{"numero_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_sha256": "7c3ffe9587184fd378acf4efecfcab8180e251fa043dca04fbb3214400ff1d11", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1911/09/02_01/bmtnabg_1911-09-02_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1911/09/02_01/bmtnabg_1911-09-02_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c001", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "595", "page_fin": "595", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt:", "titre_sommaire": "Inhalt:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "595", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.1", "debut_caractere": 515, "fin_caractere_exclue": 794, "texte": "Inhalt:\nTRUST: Die Vinnen gegen den Erbfeind / WILHELM WORRINGER: Zur Entwicklungsgeschichte der modernen Malerei / SAMUEL\nLUBLINSKI: Romantik und Stimmung / KURT HILLER: Der antinomische Leu / DOKTOR ANSELM SABBERER: Das Mensch als Kunstwerk /\nE. L. KIRCHNER: Ruhe / Holzschnitt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c002", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "595", "page_fin": "595", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.2", "titre_corps": "Ruhe Holzschnitt von E. L. Kirchner", "titre_sommaire": "Ruhe Holzschnitt von E. L. Kirchner", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "595", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.1", "debut_caractere": 796, "fin_caractere_exclue": 831, "texte": "Ruhe Holzschnitt von E. L. Kirchner"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c003", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "596", "page_fin": "597", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.3", "titre_corps": "Die Vinnen gegen den Erbfeind", "titre_sommaire": "Die Vinnen gegen den Erbfeind", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "596", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 9784, "texte": "Die Vinnen gegen den\nErbfeind\nNach dem Vorbild der Berliner Presse hat\nein in Cuxhaven lebender mittelmässiger Maler\nnamens Carl Vinnen verschiedene in Deutsch-\nland gebürtige Kollegen seines Fachs nicht zum\nMalen, sondern zum Schreiben aufgefordert. Herr\nVinnen ist nämlich überzeugt, dass es so nicht\nweiter geht. Er schrieb deshalb in schlechtem\nDeutsch zwei Zeitungsartikel, die schriftstellerisch\nund inhaltlich nichts bedeuten. Die Ehrfurcht, die\ndie Deutschen nun einmal vor jedem gedruckten\nZeitungsartikel fühlen, veranlasste zahlreiche Ma-\nler, in dem gleichen schlechten Deutsch ihre\nBewunderung und Anerkennung für die „Tat\"\ndes Herrn Vinnen auszudrücken. Dies alles wur-\nde unter dem Titel „Ein Protest deutscher Künst-\nler\" zusammengestellt und bei Eugen Diederichs\nherausgegeben, nicht ohne dass Herr Vinnen sei-\nne beiden Artikel zusammenzog und seinem „deut-\nschen\" Protest den Namen quousque tandem gab,\nund ihn mit dem Wort „angesichts\" beginnen\nliess.\nHerr Vinnen warnt. Er „ringt\" mit den\ndeutschen Kunstschriftstellern um die „Seele des\nVolkes\". Die Seele des Volkes wird durch fran-\nzösische Künstler infiziert. Das Volk entzückt\nsich an Manet, Cezanne und van Gogh. Die\nfranzösischen Bazillen siegen über die deutschen\nVinnen. Gift schmeckt süss, und das deutsche\nVolk lässt sich nicht mehr halten. Kein Palast\nohne van Gogh, keine Wohnung ohne Cezan-\nne, der Arbeiter verzichtet auf sein Huhn im\nTopf, wenn nur ein Manet von seiner schlich-\nten Wand herunterblickt. Da ist es wirklich die\nhöchste Zeit, zu warnen und zu protestieren.\nHerr Vinnen beweist die Infektion. Er wen-\ndet sich mit Vehemenz gegen die „Feder eines\nmodernen Kunstschriftstellers\". Der hat nämlich\neine Vorrede zu einem Ausstellungskatalog ge-\nschrieben, in der er behauptet, dass nicht nur\nCezanne, nein auch Henri Matisse Einfluss auf\ndie künstlerische Jugend haben. Derartig tief-\nsinnige Analysen haben meiner Ansicht nach mit\nkünstlerischer Produktion nichts mehr zu tun,\nbemerkt Herr Vinnen. Kunst muss „naiv\" ge-\nschaffen werden und nicht durch verstandesmä-\nssige Reflexion. Die Verbreitung dieses Ausstel-\nlungskataloges muss ungeheuer gewesen sein.\nDenn die Seele des Volkes hat ihn aufgenom-\nmen und die Künstler sind durch ihn in ihrem\n„naiven Schaffen\" verhindert worden.\nAber Herr Vinnen hat noch mehr Beweise.\nNicht nur die Kunstschriftsteller, auch die Snobs,\nbesonders in Berlin, arbeiten an dem sittlichen\nVerderben des deutschen Volkes. Herr Vinnen\nhält zwar van Gogh und Cezanne für Künstler\nund findet es nur unerhört, dass die Snobs für\n„noch so fragwürdige Bilder dieser Maler\" sich\nbegeistern. Herr Vinnen schafft nämlich nicht\nnur naiv, er ist auch so naiv zu glauben,\ndass Künstler gelegentlich noch so fragwürdi-\nge Bilder malen. So ungefähr, wie die Mitglie-\nder des Vereins Berliner Künstler, die Schkizzen\nauf Schkizzen schaffen und Schtudien auf Sihtu-\ndien, bis endlich etwas von ihnen als fertig be-\nzeichnet wird, was sie naiv als Bild bezeichnen.\nHerr Vinnen erklärt mit durchaus bildhafter Deut-\nlichkeit, wann Snobismus entsteht; wenn es sich\num wirklich hohe Werte handelt, zu denen\naber dem Bewunderer die Brücke man-\ngelt. Also mangels einer Brücke können die\nSnobs nicht zu den hohen Werten hinüber.\nBleibt nur fragwürdig, was unter hohen Werten\nzu verstehen ist.\nAber auch darüber gibt Herr Vinnen Aus-\nkunft: „wenn wir nun aber sehen, wie neuer-\ndings in Deutschland für flüchtige Studien van\nGoghs, selbst für solche, in denen ein Künstler\ndie drei Dimensionen vermisst, Zeichnung, Far-\nbe und Stimmung, dreissig bis vierzigtausend\nMark anstandslos bezahlt werden, wie nicht ge-\nnug alte Atelierreste von Monet, Sisley, Pissaro\nusw auf den deutschen Markt gebracht werden\nkönnen, um die Nachfrage zu befriedigen, so\nmuss man sagen, dass im allgemeinen eine der-\nartige Preistreiberei französischer Bilder stattge-\nfunden hat, — allerdings bezahlt Frankreich\nselbst diese Preise nicht — dass hier eineUeber-\nwertung vorzuliegen scheint, die das deutsche\nVolk nicht auf die Dauer mitmachen sollte. „Man\nerfährt endlich, wo das deutsche Volk seine Gel-\nder lässt. Es kommt ihm auf Vierzig Mille\nnicht an, wenn es beim Ausverkauf Monetreste\nerstehen kann. Das deutsche Volk ist aber bei\nAusverkäufen garnicht so dämlich, trotzdem es\ngern Reste kauft. Man kann nie wissen, wozu\nes gut ist. Trotzdem darf man nicht van Goghs\n„flüchtige\" Arbeit billigen, die sogar einen\nKünstler die drei Dimensionen vermissen lässt.\nDie drei Dimensionen: Zeichnung, Farbe und\nStimmung. Hier zeigt Herr Vinnen, wie man\nnaiv schafft. Man zeichnet etwas, tut als zweite\nDimension Farbe drauf, und taucht die ganze\nChose in Stimmung. Solide Arbeit. Feste Prei-\nse. Aber das deutsche Volk ist so verjobbert,\ndass es nur noch ramscht. Ihm geht ein Sisley-\nrest über einen ganzen Vinnen. Aber es hatte\nschon immer etwas für die vierte Dimension\nübrig.\nAber nicht genug damit, dass das deutsche\nVolk sein kostbares Gut, sein Geld, verjuxt,\nauch sein kostbarstes, sein Gemüt wird ihm von\nden Franzosen genommen. Sie sind nämlich\nnicht tief. Der deutsche Maler denkt und der\nfranzösische, man sollte es nicht für möglich\nhalten, malt. Herr Vinnen sieht hierin eine\nGefahr für „unser Volkstum\". Zwar ist Herr\nVinnen auch in Paris für längere Zeit gewesen,\num zu lernen, und es liegt ihm fern, „den gro-\nssen Nutzen der Befruchtung durch die hohe\nKultur der französischen Kunst auf die unsrige\nzu leugnen.\" Herr Vinnen will sogar gern zu-\ngeben, dass „j ed e Befruchtung ihr Gutes hat\".\nDie pariserische „hat sogar in Berlin eine gro-\nsse Frische gezeitigt\". Aber es kommt auf den\nEichbaum an. Auf den Eichbaum, das heisst\nauf das Gemüt: „Die Quelle, die in der Wiese\nsich durch höheren, sa 11 ergefärbten Graswuchs\nkenntlich macht, bringt noch keinen\nEichbaum hervor, und grade darauf\nkommt es an.\" Ein Bild von Vinnen.\nSo etwas entsteht, wenn e i n Künstler denkt\nund nicht sieht. Man kann von jeder Befruch-\ntung Gutes, aber von der Quelle keine Eich-\nbaumbefruchtung verlangen. Sie kann wieder\nhöchstens grosse Frische zeitigen. Aber gerade\nauf den Eichbaum kommt es an. Ja, die Ju-\ngend hat es schwer. Soll sie nun Courbet ma-\nlen, soll sie Cezanne malen, soll sie flüchtig\nsein wie van Gogh oder schmieren wie Matisse.\nAls nur Düsseldorf existierte, wusste man Be-\nscheid. Deshalb bemerkt Herr Vinnen: „Unser\njunger Nachwuchs muss erst wieder lernen, dass\nman nicht im Handumdrehen, ohne Mühe und\nSchweiss, ein reicher Mann werden kann, we-\nder auf materiellem, noch auf ideellem Gebiete\ndass man auch nicht Schriftsteller werden kann,\nsolange man mir und mich verwechselt.\" Aber\nwenn man das nicht mehr tut, Herr Vinnen, ist\nman noch nicht Schriftsteller. Und wenn man\nMühe und Schweiss aufwendet, noch nicht Malen.\n„Leibi, Thoma, Klinger, Böcklin und die\nmeisten andern grossen Namen liessen ihre Kunst\nin Paris befruchten.\" Sogar Herr Vinnen. Was\nwill der Mann also?\nNun kommt es. Nämlich zur rein „zahlen-\nmässigen Frage\". Das deutsche Volk kauft Herrn\nVinnen zu viel französische Bilder. In Posen\nwurde eine Studie von Monet erworben. Herr\nVinnen ist ausser sich. „Wie soll das Publi-\nkum ohne Bindeglieder den verstehen!\" Warum\nkauft der Posener Direktor nicht erst zwanzig\nVinnen, damit die Einwohner sich so allmählich\nan den Impressionismus gewöhnen. Zwar ist\nder Monet dem Museum geschenkt worden. Aber\ndoch irgend wann einmal mit deutschem Geld\ngekauft. „Bedenkt man nun die ins riesenhafte\ngesteigerten Preise, so gehen jährlich Millionen\nder vaterländischen Kunst verloren. Man\nschätze diesen Faktor nicht gering ein. Geld ist\noft ein befruchtender Regen, auch für den Schoss\nder Danae Ideal.\" Dies Bild sollte Herr Vin-\nnen noch schnell für Posen malen. DasG e 1 d,\nder Regen, die Danae, das Ideal. Es\ndürfte etwas sächlich ausfallen. Es ist zwar\nauch nicht vaterländisch, aber griechisch. Aber\nes ist gedacht, und auf den Eichbaum kommt\nes an,\nHerr Vinnen jammert, dass w i r den Welt-\nmarkt vollständig verloren haben. Herr Vinnen\nvergisst, das daran nur die Eichbaummaler\nschuld sind. Zu ausländischen Ausstellungen\nwerden nur sie zugelassen, und sie verhindern\nsystematisch, das einmal Maler gesehen wer-\nden. Das Ausland ist nun einmal gegen den\nEichbaum.\nHerr Vinnen will den Fortschritt und die\nEntwicklung; die Künstler schreiten nicht fort\nund entwickeln sich nicht. Aber Herr Vinnen\nbraucht den Kopf nicht hängen zu lassen. Er\nist bei seinen Bildern eingeschlafen, an der Müh-\nle oder im Walde, und hat am Eichbaum ge-\nträumt. Das deutsche Volk verhöhnt die Fran-\nzosen, die deutsche Presse lacht mit Vinnen über\nvan Gogh und Cezanne, der deutsche Hof kauft\nnur Düsseldorf, der deutsche Snob Böcklin. Im\nSalon Cassirer sind täglich fünf Menschen, im\nSalon Schulte fünfzig, in der Sezession fünfzig,\nin der Grossen Kunstausstellung fünfhundert. Die\nBerliner Kunstkritik ist gut mittelständisch ge-\nsinnt. Und die zwanzig Leute in Deutschland,\ndie van Gogh und Cezanne kaufen, lassen sich\nweder durch eine internationale Händlerbande,\noder durch die Proteste sämtlicher deutscher Vin-\nnen abhalten, ihr Geld für das auszugeben, was\nihnen gefällt. Die Herren Arnhold, Osthaus,\nFlechtheim, Heymel, Stern werden sicher sehr\ngerührt sein, wie väterlich Herr Vinnen um ihr\nGeld besorgt ist. Aber sie dürften sich nicht\neinmal ein Bild von ihm schenken lassen.\n♦ * *\nZu dieser Vinnensauce haben zahlreiche Ma-\nler ihren Senf gegeben. Bei wenigen be-\ngreift man es nicht. Ihnen scheint die neue\nTatsache des Schriftstellertums eines Kollegen die\nSinne getrübt zu haben. Nach dieser Bewusst-\nseinsstörung zogen sie auch unter lebhaftem Be-\ndauern ihre Zustimmung zurück. Und zwar in\nder Broschüre „Die Antwort auf den Protest\ndeutscher Künstler\", die leider noch den schö-\nnen Obertitel „Im Kampf um die Kunst\" führt.\nErschienen bei R. Piper & Co., München."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "597", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2967, "texte": "Man kann aus der Namenliste der beiden\nBroschüren bequem feststellen, wer von den Ma-\nlern zur denkenden und wer zur malen-\nden Gruppe gehört.\nProfessor von Stuck findet den Artikel von\nVinnen „ausgezeichnet, ich stimme Ihnen voll-\nkommen bei und wüsste nicht, was ich Ihren\nWorten noch hinzufügen sollte\". Der Ritter\nvon Stuck hat Recht. Seiner Zustimmung ist\nnichts hinzuzufügen.\nThomas Theodoir Heine begrüsst die Flugschrift\ndes Herrn Vinnen mit „riesiger Freude\". Die\nKunst seine Malerei nicht. Der Simplizissimus\nfindet den Anschluss an die Fliegenden Blätter.\nHerr Professor von Volkmann kann nur\n„kurz und bündig\" erklären, dass er Herrn Vin-\nnen „voll und ganz\" zustimmt.\nHerr Professor Fritz Erler „weist auf den\nErnst der Lage hin\". Er findet, dass die hei-\nmische Produktion verkümmert. Er sollte nicht\nso auf das eigene Beispiel hinweisen. Er erin-\nnert an eine Ausstellung japanischer Maler, „die\nihr heimisches Künstlerblut' derma-\nss e n verleugneten, dass ihre Arbeiten toten\nfarblosen Larven glichen, aus denen der bunte\nSchmetterling Volksseele längst entwichen.\"\nEr schimpft auf Julius Meier-Gräfe, alle massi-\ngen Maler tun das.\nHerr Freiher von Ostini schliesst sich „be-\ngeistert\" Herrn Vinnen an, er schreibt von den\npathologisch st e n Bildern aus van Goghs Ir-\nrenhauszeit, von den weggestellten Experimenten\naus dem Nachlass von Cezanne, von dem „drü-\nben\" längst nicht mehr ernst genommenen Ma-\ntisse. Er beklagt das deutsche Geld, das „der\npariser Kunstgaunerei in den Rachen geworfen\nwird\". „Er findet es verdammt leicht, wie van\nGogh, Signac und Cezanne zu malen. Aber ver-\ndammt schwer, mit Böcklinscher Tiefe in die\nNatur zu sehen. Er findet es hoch an der Zeit,\nsich dagegen zu wehren, dass die Mittel, die\nder deutischen Kunst auf die Strümpfe helfen\nkönnten, in die Taschen internationaler Kunst-\njobber fliessen.\" Die Kunst, die gehen und ste-\nhen kann, kommt schliesslich auch ohne Strümp-\nfe aus.\nHerr Fritz Stahl b e k r ä 112 t i g t die Anschau-\nungen des Herrn Vinnen. Man hat nie daran\ngezweifelt.\n* * ♦\nUnd das deutsche Volk, um dessen Seele so\nheftig gekämpft wird, sitzt indessen ruhig bei\nAschinger oder Kempinski, es fällt ihm garnicht\nein, sich aufzuregen. Wenn es schon mal eine\nMark für einen Ausstellungsbesuch ausgibt, so\nlacht es sich für sein Eintrittsgeld voll. Und\nda das Lachen sehr gesund ist, kommt es reich-\nlich auf seine Kosten und zu neuem gesegneten\nAppetit. Die deutschen Kritiker zahlen keine\nMark und leben von den faulen Witzen über\nKünstler. Die Vinnen sind von ihr stets wür-\ndig und ernsthaft behandelt worden. Warum\nwird also protestiert? Die Herren Protestler sol-\nlen sich doch ja nicht einreden, dass das deut-\nsche Volk überhaupt Bilder kauft, weder geträum-\nte noch gemalte. Und das deutsche Volk hat\nRecht. Denn die Gedanken und die Tiefe und\ndas Gemüt, das alles findet es in seiner Zei-\ntung. Warum soll es sich um die Farbe\nSümmern, da es doch nicht einmal die Kunst-\nmaler tun.\nTrust"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c004", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "597", "page_fin": "598", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.4", "titre_corps": "Zur Entwicklungsgeschichte der modernen Malerei", "titre_sommaire": "Zur Entwicklungsgeschichte der modernen Malerei", "signature_source": "Wilhelm Worringer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "597", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.3", "debut_caractere": 2969, "fin_caractere_exclue": 9587, "texte": "Zur Entwicklungsge-\nschichte der modernen\nMalerei\nVon Wilhelm Worringer\nDie Vinnensche Broschüre ist mir psycholo-\ngisch wohl verständlich, und ich zögere nicht,\nsie als eine symptomatische Erscheinung zu re-\nspektieren, ja ich begrüsse sie sogar als ein zu\nrechter Zeit ausgesprochenes Stichwort zur ern-\nsten prinzipiellen Auseinandersetzung. Die Krise,\nin der wir mit unseren Kunstvorstellungen und\nKunsterwartungen stehen, kann nicht vertuscht\nwerden: sie muss zur offenen und entschiede-\nnen Aussprache führen.\nVon diesem Gesichtspunkte aus muss ich es\nallerdings bedauern, dass die prinzipiellen Fra-\ngen in jener Tendenzschrift kaum ernsthaft be-\nhandelt, sondern nur hier und da flüchtig ge-\nstreift werden,' um dann gleich allgemeinen Re-\ndensarten und unbeweisbaren Gefühlspostulaten\nPlatz zu machen. So ist das Hauptargument,\nmit dem die angreifende Partei auf das Publi-\nkum einzuwirken sucht, nicht irgend eine sach-\nlich diskutierbare Widerlegung der neuen Kunst-\nprinzipien, sondern die in allen Tonarten wie-\nderholte skrupellose Verdächtigung jener Persön-\nlichkeiten, die auf der anderen Seite stehen. De-\nren Ueberzeugungsehrlichkeit und Urteilsfähigkeit\nwird mit all den billigen Mitteln einer oft bis\nzum Mitleid gehenden überlegenen Ironie bioss-\ngestellt. Man macht sich damit derselben Irre-\nführung des Publikums schuldig, die man den\nGegnern mit einer so gewaltigen moralischen\nEntrüstung vorwirft. Denn es geht doch wohl\nnicht an, dem breiten Publikum, das in dieser\nBeziehung schon aus natürlicher Trägheit und\naus Selbsterhaltungstrieb leichtgläubig ist, die\nwillkommene Ueberzeugung beizubringen, es\nhandle sich bei der angegriffenen Bewegung nur\num ein sinnloses Spiel impotenter, sensations-\nlüsterner Künstler, urteilsloser, der Modesugge-\nstion unterlegener Kunstschreiber und abgefeim-\nter Kunsthändler, die unter verhaltenen Lach-\nausbrüchen den Profit aus dieser Komödie zie-\nhen.\nIch bestreite übrigens nicht, dass sich Ver-\ntreter dieser drei Kategorien auch in diese neue\nEntwicklungsbewegung der Kunst eingeschlichen\nhaben. Das ist das unvermeidliche Schicksal je-\nder Entwicklungsbewegung, und darum ist es\nkaum zu entschuldigen, wenn man ein neues\nWollen nur mit der einen Tatsache zu diskre-\nditieren sucht, dass belanglose Mitläufer es lä-\ncherlich machen.\nDenn neben diesen unverantwortlichen Mit-\nläufern stehen ernste suchende Künstler, die bei\nallem sachlichen Selbstbewusstsein persönlich vol-\nler Bescheidenheit sind, stehen ernste Theoreti-\nker, die bei aller produktiven Parteinahme doch\ndas historische Bewusstsein und damit die kriti-\nsche Besonnenheit wahren, stehen schliesslich\nKunsthändler, die bei aller selbstverständlichen\ngeschäftlichen Rücksichtnahme doch mit innerer\nUeberzeugung und innerem Verständnis eine Be-\nwegung fördern, bei der das Risiko des Gewin-\nnes ein viel grös-seres ist als bei dem Vertrieb\nder ganz unproblematischen und anerkannten\nPublikumsware.\nIch habe hier nur das Recht, für die zwei-\nte Kategorie einzutreten, deren Vertreter man zu\nden eigentlichen Prügelknaben der verfahrenen\nSituation zu machen sucht und die man dem-\nentsprechend abkanzelt.\nWenn ich Vinnen recht verstehe, sind es\nnicht die grossen Klassiker des Impressionismus,\nwie Manet, Monet und Renoir, vor deren Ein-\nfluss- er die deutsche Kunst bewahren will, son-\ndern die sogenannten Jungpariser, die von Ce-\nzanne, van Gogh und Matisse ausgehen, um\neine neue Form der künstlerischen Gestaltung\nzu finden.\nWas man uns nun vorwirft, ist, dass wir\ndiesen neuen Bestrebungen, die naturgemäss vor-\nläufig noch Experimentalcharakter tragen, ein Ver-\nstehenwollen entgegenbringen, das auch von dem\nunverständlich und absurd Scheinenden und Ex-\ntremen nicht zurückschreckt. Diesen Willen zum\nVerständnis können wir verantworten. Mag für\neinige Snobs das Crede quia absurdum entschei-\ndend sein, wir andern haben das Bewusstsein,\ndass es der unbeirrbare entwickelungsgeschicht-\nliche Instinkt ist, der uns hier leitet. Darin liegt\ndas Entscheidende. Wo das unvorbereitete und\nentwicklungsträge Publikurp nur Ausgeburten sub-\njektiver Willkür und blöder Sensationsmache sieht\nund sehen muss, empfinden wir das Entwick-\nlungsgeschichtlich-Notwendige, sehen wir vor al-\nlem eine Einheitlichkeit der Bewegung, die et-\nwas Elementares an sich hat und vor der alles\nSubjektiv-Scheinende verschwindet. Ja, ich glau-\nbe nicht fehlzugehen, wenn ich die tiefsteWuj?-\nzel dieses neuen künstlerischen Wollens gerade\nin der Ueberwindung des Subjektiv-Willkürlichen\nund nur Individuell-Bedingten sehe. Mit diesem\nunverkennbaren Drang zum Objektiven, zur zwin-\ngenden Vereinfachung der Form, zu einer ele-\nmentaren Vorurteilslosigkeit der künstlerischen\nWiedergabe, hängt jener Grundcharakter der\nneuen Kunst zusammen, den man als sinnlose\nPrimitivitäts- und Kindlichkeitskomödie vor dem\nerwachsenen Europa lächerlich machen zu können\nglaubt.\nAber diese Wirkung wird nur bei denen\nerreicht werden, die die primitive Kunst noch\nnicht verstehen gelernt haben und in ihr nur\nein unentwickeltes Können sehen, über das man\nmit der Ueberlegenheit des Erwachsenen lächelt.\nDieser Erwachsenenhochmut des euro-\npäischen Kulturmenschen aber beginnt heute wan-\nkend zu werden und der Einsicht in die ele-\nmentare Grossartigkeit primitiver Lebens- und\nKunstäusserung zu weichen. Aus derselben Not-\nwendigkeit heraus, aus der wir den jungpariser\nSynthetisten und Expressionisten ein williges Ver-\nstehen entgegenbringen, ist in uns ein neues Or-\ngan lebendig geworden für die primitive Kunst.\nWie selbstverständlich erscheint es uns heute,\ndass der Stilcharakter dieser primitiven Kunst\nnicht durch ein unentwickeltes Können, sondern\ndurch ein andergerichtetes Wollen bedingt ist,\ndurch ein Wollen, das auf grossen elementaren\nVoraussetzungen beruht, wie wir mit unserem\nheutigen wohltemperierten Lebengefühl es kaum\nausdenken können. Wir fühlen nur dunkel, dass\ndie groteske Unnatürlichkeit und die zwingende\nEinfachheit dieser primitiven Kunst (zwingend\nallerdings nur für die, die den Zwang einer\nFormung nicht mit dem Zwang der Illusions-\nwirkung identifizieren) von einem stärkeren Span-\nnungsgehalt des künstlerischen Ausdruckswollens\nherrühren, und wir lernen erkennen, dass es\nnicht nur ein gradueller, sondern ein genereller\nUnterschied ist, der zwischen unserem und dem\nprimitiven Kunstschaffen liegt. Ein genereller\nUnterschied, der darin besteht, dass man den\nWirkungsertrag, den man von der Kunst erwar-\ntete, nicht wie heute in der Auslösung sinn-\nlicher oder seelischer Luxusgefühle, sondern in\nder Auslösung elementarer Nolwendigkeitsemp-\nfindungen sah. Eine Beschwörung der Vieldeu-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "598", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 8501, "texte": "tigkeit der Erscheinungen: darin lag der Sinn,\ndarin lag die Notwendigkeit, darin lag die My-\nstik dieser Kunst. Ihr natürliches Elemente war\ndie Synthese, um die wir heute wieder ringen,\nnachdem wir uns an jener Vieldeutigkeit ermü-\ndet haben.\nWir können uns gewiss heute nicht künst-\nlich auf das Niveau des primitiven Menschen zu-\nrückschrauben, aber was heute unterirdisch in\nuns drängt, das ist doch schliesslich eine Reak-\ntion nicht nur auf dem Impressionismus, son-\ndern auf die ganze vorhergehende Entwicklung,\nin der wir seit der europäischen Renaissance\nstehen und deren Ausgangspunkt und Richtung\ndurch Burckhardts lapidares Wort von der Ent-\ndeckung des Individuums umfassend bezeichnet\nwird. Der grosse äussere Erkenntnisreichtum der\nvergangenen Epoche hat uns arm zurückgelassen\nund aus diesem Armutsgefühl heraus stellen wir\nheute wieder bewusst Forderungen an die Kunst,\ndie sich mit denen etwa decken, die der primi-\ntive Mensch naiv an sie stellt. Wir wollen!\nwieder eine Suggestionskraft der Kunst, die stär-\nker ist als die Suggestionskraft jenes höheren\nund kultivierten Illusionismus, der seit der Re-\nnaissance das Schicksal unserer Kunst ist. Um\ndas zu erreichen, versuchen wir uns zu eman-\nzipieren von jenem Rationalismus des Sehens,\nder dem gebildeten Europa als das natür-\nliche Sehen erscheint und an dem man sich\nnicht versündigen darf, wenn man nicht als kom-\npletter Narr hingestellt werden will. Um das zu\nerreichen, zwingen wir uns zu jener primitiven\n— durch kein Wissen und keine Erfahrung ge-\nbrochenen — Art des Sehens, die das schlichte\nGeheimnis der mytischen Wirkung primitiver\nKunst ist. Den äusseren Symbolismus, wie er\nals nationale Eigentümlichkeit gerade der deut-\nschen Kunst gepriesen wird, ihn wollen wir in\ndas innerste Innere des Kunstwerks zurückdrän-\ngen, damit er von hier mit elementarer Not-\nwendigkeit ausstrahlt, befreit von jedem Dualis-\nmus von Form und Inhalt. Kurz, die primi-\n, tive Art des Sehens, zu der wir uns zwingen,\nist nur ein Mittel, den letzten elementaren Wir-\nkungsmöglichkeiten der Kunst nahe zu kommen.\nSo wie Faust zu den Müttern, so wagen wir\nes, in das Reich der noch unartikulierten For-\nderung hinabzusteigen, um mit einer neuen, mit\nelementaren Wirkungskräften gesättigten Form\nwieder an die Oberfläche zu kommen. Das ist\nder Sinn des „willkürlichen snobistischen Archa-\nismus\", das ist der Sinn der „Primitivitäts-\nund Originalitätshascherei\", die man den neuen\nKunstbestrebungen vorwirft.\nDem Entwicklungsgeschichtlich-Denkenden ist\nsolches Zurückgehen auf frühere elementare Ent-\nwicklungsstufen, solches Kraftschöpfen aus den\nkonzentrierteren Kraftreservoirs der Vergangen-\nheit nichts Neues. Es ist ihm nur die Wieder-\nholung einer fast gesetzmässigen Entwicklungs-\nerscheinung. Nur die Pendelweiten wechseln.\nUnd es ist nur das beste Zeichen für die Stärke\nund die Sehnsucht unserer Zeit, dass der Pen-\ndelschlag nun soweit ausholt und dass er zu-\nrückgeht auf das Letzte und Elementarste, von\ndem uns bisher der Hochmut unserer europä-\nisch-klassischen Befangenheit und die Kurzsichtig-\nkeit unseres europäischen Erwachsenenstandpunk-\ntes trennten. Man geht auf elementarere Ent-\nwicklungsstufen zurück, weil man hofft, damit\nder Natur wieder näher zu kommen. Und, die\nvielbelächelte und vielverhöhnte Unnatur der neu-\nen Bildungen, sie ist schliesslich nichts anderes,\nals das Resultat eines solchen Zurückgehens auf\ndie Natur, allerdings auf eine Natur, die noch\nnicht durch die rationalistische Optik europäischer\nBildung durchfiltriert worden ist, und von de-\nren keuscher Unberührtheit und symbolischer\nWirkungskraft der Durchschnittseuropäer nichts\nwissen kann.\nAus solchen Ueberlegungen heraus erwächst\nuns das der entwicklungsgeschicht-\nlichen Notwendigkeit der neuen Bewegung, die\nuns zu so entschlossener prinzipieller Parteinah-\nme drängt. Der grosse Sinn dieser Bewegung\nkann auch durch kleine und irritierende Erschein\nnungsformen, wie sie naturgemäss mitunterlaufen,\nnicht diskreditiert werden. Und letzten Grundes\nist es das Zukünftige, um dessentwillen wir das\nGegenwärtige pflegen. Denn diese moderne Pri-\nmitivität, sie soll ja kein endgültiges Stadium\nsein. Der Pendelschlag bleibt nicht an dem äu-\nsserten Punkte stehen. Diese Primitivität soll\nvielmehr nur ein grosses, langes Atemholen sein,\nbevor das neue und entscheide Wort der Zu-\nkunft ausgesprochen wird. Was vorläufig noch\nunartikulierte Laute sind, aus ihnen wird sich\ndas klare Wort herausringen, und wie stark kann\ndiese Zukunftskunst werden, die nach der Ver-\narbeitung der elementarsten und mächtigsten For-\nmensprache sich wieder zur engeren Tradition\nund damit wieder zu sich selbst zurückfindet.\nUm dieser Zukunftshoffnung willen lassen wir\nuns gerne als verstiegene urteilsunfähige The-\noretiker und als betrogene Betrüger ansehen. Von\nsolchen entwicklungsgeschichtlichen Blickweiten\numfangen, entrücken wir allerdings der engen\nSphäre, in der ein Herr Vinnen über deutsche\nund französische Kunst streitet und uns mit\nMarkstatistiken überzeugen will.\nDrum nur zwei Worte zur nationalen Sei-\nte der Frage. Wer um sein Deutschtum wirk-\nlich Bescheid weiss, wer vor allem die Ent-\nwicklungsgeschichte der deutschen Kunst kennt,\nder weiss, dass es uns mit unserer angeborenen\nProblematik und mit unserer angeborenen sinn-\nlichen Instinktunsicherheit nicht gegeben ist, den\ndirekten Weg zu einer eigenen Form zu finden,\nder weiss, dass wir das Stichwort immer erst\nvon draussen empfingen, der weiss, dass wir\nuns immer erst aufgeben und verlieren mussten,\num unser eigentliches Selbst zu finden. Das\nist von Dürer bis Marees die Tragik und die\nGrösse der deutschen Kunst, und es heisst un-\nsere eigentliche nationale Tradition verleugnen,\nwer unsere Kunst von der Auseinandersetzung\nmit anderen Kunstwelten abschneiden will. Nur\nfür eine ganz kindliche und psychologisch un-\nreife Auffassung bedeutet diese Konstatierung der\nUnselbständigkeit eine Herabsetzung unserer\nKunst; Mir ist das Schauspiel dieser Auseinan-\ndersetzung und dieser sehnsüchtigen Ausweitung\nder eigenen Enge immer das Erhebendste an\nder deutschen Kunstentwicklung gewesen, und\nich möchte diese Tragik, diese Problematik in\nihr nicht missen, denn sie gab der deutschen\nKunst ihre eigene Dynamik.\nEine kurze Bemerkung noch zu dem äusse-\nren Anlass der ganzen Diskussion: zur Stel-\nlungnahme unserer Museumsleiter zu der neuen\nBewegung. Das Problem für sie ist kurz for-\nmuliert, folgendes: sollen sie nur gute Bilder\nkaufen, das heisst gute im Sinne des herrschen-\nden Durchschnittsgeschmacks, oder sollen sie hier\nund da diese relative Güte opfern zugunsten des\nEntwicklungsgeschichtlich-Bedeutsamen, aber noch\nnicht durch den Mehrheitsgeschmack Sanktionier-\nten? Die Frage wird für unsere Museen jetzt\nerst akut, weil sie selbst vor eine Entwicklungs-\nkrise gekommen sind und sich über den Weg\nentscheiden müssen. Entstanden sind sie als Lu-\nxusinstitute fürstliche Höfe: Wagelust und Pro\npaganda lag ihnen naturgemäss fern. Sollen sie\ndiesen reifen, kulturgesättigten, rückwärtsgewand-\nten Luxuscharakter behalten oder wollen sie sich\nden Rhythmus der Zeit anpassen und aus ei-\nnem toten Herbarium zu einer Sammlung des\nLebendigen werden? Sollen sie nur Geschichte\nregistrieren oder sollen sie selbst Geschichte\nmachen\nIch denke, die Generationen nach uns wer-\nden von unseren Museen nicht nur wissen wol-\nlen, welches die Durchschnittsphysiognomie un-\nserer Zeit war, sie werden vielmehr die Ent-\nwicklungsgänge kennen lernen wollen, die sich\njenseits dieser Durchschnittsphysiognomie abspiel-\nten und die vielleicht gerade die feinsten und\nentscheidensten waren. Und die werden sie nur\nkennen lernen, wenn ihnen jene Experimente zur\nGewinnung einer neuen elementaren Formen-\nsprache erhalten werden, von denen hier die Re-\nde ist. Mögen diese Experimente zu einem po-\nsitiven Ziele führen oder mögen sie sich als ein\nnutzloser Kraftaufwand herausstellen in ihnen hat\nein wertvolles Stück des eigentlichen inneren\nLebens unserer Zeit gelebt, und darum gehört\nihnen auch ein Platz in unseren Museen: ein\nPlatz nicht vor, wohl aber neben den unproble-\nmatischen Kunsterzeugnissen, die, wie gesagt,\nnur die Durchschnittsphysiognomie unserer Epo-\nche wiederspiegeln können und darum manches\nFeine und Beste verschweigen müssen. Auch\nverfehlte Experimente haben ihren Lebenswert\nund ihre entwicklungsgeschichtliche Bedeutung.\nDieser Beitrag ist der Broschüre „Die Antwort auf den Protest deut-\nscher Künstler\", verlegt bei R. Piper & Co., München, entnommen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c005", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "598", "page_fin": "600", "image_debut": 4, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.5", "titre_corps": "Romantik und Stimmung : I", "titre_sommaire": "Romantik und Stimmung : I", "signature_source": "Samuel Lublinski", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "598", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.4", "debut_caractere": 8503, "fin_caractere_exclue": 9974, "texte": "Romantik und\nStimmung\nI\nVon Samuel Lublinski\nDass die Dame Romantik ein sehr bizarres,\ngrillenhaftes und launisches Geschöpf ist, erfährt\nkeiner gründlicher, als so ein armer Aesthetiker,\nder sie auf eine wissenschaftliche Formel bringen\nmöchte. Wenn sie ihm einmal Rede und Ant-\nwort steht und scheinbar ihr innerstes Wesen\noffenbart, dann stösst er auf so schillernde rät-\nselhafte Widersprüche, dass er an einer recht-\nschaffenen Definition verzweifeln könnte.\nUnd doch gebrauchte der Volksmund diesen\nAusdruck „romantisch\" immer in einem sehr\nklaren Sinn, der auch heute seine Geltung nicht\nverloren hat. Das Romantische ist das ausserge-\nwöhnliche, etwas, das in sehr grellem Wider-\nspruch zu unserer alltäglichen Umgebung steht:\ndas Phantastische, Extravagante und Erhabene\nim Gegensatz zur bürgerlichen Welt. Und diese\nPhantastik wird vom Volk nicht nur eben\nals romantisch empfunden, sondern vor allem\nauch als „poetisch\" — Romantik und Poesie\nsind gleichbedeutende Begriffe für diese Art Be-\ntrachtung. Das Dichterische wird nicht in der\nreinen und gesteigerten Form der Dinge selbst\nerkannt, sondern es ist ein Darüber und Ausser-\nhalb, der schroffste Gegenpol zur realen Welt.\nEin Zigeuner ist romantisch oder ein Räuber,\nund es erscheint als ein Sakrilegium, wenn man\neinen biederen Mitbürger poetisch zu gestalten\nwagt.\nDiese sehr primitive Auffassung von der Poe-\nsie bestimmte ursprünglich ganz allein den Be-\ngriff Romantik, der in dem Sinn von weltfremd-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "599", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 10661, "texte": "poetisch lange schon, bevor sich eine romantische\nSchule auftat, bis zum Ueberdruss verwertet wur-\nde. Und es schien, als wollten die älteren Ro-\nmantiker an diese volkstümliche Vorstellung wie-\nder anknüpfen. Namentlich Novalis verstand ent-\nschieden unter Romantik das Wunderbare und\nNur-Poetische im Gegensatz zu der Massivität\nder sogenannten wirklichen Welt. Ihm konnte es\nwiderfahren, dass er „Wilhelm Meisters Lehr-\njahre\", den gewaltigen Roman Goethes, im in-\nnersten Kern für unpoetisch erklärte. Er verur-\nteilte dieses tiefste Werk der modernen epischen\nDichtung, weil er, es klingt unglaublich, die Poe-\nsie darin vermisste. Wilhelm Meister war ihm\ndas Erzeugnis einer im Grunde prosaischen Na-\ntur, die klug und gut handlich mit ihren Mitteln\nzu wirtschaften verstand, wie ein englischer Kauf-\nmann mit seinen Waren. Goethe hatte eben die\nPoesie in dem typischen Gehalt der Dinge selbst\ngefunden, während dem schwärmerischen jungen\nRomantiker alle Poesie aus einer anderen Welt\nzu stammen schien. Und so schrieb er das Ge-\ngenstück zu Wilhelm Meister, seinen seltsamen\n„Heinrich von Ofterdingen\". Mit einer rühren-\nden Kindlichkeit wagte dieser junge Dichter\nden Wettbewerb mit den uralten Mythologien und\nVölkerträumen. Er wollte von sich aus eine My-\nthologie erschaffen und als ein Einzelner vollbrin-\ngen, was sonst nur in Jahrhunderten aus reli-\ngiösen und historischen Entwicklungen heraus-\ngewachsen war. Weder Novalis noch seine mit-\nstrebenden Genossen haben ihr Ziel erreicht. Was\nin alter Zeit ein Dante vermochte und in jüng-\nster Zeit vielleicht ein Nietzsche, das versagte\nsich der schmächtigen Kraft und den zitternden\nHänden der ersten Romantiker. Immerhin er-\nweckten oder stärkten sie den Sinn für das Wun-\nderbare; die mondbeglänzte Zaubernacht warf\nihren traumhaften Dämmerschein über das geistige\nDeutschland und betäubend duftete die blaue Blu-\nme. Es wurde eben eine andere, eine „poetische\"\nWelt kunstgerecht aufgebaut, und der volkstüm-\nliche Begriff „Romantik\" schien in einer raffinier-\nten und aparten Form auch dem ästhetischen\nBedürfnis der Hochgebildeten vollauf zu genügen.\nAber Friedrich Schlegel, der Theoretiker der\nSchule, gab sich mit dieser raffinierten Volkstüm-\nlichkeit nicht zufrieden: dazu war er eine zu\ngrüblerische und philosophische Natur. „Roman-\ntische Poesie ist Universalpoesie\", so ungefähr\nlautete die Formel, und er stellte sich die Auf-\ngabe, die Kluft zwischen Poesie und Leben zu\nüberwinden. Es sollten diese Elemente sich wech-\nselseitig durchdringen und eine vollkommene Ein-\nheit erzielt werden; auf ästhetischem Gebiet das\ngleiche Ziel, das Schelling mit seiner Identitäts-\nphilosophie erstrebte. Diese Romantik, die aus\nfernen Sphären stammte, sucht nun auch das\ngrobe und materielle Leben zu umarmen und zu\nerobern. Die Dichter der Romantik wurden von\neinem heissen Entdeckungshunger überfallen und\nstöberten immer neue Reiche für die poetische\nBehandlung auf. Sie wagten sich in viel dunk-\nlere Seelengründe, als selbst Goethe. Aber auch\naus dem sozialen Leben versagten sie sich kei-\nne noch so massive Tatsache. Sie Hessen\nfreilich diese Realität mit dem Wunderbaren\nund Mythologischen in wüsten Massen durcheil\nanderbrodeln; aber die beiden gigantischen Rea-\nlisten des neunzehnten Jahrhunderts, Balzac und\nZola, vermögen dennoch einen romantischen\nStammbaum nachzuweisen. Wenn für die Rea-\nlisten unserer Tage der Kreis des poetisch Dar-\nstellbaren ins Unermessliche erweitert erscheint,\ndann haben sie es der Romantik zu verdanken,\ndie auch zugleich die realistische Technik mit\neiner Fülle neuer und sensibler Ausdrucksmittel\nbereichert hat. Es ist mehr, als nur ein geistrei-\ncher Einfall, wenn ein Literarhistoriker die mo-\nderne Grossstadtpoesie mit Theodor Amadeus\nHoffmann beginnen lässt. Man brauchte nur den\nurgewaltigen Gespensterspuk des Meisters zu\nSymbolen zu verflüchtigen, und es erwuchs dar-\naus ganz allmählich der moderne, naturalistisch-\nphantastische Roman der Franzosen und Nor-\nweger. Die Romantik war eben nicht nur „ide-\nalistische\" Poesie, etwas ausserhalb aller Wirk-\nlichkeit — sie war zugleich auch Universalpoe-\nsie, die alles, alles für die poetische Darstellung\nzu gewinnen suchte. Nur — Poesie bei Novalis,\nUniversalpoesie bei Friedrich Schlegel — ein of-\nfenbarer und verwirrender Widerspruch.\nUnd nicht nur in der romantischen Dich-\ntung, auch im romantischen Dichter herrschte\nein ähnlicher seltsamer Dualismus. Der Dichter\nsollte ein einsamer Heiliger sein und ein Mann\ndes Volkes, ein spekulativer Phantast und ein\nfrommes Gemüt, ein Mensch der dumpfesten Ge-\nbundenheit und zugleich der verwegensten Frei-\nheit des Geistes. Von der Romantik stammt jene\nmystische Vorstellung, als wäre der Dichter nur\nein hilf- und willenloses Werkzeug höherer\nMächte, die auf ihm spielen wie auf einer Kla-\nviatur und ihn als Mundstück und Sprachrohr\ngebrauchen. Er kann nichts dazu tun und nichts\ndagegen, er ist einfach inspiriert, einfach begna-\ndet. Man nannte diese Art des Schaffens unter\ndem Zwang einer übergewaltigen Inspiration „or-\nganisches\" Schaffen und verurteilte im Gegensatz\ndazu jede willkürliche, soll heissen jede bewusst\nund kritisch überlegene Art der Produktion. Der\nDichter und die Dichtung waren gleichsam pflan-\nzenhafte Naturerzeugnisse, und man gab sich\nängstlich Mühe, alle intellektuellen und hellen\ngeistigen Momente gänzlich auszuschalten. Ganz\nfolgerichtig wurde darum auch vom Dichter als\nMenschen ein willenloser und unbewusster Cha-\nrakter verlangt, ein frommes und ehrfurchtsvolles\nGemüt. Er sollte herumgehen, als wäre er ein\nFremdling aus dem Jenseits, nur das unwürdige\nGefäss eines höheren Gehaltes, den er nicht sich\nselbst verdankte, sondern der unbegreiflichen\nGnade geheimnisvoller Gewalten. Er musste also\nfromm sein und sich als Priester fühlen, alsein\nsehr hochmütiger oder sehr demütiger — jeden-\nfalls als Priester.\nAber von dieser frommen Seele wurde Witz\nverlangt, eine souveräne und überlegene Ironie,\ndie Friedrich Schlegel theoretisch anpries, und\ndie nach langem Tasten und Suchen von Hein-\nrich Heine verwirklicht wurde. Zu der dumpf\ngebundenen Innigkeit einer ehrfurchtstiefen Na-\ntur sollte eine schonungslose Geistesfreiheit hin-\nzutreten, ein vernichtender Witz, der seine tötli-\nchen Pfeile nicht zum wenigsten gegen die Idole\nabschnellte, an die sich das fromme Herz mit\nallen seinen Gefühlskräften angeklammert hielt.\nAllerdings war nicht der Witz Voltaires gemeint,\nder ehrliche und zersetzende Witz eines bewuss-\nten Dynamitarden, sondern man begehrte ein\nprächtiges Witzkunstwerk, eine lyrische und ar-\ntistische Ironie, einen ästhetischen Genuss. Man\nwollte verhöhnen und verwunden, und zwar nicht\naus Hass, sondern aus übermütiger Freude am\neleganten Florettspiel und blitzenden Gefunkel\nder stählernen Klingen. Dem Schein nach wurde\ndadurch eine gemeinsame poetische Sphäre für\ndie Geistesfreiheit und das Gemüt bewahrt —\nin Wahrheit wurde die Kluft bis zur Unerträg-\nlichkeit erweitert. Ein frommes Gemüt kann aus\naufrichtiger Empörung zur Waffe des Witzes\ngreifen, um zu zermalmen: aber der Witz als fri-\nvoles Spiel, als ein Kunstgenuss für Feinschmek-\nker ist ihm gleichbedeutend mit der absoluten\nGemeinheit. Hier scheint es nur einen unversöhn-\nlichen Kampf zu geben, und doch gehörte zum\nromantischen Dichterideal, wie Friedrich Schle-\ngel es formulierte, so gut der frivole Witz wie\ndas fromme Gemüt.\nDie Krone aller dieser Widersprüche wird\nuns aber erst offenbar, wenn wir das rein ästhe-\ntische Gebiet verlassen und die Kulturwirkungen\nder Romantik im Grossen überschauen. Da stellt\nes sich heraus, dass sie mit Leidenschaft und\nBegehrlichkeit das ganze geistige Leben zu um-\nspannen suchte, nicht nur die Kunst, auch die\nWissenschaft und Philosophie. Schliesslich wer-\nden wir geradezu auf die erstaunliche Frage hin-\ngedrängt, ob die Romantik überhaupt noch Poe-\nsie wäre und nicht lediglich Wissenschaft, etwa\njenes Zwischengebiet, wo Philosophie und exakte\nForschung zu einer kurzen und wilden Ehe zu-\nsammenkommen. Der Romantiker hat vom Dich-\nter nicht nur Prophetensinn verlangt, sondern\nauch volksrednerische Begabung, wissenschaftli-\nche Kenntnisse und ein philosophisches System.\nWenn man es recht paradox sagen will: das be-\nsondere Merkmal des romantischen Dichters sollte\ndarin liegen, dass er — kein Dichter war. Son-\ndern ein Religionsstifter, sondern ein Prophet,\nsondern ein Philosoph, ein Gelehrter — eben al-\nles, nur nicht im spezifischen Sinn ein Dichter.\nUnd doch stammt jener überschwängliche Begriff\nvom Poeten, der als etwas Mystisches und Ein-\nzigartiges weit über die anderen geistigen Berufe\nerhöht wurde, geradewegs aus dem Zentrum der\nromantischen Gedankenwelt. Lyrische Ekstasen\nwurden mit Entzücken angehört — ebenso aber\nauch Gnomen, Sprüche, gedankenvolle Weisheits-\nlehren aus uralter und neuer Zeit. Bald sollte es\nnur der Poet sein und bald nur der Weise: auch\nhier bewegte sich das romantische Ideal in un-\nruhevoller Gegensätzlichkeit zwischen zwei Polen.\nSo wenigstens, in dieser Farbenfülle von\nschillernden Widersprüchen, erscheint das Wesen\nund der Werdegang der Romantik dem Histori-\nker. Sie war lebensfremd und im exklusiven Sinn\ndes Wortes „poetisch\" und doch wieder lebens-\nhungrig und bemühte sich im heissen Drang,\nPoesie in jeden letzten Winkel dieses massiven\nErdenlebens hineinzutreiben. Der romantische\nDichter war ein willenloses Werkzeug höherer\nGewalten oder auch ein souveräner Uebermensch,\nder verspottete und verhöhnte, was einem from-\nmen Glauben heilig war. Er fühlte sich als Poet\nund doch wieder nicht als Poet, sondern als\nProphet; er unterlag, mit einem Wort, dem Du-\nalismus, der die romantische Theorie und Praxis\nbeherrschte. Natürlich aber war damit nicht ge-\nmeint, dass es bei diesem Dualismus bleiben soll-\nte. Offenbar lag dem Zwiespalt eine innere Ein-\nheit zu Grunde oder wurde doch wenigstens an-\ngestrebt, wie ja tatsächlich die ersten Romantiker\nSchelling, den Erfinder der Identitätsphilosophie,\nzum Meister ihrer Weltanschauung wählten. Wie\ndieser Phantast die kosmischen Gegensätze von\nGeist und Natur in eine höhere Einheit auflösen\nwollte, die nur eben schwer zu definiren war —\nganz ähnlich gedachten auch die Romantiker mit\nihren besonderen Gegensätzen fertig zu werden.\nAber da liegt eben das Problem verborgen. Wir\nhaben die Romantik nicht erklärt, wenn wir nicht\ndiese ihre höhere Einheit zu fassen bekommen.\nDiese Aufgabe ist nicht so schwer, als man es\nim Anfang glauben möchte. Die Suchenden ha-\nben sich nur deshalb diese Situation so schwie-\nrig gestaltet, weil sie nicht den Mut besassen,\nsich das Leben leicht zu machen. Sie suchten in\nden Abgründen der Philosophie und Psychologie"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "600", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 219, "texte": "und gelangten zu den wunderlichsten Erklärun-\ngen, während die höhere Einheit der Romantik\nim wortwörtlichsten Sinn nur eine Stimmungs-\nsache ist. Stimmung! — dieses Wort erschliesst\ndas innerste Geheimnis der Romantik."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c006", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "600", "page_fin": "600", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.6", "titre_corps": "Der antinomische Leu", "titre_sommaire": "Der antinomische Leu", "signature_source": "Kurt Hiller", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "600", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.6", "debut_caractere": 221, "fin_caractere_exclue": 3222, "texte": "Der antinomische Leu\nVon Kurt Hiller\nGrau ist alle Theorie; der Problem-Mensch\nweltfremd; das Philosophieren abseitig, windeiig,\ntotal bedeutungslos für die praktischen Fragen\ndes faktischen Lebens.\nSo? Na.\nGibt es was Wirklicheres als Tiere? Da\nmöcht' ich nun wissen, wie ohne Philosophie\nfolgende Wirklichkeitsfrage beantwortet werden1\nkann: Sollen die wilden Tiere (rück-\nsichtslos sterben sie in Nordafrika aus) durch\nSchongesetze geschützt werden?\nEin gelehrter Franzose — entnehme ich meinem\nKäseblattl — verlangt das. Schwarzgemähnter\nLöwe von Marrakesch, algerischer Schakal, Hy-\näne in Tripolis, Fenek der grellen Sahara: was\nschwindet ihr dahin? O dass doch Europens\nBedachtsamkeit da einschritte!\nAls ob, ihr Freunde, dies etwas so Selbst-\nverständliches wäre. Wozu denn brauchen wir\nwilde Tiere? Ist es nicht, bei Lichte besehn,\npuerilster Aesthetizismus, deren Erhaltung zu ei-\nnem Gebote zu machen? Schädlinge, weil sie\ninteressant aussehn, der Vernichtung zu entzie-\nhen; Feinde (nichtmal ausnutzbare) aus senti-\nmentalen Scheingründen extrem altruistisch zu\nbehandeln; unter Ignorierung der Kontra-Instink-\nte dieser Wesen sich an ihnen als an einem\nPhänomen, einer Geste, einer Fläche zu berau-\nschen —: ja grenzt das nicht an Snobtum und\nWien und Bibliophilie? Dienen die enormen\nSummen, welche, um die Jagderlaubnis zu er-\nhalten, der Amerfkanerich dem Turban zahlt,\nnicht zur Niederhaltung von Räuberbanden, zur\nZivilisierung roherer Länderstriche? ? ? Schutz\nder Bestien dient zu nischt.\nAber, beileibe jehindennowieder, nun kommt\neben die grosse Antinomie. Nämlich: was nützt\nuns schon die Zivilisation? Gesetzt sie ist durch-\ngeführt, dann wird man sich zu Tode öden.\nFolglich dürfen die Staaten keine edlere Sorge\nkennen als die, den einmal vorhandenen Fun-\ndus der irdischen Sensationen ernst zu hüten\nund zu mehren. Allerhand Kuriosi-, Abnor-\nmi- und Varietäten, zumal lebendige, müssen, wo\nnicht gezüchtet, so doch penibelst betreut wer-\nden Stelle anheim, zu erwägen, was so ein\ngelber Leu, so eine karge mächtige Kraftkiste\nmit verhaltenen Tatzen und kolossalischen Hau-\nern (von der schollenhaften Mähne zu schwei-\ngen) doch1 für eine dolle Sache ist; ausserge-\nwöhnlich, monströs, direkt kurzweilig. Zivilisa-\ntion ist eine Vordergrundangelegenheit; die Mon-\nstra und Schaustücke des Erdballs den Völkern\nzu erhalten, ioci causa, vit a e causa — das\nist wichtig; das ist mystisch-tiefe Pflicht weiser\nRegierungen. Man muss das Chaos nicht bloss\nkosmisch, man muss es auch komisch machen.\nSintemalen die Erbfeindin, die entsetzliche, Lan-\ngeweile heisst.\nMuss also der modörne Mönsch für\nBestienschutz sein oder gegen? Nun, wie den-\nken Sie diese dreidimensionale, faktische und\npraktische Frage ohne Theorie, ohne Cere-\nbralia, ohne Zurückgehn auf philosophische\nUrprobleme eigentlich zu lösen? Wollen Sie mir\ndas gefälligst verraten? Nun? — — — Tja,\ndas Geistige ist kein Sport, meine Herren Idio-\nten; ich ersuche Sie daher, auf uns Graue nicht\nso kess herabzublicken."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c007", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "600", "page_fin": "600", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.7", "titre_corps": "Das Mensch als Kunstwerk : Eine ergänzende Betrachtung", "titre_sommaire": "Das Mensch als Kunstwerk : Eine ergänzende Betrachtung", "signature_source": "Doktor Anselm Sabberer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "600", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.6", "debut_caractere": 3224, "fin_caractere_exclue": 6704, "texte": "Das Mensch als\nKunstwerk\nEine ergänzende Betrachtung\nVon Doktor Anselm Sabberer\nUnabhängig von vorübergehenden Stimmun-\ngen vermag der Mensch wohl in seiner Seele\nzu lesen. Immer ist mir in dieser Hinsicht das\nWort Piatos vor Augen geblieben. Immer ist\nes wirklich, als ob der Mensch bei allem nicht\nbloss einfach „sehe\", sondern als ob seine Na-\ntur a priori stets auf dem Sprunge stände. Und\nwir sagen auf diese Weise, ja denken so über-\nhaupt nichts. Sollte in diesen charakteristischen\nMenschäusserungen nicht etwas schlummern ?\nZunächst hat unser ursprünglichstes Bestreben\ndie natürlichste Begleitempfindung was uns selbst\nbetrifft, da wir uns im Gegenteil noch immer\nbrüchig, hinter uns zurückgeblieben wähnen.\nAber die Gerechtigkeit fordert eben, uns selbst\nhauptsächlich und in erster Linie für den Quell\naller Vervollkommnungssucht zu erkennen. Der\nKünstler ergreift in diesem Gefühl Ton, und was\ner formt und knetet ist einerseits ein Ideal\nseiner selbst, etwas was er also seiner oder an-\ndrer Meinung nach an sich selbst noch nicht\nhaben soll; . andrerseits muss er doch aber\nzur gleichen Zeit schon völlig damit verbunden\ngedacht werden können, denn er, seine Seele,\nseine bildende Hand hat die gesamte fertige Form\nim Innersten doch nur vorangetragen. Dieser\nschaffende, schöpferische Mensch leuchtet bei man-\nchem angeblich schwächerem Gebilde sehr vielsa-\ngend ein. Denn der Künstler selbst sieht und ver-\nsteht wirklich in jeder seiner Schöpfungen nur seine\neigene brünstige Seele wieder, das scheint denn\ndoch einen beherzigenswerten Wink zu enthal-\nten, worauf es der Hauptsache nach immer wie-\nder bloss ankommt: in der Tat! Nun wohl:\nda das Offenbleiben einer Lücke für alles ins\nSinnliche Uebersetzte, der äusseren Wahrnehmung\nHingestellte stets vorauszusehen, — warum soll-\nte das mit uns ja zweifellos so oft tendierte\nSchöne, Gute und Wahre, unser von vornherein\nzu innerst gefühltes Kunstwerk nicht mindestens\nfür uns selbst, für das eigen-innere Auge auch\nerreicht und geschaffen werden können? Dies\nhätte dann mit unserem äusseren Aspekt, unse-\nrer Ausstrahlung in die Sinnessphäre noch we-\nnig zu tun; — ich spreche hier natürlich nicht\nvom athenischen Spiessbürger. Indessen muss\ndoch ohne weiteres zugegeben werden, dass er\nwirklich auch schon noch ganz ohne die sicht-\nliche Hinbewegung auf jene Gloriole seines\nSchierlingsbechers soviel schöne Harmonie und\ntreffliche Wahrhaftigkeit nach innen gesammelt\nhatte, als nur je davon nach seinem Tode sichtbar\ngeworden ist. Und so andrerseits auch wir\nselbst: da wohl überhaupt niemand sein möch-\nte, der nicht zu irgend einer Sekunde seines\nDaseins die schönste, vollkommenste Harmonie\neines göttlichen Wollens in sich mit einer dar-\naus entsprungenen göttlichsten Ichhandlung schon\neinmal erlebt hätte. Hier aber würden wir denn\nan Goethe erinnert. Es wäre jedoch ein grosser\nIrrtum, anzunehmen, dass hier gewisserma-\nssen gar nichts aus dem Innern selbst stam-\nmen sollte. Denn was den Sinneneindruck be-\ntrifft, so wird es freilich nur zu bald immer ge-\nschehen, dass gerade demjenigen z. 8., der sich\nseinem Ideal schon sehr genähert zu haben\nglaubt, plötzlich von irgend einem Fremden das\nWort „Filz\" in die Ohren tönt. Es handelt sich\num jene Künstler, die nicht allein mehr im\nvergänglich-ä usse r e n Sinnenmaterial, in Ton,\nWort, Schrift, Stein, Marmor bilden und prä-\ngen, sondern in empfindlicher lebendiger\nMenschenhaut.\nOriginalsätze eines Aesthetikers in ziemlich freier Zusammenstellung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c008", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "600", "page_fin": "600", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.8", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "600", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.6", "debut_caractere": 6879, "fin_caractere_exclue": 7151, "texte": "— li\nL9 Effort\nHalbmonatsschrift\nfur moderne Kultur u. fran-\nzosische Sezession in den\nKiinsten und in der Literatur\nHerausgeber and\n:: Schriftleiter ::\nJEAN RICHARD\nJahresbezug fur das\nAusland: Mark 4.50\nZweiter Jahrgang\nVerlag und Redaktion:\nPOITIERS (Vienne)\nFrankreich"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c009", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "600", "page_fin": "600", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.9", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "600", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.6", "debut_caractere": 7153, "fin_caractere_exclue": 7540, "texte": "Les Horses\n5 rue Chaptal / Paris\nDiese literarische Zeitschrift\nveroffentlichte das franzo-\nsische Original der Tage-\nbiicher Flauberts, deren\nUebertragung in Deutschland\nverboten wurde.\nDie Hefte, die die Tage-\nbiicher Flauberts enthalten,\nsowie die iibrigen seitdem\nerschienenen Nummern sind\nvom Verlag der Zeitschrift\nLes Marges gegen Einsen-\ndung von sechs Francs direkt\nzu beziehen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c010", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "600", "page_fin": "600", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.10", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "600", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.6", "debut_caractere": 7542, "fin_caractere_exclue": 7751, "texte": "Die Fockel\nHERAUSGEBER\nKarl Kraus\nErscheint in zwangloser\nFolge\nlummer 326/327/328\nist erschienen\nPreis 75 Pfennig\n80 Seiten\nMit einer Illustration:\nDer Sieger\nOberall erhaltuch\nWerbeband der Fackel\n50 Pfennig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c011", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "600", "page_fin": "600", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "600", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.6", "debut_caractere": 7753, "fin_caractere_exclue": 8295, "texte": "Les Cahiers do Centre ~\nMonatsschrift fiir Soziologie\nGeschichte, Kunst\nund Literatur\nGegriindet von Paul Cornu\nHerausgeber u. Schriftleiter\nHENRY BURIOT\nIn den Cabiers du Centre\nerschienen Werke von Jules\nRenard, Charles-Louis Phi-\nlippe, Marguerite Audoux,\nEmile Guillaumin, Romain\nRolland, Andre Spire, Henri\nBachelin, Valery Larbaud,\nRaymon Darsiles u. a. m.\nJahresbezug furs Ausland:\n4,80 M. (Luxusausg. 9,60 M.)\nProbeheft gegen Ein-\nsendung von 50 Pfg.\nVERLAG u. REDAKTION:\n16, Boulevard Chambonnet,\nMOUUNS (Allier) Frankreich\n»■ »HI IB"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c012", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "600", "page_fin": "600", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "600", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.6", "debut_caractere": 8297, "fin_caractere_exclue": 8509, "texte": "I?\nil— «\nVerlag „Der Sturm\"\ne %\nHerwarth Walden\nDAFNIBLIEDER\nFiirGesang u.Klavier/52Seiten\nDREI MARK\nDurch alle Buch- und Musi-\nkalienhandlungen oder direkt\ndurch den Verlag DER STURM\nHalensee/Katharinenstrasse 5"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c013", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "601", "page_fin": "601", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "601", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 183, "texte": "Buch- und Kunsthandlung\nBerlin W. 50 Ranke-Strasse I\nan der Kaiser Wilhelm Gedachtnis-Kirche\nJournal-Lesezirkel\nAusstellungen der Neuen Sezession\nVerlag Zeitschriften\nKataloge umsonst"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c014", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "602", "page_fin": "602", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "602", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.8", "debut_caractere": 68, "fin_caractere_exclue": 327, "texte": "<r\nEdmund ieyer\nBuchMndleru.Antipar\n:: BERLIN W. 35 ::\nPotsdamerstrasse 27 b\nFernsprecher Amt VI 5850\nAnkauf einzelner Biicher\nsowie ganzer Bibliotheken\nVerzeichnis von Buchern\nfur Bibliophilen / Angabe\nvon Desideraten erbeten\nKatalog XXVIH (Varia) erschienen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c015", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "602", "page_fin": "602", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "602", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.8", "debut_caractere": 329, "fin_caractere_exclue": 535, "texte": "Vegetarisches Gasthaus\nFREYA\n■ Charlottenburg [\nm Bismarckstrasse 9 ■\nAm Knie\n□ □\n0\nAngenehmer Aufenthalt\n112 ur Kiinstler und Studenten\nZahlreiche Zeitungen und\nZeitschriften / Bis zehn\nUhr abends geoffnet"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c016", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "602", "page_fin": "602", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "602", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.8", "debut_caractere": 537, "fin_caractere_exclue": 1843, "texte": "Friedr.Mester Leipzig\nunter Mitwlrkung 12 hervorragender Fachleute der Theorfe und Praxk (staatlich\ngeprufte Lehrer, Akademiker oder auch Kaufleute in fuhrender Stellung). OrundUche\nEinfuhrung in die verschiedenen Branchen des kaufminnischen Berufes, rationales\nStudium der Handels- und verwandten Wlssenschaften als Ersatz fur ein mehr-\niahriges Hochschulstudium. Muster-Uebungs-Kontor.\nDas Studium ist fur Anfanger (Damen und Herren) die ffir Stenographic,\ndeutsche und fremdsprachliche Korrespondenz, Kasse-, Buchfuhrungs- und Bilanz-\nTechnik. Buro-Praxis sich vorbereiten wollen —\nsowohl fur junge Leute, die nur eine Volks-, Real- oder ahnliche Schule ab-\nsolviert haben, wie fur , , ... .\nHerren mit besseren praktischen oder ttieoretischen Vorkenntnissen, Elnjlhrlg-\nFreiwillige, Abiturienten, .\nfur Kaufleute reiferen Alters, die bereits praktisch titig waren und den\nForderungen der Gegenwart entsprechend ihre Fachkenntnisse erweltorn oder\nvertiefen wollen oder , .. ..\nfur Bankbeamte, Ingenieure, Chemiker, Brauer, Juristen, NationalSkonomen,\nOffiziere, die fur Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen oder Verbande,\nAktien- oder Shnlicher Oeseflschaften sich vorbereiten wollen. Dauer der Kurae\n6—12 Monate — je nach Vorbildung und Ziel.\nProspekte gratis durch die Direktion, Johaanisplatz 5"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c017", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "602", "page_fin": "602", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "602", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.8", "debut_caractere": 1845, "fin_caractere_exclue": 2080, "texte": "Dr. Rudolf Bliimner\nSchauspieler und Regisseur am Deutschen Theater\nLehrer a.d. Schauspielerschule d.Deutschen Theaters\nlerteilt Unterricht in\nSprachtechnik u. Rollenstudium\nCHARLOTTENBURQ Sprechstunde: 5—6 Uhr\nWilraersdorferstrasse 75"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c018", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "602", "page_fin": "602", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "602", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.8", "debut_caractere": 2082, "fin_caractere_exclue": 2473, "texte": "Preis 1 Mark Preis 1 Mark\nMenthol-Malz-Dragees\n■J SicheresMittel gegen akuteKatarrheder Atmungs-\norgane / ermoglicht Schauspielern und Sangern\nsofortigesa Gebraudi der erkrankten Organe\nmm ZAHLREICHE ANERKENNUNGEN ■■■■■■\nZu habea in alien Apotheken und Drogerien / Alleinige Fabrikantin\n„Pharmacia\" / Fabrlk ffir pharmaceutischen Bedarf / Berlln-Halensee\na ■\nWohlschmeckend Sichesr wirkcnd\nm"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c019", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "602", "page_fin": "602", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.19", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "602", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.8", "debut_caractere": 2475, "fin_caractere_exclue": 2599, "texte": "ESS Cafe Continental\njeden Abend von 9—4 Uhr Nachts:\nGrosses Kiinstler-Konzert\nAll© bedeutenden Zeitungen und Zcltschriftcfi"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c020", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "602", "page_fin": "602", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "602", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.8", "debut_caractere": 2601, "fin_caractere_exclue": 2843, "texte": "THRICHOPHIL\n■ FL M.3,00 F1.M.3,00 |\nnur belm Fabrikanten:\n2 Otto Teutscher/Friseur 5\n■ I. Geschaft: 106 a Potsdamerstr., Eing. 63 Steglitzerstr.,Tel.Vl, 6735 H\n11. Geschaft: Charlottenburg, 100 Kaiserdamm, Tel. AmtCh.,63B7 g\n■■■■■eeeeoeeoeiHH"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c021", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "602", "page_fin": "602", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "602", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.8", "debut_caractere": 2845, "fin_caractere_exclue": 3268, "texte": "VereinnrKniist\nAchtes Jahr\nAutoren-Abende\nMitgliederbeitrag 15 Mark\nDen Mitgliedern steht\nder Besuch von sechs\nAbenden auf Platzen\nzum Kassenpreis von\nM3 — zu, sowie der\nkostenlosejahresbezug\nder Wochenschrift Der\nSturm. Fur alle wei-\nteren Abende zahlen\ndie Mitglieder halbe\nKassenpreise\nDie Vortragenden und die\nDaten werden in der\nnachstenNummer bekannt\ngegeben.\nGeschaftsstelle des V. 112. K.\nHalensee, Katharinenstr. 5"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c023", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "602", "page_fin": "602", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "602", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.8", "debut_caractere": 3270, "fin_caractere_exclue": 3874, "texte": "Die Wasserbraft\nZentralblatt fiir Industrie,\nIngenieur* und Bauwesen,\nMotorbetrieb, Elektro=\ntechnik etc.\nOrgan des Verbandes mittel-\nund westdeutscher Wasser-\nkraftbesitzer, des Verbandes\ndeutscher Holzmehlfabriken\nund elektrischer Wasserkraft-\nzentralen.\nInserate finden in derWasser-\nkraft weiteste Verbreitung. —\nGeschaftsstelle und Verlag\nDuderstadt a. Harz. Vier-\nteljahrspreis M. 1,25 bei freier\nZustellung. — Die Herren\nVerleger werden um Ein-\nsendung ihrer Neuerschei-\nnungen zur Besprechung\ngebeten.\nProbenummern umsonst und\npostfrei durch die Geschafts-\nstelle.\nVertreter gesucht\nIHIBIBIIBIBBi"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c024", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "602", "page_fin": "602", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "602", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.8", "debut_caractere": 3876, "fin_caractere_exclue": 4146, "texte": "Pressrelationsbnreaii Hansa\nBerlin NW 23 Holsteiner Ufer 7\n%\nliefert alle Nachrichten iiber\nkiinst, Literatnr, Wissenschaft\nin jeder Hinsicht unbedfngt zuverl&ssig.\n:: Akademisch und literarisch gebildete Lectoren ::\nvorziigliche Organisation\nFernsprecher Berlin II 6121"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c025", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "602", "page_fin": "602", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "602", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.8", "debut_caractere": 4148, "fin_caractere_exclue": 4461, "texte": "Verlag Der Sturm\nVom ersten Oktober ab erhoht sich\nder Bezugspreis unserer Wochenschrift:\nVierteljahr M 1,50\nHalbjahr „ 3,—\nJahr „ 6,—\nDer Preis der Einzelnummer betragt\nauch ferner wie seit dem ersten Juli\ndes Jahres 15 Pfennig\nVollstandiger erster Jahrgang\nNummer 1 bis 56 mit Inhaltsverzeichnis\nM 5,20 postfrei"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c026", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "602", "page_fin": "602", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "602", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.8", "debut_caractere": 4463, "fin_caractere_exclue": 5081, "texte": "COURRIER DE LA PRESSE\nBUREAU de COUPURES de JOURNAUX\nFrangais et Etrangers\nFonde en 1889\n21, Boulevard Montmartre PARIS 2e\nGALLOIS & DEMOGEOT\nAdresse Telegr.: COUPURES PARIS — TELEPHONE 101.50\nLe COURRIER de la PRESSE: Regoit, lit et decoupe tousles\nJournaux et Revues et en fournit les extraits sur tous sujets\net personnalites.\nService special d'lnformations partiques pour Industriels\net Commevgants.\nTARIF: 0 fr. 30 par Coupure\nTarif reduit, paie- ) Par 100 Coupures, 25 francs\nment d'avance, sans „ 250 „ 55 „\nf>eriode de temps li- „ 500 „ 105 „\nmite\\ „ 1000 „ 200 „\nOn traite & forfait pour 8 mois, 6 mois, un an"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1911-09-02-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabg_1911-09-02_01#c027", "volume": "bmtnabg_1911-09-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "602", "page_fin": "602", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "602", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.8", "debut_caractere": 5083, "fin_caractere_exclue": 5214, "texte": "Lasker-Schiiler^jl\nMeine Wunder\nGedichte\nPreis in van Geldern-Biitten gebunden\nDrei Mark\nDreililien-Verlag Karlsruhe und Leipzig\niB"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "595", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.1", "texte": "Umfang acht Seiten\nEinzelbezug 15 Pfennig\nDER STURM\nWOCHENSCHRIFT FÜR KULTUR UND DIE KÜNSTE\nRedaktion und Verlag: Berlin-Halensee, Katharinenstrasse 5\nFernsprecher Amt Pfalzburg 3524 / Anzeigen-Annahme\ndurch den Verlag und sämtliche Annoncenbureaus\nHerausgeber und Schriftleiter:\nHERWARTH WALDEN\nVierteljahresbezug 1,25 Mark / Halbjahresbezug 2,50 Mark /\nJahresbezug 5,— Mark / bei freier Zustellung / Insertions-\npreis für die fünfgespaltene Nonpareillezeile 60 Pfennig\nJAHRGANG 1911\nBERLIN AUGUST 1911\nNUMMER 75\n\nInhalt:\nTRUST: Die Vinnen gegen den Erbfeind / WILHELM WORRINGER: Zur Entwicklungsgeschichte der modernen Malerei / SAMUEL\nLUBLINSKI: Romantik und Stimmung / KURT HILLER: Der antinomische Leu / DOKTOR ANSELM SABBERER: Das Mensch als Kunstwerk /\nE. L. KIRCHNER: Ruhe / Holzschnitt\n\nRuhe Holzschnitt von E. L. Kirchner"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "596", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.2", "texte": "Die Vinnen gegen den\nErbfeind\nNach dem Vorbild der Berliner Presse hat\nein in Cuxhaven lebender mittelmässiger Maler\nnamens Carl Vinnen verschiedene in Deutsch-\nland gebürtige Kollegen seines Fachs nicht zum\nMalen, sondern zum Schreiben aufgefordert. Herr\nVinnen ist nämlich überzeugt, dass es so nicht\nweiter geht. Er schrieb deshalb in schlechtem\nDeutsch zwei Zeitungsartikel, die schriftstellerisch\nund inhaltlich nichts bedeuten. Die Ehrfurcht, die\ndie Deutschen nun einmal vor jedem gedruckten\nZeitungsartikel fühlen, veranlasste zahlreiche Ma-\nler, in dem gleichen schlechten Deutsch ihre\nBewunderung und Anerkennung für die „Tat\"\ndes Herrn Vinnen auszudrücken. Dies alles wur-\nde unter dem Titel „Ein Protest deutscher Künst-\nler\" zusammengestellt und bei Eugen Diederichs\nherausgegeben, nicht ohne dass Herr Vinnen sei-\nne beiden Artikel zusammenzog und seinem „deut-\nschen\" Protest den Namen quousque tandem gab,\nund ihn mit dem Wort „angesichts\" beginnen\nliess.\nHerr Vinnen warnt. Er „ringt\" mit den\ndeutschen Kunstschriftstellern um die „Seele des\nVolkes\". Die Seele des Volkes wird durch fran-\nzösische Künstler infiziert. Das Volk entzückt\nsich an Manet, Cezanne und van Gogh. Die\nfranzösischen Bazillen siegen über die deutschen\nVinnen. Gift schmeckt süss, und das deutsche\nVolk lässt sich nicht mehr halten. Kein Palast\nohne van Gogh, keine Wohnung ohne Cezan-\nne, der Arbeiter verzichtet auf sein Huhn im\nTopf, wenn nur ein Manet von seiner schlich-\nten Wand herunterblickt. Da ist es wirklich die\nhöchste Zeit, zu warnen und zu protestieren.\nHerr Vinnen beweist die Infektion. Er wen-\ndet sich mit Vehemenz gegen die „Feder eines\nmodernen Kunstschriftstellers\". Der hat nämlich\neine Vorrede zu einem Ausstellungskatalog ge-\nschrieben, in der er behauptet, dass nicht nur\nCezanne, nein auch Henri Matisse Einfluss auf\ndie künstlerische Jugend haben. Derartig tief-\nsinnige Analysen haben meiner Ansicht nach mit\nkünstlerischer Produktion nichts mehr zu tun,\nbemerkt Herr Vinnen. Kunst muss „naiv\" ge-\nschaffen werden und nicht durch verstandesmä-\nssige Reflexion. Die Verbreitung dieses Ausstel-\nlungskataloges muss ungeheuer gewesen sein.\nDenn die Seele des Volkes hat ihn aufgenom-\nmen und die Künstler sind durch ihn in ihrem\n„naiven Schaffen\" verhindert worden.\nAber Herr Vinnen hat noch mehr Beweise.\nNicht nur die Kunstschriftsteller, auch die Snobs,\nbesonders in Berlin, arbeiten an dem sittlichen\nVerderben des deutschen Volkes. Herr Vinnen\nhält zwar van Gogh und Cezanne für Künstler\nund findet es nur unerhört, dass die Snobs für\n„noch so fragwürdige Bilder dieser Maler\" sich\nbegeistern. Herr Vinnen schafft nämlich nicht\nnur naiv, er ist auch so naiv zu glauben,\ndass Künstler gelegentlich noch so fragwürdi-\nge Bilder malen. So ungefähr, wie die Mitglie-\nder des Vereins Berliner Künstler, die Schkizzen\nauf Schkizzen schaffen und Schtudien auf Sihtu-\ndien, bis endlich etwas von ihnen als fertig be-\nzeichnet wird, was sie naiv als Bild bezeichnen.\nHerr Vinnen erklärt mit durchaus bildhafter Deut-\nlichkeit, wann Snobismus entsteht; wenn es sich\num wirklich hohe Werte handelt, zu denen\naber dem Bewunderer die Brücke man-\ngelt. Also mangels einer Brücke können die\nSnobs nicht zu den hohen Werten hinüber.\nBleibt nur fragwürdig, was unter hohen Werten\nzu verstehen ist.\nAber auch darüber gibt Herr Vinnen Aus-\nkunft: „wenn wir nun aber sehen, wie neuer-\ndings in Deutschland für flüchtige Studien van\nGoghs, selbst für solche, in denen ein Künstler\ndie drei Dimensionen vermisst, Zeichnung, Far-\nbe und Stimmung, dreissig bis vierzigtausend\nMark anstandslos bezahlt werden, wie nicht ge-\nnug alte Atelierreste von Monet, Sisley, Pissaro\nusw auf den deutschen Markt gebracht werden\nkönnen, um die Nachfrage zu befriedigen, so\nmuss man sagen, dass im allgemeinen eine der-\nartige Preistreiberei französischer Bilder stattge-\nfunden hat, — allerdings bezahlt Frankreich\nselbst diese Preise nicht — dass hier eineUeber-\nwertung vorzuliegen scheint, die das deutsche\nVolk nicht auf die Dauer mitmachen sollte. „Man\nerfährt endlich, wo das deutsche Volk seine Gel-\nder lässt. Es kommt ihm auf Vierzig Mille\nnicht an, wenn es beim Ausverkauf Monetreste\nerstehen kann. Das deutsche Volk ist aber bei\nAusverkäufen garnicht so dämlich, trotzdem es\ngern Reste kauft. Man kann nie wissen, wozu\nes gut ist. Trotzdem darf man nicht van Goghs\n„flüchtige\" Arbeit billigen, die sogar einen\nKünstler die drei Dimensionen vermissen lässt.\nDie drei Dimensionen: Zeichnung, Farbe und\nStimmung. Hier zeigt Herr Vinnen, wie man\nnaiv schafft. Man zeichnet etwas, tut als zweite\nDimension Farbe drauf, und taucht die ganze\nChose in Stimmung. Solide Arbeit. Feste Prei-\nse. Aber das deutsche Volk ist so verjobbert,\ndass es nur noch ramscht. Ihm geht ein Sisley-\nrest über einen ganzen Vinnen. Aber es hatte\nschon immer etwas für die vierte Dimension\nübrig.\nAber nicht genug damit, dass das deutsche\nVolk sein kostbares Gut, sein Geld, verjuxt,\nauch sein kostbarstes, sein Gemüt wird ihm von\nden Franzosen genommen. Sie sind nämlich\nnicht tief. Der deutsche Maler denkt und der\nfranzösische, man sollte es nicht für möglich\nhalten, malt. Herr Vinnen sieht hierin eine\nGefahr für „unser Volkstum\". Zwar ist Herr\nVinnen auch in Paris für längere Zeit gewesen,\num zu lernen, und es liegt ihm fern, „den gro-\nssen Nutzen der Befruchtung durch die hohe\nKultur der französischen Kunst auf die unsrige\nzu leugnen.\" Herr Vinnen will sogar gern zu-\ngeben, dass „j ed e Befruchtung ihr Gutes hat\".\nDie pariserische „hat sogar in Berlin eine gro-\nsse Frische gezeitigt\". Aber es kommt auf den\nEichbaum an. Auf den Eichbaum, das heisst\nauf das Gemüt: „Die Quelle, die in der Wiese\nsich durch höheren, sa 11 ergefärbten Graswuchs\nkenntlich macht, bringt noch keinen\nEichbaum hervor, und grade darauf\nkommt es an.\" Ein Bild von Vinnen.\nSo etwas entsteht, wenn e i n Künstler denkt\nund nicht sieht. Man kann von jeder Befruch-\ntung Gutes, aber von der Quelle keine Eich-\nbaumbefruchtung verlangen. Sie kann wieder\nhöchstens grosse Frische zeitigen. Aber gerade\nauf den Eichbaum kommt es an. Ja, die Ju-\ngend hat es schwer. Soll sie nun Courbet ma-\nlen, soll sie Cezanne malen, soll sie flüchtig\nsein wie van Gogh oder schmieren wie Matisse.\nAls nur Düsseldorf existierte, wusste man Be-\nscheid. Deshalb bemerkt Herr Vinnen: „Unser\njunger Nachwuchs muss erst wieder lernen, dass\nman nicht im Handumdrehen, ohne Mühe und\nSchweiss, ein reicher Mann werden kann, we-\nder auf materiellem, noch auf ideellem Gebiete\ndass man auch nicht Schriftsteller werden kann,\nsolange man mir und mich verwechselt.\" Aber\nwenn man das nicht mehr tut, Herr Vinnen, ist\nman noch nicht Schriftsteller. Und wenn man\nMühe und Schweiss aufwendet, noch nicht Malen.\n„Leibi, Thoma, Klinger, Böcklin und die\nmeisten andern grossen Namen liessen ihre Kunst\nin Paris befruchten.\" Sogar Herr Vinnen. Was\nwill der Mann also?\nNun kommt es. Nämlich zur rein „zahlen-\nmässigen Frage\". Das deutsche Volk kauft Herrn\nVinnen zu viel französische Bilder. In Posen\nwurde eine Studie von Monet erworben. Herr\nVinnen ist ausser sich. „Wie soll das Publi-\nkum ohne Bindeglieder den verstehen!\" Warum\nkauft der Posener Direktor nicht erst zwanzig\nVinnen, damit die Einwohner sich so allmählich\nan den Impressionismus gewöhnen. Zwar ist\nder Monet dem Museum geschenkt worden. Aber\ndoch irgend wann einmal mit deutschem Geld\ngekauft. „Bedenkt man nun die ins riesenhafte\ngesteigerten Preise, so gehen jährlich Millionen\nder vaterländischen Kunst verloren. Man\nschätze diesen Faktor nicht gering ein. Geld ist\noft ein befruchtender Regen, auch für den Schoss\nder Danae Ideal.\" Dies Bild sollte Herr Vin-\nnen noch schnell für Posen malen. DasG e 1 d,\nder Regen, die Danae, das Ideal. Es\ndürfte etwas sächlich ausfallen. Es ist zwar\nauch nicht vaterländisch, aber griechisch. Aber\nes ist gedacht, und auf den Eichbaum kommt\nes an,\nHerr Vinnen jammert, dass w i r den Welt-\nmarkt vollständig verloren haben. Herr Vinnen\nvergisst, das daran nur die Eichbaummaler\nschuld sind. Zu ausländischen Ausstellungen\nwerden nur sie zugelassen, und sie verhindern\nsystematisch, das einmal Maler gesehen wer-\nden. Das Ausland ist nun einmal gegen den\nEichbaum.\nHerr Vinnen will den Fortschritt und die\nEntwicklung; die Künstler schreiten nicht fort\nund entwickeln sich nicht. Aber Herr Vinnen\nbraucht den Kopf nicht hängen zu lassen. Er\nist bei seinen Bildern eingeschlafen, an der Müh-\nle oder im Walde, und hat am Eichbaum ge-\nträumt. Das deutsche Volk verhöhnt die Fran-\nzosen, die deutsche Presse lacht mit Vinnen über\nvan Gogh und Cezanne, der deutsche Hof kauft\nnur Düsseldorf, der deutsche Snob Böcklin. Im\nSalon Cassirer sind täglich fünf Menschen, im\nSalon Schulte fünfzig, in der Sezession fünfzig,\nin der Grossen Kunstausstellung fünfhundert. Die\nBerliner Kunstkritik ist gut mittelständisch ge-\nsinnt. Und die zwanzig Leute in Deutschland,\ndie van Gogh und Cezanne kaufen, lassen sich\nweder durch eine internationale Händlerbande,\noder durch die Proteste sämtlicher deutscher Vin-\nnen abhalten, ihr Geld für das auszugeben, was\nihnen gefällt. Die Herren Arnhold, Osthaus,\nFlechtheim, Heymel, Stern werden sicher sehr\ngerührt sein, wie väterlich Herr Vinnen um ihr\nGeld besorgt ist. Aber sie dürften sich nicht\neinmal ein Bild von ihm schenken lassen.\n♦ * *\nZu dieser Vinnensauce haben zahlreiche Ma-\nler ihren Senf gegeben. Bei wenigen be-\ngreift man es nicht. Ihnen scheint die neue\nTatsache des Schriftstellertums eines Kollegen die\nSinne getrübt zu haben. Nach dieser Bewusst-\nseinsstörung zogen sie auch unter lebhaftem Be-\ndauern ihre Zustimmung zurück. Und zwar in\nder Broschüre „Die Antwort auf den Protest\ndeutscher Künstler\", die leider noch den schö-\nnen Obertitel „Im Kampf um die Kunst\" führt.\nErschienen bei R. Piper & Co., München."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "597", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.3", "texte": "Man kann aus der Namenliste der beiden\nBroschüren bequem feststellen, wer von den Ma-\nlern zur denkenden und wer zur malen-\nden Gruppe gehört.\nProfessor von Stuck findet den Artikel von\nVinnen „ausgezeichnet, ich stimme Ihnen voll-\nkommen bei und wüsste nicht, was ich Ihren\nWorten noch hinzufügen sollte\". Der Ritter\nvon Stuck hat Recht. Seiner Zustimmung ist\nnichts hinzuzufügen.\nThomas Theodoir Heine begrüsst die Flugschrift\ndes Herrn Vinnen mit „riesiger Freude\". Die\nKunst seine Malerei nicht. Der Simplizissimus\nfindet den Anschluss an die Fliegenden Blätter.\nHerr Professor von Volkmann kann nur\n„kurz und bündig\" erklären, dass er Herrn Vin-\nnen „voll und ganz\" zustimmt.\nHerr Professor Fritz Erler „weist auf den\nErnst der Lage hin\". Er findet, dass die hei-\nmische Produktion verkümmert. Er sollte nicht\nso auf das eigene Beispiel hinweisen. Er erin-\nnert an eine Ausstellung japanischer Maler, „die\nihr heimisches Künstlerblut' derma-\nss e n verleugneten, dass ihre Arbeiten toten\nfarblosen Larven glichen, aus denen der bunte\nSchmetterling Volksseele längst entwichen.\"\nEr schimpft auf Julius Meier-Gräfe, alle massi-\ngen Maler tun das.\nHerr Freiher von Ostini schliesst sich „be-\ngeistert\" Herrn Vinnen an, er schreibt von den\npathologisch st e n Bildern aus van Goghs Ir-\nrenhauszeit, von den weggestellten Experimenten\naus dem Nachlass von Cezanne, von dem „drü-\nben\" längst nicht mehr ernst genommenen Ma-\ntisse. Er beklagt das deutsche Geld, das „der\npariser Kunstgaunerei in den Rachen geworfen\nwird\". „Er findet es verdammt leicht, wie van\nGogh, Signac und Cezanne zu malen. Aber ver-\ndammt schwer, mit Böcklinscher Tiefe in die\nNatur zu sehen. Er findet es hoch an der Zeit,\nsich dagegen zu wehren, dass die Mittel, die\nder deutischen Kunst auf die Strümpfe helfen\nkönnten, in die Taschen internationaler Kunst-\njobber fliessen.\" Die Kunst, die gehen und ste-\nhen kann, kommt schliesslich auch ohne Strümp-\nfe aus.\nHerr Fritz Stahl b e k r ä 112 t i g t die Anschau-\nungen des Herrn Vinnen. Man hat nie daran\ngezweifelt.\n* * ♦\nUnd das deutsche Volk, um dessen Seele so\nheftig gekämpft wird, sitzt indessen ruhig bei\nAschinger oder Kempinski, es fällt ihm garnicht\nein, sich aufzuregen. Wenn es schon mal eine\nMark für einen Ausstellungsbesuch ausgibt, so\nlacht es sich für sein Eintrittsgeld voll. Und\nda das Lachen sehr gesund ist, kommt es reich-\nlich auf seine Kosten und zu neuem gesegneten\nAppetit. Die deutschen Kritiker zahlen keine\nMark und leben von den faulen Witzen über\nKünstler. Die Vinnen sind von ihr stets wür-\ndig und ernsthaft behandelt worden. Warum\nwird also protestiert? Die Herren Protestler sol-\nlen sich doch ja nicht einreden, dass das deut-\nsche Volk überhaupt Bilder kauft, weder geträum-\nte noch gemalte. Und das deutsche Volk hat\nRecht. Denn die Gedanken und die Tiefe und\ndas Gemüt, das alles findet es in seiner Zei-\ntung. Warum soll es sich um die Farbe\nSümmern, da es doch nicht einmal die Kunst-\nmaler tun.\nTrust\n\nZur Entwicklungsge-\nschichte der modernen\nMalerei\nVon Wilhelm Worringer\nDie Vinnensche Broschüre ist mir psycholo-\ngisch wohl verständlich, und ich zögere nicht,\nsie als eine symptomatische Erscheinung zu re-\nspektieren, ja ich begrüsse sie sogar als ein zu\nrechter Zeit ausgesprochenes Stichwort zur ern-\nsten prinzipiellen Auseinandersetzung. Die Krise,\nin der wir mit unseren Kunstvorstellungen und\nKunsterwartungen stehen, kann nicht vertuscht\nwerden: sie muss zur offenen und entschiede-\nnen Aussprache führen.\nVon diesem Gesichtspunkte aus muss ich es\nallerdings bedauern, dass die prinzipiellen Fra-\ngen in jener Tendenzschrift kaum ernsthaft be-\nhandelt, sondern nur hier und da flüchtig ge-\nstreift werden,' um dann gleich allgemeinen Re-\ndensarten und unbeweisbaren Gefühlspostulaten\nPlatz zu machen. So ist das Hauptargument,\nmit dem die angreifende Partei auf das Publi-\nkum einzuwirken sucht, nicht irgend eine sach-\nlich diskutierbare Widerlegung der neuen Kunst-\nprinzipien, sondern die in allen Tonarten wie-\nderholte skrupellose Verdächtigung jener Persön-\nlichkeiten, die auf der anderen Seite stehen. De-\nren Ueberzeugungsehrlichkeit und Urteilsfähigkeit\nwird mit all den billigen Mitteln einer oft bis\nzum Mitleid gehenden überlegenen Ironie bioss-\ngestellt. Man macht sich damit derselben Irre-\nführung des Publikums schuldig, die man den\nGegnern mit einer so gewaltigen moralischen\nEntrüstung vorwirft. Denn es geht doch wohl\nnicht an, dem breiten Publikum, das in dieser\nBeziehung schon aus natürlicher Trägheit und\naus Selbsterhaltungstrieb leichtgläubig ist, die\nwillkommene Ueberzeugung beizubringen, es\nhandle sich bei der angegriffenen Bewegung nur\num ein sinnloses Spiel impotenter, sensations-\nlüsterner Künstler, urteilsloser, der Modesugge-\nstion unterlegener Kunstschreiber und abgefeim-\nter Kunsthändler, die unter verhaltenen Lach-\nausbrüchen den Profit aus dieser Komödie zie-\nhen.\nIch bestreite übrigens nicht, dass sich Ver-\ntreter dieser drei Kategorien auch in diese neue\nEntwicklungsbewegung der Kunst eingeschlichen\nhaben. Das ist das unvermeidliche Schicksal je-\nder Entwicklungsbewegung, und darum ist es\nkaum zu entschuldigen, wenn man ein neues\nWollen nur mit der einen Tatsache zu diskre-\nditieren sucht, dass belanglose Mitläufer es lä-\ncherlich machen.\nDenn neben diesen unverantwortlichen Mit-\nläufern stehen ernste suchende Künstler, die bei\nallem sachlichen Selbstbewusstsein persönlich vol-\nler Bescheidenheit sind, stehen ernste Theoreti-\nker, die bei aller produktiven Parteinahme doch\ndas historische Bewusstsein und damit die kriti-\nsche Besonnenheit wahren, stehen schliesslich\nKunsthändler, die bei aller selbstverständlichen\ngeschäftlichen Rücksichtnahme doch mit innerer\nUeberzeugung und innerem Verständnis eine Be-\nwegung fördern, bei der das Risiko des Gewin-\nnes ein viel grös-seres ist als bei dem Vertrieb\nder ganz unproblematischen und anerkannten\nPublikumsware.\nIch habe hier nur das Recht, für die zwei-\nte Kategorie einzutreten, deren Vertreter man zu\nden eigentlichen Prügelknaben der verfahrenen\nSituation zu machen sucht und die man dem-\nentsprechend abkanzelt.\nWenn ich Vinnen recht verstehe, sind es\nnicht die grossen Klassiker des Impressionismus,\nwie Manet, Monet und Renoir, vor deren Ein-\nfluss- er die deutsche Kunst bewahren will, son-\ndern die sogenannten Jungpariser, die von Ce-\nzanne, van Gogh und Matisse ausgehen, um\neine neue Form der künstlerischen Gestaltung\nzu finden.\nWas man uns nun vorwirft, ist, dass wir\ndiesen neuen Bestrebungen, die naturgemäss vor-\nläufig noch Experimentalcharakter tragen, ein Ver-\nstehenwollen entgegenbringen, das auch von dem\nunverständlich und absurd Scheinenden und Ex-\ntremen nicht zurückschreckt. Diesen Willen zum\nVerständnis können wir verantworten. Mag für\neinige Snobs das Crede quia absurdum entschei-\ndend sein, wir andern haben das Bewusstsein,\ndass es der unbeirrbare entwickelungsgeschicht-\nliche Instinkt ist, der uns hier leitet. Darin liegt\ndas Entscheidende. Wo das unvorbereitete und\nentwicklungsträge Publikurp nur Ausgeburten sub-\njektiver Willkür und blöder Sensationsmache sieht\nund sehen muss, empfinden wir das Entwick-\nlungsgeschichtlich-Notwendige, sehen wir vor al-\nlem eine Einheitlichkeit der Bewegung, die et-\nwas Elementares an sich hat und vor der alles\nSubjektiv-Scheinende verschwindet. Ja, ich glau-\nbe nicht fehlzugehen, wenn ich die tiefsteWuj?-\nzel dieses neuen künstlerischen Wollens gerade\nin der Ueberwindung des Subjektiv-Willkürlichen\nund nur Individuell-Bedingten sehe. Mit diesem\nunverkennbaren Drang zum Objektiven, zur zwin-\ngenden Vereinfachung der Form, zu einer ele-\nmentaren Vorurteilslosigkeit der künstlerischen\nWiedergabe, hängt jener Grundcharakter der\nneuen Kunst zusammen, den man als sinnlose\nPrimitivitäts- und Kindlichkeitskomödie vor dem\nerwachsenen Europa lächerlich machen zu können\nglaubt.\nAber diese Wirkung wird nur bei denen\nerreicht werden, die die primitive Kunst noch\nnicht verstehen gelernt haben und in ihr nur\nein unentwickeltes Können sehen, über das man\nmit der Ueberlegenheit des Erwachsenen lächelt.\nDieser Erwachsenenhochmut des euro-\npäischen Kulturmenschen aber beginnt heute wan-\nkend zu werden und der Einsicht in die ele-\nmentare Grossartigkeit primitiver Lebens- und\nKunstäusserung zu weichen. Aus derselben Not-\nwendigkeit heraus, aus der wir den jungpariser\nSynthetisten und Expressionisten ein williges Ver-\nstehen entgegenbringen, ist in uns ein neues Or-\ngan lebendig geworden für die primitive Kunst.\nWie selbstverständlich erscheint es uns heute,\ndass der Stilcharakter dieser primitiven Kunst\nnicht durch ein unentwickeltes Können, sondern\ndurch ein andergerichtetes Wollen bedingt ist,\ndurch ein Wollen, das auf grossen elementaren\nVoraussetzungen beruht, wie wir mit unserem\nheutigen wohltemperierten Lebengefühl es kaum\nausdenken können. Wir fühlen nur dunkel, dass\ndie groteske Unnatürlichkeit und die zwingende\nEinfachheit dieser primitiven Kunst (zwingend\nallerdings nur für die, die den Zwang einer\nFormung nicht mit dem Zwang der Illusions-\nwirkung identifizieren) von einem stärkeren Span-\nnungsgehalt des künstlerischen Ausdruckswollens\nherrühren, und wir lernen erkennen, dass es\nnicht nur ein gradueller, sondern ein genereller\nUnterschied ist, der zwischen unserem und dem\nprimitiven Kunstschaffen liegt. Ein genereller\nUnterschied, der darin besteht, dass man den\nWirkungsertrag, den man von der Kunst erwar-\ntete, nicht wie heute in der Auslösung sinn-\nlicher oder seelischer Luxusgefühle, sondern in\nder Auslösung elementarer Nolwendigkeitsemp-\nfindungen sah. Eine Beschwörung der Vieldeu-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "598", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.4", "texte": "tigkeit der Erscheinungen: darin lag der Sinn,\ndarin lag die Notwendigkeit, darin lag die My-\nstik dieser Kunst. Ihr natürliches Elemente war\ndie Synthese, um die wir heute wieder ringen,\nnachdem wir uns an jener Vieldeutigkeit ermü-\ndet haben.\nWir können uns gewiss heute nicht künst-\nlich auf das Niveau des primitiven Menschen zu-\nrückschrauben, aber was heute unterirdisch in\nuns drängt, das ist doch schliesslich eine Reak-\ntion nicht nur auf dem Impressionismus, son-\ndern auf die ganze vorhergehende Entwicklung,\nin der wir seit der europäischen Renaissance\nstehen und deren Ausgangspunkt und Richtung\ndurch Burckhardts lapidares Wort von der Ent-\ndeckung des Individuums umfassend bezeichnet\nwird. Der grosse äussere Erkenntnisreichtum der\nvergangenen Epoche hat uns arm zurückgelassen\nund aus diesem Armutsgefühl heraus stellen wir\nheute wieder bewusst Forderungen an die Kunst,\ndie sich mit denen etwa decken, die der primi-\ntive Mensch naiv an sie stellt. Wir wollen!\nwieder eine Suggestionskraft der Kunst, die stär-\nker ist als die Suggestionskraft jenes höheren\nund kultivierten Illusionismus, der seit der Re-\nnaissance das Schicksal unserer Kunst ist. Um\ndas zu erreichen, versuchen wir uns zu eman-\nzipieren von jenem Rationalismus des Sehens,\nder dem gebildeten Europa als das natür-\nliche Sehen erscheint und an dem man sich\nnicht versündigen darf, wenn man nicht als kom-\npletter Narr hingestellt werden will. Um das zu\nerreichen, zwingen wir uns zu jener primitiven\n— durch kein Wissen und keine Erfahrung ge-\nbrochenen — Art des Sehens, die das schlichte\nGeheimnis der mytischen Wirkung primitiver\nKunst ist. Den äusseren Symbolismus, wie er\nals nationale Eigentümlichkeit gerade der deut-\nschen Kunst gepriesen wird, ihn wollen wir in\ndas innerste Innere des Kunstwerks zurückdrän-\ngen, damit er von hier mit elementarer Not-\nwendigkeit ausstrahlt, befreit von jedem Dualis-\nmus von Form und Inhalt. Kurz, die primi-\n, tive Art des Sehens, zu der wir uns zwingen,\nist nur ein Mittel, den letzten elementaren Wir-\nkungsmöglichkeiten der Kunst nahe zu kommen.\nSo wie Faust zu den Müttern, so wagen wir\nes, in das Reich der noch unartikulierten For-\nderung hinabzusteigen, um mit einer neuen, mit\nelementaren Wirkungskräften gesättigten Form\nwieder an die Oberfläche zu kommen. Das ist\nder Sinn des „willkürlichen snobistischen Archa-\nismus\", das ist der Sinn der „Primitivitäts-\nund Originalitätshascherei\", die man den neuen\nKunstbestrebungen vorwirft.\nDem Entwicklungsgeschichtlich-Denkenden ist\nsolches Zurückgehen auf frühere elementare Ent-\nwicklungsstufen, solches Kraftschöpfen aus den\nkonzentrierteren Kraftreservoirs der Vergangen-\nheit nichts Neues. Es ist ihm nur die Wieder-\nholung einer fast gesetzmässigen Entwicklungs-\nerscheinung. Nur die Pendelweiten wechseln.\nUnd es ist nur das beste Zeichen für die Stärke\nund die Sehnsucht unserer Zeit, dass der Pen-\ndelschlag nun soweit ausholt und dass er zu-\nrückgeht auf das Letzte und Elementarste, von\ndem uns bisher der Hochmut unserer europä-\nisch-klassischen Befangenheit und die Kurzsichtig-\nkeit unseres europäischen Erwachsenenstandpunk-\ntes trennten. Man geht auf elementarere Ent-\nwicklungsstufen zurück, weil man hofft, damit\nder Natur wieder näher zu kommen. Und, die\nvielbelächelte und vielverhöhnte Unnatur der neu-\nen Bildungen, sie ist schliesslich nichts anderes,\nals das Resultat eines solchen Zurückgehens auf\ndie Natur, allerdings auf eine Natur, die noch\nnicht durch die rationalistische Optik europäischer\nBildung durchfiltriert worden ist, und von de-\nren keuscher Unberührtheit und symbolischer\nWirkungskraft der Durchschnittseuropäer nichts\nwissen kann.\nAus solchen Ueberlegungen heraus erwächst\nuns das der entwicklungsgeschicht-\nlichen Notwendigkeit der neuen Bewegung, die\nuns zu so entschlossener prinzipieller Parteinah-\nme drängt. Der grosse Sinn dieser Bewegung\nkann auch durch kleine und irritierende Erschein\nnungsformen, wie sie naturgemäss mitunterlaufen,\nnicht diskreditiert werden. Und letzten Grundes\nist es das Zukünftige, um dessentwillen wir das\nGegenwärtige pflegen. Denn diese moderne Pri-\nmitivität, sie soll ja kein endgültiges Stadium\nsein. Der Pendelschlag bleibt nicht an dem äu-\nsserten Punkte stehen. Diese Primitivität soll\nvielmehr nur ein grosses, langes Atemholen sein,\nbevor das neue und entscheide Wort der Zu-\nkunft ausgesprochen wird. Was vorläufig noch\nunartikulierte Laute sind, aus ihnen wird sich\ndas klare Wort herausringen, und wie stark kann\ndiese Zukunftskunst werden, die nach der Ver-\narbeitung der elementarsten und mächtigsten For-\nmensprache sich wieder zur engeren Tradition\nund damit wieder zu sich selbst zurückfindet.\nUm dieser Zukunftshoffnung willen lassen wir\nuns gerne als verstiegene urteilsunfähige The-\noretiker und als betrogene Betrüger ansehen. Von\nsolchen entwicklungsgeschichtlichen Blickweiten\numfangen, entrücken wir allerdings der engen\nSphäre, in der ein Herr Vinnen über deutsche\nund französische Kunst streitet und uns mit\nMarkstatistiken überzeugen will.\nDrum nur zwei Worte zur nationalen Sei-\nte der Frage. Wer um sein Deutschtum wirk-\nlich Bescheid weiss, wer vor allem die Ent-\nwicklungsgeschichte der deutschen Kunst kennt,\nder weiss, dass es uns mit unserer angeborenen\nProblematik und mit unserer angeborenen sinn-\nlichen Instinktunsicherheit nicht gegeben ist, den\ndirekten Weg zu einer eigenen Form zu finden,\nder weiss, dass wir das Stichwort immer erst\nvon draussen empfingen, der weiss, dass wir\nuns immer erst aufgeben und verlieren mussten,\num unser eigentliches Selbst zu finden. Das\nist von Dürer bis Marees die Tragik und die\nGrösse der deutschen Kunst, und es heisst un-\nsere eigentliche nationale Tradition verleugnen,\nwer unsere Kunst von der Auseinandersetzung\nmit anderen Kunstwelten abschneiden will. Nur\nfür eine ganz kindliche und psychologisch un-\nreife Auffassung bedeutet diese Konstatierung der\nUnselbständigkeit eine Herabsetzung unserer\nKunst; Mir ist das Schauspiel dieser Auseinan-\ndersetzung und dieser sehnsüchtigen Ausweitung\nder eigenen Enge immer das Erhebendste an\nder deutschen Kunstentwicklung gewesen, und\nich möchte diese Tragik, diese Problematik in\nihr nicht missen, denn sie gab der deutschen\nKunst ihre eigene Dynamik.\nEine kurze Bemerkung noch zu dem äusse-\nren Anlass der ganzen Diskussion: zur Stel-\nlungnahme unserer Museumsleiter zu der neuen\nBewegung. Das Problem für sie ist kurz for-\nmuliert, folgendes: sollen sie nur gute Bilder\nkaufen, das heisst gute im Sinne des herrschen-\nden Durchschnittsgeschmacks, oder sollen sie hier\nund da diese relative Güte opfern zugunsten des\nEntwicklungsgeschichtlich-Bedeutsamen, aber noch\nnicht durch den Mehrheitsgeschmack Sanktionier-\nten? Die Frage wird für unsere Museen jetzt\nerst akut, weil sie selbst vor eine Entwicklungs-\nkrise gekommen sind und sich über den Weg\nentscheiden müssen. Entstanden sind sie als Lu-\nxusinstitute fürstliche Höfe: Wagelust und Pro\npaganda lag ihnen naturgemäss fern. Sollen sie\ndiesen reifen, kulturgesättigten, rückwärtsgewand-\nten Luxuscharakter behalten oder wollen sie sich\nden Rhythmus der Zeit anpassen und aus ei-\nnem toten Herbarium zu einer Sammlung des\nLebendigen werden? Sollen sie nur Geschichte\nregistrieren oder sollen sie selbst Geschichte\nmachen\nIch denke, die Generationen nach uns wer-\nden von unseren Museen nicht nur wissen wol-\nlen, welches die Durchschnittsphysiognomie un-\nserer Zeit war, sie werden vielmehr die Ent-\nwicklungsgänge kennen lernen wollen, die sich\njenseits dieser Durchschnittsphysiognomie abspiel-\nten und die vielleicht gerade die feinsten und\nentscheidensten waren. Und die werden sie nur\nkennen lernen, wenn ihnen jene Experimente zur\nGewinnung einer neuen elementaren Formen-\nsprache erhalten werden, von denen hier die Re-\nde ist. Mögen diese Experimente zu einem po-\nsitiven Ziele führen oder mögen sie sich als ein\nnutzloser Kraftaufwand herausstellen in ihnen hat\nein wertvolles Stück des eigentlichen inneren\nLebens unserer Zeit gelebt, und darum gehört\nihnen auch ein Platz in unseren Museen: ein\nPlatz nicht vor, wohl aber neben den unproble-\nmatischen Kunsterzeugnissen, die, wie gesagt,\nnur die Durchschnittsphysiognomie unserer Epo-\nche wiederspiegeln können und darum manches\nFeine und Beste verschweigen müssen. Auch\nverfehlte Experimente haben ihren Lebenswert\nund ihre entwicklungsgeschichtliche Bedeutung.\nDieser Beitrag ist der Broschüre „Die Antwort auf den Protest deut-\nscher Künstler\", verlegt bei R. Piper & Co., München, entnommen.\n\nRomantik und\nStimmung\nI\nVon Samuel Lublinski\nDass die Dame Romantik ein sehr bizarres,\ngrillenhaftes und launisches Geschöpf ist, erfährt\nkeiner gründlicher, als so ein armer Aesthetiker,\nder sie auf eine wissenschaftliche Formel bringen\nmöchte. Wenn sie ihm einmal Rede und Ant-\nwort steht und scheinbar ihr innerstes Wesen\noffenbart, dann stösst er auf so schillernde rät-\nselhafte Widersprüche, dass er an einer recht-\nschaffenen Definition verzweifeln könnte.\nUnd doch gebrauchte der Volksmund diesen\nAusdruck „romantisch\" immer in einem sehr\nklaren Sinn, der auch heute seine Geltung nicht\nverloren hat. Das Romantische ist das ausserge-\nwöhnliche, etwas, das in sehr grellem Wider-\nspruch zu unserer alltäglichen Umgebung steht:\ndas Phantastische, Extravagante und Erhabene\nim Gegensatz zur bürgerlichen Welt. Und diese\nPhantastik wird vom Volk nicht nur eben\nals romantisch empfunden, sondern vor allem\nauch als „poetisch\" — Romantik und Poesie\nsind gleichbedeutende Begriffe für diese Art Be-\ntrachtung. Das Dichterische wird nicht in der\nreinen und gesteigerten Form der Dinge selbst\nerkannt, sondern es ist ein Darüber und Ausser-\nhalb, der schroffste Gegenpol zur realen Welt.\nEin Zigeuner ist romantisch oder ein Räuber,\nund es erscheint als ein Sakrilegium, wenn man\neinen biederen Mitbürger poetisch zu gestalten\nwagt.\nDiese sehr primitive Auffassung von der Poe-\nsie bestimmte ursprünglich ganz allein den Be-\ngriff Romantik, der in dem Sinn von weltfremd-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "599", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.5", "texte": "poetisch lange schon, bevor sich eine romantische\nSchule auftat, bis zum Ueberdruss verwertet wur-\nde. Und es schien, als wollten die älteren Ro-\nmantiker an diese volkstümliche Vorstellung wie-\nder anknüpfen. Namentlich Novalis verstand ent-\nschieden unter Romantik das Wunderbare und\nNur-Poetische im Gegensatz zu der Massivität\nder sogenannten wirklichen Welt. Ihm konnte es\nwiderfahren, dass er „Wilhelm Meisters Lehr-\njahre\", den gewaltigen Roman Goethes, im in-\nnersten Kern für unpoetisch erklärte. Er verur-\nteilte dieses tiefste Werk der modernen epischen\nDichtung, weil er, es klingt unglaublich, die Poe-\nsie darin vermisste. Wilhelm Meister war ihm\ndas Erzeugnis einer im Grunde prosaischen Na-\ntur, die klug und gut handlich mit ihren Mitteln\nzu wirtschaften verstand, wie ein englischer Kauf-\nmann mit seinen Waren. Goethe hatte eben die\nPoesie in dem typischen Gehalt der Dinge selbst\ngefunden, während dem schwärmerischen jungen\nRomantiker alle Poesie aus einer anderen Welt\nzu stammen schien. Und so schrieb er das Ge-\ngenstück zu Wilhelm Meister, seinen seltsamen\n„Heinrich von Ofterdingen\". Mit einer rühren-\nden Kindlichkeit wagte dieser junge Dichter\nden Wettbewerb mit den uralten Mythologien und\nVölkerträumen. Er wollte von sich aus eine My-\nthologie erschaffen und als ein Einzelner vollbrin-\ngen, was sonst nur in Jahrhunderten aus reli-\ngiösen und historischen Entwicklungen heraus-\ngewachsen war. Weder Novalis noch seine mit-\nstrebenden Genossen haben ihr Ziel erreicht. Was\nin alter Zeit ein Dante vermochte und in jüng-\nster Zeit vielleicht ein Nietzsche, das versagte\nsich der schmächtigen Kraft und den zitternden\nHänden der ersten Romantiker. Immerhin er-\nweckten oder stärkten sie den Sinn für das Wun-\nderbare; die mondbeglänzte Zaubernacht warf\nihren traumhaften Dämmerschein über das geistige\nDeutschland und betäubend duftete die blaue Blu-\nme. Es wurde eben eine andere, eine „poetische\"\nWelt kunstgerecht aufgebaut, und der volkstüm-\nliche Begriff „Romantik\" schien in einer raffinier-\nten und aparten Form auch dem ästhetischen\nBedürfnis der Hochgebildeten vollauf zu genügen.\nAber Friedrich Schlegel, der Theoretiker der\nSchule, gab sich mit dieser raffinierten Volkstüm-\nlichkeit nicht zufrieden: dazu war er eine zu\ngrüblerische und philosophische Natur. „Roman-\ntische Poesie ist Universalpoesie\", so ungefähr\nlautete die Formel, und er stellte sich die Auf-\ngabe, die Kluft zwischen Poesie und Leben zu\nüberwinden. Es sollten diese Elemente sich wech-\nselseitig durchdringen und eine vollkommene Ein-\nheit erzielt werden; auf ästhetischem Gebiet das\ngleiche Ziel, das Schelling mit seiner Identitäts-\nphilosophie erstrebte. Diese Romantik, die aus\nfernen Sphären stammte, sucht nun auch das\ngrobe und materielle Leben zu umarmen und zu\nerobern. Die Dichter der Romantik wurden von\neinem heissen Entdeckungshunger überfallen und\nstöberten immer neue Reiche für die poetische\nBehandlung auf. Sie wagten sich in viel dunk-\nlere Seelengründe, als selbst Goethe. Aber auch\naus dem sozialen Leben versagten sie sich kei-\nne noch so massive Tatsache. Sie Hessen\nfreilich diese Realität mit dem Wunderbaren\nund Mythologischen in wüsten Massen durcheil\nanderbrodeln; aber die beiden gigantischen Rea-\nlisten des neunzehnten Jahrhunderts, Balzac und\nZola, vermögen dennoch einen romantischen\nStammbaum nachzuweisen. Wenn für die Rea-\nlisten unserer Tage der Kreis des poetisch Dar-\nstellbaren ins Unermessliche erweitert erscheint,\ndann haben sie es der Romantik zu verdanken,\ndie auch zugleich die realistische Technik mit\neiner Fülle neuer und sensibler Ausdrucksmittel\nbereichert hat. Es ist mehr, als nur ein geistrei-\ncher Einfall, wenn ein Literarhistoriker die mo-\nderne Grossstadtpoesie mit Theodor Amadeus\nHoffmann beginnen lässt. Man brauchte nur den\nurgewaltigen Gespensterspuk des Meisters zu\nSymbolen zu verflüchtigen, und es erwuchs dar-\naus ganz allmählich der moderne, naturalistisch-\nphantastische Roman der Franzosen und Nor-\nweger. Die Romantik war eben nicht nur „ide-\nalistische\" Poesie, etwas ausserhalb aller Wirk-\nlichkeit — sie war zugleich auch Universalpoe-\nsie, die alles, alles für die poetische Darstellung\nzu gewinnen suchte. Nur — Poesie bei Novalis,\nUniversalpoesie bei Friedrich Schlegel — ein of-\nfenbarer und verwirrender Widerspruch.\nUnd nicht nur in der romantischen Dich-\ntung, auch im romantischen Dichter herrschte\nein ähnlicher seltsamer Dualismus. Der Dichter\nsollte ein einsamer Heiliger sein und ein Mann\ndes Volkes, ein spekulativer Phantast und ein\nfrommes Gemüt, ein Mensch der dumpfesten Ge-\nbundenheit und zugleich der verwegensten Frei-\nheit des Geistes. Von der Romantik stammt jene\nmystische Vorstellung, als wäre der Dichter nur\nein hilf- und willenloses Werkzeug höherer\nMächte, die auf ihm spielen wie auf einer Kla-\nviatur und ihn als Mundstück und Sprachrohr\ngebrauchen. Er kann nichts dazu tun und nichts\ndagegen, er ist einfach inspiriert, einfach begna-\ndet. Man nannte diese Art des Schaffens unter\ndem Zwang einer übergewaltigen Inspiration „or-\nganisches\" Schaffen und verurteilte im Gegensatz\ndazu jede willkürliche, soll heissen jede bewusst\nund kritisch überlegene Art der Produktion. Der\nDichter und die Dichtung waren gleichsam pflan-\nzenhafte Naturerzeugnisse, und man gab sich\nängstlich Mühe, alle intellektuellen und hellen\ngeistigen Momente gänzlich auszuschalten. Ganz\nfolgerichtig wurde darum auch vom Dichter als\nMenschen ein willenloser und unbewusster Cha-\nrakter verlangt, ein frommes und ehrfurchtsvolles\nGemüt. Er sollte herumgehen, als wäre er ein\nFremdling aus dem Jenseits, nur das unwürdige\nGefäss eines höheren Gehaltes, den er nicht sich\nselbst verdankte, sondern der unbegreiflichen\nGnade geheimnisvoller Gewalten. Er musste also\nfromm sein und sich als Priester fühlen, alsein\nsehr hochmütiger oder sehr demütiger — jeden-\nfalls als Priester.\nAber von dieser frommen Seele wurde Witz\nverlangt, eine souveräne und überlegene Ironie,\ndie Friedrich Schlegel theoretisch anpries, und\ndie nach langem Tasten und Suchen von Hein-\nrich Heine verwirklicht wurde. Zu der dumpf\ngebundenen Innigkeit einer ehrfurchtstiefen Na-\ntur sollte eine schonungslose Geistesfreiheit hin-\nzutreten, ein vernichtender Witz, der seine tötli-\nchen Pfeile nicht zum wenigsten gegen die Idole\nabschnellte, an die sich das fromme Herz mit\nallen seinen Gefühlskräften angeklammert hielt.\nAllerdings war nicht der Witz Voltaires gemeint,\nder ehrliche und zersetzende Witz eines bewuss-\nten Dynamitarden, sondern man begehrte ein\nprächtiges Witzkunstwerk, eine lyrische und ar-\ntistische Ironie, einen ästhetischen Genuss. Man\nwollte verhöhnen und verwunden, und zwar nicht\naus Hass, sondern aus übermütiger Freude am\neleganten Florettspiel und blitzenden Gefunkel\nder stählernen Klingen. Dem Schein nach wurde\ndadurch eine gemeinsame poetische Sphäre für\ndie Geistesfreiheit und das Gemüt bewahrt —\nin Wahrheit wurde die Kluft bis zur Unerträg-\nlichkeit erweitert. Ein frommes Gemüt kann aus\naufrichtiger Empörung zur Waffe des Witzes\ngreifen, um zu zermalmen: aber der Witz als fri-\nvoles Spiel, als ein Kunstgenuss für Feinschmek-\nker ist ihm gleichbedeutend mit der absoluten\nGemeinheit. Hier scheint es nur einen unversöhn-\nlichen Kampf zu geben, und doch gehörte zum\nromantischen Dichterideal, wie Friedrich Schle-\ngel es formulierte, so gut der frivole Witz wie\ndas fromme Gemüt.\nDie Krone aller dieser Widersprüche wird\nuns aber erst offenbar, wenn wir das rein ästhe-\ntische Gebiet verlassen und die Kulturwirkungen\nder Romantik im Grossen überschauen. Da stellt\nes sich heraus, dass sie mit Leidenschaft und\nBegehrlichkeit das ganze geistige Leben zu um-\nspannen suchte, nicht nur die Kunst, auch die\nWissenschaft und Philosophie. Schliesslich wer-\nden wir geradezu auf die erstaunliche Frage hin-\ngedrängt, ob die Romantik überhaupt noch Poe-\nsie wäre und nicht lediglich Wissenschaft, etwa\njenes Zwischengebiet, wo Philosophie und exakte\nForschung zu einer kurzen und wilden Ehe zu-\nsammenkommen. Der Romantiker hat vom Dich-\nter nicht nur Prophetensinn verlangt, sondern\nauch volksrednerische Begabung, wissenschaftli-\nche Kenntnisse und ein philosophisches System.\nWenn man es recht paradox sagen will: das be-\nsondere Merkmal des romantischen Dichters sollte\ndarin liegen, dass er — kein Dichter war. Son-\ndern ein Religionsstifter, sondern ein Prophet,\nsondern ein Philosoph, ein Gelehrter — eben al-\nles, nur nicht im spezifischen Sinn ein Dichter.\nUnd doch stammt jener überschwängliche Begriff\nvom Poeten, der als etwas Mystisches und Ein-\nzigartiges weit über die anderen geistigen Berufe\nerhöht wurde, geradewegs aus dem Zentrum der\nromantischen Gedankenwelt. Lyrische Ekstasen\nwurden mit Entzücken angehört — ebenso aber\nauch Gnomen, Sprüche, gedankenvolle Weisheits-\nlehren aus uralter und neuer Zeit. Bald sollte es\nnur der Poet sein und bald nur der Weise: auch\nhier bewegte sich das romantische Ideal in un-\nruhevoller Gegensätzlichkeit zwischen zwei Polen.\nSo wenigstens, in dieser Farbenfülle von\nschillernden Widersprüchen, erscheint das Wesen\nund der Werdegang der Romantik dem Histori-\nker. Sie war lebensfremd und im exklusiven Sinn\ndes Wortes „poetisch\" und doch wieder lebens-\nhungrig und bemühte sich im heissen Drang,\nPoesie in jeden letzten Winkel dieses massiven\nErdenlebens hineinzutreiben. Der romantische\nDichter war ein willenloses Werkzeug höherer\nGewalten oder auch ein souveräner Uebermensch,\nder verspottete und verhöhnte, was einem from-\nmen Glauben heilig war. Er fühlte sich als Poet\nund doch wieder nicht als Poet, sondern als\nProphet; er unterlag, mit einem Wort, dem Du-\nalismus, der die romantische Theorie und Praxis\nbeherrschte. Natürlich aber war damit nicht ge-\nmeint, dass es bei diesem Dualismus bleiben soll-\nte. Offenbar lag dem Zwiespalt eine innere Ein-\nheit zu Grunde oder wurde doch wenigstens an-\ngestrebt, wie ja tatsächlich die ersten Romantiker\nSchelling, den Erfinder der Identitätsphilosophie,\nzum Meister ihrer Weltanschauung wählten. Wie\ndieser Phantast die kosmischen Gegensätze von\nGeist und Natur in eine höhere Einheit auflösen\nwollte, die nur eben schwer zu definiren war —\nganz ähnlich gedachten auch die Romantiker mit\nihren besonderen Gegensätzen fertig zu werden.\nAber da liegt eben das Problem verborgen. Wir\nhaben die Romantik nicht erklärt, wenn wir nicht\ndiese ihre höhere Einheit zu fassen bekommen.\nDiese Aufgabe ist nicht so schwer, als man es\nim Anfang glauben möchte. Die Suchenden ha-\nben sich nur deshalb diese Situation so schwie-\nrig gestaltet, weil sie nicht den Mut besassen,\nsich das Leben leicht zu machen. Sie suchten in\nden Abgründen der Philosophie und Psychologie"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "600", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.6", "texte": "und gelangten zu den wunderlichsten Erklärun-\ngen, während die höhere Einheit der Romantik\nim wortwörtlichsten Sinn nur eine Stimmungs-\nsache ist. Stimmung! — dieses Wort erschliesst\ndas innerste Geheimnis der Romantik.\n\nDer antinomische Leu\nVon Kurt Hiller\nGrau ist alle Theorie; der Problem-Mensch\nweltfremd; das Philosophieren abseitig, windeiig,\ntotal bedeutungslos für die praktischen Fragen\ndes faktischen Lebens.\nSo? Na.\nGibt es was Wirklicheres als Tiere? Da\nmöcht' ich nun wissen, wie ohne Philosophie\nfolgende Wirklichkeitsfrage beantwortet werden1\nkann: Sollen die wilden Tiere (rück-\nsichtslos sterben sie in Nordafrika aus) durch\nSchongesetze geschützt werden?\nEin gelehrter Franzose — entnehme ich meinem\nKäseblattl — verlangt das. Schwarzgemähnter\nLöwe von Marrakesch, algerischer Schakal, Hy-\näne in Tripolis, Fenek der grellen Sahara: was\nschwindet ihr dahin? O dass doch Europens\nBedachtsamkeit da einschritte!\nAls ob, ihr Freunde, dies etwas so Selbst-\nverständliches wäre. Wozu denn brauchen wir\nwilde Tiere? Ist es nicht, bei Lichte besehn,\npuerilster Aesthetizismus, deren Erhaltung zu ei-\nnem Gebote zu machen? Schädlinge, weil sie\ninteressant aussehn, der Vernichtung zu entzie-\nhen; Feinde (nichtmal ausnutzbare) aus senti-\nmentalen Scheingründen extrem altruistisch zu\nbehandeln; unter Ignorierung der Kontra-Instink-\nte dieser Wesen sich an ihnen als an einem\nPhänomen, einer Geste, einer Fläche zu berau-\nschen —: ja grenzt das nicht an Snobtum und\nWien und Bibliophilie? Dienen die enormen\nSummen, welche, um die Jagderlaubnis zu er-\nhalten, der Amerfkanerich dem Turban zahlt,\nnicht zur Niederhaltung von Räuberbanden, zur\nZivilisierung roherer Länderstriche? ? ? Schutz\nder Bestien dient zu nischt.\nAber, beileibe jehindennowieder, nun kommt\neben die grosse Antinomie. Nämlich: was nützt\nuns schon die Zivilisation? Gesetzt sie ist durch-\ngeführt, dann wird man sich zu Tode öden.\nFolglich dürfen die Staaten keine edlere Sorge\nkennen als die, den einmal vorhandenen Fun-\ndus der irdischen Sensationen ernst zu hüten\nund zu mehren. Allerhand Kuriosi-, Abnor-\nmi- und Varietäten, zumal lebendige, müssen, wo\nnicht gezüchtet, so doch penibelst betreut wer-\nden Stelle anheim, zu erwägen, was so ein\ngelber Leu, so eine karge mächtige Kraftkiste\nmit verhaltenen Tatzen und kolossalischen Hau-\nern (von der schollenhaften Mähne zu schwei-\ngen) doch1 für eine dolle Sache ist; ausserge-\nwöhnlich, monströs, direkt kurzweilig. Zivilisa-\ntion ist eine Vordergrundangelegenheit; die Mon-\nstra und Schaustücke des Erdballs den Völkern\nzu erhalten, ioci causa, vit a e causa — das\nist wichtig; das ist mystisch-tiefe Pflicht weiser\nRegierungen. Man muss das Chaos nicht bloss\nkosmisch, man muss es auch komisch machen.\nSintemalen die Erbfeindin, die entsetzliche, Lan-\ngeweile heisst.\nMuss also der modörne Mönsch für\nBestienschutz sein oder gegen? Nun, wie den-\nken Sie diese dreidimensionale, faktische und\npraktische Frage ohne Theorie, ohne Cere-\nbralia, ohne Zurückgehn auf philosophische\nUrprobleme eigentlich zu lösen? Wollen Sie mir\ndas gefälligst verraten? Nun? — — — Tja,\ndas Geistige ist kein Sport, meine Herren Idio-\nten; ich ersuche Sie daher, auf uns Graue nicht\nso kess herabzublicken.\n\nDas Mensch als\nKunstwerk\nEine ergänzende Betrachtung\nVon Doktor Anselm Sabberer\nUnabhängig von vorübergehenden Stimmun-\ngen vermag der Mensch wohl in seiner Seele\nzu lesen. Immer ist mir in dieser Hinsicht das\nWort Piatos vor Augen geblieben. Immer ist\nes wirklich, als ob der Mensch bei allem nicht\nbloss einfach „sehe\", sondern als ob seine Na-\ntur a priori stets auf dem Sprunge stände. Und\nwir sagen auf diese Weise, ja denken so über-\nhaupt nichts. Sollte in diesen charakteristischen\nMenschäusserungen nicht etwas schlummern ?\nZunächst hat unser ursprünglichstes Bestreben\ndie natürlichste Begleitempfindung was uns selbst\nbetrifft, da wir uns im Gegenteil noch immer\nbrüchig, hinter uns zurückgeblieben wähnen.\nAber die Gerechtigkeit fordert eben, uns selbst\nhauptsächlich und in erster Linie für den Quell\naller Vervollkommnungssucht zu erkennen. Der\nKünstler ergreift in diesem Gefühl Ton, und was\ner formt und knetet ist einerseits ein Ideal\nseiner selbst, etwas was er also seiner oder an-\ndrer Meinung nach an sich selbst noch nicht\nhaben soll; . andrerseits muss er doch aber\nzur gleichen Zeit schon völlig damit verbunden\ngedacht werden können, denn er, seine Seele,\nseine bildende Hand hat die gesamte fertige Form\nim Innersten doch nur vorangetragen. Dieser\nschaffende, schöpferische Mensch leuchtet bei man-\nchem angeblich schwächerem Gebilde sehr vielsa-\ngend ein. Denn der Künstler selbst sieht und ver-\nsteht wirklich in jeder seiner Schöpfungen nur seine\neigene brünstige Seele wieder, das scheint denn\ndoch einen beherzigenswerten Wink zu enthal-\nten, worauf es der Hauptsache nach immer wie-\nder bloss ankommt: in der Tat! Nun wohl:\nda das Offenbleiben einer Lücke für alles ins\nSinnliche Uebersetzte, der äusseren Wahrnehmung\nHingestellte stets vorauszusehen, — warum soll-\nte das mit uns ja zweifellos so oft tendierte\nSchöne, Gute und Wahre, unser von vornherein\nzu innerst gefühltes Kunstwerk nicht mindestens\nfür uns selbst, für das eigen-innere Auge auch\nerreicht und geschaffen werden können? Dies\nhätte dann mit unserem äusseren Aspekt, unse-\nrer Ausstrahlung in die Sinnessphäre noch we-\nnig zu tun; — ich spreche hier natürlich nicht\nvom athenischen Spiessbürger. Indessen muss\ndoch ohne weiteres zugegeben werden, dass er\nwirklich auch schon noch ganz ohne die sicht-\nliche Hinbewegung auf jene Gloriole seines\nSchierlingsbechers soviel schöne Harmonie und\ntreffliche Wahrhaftigkeit nach innen gesammelt\nhatte, als nur je davon nach seinem Tode sichtbar\ngeworden ist. Und so andrerseits auch wir\nselbst: da wohl überhaupt niemand sein möch-\nte, der nicht zu irgend einer Sekunde seines\nDaseins die schönste, vollkommenste Harmonie\neines göttlichen Wollens in sich mit einer dar-\naus entsprungenen göttlichsten Ichhandlung schon\neinmal erlebt hätte. Hier aber würden wir denn\nan Goethe erinnert. Es wäre jedoch ein grosser\nIrrtum, anzunehmen, dass hier gewisserma-\nssen gar nichts aus dem Innern selbst stam-\nmen sollte. Denn was den Sinneneindruck be-\ntrifft, so wird es freilich nur zu bald immer ge-\nschehen, dass gerade demjenigen z. 8., der sich\nseinem Ideal schon sehr genähert zu haben\nglaubt, plötzlich von irgend einem Fremden das\nWort „Filz\" in die Ohren tönt. Es handelt sich\num jene Künstler, die nicht allein mehr im\nvergänglich-ä usse r e n Sinnenmaterial, in Ton,\nWort, Schrift, Stein, Marmor bilden und prä-\ngen, sondern in empfindlicher lebendiger\nMenschenhaut.\nOriginalsätze eines Aesthetikers in ziemlich freier Zusammenstellung\n\nSchluss folgt\nVerantwortlich für die Schriftleitung\nHERWARTH WALDEN / BERLIN-HALENSEE\nVerantwortlich für die Schriftleitung in Oesterreich-\nUngarn / I. V.: Oskar Kokoschka\n\n— li\nL9 Effort\nHalbmonatsschrift\nfur moderne Kultur u. fran-\nzosische Sezession in den\nKiinsten und in der Literatur\nHerausgeber and\n:: Schriftleiter ::\nJEAN RICHARD\nJahresbezug fur das\nAusland: Mark 4.50\nZweiter Jahrgang\nVerlag und Redaktion:\nPOITIERS (Vienne)\nFrankreich\n\nLes Horses\n5 rue Chaptal / Paris\nDiese literarische Zeitschrift\nveroffentlichte das franzo-\nsische Original der Tage-\nbiicher Flauberts, deren\nUebertragung in Deutschland\nverboten wurde.\nDie Hefte, die die Tage-\nbiicher Flauberts enthalten,\nsowie die iibrigen seitdem\nerschienenen Nummern sind\nvom Verlag der Zeitschrift\nLes Marges gegen Einsen-\ndung von sechs Francs direkt\nzu beziehen.\n\nDie Fockel\nHERAUSGEBER\nKarl Kraus\nErscheint in zwangloser\nFolge\nlummer 326/327/328\nist erschienen\nPreis 75 Pfennig\n80 Seiten\nMit einer Illustration:\nDer Sieger\nOberall erhaltuch\nWerbeband der Fackel\n50 Pfennig\n\nLes Cahiers do Centre ~\nMonatsschrift fiir Soziologie\nGeschichte, Kunst\nund Literatur\nGegriindet von Paul Cornu\nHerausgeber u. Schriftleiter\nHENRY BURIOT\nIn den Cabiers du Centre\nerschienen Werke von Jules\nRenard, Charles-Louis Phi-\nlippe, Marguerite Audoux,\nEmile Guillaumin, Romain\nRolland, Andre Spire, Henri\nBachelin, Valery Larbaud,\nRaymon Darsiles u. a. m.\nJahresbezug furs Ausland:\n4,80 M. (Luxusausg. 9,60 M.)\nProbeheft gegen Ein-\nsendung von 50 Pfg.\nVERLAG u. REDAKTION:\n16, Boulevard Chambonnet,\nMOUUNS (Allier) Frankreich\n»■ »HI IB\n\nI?\nil— «\nVerlag „Der Sturm\"\ne %\nHerwarth Walden\nDAFNIBLIEDER\nFiirGesang u.Klavier/52Seiten\nDREI MARK\nDurch alle Buch- und Musi-\nkalienhandlungen oder direkt\ndurch den Verlag DER STURM\nHalensee/Katharinenstrasse 5"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "601", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.7", "texte": "Buch- und Kunsthandlung\nBerlin W. 50 Ranke-Strasse I\nan der Kaiser Wilhelm Gedachtnis-Kirche\nJournal-Lesezirkel\nAusstellungen der Neuen Sezession\nVerlag Zeitschriften\nKataloge umsonst"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "602", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19110902-01.1.8", "texte": "Druck von Buchdruckerei, Berlin C. 54, Kleine Rosenthalerstrasse 9\n\n<r\nEdmund ieyer\nBuchMndleru.Antipar\n:: BERLIN W. 35 ::\nPotsdamerstrasse 27 b\nFernsprecher Amt VI 5850\nAnkauf einzelner Biicher\nsowie ganzer Bibliotheken\nVerzeichnis von Buchern\nfur Bibliophilen / Angabe\nvon Desideraten erbeten\nKatalog XXVIH (Varia) erschienen\n\nVegetarisches Gasthaus\nFREYA\n■ Charlottenburg [\nm Bismarckstrasse 9 ■\nAm Knie\n□ □\n0\nAngenehmer Aufenthalt\n112 ur Kiinstler und Studenten\nZahlreiche Zeitungen und\nZeitschriften / Bis zehn\nUhr abends geoffnet\n\nFriedr.Mester Leipzig\nunter Mitwlrkung 12 hervorragender Fachleute der Theorfe und Praxk (staatlich\ngeprufte Lehrer, Akademiker oder auch Kaufleute in fuhrender Stellung). OrundUche\nEinfuhrung in die verschiedenen Branchen des kaufminnischen Berufes, rationales\nStudium der Handels- und verwandten Wlssenschaften als Ersatz fur ein mehr-\niahriges Hochschulstudium. Muster-Uebungs-Kontor.\nDas Studium ist fur Anfanger (Damen und Herren) die ffir Stenographic,\ndeutsche und fremdsprachliche Korrespondenz, Kasse-, Buchfuhrungs- und Bilanz-\nTechnik. Buro-Praxis sich vorbereiten wollen —\nsowohl fur junge Leute, die nur eine Volks-, Real- oder ahnliche Schule ab-\nsolviert haben, wie fur , , ... .\nHerren mit besseren praktischen oder ttieoretischen Vorkenntnissen, Elnjlhrlg-\nFreiwillige, Abiturienten, .\nfur Kaufleute reiferen Alters, die bereits praktisch titig waren und den\nForderungen der Gegenwart entsprechend ihre Fachkenntnisse erweltorn oder\nvertiefen wollen oder , .. ..\nfur Bankbeamte, Ingenieure, Chemiker, Brauer, Juristen, NationalSkonomen,\nOffiziere, die fur Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen oder Verbande,\nAktien- oder Shnlicher Oeseflschaften sich vorbereiten wollen. Dauer der Kurae\n6—12 Monate — je nach Vorbildung und Ziel.\nProspekte gratis durch die Direktion, Johaanisplatz 5\n\nDr. Rudolf Bliimner\nSchauspieler und Regisseur am Deutschen Theater\nLehrer a.d. Schauspielerschule d.Deutschen Theaters\nlerteilt Unterricht in\nSprachtechnik u. Rollenstudium\nCHARLOTTENBURQ Sprechstunde: 5—6 Uhr\nWilraersdorferstrasse 75\n\nPreis 1 Mark Preis 1 Mark\nMenthol-Malz-Dragees\n■J SicheresMittel gegen akuteKatarrheder Atmungs-\norgane / ermoglicht Schauspielern und Sangern\nsofortigesa Gebraudi der erkrankten Organe\nmm ZAHLREICHE ANERKENNUNGEN ■■■■■■\nZu habea in alien Apotheken und Drogerien / Alleinige Fabrikantin\n„Pharmacia\" / Fabrlk ffir pharmaceutischen Bedarf / Berlln-Halensee\na ■\nWohlschmeckend Sichesr wirkcnd\nm\n\nESS Cafe Continental\njeden Abend von 9—4 Uhr Nachts:\nGrosses Kiinstler-Konzert\nAll© bedeutenden Zeitungen und Zcltschriftcfi\n\nTHRICHOPHIL\n■ FL M.3,00 F1.M.3,00 |\nnur belm Fabrikanten:\n2 Otto Teutscher/Friseur 5\n■ I. Geschaft: 106 a Potsdamerstr., Eing. 63 Steglitzerstr.,Tel.Vl, 6735 H\n11. Geschaft: Charlottenburg, 100 Kaiserdamm, Tel. AmtCh.,63B7 g\n■■■■■eeeeoeeoeiHH\n\nVereinnrKniist\nAchtes Jahr\nAutoren-Abende\nMitgliederbeitrag 15 Mark\nDen Mitgliedern steht\nder Besuch von sechs\nAbenden auf Platzen\nzum Kassenpreis von\nM3 — zu, sowie der\nkostenlosejahresbezug\nder Wochenschrift Der\nSturm. Fur alle wei-\nteren Abende zahlen\ndie Mitglieder halbe\nKassenpreise\nDie Vortragenden und die\nDaten werden in der\nnachstenNummer bekannt\ngegeben.\nGeschaftsstelle des V. 112. K.\nHalensee, Katharinenstr. 5\n\nDie Wasserbraft\nZentralblatt fiir Industrie,\nIngenieur* und Bauwesen,\nMotorbetrieb, Elektro=\ntechnik etc.\nOrgan des Verbandes mittel-\nund westdeutscher Wasser-\nkraftbesitzer, des Verbandes\ndeutscher Holzmehlfabriken\nund elektrischer Wasserkraft-\nzentralen.\nInserate finden in derWasser-\nkraft weiteste Verbreitung. —\nGeschaftsstelle und Verlag\nDuderstadt a. Harz. Vier-\nteljahrspreis M. 1,25 bei freier\nZustellung. — Die Herren\nVerleger werden um Ein-\nsendung ihrer Neuerschei-\nnungen zur Besprechung\ngebeten.\nProbenummern umsonst und\npostfrei durch die Geschafts-\nstelle.\nVertreter gesucht\nIHIBIBIIBIBBi\n\nPressrelationsbnreaii Hansa\nBerlin NW 23 Holsteiner Ufer 7\n%\nliefert alle Nachrichten iiber\nkiinst, Literatnr, Wissenschaft\nin jeder Hinsicht unbedfngt zuverl&ssig.\n:: Akademisch und literarisch gebildete Lectoren ::\nvorziigliche Organisation\nFernsprecher Berlin II 6121\n\nVerlag Der Sturm\nVom ersten Oktober ab erhoht sich\nder Bezugspreis unserer Wochenschrift:\nVierteljahr M 1,50\nHalbjahr „ 3,—\nJahr „ 6,—\nDer Preis der Einzelnummer betragt\nauch ferner wie seit dem ersten Juli\ndes Jahres 15 Pfennig\nVollstandiger erster Jahrgang\nNummer 1 bis 56 mit Inhaltsverzeichnis\nM 5,20 postfrei\n\nCOURRIER DE LA PRESSE\nBUREAU de COUPURES de JOURNAUX\nFrangais et Etrangers\nFonde en 1889\n21, Boulevard Montmartre PARIS 2e\nGALLOIS & DEMOGEOT\nAdresse Telegr.: COUPURES PARIS — TELEPHONE 101.50\nLe COURRIER de la PRESSE: Regoit, lit et decoupe tousles\nJournaux et Revues et en fournit les extraits sur tous sujets\net personnalites.\nService special d'lnformations partiques pour Industriels\net Commevgants.\nTARIF: 0 fr. 30 par Coupure\nTarif reduit, paie- ) Par 100 Coupures, 25 francs\nment d'avance, sans „ 250 „ 55 „\nf>eriode de temps li- „ 500 „ 105 „\nmite\\ „ 1000 „ 200 „\nOn traite & forfait pour 8 mois, 6 mois, un an\n\nLasker-Schiiler^jl\nMeine Wunder\nGedichte\nPreis in van Geldern-Biitten gebunden\nDrei Mark\nDreililien-Verlag Karlsruhe und Leipzig\niB"}]}