{"numero_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_sha256": "3183ecc3d59a4bbad0df8b1041ae9f7e06c1e5211be6236539dd8fbeed61bcdc", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1912/05/18_01/bmtnabg_1912-05-18_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1912/05/18_01/bmtnabg_1912-05-18_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c001", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt:", "titre_sommaire": "Inhalt:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.1", "debut_caractere": 499, "fin_caractere_exclue": 871, "texte": "Inhalt:\nF. T. MARINETTI: Tod dem Mondschein / ELSE LASKER-SCHÜLER: Lasker-Schüler contra B. und Genossen / ALFRED DÖBLIN:\nDer schwarze Vorhang / PAUL ZECH: Gedichte / JACQUES RIVIERE: Cezanne / H. W.: Neues von der Kunst / BEACHTENS-\nWERTE BÜCHER / NOTIZ / AUSSTELLUNG / KARL GERLACH: Das Konzert / Originalholzschnitt / RICHTER-BERLIN: Der Torsteher /\nOriginalholzschnitt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c002", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.2", "titre_corps": "Karl Gerlach: Das Konzert / Originalholzschnitt", "titre_sommaire": "Karl Gerlach: Das Konzert / Originalholzschnitt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.1", "debut_caractere": 873, "fin_caractere_exclue": 920, "texte": "Karl Gerlach: Das Konzert / Originalholzschnitt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c003", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "50", "page_fin": "51", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.3", "titre_corps": "Tod dem Mondschein! : Zweites Manifest des Futurismus", "titre_sommaire": "Tod dem Mondschein! : Zweites Manifest des Futurismus", "signature_source": "F. T. Marinetti", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "50", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 10065, "texte": "Tod dem Mondschein!\nZweites Manifest des Futurismus\nVon F. T. Marinetti\nI\n— Hört, große flammenschleudernde Dichter,\nBrüder! . . . Hört! Paolo Buzzi, Federico De\nMaria, Enrico Cavacchioli, Corrado Govoni, Übero\nAltomare! Verlassen wir Paralysia, zerstören wir\nPodagra! Wir wollen den großen futuristischen\n\"Schienenweg auf den Gaurisankar, den Gipfel der\nWelt legen!\nWir verließen die Stadt mit einem geschmei-\ndigen, sicheren Schritt, der tanzen wollte und\nHindernisse suchte.. Um uns und in unseren\nHerzen die gewaltige Trunkenheit der alten euro-\npäischen Sonne, die zwischen weinfarbenen Wol-\nken einhertorkelte. Ja, sie schlug uns mit ihrer\npurpurtropfenden Fackel mitten ins Gesicht,\ndann zerplatzte sie, indem sie sich selbst ins\nUnendliche ausspie.\nWirbel feindlichen Staubes; blindmachende\nVerschmelzung von Schwefel, Kali und Salzen\nfür die Kirchenfenster des Idealen! . . . Guß\neines neuen Sonnenglobus! . . . Bald werden wir\nihn sehen!\n— Feiglinge! Feiglinge .. . rief ich aus und\nwandte mich an die Bewohner von Paralysia, die\nsich unten in Massen stauten, einer Masse von\nirisierenden Kugeln für unsere Zukunfts-\nkanonen ...\n„Feiglinge! Feiglinge! . . . Was schreit ihr\ndenn wie bei lebendigem Leibe geschundene\nIltisse? . . . Fürchtet ihr, daß wir eure Hütten\neinäschern? . . . Noch nicht! Wir müssen uns\ndoch wohl im nächsten Winter Heizmaterial be-\nsorgen! Inzwischen sprengen wir alle Traditionen\nin die Luft wie wurmstichige Brücken! . . .\nKrieg? Gewiß! . . . Unsere einzige Hoffnung,\nunsere Existenzberechtigung und unser Willem,\nja, der Krieg! Gegen euch, die ihr zu langsam\nsterbt, und gegen alle Tote, die unseren Weg\nversperren! . . .\n„Gewiß, unsere Nerven fordern den Krieg\nund verachten die Frauen! Sicherlich, denn wir\nfürchten ihre blumenrankigen, um die Knie am\nMorgen des Abschieds geschlungenen Arme!\nWas gehen uns die Frauen an, die häuslichen,\ndie Invaliden, die Kranken und alle klugen Rat-\ngeber? Ihrem unbeständigen, von düsteren\nKämpfen zitterndem Schlummer und schreck-\nniszerschnittenen Leben ziehen wir den ge-\nwaltsamen Tod vor; wir verherrlichen ihn als\nden einzigen, der des Menschen würdig ist, des\nRaubtieres würdig ist. Wir wollen, daß unsere\nKinder fröhlich ihrer Laune folgen, brutal den\nGreisen sich entgegensetzen und auf das pfeifen,\nwas die Zeit geheiligt hat. Das empört euch ? . . .\nihr pfeift mich aus? . . . Lauter! . . . Ich habe\ndie Beleidigung nicht verstanden! . . . Stärker!..\nWas? Ehrgeizig? . . . Natürlich! . . . Wir sind\nehrgeizig, denn wir wollen uns nicht an eurem\nstinkenden Fell reiben, schlammfarbene, übel-\nriechende Herde, die auf den alten Wegen der\nErde einhertrottet! . . . Aber „ehrgeizig'' trifft\ndie Sache nicht auf den Kopf . ... Wir sind\neher junge, trunkene Artilleristen . . . Und wohl\noder übel müßt ihr eure Trommelfelle an den\nLärm unserer Kanonen gewöhnen! . . .\n„Aber das ist es &uch noch nicht! Sucht\ndoch selbst! Was sagt ihr? Verrückte? .. .\nHurrah! Bravo! das ist das Wort! .. . Das\nWort, auf das ich wartete . . . Oh, oh, der Fund\nder Funde! Nehmt dieses Wort aus massivem\nGold, sorgfältig und in feierlicher Prozession,\ntragt es nach Hause, um es in dem eifersüchtig-\nsten eurer Keller einzuschließen! Mit diesen\nWorten zwischen den Fingern und auf den\nLippen werdet ihr noch zwanzig Jahrhunderte\nleben können. Ich, ich sage: die Welt verwest\nvor lauter Weisheit! . . .\n„Deswegen lehren wir heute den metho-\ndischen, den täglichen Heroismus; die Liebe zur\nVerzweiflung, die das Herz mit aller Kraft zu\narbeiten anhält; die Gewöhnung an die Begeiste-\nrung; die Hingabe an den Rausch . . .\n„Wir lehren das Untertauchen in den düste-\nren Tod unter den festen, weißen Augen des\nIdealen! Und wir werden mit gutem Beispiel\nvorangehen, indem wir uns dem rasenden\nSchlachtenschneider hingeben, der uns eine\nscharlachrote Uniform anmessen und dann unsere\nvon Projektilen gebürsteten Haare mit Flammen\nsalben wird. Wie die Hitze eines Sommerabends\ndie Felder mit einem glitzernden Meer von Jo-\nhanniswürmchen salbt.\n„Jeden Tag müssen die Menschen ihre\nNerven mit tollkühnem Stolze elektrisieren! . . .\nDie Menschen müssen in einem einzigen Coup\num ihr Leben spielen, ohne auf die betrügerischen\nCroupiers und ohne auf die Balance des Roulette\nzu achten, indem sie sich auf dem grünen Tuch\ndes Krieges wälzen, von der wiegenden Lampe\nder Sonne ausgebrütet . . . Die Seele muß —\nhört ihr — muß den Körper in Flammen\nsetzen, wie ein Brandschiff, das gegen den\nFeind gesandt ist, gegen den ewigen Feind, den\nman erfinden müßte, wenn er noch nicht\nexistierte! . . .\n„Betrachtet dort in der Ferne die Getreide-\nähren, die in Millionen irr Schlachtordnung auf-\ngestellt sind! Diese Aehren, geschmeidige Sol-\ndaten mit zarten Bajonetten, (verherrlichen die\nMacht des Brotes, das sich in Blut verwandelt\num sprudelnd dem Horizont entgegenzueilen.\nDas Blut — merkt es wohl — hat nur Wert\nund iGlanz, wenn es aus dem Gefängnis der\nArterien durch das Feuer oder das Schwert be-\nfreit worden ist! . . . Allen bewaffneten Sol-\ndaten der Erde werden wir zeigen, wie man sein\nBlut vergießen muß; aber vorher muß die große\nKaserne, in der ihr haust, gereinigt werden, ihr\nInsekten . . . Bald wird es getan sein! . . . In-\nzwischen könnt ihr Wanzen die alten, schmutzigen\nBetten aufsuchen, in denen wir nicht mehr\nschlafen wollen.\"\nAls ich ihnen den Rücken wandte, fühlte ich\nan meinen schmerzenden Schultern, daß ich in\ndem riesigen schwarzen Netze meines Wortes\nzu lange dieses gebundene,- kranke Volk mitge-\nschleppt hatte, dieses wurmstichige Volk, das in\nder letzten Lichtwelle, die der Abend an den\nKlippen meiner Stirn vorübertrieb, wie ein Fisch\nzappelte.\nII\nDie Stadt Paralysia, mit dem Geschrei ihrer\nHühnerhöfe, mit dem machtlosen Stolz gebroche-\nner Säulen, mit ihren angeschwollenen Kuppeln,\ndie eine ärmliche Statue gebaren, ihren launen-\nhaften Zigarettenwolken über kinderspielzeug-\nhaften Mauern, die beim geringsten Stoß umzu-\nfallen drohten: die Stadt verschwand hinter uns,\ntanzend, wie unser schneller Gäng es gerade\nwollte . . .\nVor mir, in der Entfernung von einigen\nKilometern, erschien plötzlich der Palast der gött-\nlichen Irren. Er lag auf der Kuppe eines zier-\nlichen Hügels, der wie ein junges Huhn einher-\nstolzierte.\n— Brüder, — sagte ich — ruhen wir uns\ndas letztemal aus, bevor wir zum Bau des großen\nfuturistischen Schienenweges aufbrechen!\nWir lagerten uns in dem unermeßlichen\nNarrenhaus der Milchstraße, im Schatten des\nPalastes der Lebenden. Sofort hörte der Lärm\nder großen Hämmer» Raum und Zeit, auf. Aber\nPaolo Buzzi konnte nicht schlafen, denn sein\ngekrümmter Körper zuckte unter den Stichen der\ngiftigen Sterne, die uns von allen Seiten über-\nfielen.\n— Bruder — murmelte er — verjage diese\nBienen, die auf der purpurnen Rose meines\nWillens summen.\nDann schlief er wieder ein in dem visio-\nnären Schatten des phantasiebeladenen Palastes,\naus dem der eintönige, wiegende, breite Gesang\nder ewigen Freude emporstieg.\nEnrico Cavacchioli schlief und träumte mit\nlauter Stimme:\n— Ich fühle meinen zwanzigjährigen Körper,\nder sich verjüngt! Mit immer gebrechlicheren\nSchritten schreite ich meiner Wiege entgegen . . .\nBald werde ich wieder in den Leib meiner Mutter\nzurückkehren! . . . Alles ist also erlaubt! . . . Ich\nwill zierliche Vasen, um sie zu zerbrechen! . . .\nStädte, um sie zu zermalmen, menschliche\nAmeisenhaufen, um darin zu wühlen! . . . Ich\nwill die Winde zähmen und sie an der Leine\nhalten . . . Ich will eine Meute von Winden mit\ngeschmeidigen, fließenden Windhundrücken, um\ndie welken, bärtigen Wolken zu jagen!\nDas Atmen meiner Brüder klang wie der\nSchlummer, wie das ewige Anlaufen eines ge-\nwaltigen Meeres auf den Strand. Aber der un-\nversiegbare und sprudelnde Enthusiasmus der\nMorgenröte hielt sich nicht mehr in den Bergen,\nso sehr hatte die Nacht mit allen Düften und\nheroischem Schwung aufgeräumt.\nPaolo Buzzi, emporgehoben von dieser Flut\nvon Delirium, wand sich wie unter dem Schrecken\neines Albdrücks.\n— Hört ihr das Schluchzen der Erde? Sie\nliegt im Sterben, im Schauder des Lichts! . . . Zu-\nviel Sonnen haben sich über ihr fahles Lager ge-\nbeugt! Laßt sie schlafen, jetzt, immer! . . . Gebt\nmir Wolken, damit ich ihre Haare und ihren\nweinenden Mund verbergen kann! . . .\nBei diesen Worten streckte uns die Sonne\nvom Ende des Horizontes ihr feuriges, rotzittern-\ndes Lenkrad entgegen.\n— Auf, Paolo! — schrie ich da. Nimm dieses\nRad! ... Ich weihe dich izrum Chauffeur der\nWelt! . . . Aber, wir werden der großen Arbeit\ndes futuristischen Schienenweges nicht gewachsen\nsein! . . . Noch ist unser Herz voll unreinen\nGerümpels: Pfauenschwänzen, pompösen Wetter-\nhähnen und schön parfümierten Taschentüchern!\n. . . Und wir haben unserem Hirn noch\nnicht die düsteren Weisheitsameisen verjagt . . .\nWir brauchen Verrückte! . . . Auf! Befreien wir\nsie! . . .\nWir näherten uns den von Sonnenfreude\nstrahlenden Mauern, indem wir ein düsteres Tal\ndurchwanderten. Dreißig Metallkräne hoben\nkreischend kleine Wagen voller dampfender\nWäsche empor: dummes Waschhaas dieser\nvon aller Logik reingewaschenen Reinen!\nZwei Irrenärzte erschienen kategorisch auf\nder Schwelle; aber da ich nur eine Automobil-\nlampe in der Hand hatte, so zerschmetterte ich\nihnen den Schädel mit deren Griff aus blank-\ngeputztem Kupfer.\nAus den weitgeöffneten Toren strömten die\nVerrückten, Männer und Frauen, zerlumpt und\nhalbnackt, zu Tausenden, wie ein Gießbach . . .\nwie etwas, womit man das runzelige Gesicht der\nErde jünger machen und schminken kann.\nDie einen wollten sogleich die funkelnden\nGlocken schwingen wie Spazierstöcke aus Elfen-\nbein; andere spielten Reifen mit Kupferkuppeln!\nDie Frauen kämmten ihre langen Wolkenhaare\nmit Spitzen der Sterne.\n— O Verrückte, meine geliebten Brüder,\nfolgt mir! Wir werden den Schienenweg auf\ndie Gipfel aller Berge legen, bis ans Meer! . . .\nWieviel seid ihr?*. ! . Dreitausend! ... Zu\nwenig! . . . Uebrigens wird die Langeweile und\ndie Eintönigkeit bald euren schönen Schwung er-\nschöpfen! . . . Schnell! Laßt uns die Raubtiere\nin den Menagerien um Rat fragen, die vor den\nToren der Hauptstadt lagern! . . . Sie sind die"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "51", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2698, "texte": "einzig lebenden, die einzig entwurzelten und\ndie, die am wenigsten vegetieren! . . . Auf! . . .\nNach Podraga! . . . nach Podraga! . . .\nUnd man zog los: Sprudeln einer gewal-\ntigen Schleuse . . .\nDie Armee des Wahnsinns stürzte von Ebene\nzu Ebene, strömte in die Täler, stieg wieder zu\nden Gipfeln mit schicksalsbestimmtem Schwünge,\nleicht, wie eine Flüssigkeit in riesigen kommuni-\nzierenden Gefäßen und bombardierte mit\nSchreien, Stirnen, Fäusten die Mauern Podragas,\ndas wie eine Glocke tönte.\nDie Wärter, die betrunken waren, wurden\ngetötet oder zu Boden getreten; die tosende\nFlut überschwemmte den riesigen kotbe-\ndeckten iGang der Menagerie, deren vergitterte\nBoxen voll tanzender Felle waren und in dem\nGeruch des Urins wilder Tiere schwammen und\nleichter hin- und herschwankten als die Kanarien-\nvögelkäfige in den Armen der Verrückten.\nSogleich machte das Regiment der Löwen die\nStadt jünger. Die empörten Mähnen, die um-\nfangreiche Anstrengung der hebeiförmigen\nKruppen ließen die Fassaden skulpturenbedeckt\nerscheinen! Ihre reißende Kraft, die das Pflaster\naushöhlte, verwandelte die Straßen in Tunnels\nmit gesprengten Decken . . . Die ganze schwäch-\nliche Vegetation der Einwohner Podragas wurde\nin den Ofen geschoben. Die Häuser voller\nsolcher heulenden Zweige zitterten unter dem\nPlatzregen des Schreckens, der auf die Dächer\nprasselte.\nMit plötzlichen Bewegungen und clown-\nhaften Verrenkungen bestiegen die Verrückten\nrittlings die schönen gleichgültigen Kuppen der\nLöwen, die sie nicht fühlten . . . Und die bi-\nzarren Reiter ergötzten sich an den friedlichen\nSchlägen mit dem Schweife, die sie mehr als\neinmal aus dem Sattel warfen . . . Plötzlich\nhielten die wjlden Tiere, die Verrückten\nschwiegen vor den Mauern, die sich nicht mehr\nrührten . . .\n— Die Alten sind tot! Die Jungen sind ge-\nflohen! .. . Um so besser! .. . Schnell! .. ,\nMan raube die Statuen und Blitzableiter!...\nLeert die Goldkästen! .. . Goldbarren und\nMünzen! . . . Wir werden alle Edelmetalle wieder\nzusammenschmelzen, um den großen futuristi-\nschen Schienenweg legen zu können! . . .\nMan ging hinaus, die Verrückten gestiku-\nlierten, die Löwen, Tiger, Panther, auf denen\ndie Verrückten ohne Sattel ritten, warfen ihre\nReiter hin und wieder ab, die von der Trunkenheit\nzerlumpt, erstarrt, zerzaust und' zerrissen sind.\nPodraga glich nur noch einem riesigen Faß, das\nvoll reichen Weines war, der sich kräuselte, indem\ner zu den Toren hinfloß, zu den Toren mit den\nsonoren Zugbrücken, zitternden Trichtern.\nWir durchquerten die Ruinen Europas und\nbetraten Asien, indem wir die terrorisierten Horden\nPodragas und Paralysias verstreuten, wie eilige\nSämänner ihre Samenkörner mit kreisender Ge-\nbärde verstreuen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c004", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "51", "page_fin": "52", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.4", "titre_corps": "Lasker-Schüler contra B. und Genossen", "titre_sommaire": "Lasker-Schüler contra B. und Genossen", "signature_source": "Else Lasker-Schüler", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "51", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.3", "debut_caractere": 2714, "fin_caractere_exclue": 10764, "texte": "Lasker-Schüler\ncontra B. und Genossen\n\nSeitdem einige Tageszeitungen um mein lyri-\nsches Gedicht: „Leise sagen\", soviel Lärm ge-\nschlagen und mich für geisteskrank erklärt haben,\nhat sich eine Partei um mich erhoben, die es sich\nzum Lebenszweck angedeihen läßt, diese gefähr-\nliche Behauptung mit allen gerichtlichen Gegen-\nbeweisen aus der Welt zu schaffen. Das Resultat\nist: Ich werde beobachtet, nicht allein von einem\nPsychiater, auch von mir selbst — (ich wollte,\nich könnte mir was dafür anrechnen —). Ich\nkann den ganzen Tag nicht auf einen Namen\nkommen, auf den Namen meines Urgroßvaters,\nder Scheik in Bagdad war. Dieser Zustand ist\nunsäglich unerträglich, als ob man gähnen muß\nund kann nicht, als ob man in eine Posaune blasen\nmuß und findet die Oeffnung nicht. Ich war\nheute schon überall, wo irgend etwas von Asien zu\nspüren ist. Auch im orientalischen Seminar war\nich beim Rektor, der dachte freundlich über den\nNamen meines ehrwürdigen Urherrn nach, und\nalle seine Schüler taten das, und Schülerschüler,\nMuselmänner, Chinesen, Japaner, Studenten aus\nVampur, Koreaner, Sudanesen; es dachten Sia-\nmesen, Indier, Serben, Türken, Montenegriner,\nTalmudisten, Zionisten, auch die beiden Söhne\neiner Kaffernfamiiie dachten, und denken wahr-\nscheinlich jetzt noch nach. Ich habe kein Ge-\ndächtnis mehr, seitdem bei -mir Gehirnerweichung\nin Frage genommen ist. Rechts vom Gehirn\nsteht mein Heer — links der Feind. Ich fühle\nseitdem auch nicht mehr richtig, ich taste; die\nSternwarte meines Fierzens ist getrübt — und\nmein Horizont liegt hinter dem Rubikon — und\nder Sturm — verweht meinen Geist. Wie soll ich\nmich beschäftigen? Ist mein Psychiater nicht\nbei mir, fahr ich zu ihm heraus und bringe ihm\neinen Kloß meines Gehirns. Ich muß immer\nmeckern ,wenn ich bei ihm bin; er hat einen\nroten Ziegenbart. Ich konnte mich schon als\nKind nicht beschäftigen, meist habe ich mit\nKnöpfen gespielt, aber ich habe alle verloren\noder wo angenäht, und wenn der Psychiater nicht\neindringlicher mich beobachtet, werde ich es den\nRedaktionen der Zeitungen mitteilen, die mich bei\nder Gehirnerweichung ertappten; sie haben ihn\ndoch für mich engagiert, und er muß seine\nPflicht tun.\nIch laufe jetzt so gern über Wiesen; Kna-\nben gewähre ich mit Vorliebe mein Gehirn, so-\nlange es noch einigermaßen hartköpfig ist, zur\nZielscheibe ihrer Gewehre. Das Sprechen wird\nmir schwer; wenn ich singen könnte! Dann\nkönnte ich viel besser alles sagen. Aber ich habe\nzu jung gesungen, die frühe Blüte meines Kehl-\nkopfs war noch nicht befestigt. Sprechen lernte\nich schon beim Milchtrinken, aber das Singen\nhätte ich unterdrücken müssen, Talente sollte man\nmindestens fünfzehn Jahre im Steckkissen her-\numtragen. Dabei wird man immer kleiner und\nschläfriger. Ich bat heute den Psychiater, er\nsolle mich ein bißchen in seinem Kinderwagen\nherumfahren. Er hat nämlich einen im Neben-\nzimmer stehn, darin seine Frau ihre Hoff-\nnungen spazierenfährt, schon zwei Jahre,\ndamit er sie nicht verstößt. Von seinem\nzukünftigen Sohne lasse er sich die Fesseln\nder Ehe gefallen, aber nicht von seiner Frau,\ndie geht immer in blau, weil sie den Himmel\nauf Erden vermißt. Er aber hat mir ein Rassel-\nchen geschenkt, ich hätte viel lieber die Gummi-\npuppe gehabt, für in den Mund zu nehmen. Ich\nhabe einen Brief von mir selbst von früher ge-\nfunden, an meine britische Busenfreundin, den\nlese ich dem Psychiater vor. Seitdem ich diesen\nBrief geschrieben habe, ist mein Herz grau\nmeliert, und Dr. Ziegenbart sagt: „Lesen Sie!\"\nDear Mabel! Manchmal hab ich so Sehnsucht,\nich säß wieder nachmittags an einem großen,\nrunden Tisch neben meiner Mama und so zwischen\nmeinen Schwestern und Brüdern, und oben sitzt\nmein Papa, und wir trinken zusammen um vier) Uhr\nKaffee aus der silbernen Kaffeemaschine durch\nFiltrierpapier — und so ganz zusammengerückt\nsitzen wir, wie eine Insel, aus einem Stück. Nichts\nFremdes mehr, aber wir fließen ineinander, trotz-\ndem wir Geschwister alle anders waren, und\nfürchten uns nicht vor dem Tode, weil einer den\nandern ersetzt. Das ist lange her, ich weiß auch\nnicht, warum ich daran so oft denke, zumal ich\ndoch Robinson wurde, durchbrannte in die Welt,\nweil ich dem Robinson auf dem Deckel seiner Ge-\nschichte so ähnlich sah. Und ich liebte das Aben-\nteuer, das hat nichts mit der Stube zu tun, und\nwenn es auch eine herrliche ist. Aber dreimal im\nLeben hatte ich eine große Sehnsucht, wieder\nin einer Stube neben Mama und Papa und Ge-\nschwistern zu sitzen. Als ich mich zum ersten\nMale vermählte. Aber ich fiel ins Haus und ver-\nletzte mir die Knie, die bluten seitdem. Und das\nzweite Mal, das war noch trauriger; da folgte ich\nmeinem Verlobten in Iseine Heimatstube. Ich\nsaß neben seiner Schwester; mein Verlobter saß\nneben seiner Mama, und oben am Tischanfang\ntrank sein Papa den Nachmittagskaffee, und auf\neinmal sah ich, daß die fremde Mama meinem\nVerlobten ein großes Stück Kuchen auf den\nTeller legte, ein Stücik Torte mit einer Frucht\ndarauf; und ich bekam ein schmales Stück Torte\nohne eine rote Kirsche; da war ich plötzlich ganz\nklein wie zu Haus und weinte. Und zum dritten\nMale überkam mich die Sehnsucht, mit meinen\nVerehrern in ihr Haus zu gehen. Das erinnerte\nmich am wirklichsten an zuhaus. So viel Ge-\nschwister, die sprachen wie meine Schwestern\nund Brüder und waren schön, aber dann\nkam ein großer Hund und schnüffelte um\nden Tisch herum, bis er mich fand; denn\neinem von den drei Brüdern hatte ich\ndas Herz gefressen. Ich sehne mich nun\nnicht mehr nach einer Stube, wo eine Mama\nund ein Papa und Geschwister um den Tisch\nsitzen und eine Insel sind. Mein Angebeteter\nverspottet mich und meint, ich ziere mich wie\nein Backfisch. Ich habe kein Verlangen mehr\nnach der heiligen Nachmittagsstube, und ich bin\nwirklich der Robinson auf dem Deckel seiner\nAbenteuer. Aber ich möchte noch die ganze\nNacht so traurig erzählen. Many greetings, dein\nRobinson. — Wer mich alles in die drei ersten\nStuben .geführt habe, meint der Psychiater, sei\nfür ihn nicht schwer zu enträtseln, aber den\nAngebeteten möchte er kennen lernen, der eine\nAusnahme bilde, da ich seiner Eltern Stube\nnicht heimsuchte. Ich verstehe; des Doktors iro-\nnische Weise ist mir sympathisch. Der Psychia-\nter nickt mit dem Kopf; er ist Schriftsteller neben-\nbei, und hat Momente der Psyche aufzuweisen,\ndie bei Doktoren ohne Drum und Dran nicht\nvorhanden sind. Sein Ton ist mitleidig, wäre\ner eine Frau, spräche er wehleidig. Ich habe\ndas Glück, daß er keine Frau ist. Zwischen ihm\nund seiner Frau fällt ein schwarzer Vorhang,\naber über seinem Schreibtisch hängt unver-\nschleiert, aber zahm verblümt, ein deutscher Ge-\nlehrter mit einem Bart-aus Eichenlaub; sein\nfrüherer Universitätsprofessor; den muß er zum\nAufreizen seiner Nerven haben. Auch steht in\nseinem Sprechzimmer eine Lampe, deren Birne\nstreikt, weil sie kein Apfel ist. Der Waschtisch\nseiner medizinischen Hände läuft nicht, er steht\nauf Plattfüßen. Mein Zimmer funktioniert viel\nbesser, es liegt am See, an der Waschschüssel.\nUnd dabei spreche ich immer vom Tigris, nicht\nwahr? Verhöhnt mich nur liebwerte, wahrhafte\nLeser; o, diese Welt mit ihren Flüssen, Neben-\nflüssen und Ueberflüssen! Es hat jemand dem\nPsychiater gesagt, ich sei abnorm eifersüchtig.\nDas könnte allenfalls ein Symptom von Gehirn-\nerweichung sein. Aber was soll ich mit meinem\nMann sprechen, wenn er in der Nacht nach Haus\nkommt, als Eifersucht. Der Leser soll mir die\nFrage ganz aufrichtig beantworten, bitte. Ich\nlehne an seinem Rücken wie vor einem blinden\nFenster. Uebrigens ist meine Eifersucht nicht\nsubjektiv, sie ist eine Landeigenschaft, ein\nKostüm, eine Nationaltracht der Seele. Mei-\nnem Psychiater leuchtet die landläufige Logik\nwirklich ein; ich bin ein für allemal von\nihm als gesund entlassen, und brauche mich\nnicht mehr seinen Beobachtungen zu unter-\nziehen. Der Feind ist verurteilt vom hohen Ge-\nrichtshof zu 10 Mark Schadenersatz; hätte er\nnicht schon Berufung eingelegt, so hätte ich es\nihm geraten, denn er soll in schlechten Verhält-\nnissen sein — ich bin zu weich . . .! Was soll\nich nun tun, als über den Namen meines Ur-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "52", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1835, "texte": "Großvaters nachdenken? Im Augenblick, wo ich\nglaube, ich habe ihn, kugelt er noch schwerer als\nBlei in meinen Rachen zurück. Wie ein einbal-\nsamierter Leib. Dabei höre ich den Namen mei-\nnes Urgroßvaters auf meiner Zunge, eine Melodie,\neinen Psalm. Ich muß mich zerstreuen, ich\nwerde die Redaktionen, die so lange nun mit\nmir in Konnex standen, um Verzeihung bitten;\nich kann doch nicht dafür, daß ich keine Gehirn-\nerweichung habe! Der Psychiater glaubt doch\nnicht daran! Das Leben ist was furchtbar\nSchmerzliches; alle meinen, daß es nur was Ent-\ntäuschendes ist. Ich meine beides und gaukle\nmit Geschicken. Und wie das Leben vom Milieu\nabhängt, wenigstens meins. Läge zum Beispiel\ndas Fenster meines Zimmers statt nach gegen-\nüber, seitwärts mit dem Blick nach dem West-\nhimmel, wo abends der Mars aufmarschiert, hätte\nich Freude am Leben gehabt und wüßte, warum\nich lebe — aber so! Ich kann mich nicht mehr\nsehen, ich ertrage in den Spiegeln mein Ge-\nmälde nicht mehr, wenn nun mein Angebeteter\nkommt und hat meine Augen? Und darum\ngerade wegen seiner hellen Lichter liebe ich ihn,\ngelbe Rosen, und sie traurig sind, fallen\nsie wie Goldregen. Er ist ein Sonntagskind, ich\nbin ein Feiertagskind, das nicht gehalten wird;\ner findet keine Ruhe in mir. Wir lieben\nuns, wie die verschiedenen Liebenden auf\nErden und im Himmel. Wie selige Engel\nmit der Pose des Flügels, wie die ersten\nMenschen, die noch glühend waren, wie zwei\ngroße Blumen hinter der Hecke, die nichts wieder-\nsagt, wie zwei Rubinen im Reichsring eines\nKaisers und manchmal früh am Morgen wie\nzwei Schakale. Ich mache mir gar kein Ge-\nwissen daraus; alle Romane der Ehe sind Un-\nwahrheiten! In Wirklichkeit gibt es kein Ge-\nwissen. Aber, daß ich den Namen meines Blut-\npächters, meines vergessen habe,\ndarüber mache ich mir heftige Gewissensbisse.\n\nElse Lasker-Schüler"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c005", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "52", "page_fin": "52", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.5", "titre_corps": "Der schwarze Vorhang : Roman", "titre_sommaire": "Der schwarze Vorhang : Roman", "signature_source": "Alfred Döblin", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "52", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.4", "debut_caractere": 1837, "fin_caractere_exclue": 9883, "texte": "Der schwarze Vorhang\nRoman\nVon Alfred Döblin\n„Ich muß dich lieben\" flimmerte es immer\nwieder in ihr wie Geigenmusik. Wie deine Seele\nliegt djas fahle Haar auf dir\"; das machte sie\nerzittern und so legte sie sich hin. Sie konnte*'\nihre .Hände nicht betrachten, ohne an ihn zu\ndienten, der sie gegriffen hatte; ,es erschien ihr,\nals ob es jiicht mehr ihre Hände wären, und\nsie drückte sie leicht und scheu an Wange und\nStirn, eilte zu der Mutter, ,die- die Hände freund-\nlich Bapft hielt un!d streichelte, so ,daß sie ihre1\nHände wieder hatte und sichi darüber freute. —\nLiebe: das ihr etwas federweichies gewesen,\nwie ein pelzbehangener Schaukelstuhl, in dem\nman den Kopf zurücklegt und die Hände fallen\nläßt —, Mind hin- und hierpendeln, mit geöffneten\nLippen und etwas sehwindlich.\nWenn sie jetzt in ihrem Zimmer zwischen\nden Freundinnen saß, auf die bekannten Gesichter\nsah und diese blaue Liebesblume duftete, so\nfragte sie sich manchmal: „wie ist es möglich?\nniemand hier im Zimmer würde es mir glauben,\ndaß die Liebe so mitten, durch den Alltag geht.\"\nWas alles an unbestimmten Schauern in dem\n(Wort Liebe wie ein Gewitter schwebt, wollte\nsich an dem jungen Herzen entladen, das auf-\nbebte. I\nAber Johannes, Johannes, der sie mit\nwilder Kälte gehöhnt hatte, nur\num sie zu höhnen, dessen Augen oft mit\nSchwermut und Angst auf ihr geruht hatten\nund der sie wieder wochenlang über-\nsah, um liebeflehend vor ihr zusammenzu-\nbrechen — der breitstirnige, unbändige Mensch\nließ sie nicht still, wie es ihre Art war, vor\nsich hinträumen, entriß ihr diese blaue Blume.\nFurcht klebte an seinem Namen; und dunkel\nklagte sie sich, daß sie ihn nicht liebe. Sie zwang\nihre Gedanken, die beiden Worte: „Johannes\"\nund „Liebe\" zu verbinden, aber je öfter sie es\nversuchte, um so weniger gelang es ihr. Grauen\nströmte der Herrische, Kalte, Schweigsame aus:\nwenn sie ihn liebte, oh, war es nicht Sünde?\nDurfte sie das Grauen lieben? — Sie wußte sich\nkeinen Rat; bat ihm tausendmal ab mit gefalteten\nHänden, wollte ihm ausweichen, versteckte sich\nan dem kleinen Teich in ihrem Garten.\n* *\n*\nWachsen nicht breite grüne Weiden am\nTeiche in meinem Garten ? Sie biegen ihre Aeste\nund Gerten; die sind voll der jungen Zwitter-\nblättchen. Ich' habe die jungenj Blättchen so lieb.\nWenn der Wind kommt und die Ruten hebt,\nsichlüpfe ich unter und will mich leis von den\nschwanken Wippblättchen schlagen lassen.\nJa, wie ein graues Rebhuhn will ich liegen,\nwo mich niemand sieht mit meinem roten Haar.\nUeber Mund, Wangen und Augen sollen\nmir die Zweige streichen, und meine heißen\nHände werden auch nicht in der Erde wühlen.\n* *\n*\nEs liegt ein Träumen über dem weiden-\numringten See. Und Aengstnis lauert über ihm.\nDurch den Wald um den tiefen Waldessee murrt\nein Sehnen, taumelt, iw,irft sich hinein. Und\nschlägt ertrinkend Blasen auf dem schwarzen,\ndicken Wasser.\nAus dem See, ächzt es wollüstig wie schluch-\nzende Waldesfrauen. Es quallt zu ihm herauf\nzu dem Mannesschatten. Am tiefen Waldessee.\nEin Kindsweib steigt zu ihm auf, rippendürren\nLeibes und triefenden ,Haares. Und starrt ihn\nan aus runden Augen. Und singt für sich\ngebrochen. Das dunkle Nixenlied schreit lang-\nsam hin. .\nUnd der harte Nixenschmerz lallt wirr und\nwild wie ein Zungen loser, den es graust vor\nder Stummheit. Sieht sich' am Seerande um,\ndie junge, flinkernd weiße, starrt ihn aus weißen\nAugen an, den Mannsschatten, zwischen Ried\nund Kalmusstauden. Steigt wortlos in den See\nhinab. Da murrt es nun und schluchzt herauf.\n1 Schlägt auf dem dicken schweren Wasser\ngroße Blasen, spricht, oh spricht: „Ich kam\nzur Höh. Ich kam zur Höh. — Was küßtest du\nmich nicht? Was warfst du mich nicht hin?\nDann stürbe ich. Nun ists zu spät.\nin dem tiefen Waldessee, |n Sünd und Angst.\nMuß leben.\" Es liegt ein Träumen über dem\nsumpfigen Waldessee und Aengstnis, Aengstnis\nlauert über ihm.\n* *\n*\nDa riß auch ihn seine alte Schwere wieder\nhinab und nun nannte er seine Schwere : Liebe.\nDa hatte auch' ihn die schwere Krankheit ge-\npackt, und jetzt Rannte er sie Liebe.\nDie Dankbarkeit hatte den Verdüsterten dicht\nan die Lebensfrohe getrieben, sein Widerstreben\nund Ringen hatte die alte einsame Schwermut\nwieder zu wecken begonnen. Die lieferte ihn\nganz der Trösterin, Befreierin aus. Das Narren-\nwort Liebe stand über seiner Hingesunkenheit:\ndie rang die Arme nach; jdem Worte und suchte\nes zu fassen. Seine dumpfe Einsamkeit verstand\ndas Wort Liebe: ein Lebendes, eine Menschen-\nseele auf Tod und Leben feu besitzen.\nWas gebrochen, armselig, trostlos, neidisch'\nund herrschsüchtig in ihm war, rang die Arme.\nLiebe, das war ja die Erfüllung seiner alten\nSehnsucht und Unrast; diese Unrast schwieg die\nLiebe hin und sollte sie ihm hinschweigen, bald,\no bald. Nun trug er Unruhe mit sich herum;\nnach dieser Sehnsucht stand immer seine\nSehnsucht Es war kaum eine; Stunde des Tages,\nwo seine Seele nicht schwer und trostsuchend\nSOi ihr flog, ihre Stirn beschattete und ihren\nMund küßte. Des Nachts wachte er auf, und\nmit Staunen sah er, daß seine Gedanken bei der\nReinen knieten, wie sie am Tage getan\nhatten. Er fühlte sich verfinstert und tief\nverwundet; kaum, wenn ihr Arm an seinem\nHalse lag, fühlte er sich geheilt, lit Bangig-\nkeit schlich er von ihr fort, wie er zu\nihr gegangen war, wiewohl er seiner\nSeele versprach, daß Glück sie wie eine weiche\nSojmmerluft, die über Wiesen und Weiher klart,\niUjmgebe; aber immer schluchzte etwas müde,\nmüde auf, drängte ihm den Kopf in die Arme,\nsjehnte sich zu sterben. Er verlangte, sich zu\nVergessen und sich ganz berauben zu lassen;\ndann höhnte er seinen Liebeswünschen.\n— Wenn ich tausend Zungen hätte und\nhätte der Liebe nicht, so jwäre ich nichts; aber\nich, ich habe der Liebef und bin nichts durch sie.\nWer weiß, ob sie der Liebe hat?\nIch weiß es nicht, ich werde es nie wissen,\nnie wissen können. Wissen, so sicher und innig\nwie ich von meinem Willen weiß, wie ich meine\neigene Angst fühle, der ich vertrauen darf. Sie\nist ein Andres, mein Andres; das ich nicht\nfassen kann, dem ich nicht vertrauen darf.\nZwischen uns Zufallssteinen redet keine Welle.\nBlicke, Mienen, Händedrücke sind zwischen uns ;\ntönende Wellen schwingen zwischen ihr; und mir,\nLuft, nur Luft, und auff Jjuft soll die Schwere,\nalle Schwere meiner Verlassenheit bauen. Woran\nsoll ich mich1 .halten, wo) $st die Brücke zwischen\nuns beiden? Bleibt jedes bei sich. Ich weiß es\nnicht, ob mich Irene liebt? Weiß es wohl: es\nkann nicht geschehen, daß sich zwei Menschen\nlieben, sie müßten denn beide sterben und zu\nStaub werden; aber die Menschenseelen er-\ngreifen und küssen sich nie. Eins lebt für sich\nund das andre für sich, und nur darin sind sie.\nEs ist zu wahr:\nMonaden sind wir und haben keine Fenster.\nTodtraurig und kalt gegen alles macht es\nmich, wenn ich Irene in Freud oder Qualen:\nsehe, die ich nicht geweckt habe. Hell mag mein\nWahnsinn schreien — aber es gibt keine Liebe\nund ich, oh, muß in meiner Angst bleiben.\nSie sollte alles fühlen wie ich. Sie sollte das\nLächeln auf meinen Lippen sehen, wenn ich an'sie\ndenke, sollte fühlen, wenn mir die schweren*\nHände sinken — irgendwo läßt er jetzt den\nKopf in den Nacken fallen. Ich frage jeden,\n(der mit «mir fühlt; muß es nicht so $ein, ach\nmuß es nicht so sein?\nLiegt nicht jetzt ihr schmaler Mund auf\nmeinem ? Was sagst du mir liebfes ?\nDas ist heller Wahnsinn; aber ich hasse Irene\nund will nichts wissen von wenn sie nicht\nfühlt wie ich. Sie muß wenn ich hin-\ngehe. Aus einer Wurzel müssen wir gesprossen\nsein, sie und ich; und ich nenne es nicht Bar-\nbarei, wenn einer mit dem erloschenen andern\nauf den Scheiterhaufen steigt und mit ihm brennt\nLiebte sie mich, ehe ich geboren wurde?\nLiebte sie mich, war sie mir treu, ehe sie\nmich sah?\nSie schaut die Welt nich't, wenn ich die\nAugen aufschlage, wird nimmer satt wenn ick\nesse; war vor mir, ohne mich, glücklich und elend\n— wie irr und schmerzlich das klingt\nWie schmerzlich, schmerzlich das von; unserm\nLose singt.\nIn meiner Angst und Einsamkeit muß ich\nbleiben. — Aber die Liebe ist das Höchste von\nftllem. — Es kann nicht geschehen, daß sich\nzwei Menschen lieben. )\n* *\n*"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c006", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "53", "page_fin": "53", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.6", "titre_corps": "Richter-Berlin: Der Torsteher / Originalholzschnitt", "titre_sommaire": "Richter-Berlin: Der Torsteher / Originalholzschnitt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "53", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 51, "texte": "Richter-Berlin: Der Torsteher / Originalholzschnitt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c007", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "54", "page_fin": "54", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.7", "titre_corps": "Gedichte", "titre_sommaire": "Gedichte", "signature_source": "Paul Zech", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1944, "texte": "Gedichte\nPaul Zech\n\nDie Namenlosen\nWas uns auch immer so von diesem Leben bleibt,\nIst nur ein Lampenabend, blätternd in Papieren,\nEin kurzverliebtes: sich im Arm der Frau Ver-\nlieren\nUnd eine runde Frucht, die schmale Reiser treibt.\nVielleicht ein heller Sonntag noch, fernab im Grün\nMit den sehr viel Geliebten tröstlich hingelagert\nUnd dann zu sehen, wie man dem Verfall ent-\ngegenmagert,\nIndes die Söhne reifen und die Töchter blühn.\nUnd fühlend, daß, was uns an diese Welt je\nschnürte,\nWeit weniger ist, als wie das Wurzeln eines\nBaumes,\nEntschlagen wir uns angestrengt des wachen\nTraumes,\nUnd schüren immer heftiger den Selbstbetrug\nUnd werden alt und arm und schließlich nicht\ni mehr klug\nAus dem, was unsre Ahnen fortzugehn verführte.\n\nRosenmond\nTiefes Gebläu der Tannenwaldbuchten\nSpiegelt sich lange im Strom, der zwischen\n, . - Weiden fließt,\nBis ein rostrotes Knochengerippe querrüber\nschießt\nUnd des Nachtwindes albdrückend Wuchten.\nHütte an Hütte rücken im Avegemurmel zu-\nsammen,\nUnd der Kirch tum schwingt schon den Hirten-\ni , stock.\nHügelkuppen dröhn schwarz wie ein Henker-\ni i block —\nBald wird das Mondbeil wächsern entflammen.\nAber wir zwei ducken uns still\nUnd verhöhnen das Zucken,\nDas uns erschlagen will.\nUnd mein Posaunenmund\nUnd deine verliebten Launen\nBlasen die letzten Rosenblätter wund.\n\nErbteil\nDer Mutter Scham und zärtliches Verschwenden\nIn Jugendfrische und erwachter Lust,\nDes Vaters Seufzer aus gespannter Brust\nIn der Umarmung hellem Aufruhr und Voll-\n! enden,\nUnd dann die bangen Abende beim Lampen-\ni Schimmer\nIn Zuspruch und verhaltner Wartenot,\nBis sich aus dem geborstnen Mundenrot\nSanft löste eines Kinderstimmchens klar Ge-\n-1 !wimmer:\nDies alles ruht, verhundertfachte Saat,\nTief in mir, um bei Drosselsang und Sommer-\n; regen\nSaftschwellend aufzublühen im Karnat.\nUnd wies durch magre Rillen sich gezwängt\nUnd dann zu vollerm Licht ward hingedrängt,\nFiel aus geliebtem Mund der erste Tropfensegen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c008", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "54", "page_fin": "54", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.7.1", "titre_corps": "Die Namenlosen", "titre_sommaire": "Die Namenlosen", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.6", "debut_caractere": 20, "fin_caractere_exclue": 741, "texte": "Die Namenlosen\nWas uns auch immer so von diesem Leben bleibt,\nIst nur ein Lampenabend, blätternd in Papieren,\nEin kurzverliebtes: sich im Arm der Frau Ver-\nlieren\nUnd eine runde Frucht, die schmale Reiser treibt.\nVielleicht ein heller Sonntag noch, fernab im Grün\nMit den sehr viel Geliebten tröstlich hingelagert\nUnd dann zu sehen, wie man dem Verfall ent-\ngegenmagert,\nIndes die Söhne reifen und die Töchter blühn.\nUnd fühlend, daß, was uns an diese Welt je\nschnürte,\nWeit weniger ist, als wie das Wurzeln eines\nBaumes,\nEntschlagen wir uns angestrengt des wachen\nTraumes,\nUnd schüren immer heftiger den Selbstbetrug\nUnd werden alt und arm und schließlich nicht\ni mehr klug\nAus dem, was unsre Ahnen fortzugehn verführte."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c009", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "54", "page_fin": "54", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.7.2", "titre_corps": "Rosenmond", "titre_sommaire": "Rosenmond", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.6", "debut_caractere": 743, "fin_caractere_exclue": 1317, "texte": "Rosenmond\nTiefes Gebläu der Tannenwaldbuchten\nSpiegelt sich lange im Strom, der zwischen\n, . - Weiden fließt,\nBis ein rostrotes Knochengerippe querrüber\nschießt\nUnd des Nachtwindes albdrückend Wuchten.\nHütte an Hütte rücken im Avegemurmel zu-\nsammen,\nUnd der Kirch tum schwingt schon den Hirten-\ni , stock.\nHügelkuppen dröhn schwarz wie ein Henker-\ni i block —\nBald wird das Mondbeil wächsern entflammen.\nAber wir zwei ducken uns still\nUnd verhöhnen das Zucken,\nDas uns erschlagen will.\nUnd mein Posaunenmund\nUnd deine verliebten Launen\nBlasen die letzten Rosenblätter wund."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c010", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "54", "page_fin": "54", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.7.3", "titre_corps": "Erbteil", "titre_sommaire": "Erbteil", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.6", "debut_caractere": 1319, "fin_caractere_exclue": 1944, "texte": "Erbteil\nDer Mutter Scham und zärtliches Verschwenden\nIn Jugendfrische und erwachter Lust,\nDes Vaters Seufzer aus gespannter Brust\nIn der Umarmung hellem Aufruhr und Voll-\n! enden,\nUnd dann die bangen Abende beim Lampen-\ni Schimmer\nIn Zuspruch und verhaltner Wartenot,\nBis sich aus dem geborstnen Mundenrot\nSanft löste eines Kinderstimmchens klar Ge-\n-1 !wimmer:\nDies alles ruht, verhundertfachte Saat,\nTief in mir, um bei Drosselsang und Sommer-\n; regen\nSaftschwellend aufzublühen im Karnat.\nUnd wies durch magre Rillen sich gezwängt\nUnd dann zu vollerm Licht ward hingedrängt,\nFiel aus geliebtem Mund der erste Tropfensegen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c011", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "54", "page_fin": "54", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.8", "titre_corps": "Cézanne", "titre_sommaire": "Cézanne", "signature_source": "Jacques Rivière", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.6", "debut_caractere": 1946, "fin_caractere_exclue": 4884, "texte": "Cézanne\nVon Jacques Rivière\nNicht nur die Anordnung, sondern auch\ndie Nachhaltigkeit dieser Bilder macht tiefen\nEindruck auf mich. Dieselbe Schwere wie im\nRäume erhält sie auch in der Zeit aufrecht: sie\nbleiben bestehen, sie sind mit ihrer eigenen Per-\nmanenz unlöslich verbunden. Die Farbe ist aller-\ndings nicht die, die das Licht wie eine Flüssig-\nkeit über die Dinge ausbreitet; sie ist unbeweglich,\nsie kommt aus dem innersten! Grunde des Gegen-\nstandes, aus seiner Essenz; sie ist nicht seine\nHülle, sondern der Ausdruck seiner inneren\nBeschaffenheit, seiner Zusammensetzung; des-\nhalb hat sie die innere Trockenheit der Flamme\nund wahrt den Anschein der Innerlichkeit von\netwas, das sich aus sich! selbst heraus ernährt:\nes scheint, Gezanne; hat das trübe, glanzerloschene\nLeuchten der Töne dadurch erzielt, daß er den\nOberflächen dieses glänzende Flüssigsein genom-\nmen hat, in dem die Variationen und das Ab-\ngleiten der Atmosphäre spielen; er hat gespart,\num unter den Augenblicken die Dauer zu ent-\ndecken. Zweifellos kann er die feinsten Ereig-\nnisse erfassen, die trockene Durchsichtigkeit der\nLuft auf den Felsen, die unruhig wanderndenl\nWolken. Aber immer ordnet er das dem haupt-\nsjächlichen unter; es gibt etwas, an dem das)\nVorübergehende vorübergeht, und das das Ein-\ntägige überlebt Seine Landschaften warten auf\nnichts; sije sind von der einförmigen Bewegung\nder Zeit so durchdrungen, daß sie sich von ihr\ntragen lassen; sie sind dem! Strom der Zeit über-\nlassen ; und in der Nacht! werden sie ihre düstere,1\nGegenwart behalten.\nPersonen wie Landschaften erwecken den\nEindruck der Beharrlichkeit. In den vortreff-\nlichen Frauenakten bannt die Schwere des Nach-\nmittags diie Bewegungen wie Trauben an das\npeäst In den Porträts prägt Cezanne keine\nüberraschende Haltung, sondern die brennende\nGröße der Ruhe. Die Farbe der Gewänder brennt\nin ihrer Pracht; aber im Augenblick, da sie\nblendet, gleitend funkelt, hält sie inne und ver-\nliert sdch in ihrem dumpfen Ton. Der Ton ist\nin sukzessiven Uebermalungen festgelegt worde,\nlangsam und mit Berechnung, er braucht sich!\nnur noch mit seinem Glänze z;u umgeben; aber\npaßte er sich auch dieser höchsten Reichhaltig-\nkeit an, vielleicht würde sich der Stoff beleben,\nvielleicht die Falten sich drapieren,' alle Personen]\nin einer Ftase. daliegen. Nötig ist es nicht. —\nIn Porträts von Madame Cezanne\nlese ich den unzerstörbaren Glauben an die\nMüdigkeit.\n* *\n*\nVielleicht gibt es keinen größeren Maler als\nCezanne. Ich besitze die Schwäche, manchmal\nzu (bedauern, daß in seinen' Werken der Menschi\nijmmer nur der dienstbare Geist der Dinge ist,\ndaß er immer nur seine Gegenwart durch seines\nErgebenheit und das Bemühen zu verschwindeil,\nahnen läßt. Aber ist seine Bescheidenheit nicht\nnötig, um die Unverschämtheit aller derer gut-\nzumachen, die sich als Eindringlinge festsetzen\nund sich inmitten ihrer Bilder ausstellen?\nUebertragung aus dem Französischen von Jean-Jacques"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c012", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "54", "page_fin": "54", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.9", "titre_corps": "Neues von der Kunst", "titre_sommaire": "Neues von der Kunst", "signature_source": "H. W", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.6", "debut_caractere": 4966, "fin_caractere_exclue": 6281, "texte": "Neues von der Kunst\nH. W.\n1 „Aus München wird gemeldet: Karl\nEttlinger arbeitet an einem Stoff aus der\nOdyssee. Wenn das Werk rechtzeitig fertig\nwird, soll es noch in dieser Spielzeit im Münchner\nKünstlertheater zur Aufführung kommen. Dem\nStück soll eine Musik beigegeben werden, die\nDr. Leopold Schmidt einrichtet/'\n•2 „Uebrigens teilt nach einer Meldung unse-\nres Weimarer Korrespondenten der Vorsitzende\nin der letzten Sitzung des Gemeinderates der\nStadt Weimar mit, daß die Entscheidung über die\nUeberführung oder Beisetzung des Schädels\nSchillers der Stadt vorbehalten bleibe. Die Ge-\nbeine Schillers sind 'Eigentum der\nStadt Sie hat auch allein das Recht,\nGipsabgüsse herstellen zu lassen. Professor von\nFroriep wird der Dank und der Glückwunsch\nder Stadt zu seinem Erfolg ausgesprochen wer-\nden. Für die Stadt Weimar wird ein Gipsab-\nguß angefertigt/'\n3 „Was sagen Sie zu der Mitteilung, daß m i r\nPicasso letzte Bilder zeigte, auf denen er\nreines Blau und Rot als reine Ma-\nterie verwendet — wohlverstanden nicht\ndie Farbe Matisses, sondern die reine Ma-\nterie in voller Stärke.\"\nEnthüllungen eines reinen Toren in der Zeit-\nschrift Pan.\n4 „. . . . Die Beichte eines Toren, ein un-\nerquickliches Buch, das ihm die Sympathien vieler\nTausende raubte.\"\nNachruf für August Strindberg im Berliner\nLokal-Anzeiger."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c013", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "54", "page_fin": "54", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.10", "titre_corps": "Beachtenswerte Bücher", "titre_sommaire": "Beachtenswerte Bücher", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.6", "debut_caractere": 6283, "fin_caractere_exclue": 6809, "texte": "Beachtenswerte Bücher\nAusführliche Besprechung vorbehalten\nRücksendung findet in keinem Falle statt\nTHADDÄUS RITTNER\nIch kenne Sie / Novellen\nWien und Leipzig / Deutsch-Oesterreichischer\nVerlag\nALDO PALAZZESCHI\nII Codice di Perelä\nRomanzo Futurista\nMailand / Edizioni Futuriste di „Poesia\"\nALBERT EHRENSTEIN\nDer Selbstmord eines Katers / Novellen\nMünchen / Verlag Georg Müller\nF. T. MARINETTI\nDistruzione / Poema\nMailand / Edizioni Futuriste di „Poesia\"\nLa Momie sanglante\nPoeme dramatique\nEditions du „Verde e Azzuro* / Milan"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c014", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "54", "page_fin": "54", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.11", "titre_corps": "Notiz", "titre_sommaire": "Notiz", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.6", "debut_caractere": 6811, "fin_caractere_exclue": 6910, "texte": "Notiz\nDie Holzschnitte auf der fünften Seite jeder\nNummer sind von Mitgliedern der Neuen Sezession."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c015", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "54", "page_fin": "54", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.6", "debut_caractere": 6912, "fin_caractere_exclue": 7129, "texte": "Standige Ausstellungen der\nZeitschrift Der Sturm\nKonlgin-Augusta-Strafie 51\ngegeniiber der von=der=Heydt=StraSe\nFranzosische Oraphik:\nPicasso I Herbin / Gauguin / und Andere\nGeoffnet taglich von 10 bis 6 Uhr\nEine Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c016", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "55", "page_fin": "55", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "55", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 555, "texte": "FR. HAHN\nGegriindet 1825 v Gegriindet 1825\nAlcxandcrplatz s Landsbcrgcrstrassc 60—65\nModerne Herrenbekleidung\nffertig und nach Mass\nREKLAMEANGEBOT:\n/\n' . • ' ' , ' •-V , ' ■\nDer elegante Ulster\naus englisehen gemusterten Cheviots mit Aermelaufschlagen 32.50 M\naus den modernsten Flauschstoffen mit aufgesteppten Taschen 45.50 M\nVornehmer zweireihiger Sacco-Anzug, englisch gemusterter Cheviot 32.50 H 45— H\nSchicke Passformen Beste Verarbeitung\nDen Herren Studenten und Mitgliedern von Kunstvereinigungen gegen Vorzeigung von Legitimationskarten 5% Rabat!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c017", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "55", "page_fin": "55", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "55", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.7", "debut_caractere": 557, "fin_caractere_exclue": 741, "texte": "Les Marges\n5 rue Chaptal / Paris\nDiese literarische Zeitschrift\nveroffentlichte das franzosische\nOriginal der Tagebucher\nFlauberts, deren Ueber-\ntragung in Deutschland ver-\nboten wurde"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c018", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "55", "page_fin": "55", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "55", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.7", "debut_caractere": 743, "fin_caractere_exclue": 939, "texte": "Cfiliofifffann ll^|gj<|>j|4«t^f\nerteilt jlingerer Literal.\n(Herren. die in Tagesblattern unter\nden Strich gehen, erhalten Vor-\nzugspreise.i Offerten u. K. HI. 85\nan die Red. dieser Wochenschrift\n4"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c019", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "55", "page_fin": "55", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "55", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.7", "debut_caractere": 941, "fin_caractere_exclue": 1061, "texte": "L' Independance\nHalbmonaisseltrltt\nKGnste / Kultur / Philosophie\nPolitlk\n— Jahresbezug: 15 Francs —\nParis / 31 rue Jacob"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c021", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "55", "page_fin": "55", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "55", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.7", "debut_caractere": 1063, "fin_caractere_exclue": 1137, "texte": "liefert und verleiht\ngUimith 6 b- H\nBerlin 26, Mpl. 461 a\nOraniensfrasse 6"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c022", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "55", "page_fin": "55", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.19", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "55", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.7", "debut_caractere": 1139, "fin_caractere_exclue": 1244, "texte": "■A$v xv<.<\nV»t» '*»• ■\n'v.VoV .?\nSoffemfreicr „.®affeel)ag\"\n\\ uttfd)ablicf) fur\nunb 9ler*>dfe\n. \\ \\V'/,Vv"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c023", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "55", "page_fin": "55", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "55", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.7", "debut_caractere": 1246, "fin_caractere_exclue": 1692, "texte": "D. L. Haim & Co\nBerlin W\nHoflieferant Sr. Majesty des KSnigs von Spanien\nPotsdamer Strafte 129/130 :: Tel. Rmt Liitzow 6174\nQroßtes Spezial-Geschaft fur\npersische und tiirkische\nTeppiche\nPermanente Russtellung von schonsien E?cem-\nplaren der modernen und antiken Kniipfkunst\nBerlin : Diisseldorf : Konstantinopel\nNur erstklassige ausgesucfate Stucke werden an-\ngeboten unter kulantester und reellster Bedienung\nBesichtigung ohne Kaufzwang erbeten"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c024", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "55", "page_fin": "55", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "55", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.7", "debut_caractere": 1694, "fin_caractere_exclue": 2022, "texte": "Les Editions de la Nouvelle Revue fransaise ont publie:\nEmile Verhaeren: H6lene de Sparte / drame en 4 actes\nPaul Claudel: L'Otage / drame en 3 actes\nL'AnnonCe fEite k Mario / mystere en 4 actes\nAndr6 Gide: Isabella / rScit\nCh.-L. Philippe: La Mere et FEnfant\nLettres de jeunesse\nCkaque volume 3,50 francs\n31 I rue Jacob / Paris"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c025", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.22", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 40, "fin_caractere_exclue": 276, "texte": "CRSPER'5 Kunst-Salon\nPotsdamer Straße 19 Cintritt 50 Pfennig\nKollektion Gemalde von Prof. Hugo Vogel\n= und Schwarz-Weiß-Husstellung von =\nCorinth Klimt Raffaelli\nForain Leisiikow Paetschke\nHance Liebermann Skarbina\nHelieu Menzel Slevogt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c026", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 278, "fin_caractere_exclue": 536, "texte": "GRAPHISCHES KABINETT\nBuch- und Kunsthandlung, Antiquariat, Verlag\nBERLIN W 15, Kurfurstendamm 33 ::\nStandige Ausstellung\nmoderner Oraphik Illustriert. Katalog u. Prospckte gratis\nFTNTRITT FRFT Ankauf guter Graphik\nHi IN 1 Kl l j TKHI U9 iiiustrierter Biicher"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c027", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 538, "fin_caractere_exclue": 949, "texte": "Atelier tlanni Schwarz\nInhaberinnen: Marie Luise Schmidt und Hanni Schwarz\n= Berlin W 30, Hohenstaufenstrasse 44 111 =\nFernsprech - Anschluß: Ami Lutzow, 9110 :: Fahrstuhl\nGeBflhet: Wochentags von 9-6, Sonntags von 10-1 TJhr\nPhotographische Arbeiten jeder Art in\n== kunstlerischer Ausfuhrung =====\nAufnahmen in natttrlichen Farben\nSpezialitat: Kinderaufnahmen und Aufnahmon\nim eigenen Heim :: Kurse fur Amateure"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c028", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 951, "fin_caractere_exclue": 1605, "texte": "exni DF BERLIN W35\nW I VLf L Genthiner Strasse 42\nGegrundet im Jahre 1873 • Fernsprecher Amt Luizow 3752\nFabrik fur Gemalderahmen\nin alien historischen und neueren Stilarten\nKopfen von Rahmen nach alten Meistern in Original-Goldtdnungen\nSimtltebe Yergolderwaren\nMSbeln, Innen-Architekturen usw.\n===== Kunst - Einrahmungen =====\nReparaturen und Neuvergoldungen aller Gegenstande, Aufarbeiten\naller Arten Antiken, Reinigen von Oemalden und Stichen ::\nFRIT 7 MFQk\"FP Charlottenburg-Schillerstr. 94\n» —' *\\ *V —' 'V Amt Charlottenburg 8397 .\nPASSEPARTOUTFABRIK :: BUCH-\nBINDEREI :: :: ZEICHENMAPPEN\nHUFZIEHEN VON ZEICHNUNQEN :: :: MODERME BOCHEIMBfItIDE\nFRTZ"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c029", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 1607, "fin_caractere_exclue": 1810, "texte": "—kOnstler-magazin\nFRITZ BERGMANN\nSteglitz □ Schutzenstr. 54\nFernsprecher: Amt Steglitz 482\nArchitektur-Bachbinderei\nElektrische Lichtpausanstalt mit Motorbetrieb\nPassepartout-Fabrikatlon Bildereinrahmung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c030", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c030", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 1812, "fin_caractere_exclue": 2128, "texte": "i flllgemeiner Beobachfer i\n0 ========================= 0\nBalbmonafsschriff fur alle ©\nFragen des modernen hebens 0\neass ea 0\nVerlag flllgemeiner Beobachfer\nBamburg 1 fllsterdamm fir. 2\n©\nPreis; Cinzelnummer 20 PL\nflbonnemeat 1 IR. pro Quartol\n©\nGSS9 CSZ9 6SZ9\nZu beziehen durch alle Buchhandlungen und Posfansfalten"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c031", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c031", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.28", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 2130, "fin_caractere_exclue": 2679, "texte": "Lehranstalten a Kurse\nMai- und Zeichenschule\nStilleben s: Landschaffc :: Portrdt\nOHO BEVER, Heßtorstrnße 17, am\nMan verlange Prospekte\nHolzschniizen, Modellieren, Zeichnen\nTaglich 9—l Uhr Eintritt jederzeit\nModellieren fur Achitekten taglich von 5—7 oder 7—9 Uhr\nAbendakt taglich 7—9 Uhr Mark —,50\nAtelier Kurfurstendamm 243 parterre gegenQber dem Zoo.\nBildhauer HARDBRS Berlin - Charlottenburg:\nmodellieren und Zeichnen\nVorbereitung fQr die Akademie\nKARL HEYNEN - DUMONT\nCharlottenburg-, Lelbnizstrasse 32, Atelier\n■ Masslgo Honorare =============:"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c032", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c032", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.29", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 2681, "fin_caractere_exclue": 2781, "texte": "i\n4\n1\n£\ny\nv\n%\ni ill E. L. Kirchner\n_ ...\nMax Pechstein\nWilmersflorf\nDurlflcbersir. 14\nmm Malerei H 9"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c033", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c033", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.30", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 2783, "fin_caractere_exclue": 2797, "texte": "Buchhandlungen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c034", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c034", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.31", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 2799, "fin_caractere_exclue": 3068, "texte": "Edmund Meyer\nBuchhandler u. Rntiquar\n:: BERLIN W. 35 ::\nPotsdamerstrasse 27b\nFernsprech. Rmi VI 5850\n■ Mi ■\nRUSSTELLUNG\neiner grossen Kollektion\n• •\n113 -L\nvon Daumier / Qavarnl /\nBeaumont und anderen\nDie Blotter sind einzein kSuflich\nBeskhtigung frei ■ ■ >\n\\a■ ■ ■\nV__"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c035", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c035", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.32", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 3070, "fin_caractere_exclue": 3349, "texte": "Reuss & Pollock\nBadtlaidlng il floiiqiariat\nPotsdamerstrasse 118 c\n:: BERLIN W. 35 ::\nFernsprecher: Rmt Lutzow 2829\nAusstellung einer Kolfektlen von Ori-\nginalhandzelchnungen des MQnehner\nZeichnersAttillaSachetfto.Besucltfref ,\nPaul Graupe\nAntlquarlat\nBerlin W35\nLutzowstrasse 38"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c036", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c036", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.33", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 3351, "fin_caractere_exclue": 3611, "texte": "Kleine Anzeigen\nTitania-Schreibmaschine\nErste deutsche Schreibmaschine mit Typenhebeln auf Kugellagern\nFabrikat der Akt.-Ges. Mix & Genest, Schoneberg-Berlin\nGeneralvertreter fur Berlin und Mark Brandenburg\nLouis Stangen / Linkstrasse 12 Telefon: Kurfurst 2425"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c037", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c037", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.34", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 3613, "fin_caractere_exclue": 3858, "texte": "Spedition\nGepaekfahrt\nRollfuhrverk\nMBbeltransport\nYerpaekang\nLagerung\nYerzollnng\nYersieherung\nLombard\nmax Lux\nHalensee\ni I .\"..■m'.i.ijmiiiiynil TO\n• «\nsi\nRingbahnstrasse 123 a - Fernsprecher: Uhland 595\nSpediteur des Vereins fur Kunst zu Berlin"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c038", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c038", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.35", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 3860, "fin_caractere_exclue": 4376, "texte": "| Jnn9 osterrei chischer |\n| yfntorenabend (\n| Freitag, den 24. Mai 1912 |\nim Saale des Caf6 Rustria |\n— Potsdamer Strasse 28 — |\nRnfang 8% Uhr |\nPROQRRMM |\n| 1 Oskar Baum (Prag): Aben- I\n| teuer und Tagliches aus dem |\nBlindenleben von heute. |\n| Erzahlungen aus dem Leben |\n| der Sehenden. |\n| 2 Gedichte von Otto Pick und |\n| Franz Werfe! (Prag) / vor- |\n1 gelesen von Frau Bessßrenk |\nI Kalischer. |\n| 3 Alexander Solomonica (Ber- |\n|lin) liest aus eigenen Dich- |\n| tungen. I\n| Karten zu 1 M. an der Kasse \\\nI I"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c039", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c039", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.36", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 4378, "fin_caractere_exclue": 4453, "texte": "Wintergarten\nAm Bahnhof Friedrichstrasse\nNeues Programm\nRobledillo\nRudinoff"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c040", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c040", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.37", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 4455, "fin_caractere_exclue": 4787, "texte": "to Man Bin\nEingetragener Verein\nPassive Mitg Heeler\nder\nMeuen Secession\nerhalten jahrlich\n1 mehrere graphische\nArbeiten\n2 die Zeitschrift Der\nSturm frei zugestellt\n3 freien Eintritt zu den\nVeranstaltungen der\nN. S.\nffitgliedsbeitrao fealbiilirlicli 15 H.\nGeschaffsstelle\nder Meuen Secession\nSteglitz\nMiquelitrafio ?» — F«rnwf SUglik"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1912-05-18-01-c041", "article_bluemountain": "bmtnabg_1912-05-18_01#c041", "volume": "bmtnabg_1912-05-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "56", "page_fin": "56", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.2.38", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "debut_caractere": 4789, "fin_caractere_exclue": 5006, "texte": "Die Faekel\nHERAUSGEBER\nKarl Kraus\nErscheint in zwangloser Folge\nNummer349/3SO\nsoeben erschienen\nPreis 50 Pfennig\nOberall erhAltlich\nauch auf den Bahnhofen\nWerbeband der Packet\n50 Pfennig\nYerlag Die Faekel / Vien iii 2"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.1", "texte": "Umfang acht Seiten\nEinzelbezug 20 Pfennig\nWOCHENSCHRIFT FÜR KULTUR UND DIE KÜNSTE\nRedaktion und Verlag: Berlin W 9 / Potsdamer Straße 18\nFernsprecher Amt Lützow 4443 / Anzeigenannahme durch\nden Verlag und sämtliche Annoncenbureaus :-:\nHerausgeber und Schriftleiter:\nHERWARTH WALD EN\nVierteljahrsbezug 1,50 Mark / Halbjahresbezug 3,— Mark /\nJahresbezug 6,— Mark / bei freier Zustellung / Anzeigen-\npreis für die fünfgespaltene Nonpareillezeile 60 Pfennig\nDRITTER JAHRGANG\nBERLIN MAI 1912\nNUMMER 111\n\nInhalt:\nF. T. MARINETTI: Tod dem Mondschein / ELSE LASKER-SCHÜLER: Lasker-Schüler contra B. und Genossen / ALFRED DÖBLIN:\nDer schwarze Vorhang / PAUL ZECH: Gedichte / JACQUES RIVIERE: Cezanne / H. W.: Neues von der Kunst / BEACHTENS-\nWERTE BÜCHER / NOTIZ / AUSSTELLUNG / KARL GERLACH: Das Konzert / Originalholzschnitt / RICHTER-BERLIN: Der Torsteher /\nOriginalholzschnitt\n\nKarl Gerlach: Das Konzert / Originalholzschnitt"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "50", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.2", "texte": "Tod dem Mondschein!\nZweites Manifest des Futurismus\nVon F. T. Marinetti\nI\n— Hört, große flammenschleudernde Dichter,\nBrüder! . . . Hört! Paolo Buzzi, Federico De\nMaria, Enrico Cavacchioli, Corrado Govoni, Übero\nAltomare! Verlassen wir Paralysia, zerstören wir\nPodagra! Wir wollen den großen futuristischen\n\"Schienenweg auf den Gaurisankar, den Gipfel der\nWelt legen!\nWir verließen die Stadt mit einem geschmei-\ndigen, sicheren Schritt, der tanzen wollte und\nHindernisse suchte.. Um uns und in unseren\nHerzen die gewaltige Trunkenheit der alten euro-\npäischen Sonne, die zwischen weinfarbenen Wol-\nken einhertorkelte. Ja, sie schlug uns mit ihrer\npurpurtropfenden Fackel mitten ins Gesicht,\ndann zerplatzte sie, indem sie sich selbst ins\nUnendliche ausspie.\nWirbel feindlichen Staubes; blindmachende\nVerschmelzung von Schwefel, Kali und Salzen\nfür die Kirchenfenster des Idealen! . . . Guß\neines neuen Sonnenglobus! . . . Bald werden wir\nihn sehen!\n— Feiglinge! Feiglinge .. . rief ich aus und\nwandte mich an die Bewohner von Paralysia, die\nsich unten in Massen stauten, einer Masse von\nirisierenden Kugeln für unsere Zukunfts-\nkanonen ...\n„Feiglinge! Feiglinge! . . . Was schreit ihr\ndenn wie bei lebendigem Leibe geschundene\nIltisse? . . . Fürchtet ihr, daß wir eure Hütten\neinäschern? . . . Noch nicht! Wir müssen uns\ndoch wohl im nächsten Winter Heizmaterial be-\nsorgen! Inzwischen sprengen wir alle Traditionen\nin die Luft wie wurmstichige Brücken! . . .\nKrieg? Gewiß! . . . Unsere einzige Hoffnung,\nunsere Existenzberechtigung und unser Willem,\nja, der Krieg! Gegen euch, die ihr zu langsam\nsterbt, und gegen alle Tote, die unseren Weg\nversperren! . . .\n„Gewiß, unsere Nerven fordern den Krieg\nund verachten die Frauen! Sicherlich, denn wir\nfürchten ihre blumenrankigen, um die Knie am\nMorgen des Abschieds geschlungenen Arme!\nWas gehen uns die Frauen an, die häuslichen,\ndie Invaliden, die Kranken und alle klugen Rat-\ngeber? Ihrem unbeständigen, von düsteren\nKämpfen zitterndem Schlummer und schreck-\nniszerschnittenen Leben ziehen wir den ge-\nwaltsamen Tod vor; wir verherrlichen ihn als\nden einzigen, der des Menschen würdig ist, des\nRaubtieres würdig ist. Wir wollen, daß unsere\nKinder fröhlich ihrer Laune folgen, brutal den\nGreisen sich entgegensetzen und auf das pfeifen,\nwas die Zeit geheiligt hat. Das empört euch ? . . .\nihr pfeift mich aus? . . . Lauter! . . . Ich habe\ndie Beleidigung nicht verstanden! . . . Stärker!..\nWas? Ehrgeizig? . . . Natürlich! . . . Wir sind\nehrgeizig, denn wir wollen uns nicht an eurem\nstinkenden Fell reiben, schlammfarbene, übel-\nriechende Herde, die auf den alten Wegen der\nErde einhertrottet! . . . Aber „ehrgeizig'' trifft\ndie Sache nicht auf den Kopf . ... Wir sind\neher junge, trunkene Artilleristen . . . Und wohl\noder übel müßt ihr eure Trommelfelle an den\nLärm unserer Kanonen gewöhnen! . . .\n„Aber das ist es &uch noch nicht! Sucht\ndoch selbst! Was sagt ihr? Verrückte? .. .\nHurrah! Bravo! das ist das Wort! .. . Das\nWort, auf das ich wartete . . . Oh, oh, der Fund\nder Funde! Nehmt dieses Wort aus massivem\nGold, sorgfältig und in feierlicher Prozession,\ntragt es nach Hause, um es in dem eifersüchtig-\nsten eurer Keller einzuschließen! Mit diesen\nWorten zwischen den Fingern und auf den\nLippen werdet ihr noch zwanzig Jahrhunderte\nleben können. Ich, ich sage: die Welt verwest\nvor lauter Weisheit! . . .\n„Deswegen lehren wir heute den metho-\ndischen, den täglichen Heroismus; die Liebe zur\nVerzweiflung, die das Herz mit aller Kraft zu\narbeiten anhält; die Gewöhnung an die Begeiste-\nrung; die Hingabe an den Rausch . . .\n„Wir lehren das Untertauchen in den düste-\nren Tod unter den festen, weißen Augen des\nIdealen! Und wir werden mit gutem Beispiel\nvorangehen, indem wir uns dem rasenden\nSchlachtenschneider hingeben, der uns eine\nscharlachrote Uniform anmessen und dann unsere\nvon Projektilen gebürsteten Haare mit Flammen\nsalben wird. Wie die Hitze eines Sommerabends\ndie Felder mit einem glitzernden Meer von Jo-\nhanniswürmchen salbt.\n„Jeden Tag müssen die Menschen ihre\nNerven mit tollkühnem Stolze elektrisieren! . . .\nDie Menschen müssen in einem einzigen Coup\num ihr Leben spielen, ohne auf die betrügerischen\nCroupiers und ohne auf die Balance des Roulette\nzu achten, indem sie sich auf dem grünen Tuch\ndes Krieges wälzen, von der wiegenden Lampe\nder Sonne ausgebrütet . . . Die Seele muß —\nhört ihr — muß den Körper in Flammen\nsetzen, wie ein Brandschiff, das gegen den\nFeind gesandt ist, gegen den ewigen Feind, den\nman erfinden müßte, wenn er noch nicht\nexistierte! . . .\n„Betrachtet dort in der Ferne die Getreide-\nähren, die in Millionen irr Schlachtordnung auf-\ngestellt sind! Diese Aehren, geschmeidige Sol-\ndaten mit zarten Bajonetten, (verherrlichen die\nMacht des Brotes, das sich in Blut verwandelt\num sprudelnd dem Horizont entgegenzueilen.\nDas Blut — merkt es wohl — hat nur Wert\nund iGlanz, wenn es aus dem Gefängnis der\nArterien durch das Feuer oder das Schwert be-\nfreit worden ist! . . . Allen bewaffneten Sol-\ndaten der Erde werden wir zeigen, wie man sein\nBlut vergießen muß; aber vorher muß die große\nKaserne, in der ihr haust, gereinigt werden, ihr\nInsekten . . . Bald wird es getan sein! . . . In-\nzwischen könnt ihr Wanzen die alten, schmutzigen\nBetten aufsuchen, in denen wir nicht mehr\nschlafen wollen.\"\nAls ich ihnen den Rücken wandte, fühlte ich\nan meinen schmerzenden Schultern, daß ich in\ndem riesigen schwarzen Netze meines Wortes\nzu lange dieses gebundene,- kranke Volk mitge-\nschleppt hatte, dieses wurmstichige Volk, das in\nder letzten Lichtwelle, die der Abend an den\nKlippen meiner Stirn vorübertrieb, wie ein Fisch\nzappelte.\nII\nDie Stadt Paralysia, mit dem Geschrei ihrer\nHühnerhöfe, mit dem machtlosen Stolz gebroche-\nner Säulen, mit ihren angeschwollenen Kuppeln,\ndie eine ärmliche Statue gebaren, ihren launen-\nhaften Zigarettenwolken über kinderspielzeug-\nhaften Mauern, die beim geringsten Stoß umzu-\nfallen drohten: die Stadt verschwand hinter uns,\ntanzend, wie unser schneller Gäng es gerade\nwollte . . .\nVor mir, in der Entfernung von einigen\nKilometern, erschien plötzlich der Palast der gött-\nlichen Irren. Er lag auf der Kuppe eines zier-\nlichen Hügels, der wie ein junges Huhn einher-\nstolzierte.\n— Brüder, — sagte ich — ruhen wir uns\ndas letztemal aus, bevor wir zum Bau des großen\nfuturistischen Schienenweges aufbrechen!\nWir lagerten uns in dem unermeßlichen\nNarrenhaus der Milchstraße, im Schatten des\nPalastes der Lebenden. Sofort hörte der Lärm\nder großen Hämmer» Raum und Zeit, auf. Aber\nPaolo Buzzi konnte nicht schlafen, denn sein\ngekrümmter Körper zuckte unter den Stichen der\ngiftigen Sterne, die uns von allen Seiten über-\nfielen.\n— Bruder — murmelte er — verjage diese\nBienen, die auf der purpurnen Rose meines\nWillens summen.\nDann schlief er wieder ein in dem visio-\nnären Schatten des phantasiebeladenen Palastes,\naus dem der eintönige, wiegende, breite Gesang\nder ewigen Freude emporstieg.\nEnrico Cavacchioli schlief und träumte mit\nlauter Stimme:\n— Ich fühle meinen zwanzigjährigen Körper,\nder sich verjüngt! Mit immer gebrechlicheren\nSchritten schreite ich meiner Wiege entgegen . . .\nBald werde ich wieder in den Leib meiner Mutter\nzurückkehren! . . . Alles ist also erlaubt! . . . Ich\nwill zierliche Vasen, um sie zu zerbrechen! . . .\nStädte, um sie zu zermalmen, menschliche\nAmeisenhaufen, um darin zu wühlen! . . . Ich\nwill die Winde zähmen und sie an der Leine\nhalten . . . Ich will eine Meute von Winden mit\ngeschmeidigen, fließenden Windhundrücken, um\ndie welken, bärtigen Wolken zu jagen!\nDas Atmen meiner Brüder klang wie der\nSchlummer, wie das ewige Anlaufen eines ge-\nwaltigen Meeres auf den Strand. Aber der un-\nversiegbare und sprudelnde Enthusiasmus der\nMorgenröte hielt sich nicht mehr in den Bergen,\nso sehr hatte die Nacht mit allen Düften und\nheroischem Schwung aufgeräumt.\nPaolo Buzzi, emporgehoben von dieser Flut\nvon Delirium, wand sich wie unter dem Schrecken\neines Albdrücks.\n— Hört ihr das Schluchzen der Erde? Sie\nliegt im Sterben, im Schauder des Lichts! . . . Zu-\nviel Sonnen haben sich über ihr fahles Lager ge-\nbeugt! Laßt sie schlafen, jetzt, immer! . . . Gebt\nmir Wolken, damit ich ihre Haare und ihren\nweinenden Mund verbergen kann! . . .\nBei diesen Worten streckte uns die Sonne\nvom Ende des Horizontes ihr feuriges, rotzittern-\ndes Lenkrad entgegen.\n— Auf, Paolo! — schrie ich da. Nimm dieses\nRad! ... Ich weihe dich izrum Chauffeur der\nWelt! . . . Aber, wir werden der großen Arbeit\ndes futuristischen Schienenweges nicht gewachsen\nsein! . . . Noch ist unser Herz voll unreinen\nGerümpels: Pfauenschwänzen, pompösen Wetter-\nhähnen und schön parfümierten Taschentüchern!\n. . . Und wir haben unserem Hirn noch\nnicht die düsteren Weisheitsameisen verjagt . . .\nWir brauchen Verrückte! . . . Auf! Befreien wir\nsie! . . .\nWir näherten uns den von Sonnenfreude\nstrahlenden Mauern, indem wir ein düsteres Tal\ndurchwanderten. Dreißig Metallkräne hoben\nkreischend kleine Wagen voller dampfender\nWäsche empor: dummes Waschhaas dieser\nvon aller Logik reingewaschenen Reinen!\nZwei Irrenärzte erschienen kategorisch auf\nder Schwelle; aber da ich nur eine Automobil-\nlampe in der Hand hatte, so zerschmetterte ich\nihnen den Schädel mit deren Griff aus blank-\ngeputztem Kupfer.\nAus den weitgeöffneten Toren strömten die\nVerrückten, Männer und Frauen, zerlumpt und\nhalbnackt, zu Tausenden, wie ein Gießbach . . .\nwie etwas, womit man das runzelige Gesicht der\nErde jünger machen und schminken kann.\nDie einen wollten sogleich die funkelnden\nGlocken schwingen wie Spazierstöcke aus Elfen-\nbein; andere spielten Reifen mit Kupferkuppeln!\nDie Frauen kämmten ihre langen Wolkenhaare\nmit Spitzen der Sterne.\n— O Verrückte, meine geliebten Brüder,\nfolgt mir! Wir werden den Schienenweg auf\ndie Gipfel aller Berge legen, bis ans Meer! . . .\nWieviel seid ihr?*. ! . Dreitausend! ... Zu\nwenig! . . . Uebrigens wird die Langeweile und\ndie Eintönigkeit bald euren schönen Schwung er-\nschöpfen! . . . Schnell! Laßt uns die Raubtiere\nin den Menagerien um Rat fragen, die vor den\nToren der Hauptstadt lagern! . . . Sie sind die\n\nFuturisten!"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "51", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.3", "texte": "einzig lebenden, die einzig entwurzelten und\ndie, die am wenigsten vegetieren! . . . Auf! . . .\nNach Podraga! . . . nach Podraga! . . .\nUnd man zog los: Sprudeln einer gewal-\ntigen Schleuse . . .\nDie Armee des Wahnsinns stürzte von Ebene\nzu Ebene, strömte in die Täler, stieg wieder zu\nden Gipfeln mit schicksalsbestimmtem Schwünge,\nleicht, wie eine Flüssigkeit in riesigen kommuni-\nzierenden Gefäßen und bombardierte mit\nSchreien, Stirnen, Fäusten die Mauern Podragas,\ndas wie eine Glocke tönte.\nDie Wärter, die betrunken waren, wurden\ngetötet oder zu Boden getreten; die tosende\nFlut überschwemmte den riesigen kotbe-\ndeckten iGang der Menagerie, deren vergitterte\nBoxen voll tanzender Felle waren und in dem\nGeruch des Urins wilder Tiere schwammen und\nleichter hin- und herschwankten als die Kanarien-\nvögelkäfige in den Armen der Verrückten.\nSogleich machte das Regiment der Löwen die\nStadt jünger. Die empörten Mähnen, die um-\nfangreiche Anstrengung der hebeiförmigen\nKruppen ließen die Fassaden skulpturenbedeckt\nerscheinen! Ihre reißende Kraft, die das Pflaster\naushöhlte, verwandelte die Straßen in Tunnels\nmit gesprengten Decken . . . Die ganze schwäch-\nliche Vegetation der Einwohner Podragas wurde\nin den Ofen geschoben. Die Häuser voller\nsolcher heulenden Zweige zitterten unter dem\nPlatzregen des Schreckens, der auf die Dächer\nprasselte.\nMit plötzlichen Bewegungen und clown-\nhaften Verrenkungen bestiegen die Verrückten\nrittlings die schönen gleichgültigen Kuppen der\nLöwen, die sie nicht fühlten . . . Und die bi-\nzarren Reiter ergötzten sich an den friedlichen\nSchlägen mit dem Schweife, die sie mehr als\neinmal aus dem Sattel warfen . . . Plötzlich\nhielten die wjlden Tiere, die Verrückten\nschwiegen vor den Mauern, die sich nicht mehr\nrührten . . .\n— Die Alten sind tot! Die Jungen sind ge-\nflohen! .. . Um so besser! .. . Schnell! .. ,\nMan raube die Statuen und Blitzableiter!...\nLeert die Goldkästen! .. . Goldbarren und\nMünzen! . . . Wir werden alle Edelmetalle wieder\nzusammenschmelzen, um den großen futuristi-\nschen Schienenweg legen zu können! . . .\nMan ging hinaus, die Verrückten gestiku-\nlierten, die Löwen, Tiger, Panther, auf denen\ndie Verrückten ohne Sattel ritten, warfen ihre\nReiter hin und wieder ab, die von der Trunkenheit\nzerlumpt, erstarrt, zerzaust und' zerrissen sind.\nPodraga glich nur noch einem riesigen Faß, das\nvoll reichen Weines war, der sich kräuselte, indem\ner zu den Toren hinfloß, zu den Toren mit den\nsonoren Zugbrücken, zitternden Trichtern.\nWir durchquerten die Ruinen Europas und\nbetraten Asien, indem wir die terrorisierten Horden\nPodragas und Paralysias verstreuten, wie eilige\nSämänner ihre Samenkörner mit kreisender Ge-\nbärde verstreuen.\n\nSchluß folgt\n\nLasker-Schüler\ncontra B. und Genossen\n\nSeitdem einige Tageszeitungen um mein lyri-\nsches Gedicht: „Leise sagen\", soviel Lärm ge-\nschlagen und mich für geisteskrank erklärt haben,\nhat sich eine Partei um mich erhoben, die es sich\nzum Lebenszweck angedeihen läßt, diese gefähr-\nliche Behauptung mit allen gerichtlichen Gegen-\nbeweisen aus der Welt zu schaffen. Das Resultat\nist: Ich werde beobachtet, nicht allein von einem\nPsychiater, auch von mir selbst — (ich wollte,\nich könnte mir was dafür anrechnen —). Ich\nkann den ganzen Tag nicht auf einen Namen\nkommen, auf den Namen meines Urgroßvaters,\nder Scheik in Bagdad war. Dieser Zustand ist\nunsäglich unerträglich, als ob man gähnen muß\nund kann nicht, als ob man in eine Posaune blasen\nmuß und findet die Oeffnung nicht. Ich war\nheute schon überall, wo irgend etwas von Asien zu\nspüren ist. Auch im orientalischen Seminar war\nich beim Rektor, der dachte freundlich über den\nNamen meines ehrwürdigen Urherrn nach, und\nalle seine Schüler taten das, und Schülerschüler,\nMuselmänner, Chinesen, Japaner, Studenten aus\nVampur, Koreaner, Sudanesen; es dachten Sia-\nmesen, Indier, Serben, Türken, Montenegriner,\nTalmudisten, Zionisten, auch die beiden Söhne\neiner Kaffernfamiiie dachten, und denken wahr-\nscheinlich jetzt noch nach. Ich habe kein Ge-\ndächtnis mehr, seitdem bei -mir Gehirnerweichung\nin Frage genommen ist. Rechts vom Gehirn\nsteht mein Heer — links der Feind. Ich fühle\nseitdem auch nicht mehr richtig, ich taste; die\nSternwarte meines Fierzens ist getrübt — und\nmein Horizont liegt hinter dem Rubikon — und\nder Sturm — verweht meinen Geist. Wie soll ich\nmich beschäftigen? Ist mein Psychiater nicht\nbei mir, fahr ich zu ihm heraus und bringe ihm\neinen Kloß meines Gehirns. Ich muß immer\nmeckern ,wenn ich bei ihm bin; er hat einen\nroten Ziegenbart. Ich konnte mich schon als\nKind nicht beschäftigen, meist habe ich mit\nKnöpfen gespielt, aber ich habe alle verloren\noder wo angenäht, und wenn der Psychiater nicht\neindringlicher mich beobachtet, werde ich es den\nRedaktionen der Zeitungen mitteilen, die mich bei\nder Gehirnerweichung ertappten; sie haben ihn\ndoch für mich engagiert, und er muß seine\nPflicht tun.\nIch laufe jetzt so gern über Wiesen; Kna-\nben gewähre ich mit Vorliebe mein Gehirn, so-\nlange es noch einigermaßen hartköpfig ist, zur\nZielscheibe ihrer Gewehre. Das Sprechen wird\nmir schwer; wenn ich singen könnte! Dann\nkönnte ich viel besser alles sagen. Aber ich habe\nzu jung gesungen, die frühe Blüte meines Kehl-\nkopfs war noch nicht befestigt. Sprechen lernte\nich schon beim Milchtrinken, aber das Singen\nhätte ich unterdrücken müssen, Talente sollte man\nmindestens fünfzehn Jahre im Steckkissen her-\numtragen. Dabei wird man immer kleiner und\nschläfriger. Ich bat heute den Psychiater, er\nsolle mich ein bißchen in seinem Kinderwagen\nherumfahren. Er hat nämlich einen im Neben-\nzimmer stehn, darin seine Frau ihre Hoff-\nnungen spazierenfährt, schon zwei Jahre,\ndamit er sie nicht verstößt. Von seinem\nzukünftigen Sohne lasse er sich die Fesseln\nder Ehe gefallen, aber nicht von seiner Frau,\ndie geht immer in blau, weil sie den Himmel\nauf Erden vermißt. Er aber hat mir ein Rassel-\nchen geschenkt, ich hätte viel lieber die Gummi-\npuppe gehabt, für in den Mund zu nehmen. Ich\nhabe einen Brief von mir selbst von früher ge-\nfunden, an meine britische Busenfreundin, den\nlese ich dem Psychiater vor. Seitdem ich diesen\nBrief geschrieben habe, ist mein Herz grau\nmeliert, und Dr. Ziegenbart sagt: „Lesen Sie!\"\nDear Mabel! Manchmal hab ich so Sehnsucht,\nich säß wieder nachmittags an einem großen,\nrunden Tisch neben meiner Mama und so zwischen\nmeinen Schwestern und Brüdern, und oben sitzt\nmein Papa, und wir trinken zusammen um vier) Uhr\nKaffee aus der silbernen Kaffeemaschine durch\nFiltrierpapier — und so ganz zusammengerückt\nsitzen wir, wie eine Insel, aus einem Stück. Nichts\nFremdes mehr, aber wir fließen ineinander, trotz-\ndem wir Geschwister alle anders waren, und\nfürchten uns nicht vor dem Tode, weil einer den\nandern ersetzt. Das ist lange her, ich weiß auch\nnicht, warum ich daran so oft denke, zumal ich\ndoch Robinson wurde, durchbrannte in die Welt,\nweil ich dem Robinson auf dem Deckel seiner Ge-\nschichte so ähnlich sah. Und ich liebte das Aben-\nteuer, das hat nichts mit der Stube zu tun, und\nwenn es auch eine herrliche ist. Aber dreimal im\nLeben hatte ich eine große Sehnsucht, wieder\nin einer Stube neben Mama und Papa und Ge-\nschwistern zu sitzen. Als ich mich zum ersten\nMale vermählte. Aber ich fiel ins Haus und ver-\nletzte mir die Knie, die bluten seitdem. Und das\nzweite Mal, das war noch trauriger; da folgte ich\nmeinem Verlobten in Iseine Heimatstube. Ich\nsaß neben seiner Schwester; mein Verlobter saß\nneben seiner Mama, und oben am Tischanfang\ntrank sein Papa den Nachmittagskaffee, und auf\neinmal sah ich, daß die fremde Mama meinem\nVerlobten ein großes Stück Kuchen auf den\nTeller legte, ein Stücik Torte mit einer Frucht\ndarauf; und ich bekam ein schmales Stück Torte\nohne eine rote Kirsche; da war ich plötzlich ganz\nklein wie zu Haus und weinte. Und zum dritten\nMale überkam mich die Sehnsucht, mit meinen\nVerehrern in ihr Haus zu gehen. Das erinnerte\nmich am wirklichsten an zuhaus. So viel Ge-\nschwister, die sprachen wie meine Schwestern\nund Brüder und waren schön, aber dann\nkam ein großer Hund und schnüffelte um\nden Tisch herum, bis er mich fand; denn\neinem von den drei Brüdern hatte ich\ndas Herz gefressen. Ich sehne mich nun\nnicht mehr nach einer Stube, wo eine Mama\nund ein Papa und Geschwister um den Tisch\nsitzen und eine Insel sind. Mein Angebeteter\nverspottet mich und meint, ich ziere mich wie\nein Backfisch. Ich habe kein Verlangen mehr\nnach der heiligen Nachmittagsstube, und ich bin\nwirklich der Robinson auf dem Deckel seiner\nAbenteuer. Aber ich möchte noch die ganze\nNacht so traurig erzählen. Many greetings, dein\nRobinson. — Wer mich alles in die drei ersten\nStuben .geführt habe, meint der Psychiater, sei\nfür ihn nicht schwer zu enträtseln, aber den\nAngebeteten möchte er kennen lernen, der eine\nAusnahme bilde, da ich seiner Eltern Stube\nnicht heimsuchte. Ich verstehe; des Doktors iro-\nnische Weise ist mir sympathisch. Der Psychia-\nter nickt mit dem Kopf; er ist Schriftsteller neben-\nbei, und hat Momente der Psyche aufzuweisen,\ndie bei Doktoren ohne Drum und Dran nicht\nvorhanden sind. Sein Ton ist mitleidig, wäre\ner eine Frau, spräche er wehleidig. Ich habe\ndas Glück, daß er keine Frau ist. Zwischen ihm\nund seiner Frau fällt ein schwarzer Vorhang,\naber über seinem Schreibtisch hängt unver-\nschleiert, aber zahm verblümt, ein deutscher Ge-\nlehrter mit einem Bart-aus Eichenlaub; sein\nfrüherer Universitätsprofessor; den muß er zum\nAufreizen seiner Nerven haben. Auch steht in\nseinem Sprechzimmer eine Lampe, deren Birne\nstreikt, weil sie kein Apfel ist. Der Waschtisch\nseiner medizinischen Hände läuft nicht, er steht\nauf Plattfüßen. Mein Zimmer funktioniert viel\nbesser, es liegt am See, an der Waschschüssel.\nUnd dabei spreche ich immer vom Tigris, nicht\nwahr? Verhöhnt mich nur liebwerte, wahrhafte\nLeser; o, diese Welt mit ihren Flüssen, Neben-\nflüssen und Ueberflüssen! Es hat jemand dem\nPsychiater gesagt, ich sei abnorm eifersüchtig.\nDas könnte allenfalls ein Symptom von Gehirn-\nerweichung sein. Aber was soll ich mit meinem\nMann sprechen, wenn er in der Nacht nach Haus\nkommt, als Eifersucht. Der Leser soll mir die\nFrage ganz aufrichtig beantworten, bitte. Ich\nlehne an seinem Rücken wie vor einem blinden\nFenster. Uebrigens ist meine Eifersucht nicht\nsubjektiv, sie ist eine Landeigenschaft, ein\nKostüm, eine Nationaltracht der Seele. Mei-\nnem Psychiater leuchtet die landläufige Logik\nwirklich ein; ich bin ein für allemal von\nihm als gesund entlassen, und brauche mich\nnicht mehr seinen Beobachtungen zu unter-\nziehen. Der Feind ist verurteilt vom hohen Ge-\nrichtshof zu 10 Mark Schadenersatz; hätte er\nnicht schon Berufung eingelegt, so hätte ich es\nihm geraten, denn er soll in schlechten Verhält-\nnissen sein — ich bin zu weich . . .! Was soll\nich nun tun, als über den Namen meines Ur-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "52", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.4", "texte": "Großvaters nachdenken? Im Augenblick, wo ich\nglaube, ich habe ihn, kugelt er noch schwerer als\nBlei in meinen Rachen zurück. Wie ein einbal-\nsamierter Leib. Dabei höre ich den Namen mei-\nnes Urgroßvaters auf meiner Zunge, eine Melodie,\neinen Psalm. Ich muß mich zerstreuen, ich\nwerde die Redaktionen, die so lange nun mit\nmir in Konnex standen, um Verzeihung bitten;\nich kann doch nicht dafür, daß ich keine Gehirn-\nerweichung habe! Der Psychiater glaubt doch\nnicht daran! Das Leben ist was furchtbar\nSchmerzliches; alle meinen, daß es nur was Ent-\ntäuschendes ist. Ich meine beides und gaukle\nmit Geschicken. Und wie das Leben vom Milieu\nabhängt, wenigstens meins. Läge zum Beispiel\ndas Fenster meines Zimmers statt nach gegen-\nüber, seitwärts mit dem Blick nach dem West-\nhimmel, wo abends der Mars aufmarschiert, hätte\nich Freude am Leben gehabt und wüßte, warum\nich lebe — aber so! Ich kann mich nicht mehr\nsehen, ich ertrage in den Spiegeln mein Ge-\nmälde nicht mehr, wenn nun mein Angebeteter\nkommt und hat meine Augen? Und darum\ngerade wegen seiner hellen Lichter liebe ich ihn,\ngelbe Rosen, und sie traurig sind, fallen\nsie wie Goldregen. Er ist ein Sonntagskind, ich\nbin ein Feiertagskind, das nicht gehalten wird;\ner findet keine Ruhe in mir. Wir lieben\nuns, wie die verschiedenen Liebenden auf\nErden und im Himmel. Wie selige Engel\nmit der Pose des Flügels, wie die ersten\nMenschen, die noch glühend waren, wie zwei\ngroße Blumen hinter der Hecke, die nichts wieder-\nsagt, wie zwei Rubinen im Reichsring eines\nKaisers und manchmal früh am Morgen wie\nzwei Schakale. Ich mache mir gar kein Ge-\nwissen daraus; alle Romane der Ehe sind Un-\nwahrheiten! In Wirklichkeit gibt es kein Ge-\nwissen. Aber, daß ich den Namen meines Blut-\npächters, meines vergessen habe,\ndarüber mache ich mir heftige Gewissensbisse.\n\nElse Lasker-Schüler\n\nDer schwarze Vorhang\nRoman\nVon Alfred Döblin\n„Ich muß dich lieben\" flimmerte es immer\nwieder in ihr wie Geigenmusik. Wie deine Seele\nliegt djas fahle Haar auf dir\"; das machte sie\nerzittern und so legte sie sich hin. Sie konnte*'\nihre .Hände nicht betrachten, ohne an ihn zu\ndienten, der sie gegriffen hatte; ,es erschien ihr,\nals ob es jiicht mehr ihre Hände wären, und\nsie drückte sie leicht und scheu an Wange und\nStirn, eilte zu der Mutter, ,die- die Hände freund-\nlich Bapft hielt un!d streichelte, so ,daß sie ihre1\nHände wieder hatte und sichi darüber freute. —\nLiebe: das ihr etwas federweichies gewesen,\nwie ein pelzbehangener Schaukelstuhl, in dem\nman den Kopf zurücklegt und die Hände fallen\nläßt —, Mind hin- und hierpendeln, mit geöffneten\nLippen und etwas sehwindlich.\nWenn sie jetzt in ihrem Zimmer zwischen\nden Freundinnen saß, auf die bekannten Gesichter\nsah und diese blaue Liebesblume duftete, so\nfragte sie sich manchmal: „wie ist es möglich?\nniemand hier im Zimmer würde es mir glauben,\ndaß die Liebe so mitten, durch den Alltag geht.\"\nWas alles an unbestimmten Schauern in dem\n(Wort Liebe wie ein Gewitter schwebt, wollte\nsich an dem jungen Herzen entladen, das auf-\nbebte. I\nAber Johannes, Johannes, der sie mit\nwilder Kälte gehöhnt hatte, nur\num sie zu höhnen, dessen Augen oft mit\nSchwermut und Angst auf ihr geruht hatten\nund der sie wieder wochenlang über-\nsah, um liebeflehend vor ihr zusammenzu-\nbrechen — der breitstirnige, unbändige Mensch\nließ sie nicht still, wie es ihre Art war, vor\nsich hinträumen, entriß ihr diese blaue Blume.\nFurcht klebte an seinem Namen; und dunkel\nklagte sie sich, daß sie ihn nicht liebe. Sie zwang\nihre Gedanken, die beiden Worte: „Johannes\"\nund „Liebe\" zu verbinden, aber je öfter sie es\nversuchte, um so weniger gelang es ihr. Grauen\nströmte der Herrische, Kalte, Schweigsame aus:\nwenn sie ihn liebte, oh, war es nicht Sünde?\nDurfte sie das Grauen lieben? — Sie wußte sich\nkeinen Rat; bat ihm tausendmal ab mit gefalteten\nHänden, wollte ihm ausweichen, versteckte sich\nan dem kleinen Teich in ihrem Garten.\n* *\n*\nWachsen nicht breite grüne Weiden am\nTeiche in meinem Garten ? Sie biegen ihre Aeste\nund Gerten; die sind voll der jungen Zwitter-\nblättchen. Ich' habe die jungenj Blättchen so lieb.\nWenn der Wind kommt und die Ruten hebt,\nsichlüpfe ich unter und will mich leis von den\nschwanken Wippblättchen schlagen lassen.\nJa, wie ein graues Rebhuhn will ich liegen,\nwo mich niemand sieht mit meinem roten Haar.\nUeber Mund, Wangen und Augen sollen\nmir die Zweige streichen, und meine heißen\nHände werden auch nicht in der Erde wühlen.\n* *\n*\nEs liegt ein Träumen über dem weiden-\numringten See. Und Aengstnis lauert über ihm.\nDurch den Wald um den tiefen Waldessee murrt\nein Sehnen, taumelt, iw,irft sich hinein. Und\nschlägt ertrinkend Blasen auf dem schwarzen,\ndicken Wasser.\nAus dem See, ächzt es wollüstig wie schluch-\nzende Waldesfrauen. Es quallt zu ihm herauf\nzu dem Mannesschatten. Am tiefen Waldessee.\nEin Kindsweib steigt zu ihm auf, rippendürren\nLeibes und triefenden ,Haares. Und starrt ihn\nan aus runden Augen. Und singt für sich\ngebrochen. Das dunkle Nixenlied schreit lang-\nsam hin. .\nUnd der harte Nixenschmerz lallt wirr und\nwild wie ein Zungen loser, den es graust vor\nder Stummheit. Sieht sich' am Seerande um,\ndie junge, flinkernd weiße, starrt ihn aus weißen\nAugen an, den Mannsschatten, zwischen Ried\nund Kalmusstauden. Steigt wortlos in den See\nhinab. Da murrt es nun und schluchzt herauf.\n1 Schlägt auf dem dicken schweren Wasser\ngroße Blasen, spricht, oh spricht: „Ich kam\nzur Höh. Ich kam zur Höh. — Was küßtest du\nmich nicht? Was warfst du mich nicht hin?\nDann stürbe ich. Nun ists zu spät.\nin dem tiefen Waldessee, |n Sünd und Angst.\nMuß leben.\" Es liegt ein Träumen über dem\nsumpfigen Waldessee und Aengstnis, Aengstnis\nlauert über ihm.\n* *\n*\nDa riß auch ihn seine alte Schwere wieder\nhinab und nun nannte er seine Schwere : Liebe.\nDa hatte auch' ihn die schwere Krankheit ge-\npackt, und jetzt Rannte er sie Liebe.\nDie Dankbarkeit hatte den Verdüsterten dicht\nan die Lebensfrohe getrieben, sein Widerstreben\nund Ringen hatte die alte einsame Schwermut\nwieder zu wecken begonnen. Die lieferte ihn\nganz der Trösterin, Befreierin aus. Das Narren-\nwort Liebe stand über seiner Hingesunkenheit:\ndie rang die Arme nach; jdem Worte und suchte\nes zu fassen. Seine dumpfe Einsamkeit verstand\ndas Wort Liebe: ein Lebendes, eine Menschen-\nseele auf Tod und Leben feu besitzen.\nWas gebrochen, armselig, trostlos, neidisch'\nund herrschsüchtig in ihm war, rang die Arme.\nLiebe, das war ja die Erfüllung seiner alten\nSehnsucht und Unrast; diese Unrast schwieg die\nLiebe hin und sollte sie ihm hinschweigen, bald,\no bald. Nun trug er Unruhe mit sich herum;\nnach dieser Sehnsucht stand immer seine\nSehnsucht Es war kaum eine; Stunde des Tages,\nwo seine Seele nicht schwer und trostsuchend\nSOi ihr flog, ihre Stirn beschattete und ihren\nMund küßte. Des Nachts wachte er auf, und\nmit Staunen sah er, daß seine Gedanken bei der\nReinen knieten, wie sie am Tage getan\nhatten. Er fühlte sich verfinstert und tief\nverwundet; kaum, wenn ihr Arm an seinem\nHalse lag, fühlte er sich geheilt, lit Bangig-\nkeit schlich er von ihr fort, wie er zu\nihr gegangen war, wiewohl er seiner\nSeele versprach, daß Glück sie wie eine weiche\nSojmmerluft, die über Wiesen und Weiher klart,\niUjmgebe; aber immer schluchzte etwas müde,\nmüde auf, drängte ihm den Kopf in die Arme,\nsjehnte sich zu sterben. Er verlangte, sich zu\nVergessen und sich ganz berauben zu lassen;\ndann höhnte er seinen Liebeswünschen.\n— Wenn ich tausend Zungen hätte und\nhätte der Liebe nicht, so jwäre ich nichts; aber\nich, ich habe der Liebef und bin nichts durch sie.\nWer weiß, ob sie der Liebe hat?\nIch weiß es nicht, ich werde es nie wissen,\nnie wissen können. Wissen, so sicher und innig\nwie ich von meinem Willen weiß, wie ich meine\neigene Angst fühle, der ich vertrauen darf. Sie\nist ein Andres, mein Andres; das ich nicht\nfassen kann, dem ich nicht vertrauen darf.\nZwischen uns Zufallssteinen redet keine Welle.\nBlicke, Mienen, Händedrücke sind zwischen uns ;\ntönende Wellen schwingen zwischen ihr; und mir,\nLuft, nur Luft, und auff Jjuft soll die Schwere,\nalle Schwere meiner Verlassenheit bauen. Woran\nsoll ich mich1 .halten, wo) $st die Brücke zwischen\nuns beiden? Bleibt jedes bei sich. Ich weiß es\nnicht, ob mich Irene liebt? Weiß es wohl: es\nkann nicht geschehen, daß sich zwei Menschen\nlieben, sie müßten denn beide sterben und zu\nStaub werden; aber die Menschenseelen er-\ngreifen und küssen sich nie. Eins lebt für sich\nund das andre für sich, und nur darin sind sie.\nEs ist zu wahr:\nMonaden sind wir und haben keine Fenster.\nTodtraurig und kalt gegen alles macht es\nmich, wenn ich Irene in Freud oder Qualen:\nsehe, die ich nicht geweckt habe. Hell mag mein\nWahnsinn schreien — aber es gibt keine Liebe\nund ich, oh, muß in meiner Angst bleiben.\nSie sollte alles fühlen wie ich. Sie sollte das\nLächeln auf meinen Lippen sehen, wenn ich an'sie\ndenke, sollte fühlen, wenn mir die schweren*\nHände sinken — irgendwo läßt er jetzt den\nKopf in den Nacken fallen. Ich frage jeden,\n(der mit «mir fühlt; muß es nicht so $ein, ach\nmuß es nicht so sein?\nLiegt nicht jetzt ihr schmaler Mund auf\nmeinem ? Was sagst du mir liebfes ?\nDas ist heller Wahnsinn; aber ich hasse Irene\nund will nichts wissen von wenn sie nicht\nfühlt wie ich. Sie muß wenn ich hin-\ngehe. Aus einer Wurzel müssen wir gesprossen\nsein, sie und ich; und ich nenne es nicht Bar-\nbarei, wenn einer mit dem erloschenen andern\nauf den Scheiterhaufen steigt und mit ihm brennt\nLiebte sie mich, ehe ich geboren wurde?\nLiebte sie mich, war sie mir treu, ehe sie\nmich sah?\nSie schaut die Welt nich't, wenn ich die\nAugen aufschlage, wird nimmer satt wenn ick\nesse; war vor mir, ohne mich, glücklich und elend\n— wie irr und schmerzlich das klingt\nWie schmerzlich, schmerzlich das von; unserm\nLose singt.\nIn meiner Angst und Einsamkeit muß ich\nbleiben. — Aber die Liebe ist das Höchste von\nftllem. — Es kann nicht geschehen, daß sich\nzwei Menschen lieben. )\n* *\n*\n\nFortsetzung\nFortsetzung folgt"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "53", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.5", "texte": "Richter-Berlin: Der Torsteher / Originalholzschnitt"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.6", "texte": "Gedichte\nPaul Zech\n\nDie Namenlosen\nWas uns auch immer so von diesem Leben bleibt,\nIst nur ein Lampenabend, blätternd in Papieren,\nEin kurzverliebtes: sich im Arm der Frau Ver-\nlieren\nUnd eine runde Frucht, die schmale Reiser treibt.\nVielleicht ein heller Sonntag noch, fernab im Grün\nMit den sehr viel Geliebten tröstlich hingelagert\nUnd dann zu sehen, wie man dem Verfall ent-\ngegenmagert,\nIndes die Söhne reifen und die Töchter blühn.\nUnd fühlend, daß, was uns an diese Welt je\nschnürte,\nWeit weniger ist, als wie das Wurzeln eines\nBaumes,\nEntschlagen wir uns angestrengt des wachen\nTraumes,\nUnd schüren immer heftiger den Selbstbetrug\nUnd werden alt und arm und schließlich nicht\ni mehr klug\nAus dem, was unsre Ahnen fortzugehn verführte.\n\nRosenmond\nTiefes Gebläu der Tannenwaldbuchten\nSpiegelt sich lange im Strom, der zwischen\n, . - Weiden fließt,\nBis ein rostrotes Knochengerippe querrüber\nschießt\nUnd des Nachtwindes albdrückend Wuchten.\nHütte an Hütte rücken im Avegemurmel zu-\nsammen,\nUnd der Kirch tum schwingt schon den Hirten-\ni , stock.\nHügelkuppen dröhn schwarz wie ein Henker-\ni i block —\nBald wird das Mondbeil wächsern entflammen.\nAber wir zwei ducken uns still\nUnd verhöhnen das Zucken,\nDas uns erschlagen will.\nUnd mein Posaunenmund\nUnd deine verliebten Launen\nBlasen die letzten Rosenblätter wund.\n\nErbteil\nDer Mutter Scham und zärtliches Verschwenden\nIn Jugendfrische und erwachter Lust,\nDes Vaters Seufzer aus gespannter Brust\nIn der Umarmung hellem Aufruhr und Voll-\n! enden,\nUnd dann die bangen Abende beim Lampen-\ni Schimmer\nIn Zuspruch und verhaltner Wartenot,\nBis sich aus dem geborstnen Mundenrot\nSanft löste eines Kinderstimmchens klar Ge-\n-1 !wimmer:\nDies alles ruht, verhundertfachte Saat,\nTief in mir, um bei Drosselsang und Sommer-\n; regen\nSaftschwellend aufzublühen im Karnat.\nUnd wies durch magre Rillen sich gezwängt\nUnd dann zu vollerm Licht ward hingedrängt,\nFiel aus geliebtem Mund der erste Tropfensegen.\n\nCézanne\nVon Jacques Rivière\nNicht nur die Anordnung, sondern auch\ndie Nachhaltigkeit dieser Bilder macht tiefen\nEindruck auf mich. Dieselbe Schwere wie im\nRäume erhält sie auch in der Zeit aufrecht: sie\nbleiben bestehen, sie sind mit ihrer eigenen Per-\nmanenz unlöslich verbunden. Die Farbe ist aller-\ndings nicht die, die das Licht wie eine Flüssig-\nkeit über die Dinge ausbreitet; sie ist unbeweglich,\nsie kommt aus dem innersten! Grunde des Gegen-\nstandes, aus seiner Essenz; sie ist nicht seine\nHülle, sondern der Ausdruck seiner inneren\nBeschaffenheit, seiner Zusammensetzung; des-\nhalb hat sie die innere Trockenheit der Flamme\nund wahrt den Anschein der Innerlichkeit von\netwas, das sich aus sich! selbst heraus ernährt:\nes scheint, Gezanne; hat das trübe, glanzerloschene\nLeuchten der Töne dadurch erzielt, daß er den\nOberflächen dieses glänzende Flüssigsein genom-\nmen hat, in dem die Variationen und das Ab-\ngleiten der Atmosphäre spielen; er hat gespart,\num unter den Augenblicken die Dauer zu ent-\ndecken. Zweifellos kann er die feinsten Ereig-\nnisse erfassen, die trockene Durchsichtigkeit der\nLuft auf den Felsen, die unruhig wanderndenl\nWolken. Aber immer ordnet er das dem haupt-\nsjächlichen unter; es gibt etwas, an dem das)\nVorübergehende vorübergeht, und das das Ein-\ntägige überlebt Seine Landschaften warten auf\nnichts; sije sind von der einförmigen Bewegung\nder Zeit so durchdrungen, daß sie sich von ihr\ntragen lassen; sie sind dem! Strom der Zeit über-\nlassen ; und in der Nacht! werden sie ihre düstere,1\nGegenwart behalten.\nPersonen wie Landschaften erwecken den\nEindruck der Beharrlichkeit. In den vortreff-\nlichen Frauenakten bannt die Schwere des Nach-\nmittags diie Bewegungen wie Trauben an das\npeäst In den Porträts prägt Cezanne keine\nüberraschende Haltung, sondern die brennende\nGröße der Ruhe. Die Farbe der Gewänder brennt\nin ihrer Pracht; aber im Augenblick, da sie\nblendet, gleitend funkelt, hält sie inne und ver-\nliert sdch in ihrem dumpfen Ton. Der Ton ist\nin sukzessiven Uebermalungen festgelegt worde,\nlangsam und mit Berechnung, er braucht sich!\nnur noch mit seinem Glänze z;u umgeben; aber\npaßte er sich auch dieser höchsten Reichhaltig-\nkeit an, vielleicht würde sich der Stoff beleben,\nvielleicht die Falten sich drapieren,' alle Personen]\nin einer Ftase. daliegen. Nötig ist es nicht. —\nIn Porträts von Madame Cezanne\nlese ich den unzerstörbaren Glauben an die\nMüdigkeit.\n* *\n*\nVielleicht gibt es keinen größeren Maler als\nCezanne. Ich besitze die Schwäche, manchmal\nzu (bedauern, daß in seinen' Werken der Menschi\nijmmer nur der dienstbare Geist der Dinge ist,\ndaß er immer nur seine Gegenwart durch seines\nErgebenheit und das Bemühen zu verschwindeil,\nahnen läßt. Aber ist seine Bescheidenheit nicht\nnötig, um die Unverschämtheit aller derer gut-\nzumachen, die sich als Eindringlinge festsetzen\nund sich inmitten ihrer Bilder ausstellen?\nUebertragung aus dem Französischen von Jean-Jacques\n\nSchluß\nVerantwortlich für die Schriftleitung\nHERWARTH WALDEN / BERLIN-HALENSEE\n\nNeues von der Kunst\nH. W.\n1 „Aus München wird gemeldet: Karl\nEttlinger arbeitet an einem Stoff aus der\nOdyssee. Wenn das Werk rechtzeitig fertig\nwird, soll es noch in dieser Spielzeit im Münchner\nKünstlertheater zur Aufführung kommen. Dem\nStück soll eine Musik beigegeben werden, die\nDr. Leopold Schmidt einrichtet/'\n•2 „Uebrigens teilt nach einer Meldung unse-\nres Weimarer Korrespondenten der Vorsitzende\nin der letzten Sitzung des Gemeinderates der\nStadt Weimar mit, daß die Entscheidung über die\nUeberführung oder Beisetzung des Schädels\nSchillers der Stadt vorbehalten bleibe. Die Ge-\nbeine Schillers sind 'Eigentum der\nStadt Sie hat auch allein das Recht,\nGipsabgüsse herstellen zu lassen. Professor von\nFroriep wird der Dank und der Glückwunsch\nder Stadt zu seinem Erfolg ausgesprochen wer-\nden. Für die Stadt Weimar wird ein Gipsab-\nguß angefertigt/'\n3 „Was sagen Sie zu der Mitteilung, daß m i r\nPicasso letzte Bilder zeigte, auf denen er\nreines Blau und Rot als reine Ma-\nterie verwendet — wohlverstanden nicht\ndie Farbe Matisses, sondern die reine Ma-\nterie in voller Stärke.\"\nEnthüllungen eines reinen Toren in der Zeit-\nschrift Pan.\n4 „. . . . Die Beichte eines Toren, ein un-\nerquickliches Buch, das ihm die Sympathien vieler\nTausende raubte.\"\nNachruf für August Strindberg im Berliner\nLokal-Anzeiger.\n\nBeachtenswerte Bücher\nAusführliche Besprechung vorbehalten\nRücksendung findet in keinem Falle statt\nTHADDÄUS RITTNER\nIch kenne Sie / Novellen\nWien und Leipzig / Deutsch-Oesterreichischer\nVerlag\nALDO PALAZZESCHI\nII Codice di Perelä\nRomanzo Futurista\nMailand / Edizioni Futuriste di „Poesia\"\nALBERT EHRENSTEIN\nDer Selbstmord eines Katers / Novellen\nMünchen / Verlag Georg Müller\nF. T. MARINETTI\nDistruzione / Poema\nMailand / Edizioni Futuriste di „Poesia\"\nLa Momie sanglante\nPoeme dramatique\nEditions du „Verde e Azzuro* / Milan\n\nNotiz\nDie Holzschnitte auf der fünften Seite jeder\nNummer sind von Mitgliedern der Neuen Sezession.\n\nStandige Ausstellungen der\nZeitschrift Der Sturm\nKonlgin-Augusta-Strafie 51\ngegeniiber der von=der=Heydt=StraSe\nFranzosische Oraphik:\nPicasso I Herbin / Gauguin / und Andere\nGeoffnet taglich von 10 bis 6 Uhr\nEine Mark"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "55", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.7", "texte": "FR. HAHN\nGegriindet 1825 v Gegriindet 1825\nAlcxandcrplatz s Landsbcrgcrstrassc 60—65\nModerne Herrenbekleidung\nffertig und nach Mass\nREKLAMEANGEBOT:\n/\n' . • ' ' , ' •-V , ' ■\nDer elegante Ulster\naus englisehen gemusterten Cheviots mit Aermelaufschlagen 32.50 M\naus den modernsten Flauschstoffen mit aufgesteppten Taschen 45.50 M\nVornehmer zweireihiger Sacco-Anzug, englisch gemusterter Cheviot 32.50 H 45— H\nSchicke Passformen Beste Verarbeitung\nDen Herren Studenten und Mitgliedern von Kunstvereinigungen gegen Vorzeigung von Legitimationskarten 5% Rabat!\n\nLes Marges\n5 rue Chaptal / Paris\nDiese literarische Zeitschrift\nveroffentlichte das franzosische\nOriginal der Tagebucher\nFlauberts, deren Ueber-\ntragung in Deutschland ver-\nboten wurde\n\nCfiliofifffann ll^|gj<|>j|4«t^f\nerteilt jlingerer Literal.\n(Herren. die in Tagesblattern unter\nden Strich gehen, erhalten Vor-\nzugspreise.i Offerten u. K. HI. 85\nan die Red. dieser Wochenschrift\n4\n\nL' Independance\nHalbmonaisseltrltt\nKGnste / Kultur / Philosophie\nPolitlk\n— Jahresbezug: 15 Francs —\nParis / 31 rue Jacob\n\nliefert und verleiht\ngUimith 6 b- H\nBerlin 26, Mpl. 461 a\nOraniensfrasse 6\n\n■A$v xv<.<\nV»t» '*»• ■\n'v.VoV .?\nSoffemfreicr „.®affeel)ag\"\n\\ uttfd)ablicf) fur\nunb 9ler*>dfe\n. \\ \\V'/,Vv\n\nD. L. Haim & Co\nBerlin W\nHoflieferant Sr. Majesty des KSnigs von Spanien\nPotsdamer Strafte 129/130 :: Tel. Rmt Liitzow 6174\nQroßtes Spezial-Geschaft fur\npersische und tiirkische\nTeppiche\nPermanente Russtellung von schonsien E?cem-\nplaren der modernen und antiken Kniipfkunst\nBerlin : Diisseldorf : Konstantinopel\nNur erstklassige ausgesucfate Stucke werden an-\ngeboten unter kulantester und reellster Bedienung\nBesichtigung ohne Kaufzwang erbeten\n\nLes Editions de la Nouvelle Revue fransaise ont publie:\nEmile Verhaeren: H6lene de Sparte / drame en 4 actes\nPaul Claudel: L'Otage / drame en 3 actes\nL'AnnonCe fEite k Mario / mystere en 4 actes\nAndr6 Gide: Isabella / rScit\nCh.-L. Philippe: La Mere et FEnfant\nLettres de jeunesse\nCkaque volume 3,50 francs\n31 I rue Jacob / Paris"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19120518-01.1.8", "texte": "Paß fc Garleb G. m. b. H., Berlin W 57\n\nCRSPER'5 Kunst-Salon\nPotsdamer Straße 19 Cintritt 50 Pfennig\nKollektion Gemalde von Prof. Hugo Vogel\n= und Schwarz-Weiß-Husstellung von =\nCorinth Klimt Raffaelli\nForain Leisiikow Paetschke\nHance Liebermann Skarbina\nHelieu Menzel Slevogt\n\nGRAPHISCHES KABINETT\nBuch- und Kunsthandlung, Antiquariat, Verlag\nBERLIN W 15, Kurfurstendamm 33 ::\nStandige Ausstellung\nmoderner Oraphik Illustriert. Katalog u. Prospckte gratis\nFTNTRITT FRFT Ankauf guter Graphik\nHi IN 1 Kl l j TKHI U9 iiiustrierter Biicher\n\nAtelier tlanni Schwarz\nInhaberinnen: Marie Luise Schmidt und Hanni Schwarz\n= Berlin W 30, Hohenstaufenstrasse 44 111 =\nFernsprech - Anschluß: Ami Lutzow, 9110 :: Fahrstuhl\nGeBflhet: Wochentags von 9-6, Sonntags von 10-1 TJhr\nPhotographische Arbeiten jeder Art in\n== kunstlerischer Ausfuhrung =====\nAufnahmen in natttrlichen Farben\nSpezialitat: Kinderaufnahmen und Aufnahmon\nim eigenen Heim :: Kurse fur Amateure\n\nexni DF BERLIN W35\nW I VLf L Genthiner Strasse 42\nGegrundet im Jahre 1873 • Fernsprecher Amt Luizow 3752\nFabrik fur Gemalderahmen\nin alien historischen und neueren Stilarten\nKopfen von Rahmen nach alten Meistern in Original-Goldtdnungen\nSimtltebe Yergolderwaren\nMSbeln, Innen-Architekturen usw.\n===== Kunst - Einrahmungen =====\nReparaturen und Neuvergoldungen aller Gegenstande, Aufarbeiten\naller Arten Antiken, Reinigen von Oemalden und Stichen ::\nFRIT 7 MFQk\"FP Charlottenburg-Schillerstr. 94\n» —' *\\ *V —' 'V Amt Charlottenburg 8397 .\nPASSEPARTOUTFABRIK :: BUCH-\nBINDEREI :: :: ZEICHENMAPPEN\nHUFZIEHEN VON ZEICHNUNQEN :: :: MODERME BOCHEIMBfItIDE\nFRTZ\n\n—kOnstler-magazin\nFRITZ BERGMANN\nSteglitz □ Schutzenstr. 54\nFernsprecher: Amt Steglitz 482\nArchitektur-Bachbinderei\nElektrische Lichtpausanstalt mit Motorbetrieb\nPassepartout-Fabrikatlon Bildereinrahmung\n\ni flllgemeiner Beobachfer i\n0 ========================= 0\nBalbmonafsschriff fur alle ©\nFragen des modernen hebens 0\neass ea 0\nVerlag flllgemeiner Beobachfer\nBamburg 1 fllsterdamm fir. 2\n©\nPreis; Cinzelnummer 20 PL\nflbonnemeat 1 IR. pro Quartol\n©\nGSS9 CSZ9 6SZ9\nZu beziehen durch alle Buchhandlungen und Posfansfalten\n\nLehranstalten a Kurse\nMai- und Zeichenschule\nStilleben s: Landschaffc :: Portrdt\nOHO BEVER, Heßtorstrnße 17, am\nMan verlange Prospekte\nHolzschniizen, Modellieren, Zeichnen\nTaglich 9—l Uhr Eintritt jederzeit\nModellieren fur Achitekten taglich von 5—7 oder 7—9 Uhr\nAbendakt taglich 7—9 Uhr Mark —,50\nAtelier Kurfurstendamm 243 parterre gegenQber dem Zoo.\nBildhauer HARDBRS Berlin - Charlottenburg:\nmodellieren und Zeichnen\nVorbereitung fQr die Akademie\nKARL HEYNEN - DUMONT\nCharlottenburg-, Lelbnizstrasse 32, Atelier\n■ Masslgo Honorare =============:\n\ni\n4\n1\n£\ny\nv\n%\ni ill E. L. Kirchner\n_ ...\nMax Pechstein\nWilmersflorf\nDurlflcbersir. 14\nmm Malerei H 9\n\nBuchhandlungen\n\nEdmund Meyer\nBuchhandler u. Rntiquar\n:: BERLIN W. 35 ::\nPotsdamerstrasse 27b\nFernsprech. Rmi VI 5850\n■ Mi ■\nRUSSTELLUNG\neiner grossen Kollektion\n• •\n113 -L\nvon Daumier / Qavarnl /\nBeaumont und anderen\nDie Blotter sind einzein kSuflich\nBeskhtigung frei ■ ■ >\n\\a■ ■ ■\nV__\n\nReuss & Pollock\nBadtlaidlng il floiiqiariat\nPotsdamerstrasse 118 c\n:: BERLIN W. 35 ::\nFernsprecher: Rmt Lutzow 2829\nAusstellung einer Kolfektlen von Ori-\nginalhandzelchnungen des MQnehner\nZeichnersAttillaSachetfto.Besucltfref ,\nPaul Graupe\nAntlquarlat\nBerlin W35\nLutzowstrasse 38\n\nKleine Anzeigen\nTitania-Schreibmaschine\nErste deutsche Schreibmaschine mit Typenhebeln auf Kugellagern\nFabrikat der Akt.-Ges. Mix & Genest, Schoneberg-Berlin\nGeneralvertreter fur Berlin und Mark Brandenburg\nLouis Stangen / Linkstrasse 12 Telefon: Kurfurst 2425\n\nSpedition\nGepaekfahrt\nRollfuhrverk\nMBbeltransport\nYerpaekang\nLagerung\nYerzollnng\nYersieherung\nLombard\nmax Lux\nHalensee\ni I .\"..■m'.i.ijmiiiiynil TO\n• «\nsi\nRingbahnstrasse 123 a - Fernsprecher: Uhland 595\nSpediteur des Vereins fur Kunst zu Berlin\n\n| Jnn9 osterrei chischer |\n| yfntorenabend (\n| Freitag, den 24. Mai 1912 |\nim Saale des Caf6 Rustria |\n— Potsdamer Strasse 28 — |\nRnfang 8% Uhr |\nPROQRRMM |\n| 1 Oskar Baum (Prag): Aben- I\n| teuer und Tagliches aus dem |\nBlindenleben von heute. |\n| Erzahlungen aus dem Leben |\n| der Sehenden. |\n| 2 Gedichte von Otto Pick und |\n| Franz Werfe! (Prag) / vor- |\n1 gelesen von Frau Bessßrenk |\nI Kalischer. |\n| 3 Alexander Solomonica (Ber- |\n|lin) liest aus eigenen Dich- |\n| tungen. I\n| Karten zu 1 M. an der Kasse \\\nI I\n\nWintergarten\nAm Bahnhof Friedrichstrasse\nNeues Programm\nRobledillo\nRudinoff\n\nto Man Bin\nEingetragener Verein\nPassive Mitg Heeler\nder\nMeuen Secession\nerhalten jahrlich\n1 mehrere graphische\nArbeiten\n2 die Zeitschrift Der\nSturm frei zugestellt\n3 freien Eintritt zu den\nVeranstaltungen der\nN. S.\nffitgliedsbeitrao fealbiilirlicli 15 H.\nGeschaffsstelle\nder Meuen Secession\nSteglitz\nMiquelitrafio ?» — F«rnwf SUglik\n\nDie Faekel\nHERAUSGEBER\nKarl Kraus\nErscheint in zwangloser Folge\nNummer349/3SO\nsoeben erschienen\nPreis 50 Pfennig\nOberall erhAltlich\nauch auf den Bahnhofen\nWerbeband der Packet\n50 Pfennig\nYerlag Die Faekel / Vien iii 2"}]}