{"numero_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_sha256": "41812e4983d4d6cdbc5a1286cdac6c243730ed7ab2bb4ccce4d75762abf8077b", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1912/01/06_01/bmtnabg_1912-01-06_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1912/01/06_01/bmtnabg_1912-01-06_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c001", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "731", "page_fin": "731", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt:", "titre_sommaire": "Inhalt:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "731", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.1", "debut_caractere": 530, "fin_caractere_exclue": 933, "texte": "Inhalt:\nTRUST: Die Bescherung / Dr. S FRIEDLAENDER: Polarität: Philosophischer Vortrag / ELSE LASKER-SCHÜLER: Briefe nach Nor-\nwegen / PAUL FERDINAND SCHMIDT: Die Expressionisten / TRUST: Kritik: Der scheußliche Strindberg / Der Schmuck der Madonna /\nDie Saalbesitzer als Hühnerzüchter und Vogelfanger / ARTUR SEGAL: Die Lesende / Originalholzschnitt / LUDWIG KAINER: Studie zu einem\ndekorativen Gemälde"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c002", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "731", "page_fin": "731", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.2", "titre_corps": "Artur Segai: Die Lesende / Originalholzschnitt", "titre_sommaire": "Artur Segai: Die Lesende / Originalholzschnitt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "731", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.1", "debut_caractere": 935, "fin_caractere_exclue": 981, "texte": "Artur Segai: Die Lesende / Originalholzschnitt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c003", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "732", "page_fin": "732", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.3", "titre_corps": "Die Bescherung : Bei der Vossischen Zeitung für Staats-und gelehrte Sachen", "titre_sommaire": "Die Bescherung : Bei der Vossischen Zeitung für Staats-und gelehrte Sachen", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "732", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 7643, "texte": "Die Bescherung\nBei der Vossischen Zeitung für Staats-\nund gelehrte Sachen\nDas war eine schöne Bescherung. Von allen\nden guten Gaben könnte man ein ganzes Jahr lang\nleben und würde sie dann noch nicht verdaut\nhaben. Mit bloemigen Geist, mit klaarem Ver-\nstand und eloesserischem Magen (er war zum ersten\nMal in einem Grillroom eines ersten Hotels, o du\nselige), soll man nun chemisch analysieren. Und\nman war schon so vergnügt, alles herunter-\ngeschluckt zu haben. Doch die Sachen wollen\nes. Die Schreibmaschine versagte zwar den\nDienst, (gnadenbringende), und meine treue Sekre-\ntärin weigerte sich, den Kohl mit der anzu-\nfassen, Doch unmittelbar nach der fröhlichen er-\nschien der Reparaturmensch, und die Maschine\nkann wieder einmal über den Geist siegen. Wer\nhätte sich nicht schon den Kopf über die Berech-\ntigung der Weihnachtszensur zerbrochen, und\nund welche Occassion ist günstiger zur Einkehr\nund zur Rundfrage, als die selige, wo der Mensch\nbeschaulich seinen Magen vollschlägt. Und dann:\n„das Weihnachtsfest soll in erster Linie das Fest\nder Kinder sein.\" Wer könnte diesen tiefgefühlten\nSatz der tieffühlenden Redaktion nicht nachfühlen?\nUnd doch sehen gerade die Schulkinder diesem\nlieblichsten aller Feste recht häufig mit gemisch-\nten Gefühlen entgegen\". Dem Fest muß geholfen\nwerden. Fort mit der Weihnachtszensur! Der\nVossische Zeitung „drängt sich die Frage auf\",\nsie kann sich infolgedessen nicht mehr halten und\nwandte sich an einige der bekanntesten Berliner\nPädagogen, sowie einige „Eltern\". Das Resultat\nwar sehr merkwürdig, wie die Redaktion fest-\nstellt: nämlich, „daß auch hier — wie in allen wich-\ntigen Lebensfragen — zwei Standpunkte in\nBetracht kommen\". Mit zwei Punkten in der\nHand kommt man durch das ganze Leben. So\neine Weltanschauung zwischen zwei Gedanken-\nstrichen läßt man sich zur fröhlichen gern gefallen.\nNun treten die verschiedensten Schuldirektoren\nauf die beiden Punkte. Wie in allen wichtigen\nLebensfragen. Von Eltern äußert sich „die ausge-\nzeichnete Schriftstellerin Clara Viebig, deren Sohn\n~die Zensur, wie im Mittelalter den Sträflingen die\nFolterwerkzeuge erscheinen, die ihnen das Ge-\nständnis einer Schuld entreißen sollen'.\" So einen\nbegabten Sohn hat die ausgezeichnete Schrift-\nstellerin. Befriedigt schlägt sich die Redaktion auf\nden Bauch: „Aus diesen Aeußerungen geht zur\nGenüge hervor, daß über die Berechtigung der\nWeihnachtszensur verschiedene Meinungen herr-\nschen.\" Diesem Punkt scheint also nicht einmal\nmit zwei Punkten beizukommen zu sein, wie bei\nden wichtigen Lebensfragen. „Wegen Mangels an\nRaum\" erfährt man nur die „Aeußerung eines nam-\nhaften Literaten, der den Lesern der Vossischen\nZeitung wohl bekannt ist, und dessen Auffassung\nder Frage sich mit denen der andern völlig deckt.\"\nDie Punkte scheinen sich nach dem Vorbild der\nMenschheit plötzlich in Frieden geeinigt, oder in\nFreuden aufgefressen zu haben. Sie decken sich.\nUnd die Redaktion ist so vorsichtig, den Namen\ndes namhaften Literaten zu verschweigen, um\nkeinen neuen Unfrieden, etwa mit mir, aufkommen\nzu lassen. Am Ende macht man sonst noch neben\nden gedeckten Punkten einen Klex.\nDer Mangel an Raum wird benutzt, um den\nNachfolger des seligen Professors Ludwig Pietsch\nvorzustellen. Herr Professor Hanns Fechner ist\ndurchaus erbberechtigt. Man sollte ihn wenigstens\nzu jeder fröhlichen schreiben lassen. Frohsinn er-\nfreut des Manschen Herz. Der Professor Fechner\ndenkt sich zurücke, als er noch mit dem einen oder\nandern Freund aus Maler-, Musiker- oder Gelehr-\ntenkreisen zu Pietschens Geburtstag ging. „Wer\nes einrichten konnte, verließ den Festabend im\nFamilienkreise, und machte sich urn die zehnte\nStunde herum auf, um dem guten Alten, dem un-\nverwüstlich Jungen, die Hand zum Geburtstags-\ngruße schütteln zu können. In der Landgrafen-\nstraße lag sein gemütliches Heim.\" Das war noch\nein altes biederes Mietshaus, ohne sonstige Errun-\ngenschaften des Berliner Westens. „Aber, wenn\nman den alten Flur betrat, so heimelte einem sofort\neine wundersame Stimmung von Festesfreude an.\nEs war, als ob überall an den einfachen Wänden\nNeckbolde - Neckbolde, Neckbolde - und allerhand\nfröhliches Luftgesindel einen seltsamen beweg-\nlichen Arabeskenschmuck bildeten, der den An-\nkömmling alsbald hineinzog in den Strudel ausge-\nlassenster Fröhlichkeit.\" Ja, was so ein echter\nKunstmaler und Neckbold ist, hat schon seine\nPortion Phantasie, namentlich wenn er weiß, daß\nihm ein guter Happen sicher ist. Und nun geht es\nrinn in den Strudel: Munteres Stimmgewirr in\nallen Tonarten, anregender Frohsinnsakkord, der\nselbst bei einem eingefleischten Griesgram noch\nirgendwo im Innern ein paar Saiten mitschwingen\nmacht, Adel vom Geist, ausgiebigste Gastfreund-\nschaft, nicht zu vergessen der entzückende Kranz\nschöner Frauen und Mädchen, ritterliche Liebens-\nwürdigkeit, Spiel am Minnehof, mit Kunstwerken\nvollgestopfte Räume. Bei den Gesellschaften\nscheint man allerseits kostümiert gewesen zu sein:\n„Es gehört Geschicklichkeit dazu, aneinander vor-\nbeizukommen, und die wundervollen zu Ehren\nL. P. angelegten Frauenkleider mit Nach-\nsich zu behandeln.\" Daher die Neckbolde. „Meist\naber mußte man sich schon vorher auf den Trep-\npen mit großer Kunstfertigkeit zwischen\nden auf den Stufen Sitzenden hindurchschlängeln.\"\nJetzt erfährt man endlich den Grund des kolos-\nsalen Drängeins. Es gab nämlich gratis kolossal\nviele gute Happen, extra Hummern, Austern, Paste-\nten. Natürlich wurde dem Luftgesindel ganz gegen\nalle Natur kanibalisdh wohl zu Mute: „Sie müssen\nerst einmal die Riesenspargel probieren, die wir\nhierher gerettet haben.\" Die Neckbolde rette-\nten, was sie konnten. Besonders scheint sich „der\nrundwangige, beliebte und bekannte Cellist\", im\nDienst des Spargels hervorgetan zu haben. „Auf\nden Treppenpodesten standen auf ein paar Stühlen,\noder am Boden die großen Schüsseln.\" Frisch\nvom Trog. Aber Neckbolde sind manierlich: „Die\nEßgerätschaften trug ein jeder sorg 112 ä 11 i g un-\nte r m Arm, oder balanzierte sie mit Kunst und\nGeschick auf den Knieen.\" Das scheint ja eine\nSauhatz für das Luftgesindel gewesen zu sein.\nNamentlich, wenn man die Kunst und das Geschick\nbedenkt, mit dem Messer unterm Arm und der\nGabel auf dem Knie die angelegten Frauenkleider\nnachsichtig zu behandeln. Ich verliere beim Lesen\nschon die Balance. „Schnell wurde ein glücklich\neroberter, unbenutzter Teller herübergereicht,\nund man saß erst im Winterrock, die Ueberschuhe\nan den Stiefeln, für ein Weilchen bei den andern,\num mitzuhalten.\" Die Messer oder die Gabeln?\nMich wundert nur, daß der Portier des Hauses die\nUmwandlung in ein Asyl für Obdachlose gestattete.\nIch glaube, daß nicht einmal die armen Leute, die\nsich mit verwesten Bücklingen einen Weihnachts-\nschmaus bereiteten, so neckboldisch sich benom-\nmen haben. „Wenn sich dann Männlein und\nWeib 1 e i n durch all die guten Dinge wie im\nMärchenland hindurchgegessen hatten, dann kams\nwohl dazu, daß eines der Zimmer ausgeräumt\nwurde,\" — nicht etwa, um auch noch die 'Möbel her-\nunterzuschlucken, sondern — „um ein wenig Platz\nfür ein T än z 1e i n zu schaffen.\"\nDas weiß der Kunstmaler Herr Professor\nHanns Fechner von dem Kunstkritiker Professor\nL. P. zu berichten. Wes der Magen voll ist, des\ngeht der Mund über. Und daher erinnert sich der\nProfessor der Legende, „an einen jener Großen\naus der Renaissancezeit, der schönheits-\ntrunken den Leiden- und Freudenbecher des Lebens\nbis auf den letzten Tropfen leeren konnte, und\ndssen letzer Gedanke war: Dein Trank war doch\ngut, o Leben!\" Ins Fechterische übersetzt: Dein\nEssen war doch gut, o Pietsch!\nDas druckt einem die Redaktion für Staats-\nund gelehrte Sachen aus Raummangel auf den\nMagen. O du selige."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c004", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "732", "page_fin": "733", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.4", "titre_corps": "Polarität : Philosophischer Vortrag", "titre_sommaire": "Polarität : Philosophischer Vortrag", "signature_source": "S. Friedlaender", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "732", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.2", "debut_caractere": 7645, "fin_caractere_exclue": 10904, "texte": "Polarität\nPhilosophischer Vortrag\nvon Dr. S. Friedlaender\nEs ist vielleicht gut, hier gleich die These vor-\nanzustellen, welche zur Evidenz gebracht werden\nsoll: DasErl e b n i s „W e 11\" is t die un-\nendliche Entzweiung des Selben. Ver-\ngessen wir nicht den persönlichen Erlebnischarak-\nter aller Welt. Vor allem ist die Welt ein selbst-\neigenes Erlebnis. Man mag sich Gedanken über\ndie Welt an sich machen, über die Welt nach\nAbstraktion vom Erlebnis — aber diese Gedanken\nmit allen ihren dialektischen Verfänglichkeiten ge-\nhören mit zum Erlebnis „Welt\". Als Skepsis wird\nerlebt, ist ein Erlebnis des Lebens selber, zu des-\nsen Raffinierung sie gehört; und zur allerletzten\nSkepsis gehört auch Skepsis gegen Skepsis. Alle\nlogischen Alternativen sind wie diejenigen des Le-\nbens heute aufgetan, und es gilt, eine Entscheidung\nzu treffen, welche, statt sich Für oder Wieder zu\nerklären, in das Zentrum aller Ja's und Nein's\ntrifft. Wir kennen nichts als das persönliche Er-\nleben; und beiläufig wird auch die Unzulänglich-\nkeit aller Worte persönlich erlebt. Nun sollte nach\ndieser Behauptung, deren Leugnung man eben-\nfalls persönlich erlebt (wie denn der Geist der\nGeist des Widerspruchs ist) — man sollte Wunder\nmeinen, welche grandiose, erhabene, ja göttliche\nBedeutsamkeit das persönliche Erleben zeigen\nmüßte, wenn es dermaßen weltbedeutend wäre.\nAber dann vergißt man die zahllosen Verlegen-\nheiten, die ihm aus seiner eigenen Fülle kommen,\nembarras de richesse. Man vergißt andererseits,\ndaß es in der Tat persönliche Erlebnisse von un-\nvergleichlicher Grandiosität gibt. Man vergißt,\nwie mächtig man sein könne, ohne es deutlich\nwissen zu müssen — und man vergißt schließlich\ndas Vergessen, die bodenlose Unendlichkeit\ndes Vorhandenen, das nicht gespürt wird. Viel-\nleicht wird man nach alledem die Gutmütigkeit\nhaben, die Exorbitanz des persönlichen Erlebens\nzuzugeben; so wie man gern einräumen wird,\ndaß die Haut des Leibes nicht seine wahre Grenze\nsei, sondern etwa bloß die Grenze seiner plumpen\nAbtastbarkeit und Sichtbarkeit — und Grenzen\nsind die seltsamsten aller Amphibien. Man wird\nnotgedrungen in die eigene Weltbedeutung ein-\nwilligen, in das Erlebnis Unendlich, in die Un-\nendlichkeit des Erlebnisses — aber damit hätte\nman auf die bequeme Identifikation mit sich selbst\nverzichtet. Man war, .soviel man wußte, ein ein-\nzelner, kleiner Mensch, der nun auf einmal unge-\nmütlich anzuschwellen und an einer Art philoso-\nphischer Riesenelephantiasis zu erkranken droht;\nzum Schopenhauer'schen Makranthropos. Aber\ndieser einzelne kleine Kerl ist ein bloßes Vorur-\nteil des persönlichen Erlebens, er ist eine seiner\nintimsten Erfahrungen — aber ihn mit der Person,\nmit der ersten Selbsteigenheit z« verwechseln,\ndiesen Wechselbalg der Person mit ihr zu ver-\ntauschen, das wäre ein gröberes Quidproquo als\nwenn der Marionettenspieler sich mit seinen Puppen\nidentifizieren wollte. Idenfikation ist keine Selbst-\nverständlichkeit, sondern ein paradoxes Kunst-\nstück. Wenn ich meine Stimme von einem Zen-\ntralorte aus auf einmal durch Milliarden Röhren\nschickte, deren Mündungen sich dieser Stimme be-\nwußt würden; dann würde meine Identität sich\nallerliebst deplaßiert, ganz paradox in Milliarden\nIsolationen lokalisiert vorkommen. Wir sprechen"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "733", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 10976, "texte": "also vorläufig die Verdächtigung aus, Unendlich-\nkeit sei nichts als so ein ähnliches Röhrensystem\ndes eigentlichen persönlichen Erlebnisses; Unend-\nlichkeit sei nichts als die intrikateste Katoptrik des\n. . . Selben. Das hat man oft läuten hören, die\nWelt sei nicht das Wesen, sondern bloß dessen Er-\nscheinung. Man hat auch die tollen Kapriolen ge-\nsehen, welche die Skepsis um diese Pantomime\nschlug. Diese logische Gebärdung ist uns zu steif\ngeworden, wir pfeifen auf das Wesen, und seitdem\nfeiert Erscheinung längst ihre Saturnalien. Der\nPerspektivismus macht eine sehr wesentliche\nMiene. Der Relativismus gedeiht, ohne viel We-\nsens zu machen; und alles ginge wie am Schnür-\nchen, wenn nur das geistige Band nicht eben fehlte.\nDer erstaunlichste Logiker, den die Erde kennt,\nImmanuel Kant, ein kritischer Geist, von ebenso\ngroßer Vorsicht wie Kühnheit, hat der lo-\ngischen Spekulation das Weltwesen selbst nur des-\nwegen entzogen, weil seine Logik auf den, wie es\nschien, unüberwindlichen Widerstand des Unend-\nlichen stieß, dem sich die Empirie in jedem Be-\ntracht annähert, ohne es anders zu erreichen als\ndurch den Glauben, durch das Organ einer prak-\ntischen Gewißheit. Nach Kant sind wir all-\nwissend, aber bloß formal: diese halbe Allwissen-\nheit wird lediglich praktisch ergänzt: hingegen theo-\nretisch müssen wir im Schweiße unseres Ange-\nsichts empirisch arbeiten; höchstens, daß wir\nästhetisch der Sinneswahrnehmung eine bunte\nSymbolik der ewig finsteren Gewißheit abgewin-\nnen; ein Punkt, worin sich Goethe gern mit Kant\nberührt. Im übrigen hat Kant niemals bezweifelt,\ndaß unsere Logik direkt auf das Wesen der Dinge\ngehen würde, wenn sie ihre Sinneserfahrung\nnicht passiv hinzunehmen brauchte, sondern aktiv\n(archetypisch) selbst erschaffen könnte; aber das\nkann ja nicht einmal der Phantast, nicht einmal der\nTräumer oder Halluzinierer; sie alle stehen noch\nfremden Gebilden gegenüber; die sie vielleicht\nherbeizitieren, aber nicht erschaffen. Unsere\nLogik sei nicht schöpferisch, sie empfange ihre\nGegenstände — dies konstatiert Kant, ohne über\nden Geber dieser Dinge aufklären zu können;\nhier muß er sich, praktisch, moralisch bescheiden;\ndie reine Spekulation hierüber hat er sich kritisch\nverboten; und die empirische mußte ja zweck-\nlos bleiben. Diesen ungemeinen moralischen Re-\nspekt hat Nietzsche der Logik aufgekündigt, aber\naus einem viel ungemeineren Respekt, welcher\nden sensualistischen Aufkündigern, flachen Herzen,\nfehlt. Nietzsches Gelächter sind diese logischen\nOberhoheiten, die, wenn man ihnen auf den Leib\nrückt, majestätisch verstummen. Seine Religion\nist die Empirie des Unendlichen, deren theoretischer\nAbrundung durch eine mindestens alle menschliche\nErfahrung umspannende Maxime er nachspürt und\nzwar mehr mit seherisch-dichterischer als mit\neigentlich logischer Schärfe. In dem Säkulum zwi-\nschen Kant und Nietzsche haben einige immer\nwieder versucht, der Logik auf den Thron\nzu helfen, bis dann Nietzsche sie so radikal wie\nmöglich entthront hat. Hinter der Empirie steckte\nbei Nietzsche kein anderer Gott als der Zufall des\nschöpferischen Wurfs, das Chaos, das sich selbst\nirgend eine Logik abgewinnt. Indem nun Nietzsche\nbis in unsere letzten und zartesten Ordnungen hin-\nein die ursprüngliche rohe Gewalt des absurdesten\nChaos dringen ließ, entsteht ihm. bis in den chao-\ntischen Ursprung unserer selbstgeschaffenen W)elt\nhinein ein dankendes, segnendes Verehren, ein Ja-\nsagen auch zur Vernichtung alles Gesetzlichen. —\nWir nun wollen hier nicht gegen alle diese flüch-\ntig perlustrierten Lehren polemisieren — im\nGegenteil, es schiene uns wünschenswert, wenn\nauf der Skala der Möglichkeiten und Menschen\nauch die geringste Nüance nicht übergangen würde.\nWir haben die Maxime genannt, welche uns nicht\nweniger geräumig erscheint als die Unendlichkeit\naller möglichen und unmöglichen Lehrmeinungen.\nEs ist die Lehre von der Welt als einer Polarität,\ndas heißt einer unendlichen Entzweiung des Selben;\noder einer unendlichen Identifikation des Verschie-\ndenen. Als diese Selbigkeit, welche keine Einheit,\nsondern unendlich innig, exorbitant innig ist, spre-\nchen wir die Bedingung aller Möglichkeit von Er-\nfahrung, die Person, das persönliche Erleben an,\ndessen pluralistische Entzweiung Leiber sind, sinn-\nlich warnehmbares Leben ist als das Organ der\nSelbsterfahrung des Unendlichen. Und jetzt nenne\nman mir die Polemik, deren Gegenpolemik dieser\nSatz nicht mit der gleichen Kraft heraufbeschwö-\nren muß, indessen er unanfechtbar beides har-\nmonisiert! Ich will mit Freuden die Münchhau-\nsen'sche Person erwarten, die sich selbst bei den\nHaaren aus dem Sumpf des Unpersönlichen zieht.\nIch will die Person devotest salutieren, die sich\neinbildet, absolut zu sein wie der Fichte parodie-\nrende Bakalaureus im „Faust\". Wir erleben Ver-\nschiedenheit in jedem Sinne unendlich. Wir er-\nöffnen jetzt folgende Alternative: Entweder ist es\nkrasse Verschiedenheit ohne alle Identität; alsdann\nverlöre das Erleben allen Zusammenhang; oder\nIdentität sitzt irgendwo im Zentrum als mystische,\nmonistische Weltspinne — dann gewänne unser\nErleben beträchtlich an Absurdität: wie, fragen\nwir vergebens, wie entspringt der Plural aus dem\nSingular?? Dieses Identifizeren bleibt absolut\nmystisch, also finster, da es doch platt gewiß nicht\nvorgenommen werden kann; ebenso wenig wie\neine platte Identifizierung der Welt mit Gott.\nWählt man den Mittelweg der Mittelmäßigkeit und\ndemonstriert darwinistisch oder sonstwie die V e r -\nwandtschaft des Verschiedenen; so verlan-\ngen wir sehr neugierig nach dem Grund dieser\nauffallenden Verwandtschaft und erhalten eine\nMenge unbefriedigender Einstweiligkeiten. Gut!\nGut! Ohne den erzphilosophischen alleinigen Ehr-\ngeiz der persönlichen Erlebens mag es getrost\nVerschiedenheiten geben, deren gemeinsame Wur-\nzel uninteressant bleibt. Es kommt eben vor allem\nauf den Grad an, bis zu dem man sich persönlich\ninteressiert! Und bei Philosophen geht eben dieses\nbis zum Wahnwitz, bis zum persönlichen Welt-\ninteresse, bis zum logischen Fieber. Man hält ihn\nfür uninteressiert, weil man sich Hitze in Dingen\nnicht erklärt, welche sonst jeden kalt lassen;\nschmerzempfindliche Nervenfäden bis in ab-\nstrakte Begriffe hinein, bis in den Zentralbegriff\nIdentität. Ohne diese mörderliche Inter-\nessiertheit bis in diesen Zentralbegriff hinein mag\nman mit akademischer Politesse von hunderttau-\nsend Kathedern der Welt schwatzen, was man\nLust hat; es wird weder den Schwätzer noch den\nHörer heiß oder kalt machen. -— Also, Alternativen\nerledigt man nicht durch Halbierung, Bejahung,\nVerneinung; sondern durch Aufwägung, Aufhebung,\nGleichwägung. Was ist Wahrheit? Eine unend-\nliche logische Alternative! Aber die Seele dieser\nAlternative ist, etwas rasch gesprochen, die\n„Seele44, die Person, das persönliche Erleben!\nPardon! Das totale, das roheste, das zarteste, das\nunendlich innige. Der Blick in eine Kaffeetasse\ngenügt nicht, es muß ein Blick in den Sternen-\nhimmel hinzu! Das persönliche Erleben, picht\nirgend eins; das Welt-Erlebnis! Praktisch, ästhe-\ntisch und schließlich theoretisch. Sonderbarer\nWeise ist das theoretische Erleben bis zum heuti-\ngen Tage noch ohne den Egoismus, der das prak-\ntische und das ästhetische so kräftig anfeuert. Zur\npraktischen Anwendung läßt man sich die\nTheorie gefallen; aber in ihr selbst schlägt bis\njetzt kein gesundes Herz. Und diese Herzkrank-\nheit des logischen Menschen influiert auf den prak-\ntischen und ästhetischen ganz beträchtlich.\nDeswegen ist es nicht so müßig wie es\nscheint, eine rein logische Frage herzhaft zu\ntraktieren*. Identität als Erlebnis ist ganz ein\nander Ding, ein blutigerer Begriff als die Schulfaxe\nIdentität. Man versteht hierin die einfache, ein-\nfältige Wahrheit als unendlich innig, überinnig: als\ndas Raffinierteste, Allerkomplizierteste, das den-\nnoch elementar bleibt, jedoch polar, das heißt nicht\npluralisch, sondern gegensätzlich pluralisch, wider-\nsprechend pluralisch, oppositiv pluralisch, oder gar\nnicht sich manifestieren kann und meist extrem\npluralisch. Zum Beispiel also nicht als ein Streben,\nDrängen, sich immerfort Entwickeln und Uebertref-\nfen; sondern ebenso sehr als ein Widerstreben, Hin-\ntersichzurückbleiben, sich entgegegesetzt entwickeln\nin infinitum. Aber diese Pole, diese Extreme sind\nmit gleicher, jedoch eben konträrer Gewalt bezo-\ngen auf ihre eigne Identität, deren Sein Polar-\nse i n ist. Identität, wo sie wirklich besteht, ist\ndas Element eines Vertrags, einer Konvention,\naber einer kosmischen. Das Identische ist von\neiner so hyperbolischen Erlebnisgewalt, daß es\nsich nur polar auslassen kann; oder überhaupt\nnicht. Hierin haben wir die Schranke seiner All-\nmacht: es kann nicht platt identisch sein und ist\nzu sich selber dennoch gezwungen. Es ist durch\neigene Enormität entzweit, zerrissen, polarisiert.\nUnd niemals dennoch wird diese Entzweiung die\neinigende Kraft vermissen können. Die Welt ist\nkeine einfache Welt, sondern ein Weltgegensatz\ndes Identischen, des Persönlichen, das in ihm wal-\ntet wie ein Gott, ob es nun darum wisse oder\nnicht. So findet sich die Welt von einem Prinzip\nregiert, welches gar nicht anders als differenziert\nin ihr angetroffen werden kann. Ohne diesen Welt-\nkunstgriff der Polarisierung wäre unendliche Iden-\ntität die Unmöglichkeit selber; und dieses bleibt\nsie auch so; aber als Unmöglichkeit in eigener\nPerson und als deren leiblich differenzierte Inkar-\nnation. Jeder Wink des Identischen wird nicht\nbloß befolgt, sondern wesentlich immer polar\nbefolgt, weil er enorm ist und sein ungeheures plus\nvon einem ebenso ungeheuren minus reflektiert\nwird. So entspringt aus der Ueberschwänglichkeit\ndes Identischen dessen Gesetz als eine Welt,\nwelche nicht harmonisch, sondern harmoni s i er -\nbar ist und sein muß.\nMöge diese Andeutung hier genügen. Es soll\nimmer mehr praktische Energie und ästhetische\nGlückseligkeit in die Logik des Lebens dringen:\nsie enthält das letzte Geheimnis aller Person,\ndas ja ewig anonym bleiben muß:\n„Denn Wer durch alle Elemente\n„Luft Wjasser Feuer Erde rännte\n„Der wird zuletzt sich überzeugen\nEr sei kein Wesen ihres Gleichen44\nGoethe\nWir werden das Geheimnis der Identität aus\neinem sehr plausiblen Grunde niemals lüften: In-\ndifferenz läßt sich ihrem Wesen nach nicht dif-\nferenzieren. Dennoch ist es ihr selbst kein Ge-\nheimnis. Wer nämlich differenziert, vermag dies\nnicht ohne ein Etwas, das sich durchaus jeder\nMöglichkeit der Differenzierung entzieht, trotzdem\nes ihm bekannter ist als alles übrige —: das ist\nseine Individualität, Selbsteigenheit, Persönlichkeit.\nJe weniger Jemand diese mit dem Rest gemein\nmacht; je mehr Jemand diese frei hält von jeder\nLokalisation, jeder Identifikation mit etwas Posi-\ntivem oder gar, wie Asketen, mit Negativem: desto\nmehr macht er sie zur spielsicheren Angel aller\ndiametralen Differenz. Im seltensten Falle würde\ndie Welt, welche um menschliche Personen ächzt,\nwie eine schlecht geteerte Radnabe, reibungslos\num ihn spielen. Freiheit ist nichts als die Angel\npolarer Notwendigkeit."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c005", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "733", "page_fin": "734", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.5", "titre_corps": "Briefe nach Norwegen", "titre_sommaire": "Briefe nach Norwegen", "signature_source": "Else Laskor-Schüler", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "733", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.3", "debut_caractere": 10978, "fin_caractere_exclue": 11361, "texte": "Briefe nach Norwegen\nVon Else Laskor-Schüler\nLieber Herwarth, Tristan selbst will mir auch\nnicht glauben, daß ich ihn liebe, aber er war sehr\nmilde, als wir uns begegneten; wir gingen Hand in\nHand, und er erzählte mir die Geschichte von dem\nWolf, ohne zu wissen, daß die Geschichte eine\nwahre Begebenheit ist, ich selbst war damals der\nKnabe, der atemlos durch die Stadt schrie: „Der"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "734", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5237, "texte": "Wolf ist da, der Wolf ist da!\" Und zweimal heulte\nich die Leute an, versetzte sie in Schrecken, und\nals der Wolf wirklich einmal aus einer Menagerie\nlosgebrochen war, wollte ea mir niemand glauben,\n„Er\" will mir nun auch nicht glauben, daß ich ihn\nliebe, und ich werde vom Kummer zerfressen wer-\nden und sicher die ganze Siadt.\nHerwarth, bitte, laß diese Gedichte im Sturm\ndrucken, sie sind an Tristan — vielleicht glaubt er's\ndann — bei Gedichten kann man nicht lügen.\n>\nWenn wir uns ansehn\nBlühn unsere Augen.\nUnd wie wir staunen\nVor unseren Wundern — nicht?\nUnd alles wird so süß.\nVon Sternen sind wir eingerahmt\nUnd flüchten aus der Welt.\n\\\nIch glaube wir sind Engel.\n*\nAuf deiner blauen Seele\nSetzen sich die Sterne zur Nacht.\nMan muß leise mit dir sein,\nO, du mein Tempel,\nMeine Gebete erschrecken dich;\nMeine Perlen werden wach\nVon meinem heiligen Tanz.\nEs ist nicht Tag und nicht Stern,\nIch kenne die Welt nicht mehr,\nNur dich — alles ist Himmel\n*\nGar keine Sonne ist mehr,\nAber dein Angesicht scheint.\nUnd die Nacht ohne Wunder,\nDu bist mein Schlummer.\nDein Auge zuckt wie Sternschnuppe —\nImmer wünsche ich mir etwas.\nLauter Gold ist dein Lachen,\nMein Herz tanzt in den Himmel.\nWenn eine Wolke kommt —\nSterbe ich.\nich kann nicht schlafen mehr\nImmer schüttelst du Gold über mich.\nUnd eine Glocke ist mein Ohr,\nWem vertraust du dich?\nSo hell wie du,\nBlühen die Sträucher im Himmel.\nEngel pflücken sich dein Lächeln\nUnd schenken es den Kindern.\nDie spielen Sonne damit\nJa\nHerwarth, Tristan hat mir gesagt, er habe eine\nBraut, ich will nun nie mehr über ihn sprechen —\nIch gehe jetzt so oft allein in die Stadt, fahre\nmit all den Maulwürfen Untergrundbahn. Ich hab\n'schon eine Erdfarbe bekommen. Ich soll schlecht\naussehen. Daß mir das gerade auf hypo-\nchondrisch Jemand gesagt hat! Denn erst jetzt\nfällt es mir auf, daß einen alle Menschen fragen:\n„Wie gehts?\" Ich such nun immer suggestiv nach\nder hypochondrischen, erdfarbenen Linie in mei-\nnern Gesicht — über Knie—Görlitzer Bahnhof.\nAber ich bin allen Ernstes krank, es glaubt mir\nnur dann erst Jemand, wenn ich ihn anstecke mit\nmeiner Schwermut. Aber die Menschen haben ja\nvon Natur alle so verkalkte Gesichter, Eier; wenn\nes hoch kommt Ostereier; ich freu mich immer,\nwenn ich ein lachendes Plakat unten im Erdfoyer\nder Hochbahn entdecke, Das wilde Bengelchen\nvon seinem Vater Ludwig Kainer gezeichnet,\nich hab's sofort wieder erkannt; morgens\nlacht es auf der großen Hand seiner Die-\nnerin kühn reitend mich aus der Zeitung\nan, wie aus einem Marstall. Ich möchte\ndem allerkleinsten Sezessionsmaler ein grünes\nZwergpferdchen bringen, es müßte wie ein Baum\nso grün und sprühend sein, das wäre das Lustigste,\nwas ich mir vorstellen -könnte. Schon lange steht\nnun Natur auf der Asphalttafel der Stadt; das\nsteinerne harte Herz Berlins rührt sich. Tannen-\ndüfte färben das Blut in den Adern, und die Ge-\nsichter sehen frischer aus. Aber was geht es.\nmich an, ich habe kein Interesse für das Wohler-\ngehen dieser Welt mehr, schwärme nur noch für\nihren ärmsten Tand; Schaumglaskugeln in allen\nsanften Farben, manche sind wie kleine Altäre ge-\nformt, in ihrer Nische leuchten verborgene Schim-\nmerblumen der Maria. Ich glaube schon, ich\nspüre die gläsernen Blüten in der Brust, Diese\nOffenbarung! Und bin doch keine Christin; wo\nkönnte ich an mir Christin werden? Das hieße\nsein Blut verstoßen. Diese Erkenntnis sollte des\nJehovavo-lkes hochmütigster Reichtum sein,\nGulliver hat hier eine Stadt gebaut. Der ist\nja Architekt; das erzählte mir schon Adolf Loos.\nTausend Zwerge, so groß wie Streichhölzer, tram-\npeln durch die Straßen über den Marktplatz von\nMidgesstown. Wir waren zu fünf Riesen dort und\nhaben uns geradezu unserer Größe geschämt —\nund gingen behutsam gebeugt. Und doch hatten\nwir Unglück, einer von uns, der Schauspieler Mor-\nnau, hat einen Zwerg zertreten. Habt Ihr's gelesen?\nUnd Peter Baum hat sich einen zehn Zentimeter\nhohen Feuerwehrmann in die Tasche gesteckt in\nGedanken. Lauter Detektive und Kriminalpoli-\nzisten laufen dort herum. Cajus Majus, der Doktor\nHiller sah aus, wie ein gutmütiger Menschen-\nfresser, mit seinem runden Bauch, Und Hans\nEhrenbaum-Degele 'hat doch die Zwerge einge-\nladen zur Bowle Sylvester; ich glaub, er will sie\nhineinschütten.\nHerwarth und Kurtchen, Ihr kennt doch Cha-\nmay Pinsky, er ist mit Beate nach Jerusalem ge-\nzogen, das Land säuern. Der Schelm! Er weiß\nganz genau, zum gelobten Land gehören gelobte\nLeute. Und nicht jüdische Bourgeois, die von\nposener- Berlin in das Land der Könige ziehen;\nihre Frömmigkeit besteht aus bröckelnden Mat-\nzen, kräftigen Fleischbrühen. Vierzig Jahre lehrte\nMoses seinem Volk die Freiheit der Wüste und das\nBrüllen der Schakale, und das Gesetz vom göttlichen\nAngesicht lesen, bevor er sie durch das Tor Je-\nrusalems führte.\nIch denke jetzt viel an Religion, aber zur Re-\nligion gehört eine Welt: Alleinsein. Nicht ein\nIdyll mit einem Haus, das still. Ich war dazu be-\nstimmt, Tempeldienst auszuführen, ich hätte Gott\nHeilige gepflückt von den Ufern leiser Ströme\nUnd das Licht der Seele blau\nAuch lege ich fromme Bilder mit den\nSternen, die über das Allerheiligste schweben und\nimmer wüßte ich vor Gott zu knieen, daß es ihm\nkein Zorn entfacht. Ich sage zu Gott: du; sie\nduzen sich mit ihm."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c006", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "734", "page_fin": "736", "image_debut": 4, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.6", "titre_corps": "Die Expressionisten", "titre_sommaire": "Die Expressionisten", "signature_source": "Paul Ferdinand Schmidt", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "734", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.4", "debut_caractere": 5239, "fin_caractere_exclue": 9008, "texte": "Die Expressionisten\nVon Paul Ferdinand Schmidt\n\nVielleicht stehen wir wieder an einer Wende\nin der Entwicklung der Malerei, wie zu der Zeit, da\nManets erste Bilder Wrut und Entsetzen erregten.\nDie Begleitumstände sind ganz ähnliche: das Pu-\nblikum lacht oder rast, Künstler bekommen Angst\nund protestieren, und die Kritik schließt sich ihnen\nan — zum Teil wenigstens. Nur darin sind wir\nvorgeschritten, daß der bessere Teil der Kritik sich\nvornehme Zurückhaltung auferlegt oder gar, wie\nviele Sammler und ein großer Teil der Jugend, sich\nmit Begeisterung der neuen Sache anschließt.\nWas ist's mit denen, die man „Expressionisten *\nnennt, nach eigenem Wunsche? Warum sind sie\nunzufrieden m;t dem Impressionismus und suchen\nneue Wege? Braucnen wir überhaupt etwas Neues?\nSchon die Tatsache des Neuen beweist die\nNotwendigkeit; und die rasche Ausbreitung seiner\nIdeen sollte sagen, daß in ihnen werbende Kraft ist.\nEs gilt vom Impressionismus leszukommen: nicht\ndas wahllose Wiedergeben einer Wirklichkeit mit\nLuft und Licht dünkt jenen Künstlern das Ziel, son-\ndern die Auslese; nicht ein idealistisches Verfäl-\nschen, wohl aber das Aufsuchen der starken und\nreinen Klänge in der Natur und ihre ausdrucksvolle\nDarstellung bedeutet ihnen ihre Tätigkeit Die Welt\nwollen sie in ungebrochenen reinen Tönen\nsehen; und diese ihre Welt wird schön durch Far-\nbigkeit Und in einem neuen, dem Impressionismus\nunbekannten Sinne erfüllt sie sich wieder mit\nPoesie.\nDies Unterfangen ist nichts unerhört Neues. Es\nhat sich folgerecht in Frankreich mit dem Impres-\nsionismus entwickelt. Cezanne lehrte die große\nVereinfachung der Töne, Gauguin die Wirkung der\nFlächen, und van Gogh fügte die flammende Leucht-\nkraft der Farbe hinzu. Maurice Denis, Vnillard\nund Bonnard versuchten eine flächenhafte Verein-\nfachung im großen Stile vorzubereiten, aber ihnen\nfehlte der zwingende Ausdruck: den fanden Ger-\nmanen des Morden-s und äußersten Südens, Münch\nund H'cdler. Der Impressionismus selbst war schon\nvor fünfundzwanzig Jahren auf dem besten Wege\ngewesen, die Analyse durch äußerste Konsequenz\nin ihr Gegenteil ix. verwandeln. Aber der Pointil-\nlismus konnte die Synthese nicht geben, weil er zu\nsehr auf technischer Unfreiheit aufgebaut war. Evo-\nlutionisten könnten sagen: die Zeit Seurats war in\nihrem Materialismus nicht reif, die Form für die\ngroße Synthese zu finden.\nMan sieht, der Ring der Entwicklung ist lücken-\nlos geschlossen. Es bedurfte nur des Entdecker-\nmutes, um das Mittel zu finden, die Frische des\ngroßen Natureindrucks festzuhalten. Warum wir-\nken Entwürfe und Skizzen von großen Meistern oft\nbedeutender auf uns als ihre ausgeführten WTerke?\nIn ihnen geben sie ihre malerischen Gedanken ganz\nunmittelbar und unverfälscht durch die Kontrolle des\nStudienobiektes. Gewiß brauchte Raffael seine\neminenten Aktstudien zu seinen Kompositionen.\nAber warum brauchte sie der moderne Künstler,,\nder seine Eindrücke wiedergeben will? Daß sich\nakademische Korrektheit mit den Zielen der Im-\npressionismus nicht verträgt, das unterscheidet ja\ndie Arbeiten der Sezession von denen der offiziellen\nKunst. Heißt es da nicht nur die letzte Folge aus\ndem Eindrucksprinzip ziehen, wenn man die Unmit-\ntelbarkeit der Skizze in das Bild selber rettet?\nDas anscheinend so revolutionäre Mittel besteht\nalso nur in einer weisen Beschränkung des darzu-\nstellenden Objektes: statt der Auflösung ins Weite\nund Viele, statt der unabsehbaren Differenzierung\nin allerkleinste Tonwerte, denen man zuletzt\n(man denke an Corinth und Beckmann) kaum mehr\nirgend einen farbigen Eindruck erhält, setzt man\ndie Konzentration auf das Wesentliche, auf die Li-\nnien und Farben, welche den Eindruck regieren.\nNatürlich läßt sich für solche Arbeitsweise kein\nRezept geben, und kerne Malschule kann sie lehren,"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "735", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.5", "debut_caractere": 51, "fin_caractere_exclue": 3935, "texte": "weil sie eben das Unlerabare aus allem akademisch\n„Richtigen\" herausschält: die künstlerische Kon-\nzeption. Weshalb es eine ganz eigenartige Komik\nverrät, wenn grade hier von Mode und Nachäfferei\ngeredet wird. Denn Nachäffen läßt sich zwar aka-\ndemische Manier, aber nicht künstlerische Emp-\nfindung.\nEs ist müßig, von salopper Skizzenhaftigkeit\nzu reden. Man wird kein Schema anwenden kön-\nnen, nach dem die „Expressionisten\" etwa gleich-\nmäßig arbeiten. Wo die ganze persönliche An-\nschauung sich so rein von allen Zutaten im Bilde\näußert, kann von Schema keine Rede sein. Welche\nVerwandschaft hat Pechstein mit Puy, oder wel-\nches Schema soll de Vlaminck und Herbin mit Nolde\ngemeinsam sein? Das Aufatmen vom Zwange der\n„Korrektheit14 eint sie; aber während der eine in\nstark abgesetzten Flächen malt, läßt der andere ein\nFeuerwerk von Farben auf seine Bilder nieder,\nführt der dritte verschwimmende Töne duftig inein-\nander über oder kontrastiert düstere und grelle\nFarben miteinander. Ihr gemeinschaftlicher Name\nist ein Verlegenheitsrpodukt, denn er besagt wenig.\nAn Stelle äußerlicher Wahrscheinlichkeit be-\nsitzen sie die starke Form innerer Wahrheit. Die\nZurückführung des Bildlichen auf die stärksten Ak-\nzente in Flächen und Farben und die sorgfältige\nAuslese des räumlichen Ausschnittes (die der auch\nKomposition nennen mag, für den der Begriff kei-\nnen fatalen Beigeschmack besitzt) führen von selbst\nzu einer starken dekorativen Wirkung. Diese Bil-\nder zerfließen nicht in eine unbestimmte Masse:\nnoch aus weiter Entfernung sprechen ihre Farben\nmit der sinnlichen Glut, die zum Schmucke der\nWand notwendig ist. Und war es bisher nur Be-\nhelf, Bilder an die Wand zu hängen, so werden sie\nfortan zum wirklichen Schmucke des Raumes ge-\nhören, dessen Farbigkeit sie in sich als in Brenn-\npunkten sammeln. Diese Kunst scheint berufen,\ndie ersehnte Monumentalmalerei aus sich zu er-\nzeugen. Der einzige Freskomaler großen Stils, der\nheute lebt, gehört ihr seinem innersten Wesen nach\nan: FerdinändHodler.\nDie Befreiung von den letzten Fesseln der per-\nsönlichen Kunst hat aber auch eine ungeheure Stei-\ngerung der inneren Ausdrucksmöglichkeiten ge-\nbracht. Die Assoziationswerte der Farbe werden\nerst von ihr entbunden; die Schönheit ungebroche-\nnen Farbenglanzes zeigt, welche seelischen Werte\nwir auf unmittelbarem Wege von der Malerei er-\nhalten können, und wie sehr wir ihren Mangel bis-\nher entbehrt haben. Eine wirklich malerische In-\nbrunst kann jetzt an die Stelle des bloßen Natur-\nausschnittes treten, der durch seine Gegenwärtig-\nkeit den Künstler wie den Betrachter terrorisierte,\nder oft zum Eingehen auf unnötige Nebendinge nö-\ntigte und die Aufmerksamkeit zerstreute, anstatt\nsie zu konzentrieren. Jetzt kommt es darauf an, in\neiner anderen Weise „richtig zu sehen\": nicht um\nden Vergleich mit der Wirklichkeit zu bestehen,\nsondern um die Empfindung der Wirklichkeit so\nrein und innig zu vermitteln, daß das Mittel über-\nzeugt. Die Kunst tritt wieder in ihr altes Recht ein,\nihre Werke nach höheren Gesetzen von der Natur\nzu extrahieren.\ni\nWilhelm Schäfer hat iüngst in der Frankfurter\nZeitung in einem Artikel über die Sonderbündler\ndarauf hingewiesen, daß die neue Bewegung in ge-\nwissem Sinne an die Farbigkeit der altniederlän-\ndischen Primitiven erinnere, die nicht mit S hatten\nund Helldunkel arbeiteten wie die Malerei vom\nsechzehnten Jahrhundert bis heute, sondern mit\nschattenlosen Lokalfarben. Die Intensität in der\nWirkung dieser alten nordischen Meister empfinden\nwir als naiv und poetisch; es ist erstaunlich, daß\nein gleiches Mittel unsern jungen Künstlern unter-\nsagt sein soll, die in der Natur mehr zu entdecken\nfinden als ein Spiel zerstreuter Lichter.\nEin Niederländer, van Gogh, ist es, dei die\nBewegung entfesselt hat. Franzosen haben sie als\nTräger der großen malerischen Tradition der Neu-\nzeit aufgenommen. Ihre Bilder sind den Deutschen"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "736", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1293, "texte": "noch weit überlegen durch ihre Geschmackskultur.\nAber der gärende Sturm und Drang ihrer deutschen\nSchüler, die wachsende Breite der Bewegung bei\nuns, die keineswegs auf junge „Brauseköpfe\" be-\nschränkt ist (weder Nol d e und Rohl 112 s, noch\nD e u ß e r können so genannt werden), scheinen zu\nprophezeien, daß Deutschland das Land der Be-\nstimmung sein soll Das starke Mitwirken des\nEmpfindungsmäßigen, das ideale Moment in der\nAusdrucksmalerei spricht dafür. Es kommt hinzu,\ndaß wir in den letzten Jahrzehnten auf verschiede-\nnen Kulturgebieten verwandte Bewegungen erleben.\nIn der Dichtkunst ist die Abkehr vom Naturalismus,\nin der gewerblichen und architektonischen Kunst\nist die Aufrichtung der großen Gesetze des Ein-\nfachen und Organischen als gelungen zu betrachten.\nIn ihr System fügt sich gleichstrebend die Malerei\nder Expressionisten ein: dekorativ und freudig sich\nzur Farbe bekennend, organisch im inneren Aus-\ndruck. Sie geht in der Folgerichtigkeit des ideali-\nstischen Prinzipes am weitesten, indem sie den\nWeg zum Gefühl unmittelbar durch die Sinne\nnimmt. Ihre Farbflächen lassen nichts sinnlich Un-\ngelöstes, keine außerkünstlerische Assoziation zwi-\nschen sich. Sie sind vom Zweck erlöst, reine Ge-\nbilde der Kunst, und als solche wertvollste Produkt\ndieser ganzen Bewegung."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c007", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "735", "page_fin": "735", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.6.1", "titre_corps": "Ludwig Kainer Studie zu einem dekorativen Gemälde", "titre_sommaire": "Ludwig Kainer Studie zu einem dekorativen Gemälde", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "735", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 49, "texte": "Ludwig Kainer\nStudie zu einem dekorativen Gemälde"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c008", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "736", "page_fin": "736", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.7", "titre_corps": "Kritik", "titre_sommaire": "Kritik", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "736", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.6", "debut_caractere": 1295, "fin_caractere_exclue": 9221, "texte": "Kritik\nDer scheussliehe Strindberg\nDie Theaterkritiker haben sich maßlos geär-\ngert, daß man Strindberg spielte und noch dazu\nvor Weihnachten. Die größte Empörung bringt\nder Possenfabrikant Julius Keller vom Lokal-An-\nzeiger auf. Zunächst nennt er in seiner Wut das\nBerliner Künstlerische Theater „die allerneueste\nVereinigung zur Verübung rätselhafter theatra-\nlischer Aufführungen4'. Warum spielen die Leute\nauch Strindberg, den Scheiterhaufen, „dieses qual-\nmige Werk just einen Tag um Weihnachten.\" Die\nganze Stimmung hat man dem qualmigen Keller\nverdorben: „Ein Akt der Niederträchtigkeit gegen\ndie Leute, die sich um diese Zeit noch immer eine\ngewisse weihevolle Stimmung nicht verkneifen\nkönnen.\" Nun ist sie ihm verkniffen worden, und\ner schimpft mit Verkniffenheit: „der mit Scheußlich-\nkeiten verschiedener Art vollgepfropfte Dreiakter\n— langweilige Variationen — höchst unliebsame\nFamilienszenen — niederträchtige Drama — Pein-\nlichkeit und Quälerei —So schreibt das Mensch\nüber Strindberg. Freilich, es muß sich ja auf an-\nheimelnden Familiensinn und gute Hausmannskost\nverstehen. Warum bleibt aber das Männchen nicht\nzu Hause bei Muttan, warum verkriecht es sich\nnicht in sein Kellerloch, statt auf den Scheiterhaufen\nausgeschriebene Federn zu schmeißen? Glaubt es\ndamit den Weltbrand Strindberg löschen zu kön-\nnen? Da hat es sich in die Tinte gesetzt. —- Auch\nHerrn Norbert Falkist Strindberg zuwider. „Der\nScheiterhaufen leitete das neue Unternehmen ein,\nso grau und scheußlich wie das Influenzawetter,\ndas gestern die Straßen durchwehte.\" Und so\nweiter: „öde Qual dieser dreiaktigen Stelbstver-\nwüstung — offenkundiger Rückfall in jene anti-\nfemininen Tendenzen —- soviel Scheusäligkeit.\"\nJetzt macht Herr Norbert Falk einen Stern * und,\no Wunder, er geht ihm sogleich auf: „Wieder hat\nman Strindbergs unbedingte Meisterschaft in der\nknappen Zeichnung der Figuren gesehen, wieder\npackt Strindbergs Kraft zum Visionären und über-\nrascht seine scharfe Naturalistik, seine außerordent-\nliche Fähigkeit zur dramatischen Konzentrierung.\"\nDas schreibt derselbe Herr Norbert Falk in der-\nselben Kritik. Offenbar hat sich das Influenzawetter\ndurch den gedruckten Stern gelegt. Oder aber,\nHerr Falk hat sich in der Frühstückspause über\nStrindberg orientiert. Vielleicht bei dem Kollegen,\nHerrn Doktor Artur Eloesser. Der weiß Bescheid:\n„Strindberg braucht nicht erst entdeckt zu werden.\nWir wissen, daß er eine der gequältesten Seelen,\neiner der unruhigsten und beunruhigendsten Köpfe\nin Europa ist, und daß der Mann, der abwechselnd\nAtheist und Naturalist, Mystiker und Alchimist war,\nsein Leben alle paar Jahre von neuem anfing.\" Das\nwissen wir. Wir wissen sogar, daß der andere\nMann, der Doktor Eloesser, weder unruhig noch\nbeunruhigend ist, und daß er sein Leben noch gar\nnicht angefangen hat. Aber der Doktor Eloesser\nverhält sich Strindberg gegenüber loyal, das muß\nman zugeben: „Man kann Strindberg in seiner ge-\nsamten Erscheinung nicht anders als ernst neh-\nmen. Das hat August Strindberg wenigstens mit\nseinem Werk erreicht Herr Doktor Eloesser nimmt\nihn ernst! Hochachtung für beide.\nDer Herausgeber dieser Zeitschrift hat das\nDrama Der Scheiterhaufen zuerst in Deutschland\nveröffentlicht und zwar in der damals seinei Re-\ndaktion unterstellten Wochenschrift Der Neue Weg,\nHeft eins bis drei Ihm wurde diese Veröffent-\nlichung von der Verlegerin des Blattes, der Ge-\nnossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, also\ndem „Präsidenten\" Nissen und dem „Zeitungstiber-\nwacher\", Bonvivant Paul, zum besonderen Vor-\nwurf gemacht. Sie bildete sogar einen der famosen\nEntlassungsgründe gegen den Redakteur. Als der\nRedakteur seine literarische Untat zu verteidigen\nsuchte, wurde ihm gesagt: „Strindberg spielt\nman, aber man liest ihn nicht.' Die Berliner\nPresse hat die entgegengesetzte Meinung. So ist\ndas Leben. >\nDer Schmuek dar Madonna\nEndlich einmal ein Komponist, der nicht mit\nCliches arbeitet. Er heißt Ermanno Wolf-Fer-\nrar i, seine Oper „Der Schmuck der Madonna\".\nSie wurde unter der außerordentlichen Regie von\nMaximilian Moris in der neuen Kurfürsten-\noper hervorragend dargestellt. Die Musik ist nicht\nvon besonderer Tiefe und auch ohne erhebliche psy-\nchologische Charakteristik. Muß es sein, weil der\nKomponist zu homophon schreibt Aber Wolf-\nFerrari besitzt ein sehr starkes Temperament, eine\noriginale Erfindung und eine ganz besondere Fähig-\nkeit in der Verwertung der Harmonien. Jede Har-\nmonie, jede Modulation gibt mit einer erstaunlichen\nSicherheit die Situation und das Gefühlsmoment.\nMit anderen Worten: das Malerische, das Farbige\nist vorhanden, das Plastische, das Melodisch-The-\nmatische höchstens angedeutet. So kann nie ein\nMusikdrama geschaffen werden, wohl aber eine\ngute Oper. Nun finde ich, daß eine gute Oper mit\neigener, starker, temperamentvoller Erfindung mehr\nbedeutet, als ein schlechtes Musikdrama mit unori-\nginaler, gemachter und temperamentloser Musik.\nEtwa in der Art des Herrn Richard Strauß. Auf\ndie Gattung kommt es doch wohl nicht an und auf\nden Namen. Eine nüchterne Zeichnung wird nicht\ndurch besoffene Farbenklexe zum Gemälde. Man\nhat Wolf-Ferrari vorgeworfen, daß er operetten-\nhafte Anklänge nicht scheue. Der grobe Irrtum\ndieser Leute besteht darin, daß sie Langweile für\nmusikdramatisch und Frische für Operettenhaft hal-\nten. Es ist gerade ein besonderer Vorzug der Mu-\nsik Wolf-Ferraris, daß sie in den Volksszenen, in\nden Tänzen, in den Liedern frisch und persönlich\nbleibt, ohne opefettenhaft im neuen Sinn, das heißt\nbanal zu werden. Der Text ist nicht ganz so trost-\nlos wie in anderen Opern und endlich einmal nicht\nvon dem Rudolf Lothar in allen Gassen übersetzt\nworden. Das sei mit besonderem Dank erwähnt.\nDie Regie von Maximilian Moris kann nicht genug\ngelobt werden. Die Belebung der Chöre und der\nSolisten hat in der Oper bisher niemand erreicht.\nMoris fühlt sich auch absolut in die Musik hinein.\nZu wünschen wäre nur noch die Vermeidung von\nGeräuschen auf der Bühne, wie das Lachen, das\nAuftreten auf dem Holzboden, wodurch die er-\nreichte malerische Illusion des Steinbodens genom-\nmen wird, das Werfen von Türen, und Aehnliches».\nBei der Musik muß auf der Bühne jedes Geräusch\nund jeder Laut vermieden werden, der nicht durch\nden Ton hervorgerufen wird. Den Solisten sind\ndie üblichen Opernmanieren schon ziemlich abge-\nwöhnt. Zwei Sänger gestalteten sogar: Ida Sal-\nden und Kurt Frede r i c h. Die Tänze waren\nsehr original und doch aus dem Milieu ausgedacht.\nDie Hintergründe des „Kunstmalers\" W. von Ples-\nsensen hingegen sind fürchterlich kitschig oder nach\nseinen Skizzen von der Firma Hugo Baruch & Co.\nverdorben worden, was ich nicht feststellen kann.\nMalerei als Hintergrund geht überhaupt nicht. Auch\ndas gute liebe Wort „kostümell\" lebt noch immer\nauf dem Theaterzettel.\nDie Saalbesitzer als Vogelfänger und\nHühnerzüchter\nDie Saalbesitzer und die Tanzlehrer können,\nsich noch immer nicht über die Schiebetänze be-\nruhigen Trotz der gemeinschaftlichen Kommission\ndieser beiden wichtigen Berufsgruppen schiebt sich\ndie Unsittlichkeit durch die Tanzlokale fort. Die\ngemeinschaftliche Kommission versendet einen Be-\nricht an die Zeitungen: „Die unsittlichen Tänze ha-\nben sich in manchen Lokalen schon zu sehr ein-\ngenistet und der Saalbesitzer fürchtet seine ganze\nKundschaft zu verlieren, wenn er energisch dagegen\nvorgeht\" Die unsittlichen Tänze scheinen sich\nnicht nur fest e i n g e n i s t e t, sondern bereits\nlockere Vögel ausgebrütet zu haben. Und diese\nflüchtige Kundschaft läßt sich offenbar von den\nHausknechten nicht einfangen. Aber die Rettung\nnaht: „Eine willkommene Unterstützung habe die\nKommission im Verein Berliner Haus-\nfrauen gefunden, der es sich angelegen sein las-\nsen will, auf die Jugend einzuwirken und das Un-\nsittliche dieser Tänze vor Augenzuhalte n.\"\nWenn die Berliner Hausfrauen schieben, dürften\nder Jugend sicherlich die Augen übergehen. 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BAUM\nIm alten Schloß / Novellen\nVerlag Paul Cassiref / Berlin\nALBBRT EHRENSTEIN\nTubutsch I Mit zwölf Zeichnungen tob OSKAR\nKOKOSCHKA\nVerlag Jahoda und Siegel / Wie»\nALFRED MOMBERT\nDer Glühende\nDie Schöpfung\nDer Denker\nDie Blüte des Chaos\nVerlag Schuster und Loeffler Berlin\n\\\nACHIM VON ARNIM\nWerke / Im Auftrag und mit UnterstütEMg der Yoa\nArnimseben Familie ausgewählt und herausgegeben\nyon Reinhold Steig / Drei Bände / Btwu sechzehn-\nhundert Seiten / In Pappbänden iisaamea Drei\nMark\nInselverlag Leipzig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c010", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "737", "page_fin": "737", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.9", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "737", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.7", "debut_caractere": 75, "fin_caractere_exclue": 133, "texte": "(£ss Ausstellungen, Salons ||||\nKunsfhandlungen etc.\nBHi\n-"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c011", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "737", "page_fin": "737", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.10", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "737", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.7", "debut_caractere": 135, "fin_caractere_exclue": 509, "texte": "CASPER'S Kunst-Salon\nEintritt 50 Pf. 19 Pots dam erstr. vis-a-vis Eichhornstr.\nWinter-Gemalde-Ausstellung Serie I\nKollektionen von\nJ. 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Kurse von rIICUI. MCdIGI Leipzig\nunter Mitwlrkung 12 hervorragender Fachleute der Theorie und Praxis (staatlich\ngcpriifte Lehrer, Akademiker oder auch Kaufleute in fuhrender Stellung). Grand llche\nF.infuhrung in die verschiedenen Branchen des kaufraSnnischen Berufes, ratkmdles\nStudium der Handels- und verwandten Wissenschaften ais Ersatz fur ein mefar-\njShriges Hochschulstudium. Muster-Uebungs-Kontor.\nDas Studium ist fur Anfanger (Daraen und Herren) die fur Stenographie,\ndeutsche und fremdsprachliche Korrespondenz, Kasse-, Buchfiihrungs- and Buaaz-\nTechnik, Buro-Praxis sich vorbereiten wolien —\nsowohl fur junge Leute, die nur cine Volks-, Real- oder ihnliche Schuie ab-\nsolviert haben, wie fur\nHerren mH besseren praktlschen oder theoreticchen Vorkenntnlssen, Einj&hrig-\nFreiwiilige, Abiturienten,\nfur Kaufleute reiferen Alters, die bereits praktisch titig waren and den\nForderungen der Gegenwart entsprechend ihre Fachkenntaisse erweitern oder\nvertiefen wolien oder\nxiir Bankbeamte, Ingenieure, Chemiker, Brauer, Juristen, Natioaaldkonomen,\nOffiziere, die fur Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen oder Verb&nde,\nAktien- oder ahnlicher Gesellschaften sich vorbereiten wolien. Daner der Karse\n6—12 Monate — je nach Vorbildung und Ziel.\nProspekte gratis durch die Direktioa, Johaanisplatz S"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c023", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "737", "page_fin": "737", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.22", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "737", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.7", "debut_caractere": 4087, "fin_caractere_exclue": 4101, "texte": "W\nw\nwswmMi\nr\nm"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c024", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "737", "page_fin": "737", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "737", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.7", "debut_caractere": 4103, "fin_caractere_exclue": 4288, "texte": "Herwarth Walden\nDAFNISLIEDER\nFiirGesangu.Klavier / 52Seiten\nDREI MARK\nDurch alle Buch- und Musi-\nkalienhandlungen oder direkt\ndurch den Verlag DER STURM\nHalensee / Katharinenstraße 5\nJ."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c025", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "737", "page_fin": "737", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "737", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.7", "debut_caractere": 4290, "fin_caractere_exclue": 4622, "texte": "Autoren\nwelch* ein belletristisches oder\nwissenscbaftliches Buch ge-\nschrieben haben und einen\nVerleger dafur suchen, der es\nnach modernen drucktechni-\nschen Prinzipien ausstattet und\nruhrig vertreibt, helieben ihre\nAdressen (evt. 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HAHN\nAlexanderplatz Landsbergerstr. 60-63\ngegrundet 1825\nModerne Herrenbekleidurvg\nferfig unci naci Mafil\nReklameangebot:\nDer elegante Ulster\naus englischen gemusterten Cheviots mil Krmelaufschlagen 3250 M\naus den modernsten Flauschstoffffen mit aufgesteppten Taschen 4550 h\nVornehmer zweireihiger Sacco-Anzug, englisch gemusterter Cheviot\n* 3250 45 m\nSchicke Passformen Beste Verarbeitung\nDen Herren Studenten tind Mitgliedera von Kunstvereimgungen gegen Vorzeigung von Legitimationskarten 5% Rabat!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c033", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c033", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "738", "page_fin": "738", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.32", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "738", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.8", "debut_caractere": 561, "fin_caractere_exclue": 737, "texte": "5 rue Chaptal /' Paris\nDiese literarische Zeitschrift\nveroffentlichte das franzo-\nsische Original der Tage-\nbucher Flaubert s, deren\nUebertragung in Deutschland\nverboten wurde."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c034", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c034", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "738", "page_fin": "738", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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Januarl9l2,9 Uhr\nCafe Austria, Potsdamerstr. 28\nIlerwarth Walden:\nGegen die Huslk\nWarnong- rnit Musik\nFeiner wird gelesen aus Schrif- ■\nten von Baudelaire, Blass.\nHardekopf, Killer, Holderlin,\nSteiner, Werfe!\nKarten zu einer Mark : Buchhdlg.\nEdmund Meyer und Abendkasse"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c038", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c038", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "738", "page_fin": "738", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.37", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "738", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.8", "debut_caractere": 1360, "fin_caractere_exclue": 1936, "texte": "Verlag Der Sturm j\nDer Preis tiir den eristen Jahrgang der Wochenschrift\nDER STURM (Nummer 1 - 56) wurde auf\n== Zwanzig Mark —\nephoht und wird nur ao bisherige oder neue Bezieher\ndes laufenden Jahrgangs direkt vom Verlag abgegeben.\nEs sind nur eine geringe Anzahl Exemplare vorhanden\nDie Holzsehnitte wurden vom Origilialstock gedruckt\nVom 1. jaouar 1912 ab erscheint DER STURM noch\nin einer SONDERAUSGABE auf sthwerem, dauer-\nhaften Papier. Die Sonderausgabe wird nur yom\nVerlag Der Sturm dijekt und ungebrochen ver-\nsandt. Bezug dieser Ausgabe fur das Vierteljahr:\nDrei Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c039", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c039", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "738", "page_fin": "738", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.38", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "738", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.8", "debut_caractere": 1938, "fin_caractere_exclue": 2166, "texte": "li' Effort\nHalbmonatsschrift\nfur moderne Kultur u. fran-\nzosische Sezession is den\nKunsten und in der Literatur\nHerausgeber nd Scbriftleiter\nJEAN RICHARD BLOCH\nJahresbezug ffir das\nAusland : Mark 6.—\nPOITIERS (Vienne)\nFrankreich"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c040", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c040", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "738", "page_fin": "738", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.39", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "738", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.8", "debut_caractere": 2168, "fin_caractere_exclue": 2368, "texte": "Vegetarisciies Gasthaus\nI Charlottenburg *\n■ Bismarckstrasse 9\nAim Knie\nSB\nB\ns a\nm\nAngenehmer AuScnthalt\nfur Kunster uad Studenten\nZahlreiche Zeitungea und\nZeitschriften / Bis zehn\nUhr abends geoffnet"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-01-06-01-c041", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-01-06_01#c041", "volume": "bmtnabg_1912-01-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "738", "page_fin": "738", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.2.40", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "738", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.8", "debut_caractere": 2370, "fin_caractere_exclue": 2673, "texte": "Cafe -Restaur ant\nmm\nvIH\nQxarlottenbur\n(jrolmax\n«$■\n/Jrr'T Sim Si#?\ni& IV\nTaglich Nachmittag- und Abendkonzert\nvon 4—7 Uhr von 8y3— 2 Uhr\nBillardsale Spielsale Kegelbahnen\nBeste wiener und ungarische Kiiche\nGutgepflegte Biere und Weine\n:: ANQENEHMER AUFENTHALT\nBesitzer J. 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Von allen\nden guten Gaben könnte man ein ganzes Jahr lang\nleben und würde sie dann noch nicht verdaut\nhaben. Mit bloemigen Geist, mit klaarem Ver-\nstand und eloesserischem Magen (er war zum ersten\nMal in einem Grillroom eines ersten Hotels, o du\nselige), soll man nun chemisch analysieren. Und\nman war schon so vergnügt, alles herunter-\ngeschluckt zu haben. Doch die Sachen wollen\nes. Die Schreibmaschine versagte zwar den\nDienst, (gnadenbringende), und meine treue Sekre-\ntärin weigerte sich, den Kohl mit der anzu-\nfassen, Doch unmittelbar nach der fröhlichen er-\nschien der Reparaturmensch, und die Maschine\nkann wieder einmal über den Geist siegen. Wer\nhätte sich nicht schon den Kopf über die Berech-\ntigung der Weihnachtszensur zerbrochen, und\nund welche Occassion ist günstiger zur Einkehr\nund zur Rundfrage, als die selige, wo der Mensch\nbeschaulich seinen Magen vollschlägt. Und dann:\n„das Weihnachtsfest soll in erster Linie das Fest\nder Kinder sein.\" Wer könnte diesen tiefgefühlten\nSatz der tieffühlenden Redaktion nicht nachfühlen?\nUnd doch sehen gerade die Schulkinder diesem\nlieblichsten aller Feste recht häufig mit gemisch-\nten Gefühlen entgegen\". Dem Fest muß geholfen\nwerden. Fort mit der Weihnachtszensur! Der\nVossische Zeitung „drängt sich die Frage auf\",\nsie kann sich infolgedessen nicht mehr halten und\nwandte sich an einige der bekanntesten Berliner\nPädagogen, sowie einige „Eltern\". Das Resultat\nwar sehr merkwürdig, wie die Redaktion fest-\nstellt: nämlich, „daß auch hier — wie in allen wich-\ntigen Lebensfragen — zwei Standpunkte in\nBetracht kommen\". Mit zwei Punkten in der\nHand kommt man durch das ganze Leben. So\neine Weltanschauung zwischen zwei Gedanken-\nstrichen läßt man sich zur fröhlichen gern gefallen.\nNun treten die verschiedensten Schuldirektoren\nauf die beiden Punkte. Wie in allen wichtigen\nLebensfragen. Von Eltern äußert sich „die ausge-\nzeichnete Schriftstellerin Clara Viebig, deren Sohn\n~die Zensur, wie im Mittelalter den Sträflingen die\nFolterwerkzeuge erscheinen, die ihnen das Ge-\nständnis einer Schuld entreißen sollen'.\" So einen\nbegabten Sohn hat die ausgezeichnete Schrift-\nstellerin. Befriedigt schlägt sich die Redaktion auf\nden Bauch: „Aus diesen Aeußerungen geht zur\nGenüge hervor, daß über die Berechtigung der\nWeihnachtszensur verschiedene Meinungen herr-\nschen.\" Diesem Punkt scheint also nicht einmal\nmit zwei Punkten beizukommen zu sein, wie bei\nden wichtigen Lebensfragen. „Wegen Mangels an\nRaum\" erfährt man nur die „Aeußerung eines nam-\nhaften Literaten, der den Lesern der Vossischen\nZeitung wohl bekannt ist, und dessen Auffassung\nder Frage sich mit denen der andern völlig deckt.\"\nDie Punkte scheinen sich nach dem Vorbild der\nMenschheit plötzlich in Frieden geeinigt, oder in\nFreuden aufgefressen zu haben. Sie decken sich.\nUnd die Redaktion ist so vorsichtig, den Namen\ndes namhaften Literaten zu verschweigen, um\nkeinen neuen Unfrieden, etwa mit mir, aufkommen\nzu lassen. Am Ende macht man sonst noch neben\nden gedeckten Punkten einen Klex.\nDer Mangel an Raum wird benutzt, um den\nNachfolger des seligen Professors Ludwig Pietsch\nvorzustellen. Herr Professor Hanns Fechner ist\ndurchaus erbberechtigt. Man sollte ihn wenigstens\nzu jeder fröhlichen schreiben lassen. Frohsinn er-\nfreut des Manschen Herz. Der Professor Fechner\ndenkt sich zurücke, als er noch mit dem einen oder\nandern Freund aus Maler-, Musiker- oder Gelehr-\ntenkreisen zu Pietschens Geburtstag ging. „Wer\nes einrichten konnte, verließ den Festabend im\nFamilienkreise, und machte sich urn die zehnte\nStunde herum auf, um dem guten Alten, dem un-\nverwüstlich Jungen, die Hand zum Geburtstags-\ngruße schütteln zu können. In der Landgrafen-\nstraße lag sein gemütliches Heim.\" Das war noch\nein altes biederes Mietshaus, ohne sonstige Errun-\ngenschaften des Berliner Westens. „Aber, wenn\nman den alten Flur betrat, so heimelte einem sofort\neine wundersame Stimmung von Festesfreude an.\nEs war, als ob überall an den einfachen Wänden\nNeckbolde - Neckbolde, Neckbolde - und allerhand\nfröhliches Luftgesindel einen seltsamen beweg-\nlichen Arabeskenschmuck bildeten, der den An-\nkömmling alsbald hineinzog in den Strudel ausge-\nlassenster Fröhlichkeit.\" Ja, was so ein echter\nKunstmaler und Neckbold ist, hat schon seine\nPortion Phantasie, namentlich wenn er weiß, daß\nihm ein guter Happen sicher ist. Und nun geht es\nrinn in den Strudel: Munteres Stimmgewirr in\nallen Tonarten, anregender Frohsinnsakkord, der\nselbst bei einem eingefleischten Griesgram noch\nirgendwo im Innern ein paar Saiten mitschwingen\nmacht, Adel vom Geist, ausgiebigste Gastfreund-\nschaft, nicht zu vergessen der entzückende Kranz\nschöner Frauen und Mädchen, ritterliche Liebens-\nwürdigkeit, Spiel am Minnehof, mit Kunstwerken\nvollgestopfte Räume. Bei den Gesellschaften\nscheint man allerseits kostümiert gewesen zu sein:\n„Es gehört Geschicklichkeit dazu, aneinander vor-\nbeizukommen, und die wundervollen zu Ehren\nL. P. angelegten Frauenkleider mit Nach-\nsich zu behandeln.\" Daher die Neckbolde. „Meist\naber mußte man sich schon vorher auf den Trep-\npen mit großer Kunstfertigkeit zwischen\nden auf den Stufen Sitzenden hindurchschlängeln.\"\nJetzt erfährt man endlich den Grund des kolos-\nsalen Drängeins. Es gab nämlich gratis kolossal\nviele gute Happen, extra Hummern, Austern, Paste-\nten. Natürlich wurde dem Luftgesindel ganz gegen\nalle Natur kanibalisdh wohl zu Mute: „Sie müssen\nerst einmal die Riesenspargel probieren, die wir\nhierher gerettet haben.\" Die Neckbolde rette-\nten, was sie konnten. Besonders scheint sich „der\nrundwangige, beliebte und bekannte Cellist\", im\nDienst des Spargels hervorgetan zu haben. „Auf\nden Treppenpodesten standen auf ein paar Stühlen,\noder am Boden die großen Schüsseln.\" Frisch\nvom Trog. Aber Neckbolde sind manierlich: „Die\nEßgerätschaften trug ein jeder sorg 112 ä 11 i g un-\nte r m Arm, oder balanzierte sie mit Kunst und\nGeschick auf den Knieen.\" Das scheint ja eine\nSauhatz für das Luftgesindel gewesen zu sein.\nNamentlich, wenn man die Kunst und das Geschick\nbedenkt, mit dem Messer unterm Arm und der\nGabel auf dem Knie die angelegten Frauenkleider\nnachsichtig zu behandeln. Ich verliere beim Lesen\nschon die Balance. „Schnell wurde ein glücklich\neroberter, unbenutzter Teller herübergereicht,\nund man saß erst im Winterrock, die Ueberschuhe\nan den Stiefeln, für ein Weilchen bei den andern,\num mitzuhalten.\" Die Messer oder die Gabeln?\nMich wundert nur, daß der Portier des Hauses die\nUmwandlung in ein Asyl für Obdachlose gestattete.\nIch glaube, daß nicht einmal die armen Leute, die\nsich mit verwesten Bücklingen einen Weihnachts-\nschmaus bereiteten, so neckboldisch sich benom-\nmen haben. „Wenn sich dann Männlein und\nWeib 1 e i n durch all die guten Dinge wie im\nMärchenland hindurchgegessen hatten, dann kams\nwohl dazu, daß eines der Zimmer ausgeräumt\nwurde,\" — nicht etwa, um auch noch die 'Möbel her-\nunterzuschlucken, sondern — „um ein wenig Platz\nfür ein T än z 1e i n zu schaffen.\"\nDas weiß der Kunstmaler Herr Professor\nHanns Fechner von dem Kunstkritiker Professor\nL. P. zu berichten. Wes der Magen voll ist, des\ngeht der Mund über. Und daher erinnert sich der\nProfessor der Legende, „an einen jener Großen\naus der Renaissancezeit, der schönheits-\ntrunken den Leiden- und Freudenbecher des Lebens\nbis auf den letzten Tropfen leeren konnte, und\ndssen letzer Gedanke war: Dein Trank war doch\ngut, o Leben!\" Ins Fechterische übersetzt: Dein\nEssen war doch gut, o Pietsch!\nDas druckt einem die Redaktion für Staats-\nund gelehrte Sachen aus Raummangel auf den\nMagen. O du selige.\n\nPolarität\nPhilosophischer Vortrag\nvon Dr. S. Friedlaender\nEs ist vielleicht gut, hier gleich die These vor-\nanzustellen, welche zur Evidenz gebracht werden\nsoll: DasErl e b n i s „W e 11\" is t die un-\nendliche Entzweiung des Selben. Ver-\ngessen wir nicht den persönlichen Erlebnischarak-\nter aller Welt. Vor allem ist die Welt ein selbst-\neigenes Erlebnis. Man mag sich Gedanken über\ndie Welt an sich machen, über die Welt nach\nAbstraktion vom Erlebnis — aber diese Gedanken\nmit allen ihren dialektischen Verfänglichkeiten ge-\nhören mit zum Erlebnis „Welt\". Als Skepsis wird\nerlebt, ist ein Erlebnis des Lebens selber, zu des-\nsen Raffinierung sie gehört; und zur allerletzten\nSkepsis gehört auch Skepsis gegen Skepsis. Alle\nlogischen Alternativen sind wie diejenigen des Le-\nbens heute aufgetan, und es gilt, eine Entscheidung\nzu treffen, welche, statt sich Für oder Wieder zu\nerklären, in das Zentrum aller Ja's und Nein's\ntrifft. Wir kennen nichts als das persönliche Er-\nleben; und beiläufig wird auch die Unzulänglich-\nkeit aller Worte persönlich erlebt. Nun sollte nach\ndieser Behauptung, deren Leugnung man eben-\nfalls persönlich erlebt (wie denn der Geist der\nGeist des Widerspruchs ist) — man sollte Wunder\nmeinen, welche grandiose, erhabene, ja göttliche\nBedeutsamkeit das persönliche Erleben zeigen\nmüßte, wenn es dermaßen weltbedeutend wäre.\nAber dann vergißt man die zahllosen Verlegen-\nheiten, die ihm aus seiner eigenen Fülle kommen,\nembarras de richesse. Man vergißt andererseits,\ndaß es in der Tat persönliche Erlebnisse von un-\nvergleichlicher Grandiosität gibt. Man vergißt,\nwie mächtig man sein könne, ohne es deutlich\nwissen zu müssen — und man vergißt schließlich\ndas Vergessen, die bodenlose Unendlichkeit\ndes Vorhandenen, das nicht gespürt wird. Viel-\nleicht wird man nach alledem die Gutmütigkeit\nhaben, die Exorbitanz des persönlichen Erlebens\nzuzugeben; so wie man gern einräumen wird,\ndaß die Haut des Leibes nicht seine wahre Grenze\nsei, sondern etwa bloß die Grenze seiner plumpen\nAbtastbarkeit und Sichtbarkeit — und Grenzen\nsind die seltsamsten aller Amphibien. Man wird\nnotgedrungen in die eigene Weltbedeutung ein-\nwilligen, in das Erlebnis Unendlich, in die Un-\nendlichkeit des Erlebnisses — aber damit hätte\nman auf die bequeme Identifikation mit sich selbst\nverzichtet. Man war, .soviel man wußte, ein ein-\nzelner, kleiner Mensch, der nun auf einmal unge-\nmütlich anzuschwellen und an einer Art philoso-\nphischer Riesenelephantiasis zu erkranken droht;\nzum Schopenhauer'schen Makranthropos. Aber\ndieser einzelne kleine Kerl ist ein bloßes Vorur-\nteil des persönlichen Erlebens, er ist eine seiner\nintimsten Erfahrungen — aber ihn mit der Person,\nmit der ersten Selbsteigenheit z« verwechseln,\ndiesen Wechselbalg der Person mit ihr zu ver-\ntauschen, das wäre ein gröberes Quidproquo als\nwenn der Marionettenspieler sich mit seinen Puppen\nidentifizieren wollte. Idenfikation ist keine Selbst-\nverständlichkeit, sondern ein paradoxes Kunst-\nstück. Wenn ich meine Stimme von einem Zen-\ntralorte aus auf einmal durch Milliarden Röhren\nschickte, deren Mündungen sich dieser Stimme be-\nwußt würden; dann würde meine Identität sich\nallerliebst deplaßiert, ganz paradox in Milliarden\nIsolationen lokalisiert vorkommen. Wir sprechen"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "733", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.3", "texte": "also vorläufig die Verdächtigung aus, Unendlich-\nkeit sei nichts als so ein ähnliches Röhrensystem\ndes eigentlichen persönlichen Erlebnisses; Unend-\nlichkeit sei nichts als die intrikateste Katoptrik des\n. . . Selben. Das hat man oft läuten hören, die\nWelt sei nicht das Wesen, sondern bloß dessen Er-\nscheinung. Man hat auch die tollen Kapriolen ge-\nsehen, welche die Skepsis um diese Pantomime\nschlug. Diese logische Gebärdung ist uns zu steif\ngeworden, wir pfeifen auf das Wesen, und seitdem\nfeiert Erscheinung längst ihre Saturnalien. Der\nPerspektivismus macht eine sehr wesentliche\nMiene. Der Relativismus gedeiht, ohne viel We-\nsens zu machen; und alles ginge wie am Schnür-\nchen, wenn nur das geistige Band nicht eben fehlte.\nDer erstaunlichste Logiker, den die Erde kennt,\nImmanuel Kant, ein kritischer Geist, von ebenso\ngroßer Vorsicht wie Kühnheit, hat der lo-\ngischen Spekulation das Weltwesen selbst nur des-\nwegen entzogen, weil seine Logik auf den, wie es\nschien, unüberwindlichen Widerstand des Unend-\nlichen stieß, dem sich die Empirie in jedem Be-\ntracht annähert, ohne es anders zu erreichen als\ndurch den Glauben, durch das Organ einer prak-\ntischen Gewißheit. Nach Kant sind wir all-\nwissend, aber bloß formal: diese halbe Allwissen-\nheit wird lediglich praktisch ergänzt: hingegen theo-\nretisch müssen wir im Schweiße unseres Ange-\nsichts empirisch arbeiten; höchstens, daß wir\nästhetisch der Sinneswahrnehmung eine bunte\nSymbolik der ewig finsteren Gewißheit abgewin-\nnen; ein Punkt, worin sich Goethe gern mit Kant\nberührt. Im übrigen hat Kant niemals bezweifelt,\ndaß unsere Logik direkt auf das Wesen der Dinge\ngehen würde, wenn sie ihre Sinneserfahrung\nnicht passiv hinzunehmen brauchte, sondern aktiv\n(archetypisch) selbst erschaffen könnte; aber das\nkann ja nicht einmal der Phantast, nicht einmal der\nTräumer oder Halluzinierer; sie alle stehen noch\nfremden Gebilden gegenüber; die sie vielleicht\nherbeizitieren, aber nicht erschaffen. Unsere\nLogik sei nicht schöpferisch, sie empfange ihre\nGegenstände — dies konstatiert Kant, ohne über\nden Geber dieser Dinge aufklären zu können;\nhier muß er sich, praktisch, moralisch bescheiden;\ndie reine Spekulation hierüber hat er sich kritisch\nverboten; und die empirische mußte ja zweck-\nlos bleiben. Diesen ungemeinen moralischen Re-\nspekt hat Nietzsche der Logik aufgekündigt, aber\naus einem viel ungemeineren Respekt, welcher\nden sensualistischen Aufkündigern, flachen Herzen,\nfehlt. Nietzsches Gelächter sind diese logischen\nOberhoheiten, die, wenn man ihnen auf den Leib\nrückt, majestätisch verstummen. Seine Religion\nist die Empirie des Unendlichen, deren theoretischer\nAbrundung durch eine mindestens alle menschliche\nErfahrung umspannende Maxime er nachspürt und\nzwar mehr mit seherisch-dichterischer als mit\neigentlich logischer Schärfe. In dem Säkulum zwi-\nschen Kant und Nietzsche haben einige immer\nwieder versucht, der Logik auf den Thron\nzu helfen, bis dann Nietzsche sie so radikal wie\nmöglich entthront hat. Hinter der Empirie steckte\nbei Nietzsche kein anderer Gott als der Zufall des\nschöpferischen Wurfs, das Chaos, das sich selbst\nirgend eine Logik abgewinnt. Indem nun Nietzsche\nbis in unsere letzten und zartesten Ordnungen hin-\nein die ursprüngliche rohe Gewalt des absurdesten\nChaos dringen ließ, entsteht ihm. bis in den chao-\ntischen Ursprung unserer selbstgeschaffenen W)elt\nhinein ein dankendes, segnendes Verehren, ein Ja-\nsagen auch zur Vernichtung alles Gesetzlichen. —\nWir nun wollen hier nicht gegen alle diese flüch-\ntig perlustrierten Lehren polemisieren — im\nGegenteil, es schiene uns wünschenswert, wenn\nauf der Skala der Möglichkeiten und Menschen\nauch die geringste Nüance nicht übergangen würde.\nWir haben die Maxime genannt, welche uns nicht\nweniger geräumig erscheint als die Unendlichkeit\naller möglichen und unmöglichen Lehrmeinungen.\nEs ist die Lehre von der Welt als einer Polarität,\ndas heißt einer unendlichen Entzweiung des Selben;\noder einer unendlichen Identifikation des Verschie-\ndenen. Als diese Selbigkeit, welche keine Einheit,\nsondern unendlich innig, exorbitant innig ist, spre-\nchen wir die Bedingung aller Möglichkeit von Er-\nfahrung, die Person, das persönliche Erleben an,\ndessen pluralistische Entzweiung Leiber sind, sinn-\nlich warnehmbares Leben ist als das Organ der\nSelbsterfahrung des Unendlichen. Und jetzt nenne\nman mir die Polemik, deren Gegenpolemik dieser\nSatz nicht mit der gleichen Kraft heraufbeschwö-\nren muß, indessen er unanfechtbar beides har-\nmonisiert! Ich will mit Freuden die Münchhau-\nsen'sche Person erwarten, die sich selbst bei den\nHaaren aus dem Sumpf des Unpersönlichen zieht.\nIch will die Person devotest salutieren, die sich\neinbildet, absolut zu sein wie der Fichte parodie-\nrende Bakalaureus im „Faust\". Wir erleben Ver-\nschiedenheit in jedem Sinne unendlich. Wir er-\nöffnen jetzt folgende Alternative: Entweder ist es\nkrasse Verschiedenheit ohne alle Identität; alsdann\nverlöre das Erleben allen Zusammenhang; oder\nIdentität sitzt irgendwo im Zentrum als mystische,\nmonistische Weltspinne — dann gewänne unser\nErleben beträchtlich an Absurdität: wie, fragen\nwir vergebens, wie entspringt der Plural aus dem\nSingular?? Dieses Identifizeren bleibt absolut\nmystisch, also finster, da es doch platt gewiß nicht\nvorgenommen werden kann; ebenso wenig wie\neine platte Identifizierung der Welt mit Gott.\nWählt man den Mittelweg der Mittelmäßigkeit und\ndemonstriert darwinistisch oder sonstwie die V e r -\nwandtschaft des Verschiedenen; so verlan-\ngen wir sehr neugierig nach dem Grund dieser\nauffallenden Verwandtschaft und erhalten eine\nMenge unbefriedigender Einstweiligkeiten. Gut!\nGut! Ohne den erzphilosophischen alleinigen Ehr-\ngeiz der persönlichen Erlebens mag es getrost\nVerschiedenheiten geben, deren gemeinsame Wur-\nzel uninteressant bleibt. Es kommt eben vor allem\nauf den Grad an, bis zu dem man sich persönlich\ninteressiert! Und bei Philosophen geht eben dieses\nbis zum Wahnwitz, bis zum persönlichen Welt-\ninteresse, bis zum logischen Fieber. Man hält ihn\nfür uninteressiert, weil man sich Hitze in Dingen\nnicht erklärt, welche sonst jeden kalt lassen;\nschmerzempfindliche Nervenfäden bis in ab-\nstrakte Begriffe hinein, bis in den Zentralbegriff\nIdentität. Ohne diese mörderliche Inter-\nessiertheit bis in diesen Zentralbegriff hinein mag\nman mit akademischer Politesse von hunderttau-\nsend Kathedern der Welt schwatzen, was man\nLust hat; es wird weder den Schwätzer noch den\nHörer heiß oder kalt machen. -— Also, Alternativen\nerledigt man nicht durch Halbierung, Bejahung,\nVerneinung; sondern durch Aufwägung, Aufhebung,\nGleichwägung. Was ist Wahrheit? Eine unend-\nliche logische Alternative! Aber die Seele dieser\nAlternative ist, etwas rasch gesprochen, die\n„Seele44, die Person, das persönliche Erleben!\nPardon! Das totale, das roheste, das zarteste, das\nunendlich innige. Der Blick in eine Kaffeetasse\ngenügt nicht, es muß ein Blick in den Sternen-\nhimmel hinzu! Das persönliche Erleben, picht\nirgend eins; das Welt-Erlebnis! Praktisch, ästhe-\ntisch und schließlich theoretisch. Sonderbarer\nWeise ist das theoretische Erleben bis zum heuti-\ngen Tage noch ohne den Egoismus, der das prak-\ntische und das ästhetische so kräftig anfeuert. Zur\npraktischen Anwendung läßt man sich die\nTheorie gefallen; aber in ihr selbst schlägt bis\njetzt kein gesundes Herz. Und diese Herzkrank-\nheit des logischen Menschen influiert auf den prak-\ntischen und ästhetischen ganz beträchtlich.\nDeswegen ist es nicht so müßig wie es\nscheint, eine rein logische Frage herzhaft zu\ntraktieren*. Identität als Erlebnis ist ganz ein\nander Ding, ein blutigerer Begriff als die Schulfaxe\nIdentität. Man versteht hierin die einfache, ein-\nfältige Wahrheit als unendlich innig, überinnig: als\ndas Raffinierteste, Allerkomplizierteste, das den-\nnoch elementar bleibt, jedoch polar, das heißt nicht\npluralisch, sondern gegensätzlich pluralisch, wider-\nsprechend pluralisch, oppositiv pluralisch, oder gar\nnicht sich manifestieren kann und meist extrem\npluralisch. Zum Beispiel also nicht als ein Streben,\nDrängen, sich immerfort Entwickeln und Uebertref-\nfen; sondern ebenso sehr als ein Widerstreben, Hin-\ntersichzurückbleiben, sich entgegegesetzt entwickeln\nin infinitum. Aber diese Pole, diese Extreme sind\nmit gleicher, jedoch eben konträrer Gewalt bezo-\ngen auf ihre eigne Identität, deren Sein Polar-\nse i n ist. Identität, wo sie wirklich besteht, ist\ndas Element eines Vertrags, einer Konvention,\naber einer kosmischen. Das Identische ist von\neiner so hyperbolischen Erlebnisgewalt, daß es\nsich nur polar auslassen kann; oder überhaupt\nnicht. Hierin haben wir die Schranke seiner All-\nmacht: es kann nicht platt identisch sein und ist\nzu sich selber dennoch gezwungen. Es ist durch\neigene Enormität entzweit, zerrissen, polarisiert.\nUnd niemals dennoch wird diese Entzweiung die\neinigende Kraft vermissen können. Die Welt ist\nkeine einfache Welt, sondern ein Weltgegensatz\ndes Identischen, des Persönlichen, das in ihm wal-\ntet wie ein Gott, ob es nun darum wisse oder\nnicht. So findet sich die Welt von einem Prinzip\nregiert, welches gar nicht anders als differenziert\nin ihr angetroffen werden kann. Ohne diesen Welt-\nkunstgriff der Polarisierung wäre unendliche Iden-\ntität die Unmöglichkeit selber; und dieses bleibt\nsie auch so; aber als Unmöglichkeit in eigener\nPerson und als deren leiblich differenzierte Inkar-\nnation. Jeder Wink des Identischen wird nicht\nbloß befolgt, sondern wesentlich immer polar\nbefolgt, weil er enorm ist und sein ungeheures plus\nvon einem ebenso ungeheuren minus reflektiert\nwird. So entspringt aus der Ueberschwänglichkeit\ndes Identischen dessen Gesetz als eine Welt,\nwelche nicht harmonisch, sondern harmoni s i er -\nbar ist und sein muß.\nMöge diese Andeutung hier genügen. Es soll\nimmer mehr praktische Energie und ästhetische\nGlückseligkeit in die Logik des Lebens dringen:\nsie enthält das letzte Geheimnis aller Person,\ndas ja ewig anonym bleiben muß:\n„Denn Wer durch alle Elemente\n„Luft Wjasser Feuer Erde rännte\n„Der wird zuletzt sich überzeugen\nEr sei kein Wesen ihres Gleichen44\nGoethe\nWir werden das Geheimnis der Identität aus\neinem sehr plausiblen Grunde niemals lüften: In-\ndifferenz läßt sich ihrem Wesen nach nicht dif-\nferenzieren. Dennoch ist es ihr selbst kein Ge-\nheimnis. Wer nämlich differenziert, vermag dies\nnicht ohne ein Etwas, das sich durchaus jeder\nMöglichkeit der Differenzierung entzieht, trotzdem\nes ihm bekannter ist als alles übrige —: das ist\nseine Individualität, Selbsteigenheit, Persönlichkeit.\nJe weniger Jemand diese mit dem Rest gemein\nmacht; je mehr Jemand diese frei hält von jeder\nLokalisation, jeder Identifikation mit etwas Posi-\ntivem oder gar, wie Asketen, mit Negativem: desto\nmehr macht er sie zur spielsicheren Angel aller\ndiametralen Differenz. Im seltensten Falle würde\ndie Welt, welche um menschliche Personen ächzt,\nwie eine schlecht geteerte Radnabe, reibungslos\num ihn spielen. Freiheit ist nichts als die Angel\npolarer Notwendigkeit.\n\nBriefe nach Norwegen\nVon Else Laskor-Schüler\nLieber Herwarth, Tristan selbst will mir auch\nnicht glauben, daß ich ihn liebe, aber er war sehr\nmilde, als wir uns begegneten; wir gingen Hand in\nHand, und er erzählte mir die Geschichte von dem\nWolf, ohne zu wissen, daß die Geschichte eine\nwahre Begebenheit ist, ich selbst war damals der\nKnabe, der atemlos durch die Stadt schrie: „Der"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "734", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.4", "texte": "Wolf ist da, der Wolf ist da!\" Und zweimal heulte\nich die Leute an, versetzte sie in Schrecken, und\nals der Wolf wirklich einmal aus einer Menagerie\nlosgebrochen war, wollte ea mir niemand glauben,\n„Er\" will mir nun auch nicht glauben, daß ich ihn\nliebe, und ich werde vom Kummer zerfressen wer-\nden und sicher die ganze Siadt.\nHerwarth, bitte, laß diese Gedichte im Sturm\ndrucken, sie sind an Tristan — vielleicht glaubt er's\ndann — bei Gedichten kann man nicht lügen.\n>\nWenn wir uns ansehn\nBlühn unsere Augen.\nUnd wie wir staunen\nVor unseren Wundern — nicht?\nUnd alles wird so süß.\nVon Sternen sind wir eingerahmt\nUnd flüchten aus der Welt.\n\\\nIch glaube wir sind Engel.\n*\nAuf deiner blauen Seele\nSetzen sich die Sterne zur Nacht.\nMan muß leise mit dir sein,\nO, du mein Tempel,\nMeine Gebete erschrecken dich;\nMeine Perlen werden wach\nVon meinem heiligen Tanz.\nEs ist nicht Tag und nicht Stern,\nIch kenne die Welt nicht mehr,\nNur dich — alles ist Himmel\n*\nGar keine Sonne ist mehr,\nAber dein Angesicht scheint.\nUnd die Nacht ohne Wunder,\nDu bist mein Schlummer.\nDein Auge zuckt wie Sternschnuppe —\nImmer wünsche ich mir etwas.\nLauter Gold ist dein Lachen,\nMein Herz tanzt in den Himmel.\nWenn eine Wolke kommt —\nSterbe ich.\nich kann nicht schlafen mehr\nImmer schüttelst du Gold über mich.\nUnd eine Glocke ist mein Ohr,\nWem vertraust du dich?\nSo hell wie du,\nBlühen die Sträucher im Himmel.\nEngel pflücken sich dein Lächeln\nUnd schenken es den Kindern.\nDie spielen Sonne damit\nJa\nHerwarth, Tristan hat mir gesagt, er habe eine\nBraut, ich will nun nie mehr über ihn sprechen —\nIch gehe jetzt so oft allein in die Stadt, fahre\nmit all den Maulwürfen Untergrundbahn. Ich hab\n'schon eine Erdfarbe bekommen. Ich soll schlecht\naussehen. Daß mir das gerade auf hypo-\nchondrisch Jemand gesagt hat! Denn erst jetzt\nfällt es mir auf, daß einen alle Menschen fragen:\n„Wie gehts?\" Ich such nun immer suggestiv nach\nder hypochondrischen, erdfarbenen Linie in mei-\nnern Gesicht — über Knie—Görlitzer Bahnhof.\nAber ich bin allen Ernstes krank, es glaubt mir\nnur dann erst Jemand, wenn ich ihn anstecke mit\nmeiner Schwermut. Aber die Menschen haben ja\nvon Natur alle so verkalkte Gesichter, Eier; wenn\nes hoch kommt Ostereier; ich freu mich immer,\nwenn ich ein lachendes Plakat unten im Erdfoyer\nder Hochbahn entdecke, Das wilde Bengelchen\nvon seinem Vater Ludwig Kainer gezeichnet,\nich hab's sofort wieder erkannt; morgens\nlacht es auf der großen Hand seiner Die-\nnerin kühn reitend mich aus der Zeitung\nan, wie aus einem Marstall. Ich möchte\ndem allerkleinsten Sezessionsmaler ein grünes\nZwergpferdchen bringen, es müßte wie ein Baum\nso grün und sprühend sein, das wäre das Lustigste,\nwas ich mir vorstellen -könnte. Schon lange steht\nnun Natur auf der Asphalttafel der Stadt; das\nsteinerne harte Herz Berlins rührt sich. Tannen-\ndüfte färben das Blut in den Adern, und die Ge-\nsichter sehen frischer aus. Aber was geht es.\nmich an, ich habe kein Interesse für das Wohler-\ngehen dieser Welt mehr, schwärme nur noch für\nihren ärmsten Tand; Schaumglaskugeln in allen\nsanften Farben, manche sind wie kleine Altäre ge-\nformt, in ihrer Nische leuchten verborgene Schim-\nmerblumen der Maria. Ich glaube schon, ich\nspüre die gläsernen Blüten in der Brust, Diese\nOffenbarung! Und bin doch keine Christin; wo\nkönnte ich an mir Christin werden? Das hieße\nsein Blut verstoßen. Diese Erkenntnis sollte des\nJehovavo-lkes hochmütigster Reichtum sein,\nGulliver hat hier eine Stadt gebaut. Der ist\nja Architekt; das erzählte mir schon Adolf Loos.\nTausend Zwerge, so groß wie Streichhölzer, tram-\npeln durch die Straßen über den Marktplatz von\nMidgesstown. Wir waren zu fünf Riesen dort und\nhaben uns geradezu unserer Größe geschämt —\nund gingen behutsam gebeugt. Und doch hatten\nwir Unglück, einer von uns, der Schauspieler Mor-\nnau, hat einen Zwerg zertreten. Habt Ihr's gelesen?\nUnd Peter Baum hat sich einen zehn Zentimeter\nhohen Feuerwehrmann in die Tasche gesteckt in\nGedanken. Lauter Detektive und Kriminalpoli-\nzisten laufen dort herum. Cajus Majus, der Doktor\nHiller sah aus, wie ein gutmütiger Menschen-\nfresser, mit seinem runden Bauch, Und Hans\nEhrenbaum-Degele 'hat doch die Zwerge einge-\nladen zur Bowle Sylvester; ich glaub, er will sie\nhineinschütten.\nHerwarth und Kurtchen, Ihr kennt doch Cha-\nmay Pinsky, er ist mit Beate nach Jerusalem ge-\nzogen, das Land säuern. Der Schelm! Er weiß\nganz genau, zum gelobten Land gehören gelobte\nLeute. Und nicht jüdische Bourgeois, die von\nposener- Berlin in das Land der Könige ziehen;\nihre Frömmigkeit besteht aus bröckelnden Mat-\nzen, kräftigen Fleischbrühen. Vierzig Jahre lehrte\nMoses seinem Volk die Freiheit der Wüste und das\nBrüllen der Schakale, und das Gesetz vom göttlichen\nAngesicht lesen, bevor er sie durch das Tor Je-\nrusalems führte.\nIch denke jetzt viel an Religion, aber zur Re-\nligion gehört eine Welt: Alleinsein. Nicht ein\nIdyll mit einem Haus, das still. Ich war dazu be-\nstimmt, Tempeldienst auszuführen, ich hätte Gott\nHeilige gepflückt von den Ufern leiser Ströme\nUnd das Licht der Seele blau\nAuch lege ich fromme Bilder mit den\nSternen, die über das Allerheiligste schweben und\nimmer wüßte ich vor Gott zu knieen, daß es ihm\nkein Zorn entfacht. Ich sage zu Gott: du; sie\nduzen sich mit ihm.\n\nDie Expressionisten\nVon Paul Ferdinand Schmidt\n\nVielleicht stehen wir wieder an einer Wende\nin der Entwicklung der Malerei, wie zu der Zeit, da\nManets erste Bilder Wrut und Entsetzen erregten.\nDie Begleitumstände sind ganz ähnliche: das Pu-\nblikum lacht oder rast, Künstler bekommen Angst\nund protestieren, und die Kritik schließt sich ihnen\nan — zum Teil wenigstens. Nur darin sind wir\nvorgeschritten, daß der bessere Teil der Kritik sich\nvornehme Zurückhaltung auferlegt oder gar, wie\nviele Sammler und ein großer Teil der Jugend, sich\nmit Begeisterung der neuen Sache anschließt.\nWas ist's mit denen, die man „Expressionisten *\nnennt, nach eigenem Wunsche? Warum sind sie\nunzufrieden m;t dem Impressionismus und suchen\nneue Wege? Braucnen wir überhaupt etwas Neues?\nSchon die Tatsache des Neuen beweist die\nNotwendigkeit; und die rasche Ausbreitung seiner\nIdeen sollte sagen, daß in ihnen werbende Kraft ist.\nEs gilt vom Impressionismus leszukommen: nicht\ndas wahllose Wiedergeben einer Wirklichkeit mit\nLuft und Licht dünkt jenen Künstlern das Ziel, son-\ndern die Auslese; nicht ein idealistisches Verfäl-\nschen, wohl aber das Aufsuchen der starken und\nreinen Klänge in der Natur und ihre ausdrucksvolle\nDarstellung bedeutet ihnen ihre Tätigkeit Die Welt\nwollen sie in ungebrochenen reinen Tönen\nsehen; und diese ihre Welt wird schön durch Far-\nbigkeit Und in einem neuen, dem Impressionismus\nunbekannten Sinne erfüllt sie sich wieder mit\nPoesie.\nDies Unterfangen ist nichts unerhört Neues. Es\nhat sich folgerecht in Frankreich mit dem Impres-\nsionismus entwickelt. Cezanne lehrte die große\nVereinfachung der Töne, Gauguin die Wirkung der\nFlächen, und van Gogh fügte die flammende Leucht-\nkraft der Farbe hinzu. Maurice Denis, Vnillard\nund Bonnard versuchten eine flächenhafte Verein-\nfachung im großen Stile vorzubereiten, aber ihnen\nfehlte der zwingende Ausdruck: den fanden Ger-\nmanen des Morden-s und äußersten Südens, Münch\nund H'cdler. Der Impressionismus selbst war schon\nvor fünfundzwanzig Jahren auf dem besten Wege\ngewesen, die Analyse durch äußerste Konsequenz\nin ihr Gegenteil ix. verwandeln. Aber der Pointil-\nlismus konnte die Synthese nicht geben, weil er zu\nsehr auf technischer Unfreiheit aufgebaut war. Evo-\nlutionisten könnten sagen: die Zeit Seurats war in\nihrem Materialismus nicht reif, die Form für die\ngroße Synthese zu finden.\nMan sieht, der Ring der Entwicklung ist lücken-\nlos geschlossen. Es bedurfte nur des Entdecker-\nmutes, um das Mittel zu finden, die Frische des\ngroßen Natureindrucks festzuhalten. Warum wir-\nken Entwürfe und Skizzen von großen Meistern oft\nbedeutender auf uns als ihre ausgeführten WTerke?\nIn ihnen geben sie ihre malerischen Gedanken ganz\nunmittelbar und unverfälscht durch die Kontrolle des\nStudienobiektes. Gewiß brauchte Raffael seine\neminenten Aktstudien zu seinen Kompositionen.\nAber warum brauchte sie der moderne Künstler,,\nder seine Eindrücke wiedergeben will? Daß sich\nakademische Korrektheit mit den Zielen der Im-\npressionismus nicht verträgt, das unterscheidet ja\ndie Arbeiten der Sezession von denen der offiziellen\nKunst. Heißt es da nicht nur die letzte Folge aus\ndem Eindrucksprinzip ziehen, wenn man die Unmit-\ntelbarkeit der Skizze in das Bild selber rettet?\nDas anscheinend so revolutionäre Mittel besteht\nalso nur in einer weisen Beschränkung des darzu-\nstellenden Objektes: statt der Auflösung ins Weite\nund Viele, statt der unabsehbaren Differenzierung\nin allerkleinste Tonwerte, denen man zuletzt\n(man denke an Corinth und Beckmann) kaum mehr\nirgend einen farbigen Eindruck erhält, setzt man\ndie Konzentration auf das Wesentliche, auf die Li-\nnien und Farben, welche den Eindruck regieren.\nNatürlich läßt sich für solche Arbeitsweise kein\nRezept geben, und kerne Malschule kann sie lehren,"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "735", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.5", "texte": "Ludwig Kainer\nStudie zu einem dekorativen Gemälde\n\nweil sie eben das Unlerabare aus allem akademisch\n„Richtigen\" herausschält: die künstlerische Kon-\nzeption. Weshalb es eine ganz eigenartige Komik\nverrät, wenn grade hier von Mode und Nachäfferei\ngeredet wird. Denn Nachäffen läßt sich zwar aka-\ndemische Manier, aber nicht künstlerische Emp-\nfindung.\nEs ist müßig, von salopper Skizzenhaftigkeit\nzu reden. Man wird kein Schema anwenden kön-\nnen, nach dem die „Expressionisten\" etwa gleich-\nmäßig arbeiten. Wo die ganze persönliche An-\nschauung sich so rein von allen Zutaten im Bilde\näußert, kann von Schema keine Rede sein. Welche\nVerwandschaft hat Pechstein mit Puy, oder wel-\nches Schema soll de Vlaminck und Herbin mit Nolde\ngemeinsam sein? Das Aufatmen vom Zwange der\n„Korrektheit14 eint sie; aber während der eine in\nstark abgesetzten Flächen malt, läßt der andere ein\nFeuerwerk von Farben auf seine Bilder nieder,\nführt der dritte verschwimmende Töne duftig inein-\nander über oder kontrastiert düstere und grelle\nFarben miteinander. Ihr gemeinschaftlicher Name\nist ein Verlegenheitsrpodukt, denn er besagt wenig.\nAn Stelle äußerlicher Wahrscheinlichkeit be-\nsitzen sie die starke Form innerer Wahrheit. Die\nZurückführung des Bildlichen auf die stärksten Ak-\nzente in Flächen und Farben und die sorgfältige\nAuslese des räumlichen Ausschnittes (die der auch\nKomposition nennen mag, für den der Begriff kei-\nnen fatalen Beigeschmack besitzt) führen von selbst\nzu einer starken dekorativen Wirkung. Diese Bil-\nder zerfließen nicht in eine unbestimmte Masse:\nnoch aus weiter Entfernung sprechen ihre Farben\nmit der sinnlichen Glut, die zum Schmucke der\nWand notwendig ist. Und war es bisher nur Be-\nhelf, Bilder an die Wand zu hängen, so werden sie\nfortan zum wirklichen Schmucke des Raumes ge-\nhören, dessen Farbigkeit sie in sich als in Brenn-\npunkten sammeln. Diese Kunst scheint berufen,\ndie ersehnte Monumentalmalerei aus sich zu er-\nzeugen. Der einzige Freskomaler großen Stils, der\nheute lebt, gehört ihr seinem innersten Wesen nach\nan: FerdinändHodler.\nDie Befreiung von den letzten Fesseln der per-\nsönlichen Kunst hat aber auch eine ungeheure Stei-\ngerung der inneren Ausdrucksmöglichkeiten ge-\nbracht. Die Assoziationswerte der Farbe werden\nerst von ihr entbunden; die Schönheit ungebroche-\nnen Farbenglanzes zeigt, welche seelischen Werte\nwir auf unmittelbarem Wege von der Malerei er-\nhalten können, und wie sehr wir ihren Mangel bis-\nher entbehrt haben. Eine wirklich malerische In-\nbrunst kann jetzt an die Stelle des bloßen Natur-\nausschnittes treten, der durch seine Gegenwärtig-\nkeit den Künstler wie den Betrachter terrorisierte,\nder oft zum Eingehen auf unnötige Nebendinge nö-\ntigte und die Aufmerksamkeit zerstreute, anstatt\nsie zu konzentrieren. Jetzt kommt es darauf an, in\neiner anderen Weise „richtig zu sehen\": nicht um\nden Vergleich mit der Wirklichkeit zu bestehen,\nsondern um die Empfindung der Wirklichkeit so\nrein und innig zu vermitteln, daß das Mittel über-\nzeugt. Die Kunst tritt wieder in ihr altes Recht ein,\nihre Werke nach höheren Gesetzen von der Natur\nzu extrahieren.\ni\nWilhelm Schäfer hat iüngst in der Frankfurter\nZeitung in einem Artikel über die Sonderbündler\ndarauf hingewiesen, daß die neue Bewegung in ge-\nwissem Sinne an die Farbigkeit der altniederlän-\ndischen Primitiven erinnere, die nicht mit S hatten\nund Helldunkel arbeiteten wie die Malerei vom\nsechzehnten Jahrhundert bis heute, sondern mit\nschattenlosen Lokalfarben. Die Intensität in der\nWirkung dieser alten nordischen Meister empfinden\nwir als naiv und poetisch; es ist erstaunlich, daß\nein gleiches Mittel unsern jungen Künstlern unter-\nsagt sein soll, die in der Natur mehr zu entdecken\nfinden als ein Spiel zerstreuter Lichter.\nEin Niederländer, van Gogh, ist es, dei die\nBewegung entfesselt hat. Franzosen haben sie als\nTräger der großen malerischen Tradition der Neu-\nzeit aufgenommen. Ihre Bilder sind den Deutschen"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "736", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.6", "texte": "noch weit überlegen durch ihre Geschmackskultur.\nAber der gärende Sturm und Drang ihrer deutschen\nSchüler, die wachsende Breite der Bewegung bei\nuns, die keineswegs auf junge „Brauseköpfe\" be-\nschränkt ist (weder Nol d e und Rohl 112 s, noch\nD e u ß e r können so genannt werden), scheinen zu\nprophezeien, daß Deutschland das Land der Be-\nstimmung sein soll Das starke Mitwirken des\nEmpfindungsmäßigen, das ideale Moment in der\nAusdrucksmalerei spricht dafür. Es kommt hinzu,\ndaß wir in den letzten Jahrzehnten auf verschiede-\nnen Kulturgebieten verwandte Bewegungen erleben.\nIn der Dichtkunst ist die Abkehr vom Naturalismus,\nin der gewerblichen und architektonischen Kunst\nist die Aufrichtung der großen Gesetze des Ein-\nfachen und Organischen als gelungen zu betrachten.\nIn ihr System fügt sich gleichstrebend die Malerei\nder Expressionisten ein: dekorativ und freudig sich\nzur Farbe bekennend, organisch im inneren Aus-\ndruck. Sie geht in der Folgerichtigkeit des ideali-\nstischen Prinzipes am weitesten, indem sie den\nWeg zum Gefühl unmittelbar durch die Sinne\nnimmt. Ihre Farbflächen lassen nichts sinnlich Un-\ngelöstes, keine außerkünstlerische Assoziation zwi-\nschen sich. Sie sind vom Zweck erlöst, reine Ge-\nbilde der Kunst, und als solche wertvollste Produkt\ndieser ganzen Bewegung.\n\nKritik\nDer scheussliehe Strindberg\nDie Theaterkritiker haben sich maßlos geär-\ngert, daß man Strindberg spielte und noch dazu\nvor Weihnachten. Die größte Empörung bringt\nder Possenfabrikant Julius Keller vom Lokal-An-\nzeiger auf. Zunächst nennt er in seiner Wut das\nBerliner Künstlerische Theater „die allerneueste\nVereinigung zur Verübung rätselhafter theatra-\nlischer Aufführungen4'. Warum spielen die Leute\nauch Strindberg, den Scheiterhaufen, „dieses qual-\nmige Werk just einen Tag um Weihnachten.\" Die\nganze Stimmung hat man dem qualmigen Keller\nverdorben: „Ein Akt der Niederträchtigkeit gegen\ndie Leute, die sich um diese Zeit noch immer eine\ngewisse weihevolle Stimmung nicht verkneifen\nkönnen.\" Nun ist sie ihm verkniffen worden, und\ner schimpft mit Verkniffenheit: „der mit Scheußlich-\nkeiten verschiedener Art vollgepfropfte Dreiakter\n— langweilige Variationen — höchst unliebsame\nFamilienszenen — niederträchtige Drama — Pein-\nlichkeit und Quälerei —So schreibt das Mensch\nüber Strindberg. Freilich, es muß sich ja auf an-\nheimelnden Familiensinn und gute Hausmannskost\nverstehen. Warum bleibt aber das Männchen nicht\nzu Hause bei Muttan, warum verkriecht es sich\nnicht in sein Kellerloch, statt auf den Scheiterhaufen\nausgeschriebene Federn zu schmeißen? Glaubt es\ndamit den Weltbrand Strindberg löschen zu kön-\nnen? Da hat es sich in die Tinte gesetzt. —- Auch\nHerrn Norbert Falkist Strindberg zuwider. „Der\nScheiterhaufen leitete das neue Unternehmen ein,\nso grau und scheußlich wie das Influenzawetter,\ndas gestern die Straßen durchwehte.\" Und so\nweiter: „öde Qual dieser dreiaktigen Stelbstver-\nwüstung — offenkundiger Rückfall in jene anti-\nfemininen Tendenzen —- soviel Scheusäligkeit.\"\nJetzt macht Herr Norbert Falk einen Stern * und,\no Wunder, er geht ihm sogleich auf: „Wieder hat\nman Strindbergs unbedingte Meisterschaft in der\nknappen Zeichnung der Figuren gesehen, wieder\npackt Strindbergs Kraft zum Visionären und über-\nrascht seine scharfe Naturalistik, seine außerordent-\nliche Fähigkeit zur dramatischen Konzentrierung.\"\nDas schreibt derselbe Herr Norbert Falk in der-\nselben Kritik. Offenbar hat sich das Influenzawetter\ndurch den gedruckten Stern gelegt. Oder aber,\nHerr Falk hat sich in der Frühstückspause über\nStrindberg orientiert. Vielleicht bei dem Kollegen,\nHerrn Doktor Artur Eloesser. Der weiß Bescheid:\n„Strindberg braucht nicht erst entdeckt zu werden.\nWir wissen, daß er eine der gequältesten Seelen,\neiner der unruhigsten und beunruhigendsten Köpfe\nin Europa ist, und daß der Mann, der abwechselnd\nAtheist und Naturalist, Mystiker und Alchimist war,\nsein Leben alle paar Jahre von neuem anfing.\" Das\nwissen wir. Wir wissen sogar, daß der andere\nMann, der Doktor Eloesser, weder unruhig noch\nbeunruhigend ist, und daß er sein Leben noch gar\nnicht angefangen hat. Aber der Doktor Eloesser\nverhält sich Strindberg gegenüber loyal, das muß\nman zugeben: „Man kann Strindberg in seiner ge-\nsamten Erscheinung nicht anders als ernst neh-\nmen. Das hat August Strindberg wenigstens mit\nseinem Werk erreicht Herr Doktor Eloesser nimmt\nihn ernst! Hochachtung für beide.\nDer Herausgeber dieser Zeitschrift hat das\nDrama Der Scheiterhaufen zuerst in Deutschland\nveröffentlicht und zwar in der damals seinei Re-\ndaktion unterstellten Wochenschrift Der Neue Weg,\nHeft eins bis drei Ihm wurde diese Veröffent-\nlichung von der Verlegerin des Blattes, der Ge-\nnossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, also\ndem „Präsidenten\" Nissen und dem „Zeitungstiber-\nwacher\", Bonvivant Paul, zum besonderen Vor-\nwurf gemacht. Sie bildete sogar einen der famosen\nEntlassungsgründe gegen den Redakteur. Als der\nRedakteur seine literarische Untat zu verteidigen\nsuchte, wurde ihm gesagt: „Strindberg spielt\nman, aber man liest ihn nicht.' Die Berliner\nPresse hat die entgegengesetzte Meinung. So ist\ndas Leben. >\nDer Schmuek dar Madonna\nEndlich einmal ein Komponist, der nicht mit\nCliches arbeitet. Er heißt Ermanno Wolf-Fer-\nrar i, seine Oper „Der Schmuck der Madonna\".\nSie wurde unter der außerordentlichen Regie von\nMaximilian Moris in der neuen Kurfürsten-\noper hervorragend dargestellt. Die Musik ist nicht\nvon besonderer Tiefe und auch ohne erhebliche psy-\nchologische Charakteristik. Muß es sein, weil der\nKomponist zu homophon schreibt Aber Wolf-\nFerrari besitzt ein sehr starkes Temperament, eine\noriginale Erfindung und eine ganz besondere Fähig-\nkeit in der Verwertung der Harmonien. Jede Har-\nmonie, jede Modulation gibt mit einer erstaunlichen\nSicherheit die Situation und das Gefühlsmoment.\nMit anderen Worten: das Malerische, das Farbige\nist vorhanden, das Plastische, das Melodisch-The-\nmatische höchstens angedeutet. So kann nie ein\nMusikdrama geschaffen werden, wohl aber eine\ngute Oper. Nun finde ich, daß eine gute Oper mit\neigener, starker, temperamentvoller Erfindung mehr\nbedeutet, als ein schlechtes Musikdrama mit unori-\nginaler, gemachter und temperamentloser Musik.\nEtwa in der Art des Herrn Richard Strauß. Auf\ndie Gattung kommt es doch wohl nicht an und auf\nden Namen. Eine nüchterne Zeichnung wird nicht\ndurch besoffene Farbenklexe zum Gemälde. Man\nhat Wolf-Ferrari vorgeworfen, daß er operetten-\nhafte Anklänge nicht scheue. Der grobe Irrtum\ndieser Leute besteht darin, daß sie Langweile für\nmusikdramatisch und Frische für Operettenhaft hal-\nten. Es ist gerade ein besonderer Vorzug der Mu-\nsik Wolf-Ferraris, daß sie in den Volksszenen, in\nden Tänzen, in den Liedern frisch und persönlich\nbleibt, ohne opefettenhaft im neuen Sinn, das heißt\nbanal zu werden. Der Text ist nicht ganz so trost-\nlos wie in anderen Opern und endlich einmal nicht\nvon dem Rudolf Lothar in allen Gassen übersetzt\nworden. Das sei mit besonderem Dank erwähnt.\nDie Regie von Maximilian Moris kann nicht genug\ngelobt werden. Die Belebung der Chöre und der\nSolisten hat in der Oper bisher niemand erreicht.\nMoris fühlt sich auch absolut in die Musik hinein.\nZu wünschen wäre nur noch die Vermeidung von\nGeräuschen auf der Bühne, wie das Lachen, das\nAuftreten auf dem Holzboden, wodurch die er-\nreichte malerische Illusion des Steinbodens genom-\nmen wird, das Werfen von Türen, und Aehnliches».\nBei der Musik muß auf der Bühne jedes Geräusch\nund jeder Laut vermieden werden, der nicht durch\nden Ton hervorgerufen wird. Den Solisten sind\ndie üblichen Opernmanieren schon ziemlich abge-\nwöhnt. Zwei Sänger gestalteten sogar: Ida Sal-\nden und Kurt Frede r i c h. Die Tänze waren\nsehr original und doch aus dem Milieu ausgedacht.\nDie Hintergründe des „Kunstmalers\" W. von Ples-\nsensen hingegen sind fürchterlich kitschig oder nach\nseinen Skizzen von der Firma Hugo Baruch & Co.\nverdorben worden, was ich nicht feststellen kann.\nMalerei als Hintergrund geht überhaupt nicht. Auch\ndas gute liebe Wort „kostümell\" lebt noch immer\nauf dem Theaterzettel.\nDie Saalbesitzer als Vogelfänger und\nHühnerzüchter\nDie Saalbesitzer und die Tanzlehrer können,\nsich noch immer nicht über die Schiebetänze be-\nruhigen Trotz der gemeinschaftlichen Kommission\ndieser beiden wichtigen Berufsgruppen schiebt sich\ndie Unsittlichkeit durch die Tanzlokale fort. Die\ngemeinschaftliche Kommission versendet einen Be-\nricht an die Zeitungen: „Die unsittlichen Tänze ha-\nben sich in manchen Lokalen schon zu sehr ein-\ngenistet und der Saalbesitzer fürchtet seine ganze\nKundschaft zu verlieren, wenn er energisch dagegen\nvorgeht\" Die unsittlichen Tänze scheinen sich\nnicht nur fest e i n g e n i s t e t, sondern bereits\nlockere Vögel ausgebrütet zu haben. Und diese\nflüchtige Kundschaft läßt sich offenbar von den\nHausknechten nicht einfangen. Aber die Rettung\nnaht: „Eine willkommene Unterstützung habe die\nKommission im Verein Berliner Haus-\nfrauen gefunden, der es sich angelegen sein las-\nsen will, auf die Jugend einzuwirken und das Un-\nsittliche dieser Tänze vor Augenzuhalte n.\"\nWenn die Berliner Hausfrauen schieben, dürften\nder Jugend sicherlich die Augen übergehen. Da\nhaben sich die Saalbesitzer etwas Hübsches aus-\ngebrütet.\nTrust\n\nBeachtenswerte\nBücher\nAusführliche Besprechung vorbehalte«\nRücksendung findet in keinem Falle statt\nRICHARD DEHMEL\nSämtliche Werke\nVerlag S. Fischer / Berlia\nPETER HILLE\nAusgewählte Dichtungen / Vier Bände\nVerlag Schuster und Loeffler | Berlia\nPETER. BAUM\nIm alten Schloß / Novellen\nVerlag Paul Cassiref / Berlin\nALBBRT EHRENSTEIN\nTubutsch I Mit zwölf Zeichnungen tob OSKAR\nKOKOSCHKA\nVerlag Jahoda und Siegel / Wie»\nALFRED MOMBERT\nDer Glühende\nDie Schöpfung\nDer Denker\nDie Blüte des Chaos\nVerlag Schuster und Loeffler Berlin\n\\\nACHIM VON ARNIM\nWerke / Im Auftrag und mit UnterstütEMg der Yoa\nArnimseben Familie ausgewählt und herausgegeben\nyon Reinhold Steig / Drei Bände / Btwu sechzehn-\nhundert Seiten / In Pappbänden iisaamea Drei\nMark\nInselverlag Leipzig\n\nVerantwoptlich für die Schri&ieitimg\nHBRWAJBTH WALDEN / BERLIN-MALENSEE"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "737", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.7", "texte": "Verlag Der Sturm Malensee / Verantwortlich für die Anzeigen: Edmund Häner\n\n(£ss Ausstellungen, Salons ||||\nKunsfhandlungen etc.\nBHi\n-\n\nCASPER'S Kunst-Salon\nEintritt 50 Pf. 19 Pots dam erstr. vis-a-vis Eichhornstr.\nWinter-Gemalde-Ausstellung Serie I\nKollektionen von\nJ. Bergmann\nM. Bieler\nJ. Block\nF. Charlet\nJ Celos\nV. Freudemann\nW. Gallhof\nP. Grulich\nLeo Rauth\nH. Herrmann\nP. Hey\nL. Kolitz\nE. Kux\nM. Liebermann\nRene Reinicke\nWerke von:\nA. Miiller, Cassel\nA. v. Spreckelsen\nM. Thedy\nC. L. Voss\nC. Walter u. a.\n\nIQRAPHISCHES KABINETTI\nW* $\ng Biich- u. Kunsthandlung, Antiquariat, Verlag g\nH :: BERLIN W 15, Kurfurstendamm 33 :: ti\n|| Standige Ausstellung\nH moderner Graphik\nI\nEIMTRITT FREI\nIm Eckhanse, gegeniiber der Se- (j!\nzession, Eingang Grolmannstraße ||5\nlid\nIlluslriert. Katalog u. Prospekte gratis Kg\n29\n&\nAnkauf guter Graphik p\nu. illustrierter Biicher\n\nFBIT7 VVfilBP BERLIN W33\nllf 11 AIU L r '<& 6enfhiner Sfraße 42\nGegrundet im Jahre 1873 Fernsprecher Amt VI 752\nFabrik fur Gemalderahmen\nin alien historischen und neueren Stilarten\nKopien von Rahmen nach alten Meistern in Original-Goldtonungen\nSSmtliehe Vergolderwaren K? 112\n••• Kunst-Einrahmunqen\nReparaturen und Neuvergoldungen aller Gegenstande, Auf-\narbeiten all. Art. Antiken, Reinigen von Gemalden u, Stichen\n\nFRITZ MERKER CharlotteQAb^r(?h;sB^illerstr:94\nwaw TMtV ■DBKBBBB ■■BBBKBBXSBBBnBBaXKPKKZSBUXHCQKRHBBBaEEaaOBHnnHBKBasIKBPBMIinBiannE^nxmHHa\nPASSEPARTOUTFABRIK:: BUCH-\nBIiNDEREI :: :: ZEICHENMAPPEN\nAUFZIEHEN VON ZEICHNUNGEN :: MODERNE BUCHEINBANDE\n\nKUNSTLiER - mAGHZIN\nFRITZ BERGODflflfi\nSteglitz h Schiitzenstr. 54\nFernsprecher: Amt Steglitz 482\n•*. Architektur-Buchbinderei\nElektrische Lichtpausanstalt mit Motorbetrieb\nFassepartout-Fabrikation Blldereinrahmung\n\nBitte feei Einkaufen sicii auf den „STURM\" zu beziehen.\n\nGeorg Anton Berlin SV\nFriedrSchsfraRe 49a\nVielfachpr&miiert Gegrundet 1876\nIllustrierter Preis-Katalog franko\nF erucken f. Theater\nund Strasse sowie\nsamtlicher fiaarar-\nbeiten in naturg'e-\ntreuer Ausfuhrung-\n\niroiMllltnai lag\n\nILehranstalten ■ Kurse ;||ij\nMai- und Zeichenschule\nStilleben — — Portrat |\nOtto Beyer\nHektorstraBe 17\nam Kurfiirstendamm\nMan verlange Prospekte ™\n\nHoizschnitzen, Modellieren, Zeichnen\nTag-licb 9—l Uhr Eintritt jederzeit\nModelliereo iiir Architekten tag-lich von 5—7 oder 7—9 Uhr\nAbendakt taglich 7-9 Uhr Mark —,50\nAtelier Kurfurstendamm 243 parterre gegeniiber dem Zoo\nBildhauer Hardens Berlin-Charloften burg\n\nI SKWES3ZI3E3aJE3£E?JE23E!\nvt\nm\nInsf\nTuY\ni\n-. -c.- P\" -.urr ~ hlf> BMCJU JT IUfOTXTTWa\nMMIHMmt\nLeiter: M. PECHSTEIN\nE.L.KIRCHNER\nWILMERSUORF\nDurlacher Strafie 14\nMODERNER ONTERRICHT\nIN MALEREI ::\n• •\n• •\nGRAPHIK, PLASTIK\nTEPPICH-, GLAS- U.\n: MET ALL-ARBEIT :\nMALEREI IN VERBINDUNR\nMIT ARCHITEKTUR\n\nHandelswissen- 7m aril* Mocfap r . .\nschaftl. Kurse von rIICUI. MCdIGI Leipzig\nunter Mitwlrkung 12 hervorragender Fachleute der Theorie und Praxis (staatlich\ngcpriifte Lehrer, Akademiker oder auch Kaufleute in fuhrender Stellung). Grand llche\nF.infuhrung in die verschiedenen Branchen des kaufraSnnischen Berufes, ratkmdles\nStudium der Handels- und verwandten Wissenschaften ais Ersatz fur ein mefar-\njShriges Hochschulstudium. Muster-Uebungs-Kontor.\nDas Studium ist fur Anfanger (Daraen und Herren) die fur Stenographie,\ndeutsche und fremdsprachliche Korrespondenz, Kasse-, Buchfiihrungs- and Buaaz-\nTechnik, Buro-Praxis sich vorbereiten wolien —\nsowohl fur junge Leute, die nur cine Volks-, Real- oder ihnliche Schuie ab-\nsolviert haben, wie fur\nHerren mH besseren praktlschen oder theoreticchen Vorkenntnlssen, Einj&hrig-\nFreiwiilige, Abiturienten,\nfur Kaufleute reiferen Alters, die bereits praktisch titig waren and den\nForderungen der Gegenwart entsprechend ihre Fachkenntaisse erweitern oder\nvertiefen wolien oder\nxiir Bankbeamte, Ingenieure, Chemiker, Brauer, Juristen, Natioaaldkonomen,\nOffiziere, die fur Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen oder Verb&nde,\nAktien- oder ahnlicher Gesellschaften sich vorbereiten wolien. Daner der Karse\n6—12 Monate — je nach Vorbildung und Ziel.\nProspekte gratis durch die Direktioa, Johaanisplatz S\n\nW\nw\nwswmMi\nr\nm\n\nHerwarth Walden\nDAFNISLIEDER\nFiirGesangu.Klavier / 52Seiten\nDREI MARK\nDurch alle Buch- und Musi-\nkalienhandlungen oder direkt\ndurch den Verlag DER STURM\nHalensee / Katharinenstraße 5\nJ.\n\nAutoren\nwelch* ein belletristisches oder\nwissenscbaftliches Buch ge-\nschrieben haben und einen\nVerleger dafur suchen, der es\nnach modernen drucktechni-\nschen Prinzipien ausstattet und\nruhrig vertreibt, helieben ihre\nAdressen (evt. Mannskript) ein-\nzusenden.\nHansa-Verlag\nfur moderne Literatur\nund Zeitschriften\nW. 35 Flottwellstr. 6\n\nZwei Biicher, die jede\nFLAUBERT- BIBLIOTHEK\nhaben muS:\nE. W. FISCHER\nETUDES SUR\nFtAUBERT INEDIT\nBrosch. 2M 50 geb. 4— M\nLuxusausgabe M 10 -\nFLAUBERT\nERINNERUNGEN EINES\nNARREN\nGeb. M4 — Luxusausg. M 7 50?\nVerlag Julius Zeitler Leipzig\nSeeburgstrafie 57\n\nVerlag\nmit eigener Druckerei libernimmt\nsorgfaltige Drucklegung von belle-\ntristischen Werken und von Bro-\nschuren jeder Art, sowie Verlag\nund Vertrieb der hergestellten\nWerke mit individueller Propa-\nganda I Anfragen erbeten unter\nP R Expedilion Der Sturm Halen-\nsee-Berlin / Ruckporto ist beizu-\nfugen.\n\nllfeeafgr\nNoch nie dagewe-\nsener Lach*Erfolg!\nMit Anton und Donat Herrn-\nfeld in den Hauptrollen\nVorher:\nSclimerziose\nBeiiandiuiig\nAnf. 8 Uhr Vorverk. 11 —2 Uhr\n\nAm Bahnhof\nFriedrichstrafie\nlues Prosramm\nZwoif Debuts\n\nVereiiirirkiiust\nAchtes Jahr\nFiinfter Abend\nMitte Januar\nabends 8 Uhr\nArchitektenhaus ::\nWilhelmstrasse 92/93\nELSE LA7KER-\nfCHOLER\nVORLESUNG\naus eigenen Dich-\ntungen\nKarten JVL 5, 3, 2, 1 bel\nA. Wertheim, Konzertkasse\nund bei Reuss und Pollack\niy\n\nDie Fackel\nHERAUSGEBER\nKarl Kraus\nErscheint in zwangloser\nFolge\nNummer 339/340\nsoeben erschienen\nPreis 50 Pfennig\nÜBERALL ERHALTLICH\nauch auf den Bahnhofen\nWerbeband der Fackel\n50 Pfennig"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "738", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120106-01.1.8", "texte": "Druck von Carl Hause, Berlin SO. 26 MariannenpJats 23\n\nFR. HAHN\nAlexanderplatz Landsbergerstr. 60-63\ngegrundet 1825\nModerne Herrenbekleidurvg\nferfig unci naci Mafil\nReklameangebot:\nDer elegante Ulster\naus englischen gemusterten Cheviots mil Krmelaufschlagen 3250 M\naus den modernsten Flauschstoffffen mit aufgesteppten Taschen 4550 h\nVornehmer zweireihiger Sacco-Anzug, englisch gemusterter Cheviot\n* 3250 45 m\nSchicke Passformen Beste Verarbeitung\nDen Herren Studenten tind Mitgliedera von Kunstvereimgungen gegen Vorzeigung von Legitimationskarten 5% Rabat!\n\n5 rue Chaptal /' Paris\nDiese literarische Zeitschrift\nveroffentlichte das franzo-\nsische Original der Tage-\nbucher Flaubert s, deren\nUebertragung in Deutschland\nverboten wurde.\n\nffiSZ\nIMMm\nBuchhondlunsen\nmm\nm\nIS\nm\nwM\nI\na\ni\n\nIf\nEdmorsd Meyer\nBuctihanOSer u. flnfiquar\nIk\n:: BERLIN W. 35 ::\nPotsdamer Strasse 27 b\nFernsprecher Amt VI 5850\n\nReuss & Pollock\nHutMiaiidluagii.Antiquai iat\nV.\n:: BERLIN W. 36 ::\nPotsdamer Strasse 118 c\nTer«spr.: Hint VI (£&sow) 2829\nJ\n\nUTEIUIRI»HI{\nIRBRRET\nviwrxk p-CTa.sa-\nVierter Abend\nMositag, 15. Januarl9l2,9 Uhr\nCafe Austria, Potsdamerstr. 28\nIlerwarth Walden:\nGegen die Huslk\nWarnong- rnit Musik\nFeiner wird gelesen aus Schrif- ■\nten von Baudelaire, Blass.\nHardekopf, Killer, Holderlin,\nSteiner, Werfe!\nKarten zu einer Mark : Buchhdlg.\nEdmund Meyer und Abendkasse\n\nVerlag Der Sturm j\nDer Preis tiir den eristen Jahrgang der Wochenschrift\nDER STURM (Nummer 1 - 56) wurde auf\n== Zwanzig Mark —\nephoht und wird nur ao bisherige oder neue Bezieher\ndes laufenden Jahrgangs direkt vom Verlag abgegeben.\nEs sind nur eine geringe Anzahl Exemplare vorhanden\nDie Holzsehnitte wurden vom Origilialstock gedruckt\nVom 1. jaouar 1912 ab erscheint DER STURM noch\nin einer SONDERAUSGABE auf sthwerem, dauer-\nhaften Papier. Die Sonderausgabe wird nur yom\nVerlag Der Sturm dijekt und ungebrochen ver-\nsandt. Bezug dieser Ausgabe fur das Vierteljahr:\nDrei Mark\n\nli' Effort\nHalbmonatsschrift\nfur moderne Kultur u. fran-\nzosische Sezession is den\nKunsten und in der Literatur\nHerausgeber nd Scbriftleiter\nJEAN RICHARD BLOCH\nJahresbezug ffir das\nAusland : Mark 6.—\nPOITIERS (Vienne)\nFrankreich\n\nVegetarisciies Gasthaus\nI Charlottenburg *\n■ Bismarckstrasse 9\nAim Knie\nSB\nB\ns a\nm\nAngenehmer AuScnthalt\nfur Kunster uad Studenten\nZahlreiche Zeitungea und\nZeitschriften / Bis zehn\nUhr abends geoffnet\n\nCafe -Restaur ant\nmm\nvIH\nQxarlottenbur\n(jrolmax\n«$■\n/Jrr'T Sim Si#?\ni& IV\nTaglich Nachmittag- und Abendkonzert\nvon 4—7 Uhr von 8y3— 2 Uhr\nBillardsale Spielsale Kegelbahnen\nBeste wiener und ungarische Kiiche\nGutgepflegte Biere und Weine\n:: ANQENEHMER AUFENTHALT\nBesitzer J. KAUNITZ Cafetier\nNEU EROFFNET!"}]}