch verkitscht und das Romani-\nstische gotisch vergewaltigt.\nMan ziehe endlich die richtigen Schlüsse\naus solchem Faktum (zu dem sich noch mancher-\nlei Analogien zeigen lassen). Die Geschichte\nder Kunst ist nicht ein Compendium aller je\nvorgekommenen Stilformen. Der erlebt nochnicht\ndas Kunstwerk, der alle Varianten und Nuancen\nseines Aussehen kennt Das Wesentliche ist\ndas Temperament, das sich in diesen\nFormen offenbart, der Affekt, der in ihnen lebt\nder Ausdruck der seelischen Zuständlichkeit.\nDas muss erlebt und (vom Kunstforscher) er-\nkannt und formuliert werden.\n\nBerliner Sezession 1911\nII\nVon Walter Heymann\nIch bin ein Feind des Aesthetizismus, den\nkein starker Wille treibt. Geschmackskultivierung'\nist nichts mehr als eine Vorbereitung und Er-\nziehungsmaßnahme für die Erzeugung einer neuen\nKultur. Wenn ich bei Liebermann Esprit merke,\nso verzeichne ich ihn als eine sekundäre Eigen-\nSchaft. In die Nähe des Liebermannschen Esprit\nbringt mein unwillkürliches Empfinden gern einige\nangenehme, feinfühlige Maler von vornehm ge-\nhüteten Geschmack. Ob ich Karl Wal s e r\nnoch zu dieser Gruppe zählen darf? Sein mehr\ngezeichneter als gemalter „Kurfürstendamm\" wirkt\nwie der nüchterne Witz eines Mannes, der seine\nschlechte Laune nicht zeigen will und nicht ganz\nverbergen kann. E. R. Weiss scheint ein emp-\nfindlicher Seismograph, der Geschmacksschwan-\nkungen inFrankreich registriert. Seinem „Schlafenden\nMädchen\" hat er dennoch Innenkräfte von sich\naus verliehen. Nur erinnern die Farben der\nTraumlandschaft zu sehr an zarte Seifenkartons.\nEugen Spiros anständiger Abessynier ist mir\nzwar lieber als das Sumurun-Stimmungsbild von\nErnst Stern; aber er hat den Geschack im\nBewußtsein, nicht in der Seele. Treumann,\ndessen Unglücklicher wieder famos beobachtet\nund in leidvollen Farben empfunden ist, sollte\nnicht dabei stehen bleiben, zwischen Mitleid und\nund Aesthetizismus die genießerische Psychologie\nals Mittel zu benutzen. Lieber männlichen Her-\nzens durch die Hölle gehen 1 Stremels gelbes\nZimmer ist angenehm, Heinrich Hübners\nInterieurs sind immer schön, von seinem Weinberg\nlasse ich mich ebensogern bezaubern, als von\nMaria Slavonas Blumenstrauß. Schade, daß\nbeiden Bildern ein Letztes an Kraft fehlt. Do r a\nHi t z sucht, muß sich aber vor Unkörperlichkeit\nder Gestalten hüten. Te we s findet persönlich\nGeschmack am Derben und Gesammelten. Orl i k\nverwöhnt durch das japanisch duftige, daß er\nden Wänden in der Reinhardtschen Faustprobe\nund seinen Schneelandschaften leiht, nicht ohne\ngegen sich einzunehmen. Weiß er nicht, daß die\nfeinsten Reizungen unwiederholbar sind. Ein paar\ngrüne Zitronen auf bläulich kühlem Kohlblatt\nmachen manches wieder gut. Dieses Stilleben\nwirkt sehr neben denen von Feini n g e r und\nMoll, denen van Goghs Geist den Tisch ge-\nrückt hat. Molls dekorativ vereinfachte Blatt-\n*\ngruppen-Abbreviaturen haben Studienreize. So\netwa auch Kurt Herrmanns neoimpressionistische\nVersuche in farbigen Linien. Da wir gerade bei\nden Sternbildern sind, stellen wir ferner fest,\ndas sich neben Ossw a 1 d noch Klemm,\nReiser, Brockhusen, Asselin und der\ngroße Hod 1 e r mit dem schweren Thema ab-\ngegeben. Und wer als friedlicher Bildbetrachter\nvon einem zum andern gehen möchte, kann sich\nplötzlich unter Kämpfern fühlen. Begnügen wir\nuns noch mit der Annäherung an das Streitgebiet.\nKlemm etwa gewinnt, wenn man ihn mit\ndem Beginner Ge r b i g vergleicht, dessen Bilder\n„Bahndemm\" und „Schafheerde\"das interessante\nFarbenproblem schwarz-grün in Angriff nehmen.\nDer witzige Eismaler soll sich aber hüten, aus\nseinem Können in eine Spezialität zu verfallen.\nDie Farbenfreude an seiner Arbeit ist bei mir\nnicht sehr intensiv. Vielleicht wäre es ausreichend,\ndiese netten Späße statt in weiß, blau, schwarz,\ngrün konzentrierter in schwarz-weiß zu geben.\nDen Widerspruch zwischen Technik und Dar-\nstellung empfinde ich auch lebhaft bei Ry s s e 1-\nberg h e. Wie weit ist ein Pointiiiismus kon-\nsequent, der bei der Menschenhaut zahmer wird.\nVersuche man nicht, diese Frage durch Hinweise\nauf Barbizonmaler zurückzuweisen. Die sehr\nguten Leistungen dieses Meisters langweilen mich\n— und ich neige mich mehr und mehr der Ansicht\nzu, daß die Punktier- und Strichelmethoden über-\nwiegend als dekorative, nicht als impressionistische\nBehelfe ihre Bestimmung finden können. Sind\nnicht „Die drei kleinen Jahn\" von Elsbeth von\nPaul in deren sparsamen Technik fesselnder als\ndie Bodenhausenschen Rysselberghes. Die neuen\nZeichner haben uns die Sinne dafür geschärft,\ndaß man mit wenig Mitteln schon viel geben\nkann. Pascin rechtfertigt das Erstaunen, mit dem\nsein erstes Auftreten erfüllte, fast allwöchentlich\nim Simplizissimus; mit seiner Malerei hat er einen\nunbestrittenen Erfolg. Ich schenke mir gerne das\n— in der Karikatur als Selbstverspottung noch\nerträgliche — Manierhafte, zumal diese slovakisch-\nobszönen Deformationen, aber ich könnte über\ndie Raffinements der delikaten Farben, der Per-\nspektiven und gewisser mathematischer Raum-\nteilungen pathetisch werden, was einem nieder-\nträchtig zweideutigen Spötter gegenüber jedenfalls\nein Mangel an Haltung wäre. So begnüge ich\nmich mit einem apercuhaften Lächeln und fühle\nmidi animiert. Um mich wieder ins Gleichgewicht\nzu bringen, gehe ich zu den „schlichten Männern\".\nJoseph Block mit dem „Raucher\" ist\nin altmeisterlich interessanter Allüre groß. Aber\ndie Holländerart aus Großpapas Galerie ist uns\nvon Kindesbeinen an langweilig, da wird mir\nStrucks Straße wieder lieber. Solche Bilder\nkönnen gut gemalt sein, es berührt uns nicht\nwohltuend, Plusquamperfektum und Präsens ver-\nwechselt zu fühlen. Modersohn und\nMackensen gewinnen ihrem Worpswede\nauf großen Leinwänden kleine idyllische Schön-\nheiten ab, die sie nun schon als bekannt voraus-\nsetzen dürfen. Ulrich Hübners Hanseatische\nMeisterstudien, Em m y Pide s konzentriertes\n„Fischerdorf\" und Thomanns „Hirten\" sind\nals kraftvolle Bilder noch zu rühmen.\nWenn Brandenburg den Tod Christi\nals bengalisch-illuminierte Maskerade von —\nmeinetwegen — großartiger Theatralik an uns\nvorüberpeitscht, als wollte er ein „mittelalterlich\nMysterium\" ins Reinhardtsche übersetzen, so verzeih\nihm nicht der gute Geschmack die mäßige Allegorie\nAber wie selbst Gestalten von Wurf bei ihm\nimmer gern in unwahrhafter Atmosphäre enden,\nso ist wohl zwischen tiefem Fühlen und klarem\nErkennen eine Dunstwand, deren er von keiner\nSeite Herr wird. Beckmann behandelt in der\n„Kreuztragung\" eine immerhin ins Starkromantische\ngesteigerte Wirklichkeit, in der ein paar Speere\nund das getragene Kreuz der Komposition nicht\nminder Klarheit geben als der Situation. Jede\nt inzelheit lebt, wo eine verfehlt ist, wo die Kraft\nnicht hinreichte, zeigt sich's mit aller Deutlichkeit.\nZwei Gesichter zum Beispiel haben eine genügende\nFamilienähnlichkeit. Schadet nichts. Hier ist einer,\nder sich sein Drama aus einzelnen geprüften\nStücken aufbaut. Einer — man siehts an dem\netwas nach links unten drückenden Gesellschafts-\nbild — den jede Einzelheit an sich reizt, und der\nsie wieder vergessen möchte um eines Ganzen\nwillen, den das Porträt lockt, weil er daraus den\nTypus, nein die Person im Drama gewinnen kann.\nVielleicht lockt ihn Wirklichkeit am meisten, wo\nsie eine Steigerung enthält — wie diese „Han-\nnoversche Landschaft\", die ein edelsteinfarbenes\nSchattenkleid von der vorwärtsstoßenden Wolke\nempfangen hat. Wenn diese klare Begabung,\ndies große Temperament noch auf die Vor-\naussetzungen technischer Natur, die bedeutenden\nMinima eingeht und sieh vielleicht in der Wahl\nder Motive ein Uebermaß des Schwierigen eine\nWeile versagt, können wir einen Künstler voll\nKraft und Ursprünglichkeit unser nennen.\nHans Meid zeigt sich gegen das Vorjahr be-\ndeutend vorgeschritten. Inzwischen haben wir\nihn als einen mit sparsamen Mitteln höchst aus-\ndrucksfähigen Radierer kennen gelernt. „Simson\nund Delila\" hat er leider gemalt und den barocken\nScherz mit dem Licht eines heiligen Leuchters"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "520", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.6", "texte": "vergebens zu erhellen versucht. „Beim Haus-\nabbruch\" kam ihm der Vorwurf mehr entgegen.\nEin starkes malerisches Empfinden haben heißt\naber noch nicht, in Farben den höchsten Ausdruck\nfinden. Leuten, die mythische Stoffe behandeln\nund vom Hergebrachten nicht loskommen, sei\nübrigens als ein staunenswertes Beispiel frischer\nIntuition die selbständige Verwendung des Leda-\nmotives im Bilde eines Anfängers, Leo\nMichel s o h n empfohlen, mag auch die Aus-\nführung nicht gleichmäßig gut sein. Auf weiten\nMoorlandes frühlingsfeuchtem Wiesengrund ist\nder vollen Jugendkraft des heißen sehnsüchtigen\nWeibes der Wind entgegenkommen, der ihre\nGlieder befreite; wie ihr im lauen Lenzwind der\nGott sich ankündigte, kam schon stürmisch ein\nWildschwan dahergebraust, mit rauschenden weiten\nSchwingen. Und sie umschlangen sich voll all\nder Liebe, in der sie einander trafen. — Man\nvergleiche einmal mit diesem Material das von\nHildebrands Ledarelief: ein norddeutsch emp-\nfundenes vollsaftiges und einb blaß klassizistisches.\nDie Wirklichkeit einer scharfen Beobachtung und\neiner regsamen Phantasie voller Leidenschaft;\nBernhard Schaum vermochte einem so\njähen transitorischen Vorgang wie dem Wenden\nbeim Wettrennen ohne Uebertreibung vollkommen\ngerecht zu werden. Ein paar geschickte Ueber-\nschneidungen und ein Weniges an Farbflecken\nspielen die Hauptrolle. Has 1 e r ist mit einer\nüberhitzigen „Pantherjagd\" weniger glücklich, aber\nköstlich draufgängerisch. Indianerromantik muß\ndoch für allerlei Malergemüter etwas befreiendes\nhaben. Von den verfluchten Bestien Haslers laß\nich mich nicht so einnehmen, wie von dem zahmen\nGeflügel Pottners. Seine Truthenne, Enten,\nPapageien hat er voll der größten Natürlichkeit\nund liebevoll in ihren Lebensbedingungen ge-\nfaßt, im leichten Schmuck ihres feinen Ge-\nfieders beobachtet, als Farbenspiele gern mit\ndominierendem Weiß in der Sonne erschaut. Und\nnoch einen anderen Tiermaler von überragender\nBedeutung haben wir auf der Sezession. Das\ngraue Ziegenstück Hersteins hat keinen so\naufreizenden Ton wie das rötliche im Vorjahr,\nwirkt aber nicht weniger eindringlich. Seine\n„Mönchsguter Weide\" ist vollends ein Werk, in\ndem das langsame plumpe Schreiten der Kühe\nvon genießerischer Innigkeit aufgenommen und\nmit sicherer Heftigkeit im glücklichsten Moment\nfestgehalten worden ist. Die Landschaft des ge-\nspachtelten Bildes tritt zurück, sie wirkt dabei\nein wenig zäh und trüb. Herstein ist Pole, von\nsüchtiger Empfindlichkeit zur Freude am Vorwurf,\nden er kräftig, manchmal brutal, immer packend\ngestaltet, voller Sicherheit. Kurt Tu ch gibt in\neinem Stück „Ostseeküste\" Einzelheiten mit an-\nsprechendem Sinn für Dekoration. Sich nun für\neinen Allegoristen zu halten und einen Gobelin\nauf die Leinwand „Pfingstfreude\" zu bringen, war\ner kühn aber nicht reich genug. Lehrreiches\nFiasko! Schocken erlebt auch beinahe eins.\nWer so gute Akte malen kann und so reiche\nBlumen sieht, der kann über dem Bemühen all\ndies durch dekorative Einheitlichkeit zusammen-\nzufassen mit seinem Gewissen in Konflikt ge-\nraten, wenn seine Vision nicht von vornherein\nneben der Klarheit die innere Logik hatte. Und\nLogik! Die meisten Maler müssen damit noch\numzugehen lernen. Wer schlägt mit seiner Kunst\nalle aus dem Felde? Einer der sichersten\n„Doktrinäre\" und sonderbarsten Maler aller Zeiten,\ndas neuste Ehrenmitglied der Sezession:\nFerdinand Hodler. Ich will ihm in der\nSchlußbetrachtung nahe zu kommen suchen.\nAuf Seite 504 dieser Wochenschrift muß es bei der Besprechung- dtr\nBilder Kardorffs heißen: An dessen Frauenporträts ich• nur das Farben-\nproblem reizvoll finde.\n\nFrühling\nArthur Kronfeld\nDick und sprachlos stehen zwei gelbe Rinder\nAuf der grünen Wiese, wie zwei Flecke.\nHinter rosaweiss punktierter Hecke\nOrgelt stramm, in schmutzigem Zylinder,\nEin Soldat gewesener braver Blinder.\nUnd sein Rhesusfreund in greller Decke\nDenkt zerfurcht dem ärgerlichen Zwecke\nDieses Orgelns nach und lockt die Kinder.\nAlle stehn sie, rot und ungewaschen,\nGlotzend, aufgeplustert, wie die Kröten;\nEins wagt nach dem Tierchen zag zu haschen.\nFette Töne purzeln, kollern, flöten?\nUnd ein milder Herr greift in die Taschen,\nInteresselos, doch mit Erröten.\n\nNotiz\nDie Nummer 64 dieser Wochenschrift ist auf\nden Berliner Bahnhöfen wegen der „Unsittlichkeit /\nder Zeichnung nicht zum Verkauf gestellt worden,\nDie Nummer ist direkt durch den Verlag zu beziehen*\n\nVerantwortlich für die Schriftleitung\nHERWARTH WALDEN / BERLIN - HALENSEE\nVerantwortlich für die Schriftleitung in Oesterreich - Ungarn\nI. V.: Oskar Kokoschka\n\nPH ll—- lE^\\\nLesCahiersdu Centre\nMonatsschrift fur Soziologie\nGeschichte, Kunst\nurid Literatur\nGegriindet von Paul Cornu\nHerausgebcr u. Schriftleiter\nHENRY BURIOT\nId den Cahiers du Centre\nerschienen Werke von Jules\nRenard, Charles -Louis Phi-\nlippe, Marguerite Audoux,\nEmile Guillaumin, Romain\nRolland, Andre Spire, Henri\nBachelin, Valery Larbaud,\nRaymond Darsiles u. a. m.\nJahresbezug fOrs Ausland:\n4,80 M. (Luxusausg. 9,60 M.)\nProbeheft gegen Ein-\nsendung von 50 Pfg.\nVERLAG u. REDAKTION:\n16, Boulevard Chambonnet,\nMOULINS (Allier)Frankreich\n\n■AWA%mBAVAW.i\nDie Jockel\nHERAUSGEBER\nKarl Kraus\nNummer 324/325\nsoeben erschienen\nPreis SO Pfg.\nGberall erhAltlich\n\nDie Wasserkraft\nZentralblatt fur Industrie, Ingenieur- und Bauwesen,\nMotorbetrieb, Elektrotcchnik etc.\nOrgan des Verbandes mittel- und westdeutscher Wasserkraft-\nbesitzer, des Verbandes deutscher Holzmehlfabriken und elektrischer\nWasserkraftzentralen.\nInserate finden in der Wasserkraft weiteste Verbreitung. —\nGeschaftsstelle und Verlag Duderstadt a. Harz. Vierteljahrspreis\nM. 1,25 bei freier Zustellung. — Die Herren Verleger werden um\nEinsendung ihrer Neuerscheinungen zur Besprechung gebeten.\nProbenummern umsonst und Postfrei durch die Geschaftsstelle.\nVertreter gesucht <\n\nlaa*\n{\\sajxju\nifujlci*. JaA\nHi\n\nPreis 1 Mark\nPreii 1 Mark\nMenthol-Malz-Dragees\nSicheresMittel gegen akuteKatarrhe der Atmungs-\norgane / ermoglicht Schauspielern und Sangem\nsofortigen Gebrauch der erkrankten Organe\n■«■■■■ ZAHLREICHE ANERKENNUNGEN unia\nZu haben in alien Apotheken und Drogerien / AHeitiige Fabrikantin\n~Pharmacia\" / Fabrik ffir pharmacentescben Bedarf / Beriin-Halensee\nWohlschmeckezid\nSicher wirkend\n\nEDMUND MEYER\nBuchhandler und Antiquar\n§e§e§§ BERLIN W 35 §§36§g\nAnkauf einzelner Werke\nund ganzer Bibliotheken\nSoebcn erschien: Katalog XVIII: Literatnr\nOeschichte, Kunstgeschichte, illustrierte\nWerke in deutscher, englischer, fran-\nzos. Sprache zu besonders billigen Preisen\nDemn2chst erscheint: Katalog XXI / Kunst-\nblStten Portrats, Stadteansichten, Berliner\nBlatter, Karrikaturen, FlugblStter, neuere\nund &ltere Oenrebilder, Blatter von\nMenzel, Beardsley, Rops, Stammbucher\nSilhouetten, JapanblStter etc. etc.\nKataloge / gratis und franko /\nbitte direkt zu verlangen\n\n= INSERATE ==\nfinden in dieser Zeitschrift\nweiteste Verbreitung ::\n\ncr\nm\nc\n93\nProf. Dp. Backbausxcilch, alt be-\nRrahrte KindermUeb. — Trinkfertige Por-\niioaflaschen ft»r rersctaledene Altcrstufen.\nHal to nana. beater Zasatz znr Selbst-\nherstellung a&derer Milchmiscbong«n.\nPiond-Bose IM. 50. Ia Apotb. a. Drog.\n\nCes fltarges\n5 rue Chaptal / Paris\nDiese literarische Zeitschrift\nveroffentlichte das franzosische\nOriginal der Tagebucher\nFlauberts, deren Ueber- j\ntragung in Deutschland ver- j\nboten wurde. -\nDie Hefte, die die Tagebiicher\nFlauberts enthalten, sowie die\niibrigen seitdem erschienenen\nNummern sind vom Verlag der\nZeitschrift Les Marges gegen\nEinsendung von sechs Francs\ndirekt zu beziehen.\n■ =■\n\nL'Efforf\nHalbmonatsschrift\nfur moderne Kultur u. fran-\nzosische Sezession in den\nKunsten und in der Literatur\nHerausgeber und\n:: Schriftleiter ::\nJEAN RICHARD\nJahresbezug fur das\nAusland: Mark 4.50\nZweiter Jahrgang\nVerlag und Redaktion:\nPOITIERS (Vienne)\nFrankreich"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "521", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.7", "texte": "Neue Sezession\nDrifte Aussfellung\nA . ;\nGolerie Maximilian Madit\nv<\n.*x\\mn\nitoV.VfJ.3i\nAK I\\XO.\nA\n?%•.»\nr7/Z&/&\n?:Ky\n«'\n:»t\\\\>\nN5W\\S^\nV_,;:\nBerlin W. Ranhesfrasse 1\nan der Kaiser Wilhelm §edaditnis~HJrdie\nVttv\n»/•\n• VA\nF/y(«\n■ >\nif i\nll\\l"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "522", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110610-01.1.8", "texte": "Inserateftannahme: Geschäftsstelle »Der Sturm\", W., Potsdamer Strasse 111, sowie sämtliche Annoncen - Expeditionen, Druck von Renner, Liebe & Co., G. m. fe. H«, Berlin NO. 43\n\nKLEINES THEATER\n44 UNTER DEN LINDEN 44\nSOMMERSPIELZEIT UNTER DER\nDIRECTION von WILLIAM WAUER\nMB —■■■■ ■■■111\" BBIBBBBIBWMMiriIII Tl 1\"! -\"FITr ■!\nDonnerstag den 15. Juni abends 8 Uhr\nZum ersten Male:\nDie vier Toten der Fiametta\nPantomime von WILLIAM WAUER\nMusik von HERWARTH WALDEN\nNach einem Einakter von PORDES-MILO\nFiametta: ROSA VALETTI\nSilvio, Schneider, ihr Mann: WILLIAM WAUER\nDer erste Liebhaber: GEORG RUNSKY\nDer zweite Liebhaber: KARL MOLLER-MALBERG\nDer dritte Liebhaber: MAX MACK\nDer Lasttrager: GUIDO HERZFELD\nRegie: WILLIAM WAUER.\nVorher:\nDie verwandelte Katze\nVon JACQUES OFFENBACH\nZum Schlufi:\nKarneval in Nizza\nPreisc der Platze 2—lo Mark\nKarten an der Theaterkasse und bei Werthelm\nFreltag den 16. Juni and folgende Tage t\nDieselbe Vorstellung\n\n1 umsonst und portofrci chirch die\nr roDenummer n Geschaftsstdie „der sturm\"\n\nFERNSPRECHER: **&&&>* INDIVIDUELLE\nAKT VH, No. WO4l BEDIENUNG\nRENNER, LIEBE & Co.\nGESELLSCHAFT MIT BESCHRANKTER HAFTUNG\nREKLAME UND AUSSTATTUNGEN\nGRAPHISCHE ANSTALTEN\nBUCHDRUCKEREI\nBERLIN NO.\nNEUE K6NIGSTR. 17\n\nTHRICHOPHIL\nF1.M.3,00 F1.M.3,00 ■\n•••■••••••■■■■a = nur Beim Fabrikanten: == ■■•■■•■■■■■■■■■ |\nOtto Teutscher / Friseur 5\nI. Geschaft: 106aPotsdamerstr., Eing.63Steglitzerstr.,Tcl.Vl,673s I\n11. Geschaft: Charlottenburg, 100 Kaiserdamm, Tel. AmtCh.,63B7 |\niiiiooaooooooniii\n\n-\nJAv\n■r-C !; \\\\l\njc§4£;\n(►»** A/\nEXLIBRIS\nnach Entwiirfen erster\nKtinstler durch den :\nExlibris -Verlag\nBerlin W. 30, Freisinger Strafie 7\nI iS\nK.\n■Jit. Hi.!-*<**«.\n\n•B\n«Spielend» lernt man Sprachen durch\nDr. Rebajoli's AUTODIDAKT\nSelbstunterrichtsmethode\nmit Hiilfe des Grammophons\nOMNETULIT 1\nPUNKTUM !\nBisher erschienen:\nA. Italienisch\nB. Franzosisch\n. v;\n-1\nkSSS\nJcder Lehrer, jede Lehrerin,\nJedermann muss Dr. Rebajoli's\nAutodidakt gebrauchen, um\nleicht und grundlich Frcmd-\nsprachen zu lemen.\nJede Sprache in 33 Lektionen.\nQUI MISCUIT\nUTILE DULCI\nEpochemachende Neuheit\nVertag F. HARNISCH & Co., Berlin W57.\n\nfIMMMMNnWOHIHINHIiHa\n■\n:\nKeine Zahnschmerzen\nKein Zahnzieheo mehr\n■'\nAuf Anfrage gebe\nich Jcdermann Aus-\nkunft fiber cin Mittel\ngegen schwarze,hohle\n• und lockere Zahne\nErfolg garantiert\n£ 0. Berger, Berlin W35\n| Potsdamer Strasse 111\n■\n■\n■\n■ Abschrift: Sehr geehrter Herr!\nS Von vielen Zahnschmerzen bin\nS ich nun ganzlich bef reit durch die\n2 Anwendung Ihres preiswerten\nMittels. Daher empfehle ich es\n\" Jedem, der von Zahnschmerzen\n5 geplagt ist. Mit herzlichem\nS Dank bescheinigt dies Helene\ns Kleemann, Rosengarten,\n5 \" Frankfurt an der Oder ::\n■\n\nstr'.teTii Cafe Continental SETS!\nJedcn Abend von 9—4 Uhr Nachtss\nGrosses Kunstler-Konzert\nAtle bedeutenden Zeitungen tmd Z cits chrif ten\n\nHandelswissen- Eiuarip HfladOF i •\nschaftl. Kurse von\nrrieur. metier Leipzig\nunter Mitwirkung 12 hervorragender Fachleute der Theorie und Praxis (staatiich\ngepriifte Lehrer, Akademiker oder auch Kaufleute in fiihrender Stellung). Griindliche\nEinfiihrung in die verschiedenen Branchen des kaufmannischen Berufes, rationelles\nStudium der Handels- und verwandten Wissenschaften &!s Ersatz fur cin mehr-\njahriges Hochschulstudium. Muster-Uebnngs-Kontor.\nDas Studium ist fur Anfanger (Damen und Herren) die fur Stenographic,\ndeutsehe und fremdsprachliche Korrespondenz, Kassc-, Buchfuhrungs- und Bilanz-\nTechnik, Buro-Praxis sicli vorbereiten vvollen —\nsowohl fur junge Leute, die nur eine Volks-, Real- oder Shnliche Schule ab-\nsolviert haben, vvie fur t\nHerren mit besseren praktischen oder theoretischen Vorkenntnissen, Einjihrig-\nFreiwillige, Abiturienten,\nfur Kaufleute reiferen Alters, die bereits praktiseh tUtig waren und den\nForderungen der Gegenwart entsprechend ihre Fachkenntnisse erweitern oder\nvcrtiefen wollen oder\nfur Bankbeamte, Ingenieure, Chemiker, Brauer, Juristen, Nationalokonomen,\nOffiziere, die fiir Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen oder Verbande,\nAktien- oder ahnlicher Oesefiscbaften sicb vorbereiten wollen. Dauer der Kurse\n6—12 Monate — je nach Vorbildung und Ziel.\nProspekte gratis durch die Direktion, Joh&nnisplatz 5"}]}