{"numero_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_sha256": "962891db06c1f923ca0a2fb24cc9dd63dddd8618600c2085690eb0b2e0bd9f43", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1911/07/29_01/bmtnabg_1911-07-29_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1911/07/29_01/bmtnabg_1911-07-29_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c001", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "555", "page_fin": "555", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt:", "titre_sommaire": "Inhalt:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "555", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.1", "debut_caractere": 511, "fin_caractere_exclue": 835, "texte": "Inhalt:\nTRUST: Schönheit! Schönheit! Der Fall Adolf Loos / RICHARD FUCHS: Der Rang der Geschlechter / ERNST BLASS: Das Behagen /\nWILLIAM WAUER: Theatertechnisches / HJOLMAR SÖDERBERG: Aus der Vergessenheit / OBERLEHRER HERMANN SCHILLING / PALL\nSCHEERBART: „Literaturgeschichte\" / OSKAR KOKOSCHKA: Yvette Guilbert / Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c002", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "555", "page_fin": "555", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.2", "titre_corps": "Yvette Guilbert Zeichnung von Oskar Kokoschka", "titre_sommaire": "Yvette Guilbert Zeichnung von Oskar Kokoschka", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "555", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.1", "debut_caractere": 837, "fin_caractere_exclue": 882, "texte": "Yvette Guilbert Zeichnung von Oskar Kokoschka"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c003", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "556", "page_fin": "556", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.3", "titre_corps": "Schönheit! Schönheit!", "titre_sommaire": "Schönheit! Schönheit!", "signature_source": "Der Fall Adolf Loos", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "556", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 9466, "texte": "Schönheit! Schönheit!\nDer Fall Adolf Loos\nDie Schönheit ist ein Lebensbedürfnis des\ndeutschsprechenden Bürgers. Ihm schmeckt so-\ngar das Essen schön. Er zieht sich schön an,\ner richtet sich seine Stuben schön ein, verkehrt\nin schönen Bierpalästen, kauft seine Stecknadeln\nin Warenhäusern, die wie Kirchen aussehen\nmüssen, und bringt von der Reise seinen Lieben\nschöne Ansichten mit. Das Schönheitsgefühl des\nBürgers ist noch durch keinen Satz so klar de-\nfiniert worden, wie durch eine Beantwortung\nim Briefkasten der Berliner Hausfrauenzeitung,\nThomas Theodor Heine hat diese Antwort vor\neinigen Jahren im Simplizissimus mit einer Zeich-\nnung versehen. Der Satz hiess: „Gegenstände,\ndie an und für sich schön sind, werden durch\nBronzieren geradezu niedlich.\" Er ist nicht zu\nüberbieten, dieser Satz. Namentlich, wenn man\nsich der Zeichnung entsinnt: eine ganze Fa-\nmilie bronziert sämtliche Gegenstände und sich\ngegenseitig. Die Weihe der Schönheit wird über\nalles durchaus sinnfällig gelegt. Das wäre das\nNiedliche. Die Gegenstände müssen nun aber\nauch an und für sich schön sein. Um einer\nletzten Oelung wert zu scheinen. Ein Gegen-\nstand ist an und für sich schön, wenn er ge-\nschmückt ist. Das Schmücken kann auf verschie-\ndene Weise geschehen. Gothik, Romanik, Re-\nnaissance, Rokoko, Empire, Neurenaissance, alle\ndiese Möglichkeiten und noch einige andere sind\nvorhanden um das Leben zu verschönen. Be-\ngnügt man sich mit einer Möglichkeit, nennt\nman es Stil. Das wirkt aber für die meisten\nzu einfach. Alle diese Stile in einem Zimmer\nvereinigt oder auf ein Haus angepappt, ergeben\nden Begriff Schönheit. Nach diesem System sind\nzum Beispiel die Häuser des Kurfürstendamms\nerbaut. Was jemals ein Architekt seit Erschaf-\nfung der Welt empfunden und gestaltet hat, ist\nin dieser Prachtstrasse missverstanden worden.\nDie Häuser sind nach Vorlagen der bewährten\nAnkersteinbaukasten gebaut und mit Buchschmuck\nversehen worden. Kein Komfort der Neuzeit\nohne Kariatyden, ohne schulmässige botanische\nund zoologische Symbole (die Rosen und die\nRosse sind besonders beliebt) und ohne Säulen.\nAuf dem Dach treiben sich gewöhnlich noch\nverschiedene Weiber herum, die je nach Ermes-\nsen den Handel, die Industrie, die Schiffahrt\noder die Schönheit markieren. Der Architekt\nscheint keine anderen Sorgen zu haben, als das\nHeim zu schmücken. Und zum guten Ende wird\nalles, was Farbe annimmt, bronziert. Ist ein\nBauherr in der Lage, über ein grösseres Ge-\nlände zu verfügen, so baut er natürlich Stil. Im\nWesten Berlins erheben sich plötzlich die Städte\nNürnberg und München, an der Kaiser Wilhelm\nGedächtniskirche kehrt man reuig in romani-\nsche Zeiten zurück, auch die T-träger werden\ndavon betroffen, am Ludwigskirchplatz werden\ndie Bedürfnisanstalten in Schweizer Hütten ver-\nwandelt und die Uraniasäulen sind seit zwei\nMonaten endlich auch bronziert. Die Berliner\nHausfrauenzeitung siegt.\nNun gibt es in Wien einen Architekten. Er\nheisst Adolf Loos. Er ist der einzige\nArchitekt unserer Zeit. Eine schwere Erkrankung\nwarf diesen stahlharten Menschen nieder. Und\ndas geschah so. Der Künstler wurde beauftragt,\nein Haus auf dem Michaelerplatz zu Wien zu\nbauen. Sein Auftraggeber liess ihm volle Frei-\nheit, Loos, für den das Ornament ein Verbre-\nder erste, der vor zwanzig\nJahren schon die Sinnlosigkeit des übernomme-\nnen oder un architektonisch gedachten Ornamen-\ntes erkannte Loos baute ein Haus, ohne auf\ndas Schönheitsbedürfnis seiner Zeitgenossen Rück-\nsicht zu nehmen. Otto Stoessl beschreibt es al-\nso in der Fackel:\nDreifrontig beherrscht das Haus den Ein-\ngang des Kohlmarktes, der Herrengasse und\ndurch eine ebenso sinnreiche, wie einfache Ab-\nschrägung den Michaelerplatz, welche verhält-\nnismässig schmale Seite gleichwohl die domi-\nnierende bleibt, indem das umlaufende, zwei-\nteilige, hohe Untergeschoss — es nimmt nahe-\nzu die Hälfte der ganzen Mauerhöhe ein —\nmit grauem, bunt durchzogenem hellenischem\nMarmor umkleidet, gerade hier von vier mäch-\ntigen, freien, tragenden Säulen gewichtig ver-\nstärkt, geschmückt, belebt wird, während es\nan den anderen Strassenfronten zu ebener Erde\nden glatten, edeln Steinbelag nur durch die\ngrossen Fensteröffnungen mit ihrem blitzenden\nMessing-, Glas- und Holzzubehör unterbrechen\n' lässt. Der obere Teil dieses Untergeschosses\nist gegen den unteren merklich, doch einfach\ndadurch abgegrenzt, dass sich je zwei halb\neingelassene, schmälere Säulenpaare, breite\nSchaufenster flankierend, auch an den Seiten-\nfronten einfinden und so die Schrägung nach\ndem Michaelerplatz vorbereiten und betonen.\nDadurch wird das Schwergewicht des Baues\naufs natürlichste an seine Stirnseite gebracht.\nUeber dem Untergeschoss, das mit scharfem\nProfil doch nicht weit ausspringt, steigen ohne\näussere Gliederung vier Stockwerke in glattem\nweissem Mauerputz mit eingeschnittenen, ge-\nsimslosen Fenstern mit roten Rahmen auf. Ein\nmässiges, steiles, kupfergedecktes Mansarden-\ndach schliesst den Bau ab, an dem jeder Teil,\njede Wand, jedes Fenster, jede Fläche und\nEcke scharf und genau mit der wohltuenden\nKnappheit und Klarheit eines geraden Sinnes\nsich aneinanderfügen, nicht anders, als bei\neinem guten Schrank.\nDas Haus war noch lange nicht fertig, als\nsicn der bekannte Sturm der Entrüstung erhob.\nDie Neurenaissance war gefährdet. Das Haus\npasste nicht in den Stil. Von diesem „Stil\" darf\nin den nächsten hunderttausend Jahren nicht ab-\ngewichen werden. Die Zeitungen waren ausser\nsich, ein Kunstkritiker sah sogar „viereckige\nFenster\". Da griff das Stadtbauamt ein. Es hat\nin Wien die Aufgabe, darüber zu wachen, dass\nder Stadt die Neurenaissance erhalten bleibe, und\ndass ihre Einwohner nicht in der Entwicklung\nihres Schönheitssinns durch Fehlen von Orna-\nmentik aufgehalten werden. Es kam allerdings\ndoch zu erheblichen Verkehrsstörungen, denn\nganz Wien starrte sich monatelang die fehlenden\nOrnamente an. Während einer Abwesenheit des\nKünstlers ertiess der Besitzer des Hauses ein\nPreisausschreiben, um die bewährte und verlangte\nVerschönerung der Fassade herbeizuführen. Adolf\nLoos protestierte nach seiner Rückkehr auf das\nEntschiedenste und er hatte den Erfolg, dass die\nWiener Architektenvereine einstimmig beschlos-\nsen, sich nicht an der erwünschten Verschöner-\nung zu beteiligen. Aber das Stadtbauamt kann\nes nun einmal ohne Neurenaissance und Orna-\nmentik nicht aushalten. Es befahl dem Hausbe-\nsitzer innerhalb einer bestimmten Frist und un-\nter Androhung einer unerhört grossen Geld-\nstrafe, die Fassade zu verschönern. Bei fort-\ngesetzter Weigerung würde das Stadtbauamt\nzwangsweise die Verschönerung von einem\nbeamteten Architekten vornehmen lassen. Ein\nKompromissverschlag von Adolf Loos wurde ab-\ngelehnt. Das Stadtbauamt besteht auf seinen\nSchönheitssinn: mit Gott für König und Neu-\nrenaissance. Die Frist ist abgelaufen, Adolf\nLoos schwer erkrankt und das Stadtbauamt wird\nnächstens mit der zwangsweisen Verschönerung\nbeginnen. So wirkt heute der Staat für die Kunst.\nWenn die Zensur irgend ein miserables Stück\nverbietet, geraten die Interlektuellen ausser sich.\nGegenüber dieser unerhörten Vergewaltigung\neines Künstlers durch eine „ästhetische\" Behörde\nschweigt man. Die Wiener Architekten wollten\nzwar nicht verschönern helfen. Aber sie müss-\nten viel mehr tun. Sie wären verpflichtet, mit\naller Energie gegen eine derartige Bevormun-\ndung aufzutreten auch wenn sie selbst ein Le-\nben ohne Ornamentik nicht leben mögen. Die\nSchönheit zwangsweise aufputzen, das sollte selbst\nein Haus sich im Jahre 1911 nicht gefallen\nlassen brauchen.\nKarl Kraus, dieser grosse Künstler,\nschrieb über den Fall Adolf Loos unter ande-\nrem folgendes in der Fackel:\nEin Geher ist hier Adolf Loos und dar-\num ein Aergernis den Leuten, die zwischen\nGraben und Michaelerplatz herumstehen. Er\nhat ihnen dort einen Gedanken hingebaut. Sie\naber fühlen sich nur vor den architektonischen\nStimmungen wohl und haben darum beschlos-\nsen, ihm die unentbehrlichen Hindernisse in\nden Weg zu legen, von denen er sie befreien\nwollte. Die Mittelmässigkeit revoltiert gegen\ndie Zweckmässigkeit. Die selbstlosen Hüter\nder Vergangenheit, die sich lieber unter dem\nSchutt baufälliger Häuser begraben sehen als\nin neuen leben möchten, sind nicht weniger\nempört, als die Kunstmaurer, die eine Gele-\ngenheit schnackiger Einfälle versäumt sehen\nund zum erstenmal sehen, wie sie das Leben\nals tabula rasa anstarrt. Das hätten wir auch\nkönnen! rufen sie, nachdem sie sich erholt\nhaben, während er vor ihren Fassaden be-\nkennen muss, dass er es nie vermocht hätte.\nDemi sein schöpferischer Mangel würde ver-\ngebens an den Zierraten stümpern, während\nsie ihm vielleicht auch den Respekt vor der\nNotwendigkeit feuilletonistisch luxen könnten\nund dann soviel zustande brächten, als ein\nGedicht von Heine ergibt, dem man die Reime\nausgebrochen hat. Jenem aber gebührt das\nVerdienst, dass das Stehenbleiben der Wiener\neinmal einer Angelegenheit des Fortschritts\ngilt, dass vor seiner Wirkung der Unterschied\nzwischen der alten und der neuen Ideenlosig-\nkeit schwindet und die Kostgänger von Tra-\ndition und Sezession zu einem übersehbaren\nVerkehrshindernis verschmelzen, bis die Po-\nlizei im Interesse des Bürgerfriedens und weil\nes bei Strafe verboten ist, gewisse Flächen\nnicht zu verschandeln, den Enthaltsamen zur An-\nbringung von Ornamenten zwingt.\nDie paar Menschen, die in Deutschland et-\nwas von Kunst verstehen und Einfluss haben,\nmüssen alles aufbieten, um einen Roheitsakt zu\nverhindern, der an Adolf Loos und an der Kunst\nverübt werden soll.\nTrust"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c004", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "557", "page_fin": "558", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.4", "titre_corps": "Der Rang der Geschlechter", "titre_sommaire": "Der Rang der Geschlechter", "signature_source": "Richard Fuchs", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "557", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 9507, "texte": "Der Rang der Ge-\nschlechter\nVon Richard Fuchs\nUnser Geschlecht zeigt uns den einfachen\nWeg der Natur, auf dem wir ins Leben gekom-\nmen sind.\nUnser Leben ist kein bleibender Zustand,\nsondern eine zeitliche Veränderung, ein Abstei-\ngen in der Verwandtschaft, eine Spaltung in der\nspröden Familie. Die Eigenschaft des Lebens\nist die organische Bewegung.\nJedes Organische hat, als ein sinnliches ge-\nteiltes Element, seine durchgängige Begrenzung,\naber das einzelne Organische ist wiederum ins\nUnbegrenzte teilbar.\nDiese natürlichen Wirkungen sind noch nicht\nunsere eignen Ursachen, doch umschliessen un-\nsere organischen Fähigkeiten künftige Lebens-\nverfeinerungen. Alles was lebt, braucht nur ei-\nnen Anfang, um zu leben. Auch der Mensch\nlebt zu seiner Zeit. Jeder von uns lebt in einer\nihm eigentümlichen Form. Der Lebenslauf des\nMenschen ist durch das doppelte Geschlecht ge-\nnügend gesichert.\nAuf eine verschärfte Trennung der Geschlech-\nter laufen alle bewussten Kulturen hinaus. Die\nfast ausnahmslosen Erfolge dieser Zeiten sind\nnicht überraschend und nicht übermenschlich,\nsondern entsprechen dem Aneignungstalent ihrer\negoistischen Grundlagen.\nDie Freiheit unseres Geschlechts ist kein un-\nterscheidendes Geschlechtsmerkmal. Das weibli-\nche Geschlecht kennzeichnet sich durch die be-\nsondere Fähigkeit, in seinen diskreten Formen-\nschmuck unvergleichlich mehr Abwechslung brin-\ngen zu können. Seinem hoffnungsvollen Realis-\nmus dienen die Lichtstrahlen der ganzen Sicht-\nbarkeit.\nIn diesem veränderlichen Grade kann sich\nder geschlechtliche Mann nie verwirklichen.\nDie Vollendung des Weibes bleibt die leib-\nliche Erscheinung. Das Wesen eines Mannes\nentzieht sich bisweilen den Blicken aller in der\nZeit Lebenden. — Innres und Aeussres ist in\nbeiden Geschlechtern nicht einmal umgekehrt pro-\nportional.\nEs ist ein sehr gewöhnlicher Denkfehler, dass\nman das Organische ohne Unterscheidung mit\ndem Geiste auf dieselbe Stufe stellt, so dass zum\nVergleich für das Sinnliche des Fleisches eigent-\nlich nur das Unorganische, also das Leblose\nübrig bleibt.\nWie das Leben in zwei Geschlechtern ge-\ntrennt gelebt wird, so unterscheiden sich der\nGeist und der Körper sowohl des Mannes wie\nder Frau. Frau und Mann sind ein getrennter\nLeib und eine getrennte Seele.\nIn der geschlechtlichen Spannung löst sich\ndie sinnliche Fülle des Menschen. Aber mit der\nersten Geschlechtserfahrung steigt das weibliche\nLeben um mehrere Grade höher. Seine Reinheit\nist um so grösser, je früher es in sich unter-\nrichtet ist.\nHier zeigt sich, dass das Weib nicht bloss\ndas eine von zwei Geschlechtern ist, sondern\ndass es das Ergebnis beider Geschlechter mit\nwissender Unschuld verkörpert. Darin liegt die\nverführerische Macht der Frau.\nDas Weib ist nicht nur ein eigenes Ge-\nschlecht, sondern zugleich das unsrige.\nDiese Erkenntnis ist keinesfalls auf den Mann\numkehrbar. Was für die Frau ein ernstlicher\nKonflikt ist, würde umgekehrt bei ihm spasshaft\nsein.\nUnsere Entstehung ist wohlfeiler, als wir in\nKnabenjahren dachten. Die Frau tritt eher in\nihre eigne Welt als wir und bekommt dadurch\neinen sicheren Vorsprung in der Sinnlichkeit.\nIhr Ueberschuss daran ist ein wachsendes Ver-\nmögen. Die Frau zieht aus der allgemeinen Ent-\nwicklung höheren Wert als der Mann. Die Welt\nbewegt sich in immer grösserer Differenzierung\nvorwärts. Die Wesen werden mehr und mehr\neinander ähnlich. Dennoch, was wollen diese\nUngleichheiten männlicher Kraft gegen den Un-\nterschied bedeuten, in dem die Frau vom Anbe-\nginn des Lebens zum Manne steht?\nIhr einzigartiges Wesen, das ein Zusammen-\nfluss intimer Wirkungen sowohl des Mannes wie\nder Frau ist, wird von keinem Pflichtbegriff er-\nschöpft. Man spricht von ihren Leistungen im\nDienste der Erhaltung der Menschheit. Diese\nVerrichtungen erfüllt das gesunde Wesen ohnedies\ndurch ihr besonderes Schicksal. Der Mann\nmuss in seinem ganzen Geschäft mehr bewuss-\nten Eifer entwickeln als die Frau in ihren schwer-\nsten Tagen.\nDagegen erregt die Frau nur luxuriöse Vor-\nstellungen der verschwenderischsten Art. Hierin\nfindet ihre Tugend ungeahnte Gründe zur Stei-\ngerung zeitlicher Güter. Als dieses freie und ele-\nmentare Wesen erzeugt sie durch scheinvolle Ein-\nheitlichkeit die Idee des Glanzes, der auf ihr\nruhe. Wir sehen in ihrer lustvollen Ziellosig-\nkeit das feste Ziel, in ihrer Uneinigkeit mit uns\nihren einzigen Instinkt, um den wir hundert-\nfach zersplitterte Wesen sie beneiden. Es stachelt\ndie Wollust, die Quellen der Fruchtbarkeit in\nihrem sicheren Besitz zu sehen, die begehrte\nSchönheit, die frei lebt, in der Hülle eines Men-\nschen, der aussieht wie wir, wiederzufinden.\nDurch sein Beispiel, schwebenden Formen der\nWelt sinnliches Leben zu leihen, ohne den Zu-\nsammenhang mit den Körpern zu verlieren, ist\ndas Weib der Anfang des künstlerischen Geistes.\nEs hat für die Unvernunft des Daseins das\nschönste Märchen erfunden, sich selbst. Das\nWeib ist aller seltenen Dinge Anfang. Im Weibe\nist unser oberster Anfang. Noch vor dem erwa-\nchenden Bewusstsein wird in unserem Beginn,\nin unserem weiblichen Ursprung unser künfti-\nges Schicksal besiegelt. Denn unsere erste Be-\ngründung geschieht ausser uns und ohne uns.\nNur der geniale Mann bietet später ein gleiches\nBeispiel, dass der Willenseinfluss eines Wesens\nweit über sein Persönliches hinausgehen kann.\nEs gibt nichts, was einander fremder wäre\nals Mann und Frau, und dennoch entsteht der\nMann aus der Frau. So wenig auch die Welt\nbedeutet, die ganze Menschenwelt, die doch nicht\nnur aus Weibern besteht, entsteht aus den Wei-\nbern,\nEs wird unter keinen Umständen ein jedes\nvon beiden Geschlechtern innerhalb seines eignen\nGeschlechts hervorgebracht, ausser dem einzigen,\ndas uns zur Welt bringt. Eine Mutter vollführt\ndie Befruchtung und aus ihrer Zierde entlässt\nsie Mann und Weib. So setzt das Weib die\nwillkürlichen Spaltungen des Mannes unfreiwil-\nlig in artige Geschöpfe zusammen. Die weibli-\nche Natur übernimmt den ganzen Akt des Ge-\nschlechts.\nWo das Leben mit dem Weibe zuisammen-\nstösst, verschärft sich jeder bestehende Gegen-\nsatz. Ja, ist es nicht, als ob es nur ein Ge-\nschlecht gäbe und nicht zwei? Wir scheinen nur\ndie vorgeschobenen festen Posten für die Beweg-\nlichkeit des anderen zu sein. Eher werden noch\nalle Männer gleich, als dass es dahin kommt,\ndass sich die Frau mit der zweiten Rolle be-\ngnügte. Nur geringere Sinne ihres Wesens fol-\ngen unserer Führung. lfir Urunaeiement iiient\njeden Zwang. Denn das Weib ist nicht das We-\nsen, das dem ersten besten Geschlecht gehorcht,\nsondern ist immer ein anderer Mensch als wir.\nDas Geschlecht des Weibes ist das erste und ur-\nsprüngliche in diesem Leben.\nNur das Weib hat einen heimischen Ur-\nsprung, und es bleibt durch seine originale Ab-\nstammung dem Manne im Instinkt voraus. Dem\nManne bleibt das Leben, wie es ist, innerlich\neigentlich fremd.\nWir dürfen uns doch das Hauptmotiv der\nGeneration nicht verbergen, wenn wir Vieles\nnicht falsch deuten wollen.\nDes Weibes Geschlecht ist an und für sich\nviel interessanter als seine Folgen. Wi r sind\nschliesslich Geburten, aber das Weib ist\nWeib.\nJeder Widerspruch des Weibes fügt sich zu\nseinem Vorteil. Denn das Weib bleibt in seiner\nUebung, wenn seine Wirkung anders ist als\nwir gedacht haben. Dagegen scheidet sich der\nMann, der sich widersprechend bewegt, im Glau-\nben der Welt; mag sein Widerstand noch so be-\nrechtigt sein.\nDieser zweifellose Vorangang der Frau im\nGeschlecht, der beständig die kühnste Zumutung*\nan uns stellt, macht die Frau zum Schicksal des\ngrossen Lebens, sofern wir nur nicht in diesem\nden flachen Gesellschaftsbetrieb, sondern die\nMacht des Blutes und die Innenwelt des Men-\nschen verstehen.\nDer Mensch ist ein politisches Wesen, aber\ndie Politik der beiden Geschlechter beherrscht\nsehr verschiedene Gebiete.\nWenn der Mann das öffentliche Rechtswe-\nsen begründet hat, so stellt die Frau daneben\nnoch immer die Gewinne ihres heimlichen Rechts\nauf. Die Vorteile der Frau gegen uns sind funk-\ntioneller Art und nur solche können uns wirk-\nliche Beunruhigungen schaffen.\nDer weibliche Körper enthüllt sich als ein\nKunstspiel, das uns im ersten und letzten Au-\ngenblick überrascht. Des Weibes Absicht er-\nscheint in ihm Natur. Ihr Leib und Kleid, wel-\nche die Schönheit jedes Gegenstandes auffangen,\nbrauchen keine fernerliegenden Mittel. Kein1\nGeist des Mannes kann der Frau dieses Beson-\ndere ersetzen. Der weibliche Körper ist der ei-\ngentliche menschliche Körper. Denn jedes Mäd-\nchen, jede Frau verschliesst in ihm unser ganzes\nphysisches Glück.\nDas Weib ist ein Lebenswerk wie die Kunst\nein Werk des Mannes.\nZu Beiden zieht den höheren Menschen der\ninnere Geist. Kann man auch mit einer solchen\nherausfallenden Neigung nicht auf die Gunst\ngewöhnlicher Menschen rechnen, so hat man\ndoch als gesetzliches Wesen das Schwierige vor\ndem Bequemen vorzuziehen. Wie das Niedrige\nso ist auch das Höchste in gleichem Masse für\nein nervöses feineres Gewissen unerreichbar und\ndadurch unüberwindlich.\nTrivialitäten sind für einen vollendeten Mann\nletzte Schranken, wiederum sind für ihn letzte\nSchönheiten, denen er fremd bleibt, Ziele der Be-\nwunderung und Entwicklung.\nDer unzerstörbare Fortschritt ruht auf dem\nBestand der Körperwelt. Diese ist kein allge-\nmeiner leerer Durchgang wie Bildung und Wis-\nsen des Mannes.\nDer Verkehr mit dem Manne ist leicht und\ndarum vielfach fruchtlos, während das Verhält-\nnis zur Frau unsere praktischen Instinkte auf-\nregt Nichts ist ernster zu behandeln als sie,\ndenn im Konflikt mit den Sinnen der Frau geht\nes um unser keimendes Leben. Die Schönheit"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "558", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 7458, "texte": "IM HJW liegt in ihrem tieteren üescfflechts-\ngrunde. Ihre äusseren Züge sind dagegen zu-\nfällig. Die Liebe zur Schönheit ist die beste\nRettung vor unserem Unansehnlichen, aber sie\nist eine Phrase, wenn sie nicht vor jedem ur-\nsprünglichen Wesen, dem schönen wie dem häss-\nlichen bis zum Neid entzückt wird, bis zur Ver-\nwerfung unseres männlichen Witzes, der in un-\nserem ewig einsamen Geschlecht rast.\nDie Frau bleibt die schwere Aufgabe für\nden Mann, die ihm gestellt wird. Sie kann kein\nMittel zu seinem Zwecke sein.\nWeiblichkeit ist einer der subjektivsten Zu-\nstände des Lebens. Die Subjektivität der Frau,\ndiese Durchsichtigkeit im Schleier des Geschlechts,\nder sie verhüllend befreit, ist ihr leichtes Ge-\nheimnis, das kaum zurückgehaltene Rätsel ihres\nWesens. Die Frau hat ein inneres und eignes\nGeschlecht, indessen der Mann zum grossen Teil\nnur ein äusserliches und fremdes Geschlecht hat.\nIndividualität ist die Eigenschaft, die vom\nManne verlangt wird.\nMan lässt ihn logischer Weise für etwas\ngelten, das ist der soziale Missbrauch des Man-\nnes. Aber Vorrechte sind faul und zerbröckeln,\nwenn sie nicht gegen etwas Warmes und Näheres\nverkauft werden.\nIm Grunde sind nur Vorzüge, die unausrott-\nbar sind, praktisch wertvoll. Die Geschlechts-\nvorzüge der Frauen sind wie alle Vorzüge nicht\nmit uns geteilte, nicht durch uns einholbare Vor-\nteile von unentgeltlicher, ja unverantwortlicher\nKraft.\nDer Mann hat kaum einen Geschlechtsvor-\nteil. Vielleicht liegen also seine Vorzüge wo\nanders.\nZu Schöpfungen der Wirtschafts- und Gei-\nsteswelt genügt der Mann.\nDer Mann ist nur notwendig, aber das Weib\nist kaum zu entbehren.\nDass er das Originale je für zweitklassig\nhat halten können, ist für die Stimmung des\nPhilisters charakteristisch, der nur die Unterord-\nnungen, aber nie die höheren Ordnungen des\nLebens mit einem nassen Auge begleitet.\nUnd doch schafft gerade die scharfe Tren-\nnung der Wesen das lebendige Wunder. Unsere\nerste Spezialisierung hat für alle im äusseren\nUnterschied der Geschlechter ihren Ausdruck er-\nhalten. In diesen Untiefen des Geschlechtslebens\nirrt sich der Laie. Aber Geschlechtsverbindun-\ngen haben weitergehende Beziehungen als Ge-\nsellschaftsverträge, Beziehungen, die jedem Durch-\nschnittshelden entgehen und unliebsam sind.\nIn der Einlösung aller schweigenden Kon-\nsequenzen liegen die Tiefen der Geschlechtlich-\nkeit und die Interessen der Menschheit.\nKeine Verbindung der Menschen bewahrt\ndie kindliche Unschuld ihres Anfanges, weil man\nzunächst gar keine freie Wahl, also auch kein\nVerdienst hatte. Jede Seelenbewegung läuft bis\nzum Ende ihrer eingesetzten Fähigkeit. Gefühle\nsind nicht minder ein sich überstürzender Me-\nchanismus. Aber nicht nach unserer Gedanken-\neinteilung, sondern nach unserer organischen\nZweiteilung vollzieht sich unsere Erhebung oder\nunsere Niederlage.\nDas Geschlecht des Weibes ist eine Natur-\nwirkung, die über kleine Unterschiede hinweg-\ngeht, um den Wiederstandslosen matt zu stteen\nund den Widerstrebenden hochzubringen.\nDas Geschlecht gleicht die Gegensätze nicht\naus, sondern geht über Gegensätze hinaus zu\nweiteren Gegensätzen.\nDen Mitteln, wodurch eine Frau wirkt, kann\nder Mann nichts wegnehmen. Nicht um sie zu\nplündern, sondern um sie in ihrer Fremdheit zu\nempfangen, ist die an uns herantretende sicht-\nbare Wohltat der Frau ein Ereignis in unserem\nLeben.\nDie Frau kann uns vom schönsten Vorbild\nsein ourch ihr Verlangen nach unserem beken-\nnenden Wesen.\nDie Verkennung der Frau verwischt den not-\nwendigen Unterschied zwischen unserem Wunsch\nund dem Wesen, das ihn uns erfüllt, oder zwi-\nschen männlichem Ideal und seiner weiblichen\nDarstellung. Das Weib bleibt trotzdem dasselbe,\nwenn es den Wunsch des Mannes erregt und\nwenn es den Wunsch ausführt.\nJeder Vorzug kann von einer andern Seite\nleicht als Mangel erscheinen, aber für alle an-\ngeblichen Mängel hat der Mann nur mit um\nso mehr Phantasie einzuspringen. Es bleibt in\nder Frau in aller ihr bewussten Huld und\nSchuld ein ungenossener Reichtum übrig.\nDas Seelenlose, welches der Mann glaubt\nder Frau nachzuahmen, ist nichts als grosse\nTorheit.\nEin hauptsächlicher Schaden für den jun-\ngen Mann ist, dass ihm die Frau Anderer als\nGemütsbraut gegenüber steht. Die Folge ist,\ndass er alle weibliche Güte mit seiner goldenen\nSehnsucht verwechselt und zu früh der Abrech-\nnung mil der Frau enthoben wird.\nDas Ueberragende des Mannes über die\nFrau mag galant sein. Der Geist der Ebenbür-\ntigkeit ist schon rücksichtsvoller, aber erst unsere\nGewissheit, dass die Ueberhebung wegen irgend\nwelcher Ueberlegenheiten unsererseits unmöglich\nbleibt, ist ein freies Glück des Mannes.\nDer Unfreie schätzt das Leben nur nach Ge-\nfühlen, aber das Gefühl ist eine Vorstellung, die\nalle Dinge in uns begleitet, und darum ein viel\nzu schwankender Massstab für die wahre, von\npersönlichen Stimmungen unabhängige Erkennung.\nBefriedigung, Genuss wird dem Manne durch\nkeinen Vergleich mit etwas rein Innerlichem, son-\ndern nur durch das ausser ihm. Sinnlichkeit ist\nmännliche Sentimentalität. Sinnlichkeit ist dte\nGrundlage für beide Geschlechter, durch die sich\nmancher ihrer Werte erhöht, keiner vermindert.\nWird aber ein beiden Geschlechtern gemeinsa-\nmes Element zur ausschliesslichen Vorstellung\ndes Mannes, so bekommt er ein falsches Bild\nvon seiner Macht. Der Trieb, der nur seine\nEitelkeit befriedigt, hält keinen Vergleich aus mit\ndem Naturtrieb, der sich im bewussten Kampf\nmit der Stärke des Andern entzündet. Die geist-\nreichen Menschen überschätzen ihre Erfolge. Die\nLeichtigkeit, die sich im Lob der Frau genügt,\nist für die Frau das schlechteste Liebesgeschenk.\nDie einseitige Idealisierung verhindert meist die\neigne Idealität, den freien Geist der Männer.\nAls ob sie von den Vorzügen der Frauen in\nsich selbst genug hätten, bereiten plumpe Herren\ndie Frau auf ihr männliches Persönliches vor,\nstatt sich für das Andersgeartete der Frau, für\nihre Vollkommenheit, die vor allem die totale\nNegation des Mannes ist, bereit zu halten. Lege\nich mich selbst der Frau unter, so lege ich ge-\nrade das ihr fremdeste Wesen unter. Der Ge-\ndanke der Männer bringt die Frauen in zu be-\nschränkte Verhältnisse. Leute, denen es mehr\nauf die Quantität als auf die Qualität des Ver-\nstands ankommt, mögen die Frauen nach der\nMännerkultur schätzen.\nDer schöngeistige Dilettant macht die ganze\nNatur zum menschlichen Wesen und verleiht ihr\ngefühlvoll das Geschlecht des Weibes. Der Blinde\nist gern über seine Verhältnisse grossmütig und\nverschenkt, was er selbst nicht besitzt. Wenn\nwir weibliches Wesen wieder in eine solche Na-\nturallgemeinheit bringen, verlieren wir sein sel-\ntenes Element ganz aus dem Auge.\nDie Natur ist nicht mit dem Guten und\nnicht mit dem Bösen des Weibes zu verwech-\nseln. Auch der Mann ist Natur. Mit sich al-\nlein, ist er noch oft genug krass. Ist der Mann\nabei in der Mehrzahl, so ist er vollends schäd-\nlich.\nNicht aus uns, nicht aus dem Mann kom-\nmen unsere erschütternden Erlebnisse. Unser\nHöheres gehört meist Anderen als uns. Was\nwir original besitzen, ist im besten Sinne ein\nneuer Schmuck für Fremde, für die Frau, für\ndie Welt.\nWenn die Befreiung von uns selbst unser\nWunsch wird, dann ist unser Glück gross. Wenn\nder Mann von den Besonderheiten der Dinge\nam tiefsten berührt wird, lebt er unmittelbar und\nin der Vollendung wie sie, die aus Natur die\nfernsten Dinge nahe bringt und das Unterschei-\ndende erweckt, von schnell eindringendem Geist,\nder die Formen wechselt und dadurch die For-\nmen schafft."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c005", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "558", "page_fin": "558", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.5", "titre_corps": "Das Behagen", "titre_sommaire": "Das Behagen", "signature_source": "Ernst Blass", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "558", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.4", "debut_caractere": 7460, "fin_caractere_exclue": 8076, "texte": "Das Behagen\nErnst Blass\nWir quälen uns. In flaue Freundlichkeit\nHat uns der Walzer und der Wein gebettet.\nWir machen uns in unsern Sesseln breit\nUnd spüren, wie die laute Nacht verfettet.\nAch, dieser schäbig blanke Glanz der Lichter;\nWie friedlich ihn die Spiegel wiedergeben!\nUnd wie der armen, geckigen Gesichter\nLangende Lippen — gähnend sich verkleben!\nDer Rechtsanwalt sitzt da — auf dem Fauteuilche.\nEr ist noch jung trotz seiner fünfzig Jahre,\nEs glänzen seine feuchten Glatzenhaare\nUnd seine kugelrunde Nase, welche\n(Und mit dem Ausdruck: Dies ist doch das Wahre!!)\nEntsteigt dem zitternden Champagnerkelche."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c006", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "558", "page_fin": "559", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.6", "titre_corps": "Theatertechnisches", "titre_sommaire": "Theatertechnisches", "signature_source": "William Wauer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "558", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.4", "debut_caractere": 8078, "fin_caractere_exclue": 9012, "texte": "Theatertechnisches\nVon William Wauer\nDarsteller, Licht, Körperlichkeit sind tatsäch-\nlich. Die Malerei kann auch nur als Malerei\ntatsächlich sein.\nDie Malerei als bühnentechnisches Ausdrucks-\nmittel ist unmöglich anderes als Malerei.\nDie Entfernung der Malerei von der Bühne\ngibt erst die Möglichkeit wahrer malerischer\nBetätigung im Theater.\nDer bestgemalte Wald gibt weniger Illusion\nals die einfache Aufschrift „Wald\", denn der ge-\nmalte schliesst eine Illusion ab, indem er sie\nwiedergibt, die Aufschrift regt die Illusion an,\nindem sie alles der Phantasie überlässt.\nDie jetzige Art der Darstellung stellt das\nWirken des Darstellers unter die Wirkung der\nallgemeinen malerischen und szenischen Illusion.\nUm die Täuschung des leblosen Bildes zu er-\nmöglichen, wird der Darsteller falsch und wi-\ndersinnig beleuchtet, er muss unsinnige und un-\nmögliche Bewegungen machen und überall auf\nseine Umgebung verkehrte Rücksichten nehmen."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "559", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1234, "texte": "Nur eine gute Lichtgebung (nicht Beleuch-\ntung) kann einen echten Eindruck und eine\nüberzeugende Raumwirkung geben ohne dein\nDarsteller zu kompromittieren oder die Szenerie\nunmöglich zu machen.\nEine charakteristische Gestaltung von Licht\nund Schatten kann auch die Umgebung des Dar-\nstellers genau und richtig charakterisieren.\nLicht kann nur gestaltend wirken, wenn es\nauf Körper auf verschieden liegende Flächen\nfällt. Licht und Form unterstützen einander:\nLicht individualisiert die Körper durch die\nSchlagschatten und belebt die Flächen — die\nFlächen bringen die Reize des Lichts erst zur\nGeltung. Licht als Beleuchtung verliert seine\nKraft und seinen Sinn als Ausdrucksmittel.\nLicht und Darstellung sind ganz Ausdruck:\nsie werden empfunden. Worte und Szenerie sind\nbedeutsame Formen und werden verstanden.\nAusdruck ist steigerungsfähig und abwechs-\nlungsreich. Die bedeutsame Form ist gleichmäs-\nßig und unveränderlich.\nJe innerlicher und intensiver die Darstellung\nsein soll, desto mehr muss sie dem Publikum\nnahe gerückt werden. Je äusserlicher und gleich-\ngiltiger die Darstellung, desto mehr kann man\nsie in die Ferne rücken. Wo alles mitgefühlt\nwerden soll — vertrauliche Nähe. Wo alles nur\nverstanden werden braucht: Ferne."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c007", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "559", "page_fin": "560", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.7", "titre_corps": "Aus der Vergessenheit", "titre_sommaire": "Aus der Vergessenheit", "signature_source": "Hjalmar Söderberg", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "559", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.5", "debut_caractere": 1236, "fin_caractere_exclue": 9361, "texte": "Aus der Vergessenheit\nVon Hjalmar Söderberg\nI\nAls ich eines Morgens die Todesanzeigen\nin meiner Zeitung durchflog, blieb mein Blick\nan einem mir wohlbekannten Namen haften:\nHenrik Cleve. Ich sass lange wie betäubt da,\nmit wirrem Kopfe und starrte auf diesen Namen\nin der schwarzen Umrahmung. Ich hätte viel-\nleicht besser vorbereitet sein sollen. Ich wusste\nja, dass seine Gesundheit untergraben war; aber\ndennoch . . .\nWir waren, ehe er Stockholm verliess, gute\nFreunde gewesen. Wir hatten uns in der Däm-\nmerung vor der Kaminflamme bei Kaffee und\nZigaretten Gesellschaft geleistet; wir hatten die-\nselben Schriftsteller geliebt, wir hatten gegensei-\ntig unsere Familien besucht, wir waren zusam-\nmen in Cafes und Theatern gewesen. Wir tra-\nfen uns so ziemlich jeden Tag. Er pflegte mir\nMittags entgegenzugehen, wenn ich von meinem\nBüro kam; wir gingen dann zusammen durch\nStrassen und Promenaden, blieben bei einem\nBuchhandlungsfenster hier, einem Blumenladen\ndort stehen, und sprachen über alles und nichts.\nMeine Existenz war gleichmässig und alltäglich,\ner hingegen hatte oft von Erfolgen und Enttäu-\nschungen zu erzählen; er wollte Schriftsteller\nwerden.\nDoch eines Tages stellte es sich heraus, dass\nsein kleines väterliches Erbe stark angegriffen\nwar — er musste nun an seinen Lebensunter-\nhalt denken. Er entwarf verschiedene Projekte,\naber schob bis auf weiteres alles beiseite; end-\nlich kam der Tag, an dem jeder weitere Auf-\nschub die Situation ernst machen konnte. Da\nfasste er einen raschen, vielleicht allzu raschen\nEntschluss; er suchte und fand eine Anstellung\nbei einer Provinzzeitung in Südschweden. Ich\nriet ihm ab, doch ohne Resultat. Ich konnte\nübrigens keine besonders triftigen Gründe an-\nführen: denn er musste doch leben.\nIch erinnere mich sehr deutlich an den letz-\nten Abend im Kaffeehaus. Wir sprachen nicht\nviel. Der „Pascha\" servierte uns; wir nannten\nihn Pascha wegen seines Phlegmas, und seines\ngrossen türkischen Schnurrbarts. Cleve war ner-\nvös Er fing einen Satz an und unterbrach sich\nselbst, nahm eine Zeitung, las ein paar Zeilen\nund warf sie wieder weg. Der Kaffee war da-\nmals zufälligerweise schlecht — das Lokal war\nbeinahe leer, die Kellner lehnten müssig an den\nWänden — der Regen tropfte auf das Fenster-\nblech, und aus der Garderobe drang ein Geruch\nvon nassen Ueberkleidern herein.\nGegen Mitternacht trennten wir uns:\nWeiss Gott, wann wir uns das nächste Mal\nsehen . . .\nEs ist nun mehr als anderthalb Jahr her,\nseit er abreiste. Anfangs korrespondierten wir\nfleissig, dann wurden wir nach und nach müde\n— ein häufiger Fall. Ich habe alle seine Briefe\naufgehoben: die Korrespondenz des ersten Jah-\nres ist ein voluminöser Band, aus dem zweiten\nhabe ich drei, vier kurze Episteln. Der letzte\nBrief ist über drei Wochen alt, und nun steht\nes mit einemmal vor mir, dass ich ihn nicht be-\nantwortet habe.\nMan hat an so vieles zu denken, Jetzt ist\nes zu spät.\nIch sehe sein Antlitz und höre seine Stim-\nme, wenn ich allein in der Dämmerung sitze\nund in seinen Briefen blättere, die sich äusser-\nlich alle gleichen, mit feiner, leicht leserlicher\nSchrift auf gelbliches Papier geschrieben. Dort\nauf dem Sofa pflegte er zu liegen; hier am\nSchreibtisch sass ich, und er verwendete unge-\nniert den Teppich als Aschenschale.\nII\nSein erster Brief ist kurz:\nDu Lieber!\nDiese Stadt ist eine recht betrübliche Er-\nscheinung: ein kleines, dummes, schmutziges\nRechteck mit der Kirche an einem Ende und\nder Unterrichtsanstalt am andern; im übrigen\neine Anzahl Kasernen, etliche Kanonen und viel\nArtilleristen.\nUnd die Redaktion . . . , neue Bekannt-\nschaften, fremde Menschen. Sie beanspruchen\nmein Interesse für die nämlichen Dinge, die sie\nselbst ausfüllen: die Schlechtigkeit der Konkur-\nrenzzeitung, die schwachen Verstandesgaben des\nBürgermeisters und der übrigen Machthaber, das\nSteigen der Postauflage . . .\nDas Cafe des Freimaurerhotels ist wahr-\nscheinlich die beste Institution der Stadt; die\nKellnerinnen sind aufmerksam und etwas ältlich,\nohne allen Anspruch auf Hofmacherei. „An\nSonntagen gute Musik.\"\nMeine Kollegen bei der Zeitung haben, ich\nweiss nicht aus welchem Anlass, Brüderschaft\nmit dem Portier des Hotels getrunken, einem sehr\nehrenwerten jungen Mann vielleicht, in dessen\nBeruf es nun einmal aber fällt, Trinkgeld zu\nnehmen.\nDein Freund\nH. C.\nDieser Brief ist von Anfang Oktober datiert.\nEr enthält offenbar den ersten Anprall von Ein-\ndrücken: er zeigt eine gewisse Ungeneigtheit,\ndie Situation ernst zu nehmen, sich zu orientie-\nren und sich in der neuen Umgebung heimisch\nzu machen. Das scheint ihm übrigens überhaupt\nnicht gelungen zu sein. Später wird er bitterer:\nes wird ihm allmählich klar, dass er vielleicht\nfür Lebenszeit an dieses kleine Fliegenpünktchen\nauf der Karte festgenagelt ist, ohne Heim, ohne\nFreude.\nEr schreibt Mitte Dezember:\nIch fasste alles anfangs als eine missglück-\nte Farce auf, eine langweilige Farce, bei der man\naus purer Barmherzigkeit an den Stellen lacht,\nwo der Verfasser es wünscht. Nun lache ich\nnicht mehr. Ich bin doch gewöhnt, in schönen\nRäumen zu wohnen; hier habe ich mich in ein\nkaltes, unwirtliches Loch mit fettigen Tapeten\neinquartiert. Meine Wirtin hat eine wahnsinnige\nTochter und einen kranken Kater. Die Geistes-\nkrankheit der Tochter ist von der turbulenten\nArt; sie schreit und singt und vollführt einen\nfurchtbaren Spektakel im Zimmer nebenan, auf\nder Stiege und überall. Der Kater leidet an einer\nHautkrankheit: um Hals und Nacken sondert er\neine gelbliche Flüssigkeit ab; die Laune des Tie-\nres ist herabgestimmt, das alles bietet einen nie-\nderschlagenden Anblick. Er liegt den ganzen\nTag im Flurfenster und wartet darauf, dass ein\nSonnenstrahl ihm den Rücken wärmt; wenn er\nmich erblickt, macht er einen matten Versuch zu\nspinnen und will sich an dem haarigen Stoff\nmeines Ilsters reiben.\nDie Redaktion: neueingerichtet, gelbgebeiz-\ntes Birkenholz, eine Batterie leerer Flaschen in\nder Kachelofenecke. Der Redakteur sitzt zufrie-\nden vor dem Feuer: die Postauflage steigt, un-\naufhörlich laufen neue Bestellungen ein. Es reg-\nnet und stürmt; Mägde und alte Weiber segeln\nwie Ballons über den grossen Marktplatz. Ge-\nrade gegenüber, vor der Kaserne, steht ein Schil-\nderhaus, in jener eigentümlich schreienden Nuan-\nce angestrichen, die ich Rollgardinenblau nennen\nmöchte; ein Artillerist geht auf Posten — auf\nund ab, hin und her; von Zeit zu Zeit, in be-\nstimmten Zwischenräumen bleibt er stehen, streckt\nsich und stösst aus irgend einem Anlass, den\nich nicht kenne, ein entsetzliches Geheul aus.\nEr tut mir sehr leid.\nGestern war ich zu einer Familiengesellschaft\nbei einer sehr liebenswürdigen, mittelalterlichen\nKupferschmiedswitwe eingeladen. Die Löwen\nwaren die Sergeanten der Artillerie. Der Um-\ngangston in den Familien, bei denen wir Zu-\ntritt haben, ist einfach und ungezwungen. Ein\njüngerer Sergeant verkleidete sich als Dame: auf\nder Brust plazierte er zwei runde Herrenhüte,\ndarüber ein Tuch; rückwärts band er sich un-\ngefähr einen halben Jahrgang des „Blattes\" fest.\nDiese Dame hatte einen grossartigen Sukzes*.\nDie Herren schlugen sich gegenseitig auf den\nBauch und kreischten vor Lebensfreude; die Da-\nmen kicherten, die jüngeren erröteten schamhaft,\nder Hüte wegen. Unser Beruf wird in diesen\nKreisen mehr lächerlich als eigentlich strafbar\ngefunden und gibt Anlass zu vielen schmerzhaf-\nten Anspielungen, die natürlich immer mit Bon-\nhomie aufgenommen werden; ich bin überdies\nnoch ganz speziell einer freundlichen, gutmütigen\nNeckerei ausgesetzt, weil ich ein Stockholmer\nbin, eine hier in der Stadt sehr lächerliche Ei-\ngenschaft.\nUnser Redakteur, der sich durch ökonomi-\nschen Wohlstand und Oeldruckbilder in vergolde-\nten Rahmen auszeichnet und irgend eine Art Rot-\nwein zu Tische trinkt, steht im übrigen vollständig\nauf derselben sozialen Stufe wie die Mitarbeiter.\nNach drei- bis viertägigem Beisammensein begann\ner allmählich, wie aus Zerstreutheit, den Titel\n„Herr\" auszulassen und nannte mich einfach\nCleve. Meine Verblüffung war unerhört. Jetzt\nkann mich hier nichts mehr erstaunen machen.\nIch weiss manchmal nicht recht, ob ich träume\noder wache. Und die Mitarbeiter nehmen mit"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "560", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3374, "texte": "denselben Verhältnissen vorlieb, auch der Jüng-\nste, der doch ein Uebermensch sein will. Es\nist seit Nietzsches Auftreten und Popularisierung\nein beinahe beunruhigender reicher Zufluss an\nUebermenschen eingetreten ... Ich bin mit den\nKollegen nicht viel beisammen, obgleich ich im\nübrigen auf ganz gutem Fusse mit ihnen stehe,\naber wir haben verschiedene Kaffeezeiten. Ich\nbin wirklich ein wenig einsam hier. Du ver-\nstehst, man kann sich ja — aus Affektation und\nweil man es in Büchern gelesen hat — einsam\nfühlen, wenn man unter Freunden ist, einsam\nmitten in seiner Familie. Aber ich versichere\nDich, es ist etwas ganz anderes, einsam zusein\n— zu fühlen, wie die Einsamkeit unter der Decke\nunseres Zimmers brütet, wie sie zwischen den\nRanken der Tapete kriecht und aus allen Ecken\nstarrt.\n— Als ich heute zeitig morgens mein Zim-\nmer verliess, lag der kranke Kater tot auf sei-\nnem Fensterbrett.\nDein\nH. C.\nIm nächsten Brief schildert er das Weih-\nnachtsfest, das sehr unbehaglich sein muss; aber\ner macht noch immer lobenswerte Anstrengun-\ngen, den Mut aufrechtzuerhalten und versucht,\nsich selbst und mir einzureden, dass er sich mit\nder Zeit schon wohl fühlen wird. Dieser Brief\nhat einiges von dem traditionellen Briefhumor;\nauch melancholische Menschen bemühen sich ja\noft, in ihren Briefen humoristisch zu sein.\nVon Januar datieren zwei Episteln, die li-\nterarische Exkurse enthalten, hauptsächlich über\nHuysmans, Bang, Strindberg; ferner ein kurzer\nund etwas mystischer Brief über eine gewisse\nFranziska „eine junge Dame, die sich durch mehr\nSchönheit als Tugend und mehr Untugend als\nSchönheit auszeichnet.\"\nEnde Februar ist er in guter Stimmung ge-\nwesen.\nAlter Ravaillac!\nEs ist hier unten schon eine Art Frühling,\nes weht frisch, aber lau draussen auf der Ebene.\nDer Schnee ist fort, die Eisschollen unten im\nFlusse seufzen und knacken, die Dohlen flattern\nnervös um den Kirchturm. In Stockholm gibt\nes einen Menschen, der bis jetzt ein Schuft war.\nEr ist mir nämlich seit meiner Wohlstandszeit\nGeld schuldig gewesen. Und nun hat er sich\nbekehrt und das Geld geschickt! Es ist im Him-\nmel grössere Freude über einen Sünder etcetera.\nIch ging gleich zu meinem Schneider und bei-\nstellte einen neuen Frühlingspaletot aus schwar-\nzem Cheviot ohne Rückennaht. Es liegt freilich\nim Geiste der Zeit, alle moralischen Bande zu\nlosen, aber irgendeine Religion muss der Mensch\nhaben.\nDein Freund\nH. C.\nIch blättere weiter. Im März:\n— — — Du fragst, wie es mir geht. Ach\nja. Ich huste ein wenig mehr als früher, sonst\nnichts. Es ist schlechtes Wetter. Ich halte mich\nmeistens im Zimmer, bei Burgunder und Ziga-\nretten. Das ist das beste, was man in diesem\ngottverfluchten Monat März tun kann. Ich stelle\nmir vor, dass ich noch drei bis vier Jahr© zu\nleben habe. In dieser Zeit sollte man es wohl\nfertig bringen können, ein gutes Buch zu schrei-\nben, glaube ich. Ich habe eine Idee, an und\nfür sich ausgezeichnet, aber sie quält mich\nschrecklich; ich weiss, dass ich sie noch nicht\nausführen kann. Trotzdem mache ich einen Ent-\nwurf nach dem anderen und lege ihn beiseite.\nHier ist mein Motto, obwohl es wahrscheinlich\nnicht auf das Titelblatt gedruckt wird — es ist\nvon Jacobsen: Es gibt nichts auf der Welt als\nWeiber. Aber ich fürchte, dass es ein unmoder-\nnes Buch wird, jetzt will man wieder Lebens-\nfreude haben. Gleichgültig übrigens, es wird\nohnehin nicht fertig."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c008", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "560", "page_fin": "560", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.8", "titre_corps": "Literaturgeschichte : Wir leben trotz Paul Scheerbarts im Zeitalter der Qualität", "titre_sommaire": "Literaturgeschichte : Wir leben trotz Paul Scheerbarts im Zeitalter der Qualität", "signature_source": "Paul Scheerbart", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "560", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.6", "debut_caractere": 3546, "fin_caractere_exclue": 6024, "texte": "Literaturgeschichte\nWir leben trotz Paul Scheerbarts im Zeit-\nalter der Qualität\nPaul Scheerbart\ngedanklich geschweigen denn ethisch sonderlich\nrühmenswerten Auslassungen Paul Scheerbarts\nin Nr. 67 des „Sturm\" habe ich nur eine kurz\nabfertigende Antwort, zumal da sie von völlig\nunbeteiligter Seite bereits als „albern, tö-\nricht und taktlos\" gekennzeichnet wurden.\nSollten sie ein Angriff sein? Weshalb wandte\nHerr Paul Scheerbart sich dann nicht offen\nund ehrlich an mich, wie ich mich an ihn\ngewandt hatte, um zu prüfen, ob er sich für\nmeine Literaturgeschichte eigne oder nicht?\nOder wollte er, der „am wenigsten gelesene\naller lebenden deutschen Autoren\", dadurch Pro-\npaganda für sich machen? Auch für diesen Fall\nist sein Vorgehen lediglich eine traurige Ent-\ngleisung.\nMit solchem Bedauern schliesse ich eine De-\nbatte, die Herr Scheerbart wohl nur in unbe-\ndachter Zeitvergeudung heraufbeschwor.\nTrott Hermann Schilling — s\nMir deucht, dass diese Entgegnung die\nQualität des Herrn Oberlehrers ganz und\ngar entschleiert hat. Der Herr Oberlehrer ist\njetzt abgestempelt; es nutzt ihm nichts, dass\nsein Portrait auch in der Dichterhalle des Arndt-\nMuseums zu sehen ist. Ein Verleger sieht ein,\ndass eine Literaturgeschichte der letzten drei Jahr-\nzehnte ein „Geschäft\" wäre. Um mit einem Ho-\nnorar-Minimum abzukommen, wendet er sich an\nHerrn Schilling. Und der „macht\" die Sache,\nobgleich er die lebenden Autoren garnicht kennt;\ner behauptet einfach, dass ich der am wenigsten\ngelesene Autor bin. Nun — das Publikum muss\nendlich darüber aufgeklärt werden, dass sich\nderartig harmlose Oberlehrer zur Abfassung von\nLiteraturgeschichten nicht eignen.\nDer Oberlehrer spielt aber bei dieser gan-\nzen Geschichte eine sehr nebensächliche Rolle.\nDer Fall ist typisch. Und darum vollte ich dem\ngenialen Verleger Haupt aufs Haupt schlagen.\nWeiss der Herr nicht, an wen er sich zu wenj\nden hat, wenn er „Literaturgeschichten\" heraus-\ngeben will? Weiss der Herr Haupt nicht, dass\ndie Oberlehrer die Literatur der letzten drei\nJahrzehnte garnicht kennen? Und er gibt ei -\nnem Unwissenden den Auftrag? Der\nName Haupt wird in der Literatur fürderhin\nein Hauptwort werden. Seine Literaturgeschichte\nsoll dem Herrn Haupt heute schon ganz gehörig\nversalzen werden.\nIch mache jetzt nur noch ganz besonders\ndarauf aufmerksam, dass Herr Schilling durch\nseine „kurz abfertigende Antwort\" bewiesen hat,\ndass er literarische Glossen nicht kapiren kann.\nIch verzichte darauf, den Herrn aufzuklären."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c009", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "560", "page_fin": "560", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.9", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "560", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.6", "debut_caractere": 6026, "fin_caractere_exclue": 6239, "texte": "Die Fncßel\nHERAUSGEBER\nKarl Kraus\nErscheint in zwangloser\nFolge\nSummer 326/327/328\nsoeben erschienen\nPreis 75 Pfennig\n80 Seiten\nMit einer Illustration:\nDer Sieger\nOBERALL ERHALTLICH\nWerbeband der Fackel\n50 Pfennig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c010", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "560", "page_fin": "560", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.10", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "560", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.6", "debut_caractere": 6241, "fin_caractere_exclue": 6630, "texte": ";\nLes Horses\n5 rue Chaptal / Paris\nDiese literarische Zeitschrift\nveroffentlichte das franzo-\nsische Original der Tage-\nbiicher Flauberts, deren\nUebertragung in Deutschland\nverboten wurde.\nDie Hefte, die die Tage-\nbticher Flauberts enthalten,\nsowie die iibrigen seitdem\nerschienenen Nummern sind\nvom Verlag der Zeitschrift\nLes Marges gegen Einsen-\ndung von sechs Francs direkt\nzu beziehen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c011", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "560", "page_fin": "560", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "560", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.6", "debut_caractere": 6632, "fin_caractere_exclue": 6897, "texte": "L Effort\nHalbmonatsschrift\nfur moderne Kultur u. fran-\nzosische Seze&sion in den\nKiinsteu und in derLiteratur\nHerausgeber und\n:: Schriftleiter ::\nJEAN RICHARD\nJahresbezug fur das\nAusland: Mark 4.50\nZweiter Jahrgang\nVerlag und Redaktion:\nPOITIERS (Vienne)\nFrankreich"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c012", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "560", "page_fin": "560", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "560", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.6", "debut_caractere": 6899, "fin_caractere_exclue": 7110, "texte": "L3 PI\nVerlag ~Der Sturm\"\n(r \\\nHerwarth Walden\nDAFNISLIEDER\nFiirGesang u.Klavier/52Seiten\nDREI MARK\nDurch alle Buch- und Musi-\nkalienhandlungen oder direkt\ndurch denVerlag DER STURM\nHalensee/Katharinenstrasse 5\nD"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c013", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "560", "page_fin": "560", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "560", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.6", "debut_caractere": 7112, "fin_caractere_exclue": 7642, "texte": "Les Cahiers du Centre\nMonatsschrift fur Soziologie\nGeschichte, Kunst\nund Literatur\nGegriindet von Paul Cornu\nHerausgeber u. Schriftleiter\nHENRY BURIOT\nIn den Cahiers du Centre\nerschienen Werke von Jules\nRenard, Charles-Louis Phi-\nlippe, Marguerite Audoux,\nEmile Guillaumin, Romain\nRolland, Andre Spire, Henri\nBachelin, Valery Larbaud,\nRaymon Darsiles u. a. m.\nJahresbezug furs Ausland:\n4,80 M. (Luxusausg. 9,60 M.)\nProbeheft gegen Ein-\nsendung von 50 Pfg.\nVERLAG u. REDAKTION:\n16, Boulevard Chambonnet,\nMOULINS (Allier) Frankreich"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c014", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "561", "page_fin": "561", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "561", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 105, "texte": "tiakrie Maximilian ItiacM\nDritte Ausstellung\nBerlin 81. SRanhe-Strassc 1\nan der Kaiser Gedad>tnls-Klrcl>e"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c015", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "562", "page_fin": "562", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "debut_caractere": 86, "fin_caractere_exclue": 351, "texte": "Pressrelationsbureau Hansa\nBerlin NW 23 Holsteiner Ufer 7\nliefert alle Nachrichten iiber\ntat, Literatnr, Wissenschaft\nin jeder Hinsicht unbedfngt zuverlassig.\n:: Akademisch und literariscb gebitdete lectoren ::\nvorzugliche Organisation\n— Fernsprecher Berlin II 6121"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c016", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "562", "page_fin": "562", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "debut_caractere": 353, "fin_caractere_exclue": 495, "texte": "1' t\nf/f Else Lasker-Schiiler\nMeine Wunder\nGedichte\nPreis in van Geldern-BQtten gebunden\nDrei Mark\nDreililien-Verlag Karlsruhe und Leipzig\niß="}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c017", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "562", "page_fin": "562", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "debut_caractere": 497, "fin_caractere_exclue": 1109, "texte": "LE\nCOURRIER DE LA PRESSE\nBUREAU de COUPURES de JOURNAUX\nFranQais et Etrangers\nFonde en 1889\n21, Boulevard Montmartre PARIS 2#\nGALLOIS & DEMOGEOT\nAdresse Telegr.s COUPURES PARIS — TELEPHONE 101.50\nLe COURRIER de la PRESSE: lit et decoupe tousles\nJournaux et Revues et en fournit les extraits sur tous suiets\net personnalites.\nService special d'lnformations partiques pour Industriels\net Commevpants.\nTARIF: 0 fr. 30 par Coupure\nTarif reduit, pale- Par 100 Coupures, 25 francs\nment d'avance, sans „ 250 f> 55 „\nperiode de temps li- „ 500 „ 105 „\nmite. „ 1000 „ 200 „\nOn traite h forfait pour 3 mois, 0 mois, tin an"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c018", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "562", "page_fin": "562", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "debut_caractere": 1111, "fin_caractere_exclue": 1741, "texte": "Privatbeamte und Ange-\nhorige der freien Berufel\nSorget fflr Eure Zukunft und dit Eurer Famllle\ndurch Aaschlass ia tea far Ytrtrctiif Jar wirtickaftllcfcta, »•-\nxitleo and rechtlichea lateresaco der Prirat-Beaatca icfrfladetta,\ndarch landesherrl. Verleihung m. Kirparattoaartcht aaif«statt«t.\nBBITttDKIFIIIiT-BltliTEl-lEIEII lIIIIIHIII\nZirka 28 000 Mitglieder in zirka 500 Zweif~\nvcreincn, Verwaltungsgruppen u. Zahlstellan.\nNeben Pensioaskasse, Witwaakasie, Waliea-\nkas»e, Begrabalskasse und Kraaktakassa safer\nwertvolfe Wahlfahrtselarichtaafaa\nQetamtYermSgta: Ueker 16 Milliaaaa Mark\nHalbjahrl. Beitr. 3 M.:: Maa Ttrl. Praipekt."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c019", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "562", "page_fin": "562", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.19", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "debut_caractere": 1743, "fin_caractere_exclue": 2558, "texte": "Die sparsame Hausfrau X.fSSSJS? '*««*!i.Ti£\nsick ana, vu Sit in Jah re ftr den Bedarf am Oluhkdrpern ausgebaa. —\nWie aft kowmt e» Tor, da£ der Kdrper ickoa keim Aobrennen entzwei-\ngeht — — Nehmen Sie cine* guten Rat aa and wwendeti Sie nar\nHartalin-Gluhkorper D. R. P. 203467\nDies* Kdrper beaitzea den Vorteil, dafl Sie dieaelhea wie ein Tuck zuummrn-\ndrticken ktnaea, okae dafl der Kdrper daranter leidet. Hartalia-GlShkftrper\nkabea eiae Leuchtkraft von 100 K. und Sie erzielen damit ein« Gaseraparnia von\n50•/,. Breaadaner gar. I Jahr. REPERENZ! Ffir die Stradenbeleuchtun? Berlin*\nbereita flber 200 tt»» Stck. geiiefert. Verauchen Sie ea nit einer Probesendung roa\nS Stck., Praia p. Stck. St Pfg. od. veriangen Sie dea Besack anaeret Vertretara\nVBrtaaihaßS Chan, untf Taeha. laahallaa\nBERLIN SW. M Kockatrafte 72"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c020", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "562", "page_fin": "562", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "debut_caractere": 2560, "fin_caractere_exclue": 2638, "texte": "Karl Krnuj\nHeine und die Folgen\nEssay\n80 Pfennig\nVerlag Albert Langen\nMiinchen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c021", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "562", "page_fin": "562", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "debut_caractere": 2640, "fin_caractere_exclue": 3231, "texte": "Oie Wasserkraft\nZentralblatt ffir Industrie,\nIngenieur- und Bauwesen,\nMotorbetrieb, Elektro-\ntechnik etc.\nOrgan des Verbandes mittel-\nund westdeutscher Wasser-\nkraftbesitzer, des Verbandes\ndeutscher Holzmehlfabriken\nund elektrischer Wasserkraft-\nzentralen.\nInserate finden in der Wasser-\nkraft weiteste Verbreitung. —\nGeschaftsstelle und Verlag\nDuderstadt a. Harz. Vier-\nteljahrspreis M. 1,25 bei freier\nZustellung. — Die Herren\nVerleger werden um Ein-\nsendung ihrer Neuerschei-\nnungen zur Besprechung\ngebeten.\nProbenummern umsonst und\nPostfrei durch die Geschafts-\nstelle.\nVertreter gesucht"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c022", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "562", "page_fin": "562", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.22", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "debut_caractere": 3233, "fin_caractere_exclue": 3752, "texte": "Keine Zabnschmerzen\nKein Zahnziehen raehr\nAuf Anfrage gche\n« ich Jedermann Aus-\n• kunft fiber cin Mittel\nfcgcn schwarzc,hohlc\n• und lockere Zahne\nErfolg garantiert\n5 0. Berger, Berlin W35\ni Potadamer Straaae 111\nAbachrift: Sehr f«ehrtm Herri 5\nVon vielcn Zihitdimenea bm S\nich nun yanxlich befreit durch di« |\nAnwendun; Ihrea preiswertem 112\nMittels. Daher cmpfehle ich ea 2\nJed cm, der yob Zahnachmerzen 5\nEeplayt ist. Mit herzlichem £\n>ank b—cheinift dies Hdeac 5\nKleemaaa, Raftavartea, S\nFramkfurt an der Oder :: g\n3"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c023", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "562", "page_fin": "562", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "debut_caractere": 3754, "fin_caractere_exclue": 3901, "texte": "DIE TAT\nWEGE ZU FREIEM\nMENSCHENTUM\nVIERTELjAHRL.M.2 HEFT M.0,80\nEINE MONATSSCHRIFT\nHERAUSOEOEBEN VON\nERNST HORNEFFER\nVERL.DIE TAT 0.m.b.H., LEIPZIG"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c024", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "562", "page_fin": "562", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "debut_caractere": 3903, "fin_caractere_exclue": 4473, "texte": "EDMUND MEYER\nSuchhandler und Antiquar\n3B3§* BERLIN W 35 §S&B§\nAnkauf cinzelner Werke\nund ganzer Bibliotheken\nSoeben erschlcn: Katalog XVIII: Llteratur\nGeschichte, Kunstgeschichte, illustriert-\nWerke In deutschsr, englischer, fran-\nzos. Sprache zu besonders billigen Preisen\nDemnachsterscheint Katalog XXI / Kunst-\nL)latter; Portrslts, Stadteansicnten, Berliner\nBlatter, Karruaturen, Flugblatter, neuere\nund iltere Gerirebilder, Blatter von\nMcn7p;, Beardsley, Rods, Stammbucher\nSiihouetten, Japanb!2tter etc. etc.\nKatalog e / gratis und franko /\nbitte direkt zu verlangen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c025", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "562", "page_fin": "562", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "debut_caractere": 4475, "fin_caractere_exclue": 5784, "texte": "schaftl. Kurse von Friedr. Mester Leipzig\nunter Mitwirkung 12 hervorragender Fachleute der Theorie und Praxis (staatlich\nfeprufte Lehrer, Akademiker oder auch Kaufleute In fuhrender Stellung). Grundliche\ninfuhrung in die verschiedenen Branchen des kaufminnischen Berufes, rationelles\nStudium der Handels- und yerwandten Wissenschaften als Ersatz fur ein mehr-\njihriges Hochschulstudium. Muster-Uebungs-Kontor.\nDas Studium ist fur Anfanger (Damen und Herrea) die fur Stenographic,\ndeutsche und fremdsprachliche {Correspondenz, Kasse-, Buchfuhrungs- una Bilanz-\nTechnik, Buro-Praxis sich vorbereiten wollen —\nsowohl fiir junge Leute, die nur eine Volks-, Real- oder ihnliche Schule ab-\n■olviert habcn, wie fur\nHerren mit besseren praktischen oder theoretischen Vorkenntnlssen, Einjlhrig-\nFreiwillige, Abiturlenten,\nfur Kaufleute reiferea Alters, die bereits praktisch titig waren und den\nForderungen der Gegenwart entsprechend ihre Fachkenntnisse erweitern oder\nrertiefen wollen oder\nfur Bankbeamte, Ingenieure, Chemiker, Brauer, Juristen, Nationaldkonomen,\nOffiziere, die fur Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen oder Verblnde,\nAktien- oder ahnlicher Geseiischaften sich vorbereiten wollen. Dauer der Kurse\n6—12 Monate — je nach Vorbildunjr und Ziel.\nProspekte gratis durch die Direktion, Johannisplatz 5"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c026", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "562", "page_fin": "562", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "debut_caractere": 5786, "fin_caractere_exclue": 6019, "texte": "Dr. Rudolf Bluemner\nSchauspieler und Regisseur am Deutschen Theater\nLehrer a.d. Schauspielerschule d.Deutschen Theaters\nerteilt Unterricht in\nSprachtechnik u. Rollenstudium\nCHARLOTTENBURQ\nWilmersdorferstrasse 75 Sprechstunde: 5—6 Uhr"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c027", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "562", "page_fin": "562", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "debut_caractere": 6021, "fin_caractere_exclue": 6295, "texte": "THRICHOPHIL\n| Fl. M.3,00 Ss&XThESLE! RM.3,00 ■\n|§g == nur Stint r&brikuiten: =** ■•■■■■■■■■■■■■■\nOtto Teutscher/Friseur \"\nI. Geschift: 106* Potsdamerstr., Einjf. 63 Stejflitzerstr.,Tcl.Vl,673s ■\n11. Geachaft: Charlottenburg, 100 Kaiserdamm, Tel. AmtCh.,63B7\niiiioaoeooooomii"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c028", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "562", "page_fin": "562", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.28", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "debut_caractere": 6297, "fin_caractere_exclue": 6677, "texte": "Preia 1 Mark Praia 1 Mark\nMenthol-Malz-Dragees\nSicheresMittel gegen akute Katarrhe der Atmunga-\norgane / ermogiicht Schauspielern und Sangern\nsofortigen Gebrauch der erkrankten Organe\nNMM ZAHLREICHE ANERKENNUNGEN mmmmmm\nZa kaken ia ailea Apotkckea aad Drofcrka / AlMaifa Fakrikaatia\n„Pkartnacia\" / Fabrik fir pkaraiaecatiackea Bctfarf t Barlia-Haleaaaa\nWoUadußccktad Mdhar wirkaad"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-07-29-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-07-29_01#c029", "volume": "bmtnabg_1911-07-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "562", "page_fin": "562", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.2.29", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "debut_caractere": 6679, "fin_caractere_exclue": 6798, "texte": "Cafe Continental\nJmdmn Abend to* 9—4 Uhr Nachti:\nGrosses Kiinstler - Konzert\nAIU bedeutenden Zeitunftn und ZcltschrfftM"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "555", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.1", "texte": "Umfang acht Seiten\ncuizelDezu^i^rfennig\nDER STURM\nWOCHENSCHRIFT FÜR KULTUR UND DIE KÜNSTE\nRedaktion und Verlag: Berlin-Halensee, Katharinenstrasse 5\nFernsprecher Amt Pfalzburg 3524 / Anzeigen-Annahme\ndurch den Verlag und sämtliche Annoncenbureaus\nHerausgeber und Schriftleiter:\nHERWARTH WALDEN\nVierteljahresbezug 1,25 Mark / Halbjahresbezug 2,50 Mark /\nJahresbezug 5,— Mark / bei freier Zustellung / Insertions-\npreis für die fünfgespaltene Nonpareillezeile 60 Pfennig\nJAHRGANG 1911\nBERLIN JULI 1911\nNUMMER 70\n\nInhalt:\nTRUST: Schönheit! Schönheit! Der Fall Adolf Loos / RICHARD FUCHS: Der Rang der Geschlechter / ERNST BLASS: Das Behagen /\nWILLIAM WAUER: Theatertechnisches / HJOLMAR SÖDERBERG: Aus der Vergessenheit / OBERLEHRER HERMANN SCHILLING / PALL\nSCHEERBART: „Literaturgeschichte\" / OSKAR KOKOSCHKA: Yvette Guilbert / Zeichnung\n\nYvette Guilbert Zeichnung von Oskar Kokoschka"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "556", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.2", "texte": "Schönheit! Schönheit!\nDer Fall Adolf Loos\nDie Schönheit ist ein Lebensbedürfnis des\ndeutschsprechenden Bürgers. Ihm schmeckt so-\ngar das Essen schön. Er zieht sich schön an,\ner richtet sich seine Stuben schön ein, verkehrt\nin schönen Bierpalästen, kauft seine Stecknadeln\nin Warenhäusern, die wie Kirchen aussehen\nmüssen, und bringt von der Reise seinen Lieben\nschöne Ansichten mit. Das Schönheitsgefühl des\nBürgers ist noch durch keinen Satz so klar de-\nfiniert worden, wie durch eine Beantwortung\nim Briefkasten der Berliner Hausfrauenzeitung,\nThomas Theodor Heine hat diese Antwort vor\neinigen Jahren im Simplizissimus mit einer Zeich-\nnung versehen. Der Satz hiess: „Gegenstände,\ndie an und für sich schön sind, werden durch\nBronzieren geradezu niedlich.\" Er ist nicht zu\nüberbieten, dieser Satz. Namentlich, wenn man\nsich der Zeichnung entsinnt: eine ganze Fa-\nmilie bronziert sämtliche Gegenstände und sich\ngegenseitig. Die Weihe der Schönheit wird über\nalles durchaus sinnfällig gelegt. Das wäre das\nNiedliche. Die Gegenstände müssen nun aber\nauch an und für sich schön sein. Um einer\nletzten Oelung wert zu scheinen. Ein Gegen-\nstand ist an und für sich schön, wenn er ge-\nschmückt ist. Das Schmücken kann auf verschie-\ndene Weise geschehen. Gothik, Romanik, Re-\nnaissance, Rokoko, Empire, Neurenaissance, alle\ndiese Möglichkeiten und noch einige andere sind\nvorhanden um das Leben zu verschönen. Be-\ngnügt man sich mit einer Möglichkeit, nennt\nman es Stil. Das wirkt aber für die meisten\nzu einfach. Alle diese Stile in einem Zimmer\nvereinigt oder auf ein Haus angepappt, ergeben\nden Begriff Schönheit. Nach diesem System sind\nzum Beispiel die Häuser des Kurfürstendamms\nerbaut. Was jemals ein Architekt seit Erschaf-\nfung der Welt empfunden und gestaltet hat, ist\nin dieser Prachtstrasse missverstanden worden.\nDie Häuser sind nach Vorlagen der bewährten\nAnkersteinbaukasten gebaut und mit Buchschmuck\nversehen worden. Kein Komfort der Neuzeit\nohne Kariatyden, ohne schulmässige botanische\nund zoologische Symbole (die Rosen und die\nRosse sind besonders beliebt) und ohne Säulen.\nAuf dem Dach treiben sich gewöhnlich noch\nverschiedene Weiber herum, die je nach Ermes-\nsen den Handel, die Industrie, die Schiffahrt\noder die Schönheit markieren. Der Architekt\nscheint keine anderen Sorgen zu haben, als das\nHeim zu schmücken. Und zum guten Ende wird\nalles, was Farbe annimmt, bronziert. Ist ein\nBauherr in der Lage, über ein grösseres Ge-\nlände zu verfügen, so baut er natürlich Stil. Im\nWesten Berlins erheben sich plötzlich die Städte\nNürnberg und München, an der Kaiser Wilhelm\nGedächtniskirche kehrt man reuig in romani-\nsche Zeiten zurück, auch die T-träger werden\ndavon betroffen, am Ludwigskirchplatz werden\ndie Bedürfnisanstalten in Schweizer Hütten ver-\nwandelt und die Uraniasäulen sind seit zwei\nMonaten endlich auch bronziert. Die Berliner\nHausfrauenzeitung siegt.\nNun gibt es in Wien einen Architekten. Er\nheisst Adolf Loos. Er ist der einzige\nArchitekt unserer Zeit. Eine schwere Erkrankung\nwarf diesen stahlharten Menschen nieder. Und\ndas geschah so. Der Künstler wurde beauftragt,\nein Haus auf dem Michaelerplatz zu Wien zu\nbauen. Sein Auftraggeber liess ihm volle Frei-\nheit, Loos, für den das Ornament ein Verbre-\nder erste, der vor zwanzig\nJahren schon die Sinnlosigkeit des übernomme-\nnen oder un architektonisch gedachten Ornamen-\ntes erkannte Loos baute ein Haus, ohne auf\ndas Schönheitsbedürfnis seiner Zeitgenossen Rück-\nsicht zu nehmen. Otto Stoessl beschreibt es al-\nso in der Fackel:\nDreifrontig beherrscht das Haus den Ein-\ngang des Kohlmarktes, der Herrengasse und\ndurch eine ebenso sinnreiche, wie einfache Ab-\nschrägung den Michaelerplatz, welche verhält-\nnismässig schmale Seite gleichwohl die domi-\nnierende bleibt, indem das umlaufende, zwei-\nteilige, hohe Untergeschoss — es nimmt nahe-\nzu die Hälfte der ganzen Mauerhöhe ein —\nmit grauem, bunt durchzogenem hellenischem\nMarmor umkleidet, gerade hier von vier mäch-\ntigen, freien, tragenden Säulen gewichtig ver-\nstärkt, geschmückt, belebt wird, während es\nan den anderen Strassenfronten zu ebener Erde\nden glatten, edeln Steinbelag nur durch die\ngrossen Fensteröffnungen mit ihrem blitzenden\nMessing-, Glas- und Holzzubehör unterbrechen\n' lässt. Der obere Teil dieses Untergeschosses\nist gegen den unteren merklich, doch einfach\ndadurch abgegrenzt, dass sich je zwei halb\neingelassene, schmälere Säulenpaare, breite\nSchaufenster flankierend, auch an den Seiten-\nfronten einfinden und so die Schrägung nach\ndem Michaelerplatz vorbereiten und betonen.\nDadurch wird das Schwergewicht des Baues\naufs natürlichste an seine Stirnseite gebracht.\nUeber dem Untergeschoss, das mit scharfem\nProfil doch nicht weit ausspringt, steigen ohne\näussere Gliederung vier Stockwerke in glattem\nweissem Mauerputz mit eingeschnittenen, ge-\nsimslosen Fenstern mit roten Rahmen auf. Ein\nmässiges, steiles, kupfergedecktes Mansarden-\ndach schliesst den Bau ab, an dem jeder Teil,\njede Wand, jedes Fenster, jede Fläche und\nEcke scharf und genau mit der wohltuenden\nKnappheit und Klarheit eines geraden Sinnes\nsich aneinanderfügen, nicht anders, als bei\neinem guten Schrank.\nDas Haus war noch lange nicht fertig, als\nsicn der bekannte Sturm der Entrüstung erhob.\nDie Neurenaissance war gefährdet. Das Haus\npasste nicht in den Stil. Von diesem „Stil\" darf\nin den nächsten hunderttausend Jahren nicht ab-\ngewichen werden. Die Zeitungen waren ausser\nsich, ein Kunstkritiker sah sogar „viereckige\nFenster\". Da griff das Stadtbauamt ein. Es hat\nin Wien die Aufgabe, darüber zu wachen, dass\nder Stadt die Neurenaissance erhalten bleibe, und\ndass ihre Einwohner nicht in der Entwicklung\nihres Schönheitssinns durch Fehlen von Orna-\nmentik aufgehalten werden. Es kam allerdings\ndoch zu erheblichen Verkehrsstörungen, denn\nganz Wien starrte sich monatelang die fehlenden\nOrnamente an. Während einer Abwesenheit des\nKünstlers ertiess der Besitzer des Hauses ein\nPreisausschreiben, um die bewährte und verlangte\nVerschönerung der Fassade herbeizuführen. Adolf\nLoos protestierte nach seiner Rückkehr auf das\nEntschiedenste und er hatte den Erfolg, dass die\nWiener Architektenvereine einstimmig beschlos-\nsen, sich nicht an der erwünschten Verschöner-\nung zu beteiligen. Aber das Stadtbauamt kann\nes nun einmal ohne Neurenaissance und Orna-\nmentik nicht aushalten. Es befahl dem Hausbe-\nsitzer innerhalb einer bestimmten Frist und un-\nter Androhung einer unerhört grossen Geld-\nstrafe, die Fassade zu verschönern. Bei fort-\ngesetzter Weigerung würde das Stadtbauamt\nzwangsweise die Verschönerung von einem\nbeamteten Architekten vornehmen lassen. Ein\nKompromissverschlag von Adolf Loos wurde ab-\ngelehnt. Das Stadtbauamt besteht auf seinen\nSchönheitssinn: mit Gott für König und Neu-\nrenaissance. Die Frist ist abgelaufen, Adolf\nLoos schwer erkrankt und das Stadtbauamt wird\nnächstens mit der zwangsweisen Verschönerung\nbeginnen. So wirkt heute der Staat für die Kunst.\nWenn die Zensur irgend ein miserables Stück\nverbietet, geraten die Interlektuellen ausser sich.\nGegenüber dieser unerhörten Vergewaltigung\neines Künstlers durch eine „ästhetische\" Behörde\nschweigt man. Die Wiener Architekten wollten\nzwar nicht verschönern helfen. Aber sie müss-\nten viel mehr tun. Sie wären verpflichtet, mit\naller Energie gegen eine derartige Bevormun-\ndung aufzutreten auch wenn sie selbst ein Le-\nben ohne Ornamentik nicht leben mögen. Die\nSchönheit zwangsweise aufputzen, das sollte selbst\nein Haus sich im Jahre 1911 nicht gefallen\nlassen brauchen.\nKarl Kraus, dieser grosse Künstler,\nschrieb über den Fall Adolf Loos unter ande-\nrem folgendes in der Fackel:\nEin Geher ist hier Adolf Loos und dar-\num ein Aergernis den Leuten, die zwischen\nGraben und Michaelerplatz herumstehen. Er\nhat ihnen dort einen Gedanken hingebaut. Sie\naber fühlen sich nur vor den architektonischen\nStimmungen wohl und haben darum beschlos-\nsen, ihm die unentbehrlichen Hindernisse in\nden Weg zu legen, von denen er sie befreien\nwollte. Die Mittelmässigkeit revoltiert gegen\ndie Zweckmässigkeit. Die selbstlosen Hüter\nder Vergangenheit, die sich lieber unter dem\nSchutt baufälliger Häuser begraben sehen als\nin neuen leben möchten, sind nicht weniger\nempört, als die Kunstmaurer, die eine Gele-\ngenheit schnackiger Einfälle versäumt sehen\nund zum erstenmal sehen, wie sie das Leben\nals tabula rasa anstarrt. Das hätten wir auch\nkönnen! rufen sie, nachdem sie sich erholt\nhaben, während er vor ihren Fassaden be-\nkennen muss, dass er es nie vermocht hätte.\nDemi sein schöpferischer Mangel würde ver-\ngebens an den Zierraten stümpern, während\nsie ihm vielleicht auch den Respekt vor der\nNotwendigkeit feuilletonistisch luxen könnten\nund dann soviel zustande brächten, als ein\nGedicht von Heine ergibt, dem man die Reime\nausgebrochen hat. Jenem aber gebührt das\nVerdienst, dass das Stehenbleiben der Wiener\neinmal einer Angelegenheit des Fortschritts\ngilt, dass vor seiner Wirkung der Unterschied\nzwischen der alten und der neuen Ideenlosig-\nkeit schwindet und die Kostgänger von Tra-\ndition und Sezession zu einem übersehbaren\nVerkehrshindernis verschmelzen, bis die Po-\nlizei im Interesse des Bürgerfriedens und weil\nes bei Strafe verboten ist, gewisse Flächen\nnicht zu verschandeln, den Enthaltsamen zur An-\nbringung von Ornamenten zwingt.\nDie paar Menschen, die in Deutschland et-\nwas von Kunst verstehen und Einfluss haben,\nmüssen alles aufbieten, um einen Roheitsakt zu\nverhindern, der an Adolf Loos und an der Kunst\nverübt werden soll.\nTrust"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "557", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.3", "texte": "Der Rang der Ge-\nschlechter\nVon Richard Fuchs\nUnser Geschlecht zeigt uns den einfachen\nWeg der Natur, auf dem wir ins Leben gekom-\nmen sind.\nUnser Leben ist kein bleibender Zustand,\nsondern eine zeitliche Veränderung, ein Abstei-\ngen in der Verwandtschaft, eine Spaltung in der\nspröden Familie. Die Eigenschaft des Lebens\nist die organische Bewegung.\nJedes Organische hat, als ein sinnliches ge-\nteiltes Element, seine durchgängige Begrenzung,\naber das einzelne Organische ist wiederum ins\nUnbegrenzte teilbar.\nDiese natürlichen Wirkungen sind noch nicht\nunsere eignen Ursachen, doch umschliessen un-\nsere organischen Fähigkeiten künftige Lebens-\nverfeinerungen. Alles was lebt, braucht nur ei-\nnen Anfang, um zu leben. Auch der Mensch\nlebt zu seiner Zeit. Jeder von uns lebt in einer\nihm eigentümlichen Form. Der Lebenslauf des\nMenschen ist durch das doppelte Geschlecht ge-\nnügend gesichert.\nAuf eine verschärfte Trennung der Geschlech-\nter laufen alle bewussten Kulturen hinaus. Die\nfast ausnahmslosen Erfolge dieser Zeiten sind\nnicht überraschend und nicht übermenschlich,\nsondern entsprechen dem Aneignungstalent ihrer\negoistischen Grundlagen.\nDie Freiheit unseres Geschlechts ist kein un-\nterscheidendes Geschlechtsmerkmal. Das weibli-\nche Geschlecht kennzeichnet sich durch die be-\nsondere Fähigkeit, in seinen diskreten Formen-\nschmuck unvergleichlich mehr Abwechslung brin-\ngen zu können. Seinem hoffnungsvollen Realis-\nmus dienen die Lichtstrahlen der ganzen Sicht-\nbarkeit.\nIn diesem veränderlichen Grade kann sich\nder geschlechtliche Mann nie verwirklichen.\nDie Vollendung des Weibes bleibt die leib-\nliche Erscheinung. Das Wesen eines Mannes\nentzieht sich bisweilen den Blicken aller in der\nZeit Lebenden. — Innres und Aeussres ist in\nbeiden Geschlechtern nicht einmal umgekehrt pro-\nportional.\nEs ist ein sehr gewöhnlicher Denkfehler, dass\nman das Organische ohne Unterscheidung mit\ndem Geiste auf dieselbe Stufe stellt, so dass zum\nVergleich für das Sinnliche des Fleisches eigent-\nlich nur das Unorganische, also das Leblose\nübrig bleibt.\nWie das Leben in zwei Geschlechtern ge-\ntrennt gelebt wird, so unterscheiden sich der\nGeist und der Körper sowohl des Mannes wie\nder Frau. Frau und Mann sind ein getrennter\nLeib und eine getrennte Seele.\nIn der geschlechtlichen Spannung löst sich\ndie sinnliche Fülle des Menschen. Aber mit der\nersten Geschlechtserfahrung steigt das weibliche\nLeben um mehrere Grade höher. Seine Reinheit\nist um so grösser, je früher es in sich unter-\nrichtet ist.\nHier zeigt sich, dass das Weib nicht bloss\ndas eine von zwei Geschlechtern ist, sondern\ndass es das Ergebnis beider Geschlechter mit\nwissender Unschuld verkörpert. Darin liegt die\nverführerische Macht der Frau.\nDas Weib ist nicht nur ein eigenes Ge-\nschlecht, sondern zugleich das unsrige.\nDiese Erkenntnis ist keinesfalls auf den Mann\numkehrbar. Was für die Frau ein ernstlicher\nKonflikt ist, würde umgekehrt bei ihm spasshaft\nsein.\nUnsere Entstehung ist wohlfeiler, als wir in\nKnabenjahren dachten. Die Frau tritt eher in\nihre eigne Welt als wir und bekommt dadurch\neinen sicheren Vorsprung in der Sinnlichkeit.\nIhr Ueberschuss daran ist ein wachsendes Ver-\nmögen. Die Frau zieht aus der allgemeinen Ent-\nwicklung höheren Wert als der Mann. Die Welt\nbewegt sich in immer grösserer Differenzierung\nvorwärts. Die Wesen werden mehr und mehr\neinander ähnlich. Dennoch, was wollen diese\nUngleichheiten männlicher Kraft gegen den Un-\nterschied bedeuten, in dem die Frau vom Anbe-\nginn des Lebens zum Manne steht?\nIhr einzigartiges Wesen, das ein Zusammen-\nfluss intimer Wirkungen sowohl des Mannes wie\nder Frau ist, wird von keinem Pflichtbegriff er-\nschöpft. Man spricht von ihren Leistungen im\nDienste der Erhaltung der Menschheit. Diese\nVerrichtungen erfüllt das gesunde Wesen ohnedies\ndurch ihr besonderes Schicksal. Der Mann\nmuss in seinem ganzen Geschäft mehr bewuss-\nten Eifer entwickeln als die Frau in ihren schwer-\nsten Tagen.\nDagegen erregt die Frau nur luxuriöse Vor-\nstellungen der verschwenderischsten Art. Hierin\nfindet ihre Tugend ungeahnte Gründe zur Stei-\ngerung zeitlicher Güter. Als dieses freie und ele-\nmentare Wesen erzeugt sie durch scheinvolle Ein-\nheitlichkeit die Idee des Glanzes, der auf ihr\nruhe. Wir sehen in ihrer lustvollen Ziellosig-\nkeit das feste Ziel, in ihrer Uneinigkeit mit uns\nihren einzigen Instinkt, um den wir hundert-\nfach zersplitterte Wesen sie beneiden. Es stachelt\ndie Wollust, die Quellen der Fruchtbarkeit in\nihrem sicheren Besitz zu sehen, die begehrte\nSchönheit, die frei lebt, in der Hülle eines Men-\nschen, der aussieht wie wir, wiederzufinden.\nDurch sein Beispiel, schwebenden Formen der\nWelt sinnliches Leben zu leihen, ohne den Zu-\nsammenhang mit den Körpern zu verlieren, ist\ndas Weib der Anfang des künstlerischen Geistes.\nEs hat für die Unvernunft des Daseins das\nschönste Märchen erfunden, sich selbst. Das\nWeib ist aller seltenen Dinge Anfang. Im Weibe\nist unser oberster Anfang. Noch vor dem erwa-\nchenden Bewusstsein wird in unserem Beginn,\nin unserem weiblichen Ursprung unser künfti-\nges Schicksal besiegelt. Denn unsere erste Be-\ngründung geschieht ausser uns und ohne uns.\nNur der geniale Mann bietet später ein gleiches\nBeispiel, dass der Willenseinfluss eines Wesens\nweit über sein Persönliches hinausgehen kann.\nEs gibt nichts, was einander fremder wäre\nals Mann und Frau, und dennoch entsteht der\nMann aus der Frau. So wenig auch die Welt\nbedeutet, die ganze Menschenwelt, die doch nicht\nnur aus Weibern besteht, entsteht aus den Wei-\nbern,\nEs wird unter keinen Umständen ein jedes\nvon beiden Geschlechtern innerhalb seines eignen\nGeschlechts hervorgebracht, ausser dem einzigen,\ndas uns zur Welt bringt. Eine Mutter vollführt\ndie Befruchtung und aus ihrer Zierde entlässt\nsie Mann und Weib. So setzt das Weib die\nwillkürlichen Spaltungen des Mannes unfreiwil-\nlig in artige Geschöpfe zusammen. Die weibli-\nche Natur übernimmt den ganzen Akt des Ge-\nschlechts.\nWo das Leben mit dem Weibe zuisammen-\nstösst, verschärft sich jeder bestehende Gegen-\nsatz. Ja, ist es nicht, als ob es nur ein Ge-\nschlecht gäbe und nicht zwei? Wir scheinen nur\ndie vorgeschobenen festen Posten für die Beweg-\nlichkeit des anderen zu sein. Eher werden noch\nalle Männer gleich, als dass es dahin kommt,\ndass sich die Frau mit der zweiten Rolle be-\ngnügte. Nur geringere Sinne ihres Wesens fol-\ngen unserer Führung. lfir Urunaeiement iiient\njeden Zwang. Denn das Weib ist nicht das We-\nsen, das dem ersten besten Geschlecht gehorcht,\nsondern ist immer ein anderer Mensch als wir.\nDas Geschlecht des Weibes ist das erste und ur-\nsprüngliche in diesem Leben.\nNur das Weib hat einen heimischen Ur-\nsprung, und es bleibt durch seine originale Ab-\nstammung dem Manne im Instinkt voraus. Dem\nManne bleibt das Leben, wie es ist, innerlich\neigentlich fremd.\nWir dürfen uns doch das Hauptmotiv der\nGeneration nicht verbergen, wenn wir Vieles\nnicht falsch deuten wollen.\nDes Weibes Geschlecht ist an und für sich\nviel interessanter als seine Folgen. Wi r sind\nschliesslich Geburten, aber das Weib ist\nWeib.\nJeder Widerspruch des Weibes fügt sich zu\nseinem Vorteil. Denn das Weib bleibt in seiner\nUebung, wenn seine Wirkung anders ist als\nwir gedacht haben. Dagegen scheidet sich der\nMann, der sich widersprechend bewegt, im Glau-\nben der Welt; mag sein Widerstand noch so be-\nrechtigt sein.\nDieser zweifellose Vorangang der Frau im\nGeschlecht, der beständig die kühnste Zumutung*\nan uns stellt, macht die Frau zum Schicksal des\ngrossen Lebens, sofern wir nur nicht in diesem\nden flachen Gesellschaftsbetrieb, sondern die\nMacht des Blutes und die Innenwelt des Men-\nschen verstehen.\nDer Mensch ist ein politisches Wesen, aber\ndie Politik der beiden Geschlechter beherrscht\nsehr verschiedene Gebiete.\nWenn der Mann das öffentliche Rechtswe-\nsen begründet hat, so stellt die Frau daneben\nnoch immer die Gewinne ihres heimlichen Rechts\nauf. Die Vorteile der Frau gegen uns sind funk-\ntioneller Art und nur solche können uns wirk-\nliche Beunruhigungen schaffen.\nDer weibliche Körper enthüllt sich als ein\nKunstspiel, das uns im ersten und letzten Au-\ngenblick überrascht. Des Weibes Absicht er-\nscheint in ihm Natur. Ihr Leib und Kleid, wel-\nche die Schönheit jedes Gegenstandes auffangen,\nbrauchen keine fernerliegenden Mittel. Kein1\nGeist des Mannes kann der Frau dieses Beson-\ndere ersetzen. Der weibliche Körper ist der ei-\ngentliche menschliche Körper. Denn jedes Mäd-\nchen, jede Frau verschliesst in ihm unser ganzes\nphysisches Glück.\nDas Weib ist ein Lebenswerk wie die Kunst\nein Werk des Mannes.\nZu Beiden zieht den höheren Menschen der\ninnere Geist. Kann man auch mit einer solchen\nherausfallenden Neigung nicht auf die Gunst\ngewöhnlicher Menschen rechnen, so hat man\ndoch als gesetzliches Wesen das Schwierige vor\ndem Bequemen vorzuziehen. Wie das Niedrige\nso ist auch das Höchste in gleichem Masse für\nein nervöses feineres Gewissen unerreichbar und\ndadurch unüberwindlich.\nTrivialitäten sind für einen vollendeten Mann\nletzte Schranken, wiederum sind für ihn letzte\nSchönheiten, denen er fremd bleibt, Ziele der Be-\nwunderung und Entwicklung.\nDer unzerstörbare Fortschritt ruht auf dem\nBestand der Körperwelt. Diese ist kein allge-\nmeiner leerer Durchgang wie Bildung und Wis-\nsen des Mannes.\nDer Verkehr mit dem Manne ist leicht und\ndarum vielfach fruchtlos, während das Verhält-\nnis zur Frau unsere praktischen Instinkte auf-\nregt Nichts ist ernster zu behandeln als sie,\ndenn im Konflikt mit den Sinnen der Frau geht\nes um unser keimendes Leben. Die Schönheit"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "558", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.4", "texte": "IM HJW liegt in ihrem tieteren üescfflechts-\ngrunde. Ihre äusseren Züge sind dagegen zu-\nfällig. Die Liebe zur Schönheit ist die beste\nRettung vor unserem Unansehnlichen, aber sie\nist eine Phrase, wenn sie nicht vor jedem ur-\nsprünglichen Wesen, dem schönen wie dem häss-\nlichen bis zum Neid entzückt wird, bis zur Ver-\nwerfung unseres männlichen Witzes, der in un-\nserem ewig einsamen Geschlecht rast.\nDie Frau bleibt die schwere Aufgabe für\nden Mann, die ihm gestellt wird. Sie kann kein\nMittel zu seinem Zwecke sein.\nWeiblichkeit ist einer der subjektivsten Zu-\nstände des Lebens. Die Subjektivität der Frau,\ndiese Durchsichtigkeit im Schleier des Geschlechts,\nder sie verhüllend befreit, ist ihr leichtes Ge-\nheimnis, das kaum zurückgehaltene Rätsel ihres\nWesens. Die Frau hat ein inneres und eignes\nGeschlecht, indessen der Mann zum grossen Teil\nnur ein äusserliches und fremdes Geschlecht hat.\nIndividualität ist die Eigenschaft, die vom\nManne verlangt wird.\nMan lässt ihn logischer Weise für etwas\ngelten, das ist der soziale Missbrauch des Man-\nnes. Aber Vorrechte sind faul und zerbröckeln,\nwenn sie nicht gegen etwas Warmes und Näheres\nverkauft werden.\nIm Grunde sind nur Vorzüge, die unausrott-\nbar sind, praktisch wertvoll. Die Geschlechts-\nvorzüge der Frauen sind wie alle Vorzüge nicht\nmit uns geteilte, nicht durch uns einholbare Vor-\nteile von unentgeltlicher, ja unverantwortlicher\nKraft.\nDer Mann hat kaum einen Geschlechtsvor-\nteil. Vielleicht liegen also seine Vorzüge wo\nanders.\nZu Schöpfungen der Wirtschafts- und Gei-\nsteswelt genügt der Mann.\nDer Mann ist nur notwendig, aber das Weib\nist kaum zu entbehren.\nDass er das Originale je für zweitklassig\nhat halten können, ist für die Stimmung des\nPhilisters charakteristisch, der nur die Unterord-\nnungen, aber nie die höheren Ordnungen des\nLebens mit einem nassen Auge begleitet.\nUnd doch schafft gerade die scharfe Tren-\nnung der Wesen das lebendige Wunder. Unsere\nerste Spezialisierung hat für alle im äusseren\nUnterschied der Geschlechter ihren Ausdruck er-\nhalten. In diesen Untiefen des Geschlechtslebens\nirrt sich der Laie. Aber Geschlechtsverbindun-\ngen haben weitergehende Beziehungen als Ge-\nsellschaftsverträge, Beziehungen, die jedem Durch-\nschnittshelden entgehen und unliebsam sind.\nIn der Einlösung aller schweigenden Kon-\nsequenzen liegen die Tiefen der Geschlechtlich-\nkeit und die Interessen der Menschheit.\nKeine Verbindung der Menschen bewahrt\ndie kindliche Unschuld ihres Anfanges, weil man\nzunächst gar keine freie Wahl, also auch kein\nVerdienst hatte. Jede Seelenbewegung läuft bis\nzum Ende ihrer eingesetzten Fähigkeit. Gefühle\nsind nicht minder ein sich überstürzender Me-\nchanismus. Aber nicht nach unserer Gedanken-\neinteilung, sondern nach unserer organischen\nZweiteilung vollzieht sich unsere Erhebung oder\nunsere Niederlage.\nDas Geschlecht des Weibes ist eine Natur-\nwirkung, die über kleine Unterschiede hinweg-\ngeht, um den Wiederstandslosen matt zu stteen\nund den Widerstrebenden hochzubringen.\nDas Geschlecht gleicht die Gegensätze nicht\naus, sondern geht über Gegensätze hinaus zu\nweiteren Gegensätzen.\nDen Mitteln, wodurch eine Frau wirkt, kann\nder Mann nichts wegnehmen. Nicht um sie zu\nplündern, sondern um sie in ihrer Fremdheit zu\nempfangen, ist die an uns herantretende sicht-\nbare Wohltat der Frau ein Ereignis in unserem\nLeben.\nDie Frau kann uns vom schönsten Vorbild\nsein ourch ihr Verlangen nach unserem beken-\nnenden Wesen.\nDie Verkennung der Frau verwischt den not-\nwendigen Unterschied zwischen unserem Wunsch\nund dem Wesen, das ihn uns erfüllt, oder zwi-\nschen männlichem Ideal und seiner weiblichen\nDarstellung. Das Weib bleibt trotzdem dasselbe,\nwenn es den Wunsch des Mannes erregt und\nwenn es den Wunsch ausführt.\nJeder Vorzug kann von einer andern Seite\nleicht als Mangel erscheinen, aber für alle an-\ngeblichen Mängel hat der Mann nur mit um\nso mehr Phantasie einzuspringen. Es bleibt in\nder Frau in aller ihr bewussten Huld und\nSchuld ein ungenossener Reichtum übrig.\nDas Seelenlose, welches der Mann glaubt\nder Frau nachzuahmen, ist nichts als grosse\nTorheit.\nEin hauptsächlicher Schaden für den jun-\ngen Mann ist, dass ihm die Frau Anderer als\nGemütsbraut gegenüber steht. Die Folge ist,\ndass er alle weibliche Güte mit seiner goldenen\nSehnsucht verwechselt und zu früh der Abrech-\nnung mil der Frau enthoben wird.\nDas Ueberragende des Mannes über die\nFrau mag galant sein. Der Geist der Ebenbür-\ntigkeit ist schon rücksichtsvoller, aber erst unsere\nGewissheit, dass die Ueberhebung wegen irgend\nwelcher Ueberlegenheiten unsererseits unmöglich\nbleibt, ist ein freies Glück des Mannes.\nDer Unfreie schätzt das Leben nur nach Ge-\nfühlen, aber das Gefühl ist eine Vorstellung, die\nalle Dinge in uns begleitet, und darum ein viel\nzu schwankender Massstab für die wahre, von\npersönlichen Stimmungen unabhängige Erkennung.\nBefriedigung, Genuss wird dem Manne durch\nkeinen Vergleich mit etwas rein Innerlichem, son-\ndern nur durch das ausser ihm. Sinnlichkeit ist\nmännliche Sentimentalität. Sinnlichkeit ist dte\nGrundlage für beide Geschlechter, durch die sich\nmancher ihrer Werte erhöht, keiner vermindert.\nWird aber ein beiden Geschlechtern gemeinsa-\nmes Element zur ausschliesslichen Vorstellung\ndes Mannes, so bekommt er ein falsches Bild\nvon seiner Macht. Der Trieb, der nur seine\nEitelkeit befriedigt, hält keinen Vergleich aus mit\ndem Naturtrieb, der sich im bewussten Kampf\nmit der Stärke des Andern entzündet. Die geist-\nreichen Menschen überschätzen ihre Erfolge. Die\nLeichtigkeit, die sich im Lob der Frau genügt,\nist für die Frau das schlechteste Liebesgeschenk.\nDie einseitige Idealisierung verhindert meist die\neigne Idealität, den freien Geist der Männer.\nAls ob sie von den Vorzügen der Frauen in\nsich selbst genug hätten, bereiten plumpe Herren\ndie Frau auf ihr männliches Persönliches vor,\nstatt sich für das Andersgeartete der Frau, für\nihre Vollkommenheit, die vor allem die totale\nNegation des Mannes ist, bereit zu halten. Lege\nich mich selbst der Frau unter, so lege ich ge-\nrade das ihr fremdeste Wesen unter. Der Ge-\ndanke der Männer bringt die Frauen in zu be-\nschränkte Verhältnisse. Leute, denen es mehr\nauf die Quantität als auf die Qualität des Ver-\nstands ankommt, mögen die Frauen nach der\nMännerkultur schätzen.\nDer schöngeistige Dilettant macht die ganze\nNatur zum menschlichen Wesen und verleiht ihr\ngefühlvoll das Geschlecht des Weibes. Der Blinde\nist gern über seine Verhältnisse grossmütig und\nverschenkt, was er selbst nicht besitzt. Wenn\nwir weibliches Wesen wieder in eine solche Na-\nturallgemeinheit bringen, verlieren wir sein sel-\ntenes Element ganz aus dem Auge.\nDie Natur ist nicht mit dem Guten und\nnicht mit dem Bösen des Weibes zu verwech-\nseln. Auch der Mann ist Natur. Mit sich al-\nlein, ist er noch oft genug krass. Ist der Mann\nabei in der Mehrzahl, so ist er vollends schäd-\nlich.\nNicht aus uns, nicht aus dem Mann kom-\nmen unsere erschütternden Erlebnisse. Unser\nHöheres gehört meist Anderen als uns. Was\nwir original besitzen, ist im besten Sinne ein\nneuer Schmuck für Fremde, für die Frau, für\ndie Welt.\nWenn die Befreiung von uns selbst unser\nWunsch wird, dann ist unser Glück gross. Wenn\nder Mann von den Besonderheiten der Dinge\nam tiefsten berührt wird, lebt er unmittelbar und\nin der Vollendung wie sie, die aus Natur die\nfernsten Dinge nahe bringt und das Unterschei-\ndende erweckt, von schnell eindringendem Geist,\nder die Formen wechselt und dadurch die For-\nmen schafft.\n\nDas Behagen\nErnst Blass\nWir quälen uns. In flaue Freundlichkeit\nHat uns der Walzer und der Wein gebettet.\nWir machen uns in unsern Sesseln breit\nUnd spüren, wie die laute Nacht verfettet.\nAch, dieser schäbig blanke Glanz der Lichter;\nWie friedlich ihn die Spiegel wiedergeben!\nUnd wie der armen, geckigen Gesichter\nLangende Lippen — gähnend sich verkleben!\nDer Rechtsanwalt sitzt da — auf dem Fauteuilche.\nEr ist noch jung trotz seiner fünfzig Jahre,\nEs glänzen seine feuchten Glatzenhaare\nUnd seine kugelrunde Nase, welche\n(Und mit dem Ausdruck: Dies ist doch das Wahre!!)\nEntsteigt dem zitternden Champagnerkelche.\n\nTheatertechnisches\nVon William Wauer\nDarsteller, Licht, Körperlichkeit sind tatsäch-\nlich. Die Malerei kann auch nur als Malerei\ntatsächlich sein.\nDie Malerei als bühnentechnisches Ausdrucks-\nmittel ist unmöglich anderes als Malerei.\nDie Entfernung der Malerei von der Bühne\ngibt erst die Möglichkeit wahrer malerischer\nBetätigung im Theater.\nDer bestgemalte Wald gibt weniger Illusion\nals die einfache Aufschrift „Wald\", denn der ge-\nmalte schliesst eine Illusion ab, indem er sie\nwiedergibt, die Aufschrift regt die Illusion an,\nindem sie alles der Phantasie überlässt.\nDie jetzige Art der Darstellung stellt das\nWirken des Darstellers unter die Wirkung der\nallgemeinen malerischen und szenischen Illusion.\nUm die Täuschung des leblosen Bildes zu er-\nmöglichen, wird der Darsteller falsch und wi-\ndersinnig beleuchtet, er muss unsinnige und un-\nmögliche Bewegungen machen und überall auf\nseine Umgebung verkehrte Rücksichten nehmen."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "559", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.5", "texte": "Nur eine gute Lichtgebung (nicht Beleuch-\ntung) kann einen echten Eindruck und eine\nüberzeugende Raumwirkung geben ohne dein\nDarsteller zu kompromittieren oder die Szenerie\nunmöglich zu machen.\nEine charakteristische Gestaltung von Licht\nund Schatten kann auch die Umgebung des Dar-\nstellers genau und richtig charakterisieren.\nLicht kann nur gestaltend wirken, wenn es\nauf Körper auf verschieden liegende Flächen\nfällt. Licht und Form unterstützen einander:\nLicht individualisiert die Körper durch die\nSchlagschatten und belebt die Flächen — die\nFlächen bringen die Reize des Lichts erst zur\nGeltung. Licht als Beleuchtung verliert seine\nKraft und seinen Sinn als Ausdrucksmittel.\nLicht und Darstellung sind ganz Ausdruck:\nsie werden empfunden. Worte und Szenerie sind\nbedeutsame Formen und werden verstanden.\nAusdruck ist steigerungsfähig und abwechs-\nlungsreich. Die bedeutsame Form ist gleichmäs-\nßig und unveränderlich.\nJe innerlicher und intensiver die Darstellung\nsein soll, desto mehr muss sie dem Publikum\nnahe gerückt werden. Je äusserlicher und gleich-\ngiltiger die Darstellung, desto mehr kann man\nsie in die Ferne rücken. Wo alles mitgefühlt\nwerden soll — vertrauliche Nähe. Wo alles nur\nverstanden werden braucht: Ferne.\n\nAus der Vergessenheit\nVon Hjalmar Söderberg\nI\nAls ich eines Morgens die Todesanzeigen\nin meiner Zeitung durchflog, blieb mein Blick\nan einem mir wohlbekannten Namen haften:\nHenrik Cleve. Ich sass lange wie betäubt da,\nmit wirrem Kopfe und starrte auf diesen Namen\nin der schwarzen Umrahmung. Ich hätte viel-\nleicht besser vorbereitet sein sollen. Ich wusste\nja, dass seine Gesundheit untergraben war; aber\ndennoch . . .\nWir waren, ehe er Stockholm verliess, gute\nFreunde gewesen. Wir hatten uns in der Däm-\nmerung vor der Kaminflamme bei Kaffee und\nZigaretten Gesellschaft geleistet; wir hatten die-\nselben Schriftsteller geliebt, wir hatten gegensei-\ntig unsere Familien besucht, wir waren zusam-\nmen in Cafes und Theatern gewesen. Wir tra-\nfen uns so ziemlich jeden Tag. Er pflegte mir\nMittags entgegenzugehen, wenn ich von meinem\nBüro kam; wir gingen dann zusammen durch\nStrassen und Promenaden, blieben bei einem\nBuchhandlungsfenster hier, einem Blumenladen\ndort stehen, und sprachen über alles und nichts.\nMeine Existenz war gleichmässig und alltäglich,\ner hingegen hatte oft von Erfolgen und Enttäu-\nschungen zu erzählen; er wollte Schriftsteller\nwerden.\nDoch eines Tages stellte es sich heraus, dass\nsein kleines väterliches Erbe stark angegriffen\nwar — er musste nun an seinen Lebensunter-\nhalt denken. Er entwarf verschiedene Projekte,\naber schob bis auf weiteres alles beiseite; end-\nlich kam der Tag, an dem jeder weitere Auf-\nschub die Situation ernst machen konnte. Da\nfasste er einen raschen, vielleicht allzu raschen\nEntschluss; er suchte und fand eine Anstellung\nbei einer Provinzzeitung in Südschweden. Ich\nriet ihm ab, doch ohne Resultat. Ich konnte\nübrigens keine besonders triftigen Gründe an-\nführen: denn er musste doch leben.\nIch erinnere mich sehr deutlich an den letz-\nten Abend im Kaffeehaus. Wir sprachen nicht\nviel. Der „Pascha\" servierte uns; wir nannten\nihn Pascha wegen seines Phlegmas, und seines\ngrossen türkischen Schnurrbarts. Cleve war ner-\nvös Er fing einen Satz an und unterbrach sich\nselbst, nahm eine Zeitung, las ein paar Zeilen\nund warf sie wieder weg. Der Kaffee war da-\nmals zufälligerweise schlecht — das Lokal war\nbeinahe leer, die Kellner lehnten müssig an den\nWänden — der Regen tropfte auf das Fenster-\nblech, und aus der Garderobe drang ein Geruch\nvon nassen Ueberkleidern herein.\nGegen Mitternacht trennten wir uns:\nWeiss Gott, wann wir uns das nächste Mal\nsehen . . .\nEs ist nun mehr als anderthalb Jahr her,\nseit er abreiste. Anfangs korrespondierten wir\nfleissig, dann wurden wir nach und nach müde\n— ein häufiger Fall. Ich habe alle seine Briefe\naufgehoben: die Korrespondenz des ersten Jah-\nres ist ein voluminöser Band, aus dem zweiten\nhabe ich drei, vier kurze Episteln. Der letzte\nBrief ist über drei Wochen alt, und nun steht\nes mit einemmal vor mir, dass ich ihn nicht be-\nantwortet habe.\nMan hat an so vieles zu denken, Jetzt ist\nes zu spät.\nIch sehe sein Antlitz und höre seine Stim-\nme, wenn ich allein in der Dämmerung sitze\nund in seinen Briefen blättere, die sich äusser-\nlich alle gleichen, mit feiner, leicht leserlicher\nSchrift auf gelbliches Papier geschrieben. Dort\nauf dem Sofa pflegte er zu liegen; hier am\nSchreibtisch sass ich, und er verwendete unge-\nniert den Teppich als Aschenschale.\nII\nSein erster Brief ist kurz:\nDu Lieber!\nDiese Stadt ist eine recht betrübliche Er-\nscheinung: ein kleines, dummes, schmutziges\nRechteck mit der Kirche an einem Ende und\nder Unterrichtsanstalt am andern; im übrigen\neine Anzahl Kasernen, etliche Kanonen und viel\nArtilleristen.\nUnd die Redaktion . . . , neue Bekannt-\nschaften, fremde Menschen. Sie beanspruchen\nmein Interesse für die nämlichen Dinge, die sie\nselbst ausfüllen: die Schlechtigkeit der Konkur-\nrenzzeitung, die schwachen Verstandesgaben des\nBürgermeisters und der übrigen Machthaber, das\nSteigen der Postauflage . . .\nDas Cafe des Freimaurerhotels ist wahr-\nscheinlich die beste Institution der Stadt; die\nKellnerinnen sind aufmerksam und etwas ältlich,\nohne allen Anspruch auf Hofmacherei. „An\nSonntagen gute Musik.\"\nMeine Kollegen bei der Zeitung haben, ich\nweiss nicht aus welchem Anlass, Brüderschaft\nmit dem Portier des Hotels getrunken, einem sehr\nehrenwerten jungen Mann vielleicht, in dessen\nBeruf es nun einmal aber fällt, Trinkgeld zu\nnehmen.\nDein Freund\nH. C.\nDieser Brief ist von Anfang Oktober datiert.\nEr enthält offenbar den ersten Anprall von Ein-\ndrücken: er zeigt eine gewisse Ungeneigtheit,\ndie Situation ernst zu nehmen, sich zu orientie-\nren und sich in der neuen Umgebung heimisch\nzu machen. Das scheint ihm übrigens überhaupt\nnicht gelungen zu sein. Später wird er bitterer:\nes wird ihm allmählich klar, dass er vielleicht\nfür Lebenszeit an dieses kleine Fliegenpünktchen\nauf der Karte festgenagelt ist, ohne Heim, ohne\nFreude.\nEr schreibt Mitte Dezember:\nIch fasste alles anfangs als eine missglück-\nte Farce auf, eine langweilige Farce, bei der man\naus purer Barmherzigkeit an den Stellen lacht,\nwo der Verfasser es wünscht. Nun lache ich\nnicht mehr. Ich bin doch gewöhnt, in schönen\nRäumen zu wohnen; hier habe ich mich in ein\nkaltes, unwirtliches Loch mit fettigen Tapeten\neinquartiert. Meine Wirtin hat eine wahnsinnige\nTochter und einen kranken Kater. Die Geistes-\nkrankheit der Tochter ist von der turbulenten\nArt; sie schreit und singt und vollführt einen\nfurchtbaren Spektakel im Zimmer nebenan, auf\nder Stiege und überall. Der Kater leidet an einer\nHautkrankheit: um Hals und Nacken sondert er\neine gelbliche Flüssigkeit ab; die Laune des Tie-\nres ist herabgestimmt, das alles bietet einen nie-\nderschlagenden Anblick. Er liegt den ganzen\nTag im Flurfenster und wartet darauf, dass ein\nSonnenstrahl ihm den Rücken wärmt; wenn er\nmich erblickt, macht er einen matten Versuch zu\nspinnen und will sich an dem haarigen Stoff\nmeines Ilsters reiben.\nDie Redaktion: neueingerichtet, gelbgebeiz-\ntes Birkenholz, eine Batterie leerer Flaschen in\nder Kachelofenecke. Der Redakteur sitzt zufrie-\nden vor dem Feuer: die Postauflage steigt, un-\naufhörlich laufen neue Bestellungen ein. Es reg-\nnet und stürmt; Mägde und alte Weiber segeln\nwie Ballons über den grossen Marktplatz. Ge-\nrade gegenüber, vor der Kaserne, steht ein Schil-\nderhaus, in jener eigentümlich schreienden Nuan-\nce angestrichen, die ich Rollgardinenblau nennen\nmöchte; ein Artillerist geht auf Posten — auf\nund ab, hin und her; von Zeit zu Zeit, in be-\nstimmten Zwischenräumen bleibt er stehen, streckt\nsich und stösst aus irgend einem Anlass, den\nich nicht kenne, ein entsetzliches Geheul aus.\nEr tut mir sehr leid.\nGestern war ich zu einer Familiengesellschaft\nbei einer sehr liebenswürdigen, mittelalterlichen\nKupferschmiedswitwe eingeladen. Die Löwen\nwaren die Sergeanten der Artillerie. Der Um-\ngangston in den Familien, bei denen wir Zu-\ntritt haben, ist einfach und ungezwungen. Ein\njüngerer Sergeant verkleidete sich als Dame: auf\nder Brust plazierte er zwei runde Herrenhüte,\ndarüber ein Tuch; rückwärts band er sich un-\ngefähr einen halben Jahrgang des „Blattes\" fest.\nDiese Dame hatte einen grossartigen Sukzes*.\nDie Herren schlugen sich gegenseitig auf den\nBauch und kreischten vor Lebensfreude; die Da-\nmen kicherten, die jüngeren erröteten schamhaft,\nder Hüte wegen. Unser Beruf wird in diesen\nKreisen mehr lächerlich als eigentlich strafbar\ngefunden und gibt Anlass zu vielen schmerzhaf-\nten Anspielungen, die natürlich immer mit Bon-\nhomie aufgenommen werden; ich bin überdies\nnoch ganz speziell einer freundlichen, gutmütigen\nNeckerei ausgesetzt, weil ich ein Stockholmer\nbin, eine hier in der Stadt sehr lächerliche Ei-\ngenschaft.\nUnser Redakteur, der sich durch ökonomi-\nschen Wohlstand und Oeldruckbilder in vergolde-\nten Rahmen auszeichnet und irgend eine Art Rot-\nwein zu Tische trinkt, steht im übrigen vollständig\nauf derselben sozialen Stufe wie die Mitarbeiter.\nNach drei- bis viertägigem Beisammensein begann\ner allmählich, wie aus Zerstreutheit, den Titel\n„Herr\" auszulassen und nannte mich einfach\nCleve. Meine Verblüffung war unerhört. Jetzt\nkann mich hier nichts mehr erstaunen machen.\nIch weiss manchmal nicht recht, ob ich träume\noder wache. Und die Mitarbeiter nehmen mit"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "560", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.6", "texte": "denselben Verhältnissen vorlieb, auch der Jüng-\nste, der doch ein Uebermensch sein will. Es\nist seit Nietzsches Auftreten und Popularisierung\nein beinahe beunruhigender reicher Zufluss an\nUebermenschen eingetreten ... Ich bin mit den\nKollegen nicht viel beisammen, obgleich ich im\nübrigen auf ganz gutem Fusse mit ihnen stehe,\naber wir haben verschiedene Kaffeezeiten. Ich\nbin wirklich ein wenig einsam hier. Du ver-\nstehst, man kann sich ja — aus Affektation und\nweil man es in Büchern gelesen hat — einsam\nfühlen, wenn man unter Freunden ist, einsam\nmitten in seiner Familie. Aber ich versichere\nDich, es ist etwas ganz anderes, einsam zusein\n— zu fühlen, wie die Einsamkeit unter der Decke\nunseres Zimmers brütet, wie sie zwischen den\nRanken der Tapete kriecht und aus allen Ecken\nstarrt.\n— Als ich heute zeitig morgens mein Zim-\nmer verliess, lag der kranke Kater tot auf sei-\nnem Fensterbrett.\nDein\nH. C.\nIm nächsten Brief schildert er das Weih-\nnachtsfest, das sehr unbehaglich sein muss; aber\ner macht noch immer lobenswerte Anstrengun-\ngen, den Mut aufrechtzuerhalten und versucht,\nsich selbst und mir einzureden, dass er sich mit\nder Zeit schon wohl fühlen wird. Dieser Brief\nhat einiges von dem traditionellen Briefhumor;\nauch melancholische Menschen bemühen sich ja\noft, in ihren Briefen humoristisch zu sein.\nVon Januar datieren zwei Episteln, die li-\nterarische Exkurse enthalten, hauptsächlich über\nHuysmans, Bang, Strindberg; ferner ein kurzer\nund etwas mystischer Brief über eine gewisse\nFranziska „eine junge Dame, die sich durch mehr\nSchönheit als Tugend und mehr Untugend als\nSchönheit auszeichnet.\"\nEnde Februar ist er in guter Stimmung ge-\nwesen.\nAlter Ravaillac!\nEs ist hier unten schon eine Art Frühling,\nes weht frisch, aber lau draussen auf der Ebene.\nDer Schnee ist fort, die Eisschollen unten im\nFlusse seufzen und knacken, die Dohlen flattern\nnervös um den Kirchturm. In Stockholm gibt\nes einen Menschen, der bis jetzt ein Schuft war.\nEr ist mir nämlich seit meiner Wohlstandszeit\nGeld schuldig gewesen. Und nun hat er sich\nbekehrt und das Geld geschickt! Es ist im Him-\nmel grössere Freude über einen Sünder etcetera.\nIch ging gleich zu meinem Schneider und bei-\nstellte einen neuen Frühlingspaletot aus schwar-\nzem Cheviot ohne Rückennaht. Es liegt freilich\nim Geiste der Zeit, alle moralischen Bande zu\nlosen, aber irgendeine Religion muss der Mensch\nhaben.\nDein Freund\nH. C.\nIch blättere weiter. Im März:\n— — — Du fragst, wie es mir geht. Ach\nja. Ich huste ein wenig mehr als früher, sonst\nnichts. Es ist schlechtes Wetter. Ich halte mich\nmeistens im Zimmer, bei Burgunder und Ziga-\nretten. Das ist das beste, was man in diesem\ngottverfluchten Monat März tun kann. Ich stelle\nmir vor, dass ich noch drei bis vier Jahr© zu\nleben habe. In dieser Zeit sollte man es wohl\nfertig bringen können, ein gutes Buch zu schrei-\nben, glaube ich. Ich habe eine Idee, an und\nfür sich ausgezeichnet, aber sie quält mich\nschrecklich; ich weiss, dass ich sie noch nicht\nausführen kann. Trotzdem mache ich einen Ent-\nwurf nach dem anderen und lege ihn beiseite.\nHier ist mein Motto, obwohl es wahrscheinlich\nnicht auf das Titelblatt gedruckt wird — es ist\nvon Jacobsen: Es gibt nichts auf der Welt als\nWeiber. Aber ich fürchte, dass es ein unmoder-\nnes Buch wird, jetzt will man wieder Lebens-\nfreude haben. Gleichgültig übrigens, es wird\nohnehin nicht fertig.\n\nSchluss folgt.\nVerantwortlich für die Schriftleitung\nHERWARTH WALDEN / BERLIN-HALENSEE\nVerantwortlich für die Schriftleitung in Oesterreich\nUngarn / V.: Oskar Kokoschka\n\nLiteraturgeschichte\nWir leben trotz Paul Scheerbarts im Zeit-\nalter der Qualität\nPaul Scheerbart\ngedanklich geschweigen denn ethisch sonderlich\nrühmenswerten Auslassungen Paul Scheerbarts\nin Nr. 67 des „Sturm\" habe ich nur eine kurz\nabfertigende Antwort, zumal da sie von völlig\nunbeteiligter Seite bereits als „albern, tö-\nricht und taktlos\" gekennzeichnet wurden.\nSollten sie ein Angriff sein? Weshalb wandte\nHerr Paul Scheerbart sich dann nicht offen\nund ehrlich an mich, wie ich mich an ihn\ngewandt hatte, um zu prüfen, ob er sich für\nmeine Literaturgeschichte eigne oder nicht?\nOder wollte er, der „am wenigsten gelesene\naller lebenden deutschen Autoren\", dadurch Pro-\npaganda für sich machen? Auch für diesen Fall\nist sein Vorgehen lediglich eine traurige Ent-\ngleisung.\nMit solchem Bedauern schliesse ich eine De-\nbatte, die Herr Scheerbart wohl nur in unbe-\ndachter Zeitvergeudung heraufbeschwor.\nTrott Hermann Schilling — s\nMir deucht, dass diese Entgegnung die\nQualität des Herrn Oberlehrers ganz und\ngar entschleiert hat. Der Herr Oberlehrer ist\njetzt abgestempelt; es nutzt ihm nichts, dass\nsein Portrait auch in der Dichterhalle des Arndt-\nMuseums zu sehen ist. Ein Verleger sieht ein,\ndass eine Literaturgeschichte der letzten drei Jahr-\nzehnte ein „Geschäft\" wäre. Um mit einem Ho-\nnorar-Minimum abzukommen, wendet er sich an\nHerrn Schilling. Und der „macht\" die Sache,\nobgleich er die lebenden Autoren garnicht kennt;\ner behauptet einfach, dass ich der am wenigsten\ngelesene Autor bin. Nun — das Publikum muss\nendlich darüber aufgeklärt werden, dass sich\nderartig harmlose Oberlehrer zur Abfassung von\nLiteraturgeschichten nicht eignen.\nDer Oberlehrer spielt aber bei dieser gan-\nzen Geschichte eine sehr nebensächliche Rolle.\nDer Fall ist typisch. Und darum vollte ich dem\ngenialen Verleger Haupt aufs Haupt schlagen.\nWeiss der Herr nicht, an wen er sich zu wenj\nden hat, wenn er „Literaturgeschichten\" heraus-\ngeben will? Weiss der Herr Haupt nicht, dass\ndie Oberlehrer die Literatur der letzten drei\nJahrzehnte garnicht kennen? Und er gibt ei -\nnem Unwissenden den Auftrag? Der\nName Haupt wird in der Literatur fürderhin\nein Hauptwort werden. Seine Literaturgeschichte\nsoll dem Herrn Haupt heute schon ganz gehörig\nversalzen werden.\nIch mache jetzt nur noch ganz besonders\ndarauf aufmerksam, dass Herr Schilling durch\nseine „kurz abfertigende Antwort\" bewiesen hat,\ndass er literarische Glossen nicht kapiren kann.\nIch verzichte darauf, den Herrn aufzuklären.\n\nDie Fncßel\nHERAUSGEBER\nKarl Kraus\nErscheint in zwangloser\nFolge\nSummer 326/327/328\nsoeben erschienen\nPreis 75 Pfennig\n80 Seiten\nMit einer Illustration:\nDer Sieger\nOBERALL ERHALTLICH\nWerbeband der Fackel\n50 Pfennig\n\n;\nLes Horses\n5 rue Chaptal / Paris\nDiese literarische Zeitschrift\nveroffentlichte das franzo-\nsische Original der Tage-\nbiicher Flauberts, deren\nUebertragung in Deutschland\nverboten wurde.\nDie Hefte, die die Tage-\nbticher Flauberts enthalten,\nsowie die iibrigen seitdem\nerschienenen Nummern sind\nvom Verlag der Zeitschrift\nLes Marges gegen Einsen-\ndung von sechs Francs direkt\nzu beziehen.\n\nL Effort\nHalbmonatsschrift\nfur moderne Kultur u. fran-\nzosische Seze&sion in den\nKiinsteu und in derLiteratur\nHerausgeber und\n:: Schriftleiter ::\nJEAN RICHARD\nJahresbezug fur das\nAusland: Mark 4.50\nZweiter Jahrgang\nVerlag und Redaktion:\nPOITIERS (Vienne)\nFrankreich\n\nL3 PI\nVerlag ~Der Sturm\"\n(r \\\nHerwarth Walden\nDAFNISLIEDER\nFiirGesang u.Klavier/52Seiten\nDREI MARK\nDurch alle Buch- und Musi-\nkalienhandlungen oder direkt\ndurch denVerlag DER STURM\nHalensee/Katharinenstrasse 5\nD\n\nLes Cahiers du Centre\nMonatsschrift fur Soziologie\nGeschichte, Kunst\nund Literatur\nGegriindet von Paul Cornu\nHerausgeber u. Schriftleiter\nHENRY BURIOT\nIn den Cahiers du Centre\nerschienen Werke von Jules\nRenard, Charles-Louis Phi-\nlippe, Marguerite Audoux,\nEmile Guillaumin, Romain\nRolland, Andre Spire, Henri\nBachelin, Valery Larbaud,\nRaymon Darsiles u. a. m.\nJahresbezug furs Ausland:\n4,80 M. (Luxusausg. 9,60 M.)\nProbeheft gegen Ein-\nsendung von 50 Pfg.\nVERLAG u. REDAKTION:\n16, Boulevard Chambonnet,\nMOULINS (Allier) Frankreich"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "561", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.7", "texte": "tiakrie Maximilian ItiacM\nDritte Ausstellung\nBerlin 81. SRanhe-Strassc 1\nan der Kaiser Gedad>tnls-Klrcl>e"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "562", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110729-01.1.8", "texte": "Druck von Hermann Blanke's Buchdruckerei, Berlin C. 54, Kleine Rosenthalerstrasse 9.\n\nPressrelationsbureau Hansa\nBerlin NW 23 Holsteiner Ufer 7\nliefert alle Nachrichten iiber\ntat, Literatnr, Wissenschaft\nin jeder Hinsicht unbedfngt zuverlassig.\n:: Akademisch und literariscb gebitdete lectoren ::\nvorzugliche Organisation\n— Fernsprecher Berlin II 6121\n\n1' t\nf/f Else Lasker-Schiiler\nMeine Wunder\nGedichte\nPreis in van Geldern-BQtten gebunden\nDrei Mark\nDreililien-Verlag Karlsruhe und Leipzig\niß=\n\nLE\nCOURRIER DE LA PRESSE\nBUREAU de COUPURES de JOURNAUX\nFranQais et Etrangers\nFonde en 1889\n21, Boulevard Montmartre PARIS 2#\nGALLOIS & DEMOGEOT\nAdresse Telegr.s COUPURES PARIS — TELEPHONE 101.50\nLe COURRIER de la PRESSE: lit et decoupe tousles\nJournaux et Revues et en fournit les extraits sur tous suiets\net personnalites.\nService special d'lnformations partiques pour Industriels\net Commevpants.\nTARIF: 0 fr. 30 par Coupure\nTarif reduit, pale- Par 100 Coupures, 25 francs\nment d'avance, sans „ 250 f> 55 „\nperiode de temps li- „ 500 „ 105 „\nmite. „ 1000 „ 200 „\nOn traite h forfait pour 3 mois, 0 mois, tin an\n\nPrivatbeamte und Ange-\nhorige der freien Berufel\nSorget fflr Eure Zukunft und dit Eurer Famllle\ndurch Aaschlass ia tea far Ytrtrctiif Jar wirtickaftllcfcta, »•-\nxitleo and rechtlichea lateresaco der Prirat-Beaatca icfrfladetta,\ndarch landesherrl. Verleihung m. Kirparattoaartcht aaif«statt«t.\nBBITttDKIFIIIiT-BltliTEl-lEIEII lIIIIIHIII\nZirka 28 000 Mitglieder in zirka 500 Zweif~\nvcreincn, Verwaltungsgruppen u. Zahlstellan.\nNeben Pensioaskasse, Witwaakasie, Waliea-\nkas»e, Begrabalskasse und Kraaktakassa safer\nwertvolfe Wahlfahrtselarichtaafaa\nQetamtYermSgta: Ueker 16 Milliaaaa Mark\nHalbjahrl. Beitr. 3 M.:: Maa Ttrl. Praipekt.\n\nDie sparsame Hausfrau X.fSSSJS? '*««*!i.Ti£\nsick ana, vu Sit in Jah re ftr den Bedarf am Oluhkdrpern ausgebaa. —\nWie aft kowmt e» Tor, da£ der Kdrper ickoa keim Aobrennen entzwei-\ngeht — — Nehmen Sie cine* guten Rat aa and wwendeti Sie nar\nHartalin-Gluhkorper D. R. P. 203467\nDies* Kdrper beaitzea den Vorteil, dafl Sie dieaelhea wie ein Tuck zuummrn-\ndrticken ktnaea, okae dafl der Kdrper daranter leidet. Hartalia-GlShkftrper\nkabea eiae Leuchtkraft von 100 K. und Sie erzielen damit ein« Gaseraparnia von\n50•/,. Breaadaner gar. I Jahr. REPERENZ! Ffir die Stradenbeleuchtun? Berlin*\nbereita flber 200 tt»» Stck. geiiefert. Verauchen Sie ea nit einer Probesendung roa\nS Stck., Praia p. Stck. St Pfg. od. veriangen Sie dea Besack anaeret Vertretara\nVBrtaaihaßS Chan, untf Taeha. laahallaa\nBERLIN SW. M Kockatrafte 72\n\nKarl Krnuj\nHeine und die Folgen\nEssay\n80 Pfennig\nVerlag Albert Langen\nMiinchen\n\nOie Wasserkraft\nZentralblatt ffir Industrie,\nIngenieur- und Bauwesen,\nMotorbetrieb, Elektro-\ntechnik etc.\nOrgan des Verbandes mittel-\nund westdeutscher Wasser-\nkraftbesitzer, des Verbandes\ndeutscher Holzmehlfabriken\nund elektrischer Wasserkraft-\nzentralen.\nInserate finden in der Wasser-\nkraft weiteste Verbreitung. —\nGeschaftsstelle und Verlag\nDuderstadt a. Harz. Vier-\nteljahrspreis M. 1,25 bei freier\nZustellung. — Die Herren\nVerleger werden um Ein-\nsendung ihrer Neuerschei-\nnungen zur Besprechung\ngebeten.\nProbenummern umsonst und\nPostfrei durch die Geschafts-\nstelle.\nVertreter gesucht\n\nKeine Zabnschmerzen\nKein Zahnziehen raehr\nAuf Anfrage gche\n« ich Jedermann Aus-\n• kunft fiber cin Mittel\nfcgcn schwarzc,hohlc\n• und lockere Zahne\nErfolg garantiert\n5 0. Berger, Berlin W35\ni Potadamer Straaae 111\nAbachrift: Sehr f«ehrtm Herri 5\nVon vielcn Zihitdimenea bm S\nich nun yanxlich befreit durch di« |\nAnwendun; Ihrea preiswertem 112\nMittels. Daher cmpfehle ich ea 2\nJed cm, der yob Zahnachmerzen 5\nEeplayt ist. Mit herzlichem £\n>ank b—cheinift dies Hdeac 5\nKleemaaa, Raftavartea, S\nFramkfurt an der Oder :: g\n3\n\nDIE TAT\nWEGE ZU FREIEM\nMENSCHENTUM\nVIERTELjAHRL.M.2 HEFT M.0,80\nEINE MONATSSCHRIFT\nHERAUSOEOEBEN VON\nERNST HORNEFFER\nVERL.DIE TAT 0.m.b.H., LEIPZIG\n\nEDMUND MEYER\nSuchhandler und Antiquar\n3B3§* BERLIN W 35 §S&B§\nAnkauf cinzelner Werke\nund ganzer Bibliotheken\nSoeben erschlcn: Katalog XVIII: Llteratur\nGeschichte, Kunstgeschichte, illustriert-\nWerke In deutschsr, englischer, fran-\nzos. Sprache zu besonders billigen Preisen\nDemnachsterscheint Katalog XXI / Kunst-\nL)latter; Portrslts, Stadteansicnten, Berliner\nBlatter, Karruaturen, Flugblatter, neuere\nund iltere Gerirebilder, Blatter von\nMcn7p;, Beardsley, Rods, Stammbucher\nSiihouetten, Japanb!2tter etc. etc.\nKatalog e / gratis und franko /\nbitte direkt zu verlangen\n\nschaftl. Kurse von Friedr. Mester Leipzig\nunter Mitwirkung 12 hervorragender Fachleute der Theorie und Praxis (staatlich\nfeprufte Lehrer, Akademiker oder auch Kaufleute In fuhrender Stellung). Grundliche\ninfuhrung in die verschiedenen Branchen des kaufminnischen Berufes, rationelles\nStudium der Handels- und yerwandten Wissenschaften als Ersatz fur ein mehr-\njihriges Hochschulstudium. Muster-Uebungs-Kontor.\nDas Studium ist fur Anfanger (Damen und Herrea) die fur Stenographic,\ndeutsche und fremdsprachliche {Correspondenz, Kasse-, Buchfuhrungs- una Bilanz-\nTechnik, Buro-Praxis sich vorbereiten wollen —\nsowohl fiir junge Leute, die nur eine Volks-, Real- oder ihnliche Schule ab-\n■olviert habcn, wie fur\nHerren mit besseren praktischen oder theoretischen Vorkenntnlssen, Einjlhrig-\nFreiwillige, Abiturlenten,\nfur Kaufleute reiferea Alters, die bereits praktisch titig waren und den\nForderungen der Gegenwart entsprechend ihre Fachkenntnisse erweitern oder\nrertiefen wollen oder\nfur Bankbeamte, Ingenieure, Chemiker, Brauer, Juristen, Nationaldkonomen,\nOffiziere, die fur Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen oder Verblnde,\nAktien- oder ahnlicher Geseiischaften sich vorbereiten wollen. Dauer der Kurse\n6—12 Monate — je nach Vorbildunjr und Ziel.\nProspekte gratis durch die Direktion, Johannisplatz 5\n\nDr. Rudolf Bluemner\nSchauspieler und Regisseur am Deutschen Theater\nLehrer a.d. Schauspielerschule d.Deutschen Theaters\nerteilt Unterricht in\nSprachtechnik u. Rollenstudium\nCHARLOTTENBURQ\nWilmersdorferstrasse 75 Sprechstunde: 5—6 Uhr\n\nTHRICHOPHIL\n| Fl. M.3,00 Ss&XThESLE! RM.3,00 ■\n|§g == nur Stint r&brikuiten: =** ■•■■■■■■■■■■■■■\nOtto Teutscher/Friseur \"\nI. Geschift: 106* Potsdamerstr., Einjf. 63 Stejflitzerstr.,Tcl.Vl,673s ■\n11. Geachaft: Charlottenburg, 100 Kaiserdamm, Tel. AmtCh.,63B7\niiiioaoeooooomii\n\nPreia 1 Mark Praia 1 Mark\nMenthol-Malz-Dragees\nSicheresMittel gegen akute Katarrhe der Atmunga-\norgane / ermogiicht Schauspielern und Sangern\nsofortigen Gebrauch der erkrankten Organe\nNMM ZAHLREICHE ANERKENNUNGEN mmmmmm\nZa kaken ia ailea Apotkckea aad Drofcrka / AlMaifa Fakrikaatia\n„Pkartnacia\" / Fabrik fir pkaraiaecatiackea Bctfarf t Barlia-Haleaaaa\nWoUadußccktad Mdhar wirkaad\n\nCafe Continental\nJmdmn Abend to* 9—4 Uhr Nachti:\nGrosses Kiinstler - Konzert\nAIU bedeutenden Zeitunftn und ZcltschrfftM"}]}