{"numero_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_sha256": "56a2aaf1256d8f2dc6dd2129263d5e9ab7b3eab3cf4d9d5be522739d922a5be8", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1916/07/15_01/bmtnabg_1916-07-15_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1916/07/15_01/bmtnabg_1916-07-15_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c001", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "37", "page_fin": "37", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt:", "titre_sommaire": "Inhalt:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.1", "debut_caractere": 251, "fin_caractere_exclue": 699, "texte": "Inhalt:\nHerwarth Waiden: Das Schreiben um die Kunst / Herwarth Waiden: Retter: Kunst greifbar / Der behandelte Greco / Der Schalboden / Auch\nein Deutscher / Die falsche Nutzanwendung / Die kleine Mode / Peter Baum: Gedichte / Lothar Schreyer: Nacht / Adolf Knoblauch: Kaiser Arturs Schach-\nspiel / Sophie van Leer: Geschichten / Kurt Heyntcke: Gedichte / Gösta Adrian-Nilsson: Abwehr / Jacoba van HeemsJcerck: Drei Holzschntite / Vom\nStock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c002", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "37", "page_fin": "37", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.2", "titre_corps": "Jacoba van Heemskerck: Holzschnitt/ Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Jacoba van Heemskerck: Holzschnitt/ Vom Stock gedruckt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.1", "debut_caractere": 701, "fin_caractere_exclue": 755, "texte": "Jacoba van Heemskerck: Holzschnitt/ Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c003", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "38", "page_fin": "38", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.3", "titre_corps": "Das Schreiben um die Kunst", "titre_sommaire": "Das Schreiben um die Kunst", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "38", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4289, "texte": "Das Schreiben um die\nKunst\nHerwarth Walden\nIch bin mir durchaus bewußt, welchen Wert\ndas Schreiben über Kunst hat. Ich fühle mich frei\nvom Ueberhebung. Man kann der Kunst nicht die\nsogenannten neuen Wege weisen, man kann keine\nEntwicklung, keinen Fortschritt zeigen. Denn alles\ndieses gibt es nicht in der Kunst. Es gibt über-\nhaupt keine Kunst. Es gibt nur Künstler. Was ich\nKünstler nenne, ist etwas Anderes als die meinen,\ndie sich Künstler nennen. Viele üben Kunst aus,\nalso etwas, was es nicht gibt. Mit anderen Worten:\nsie ahmen mit größerem oder geringerem Talent\nnach, was Künstler schufen. Ihr Wollen ist die\nBetätigung des Spieltriebes, der allen Menschen\ngemeinsam ist. Der schöpferische Trieb hat in ihm\nseinen Ursprung. Durch dieses Gemeinsame besitzt\njeder Mensch die Fähigkeit, Werke von Künstlern\nzu empfinden. Tritt der Spieltrieb ins Bewußt-\nsein, entsteht der Wunsch zur Schöpfung. Bleibt\nder Spieltrieb im Unbewußten, gibt er die Freude\nan künstlerischen Werken. Ist der Spieltrieb ver-\nkümmert, entsteht das Kunstfremde. Mit dem ver-\nkümmerten Spieltrieb arbeitet der Akademiker,\nder Kunstwissenschaftler, der Gebildete. Mit dem\nSpieltrieb im Unbewußten arbeitet das Talent, der\n„nachschaffende\" Künstler, der Kunstfreund. Mit\ndem bewußten Spieltrieb schafft der Künstler. Er\nist bewußt. Er will sein Unbewußtes sehen. Er\nkann nur sehen, was gestaltet ist. Die Gestaltung\nist sein Ebenbild. Aber sein Ebenbild kann zu-\nnächst und zuerst iniur er erkennen. Seinem Unbe-\nwußten steht sein Bewußtes am nächsten. Und\nselbst wenn er es verkennt, ist es immer noch\nbesser gekannt als von jedem Zweiten. Objektive\nFeststellungen sind unmöglich. Das Objekt kann\nkein Objekt erkennen. Seine größte, tiefste Sub-\njektivität erst macht ihn zum Objekt. Erst durch\nseine Subjektivität sehe ich ihn. Ich öffne die\nAugen, er blickt mich an, sein Blut fließt in meines,\nder neben mir fühlt die gleichen Schwingungen,\nauch der Dritte, der Zehnte, der Hundertste, der Tau-\nsendste. Seine Subjektivität ist objektiv geworden.\nWir verstehen den Künstler. Was ist geschehen?\nWarum verstanden wir ihn nicht? Warum fühlte\nder Tausendste nicht gleich, was der Zweite\nfühlte? Wo doch der Zweite nur fühlen kann, was\nder Tausendste fühlt. Weil der Tausendste suchte,\nwas nicht zu finden war, und weil der Zweite\nfand, was er nicht suchen brauchte: die Ehrfurcht\nund die Liebe des Menschen zum Menschen. Der\n■liebt, der vernichtet. Der hat Ehrfurcht, dem\nnichts heilig ist. Der baut auf, der niederreißt.\nDer schafft Kunst, der die Kunst nicht kennt. Man\nkann nur kennen, was ist. Aber was nicht ist,\nschafft der Künstler. Nun heißt es, die Augen\nöffnen. Ich blicke auf das, was ich sehe. Ich löse\nScheinvisionen auf, um den Blick frei zu Visionen\nzu bekommen. Durch das Negativ wird man das\nPositive sehen, wirklich sehen. Begriffe sollen Be-\ngriffe werden, damit das Begriffene wieder ein\nGreifendes sei.\nVom Nichts fordert der Mensch mehr als vom\nGeschenk. Jede Kunst soll etwas, trotzdem der\nFordernde sie eigentlich nicht will. Das Gedicht\nsoll sich reimen, das Lied melodisch, das Bild na-\ntürlich sein. Denn sie sollen das Leben ver-\nschönern. Sie sollen also mehr, als das natürliche\nLeben dem Einzelnen nach seiner Meinung gibt.\nDie Kunst soll ferner wahr sein, die Menschen zu\nedlen Taten begeistern, sie belehren, die Liebe\nzum Vaterland und zu den großen Männern stär-\nken. Damit die Kunst das alles kann, hat man\nihr Gesetze gegeben. Man nennt das Aesthetik\noder die Lehre vom Schönen. Zweifellos ist für\nJeden das schön, was ihm gefällt. Wenn die\nSchönheit Vielen gefällt, ist sie anerkannt. Das\nKunstwerk, das mir gefällt, bleibt mir schön, auch\nwenn es mir allein gefällt. Den Andern gefällt\nmorgen etwas besser. Was ist das für eine Schön-\nheit, die die Schönheit von gestern werden kann.\nDie Schönheit soll etwas. Und wenn sie die Pflicht\ngetan hat, wird sie in Ungnade entlassen. Sie ge-\nfällt eben nicht mehr. Zum Dank wird ihr dann\nder geschichtliche Wert verlieheni Geschichte ist\neine Aufzählung der Geschehnisse und irrtümlicher\nSchlüsse. Alles, was etwas sollte, konnte nicht\neinmal das leisten, was gefordert wurde. Das Le-\nbendige ist nie tot. Was starb, war tot, als es\nlebte. Vom Leben kann man nur fordern was es\ngibt. Von der Kunst auch. Und von dem Künstler\nauch."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c004", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "38", "page_fin": "39", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.4", "titre_corps": "Retter", "titre_sommaire": "Retter", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "38", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.2", "debut_caractere": 4291, "fin_caractere_exclue": 10096, "texte": "Retter\n\nKunst greifbar\nAus der Ankündigung eines stattlichen Bandes\nim handlichen Oktav „Die Karikatur im Welt-\nkriege\": „Da er selbst eine große Karikaturen-\nsammlung über den Weltkrieg besitzt, konnte er\nim Abbildungsmaterial das Beste und Packendste\ngeben und so auf kleinem Räume wirklich viel\nbieten. Der Käufer bekommt also für wenig Geld\ndie Sahne und braucht sich nicht durch ein Zu-\nviel erschöpfen zu lassen.\" So offeriert die Werk-\nstatt der Kunst freibleibend Sahne greifbar ab-\ngschöpft für die Erschöpften.\nDer behandelte Greco\nDie Werkstatt der Kunst veröffentlicht ein\naugenärztliches Gutachten: „Am wahrscheinlich-\nsten erscheint die Annahme, daß ein oder beider-\nseitiger regulärer Hornhaut-Astigmatismus bei\nGreco bestanden habe und daß derselbe im jugend-\nlichen Alter durch eine gleichzeitig bestehende\nirreguläre Kontraktion des Akkomodationsmuskels,\nwelche einten den Hornhaut-Astigmatismus kor-\nrigierenden Linsenastigmatismus hervorruft, kor-\nrigiert war. Doktor Emil Berger.\" Das Sachver-\nständnis dieses Augarztes wird durch seinen\nBruder, den Kunstmaler Prof. Ernst Berger, be-\nstätigt. Dessen Kunst wiederum von dem Bruder,\ndem Augenarzt Doktor Emil Berger, bestätigt\nwird. So beherrscht die Firma Berger Gebrüder\nden Kunstmarkt. Aim wahrscheinlichsten erscheint\ndie Annahme, daß die beiden Berger, dieselben,\nim jugendlichen Alter durch eine gleichzeitig be-\nstehende irreguläre Kontraktion, welche eine die\nBlutsverwandtschaft korrigierende Transfusion\nhervorruft, niemals nicht korrigiert wurden.\nDer Schulboden\nEin Münchener Maler über Kunst in den Süd-\ndeutschen Monatsheften: „Die bildende Kunst ent-\nwickelte sich schon lange nicht mehr wie in frühe-\nren Zeiten auf der Basis einer gesunden Schule,\neiner bewährten Tradition, wie etwa ein Baum\nwächst in seiner heimatlichen Erde, der dann\nBlüten trägt und Früchte bringt. Vielmehr ließ\neine forcierte ungesunde Treibhauskultur exotische\nPflanzen emporschießen — die nach kurzer Pracht\nwieder zusammenfielen.\" Nicht alle Bäume tragen\nObst. Und die Münchner Schule kann man an\nihren Früchten nicht erkennen. Sie ist nämlich\neine ungesunde Treibhauskultur, aus der deshalb\nüberhaupt keine Pflanzen emporschießen. Darum\nschließt der Münchener: „Weg mit allem Falschen,\nFremden, Künstlichen, wir haben übergenug da-\nvon, uns hier draußen im Felde ist dies Getue\nzuwider, wir lehnen alle schwachem Phrasen ab:\nGebt uns Brot statt der Steine!\" Alan fühlt: die\nstarken Phrasen sind gerettet.\nAuch ein Deutscher\nEin Doktor Robert Volz veröffentlicht in der\ndunklen Werkstatt der Kunst Folgendes: „Es war\nim Jahre 1911. Da erschien bei H. A. Ludwig\nDegener in Leipzig ein kleines Buch (siebenund-\nzwanzig Seiten) unter dem Namen: Die kranke\ndeutsche Kunst, Nachträgliches zu Rembrandt als\nErzieher. (Preis eine Mark). Der Verfasser ver-\nbarg sich hinter der Aufschrift: Auch von einem\nDeutschen. Er verbarg sich, nicht weil er Angst\nhatte vor gegnerischen Ansichten, sondern weil\ner in einer für die damaligen Verhältnisse rich-\ntigen Erkenntnis der Kräfteverteilung sich sagen\ndurfte, daß er mit allerlei Persönlichem werde be-\ngossen werden und daß es der Sache vielleicht\nnützlicher sein könnte, durch völlige Ausschaltung\nseiner Person Anwürfe zu vermeiden, die schließ-\nlich auch bei ganz Unbefangenen den Wert der\nSchrift herunterzusetzen vermöchten.\" Unkraut\nschießt durch Begießen nur besser. Und daß die\nDeutschen erst Rembrandt als Erzieher brauchen,\num ihre Kunst gesund zu machen, beweist eine\nkrankhafte Auslandssucht des Auch-Deutschen.\nSofort fand sich auch ein anderer Auch-Deutscher\nnamens Momme Nissen. Diese Schrift hat der Dok-\ntor Robert Volz früher gelesen als die Schrift des\nnicht zu begießenden Erziehers. Der Rembrandt-\nDeutsche hat nach vier Jahren Mut bekommen:\n„Heute, da Andere offen auf dem Plane erschienen\nsind, gewissermaßen als Stürmer des Zeitgeistes,\nkann der Verfasser ruhig an die Oeffentlichkeit\ntreten.\" Mit Momme Nissen Arm in Arm fordert\ner sein Jahrhundert gewissermaßen in die Schran-\nken: „Denn auch eine Minderzahl angriffslustiger\nStreiter braucht nicht mehr zu fürchten, von den\nverkalkten Kunstschwätzern überrannt zu wer-\nden . . .\" Die Streiter, die sich vor verkalkten\nKunstschwätzern fürchten, scheinen mir nicht sehr\ndeutsch zu empfinden. Sie fürchten sich nicht\nmehr angeblich, „weil in breiten Schichten der Be-\nvölkerung ein gesundes Kunstempfinden an die\nOberfläche gestiegen ist.\" Das Kunstempfindeiii\nsieht zwar noch nicht sehr sauber aus, weil es\neben erst an die Oberfläche gestiegen ist, aber\ndie breiten Schichten der Bevölkerung haben stets\nschlechte Bilder gekauft. Sie könnten höchstens\njetzt noch schlechtere Bilder kaufen. „Das sichert\nden Kämpfern den Rückhalt.\" Kämpfer müssen\nauch Brücken abbrechen können. Das Kämpfen\nmit Rückhalt hat seine Nachteile. Die Kämpfer für\ndie Kunst haben stets rückhaltlsos gekämpft. Sie\nwurden zwar im Rücken angegriffen, ihre Augen\nstanden aber zur Kunst gerichtet. Sie stürmten\nzwar nicht gewissermaßen den Zeitgeist, .dafür\nstürmten sie die Zeit, die den Geist unnatürlich\nfand. Der Deutsche fürchtet sich nicht in der Min-\nderheit, auch wenn rückhältige Streiter noch so\nschwätzen. Doch will ich auch den andern un-\nbekannten Verfasser zu Namen kommen lassen:\n„Der bislang unbekannte Verfasser ist der Ge-\nheime Baurat Prof. Dr. Albrecht Haupt in Han-\nnover.\" Nun wagt er sich um Haupteslänge an\ndie Oberfläche. Aber nur der Doktor Robert Volz\nbemerkt es: „Wohltuend wirkt die herbe Klar-\nheit, mit der er alles durchleuchtet; das Emporkom-\nmen unverfrorener Nichtskönner, in denen die\nMenschen ringende Große zu sehen glauben, die\nKurstreibereien der Kunsthandlungen, die wider-\nsinnigen Versuche, die Akademien von ihrem\nPlatze zu verdrängen, das gewissenlose Spiel der\nvielen kleinen unfähigen Kunstschreiber usw.\" Die"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "39", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 10025, "texte": "Durchleuchtung mit herber Klarheit wirkt ziemlich\ndunkel. Und unverfrorene Nichtskönner sind seit\nje mit Wärme empfangen worden. Das ist das\nmenschliche Mitleid. Wem die Leinwand zu hoch\nim Kurse steht, der braucht sie nicht zu kaufen.\nBeschmierte Leinwand ist seit je zu hoch bewertet.\nHingegen haben Akademien bisher nur die wider-\nsinnigen Versuche gemacht, Künstler von ihrem\nPlatze zu verdrängen. Und die vielen kleinen un-\nfähigen Kunstschreiber haben seit je ein gewis-\nsenloses Spiel damit getrieben, Abbildungen als\nBilder zu preisen. Nun hat dies Alles nichts mit\nder kranken Kunst zu tun. Schon die bewährten\nKlassiker beschwerten sich darüber, daß die Kunst\nin Deutschland keine Anerkennung fand. Nicht die\nKunst braucht den Erzieher und nicht der Künstler.\nDen Erzieher brauchen die Professoren und Dok-\ntoren, die aus der Schule schwätzen. So war es\nim Jahre 1911. Im Jahre 1916 hingegen beginnen\nendlich die breiten Schichten der Bevölkerung das\nzu timi, was Schüler tun: auf die schlechten Er-\nzieher zu pfeifen.\nDie falsche Nutzanwendung\nHerr Heinrich Wölfflin, der Münchener Kunst-\ngelehrte, es ist aber nicht so schlimm, hat „in\nlichtvoller Weise zur Kunst unserer Tage Stellung\ngenommen.\" Die Werkstatt der Kunst und alle\nKunstgelehrte von München und Nachfolger blicken\nauf. Ich muß leider etwas Schatten verteilen, da-\nmit das Wölfflin-beliebte Helldunkel Rembrandts\nin Erscheinung tritt. Die Herren Kunstgelehrten,\ndie von Kunst etwas helldunkel ahnen, machen\nimmer falsche Nutzanwendungen, wenn es sich\num Namen handelt. Mag es nun der sehr be-\nrühmte Herr Wölfflin oder der halbberühmte Herr\nWorringer oder der nichtberühmte Herr Deri sein.\nHerr Wölfflin verkündet seinen Hörern: „Bild und\nWirklichkeit können nie ineinander aufgehen; die\nWirklichkeit ist immer etwas absolut Anderes als\njede Bildgestaltung. Oft kann mit völlig natur-\nfremden Mitteln ein Eindruck hervorgerufen wer-\nden, der als Wahrheit, als Wesen des Wirklichen\nempfunden wird . . . Aber es ist ein Sonderfall,\ndaß die schöngestaltete menschliche Figur von\nder Kunst aufgenommen wird, und diese Schön-\nheit ist eigentlich etwas von stofflicher Art und nur\nzum geringen Teil das Verdienst des Künstlers . . .\nAuf den Gegenstand, der dargestellt ist, kommt\nes wirklich nicht so viel an . . . Form und Farbe\nkönnen eine so bedeutende Anschauung zeigen,\ndaß der Beschauer auf ganz andere Gedanken\nkommt, ohne daß er es merkt. . . Daß ein Künstler\nfällig ist, ideale Empfindungen zu haben, nützt ihm\nfür seine Kunst gar nichts.\" Also die Lehre des\nExpressionismus. Nutzanwendung des Herrn be-\nrühmten Wölfflin: „Dem Artistentum von heute\ngegenüber ist die Lehre der Kunstgeschichte gel-\ntend zu machen, daß die wirklich großen Künstler\nin allen Perioden doch Leute gewesen sind, die\nmit völligem Bildungsinhalt ihrer Zeit gesättigt\nwaren.\" Woher weiß nun Herr Wölfflin, daß die\nKünstler, die man Expressionisten nennt, nicht\nauch soviel Bildung genossen haben, daß sie dar-\naufhin hungrig wurden. Nämlich nach Kunst.\nTrotzdem sie alle sogar die Bücher des Herrn\nWölfflin gelesen haben. Also mit dem Bildungs-\ninhalt ihrer Zeit übersättigt sind. „Die bloße\nAtelierkunst, das Sektentum in der Kunst hat nie\neine lange Lebensdauer gehabt.\" Das stimmt\nwieder nicht, denn die Rembrandt-Deutschen\nmalen und leben noch immer feste druff. Während\nder berühmte Herr Wölfflin wenigstens so vor-\nsichtig ist, überhaupt keinen Namen zu nennen,\nerörtert der halbberühmte Herr Worringer die\nTheorie des Expressionismus und wendet sie glatt\nauf den Impressionismus an. Der unberühmte Herr\nDeri versucht sich auszureden. Das Schreiben ist\nihm zu gefährlich. Aber man kann auch über\nReden schreiben.\nHerr Deri über die Fu-\nturisten 1912:\nUeber Russolo: Richtig\nist. daß zwei Anschauun-\ngen miteinander kumuliert\nwerden ... Aber diese bei-\nden Anschauungen .. sind\neben in unserer Erinne-\nrung verbunden. Unsere\nVorstellungen besitzen\nohne weiteres die Mög-\nlichkeit der Verbindung\nvon Erinnerungen ver-\nschiedener Erlebnisse.\nHerr Deri über die Fu-\nturisten 1916:\nUeber Russolo: Hätte\nz. B. Michel Angelo ein\nBild gemalt, so hätte er\nrein gefühlsmäßig den\nvordersten Keil als den\nspitzesten den letzten als\nden stumpfesten ge-\nbraucht. Dieser Futurist\naber geht von der ganz\nkalten Berechnung aus,\ndaß beim Vorstoß die\nSpitze allmählich stumpf\nwird. Wieder ein deut-\nliches Zeichen für den\nrein verstandesgemäßen\nAufbau.\nEs bleibt zu bedauern, daß Herr Deri nicht\nsämtliche Bilder von Michelangelo neu malt. Er\nhat sich ja bereits verpflichtet nach kurzem Mal-\nunterricht Bilder von Severini zustande zu brin-\ngen. Was kann da bei etwas längerem Malunter-\nricht nicht noch alles herauskommen. Denn noch\n1912 gab das Bild Pan-Pan-Tanz in Monico für\nHerrn Deri „den wirbelndsten, reichsten, lebendig-\nsten Eindruck eines Tanzsaals.\" Wenn Herr Deri\ndas schon nach kurzem Malunterricht erreichen\nikann, werden ihn nach längerem Malunterricht die\nHerren Wölfflin und Worringer zu einem Künstler\nernennen dürfen, der mit dem Bildungsinihalt\nunserer Zeit gesättigt ist. Für die späteren Ar-\nbeiten, schriftlichen Arbeiten des Herrn Deri sei\nfür die Zeiten seine Vortragsbemerkung aufge-\nhoben, Kandinsky wäre ein ganz mittelmäßiger\nMaler, dessen Bilder auf dem Mißverständnis be-\nruhen, musikalische Dinge zu malen. Das sei hier-\nmit in die Welt posaunt, damit es Herrn Deri nicht\netwa einfällt — nach abermals vier Jahren für\nKandinsky die große Pauke zu schlagen. So et-\nwas kommt nämlich bei ganz mittelmäßigen Kunst-\nschriftstellern vor.\nDie kleine Mode\n..Künstler, die sich in den Dienst der Mode\nstellen, definieren das Wort Mode. Das Snobisti-\nsche sogar macht nur Vergnügen, wenn ein wenig\nTiefsinn. Theorie und graue Ernsthaftigkeit dabei\nsind.\" Herr Karl Scheffler hält sich für einen\nKünstler, da er sich in den Dienst der Mode stellt\nund dem die Kunst nur Vergnügen macht, wenn\nsein Tiefsinn, seine Theorie und seine graue Ernst-\nhaftigkeit dabei ist.„Das haben wir erlebt, als\nvor einem Jahrzehnt Maler und Architekten zu\nDamenschneidern wurden, als das Künstler kleid\nentstand, und wir erleben es heute wieder, wo\njene Kunst, die sich anspruchsvoll Expressionis-\nmus und Kubismus nennt, ein zärtliches Liebes-\nverhältnis zu dem mondänen kleinen Mädchen\n„Mode\" unterhält und wo dieser Liaison unter\nAndern ein geistreicher Anwalt der lat und des\nWortes in Otto Haas-Heye erstanden ist.\" Jene\nKunst,. die sich anspruchsvoll Impressionismus\nnennt, uniterhält ein zärtliches Liebesverhält-\nnis zu den mondänen kleinen Modellmädchen\nund dieser Liaison ist unter Andern ein kunst-\narmer Anwalt der Tat und des Wortes in Karl\nScheffler erstanden. Die Kunist, die Kunst ist\nund anspruchslos Expressionismus und Kubis-\nmus genannt wird, hat zur Mondänität und zur\nMode so wenig Beziehung, wie die Herren Haas-\nHeye und Scheffler zur Kunst. Selbst wenn man\nRokoko und Biedermeier-Püppchen schlecht auf\ngutem Papier zeichnet, ist damit die Berechtigung\nder Künstlerschaft nicht nachgewiesen. Nun wo\nsich Herr Scheffler als Künstler fühlt, ist ihm selbst\ndie Literatur grau. Sein Stil treibt Blüten, daß\nder Feuilletonist vor Neid gelb wird. „Die Moden\nder Frauenkleidung sind so sehr auf Wechsel und\nGegensätze gestellt, weil — schrecklich indiskret\nes auszusprechen — die Erotik des Mannes stark\ndaran beteiligt ist.\" Was dieser Scheffler —•\nschrecklich indiskret es auszusprechen — für einen\nMut hat. Aber die Frauenkleidung wird ebenso\nschlechte Erfahrungen mit der Beteiligung dieses\nmutigen Mannes machen wie die Kunst. „In einem\nTheaterstück Wedekinds sagt jemand, früher hät-\nten die Männer mehr den Oberkörper und die\nArme der Frau geliebt, jetzt liebten sie mehr die\nBeine. Daß er Recht hat. lehrt ein Blick auf den\nWandel der Mode.\" Ein Blick auf die Beine\nmüßte eigentlich mehr lehren. „Einst wurden die\nBüstenfabrikanten reich, jetzt sind es die Strumpf-\nwirker und Schuhmacher.\" Dieser Tiefblick würde\nhöchstens zeigen können, daß heute Strümpfe und\nSchuhe beliebter sind als »künstliche Büsten. Die\nMode der künstlichen Beine ohne Strümpfe und\nohne Schuhe ist nur auf den Bildern der Impres-\nsionisten zu finden. „Was kommen wird, ist noch\nunklar. Zur Zeit schwankt die Mo-de ungewiß.\"\nViel Raum bleibt der Mode nicht mehr übrig, aber\nwie Scheffler sagt, Genaues weiß man nicht. „Die\nMänner, die die Forderung diktieren, sind jetzt im\nKriege. Mit welcher Art von fordernder Phantasie\nwerden sie zurückkehren? Das ist die Schicksals-\nfrage für manchen Fabrikanten.\" Die Fabrikanten\nwerden schon die neueste Mode aus Paris mit-\nbringen, daran wird das Schicksal des Herrn\nScheffler nichts ändern. Ueberhaupt sollte man-\ncher Kunstschriftsteller schon längst gemerkt ha-\nben, daß es immer anders kommt, als er es nicht\nglaubt. Die Männer, die die Forderungen diktieren,\nsind stets im Kriege. „Vor dem Kriege war die\nMode reichlich provoziert. Offenbar, weil —\nschrecklich indiskret es auszusprechen — die Ero-\ntik des Mannes stark daran beteiligt war: sie war\nes, weil die blasiert und die etwas impotent gewor-\ndene Männlichkeit gereizt werden sollte.\" DieMode\nwar unnatürlich, weil der brave Herr Scheffler\nso natürlich ist: „Je natürlicher, frischer und aus-\ngiebiger nun aber die männliche Zärtlichkeit für\ndie Frau aus dem Kriege hervorgeht, desto\nweniger braucht sie raffinierte Reizmittel.\" Diese\nausgiebige männliche Zärtlichkeit wirkt mehr ge-\nreizt als reizvoll. „Die Entscheidung darüber geht\nnicht von Fabrikanten und Künstlern aus, nicht\neinmal von der Frau; sie hängt mit erotischen\nPhantasien der Männer zusammen. Das auszu-\nsprechen ist wohl unschicklich; aber die Natur des\nMenschen ist nun einmal höchst unschicklich ein-\ngerichtet.\" Das auszusprechen ist ja wohl, —\nschrecklich indiskret es auszusprechen — un-\nschicklich; aber die Natur des Naturalisten ist nun\neinmal höchst indiskret eingerichtet. Die Natur\nhat es aber höchst schicklich eingerichtet, daß sie\nohne die erotische Phantasie der Naturalisten aus-\nkommt. Wenn die Herren erst ausgiebig zärtlich\nwerden, darf die Frau in Sack und Stulpen gehen.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c005", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "39", "page_fin": "40", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.5", "titre_corps": "Gedichte", "titre_sommaire": "Gedichte", "signature_source": "Peter Baum", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "39", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.3", "debut_caractere": 10027, "fin_caractere_exclue": 10441, "texte": "Gedichte\nPeter Baum\n\nGefallen am 5. Juni 1916\nAus dem Nachlaß\nI\nDie Müdigkeit muß Süße offenbaren\nIn hohen Lüften Her- und Widerfahren.\nWie Mädchenscheine lugt es aus den Zügen;\nSie töten uns mit klirrendem Vergnügen.\nUnd immer Tausende Maschinen platzen.\nEin Durcheinanderspeien zarte\" Fratzen.\nIm jüngsten Sturm entzünden sich die Axen.\nHände und Küsse zu uns nieder wachsam.\nMein Kopf treibt mit Walküren Faxen."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "40", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 781, "texte": "II\nWir sitzen da mit wenig Haaren,\nAls seien eben wir geboren,\nUnd sind doch lange schon bei Jahren.\nGeschichte immer sich enthüllen,\nAls wärew wir noch junge Füllen,\nMit Zukunftsrauschen in den Ohren.\nIII\nLeuchtkugeln sieigen hoch hinauf,\nNacht'hebend Feuerwerk und Lichtgebraus\nZerfallenden Alonds. So starr ragst Du dahin\nBei Deinem Lauf, wie die erhellten Häuser.\nLeuchtkugeln aus gesträubtem Tigerhaar;\nJeder erhellten Regung lauert auf ein Hahn\nBei Späherblick, als blute noch der Tag,\nDa jeder war des andern Wild,\nMund lag bei Kehle,\nBis man vernahm des andern Orgelton.\nMit aufgerißne;ni Augen staunst Du auf die Pracht\nDes bunten Raubtiers, funkelnd aus der Finsternis.\nBis wieder tief vergräbt mich Nacht und Schneien,\nGraugrüne Augen halten wach die wilden Melo-\ndeien."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c006", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "39", "page_fin": "40", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.5.1", "titre_corps": "Gefallen am 5. Juni 1916 Aus dem Nachlaß", "titre_sommaire": "Gefallen am 5. Juni 1916 Aus dem Nachlaß", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "39", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.3", "debut_caractere": 10048, "fin_caractere_exclue": 10441, "texte": "Gefallen am 5. Juni 1916\nAus dem Nachlaß\nI\nDie Müdigkeit muß Süße offenbaren\nIn hohen Lüften Her- und Widerfahren.\nWie Mädchenscheine lugt es aus den Zügen;\nSie töten uns mit klirrendem Vergnügen.\nUnd immer Tausende Maschinen platzen.\nEin Durcheinanderspeien zarte\" Fratzen.\nIm jüngsten Sturm entzünden sich die Axen.\nHände und Küsse zu uns nieder wachsam.\nMein Kopf treibt mit Walküren Faxen."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "40", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 781, "texte": "II\nWir sitzen da mit wenig Haaren,\nAls seien eben wir geboren,\nUnd sind doch lange schon bei Jahren.\nGeschichte immer sich enthüllen,\nAls wärew wir noch junge Füllen,\nMit Zukunftsrauschen in den Ohren.\nIII\nLeuchtkugeln sieigen hoch hinauf,\nNacht'hebend Feuerwerk und Lichtgebraus\nZerfallenden Alonds. So starr ragst Du dahin\nBei Deinem Lauf, wie die erhellten Häuser.\nLeuchtkugeln aus gesträubtem Tigerhaar;\nJeder erhellten Regung lauert auf ein Hahn\nBei Späherblick, als blute noch der Tag,\nDa jeder war des andern Wild,\nMund lag bei Kehle,\nBis man vernahm des andern Orgelton.\nMit aufgerißne;ni Augen staunst Du auf die Pracht\nDes bunten Raubtiers, funkelnd aus der Finsternis.\nBis wieder tief vergräbt mich Nacht und Schneien,\nGraugrüne Augen halten wach die wilden Melo-\ndeien."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c007", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "40", "page_fin": "44", "image_debut": 4, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.6", "titre_corps": "Nacht", "titre_sommaire": "Nacht", "signature_source": "Lothar Schreyer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "40", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.4", "debut_caractere": 783, "fin_caractere_exclue": 5359, "texte": "Nacht\nLothar Schreyer\n\nBlaue Lichtwellen gleiten durch die Nacht.\nDas Leuchten entschleiert den dunklen endlosen\nGang. Johanna kniet an der Wand.\nJohanna: Lange Gänge aus der Tiefe\nschwindelnd gewunden\nAufwärts\nDoch nur zwischen Wänden.\nHinter dunklen Wänden ein Geheimnis.\nNoch sind die Türen verboten.\nEinmal wird der dunkle Gang zerbrechen.\nHelle Höhen glänzen in den Raum.\nKeine Wände mehr\nRauschen Traumbaum\nHingezogen.\nBlatt und Vogel und Gesang\nAufgebrochene Mondblüte\nBlatt Vogel Rauschen Gesang.\nPlötzlich rühren Füsse Staub\nTasten wieder entlang an der Schwelle.\nStirn an Tür\nGriff an Wand\nStöhnt Blut.\nBlut ist in mir, wenn ich mich geschnitten habe.\nHerz stößt meine Hände, wenn ich meine\nBrüste lasse.\nStrahl\nZerklirrt das Fenster\nIn mich.\nBlume blüht auf im Licht.\nTier schaut aus der Tiefe.\nIch rufe\nRuf Umarmen Strahl-\nLied des Mondlichts\nWeg ohne Wahl\nIch.\nKarl (ist nahe)\nKarl: Schwester\nJohanna: Bruder\nKarl: An verbotener Tür\nJohanna: Lauschen Komm!\nDie Tür (leuchtet)\nKarl: Ich schlage das Holz.\nJohanna: Sie werden uns hören.\nKarl: Wir werden hören.\nJ o h a n n a i schlagen!\nKarl: Ich höre.\nJohanna: Durch das Schlüsseltoch fährt ein\nkaltes Messer. Sein Hauch tropft\nKarl: Sehen!\nJohanna: Nein!\nKarl: Ich mache mich groß.\nJohanna: Tu es! Nicht!\nKarl: Ich kann es.\nDie Stimme der Eltern: Johanna Karl\nKarl: Schwester\n.'ohanna: Nein!!\nKarl: Ich kann es nicht.\nJohanna: Nein!!\nJohanna (fällt)\nKarl (fällt)\nKarl: Sie wissen alles.\nJohanna: Sind da.\nKarl: Ich erkenne sie nicht.\nJohanna: Sie erkennen uns nicht.\nKarl: Ihre Gesichter sind böse.\nJohanna: Sünde in uns! Sünde über uns!\nKarl: Unsere Schularbeiten vergessen!\nJohanna: Schläge! Der Lehrer!\nKarl: Sie schicken ihn.\nJohanna: Mutter! Vater!\nKarl: Jetzt Still Vorbei.\nDie Tn r (erlischt)\nJohanna: Verloren.\n*\\rl 1 (timtasten sich)\nJohanna J\nWohin\nJohanna |\nJohanna: Schatteiii ist alles.\nKarl: Wir sind.\nJohanna: Wir und wir im Spiegel. Mein Glanz.\nMein ist der fremde.\nKarl: Schäme dich nicht!\nJohanna: Mein Tier! Du Trost!\nDas Tier (liegt an Johannas Brust)\nJohanna (blüht empor)\nJohanna: Du bist Dein Rücken ist zärtlich in\nmeine Hände gehoben. Deine Augen sind auf.\nIn deinen Augen bin ich.\nKa r 1 (hält die Hände über sie)\nKarl: Deinem Tier entgegen bin ich gedrängt.\nDeine Quelle fließt über mich hin. Ich wachse\nin meiner Brust. Tiefe Wurzeln brechen sich\nhoch. Es blüht. Es ist eine Blume aus meiner\nBrust. Es ist ein Stern.\nJohann a: Tier du\nKarl: Blume du.\nKarl ) Schwester\nJohanna | Bruder.\nAndreas (glänzt steht)\nAndreas: Ja. Nun bin ich gekommen\nKarl 1\n. i _ } Wir kommen.\nJohanna j\nAndreas: Der heimliche Weg ist gebaut.\nDas Tier ist mein Bote.\nDie Blume mein Gruß.\nKein Gang ist zu lang.\nKeine Wand ist zu hoch.\nDie fremden Türen führen zu uns.\nKarl: Den Schlüssel stahl ich\nDen Schlüssel verlor ich.\nJohanna: Ein Tier ist geboren\nEine Blume erweckt.\nDer Gang geht\nGeburt zu Tod.\nDie Wand mauert den Körper gebrechlich.\nPuppenspiele.\nAndreas: Die fremde Türe öffnen wir nicht.\nDie Blume öffnet die Türe der Frucht.\nDas Tier öffnet die Türe dem Blut.\nDer Gang wandelt Menschen um Menschen.\nDie Nichterkannten erkennen sich nicht.\nHaschenspielen und Verstecken\nRund um die dunkele Kugel.\nZerbrechende Wand\nSchwebende wir.\nJohanna: Ich bin Kristall.\nWir sind Kristall\nSchwebende\nKlar\nHart.\nAndreas: Es zersplittern die Kristalle.\nSterne fallen\nRegnen in den Schoß der Erde\nSamen unbekannter Welt.\nHerzsaat wirbelt Traummeer.\nBlühen Reifen.\nSehnen trennt zur Vielgestalt\nAlle Wellen sehnen\nEin Meer\nEins mit dir.\nAndreas (umschlingt Knabe uad Mädchen)\nJohanna )\n„ . \\ Eins mit dir.\nKarl |\nKarl: In uns\nJohanna: In uns.\nAndreas: Wir sind die rauschenden Blätter\nkühlende Brunnen*\nWir sind die Wellen im Meer.\nWiege ist Schaukel\nVon Mond zu Mond\nHängt unser Haar\nGestrählt.\nHerzschlag schwingt uns im Kreise\nUeber uns unter uns\nUnsere Augen\nKuß.\nKarl: Blühen wir auf\nTiere erwachen\nSchreien\nDinge zerbrechen\nEntrollen\nZerstäubt.\nJohanna: Strahlenlied\nAndreas\nJohanna • Stern\nKarl\nKarl: Oeffnen die Lippe«\nHauchender Mund.\nDer Spiegel ist gekräuselt von einem Tanz.\nSohlen von Mädchen die fliehen\nSohlen von Knaben die fliehende berühren.\nJohanna: Lichtvogel\nSilberflügel schwebe*\nZitternde\nTropfen die steigen\nBlauer Mantel\nFaltenfall\nKörperlos\nLichtvogelmund.\nDer Strahl (klingt)\nAndreas: Lied singt.\nSilberne Wellen gleiten\nO helles Gewand\nLösen sich unsere Glieder\nLösen sich Gang und Wand\nSchweben im Ton\nTönen wir\nLied.\nDie Wände (zerbrechen)\nDer Strahl (strömt zu Licht)\nDie Körper (sind eins)-\nDie Stimme: Lied Du Seimen.\nSehnen Traum\nSehnen wir Traum\nSehnen ,\n' I i\nWerden 112\nTraum\nO"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "42", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5343, "texte": "Du\nWir\nUns\nDie Körper (fließen im Licht)\nDas Herz der Nacht schlägt laut Es wird\ndunkel. Nur der Strahl flirrt steht zittert platzt.\nTropfen streuen hinauf und herab. Sie fallen in die\nNachtblumen des Gartens. Die Nachtblumen\nglänzen kindergroß. Im silbernen Licht dreht der\nTanz.)\nJohanna\nAndreas • Verwandelte wir.\nKarl\nTausendgesicht\nWieviel Herzen wieviel Füsse\nTanz und Ton nur eins.\nEwigleiche wir.\nEinsgesicht\nWieviel Herzen wieviel Füsse\nOhne Ende Ton und Tanz.\nJohanna: Knospenkelch erschlossen\nKarl: Blütenblatt windgeworfen\nAndreas: Lächeln du\nJohanna\nAndreas Kuß\nKarl\nHelena\nGabriele f(bluhen auf)\nFriedrich ). ,\nü , . , (blühen auf)\nFerdinand J\nHelena\nGabriele\n, . u Geboren\nFriedrich\nFerdinand\nDa\\ i d | auf)\nMartin j\nDavid 1\nns , ■ (Welle\nMartin j\nBeate )\nSybille ! (blühen auf)\nAgathe J\nBeate\nSybille > Strahl.\nAgathe\nAndreas (steht)\nAndreas: Die Erdenblume sieht in den Himmel.\nIhre warme Blüte ist Fleisch.\nSilberne Samenfäden zitternde wir.\nSternenglieder in die Nacht gebettet\nGarten im Mond\nSingender Vogel.\nDie Mädchen: Lied Lied\nDie Knaben: Du Du\nDie Mädchen: Tanzende\nDie Knaben: Tönende.\nAndreas: Wege sind bestreut mit Füssen.\nBlühende Augen\nLippen\nOeffnen zarten Leib.\nBlühend geöffnet ausgestreut\nKeimender Garten\nMein Wilder!\nWild singt das Lied.\nErdroter Mond!\nDie Mädchen: Wirbel Wirbel\nDie Knaben: Sturm\nDie Mädchen)\nDie Knaben j \"eiz\nAndreas: Flamme!\nZerschlagen ist meine Brust.\nAufrauscht mein Feuer.\nSchwellend such ich unrauscht\nMich\nDu!\nKomm!\nDie Sonne ist in die Nacht gefallen.\nMeine Sterne erblassen im Kreise\nMeine silbernen Glieder ihr.\nNachtvogel verwandelt sich brennend.\nMond dein lächelnder Tod\nSah ich in deinem Schatten mich.\nIn deinem Schimmer seh ich mich\nDurch Schatten und Schimmer dreh ich mich\nEinmal zu greifen zu halten\nEwig Spielendes binden\nMich\nJohanna!\nJohanna: Andreas!\nAndreas (reißt Johanna)\nDie Knaben (schreien)\nDie Mädchen (schreien)\nr^i<3 1 frechen in die Knie)\nDie Madchen J\nAndreas: Blätter werden sich trennen vom\nBaum\nFrucht von der Blüte\nTropfen von Wolken und Augen\nMenschen werden sich trennen\nWir trennen uns nicht.\nJohanna: Niemals bin ich fortgegangen\nNiemals mußtest du mich fassen\nBin dein Leuchten nur.\nAndreas: Strahl in meinen Händen\nMein!\nWerde Licht\nWill ich dich zerbrechen!\nAndreas: Weißglühende Hingeflossene\nFern war ein Abend in den ich sank.\nWir waren versunken\nGestalt\nNiedergesunkene.\nNiedergezwungen in deine Falten\nBin ich\nMondfarbenes Kleid.\nJohanna: Ueber mich Aufgeflogener!\nRauschender!\nMeine Schenkel sind Flügel.\nWir fliegen zusammen\nEinst.\nAndreas: Die Blume blüht eine fremde Blüte.\nDer Vogel singt nicht sein Lied.\nDie drehenden Sterne stürzen.\nEiner zerschlägt den Garten im Mond.\nNacht Sturm.\nJohanna: Ich glaube daß der Schatten leuchtet.\nIch glaube daß die Steine wachsen.\nIch glaube daß ich ein Kristall bin\nUnd Lied\nBlüte.\nAndreas: Nun blüht dein Haar\nDer Duft ist über die Erde gegossen.\nNun singt dein Herz\nDer Sang tönt in der Grotte des Meeres.\nDie Schatten der Wellen sind Glanz\nDie Steine heben dich mir zu\nKristall\nLicht.\nJohanna: Ich fühle die Sonne in meinem Haar\nIch fühle die Sonne auf meiner Brust\nIch fühle die Sonne in meinem Körper\nDich.\nKarl (schwankt): Johanna!\nAndreas: Meine Hände sind in deinem Haar\nMein Herz stürmt auf deiner Brust.\nEmpfangen\nWir.\nKarl: Raub!\nAusgebrochen das Tier das wir liebten\nDie Verlorene\nKomm zurück!\nGib zurück!\nRauschende Ohren verschlossen.\nDie verbotene Tür steht auf\nAuf!\nAndreas: Gestalt!\nJohanna: Mein.\nAndreas: Du\nNoch bist du.\nLicht das ich beschatte\nLicht meinen Schatten zerschmelzend\nZerschmilz!\nAußer mir du\nIn mich dich.\nMeine Finger um deinen Hals\nSchlagende Adern\nZucken in mir\nNiemals ein Ende.\nDeine Brust aufgebäumt\nFühlen!\nFlamme\nWarm in Händen\nBrich Nacht!\nAndreas (greift würgt)\nJohanna (zerbricht)\nKarl: Mord! Mord!\nDie Knaben \\ , . t _1 .\nrw. A, .. , , \\ (schlagen die Erde)\nDie Mädchen |\nAndreas (starrt) *\nAndreas: Mond mein!\nNachtgesicht blutgeöffnetes Herz\nFeuerregen um mich.\nIch trat ins Licht\nZertrat.\nEs spalten die Bäume sich.\nDie Blumen reissen die Knospen auf.\nDie Tiere stöhnen um Tiere.\nDie Steine schleudern um Steine.\nDie Wasser stürzen den Wassern zu.\nUnd ich.\nKarl: Schwester\nAndreas: Ruf\nVergessener Sinn.\nWeit ist die Asche im Wind geweht.\nDie Täler öffnen die dunkelen Tore ins Land.\nMenschen weiden die silberne Wiese ab.\nHirn und Herz mähen die heimliche Saat.\nSternsaat der Nacht wird Brot und Kot.\nBlutende Puppen umschlingen die Glieder.\nMein ist der Tanz.\nIch fliege\nLichtblauer Schmetterling.\nKlebrig an meinen Sohlen\nVerlassene Puppe\nToter Balg!\nAndreas (tritt Johannas Haar)\n•'Ohanna (ist hochgerissen)\nKarl: Schwester\nAndreas: Fort!\nStaub im Strahl!\nVerwehe!\nFrei!\nAndreas (schleudert den schwankenden Körper\ndem Bruder zu)\nJohanna (schwankt ohne Leben)\nDer Glanz (lischt aus)\nDie Stimme des Lehrers: Sünde!!\nDer Lehrer (im IViondschatten groß schwarz.\nSeine Peitsche in gelben Händen schlägt die\nBlumen).\nDie Knaben ), .\nt-v • A/t .. , . > (sind nicht mehr da)\nDie Madchen]\nKarl\nAndreas (bäumen gegen den Schlag)\nJohanna\nDe r Lehr e r: Steht! Gefunden. Flucht? Und\nnehmet ihr die Flügel der Morgenröte! Hast du\ndeinen Katechismus gelernt? Sind deine Re-\nchenaufgaben gemacht? Hast du dich den Bu-\nben an den Hais geworfen? Hast du deinen\nGott vergessen? Du hast dein Tier geliebt! Zur\nStrafe haben deine Eltern das Tier in den Käfig"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "43", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5952, "texte": "gesperrt. Ich werde es dort dressieren, bis es\nstirbt.\nJohanna: Nie!\nAndre a s: Ich habe es mit Lust getötet!\nKarl: Ja!\nDer Lehrer: Mit welcher Lust? Gesteht! Mit\nwelcher Lust? Auf die Folter mit euch! Heran\nihr Schandbuben! Ist das ein Kind?! Das da\nmit den langen Haaren zwischen euch? Seht!\nDa beult das Fleisch auf der Brust Brüste! Seht\nden Leib! Ist er schon euer Gefäß? Möchtet\nihr sie fassen Fleisch an Fleisch?\nKarl: Nie! Nie! Nie!\nAn dreas: Johanna!\nDer Lehrer: Tut es weh?? Herunter mit\ndeinem Kleid! Ich zerschlage dein Herz. Da!\nDa! Da!\nKarl (schreit auf die Erde)\nAndreas (blindet)\nDie Peitsche (krümmt Johanna)\nDas Dunkel (stürzt).\n(Das Herz der Nacht schlägt laut.)\nDer Strahl (zersucht blau gleitet glimmt)\nTie Stufen (schweben)\nDie Knaben \\.\nDie Mädchen J(schlafen in die Stufe\" gehüllt)\nAndreas).,\nJoha n n a I Detreten die Schwelle)\nAndreas: Die Nachtwache umstand uns mit\nblauer Flamme.\nDas Mondkleid war unser mondweiser Körper.\nWir standen um uns.\nWach\nBläue war alles\nFlamme alles\nWir.\nJohanna: Tiefer in uns gesunken\nO Licht daß du uns trägst\nIn uns!\nAndreas: Verzücktes Wachen der Nacht!\nDer Nachttraum spielte uns blühend auf.\nDeine Hand öffnete ihre Finger\nEntrollte wir\nDer Traum zerbrechend die Nacht.\nFrüchte gibt es die blühen.\nSpiele sind Schatten vor unserem Fuß,\nWissen wird ein Wort\nAuf.\nJohanna: Tiefer in uns gesunken\nO Licht daß du uns trägst\nIn uns!\nAndreas: O wachende Nacht o träumende\nNacht!\nSchon sinken die Stufen tief.\nMeine Füße fließen dahin.\nDeine Hand schwebt.\nDas Nachtkleid ist unser mondweißer Körper.\nDeine Hand öffnet ihre Finger\nGelöst\nSchlafende Nacht.\nJohanna: In uns\nLicht daß du uns trägst\nTiefer in uns gesunken.\nAndreas: Tief.\nJohanna: Sinkend in dich\nAndreas: Bett von Licht\nJohanna: Flügel von Blüten sind.\nAndreas: Der Mond hat ein Herz.\nAn seinem Schlag lehnen wir schankend.\nDie Schwelle fließt im Licht\nLichtwolke.\nSieh höre!\nci r 1 \\\nHelena /(schlafe\"): Geliebt\nAndreas\nt l lon fremd.\nJohanna )\nAndreas: Die silbernen Stufen sind die Saiten\nder heimlichen Harfe.\nIch spiele mein Lied.\nMeine Glieder sind die Stufen zu einer Tiefe.\nDeine Füße wandeln in mich.\nDu tönst meinen Ton.\nJohanna: Es war ein vergessenes Spiel.\nDu hast mich in ihm geschlagen.\nMit dir\nFern\nUnd\nGut.\nAndreas: Gefallener Traum\nGrauen kriecht\nSchlingarme um mich\nGier.\nO Kraft!\nJohanna: Sehnen!\nAndreas: Dein Körper ist ein anderer als\nder meine.\nAber der Traum ist gleich.\nAber der Schlaf ist gleich.\nSchlaf und Traum sinken in sich.\nKörper!\nJohanna: Menschen umfesseln sich.\nWir gehen hervor.\nTiere tanzen über den Mond der Nacht.\nGlut spritzt in das Silber der Sterne.\nWeiß bleichen die gelösten Glieder\nauseinandergereckt\nBetretene Stufe zurückgeflossene du.\nAndreas: Die geweiteten Augen sind erstarrt.\nEnde!\nDie matten Schatten tropfen herein.\nLeere\nSchlingt\nUns.\nAndreas \\\nT ,\nJohanna )\nJohanna: Die Wasser nässen aus meinen\nHaaren.\nEs ist ein Stein unter meinen Füßen der weint\nEs ist ein Vogel der nicht mehr singt\nEr trägt unter seinem Flügel Blumen die\nniemand sieht\nKlage.\n, ... , _ ,\nn , . , < (schlafen): Geburt.\nGabriele/\nJohanna: Klage ist Anklage geworden.\nLösten wir uns aus Geschlechterumschlingung\nAus Mutterleib\nFern gehen Körper ihren Weg.\nAndreas: Schaudernd haben wir das Fremde\ngesehn.\nHände sind auf unsere Herzen gelegt.\nWir werden stark an ihrem Opfer\nUnd tragen es nur wie ein Kleid\nAlles von uns zu werfen.\nJohanna: Das Gute hat sich zum Bösen\ngekehrt.\nDie Einsamen verlassen sich höhnend.\nIn den Wäldern werden die Teiche schwarz.\nDie Wasser schlagen die Augen auf.\nAndreas: Ein Bluttropfen schwimmt auf\ndem Schlamm.\nDer schmutzige Schaum ist Brunst.\nKuß\nGebärende.\nEinst tasten die Hände den Geborenen an.\nDer gebrochene Blick ekelt die Liebe.\nJohanna: Liebe!\nAndreas: Das Verwandelte kehrt nicht wieder,\nDie Verwandelten kennen sich nicht.\nDie Verwandlung spielt sie dahin.\nDie Verlorenen\nWir.\nJohanna: Die alten Worte sind Worte\ngeworden.\nDie Verblutenden stehen leer.\nKeiner kann die Türen mehr schließen.\nDurch die offenen gingen schon alle fort.\nAndreas: Leichen beginnen einen trostlosen\nSang.\nDie Blumen drücken die gewölbte Erde.\nDie Erinnerung ist ein gefrorener Strahl.\nDie leuchtende schwindet dahin.\nJo han na: Die Leuchte brennt nicht mehr.\nAusgebrannt sind die gebrechlichen Wände.\nDie Schwelle versank.\nKlage.\nJohanna L, . ,J,\nA , r Gericht!\nAndreas )\nAndreas: Tief ist der Stuhl des Richters\nerrichtet.\nSein Stuhl ist ein Bett.\nSein Stuhl ist ein Grab.\nWir betten uns in das Grab.\nFerdinand \\ , ... , _ ,\nR , i (schlafen): Leben.\ndea t e\nJohanna: Spruch.\nDie sinkenden Stufen bauen die Wände neu.\nEcho und Schrei.\nDir folg ich.\nAndreas: Vor uns!\nUns werden wir einmal umstehn.\nUns werden wir einmal sehn.\nNicht die Gestalt das Gespiel\nNicht dich du mich.\nDas Unerhörte findet Erhörung.\nDas Ungesehene ist Gesicht.\nJ o h a n n a: Gib daß ich unter die Schatten tauche\nDie Hingeworfenen\nMich in die Tiefe zu werfen.\nAndreas: Die Leuchte wirft ihren Schatten\nauf mich.\nMenschen gehen wir groß und gering\nBauen Wände um uns nach uns zerbrechend.\nDas Schiff krampft die Segel breit\nin den Wind.\nTragende Mutter\nRuhen im Schatten\nLauschen der Quelle\nEs baden sich kühl die Satten.\nDie Dürstenden stürzen fort in der Welle.\nWir sind gebannt unter die hängenden Zweige.\nDie kahlen Peitschen schleudern über mich hin.\nDer Herbstmond vertropft sein Blut.\nEiner löst das geronnene Schwarz aus\nmeinem Haar.\nDie Früchte sind reif geworden.\nZur Weinlese stampfen die jungen Füße auf mir.\nGold fällt aus den fallenden Blättern herab.\nZwischen den Nebeln glüht ein Lied.\nEh alles versinkt.\nJohanna: Umschlangen wir uns.\nEinst.\nWachen Traum.\nEinst.\nKindgeburt Trennung.\nEinst.\nWände bauten unsere Hände.\nEinst.\nLichter zündeten unsere Hände.\nEinst.\nAndreas: Wir haben uns einen Schleier gewebt\nIm Dunkel riß er entzwei.\nDer Vorhang ist von meiner Stirn gefallen.\nDen Teppich sucht mein Tritt.\nEin Hemd war um mich gesponnen.\nNun fühle ich meine Gestalt.\nGesicht.\nDas Urteil sprach."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "44", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4502, "texte": "Johanna: Mein Herz webte das schlimme\nKleid.\nMein Herz schlägt nicht mehr.\nIch fühle das deine nicht mehr in der Brust.\nDas Fleisch unserer Glieder ist ein Schimmer\ngeworden.\nUnsere Rede ist eine Welle.\nEs gibt vor ihr keinen Stein und kein Ding.\nTiefe.\nAndreas: Wir durchfließen das Körperkleid\nWir werden uns sehen\nHinab\nIn uns.\nJohanna: Ich bin in einem schwärzlichen\nSchiff gefahren.\nSein eiserner Leib verdeckte das Meer.\nSein schwärzliches Segel hat den Himmel\nverdeckt.\nEin Laken verfault auf mir.\nWo\nBist\nDu.\nAndreas: Du.\n?37f, J (schlafen): Tod.\nSybille J\nAndreas: Ich habe dich verloren.\nIch habe mich verloren.\nIch werde in mir sein.\nWir werden uns sehen.\nJohanna: Mein Suchen ist ein Warten\ngeworden.\nIch taste an einer geschlossenen Tür.\nDie Türen sind uns verboten.\nMeine Flucht ist ein Suchen geworden.\nDie dunkelen Gänge finden das Ende nicht.\nAndreas: Ich höre einen Ton von fallenden\nTieren.\nSie fallen aus einem Himmel den ich nicht sehe.\nSie fallen auf eine Erde die ich nicht sehe.\nDeine Füße geben »keinen Laut.\nDein) Mund ist stumm.\nDein Herz schlägt mich nicht mehr.\nJohanna: Dein Herz schlägt mich nicht mehr.\nAndreas: Blume sind wir gewesen und Stein\nund Tier und Mensch.\nIch war ich.\nDu war ich.\nEiner ist Spiegel geworden.\nWesen und Bild sind in Splitter gebroche«.\nDie Scherben liest keiner auf.\nSie sind die Splitter des Mondes auf einem Meer.\nAber das Meer ist nicht.\nJohanna: Die Furt des Schiffes zerrinnt auf\nder Fläche in Nichts.\nDer leuchtende Flug löst seine Spur in Nichts.\nDer Strudel des fallenden Dinges verdunkelt\nin Nichts.\nAndreas: Du bist nicht gewesen.\nIch bin nicht geworden.\nSterne fallen von meinem Haupt.\nUnbekanntes fließt über geborenes Kind\nUnbekannt.\nMartin \\, .\nAgathe rSChlafet,): Go,t-\nAndreas: In Fremdheit bin ich eingegangen.\nIn Schauer zerstiebt mein Sein.\nKein Werden ist zu enträtseln.\nDer Fremdling offenbart sich nie.\nOffenbarte wir.\nJohanna: Schauer Sein\nWerden Rätsel\nFremd\nOffenbar.\nAndreas: Einsamkeiten umfassen All.\nIn Trennung sammelt sich Eins.\nLeere verkündet die Fülle.\nDer Suchende findet das Andere nie.\nGesuchte wir.\nJohanna: Einsam All\nTrennung Eins\nLeere Fülle\nSuchend Gesucht\nNie.\nAndreas: Nicht ist das AH.\nAlles ist nichts.\nJohanna: Nichtig ist alles.\nAlles ist All.\nAndreas: Nichtig ist nichts.\nNichtig ist nicht.\nJAoh,anna } All ist Nichts.\nAndreas '\nDas Dunkel (umschlingt)\n(Das Herz der Nacht schlägt laut)\nDer Strahl (schmal blitzt zerfällt).\nZwei Strahlen (wellen glimmen fremd)\nAndreas: Die Nachtwache ist von mir gefallen.\nDer Traum ist von mir gefallen.\nDer Traum ist gesunken in den Schlaf.\nSchlaf hat mich geboren.\nJohanna: Der Schlaf ist gesunken in mich.\nDer Traum entrollt seine Spiele nicht mehr.\nZur Nachtwache bin ich nicht wach.\nAndreas: Aus der Tiefe tut mein Gesicht\nsich auf.\nNacht.\nJohanna: Nacht ist.\nDer Schrei (schreit nicht)\nAndreas: Die Nacht sieht mich an.\nDie Tür ist aufgegangen vor meinem Wunsch.\nDie mondhelle Schwelle hab ich verschlafen.\nGewichen sind die aus mir blühten.\nEs war eine Treppe in meine Tiefe geöffnet.\nIch ging die Stufen in mich hinab.\nIn mir verlor ich.\nVergessen.\nKleid Leben.\nEs ist selig Du zu sein.\nEs ich selig Ich zu sein.\nIch werde nicht mehr liegen im Traum.\nEin Ton war in meiner Hand den ich nicht hielt.\nEin Tanz war auf mir der verwehte.\nEine Wärme an meiner Brust flatterte auf.\nVergessen.\nSie haben ein Wort das Liebe heißt.\nSie haben ein Glück das ich nicht kenne.\nDas ist nicht mein.\nEinem gehört es zu.\nDu sagst es mir einst.\nSchweige!\nDeine Hände sind verkrampft.\nUeber deinem erstarrten Knie sind die Falten\nstarr.\nDeine Augen schaudern über deinen Lippen.\nDu trägst die Male der Finger an deinem Hals.\nOeffne die Finger nicht!\nOeffne die Augen nicht!\nWir haben vergessen Abschied zu nehmen.\nEs gibt keinen Abschied mehr.\nEs ist zu spät.\nDie Blätter der Bäume sind welk.\nDer Mondknabe stirbt in seinem Schimmer.\nSein kühles Leuchten klagt in den Wind.\nIn Traumsüchten kreisen die Worte.\nDas maßlose Laken umflattert den Körper.\nO Segel! O Sturm!\nDie silbernen Augen tropfen über mich hin.\nEin Sehnen ist in die Nacht gefallen.\nDu.\nDas Verlorene schmerzt nicht mehr.\nUeber die Nachtwende ist mein Fuß gegangen.\nDas Antlitz des Endes fließt gläsern dahin.\nDer Vogel fliegt fort.\nSingen will ich das neue Lied.\nJohanna: Der Mondknabe ist verbrannt.\nAn seinem Herz ist er verbrannt.\nDas Mondmädchen lag an seinem Herz.\nDas Mondmädchen ist verbrannt.\nAn seinem Herz ist es verbrannt.\nDer Mondknabe lag an seinem Herz.\nSang\nSchweigen\nDunkel\nDie Leere\nEnde"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c008", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "41", "page_fin": "41", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.6.1", "titre_corps": "Jacoba Van Heemskerck: Holzschnitt/ Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Jacoba Van Heemskerck: Holzschnitt/ Vom Stock gedruckt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "41", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 54, "texte": "Jacoba Van Heemskerck: Holzschnitt/ Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c009", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "44", "page_fin": "46", "image_debut": 8, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.7", "titre_corps": "Kaiser Arturs Schachspiel : Aus der Erzählung vom Traum des Rhonabwy Haehgediehtet von Adolf Knoblauch", "titre_sommaire": "Kaiser Arturs Schachspiel : Aus der Erzählung vom Traum des Rhonabwy Haehgediehtet von Adolf Knoblauch", "signature_source": "Kymrisch", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "44", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.8", "debut_caractere": 4504, "fin_caractere_exclue": 7288, "texte": "Kaiser Arturs\nSchachspiel\nAus der Erzählung vom Traum des Rhonabwy\nHaehgediehtet von Adolf Knoblauch\nKymrisch\n\nEin Rufen hub an, nach Eirynwych A.mheibin,\nArturs Diener, einem roten groben ungefügen\nManne mit rotem Backenbart und borstigem Haar.\nUnd siehe, er kam auf hohem rotem Pferd, dessen\nMähne zu beiden Seiten geteilt war, lind führte\nein großes prächtiges Saumroß herbei. Der unge-\nfüge rote Bursche stieg vor Artur vom Pferde\nund zog aus dem Ballen einen goldenen Stuhl und\neinen Teppich von gesticktem Atlas. Vor Artur\nbreitete er den Teppich aus, an dessen Ecken je\nein Apfel von rotem Golde war. Und auf den\nTeppich stellte er den Stuhl, der so groß war, daß\ndrei gewappnete Krieger darin zu sitzen ver-\nmochten. Des Teppichs Name war Gwenn, und\neine seiner Eigentümlichkeiten bestand darin, daß\nwer immer auf ihm war, ihn Niemand erblicken\nkonnte, während er Jederman sali. Er konnte\nkeine Farbe als die ihm eigene bewahren.\nUnd Artur saß auf dem Teppich Gwenn, vor\nihm stand Owain. „Owain\", sprach Artur, „willst\ndu Schach spielen?\" „Ich will es, Herr.\" Der\nrote Bursche brachte das Schach für Artur und\nOwain, goldene Stücke und ein Silberbrett. Sie\nbegannen zu spielen.\nAls sie dabei waren, sich zum Besten am Spiel\nzu unterhalten, erblickten sie ein weißes Zelt mit\nrotem Traghimmel, und auf der Spitze des Zeltes\neine ikohlschwarze Schlange. Im Kopf der Schlange\nstaken rot funkelnd giftige Augen, eine rotflam-\nmende Zunge.\nEin junger Edelknabe kam mit Gelblocken-\nHaar, blauen Augen und frisch keimendem Bart,\ner trug Rock und Ueberrock von gelbem Atlas,\nHosen von grüngelbem Tuch an den Füßen, über\nden Hosen Schuhe von geteilt farbigem Leder,\nmit goldenen Haken an den Spannen gefestigt.\nEin schweres, dreischneidiges Schwert mit gold-\nnem Heft hing in schwarzer Lederscheide be-\nschlagen mit Feingold. Er kam zu der Stelle, wo\nder Kaiser und Owain Schach spielten.\nDer Jüngling begrüßte Owain. Und Owain\nwunderte sich, daß der Jüngling ihn und nicht\nKaiser Artur begrüßte. Artur wußte was in\nOwains Gedanken war. „Wundere dich nicht, daß\njetzt der Jüngling dich begrüßte, denn mich be-\ngrüßte er unlängst. Sein Auftrag geht an dich.\"\nUnd der Jüngling sagte zu Owain: „Geschieht es\nmit deiner Erlaubnis Herr, daß die jungen Edel-\nknaben und Begleiter des Kaisers deine Raben\nquälen und zerreissen? Wenn es deine Erlaubnis\nnicht ist, veranlasse den Kaiser, daß er es ver-\nbietet.\" „Du hörst, Herr, was der Jüngling er-\nzählt\", sprach Owain, „wenn es dir gut dünkt, ver-\nbiete ihnen, meine Raben zu quälen.\" „Spiel dein\nSpiel\", sagte Artur. Der Jüngling kehrte zum\nZelt zurück.\nSie beendeten jenes Spiel und begannen ein\nanderes. Als sie mitten darinnen waren, kam ein\nrötlich junger Mann mit kastanienbraunen Locken,\ngroßen Augen, von gutem Wuchs, frischgeschore-"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "46", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 8003, "texte": "rem Bart, aus einem leuchtend gelben Zelt hervor.\nAuf der Spitze des Zeltes war ein hellroter Löwe.\nDer Jüngling war gekleidet in einen Rock, der ge-\nstickt war mit Fäden von roter Seide und tief auf\nden schmalen Teil des Beins fiel. An den Füßen\nhatte er Hosen von feiner weißer Steifleinewand;\nüber den Hosen waren Halbstiefel von schwar-\nzem Leder, gefestigt mit goldenen Haken. In der\nHand trug er ein ungefüg schweres dreischnei-\ndiges Schwert mit goldbeschlagener Scheide\n\\on roter Hirschhaut. Er kam zur Stelle, wo\nArtur und Owain beim Schachspiel waren, und\nbegrüßte Owain. Owain ward ob dieser Be-\ngrüssung verwirrt, aber Artur achtete darauf\nnicht mehr als vordem. Und der Jüngling fragte\nOwain: „Ist es nicht gegen deinen Willen, daß die\nkaiserlichen Diener deine Raben martern, einige\ntöten, andere zerreissen? Wenn es gegen deinen\nWillen ist, ersuche ihn, es den Dienern zu ver-\nbieten.\" „Herr, verbiete es deinen Leuten\", sprach\nOwain, „wenn es dir gut dünkt.\" „Spiel 'dein\nSpiel\", sagte der Kaiser. Der Jüngling kehrte zum\nZelt zurück.\nJenes Spiel war zu Ende, ein anderes ward\nangefangen. Als sie beim ersten Zug waren, er-\nblickten sie in geringer Entfernung ein gelbge-\nflecktes Zelt, groß wie sie nie eins sahen. Auf ihm\nwar ein Adler und in des Adlers Kopf stak ein\nkostbarer Stein. Aus dem Zelt trat ein Jüngling\nmit dichtgelbem Haar, schön, artig, angetan mit\nschöner Atlasschärpe und einer Goldspange von\nder Größe des Mittelfingers eines Kriegers in der\nSchärpe auf der rechten Schulter. An den Füßen\nwaren schöne gelbgeflammte Hosen und Schuhe\nvon geteilt farbigem Leder, goldgehakt. Der Jüng-\nling war edlen Anstands, schöngesichtig, rot-\nwangig mit großen Falkenaugen. In seiner Hand\nwar eine mächtige gelbgefleckte Lanze mit frisch\ngeschärfter Spitze. Auf der Lanze trug er eine\nentfaltete Fahne.\nWildzornig, schnellen Schritts, kam er zur\nStelle, wo Artur mit Owain Schach spielte. Sie\nbemerkten seinen Zorn. Darauf begrüßte er\nOwain und erzählte, daß die meisten von Owains\nRaben getötet seien. Sofern sie nicht erschlagen,\nseien sie verwundet, zerquetscht, nicht Einer\nkönne die Flügel eine einzige Spanne über den\nBoden heben. „Herr, verbiete es deinen Leuten\",\nsprach Owain. „Spiele, wenn es dir beliebt!\"\nsagte der Kaiser. Und Owain wandte sich an den\nJüngling: „Geh hin: wo immer du den Kampf am\ndichtesten findest, erhebe deine Fahne, und laß\nkommen, was kommen mag!\"\nZur Stelle hin ging der Jüngling, wo der Kampf\ngegen die Raben am strengsten geführt wurde und\nerhob seine Fahne. Auf diese Tat schwangen alle\nRaben sich in die Lüfte, zornig, wild, hochdurch-\ngeistet, indem sie die Flügel im Winde zusammen-\nschlugen und die Ermattung, die auf ihnen war,\nabschüttelten. Als sie Tatkraft und Mut wieder\nerlangt hatten, stiegen sie hernieder, zornwütig,\nfrohlockend, im einzigen Schwung, auf die Köpfe\nder Leute, die ihnen «ben Grimm, Qual, Pein ver-\nursachten. Etliche griffen die Leute bei den\nKöpfen an, etliche an den Augen, Ohren, Armen,\nund trugen sie in die Lüfte auf. Da gab es in den\nLüften ein mächtiges Getöse vom Schlagen der\nFlügel, dem Gekrächz triumfierender Raben. Da\ngab es ein anderes mächtigeres Getöse vom Ge-\ntön zerrissener und verwundeter Männer, einige\nwaren erschlagen.\nArtur und Owain beim Schachspielen wunder-\nten sich über das Getöse. Als sie aufblickten kam\nein Ritter auf schwarzbraunem Pferde zu ihnen\nherbei. Wunderbar war des Pferdes schwarz-\nbraune Farbe. Hellrot war des Pferdes rechte\nSchulter, helles Gelb war von der Spitze seiner\nBeine bis zur Mitte des Hufes. Beide, Ritter und\nPferd, waren ganz gewappnet mit schwerer\nfremdländischer Rüstung. Das Kleid des Pferdes\nwar an der Stirnöffnung von hellrotem Taffet\nund von hellgelbem Taffet abwärts. An der\nHüfte trug der Jüngling ein goldgefäßig ein-\nschneidiges Schwert in lichtblauer Scheide,\nbeschlagen mit spanischem Messing. Das\nSchwertgehenk war aus dunkelgrünem Leder mit\ngoldnen Schleifen, einem Elfenbeinhaken und\nkohlschwarzer Schnalle. Auf dem Haupte trug\nder Ritter einen Goldhelm, besetzt mit kostbaren\nSteinen, und auf der Helmspitze war ein flamm-\nfarbiger Leopard, in dessen Kopf zwei rubinrote\nSteine staken. Schrecklichen Anblicks für einen\nKrieger war das Leopardenantlitz, weit mehr noch\nals das des Ritters. In der Hand trug er eine blau-\nschäftige Lanze, die aber karmosinrot vom Griff\nbis zur Spitze war vom Blut der Raben Owains\nund iihrem Gefieder.\nDer Ritter kam zur Steile, wo Artur und\nOwain beim Schachspielen saßen. Sie bemerkten,\ndaß er ermattet, gequält und müde war, als er\nzu ihnen kam. Der Jüngling begrüßte Artur und\nerzählte, daß Owains Raben seine jungen Leute\nund Diener erschlügen. Artur schaute auf Owain:\n„Verbiete es deinen Raben!\" „Herr, spiel dein\nSpiel\", antwortete Owain. Sie spielten. Der Rit-\nter kehrte in den Kampf zurück, und den Raben\nwar es nicht mehr als vordem verboten.\nNachdem sie eine Weile spielten, hörten sie\nein mächtiges Getöse, Wehklagen von Männern,\nRabenkrächzen, als sie die Männer in ihrer Stänke\nin die Lüfte auftrugen. Nachdem die Raben sie\nunter sich zerrissen hatten, ließen sie die Stücke\nzur Erde fallen. Während des Getöses sahen sie\n'einen Ritter auf lichtgrauem Pferd herankommen.\nDes Pferdes linkes Vorderbein war kohlen-\nschwarz bis zur Hufmitte, Ritter und Pferd waren\nganz gewappnet mit ungeftig schwerer blauer\nRüstung. Im Ehrenkleid von gelb gesticktem At-\nlas, dessen Ränder blau waren, kam der Ritter.\nDie Schabracke seines Pferdes war kohlen-\nschwarz mit hellgelben Rändern. Um die Hüfte\ntrug der Jüngling ein langes, dreischneidiges,\nschweres Schwert. Die Scheide war von rot\nausgeschnittenem Leder, sein Gehenk von frischer\nroter Hirschhaut, viele goldene Gleitlinien waren\ndarauf, eine Schnalle aus Seepferdsknochen mit\nkohlenschwarzer Zunge. Auf dem Haupt hatte der\nRitter einen Goldheim, in dem Saphire einge-\nschmiedet waren. Auf der Spitze des Helms stand\nein flammfarbiger Löwe mit feuerroter Zunge, die\naus dem Maul über einen Fuß lang hervorging.\nIn seinem Kopf staken giftige karmosinrote Augen.\nAls der Ritter kam, trug er eine dicke Eschen-\nlanze, deren silberbeschlagene Spitze eben in Blut\ngetaucht war.\nDer Jüngling begrüßte den Kaiser und sprach:\n„Bekümmert es dich nicht, Herr, daß deine Edel-\nknaben, junge Leute und Söhne der Edlen von\nBritannien erschlagen werden und daß es schwer\nsein wird, die Insel fortan immer zu verteidigen?\"\n„Owain\", sagte Artur, „verbiete es deinen Raben.\"\n„Spiel dein Spiel, Herr\", antwortete Owain.\nSie beendeten das Spiel, begannen ein\nandres. Als sie es endeten, hörten sie großes Ge-\ntöse, Geschrei gewappneter Männer, Rabenkräch-\nzen und Flügelschlagen in den Lüften. Sie schleu-\nderten die Rüstungen auf den Erdboden herab, in\nStücken Männer und Pferde.\nSie sahen einen Ritter kommen auf einem\nSchecken mit hoch erhobenem Kopf. Die linke\nSchulter des Pferdes war hellrot, das rechte Bein\nvon der Brust bis zur Hufhöhle war rein weiß.\nRitter und Pferd waren gewappnet mit gelb ge-\nfleckten Waffen, bunt von spanischem Messing.\nEr und das Pferd trugen ein Ehrenkleid, zwei-\nteilig schwarz und weiß, seine Ränder goldpur-\npurn. Ueber dem Kleid trug er ein dreischneidi-\nges, helles goldheftiges Schwert. Das Schwert-\ngehenk war gelbe Goldarbeit, mit Haken vom\nAuglide des schwarzen Seepferdes, an der Schnalle\nwar eine gelbgoldne Zunge. Auf dem Haupt hatte\nder Ritter einen hellen Helm von gelbem Messing\nmit funkelnden Kristallsteinen und auf dem Helm-\nkamme war ein Greif, in dessen Kopf ein kostbarer\nStein stak. Er hielt einen Eschenspeer, rundschäf-\ntig, meerblau, seine Spitze wrar fein silbern aus-\ngelegt und frisch mit Blut gefärbt.\nGrimmig kam der Ritter zu Artur und erzählte,\ndaß die Raben das Haus des Reiches und die Söhne\nder Hauptleute erschlagen hätten und ersuchte\nArtur, Owain zu veranlassen, daß er es den Raben\nverbiete. Da nahm Artur die goldnen Schach-\nfiguren auf dem Brett und zerdrückte sie, bis sie\nStaub waren. Da befahl Owain dem Fahnen-\nträger die Fahne zu senken. Die Fahne wurde\ngesenkt und alles war Frieden."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c010", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "45", "page_fin": "45", "image_debut": 9, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.7.1", "titre_corps": "Jacoba Van Heemskerck: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Jacoba Van Heemskerck: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "45", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 55, "texte": "Jacoba Van Heemskerck: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c011", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "46", "page_fin": "46", "image_debut": 10, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.8", "titre_corps": "Geschichten", "titre_sommaire": "Geschichten", "signature_source": "Sophie van Leer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 10, "page_imprimee": "46", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.10", "debut_caractere": 8005, "fin_caractere_exclue": 9328, "texte": "Geschichten\nSophie van Leer\nErwartung\nDer Schritt kommt. Ich starre in die Stunden.\nDer Schritt geht. Die Stunden bohren schlaflos\nmeine Augen. Das Dunkel tropft. Die Nacht\nblutet. Der See wiegt die Wolkew. Wolken strei-\ncheln Wellen. Wellen landen das Ufer. In meinen\nHänden weint die Zeit. Ich hebe die Stunden der\nSonne entgegen. Der Traum stirbt. Wachen er-\nwacht. Das Gebet kniet.\nIch trage den Tag zum Hügel. Der Morgen\nkost die Kelche. Stunden werden, wachsen, altern.\nIch gehe in den Mittag ein. Der Himmel beugt\ndie wölben Wände. Traumträumend zittert\nGlockenton in fliehem Seufzer zur Neige.\nDie Sonne küßt den Saum der Erde. Sterne\nbinden Licht zu Garben. Mond\nDein Schritt.\nMein Herz zermalmt das Blut. Adern trümmern\nWände. Atem stürmt Gänge, jubelt, schluchzt,\nwehtaumelt schwer\nin das rollende Meer\nDeiner Schritte.\nGeburt\nDie Kinder liegen in der Heide.\n„Mutter stirbt, eh Brüderchen geborer, ist.\"\n„Sie dürfen Mutter nicht begraben.\"\n„Dann wird Brüderchen im Sarg geboren.\"\nIhre Arme klammern das Kreuz\nIhre Blicke schauern über die Erde\nIhr Ohr wühlt Wimmern aus der Titie\nSie blößt den Hügel und schaufelt den Sand\nSterne lauschen\nDer Mond fließt\nDer Sarg gähnt\nDer Schrei bebt\nWolken rollen\nSterne weinen\nKränze rascheln\nDer Schrei verzittert\nDer Sand strömt in das Grab\nDer Schrei stirbt\nDer Tod gebärt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c012", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "47", "page_fin": "47", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.9", "titre_corps": "Gedichte", "titre_sommaire": "Gedichte", "signature_source": "Kurt Heynicke", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1874, "texte": "Gedichte\nKurt Heynicke\n\nAus der Stunde\nIch sinke in die Nacht des weiten Daseins\nich bin der Schritt auf einer Wolkenebene.\nZwei Sterne gehen über meinen Fuß\nund sind ein schmerzenreiches Abendlied\nin das ich blühe.\nIch glühe Gang\nich bin der Beuger unter Gottes Mund.\nEin Abendwind zerstreut mein Haupt,\nund meine Gedanken singen\nhinauf.\nIn den Tag hellen die Gassen,\nunter den Laternen\n•vergehn die bunten Leiber der Mädchen.\nAuf meinem Antlitz sammeln die Gedanken,\nin den Händen brennen Sterne\nmir zur«* Feier.\nIch ringe Sonnen hinauf.\nIch bin der große Atem in der Stille.\nAuf meinen Schultern blüiht die rote Welt.\nIch bin die Stunde, die sich einsam hebt.\nEin müdes Lied nimmt meine Gedanken\nich steige in das junge Laub\ngen Mai\nhinab.\nIch glänze Blüten von der letzten Stunde\nund bin ein Händedruck\nan den Wegen des Lebens.\nIch bin ein Mohn im Felde.\nund blühe Sehnsucht\nnach der Frucht.\n\nMenschen\nMenschen tasten Sonne ihren Tagen,\nfassen Sterne ihren Nächten,\nweinen Wolken ihrer Freude,\nMenschen glühen\nund zerbrechen\nin. das Nichts.\n»\nMenschen spinnen Sonnenlieder\nheben Nächte in die Liebe\nSeelen tanzen himmelblau\nund verbrennen auf den Gräbern.\n\nTanzlied\nLilien an deine Füße,\nBirkenblättertanz im Mai.\nTropfensingen im Sonnenwiegen\nLeuchtkäfer reigen die Sommernacht.\nGleitende Sonne auf rotem Dach\nglitzernder Gang die Gassen entlang.\nAehrenwiegen im Abendwinde\nHüften reifender Frauen mit Herbst.\nSchlafentgegen verblühtes Blatt\nStaub am Fuß\nsachthinüber in den Schnee.\n\nGedicht\nIch gehe gipfelhohe Abendwege\nich gehe sternenweit in die Stunden der Nacht.\nDie Bilder des Himmels hänge ich an meine Hand\nmein Atem trägt die Welt hinauf.\nIch blühe seltnen Auges in den Raum\nurgroß\nbin ich Stufe zu Gott.\nIn meiner Brust schlafen fremde Seelen\nihren Traum in Tod.\nFlamme ist mein Haar,\nGottes Hand fasse ich glühend hinab\nund bin eines Menschen\nurferne Liebe."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c013", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "47", "page_fin": "47", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.9.1", "titre_corps": "Aus der Stunde", "titre_sommaire": "Aus der Stunde", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.11", "debut_caractere": 24, "fin_caractere_exclue": 895, "texte": "Aus der Stunde\nIch sinke in die Nacht des weiten Daseins\nich bin der Schritt auf einer Wolkenebene.\nZwei Sterne gehen über meinen Fuß\nund sind ein schmerzenreiches Abendlied\nin das ich blühe.\nIch glühe Gang\nich bin der Beuger unter Gottes Mund.\nEin Abendwind zerstreut mein Haupt,\nund meine Gedanken singen\nhinauf.\nIn den Tag hellen die Gassen,\nunter den Laternen\n•vergehn die bunten Leiber der Mädchen.\nAuf meinem Antlitz sammeln die Gedanken,\nin den Händen brennen Sterne\nmir zur«* Feier.\nIch ringe Sonnen hinauf.\nIch bin der große Atem in der Stille.\nAuf meinen Schultern blüiht die rote Welt.\nIch bin die Stunde, die sich einsam hebt.\nEin müdes Lied nimmt meine Gedanken\nich steige in das junge Laub\ngen Mai\nhinab.\nIch glänze Blüten von der letzten Stunde\nund bin ein Händedruck\nan den Wegen des Lebens.\nIch bin ein Mohn im Felde.\nund blühe Sehnsucht\nnach der Frucht."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c014", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "47", "page_fin": "47", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.9.2", "titre_corps": "Menschen", "titre_sommaire": "Menschen", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.11", "debut_caractere": 897, "fin_caractere_exclue": 1159, "texte": "Menschen\nMenschen tasten Sonne ihren Tagen,\nfassen Sterne ihren Nächten,\nweinen Wolken ihrer Freude,\nMenschen glühen\nund zerbrechen\nin. das Nichts.\n»\nMenschen spinnen Sonnenlieder\nheben Nächte in die Liebe\nSeelen tanzen himmelblau\nund verbrennen auf den Gräbern."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c015", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "47", "page_fin": "47", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.9.3", "titre_corps": "Tanzlied", "titre_sommaire": "Tanzlied", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.11", "debut_caractere": 1161, "fin_caractere_exclue": 1487, "texte": "Tanzlied\nLilien an deine Füße,\nBirkenblättertanz im Mai.\nTropfensingen im Sonnenwiegen\nLeuchtkäfer reigen die Sommernacht.\nGleitende Sonne auf rotem Dach\nglitzernder Gang die Gassen entlang.\nAehrenwiegen im Abendwinde\nHüften reifender Frauen mit Herbst.\nSchlafentgegen verblühtes Blatt\nStaub am Fuß\nsachthinüber in den Schnee."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c016", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "47", "page_fin": "47", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.9.4", "titre_corps": "Gedicht", "titre_sommaire": "Gedicht", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.11", "debut_caractere": 1489, "fin_caractere_exclue": 1874, "texte": "Gedicht\nIch gehe gipfelhohe Abendwege\nich gehe sternenweit in die Stunden der Nacht.\nDie Bilder des Himmels hänge ich an meine Hand\nmein Atem trägt die Welt hinauf.\nIch blühe seltnen Auges in den Raum\nurgroß\nbin ich Stufe zu Gott.\nIn meiner Brust schlafen fremde Seelen\nihren Traum in Tod.\nFlamme ist mein Haar,\nGottes Hand fasse ich glühend hinab\nund bin eines Menschen\nurferne Liebe."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c017", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "47", "page_fin": "47", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.10", "titre_corps": "Abwehr", "titre_sommaire": "Abwehr", "signature_source": "Gösta Adrian-Nilsson ; H. W", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.11", "debut_caractere": 1876, "fin_caractere_exclue": 7644, "texte": "Abwehr\nGösta Adrian-Nilsson\nH. W.\nEin grünes Heft bezeichnet „Nya Konstgalleriet\nStockholm\" (Die neue Kunstgallerie, Stockholm)\nerschien Herbst 1915 in Stockholm. Unter den Ab-\nbildungen dieser Kunstzeitschrift findet man zwei\nunerlaubte Reproduktionen nach Holzschnitten\nvon Franz Marc. Weiter zehn Spalten deutschen\nText, Seite an Seite mit Text in schwedischer\nSprache. Die deutsche Sprache klingt in diesem\nHeft so:\n„Die in Gummesons Salons ausgestellten acht\nBilder (pardon „Kompositionen\") eines nach Ori-\nginalität haschenden ziemlich unbedeutenden\n„Künstlers\" entsprechen keinesfalls irgendwie den\nIntentionen eines infolge Geistesparalyse umnach-\nteten Menschen. Sie erheben zwar anmassungs-\nvoll den Anspruch, sonst ernst genommen zu wer-\nden, sind aber im Grunde unehrlich gemalt.\nOhne Begabung; Phantasie fehlt auch . .\"\nDas ist ein Bruchstück aus einer Bespre-\nchung, einer Beschimpfung der Sturm-Ausstellung\nFranz Marc in Stockholm, September 1915.\nDer Herausgeber der Zeitschrift ist ein Italiener,\nsie trägt auf dem grünen Titelblatt mit englisch-\nroten Buchstaben den Titel „N y Kons t\". Der\ndeutsche Text ist von einem Oesterreicher, Felix\nBryik, verfaßt. Dieser Herr beherrscht das Heft\n— er wählt die Abbildungen, er schreibt drei-\nviertel des Blattes und entdeckt außerdem, daß\ndie Welt drei Sonnen an ihrem Kunsthimmel hat,\nHerrn Felix Bryk, einen gemütskranken Schmied\nauf Konradsberg namens Franzen und Karl von\nLinne. Dagegen verurteilt er „die geistig\nannormalen Führer der neuen Be-\nwegung\", erklärt, diese „irrsinnigen\nJünger\" leiden an „frivolem Grössen-\nwahn\", seien „bewusste Schwindler',\ndie er, der Psychologe Felix Bryk, enthüllt.\n„Der Psychologe lüftet den Schleier und entpuppt\ndie bewußten Schwindler.\"\nDer aufsehenerregende Angriff in Schwe-\nden auf die neue Kunst, dessen sich der\nPsychiater Professor Gadelius vor einigen Mo-\nnaten schuldig machte — war für Herrn Bryk viel\nzu sentimental und zu schonend!\nHterr Bryk begeht indessen den optischen Irrtum,\ndaß er in seinem Artikel sich selbst als Objekt,\nals „bewußter Schwindler\" zeigt. Aber damit ist\nder außerordentlich künstlerische Geschmack des\nHerrn Bryk nicht zufrieden. Er reicht dazu, in\nvier Spalten Franz Marc mit Schmutz zu be-\nwerfen. Auf besonderen Wunsch der Redaktion\n— mit Hilfe von Schopenhauer. Herr Bryk nimmt\neine Schopenhauersche Maske an und glaubt, sich\ndamit unkenntlich machen -zu können. Aber wir\nkennen ihn! Wir kennen sein flügelloses Ge-\nschlecht mit der Schlangenzunge. Die rascheln-\nden Worte.\nDies Rascheln sucht er zu einer Melodie zu\nartikulieren, die alle die Tonarten des Hasses\nübertönen soll, womit so viele — besser als er —\nversucht haben, sich zu einem Anfall gegen die\nneue Kunst aufzublasen. Dieser Versuch geht bei\noffenem Vorhang vor sich in einer Zeitschrift, die\nangibt für die neue Kunst zu „kämpfen\"! Ununter-\nbrochen rascheln die Pfennigphrasen des Herrn\nBryk durch die Spalten, vergoldet mit quasi-\npsychologischen und psychiatrischen Ausdrücken.\nDie Frechheit des Herrn Bryk gibt sich so\nunschuldsvoll, daß er fordert, wir Schweden sollen\nohne Zögern sein falsches Gold für echt nehmen.\nWir hören das Rascheln —\nWir sehen das Glitzern —\nDich, Franz Marc, kann dieses Rascheln nicht\nerreichen.\nDu wohnst unter den Sternen.\nDie uns leiten.\nDu gabst den Tieren menschliches,\n1 i c h e s Leben auf der Erde. Deine Stimme\nstrahlend vor Innigkeit, wild von Kraft, gabst Du\nihnen. Ihr Ruf erreicht die Sterne.\nNahe den Wäldern und den Felsen lebtest Du\nvertraulich mit ihnen — während Herr Felix Bryk\nsich bemüht im zoologischen Garten das „Ag-\ngregat seiner Gesichts empfindun-\ngen richtig — zu empfinden, zu malen.\"\nHerr Bryk verging sich bei diesem Suchen und\nMalen — niemals gegen die heiligenGesetze der\nOptik, denn Herr B. ist kein Kunsteunuche .\nEr ließ Orange gelb sein — wie das falsche Gold\nmit dem er raschelt. — Er ließ schwarz schwarz\nsein — wie die schwarze Frechheit, mit der er\nseine zoologische Entdeckung feststellt, daß die\nplagiierten Steppenpferde wissenschaftlich und\nFranz Marcs Tierbilder —• „hundsgemein\nschlecht gemalt sind.\"\nAls der zoologische Herr Bryk in geeigneter\nEntfernung die Tierparodien hinter Eisengittern in\nirgend einem Vergnügungsort betrachtete sah er\nkeine Aehnlichkeit, keinen Zusammenhang mit sich\nselber.\nEr war ein freier Mann mit freiem Recht, den\ngöttlichen Künstler der Wälder der Tiere und\nFelsen zu schmähen.\nUnd der freie Herr Bryk schmähte durch sein\nEisengitter, das ihn ewig ausschließt von der\nSchönheit der spitzen Berge, der gewellten Wäl-\nder und der menschgewordenen Tiere. Er verneint\ndiese Schönheit — die sein Maulwurfsauge nicht\nsah — die in Kurven und Winkeln, in glänzenden\nSpitzen und wellenden Wogen in leidenschaft-\nlicher Pracht ausschoß, sich zusammengoß, Form\nwurde, organische Einheit mit Fleisch, Blut und\nAdern freien Tiere.\nIn dieser Welt des Geistes rauschen die\nSchicksale der Tiere in einem Rhythmus, der auch\nvon den Ohren eines Herrn Bryk hätte empfunden\nwerden können, wenn nicht die Entfernung —\neine Ewigkeit gewesen wäre.\nLund Mai 1916\nTatsächlich sei noch bemerkt, daß diese angeb-\nliche „N y a Konstgalleriet\" sich beim Sturm um\nAusstellungen dringend bewarb, aber ablehnenden\nBescheid erhielt. Der Leiter, der italienische Maler\nCiacelli, hat nichts mit den italienischen Futu-\nristen (Marinetti) gemeinsam un(d wird von ihnen\nnicht anerkannt. Hingegen hatte Herr Ciacelli die\nKühnheit, das Manifest der italienischen Futuristen\nfür den Katalog seiner sogenannten futuristischen\nBilder abzudrucken und es auch mit seinem\nNamen widerrechtlich zu zeichnen. Diese Zeich-\nnung ist und bleibt seine Originalarbeit. Er glaubte\nsich in Schweden sicher genug, um Schweden un-\nsicher zu machen. Aber wir erreichen Schweden.\nUnd Schweden will die Kunst,"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c018", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "48", "page_fin": "48", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.12", "debut_caractere": 109, "fin_caractere_exclue": 515, "texte": "Der Sturm\nStandige Ausstellungen\nBerlin W Potsdamer StraBe 134 a\nG*6ffnet tiglich von 10—6 Uhr / Sonntags von\n11—2 Uhr\nTageskarte I Mark I Jahreskarte 6 Mark\nftionatiicher Wechsel\nDreiundvierzigste Ausstellunjr\nCampendonk / Chagall / Heemskerck / Kandinsky /\nMarc I Muche / Miinter / Klee / Kokoschka / Ku-\nbin I Mense / Picabia /' Albert-Bloch / und andere\nAm 1. November: Gedachtnisau&stellang Franz Marc"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c019", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "48", "page_fin": "48", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.12", "debut_caractere": 517, "fin_caractere_exclue": 1248, "texte": "Der Sturm vertritt folgende Kiinstler und verfiigt\nstandig iiber deren Gemalde I Aquarelle I Zeicb-\nnungen I Handdrucke I Plastiken\nCampendonk I Marc Chagall I Jacoba van Heems-\nkerck I Kandinsky / Franz Marc I Georg Muche 1\nGabriele Mtinter I Nell Walden\nIsaac Griinewald I Sigrid Hjerten-Griinewald\nFernand Leger I Archipenko I Boccioni / Carlo D.\nCarra / Luigi R us solo ' Gino Severini\nFritz Baumanii / Vincenc Benes I Albert-Bloch I\nMax Ernst / Emil Filla / Albert Gleizes / Otto Gut-\nfreund I Oswald Herzog / Johannes Itten I Alexea\nJawlensky I Paul Ktee I Oskar Kokoschka / Ota-\nkar Kubin I Carl Mense / Jean Metzinger I Francis\nPicabia / Pablo Picasso / Georg Schrimpf / Ma-\nrianne von Werefkin I Cezanne I van Gogh I\nMunch"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c020", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "48", "page_fin": "48", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.12", "debut_caractere": 1250, "fin_caractere_exclue": 1594, "texte": "Kunstsehule Der Sturm\nLeitung Herwarth Walden\nUnterricht in der expressionistischen Kunst der\nButane I der SchauspieJerei I der Vortragskimst I\nder Malerei I der Dichtung I der Musik\nBerlin / Potsdamer Strafie 134a :\nEr5ffn«Bg: 1. September 1916\nProspekte kosteoios durch das Sekretariat Der\nSturm. Anroeldungen werden dort entgegen ge-\nrommen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c021", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "48", "page_fin": "48", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.12", "debut_caractere": 1596, "fin_caractere_exclue": 2440, "texte": "Verlag Der Sturm\nBerlin W 9 Potsdamer StraBe 134 a\nPermruf Amt Lutzow 4443\nMonatsschrfft Der Sturm\nErscheint am fiinfzehnten jedes Monats\nOauerbezug\nGewobidiche Ausgabe Fur Deutschland\nund Oesterreich-Ungarn: Ein Jahr 6\nMark / Ein Halbjahr 3 Mark t Einzelheft 80 Pfennig\n/ Fur das Ausland bei direkter Z u -\nstellung durch die Post: Ein Jahr 8 Mark\nI Ein Halbjahr 4 Mark / Einzelheft 1 Mark\nSonderatisgabe: Ungebrochene Exem-\nplare, Versen-dung in Rollen direkt\ndurch die Post fiir Deutschland und\nGesterreich-Ungarn: Ein Jahr 12 Marie I\nOil Halbjahr 6 Mark / Fflr das Ausland:\nEin Jahr 14 Mark / Ein Halbjahr 7 Mark\nDer Sturm: Erster Jahrgang, Nummer 1—56:\n25 Mark / Zweitcr Jahrgang, Nummer 57—104:\n20 Mark / Dritter Jahrgang, Nummer 105—152/53:\n20 Mark I Vierter Jahrgang 154—203 : 20 Mark 1\nFiinfter Jahrgang und sechster Jahrgang je 6 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c022", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "48", "page_fin": "48", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.12", "debut_caractere": 2442, "fin_caractere_exclue": 5230, "texte": "Die Zeitschrift Der Sturm ist durch alle Buch- und\nKunsthandlungen, durch die Post, sowie direkt\ndurch den Verlag Der Sturm, Berlin W 9, zu be-\nziehen I Zum Einzelverkauf liegt Der Sturm in\nBahnhofshairdlungen, Kiosken und StraBenstanden\nauf I Falls direkte Zustellung durch den Verlag\nDer Sturm unter Streifband oder in Rolle ge-\nwunscht wird, bitten wir den B e t r a g ftir den\nBeginn des neuen Halbjahres bis\nzum ftinften des ersten Monats einzu-\nsenden I Sonst wird der Betrag durch Nach-\nnahme unter Berechnung der Kosten eingezogen\nMappen und Alben / Verlag Der Sturm\nOskar Kokoschka: Mappe mit zwanzig Blatt\nZeichnungen in Strichatzung\nAuf Kaiseriich Japanpapier 25 Mark\nAnf CostakartoD 15 Mark\nKandlnsky-Album / Schrift des Kiinstlers iiber sich\nselbst mit sechzig ganzseitigen Abbildungen seiner\nWerke von 1901 bis 1913 I Album 10 Mark\nHeemskerck-Mappe: Sechs handgedruckte und\neinzeln unterschriebene Holzschnitte I Auflage 30\nMappen\nMappe je einhundert Mark\nBucher pus dera Verlag Der Sturm\nJedes Buch 2 Mark\nHermann Essig: Der Frauenmut / Lustspiel /\nOberteufel / Tragodie / I h r still es\nQ1 u c k —! I Drama / Ein Taubenschlae /\nLustspiel aus dem Leben einer Dienstherrschaft /\nNapoleons Aufstieg I Tragodie\nAdolf Knoblauch: Die schwarze Fahne I\nEine Dichtung\nAdolf Knoblauch: Kreis des Anfangs / Friihe\nGedichte / 5 Mark / Sonderausgabe (Auflage 10):\n30 Mark\nPaul Leppin: Daniel Jesus / Roman\nPaul Scheerbart: Qlasarchitektur I In ein-\nhundertundelf Kapibeln I Sonderausgabe in zwanzig\nnumerierten und gezeichneten Exemplaren auf\nVan Qelder Biitten, Decke und Vorsatzpapier von\nAnna Scheerbart fiinfun-dzwanzig Mark\nHerwarth Walden: Kunstmaler und Kunst-\nkritiker / Qesammelte Schriften I\nBand I\nAugust Stramm: Du / Liebesgedichte\nNnr gebunden 3 Mark\nSturm-Biicher I: August Stramm: Sancta Su-\nsanna / II: August Stramm: Rudimentar /\nIII: Mynena: Fiir Hunde und andere Menschen /\nIV: August Stramm: Die Haidebraut / V: August\nStramm: Erwachen / VI: Aage von Kohl: Die\nHangematte des Riuge / VII: Adolf Behne: Zur\nneuen Kunst I VIII: August Stramm: Krafte /\nIX: Aage von Kohl: Die rote Sonne / X: Aage von\nKohl: Der tierische Augenblick / XI: August\nStramm: Geschehen\nJedes Sturmbuch 50 Pfennig\nMusik aus dem Verlag Der Sturm\nHerwarth Walden: Dainislieder / Zu Ge-\ndichten von A r n o H o 1 z / Ffir Gesang und Kla-\nvier / 3 Mark / 50 Seiten / Nummer 1 eiozeln: Er\nhfirt mit ihr den Gukguk schreyn j 50 Pfennig\nHerwarth Wafden: Der S t ur m / Heeresmarsch /\nFiir Klavier )\n1 Mark\nKunstlerpostkarten / Verlag Der Sturm\nJede Karte 20 Pfennig\nFuturisten: Umberto Boccioni: Das Lacfren\nLuigi Russolo: Erinnerung einer Nacht I Zug in\nvoller Fahrt\nGino Severini: Die Modistin I Rufaelose Tanzerin I\nPan-Pan Tanz\nKandinsky: Komposition 2 I Komposition 6\nFranz Marc: Tierschicksale"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c023", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "48", "page_fin": "48", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.12", "debut_caractere": 5232, "fin_caractere_exclue": 6966, "texte": "Oskar Kokoschka: Utinam delectet\nRobert Delaunay: La Tour\nJacoba van Heemskerck: Bild 2 / Bild 15\nAugust Macke: Spaziergang\nSigrld Hjerten-Griinewald: Kinder\nKan:n von Miinter I Marc Chagall (5) '\nKlee I Leger / Jawlensky / Werefkin / CHeize*\nI Archipenko 1 usw\nErschienen bisher 36 verschiedene Karten\nSturm-Kiinstler I Lich bild karten I Karte-\n20 Pfennig: 1: August Stramm I 2: Herwarth\nWalden I 3: Jacoba van Heemskerck\nSturm - Austellungskataloge\nmit Abbildungen\nDer Blaue Reiter / Severini / Archipenko / Skuphut\nOtakar Kubin / Marc Chagall I Kandinsky\nJe 50 Pfennig\nDie Futuristen I 60 Pfennig\nErster Deutscher Herbstsalon / Mit ftinfzig Ab-\nbiidungen in Kupfertiefdruck / 2 Mark\nHanddrucke\nOskar Kokoschka: Plakut fflr die Zeitschrift\nDer Sturm ' Originallithographie\nDer Abzug 10 Mark\nAnna Scheerbart: Handgefertigte far big e Vorsatz-\nund Deckelpapiere fur Biichereinbande / Format\n42 X 35 Mark 4\nKuristdrueke aus dem Verlag Der Sturm\nAuf Japan- und Biittenpapier\nJeder Kunstdrock 5 Mark\nOskar Kokoschka: Menschenkopfe: 1 Adolf\nLoos / 2 Herwarth Walden I 3 Karl Kraus /\n4 Richard Dehmel / 5 Paul Scheerbart I 6 Yvette\nOuilbert\nOskar Kokoschka: T i e r b i 1 d e r\nPaul Klee: Kriegerischer Stamm\nVerein fiir Kunst\nLeitung Herwarth Walden\nDreizehntes Jahr 1. April 1916 bis 31. Marz 1917\nJahresbeitrag 20 Mark\nRechte der Mitglieder: Freier Bezug der Zeit-\nschrift Der Sturm / Freier Besuch aller Sturm-\nausstellungen I Jedes Jahr frei eine SturmpubB-\nkation / 1916/17 nach Wahl:\nHeemskerck: handgedruckter und unterschriebener\nHolzschnitt auf Kaiserlicb Japan-Papier oder zwei\nKunstdrucke nach Wahl oder das Sturmplafcat von\nKokoschka\nDie Autorenabende beginnen am Freitag den\n1. September 1916:\nGedachtnisfeier August Stramtn"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c024", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "48", "page_fin": "48", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.12", "debut_caractere": 6968, "fin_caractere_exclue": 7343, "texte": "Neuanzeigen Der Sturm\nFrschienen: August Stramm: Die Untruchtbaren J\nSturmbuch XII I 50 Pfennig\nAm 15. August erscheint: Herwarth Waklen: Das\nBuch der Menschenliebe / Roman / Nummerierte\nAuflage von 500 Exemplaren / 3 Mark / Sonderaus--\ngabe von Verfasser gezeichnet (Auflage 10):\n30 Mark.\nAm 1. August erscheint: Sturm-Kiinstler / Licht-\nbildkarte IV: Kamfinsky I 20 Pfennig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1916-07-15-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1916-07-15_01#c025", "volume": "bmtnabg_1916-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "48", "page_fin": "48", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.12", "debut_caractere": 7345, "fin_caractere_exclue": 7395, "texte": "Anzeigen werden nicht aufgeuommen\nVeriag Der Storm"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.1", "texte": "DERSTURM\nMONATSSCHRIFT FÜR KULTUR UND DIE KÜNSTE\nRedaktion und Verlag\nBerlin W9 / Potsdamer Straße 134 a\nHerausgeber und Schriftleiter\nHERWARTH WALDEN\nKunstausstellun g\nBerlin / Potsdamer Straße 134 a\nSIEBENTER JAHRGANG\nBERLIN JULI 1916\nVIERTES HEFT\n\nInhalt:\nHerwarth Waiden: Das Schreiben um die Kunst / Herwarth Waiden: Retter: Kunst greifbar / Der behandelte Greco / Der Schalboden / Auch\nein Deutscher / Die falsche Nutzanwendung / Die kleine Mode / Peter Baum: Gedichte / Lothar Schreyer: Nacht / Adolf Knoblauch: Kaiser Arturs Schach-\nspiel / Sophie van Leer: Geschichten / Kurt Heyntcke: Gedichte / Gösta Adrian-Nilsson: Abwehr / Jacoba van HeemsJcerck: Drei Holzschntite / Vom\nStock gedruckt\n\nJacoba van Heemskerck: Holzschnitt/ Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "38", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.2", "texte": "Das Schreiben um die\nKunst\nHerwarth Walden\nIch bin mir durchaus bewußt, welchen Wert\ndas Schreiben über Kunst hat. Ich fühle mich frei\nvom Ueberhebung. Man kann der Kunst nicht die\nsogenannten neuen Wege weisen, man kann keine\nEntwicklung, keinen Fortschritt zeigen. Denn alles\ndieses gibt es nicht in der Kunst. Es gibt über-\nhaupt keine Kunst. Es gibt nur Künstler. Was ich\nKünstler nenne, ist etwas Anderes als die meinen,\ndie sich Künstler nennen. Viele üben Kunst aus,\nalso etwas, was es nicht gibt. Mit anderen Worten:\nsie ahmen mit größerem oder geringerem Talent\nnach, was Künstler schufen. Ihr Wollen ist die\nBetätigung des Spieltriebes, der allen Menschen\ngemeinsam ist. Der schöpferische Trieb hat in ihm\nseinen Ursprung. Durch dieses Gemeinsame besitzt\njeder Mensch die Fähigkeit, Werke von Künstlern\nzu empfinden. Tritt der Spieltrieb ins Bewußt-\nsein, entsteht der Wunsch zur Schöpfung. Bleibt\nder Spieltrieb im Unbewußten, gibt er die Freude\nan künstlerischen Werken. Ist der Spieltrieb ver-\nkümmert, entsteht das Kunstfremde. Mit dem ver-\nkümmerten Spieltrieb arbeitet der Akademiker,\nder Kunstwissenschaftler, der Gebildete. Mit dem\nSpieltrieb im Unbewußten arbeitet das Talent, der\n„nachschaffende\" Künstler, der Kunstfreund. Mit\ndem bewußten Spieltrieb schafft der Künstler. Er\nist bewußt. Er will sein Unbewußtes sehen. Er\nkann nur sehen, was gestaltet ist. Die Gestaltung\nist sein Ebenbild. Aber sein Ebenbild kann zu-\nnächst und zuerst iniur er erkennen. Seinem Unbe-\nwußten steht sein Bewußtes am nächsten. Und\nselbst wenn er es verkennt, ist es immer noch\nbesser gekannt als von jedem Zweiten. Objektive\nFeststellungen sind unmöglich. Das Objekt kann\nkein Objekt erkennen. Seine größte, tiefste Sub-\njektivität erst macht ihn zum Objekt. Erst durch\nseine Subjektivität sehe ich ihn. Ich öffne die\nAugen, er blickt mich an, sein Blut fließt in meines,\nder neben mir fühlt die gleichen Schwingungen,\nauch der Dritte, der Zehnte, der Hundertste, der Tau-\nsendste. Seine Subjektivität ist objektiv geworden.\nWir verstehen den Künstler. Was ist geschehen?\nWarum verstanden wir ihn nicht? Warum fühlte\nder Tausendste nicht gleich, was der Zweite\nfühlte? Wo doch der Zweite nur fühlen kann, was\nder Tausendste fühlt. Weil der Tausendste suchte,\nwas nicht zu finden war, und weil der Zweite\nfand, was er nicht suchen brauchte: die Ehrfurcht\nund die Liebe des Menschen zum Menschen. Der\n■liebt, der vernichtet. Der hat Ehrfurcht, dem\nnichts heilig ist. Der baut auf, der niederreißt.\nDer schafft Kunst, der die Kunst nicht kennt. Man\nkann nur kennen, was ist. Aber was nicht ist,\nschafft der Künstler. Nun heißt es, die Augen\nöffnen. Ich blicke auf das, was ich sehe. Ich löse\nScheinvisionen auf, um den Blick frei zu Visionen\nzu bekommen. Durch das Negativ wird man das\nPositive sehen, wirklich sehen. Begriffe sollen Be-\ngriffe werden, damit das Begriffene wieder ein\nGreifendes sei.\nVom Nichts fordert der Mensch mehr als vom\nGeschenk. Jede Kunst soll etwas, trotzdem der\nFordernde sie eigentlich nicht will. Das Gedicht\nsoll sich reimen, das Lied melodisch, das Bild na-\ntürlich sein. Denn sie sollen das Leben ver-\nschönern. Sie sollen also mehr, als das natürliche\nLeben dem Einzelnen nach seiner Meinung gibt.\nDie Kunst soll ferner wahr sein, die Menschen zu\nedlen Taten begeistern, sie belehren, die Liebe\nzum Vaterland und zu den großen Männern stär-\nken. Damit die Kunst das alles kann, hat man\nihr Gesetze gegeben. Man nennt das Aesthetik\noder die Lehre vom Schönen. Zweifellos ist für\nJeden das schön, was ihm gefällt. Wenn die\nSchönheit Vielen gefällt, ist sie anerkannt. Das\nKunstwerk, das mir gefällt, bleibt mir schön, auch\nwenn es mir allein gefällt. Den Andern gefällt\nmorgen etwas besser. Was ist das für eine Schön-\nheit, die die Schönheit von gestern werden kann.\nDie Schönheit soll etwas. Und wenn sie die Pflicht\ngetan hat, wird sie in Ungnade entlassen. Sie ge-\nfällt eben nicht mehr. Zum Dank wird ihr dann\nder geschichtliche Wert verlieheni Geschichte ist\neine Aufzählung der Geschehnisse und irrtümlicher\nSchlüsse. Alles, was etwas sollte, konnte nicht\neinmal das leisten, was gefordert wurde. Das Le-\nbendige ist nie tot. Was starb, war tot, als es\nlebte. Vom Leben kann man nur fordern was es\ngibt. Von der Kunst auch. Und von dem Künstler\nauch.\n\nRetter\n\nKunst greifbar\nAus der Ankündigung eines stattlichen Bandes\nim handlichen Oktav „Die Karikatur im Welt-\nkriege\": „Da er selbst eine große Karikaturen-\nsammlung über den Weltkrieg besitzt, konnte er\nim Abbildungsmaterial das Beste und Packendste\ngeben und so auf kleinem Räume wirklich viel\nbieten. Der Käufer bekommt also für wenig Geld\ndie Sahne und braucht sich nicht durch ein Zu-\nviel erschöpfen zu lassen.\" So offeriert die Werk-\nstatt der Kunst freibleibend Sahne greifbar ab-\ngschöpft für die Erschöpften.\nDer behandelte Greco\nDie Werkstatt der Kunst veröffentlicht ein\naugenärztliches Gutachten: „Am wahrscheinlich-\nsten erscheint die Annahme, daß ein oder beider-\nseitiger regulärer Hornhaut-Astigmatismus bei\nGreco bestanden habe und daß derselbe im jugend-\nlichen Alter durch eine gleichzeitig bestehende\nirreguläre Kontraktion des Akkomodationsmuskels,\nwelche einten den Hornhaut-Astigmatismus kor-\nrigierenden Linsenastigmatismus hervorruft, kor-\nrigiert war. Doktor Emil Berger.\" Das Sachver-\nständnis dieses Augarztes wird durch seinen\nBruder, den Kunstmaler Prof. Ernst Berger, be-\nstätigt. Dessen Kunst wiederum von dem Bruder,\ndem Augenarzt Doktor Emil Berger, bestätigt\nwird. So beherrscht die Firma Berger Gebrüder\nden Kunstmarkt. Aim wahrscheinlichsten erscheint\ndie Annahme, daß die beiden Berger, dieselben,\nim jugendlichen Alter durch eine gleichzeitig be-\nstehende irreguläre Kontraktion, welche eine die\nBlutsverwandtschaft korrigierende Transfusion\nhervorruft, niemals nicht korrigiert wurden.\nDer Schulboden\nEin Münchener Maler über Kunst in den Süd-\ndeutschen Monatsheften: „Die bildende Kunst ent-\nwickelte sich schon lange nicht mehr wie in frühe-\nren Zeiten auf der Basis einer gesunden Schule,\neiner bewährten Tradition, wie etwa ein Baum\nwächst in seiner heimatlichen Erde, der dann\nBlüten trägt und Früchte bringt. Vielmehr ließ\neine forcierte ungesunde Treibhauskultur exotische\nPflanzen emporschießen — die nach kurzer Pracht\nwieder zusammenfielen.\" Nicht alle Bäume tragen\nObst. Und die Münchner Schule kann man an\nihren Früchten nicht erkennen. Sie ist nämlich\neine ungesunde Treibhauskultur, aus der deshalb\nüberhaupt keine Pflanzen emporschießen. Darum\nschließt der Münchener: „Weg mit allem Falschen,\nFremden, Künstlichen, wir haben übergenug da-\nvon, uns hier draußen im Felde ist dies Getue\nzuwider, wir lehnen alle schwachem Phrasen ab:\nGebt uns Brot statt der Steine!\" Alan fühlt: die\nstarken Phrasen sind gerettet.\nAuch ein Deutscher\nEin Doktor Robert Volz veröffentlicht in der\ndunklen Werkstatt der Kunst Folgendes: „Es war\nim Jahre 1911. Da erschien bei H. A. Ludwig\nDegener in Leipzig ein kleines Buch (siebenund-\nzwanzig Seiten) unter dem Namen: Die kranke\ndeutsche Kunst, Nachträgliches zu Rembrandt als\nErzieher. (Preis eine Mark). Der Verfasser ver-\nbarg sich hinter der Aufschrift: Auch von einem\nDeutschen. Er verbarg sich, nicht weil er Angst\nhatte vor gegnerischen Ansichten, sondern weil\ner in einer für die damaligen Verhältnisse rich-\ntigen Erkenntnis der Kräfteverteilung sich sagen\ndurfte, daß er mit allerlei Persönlichem werde be-\ngossen werden und daß es der Sache vielleicht\nnützlicher sein könnte, durch völlige Ausschaltung\nseiner Person Anwürfe zu vermeiden, die schließ-\nlich auch bei ganz Unbefangenen den Wert der\nSchrift herunterzusetzen vermöchten.\" Unkraut\nschießt durch Begießen nur besser. Und daß die\nDeutschen erst Rembrandt als Erzieher brauchen,\num ihre Kunst gesund zu machen, beweist eine\nkrankhafte Auslandssucht des Auch-Deutschen.\nSofort fand sich auch ein anderer Auch-Deutscher\nnamens Momme Nissen. Diese Schrift hat der Dok-\ntor Robert Volz früher gelesen als die Schrift des\nnicht zu begießenden Erziehers. Der Rembrandt-\nDeutsche hat nach vier Jahren Mut bekommen:\n„Heute, da Andere offen auf dem Plane erschienen\nsind, gewissermaßen als Stürmer des Zeitgeistes,\nkann der Verfasser ruhig an die Oeffentlichkeit\ntreten.\" Mit Momme Nissen Arm in Arm fordert\ner sein Jahrhundert gewissermaßen in die Schran-\nken: „Denn auch eine Minderzahl angriffslustiger\nStreiter braucht nicht mehr zu fürchten, von den\nverkalkten Kunstschwätzern überrannt zu wer-\nden . . .\" Die Streiter, die sich vor verkalkten\nKunstschwätzern fürchten, scheinen mir nicht sehr\ndeutsch zu empfinden. Sie fürchten sich nicht\nmehr angeblich, „weil in breiten Schichten der Be-\nvölkerung ein gesundes Kunstempfinden an die\nOberfläche gestiegen ist.\" Das Kunstempfindeiii\nsieht zwar noch nicht sehr sauber aus, weil es\neben erst an die Oberfläche gestiegen ist, aber\ndie breiten Schichten der Bevölkerung haben stets\nschlechte Bilder gekauft. Sie könnten höchstens\njetzt noch schlechtere Bilder kaufen. „Das sichert\nden Kämpfern den Rückhalt.\" Kämpfer müssen\nauch Brücken abbrechen können. Das Kämpfen\nmit Rückhalt hat seine Nachteile. Die Kämpfer für\ndie Kunst haben stets rückhaltlsos gekämpft. Sie\nwurden zwar im Rücken angegriffen, ihre Augen\nstanden aber zur Kunst gerichtet. Sie stürmten\nzwar nicht gewissermaßen den Zeitgeist, .dafür\nstürmten sie die Zeit, die den Geist unnatürlich\nfand. Der Deutsche fürchtet sich nicht in der Min-\nderheit, auch wenn rückhältige Streiter noch so\nschwätzen. Doch will ich auch den andern un-\nbekannten Verfasser zu Namen kommen lassen:\n„Der bislang unbekannte Verfasser ist der Ge-\nheime Baurat Prof. Dr. Albrecht Haupt in Han-\nnover.\" Nun wagt er sich um Haupteslänge an\ndie Oberfläche. Aber nur der Doktor Robert Volz\nbemerkt es: „Wohltuend wirkt die herbe Klar-\nheit, mit der er alles durchleuchtet; das Emporkom-\nmen unverfrorener Nichtskönner, in denen die\nMenschen ringende Große zu sehen glauben, die\nKurstreibereien der Kunsthandlungen, die wider-\nsinnigen Versuche, die Akademien von ihrem\nPlatze zu verdrängen, das gewissenlose Spiel der\nvielen kleinen unfähigen Kunstschreiber usw.\" Die"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "39", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.3", "texte": "Durchleuchtung mit herber Klarheit wirkt ziemlich\ndunkel. Und unverfrorene Nichtskönner sind seit\nje mit Wärme empfangen worden. Das ist das\nmenschliche Mitleid. Wem die Leinwand zu hoch\nim Kurse steht, der braucht sie nicht zu kaufen.\nBeschmierte Leinwand ist seit je zu hoch bewertet.\nHingegen haben Akademien bisher nur die wider-\nsinnigen Versuche gemacht, Künstler von ihrem\nPlatze zu verdrängen. Und die vielen kleinen un-\nfähigen Kunstschreiber haben seit je ein gewis-\nsenloses Spiel damit getrieben, Abbildungen als\nBilder zu preisen. Nun hat dies Alles nichts mit\nder kranken Kunst zu tun. Schon die bewährten\nKlassiker beschwerten sich darüber, daß die Kunst\nin Deutschland keine Anerkennung fand. Nicht die\nKunst braucht den Erzieher und nicht der Künstler.\nDen Erzieher brauchen die Professoren und Dok-\ntoren, die aus der Schule schwätzen. So war es\nim Jahre 1911. Im Jahre 1916 hingegen beginnen\nendlich die breiten Schichten der Bevölkerung das\nzu timi, was Schüler tun: auf die schlechten Er-\nzieher zu pfeifen.\nDie falsche Nutzanwendung\nHerr Heinrich Wölfflin, der Münchener Kunst-\ngelehrte, es ist aber nicht so schlimm, hat „in\nlichtvoller Weise zur Kunst unserer Tage Stellung\ngenommen.\" Die Werkstatt der Kunst und alle\nKunstgelehrte von München und Nachfolger blicken\nauf. Ich muß leider etwas Schatten verteilen, da-\nmit das Wölfflin-beliebte Helldunkel Rembrandts\nin Erscheinung tritt. Die Herren Kunstgelehrten,\ndie von Kunst etwas helldunkel ahnen, machen\nimmer falsche Nutzanwendungen, wenn es sich\num Namen handelt. Mag es nun der sehr be-\nrühmte Herr Wölfflin oder der halbberühmte Herr\nWorringer oder der nichtberühmte Herr Deri sein.\nHerr Wölfflin verkündet seinen Hörern: „Bild und\nWirklichkeit können nie ineinander aufgehen; die\nWirklichkeit ist immer etwas absolut Anderes als\njede Bildgestaltung. Oft kann mit völlig natur-\nfremden Mitteln ein Eindruck hervorgerufen wer-\nden, der als Wahrheit, als Wesen des Wirklichen\nempfunden wird . . . Aber es ist ein Sonderfall,\ndaß die schöngestaltete menschliche Figur von\nder Kunst aufgenommen wird, und diese Schön-\nheit ist eigentlich etwas von stofflicher Art und nur\nzum geringen Teil das Verdienst des Künstlers . . .\nAuf den Gegenstand, der dargestellt ist, kommt\nes wirklich nicht so viel an . . . Form und Farbe\nkönnen eine so bedeutende Anschauung zeigen,\ndaß der Beschauer auf ganz andere Gedanken\nkommt, ohne daß er es merkt. . . Daß ein Künstler\nfällig ist, ideale Empfindungen zu haben, nützt ihm\nfür seine Kunst gar nichts.\" Also die Lehre des\nExpressionismus. Nutzanwendung des Herrn be-\nrühmten Wölfflin: „Dem Artistentum von heute\ngegenüber ist die Lehre der Kunstgeschichte gel-\ntend zu machen, daß die wirklich großen Künstler\nin allen Perioden doch Leute gewesen sind, die\nmit völligem Bildungsinhalt ihrer Zeit gesättigt\nwaren.\" Woher weiß nun Herr Wölfflin, daß die\nKünstler, die man Expressionisten nennt, nicht\nauch soviel Bildung genossen haben, daß sie dar-\naufhin hungrig wurden. Nämlich nach Kunst.\nTrotzdem sie alle sogar die Bücher des Herrn\nWölfflin gelesen haben. Also mit dem Bildungs-\ninhalt ihrer Zeit übersättigt sind. „Die bloße\nAtelierkunst, das Sektentum in der Kunst hat nie\neine lange Lebensdauer gehabt.\" Das stimmt\nwieder nicht, denn die Rembrandt-Deutschen\nmalen und leben noch immer feste druff. Während\nder berühmte Herr Wölfflin wenigstens so vor-\nsichtig ist, überhaupt keinen Namen zu nennen,\nerörtert der halbberühmte Herr Worringer die\nTheorie des Expressionismus und wendet sie glatt\nauf den Impressionismus an. Der unberühmte Herr\nDeri versucht sich auszureden. Das Schreiben ist\nihm zu gefährlich. Aber man kann auch über\nReden schreiben.\nHerr Deri über die Fu-\nturisten 1912:\nUeber Russolo: Richtig\nist. daß zwei Anschauun-\ngen miteinander kumuliert\nwerden ... Aber diese bei-\nden Anschauungen .. sind\neben in unserer Erinne-\nrung verbunden. Unsere\nVorstellungen besitzen\nohne weiteres die Mög-\nlichkeit der Verbindung\nvon Erinnerungen ver-\nschiedener Erlebnisse.\nHerr Deri über die Fu-\nturisten 1916:\nUeber Russolo: Hätte\nz. B. Michel Angelo ein\nBild gemalt, so hätte er\nrein gefühlsmäßig den\nvordersten Keil als den\nspitzesten den letzten als\nden stumpfesten ge-\nbraucht. Dieser Futurist\naber geht von der ganz\nkalten Berechnung aus,\ndaß beim Vorstoß die\nSpitze allmählich stumpf\nwird. Wieder ein deut-\nliches Zeichen für den\nrein verstandesgemäßen\nAufbau.\nEs bleibt zu bedauern, daß Herr Deri nicht\nsämtliche Bilder von Michelangelo neu malt. Er\nhat sich ja bereits verpflichtet nach kurzem Mal-\nunterricht Bilder von Severini zustande zu brin-\ngen. Was kann da bei etwas längerem Malunter-\nricht nicht noch alles herauskommen. Denn noch\n1912 gab das Bild Pan-Pan-Tanz in Monico für\nHerrn Deri „den wirbelndsten, reichsten, lebendig-\nsten Eindruck eines Tanzsaals.\" Wenn Herr Deri\ndas schon nach kurzem Malunterricht erreichen\nikann, werden ihn nach längerem Malunterricht die\nHerren Wölfflin und Worringer zu einem Künstler\nernennen dürfen, der mit dem Bildungsinihalt\nunserer Zeit gesättigt ist. Für die späteren Ar-\nbeiten, schriftlichen Arbeiten des Herrn Deri sei\nfür die Zeiten seine Vortragsbemerkung aufge-\nhoben, Kandinsky wäre ein ganz mittelmäßiger\nMaler, dessen Bilder auf dem Mißverständnis be-\nruhen, musikalische Dinge zu malen. Das sei hier-\nmit in die Welt posaunt, damit es Herrn Deri nicht\netwa einfällt — nach abermals vier Jahren für\nKandinsky die große Pauke zu schlagen. So et-\nwas kommt nämlich bei ganz mittelmäßigen Kunst-\nschriftstellern vor.\nDie kleine Mode\n..Künstler, die sich in den Dienst der Mode\nstellen, definieren das Wort Mode. Das Snobisti-\nsche sogar macht nur Vergnügen, wenn ein wenig\nTiefsinn. Theorie und graue Ernsthaftigkeit dabei\nsind.\" Herr Karl Scheffler hält sich für einen\nKünstler, da er sich in den Dienst der Mode stellt\nund dem die Kunst nur Vergnügen macht, wenn\nsein Tiefsinn, seine Theorie und seine graue Ernst-\nhaftigkeit dabei ist.„Das haben wir erlebt, als\nvor einem Jahrzehnt Maler und Architekten zu\nDamenschneidern wurden, als das Künstler kleid\nentstand, und wir erleben es heute wieder, wo\njene Kunst, die sich anspruchsvoll Expressionis-\nmus und Kubismus nennt, ein zärtliches Liebes-\nverhältnis zu dem mondänen kleinen Mädchen\n„Mode\" unterhält und wo dieser Liaison unter\nAndern ein geistreicher Anwalt der lat und des\nWortes in Otto Haas-Heye erstanden ist.\" Jene\nKunst,. die sich anspruchsvoll Impressionismus\nnennt, uniterhält ein zärtliches Liebesverhält-\nnis zu den mondänen kleinen Modellmädchen\nund dieser Liaison ist unter Andern ein kunst-\narmer Anwalt der Tat und des Wortes in Karl\nScheffler erstanden. Die Kunist, die Kunst ist\nund anspruchslos Expressionismus und Kubis-\nmus genannt wird, hat zur Mondänität und zur\nMode so wenig Beziehung, wie die Herren Haas-\nHeye und Scheffler zur Kunst. Selbst wenn man\nRokoko und Biedermeier-Püppchen schlecht auf\ngutem Papier zeichnet, ist damit die Berechtigung\nder Künstlerschaft nicht nachgewiesen. Nun wo\nsich Herr Scheffler als Künstler fühlt, ist ihm selbst\ndie Literatur grau. Sein Stil treibt Blüten, daß\nder Feuilletonist vor Neid gelb wird. „Die Moden\nder Frauenkleidung sind so sehr auf Wechsel und\nGegensätze gestellt, weil — schrecklich indiskret\nes auszusprechen — die Erotik des Mannes stark\ndaran beteiligt ist.\" Was dieser Scheffler —•\nschrecklich indiskret es auszusprechen — für einen\nMut hat. Aber die Frauenkleidung wird ebenso\nschlechte Erfahrungen mit der Beteiligung dieses\nmutigen Mannes machen wie die Kunst. „In einem\nTheaterstück Wedekinds sagt jemand, früher hät-\nten die Männer mehr den Oberkörper und die\nArme der Frau geliebt, jetzt liebten sie mehr die\nBeine. Daß er Recht hat. lehrt ein Blick auf den\nWandel der Mode.\" Ein Blick auf die Beine\nmüßte eigentlich mehr lehren. „Einst wurden die\nBüstenfabrikanten reich, jetzt sind es die Strumpf-\nwirker und Schuhmacher.\" Dieser Tiefblick würde\nhöchstens zeigen können, daß heute Strümpfe und\nSchuhe beliebter sind als »künstliche Büsten. Die\nMode der künstlichen Beine ohne Strümpfe und\nohne Schuhe ist nur auf den Bildern der Impres-\nsionisten zu finden. „Was kommen wird, ist noch\nunklar. Zur Zeit schwankt die Mo-de ungewiß.\"\nViel Raum bleibt der Mode nicht mehr übrig, aber\nwie Scheffler sagt, Genaues weiß man nicht. „Die\nMänner, die die Forderung diktieren, sind jetzt im\nKriege. Mit welcher Art von fordernder Phantasie\nwerden sie zurückkehren? Das ist die Schicksals-\nfrage für manchen Fabrikanten.\" Die Fabrikanten\nwerden schon die neueste Mode aus Paris mit-\nbringen, daran wird das Schicksal des Herrn\nScheffler nichts ändern. Ueberhaupt sollte man-\ncher Kunstschriftsteller schon längst gemerkt ha-\nben, daß es immer anders kommt, als er es nicht\nglaubt. Die Männer, die die Forderungen diktieren,\nsind stets im Kriege. „Vor dem Kriege war die\nMode reichlich provoziert. Offenbar, weil —\nschrecklich indiskret es auszusprechen — die Ero-\ntik des Mannes stark daran beteiligt war: sie war\nes, weil die blasiert und die etwas impotent gewor-\ndene Männlichkeit gereizt werden sollte.\" DieMode\nwar unnatürlich, weil der brave Herr Scheffler\nso natürlich ist: „Je natürlicher, frischer und aus-\ngiebiger nun aber die männliche Zärtlichkeit für\ndie Frau aus dem Kriege hervorgeht, desto\nweniger braucht sie raffinierte Reizmittel.\" Diese\nausgiebige männliche Zärtlichkeit wirkt mehr ge-\nreizt als reizvoll. „Die Entscheidung darüber geht\nnicht von Fabrikanten und Künstlern aus, nicht\neinmal von der Frau; sie hängt mit erotischen\nPhantasien der Männer zusammen. Das auszu-\nsprechen ist wohl unschicklich; aber die Natur des\nMenschen ist nun einmal höchst unschicklich ein-\ngerichtet.\" Das auszusprechen ist ja wohl, —\nschrecklich indiskret es auszusprechen — un-\nschicklich; aber die Natur des Naturalisten ist nun\neinmal höchst indiskret eingerichtet. Die Natur\nhat es aber höchst schicklich eingerichtet, daß sie\nohne die erotische Phantasie der Naturalisten aus-\nkommt. Wenn die Herren erst ausgiebig zärtlich\nwerden, darf die Frau in Sack und Stulpen gehen.\n\nHerwarth Walden\n\nGedichte\nPeter Baum\n\nGefallen am 5. Juni 1916\nAus dem Nachlaß\nI\nDie Müdigkeit muß Süße offenbaren\nIn hohen Lüften Her- und Widerfahren.\nWie Mädchenscheine lugt es aus den Zügen;\nSie töten uns mit klirrendem Vergnügen.\nUnd immer Tausende Maschinen platzen.\nEin Durcheinanderspeien zarte\" Fratzen.\nIm jüngsten Sturm entzünden sich die Axen.\nHände und Küsse zu uns nieder wachsam.\nMein Kopf treibt mit Walküren Faxen."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "40", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.4", "texte": "II\nWir sitzen da mit wenig Haaren,\nAls seien eben wir geboren,\nUnd sind doch lange schon bei Jahren.\nGeschichte immer sich enthüllen,\nAls wärew wir noch junge Füllen,\nMit Zukunftsrauschen in den Ohren.\nIII\nLeuchtkugeln sieigen hoch hinauf,\nNacht'hebend Feuerwerk und Lichtgebraus\nZerfallenden Alonds. So starr ragst Du dahin\nBei Deinem Lauf, wie die erhellten Häuser.\nLeuchtkugeln aus gesträubtem Tigerhaar;\nJeder erhellten Regung lauert auf ein Hahn\nBei Späherblick, als blute noch der Tag,\nDa jeder war des andern Wild,\nMund lag bei Kehle,\nBis man vernahm des andern Orgelton.\nMit aufgerißne;ni Augen staunst Du auf die Pracht\nDes bunten Raubtiers, funkelnd aus der Finsternis.\nBis wieder tief vergräbt mich Nacht und Schneien,\nGraugrüne Augen halten wach die wilden Melo-\ndeien.\n\nNacht\nLothar Schreyer\n\nBlaue Lichtwellen gleiten durch die Nacht.\nDas Leuchten entschleiert den dunklen endlosen\nGang. Johanna kniet an der Wand.\nJohanna: Lange Gänge aus der Tiefe\nschwindelnd gewunden\nAufwärts\nDoch nur zwischen Wänden.\nHinter dunklen Wänden ein Geheimnis.\nNoch sind die Türen verboten.\nEinmal wird der dunkle Gang zerbrechen.\nHelle Höhen glänzen in den Raum.\nKeine Wände mehr\nRauschen Traumbaum\nHingezogen.\nBlatt und Vogel und Gesang\nAufgebrochene Mondblüte\nBlatt Vogel Rauschen Gesang.\nPlötzlich rühren Füsse Staub\nTasten wieder entlang an der Schwelle.\nStirn an Tür\nGriff an Wand\nStöhnt Blut.\nBlut ist in mir, wenn ich mich geschnitten habe.\nHerz stößt meine Hände, wenn ich meine\nBrüste lasse.\nStrahl\nZerklirrt das Fenster\nIn mich.\nBlume blüht auf im Licht.\nTier schaut aus der Tiefe.\nIch rufe\nRuf Umarmen Strahl-\nLied des Mondlichts\nWeg ohne Wahl\nIch.\nKarl (ist nahe)\nKarl: Schwester\nJohanna: Bruder\nKarl: An verbotener Tür\nJohanna: Lauschen Komm!\nDie Tür (leuchtet)\nKarl: Ich schlage das Holz.\nJohanna: Sie werden uns hören.\nKarl: Wir werden hören.\nJ o h a n n a i schlagen!\nKarl: Ich höre.\nJohanna: Durch das Schlüsseltoch fährt ein\nkaltes Messer. Sein Hauch tropft\nKarl: Sehen!\nJohanna: Nein!\nKarl: Ich mache mich groß.\nJohanna: Tu es! Nicht!\nKarl: Ich kann es.\nDie Stimme der Eltern: Johanna Karl\nKarl: Schwester\n.'ohanna: Nein!!\nKarl: Ich kann es nicht.\nJohanna: Nein!!\nJohanna (fällt)\nKarl (fällt)\nKarl: Sie wissen alles.\nJohanna: Sind da.\nKarl: Ich erkenne sie nicht.\nJohanna: Sie erkennen uns nicht.\nKarl: Ihre Gesichter sind böse.\nJohanna: Sünde in uns! Sünde über uns!\nKarl: Unsere Schularbeiten vergessen!\nJohanna: Schläge! Der Lehrer!\nKarl: Sie schicken ihn.\nJohanna: Mutter! Vater!\nKarl: Jetzt Still Vorbei.\nDie Tn r (erlischt)\nJohanna: Verloren.\n*\\rl 1 (timtasten sich)\nJohanna J\nWohin\nJohanna |\nJohanna: Schatteiii ist alles.\nKarl: Wir sind.\nJohanna: Wir und wir im Spiegel. Mein Glanz.\nMein ist der fremde.\nKarl: Schäme dich nicht!\nJohanna: Mein Tier! Du Trost!\nDas Tier (liegt an Johannas Brust)\nJohanna (blüht empor)\nJohanna: Du bist Dein Rücken ist zärtlich in\nmeine Hände gehoben. Deine Augen sind auf.\nIn deinen Augen bin ich.\nKa r 1 (hält die Hände über sie)\nKarl: Deinem Tier entgegen bin ich gedrängt.\nDeine Quelle fließt über mich hin. Ich wachse\nin meiner Brust. Tiefe Wurzeln brechen sich\nhoch. Es blüht. Es ist eine Blume aus meiner\nBrust. Es ist ein Stern.\nJohann a: Tier du\nKarl: Blume du.\nKarl ) Schwester\nJohanna | Bruder.\nAndreas (glänzt steht)\nAndreas: Ja. Nun bin ich gekommen\nKarl 1\n. i _ } Wir kommen.\nJohanna j\nAndreas: Der heimliche Weg ist gebaut.\nDas Tier ist mein Bote.\nDie Blume mein Gruß.\nKein Gang ist zu lang.\nKeine Wand ist zu hoch.\nDie fremden Türen führen zu uns.\nKarl: Den Schlüssel stahl ich\nDen Schlüssel verlor ich.\nJohanna: Ein Tier ist geboren\nEine Blume erweckt.\nDer Gang geht\nGeburt zu Tod.\nDie Wand mauert den Körper gebrechlich.\nPuppenspiele.\nAndreas: Die fremde Türe öffnen wir nicht.\nDie Blume öffnet die Türe der Frucht.\nDas Tier öffnet die Türe dem Blut.\nDer Gang wandelt Menschen um Menschen.\nDie Nichterkannten erkennen sich nicht.\nHaschenspielen und Verstecken\nRund um die dunkele Kugel.\nZerbrechende Wand\nSchwebende wir.\nJohanna: Ich bin Kristall.\nWir sind Kristall\nSchwebende\nKlar\nHart.\nAndreas: Es zersplittern die Kristalle.\nSterne fallen\nRegnen in den Schoß der Erde\nSamen unbekannter Welt.\nHerzsaat wirbelt Traummeer.\nBlühen Reifen.\nSehnen trennt zur Vielgestalt\nAlle Wellen sehnen\nEin Meer\nEins mit dir.\nAndreas (umschlingt Knabe uad Mädchen)\nJohanna )\n„ . \\ Eins mit dir.\nKarl |\nKarl: In uns\nJohanna: In uns.\nAndreas: Wir sind die rauschenden Blätter\nkühlende Brunnen*\nWir sind die Wellen im Meer.\nWiege ist Schaukel\nVon Mond zu Mond\nHängt unser Haar\nGestrählt.\nHerzschlag schwingt uns im Kreise\nUeber uns unter uns\nUnsere Augen\nKuß.\nKarl: Blühen wir auf\nTiere erwachen\nSchreien\nDinge zerbrechen\nEntrollen\nZerstäubt.\nJohanna: Strahlenlied\nAndreas\nJohanna • Stern\nKarl\nKarl: Oeffnen die Lippe«\nHauchender Mund.\nDer Spiegel ist gekräuselt von einem Tanz.\nSohlen von Mädchen die fliehen\nSohlen von Knaben die fliehende berühren.\nJohanna: Lichtvogel\nSilberflügel schwebe*\nZitternde\nTropfen die steigen\nBlauer Mantel\nFaltenfall\nKörperlos\nLichtvogelmund.\nDer Strahl (klingt)\nAndreas: Lied singt.\nSilberne Wellen gleiten\nO helles Gewand\nLösen sich unsere Glieder\nLösen sich Gang und Wand\nSchweben im Ton\nTönen wir\nLied.\nDie Wände (zerbrechen)\nDer Strahl (strömt zu Licht)\nDie Körper (sind eins)-\nDie Stimme: Lied Du Seimen.\nSehnen Traum\nSehnen wir Traum\nSehnen ,\n' I i\nWerden 112\nTraum\nO"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "41", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.5", "texte": "Jacoba Van Heemskerck: Holzschnitt/ Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "42", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.6", "texte": "Du\nWir\nUns\nDie Körper (fließen im Licht)\nDas Herz der Nacht schlägt laut Es wird\ndunkel. Nur der Strahl flirrt steht zittert platzt.\nTropfen streuen hinauf und herab. Sie fallen in die\nNachtblumen des Gartens. Die Nachtblumen\nglänzen kindergroß. Im silbernen Licht dreht der\nTanz.)\nJohanna\nAndreas • Verwandelte wir.\nKarl\nTausendgesicht\nWieviel Herzen wieviel Füsse\nTanz und Ton nur eins.\nEwigleiche wir.\nEinsgesicht\nWieviel Herzen wieviel Füsse\nOhne Ende Ton und Tanz.\nJohanna: Knospenkelch erschlossen\nKarl: Blütenblatt windgeworfen\nAndreas: Lächeln du\nJohanna\nAndreas Kuß\nKarl\nHelena\nGabriele f(bluhen auf)\nFriedrich ). ,\nü , . , (blühen auf)\nFerdinand J\nHelena\nGabriele\n, . u Geboren\nFriedrich\nFerdinand\nDa\\ i d | auf)\nMartin j\nDavid 1\nns , ■ (Welle\nMartin j\nBeate )\nSybille ! (blühen auf)\nAgathe J\nBeate\nSybille > Strahl.\nAgathe\nAndreas (steht)\nAndreas: Die Erdenblume sieht in den Himmel.\nIhre warme Blüte ist Fleisch.\nSilberne Samenfäden zitternde wir.\nSternenglieder in die Nacht gebettet\nGarten im Mond\nSingender Vogel.\nDie Mädchen: Lied Lied\nDie Knaben: Du Du\nDie Mädchen: Tanzende\nDie Knaben: Tönende.\nAndreas: Wege sind bestreut mit Füssen.\nBlühende Augen\nLippen\nOeffnen zarten Leib.\nBlühend geöffnet ausgestreut\nKeimender Garten\nMein Wilder!\nWild singt das Lied.\nErdroter Mond!\nDie Mädchen: Wirbel Wirbel\nDie Knaben: Sturm\nDie Mädchen)\nDie Knaben j \"eiz\nAndreas: Flamme!\nZerschlagen ist meine Brust.\nAufrauscht mein Feuer.\nSchwellend such ich unrauscht\nMich\nDu!\nKomm!\nDie Sonne ist in die Nacht gefallen.\nMeine Sterne erblassen im Kreise\nMeine silbernen Glieder ihr.\nNachtvogel verwandelt sich brennend.\nMond dein lächelnder Tod\nSah ich in deinem Schatten mich.\nIn deinem Schimmer seh ich mich\nDurch Schatten und Schimmer dreh ich mich\nEinmal zu greifen zu halten\nEwig Spielendes binden\nMich\nJohanna!\nJohanna: Andreas!\nAndreas (reißt Johanna)\nDie Knaben (schreien)\nDie Mädchen (schreien)\nr^i<3 1 frechen in die Knie)\nDie Madchen J\nAndreas: Blätter werden sich trennen vom\nBaum\nFrucht von der Blüte\nTropfen von Wolken und Augen\nMenschen werden sich trennen\nWir trennen uns nicht.\nJohanna: Niemals bin ich fortgegangen\nNiemals mußtest du mich fassen\nBin dein Leuchten nur.\nAndreas: Strahl in meinen Händen\nMein!\nWerde Licht\nWill ich dich zerbrechen!\nAndreas: Weißglühende Hingeflossene\nFern war ein Abend in den ich sank.\nWir waren versunken\nGestalt\nNiedergesunkene.\nNiedergezwungen in deine Falten\nBin ich\nMondfarbenes Kleid.\nJohanna: Ueber mich Aufgeflogener!\nRauschender!\nMeine Schenkel sind Flügel.\nWir fliegen zusammen\nEinst.\nAndreas: Die Blume blüht eine fremde Blüte.\nDer Vogel singt nicht sein Lied.\nDie drehenden Sterne stürzen.\nEiner zerschlägt den Garten im Mond.\nNacht Sturm.\nJohanna: Ich glaube daß der Schatten leuchtet.\nIch glaube daß die Steine wachsen.\nIch glaube daß ich ein Kristall bin\nUnd Lied\nBlüte.\nAndreas: Nun blüht dein Haar\nDer Duft ist über die Erde gegossen.\nNun singt dein Herz\nDer Sang tönt in der Grotte des Meeres.\nDie Schatten der Wellen sind Glanz\nDie Steine heben dich mir zu\nKristall\nLicht.\nJohanna: Ich fühle die Sonne in meinem Haar\nIch fühle die Sonne auf meiner Brust\nIch fühle die Sonne in meinem Körper\nDich.\nKarl (schwankt): Johanna!\nAndreas: Meine Hände sind in deinem Haar\nMein Herz stürmt auf deiner Brust.\nEmpfangen\nWir.\nKarl: Raub!\nAusgebrochen das Tier das wir liebten\nDie Verlorene\nKomm zurück!\nGib zurück!\nRauschende Ohren verschlossen.\nDie verbotene Tür steht auf\nAuf!\nAndreas: Gestalt!\nJohanna: Mein.\nAndreas: Du\nNoch bist du.\nLicht das ich beschatte\nLicht meinen Schatten zerschmelzend\nZerschmilz!\nAußer mir du\nIn mich dich.\nMeine Finger um deinen Hals\nSchlagende Adern\nZucken in mir\nNiemals ein Ende.\nDeine Brust aufgebäumt\nFühlen!\nFlamme\nWarm in Händen\nBrich Nacht!\nAndreas (greift würgt)\nJohanna (zerbricht)\nKarl: Mord! Mord!\nDie Knaben \\ , . t _1 .\nrw. A, .. , , \\ (schlagen die Erde)\nDie Mädchen |\nAndreas (starrt) *\nAndreas: Mond mein!\nNachtgesicht blutgeöffnetes Herz\nFeuerregen um mich.\nIch trat ins Licht\nZertrat.\nEs spalten die Bäume sich.\nDie Blumen reissen die Knospen auf.\nDie Tiere stöhnen um Tiere.\nDie Steine schleudern um Steine.\nDie Wasser stürzen den Wassern zu.\nUnd ich.\nKarl: Schwester\nAndreas: Ruf\nVergessener Sinn.\nWeit ist die Asche im Wind geweht.\nDie Täler öffnen die dunkelen Tore ins Land.\nMenschen weiden die silberne Wiese ab.\nHirn und Herz mähen die heimliche Saat.\nSternsaat der Nacht wird Brot und Kot.\nBlutende Puppen umschlingen die Glieder.\nMein ist der Tanz.\nIch fliege\nLichtblauer Schmetterling.\nKlebrig an meinen Sohlen\nVerlassene Puppe\nToter Balg!\nAndreas (tritt Johannas Haar)\n•'Ohanna (ist hochgerissen)\nKarl: Schwester\nAndreas: Fort!\nStaub im Strahl!\nVerwehe!\nFrei!\nAndreas (schleudert den schwankenden Körper\ndem Bruder zu)\nJohanna (schwankt ohne Leben)\nDer Glanz (lischt aus)\nDie Stimme des Lehrers: Sünde!!\nDer Lehrer (im IViondschatten groß schwarz.\nSeine Peitsche in gelben Händen schlägt die\nBlumen).\nDie Knaben ), .\nt-v • A/t .. , . > (sind nicht mehr da)\nDie Madchen]\nKarl\nAndreas (bäumen gegen den Schlag)\nJohanna\nDe r Lehr e r: Steht! Gefunden. Flucht? Und\nnehmet ihr die Flügel der Morgenröte! Hast du\ndeinen Katechismus gelernt? Sind deine Re-\nchenaufgaben gemacht? Hast du dich den Bu-\nben an den Hais geworfen? Hast du deinen\nGott vergessen? Du hast dein Tier geliebt! Zur\nStrafe haben deine Eltern das Tier in den Käfig"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "43", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.7", "texte": "gesperrt. Ich werde es dort dressieren, bis es\nstirbt.\nJohanna: Nie!\nAndre a s: Ich habe es mit Lust getötet!\nKarl: Ja!\nDer Lehrer: Mit welcher Lust? Gesteht! Mit\nwelcher Lust? Auf die Folter mit euch! Heran\nihr Schandbuben! Ist das ein Kind?! Das da\nmit den langen Haaren zwischen euch? Seht!\nDa beult das Fleisch auf der Brust Brüste! Seht\nden Leib! Ist er schon euer Gefäß? Möchtet\nihr sie fassen Fleisch an Fleisch?\nKarl: Nie! Nie! Nie!\nAn dreas: Johanna!\nDer Lehrer: Tut es weh?? Herunter mit\ndeinem Kleid! Ich zerschlage dein Herz. Da!\nDa! Da!\nKarl (schreit auf die Erde)\nAndreas (blindet)\nDie Peitsche (krümmt Johanna)\nDas Dunkel (stürzt).\n(Das Herz der Nacht schlägt laut.)\nDer Strahl (zersucht blau gleitet glimmt)\nTie Stufen (schweben)\nDie Knaben \\.\nDie Mädchen J(schlafen in die Stufe\" gehüllt)\nAndreas).,\nJoha n n a I Detreten die Schwelle)\nAndreas: Die Nachtwache umstand uns mit\nblauer Flamme.\nDas Mondkleid war unser mondweiser Körper.\nWir standen um uns.\nWach\nBläue war alles\nFlamme alles\nWir.\nJohanna: Tiefer in uns gesunken\nO Licht daß du uns trägst\nIn uns!\nAndreas: Verzücktes Wachen der Nacht!\nDer Nachttraum spielte uns blühend auf.\nDeine Hand öffnete ihre Finger\nEntrollte wir\nDer Traum zerbrechend die Nacht.\nFrüchte gibt es die blühen.\nSpiele sind Schatten vor unserem Fuß,\nWissen wird ein Wort\nAuf.\nJohanna: Tiefer in uns gesunken\nO Licht daß du uns trägst\nIn uns!\nAndreas: O wachende Nacht o träumende\nNacht!\nSchon sinken die Stufen tief.\nMeine Füße fließen dahin.\nDeine Hand schwebt.\nDas Nachtkleid ist unser mondweißer Körper.\nDeine Hand öffnet ihre Finger\nGelöst\nSchlafende Nacht.\nJohanna: In uns\nLicht daß du uns trägst\nTiefer in uns gesunken.\nAndreas: Tief.\nJohanna: Sinkend in dich\nAndreas: Bett von Licht\nJohanna: Flügel von Blüten sind.\nAndreas: Der Mond hat ein Herz.\nAn seinem Schlag lehnen wir schankend.\nDie Schwelle fließt im Licht\nLichtwolke.\nSieh höre!\nci r 1 \\\nHelena /(schlafe\"): Geliebt\nAndreas\nt l lon fremd.\nJohanna )\nAndreas: Die silbernen Stufen sind die Saiten\nder heimlichen Harfe.\nIch spiele mein Lied.\nMeine Glieder sind die Stufen zu einer Tiefe.\nDeine Füße wandeln in mich.\nDu tönst meinen Ton.\nJohanna: Es war ein vergessenes Spiel.\nDu hast mich in ihm geschlagen.\nMit dir\nFern\nUnd\nGut.\nAndreas: Gefallener Traum\nGrauen kriecht\nSchlingarme um mich\nGier.\nO Kraft!\nJohanna: Sehnen!\nAndreas: Dein Körper ist ein anderer als\nder meine.\nAber der Traum ist gleich.\nAber der Schlaf ist gleich.\nSchlaf und Traum sinken in sich.\nKörper!\nJohanna: Menschen umfesseln sich.\nWir gehen hervor.\nTiere tanzen über den Mond der Nacht.\nGlut spritzt in das Silber der Sterne.\nWeiß bleichen die gelösten Glieder\nauseinandergereckt\nBetretene Stufe zurückgeflossene du.\nAndreas: Die geweiteten Augen sind erstarrt.\nEnde!\nDie matten Schatten tropfen herein.\nLeere\nSchlingt\nUns.\nAndreas \\\nT ,\nJohanna )\nJohanna: Die Wasser nässen aus meinen\nHaaren.\nEs ist ein Stein unter meinen Füßen der weint\nEs ist ein Vogel der nicht mehr singt\nEr trägt unter seinem Flügel Blumen die\nniemand sieht\nKlage.\n, ... , _ ,\nn , . , < (schlafen): Geburt.\nGabriele/\nJohanna: Klage ist Anklage geworden.\nLösten wir uns aus Geschlechterumschlingung\nAus Mutterleib\nFern gehen Körper ihren Weg.\nAndreas: Schaudernd haben wir das Fremde\ngesehn.\nHände sind auf unsere Herzen gelegt.\nWir werden stark an ihrem Opfer\nUnd tragen es nur wie ein Kleid\nAlles von uns zu werfen.\nJohanna: Das Gute hat sich zum Bösen\ngekehrt.\nDie Einsamen verlassen sich höhnend.\nIn den Wäldern werden die Teiche schwarz.\nDie Wasser schlagen die Augen auf.\nAndreas: Ein Bluttropfen schwimmt auf\ndem Schlamm.\nDer schmutzige Schaum ist Brunst.\nKuß\nGebärende.\nEinst tasten die Hände den Geborenen an.\nDer gebrochene Blick ekelt die Liebe.\nJohanna: Liebe!\nAndreas: Das Verwandelte kehrt nicht wieder,\nDie Verwandelten kennen sich nicht.\nDie Verwandlung spielt sie dahin.\nDie Verlorenen\nWir.\nJohanna: Die alten Worte sind Worte\ngeworden.\nDie Verblutenden stehen leer.\nKeiner kann die Türen mehr schließen.\nDurch die offenen gingen schon alle fort.\nAndreas: Leichen beginnen einen trostlosen\nSang.\nDie Blumen drücken die gewölbte Erde.\nDie Erinnerung ist ein gefrorener Strahl.\nDie leuchtende schwindet dahin.\nJo han na: Die Leuchte brennt nicht mehr.\nAusgebrannt sind die gebrechlichen Wände.\nDie Schwelle versank.\nKlage.\nJohanna L, . ,J,\nA , r Gericht!\nAndreas )\nAndreas: Tief ist der Stuhl des Richters\nerrichtet.\nSein Stuhl ist ein Bett.\nSein Stuhl ist ein Grab.\nWir betten uns in das Grab.\nFerdinand \\ , ... , _ ,\nR , i (schlafen): Leben.\ndea t e\nJohanna: Spruch.\nDie sinkenden Stufen bauen die Wände neu.\nEcho und Schrei.\nDir folg ich.\nAndreas: Vor uns!\nUns werden wir einmal umstehn.\nUns werden wir einmal sehn.\nNicht die Gestalt das Gespiel\nNicht dich du mich.\nDas Unerhörte findet Erhörung.\nDas Ungesehene ist Gesicht.\nJ o h a n n a: Gib daß ich unter die Schatten tauche\nDie Hingeworfenen\nMich in die Tiefe zu werfen.\nAndreas: Die Leuchte wirft ihren Schatten\nauf mich.\nMenschen gehen wir groß und gering\nBauen Wände um uns nach uns zerbrechend.\nDas Schiff krampft die Segel breit\nin den Wind.\nTragende Mutter\nRuhen im Schatten\nLauschen der Quelle\nEs baden sich kühl die Satten.\nDie Dürstenden stürzen fort in der Welle.\nWir sind gebannt unter die hängenden Zweige.\nDie kahlen Peitschen schleudern über mich hin.\nDer Herbstmond vertropft sein Blut.\nEiner löst das geronnene Schwarz aus\nmeinem Haar.\nDie Früchte sind reif geworden.\nZur Weinlese stampfen die jungen Füße auf mir.\nGold fällt aus den fallenden Blättern herab.\nZwischen den Nebeln glüht ein Lied.\nEh alles versinkt.\nJohanna: Umschlangen wir uns.\nEinst.\nWachen Traum.\nEinst.\nKindgeburt Trennung.\nEinst.\nWände bauten unsere Hände.\nEinst.\nLichter zündeten unsere Hände.\nEinst.\nAndreas: Wir haben uns einen Schleier gewebt\nIm Dunkel riß er entzwei.\nDer Vorhang ist von meiner Stirn gefallen.\nDen Teppich sucht mein Tritt.\nEin Hemd war um mich gesponnen.\nNun fühle ich meine Gestalt.\nGesicht.\nDas Urteil sprach."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "44", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.8", "texte": "Johanna: Mein Herz webte das schlimme\nKleid.\nMein Herz schlägt nicht mehr.\nIch fühle das deine nicht mehr in der Brust.\nDas Fleisch unserer Glieder ist ein Schimmer\ngeworden.\nUnsere Rede ist eine Welle.\nEs gibt vor ihr keinen Stein und kein Ding.\nTiefe.\nAndreas: Wir durchfließen das Körperkleid\nWir werden uns sehen\nHinab\nIn uns.\nJohanna: Ich bin in einem schwärzlichen\nSchiff gefahren.\nSein eiserner Leib verdeckte das Meer.\nSein schwärzliches Segel hat den Himmel\nverdeckt.\nEin Laken verfault auf mir.\nWo\nBist\nDu.\nAndreas: Du.\n?37f, J (schlafen): Tod.\nSybille J\nAndreas: Ich habe dich verloren.\nIch habe mich verloren.\nIch werde in mir sein.\nWir werden uns sehen.\nJohanna: Mein Suchen ist ein Warten\ngeworden.\nIch taste an einer geschlossenen Tür.\nDie Türen sind uns verboten.\nMeine Flucht ist ein Suchen geworden.\nDie dunkelen Gänge finden das Ende nicht.\nAndreas: Ich höre einen Ton von fallenden\nTieren.\nSie fallen aus einem Himmel den ich nicht sehe.\nSie fallen auf eine Erde die ich nicht sehe.\nDeine Füße geben »keinen Laut.\nDein) Mund ist stumm.\nDein Herz schlägt mich nicht mehr.\nJohanna: Dein Herz schlägt mich nicht mehr.\nAndreas: Blume sind wir gewesen und Stein\nund Tier und Mensch.\nIch war ich.\nDu war ich.\nEiner ist Spiegel geworden.\nWesen und Bild sind in Splitter gebroche«.\nDie Scherben liest keiner auf.\nSie sind die Splitter des Mondes auf einem Meer.\nAber das Meer ist nicht.\nJohanna: Die Furt des Schiffes zerrinnt auf\nder Fläche in Nichts.\nDer leuchtende Flug löst seine Spur in Nichts.\nDer Strudel des fallenden Dinges verdunkelt\nin Nichts.\nAndreas: Du bist nicht gewesen.\nIch bin nicht geworden.\nSterne fallen von meinem Haupt.\nUnbekanntes fließt über geborenes Kind\nUnbekannt.\nMartin \\, .\nAgathe rSChlafet,): Go,t-\nAndreas: In Fremdheit bin ich eingegangen.\nIn Schauer zerstiebt mein Sein.\nKein Werden ist zu enträtseln.\nDer Fremdling offenbart sich nie.\nOffenbarte wir.\nJohanna: Schauer Sein\nWerden Rätsel\nFremd\nOffenbar.\nAndreas: Einsamkeiten umfassen All.\nIn Trennung sammelt sich Eins.\nLeere verkündet die Fülle.\nDer Suchende findet das Andere nie.\nGesuchte wir.\nJohanna: Einsam All\nTrennung Eins\nLeere Fülle\nSuchend Gesucht\nNie.\nAndreas: Nicht ist das AH.\nAlles ist nichts.\nJohanna: Nichtig ist alles.\nAlles ist All.\nAndreas: Nichtig ist nichts.\nNichtig ist nicht.\nJAoh,anna } All ist Nichts.\nAndreas '\nDas Dunkel (umschlingt)\n(Das Herz der Nacht schlägt laut)\nDer Strahl (schmal blitzt zerfällt).\nZwei Strahlen (wellen glimmen fremd)\nAndreas: Die Nachtwache ist von mir gefallen.\nDer Traum ist von mir gefallen.\nDer Traum ist gesunken in den Schlaf.\nSchlaf hat mich geboren.\nJohanna: Der Schlaf ist gesunken in mich.\nDer Traum entrollt seine Spiele nicht mehr.\nZur Nachtwache bin ich nicht wach.\nAndreas: Aus der Tiefe tut mein Gesicht\nsich auf.\nNacht.\nJohanna: Nacht ist.\nDer Schrei (schreit nicht)\nAndreas: Die Nacht sieht mich an.\nDie Tür ist aufgegangen vor meinem Wunsch.\nDie mondhelle Schwelle hab ich verschlafen.\nGewichen sind die aus mir blühten.\nEs war eine Treppe in meine Tiefe geöffnet.\nIch ging die Stufen in mich hinab.\nIn mir verlor ich.\nVergessen.\nKleid Leben.\nEs ist selig Du zu sein.\nEs ich selig Ich zu sein.\nIch werde nicht mehr liegen im Traum.\nEin Ton war in meiner Hand den ich nicht hielt.\nEin Tanz war auf mir der verwehte.\nEine Wärme an meiner Brust flatterte auf.\nVergessen.\nSie haben ein Wort das Liebe heißt.\nSie haben ein Glück das ich nicht kenne.\nDas ist nicht mein.\nEinem gehört es zu.\nDu sagst es mir einst.\nSchweige!\nDeine Hände sind verkrampft.\nUeber deinem erstarrten Knie sind die Falten\nstarr.\nDeine Augen schaudern über deinen Lippen.\nDu trägst die Male der Finger an deinem Hals.\nOeffne die Finger nicht!\nOeffne die Augen nicht!\nWir haben vergessen Abschied zu nehmen.\nEs gibt keinen Abschied mehr.\nEs ist zu spät.\nDie Blätter der Bäume sind welk.\nDer Mondknabe stirbt in seinem Schimmer.\nSein kühles Leuchten klagt in den Wind.\nIn Traumsüchten kreisen die Worte.\nDas maßlose Laken umflattert den Körper.\nO Segel! O Sturm!\nDie silbernen Augen tropfen über mich hin.\nEin Sehnen ist in die Nacht gefallen.\nDu.\nDas Verlorene schmerzt nicht mehr.\nUeber die Nachtwende ist mein Fuß gegangen.\nDas Antlitz des Endes fließt gläsern dahin.\nDer Vogel fliegt fort.\nSingen will ich das neue Lied.\nJohanna: Der Mondknabe ist verbrannt.\nAn seinem Herz ist er verbrannt.\nDas Mondmädchen lag an seinem Herz.\nDas Mondmädchen ist verbrannt.\nAn seinem Herz ist es verbrannt.\nDer Mondknabe lag an seinem Herz.\nSang\nSchweigen\nDunkel\nDie Leere\nEnde\n\nKaiser Arturs\nSchachspiel\nAus der Erzählung vom Traum des Rhonabwy\nHaehgediehtet von Adolf Knoblauch\nKymrisch\n\nEin Rufen hub an, nach Eirynwych A.mheibin,\nArturs Diener, einem roten groben ungefügen\nManne mit rotem Backenbart und borstigem Haar.\nUnd siehe, er kam auf hohem rotem Pferd, dessen\nMähne zu beiden Seiten geteilt war, lind führte\nein großes prächtiges Saumroß herbei. Der unge-\nfüge rote Bursche stieg vor Artur vom Pferde\nund zog aus dem Ballen einen goldenen Stuhl und\neinen Teppich von gesticktem Atlas. Vor Artur\nbreitete er den Teppich aus, an dessen Ecken je\nein Apfel von rotem Golde war. Und auf den\nTeppich stellte er den Stuhl, der so groß war, daß\ndrei gewappnete Krieger darin zu sitzen ver-\nmochten. Des Teppichs Name war Gwenn, und\neine seiner Eigentümlichkeiten bestand darin, daß\nwer immer auf ihm war, ihn Niemand erblicken\nkonnte, während er Jederman sali. Er konnte\nkeine Farbe als die ihm eigene bewahren.\nUnd Artur saß auf dem Teppich Gwenn, vor\nihm stand Owain. „Owain\", sprach Artur, „willst\ndu Schach spielen?\" „Ich will es, Herr.\" Der\nrote Bursche brachte das Schach für Artur und\nOwain, goldene Stücke und ein Silberbrett. Sie\nbegannen zu spielen.\nAls sie dabei waren, sich zum Besten am Spiel\nzu unterhalten, erblickten sie ein weißes Zelt mit\nrotem Traghimmel, und auf der Spitze des Zeltes\neine ikohlschwarze Schlange. Im Kopf der Schlange\nstaken rot funkelnd giftige Augen, eine rotflam-\nmende Zunge.\nEin junger Edelknabe kam mit Gelblocken-\nHaar, blauen Augen und frisch keimendem Bart,\ner trug Rock und Ueberrock von gelbem Atlas,\nHosen von grüngelbem Tuch an den Füßen, über\nden Hosen Schuhe von geteilt farbigem Leder,\nmit goldenen Haken an den Spannen gefestigt.\nEin schweres, dreischneidiges Schwert mit gold-\nnem Heft hing in schwarzer Lederscheide be-\nschlagen mit Feingold. Er kam zu der Stelle, wo\nder Kaiser und Owain Schach spielten.\nDer Jüngling begrüßte Owain. Und Owain\nwunderte sich, daß der Jüngling ihn und nicht\nKaiser Artur begrüßte. Artur wußte was in\nOwains Gedanken war. „Wundere dich nicht, daß\njetzt der Jüngling dich begrüßte, denn mich be-\ngrüßte er unlängst. Sein Auftrag geht an dich.\"\nUnd der Jüngling sagte zu Owain: „Geschieht es\nmit deiner Erlaubnis Herr, daß die jungen Edel-\nknaben und Begleiter des Kaisers deine Raben\nquälen und zerreissen? Wenn es deine Erlaubnis\nnicht ist, veranlasse den Kaiser, daß er es ver-\nbietet.\" „Du hörst, Herr, was der Jüngling er-\nzählt\", sprach Owain, „wenn es dir gut dünkt, ver-\nbiete ihnen, meine Raben zu quälen.\" „Spiel dein\nSpiel\", sagte Artur. Der Jüngling kehrte zum\nZelt zurück.\nSie beendeten jenes Spiel und begannen ein\nanderes. Als sie mitten darinnen waren, kam ein\nrötlich junger Mann mit kastanienbraunen Locken,\ngroßen Augen, von gutem Wuchs, frischgeschore-"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "45", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.9", "texte": "Jacoba Van Heemskerck: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "46", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.10", "texte": "rem Bart, aus einem leuchtend gelben Zelt hervor.\nAuf der Spitze des Zeltes war ein hellroter Löwe.\nDer Jüngling war gekleidet in einen Rock, der ge-\nstickt war mit Fäden von roter Seide und tief auf\nden schmalen Teil des Beins fiel. An den Füßen\nhatte er Hosen von feiner weißer Steifleinewand;\nüber den Hosen waren Halbstiefel von schwar-\nzem Leder, gefestigt mit goldenen Haken. In der\nHand trug er ein ungefüg schweres dreischnei-\ndiges Schwert mit goldbeschlagener Scheide\n\\on roter Hirschhaut. Er kam zur Stelle, wo\nArtur und Owain beim Schachspiel waren, und\nbegrüßte Owain. Owain ward ob dieser Be-\ngrüssung verwirrt, aber Artur achtete darauf\nnicht mehr als vordem. Und der Jüngling fragte\nOwain: „Ist es nicht gegen deinen Willen, daß die\nkaiserlichen Diener deine Raben martern, einige\ntöten, andere zerreissen? Wenn es gegen deinen\nWillen ist, ersuche ihn, es den Dienern zu ver-\nbieten.\" „Herr, verbiete es deinen Leuten\", sprach\nOwain, „wenn es dir gut dünkt.\" „Spiel 'dein\nSpiel\", sagte der Kaiser. Der Jüngling kehrte zum\nZelt zurück.\nJenes Spiel war zu Ende, ein anderes ward\nangefangen. Als sie beim ersten Zug waren, er-\nblickten sie in geringer Entfernung ein gelbge-\nflecktes Zelt, groß wie sie nie eins sahen. Auf ihm\nwar ein Adler und in des Adlers Kopf stak ein\nkostbarer Stein. Aus dem Zelt trat ein Jüngling\nmit dichtgelbem Haar, schön, artig, angetan mit\nschöner Atlasschärpe und einer Goldspange von\nder Größe des Mittelfingers eines Kriegers in der\nSchärpe auf der rechten Schulter. An den Füßen\nwaren schöne gelbgeflammte Hosen und Schuhe\nvon geteilt farbigem Leder, goldgehakt. Der Jüng-\nling war edlen Anstands, schöngesichtig, rot-\nwangig mit großen Falkenaugen. In seiner Hand\nwar eine mächtige gelbgefleckte Lanze mit frisch\ngeschärfter Spitze. Auf der Lanze trug er eine\nentfaltete Fahne.\nWildzornig, schnellen Schritts, kam er zur\nStelle, wo Artur mit Owain Schach spielte. Sie\nbemerkten seinen Zorn. Darauf begrüßte er\nOwain und erzählte, daß die meisten von Owains\nRaben getötet seien. Sofern sie nicht erschlagen,\nseien sie verwundet, zerquetscht, nicht Einer\nkönne die Flügel eine einzige Spanne über den\nBoden heben. „Herr, verbiete es deinen Leuten\",\nsprach Owain. „Spiele, wenn es dir beliebt!\"\nsagte der Kaiser. Und Owain wandte sich an den\nJüngling: „Geh hin: wo immer du den Kampf am\ndichtesten findest, erhebe deine Fahne, und laß\nkommen, was kommen mag!\"\nZur Stelle hin ging der Jüngling, wo der Kampf\ngegen die Raben am strengsten geführt wurde und\nerhob seine Fahne. Auf diese Tat schwangen alle\nRaben sich in die Lüfte, zornig, wild, hochdurch-\ngeistet, indem sie die Flügel im Winde zusammen-\nschlugen und die Ermattung, die auf ihnen war,\nabschüttelten. Als sie Tatkraft und Mut wieder\nerlangt hatten, stiegen sie hernieder, zornwütig,\nfrohlockend, im einzigen Schwung, auf die Köpfe\nder Leute, die ihnen «ben Grimm, Qual, Pein ver-\nursachten. Etliche griffen die Leute bei den\nKöpfen an, etliche an den Augen, Ohren, Armen,\nund trugen sie in die Lüfte auf. Da gab es in den\nLüften ein mächtiges Getöse vom Schlagen der\nFlügel, dem Gekrächz triumfierender Raben. Da\ngab es ein anderes mächtigeres Getöse vom Ge-\ntön zerrissener und verwundeter Männer, einige\nwaren erschlagen.\nArtur und Owain beim Schachspielen wunder-\nten sich über das Getöse. Als sie aufblickten kam\nein Ritter auf schwarzbraunem Pferde zu ihnen\nherbei. Wunderbar war des Pferdes schwarz-\nbraune Farbe. Hellrot war des Pferdes rechte\nSchulter, helles Gelb war von der Spitze seiner\nBeine bis zur Mitte des Hufes. Beide, Ritter und\nPferd, waren ganz gewappnet mit schwerer\nfremdländischer Rüstung. Das Kleid des Pferdes\nwar an der Stirnöffnung von hellrotem Taffet\nund von hellgelbem Taffet abwärts. An der\nHüfte trug der Jüngling ein goldgefäßig ein-\nschneidiges Schwert in lichtblauer Scheide,\nbeschlagen mit spanischem Messing. Das\nSchwertgehenk war aus dunkelgrünem Leder mit\ngoldnen Schleifen, einem Elfenbeinhaken und\nkohlschwarzer Schnalle. Auf dem Haupte trug\nder Ritter einen Goldhelm, besetzt mit kostbaren\nSteinen, und auf der Helmspitze war ein flamm-\nfarbiger Leopard, in dessen Kopf zwei rubinrote\nSteine staken. Schrecklichen Anblicks für einen\nKrieger war das Leopardenantlitz, weit mehr noch\nals das des Ritters. In der Hand trug er eine blau-\nschäftige Lanze, die aber karmosinrot vom Griff\nbis zur Spitze war vom Blut der Raben Owains\nund iihrem Gefieder.\nDer Ritter kam zur Steile, wo Artur und\nOwain beim Schachspielen saßen. Sie bemerkten,\ndaß er ermattet, gequält und müde war, als er\nzu ihnen kam. Der Jüngling begrüßte Artur und\nerzählte, daß Owains Raben seine jungen Leute\nund Diener erschlügen. Artur schaute auf Owain:\n„Verbiete es deinen Raben!\" „Herr, spiel dein\nSpiel\", antwortete Owain. Sie spielten. Der Rit-\nter kehrte in den Kampf zurück, und den Raben\nwar es nicht mehr als vordem verboten.\nNachdem sie eine Weile spielten, hörten sie\nein mächtiges Getöse, Wehklagen von Männern,\nRabenkrächzen, als sie die Männer in ihrer Stänke\nin die Lüfte auftrugen. Nachdem die Raben sie\nunter sich zerrissen hatten, ließen sie die Stücke\nzur Erde fallen. Während des Getöses sahen sie\n'einen Ritter auf lichtgrauem Pferd herankommen.\nDes Pferdes linkes Vorderbein war kohlen-\nschwarz bis zur Hufmitte, Ritter und Pferd waren\nganz gewappnet mit ungeftig schwerer blauer\nRüstung. Im Ehrenkleid von gelb gesticktem At-\nlas, dessen Ränder blau waren, kam der Ritter.\nDie Schabracke seines Pferdes war kohlen-\nschwarz mit hellgelben Rändern. Um die Hüfte\ntrug der Jüngling ein langes, dreischneidiges,\nschweres Schwert. Die Scheide war von rot\nausgeschnittenem Leder, sein Gehenk von frischer\nroter Hirschhaut, viele goldene Gleitlinien waren\ndarauf, eine Schnalle aus Seepferdsknochen mit\nkohlenschwarzer Zunge. Auf dem Haupt hatte der\nRitter einen Goldheim, in dem Saphire einge-\nschmiedet waren. Auf der Spitze des Helms stand\nein flammfarbiger Löwe mit feuerroter Zunge, die\naus dem Maul über einen Fuß lang hervorging.\nIn seinem Kopf staken giftige karmosinrote Augen.\nAls der Ritter kam, trug er eine dicke Eschen-\nlanze, deren silberbeschlagene Spitze eben in Blut\ngetaucht war.\nDer Jüngling begrüßte den Kaiser und sprach:\n„Bekümmert es dich nicht, Herr, daß deine Edel-\nknaben, junge Leute und Söhne der Edlen von\nBritannien erschlagen werden und daß es schwer\nsein wird, die Insel fortan immer zu verteidigen?\"\n„Owain\", sagte Artur, „verbiete es deinen Raben.\"\n„Spiel dein Spiel, Herr\", antwortete Owain.\nSie beendeten das Spiel, begannen ein\nandres. Als sie es endeten, hörten sie großes Ge-\ntöse, Geschrei gewappneter Männer, Rabenkräch-\nzen und Flügelschlagen in den Lüften. Sie schleu-\nderten die Rüstungen auf den Erdboden herab, in\nStücken Männer und Pferde.\nSie sahen einen Ritter kommen auf einem\nSchecken mit hoch erhobenem Kopf. Die linke\nSchulter des Pferdes war hellrot, das rechte Bein\nvon der Brust bis zur Hufhöhle war rein weiß.\nRitter und Pferd waren gewappnet mit gelb ge-\nfleckten Waffen, bunt von spanischem Messing.\nEr und das Pferd trugen ein Ehrenkleid, zwei-\nteilig schwarz und weiß, seine Ränder goldpur-\npurn. Ueber dem Kleid trug er ein dreischneidi-\nges, helles goldheftiges Schwert. Das Schwert-\ngehenk war gelbe Goldarbeit, mit Haken vom\nAuglide des schwarzen Seepferdes, an der Schnalle\nwar eine gelbgoldne Zunge. Auf dem Haupt hatte\nder Ritter einen hellen Helm von gelbem Messing\nmit funkelnden Kristallsteinen und auf dem Helm-\nkamme war ein Greif, in dessen Kopf ein kostbarer\nStein stak. Er hielt einen Eschenspeer, rundschäf-\ntig, meerblau, seine Spitze wrar fein silbern aus-\ngelegt und frisch mit Blut gefärbt.\nGrimmig kam der Ritter zu Artur und erzählte,\ndaß die Raben das Haus des Reiches und die Söhne\nder Hauptleute erschlagen hätten und ersuchte\nArtur, Owain zu veranlassen, daß er es den Raben\nverbiete. Da nahm Artur die goldnen Schach-\nfiguren auf dem Brett und zerdrückte sie, bis sie\nStaub waren. Da befahl Owain dem Fahnen-\nträger die Fahne zu senken. Die Fahne wurde\ngesenkt und alles war Frieden.\n\nGeschichten\nSophie van Leer\nErwartung\nDer Schritt kommt. Ich starre in die Stunden.\nDer Schritt geht. Die Stunden bohren schlaflos\nmeine Augen. Das Dunkel tropft. Die Nacht\nblutet. Der See wiegt die Wolkew. Wolken strei-\ncheln Wellen. Wellen landen das Ufer. In meinen\nHänden weint die Zeit. Ich hebe die Stunden der\nSonne entgegen. Der Traum stirbt. Wachen er-\nwacht. Das Gebet kniet.\nIch trage den Tag zum Hügel. Der Morgen\nkost die Kelche. Stunden werden, wachsen, altern.\nIch gehe in den Mittag ein. Der Himmel beugt\ndie wölben Wände. Traumträumend zittert\nGlockenton in fliehem Seufzer zur Neige.\nDie Sonne küßt den Saum der Erde. Sterne\nbinden Licht zu Garben. Mond\nDein Schritt.\nMein Herz zermalmt das Blut. Adern trümmern\nWände. Atem stürmt Gänge, jubelt, schluchzt,\nwehtaumelt schwer\nin das rollende Meer\nDeiner Schritte.\nGeburt\nDie Kinder liegen in der Heide.\n„Mutter stirbt, eh Brüderchen geborer, ist.\"\n„Sie dürfen Mutter nicht begraben.\"\n„Dann wird Brüderchen im Sarg geboren.\"\nIhre Arme klammern das Kreuz\nIhre Blicke schauern über die Erde\nIhr Ohr wühlt Wimmern aus der Titie\nSie blößt den Hügel und schaufelt den Sand\nSterne lauschen\nDer Mond fließt\nDer Sarg gähnt\nDer Schrei bebt\nWolken rollen\nSterne weinen\nKränze rascheln\nDer Schrei verzittert\nDer Sand strömt in das Grab\nDer Schrei stirbt\nDer Tod gebärt"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.11", "texte": "Gedichte\nKurt Heynicke\n\nAus der Stunde\nIch sinke in die Nacht des weiten Daseins\nich bin der Schritt auf einer Wolkenebene.\nZwei Sterne gehen über meinen Fuß\nund sind ein schmerzenreiches Abendlied\nin das ich blühe.\nIch glühe Gang\nich bin der Beuger unter Gottes Mund.\nEin Abendwind zerstreut mein Haupt,\nund meine Gedanken singen\nhinauf.\nIn den Tag hellen die Gassen,\nunter den Laternen\n•vergehn die bunten Leiber der Mädchen.\nAuf meinem Antlitz sammeln die Gedanken,\nin den Händen brennen Sterne\nmir zur«* Feier.\nIch ringe Sonnen hinauf.\nIch bin der große Atem in der Stille.\nAuf meinen Schultern blüiht die rote Welt.\nIch bin die Stunde, die sich einsam hebt.\nEin müdes Lied nimmt meine Gedanken\nich steige in das junge Laub\ngen Mai\nhinab.\nIch glänze Blüten von der letzten Stunde\nund bin ein Händedruck\nan den Wegen des Lebens.\nIch bin ein Mohn im Felde.\nund blühe Sehnsucht\nnach der Frucht.\n\nMenschen\nMenschen tasten Sonne ihren Tagen,\nfassen Sterne ihren Nächten,\nweinen Wolken ihrer Freude,\nMenschen glühen\nund zerbrechen\nin. das Nichts.\n»\nMenschen spinnen Sonnenlieder\nheben Nächte in die Liebe\nSeelen tanzen himmelblau\nund verbrennen auf den Gräbern.\n\nTanzlied\nLilien an deine Füße,\nBirkenblättertanz im Mai.\nTropfensingen im Sonnenwiegen\nLeuchtkäfer reigen die Sommernacht.\nGleitende Sonne auf rotem Dach\nglitzernder Gang die Gassen entlang.\nAehrenwiegen im Abendwinde\nHüften reifender Frauen mit Herbst.\nSchlafentgegen verblühtes Blatt\nStaub am Fuß\nsachthinüber in den Schnee.\n\nGedicht\nIch gehe gipfelhohe Abendwege\nich gehe sternenweit in die Stunden der Nacht.\nDie Bilder des Himmels hänge ich an meine Hand\nmein Atem trägt die Welt hinauf.\nIch blühe seltnen Auges in den Raum\nurgroß\nbin ich Stufe zu Gott.\nIn meiner Brust schlafen fremde Seelen\nihren Traum in Tod.\nFlamme ist mein Haar,\nGottes Hand fasse ich glühend hinab\nund bin eines Menschen\nurferne Liebe.\n\nAbwehr\nGösta Adrian-Nilsson\nH. W.\nEin grünes Heft bezeichnet „Nya Konstgalleriet\nStockholm\" (Die neue Kunstgallerie, Stockholm)\nerschien Herbst 1915 in Stockholm. Unter den Ab-\nbildungen dieser Kunstzeitschrift findet man zwei\nunerlaubte Reproduktionen nach Holzschnitten\nvon Franz Marc. Weiter zehn Spalten deutschen\nText, Seite an Seite mit Text in schwedischer\nSprache. Die deutsche Sprache klingt in diesem\nHeft so:\n„Die in Gummesons Salons ausgestellten acht\nBilder (pardon „Kompositionen\") eines nach Ori-\nginalität haschenden ziemlich unbedeutenden\n„Künstlers\" entsprechen keinesfalls irgendwie den\nIntentionen eines infolge Geistesparalyse umnach-\nteten Menschen. Sie erheben zwar anmassungs-\nvoll den Anspruch, sonst ernst genommen zu wer-\nden, sind aber im Grunde unehrlich gemalt.\nOhne Begabung; Phantasie fehlt auch . .\"\nDas ist ein Bruchstück aus einer Bespre-\nchung, einer Beschimpfung der Sturm-Ausstellung\nFranz Marc in Stockholm, September 1915.\nDer Herausgeber der Zeitschrift ist ein Italiener,\nsie trägt auf dem grünen Titelblatt mit englisch-\nroten Buchstaben den Titel „N y Kons t\". Der\ndeutsche Text ist von einem Oesterreicher, Felix\nBryik, verfaßt. Dieser Herr beherrscht das Heft\n— er wählt die Abbildungen, er schreibt drei-\nviertel des Blattes und entdeckt außerdem, daß\ndie Welt drei Sonnen an ihrem Kunsthimmel hat,\nHerrn Felix Bryk, einen gemütskranken Schmied\nauf Konradsberg namens Franzen und Karl von\nLinne. Dagegen verurteilt er „die geistig\nannormalen Führer der neuen Be-\nwegung\", erklärt, diese „irrsinnigen\nJünger\" leiden an „frivolem Grössen-\nwahn\", seien „bewusste Schwindler',\ndie er, der Psychologe Felix Bryk, enthüllt.\n„Der Psychologe lüftet den Schleier und entpuppt\ndie bewußten Schwindler.\"\nDer aufsehenerregende Angriff in Schwe-\nden auf die neue Kunst, dessen sich der\nPsychiater Professor Gadelius vor einigen Mo-\nnaten schuldig machte — war für Herrn Bryk viel\nzu sentimental und zu schonend!\nHterr Bryk begeht indessen den optischen Irrtum,\ndaß er in seinem Artikel sich selbst als Objekt,\nals „bewußter Schwindler\" zeigt. Aber damit ist\nder außerordentlich künstlerische Geschmack des\nHerrn Bryk nicht zufrieden. Er reicht dazu, in\nvier Spalten Franz Marc mit Schmutz zu be-\nwerfen. Auf besonderen Wunsch der Redaktion\n— mit Hilfe von Schopenhauer. Herr Bryk nimmt\neine Schopenhauersche Maske an und glaubt, sich\ndamit unkenntlich machen -zu können. Aber wir\nkennen ihn! Wir kennen sein flügelloses Ge-\nschlecht mit der Schlangenzunge. Die rascheln-\nden Worte.\nDies Rascheln sucht er zu einer Melodie zu\nartikulieren, die alle die Tonarten des Hasses\nübertönen soll, womit so viele — besser als er —\nversucht haben, sich zu einem Anfall gegen die\nneue Kunst aufzublasen. Dieser Versuch geht bei\noffenem Vorhang vor sich in einer Zeitschrift, die\nangibt für die neue Kunst zu „kämpfen\"! Ununter-\nbrochen rascheln die Pfennigphrasen des Herrn\nBryk durch die Spalten, vergoldet mit quasi-\npsychologischen und psychiatrischen Ausdrücken.\nDie Frechheit des Herrn Bryk gibt sich so\nunschuldsvoll, daß er fordert, wir Schweden sollen\nohne Zögern sein falsches Gold für echt nehmen.\nWir hören das Rascheln —\nWir sehen das Glitzern —\nDich, Franz Marc, kann dieses Rascheln nicht\nerreichen.\nDu wohnst unter den Sternen.\nDie uns leiten.\nDu gabst den Tieren menschliches,\n1 i c h e s Leben auf der Erde. Deine Stimme\nstrahlend vor Innigkeit, wild von Kraft, gabst Du\nihnen. Ihr Ruf erreicht die Sterne.\nNahe den Wäldern und den Felsen lebtest Du\nvertraulich mit ihnen — während Herr Felix Bryk\nsich bemüht im zoologischen Garten das „Ag-\ngregat seiner Gesichts empfindun-\ngen richtig — zu empfinden, zu malen.\"\nHerr Bryk verging sich bei diesem Suchen und\nMalen — niemals gegen die heiligenGesetze der\nOptik, denn Herr B. ist kein Kunsteunuche .\nEr ließ Orange gelb sein — wie das falsche Gold\nmit dem er raschelt. — Er ließ schwarz schwarz\nsein — wie die schwarze Frechheit, mit der er\nseine zoologische Entdeckung feststellt, daß die\nplagiierten Steppenpferde wissenschaftlich und\nFranz Marcs Tierbilder —• „hundsgemein\nschlecht gemalt sind.\"\nAls der zoologische Herr Bryk in geeigneter\nEntfernung die Tierparodien hinter Eisengittern in\nirgend einem Vergnügungsort betrachtete sah er\nkeine Aehnlichkeit, keinen Zusammenhang mit sich\nselber.\nEr war ein freier Mann mit freiem Recht, den\ngöttlichen Künstler der Wälder der Tiere und\nFelsen zu schmähen.\nUnd der freie Herr Bryk schmähte durch sein\nEisengitter, das ihn ewig ausschließt von der\nSchönheit der spitzen Berge, der gewellten Wäl-\nder und der menschgewordenen Tiere. Er verneint\ndiese Schönheit — die sein Maulwurfsauge nicht\nsah — die in Kurven und Winkeln, in glänzenden\nSpitzen und wellenden Wogen in leidenschaft-\nlicher Pracht ausschoß, sich zusammengoß, Form\nwurde, organische Einheit mit Fleisch, Blut und\nAdern freien Tiere.\nIn dieser Welt des Geistes rauschen die\nSchicksale der Tiere in einem Rhythmus, der auch\nvon den Ohren eines Herrn Bryk hätte empfunden\nwerden können, wenn nicht die Entfernung —\neine Ewigkeit gewesen wäre.\nLund Mai 1916\nTatsächlich sei noch bemerkt, daß diese angeb-\nliche „N y a Konstgalleriet\" sich beim Sturm um\nAusstellungen dringend bewarb, aber ablehnenden\nBescheid erhielt. Der Leiter, der italienische Maler\nCiacelli, hat nichts mit den italienischen Futu-\nristen (Marinetti) gemeinsam un(d wird von ihnen\nnicht anerkannt. Hingegen hatte Herr Ciacelli die\nKühnheit, das Manifest der italienischen Futuristen\nfür den Katalog seiner sogenannten futuristischen\nBilder abzudrucken und es auch mit seinem\nNamen widerrechtlich zu zeichnen. Diese Zeich-\nnung ist und bleibt seine Originalarbeit. Er glaubte\nsich in Schweden sicher genug, um Schweden un-\nsicher zu machen. Aber wir erreichen Schweden.\nUnd Schweden will die Kunst,"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19160715-01.1.12", "texte": "Verantwortlich für den gesamten Inhalt und Verlas:\nF Harnisch / Berlin W 35\nDruck Carl Hause / Berlin SO 2t\n\nDer Sturm\nStandige Ausstellungen\nBerlin W Potsdamer StraBe 134 a\nG*6ffnet tiglich von 10—6 Uhr / Sonntags von\n11—2 Uhr\nTageskarte I Mark I Jahreskarte 6 Mark\nftionatiicher Wechsel\nDreiundvierzigste Ausstellunjr\nCampendonk / Chagall / Heemskerck / Kandinsky /\nMarc I Muche / Miinter / Klee / Kokoschka / Ku-\nbin I Mense / Picabia /' Albert-Bloch / und andere\nAm 1. November: Gedachtnisau&stellang Franz Marc\n\nDer Sturm vertritt folgende Kiinstler und verfiigt\nstandig iiber deren Gemalde I Aquarelle I Zeicb-\nnungen I Handdrucke I Plastiken\nCampendonk I Marc Chagall I Jacoba van Heems-\nkerck I Kandinsky / Franz Marc I Georg Muche 1\nGabriele Mtinter I Nell Walden\nIsaac Griinewald I Sigrid Hjerten-Griinewald\nFernand Leger I Archipenko I Boccioni / Carlo D.\nCarra / Luigi R us solo ' Gino Severini\nFritz Baumanii / Vincenc Benes I Albert-Bloch I\nMax Ernst / Emil Filla / Albert Gleizes / Otto Gut-\nfreund I Oswald Herzog / Johannes Itten I Alexea\nJawlensky I Paul Ktee I Oskar Kokoschka / Ota-\nkar Kubin I Carl Mense / Jean Metzinger I Francis\nPicabia / Pablo Picasso / Georg Schrimpf / Ma-\nrianne von Werefkin I Cezanne I van Gogh I\nMunch\n\nKunstsehule Der Sturm\nLeitung Herwarth Walden\nUnterricht in der expressionistischen Kunst der\nButane I der SchauspieJerei I der Vortragskimst I\nder Malerei I der Dichtung I der Musik\nBerlin / Potsdamer Strafie 134a :\nEr5ffn«Bg: 1. September 1916\nProspekte kosteoios durch das Sekretariat Der\nSturm. Anroeldungen werden dort entgegen ge-\nrommen.\n\nVerlag Der Sturm\nBerlin W 9 Potsdamer StraBe 134 a\nPermruf Amt Lutzow 4443\nMonatsschrfft Der Sturm\nErscheint am fiinfzehnten jedes Monats\nOauerbezug\nGewobidiche Ausgabe Fur Deutschland\nund Oesterreich-Ungarn: Ein Jahr 6\nMark / Ein Halbjahr 3 Mark t Einzelheft 80 Pfennig\n/ Fur das Ausland bei direkter Z u -\nstellung durch die Post: Ein Jahr 8 Mark\nI Ein Halbjahr 4 Mark / Einzelheft 1 Mark\nSonderatisgabe: Ungebrochene Exem-\nplare, Versen-dung in Rollen direkt\ndurch die Post fiir Deutschland und\nGesterreich-Ungarn: Ein Jahr 12 Marie I\nOil Halbjahr 6 Mark / Fflr das Ausland:\nEin Jahr 14 Mark / Ein Halbjahr 7 Mark\nDer Sturm: Erster Jahrgang, Nummer 1—56:\n25 Mark / Zweitcr Jahrgang, Nummer 57—104:\n20 Mark / Dritter Jahrgang, Nummer 105—152/53:\n20 Mark I Vierter Jahrgang 154—203 : 20 Mark 1\nFiinfter Jahrgang und sechster Jahrgang je 6 Mark\n\nDie Zeitschrift Der Sturm ist durch alle Buch- und\nKunsthandlungen, durch die Post, sowie direkt\ndurch den Verlag Der Sturm, Berlin W 9, zu be-\nziehen I Zum Einzelverkauf liegt Der Sturm in\nBahnhofshairdlungen, Kiosken und StraBenstanden\nauf I Falls direkte Zustellung durch den Verlag\nDer Sturm unter Streifband oder in Rolle ge-\nwunscht wird, bitten wir den B e t r a g ftir den\nBeginn des neuen Halbjahres bis\nzum ftinften des ersten Monats einzu-\nsenden I Sonst wird der Betrag durch Nach-\nnahme unter Berechnung der Kosten eingezogen\nMappen und Alben / Verlag Der Sturm\nOskar Kokoschka: Mappe mit zwanzig Blatt\nZeichnungen in Strichatzung\nAuf Kaiseriich Japanpapier 25 Mark\nAnf CostakartoD 15 Mark\nKandlnsky-Album / Schrift des Kiinstlers iiber sich\nselbst mit sechzig ganzseitigen Abbildungen seiner\nWerke von 1901 bis 1913 I Album 10 Mark\nHeemskerck-Mappe: Sechs handgedruckte und\neinzeln unterschriebene Holzschnitte I Auflage 30\nMappen\nMappe je einhundert Mark\nBucher pus dera Verlag Der Sturm\nJedes Buch 2 Mark\nHermann Essig: Der Frauenmut / Lustspiel /\nOberteufel / Tragodie / I h r still es\nQ1 u c k —! I Drama / Ein Taubenschlae /\nLustspiel aus dem Leben einer Dienstherrschaft /\nNapoleons Aufstieg I Tragodie\nAdolf Knoblauch: Die schwarze Fahne I\nEine Dichtung\nAdolf Knoblauch: Kreis des Anfangs / Friihe\nGedichte / 5 Mark / Sonderausgabe (Auflage 10):\n30 Mark\nPaul Leppin: Daniel Jesus / Roman\nPaul Scheerbart: Qlasarchitektur I In ein-\nhundertundelf Kapibeln I Sonderausgabe in zwanzig\nnumerierten und gezeichneten Exemplaren auf\nVan Qelder Biitten, Decke und Vorsatzpapier von\nAnna Scheerbart fiinfun-dzwanzig Mark\nHerwarth Walden: Kunstmaler und Kunst-\nkritiker / Qesammelte Schriften I\nBand I\nAugust Stramm: Du / Liebesgedichte\nNnr gebunden 3 Mark\nSturm-Biicher I: August Stramm: Sancta Su-\nsanna / II: August Stramm: Rudimentar /\nIII: Mynena: Fiir Hunde und andere Menschen /\nIV: August Stramm: Die Haidebraut / V: August\nStramm: Erwachen / VI: Aage von Kohl: Die\nHangematte des Riuge / VII: Adolf Behne: Zur\nneuen Kunst I VIII: August Stramm: Krafte /\nIX: Aage von Kohl: Die rote Sonne / X: Aage von\nKohl: Der tierische Augenblick / XI: August\nStramm: Geschehen\nJedes Sturmbuch 50 Pfennig\nMusik aus dem Verlag Der Sturm\nHerwarth Walden: Dainislieder / Zu Ge-\ndichten von A r n o H o 1 z / Ffir Gesang und Kla-\nvier / 3 Mark / 50 Seiten / Nummer 1 eiozeln: Er\nhfirt mit ihr den Gukguk schreyn j 50 Pfennig\nHerwarth Wafden: Der S t ur m / Heeresmarsch /\nFiir Klavier )\n1 Mark\nKunstlerpostkarten / Verlag Der Sturm\nJede Karte 20 Pfennig\nFuturisten: Umberto Boccioni: Das Lacfren\nLuigi Russolo: Erinnerung einer Nacht I Zug in\nvoller Fahrt\nGino Severini: Die Modistin I Rufaelose Tanzerin I\nPan-Pan Tanz\nKandinsky: Komposition 2 I Komposition 6\nFranz Marc: Tierschicksale\n\nOskar Kokoschka: Utinam delectet\nRobert Delaunay: La Tour\nJacoba van Heemskerck: Bild 2 / Bild 15\nAugust Macke: Spaziergang\nSigrld Hjerten-Griinewald: Kinder\nKan:n von Miinter I Marc Chagall (5) '\nKlee I Leger / Jawlensky / Werefkin / CHeize*\nI Archipenko 1 usw\nErschienen bisher 36 verschiedene Karten\nSturm-Kiinstler I Lich bild karten I Karte-\n20 Pfennig: 1: August Stramm I 2: Herwarth\nWalden I 3: Jacoba van Heemskerck\nSturm - Austellungskataloge\nmit Abbildungen\nDer Blaue Reiter / Severini / Archipenko / Skuphut\nOtakar Kubin / Marc Chagall I Kandinsky\nJe 50 Pfennig\nDie Futuristen I 60 Pfennig\nErster Deutscher Herbstsalon / Mit ftinfzig Ab-\nbiidungen in Kupfertiefdruck / 2 Mark\nHanddrucke\nOskar Kokoschka: Plakut fflr die Zeitschrift\nDer Sturm ' Originallithographie\nDer Abzug 10 Mark\nAnna Scheerbart: Handgefertigte far big e Vorsatz-\nund Deckelpapiere fur Biichereinbande / Format\n42 X 35 Mark 4\nKuristdrueke aus dem Verlag Der Sturm\nAuf Japan- und Biittenpapier\nJeder Kunstdrock 5 Mark\nOskar Kokoschka: Menschenkopfe: 1 Adolf\nLoos / 2 Herwarth Walden I 3 Karl Kraus /\n4 Richard Dehmel / 5 Paul Scheerbart I 6 Yvette\nOuilbert\nOskar Kokoschka: T i e r b i 1 d e r\nPaul Klee: Kriegerischer Stamm\nVerein fiir Kunst\nLeitung Herwarth Walden\nDreizehntes Jahr 1. April 1916 bis 31. Marz 1917\nJahresbeitrag 20 Mark\nRechte der Mitglieder: Freier Bezug der Zeit-\nschrift Der Sturm / Freier Besuch aller Sturm-\nausstellungen I Jedes Jahr frei eine SturmpubB-\nkation / 1916/17 nach Wahl:\nHeemskerck: handgedruckter und unterschriebener\nHolzschnitt auf Kaiserlicb Japan-Papier oder zwei\nKunstdrucke nach Wahl oder das Sturmplafcat von\nKokoschka\nDie Autorenabende beginnen am Freitag den\n1. September 1916:\nGedachtnisfeier August Stramtn\n\nNeuanzeigen Der Sturm\nFrschienen: August Stramm: Die Untruchtbaren J\nSturmbuch XII I 50 Pfennig\nAm 15. August erscheint: Herwarth Waklen: Das\nBuch der Menschenliebe / Roman / Nummerierte\nAuflage von 500 Exemplaren / 3 Mark / Sonderaus--\ngabe von Verfasser gezeichnet (Auflage 10):\n30 Mark.\nAm 1. August erscheint: Sturm-Kiinstler / Licht-\nbildkarte IV: Kamfinsky I 20 Pfennig\n\nAnzeigen werden nicht aufgeuommen\nVeriag Der Storm"}]}