{"numero_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_sha256": "90d253609ec88dd199eed687acc8076cdd464f49509b03a9f46b94a06732814c", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1912/03/30_01/bmtnabg_1912-03-30_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1912/03/30_01/bmtnabg_1912-03-30_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-03-30_01#c001", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "827", "page_fin": "827", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt:", "titre_sommaire": "Inhalt:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "827", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.1", "debut_caractere": 511, "fin_caractere_exclue": 986, "texte": "Inhalt:\nTRUST: Gedankenloses: Baumeister Solness in Berlin / Kunst verpflichtet / Zurück zur Natur / F. T. MARINET FI: Manifest des Futurismus /\nALFRED DÖBLIN: Der schwarze Vorhang / PETER ALTENBERG: Nachwinter / RUDOLF KURTZ: Der Vortragsabend von Rudolf\nBlümner / SIURLAI: Leo Tolstoi; Und das Licht scheinet in der Finsternis / INHALTSVERZEICHNIS: Zweiter Jahrgang Zweites Halbjahr /\nOSKAR KOKOSCHKA: Zeichnung / RICHTER-Berlin: Kopf eines Zerhackten / Originalholzschnitt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-03-30_01#c002", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "827", "page_fin": "827", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.2.2", "titre_corps": "Oskar Kokoschka: Zeichnung", "titre_sommaire": "Oskar Kokoschka: Zeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "827", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.1", "debut_caractere": 2999, "fin_caractere_exclue": 3025, "texte": "Oskar Kokoschka: Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-03-30_01#c003", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "827", "page_fin": "828", "image_debut": 1, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.2.3", "titre_corps": "Gedankenloses", "titre_sommaire": "Gedankenloses", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "827", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.1", "debut_caractere": 988, "fin_caractere_exclue": 2997, "texte": "Gedankenloses\nBaumeister Solness in Berlin\nDer „Berliner Lokal-Anzeiger\" interviewte den\nBerliner Stadtbaurat über seine Kunst:\n„Und einmal haben Sie sogar das Höchste\ngewagt, was ein Baukünstler wagen kann: Sie\nhaben einen h o h e n Turm gebaut\", warf ich ein.\n„Ich sah im Turm meines Stadthauses\", fuhr\nder Architekt fort, „auch wirklich eine seltene\nAufgabe. Zuerst wollte ich das Stadthaus ohne\nTu r m bauen. Dann aber kam die Idee mi t\nde m Tur m. Und sie verließ mich nicht mehr,\nim Wachen und im Träumen nicht. Nur wer\ndie Künstlerpsyche kennt, kann nachfühlen,\nwelche Seligkeit in der Konzeption einer sol-\nchen Idee liegt und welche verzweifel-\nte n Kämpfe sich nachher bei ihrer Durch-\nführung einzustellen pflegen. Ein Maler kann an\nseinem Bilde immer wieder ändern; sogar der\nletzte Ausweg, die Zerstörung, ist in seine Hand\ngegeben. Das Werk des Architekten steht fest-\ngefügt bis'in alle Ewigkeit und ruft den Namen\ndes Schöpfers in die Welt.\"\nDer Interviewer wirft dem Stadtbaurat den\nhohen Turin ein, den er als Höchstes gewagt hat,\nund ruft den Namen seines Schöpfers vorläufig in\nVertretung der Welt. Sonst macht sich der Stadt-\nbaurat noch viel Sorgen um die Eindeckung der\nKuppel:\nOb da eine Kupfer-, ob eine Ziegeldeckung\nvorzuziehen sei, wurde nach allen Rieh-\ntun g e n Monate hindurch erwogen. Eine\nKupferdeckung mit den üblichen Rippen gab die\nSicherheit, daß die frei vorgestellten Säulen\nnicht abfallend wirken konnten; die Rip-\npen mußten sie mit dem Kuppeldach eng ver-\nbinden.\nDas ist immerhin schon etwas, daß die Säu-\nlein nicht abfallend wirken. Schließlich ent-\nschloß sich der Stadtbaurat doch für Ziegeln, und\nzwar durch Gottes Fügung:\nEin Klempnermeister, der sich natürlich für\ndie Eindeckung mit Kupfer sehr interessierte,\nredete mir immer wieder zu, ja nicht von der\nKupferdeckung abzusehen. Da — fast am letz-\nten Tag, an dem ich mich entscheiden mußte —\nrührte ihn der Schlag. Das erschien mir\nals ein Zeichen des Schicksals, und\ndie Kuppel wurde mit Ziegeln gedeckt."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "828", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3271, "texte": "Hierauf wurde der Interviewer verwirrt und\nhielt folgenden Ausspruch von Multatuli für pa-\nradox :\n„Eine Sammlung von Holz, Stein, Kalk und\nso weiter ist nicht immer ein Gebäude.\"\nBei seinen sonstigen Ideen nimmt der Stadt-\nbaurat vor allen Dingen architektonische Rück-\nsichten, sogar weitestgehende auf minder-\nbegüterte Dienstmädchen. Er äußerte sieh über\nseine Absichten für den Bau des Rudolf Virchow-\nkrankenhauses:\nEs soll in allen seinen Teilen der modernen\nAnschauung, daß auch auf den Minderbegüter-\nten die weitestgehende Rücksicht genommen\nwird, Rechnung getragen werden. Ein armes,\nkrankes Dienstmädel soll auf dem Weg vom\näußeren Tor bis zum Krankenbett nur ange-\nnehme Eindrücke gewinnen. Mit welchen\näußeren Architekturformen ich dies am bes-\nten erreichen kann, werde ich mir sehr sorg-\nfältig überlegen.\"\nDer Lokal-Anzeiger will eine ganze Artikel-\nreihe bringen, in der sich deutsche Künstler über\nihre Kunst äußern sollen. Das Denken ist schon\nschlimm, das Bauen noch schlimmer, aber beim\nReden stürzt alles ein.\nKunst verpflichtet\nGerhart Hauptmann ist ein Dichter. Umso un-\nerhörter, daß er es wagt, in seinem Roman At-\nlantis diesen Absatz drucken zu lassen:\nDas Leben Ritters hat in der Heimat einen\nKnick bekommen. Irgendein rüder Vorfall beim\nMilitär hatte den jungen Menschen erst zur\nwidersetzlichen Tätigkeit und dann zur Deser-\ntion bewogen. Nun war er seit sieben Jahren in\nAmerika und mußte sich sagen, daß der\nKnick in der Heimat eine unumgäng-\nliche Sache gewesen war, um das Reis in\nden neuen, wirklich für es geeigneten Humus\nverpflanzen zu können. Schlicht, harmonisch\nund gerade wuchs die Persönlichkeit Ritters hier\nwie ein bevorzugter Baum empor, und der\nMangel des jungen Prinzen aus\nGenieland an militärischer Sub-\nordination ward vom Faturri durch die ihm\nzukommende Superordination ein- für\nallemal ausgeglichen.\nUnd statt über Strindberg zu denken, daß er\nein eigenartiger Dichter sei, sollte er sich über-\nlegen, ob man Whisky mit Brot und Kümmelkäse,\nals den besten Teil seines Wesens verborgen hal-\nten soll, bis man die definitive Entscheidung zwi-\nschen Sein und Schein trifft:\n„Einmal hat er im Vorbeigehen zu mir ge-\nsagt,\" schloß Lobkowitz: „Wenn Sie mal in\nAmerika gelegentlich einem Maurergesellen be-\ngegnen sollten, der in der Arbeitspause sei-\nnen Whisky mit Brot und Kümmel-\nkäse zu sich nimmt und mir ähnlich sieht,\nso denken Sie nur getrost, ich bin's. Und dann\nbrauchen Sie mich nicht zu bedauern, sondern\nSie können mir gratulieren.\"\nWieder einer, dachte Friedrich, der das\nbeste T eil seines Wesens unter der kon-\nventionellen Geckerei seiner Zeit verborgen\ngehalten hat, und der, wie ich, viel-\nleicht ebenfalls immer vergebens\ndie definitive Entscheidung zwischen Sein\nund Schein treffen wollte.\nDiese Denkerei ist doch zu sehr auf Zeitungs-\nromane abgegessen.\nZurück zur Natur\nIn seiner warmherzigen Jungfernrede\nüber die Säuglingspflege richtete der\nfortschrittliche Pastor einen warmen Appell\nan die Mütter, zur natürlichen Säug>\nnngsernährung zurückzukehren,\nden Staat aber ermahnte er, für Säuglingsfür-\nsorge das Zehnfache aufzuwenden.\nDer warme Appell der warmherzigen Jungfern-\nrede über Säuglingspflege sollte die fortschritt-\nlichen Mütter eigentlich in ihrem künstlichen Ge-\nbaren stören.\nTrust"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-03-30_01#c004", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "828", "page_fin": "829", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.2.4", "titre_corps": "Manifest des Futurismus : Manifest des Futurismus", "titre_sommaire": "Manifest des Futurismus : Manifest des Futurismus", "signature_source": "F. T. Marinetti", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "828", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.2", "debut_caractere": 3273, "fin_caractere_exclue": 9647, "texte": "Manifest des Futurismus\nManifest des Futurismus\nVon F. T. Marinetti\nWir hatten die ganze Nacht gewacht, meine\nFreunde und ich, unter den Lampen der Moscheen,\nderen Kupferkuppeln, die ebenso durchbrochen\nwaren wie unsere Seele, doch elektrische Herzen\nhatten. Und indem wir in unserer angeborenen\nFaulheit auf üppige Perserteppiche traten, stritten\nwir an den äußersten Grenzen der Logik und be-\ndeckten das Papier mit wahnsinnigen Schriftzei-\nchen.\nEin unendlicher Stolz dehnte unsere Brust,\nuns allein stehen zu sehen, wie Leuchttürme oder\nwie weiter vorgeschobene Vorposten, gegenüber\ndem Heer feindlicher Sterne, die in ihrem heimat-\nlichen Biwak kampieren. Allein mit den Mechani-\nkern in den höllischen Heizräumen der großen\nSchiffe, allein mit den schwarzen Fantomen, die\nden roten Leib der Lokomotiven füttern, allein\nmit den Trunkenen, die mit ihren Flügeln gegen\ndie Mauer schlagen\nUnd plötzlich werden wir durch das Rollen\nder zweistöckigen Straßenbahnen abgelenkt, die\nhüpfend und buntscheckig vor lauter Licht vor-\nüberfahren, wie der aus seinem Bett getretene Po\nplötzlich die Weiler überfällt und entwurzelt, um\nsie mit sich über Kaskaden und Wirbel bis ans\nMeer zu ziehen.\nDann wurde das Schweigen noch tiefer,\ndrückender. Da wir dem abgezehrten Gebet des\nKanals und dem Knirschen der Gebeine der tod-\nkranken Paläste in ihrem Bart von Grün lausch-\nten, brüllten unter unserem Fenster plötzlich\ndie hungrigen Automobile.\n— Los, meine Freunde, sagte ich. Gehen wir!\nEndlich sind die Mythologie und das Ideal über-\nwunden. Wir werden der Geburt des Zentauren\nbeiwohnen, und bald werden wir die ersten Engel\nfliegen sehen! — Wir werden die Pforten des Le-\nbens erschüttern müssen, um ihre Angeln und\nRiegel zu prüfen! . . . Gehen wir! Seht die erste\nüber die Erde autgehende Sonne! . . . Nichts\nkommt dem Glanz ihres roten Schwertes, das\nzum ersten Male streitet, in unserer tausendjähri-\ngen Finsternis gleich.\nWir näherten uns den drei schnaubenden Ma-\nschinen, um ihre Brust zu streicheln. Ich streckte\nmich auf meiner Maschine aus wie ein Leichnam\nauf der Bahre, aber ich richtete mich plötz-\nlich unter dem Lenkrad auf, — diesem Guillotine-\nHackmesser —, das meinen Magen bedrohte.\nWirbelnd entführte uns der Wahnsinn uns\nselbst und trieb durch die steilen, tiefen Straßen\nwie ausgetrocknete Wildbäche. Hier und da tauch-\nten an den Fenstern Lampen auf, die uns lehrten,\nunsere mathematischen Augen zu verachten.\n—Die Witterung, rief ich, die Witterung ge-\nnügt dem Rotwild! . . .\nUnd wir jagten wie junge Löwen den\nschwarzhaarigen Tod, der vor uns in den weiten,\nmalvenfarbigen, lebenden Himmel lief.\nUnd dennoch hatten wir keine ideale Gebiete-\nrin, die ihre Gestalt bis in die Wolken streckte,\nnoch eine grausame Königin, der wir unsere wie\nbyzantinische Ringe gewundenen Leichname hät-\nten geben können! Nichts, um zu sterben, wäre\nes auch nur der Wunsch, endlich unseres nur allzu\ndrückenden Mutes ledig zu sein!\nWir sausten dahin und zermalmten auf de«\nSchwellen der Häuser die Hunde, die sich unfcer\nunsere brennenden Pneumatiks fegten, wie Kraben\nunter Plätteisen.\nDer geliebkoste Tod überholte mich an jeder\nKurve, um mir artig seine Pfote zu geben und um\nsich dann wieder mit einem Geräusch knackender\nKinnbacken der Erdoberfläche anzuschmiegen, in-\ndem er mir aus den Wasserlachen sammetweiche\nBlicke zuwarf.\n— Verlassen wir die Weisheit wie einen\nscheußlichen Gang, und betreten wir wie von Stolz\ngepfefferte Früchte den ungeheueren, magerrwei-\nten Mund des Windes! . . . Geben wir uns dein\nUnbekannten zum Fräße, nicht aus\nlung, nein, nur um die unergründlichen Vorrät»\ndes Absurden zu bereichern!\nKaum hatte ich diese Worte gesagt, als ich\nmich plötzlich um mich selbst drehte wie ein\ntrunkenes Pudelhündchen, das sich in den\nSchwanz beißt; und plötzlich sind zwei Radfahrer\nnicht einverstanden, die vor mir wie zwei über-\nzeugende und sich widersprechende Ueber-\nlegungen torkeln. Ihr Auf- und Niederwalien be-\nherrscht mein Terrain . . . Wie langweilig! Puh!\nIch bremste kurz und aus Ekel pflanzte ich mich —\nbums! — Hintern über Kopf in einen Graben...\n0, mütterlicher, mit schlammigem Wasser ge-\nfüllter Graben! Fabrikraben! Mit vollem Munde\nkostete ich deinen stärkenden Schlamm, der mich\nan die schwarze Brust meiner sudanesischen\nAmme erinnerte!\nAls ich meinen kotigen, übelduftenden Körper\nerhob, fühlte ich wie das rote Schwert der Freude\nsüss mein Herz durchbohrte.\nEine Menge Grundangler und podagristische\nNaturforscher hatten sich aus Schreck um das WunT\nder gesammelt. Mit geduldiger und kleinlicher Seele\nhoben sie eisernes Wurfgarn, um mein Automo-\nbil gleich einem schlammüberzogenen Haifisch zu\nangeln. Langsam tauchte es hervor und hinterliess\nseine schwere Karosserie und komfortable Polste-\nrung wie Schuppen im Graben.\nMan glaubte ihn tot, meinen guten Hai, aber\nmit einem einzigen Streicheln über seinen allmäch-\ntigen Riicken, weckte ich ihn auf, und schon ist er\nwieder aufgerichtet und läuft mit ganzer Geschwin-\ndigkeit auf seinen Flossen.\nMein Gesicht war mit dem guten Schlamm der\nFabriken überzogen, voll Metallruß, voll unnützen\nSchweißes und himmlischer Schlacke. So diktierten\nwir, mit verbundenen Armen unter dein Mitleid der\nweisen Fischer und der Naturforscher unsere ersten\nAbsichten allen auf dieser Erde lebenden Menschen:\n1 Wir wollen die Liebe zur Gefahr singen, die\ngewohnheitsmässige Energie und die Tollkühnheit.\n2 Die Hauptelernente unserer Poesie werden\nder Mut, die Kühnheit und die Empörung sein,\n3 Wie die Literatur bisher die nachdenkliche\nUnbeweglichkeit, die Ekstase, dem Schlummer ge-\npriesen hat, so wollen wir die aggressive Bewegung,\ndie fiebrige Schlaflosigkeit, den gymnastischen\nSchritt, den gefahrvollen Sprung, die Ohrfeige und\nden Faustschlag preisen.\n4 Wir erklären, daß der Glanz der Welt sich\num eine neue Schönheit bereichert hat: um die\nSchönheit der Schnelligkeit. Ein Rennautomobil,\ndessen Wagenkasten mit großen Rohren bepackt\nsind, die Schlangen mit explosivem Atem gleichen,\nein heulendes Automobil, das auf Kartätschen zu\nlaufen scheint, ist schöner als der „Sieg bei Sarno-\nthrake,\"\n5 Wir wollen den Mann preisen, der am Lenk-\nrad sitzt, dessen gedachte Achse die auf den Um-\nkreis ihrer Planetenbahn geschleuderte Erde durch-\nbohrt.\n6 Der Dichter muß sich mit Wärme ausgeben,\nmit glanzvoller Verschwendung, um den begeister-\nten Eifer der Uranfänglichen zu vergrößern."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "829", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 6767, "texte": "7 N-irr im Kampf ist Schönheit. Kein Meister-\nwerk ohne agressives Moment. Die Dichtung muß\nein heftiger Ansturm gegen unbekannte Kräfte sein,\num sie aufzufordern sich vor den Menschen zu\nlegen.\n8 Wir sind auf dem äußersten Vorgebirge der\nJahrhunderte! . . . Wozu hinter uns blicken, da wir\ngerade die geheimnisvollen Tore des Unmöglichen\nbrechen? Zeit und Raum sind gestern dahinauf-\ngegangen. Wir leben schon im Absoluten, denn wir\nhaben schon die ewige, allgegenwärtige Schnellig-\nkeit geschaffen.\n9 Wir wollen den Krieg preisen, — diese ein-\nzige Hygiene der Welt -— den Militarismus, den\nPatriotismus, die zerstörende Geste der Anarchis-\nten, die schönen Gedanken, die töten, und die Ver-\nachtung des Weibes.\n10 Wir wollen die Museen, die Bibliotheken\nzerstören, den Moralismus bekämpfen, den Femi-\nnismus und alle opportunistischen und Nützlichkeit\nbezweckenden Feigheiten.\n11 Wir werden die arbeitbewegten Mengen,\ndas Vergnügen, -die Empörung singen, die vielfar-\nbigen, die vieltönigen Brandungen der Revolutionen\nin den modernen Hauptstädten; die nächtliche Vi-\nbration der Arsenale und Zimmerplätze unter ihren\nheftigen, elektrischen Monden; die gefräßigen Bahn-\nhöfe voller rauchender Schlangen; die durch ihre\nRauchfäden an die Wolken gehängten Fabriken; die\ngymnastisch hüpfenden Brücken über der Messer-\nschmiede der sonndurchflimmernden Flüsse; die\nabenteuerlichen Dampfer, die den Horizont wittern;\ndie breitbrüstigen Lokomotiven, die auf den Schie-\nnen stampfen wie riesige, mit langen Röhren gezii-\ngelte Stahlrosse, und den gleitenden Flug der Aero-\npiane, deren Schraube knattert wie eine im Waide\nwehende Flagge und die klatscht wie eine beifalls-\ntobende Menge.\nIn Italien veröffentlichen wir dieses feurige,\ngewaltige Manifest, durch das wir heute den Fu-\nturismus schaffen, weil wir Italien von seinem\nKrebs von Professoren, Archäologen, Ciceronen\nnnd Antiquaren befreien wollen.\nItalien ist lange genug der große Markt der\nTrödler gewesen. Wir wollen es von den unzäh-\nligen Museen befreien, die es wie unzählige Kirch-\nhöfe bedecken.\nMuseen, Kirchhöfe! . . . Wirklich identisch sind\nsie im finsteren Berühren ihrer Körper, die einan-\nder nicht kennen. Oeffentliche Schlafstellen, wo\nman auf ewig verhaßten und unbekannten Wesen\ngegenüber schläft. Reziprokes Ungestüm der Ma-\nler, die sich mit Linien- und Farbenschjägen gegen-\nseitig in demselben Museum töten.\nMan besuche sie jedes Jahr, wie man alljähr-\nlich die Gräber seiner Lieben besucht . . . Einver-\nstanden! . . . Man lege meinetwegen jährlich der\n„Gioconda\" Blumen zu Füßen, wir verstehen es! ..\nAber täglich unsere Traurigkeit, unseren zerbrech-\nlichen Mut und unsere Unruhe in die Museen spa-\nzieren führen, das lassen wir nicht zu! . . . Will\nman sich denn vergiften? Will man verwesen?\nWas kann man gut an einem alten Bilde fin-\nden, wenn nicht die mühseligen Verrenkungen des\nKünstlers, der sich bemüht, die undurchdringbaren\nTore zu durchdringen, nur weil er wünscht seinen\nTraum auszudrücken?\nEin altes Bild bewundern heißt unsere Empfind-\nsamkeit auf eine Totenurne verschwenden, statt\nsie nach vorn zu schleudern mit heftigen Stößen,\ndie schöpfen und tatkräftig sind. Will man denn\nso seine besten Kräfte durch die Bewunderung\n»des Vergangenen verschwenden, um gänzlich er-\nschöpft, geschwächt zu sein?\nIn Wirklichkeit ist der tägliche Besuch der Mu-\nseen, der Bibliotheken, der Akademien (dieser\nFriedhöfe verlorener Anstrengungen, dieser Gol-\ngatha gekreuzigter Träume, dieser Register gebro-\nchenen Schwunges) für den Künstler dasselbe, was\nverlängerte Vormundschaft für intelligente, an\nihrem Talent berauschte Jünglinge ist.\nFür Talkranke, Invaliden und Gefangene,\nmeinetwegen. Es ist vielleicht ein Balsam für ihre\nWunden, die bewunderungswürdige Vergangen-\nheit, da ihnen die Zukunft versagt ist . . . Aber\nwir wollen so etwas nicht, wir jungen, starken,\nlebendigen Futuristen!\nLaßt sie doch kommen, die guten Brandstifter\nmit den karbolduftenden Fingern! ... Da sind sie!\nDa sind sie ja! ... Steckt doch die Bibliotheken\nin Brand! Leitet die Kanäle ab. um die Museen zu\nüberschwemmen! ... Ha! Laßt sie dahintreiben,\ndie glorreichen Bflder! Nehmt und\nHammer! Untergrabt die Grundmauern der hoch-\nehrwürdigen Städte!\nDie Aeltesten von uns sind dreißig Jahre alt;\nwir können also wenigstens zehn Jahre unsere\nPflicht tun. Sind wir vierzig Jahre, so mögen Jün-\ngere und Tapfere uns in den Papierkorb werten\nwie unnütze Manuskripte! Von weither werden sie\nuns entgegenkommen, tanzend nach dem leichten\nRhythmus ihrer ersten Gedichte. Mit ihren haken-\nförmigen Fingern werden sie in die Luft kritzeln\nund vor den Türen der Akademien den guten Ge-\nruch unserer verwesenden Geister einatmen, die:\nschon den Katakomben der Bibliotheken ver-\nsprochen sind.\nAber wir werden nicht da sein. Sie werden\nuns in einer Winternacht mitten auf dem Lande vor\neinem düsteren Hangar finden bei unseren bebenden\nAeroplanen; und wir werden uns gerade die Hände\nüber dem Feuer unserer Bücher von heute die\nHände wärmen und hoch wird die Flamme aus\nihnen unter dem Fluge ihrer Bilder herausschlagen.\nSie werden uns umringen, keuchend vor Angst\nund Aerger, und verzweifelt durch unseren stolzen\nunermüdlichen Mut; sie werden sich auf uns stür-\nzen mit ebenso viel Haß, wie ihr Herz trunken von\nLiebe und Bewunderung für uns sein wird. Und die\nstarke, heilige Ungerechtigkeit wird hell aus ihren\nAugen strahlen. Denn Kunst kann nur Gewalt, Grau-\nsamkeit sein.\nDie Aeltesten von uns sind dreißig Jahre alt,\nund doch haben wir schon Schätze vergeudet.\nSchätze der Kraft, Liebe, Mut und strengem Willen,\neilig, im Delirium, ohne zu rechnen, im Handum-\ndrehen, zum Atemverlieren.\nBlickt uns an! Wir sind nicht außer Atem...\nUnser Herz ist nicht im mindesten erschöpft! Denn\nFeuer, Haß, Schnelligkeit ernähren es! . . . Das\nsetzt euch in Erstaunen? Ja, weil ihr euch nicht\neinmal erinnert gelebt zu haben. Auf dem Gipfel\nder Welt stehend schleudern wir noch einmal un-\nsere Herausforderung den Sternen zu!\nEure Einwürfe? Genug, genug! Versteht sich!\nWir wissen sehr gut, was unsere schöne falsche In-\ntelligenz uns bestätigt. — Wir sind nur, sagt sie, der\nInbegriff und die Verlängerung unerer Ahnen. —\nVielleicht! Meinetwegen! . . . Was tuts?\nAber wir wollen nicht begreifen. Wiederholt ja\nnicht diese infamen Worte! Kopf hoch! Das ist\nbesser!\nAuf dem Gipfel der Welt stehend schleudern\nwir noch einmal unsere Herausforderung den Ster-\nnen zu!\nAutorisierte Uebersetzung von Jean-Jacques\n*\nDer Dichter F. T. Marinetti ist der Führer der\nfuturistischen Bewegung\nDie Futuristen werden die zweite\nAusstellung der Zeitschrift Der\nSturm, Tiergartenstraße 34 a, kol-\nlektiv beschicken.\nDie erste Ausstellung: Der Blaue Reiter / Flaum /\nKokoschka / Expressionisten bleibt dort bis zum\n10. April geöffnet."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-03-30_01#c005", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "829", "page_fin": "830", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.2.5", "titre_corps": "Der schwarze Vorhang : Roman", "titre_sommaire": "Der schwarze Vorhang : Roman", "signature_source": "Alfred Döblin", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "829", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.3", "debut_caractere": 6769, "fin_caractere_exclue": 10062, "texte": "Der schwarze Vorhang\nRoman\nVon Alfred Döblin\nEs war nicht gerade ihr Gesicht, das immer\nvor seinen Augen stand, sondern das Gesicht ir-\ngend eines Menschen, der ihn nicht ansah. In\ndiesem Bilde waren, wie in einem Schranke, zu\nviel gute Speisen und Getränke eingeschlossen, als\ndaß seine Triebe nicht -darüber herfielen, den\nSchrank öffneten, weit öffneten, in Gier zertrüm-\nmerten und sich sättigten.\nSchon in dem Düster seines Rachedrangs lag\nmanches, was ihn in die alte trübe Wirrnis zurück-\nführte; je fester die Rachsucht das Bild hielt, je\nlänger sie es festhielt, um so mehr dunkle, halb\nverlorene, halb verhungerte Neigungen lockte sie\nhervor, bis die alte Welt wieder heraufbeschwo-\nren war.\nErst waren die finsteren Gedanken erbar-\nmungslos auf ihn eingedrungen, vergebens hatte\nsein kühler Stolz die eben errungene Sicherheit be-\nhauptet.\nNachdem Johannes sich einmal hatte ergeben\nmüssen, und wieder von der gewohnten Speise aß,\nbegann ihm die seidene Glätte der Gewohnheit zu\nschmeicheln. Entschuldigende Kosenamen gab er\nbald seiner Schwäche, die ihn fallen ließ: Heimats-\nluft war, was er atmete.\nUnd klammerte sich, während ihn die Stärke\nseiner Kampfesbegierden schon abzog und weg-\ntrug, um so inniger an, schnüffelte lüstern an sei-\nnem Verderb.\nEr klagte sie an, wie heiß sie sich für die\nkleinen Qualen räche, die er über sie schütteln\nwollte; warf sich zerquält, ganz mürbe ihr zu\nFüßen:\n„Was habe ich dir getan, du Strenge? Wa-\nrum mußt du gerade mich in diese Bedrängnis\nstürzen?4'; sank schließlich ergeben und still hin,\nund gab ihr Recht. Was war er auch, der falsche,\nvon Sünden zermorschte, blöde, im Grunde vor\nihr, als ein Schatten, der auf sie fiel, vielleicht ein\nhäßliches Untierchen, eine Maus, vor der sie auf-\nschrie. Was maßte er sich an? Was Mann und\nWeib! Spie er sie nicht an, grinste er nicht, als\nsie ihn anblickte? Schwach war er und gemein\nund unterlegen. O, er wollte nicht feige sein, den\nehrlichen Kampf nicht meiden: sein Raub, seine\nrechte Beute, er selbst, sollte sich nicht ent-\nwischen. In die Schmutzlache wollte er sich mit\nder Schnauze stoßen: lecken und winseln, winseln\nund lecken, — besser, als den gelben Mond an-\nheulen im Himmel.\n•Je\nNachmittags auf dem Sofa.\nBis in die harte Dämmerung hinein habe ich\ngeschlafen. Unruhig habe ich wohl geschlafen. In\nder dumpfen Hitze des Sofas liege ich. Die Luft\nsteht noch voll verworrener Speisegerüche;\nnebenan, nebenan zanken sich zwei Menschen.\nTaub und seelenlahm Hege ich in der Hitze.\nEs gährt in mir auf und durchschleicht mich, ein\nunbestimmtes, widriges, bewußtloses Dämmern,\ndrin vieles ungetrennt gebunden ist, das sich\nschwach aneinander reibt, sich auf und nieder\nwirft und im Dunkel verwischt und wieder auf-\nkämpft; sein Wort heftig sucht und es nicht findet.\nMich Hingegebenen durchwühlt und durchschwelt\ndieser Rauch, übel wie der Geschmack in meinem\nhalbtrockenem, verschleimten Munde, und ich\nkann es nur dulden.\nWas hab ich? Was soll ich? Was erwartet\nmich? An abgestandenen Brühen, an meiner —\nSeele trinken, an trübem Auswurf schnüffeln: das\nsst meine Bestimmung. Niemand, hat auch nie-\nmand auf der weiten unermeßlichen Welt Anteil an\ndem zweibeinigen, mißmutigen Tier, das sich hier\nauf dem Sofa tastet. Vielleicht staunt mich ein\nFlachkopf oder eine Gans an.\nin mir."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "830", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 879, "texte": "Ich erhebe mich schwer von dem schwülen\nSofa. Ich beschaue mich im Spiegel: das müde,\nschlaffe Gesicht mit den häßlichen, blaßgrauen\nWangen, die stumpfen Augen und die breite blöde\nStirn, —■ die schwere Last der Erde — es wühlt\nUnd ich höhne und verfluche mich, daß ich\nnur zur Trauer und Zerstörung geboren bin, daß\nsich nichts aus diesem bleichen Herzen drängen\nwill, was mich wärmt und erfreut: Ein steinerner\nGast muß ich sein. Zu arm für die Einsamkeit bin\nich, nur Begierde und Liebe bin ich.\nUnd diese Brust voll heißen Brütens, voll\nLüsternheit, Ohnmacht, Kälte und Lastern. Und\nwieder liege ich da, auf dem schwülen Sofa, in\ndem stickigen, todessüllen .Zimmer, und - - lebe - —\n*\nWenn er sich jetzt unter Freunden plötzlich\nmüde reckte, den Kopf auf die Brust fallen ließ\nund minutenlang vor sich hinstarrte, so klangen\nGedanken in ihm auf, deren Qual ihn fast betäubte."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-03-30_01#c006", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "830", "page_fin": "830", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.2.6", "titre_corps": "Nachwinter", "titre_sommaire": "Nachwinter", "signature_source": "Peter Alters berg", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "830", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.4", "debut_caractere": 900, "fin_caractere_exclue": 3163, "texte": "Nachwinter\nVon Peter Alters berg\n9. März. Mein dreiundfünfzigster Geburtstag.\nEs ist schon wieder Schnee gefallen die ganze\nNacht, Hochwinter im März. Man kann noch nicht\n„rodeln\", denn der Schnee ist noch flaumig wie\nflaumige Eiderdunen. Aber das Auge weiß davon\nnichts. Nur die Fußspuren sind braungrau. Es hat\nnull Grad im Schatten. Es ist ein Winterbild, an\ndas man nicht mehr recht glaubt. So Nachzügler\neiner Armee „Winter\"! Meine Schneeschuhe, ein\nGeschenk des berühmten Architekten Adolf Loos,\nvor fünf Jahren, sind mir gestern abhanden ge-\nkommen. Der Dieb hat wahrscheinlich nicht mit\ndiesem Winter-Rückfall gerechnet. Sie waren mir\nteuer, obzwar sie mir nichts gekostet haben. Ich\nhatte fünf Jahre lang den Ehrgeiz, sie mir weder\nvertauschen, noch stehlen zu lassen. Der Kellner\nsagte mir o»t: „Lassen Sie Ihre Schneeschuhe\nruhig irgendwo stehen, es geschieht ihnen nichts!\"\nNun, es ist ihnen wirklich nichts geschehen, sie\nhaben nur ihren Besitzer gewechselt. Möge er sie\nebenso zärtlich rücksichtsvoll behandeln wie ich,\nund möge ich eine neue Schneeschuh-Wurzen bal-\ndigst finden! Einer machte schon eine leise An-\nspielung, aber es stellte sich heraus, daß er mir\nnur mitteilen wollte, dieser Nachwinter könne ja\nohnedies nicht mehr von langer Dauer sein, und\nda genügten dann gewöhnliche Galoschen. Als\nich bemerkte, daß ich auch solche nicht besitze,\nerklärte er, Galoschen seien ungesund und verhin-\nderten die Hautausdünstung. Also, in dieser Win-\nterpracht feiere ich meinen dreiundfünfzigsten\nGeburtstag. Es wird kein Geld regnen, da ich\nkeine Danae bin. Aber in die schlechte Bilanz des\nJahres 1912 muß ich doch den Plus-Kontoposten\nmeines Lebens einrechnen: „Nachwinter im März\nauf dem Sernmering, und eine romantische Petrar-\nca-Liebe !\"\nHier ist es friedvoll, vertauschte Haselnuß-\nbergstöcke, vertauschte Schneeschuhe, vertausch-\nFrauen sind das einzige bemerkenswerte Ereignis.\nAber man findet sich in alles. Eine Dame sagte\nmir: „Sehen Sie, dieser von Ihnen gepriesene\nHerr ist doch kein Gentleman. Er trägt abends\nzu Escarpins Wollsocken!\" — „Pardon,\" erwiderte\nich, „ich habe das im Drang meiner Begeisterung\nübersehen!\" — „Ein scharfer Beobachter wie ge-\nrade Sie, Herr Altenberg?!\" — „Ja, auch wir sind\nnur irrende Menschenkinderl\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-03-30_01#c007", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "830", "page_fin": "830", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.2.7", "titre_corps": "Der Vortragsabend Ky ■ •-M-)- von Rudolf Blümner", "titre_sommaire": "Der Vortragsabend Ky ■ •-M-)- von Rudolf Blümner", "signature_source": "Rudolf Kurtz", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "830", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.4", "debut_caractere": 3165, "fin_caractere_exclue": 8018, "texte": "Der Vortragsabend\nKy ■ •-M-)-\nvon Rudolf Blümner\nRudolf Kurtz\nDer ahnungslose Herr äußerte zu dem Kritiker:\n„Es war reizend! Also es war . . . Ja, um Gottes\nWillen, warum widersprechen Sie mir nicht?\"\nDer Kritiker grinste sublim.\n„Es liegt kein Grund vor. Ihnen zu wider-\nsprechen. Sie haben doch Recht: — Ich hoffe,\nmeine Zustimmung macht Sie nicht bedenklich ~.\"\nwarf er hastig dazwischen, um den allzu berei-\nten Witz des Andern zurückzujagen.\nDer ahnungslose Herr faltete gereizt seine Stirn.\nQualvoll belastete ihn der Wunsch, das letzte Wort\nzu behalten. Dann polterte er unwillig heraus:\n„Sie sind inkonsequent! Das waren doch\nMärchen, Fabeln! Wollen Sie etwa Kindergemüt\nmarkieren? Wollen Sie uns einreden, daß Sie für\nAnekdoten sind, alter Freund? (Er trat mit blitzen-\nden Augen auf ihn zu und schlug ihn nieder.)\nGlauben Sie, das imponiert mir?\"\nDer Kritiker erhob sich versonnen. Nachdenk-\nlich betrachtete er sein Gesicht in einem Taschen-\nspiegel und sagte träumerisch:\n„Man müßte über diesen mageren Diaboliker im\nStil der moralitees legendaires schreiben. O wir\nsind Freunde jener konzentrierten Giftigkeit, die\nsich im bürgerlichen Gehrock verbirgt! Es ge-\nlüstet mich, rotglühende Kulissen um ihn zu stellen,\nschreiende Hintergründe emporrauschen zu lassen,\nbunte Lichtnebel übergilbt von einem M-ond, der\nblaß und lüstern grinst — aber, mein Herr, Sie\nlieben das Verstiegene nicht und ich rechne auf\nIhre Einladung zum Abendessen\".\nDer Kritiker schwieg höhnisch. Aber sein Ly-\nrismus riß ihn fort. Er sprach schwermütig:\n„Haben Sie je einen besser angezogenen\nOberlehrer gesehen? Haben Sie beachtet, wie sein\nAntrittsgestus das Seelenleben seiner Zuhörer auf-\nlockerte? Eine karge Bewegung: und Dämpfe von\nFamiliarität stiegen rings im Saale auf. Perfidere\nBosheiten hat man nie unter dem Vorwande einer\nharmlosen Familienunterhaltung anzubieten gewagt.\nEin respektloser Herr verzerrt Lessings edle Züge\nzur Grimasse. Er verulkt Sie, der Sie eben Ihr\nGemüt für Christian Andersen entdeckt haben. Er\nproduziert eine eiserne Respektabilität (durch die\nein höhnisches Grinsen zart hindurch schmilzt.)\nAh, wenn Sie wüßten, welche Intelligenz nötig ist,\num Satanismus in Form Lessingscher Fabeln zu\npropagieren!\"\nDer Zuhörer rülpste vernehmlich. Entgegen-\nkommend verbeugte sich der Kritiker und fuhr fort:\n„Ich weiß, Sie bevorzugen erste Erwägungen.\nSprechen wir von den Anekdoten Kleists. Welch\nempfindliche Zunge gehört dazu (verwöhnt mit allen\nneunundsechzig Pilzgerichten wie Peter Baum\nkennerisch doziert) um den strengen Denkstil Kleists\nin der syntaktischen Gliederung auszudrücken.\nHart grenzte sich Satzstück an Satzstück, dirigiert\nvon einem ausgezeichneten Verständnis für Form,\ndas kein Wort aus dem geschlossenen Kreis ließ.\nDarf ich Ihnen mitteilen, daß der Doktor Blümner\nein enragierter Verehrer des verstorbenen Dichter\nHerman Bang war — des beweglichsten, grazi-\nösesten Gent, der je auf einem Podium stand. Ah,\nSie waren ja frappiert von dem Spürsinn des Dok-\ntor Blümner, der zu jedem Wort die korrespon-\ndierende Geste fand. Erinnern Sie sich der gelasse-\nEleganz, mit der er eine Ehegeschichte Strind-\nbergs aufbaut, ohne ihr die Delikatesse ganz leise\nreflektierter Gedankenballungen zu rauben, die\nscheinbar jedes gesprochene Wort demolieren muß?\nOder wie er die krausen Humore einer Groteske\nMynonas gleichsam auswog, verstärkte und ab-\ntönte, um . . . .\"\nDa entsann er sich, daß sein Monolog einen\nZuhörer hatte und verstummte. Dann aber forcierte\ner sein Organ und rief:\nEs ist die Bedeutung seiner Existenz, mein\nHerr, der eigenen köstlichen Existenz, die ihn zu\nseinen Wirkungen verhilft. Er hat die Katerpoesie\nScheerbarts dramatisiert! Er hat die Verse sprach-\nlich komponiert! Er präsentiert Ihnen seine Seele,\nseine zuckende kunstvoll zubereitete Seele! Doch\nverzeihen Sie, verzeihen Sie. ich lasse mich wohl\ngehen.'4\nDer Herr hatte interessiert zugehört. Aber\ngerade, als der Kritiker die letzten Worte erschöpft\nhinausstieß sah er nach der Uhr und unterbrach\nihn erschrocken:\n„Na, ja! Na ja! Aber kommen Sie, wir müssen\nein Auto nehmen. Wir . .\nDer Kritiker schrie mit glühenden Augen:\n„Der Doktor Blümner trägt sein Teil zur Bes-\nserung der deutschen Zustände bei! O, er verhöhnt\ndas Gemüt des deutschen Volkes. Er vergiftet die\npopulärsten Nahrungsmittel: Lessingsche Fabeln\nund Andersensche Märchen. Und das Publikum\ndampft vor Begeisterung und verläßt voll geistiger\nStärkung den Saal, ohne zu ahnen, daß ein frivoler,\nheimtückischer Herr ihm hinterlistig auf die Seelen\ngespuckt hat.\"\nDer Kritiker gurgelte heiser. Seine Augen waren\naufgeschwollen, seine Hände flatterten heftig in der\nLuft, um das runde Gesicht seines Zuhörers, der\nsprachlos, mit weit geöffnetem Munde auf seine\ngroße Uhr wies.\nDer Kritiker kreischte auf, spie dicht an dem\nratlosen stummen Gesicht vorbei und lief eilends\ndavon."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-03-30_01#c008", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "830", "page_fin": "832", "image_debut": 4, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.2.8", "titre_corps": "Leo Tolstoi : Und das Licht scheinet in der Finsternis", "titre_sommaire": "Leo Tolstoi : Und das Licht scheinet in der Finsternis", "signature_source": "Siurlai", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "830", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.4", "debut_caractere": 8020, "fin_caractere_exclue": 9873, "texte": "Leo Tolstoi:\nUnd das Licht scheinet in der Finsternis\n\nNeben uns breitete Marie den Nacken unter\ndie steil krallenden Blicke des Parketts, die wie\nferne Brandung von der leinern umwölkten Decke\n\\\nwiederhallten.\nAls in der Diskussion, deren Genauigkeit kränkt,\nSarynzew, ein Gutsherr, resolutioniert: die Gesell-\nschaft richte sich nach ihrer Institution, dem Evan-\ngelium Christi. Wohlwollend, auch Materialist üt*d\nvon antithetischer Weltanschauung, er teilt ein in\nSünder und solche, die sichs nicht leisten könne«.\nWer also möchte nicht den Gefahren -des Besitzes\nentrinnen?\nIn der „Macht der Finsternis\", hinter der Qual:\neiner gesteht, und wird von denen, die noch nickt\ngestanden haben, zur Sühne gehenkt werden,\nSarynzew — wie ihm — fehlt ein Mangel an\nPrivatleben. Sarvnzewr gelangt über das Evan-\ngelium dahin, daß niemand gestohlenes Holz\nden Bauern vom. Munde wegnehmen darf, und\nerläßt daher dreien, die in seinem Wald stahlen\ndie Strafe. O Sarynzew*, will aus der christ-\nlichen Erkenntnis seine Güter verteilen und statt\neines treuen Herzens werden fünftausend Giere-\nbolde besitzen. Er — wie der Gestehende —\nfällt in den allgemeinen Ehrbegriff, eliminiert\nsich. O Sarynzew; kann nicht Gott opfern\num Gottes willen; erliegt der Versuchung, vorzeitig\nseiner Idee zu folgen; kann sich nicht neben sich\nselbst stellen, über sich selbst : seinem Kampf mit\ndem Umkreis nicht zusehen. Er auch mag lieber\nanerkannter Ehemann als Präsident sein. Wer\nnicht alles will, darf nichts wollen. Daran platzt\nder radikale Kompromißler Sarynzew. Der ihm\nanhängt, scheut nach Christi Gebot vor dem Mili-\ntärdienste. Aber: dem Guten müssen alle Dinge\nzum Besten dienen, sagt Paulus, sogar die Sünde.\nSie indessen, den Wundern nicht zugetan, Revolu-\ntionäre aus gesundem Menschenverstand, suchen\njenseits der völkerspaltenden Kirchen einen Nor-\nmalgott . . ."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "832", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1032, "texte": "Die mit guten Gründen gegen Sarynzew stehen,\nhaben unrecht. Vettern haben immer unrecht Auch\nwenn man im siebenten Himmel zu demselben Re-\nsultat kommt. Aber man kennt die unerbittlichen\nFrauen, die ihr Leben opfern und aus heiterem Him-\nüber die Köpfe herabhängen: „Du bist der Zweck\nmeines Lebens.\" Sie, die die Zwanzigjährigen in\nGefühlsverwirrung und Muttermord treiben, ver-\nmögen mit vielem gutem Willen und einem Egois-\nrnus, zu dessen Entschukligung nicht einmal der\nEigennutz angeführt werden kann, die Eingeweide\nselbst -dieser christlichen Existenz zu zerstören.\nHinter allem Gestehen aber wand sich Marie:\n„Wer stirbt, ist mein Bruder/4\n(Herr Kayßler ist ein grimmer Mann zu mir.\nAber unter dem goldenen Korne der Frau Fehdmer\nquellen Kornblumen wie Unkraut hervor. Und da\neine vorsorgliche Direktion die Herren Herzfeld\nund Lands zu sehnet! von der Bühne wies, war-\nteten wir immer aui Ii k a Grüning, die gleich\nsam gegen unser aller Mutter mit Behagen pole-\nmisierte.)\nUraufführung: Kleines Thater in Berlin.\n\nSiurlai"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-03-30_01#c009", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "831", "page_fin": "831", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.2.8.1", "titre_corps": "Richter-Berlin: Kopf / Originalhoizschnitt", "titre_sommaire": "Richter-Berlin: Kopf / Originalhoizschnitt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "831", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 42, "texte": "Richter-Berlin: Kopf / Originalhoizschnitt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-03-30_01#c010", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "832", "page_fin": "832", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.2.9", "titre_corps": "Zweiter Jahrgang", "titre_sommaire": "Zweiter Jahrgang", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "832", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.6", "debut_caractere": 1110, "fin_caractere_exclue": 7346, "texte": "Zweiter Jahrgang\nZweites Halbjahr\nDie römischen Ziffern bezeichnen die Nummern,\ndie arabischen die Seitenzahlen der Zeitschrift.\nBeiträge\nJoseph Adler\nWintersaison CII 816 CHI 824\nPeter Altenberg\nNachwinter CIV 830\nReplik . IC 792\nOskar Baum\nDie Rettung XC 715\nAndre Beaunier\nTalent und Halbtalent XIC 728\nHans Bethge / Nach dem Chinesischen\nDer Verführer HIC 774\nErnst Blass\nGedichte IC 792\nWirkungen LXXXII 656\nRudolf Blümner\nErinnerung an Herman Bang lIIC 772\nRichard Dehmel\nAus den Verwandlungen der Venus C 796\nGebet im Flugschiff C 796\nViktor von Dir s zt a y\nUnser Photo LXXXI 648, LXXXII 656\nLXXXIII 664 LXXXIV 672\nAlfred D ö b 1 i n\nDer Ritter Blaubart LXXXV 676 LXXXVI 693\nDer schwarze Vorhang lIC 780 IC 789 C 798\nCI 806 CII 812 CHI 821 CIV 829\nGemütliches VC 758\nGertrude Barrison LXXXI 646\nMaria Empfängnis LXXXVIII 700\nTubutsch IVC 751\nA r tur Drey\nDer Verlebte XIC 728\nHans Ehrenbaum - D e g ele\nGedichte LXXXVII 692 VIIIC 781\nAlbert Ehren stein\nKongo LXXXIV 668\nPassion LXXX 639\nRitter Johann des Todes LXXXVIII 699\nGustave F l a u b e r t\nDi> letzte Stunde XIC 724\nS. Friedlaender\nDr. Max Zerbst: „Die vierte Dimension\" LXXXIII 663\nPolarität VIIIC 732\nRichard Fuchs\nWien lIIC 774 lIC 783\nHans Ganse\nGedichte LXXXVI 685\nAlfred Wr all e r Heymel\nEure Sehnsucht aus der Zeit LXXXIII 662\nKurt Fi i 11 e r\nDer Selbstmord der Leoni Hallmann LXXXV 678\nDer Sinn des Lebens und die Reichstagswahl VIIC 740\nDer träumerische Schaffner XC 719\nGegen die Kleist-Stiftung LXXXVI 693\nGertrud Eysoldt VIC 751\nLob der Zeit IXC 727\nOffener Brief an den Herausgeber LXXX 639\nJacob van Hod d i s\nItalien LXXXII 653\nFranz Jun g\nPuppenspiel VIC 750\nSie gm und Kalischer\nDer reiche Bankier Oppenheimer LXXXVIII 701\nFerdinand K i s s\nDer Pariser Korrespondent LXXXVI 688\nHer mann Koch\nTodesdelir IC 792\nLothar von Kunowski\nDer Aether der Schönheit CII 811\nDer Schatten C 801\nDoktrinäre und Lehrmeister der Kunst LXXXVI 686\nGegen Karl Scheffler LXXXVII 692\nMünchener Sezession LXXXIX 711\nSchwebende Tonflächen VC 757\nLothar und Gertrud v o n K u n o w s k i\nHugo von Tschudi LXXXVIIi 699\nRudolf Kurt z\nApotheose LXXXII 656\nDer Vortragsabend von Rudolf Blümner CIV\nElse Lask-er - Schüler\nBriefe nach Norwegen LXXX 637 LXXXI 645\nLXXXII 654 LXXXIII 662 LXXXIV 671\nLXXXV 677 LXXXVI 685 LXXXVII 693\nLXXXVIII 702 LXXXIX 710 XC 718 XIC 725\nVIIIC 733 VIIC 743 VIC 751 VC 758 IVC 765\nlIIC 77*3 HC 782 IC 788\nEsther CIII 821\nGedichte C 798\nMeiner Schwester Lied CI 806\nAdolf Loos\nVom Gehen, Stehen, Sitzen, Liegen, Schlafen,\nEssen, Trinken LXXXVII 691\nPaul Mahlberg\nLothar und Gertrud von Kunowski XIC 726\nF. T. Marinetti\nManifest des Futurismus CIV 828\nAlfred M o m b e r t\nDas ist die Nacht/Das ist der Tag C 797\nGünther M ü r r\nHamburg VC 758 IVC 766 lIIC 773 lIC 784\nIC 790 C 801 CI 808 CII 813\nMynona\nAerosophie LXXXIX 709\nVerstellung CI 805\nMax Pechstein\nHugo von Tschudi XIVC 750\nM. i c h e 1 Puy\nDie Nachfolger der Impressionisten LXXXVIII 702\nArthur Rimbaud\nEin unveröffentlichter Brief lIIC 772\nOtto R u n g\nDer Vagabund LXXXVI 686 LXXXVII 693\nLXXXVIII 700 LXXXIX 709\nPaulScheerbart\nAudienz beim König C 796\nDie Perseiden und die Leoniden XIC 724\nDie Reise ins Jenseits LXXXIV 670\nDie Schlachtpomade LXXXI 645\nTempel und Paläste VC 765\nPeter Scher\nTriumph LXXXVIII 704\nPaul Ferdinand Schmidt\nDie Expressionisten VIIIC 734\nM. R. Schönlank\nPurrmann und Levi LXXX 671\nS i u r 1 a i\nLeo Tolstoi CIV S3Ö\nRussisches Ballet lIIC 776\nOtto S o y k a\nDie Literatur Karl] Mays IVC 768\nFjodor S s o 11 o g u b\nDer Knabe und die Birke LXXXIII 661\nDie weisen Jungfrauen VIIC 742\nMax Steiner\nAphorismen LXXXIII 659 LXXXIV 668\nSchopenhauen und die Politik LXXXII 652\nGrete Tichauer\nMit Mutter LXXXVII 694\nTrust\nAbfuhr CHI 820\nAus der Heimat LXXX 635\nAus der Zeit für die Zeiten LXXXI 643\nAus Berlin LXXXII .654\nDer Sumpf von Berlin LXXXII 651\nDichten und Trachten VC 756\nDie Bescherung VIIIC 731\nDie guten Freunde der Kunst IVC 764\nDie Wehen der Frau Wertheim LXXXV 675\nGedankenloses CIV 827\nDie Woche lIIC 772 lIC 780\nKritik VIIIC 736\nKunst und Künstler C 795\nKunst und Lebensfreude LXXXIV 667\nKunstkritiker mit und ohne XC 715\nLebensfreude LXXXVII 697\nLiteratur LXXXIX 70S\nMalerei LXXXIV 687\nMeine Woche LXXXV 567\nSitten LXXXVIII 7U4\nTheater XIC 727\nTheater und Variete XC 719\nVon der Kunst XIXC 787\nZeitgeschichten VIC 748\nZeitschriften CI SO4\nZwischen Weihnachten und Neujahr VIIC 741\nErich Unger\nVorwort zu einem Roman XFYC 749\nHer warth Waiden\nDie Judentochter/Gesang C Beilage\nArt u r Wee s e\nHodier und die Eurythmie LXXXIII 660\nHugo Wolf\nGedichte LXXXIV 669\nPaul Zech\nArbeiterkolonie VIC 750 IV C 765\nGedichte LXXX 637 XC 719\nStreikbrecher CII 812\nZwischen Russ und Rauch LXXXV 677\nJ. A.\nAus der Musikwelt VIIC 776\nDresden und Budapest LXXXVII 697\nHumoristen VC 760 VIIC 744\nKunst, Demokratie und Presse LXXXIX 712 XC 720\nVon Sedan bis Budapest LXXXI 648\nB i m\nDer Lebenslauf eines deutschen Malers CII 814\nK. H.\nDie Spielereien einer Kaiserin LXXX 637\nManifest der Futuristen CHI 823\nPreisrätsel IVX 768\nZeichnungen.\nHarold Beugen\nOriginalholzschnitt CIII 823\nHanns Bolz\nMi-careme, Zeichnung CI 803\nFerdinand H o d 1 e r\nAelpler mit Sense auf der Alp LXXXV 679\nDer Aufbruch der preussischen Lützow-Jäger\nim Jahre 1813 LXXXIII 659\nMännerfigur LXXXVI 687\nLudwig Kainer\nDekorative Studie IVC 767\nStudie zu einem dekorativen Gemälde XIIC 735\nE. L. Kirchner\nAkte / Holzschnitt LXXXVIII 703\nAkrobaten / Holzschnitt IVC 763\nOriginalholzschnitt IVC 763\nSiesta / Holzschnitt LXXXI 647\nCesar Kl e i n\nOriginalholzschnitt XVIIC 783\nOskar Kokoschka\nPorträt XC 715\nZeichnungen CIII 819 CIV\nMoriz Melzer\nGrablegung / Holzschnitt XVIIC 775\nOriginalholzschnitt CII 815\nOtto Moeller\nAm Nachmittag j Holzschnitt LXXXVII 695\nJulius Pas c i n\nDas Kind C 795\nZeichnung VIC 751\nMaxPechstein\nBadende j Original-Farbenholzschnitt VIC 747\nErlegung des Festbratens / Holzschnitt VIIC 739\nRichter - Berlin\nDie Brüstung / Holzschnitt IC 791\nKopf eines Zerhackten CIV 831\nArtur Segal\nHolzschnitte\nDie Lesende VIIIC 731\nHolzschnitte LXXXIII 655 LXXXIX 707\nLebensfreude lIIC 723\nLotos XIC 723\nSommersitz VC 755\nSchmidt-Rottluff\nDer Prinz von Theben / Zeichnung „ XVC 759\nGeorg Tappert\nDer Clown / Holzschnitt C 799\nJohn Jack Vrieslander\nPariser Cafe-Concerts / Zeichnung: XVIIIC 779"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-03-30_01#c011", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "833", "page_fin": "833", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.2.10", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "833", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.7", "debut_caractere": 77, "fin_caractere_exclue": 575, "texte": "x?o\nr rv\nHAHN\nAlexanderplatz Landsbergerstr. 60-63\ngegrtindet 1825\nModeme Herrenbekleidurvg\nfertig und nach Haft\nRek lameangebot:\nDer elegante Ulster\naus engtischen gemusterten Cheviots mit WrmelaufschlSgen 3250\naus den modernsten Hauschstoffen mitlaufgesteppten Taschen 4550\nVomehmer zweireihiger Sacco-Anzug, engllsch gemusterter Cheviot\n3250 45 M\nSchicke Passformen Beste Verarbeitung\nDeu Herrai Studenten und Mitgiiedem von Kunstvereinlguogen gegen Vorzelgung von Legitimatioaskarten 5% Rabatft"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-03-30_01#c012", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "833", "page_fin": "833", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "833", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.7", "debut_caractere": 577, "fin_caractere_exclue": 830, "texte": "i\nErne Preisfrage\nWas ist Kultur!\nDer Preissteller hat fur die am\nhesten befundene Beantwortung\nin epigrammatischer Form einen\nPreis von 100 Mark ausgesetzt\nEinsendungen unter\nan den Verlag Der Sturm Berlin W\nFotsdamerstr. 18 bis 1. 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KAUNITZ Cafetier\nNEU EROFFNET!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-03-30_01#c017", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "834", "page_fin": "834", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "834", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.8", "debut_caractere": 55, "fin_caractere_exclue": 103, "texte": "Ausstellungen, Salons\nKunsthandlungen etc.\nm\n■\nm"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-03-30_01#c018", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "834", "page_fin": "834", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "834", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.8", "debut_caractere": 105, "fin_caractere_exclue": 432, "texte": "CASPER'S Kunst-Salon\nEintritt 50 Pfennig Potsdamersirasse 19\nNeu ausgestellte GemSlde;\nAd. 80-ck\nP. Ho-erciger\nH. Licht\nM. Lie her maun\nE. Liebermann\nA. Liedtke\nA. MSller\nR. Poescbmaoo\nJ. F. Raffa&li\nB. Seelos\nF. Thaulcut\nAlice Trilbiier\nM. Uth\nMoritz Veit\n»i; ,\nCailectlonen von 11. de Marandat-Paris\nund Hughes Stanton-London"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-03-30-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-03-30_01#c019", "volume": "bmtnabg_1912-03-30_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "834", "page_fin": "834", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "834", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.8", "debut_caractere": 434, "fin_caractere_exclue": 745, "texte": "GRAPHISCHES K ABINETT|\nBuch- u. Kunsthandiung> Antiquariat, Verlag j§\n:: BERLIN Wl5, Kurfurstendamm 33 :: 112\nStandige Aussteilung\nmoderner Oraphik\nEINTRITT FREI\nIm Eckhanse, gegenuber der Se-\nzession, Eingang Groim&rmstraße\nIllustriert. Katalog it. 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T. MARINET FI: Manifest des Futurismus /\nALFRED DÖBLIN: Der schwarze Vorhang / PETER ALTENBERG: Nachwinter / RUDOLF KURTZ: Der Vortragsabend von Rudolf\nBlümner / SIURLAI: Leo Tolstoi; Und das Licht scheinet in der Finsternis / INHALTSVERZEICHNIS: Zweiter Jahrgang Zweites Halbjahr /\nOSKAR KOKOSCHKA: Zeichnung / RICHTER-Berlin: Kopf eines Zerhackten / Originalholzschnitt\n\nGedankenloses\nBaumeister Solness in Berlin\nDer „Berliner Lokal-Anzeiger\" interviewte den\nBerliner Stadtbaurat über seine Kunst:\n„Und einmal haben Sie sogar das Höchste\ngewagt, was ein Baukünstler wagen kann: Sie\nhaben einen h o h e n Turm gebaut\", warf ich ein.\n„Ich sah im Turm meines Stadthauses\", fuhr\nder Architekt fort, „auch wirklich eine seltene\nAufgabe. Zuerst wollte ich das Stadthaus ohne\nTu r m bauen. Dann aber kam die Idee mi t\nde m Tur m. Und sie verließ mich nicht mehr,\nim Wachen und im Träumen nicht. Nur wer\ndie Künstlerpsyche kennt, kann nachfühlen,\nwelche Seligkeit in der Konzeption einer sol-\nchen Idee liegt und welche verzweifel-\nte n Kämpfe sich nachher bei ihrer Durch-\nführung einzustellen pflegen. Ein Maler kann an\nseinem Bilde immer wieder ändern; sogar der\nletzte Ausweg, die Zerstörung, ist in seine Hand\ngegeben. Das Werk des Architekten steht fest-\ngefügt bis'in alle Ewigkeit und ruft den Namen\ndes Schöpfers in die Welt.\"\nDer Interviewer wirft dem Stadtbaurat den\nhohen Turin ein, den er als Höchstes gewagt hat,\nund ruft den Namen seines Schöpfers vorläufig in\nVertretung der Welt. Sonst macht sich der Stadt-\nbaurat noch viel Sorgen um die Eindeckung der\nKuppel:\nOb da eine Kupfer-, ob eine Ziegeldeckung\nvorzuziehen sei, wurde nach allen Rieh-\ntun g e n Monate hindurch erwogen. Eine\nKupferdeckung mit den üblichen Rippen gab die\nSicherheit, daß die frei vorgestellten Säulen\nnicht abfallend wirken konnten; die Rip-\npen mußten sie mit dem Kuppeldach eng ver-\nbinden.\nDas ist immerhin schon etwas, daß die Säu-\nlein nicht abfallend wirken. Schließlich ent-\nschloß sich der Stadtbaurat doch für Ziegeln, und\nzwar durch Gottes Fügung:\nEin Klempnermeister, der sich natürlich für\ndie Eindeckung mit Kupfer sehr interessierte,\nredete mir immer wieder zu, ja nicht von der\nKupferdeckung abzusehen. Da — fast am letz-\nten Tag, an dem ich mich entscheiden mußte —\nrührte ihn der Schlag. Das erschien mir\nals ein Zeichen des Schicksals, und\ndie Kuppel wurde mit Ziegeln gedeckt.\n\nOskar Kokoschka: Zeichnung"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "828", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.2", "texte": "Hierauf wurde der Interviewer verwirrt und\nhielt folgenden Ausspruch von Multatuli für pa-\nradox :\n„Eine Sammlung von Holz, Stein, Kalk und\nso weiter ist nicht immer ein Gebäude.\"\nBei seinen sonstigen Ideen nimmt der Stadt-\nbaurat vor allen Dingen architektonische Rück-\nsichten, sogar weitestgehende auf minder-\nbegüterte Dienstmädchen. Er äußerte sieh über\nseine Absichten für den Bau des Rudolf Virchow-\nkrankenhauses:\nEs soll in allen seinen Teilen der modernen\nAnschauung, daß auch auf den Minderbegüter-\nten die weitestgehende Rücksicht genommen\nwird, Rechnung getragen werden. Ein armes,\nkrankes Dienstmädel soll auf dem Weg vom\näußeren Tor bis zum Krankenbett nur ange-\nnehme Eindrücke gewinnen. Mit welchen\näußeren Architekturformen ich dies am bes-\nten erreichen kann, werde ich mir sehr sorg-\nfältig überlegen.\"\nDer Lokal-Anzeiger will eine ganze Artikel-\nreihe bringen, in der sich deutsche Künstler über\nihre Kunst äußern sollen. Das Denken ist schon\nschlimm, das Bauen noch schlimmer, aber beim\nReden stürzt alles ein.\nKunst verpflichtet\nGerhart Hauptmann ist ein Dichter. Umso un-\nerhörter, daß er es wagt, in seinem Roman At-\nlantis diesen Absatz drucken zu lassen:\nDas Leben Ritters hat in der Heimat einen\nKnick bekommen. Irgendein rüder Vorfall beim\nMilitär hatte den jungen Menschen erst zur\nwidersetzlichen Tätigkeit und dann zur Deser-\ntion bewogen. Nun war er seit sieben Jahren in\nAmerika und mußte sich sagen, daß der\nKnick in der Heimat eine unumgäng-\nliche Sache gewesen war, um das Reis in\nden neuen, wirklich für es geeigneten Humus\nverpflanzen zu können. Schlicht, harmonisch\nund gerade wuchs die Persönlichkeit Ritters hier\nwie ein bevorzugter Baum empor, und der\nMangel des jungen Prinzen aus\nGenieland an militärischer Sub-\nordination ward vom Faturri durch die ihm\nzukommende Superordination ein- für\nallemal ausgeglichen.\nUnd statt über Strindberg zu denken, daß er\nein eigenartiger Dichter sei, sollte er sich über-\nlegen, ob man Whisky mit Brot und Kümmelkäse,\nals den besten Teil seines Wesens verborgen hal-\nten soll, bis man die definitive Entscheidung zwi-\nschen Sein und Schein trifft:\n„Einmal hat er im Vorbeigehen zu mir ge-\nsagt,\" schloß Lobkowitz: „Wenn Sie mal in\nAmerika gelegentlich einem Maurergesellen be-\ngegnen sollten, der in der Arbeitspause sei-\nnen Whisky mit Brot und Kümmel-\nkäse zu sich nimmt und mir ähnlich sieht,\nso denken Sie nur getrost, ich bin's. Und dann\nbrauchen Sie mich nicht zu bedauern, sondern\nSie können mir gratulieren.\"\nWieder einer, dachte Friedrich, der das\nbeste T eil seines Wesens unter der kon-\nventionellen Geckerei seiner Zeit verborgen\ngehalten hat, und der, wie ich, viel-\nleicht ebenfalls immer vergebens\ndie definitive Entscheidung zwischen Sein\nund Schein treffen wollte.\nDiese Denkerei ist doch zu sehr auf Zeitungs-\nromane abgegessen.\nZurück zur Natur\nIn seiner warmherzigen Jungfernrede\nüber die Säuglingspflege richtete der\nfortschrittliche Pastor einen warmen Appell\nan die Mütter, zur natürlichen Säug>\nnngsernährung zurückzukehren,\nden Staat aber ermahnte er, für Säuglingsfür-\nsorge das Zehnfache aufzuwenden.\nDer warme Appell der warmherzigen Jungfern-\nrede über Säuglingspflege sollte die fortschritt-\nlichen Mütter eigentlich in ihrem künstlichen Ge-\nbaren stören.\nTrust\n\nManifest des Futurismus\nManifest des Futurismus\nVon F. T. Marinetti\nWir hatten die ganze Nacht gewacht, meine\nFreunde und ich, unter den Lampen der Moscheen,\nderen Kupferkuppeln, die ebenso durchbrochen\nwaren wie unsere Seele, doch elektrische Herzen\nhatten. Und indem wir in unserer angeborenen\nFaulheit auf üppige Perserteppiche traten, stritten\nwir an den äußersten Grenzen der Logik und be-\ndeckten das Papier mit wahnsinnigen Schriftzei-\nchen.\nEin unendlicher Stolz dehnte unsere Brust,\nuns allein stehen zu sehen, wie Leuchttürme oder\nwie weiter vorgeschobene Vorposten, gegenüber\ndem Heer feindlicher Sterne, die in ihrem heimat-\nlichen Biwak kampieren. Allein mit den Mechani-\nkern in den höllischen Heizräumen der großen\nSchiffe, allein mit den schwarzen Fantomen, die\nden roten Leib der Lokomotiven füttern, allein\nmit den Trunkenen, die mit ihren Flügeln gegen\ndie Mauer schlagen\nUnd plötzlich werden wir durch das Rollen\nder zweistöckigen Straßenbahnen abgelenkt, die\nhüpfend und buntscheckig vor lauter Licht vor-\nüberfahren, wie der aus seinem Bett getretene Po\nplötzlich die Weiler überfällt und entwurzelt, um\nsie mit sich über Kaskaden und Wirbel bis ans\nMeer zu ziehen.\nDann wurde das Schweigen noch tiefer,\ndrückender. Da wir dem abgezehrten Gebet des\nKanals und dem Knirschen der Gebeine der tod-\nkranken Paläste in ihrem Bart von Grün lausch-\nten, brüllten unter unserem Fenster plötzlich\ndie hungrigen Automobile.\n— Los, meine Freunde, sagte ich. Gehen wir!\nEndlich sind die Mythologie und das Ideal über-\nwunden. Wir werden der Geburt des Zentauren\nbeiwohnen, und bald werden wir die ersten Engel\nfliegen sehen! — Wir werden die Pforten des Le-\nbens erschüttern müssen, um ihre Angeln und\nRiegel zu prüfen! . . . Gehen wir! Seht die erste\nüber die Erde autgehende Sonne! . . . Nichts\nkommt dem Glanz ihres roten Schwertes, das\nzum ersten Male streitet, in unserer tausendjähri-\ngen Finsternis gleich.\nWir näherten uns den drei schnaubenden Ma-\nschinen, um ihre Brust zu streicheln. Ich streckte\nmich auf meiner Maschine aus wie ein Leichnam\nauf der Bahre, aber ich richtete mich plötz-\nlich unter dem Lenkrad auf, — diesem Guillotine-\nHackmesser —, das meinen Magen bedrohte.\nWirbelnd entführte uns der Wahnsinn uns\nselbst und trieb durch die steilen, tiefen Straßen\nwie ausgetrocknete Wildbäche. Hier und da tauch-\nten an den Fenstern Lampen auf, die uns lehrten,\nunsere mathematischen Augen zu verachten.\n—Die Witterung, rief ich, die Witterung ge-\nnügt dem Rotwild! . . .\nUnd wir jagten wie junge Löwen den\nschwarzhaarigen Tod, der vor uns in den weiten,\nmalvenfarbigen, lebenden Himmel lief.\nUnd dennoch hatten wir keine ideale Gebiete-\nrin, die ihre Gestalt bis in die Wolken streckte,\nnoch eine grausame Königin, der wir unsere wie\nbyzantinische Ringe gewundenen Leichname hät-\nten geben können! Nichts, um zu sterben, wäre\nes auch nur der Wunsch, endlich unseres nur allzu\ndrückenden Mutes ledig zu sein!\nWir sausten dahin und zermalmten auf de«\nSchwellen der Häuser die Hunde, die sich unfcer\nunsere brennenden Pneumatiks fegten, wie Kraben\nunter Plätteisen.\nDer geliebkoste Tod überholte mich an jeder\nKurve, um mir artig seine Pfote zu geben und um\nsich dann wieder mit einem Geräusch knackender\nKinnbacken der Erdoberfläche anzuschmiegen, in-\ndem er mir aus den Wasserlachen sammetweiche\nBlicke zuwarf.\n— Verlassen wir die Weisheit wie einen\nscheußlichen Gang, und betreten wir wie von Stolz\ngepfefferte Früchte den ungeheueren, magerrwei-\nten Mund des Windes! . . . Geben wir uns dein\nUnbekannten zum Fräße, nicht aus\nlung, nein, nur um die unergründlichen Vorrät»\ndes Absurden zu bereichern!\nKaum hatte ich diese Worte gesagt, als ich\nmich plötzlich um mich selbst drehte wie ein\ntrunkenes Pudelhündchen, das sich in den\nSchwanz beißt; und plötzlich sind zwei Radfahrer\nnicht einverstanden, die vor mir wie zwei über-\nzeugende und sich widersprechende Ueber-\nlegungen torkeln. Ihr Auf- und Niederwalien be-\nherrscht mein Terrain . . . Wie langweilig! Puh!\nIch bremste kurz und aus Ekel pflanzte ich mich —\nbums! — Hintern über Kopf in einen Graben...\n0, mütterlicher, mit schlammigem Wasser ge-\nfüllter Graben! Fabrikraben! Mit vollem Munde\nkostete ich deinen stärkenden Schlamm, der mich\nan die schwarze Brust meiner sudanesischen\nAmme erinnerte!\nAls ich meinen kotigen, übelduftenden Körper\nerhob, fühlte ich wie das rote Schwert der Freude\nsüss mein Herz durchbohrte.\nEine Menge Grundangler und podagristische\nNaturforscher hatten sich aus Schreck um das WunT\nder gesammelt. Mit geduldiger und kleinlicher Seele\nhoben sie eisernes Wurfgarn, um mein Automo-\nbil gleich einem schlammüberzogenen Haifisch zu\nangeln. Langsam tauchte es hervor und hinterliess\nseine schwere Karosserie und komfortable Polste-\nrung wie Schuppen im Graben.\nMan glaubte ihn tot, meinen guten Hai, aber\nmit einem einzigen Streicheln über seinen allmäch-\ntigen Riicken, weckte ich ihn auf, und schon ist er\nwieder aufgerichtet und läuft mit ganzer Geschwin-\ndigkeit auf seinen Flossen.\nMein Gesicht war mit dem guten Schlamm der\nFabriken überzogen, voll Metallruß, voll unnützen\nSchweißes und himmlischer Schlacke. So diktierten\nwir, mit verbundenen Armen unter dein Mitleid der\nweisen Fischer und der Naturforscher unsere ersten\nAbsichten allen auf dieser Erde lebenden Menschen:\n1 Wir wollen die Liebe zur Gefahr singen, die\ngewohnheitsmässige Energie und die Tollkühnheit.\n2 Die Hauptelernente unserer Poesie werden\nder Mut, die Kühnheit und die Empörung sein,\n3 Wie die Literatur bisher die nachdenkliche\nUnbeweglichkeit, die Ekstase, dem Schlummer ge-\npriesen hat, so wollen wir die aggressive Bewegung,\ndie fiebrige Schlaflosigkeit, den gymnastischen\nSchritt, den gefahrvollen Sprung, die Ohrfeige und\nden Faustschlag preisen.\n4 Wir erklären, daß der Glanz der Welt sich\num eine neue Schönheit bereichert hat: um die\nSchönheit der Schnelligkeit. Ein Rennautomobil,\ndessen Wagenkasten mit großen Rohren bepackt\nsind, die Schlangen mit explosivem Atem gleichen,\nein heulendes Automobil, das auf Kartätschen zu\nlaufen scheint, ist schöner als der „Sieg bei Sarno-\nthrake,\"\n5 Wir wollen den Mann preisen, der am Lenk-\nrad sitzt, dessen gedachte Achse die auf den Um-\nkreis ihrer Planetenbahn geschleuderte Erde durch-\nbohrt.\n6 Der Dichter muß sich mit Wärme ausgeben,\nmit glanzvoller Verschwendung, um den begeister-\nten Eifer der Uranfänglichen zu vergrößern."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "829", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.3", "texte": "7 N-irr im Kampf ist Schönheit. Kein Meister-\nwerk ohne agressives Moment. Die Dichtung muß\nein heftiger Ansturm gegen unbekannte Kräfte sein,\num sie aufzufordern sich vor den Menschen zu\nlegen.\n8 Wir sind auf dem äußersten Vorgebirge der\nJahrhunderte! . . . Wozu hinter uns blicken, da wir\ngerade die geheimnisvollen Tore des Unmöglichen\nbrechen? Zeit und Raum sind gestern dahinauf-\ngegangen. Wir leben schon im Absoluten, denn wir\nhaben schon die ewige, allgegenwärtige Schnellig-\nkeit geschaffen.\n9 Wir wollen den Krieg preisen, — diese ein-\nzige Hygiene der Welt -— den Militarismus, den\nPatriotismus, die zerstörende Geste der Anarchis-\nten, die schönen Gedanken, die töten, und die Ver-\nachtung des Weibes.\n10 Wir wollen die Museen, die Bibliotheken\nzerstören, den Moralismus bekämpfen, den Femi-\nnismus und alle opportunistischen und Nützlichkeit\nbezweckenden Feigheiten.\n11 Wir werden die arbeitbewegten Mengen,\ndas Vergnügen, -die Empörung singen, die vielfar-\nbigen, die vieltönigen Brandungen der Revolutionen\nin den modernen Hauptstädten; die nächtliche Vi-\nbration der Arsenale und Zimmerplätze unter ihren\nheftigen, elektrischen Monden; die gefräßigen Bahn-\nhöfe voller rauchender Schlangen; die durch ihre\nRauchfäden an die Wolken gehängten Fabriken; die\ngymnastisch hüpfenden Brücken über der Messer-\nschmiede der sonndurchflimmernden Flüsse; die\nabenteuerlichen Dampfer, die den Horizont wittern;\ndie breitbrüstigen Lokomotiven, die auf den Schie-\nnen stampfen wie riesige, mit langen Röhren gezii-\ngelte Stahlrosse, und den gleitenden Flug der Aero-\npiane, deren Schraube knattert wie eine im Waide\nwehende Flagge und die klatscht wie eine beifalls-\ntobende Menge.\nIn Italien veröffentlichen wir dieses feurige,\ngewaltige Manifest, durch das wir heute den Fu-\nturismus schaffen, weil wir Italien von seinem\nKrebs von Professoren, Archäologen, Ciceronen\nnnd Antiquaren befreien wollen.\nItalien ist lange genug der große Markt der\nTrödler gewesen. Wir wollen es von den unzäh-\nligen Museen befreien, die es wie unzählige Kirch-\nhöfe bedecken.\nMuseen, Kirchhöfe! . . . Wirklich identisch sind\nsie im finsteren Berühren ihrer Körper, die einan-\nder nicht kennen. Oeffentliche Schlafstellen, wo\nman auf ewig verhaßten und unbekannten Wesen\ngegenüber schläft. Reziprokes Ungestüm der Ma-\nler, die sich mit Linien- und Farbenschjägen gegen-\nseitig in demselben Museum töten.\nMan besuche sie jedes Jahr, wie man alljähr-\nlich die Gräber seiner Lieben besucht . . . Einver-\nstanden! . . . Man lege meinetwegen jährlich der\n„Gioconda\" Blumen zu Füßen, wir verstehen es! ..\nAber täglich unsere Traurigkeit, unseren zerbrech-\nlichen Mut und unsere Unruhe in die Museen spa-\nzieren führen, das lassen wir nicht zu! . . . Will\nman sich denn vergiften? Will man verwesen?\nWas kann man gut an einem alten Bilde fin-\nden, wenn nicht die mühseligen Verrenkungen des\nKünstlers, der sich bemüht, die undurchdringbaren\nTore zu durchdringen, nur weil er wünscht seinen\nTraum auszudrücken?\nEin altes Bild bewundern heißt unsere Empfind-\nsamkeit auf eine Totenurne verschwenden, statt\nsie nach vorn zu schleudern mit heftigen Stößen,\ndie schöpfen und tatkräftig sind. Will man denn\nso seine besten Kräfte durch die Bewunderung\n»des Vergangenen verschwenden, um gänzlich er-\nschöpft, geschwächt zu sein?\nIn Wirklichkeit ist der tägliche Besuch der Mu-\nseen, der Bibliotheken, der Akademien (dieser\nFriedhöfe verlorener Anstrengungen, dieser Gol-\ngatha gekreuzigter Träume, dieser Register gebro-\nchenen Schwunges) für den Künstler dasselbe, was\nverlängerte Vormundschaft für intelligente, an\nihrem Talent berauschte Jünglinge ist.\nFür Talkranke, Invaliden und Gefangene,\nmeinetwegen. Es ist vielleicht ein Balsam für ihre\nWunden, die bewunderungswürdige Vergangen-\nheit, da ihnen die Zukunft versagt ist . . . Aber\nwir wollen so etwas nicht, wir jungen, starken,\nlebendigen Futuristen!\nLaßt sie doch kommen, die guten Brandstifter\nmit den karbolduftenden Fingern! ... Da sind sie!\nDa sind sie ja! ... Steckt doch die Bibliotheken\nin Brand! Leitet die Kanäle ab. um die Museen zu\nüberschwemmen! ... Ha! Laßt sie dahintreiben,\ndie glorreichen Bflder! Nehmt und\nHammer! Untergrabt die Grundmauern der hoch-\nehrwürdigen Städte!\nDie Aeltesten von uns sind dreißig Jahre alt;\nwir können also wenigstens zehn Jahre unsere\nPflicht tun. Sind wir vierzig Jahre, so mögen Jün-\ngere und Tapfere uns in den Papierkorb werten\nwie unnütze Manuskripte! Von weither werden sie\nuns entgegenkommen, tanzend nach dem leichten\nRhythmus ihrer ersten Gedichte. Mit ihren haken-\nförmigen Fingern werden sie in die Luft kritzeln\nund vor den Türen der Akademien den guten Ge-\nruch unserer verwesenden Geister einatmen, die:\nschon den Katakomben der Bibliotheken ver-\nsprochen sind.\nAber wir werden nicht da sein. Sie werden\nuns in einer Winternacht mitten auf dem Lande vor\neinem düsteren Hangar finden bei unseren bebenden\nAeroplanen; und wir werden uns gerade die Hände\nüber dem Feuer unserer Bücher von heute die\nHände wärmen und hoch wird die Flamme aus\nihnen unter dem Fluge ihrer Bilder herausschlagen.\nSie werden uns umringen, keuchend vor Angst\nund Aerger, und verzweifelt durch unseren stolzen\nunermüdlichen Mut; sie werden sich auf uns stür-\nzen mit ebenso viel Haß, wie ihr Herz trunken von\nLiebe und Bewunderung für uns sein wird. Und die\nstarke, heilige Ungerechtigkeit wird hell aus ihren\nAugen strahlen. Denn Kunst kann nur Gewalt, Grau-\nsamkeit sein.\nDie Aeltesten von uns sind dreißig Jahre alt,\nund doch haben wir schon Schätze vergeudet.\nSchätze der Kraft, Liebe, Mut und strengem Willen,\neilig, im Delirium, ohne zu rechnen, im Handum-\ndrehen, zum Atemverlieren.\nBlickt uns an! Wir sind nicht außer Atem...\nUnser Herz ist nicht im mindesten erschöpft! Denn\nFeuer, Haß, Schnelligkeit ernähren es! . . . Das\nsetzt euch in Erstaunen? Ja, weil ihr euch nicht\neinmal erinnert gelebt zu haben. Auf dem Gipfel\nder Welt stehend schleudern wir noch einmal un-\nsere Herausforderung den Sternen zu!\nEure Einwürfe? Genug, genug! Versteht sich!\nWir wissen sehr gut, was unsere schöne falsche In-\ntelligenz uns bestätigt. — Wir sind nur, sagt sie, der\nInbegriff und die Verlängerung unerer Ahnen. —\nVielleicht! Meinetwegen! . . . Was tuts?\nAber wir wollen nicht begreifen. Wiederholt ja\nnicht diese infamen Worte! Kopf hoch! Das ist\nbesser!\nAuf dem Gipfel der Welt stehend schleudern\nwir noch einmal unsere Herausforderung den Ster-\nnen zu!\nAutorisierte Uebersetzung von Jean-Jacques\n*\nDer Dichter F. T. Marinetti ist der Führer der\nfuturistischen Bewegung\nDie Futuristen werden die zweite\nAusstellung der Zeitschrift Der\nSturm, Tiergartenstraße 34 a, kol-\nlektiv beschicken.\nDie erste Ausstellung: Der Blaue Reiter / Flaum /\nKokoschka / Expressionisten bleibt dort bis zum\n10. April geöffnet.\n\nDer schwarze Vorhang\nRoman\nVon Alfred Döblin\nEs war nicht gerade ihr Gesicht, das immer\nvor seinen Augen stand, sondern das Gesicht ir-\ngend eines Menschen, der ihn nicht ansah. In\ndiesem Bilde waren, wie in einem Schranke, zu\nviel gute Speisen und Getränke eingeschlossen, als\ndaß seine Triebe nicht -darüber herfielen, den\nSchrank öffneten, weit öffneten, in Gier zertrüm-\nmerten und sich sättigten.\nSchon in dem Düster seines Rachedrangs lag\nmanches, was ihn in die alte trübe Wirrnis zurück-\nführte; je fester die Rachsucht das Bild hielt, je\nlänger sie es festhielt, um so mehr dunkle, halb\nverlorene, halb verhungerte Neigungen lockte sie\nhervor, bis die alte Welt wieder heraufbeschwo-\nren war.\nErst waren die finsteren Gedanken erbar-\nmungslos auf ihn eingedrungen, vergebens hatte\nsein kühler Stolz die eben errungene Sicherheit be-\nhauptet.\nNachdem Johannes sich einmal hatte ergeben\nmüssen, und wieder von der gewohnten Speise aß,\nbegann ihm die seidene Glätte der Gewohnheit zu\nschmeicheln. Entschuldigende Kosenamen gab er\nbald seiner Schwäche, die ihn fallen ließ: Heimats-\nluft war, was er atmete.\nUnd klammerte sich, während ihn die Stärke\nseiner Kampfesbegierden schon abzog und weg-\ntrug, um so inniger an, schnüffelte lüstern an sei-\nnem Verderb.\nEr klagte sie an, wie heiß sie sich für die\nkleinen Qualen räche, die er über sie schütteln\nwollte; warf sich zerquält, ganz mürbe ihr zu\nFüßen:\n„Was habe ich dir getan, du Strenge? Wa-\nrum mußt du gerade mich in diese Bedrängnis\nstürzen?4'; sank schließlich ergeben und still hin,\nund gab ihr Recht. Was war er auch, der falsche,\nvon Sünden zermorschte, blöde, im Grunde vor\nihr, als ein Schatten, der auf sie fiel, vielleicht ein\nhäßliches Untierchen, eine Maus, vor der sie auf-\nschrie. Was maßte er sich an? Was Mann und\nWeib! Spie er sie nicht an, grinste er nicht, als\nsie ihn anblickte? Schwach war er und gemein\nund unterlegen. O, er wollte nicht feige sein, den\nehrlichen Kampf nicht meiden: sein Raub, seine\nrechte Beute, er selbst, sollte sich nicht ent-\nwischen. In die Schmutzlache wollte er sich mit\nder Schnauze stoßen: lecken und winseln, winseln\nund lecken, — besser, als den gelben Mond an-\nheulen im Himmel.\n•Je\nNachmittags auf dem Sofa.\nBis in die harte Dämmerung hinein habe ich\ngeschlafen. Unruhig habe ich wohl geschlafen. In\nder dumpfen Hitze des Sofas liege ich. Die Luft\nsteht noch voll verworrener Speisegerüche;\nnebenan, nebenan zanken sich zwei Menschen.\nTaub und seelenlahm Hege ich in der Hitze.\nEs gährt in mir auf und durchschleicht mich, ein\nunbestimmtes, widriges, bewußtloses Dämmern,\ndrin vieles ungetrennt gebunden ist, das sich\nschwach aneinander reibt, sich auf und nieder\nwirft und im Dunkel verwischt und wieder auf-\nkämpft; sein Wort heftig sucht und es nicht findet.\nMich Hingegebenen durchwühlt und durchschwelt\ndieser Rauch, übel wie der Geschmack in meinem\nhalbtrockenem, verschleimten Munde, und ich\nkann es nur dulden.\nWas hab ich? Was soll ich? Was erwartet\nmich? An abgestandenen Brühen, an meiner —\nSeele trinken, an trübem Auswurf schnüffeln: das\nsst meine Bestimmung. Niemand, hat auch nie-\nmand auf der weiten unermeßlichen Welt Anteil an\ndem zweibeinigen, mißmutigen Tier, das sich hier\nauf dem Sofa tastet. Vielleicht staunt mich ein\nFlachkopf oder eine Gans an.\nin mir.\n\nFortsetzuög"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "830", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.4", "texte": "Ich erhebe mich schwer von dem schwülen\nSofa. Ich beschaue mich im Spiegel: das müde,\nschlaffe Gesicht mit den häßlichen, blaßgrauen\nWangen, die stumpfen Augen und die breite blöde\nStirn, —■ die schwere Last der Erde — es wühlt\nUnd ich höhne und verfluche mich, daß ich\nnur zur Trauer und Zerstörung geboren bin, daß\nsich nichts aus diesem bleichen Herzen drängen\nwill, was mich wärmt und erfreut: Ein steinerner\nGast muß ich sein. Zu arm für die Einsamkeit bin\nich, nur Begierde und Liebe bin ich.\nUnd diese Brust voll heißen Brütens, voll\nLüsternheit, Ohnmacht, Kälte und Lastern. Und\nwieder liege ich da, auf dem schwülen Sofa, in\ndem stickigen, todessüllen .Zimmer, und - - lebe - —\n*\nWenn er sich jetzt unter Freunden plötzlich\nmüde reckte, den Kopf auf die Brust fallen ließ\nund minutenlang vor sich hinstarrte, so klangen\nGedanken in ihm auf, deren Qual ihn fast betäubte.\n\nFortsetzung folgt\n\nNachwinter\nVon Peter Alters berg\n9. März. Mein dreiundfünfzigster Geburtstag.\nEs ist schon wieder Schnee gefallen die ganze\nNacht, Hochwinter im März. Man kann noch nicht\n„rodeln\", denn der Schnee ist noch flaumig wie\nflaumige Eiderdunen. Aber das Auge weiß davon\nnichts. Nur die Fußspuren sind braungrau. Es hat\nnull Grad im Schatten. Es ist ein Winterbild, an\ndas man nicht mehr recht glaubt. So Nachzügler\neiner Armee „Winter\"! Meine Schneeschuhe, ein\nGeschenk des berühmten Architekten Adolf Loos,\nvor fünf Jahren, sind mir gestern abhanden ge-\nkommen. Der Dieb hat wahrscheinlich nicht mit\ndiesem Winter-Rückfall gerechnet. Sie waren mir\nteuer, obzwar sie mir nichts gekostet haben. Ich\nhatte fünf Jahre lang den Ehrgeiz, sie mir weder\nvertauschen, noch stehlen zu lassen. Der Kellner\nsagte mir o»t: „Lassen Sie Ihre Schneeschuhe\nruhig irgendwo stehen, es geschieht ihnen nichts!\"\nNun, es ist ihnen wirklich nichts geschehen, sie\nhaben nur ihren Besitzer gewechselt. Möge er sie\nebenso zärtlich rücksichtsvoll behandeln wie ich,\nund möge ich eine neue Schneeschuh-Wurzen bal-\ndigst finden! Einer machte schon eine leise An-\nspielung, aber es stellte sich heraus, daß er mir\nnur mitteilen wollte, dieser Nachwinter könne ja\nohnedies nicht mehr von langer Dauer sein, und\nda genügten dann gewöhnliche Galoschen. Als\nich bemerkte, daß ich auch solche nicht besitze,\nerklärte er, Galoschen seien ungesund und verhin-\nderten die Hautausdünstung. Also, in dieser Win-\nterpracht feiere ich meinen dreiundfünfzigsten\nGeburtstag. Es wird kein Geld regnen, da ich\nkeine Danae bin. Aber in die schlechte Bilanz des\nJahres 1912 muß ich doch den Plus-Kontoposten\nmeines Lebens einrechnen: „Nachwinter im März\nauf dem Sernmering, und eine romantische Petrar-\nca-Liebe !\"\nHier ist es friedvoll, vertauschte Haselnuß-\nbergstöcke, vertauschte Schneeschuhe, vertausch-\nFrauen sind das einzige bemerkenswerte Ereignis.\nAber man findet sich in alles. Eine Dame sagte\nmir: „Sehen Sie, dieser von Ihnen gepriesene\nHerr ist doch kein Gentleman. Er trägt abends\nzu Escarpins Wollsocken!\" — „Pardon,\" erwiderte\nich, „ich habe das im Drang meiner Begeisterung\nübersehen!\" — „Ein scharfer Beobachter wie ge-\nrade Sie, Herr Altenberg?!\" — „Ja, auch wir sind\nnur irrende Menschenkinderl\"\n\nDer Vortragsabend\nKy ■ •-M-)-\nvon Rudolf Blümner\nRudolf Kurtz\nDer ahnungslose Herr äußerte zu dem Kritiker:\n„Es war reizend! Also es war . . . Ja, um Gottes\nWillen, warum widersprechen Sie mir nicht?\"\nDer Kritiker grinste sublim.\n„Es liegt kein Grund vor. Ihnen zu wider-\nsprechen. Sie haben doch Recht: — Ich hoffe,\nmeine Zustimmung macht Sie nicht bedenklich ~.\"\nwarf er hastig dazwischen, um den allzu berei-\nten Witz des Andern zurückzujagen.\nDer ahnungslose Herr faltete gereizt seine Stirn.\nQualvoll belastete ihn der Wunsch, das letzte Wort\nzu behalten. Dann polterte er unwillig heraus:\n„Sie sind inkonsequent! Das waren doch\nMärchen, Fabeln! Wollen Sie etwa Kindergemüt\nmarkieren? Wollen Sie uns einreden, daß Sie für\nAnekdoten sind, alter Freund? (Er trat mit blitzen-\nden Augen auf ihn zu und schlug ihn nieder.)\nGlauben Sie, das imponiert mir?\"\nDer Kritiker erhob sich versonnen. Nachdenk-\nlich betrachtete er sein Gesicht in einem Taschen-\nspiegel und sagte träumerisch:\n„Man müßte über diesen mageren Diaboliker im\nStil der moralitees legendaires schreiben. O wir\nsind Freunde jener konzentrierten Giftigkeit, die\nsich im bürgerlichen Gehrock verbirgt! Es ge-\nlüstet mich, rotglühende Kulissen um ihn zu stellen,\nschreiende Hintergründe emporrauschen zu lassen,\nbunte Lichtnebel übergilbt von einem M-ond, der\nblaß und lüstern grinst — aber, mein Herr, Sie\nlieben das Verstiegene nicht und ich rechne auf\nIhre Einladung zum Abendessen\".\nDer Kritiker schwieg höhnisch. Aber sein Ly-\nrismus riß ihn fort. Er sprach schwermütig:\n„Haben Sie je einen besser angezogenen\nOberlehrer gesehen? Haben Sie beachtet, wie sein\nAntrittsgestus das Seelenleben seiner Zuhörer auf-\nlockerte? Eine karge Bewegung: und Dämpfe von\nFamiliarität stiegen rings im Saale auf. Perfidere\nBosheiten hat man nie unter dem Vorwande einer\nharmlosen Familienunterhaltung anzubieten gewagt.\nEin respektloser Herr verzerrt Lessings edle Züge\nzur Grimasse. Er verulkt Sie, der Sie eben Ihr\nGemüt für Christian Andersen entdeckt haben. Er\nproduziert eine eiserne Respektabilität (durch die\nein höhnisches Grinsen zart hindurch schmilzt.)\nAh, wenn Sie wüßten, welche Intelligenz nötig ist,\num Satanismus in Form Lessingscher Fabeln zu\npropagieren!\"\nDer Zuhörer rülpste vernehmlich. Entgegen-\nkommend verbeugte sich der Kritiker und fuhr fort:\n„Ich weiß, Sie bevorzugen erste Erwägungen.\nSprechen wir von den Anekdoten Kleists. Welch\nempfindliche Zunge gehört dazu (verwöhnt mit allen\nneunundsechzig Pilzgerichten wie Peter Baum\nkennerisch doziert) um den strengen Denkstil Kleists\nin der syntaktischen Gliederung auszudrücken.\nHart grenzte sich Satzstück an Satzstück, dirigiert\nvon einem ausgezeichneten Verständnis für Form,\ndas kein Wort aus dem geschlossenen Kreis ließ.\nDarf ich Ihnen mitteilen, daß der Doktor Blümner\nein enragierter Verehrer des verstorbenen Dichter\nHerman Bang war — des beweglichsten, grazi-\nösesten Gent, der je auf einem Podium stand. Ah,\nSie waren ja frappiert von dem Spürsinn des Dok-\ntor Blümner, der zu jedem Wort die korrespon-\ndierende Geste fand. Erinnern Sie sich der gelasse-\nEleganz, mit der er eine Ehegeschichte Strind-\nbergs aufbaut, ohne ihr die Delikatesse ganz leise\nreflektierter Gedankenballungen zu rauben, die\nscheinbar jedes gesprochene Wort demolieren muß?\nOder wie er die krausen Humore einer Groteske\nMynonas gleichsam auswog, verstärkte und ab-\ntönte, um . . . .\"\nDa entsann er sich, daß sein Monolog einen\nZuhörer hatte und verstummte. Dann aber forcierte\ner sein Organ und rief:\nEs ist die Bedeutung seiner Existenz, mein\nHerr, der eigenen köstlichen Existenz, die ihn zu\nseinen Wirkungen verhilft. Er hat die Katerpoesie\nScheerbarts dramatisiert! Er hat die Verse sprach-\nlich komponiert! Er präsentiert Ihnen seine Seele,\nseine zuckende kunstvoll zubereitete Seele! Doch\nverzeihen Sie, verzeihen Sie. ich lasse mich wohl\ngehen.'4\nDer Herr hatte interessiert zugehört. Aber\ngerade, als der Kritiker die letzten Worte erschöpft\nhinausstieß sah er nach der Uhr und unterbrach\nihn erschrocken:\n„Na, ja! Na ja! Aber kommen Sie, wir müssen\nein Auto nehmen. Wir . .\nDer Kritiker schrie mit glühenden Augen:\n„Der Doktor Blümner trägt sein Teil zur Bes-\nserung der deutschen Zustände bei! O, er verhöhnt\ndas Gemüt des deutschen Volkes. Er vergiftet die\npopulärsten Nahrungsmittel: Lessingsche Fabeln\nund Andersensche Märchen. Und das Publikum\ndampft vor Begeisterung und verläßt voll geistiger\nStärkung den Saal, ohne zu ahnen, daß ein frivoler,\nheimtückischer Herr ihm hinterlistig auf die Seelen\ngespuckt hat.\"\nDer Kritiker gurgelte heiser. Seine Augen waren\naufgeschwollen, seine Hände flatterten heftig in der\nLuft, um das runde Gesicht seines Zuhörers, der\nsprachlos, mit weit geöffnetem Munde auf seine\ngroße Uhr wies.\nDer Kritiker kreischte auf, spie dicht an dem\nratlosen stummen Gesicht vorbei und lief eilends\ndavon.\n\nLeo Tolstoi:\nUnd das Licht scheinet in der Finsternis\n\nNeben uns breitete Marie den Nacken unter\ndie steil krallenden Blicke des Parketts, die wie\nferne Brandung von der leinern umwölkten Decke\n\\\nwiederhallten.\nAls in der Diskussion, deren Genauigkeit kränkt,\nSarynzew, ein Gutsherr, resolutioniert: die Gesell-\nschaft richte sich nach ihrer Institution, dem Evan-\ngelium Christi. Wohlwollend, auch Materialist üt*d\nvon antithetischer Weltanschauung, er teilt ein in\nSünder und solche, die sichs nicht leisten könne«.\nWer also möchte nicht den Gefahren -des Besitzes\nentrinnen?\nIn der „Macht der Finsternis\", hinter der Qual:\neiner gesteht, und wird von denen, die noch nickt\ngestanden haben, zur Sühne gehenkt werden,\nSarynzew — wie ihm — fehlt ein Mangel an\nPrivatleben. Sarvnzewr gelangt über das Evan-\ngelium dahin, daß niemand gestohlenes Holz\nden Bauern vom. Munde wegnehmen darf, und\nerläßt daher dreien, die in seinem Wald stahlen\ndie Strafe. O Sarynzew*, will aus der christ-\nlichen Erkenntnis seine Güter verteilen und statt\neines treuen Herzens werden fünftausend Giere-\nbolde besitzen. Er — wie der Gestehende —\nfällt in den allgemeinen Ehrbegriff, eliminiert\nsich. O Sarynzew; kann nicht Gott opfern\num Gottes willen; erliegt der Versuchung, vorzeitig\nseiner Idee zu folgen; kann sich nicht neben sich\nselbst stellen, über sich selbst : seinem Kampf mit\ndem Umkreis nicht zusehen. Er auch mag lieber\nanerkannter Ehemann als Präsident sein. Wer\nnicht alles will, darf nichts wollen. Daran platzt\nder radikale Kompromißler Sarynzew. Der ihm\nanhängt, scheut nach Christi Gebot vor dem Mili-\ntärdienste. Aber: dem Guten müssen alle Dinge\nzum Besten dienen, sagt Paulus, sogar die Sünde.\nSie indessen, den Wundern nicht zugetan, Revolu-\ntionäre aus gesundem Menschenverstand, suchen\njenseits der völkerspaltenden Kirchen einen Nor-\nmalgott . . ."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "831", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.5", "texte": "Richter-Berlin: Kopf / Originalhoizschnitt"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "832", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.6", "texte": "Die mit guten Gründen gegen Sarynzew stehen,\nhaben unrecht. Vettern haben immer unrecht Auch\nwenn man im siebenten Himmel zu demselben Re-\nsultat kommt. Aber man kennt die unerbittlichen\nFrauen, die ihr Leben opfern und aus heiterem Him-\nüber die Köpfe herabhängen: „Du bist der Zweck\nmeines Lebens.\" Sie, die die Zwanzigjährigen in\nGefühlsverwirrung und Muttermord treiben, ver-\nmögen mit vielem gutem Willen und einem Egois-\nrnus, zu dessen Entschukligung nicht einmal der\nEigennutz angeführt werden kann, die Eingeweide\nselbst -dieser christlichen Existenz zu zerstören.\nHinter allem Gestehen aber wand sich Marie:\n„Wer stirbt, ist mein Bruder/4\n(Herr Kayßler ist ein grimmer Mann zu mir.\nAber unter dem goldenen Korne der Frau Fehdmer\nquellen Kornblumen wie Unkraut hervor. Und da\neine vorsorgliche Direktion die Herren Herzfeld\nund Lands zu sehnet! von der Bühne wies, war-\nteten wir immer aui Ii k a Grüning, die gleich\nsam gegen unser aller Mutter mit Behagen pole-\nmisierte.)\nUraufführung: Kleines Thater in Berlin.\n\nSiurlai\n\n\\ erajmvoniidi rür die Schriftleitung\nHER WARTH WALDEN / BERLIN-HALEN SEI:\n\nZweiter Jahrgang\nZweites Halbjahr\nDie römischen Ziffern bezeichnen die Nummern,\ndie arabischen die Seitenzahlen der Zeitschrift.\nBeiträge\nJoseph Adler\nWintersaison CII 816 CHI 824\nPeter Altenberg\nNachwinter CIV 830\nReplik . IC 792\nOskar Baum\nDie Rettung XC 715\nAndre Beaunier\nTalent und Halbtalent XIC 728\nHans Bethge / Nach dem Chinesischen\nDer Verführer HIC 774\nErnst Blass\nGedichte IC 792\nWirkungen LXXXII 656\nRudolf Blümner\nErinnerung an Herman Bang lIIC 772\nRichard Dehmel\nAus den Verwandlungen der Venus C 796\nGebet im Flugschiff C 796\nViktor von Dir s zt a y\nUnser Photo LXXXI 648, LXXXII 656\nLXXXIII 664 LXXXIV 672\nAlfred D ö b 1 i n\nDer Ritter Blaubart LXXXV 676 LXXXVI 693\nDer schwarze Vorhang lIC 780 IC 789 C 798\nCI 806 CII 812 CHI 821 CIV 829\nGemütliches VC 758\nGertrude Barrison LXXXI 646\nMaria Empfängnis LXXXVIII 700\nTubutsch IVC 751\nA r tur Drey\nDer Verlebte XIC 728\nHans Ehrenbaum - D e g ele\nGedichte LXXXVII 692 VIIIC 781\nAlbert Ehren stein\nKongo LXXXIV 668\nPassion LXXX 639\nRitter Johann des Todes LXXXVIII 699\nGustave F l a u b e r t\nDi> letzte Stunde XIC 724\nS. Friedlaender\nDr. Max Zerbst: „Die vierte Dimension\" LXXXIII 663\nPolarität VIIIC 732\nRichard Fuchs\nWien lIIC 774 lIC 783\nHans Ganse\nGedichte LXXXVI 685\nAlfred Wr all e r Heymel\nEure Sehnsucht aus der Zeit LXXXIII 662\nKurt Fi i 11 e r\nDer Selbstmord der Leoni Hallmann LXXXV 678\nDer Sinn des Lebens und die Reichstagswahl VIIC 740\nDer träumerische Schaffner XC 719\nGegen die Kleist-Stiftung LXXXVI 693\nGertrud Eysoldt VIC 751\nLob der Zeit IXC 727\nOffener Brief an den Herausgeber LXXX 639\nJacob van Hod d i s\nItalien LXXXII 653\nFranz Jun g\nPuppenspiel VIC 750\nSie gm und Kalischer\nDer reiche Bankier Oppenheimer LXXXVIII 701\nFerdinand K i s s\nDer Pariser Korrespondent LXXXVI 688\nHer mann Koch\nTodesdelir IC 792\nLothar von Kunowski\nDer Aether der Schönheit CII 811\nDer Schatten C 801\nDoktrinäre und Lehrmeister der Kunst LXXXVI 686\nGegen Karl Scheffler LXXXVII 692\nMünchener Sezession LXXXIX 711\nSchwebende Tonflächen VC 757\nLothar und Gertrud v o n K u n o w s k i\nHugo von Tschudi LXXXVIIi 699\nRudolf Kurt z\nApotheose LXXXII 656\nDer Vortragsabend von Rudolf Blümner CIV\nElse Lask-er - Schüler\nBriefe nach Norwegen LXXX 637 LXXXI 645\nLXXXII 654 LXXXIII 662 LXXXIV 671\nLXXXV 677 LXXXVI 685 LXXXVII 693\nLXXXVIII 702 LXXXIX 710 XC 718 XIC 725\nVIIIC 733 VIIC 743 VIC 751 VC 758 IVC 765\nlIIC 77*3 HC 782 IC 788\nEsther CIII 821\nGedichte C 798\nMeiner Schwester Lied CI 806\nAdolf Loos\nVom Gehen, Stehen, Sitzen, Liegen, Schlafen,\nEssen, Trinken LXXXVII 691\nPaul Mahlberg\nLothar und Gertrud von Kunowski XIC 726\nF. T. Marinetti\nManifest des Futurismus CIV 828\nAlfred M o m b e r t\nDas ist die Nacht/Das ist der Tag C 797\nGünther M ü r r\nHamburg VC 758 IVC 766 lIIC 773 lIC 784\nIC 790 C 801 CI 808 CII 813\nMynona\nAerosophie LXXXIX 709\nVerstellung CI 805\nMax Pechstein\nHugo von Tschudi XIVC 750\nM. i c h e 1 Puy\nDie Nachfolger der Impressionisten LXXXVIII 702\nArthur Rimbaud\nEin unveröffentlichter Brief lIIC 772\nOtto R u n g\nDer Vagabund LXXXVI 686 LXXXVII 693\nLXXXVIII 700 LXXXIX 709\nPaulScheerbart\nAudienz beim König C 796\nDie Perseiden und die Leoniden XIC 724\nDie Reise ins Jenseits LXXXIV 670\nDie Schlachtpomade LXXXI 645\nTempel und Paläste VC 765\nPeter Scher\nTriumph LXXXVIII 704\nPaul Ferdinand Schmidt\nDie Expressionisten VIIIC 734\nM. R. Schönlank\nPurrmann und Levi LXXX 671\nS i u r 1 a i\nLeo Tolstoi CIV S3Ö\nRussisches Ballet lIIC 776\nOtto S o y k a\nDie Literatur Karl] Mays IVC 768\nFjodor S s o 11 o g u b\nDer Knabe und die Birke LXXXIII 661\nDie weisen Jungfrauen VIIC 742\nMax Steiner\nAphorismen LXXXIII 659 LXXXIV 668\nSchopenhauen und die Politik LXXXII 652\nGrete Tichauer\nMit Mutter LXXXVII 694\nTrust\nAbfuhr CHI 820\nAus der Heimat LXXX 635\nAus der Zeit für die Zeiten LXXXI 643\nAus Berlin LXXXII .654\nDer Sumpf von Berlin LXXXII 651\nDichten und Trachten VC 756\nDie Bescherung VIIIC 731\nDie guten Freunde der Kunst IVC 764\nDie Wehen der Frau Wertheim LXXXV 675\nGedankenloses CIV 827\nDie Woche lIIC 772 lIC 780\nKritik VIIIC 736\nKunst und Künstler C 795\nKunst und Lebensfreude LXXXIV 667\nKunstkritiker mit und ohne XC 715\nLebensfreude LXXXVII 697\nLiteratur LXXXIX 70S\nMalerei LXXXIV 687\nMeine Woche LXXXV 567\nSitten LXXXVIII 7U4\nTheater XIC 727\nTheater und Variete XC 719\nVon der Kunst XIXC 787\nZeitgeschichten VIC 748\nZeitschriften CI SO4\nZwischen Weihnachten und Neujahr VIIC 741\nErich Unger\nVorwort zu einem Roman XFYC 749\nHer warth Waiden\nDie Judentochter/Gesang C Beilage\nArt u r Wee s e\nHodier und die Eurythmie LXXXIII 660\nHugo Wolf\nGedichte LXXXIV 669\nPaul Zech\nArbeiterkolonie VIC 750 IV C 765\nGedichte LXXX 637 XC 719\nStreikbrecher CII 812\nZwischen Russ und Rauch LXXXV 677\nJ. A.\nAus der Musikwelt VIIC 776\nDresden und Budapest LXXXVII 697\nHumoristen VC 760 VIIC 744\nKunst, Demokratie und Presse LXXXIX 712 XC 720\nVon Sedan bis Budapest LXXXI 648\nB i m\nDer Lebenslauf eines deutschen Malers CII 814\nK. H.\nDie Spielereien einer Kaiserin LXXX 637\nManifest der Futuristen CHI 823\nPreisrätsel IVX 768\nZeichnungen.\nHarold Beugen\nOriginalholzschnitt CIII 823\nHanns Bolz\nMi-careme, Zeichnung CI 803\nFerdinand H o d 1 e r\nAelpler mit Sense auf der Alp LXXXV 679\nDer Aufbruch der preussischen Lützow-Jäger\nim Jahre 1813 LXXXIII 659\nMännerfigur LXXXVI 687\nLudwig Kainer\nDekorative Studie IVC 767\nStudie zu einem dekorativen Gemälde XIIC 735\nE. L. Kirchner\nAkte / Holzschnitt LXXXVIII 703\nAkrobaten / Holzschnitt IVC 763\nOriginalholzschnitt IVC 763\nSiesta / Holzschnitt LXXXI 647\nCesar Kl e i n\nOriginalholzschnitt XVIIC 783\nOskar Kokoschka\nPorträt XC 715\nZeichnungen CIII 819 CIV\nMoriz Melzer\nGrablegung / Holzschnitt XVIIC 775\nOriginalholzschnitt CII 815\nOtto Moeller\nAm Nachmittag j Holzschnitt LXXXVII 695\nJulius Pas c i n\nDas Kind C 795\nZeichnung VIC 751\nMaxPechstein\nBadende j Original-Farbenholzschnitt VIC 747\nErlegung des Festbratens / Holzschnitt VIIC 739\nRichter - Berlin\nDie Brüstung / Holzschnitt IC 791\nKopf eines Zerhackten CIV 831\nArtur Segal\nHolzschnitte\nDie Lesende VIIIC 731\nHolzschnitte LXXXIII 655 LXXXIX 707\nLebensfreude lIIC 723\nLotos XIC 723\nSommersitz VC 755\nSchmidt-Rottluff\nDer Prinz von Theben / Zeichnung „ XVC 759\nGeorg Tappert\nDer Clown / Holzschnitt C 799\nJohn Jack Vrieslander\nPariser Cafe-Concerts / Zeichnung: XVIIIC 779"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "833", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.7", "texte": "Verlag Der Sturm Berlin W 9 / Verantwortlich für die Anzeigen: Edmund Häner\n\nx?o\nr rv\nHAHN\nAlexanderplatz Landsbergerstr. 60-63\ngegrtindet 1825\nModeme Herrenbekleidurvg\nfertig und nach Haft\nRek lameangebot:\nDer elegante Ulster\naus engtischen gemusterten Cheviots mit WrmelaufschlSgen 3250\naus den modernsten Hauschstoffen mitlaufgesteppten Taschen 4550\nVomehmer zweireihiger Sacco-Anzug, engllsch gemusterter Cheviot\n3250 45 M\nSchicke Passformen Beste Verarbeitung\nDeu Herrai Studenten und Mitgiiedem von Kunstvereinlguogen gegen Vorzelgung von Legitimatioaskarten 5% Rabatft\n\ni\nErne Preisfrage\nWas ist Kultur!\nDer Preissteller hat fur die am\nhesten befundene Beantwortung\nin epigrammatischer Form einen\nPreis von 100 Mark ausgesetzt\nEinsendungen unter\nan den Verlag Der Sturm Berlin W\nFotsdamerstr. 18 bis 1. April\ndieses Jahres.\n\nW\n\\ \\ Luna Park\nAb 25. Januar: Ausschank von\n..Triumphator\"\n„Wintersportfest\"\nin Barchtesgaden\nVolksbelustigungen, sonstige Attrationen\nDrei Kapellen\n\nTheaterbQnnen\nliefert uad verleiht\nMinukh S:3:\nBerlin 26, IV 4612\nOranienstraßS 6\n\nKuNSTLERISCHE RaUME\nr\nir/iii\nE\nri\n'A\nr\n%\n\\9&\nALBERT KOBLINSKX\nBERLINBKUCKENALLEE6\n\nCafe-Restaurant\nOdeoiv\nCKatflottenburg\nBtsin <j rolmanstr e>.\nTaglich Nachmittag- und Abendkonzert\nvon 4—7 Uhr von-B'/2- 2 Uhr\nBillardsaie Spielsale Kegelbahnen\nBeste wiener und ungarische Kuche\nOutgepflegte Biere und Weine\n:: ANGENEHMER AUFENTHALT ::\nBesitzer J. KAUNITZ Cafetier\nNEU EROFFNET!"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "834", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120330-01.1.8", "texte": "Druck von Carl Hause, Berlin SO. 26 Mariannenplatz 23\n\nAusstellungen, Salons\nKunsthandlungen etc.\nm\n■\nm\n\nCASPER'S Kunst-Salon\nEintritt 50 Pfennig Potsdamersirasse 19\nNeu ausgestellte GemSlde;\nAd. 80-ck\nP. Ho-erciger\nH. Licht\nM. Lie her maun\nE. Liebermann\nA. Liedtke\nA. MSller\nR. Poescbmaoo\nJ. F. Raffa&li\nB. Seelos\nF. Thaulcut\nAlice Trilbiier\nM. Uth\nMoritz Veit\n»i; ,\nCailectlonen von 11. de Marandat-Paris\nund Hughes Stanton-London\n\nGRAPHISCHES K ABINETT|\nBuch- u. Kunsthandiung> Antiquariat, Verlag j§\n:: BERLIN Wl5, Kurfurstendamm 33 :: 112\nStandige Aussteilung\nmoderner Oraphik\nEINTRITT FREI\nIm Eckhanse, gegenuber der Se-\nzession, Eingang Groim&rmstraße\nIllustriert. Katalog it. Prospekte gratis\nAnkauf guter Graphik\nu. illustrierter Bucher\n\nAtelier Harmi Schwarz\nInhaberinnen: Marie Luise Schmidt nnd Hanni Schwarz\n■: Berlin W 30 Hohefistaufemtrasse 44 111\nFernsprech-Anschluß: Amt Lutzow, 9110 :: Fahrstuhl\nGeoffnet: Wochentags von £-6, Sonntags von 10-1 Uhr\nPhotographische Arbeiten jeder Art in\n= kiinstlerischer Ausfuhrung\n:: Aufnahrnen in natiirlichen Farben ::\nSpezialitat: Kinderaufnahmen und Aufnahrnen\nim eigenen Heim Kurse fur Amateure\n\nFRITZ STOLPe\nBERLIN W 35\nQenfhinsr Sfrage 42\nGegrundet im Jahre 1873 Fernsprecher Amt VI 752\nFabrik fur Gemalderahmen\nin alien historischen und neueren Stilarten\nKopien von Rah men nach altera Mdstern in Original-Goldtonungen\nSdmtllehe Vergolderwaren m*\" n, Innen - Archifekturen usw.\nKunst-Einrahmungen\nReparaturen und Neuvergoldungen aller Gegenstande, Auf-\narbeiteti all Art. Antiken, Reinigen von Gemalden u. 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Kurse\nMai- und Zeichenschule\nStilleben — Landschaft — Porfrat\nOtto Beyer\nHektorstraße 17\nam Kurfurstendamm\nMan verlange Prospekte Z\n\nHolzschnitzen, Modellieren, Zeiohnen\nTSglich 9— 1 Uhr Eintritt jederzeit\nModellieieti ifir Architektesi taglich von 5—7 oder I—9 Uhr\nAbeudakf taglich 7-9 Uhr Mark —,50\nAtelier KurfSrstendamm 248 parterre gegenuber dem Zoo\nBiidhauer Harders Berlin-Charlottenburg\n\n]V[odeUiereii und Zeicbnen\nDotbereitung flit 6ic Rka&emie\nKarl fkymn-Dumont\nIbarlottenburg Ceibnij-Str. 32, atelier\nIHfSijtge\n\nft\nfw\nm\nJlSf\n;; ■«\nis\n112\n%\nMlllH-ItISTITUT\nE. L. KIRCHNER\nLeiter: M. PECHSTEIN\nWILMERSDORF\n, Durlacher Strafie 14\nIGDEEIEE OHTERRICHTj\n:: IN MALEREI ::\nGRAPH IK, PLASTIK\nTEPPICH-, GLAS- U.\n: MET ALL-ARBEIT :\nMALEREI IN VERBINDUNR\nMIT ARCHITEKTUR\n\nWM£ Buchhandlungen\nt&J&ES\nwl\nm\nA\n\n(r ~~~\nEdmund Mtyer\nBufhhiinflSer u. flnfiquar\n:: BERLIN W. 35 ::\nPotsdamer Strasse 27 b\nFernsprecher Amt VI 5850\n__J.\n\nReuss & Pollock\nBiH-litimuilungu.Antiqimuat\n:: BERLIN W. 35 ::\nPotsdamer Strasse 118 c\nferttspr.i Ami VI 2829\n\nleft ftaufe moSerne\nKunftjeiflcftriffen\n}. B. Den pan\nOie Insel\nKunft un 9 Kttnftler\nPaul Oraupe\nUnfiquariaf\nBerlin DJ. 35\nLilfproslr. 38\n\nMM\nmmm\nm\nW Kleirae\nmSSBm\nH M?iM\nmmm\nss\nw&\nmm\nm\nm\n£M%m\n\nTitania-Schreibmaschine\nErste deutsche Schreibmaschine mit Typenhebeln auf Kugellagern\nFabrikat der Akt.-Ges. Mix & Genest, Sch6n-berg-Berlin\nGeneralverlreter fllr Berlin und Mark Brandenburg\nLouis Stangen / Linkstra&se 12 / Telefon. Kurfurst 2425\n\nSpetlition\nGepSckfahrt\nRollfubrwerk\nYerzollung\nVersichernng\nLombard\nMbbellransport\nVerpackung\nLagerung\nLux\nmax\nHalensee\n»\nill\n-'■rcr ! '{*?, \"i'll.\n• ' MM\n!?JT g 5 [HBe . CTTTTm 3 .1 '\nvA jjji\nEIV?*\"M r—-T%r -.\nRingbahnstrasse 123 a :: Fernsprecher. Uhland 595\nSpediteur fles Verelns ffir Kunst\n\nm\nPremiere\nManner bessert\nKomodie in zwei Akten\nyon Anton unci Donat\nHerrnfeld\nDer Hwteufel\nSchwank in einem Akt\nvon Pohknann\nAnf. 8 Uhr Vorverk. 1i —2 Uhjr\n\nAm Babnhof\nFriedrichstrafie\n\nLa Voce\nWochenschrift\nfur freie KuStur\njahresbezug 6 Mark\nProbenummer gratis\nLibreria deHa Vo&e\nFlorenz / Piazza Davanzati\n\nNeoe Secession\nSehvarz Weiss\nAusstellung\nPotsdamerstrasse 122\n\nDie Fackel\nHERAUSGEBBR\nKarl Kraus\nErsch«int in zwangloser\nFolge\n; Nummer 343/344\nsoeben erscfaieneo\nPreis 50 Pfennig\nCberall erhaltlich\nauch aaf den Bahshdfea\nWerbebami der Packel\n50 Pfennig\n#\n*"}]}