{"numero_id": "bm-bmtnabg-1917-03-15-01", "volume": "bmtnabg_1917-03-15_01", "ocr_sha256": "e9d33a856a0c837d8a7d2afd8f41230e477b97e2a73a5d02d4ce057547748a1f", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1917/03/15_01/bmtnabg_1917-03-15_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1917/03/15_01/bmtnabg_1917-03-15_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1917-03-15-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-03-15_01#c001", "volume": "bmtnabg_1917-03-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt:", "titre_sommaire": "Inhalt:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.1", "debut_caractere": 324, "fin_caractere_exclue": 688, "texte": "Inhalt:\nHerwarth Waiden: Weib / Komitragödie / Adolf Knoblauch: Die Kirche / Kurt Hey nicke: Zwiesprache / Ich entgegne / Sophie van Leer: Knaben-\nstande / Wilhelm Runge: Lieder / Patt! Klee: Akrobaten / Zeichnung / Campendonk: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt / Jacoba van Heetnskerck:\nHolischnitt / Vom Stock gedruckt / Inhaltsverzeichnis des siebenten Jahrgangs"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-03-15-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-03-15_01#c002", "volume": "bmtnabg_1917-03-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.2.2", "titre_corps": "Paul Klee: Akrobaten", "titre_sommaire": "Paul Klee: Akrobaten", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.1", "debut_caractere": 690, "fin_caractere_exclue": 710, "texte": "Paul Klee: Akrobaten"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-03-15-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-03-15_01#c003", "volume": "bmtnabg_1917-03-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "134", "page_fin": "143", "image_debut": 2, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.2.3", "titre_corps": "Weib : Komitragödie", "titre_sommaire": "Weib : Komitragödie", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 33, "texte": "Weib\nKomitragödie\nHerwarth Walden"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.2", "debut_caractere": 48, "fin_caractere_exclue": 6297, "texte": "Kleines Kaffeehaus\nDie Freundin:\nSetzen Sie sich doch rum. Die Sonne scheint\nIhnen ins Gesicht.\nDer Herr der Tagespresse:\nIch habe ganz anderen Damen ins Gesicht ge-\nsehen,\nDie Freundin:\nAlso furchtbar mußte ich lachen. Er sagte ganz\neinfach, ich habe dein Rock gestohlen. Und!\ndann setzte sich meine Freundin aufs Geländer.\nDer Herr der Tagespresse:\nEs wird ein Romantiker gewesen sein.\nDie Freundin:\nEs war ein Professor.\nDer Herr der Tagespresse:\nWarum setzte sich Ihre Freundin aufs Geländer?\nDaraus könnte man etwas machen.\nDie Kleine auf der Straße singt:\nMariechen saß aus einem Stein\nEinem Stein,\nEinem Stein.\nDie Freundin gleichzeitig:\nSie macht sich gar nichts daraus.\nMädel:\nGut, daß ich Dich treffe. Ich mache mir gar-\nnichts daraus. Da sind Sie ja. Schon alles\ngedruckt?\nDer Herr der Tagespresse:\nTrinken wir jetzt den Sherry, meine Gnädigste.\nDie Freundin:\nIhr kennt euch?\nDer Herr der Tagespresse:\nEs ist mein Beruf, Berühmtheiten zu kennen.\nDiese beispiellosen Erfolge in New York\nDie Freundin:\nHast Du schon neues Engagement?\nMädel:\nAlso ich bin unschuldig. August hat die Serviette\nzurückgenommen.\nDie Freundin:\nWelche Serviette?\nMädel:\nDabei hab ich sie zu Hause. August ist eiri\nKavalier.\nDer Herr der Tagespresse:\nEtwas anderes ist von Ihrem Herrn Bräutigam\nnicht zu erwarten.\nDie Freundin:\nWelcher Bräutigam, Friedel?\nDer Herr der Tagespresse:\nSehr fein. Künstlerinnen sind Schmetterlinge.\nIch stehe gern zur Verfügung. Zum Nippen.\nGanz unter uns.\nMädel:\nSie bringen es in die Zeitung.\nDie Freundin:\nAuch ein Vergnügen, geneppt zu werden. Ich\nbin solide. Feste Preise und kulante Bedienung.\nDie Kleine auf der Straße singt:\nMariechen, warum weinest Du,\nWeinest Du,\nWeinest Du\nMädel:\nHeute söhne ich mich mit der Alten wieder aus\nund geh zum sanften Heinrich.\nDer Herr der Tagespresse:\nWoher wissen Sie meinen Vornamen? Ich kann\nkolossal sanft sein.\nMädel:\nDer steht doch in der Zeitung.\nDer Herr der Tagespresse:\nIch schmeichle mir, ein Troubadour der schönen\nFrauen zu sein.\nDie Freundin:\nSie waren also der sanfte Heinrich. Sie sind\ndoch ganz sympatisch.\nDer Herr der Tagespresse:\nIch schmeichle mir, von schönen Frauen ge-\nschätzt zu werden.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nGuten Tag, Kollege. Eine interessante Gruppe.\nMädel:\nMein Freund mit der Samtjoppe. Sind die Kom-\nmerzienräte fertig? Komm ich jetzt dran?\nDie Freundin:\nDu hast ja einen ganz neuen Betrieb.\nMädel:\nDer kennt mich aus Neu York.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nIch habe das Archiv durchgesehen. Wir haben\nzwei Kollegen entlassen, meine Gnädigste, weil\nsich nicht einmal ein Photo von Ihnen dort be-\nfand.\nDer Herr der Tagespresse:\nSehen Sie, Kollege. Durchgreifen, das sage ich\nimmer. Ich schmeichle mir, daß in meinem Res-\nsort so etwas nicht vorkommt. Alle Notizen habe\nich bei der Hand, die begeisterten Aeußerungen\nder dortigen Kollegen\nDie Freundin:\nNimm mich doch heute abend dahin mit, Friedel.\nIch verhalte mich ganz reserviert.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nWollen Sie bitte einen Moment so ganz still\nsitzen. Ganz ungeniert. Bitte nicht den Arm zu\nbewegen. Das stört meine Linie.\nMädel:\nDann machen Sie den Strich andersrum. Ich\nbin gerade eine halbe Stunde wieder frei.\nDer Z e i cll n e r d e r T agespresse:\nAber meine Gnädigste, schon der große Goethe\nsagte, daß sich in der Beschränkung erst der\nMeister zeigt. Sie müssen sich in Ihrer Bewe-\ngungsfreiheit etwas beschränken lassen.\nDie Freundin:\nGoethe hat schöne Gedichte gemacht. Jeden Tag\nlese ich eins auf meinem Abreißkalender.\nDie Kleine auf der Straße singt:\nIch weine, weil ich sterben muß,\nSterben muß,\nSterben muß.\nMäd e 1 gleichzeitig:\n„Das ist von Goethe nicht,\nVon Schiller kein Gedicht\"\nWeiter kenne ich nichts von ihm.\nDer Herr der Tagespresse:\nWie Sie diese Naivität kleidet, gnädiges Fräulein.\nMädel:\nWie gehts dem toten Kleberich?\nDer Zeichner der Tagespresse:\nBitte den Arm nicht bewegen!\nDer Herr der Tagespresse:\nAusgezeichnet! Die Kunst spielt mit der Wissen-\nschaft.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nAusgezeichnet! Notieren Sie den Splitter für die\nSonntagsausgabe.\nDer Herr der Tagespresse:\nWenn ich mich nicht so zersplittern müßte, Kol-\nlege. Was alles in mir steckt.\nMädel:\nZiehen Sie sich denn die Splitter nie heraus?\nDer Herr der Tagespresse:\nAusgezeichnet! Schicken Sie dieses Wortspiel an\nunsere humoristische Ecke. Wir können zwar\nnicht viel honorieren\nDer Zeichner der Tagespresse:\nFertig! Ich muß in die Illustrationszentrale.\nDer Herr der Tagespresse:\nTeufel, fünf Uhr. Der Setzer wartet. Fräulein\nSchmetterling, ich schmeichle mir, Sie recht bald\ntreffen zu dürfen.\nMädel:\nHeute Abend um zwölf\nDer Zeichner der Tagespresse:\nJa, Kollege. So ein Junggeselle. Die ganze\nKunst geht mit der Ehe flöten.\nDie Freundin:\nSie müssen Ihrem Frauchen die Flötentöne bei-\nbringen. Sagen Sie doch einfach, Sie müssen\nzeichnen.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nWenn es nicht Gotteslästerung wäre, möchte ich\nsagen, Goethe hat sich mit der Beschränkung\ngeirrt.\nDie Freundin:\nWas haben Sie sich nur nach dem Abreißdichter\nzu riehen. Lassen Sie Ihr Frauchen bei Goethe\nund kommen Sie heute Abend um zwölf Uhr her.\nDie beiden Herren empfehlen sich erwartungsvoll.\nDie Freundin:\nDas ist keine Freundschaft.\nMädel:\nJeder für mich.\nDie Freundin:\nDu machst nebenbei Geschäfte.\nMädel:\nUnd gestern, wo Du fortgelaufen bist?\nDie Kleine auf der Straße singt:\nMariechen saß auf einem Stein,\n«\nEinem Stein,\nEinem Stein.\nDie Freundin:\nSage mir wenigstens, wo das neue Lokal liegt;.\nMädel:\nDas Kind singt traurig.\nDie Freundin:\nWo ist Neu York?\nMädel:\nAuf dem Monde, Gans.\n'Die Freundin:\nAlso Dir werde ich das Geschäft versauern, Mahl-\nzeit.\nDie Kleine auf der Straße singt\nMariechen, warum weinest Du,\nWeinest Du,\nWeinest Du\nD,i e Freundin vor der Tür:\nPlärre nicht so, Gans.\nDie Kleine auf der Straße singt:\nIch weine, weil ich sterben muß,\nSterben muß.\nM ä d e 1:\nIch will nie sterben!\nDie Kleine auf der Straße singt:\nSterben muß.\nDer Gehilfe:\nEndlich! Ich suche Sie überall.\nMädel:\nAch, Sie hübscher junger Mann. Ich bin überall\nzu finden.\nDer Gehilfe:\nDer Herr Professor sucht Sie überall. Ganz\nergraut ist er.\nMädel:\nDann soll er sich den Vollbart abnehmen lassen.\nDer Gehilfe:\nSie sind schrecklich. Und wenn es nicht mein\nverehrter Meister wäre, ich möchte mich zu\nIhren Füßen werfen."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "135", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 6283, "texte": "Mädel:\nDavon haben Sie nichts. Kommen Sie doch jetzt\nein bißchen mit. Wohnen Sie weit?\nD er Gehilfe:\nHaben Sie Mitleid mit meinem Professor. Er\ngeht zugrunde. Seine Arbeit ist von höchster Be-\ndeutung für die Welt\nMädel:\nIch kann ihm doch nicht seine Blumen kleben.\nDer Gehilfe:\nEmpfinden Sie inicht, was es bedeutet, von einem\nsolchen Mann geliebt zu werden?\nM ä d e 1:\nWenn Sie ihn lieben, bitte, bedenken Sie sich\nnicht. Sie sind ein hübscher junger Mann.\nNehmen Sie mich mit. Ich kann nicht allein sein.\nDeshalb habe ich so oft als Kind geweint.\nDie Kleine auf der Straße singt:\nEinem Stein,\nEinem Stein\nDer Gehilfe:\nWenn Sie weinen könnten. Wenn ich Sie wei-\nnen machen könnte. Ich glaube, dann wird für\nmeinen Professor noch alles gut.\nM äd e 1:\nIch will nicht weinen. Da muß man sterben.\nD e r Gehi 1 fe ruft hinaus:\nHerr Professor! Herr Professor!\nDergraueMannimGehrock öffnet die Tür:\nMein junger Freund.\nDie Kleine auf der Straße singt gleichzeitig:\nIch weine, weil ich sterben muß.\nM ä d e 1:\nDer kleine Christus.\nDer graue Mann im Gehrock:\nFriedel! Du bist frei. Was hat man Dir getan?\nM äd e 1:\nEin bischen gepufft, weiter nichts.\nDer graue Mann im Gehrock:\nGott sei Dank. Es hat sich also aufgeklärt. Mein\nHerz sagte mir, Du mußt unschuldig sein. Ich\nhabe beim Polizeipräsidenten mein Wort ver-\npfändet\nM ad e 1:\nDafür gibts keine Kasse. Der August ist ein\nKavalier. Er hat die Serviette zurückgenommen.\nDer graue Mann im Gehrock:\nWenn ich in Deine blauen Augen sehe: Du kannst\nnicht stehlen.\nM äd e 1:\nHerrje nochmal! Ist da was bei? Wenn ich\netwas brauche, was der Andre zuviel hat.\nDer graue Mann im Gehrock:\nDu kannst nicht stehlen. Niemand hat zuviel. Du\ndenkst wie ein Kind.\nM äd e 1:\nIch habe mir immer genommen, was ich brauche.\nDer graue Mann im Gehrock:\nFriedelist —ist Denken Irrtum — Friedel, was\nbrauchst Du?\nM äd e 1:\nWas ich mir nehme.\nDer graue Mann im Gehrock:\nFriedel, Friedel, kannst Du mir nicht Deine Liebe\ngeben.\nMädel:\nWenn Du sie nehmen kannst. Stiehl sie Dir\ndoch, kleiner Christus!\nDer graue Mann im Gehrock:\nIch glaubte am Ende zu sein. Ich bin am Anfang.\nDarum muß ich sterben.\nDer Gehilfe:\nHerr Professor, lieber Herr Professor, es wird\nnoch alles gut.\nDer graue Mann im Gehrock:\nIch muß sterben, Sorgen Sie für sie, mein junger\nFreund.\nDer Gehilfe:\nFräulein, können Sie so hart sein, wo dieser Mann\nSie liebt?\nM äd e 1:\nWarum soll ich weich sein, wenn ich den Mann\nnicht liebe. Ich interessiere mich nicht für Leute\nt\nim Gehrock. Was ist das für ein Gehabe. Wenn\ner mich haben will, allonsangfang, aber er will\nmich ja gar nicht haben.\nDer graue Mann im Gehrock:\nMan kann nicht leben, wenn man denkt. Darum\nmuß ich sterben. Gute Nacht Friedet\nDer Gehilfe:\nIch bleibe bei Ihnen.\nM äd e 1:\nIch verstehe nichts. Oder wollen Sie sich mei-\nnetwegen erschießen?\nDer graue Mann im Gehrock:\nDu bist unschuldig. Meine Liebe ist mein Eigen-\ntum, das Du nicht brauchen kannst.\nM äd e 1:\nIch halte diese Redereien nicht aus. Ich werde\nverrückt. Ich will nicht weinen. Sie können\nmir gestohlen bleiben.\nDergraueMannimGehrock verbeugt sich\ntief; schwankt.\nDer Gehilfe faßt ihn unter den Arm und drängt\nihn sanft zur Tür.\nDer graue Mann im Gehrock stolpert, die\nAugen stehen ihm im Rücken, er schlägt hin.\nDie Kleine auf der Straße:\nSie, sehen Sie doch nicht in den Himmel, Sie\nhaben mir beinahe umgeschubbst.\nMädel:\nKomm rein Kleine.\nDie Kleine kommt bald, schließt die Tür\nM äd e 1:\nWie heißt Du?\nDie Kleine:\nMariechen.\nM äd e 1:\nWarum singst Du immer das traurige Lied?\nDi e K 1 ein e:\nIch habe kein trauriges Lied gesungen.\nM äd e 1:\nHast Du nicht draußen gesungen?\nDi e K 1 ein e:\nIch singe den ganzen Tag.\nM äd e 1:\nWarum singst Du: Ich weine, weil ich sterben\nmuß?\nDi e K 1 ein e:\nWeiter kann ich kein Lied.\nM äd e 1:\nWo hast Du das gelernt?\nDie K 1 ein e:\nAlle Kinder singen es.\nMädel:\nDas Lied ist Quatsch. Sterben auch.\nDi e K 1 ein e:\nNee, es ist schon richtig; denn alle Kinder sin-\ngen so.\nM äd e 1:\nNun hör auf mit dem Plärren und geh nach Haus.\nDie Kleine:\nDa müssen Sie mir nen Sechser schenken.\nMädel:\nErst haben vor Lachen.\nDi e K 1 ein e:\nDann schenken Sie mir den Ring.\nMädel:\nDen kann ich Dir nicht geben.\nDi e K 1 ein e:\nWarum denn nicht?\nMädel:\nWeil ich ihn brauche. Komm mal auf meinen\nSchoß.\nDie Kleine umarmt sie:\nHaben Sie schöne blaue Augen. Wie ich.\nMädel:\nNun geh nach Hause, Mariechen.\nDie Kleine rennt schnell zur Tür, öffnet sie.\nMädel:\nWo ist denn meine Kette\nDie Kleine auf der Straße:\nDie kann ich gut gebrauchen.\nIn der Ferne:\nWarum weinest Du,\nWeinest\nMädel:\nVerfluchtes Aas! (Schreit an der Tür nach): Dir\nzeige ich bei der Polizei an!\nDer Bürger an der Tür:\nWarum so aufgeregt, schönes Kind?\nMädel:\nAch, mein kleines Geizhälschen, man hat mich\nstöhlen.\nDer Bürger:\nWas wird man Dir schon stehlen können.\nMädel:\nWas Du mir schuldig bleibst. Komm mal rein\nund spendiere was.\nDer Bürger:\nDu mußt Dich aber auf meinen Schoß setzen.\nMädel umarmt ihn:\nSei lieb, Dickerchen. Alle Männer sind heute\nschlecht zu mir.\nDer Bürger:\nDrück nicht so mein Herz, ich bin in der Kur.\nMädel:\nIch werde Dich mal in die Kur nehmen.\nDer Bürger:\nEine barmherzige Schwester bist Du für uns\nMänner.\nMädel:\nWarte mal, da geht meine Freundin, die ist auch\nwas für Dich.\nDer Bürger ruft nach:\nIch habe nur bis acht Zeit. Kellner, Illustrierte.\nDer Herr der Tagespresse sieht auf die.\nUhr.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nSchon hier, Kollege?\nDer Herr der Tagespresse:\n.Was soll man die fünf Stunden anfangen Ich\nsehe die Presse durch. Sie gehen wohl nach\nHause?\nDer Zeichner der Tagespresse:\nMeine Frau macht heute einen Besuch, den sie\nschon längst schuldig war. Sie konnte ihn un-\nmöglich länger aufschieben.\nDer Herr der Tagespresse:\nHaben Sie die Zeichnungen fertig?\nDer Zeichner der Tagespresse:\nAlles abgeliefert.\nDer Herr der Tagespresse:\nHören Sie mal, Kollege, da Sie heute Abend so\nfein Zeit haben, ich habe verschiedene Nachrufe\nfertig für Persönlichkeiten, die voraussichtlich\ndemnächst sterben werden. Ich werde Ihnen die\nTips geben und Sie können die Persönlichkeiten\ndann heute gleich umzeichnen.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nKollege, Sie werden mich nicht los. Heute will\nich mich der Schönheit widmen.\nDer Herr der Tagespresse:\nDie Schönheit wird es vorziehen, schmeichle ich\nmir, sich der Feder statt des Pinsels zu bedn len."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "136", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 6461, "texte": "Der Zeichner der Tagespresse:\nBesser ein Pinsel, als eine stumpfe Feder.\nDer Herr der Tagespresse:\nIch muß mir auf das Entschiedenste verbitten,\nzweideutig zu werden.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nUnter uns Kollegen können wir doch eindeutig\nsei«.\nDer Bürger:\nZahlen. Unverschämtheit! Meine Brieftasche!\nWo ist meine Brieftasche?\nKellner:\nIch habe sie nicht gestohlen.\nDer Bürger:\nDiese Person. Das hat man davon, wenn man\nsich mit solchen Personen einläßt. Das ist der\nDank. Aber warte mal, ich setze die ganze\nPolizei in Bewegung.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nIst Ihnen etwas gestohlen worden?\nKellner:\nIn unserm Hause wird nie etwas gestohlen.\nDer Herr der Tagespresse:\nVieHeicht haben Sie Verdachtsmomente?\nDer Bürger:\nAchthundertdreiimdachtzig Mailki und eine «ge-\nstickte Brieftasche von meiner Frau. Die Person\nsoll es büßen. Die muß mir ins Zuchthaus.\nKellner:\nSie, erst zahlen. Die faulen Ausreden kennen\nwir.\nDer Bürger:\nSeien Sie nicht unverschämt. Ich bin Versiche-\nrungsdirektor.\nX ell ne r:\nDas versichern die Leute dann immer. Zahlen\noder Pfand. Und für die beiden Damen auch,\nmit die Sie saßen. Macht siebzehn fünfzig.\nDer Bürger:\nWas gehen mich die Damen an. Ich habe mit\nniemandem hier gesessen.\nKe 11 ne r:\nDafür habe ich Zeugen. Auf Ihnen haben sie\ngesessen.\nDer Bürger:\nIch werde Ihnen meinen Regenschirm zum Pfand\nlassen. Ich gebe Ihnen die Versicherung\nKellner;\nDafür gibt es keine Kasse. Regenschirme habe\nich zum Aussuchen hier. Geben Sie mal den Ring\nhier\nDer Bürger:\nDas ist Erpressung. Werden Sie nicht handgreif-\nlich. Hier ist der Ring. Die Herren sind Zeugen\nDer Herr der Tagespresse:\nIch werde gern eine kleine Lokalnotiz darüber\nbringen.\nDer Bürger stürzt fort\nKellner:\n%\nNun hat er seinen Regenschirm noch hier gz-\nlassen. Ich lege ihn zu den übrigen.\nDer Herr der Tagespresse:\nSie, Kellner.\nKellner:\nBitte!\nDer Herr der Tagespresse:\nSchade, daß die Zeche nicht fünfzig Pfennige\nbilliger war.\nKellner:\nWarum denn?\nDer Herr der Tagespresse:\nAchthundertdreiundachtzig Mark gestohlen, sieb-\nzehn Mark geneppt, die neunhundert netto hätten\nsich leichter merken lassen.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nAusgezeichnet, Kollege. Sie, Kellner, kannten\nSie die Damen, die bei dem Herrn saßen?\nKellner:\nZwei Stunden vorher haben die beiden bei Ihnen\ngesessen.\nDer Herr der Tagespresse:\nIch gebe meine Wertsachen am Büffet ab. Der\nProfessor wird sich über seine Braut wundern.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nIch habe nur zwei Mark mitgenommen. Man\nmuß die Frauen nicht verwöhnen.\nDer Herr der Tagespresse:\nDieser Bürger hat natürlich keine Ahnung, um\nwas es sich bei der Diva handelt.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nUm was denn, Kollege?\nDer Herr der Tagespresse:\nSie haben keine Psychologie, Kollege: Um Klep-\ntomanie !\nMädel stürzt herein:\nSie, Kellner, mir ist meine Kette gestohlen wor-\nden. Von der Kleinen, die sich hier vor der Tür\nimmer herumtreibt. Halten Sie sie fest, wenn Sie\nsie sehen. Wo ist denn der Dicke?\nKellner:\nDem ist seine Brieftasche gestohlen.\nMädel:\nNein, was heute alles gestohlen wird. Erst mir\ndie Kette und dem die Brieftasche.\nDer Herr der Tagespresse:\nMeine Gnädigste\nDer Zeichner der Tagespresse:\nSie jüngere Yvette Guilbert\nMädel:\nSchon da. Ich bin noch besetzt. Sie können\nja warten. Alle warten auf mich. Schreiben\nSie, zeichnen Sie solange, erst die Arbeit, dann\ndas Vergnügen.\nKellner:\nFräulein, Sie haben noch nicht gezahlt. Die\nandere Dame auch nicht.\nMädel:\nHier haben Sie fünfzig Mark. Der Rest für Sie.\nKellner:\nWenn Sie mal wieder etwas brauchen\nMädel:\nDann werde ich schon nehmen.\nPolizeiwache\nDer Herr der Tagespresse:\nSo ein kleiner dicker Herr mit schwarzem Pelz\nund weißen Pulswärmern.\nPolizist:\nHier hat niemand etwas angezeigt.\nDer Herr der Tagespresse:\nDas Lokal liegt in Ihrem Revier.\nPolizist:\nDas Lokal liegt sehr auf unserm Revier. Jeden\nTag Aerger. Nächstens werde ich die Bude\nschließen.\nDer Herr der Tagespresse:\nDie Kollegen verkehren dort wegen der vielen\nTageszeitungen. Unser Beruf fordert Orientie-\nrung. Und ich schmeichle mir, bestorientiert\nzu sein.\nPolizist:\nSie haben mit den Diebstählen mehr Laufereien\nals unsereins, Herr Doktor.\nDer Herr der Tagespresse:\nDiebstähle mache ich nur nebenbei. Sie gehören\nzu Lokales. Nur wenn mich der Fall psycholo-\ngisch interessiert, orientiere ich mich persönlich.\nPolizist:\nSoll ich nun Ihre Mitteilung amtlich als Anzeige\nauffassen?\nDer Herr der Tagespresse:\nAnzeigen mache ich nie nebenbei. Ich wollte\nmich nur informieren.\nPolizist:\nDie Zeitungsschreiber sollten sich mehr an die\nBeamten halten, das stärkt den Gemeinsinn. Und\num uns Subalternbeamte kümmern sich die gro-\nßen Herren überhaupt nicht.\nDer Herr der Tagespresse:\nSagen Sie das nicht, Herr Wachtmeister. Ich\nschmeichle mir, bis auf die Knochen liberal zu\nsein. Ich habe ein Herz für den kleinen Mann.\nWenn Sie mir die Wünsche der Beamtenschaft\nklarlegen wollen, meine Zeitung wird sie brennend\ngern veröffentlichen\nDer Gehilfe:\nIch habe einen . . . ein Todesfall . . . der Pro-\nfessor . . .\nPolizist:\nImmer nach der Reihe. Wer sind Sie?\nDer Gehilfe:\n. • Tot. Er hat sich vergiftet.\nPoliz i s t :\nWer? Wo? Laufen Sie doch nicht fort!\nDer Herr der Tagespresse:\nDas ist doch der Gehilfe von meinem Professor.\nIch schmeichle mir, das beste Personengedächt-\nnis zu haben. Da muß ich sofort hin.\nPolizist:\nWer? Wo? Laufen Sie doch nicht fort!\nDer zweite Polizist:\nMorgen. Neues?\nPolizist:\nEine Information ohne Anzeige und eine Anzeige\nohne Informaion.\nDer zweite Polizist:\nAlso kann man ruhig frühstücken.\nPolizist:\nKennen Sie in unserm Revier einen Professor,\nder sich vergiftet hat?\nDer zweite Polizist:\nHaben Sie nicht gestern bei so einem Mann diese\nhübsche Person ausgehoben?\nPolizist:\nDas ist nicht unser Revier. Dann geht uns die\nVergiftung nichts an. Die Anzeige ist falsch\nerstattet.\nMädel:\nGut, daß ich Dich treffe, Wilhelm. Heute habe\nich nicht gestohlen, gestern bin ich bestohlen\nPolizist:\nWer sind Sie?\nMädel:\nAber Wilhelm\nPolizist:\nBenehmen Sie sich anständig!\nMädel:\nAber Wilhelm\nDer zweite Polizist:\nTragen Sie mir mal Ihren Sündenfall vor, Fräu-\nlein.\nMädel:\nWie Sie mit den Augenbrauen zwinkern können.\nDas kann Wilhelm nicht.\nPolizist:\nHierdurch ersuche ich Sie zum letzten Mal, sich\nnicht mit mir intim zu machen.\nMädel:\nIch rede ja gar nicht mit Ihnen. Sie sind Luft für\nmich, verstehen Sie. Ja, Herr Reviervorstand,\nman merkt doch gleich, wenn man es mit einem\nVorgesetzten zu tun hat.\nPolizist:\nKamerad, wollen Sie nicht die Person amtlich be-\nhandeln."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 6530, "texte": "Mädel:\nIch rede ja gar nicht mit Ihnen. Er läßt mich\nnicht zu Worte kommen, Herr Re hervorstand.\nVerbieten Sie ihm, daß er immer dreinrede'.\nMich ha- er verhaftet, er hat mich angefaßt, der\nGrobian, er hat mich aus dem Bett gerissen.\nPolizist:\nDas Wt eine gemeine Lüge!\nMädel:\nIch war gerade aufgestanden, Her: Reviervor-\nstand. Mich hat er verhaftet und mich hat man\nbestohlen.\nDer zweite Polizist:\nFräulein ich muß Sie ersuchen, dem Herrn Kame-\nraden nicht zu nahe zu treten.\nMädel:\nDer ist für mich Luft. Dem bleibe ich zehn\nSchritte vom Leibe.\nPolizist:\nGuten Morgen, Kamerad. Hüten Sie sich. Ein\nBeamter darf nicht straucheln.\nMädel:\nAdjö, Sie. Ich zahle nicht einen Sechser für\njeden Schritt, bei dem der nicht strauchelt.\nDer zweite Polizist:\nHat er sich vergangen?\nM ä d e 1:\nNicht zu knapp. Verhelfen Sie mir zu meiner\nKette. Ich will auch lieb zu Dir sein. Wie Du\nmit den Augenbräuen schäjcerst!\nDer zweite Polizist:\nWer ist denn der Dieb?\nMädel:\nDie Jöre heißt Mariechen und spielt immer vor\nunserm Lokal\nDer zweite Polizist:\nMariechen, Mariechen, warten Sie mal. Ja, na-\ntürlich, da spielt ja immer dem Pförtner seine\nKleine. Wie heißt er doch\nMädel:\nAugust. Mein August. Da hole ich mir die Kette\nselbst mit Kußhand ab.\nDer zweite Polizist:\nWollen wir nicht die Sache protokollieren,\nFräulein?\nMädel:\nDer Grobian hat mich schon gestern alles aus-\ngefragt, Bis auf meine Großmutter hat er mich\nausgepumpt.\nDer zweite Polizist:\nDas ist aber ein neuer FaM. Wir haben ja Zeit.\nMädel:\nWollen wir nicht lieber zu Dir gehen? Ich habe\ndie ganze Nacht nicht geschlafen.\nDer zweite Polizist:\nHier bin ich ganz zu Ihrer Bedienung, solange\nkein neuer Fall vorliegt. Um drei bin ich frei.\nMädel:\nUm drei werde ich gezeichnet, wenn der Mann\nnicht noch schläft. Er hat zwar eine Samtjoppe,\naber nichts vertragen kann er.\nDer zweite Polizist:\nSie, Fräulein, der Pflanzenmann soll sich ver-\ngiftet haben\nMädel:\nKenne ich nicht.\nDer zweite Polizist:\nDer vorgestern Nacht auf dem Geländer ge-\nwartet hat.\nM ä d e 1:\nMein August Wilhelm. Da muß ich gleich mal\nhin. Bitte geh Du doch zum August nachher um\ndrei und hol die Kette für mich. Schönen Gruß\nan ihn, er soll seine Jöre verwichsen.\nDer zweite Polizist:\nWohin soll ich die Kette bringen?\nMädel:\nIch hole sie mir bei Dir ab\nDer zweite Polizist:\nLaufen Sie doch nicht fort. Wissen Sie denn,\nwo ich wohne?\nMädel schon draußen:\nIch habe noch jeden Mann gefunden.\nDer zweite Polizist singt sich ein Lied\nPförtner:\nTag, Herr Wachtmeister. An- und Abmeldungen\nDer zweite Polizist:\nSie, alter Freund, Sie müssen mal Ihre Kleine\nvornehmen.\nPförtner:\nWelche?\nDer zweite Polizist:\nKeine Witze, bitte ich mir aus. Ihre Tochter hat\ngestohlen.\nPförtner:\nMeine Tochter stiehlt nicht. Sie ist aus anstän-\ndigem Hause.\nDer zweite Polizist:\nDas wird sich finden.\nPförtner:\nIch lasse mich nicht beleidigen.\nDer zw,e i t e Polizist:\nAmtlich kann ich überhaupt nicht beleidigen. Hier\nhaben Sie Ihre Bescheinigungen und jetzt holen\nSie schleunigst die Kette.\nPförtner:\nWelche?\nDer zweite Polizist:\nDie Ihre Tochter gestohlen hat\nPförtner:\nWem?\nDer zweite Polizist:\nEiner Dame. Das übrige wird sich finden. Wir\nwerden die Sache verfolgen.\nPförtner:\nAlso gut. Also gut. Aber wenn man mein Fleisch\nund Blut falsch verdächtigt hat, gehe ich bis zum\nKaiser.\nDer zweite Polizist:\nGehen Sie wohin Sie wollen. Erst bringen Sie\ndie Kette her und zwar etwas dalli.\nPförtner:\nDas wird sich finden.\nDer zweite Polizist:\nSprechen Sie mir nicht nach. Sie haben sich\nnicht meiner amtlichen Ausdrücke zu bedienen.\nPförtner:\nTun Sie man nicht so, Schutzmann.\nDer zweite Polizist schreit nach:\nIhr Volk müßtet ganz anders regiert werden, da-\nmit Ihr Respekt in Euren Leib kriegt.\nDer Bürger:\nNicht guter Laune, Herr Wachtmeister.\nDer zweite Polizist:\nBei der Arbeit kann man die Laune verlieren,\nHerr Direktor.\nDer Bürger:\nIch komme mit einem Anliegen. Ich möchte Sie\nsozusagen privatamtlich sprechen.\nDer zweite Polizist:\nWas haben Sie denn? Wir können ja mal sehen.\nDer Bürger:\nDas Anliegen ist etwas heikel. Ich bin nämlich\nbestohlen worden.\nDer zweite Polizist:\nUns ist der Dieb bereits bekannt.\nDer Bürger:\nDas erleichtert mir die Sache. Ich kann nicht\numhin, meinen Respekt vor der Tüchtigkeit der\nPolizei auszusprechen.\nDer zweite Polizist:\nUns ist hier alles bekannt. Ihnen fehlt eine Kette.\nDer Bürger:\nNein, eine Brieftasche.\nDer zweite Polizist:\nRichtig, eine Brieftasche. Und zwar vermutlich\nmit Geld.\nDie Freundin:\nAchthundertdreiundachtzig Mark in ganz neuen\nReichskassenscheinen. Hier sind die Nummern.\nDer zweite Polizist:\nDie Nummern tun nichts zur Sache, da wir den\nDieb bereits kennen.\nDer Bürger:\nGott sei Dank, Sie haben also die Brieftasche?\nDer zweite Polizist:\nDie werden wir bald haben.\nDer Bürger:\nSo eine junge Person und schon so verdorben.\nDer zweite Polizist:\nDas kommt davon, wenn sich der Vater nicht um\nseine Tochter kümmert und die Mutter tot ist.\nDer Bürger:\nDie Sache hat nur einen Haken.\nDer zweite Polizist:\nDie Brieftasche?\nDer Bürger:\nHerr Wjachtmeister, ich weiß nicht, ob Sie ver-\nheiratet sind.\nDer zweite Polizist:\nIch bin ledig.\nDer Bürger:\nWie ich so dumm fragen kann. Natürlich, Sie\ntragen ja keinen Trauring. Aber Sie werden\nvielleicht wissen, wie die Frauen sind.\nDer zweite Polizist:\nMan hat im Amt seine Gelegenheiten und seine\nErfahrungen.\nDer Bürger:\nAber außeramtlich. Und deshalb wollte ich\nprivatamtlich mit Ihnen sprechen, Herr Wacht-\nmeister. Meine Frau darf unter keinen Um-\nständen von diesem Diebstahl etwas erfahren.\niWie können wir das machen? Selbstverständ-\nlich werde ich mich erkenntlich zeigen, ohne\nIhrem Charakter als Beamter zu nahe zu treten.\nDer zweite Polizist:\nDas wird sich finden. Ich bin verpflichtet, Sie\ndarauf aufmerksam zu machen, daß ich nur Ge-\nschenke ohne Geldwert annehmen darf.\nDer Bürger:\nSo ein paar Flaschen Wein und ein paar Kisten\nZigarren kosten mich garnichts. Die bekomme\nich frei Haus geschenkt. Wie kö,nnen wir das\nmachen?\nDer zweite Polizist:\nWarum darf denn die Frau GemahLin von Ihrem\nUnglück nichts wissen, wenn ich so unbescheiden\nfragen darf?\nDer Bürger:\nWegen der Begleitumstände und wegen meines\nHerzens. Mieine Frau pflegt Schlüsse zu machen.\nSie kennen doch die Logik der Frauen, Herr\nWachtmeister.\nDer zweite Polizist:\nLogik ist nur für uns Männer.\nDer Bürger:\nSie sprechen wie ein Leitartikel. Schon die\nTatsache könnte meiner Frau genügen, daß es\neine Diebin ist\nDer zweite Polizist :\nEin Kind!\nDer Bürger:\nFrauen in gesetzterem Alter fassen den Be-\ngriff Kind nicht so weit, wie wir beide, Herr\nWachtmeister."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5903, "texte": "D r zweite Polizist:\nDa geht Ihre Frau Gemahlin wirklich sehr weit.\nDer Bürger:\nAlso, wie machen wir das?\nDer zweite Polizist:\nIch werde Ihnen die Brieftasche persönlich hier\ngegen Quittung überreichen.\nDer Bürger:\nVielen, vielen Dank. Da fällt mir ein, es waren\nnur achthundertfünfzig Mark in der Tasche.\nAchthundertfünfzig Mark. Sie zählen es wohl\ndann gleich nach, Herr Wachtmeister.\nDer zweite Polizist:\nDas tun wir in solchen Fällen immer.\nDer Bürger:\nAlso auf Wiedersehen, lieber Herr Wachtmeister.\nAchthundertfünfzig Mark. Auf Wiedersehen bis\nmorgen. Eine kleine Zigarre gefällig?\nDer zweite Polizist:\nIch rauche nicht im Amt.\nDer Bürger:\nNachher. Nehmen Sie gleich zwei. Sie sind so\nklein, Bismarck-Zigarre, Stüdk sechzig Pfennig,\nbei einer lohnt sich Streichholz nicht. Guten\nMorgen.\nDer zweite Polizist singt sich ein Lied.\nDer Pförtner mit der Kleinen\nAlso Markdien, Du brauchst keine Angst zu\nhaben. Recht muß Recht bleiben. Sage es dem\nSchutzmann ins Gesicht!\nDie KI ein e:\nIch habe die Kette nicht.\nDer zweite Polizist:\nWo hast Du die Brieftasche?\nDie Kleine:\nIch habe die Brieftasche nicht.\nDer zweite Polizist:\nDu wirst gehängt !\nPförtner:\nSie haben das Kind nicht einzuschüchtern. Ich\nwerde mich an den Polizeipräsidenten wenden.\nDer zweite Polizist:\nWienden Sie sich an wen Sie wollen. Ich werde\nmich doch nicht von Ihnen dumm machen lassen.\nAlso Du wirst nicht gehängt, wenn Du mir gleich\nsagst, wo die Brieftasche ist.\nDie Kleine:\nFräuleins haben doch keine Brieftaschen.\nDer zweite Polizist:\nDu kannst mich doch nicht dumm machen. Die\nhast Du doch dem Herrn Direktor gestohlen bei\nEuch zu Hause.\nPförtner:\nDen Kerl zeige ich wegen Verleumdung an. Das\nwird immer döllerer. Erst soll das Kind eine Kette\nhaben, dann eine Brieftasche, schließlich soll sie\nauch womöglich Geld gestohlen haben.\nDer zweite Polizist:\nBrieftaschen pflegen stets Geld zu enthalten.\nDie Kleine:\nIch habe die Kette nicht.\nDer zweite Polizist:\nAlso Du leugnest?\nDie Kleine:\nIch habe draußen immer gesungen.\nDer zweite Polizist:\nWas hast Du gesungen?\nDie Kleine:\nIch weine weil ich sterben muß.\nDer zweite Polizist:\nAlso gib die Kette her.\nDie Kleine:\nUnd da ist ein Herr gekommen und da ist er\ngestolpert und da hat ein anderer Herr ihn auf-\ngehoben und da haben die beiden zu mir ge-\nsagt, ich soll das Lied/ nochmal singen und\nda haben sie mir eine Mark geschenkt.\nDer zweite Polizist:\nAha, ein neuer Gesichtspunkt. Das wird sich\nfinden. WJir werden die Sache weiter ver-\nfolgen. Sie können beide gehen.\nPförtner:\nDas ist doch sonnenklar, daß diese beiden\nLeute die Sachen gestohlen haben. Sonst\nwürden sie doch nicht so mit den Marks\nSchmeissen. Für so ein saudummes Lied.\nDer zweite Polizist:\nSie haben mir keine 'Gesichtspunkte zu geben.\nDas ist meine Sache. Gehen Sie. Das übrige\nwird sich finden.\nPolizist:\nWas ist denn das hier für Radau?\nDer zweite Polizist:\nJa, Kamerad, ich bin einer ganzen Verbrecher-\nbande auf der Spur. Die Kette schließt sich.\nPolizist:\nWelche Kette? .\nDer zweite Polizist:\nDie Beweise habe ich. Bis auf den Haken.\nNun werde ich mir die Korpusse holen.\nDer Gehilfe:\nKann ich Sie noch sprechen?\nDer zweite Polizist:\nMein Dienst ist aus. 'Dort der Kamerad.\nMahlzeit.\nPolizist:\nSie wünschen?\nDer Gehilfe:\nIch bin von dem anderen Revier zurückgeschickt.\nDas gehört hierher.\nPolizist:\nWfas haben Sie denn?\nDer Gehilfe:\nHier ist der Totenschein. Die Untersuchungs-\nkommission war bereits dort.\nPolizist:\nGut, Sie können gehen.\nDer Gehilfe:\nIch wollte noch diese Brieftasche abgeben. Sie\ngehört dem Herrn Professor nicht und steckte\nin seinem Mantel.\nPolizist:\nIst Ihnen der Besitzer bekannt?\nDer Gehilfe:\nNein.\nPolizist :\nGar nichts darin. Hier steht der Name. Der\nDirektor drüben aus unserem Revier. Dann\nt\nbringen Sie doch die Tasche gleich selbst hin.\nGleich hier drüben.\nDer Gehilfe:\nGut.\nPolizist liest den Totenschein::\nVergiftung. Wie kann man sich vergiften.\nDie Kleine vor dem Fenster:\nIch weine, weil ich sterben muß,\nSterben muß,\nSterben muß,\nIch weine, weil ich sterben muß\nPolizist reißt das Fenster auf:\nHalts Maul, Jöre. Bei dem Geplärr kann man\nnicht lesen.\nStraße\nDer zweite Polizist:\nHerr Direktor, Herr Direktor!\nDer Bürger:\nHerr Wachtmeister, was machen Sie hier?\nHaben Sie die Brieftasche?\nDer zweite Polizist:\nDie Brieftasche ist in Ihrem Hause, darum be-\nobachte ich es.\nDer Bürger:\nNicht möglich. Hier, in diesem hochherrschaft-\nlichen Haus sollte diese Person wohnen?\nDer zweite Polizist:\nLassen Sie das meine Sorge sein. Die Beweise\nhabe ich.\nDer Bürger:\nUnd die Brieftasche?\nDer zweite Polizist:\nVerlassen Sie sich darauf, Herr Direktor, Sie ist\nIhier im Hause.\nDer Bürger:\nWenn es nur nicht meine Frau durch Zufall'\nmerkt.\nDer zweite Polizist:\nIch nehme sozusagen die Brieftasche aus Ihrem\nHause, damit Sie sie vom Amt nach Hause\ntragen »können.\nDer Bürger:\nAlso auf Morgen. (Guten Abend.\nDie Tür fällt ins Schlbß.\nDie Freundin schlendert durch die Straie.\nPförtner in Hemdsärmeln:\nSt, Kleine\nDie Freundin:\nWas zahlst Du, Schatz?\nPförtner:\nKomm nach zehn. Das Geschäft ist richtig\nDie Frau Rat aus dem Fenster:\nMioppel, Moppel!\nEin Schrei gellt auf.\nOer Hund heult.\nDie Frau Rat aus dem Fenster:\nUnerhört. Dazu zieht man in eine stille Straße.\nDer zweite Polizist stürzt der Freundin\nnach:\nWas haben Sie mit dem Mann gesprochen?\nDie Freundin:\nNichts, Herr Wachtmeister.\nDer zweite Polizist:\nZeigen Sie Ihre Handtasche.\nDie Freundin:\nWas ist denn los. Bitte.\nDie Frau Rat aus dem Fenster:\nSchutzmann!\nEin Schrei gellt auf.\nDer zweite Polizist:\nWas ist das für eine Kette?\nDie Freundin:\nWas soll es denn für eine Kette sein? Es ist\neine Kette.\nDer zweite Polizist:\nDie hat Ihnen der Mann da zugesteckt. Sie ist\ngestohlen. Wo haben Sie die Brieftasche?\nDie Freundin:\nIch habe doch keine Brieftasche.\nPolizist:\nHer damit. Sonst gleich auf die Wache.\nDie Freundin:\nIch bin ein anständiges Mädchen.\nDie Frau Rat aus dem Fenster:\nSchutzmann, Moppel, Schutzmann! j"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "141", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 6432, "texte": "Der zweite Polizist:\nDas wird sich finden. Geben Sie die Brieftasche\noder nicht?\nD i e F r e u n d i n:\nLassen Sie mich los. Die Kette können Sie\nmeinetwegen behalten.\nlDer zweite Polizist:\nDu Diebsbagage. Du Hehierviech. Ich schlage\nDir alle Knochen entzwei!\nEin Schrei gellt auf.\nDie F r a u Rat aus dem Fenster:\nMoppel, Schutzmann, Moppel!\nD i e F r e u n d i n:\n'Hilfe! Hilfe!\nPförtner:\nWas ist denn los?\nDer Bürger am Fenster:\nLaß mich doch, laß mich doch. Die Polizei\nkann es bezeugen.\nDie Frau Rat aus dem Fenster:\nHat man bei Ihnen so geschrieen, Herr Direktor?\nDer zweite Polizist zum Pförtner:\nSehen Sie, wie schnell wir hinter Ihre Schliche\ngekommen sind. Den einen Korpus hätten wir.\nNun heraus mit der Brieftasche!\nDas Fenster des Bürgers wird zugeschlagen.\n■i\nDer Hund heult.\nPförtner:\nSie können mir nicht bange machen.\nDer zweite Polizist:\nLeugnen Sie nicht mehr. Diese Person hat alles\nverraten und gestanden.\nPförtner:\nDas soll sie mir ins Gesicht sagen.\nDer zweite Polizist:\nIst sie mir ausgekniffen. Na warte. Zum\nletzten Mal, heraus mit der Brieftasche.\n*\nDer Bürger stürzt heraus:\nSchutzmann, Schutzmann!\nDer zweite Polizist:\nGleich haben wir sie, Herr Direktor.\nDer Bürger:\nHier ist sie ja, Sie Schafskopf.\nPförtner schreit vor Lachen:\nSchafskopf!\nDer zweite Polizist:\nDas ist gelogen. Ich verbitte mir diese Aus-\ndrücke. Sie können die Brieftasche nicht haben.\nDer Bürger:\nMachen Sie doch die Augen auf, Sie Schafs-\nkopf. Meine Frau hat mich deshalb schon halb-\ntot geschlagen. Ich lasse mich scheiden.\nPförtner:\nDas haben Sie verdient, Sie Herr, Herr, anstän-\ndige Menschen in üblen Leumund zu bringen.\nDer Bürger:\nWas wollen Sie von mir, will ich was von Ihnen?\nDer zweite Polizist:\nSie können die Brieftasche nicht haben. Ich\n'habe doch die Kette.\nDer Bürger:\nHier, hier steht mein Name, wenn Sie zufällig\nlesen können. Ein Mann hat sie abgegeben.\nDer zweite Polizist:\nUnd die achthundertdreiundachtzig Mark?\nDer Bürger:\nDie sind gestohlen, Sie, Sie Oberdetektiv\nDer zweite Polizist:\nUnd wenn Sie noch so unverschämt sind, ich\nwerde mir schon helfen. Der Mann hat sie ge-\nstohlen, der die Tasche heraufgebracht hat. Das\nist doch sonnenklar. Und dieser Mann war\nder da.\nPförtner:\nSie sind wohl übergeschnappt. Ich werde doch\nmeinen Fuß nicht auf die Schwelle von einem\nMann setzen, der mich und mein Kind in üblen\nLeumund bringt.\nDie Frau Rat aus dem Fenster:\nUnerhört dieser Lärm. Moppel, Moppel, gleich\nkommst Du.\nDer Bürger:\nDiese Person ist Ihr Kind?\nPförtner:\nMein Kind ist keine Person. Ich haue Ihnen\neine runter, wenn Sie mir nicht zufrieden: lassen.\nDer zweite Polizist:\nIm Namen des Gesetzes, Sie sind verhaftet\nwegen dringenden Verdachts des Diebstahls re-\nspektive der Begünstigung.,\nPförtner:\nDas soll Ihnen teuer zu stehen kommen\nDer Bürger setzt sich auf das Geländer:\nKomm mein,l Mioppel, komm zu Herrchen. So\ngutes Hundchen, sei Du nett zu mir.\nDie Frau Rat aus dem Fenster:\nDas sage ich Dir, Moppel, heute bist Du mir das\nletzte Mal allein auf der Straße gewesen.\nDer Bürger:\nBleib Du bei Herrchen. Bist ein gutes Tier. Du\ngehst mit mir in die Welt.\nDer Hund bellt.\nDie Frau Rat am Fenster:\nMoppel, Moppel!\nDer Hund springt hinein.\n. Das Fenster wird geschlossen.\nDer Herr der Tagespresse singt halblaut:\nDas muß ein schlechter Müller sein,\nDem niemals fiel das Wandern ein,\nDas Wa—an—dem\nNa, Sie alter Herr, Sie sitzen aber sehr unge-\nmütlich. Ist Ihnen nicht wohl?\nDer Bürger:\nMir ist sehr elend.\nDer Herr der Tagespresse:\nWiir kennen uns doch von gestern Abend. Sehr\nerfreut, Sie wiederzusehen. Haben Sie Ihre\nBrieftasche?\nDer Bürger:\nJ,a, leider.\nDer Herr der Tagespresse:\nLeider? Nicht so üppig. Neunhundert M ist\nschon ein Batzen.\nDer Bürger:\nSie sind raus.\nDer Herr der Tagespresse:\nUnd deshalb sitzen Sie sozusagen auf den Trüm-\nmern Jerichos.\nDer Bürger:\nIch bin so alt geworden und nun muß ich ein\nneues Leben anfangen\nDer Herr der Tagespresse:\nHat man Sie ganz ausgezogen? Ja Künstlerinnen\nist ein teurer Spaß. Ich schmeichle mir, das aus\nErfahrung zu wissen. Ich selbst falle nie rein.\nPolizist zum Pförtner:\nUnd nichts für ungut. Der Kamerad ist über-\narbeitet und hat Sie um Entschuldigung gebeten.\nLassan Sie die Sache auf sich beruhen.\nPförtner:\nNa, ich will kein Unmensch sein.\nPolizist:\nUnd hier haben Sie die Kette richtig wieder.\nPförtner:\nDanke schön. Da sitzt ja der Direktor. Ich bin\netwas abergläubisch, wenn das nur nicht wieder\neinen toten Mann gibt. Und mun sagen Sie\ndem Direktor gleich Bescheid.\nPolizist:\nGuten; Abend, meine Herren. Der Herr Portier\nist ein Ehrenmann. Seine Tochter auch sozu-\nsagen. Mein Kamerad ist amtlich überreizt ge-\nwesen. Ihre Brieftasche hat der Portier nicht\ngehabt. Dieselbe wurde vielmehr von einem\nGehilfen des verstorbenen Professors mir amtlich\nzur Kenntnis gebracht, da dieselbe sich im Ueber-\nrock des Verstorbenen befunden haben soll. Auf\nmeine persönliche Intervention hat der Gehilfe\ndieselbe selbst in Ihrer Wohnung abgegeben,\nnachdem ich selbst den Besitzer amtlich fest-\ngestellt habe. Dieselbe war sonst ohne Inhalt.\nZur Kenntnisnahme.\nDer Bürger:\nWie kommt meine Brieftasche in den Ueberrook\neines verstorbenen Professors?\nPolizist:\nDies ist mangels eines Antrags nicht ermittelt.\nDer Bürger:\nIch habe eine bestimmte Person im Verdacht,\ndie es bestimmt gemacht hat.\nDer Herr der Tagespresse:\nSehr interessant. Sehr interessant! Ich\nschmeichle mir, die Lösung gefunden zu haben.\nPolizist :\nNennen Sie mir doch den Nlamen des Diebes,\ndann ist die Sache bedeutend vereinfacht.\nDer Bürger:\nDas kann ich nicht. Dann schlägt mich meine\nFrau ganz tot.\nDie Kleine im Zimmer:\nMariechen, warum weinest Du,\nWeinest Du,\nWeinest Du\nPförtner:\nDas arme Kind kann heute wegen des üblen\nLeumunds gar nicht schlafen.\nPolizist:\nWenn Sie ums den Dieb nicht nennen wollen,\nkönnen wir vorläufig in der Sache nichts weiter\ntun. Guten Abend.\nDer Herr der Tagespresse:\nDie Polizei geht nicht psychologisch vor. Ein\nhochinteressanter Fall. Mir ist alles klar.\nDer Bürger:\nWo ist mein! Geld?\nDer Herr der Tagespresse:\nDas Geld ist hierbei psychologisch uninteressant.\nEs ist abhanden gekommen. Aber wissen Sie\nwer die Brieftasche genommen hat?\nDer Bürger:\nIch weiß es.\nDer Herr der Tagespresse:\nHüten Sie sich, alter Herr. Sie wollen wieder\njemand unschuldig verdächtigen. Sie wissen es\nnicht. Der Professor hat sie genommen und des-\nhalb 'hat er sich vergiftet.\nDie Kleine im Zimmer:\nIch weine, weil ich sterben muß,\nSterben muß,\nSterben muß,"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5362, "texte": "Pförtner:\nDer Herr kann Recht haben. Meine Kleine hat\nauch von zwei Herren gesprochen, die aus dem\nLokal gekommen: sind und die ihr hundert\n) Mark und diese Kette geschenkt haben.\nDer Herr der Tagespresse:\nSehen Sie, alter Herr, sehen Sie. Ich schmeichle\nI mir, die Psychollogie aus, dem ff zu kennen. —\nUnd wissen Sie auch, warum der Herr Professor\nsie gestohlen hat? WTeil er Kleptomane war\nwie seine Braut, die gefeierte Diseuse. Das-\nselbe Leiden hat sie zusammengeführt .Guten\nAbend meine Herren. Ich muß die Sache no'-h\nins Morgenblatt bringen. Selbstverständlich\nganz dezent und ohne Namen.\nDas Wandern ist des Müllers Lust,\nDas Wa—an:—dern\nDer Bürger:\nMir ist sehr schlecht, Herr Portier. Helfen Sie\nmir ins Haus. Die bei meinem\nHerzen.\nPfört n e r faßt ihn unter\nKommen Sie Herr Direkte;:.\n*\n[•er Bürger stolpert in der Tür, fallt.\nDie Tür fällt zu.\n-■ *\" /•:\nD i -j K l eine am Ferner\nIch weine, weil icii sterben muß\nSterben muß,\nSterben muß,\nDie Straße ist leer.\n'^>c\nDer Gehilfe kommt langsam, suchend\nDer Geh ilf e setzt sich auf das Geländer.\nrv~\nM ä d e 1:\nFreundchen.\nDer Gehilfe:\nEndlich. Also hier wohnen Sie?\nMäde 1:\nWas schenkst Du mir?\nDer Gehilfe:\nSie sind sehr heiß .\nMädel:\nDie Wirtin hat mich rausgeschmissen. Ich\nhabe nur das Trikot unter dem Mantel.\niJ e r Gehilfe:\nSie wohnen nicht hier?\nMädel:\nAlle Männer nehmen mich auf.\nDer Gehilfe:\nOh, Du meine süße Jungfrau.\nMäde 1:\nAlle Männer sagen das zu mir. Unter einer\nJungfrau tun sie es nicht.\nDer Gehilfe:\nKennen Sie mich nicht?\nMädel:\nEiner ist wie der andere.\nDer Gehilfe:\nAber ich nicht, aber ich nicht. Wie ich Dich liebe.\nMäde 1:\nAber freilich kenne ich Dicäi. Jetzt »kenne ich\nDich. Du bist doch der hübsche Mann. Soll ich\nmit Dir kommen?\nD er Gehilfe:\nIch will neben Deinem Bett knien. Und wenn\nich eine Anstellung habe, mußt Du meine Frau\nwerden.\nMädel:\nDu redest wie der kleine Christus und bist dabei\nnoch so jung.\nDer Gehilfe:\nIch verehre Dich wie Dich mein Meister verehrt\nhat.\nMädel:\nDas sind Faxen. Komm zu Dir. Ich will Dir\ndas Leben beibringen.\nDer Gehilfe:\nVielleicht habe ich schon am Ersten die An-\nstellung. Aber dann darfst Du zu keinem Mann\nmehr gehen.\nMädel:\nAlle Männer warten auf mich. Ich darf, was ich\nkann.\nDer Gehilfe:\nOh, Du meine Süßgeliebte. Du sollst nicht zu\nden Männern gehen.\nMädel:\nAlle Männer warten auf mich. Ich soll, weil ich\ndarf.\nDer Gehilfe:\nOh, Du über alles Geliebte, Du meine Heilige\nUnd wenn Du zu den Männern gehst, so muß\nich Dich erschießen.\nMädel:\nIch habe keine Angst. Vor niemand. Und vor\nDir am wenigsten. Ich muß, was ich soll. Ich\nlebe. Ich sterbe nie. Ich will nicht sterben.\nDie Kleine im Zimmer:\nMariechen, warum weinest Du\nMädel:\nMeine Kette. Meine Kette Warte, Du Aas.\nPförtner am Fenster:\nWas ist hier los. Da sitzt ja schon wieder einer\nauf dem Geländer.\nMädel:\nAugust, August. Wie Dir die Hemdsärmel\nstehen. Mach die Tür auf, ich will mir die Kette\nholen, oder hat sie der Polizist schon geholt.\nHimmel, den habe ich ganz vergessen.\nPförtner:\nDer Polizist hat mir die Kette gebracht, wenn\nDu d i e meinst.\nMädel:\nJa, so ungefähr sah sie aus. Mach die Tür auf,\nlieber Herr Pförtner in Hemdsärmeln.\nPförtner:\nIch kann die Tür nicht öffnen. Ein Toter liegt\ndahinter.\nDie Kleine im Zimmer:\nWeinest Du\nMädel:\nIch muß zu Dir. Ich bin so gierig nach Dir.\nSchiebe ihn beiseite den Toten.\nDer Gehilfe:\nOh Du, Oh Du in den Himmel Geliebte, die Du\nüber Tote schreitest, Du darfst nicht zu den\nMännern gehen!\n-Mädel:\nWillst Du mir das Leben verbieten? Oeffne\nAugust.\nPförtner:\nSei vernünftig, Mädel. Ich traue mir nicht.\nVielleicht ist er nicht tot. Auch seine Frau öffnet\nnicht.\nM ä d e I:\nDann wirf den Schlüssel heraus, lieber Pförtner.\nIch werde mir die Tür zu Dir öffnen.\nDie Kleine ganz hinten im Zimmer:\nWeil ich sterben muß\nDer Gehilfe:\nOh, Du Heilige mit dem Himmelsschlüssel. Du\ngehst nicht hinein. Sonst mußt Du sterben und\nich muß weinen.\nMädel:\nGewalt ist keine Liebe. Die Liebe ist meine Ge-\nwalt. Du kannst ja warten, hübscher junger\nMann.\nPförtner:\nGeh nicht hinein.\nDer Gehilfe:\nIch (kann nicht warten. Oh, Du über Leben und\nTod Geliebte.\nMädel:\nAlle Männer warten auf mich!\nPförtner:\nEr saß auf dem Geländer. Geh nicht hinein.\nDer Gehilfe:\nGeh nicht hinein!\nMädel:\nIch gehe.\nMädel öffnet die Tür, drückt sie mit Gewalt auf.\nDer Gehilfe schießt\nMädel gleich darauf am Fenster:\nEtsch, vorbeigeschossen.\nDie Frau Rat am Fenster:\nHilfe Hilfe! Man schießt. Wer schießt?\nMäded am Fenster:\nVorbeigeschossen. Ich bin nicht zu töten. Liebe\nist Gewalt.\nDie Kleine ganz hinten im Zimmer:\nSterben muß\nDer Gehilfe:\nVorbei. Oh, Du unsterbliche Geliebte. Gewalt\nist mir die Liebe.\nDer Gehilfe wankt um die Ecke.\nEin Schuß\nMädel im Fenster:\nDieses dumme Schießen. Mir kann 'das nicht\nimponieren. Wer liegt denn da im Hausflur?\nPförtner:\nDer Direfktor von oben. Schlag.\nMädel:\nBei dem war ich auch sehr beliebt. Nur beim\nZahlen war er schwierig.\nPförtner:\nGeh nach Hause. Ich mag Dich nicht.\nMädel:\nWenigstens habe ich meine Kette. Ihr Männer\nhabt alle keinen Mut.\nMädel springt aus dem Fenster.\nPförtner:\nGeh nicht über das Geländer!\nMädel:\nloh werde mich vor dem dummen Eisen fürchten»\nIch gehe.\nMädel tritt über das Geländer.\nMädel:\nSiehst Du, siehst Du. Man muß nur gehen kön-\nnen. Dann geht es. Und wenn Du mich nicht\nmagst, Pförtner ohne Schlüssel, alle Männer\nwarten auf mich.\nPförtner:\nIch bin ein Mann, Donnerwetter, aber"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 222, "texte": "Mädel:\nEin schöner Mann, ein Weib bist Du nicht. Ich\nbin ein WTeib.\nPolizist kommt schnell die Straße herauf.\nMädel:\nWilhelm, Wilhelm!\nPolizist :\nEin Selbstmord. Ich bin nicht frei.\nMädel:\nAber ich! (Weit hinten) Ich!\nEnde"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-03-15-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-03-15_01#c004", "volume": "bmtnabg_1917-03-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "137", "page_fin": "137", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.2.3.1", "titre_corps": "Campendonk: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Campendonk: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 44, "texte": "Campendonk: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-03-15-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-03-15_01#c005", "volume": "bmtnabg_1917-03-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "139", "page_fin": "139", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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[n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.2.5", "titre_corps": "Zwiesprache", "titre_sommaire": "Zwiesprache", "signature_source": "Kurt Heynicke", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.11", "debut_caractere": 1980, "fin_caractere_exclue": 2921, "texte": "Zwiesprache\nKurt Heynicke\nIn Ehrfurcht und Verehrung\ndem Hamburger Fremdenblatt\nEine Zeitung ist auf mich gefallen —\nEine Kritik albt auf meiner Brust.\nDie Kritik flattert.\nIch träume.\nDie Kritik: Du willst Dichter sein. Kannst nicht\nwärmen, du Ofen mit Papierfeuer.\nMein Traum: Ich träume Dichtung. Ich wärme\ndie Irdischen nicht. Wir sind das Land,\nwo Sonne wandelt.\nDie Kritik: Einbildung. Deine Einbildung erwärmt\ndich.\nMein Traum: Deine Bildung erkältet dich.\nDie Kritik: Dein Ausdruck gibt mir keinen Ein-\ndruck.\n- Mein Traum: Deine Eindrücke bedrücken dich.\nDu findest keinen Ausdruck.\nDie Kritik: Ich bin der Wächter der Kunst.\nMein Traum: Blinder Nachtwächter der Presse.\nDie Kritik: Bruch, Bruch ist deine Dichtung.\nMein Traum: Der zerbricht dich, Fels aller\nWächter!\nDie Kritik: Euer Sturm tost im Wasserglase.\nMein Traum: Das Wasser hat dich erkältet. Du\nhustest.\nEin Sturm braust. Die Kritik flattert von\nmeiner Brust. 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Wlir aber wandeln mitten\nunter ihnen.\nSie bellen von unten.\nIch, und die meiner Seele sind, scheinen von\noben.\nSie können die Kunst nicht begreifen, uns\naber hat die Kunst ergriffen. ♦\nNehmen Sie Ihren Hut, Herr Huth, und be-\ndecken Sie jene Kohlrübe, um deren Verllust Sie\nfürchten.\nFürchten Sie nicht, lieber Huth. 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Blicfke träu-\nmen in Falten von Gardinen. Hände schleichen\num den Tischrand. Die Lampe würgt den Docht.\nDie Flamme leckt das Glas. Schultern schluchzen\nauf der eisen Platte. Die Hände schleichen weiter,\nweiter, immer weiter um den Rand.\nDie Uhr an der Wand rückt den Zeiger.\nDie Lippen beben ein Wort. Ein weißer Strahl\nritzt die Gardine, gleitet nach der Uhr, spielt\nHasche mit dem Ticken.\nZähne haken die Handgelenke. Schultern\nschüttern. Die Glieder fallen Kreuz auseinander.\nWürge Träume reißen das Herz hoch, werfen\nes zwischen Sterne, spannen es an den weißen\nMond.\nDas Herz blickt nieder. Es sucht und sucht\nden Namen, den. Namen, der um die weite Erde\nrollt. Der Mond wrandert um die Nacht.\nIm Zimmer steht die Uhr."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-03-15-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-03-15_01#c010", "volume": "bmtnabg_1917-03-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "143", "page_fin": "143", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.2.8", "titre_corps": "Lieder", "titre_sommaire": "Lieder", "signature_source": "Wilhelm Runge", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.11", "debut_caractere": 5089, "fin_caractere_exclue": 6240, "texte": "Lieder\nWilhelm Runge\nAuf springt der Tod und zügelt starr die Augen\nHimmel reißt Sehen blutend aus dem Tag\nGebrochen sinkt der Sonne strahle Blume\nblau plündert niedrig\nSchreien spritzt in Trümmer\nRauch zücken Hände\nErde bröckelt Blut\nwild hebt die Liebe weißtduwo >\nGedenken stolpert bruderüberfreund\nhin durch den Graben splittert Tod Zerpeitschen\nund Sterben raucht das kurze Pfeifchen lässig\nblau wirbeln Träume kinderblume Tränen\neinsam versargt\ndas Leid\n*\n* *\nGrauen schaufelt Löcher in den Tag\nwirft Lachen rein\nund schleift das Schweigen weiter\ndie Stirne zwängt den Graben durch den Tag\nder Graben springt\ndie Drahtverhaue schreien\nbricht durch\n«innlos jagt sinnennach\nund\nzwischen Küsse\nbetten\nTränen\nStaub\n*\n* *\nBlut stöhnt die Welt\nBlut läßt sie lässig fallen\n\"wirft nach die Sterne in den trägen Staub\nHoch reckt das Herz vielsommerstarke Himmel,\nGewissenlos brückt Überstern die Hand\nund greift das totzerzauste Kinderlächeln\nHaschend neckt Seele Sterben Spiel durch Spiel\nSinnen küßt Mütterbeten in der Ferne\nSorglos streicht Tränen aus der klaren Stirn\nund lehnt das Haupt dem grauenhaften Tag ge-\nlassen in den todesschwangern Schoß\n*"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-03-15-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-03-15_01#c011", "volume": "bmtnabg_1917-03-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "144", "page_fin": "144", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.2.9", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 310, "texte": "Der Sturm\nStandige Ausstellungen\nBerlin W Potsdamer Straße 134 9\nGedfioet tagiich yob 10—6 Übr ! Sonatags yon\n11—2 Übr\nTageskarte 1 Mark I Jahreskarte 6 Mark\nionatlicher Wechsel\nFunfzigste Ausstellung\nSturm- Gesamtschau\nEinundfiinfzigste Ausstellung\nArnold Topp\nNell Walden\nEroffatißg Sonntag den 8. April 1917"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-03-15-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-03-15_01#c012", "volume": "bmtnabg_1917-03-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "144", "page_fin": "144", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.2.10", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.12", "debut_caractere": 312, "fin_caractere_exclue": 1218, "texte": "DER STURM\nvertritt ausschiießlich folgende Kiinstier und ver-\nfiigt iiber ihre Werke (Gemalde / Graphik / Holz-\nschnitte / Handdrucke) zum Verkauf und zu Aus-\nstellungen in der ganzen Welt:\nCampendonk / Marc Chagall / Jacoba van Heems-\nkerck /Kandinsky /Oskar Kokoschka / Franz Marc/\nGeorg Muche / Gabriele MiSnter / Nell Walden /\nDER STURM\nvertritt fur Deutschland folgende Kiinstier nnd ver-\nfiigt iiber ihre Werke zum Verkauf und fur Aus-\nstellungen:\nAlbert-Bloch / Alexander Archipenko / Rudolf\nBauer / Fritz Baumann / Vincenc Benes / Um-\nberto Boccioni / Carlo D. Carra / Max Ernst / Emil\nFilla I Albert Gleizes / Otto Gutfreund / Oswald\nHerzog / Sigrid Hjerten-Griinewald / Isaac Griine-\nwald I Johannes Itten / Alexei von Jawlensky /\nPaul Klee / Otakar Kubin / Fernand Leger / Carl\nMense / Jean Metzinger / Francis Picabia / Georg\nSchrimpf / Gino Severini / Fritz /\nMaria Uhden / Mjarianne WJbrefkin"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-03-15-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-03-15_01#c013", "volume": "bmtnabg_1917-03-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "144", "page_fin": "144", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.12", "debut_caractere": 1220, "fin_caractere_exclue": 1639, "texte": "Mitteilung\nArno Hoiz bereitet von seinem satirischen Qe-\ndichtwerk „Die Blechschmiede\" (Leipzig, Insel-\nVerisg, vergriffen) eine neue, stark iiber das Dop-\npelte vermehrte Ausgabe in einer sehr be-\nschrankten Anzahl von Exemplaren vor, die nu r\na 11 Subskribenten abgegeben werden soMen.\nLiebhaber von seltenen und sorgfaltig gedruck-\nten Buehern mogen sioh mit ihm (Berlin W 30,\nStiibbenstraße 5) in Verbindung seteen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-03-15-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-03-15_01#c014", "volume": "bmtnabg_1917-03-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "144", "page_fin": "144", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.12", "debut_caractere": 1641, "fin_caractere_exclue": 2132, "texte": "Kunstschule Der Sturm\nLeitung: Herwarth Walden\nUnterricht und Ausbildung in\nder expressionistischen Kunst\nBlihne\nSchauspielerei\nVortragskimst\nMalerei\nDiohtung\nMusik\nLehrer der Kunstschule Der Sturm\nRudolf Bauer / Rudolf Bliimner / Campendotik /\nJacoba van Heemskerck/ Paul Klee I Georg Muche/\nGabriele Miinter / Lothar Schreyer / Herwarth\nWalden\nSprechstunden der Leitung der Kunstschule Der Sturm:\nDienstag, Mittwoch, Freitag, Sonnabend 4—5 / Das Sckre-\ntariat ist taglich von 10—6 geoffnet"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-03-15-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-03-15_01#c015", "volume": "bmtnabg_1917-03-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "144", "page_fin": "144", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.12", "debut_caractere": 2134, "fin_caractere_exclue": 3235, "texte": "Oeffentliehe Vortrage\nJede Vortragsreihe 5 Mark\nLothar Schreyer\nDas Biihnenkunstwerk\nSeohs Vortrage\nJeden zweiten und vierten Mittwoch April bis Juni\nVortragsreihe I\nLothar Schreyer: Der Expressionismus\nin der Diehtung\n%<4—%5 Beginn 11. April\nSechs Vortrage\n1. Der Mlensch der Kunst\nMittwoch 11. April\n2. Die AMortkunst der Vergangenheit\nMittwoch 25. April\n3. Die Kunstmacht der deutschen Sprache\nMittwoch 9. Mai\n4. IDas Gedicht der deutschen Qegenwart\nMittwoch 23. Mai\n5. Die Erzahhing der deutschen Qegenwart\nMittwoch 6. Juni\n6. Das Drama der deutschen Qegenwart\nMittwoch 20. Juni\nLothar Schreyer\nDer Expressionismus in: der Diehtung\nSechs Vortrage\nJeden zweiten und vierten Mittwoch April bis Juni\n5—6 I Beginn 11. April\nVortragsreihe\nLothar Schreyer: Das BGhnenkunstwerk\n1. Die Wirklichkeit des Qeistes\nMittwodh 11. April\n2. Die Biihnenkunst im M'euschenhaus\nMittwoch 25. April\n3. Die Farbform des Buihnenkunstwerkes\nMittwoch 9. Mai\n4. Die Beweguug des Biihnenlk«unstwerikes\nMittwoch 23. Miai\n5. Der Ton des Biihnenkunstwerkes\nMittwoch 6. Juni\n6. Das Spiel des Biihnenkunstwerkes\nMittwoch 20. 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Marz 1918\nJahresbeitrag 20 Mark\nRechte der Mitglieder: Freier Bezug der Zeit-\nschrift Der Sturm / Freier Besuch aller Sturm-\nausstellungen I Besuch der Sturm-Kunstabende zu\nhalben Preisen / Jedes Jahr frei eine SturmpubM-\nkation / 1917/18 nach Wahl:\nHeemskerck: handgedruckter find unterschriebener\nHolzschnitt auf Kaiserflch Japan-Papier oder zwei\nKunstdrucke nach Wahl oder das Sturmplakat von\nKokoschka\nr"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-03-15-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-03-15_01#c018", "volume": "bmtnabg_1917-03-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "144", "page_fin": "144", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.12", "debut_caractere": 4339, "fin_caractere_exclue": 4471, "texte": "Kunstbuehhandlung Der Sturm\nPotsdamer Straße 138 a\nhat gute unci seltene Biicher itnd Noten vorratig\nund nimmt Bestellungen entgegen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-03-15-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-03-15_01#c019", "volume": "bmtnabg_1917-03-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "144", "page_fin": "144", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.12", "debut_caractere": 4473, "fin_caractere_exclue": 4904, "texte": "Neuanzeigen Der Sturm\nHerwarth Walden: Einblick in Kunst\nMit vierundsechzig Abbildungen nach Gemalden\nder Sturm-Kilnstler\n4 Mark 50 Pfennig\nHerwarth \\Malden: Weib / Komitragodie\n3 Mark\nSonderausgabe / kunstgemalter Binband von Georg Schrimpf\n(Auflage 10) 50 Mark\nDie Zeitschrift Der Sturm begimit am 1. 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Klee: Akrobaten / Zeichnung / Campendonk: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt / Jacoba van Heetnskerck:\nHolischnitt / Vom Stock gedruckt / Inhaltsverzeichnis des siebenten Jahrgangs\n\nPaul Klee: Akrobaten"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.2", "texte": "Weib\nKomitragödie\nHerwarth Walden\n\nFortsetzung\n\nKleines Kaffeehaus\nDie Freundin:\nSetzen Sie sich doch rum. Die Sonne scheint\nIhnen ins Gesicht.\nDer Herr der Tagespresse:\nIch habe ganz anderen Damen ins Gesicht ge-\nsehen,\nDie Freundin:\nAlso furchtbar mußte ich lachen. Er sagte ganz\neinfach, ich habe dein Rock gestohlen. Und!\ndann setzte sich meine Freundin aufs Geländer.\nDer Herr der Tagespresse:\nEs wird ein Romantiker gewesen sein.\nDie Freundin:\nEs war ein Professor.\nDer Herr der Tagespresse:\nWarum setzte sich Ihre Freundin aufs Geländer?\nDaraus könnte man etwas machen.\nDie Kleine auf der Straße singt:\nMariechen saß aus einem Stein\nEinem Stein,\nEinem Stein.\nDie Freundin gleichzeitig:\nSie macht sich gar nichts daraus.\nMädel:\nGut, daß ich Dich treffe. Ich mache mir gar-\nnichts daraus. Da sind Sie ja. Schon alles\ngedruckt?\nDer Herr der Tagespresse:\nTrinken wir jetzt den Sherry, meine Gnädigste.\nDie Freundin:\nIhr kennt euch?\nDer Herr der Tagespresse:\nEs ist mein Beruf, Berühmtheiten zu kennen.\nDiese beispiellosen Erfolge in New York\nDie Freundin:\nHast Du schon neues Engagement?\nMädel:\nAlso ich bin unschuldig. August hat die Serviette\nzurückgenommen.\nDie Freundin:\nWelche Serviette?\nMädel:\nDabei hab ich sie zu Hause. August ist eiri\nKavalier.\nDer Herr der Tagespresse:\nEtwas anderes ist von Ihrem Herrn Bräutigam\nnicht zu erwarten.\nDie Freundin:\nWelcher Bräutigam, Friedel?\nDer Herr der Tagespresse:\nSehr fein. Künstlerinnen sind Schmetterlinge.\nIch stehe gern zur Verfügung. Zum Nippen.\nGanz unter uns.\nMädel:\nSie bringen es in die Zeitung.\nDie Freundin:\nAuch ein Vergnügen, geneppt zu werden. Ich\nbin solide. Feste Preise und kulante Bedienung.\nDie Kleine auf der Straße singt:\nMariechen, warum weinest Du,\nWeinest Du,\nWeinest Du\nMädel:\nHeute söhne ich mich mit der Alten wieder aus\nund geh zum sanften Heinrich.\nDer Herr der Tagespresse:\nWoher wissen Sie meinen Vornamen? Ich kann\nkolossal sanft sein.\nMädel:\nDer steht doch in der Zeitung.\nDer Herr der Tagespresse:\nIch schmeichle mir, ein Troubadour der schönen\nFrauen zu sein.\nDie Freundin:\nSie waren also der sanfte Heinrich. Sie sind\ndoch ganz sympatisch.\nDer Herr der Tagespresse:\nIch schmeichle mir, von schönen Frauen ge-\nschätzt zu werden.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nGuten Tag, Kollege. Eine interessante Gruppe.\nMädel:\nMein Freund mit der Samtjoppe. Sind die Kom-\nmerzienräte fertig? Komm ich jetzt dran?\nDie Freundin:\nDu hast ja einen ganz neuen Betrieb.\nMädel:\nDer kennt mich aus Neu York.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nIch habe das Archiv durchgesehen. Wir haben\nzwei Kollegen entlassen, meine Gnädigste, weil\nsich nicht einmal ein Photo von Ihnen dort be-\nfand.\nDer Herr der Tagespresse:\nSehen Sie, Kollege. Durchgreifen, das sage ich\nimmer. Ich schmeichle mir, daß in meinem Res-\nsort so etwas nicht vorkommt. Alle Notizen habe\nich bei der Hand, die begeisterten Aeußerungen\nder dortigen Kollegen\nDie Freundin:\nNimm mich doch heute abend dahin mit, Friedel.\nIch verhalte mich ganz reserviert.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nWollen Sie bitte einen Moment so ganz still\nsitzen. Ganz ungeniert. Bitte nicht den Arm zu\nbewegen. Das stört meine Linie.\nMädel:\nDann machen Sie den Strich andersrum. Ich\nbin gerade eine halbe Stunde wieder frei.\nDer Z e i cll n e r d e r T agespresse:\nAber meine Gnädigste, schon der große Goethe\nsagte, daß sich in der Beschränkung erst der\nMeister zeigt. Sie müssen sich in Ihrer Bewe-\ngungsfreiheit etwas beschränken lassen.\nDie Freundin:\nGoethe hat schöne Gedichte gemacht. Jeden Tag\nlese ich eins auf meinem Abreißkalender.\nDie Kleine auf der Straße singt:\nIch weine, weil ich sterben muß,\nSterben muß,\nSterben muß.\nMäd e 1 gleichzeitig:\n„Das ist von Goethe nicht,\nVon Schiller kein Gedicht\"\nWeiter kenne ich nichts von ihm.\nDer Herr der Tagespresse:\nWie Sie diese Naivität kleidet, gnädiges Fräulein.\nMädel:\nWie gehts dem toten Kleberich?\nDer Zeichner der Tagespresse:\nBitte den Arm nicht bewegen!\nDer Herr der Tagespresse:\nAusgezeichnet! Die Kunst spielt mit der Wissen-\nschaft.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nAusgezeichnet! Notieren Sie den Splitter für die\nSonntagsausgabe.\nDer Herr der Tagespresse:\nWenn ich mich nicht so zersplittern müßte, Kol-\nlege. Was alles in mir steckt.\nMädel:\nZiehen Sie sich denn die Splitter nie heraus?\nDer Herr der Tagespresse:\nAusgezeichnet! Schicken Sie dieses Wortspiel an\nunsere humoristische Ecke. Wir können zwar\nnicht viel honorieren\nDer Zeichner der Tagespresse:\nFertig! Ich muß in die Illustrationszentrale.\nDer Herr der Tagespresse:\nTeufel, fünf Uhr. Der Setzer wartet. Fräulein\nSchmetterling, ich schmeichle mir, Sie recht bald\ntreffen zu dürfen.\nMädel:\nHeute Abend um zwölf\nDer Zeichner der Tagespresse:\nJa, Kollege. So ein Junggeselle. Die ganze\nKunst geht mit der Ehe flöten.\nDie Freundin:\nSie müssen Ihrem Frauchen die Flötentöne bei-\nbringen. Sagen Sie doch einfach, Sie müssen\nzeichnen.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nWenn es nicht Gotteslästerung wäre, möchte ich\nsagen, Goethe hat sich mit der Beschränkung\ngeirrt.\nDie Freundin:\nWas haben Sie sich nur nach dem Abreißdichter\nzu riehen. Lassen Sie Ihr Frauchen bei Goethe\nund kommen Sie heute Abend um zwölf Uhr her.\nDie beiden Herren empfehlen sich erwartungsvoll.\nDie Freundin:\nDas ist keine Freundschaft.\nMädel:\nJeder für mich.\nDie Freundin:\nDu machst nebenbei Geschäfte.\nMädel:\nUnd gestern, wo Du fortgelaufen bist?\nDie Kleine auf der Straße singt:\nMariechen saß auf einem Stein,\n«\nEinem Stein,\nEinem Stein.\nDie Freundin:\nSage mir wenigstens, wo das neue Lokal liegt;.\nMädel:\nDas Kind singt traurig.\nDie Freundin:\nWo ist Neu York?\nMädel:\nAuf dem Monde, Gans.\n'Die Freundin:\nAlso Dir werde ich das Geschäft versauern, Mahl-\nzeit.\nDie Kleine auf der Straße singt\nMariechen, warum weinest Du,\nWeinest Du,\nWeinest Du\nD,i e Freundin vor der Tür:\nPlärre nicht so, Gans.\nDie Kleine auf der Straße singt:\nIch weine, weil ich sterben muß,\nSterben muß.\nM ä d e 1:\nIch will nie sterben!\nDie Kleine auf der Straße singt:\nSterben muß.\nDer Gehilfe:\nEndlich! Ich suche Sie überall.\nMädel:\nAch, Sie hübscher junger Mann. Ich bin überall\nzu finden.\nDer Gehilfe:\nDer Herr Professor sucht Sie überall. Ganz\nergraut ist er.\nMädel:\nDann soll er sich den Vollbart abnehmen lassen.\nDer Gehilfe:\nSie sind schrecklich. Und wenn es nicht mein\nverehrter Meister wäre, ich möchte mich zu\nIhren Füßen werfen."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "135", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.3", "texte": "Mädel:\nDavon haben Sie nichts. Kommen Sie doch jetzt\nein bißchen mit. Wohnen Sie weit?\nD er Gehilfe:\nHaben Sie Mitleid mit meinem Professor. Er\ngeht zugrunde. Seine Arbeit ist von höchster Be-\ndeutung für die Welt\nMädel:\nIch kann ihm doch nicht seine Blumen kleben.\nDer Gehilfe:\nEmpfinden Sie inicht, was es bedeutet, von einem\nsolchen Mann geliebt zu werden?\nM ä d e 1:\nWenn Sie ihn lieben, bitte, bedenken Sie sich\nnicht. Sie sind ein hübscher junger Mann.\nNehmen Sie mich mit. Ich kann nicht allein sein.\nDeshalb habe ich so oft als Kind geweint.\nDie Kleine auf der Straße singt:\nEinem Stein,\nEinem Stein\nDer Gehilfe:\nWenn Sie weinen könnten. Wenn ich Sie wei-\nnen machen könnte. Ich glaube, dann wird für\nmeinen Professor noch alles gut.\nM äd e 1:\nIch will nicht weinen. Da muß man sterben.\nD e r Gehi 1 fe ruft hinaus:\nHerr Professor! Herr Professor!\nDergraueMannimGehrock öffnet die Tür:\nMein junger Freund.\nDie Kleine auf der Straße singt gleichzeitig:\nIch weine, weil ich sterben muß.\nM ä d e 1:\nDer kleine Christus.\nDer graue Mann im Gehrock:\nFriedel! Du bist frei. Was hat man Dir getan?\nM äd e 1:\nEin bischen gepufft, weiter nichts.\nDer graue Mann im Gehrock:\nGott sei Dank. Es hat sich also aufgeklärt. Mein\nHerz sagte mir, Du mußt unschuldig sein. Ich\nhabe beim Polizeipräsidenten mein Wort ver-\npfändet\nM ad e 1:\nDafür gibts keine Kasse. Der August ist ein\nKavalier. Er hat die Serviette zurückgenommen.\nDer graue Mann im Gehrock:\nWenn ich in Deine blauen Augen sehe: Du kannst\nnicht stehlen.\nM äd e 1:\nHerrje nochmal! Ist da was bei? Wenn ich\netwas brauche, was der Andre zuviel hat.\nDer graue Mann im Gehrock:\nDu kannst nicht stehlen. Niemand hat zuviel. Du\ndenkst wie ein Kind.\nM äd e 1:\nIch habe mir immer genommen, was ich brauche.\nDer graue Mann im Gehrock:\nFriedelist —ist Denken Irrtum — Friedel, was\nbrauchst Du?\nM äd e 1:\nWas ich mir nehme.\nDer graue Mann im Gehrock:\nFriedel, Friedel, kannst Du mir nicht Deine Liebe\ngeben.\nMädel:\nWenn Du sie nehmen kannst. Stiehl sie Dir\ndoch, kleiner Christus!\nDer graue Mann im Gehrock:\nIch glaubte am Ende zu sein. Ich bin am Anfang.\nDarum muß ich sterben.\nDer Gehilfe:\nHerr Professor, lieber Herr Professor, es wird\nnoch alles gut.\nDer graue Mann im Gehrock:\nIch muß sterben, Sorgen Sie für sie, mein junger\nFreund.\nDer Gehilfe:\nFräulein, können Sie so hart sein, wo dieser Mann\nSie liebt?\nM äd e 1:\nWarum soll ich weich sein, wenn ich den Mann\nnicht liebe. Ich interessiere mich nicht für Leute\nt\nim Gehrock. Was ist das für ein Gehabe. Wenn\ner mich haben will, allonsangfang, aber er will\nmich ja gar nicht haben.\nDer graue Mann im Gehrock:\nMan kann nicht leben, wenn man denkt. Darum\nmuß ich sterben. Gute Nacht Friedet\nDer Gehilfe:\nIch bleibe bei Ihnen.\nM äd e 1:\nIch verstehe nichts. Oder wollen Sie sich mei-\nnetwegen erschießen?\nDer graue Mann im Gehrock:\nDu bist unschuldig. Meine Liebe ist mein Eigen-\ntum, das Du nicht brauchen kannst.\nM äd e 1:\nIch halte diese Redereien nicht aus. Ich werde\nverrückt. Ich will nicht weinen. Sie können\nmir gestohlen bleiben.\nDergraueMannimGehrock verbeugt sich\ntief; schwankt.\nDer Gehilfe faßt ihn unter den Arm und drängt\nihn sanft zur Tür.\nDer graue Mann im Gehrock stolpert, die\nAugen stehen ihm im Rücken, er schlägt hin.\nDie Kleine auf der Straße:\nSie, sehen Sie doch nicht in den Himmel, Sie\nhaben mir beinahe umgeschubbst.\nMädel:\nKomm rein Kleine.\nDie Kleine kommt bald, schließt die Tür\nM äd e 1:\nWie heißt Du?\nDie Kleine:\nMariechen.\nM äd e 1:\nWarum singst Du immer das traurige Lied?\nDi e K 1 ein e:\nIch habe kein trauriges Lied gesungen.\nM äd e 1:\nHast Du nicht draußen gesungen?\nDi e K 1 ein e:\nIch singe den ganzen Tag.\nM äd e 1:\nWarum singst Du: Ich weine, weil ich sterben\nmuß?\nDi e K 1 ein e:\nWeiter kann ich kein Lied.\nM äd e 1:\nWo hast Du das gelernt?\nDie K 1 ein e:\nAlle Kinder singen es.\nMädel:\nDas Lied ist Quatsch. Sterben auch.\nDi e K 1 ein e:\nNee, es ist schon richtig; denn alle Kinder sin-\ngen so.\nM äd e 1:\nNun hör auf mit dem Plärren und geh nach Haus.\nDie Kleine:\nDa müssen Sie mir nen Sechser schenken.\nMädel:\nErst haben vor Lachen.\nDi e K 1 ein e:\nDann schenken Sie mir den Ring.\nMädel:\nDen kann ich Dir nicht geben.\nDi e K 1 ein e:\nWarum denn nicht?\nMädel:\nWeil ich ihn brauche. Komm mal auf meinen\nSchoß.\nDie Kleine umarmt sie:\nHaben Sie schöne blaue Augen. Wie ich.\nMädel:\nNun geh nach Hause, Mariechen.\nDie Kleine rennt schnell zur Tür, öffnet sie.\nMädel:\nWo ist denn meine Kette\nDie Kleine auf der Straße:\nDie kann ich gut gebrauchen.\nIn der Ferne:\nWarum weinest Du,\nWeinest\nMädel:\nVerfluchtes Aas! (Schreit an der Tür nach): Dir\nzeige ich bei der Polizei an!\nDer Bürger an der Tür:\nWarum so aufgeregt, schönes Kind?\nMädel:\nAch, mein kleines Geizhälschen, man hat mich\nstöhlen.\nDer Bürger:\nWas wird man Dir schon stehlen können.\nMädel:\nWas Du mir schuldig bleibst. Komm mal rein\nund spendiere was.\nDer Bürger:\nDu mußt Dich aber auf meinen Schoß setzen.\nMädel umarmt ihn:\nSei lieb, Dickerchen. Alle Männer sind heute\nschlecht zu mir.\nDer Bürger:\nDrück nicht so mein Herz, ich bin in der Kur.\nMädel:\nIch werde Dich mal in die Kur nehmen.\nDer Bürger:\nEine barmherzige Schwester bist Du für uns\nMänner.\nMädel:\nWarte mal, da geht meine Freundin, die ist auch\nwas für Dich.\nDer Bürger ruft nach:\nIch habe nur bis acht Zeit. Kellner, Illustrierte.\nDer Herr der Tagespresse sieht auf die.\nUhr.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nSchon hier, Kollege?\nDer Herr der Tagespresse:\n.Was soll man die fünf Stunden anfangen Ich\nsehe die Presse durch. Sie gehen wohl nach\nHause?\nDer Zeichner der Tagespresse:\nMeine Frau macht heute einen Besuch, den sie\nschon längst schuldig war. Sie konnte ihn un-\nmöglich länger aufschieben.\nDer Herr der Tagespresse:\nHaben Sie die Zeichnungen fertig?\nDer Zeichner der Tagespresse:\nAlles abgeliefert.\nDer Herr der Tagespresse:\nHören Sie mal, Kollege, da Sie heute Abend so\nfein Zeit haben, ich habe verschiedene Nachrufe\nfertig für Persönlichkeiten, die voraussichtlich\ndemnächst sterben werden. Ich werde Ihnen die\nTips geben und Sie können die Persönlichkeiten\ndann heute gleich umzeichnen.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nKollege, Sie werden mich nicht los. Heute will\nich mich der Schönheit widmen.\nDer Herr der Tagespresse:\nDie Schönheit wird es vorziehen, schmeichle ich\nmir, sich der Feder statt des Pinsels zu bedn len."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "136", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.4", "texte": "Der Zeichner der Tagespresse:\nBesser ein Pinsel, als eine stumpfe Feder.\nDer Herr der Tagespresse:\nIch muß mir auf das Entschiedenste verbitten,\nzweideutig zu werden.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nUnter uns Kollegen können wir doch eindeutig\nsei«.\nDer Bürger:\nZahlen. Unverschämtheit! Meine Brieftasche!\nWo ist meine Brieftasche?\nKellner:\nIch habe sie nicht gestohlen.\nDer Bürger:\nDiese Person. Das hat man davon, wenn man\nsich mit solchen Personen einläßt. Das ist der\nDank. Aber warte mal, ich setze die ganze\nPolizei in Bewegung.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nIst Ihnen etwas gestohlen worden?\nKellner:\nIn unserm Hause wird nie etwas gestohlen.\nDer Herr der Tagespresse:\nVieHeicht haben Sie Verdachtsmomente?\nDer Bürger:\nAchthundertdreiimdachtzig Mailki und eine «ge-\nstickte Brieftasche von meiner Frau. Die Person\nsoll es büßen. Die muß mir ins Zuchthaus.\nKellner:\nSie, erst zahlen. Die faulen Ausreden kennen\nwir.\nDer Bürger:\nSeien Sie nicht unverschämt. Ich bin Versiche-\nrungsdirektor.\nX ell ne r:\nDas versichern die Leute dann immer. Zahlen\noder Pfand. Und für die beiden Damen auch,\nmit die Sie saßen. Macht siebzehn fünfzig.\nDer Bürger:\nWas gehen mich die Damen an. Ich habe mit\nniemandem hier gesessen.\nKe 11 ne r:\nDafür habe ich Zeugen. Auf Ihnen haben sie\ngesessen.\nDer Bürger:\nIch werde Ihnen meinen Regenschirm zum Pfand\nlassen. Ich gebe Ihnen die Versicherung\nKellner;\nDafür gibt es keine Kasse. Regenschirme habe\nich zum Aussuchen hier. Geben Sie mal den Ring\nhier\nDer Bürger:\nDas ist Erpressung. Werden Sie nicht handgreif-\nlich. Hier ist der Ring. Die Herren sind Zeugen\nDer Herr der Tagespresse:\nIch werde gern eine kleine Lokalnotiz darüber\nbringen.\nDer Bürger stürzt fort\nKellner:\n%\nNun hat er seinen Regenschirm noch hier gz-\nlassen. Ich lege ihn zu den übrigen.\nDer Herr der Tagespresse:\nSie, Kellner.\nKellner:\nBitte!\nDer Herr der Tagespresse:\nSchade, daß die Zeche nicht fünfzig Pfennige\nbilliger war.\nKellner:\nWarum denn?\nDer Herr der Tagespresse:\nAchthundertdreiundachtzig Mark gestohlen, sieb-\nzehn Mark geneppt, die neunhundert netto hätten\nsich leichter merken lassen.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nAusgezeichnet, Kollege. Sie, Kellner, kannten\nSie die Damen, die bei dem Herrn saßen?\nKellner:\nZwei Stunden vorher haben die beiden bei Ihnen\ngesessen.\nDer Herr der Tagespresse:\nIch gebe meine Wertsachen am Büffet ab. Der\nProfessor wird sich über seine Braut wundern.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nIch habe nur zwei Mark mitgenommen. Man\nmuß die Frauen nicht verwöhnen.\nDer Herr der Tagespresse:\nDieser Bürger hat natürlich keine Ahnung, um\nwas es sich bei der Diva handelt.\nDer Zeichner der Tagespresse:\nUm was denn, Kollege?\nDer Herr der Tagespresse:\nSie haben keine Psychologie, Kollege: Um Klep-\ntomanie !\nMädel stürzt herein:\nSie, Kellner, mir ist meine Kette gestohlen wor-\nden. Von der Kleinen, die sich hier vor der Tür\nimmer herumtreibt. Halten Sie sie fest, wenn Sie\nsie sehen. Wo ist denn der Dicke?\nKellner:\nDem ist seine Brieftasche gestohlen.\nMädel:\nNein, was heute alles gestohlen wird. Erst mir\ndie Kette und dem die Brieftasche.\nDer Herr der Tagespresse:\nMeine Gnädigste\nDer Zeichner der Tagespresse:\nSie jüngere Yvette Guilbert\nMädel:\nSchon da. Ich bin noch besetzt. Sie können\nja warten. Alle warten auf mich. Schreiben\nSie, zeichnen Sie solange, erst die Arbeit, dann\ndas Vergnügen.\nKellner:\nFräulein, Sie haben noch nicht gezahlt. Die\nandere Dame auch nicht.\nMädel:\nHier haben Sie fünfzig Mark. Der Rest für Sie.\nKellner:\nWenn Sie mal wieder etwas brauchen\nMädel:\nDann werde ich schon nehmen.\nPolizeiwache\nDer Herr der Tagespresse:\nSo ein kleiner dicker Herr mit schwarzem Pelz\nund weißen Pulswärmern.\nPolizist:\nHier hat niemand etwas angezeigt.\nDer Herr der Tagespresse:\nDas Lokal liegt in Ihrem Revier.\nPolizist:\nDas Lokal liegt sehr auf unserm Revier. Jeden\nTag Aerger. Nächstens werde ich die Bude\nschließen.\nDer Herr der Tagespresse:\nDie Kollegen verkehren dort wegen der vielen\nTageszeitungen. Unser Beruf fordert Orientie-\nrung. Und ich schmeichle mir, bestorientiert\nzu sein.\nPolizist:\nSie haben mit den Diebstählen mehr Laufereien\nals unsereins, Herr Doktor.\nDer Herr der Tagespresse:\nDiebstähle mache ich nur nebenbei. Sie gehören\nzu Lokales. Nur wenn mich der Fall psycholo-\ngisch interessiert, orientiere ich mich persönlich.\nPolizist:\nSoll ich nun Ihre Mitteilung amtlich als Anzeige\nauffassen?\nDer Herr der Tagespresse:\nAnzeigen mache ich nie nebenbei. Ich wollte\nmich nur informieren.\nPolizist:\nDie Zeitungsschreiber sollten sich mehr an die\nBeamten halten, das stärkt den Gemeinsinn. Und\num uns Subalternbeamte kümmern sich die gro-\nßen Herren überhaupt nicht.\nDer Herr der Tagespresse:\nSagen Sie das nicht, Herr Wachtmeister. Ich\nschmeichle mir, bis auf die Knochen liberal zu\nsein. Ich habe ein Herz für den kleinen Mann.\nWenn Sie mir die Wünsche der Beamtenschaft\nklarlegen wollen, meine Zeitung wird sie brennend\ngern veröffentlichen\nDer Gehilfe:\nIch habe einen . . . ein Todesfall . . . der Pro-\nfessor . . .\nPolizist:\nImmer nach der Reihe. Wer sind Sie?\nDer Gehilfe:\n. • Tot. Er hat sich vergiftet.\nPoliz i s t :\nWer? Wo? Laufen Sie doch nicht fort!\nDer Herr der Tagespresse:\nDas ist doch der Gehilfe von meinem Professor.\nIch schmeichle mir, das beste Personengedächt-\nnis zu haben. Da muß ich sofort hin.\nPolizist:\nWer? Wo? Laufen Sie doch nicht fort!\nDer zweite Polizist:\nMorgen. Neues?\nPolizist:\nEine Information ohne Anzeige und eine Anzeige\nohne Informaion.\nDer zweite Polizist:\nAlso kann man ruhig frühstücken.\nPolizist:\nKennen Sie in unserm Revier einen Professor,\nder sich vergiftet hat?\nDer zweite Polizist:\nHaben Sie nicht gestern bei so einem Mann diese\nhübsche Person ausgehoben?\nPolizist:\nDas ist nicht unser Revier. Dann geht uns die\nVergiftung nichts an. Die Anzeige ist falsch\nerstattet.\nMädel:\nGut, daß ich Dich treffe, Wilhelm. Heute habe\nich nicht gestohlen, gestern bin ich bestohlen\nPolizist:\nWer sind Sie?\nMädel:\nAber Wilhelm\nPolizist:\nBenehmen Sie sich anständig!\nMädel:\nAber Wilhelm\nDer zweite Polizist:\nTragen Sie mir mal Ihren Sündenfall vor, Fräu-\nlein.\nMädel:\nWie Sie mit den Augenbrauen zwinkern können.\nDas kann Wilhelm nicht.\nPolizist:\nHierdurch ersuche ich Sie zum letzten Mal, sich\nnicht mit mir intim zu machen.\nMädel:\nIch rede ja gar nicht mit Ihnen. Sie sind Luft für\nmich, verstehen Sie. Ja, Herr Reviervorstand,\nman merkt doch gleich, wenn man es mit einem\nVorgesetzten zu tun hat.\nPolizist:\nKamerad, wollen Sie nicht die Person amtlich be-\nhandeln."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.5", "texte": "Campendonk: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.6", "texte": "Mädel:\nIch rede ja gar nicht mit Ihnen. Er läßt mich\nnicht zu Worte kommen, Herr Re hervorstand.\nVerbieten Sie ihm, daß er immer dreinrede'.\nMich ha- er verhaftet, er hat mich angefaßt, der\nGrobian, er hat mich aus dem Bett gerissen.\nPolizist:\nDas Wt eine gemeine Lüge!\nMädel:\nIch war gerade aufgestanden, Her: Reviervor-\nstand. Mich hat er verhaftet und mich hat man\nbestohlen.\nDer zweite Polizist:\nFräulein ich muß Sie ersuchen, dem Herrn Kame-\nraden nicht zu nahe zu treten.\nMädel:\nDer ist für mich Luft. Dem bleibe ich zehn\nSchritte vom Leibe.\nPolizist:\nGuten Morgen, Kamerad. Hüten Sie sich. Ein\nBeamter darf nicht straucheln.\nMädel:\nAdjö, Sie. Ich zahle nicht einen Sechser für\njeden Schritt, bei dem der nicht strauchelt.\nDer zweite Polizist:\nHat er sich vergangen?\nM ä d e 1:\nNicht zu knapp. Verhelfen Sie mir zu meiner\nKette. Ich will auch lieb zu Dir sein. Wie Du\nmit den Augenbräuen schäjcerst!\nDer zweite Polizist:\nWer ist denn der Dieb?\nMädel:\nDie Jöre heißt Mariechen und spielt immer vor\nunserm Lokal\nDer zweite Polizist:\nMariechen, Mariechen, warten Sie mal. Ja, na-\ntürlich, da spielt ja immer dem Pförtner seine\nKleine. Wie heißt er doch\nMädel:\nAugust. Mein August. Da hole ich mir die Kette\nselbst mit Kußhand ab.\nDer zweite Polizist:\nWollen wir nicht die Sache protokollieren,\nFräulein?\nMädel:\nDer Grobian hat mich schon gestern alles aus-\ngefragt, Bis auf meine Großmutter hat er mich\nausgepumpt.\nDer zweite Polizist:\nDas ist aber ein neuer FaM. Wir haben ja Zeit.\nMädel:\nWollen wir nicht lieber zu Dir gehen? Ich habe\ndie ganze Nacht nicht geschlafen.\nDer zweite Polizist:\nHier bin ich ganz zu Ihrer Bedienung, solange\nkein neuer Fall vorliegt. Um drei bin ich frei.\nMädel:\nUm drei werde ich gezeichnet, wenn der Mann\nnicht noch schläft. Er hat zwar eine Samtjoppe,\naber nichts vertragen kann er.\nDer zweite Polizist:\nSie, Fräulein, der Pflanzenmann soll sich ver-\ngiftet haben\nMädel:\nKenne ich nicht.\nDer zweite Polizist:\nDer vorgestern Nacht auf dem Geländer ge-\nwartet hat.\nM ä d e 1:\nMein August Wilhelm. Da muß ich gleich mal\nhin. Bitte geh Du doch zum August nachher um\ndrei und hol die Kette für mich. Schönen Gruß\nan ihn, er soll seine Jöre verwichsen.\nDer zweite Polizist:\nWohin soll ich die Kette bringen?\nMädel:\nIch hole sie mir bei Dir ab\nDer zweite Polizist:\nLaufen Sie doch nicht fort. Wissen Sie denn,\nwo ich wohne?\nMädel schon draußen:\nIch habe noch jeden Mann gefunden.\nDer zweite Polizist singt sich ein Lied\nPförtner:\nTag, Herr Wachtmeister. An- und Abmeldungen\nDer zweite Polizist:\nSie, alter Freund, Sie müssen mal Ihre Kleine\nvornehmen.\nPförtner:\nWelche?\nDer zweite Polizist:\nKeine Witze, bitte ich mir aus. Ihre Tochter hat\ngestohlen.\nPförtner:\nMeine Tochter stiehlt nicht. Sie ist aus anstän-\ndigem Hause.\nDer zweite Polizist:\nDas wird sich finden.\nPförtner:\nIch lasse mich nicht beleidigen.\nDer zw,e i t e Polizist:\nAmtlich kann ich überhaupt nicht beleidigen. Hier\nhaben Sie Ihre Bescheinigungen und jetzt holen\nSie schleunigst die Kette.\nPförtner:\nWelche?\nDer zweite Polizist:\nDie Ihre Tochter gestohlen hat\nPförtner:\nWem?\nDer zweite Polizist:\nEiner Dame. Das übrige wird sich finden. Wir\nwerden die Sache verfolgen.\nPförtner:\nAlso gut. Also gut. Aber wenn man mein Fleisch\nund Blut falsch verdächtigt hat, gehe ich bis zum\nKaiser.\nDer zweite Polizist:\nGehen Sie wohin Sie wollen. Erst bringen Sie\ndie Kette her und zwar etwas dalli.\nPförtner:\nDas wird sich finden.\nDer zweite Polizist:\nSprechen Sie mir nicht nach. Sie haben sich\nnicht meiner amtlichen Ausdrücke zu bedienen.\nPförtner:\nTun Sie man nicht so, Schutzmann.\nDer zweite Polizist schreit nach:\nIhr Volk müßtet ganz anders regiert werden, da-\nmit Ihr Respekt in Euren Leib kriegt.\nDer Bürger:\nNicht guter Laune, Herr Wachtmeister.\nDer zweite Polizist:\nBei der Arbeit kann man die Laune verlieren,\nHerr Direktor.\nDer Bürger:\nIch komme mit einem Anliegen. Ich möchte Sie\nsozusagen privatamtlich sprechen.\nDer zweite Polizist:\nWas haben Sie denn? Wir können ja mal sehen.\nDer Bürger:\nDas Anliegen ist etwas heikel. Ich bin nämlich\nbestohlen worden.\nDer zweite Polizist:\nUns ist der Dieb bereits bekannt.\nDer Bürger:\nDas erleichtert mir die Sache. Ich kann nicht\numhin, meinen Respekt vor der Tüchtigkeit der\nPolizei auszusprechen.\nDer zweite Polizist:\nUns ist hier alles bekannt. Ihnen fehlt eine Kette.\nDer Bürger:\nNein, eine Brieftasche.\nDer zweite Polizist:\nRichtig, eine Brieftasche. Und zwar vermutlich\nmit Geld.\nDie Freundin:\nAchthundertdreiundachtzig Mark in ganz neuen\nReichskassenscheinen. Hier sind die Nummern.\nDer zweite Polizist:\nDie Nummern tun nichts zur Sache, da wir den\nDieb bereits kennen.\nDer Bürger:\nGott sei Dank, Sie haben also die Brieftasche?\nDer zweite Polizist:\nDie werden wir bald haben.\nDer Bürger:\nSo eine junge Person und schon so verdorben.\nDer zweite Polizist:\nDas kommt davon, wenn sich der Vater nicht um\nseine Tochter kümmert und die Mutter tot ist.\nDer Bürger:\nDie Sache hat nur einen Haken.\nDer zweite Polizist:\nDie Brieftasche?\nDer Bürger:\nHerr Wjachtmeister, ich weiß nicht, ob Sie ver-\nheiratet sind.\nDer zweite Polizist:\nIch bin ledig.\nDer Bürger:\nWie ich so dumm fragen kann. Natürlich, Sie\ntragen ja keinen Trauring. Aber Sie werden\nvielleicht wissen, wie die Frauen sind.\nDer zweite Polizist:\nMan hat im Amt seine Gelegenheiten und seine\nErfahrungen.\nDer Bürger:\nAber außeramtlich. Und deshalb wollte ich\nprivatamtlich mit Ihnen sprechen, Herr Wacht-\nmeister. Meine Frau darf unter keinen Um-\nständen von diesem Diebstahl etwas erfahren.\niWie können wir das machen? Selbstverständ-\nlich werde ich mich erkenntlich zeigen, ohne\nIhrem Charakter als Beamter zu nahe zu treten.\nDer zweite Polizist:\nDas wird sich finden. Ich bin verpflichtet, Sie\ndarauf aufmerksam zu machen, daß ich nur Ge-\nschenke ohne Geldwert annehmen darf.\nDer Bürger:\nSo ein paar Flaschen Wein und ein paar Kisten\nZigarren kosten mich garnichts. Die bekomme\nich frei Haus geschenkt. Wie kö,nnen wir das\nmachen?\nDer zweite Polizist:\nWarum darf denn die Frau GemahLin von Ihrem\nUnglück nichts wissen, wenn ich so unbescheiden\nfragen darf?\nDer Bürger:\nWegen der Begleitumstände und wegen meines\nHerzens. Mieine Frau pflegt Schlüsse zu machen.\nSie kennen doch die Logik der Frauen, Herr\nWachtmeister.\nDer zweite Polizist:\nLogik ist nur für uns Männer.\nDer Bürger:\nSie sprechen wie ein Leitartikel. Schon die\nTatsache könnte meiner Frau genügen, daß es\neine Diebin ist\nDer zweite Polizist :\nEin Kind!\nDer Bürger:\nFrauen in gesetzterem Alter fassen den Be-\ngriff Kind nicht so weit, wie wir beide, Herr\nWachtmeister."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.7", "texte": "Jacoba van Heemskerck: Holzschnitt / vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.8", "texte": "D r zweite Polizist:\nDa geht Ihre Frau Gemahlin wirklich sehr weit.\nDer Bürger:\nAlso, wie machen wir das?\nDer zweite Polizist:\nIch werde Ihnen die Brieftasche persönlich hier\ngegen Quittung überreichen.\nDer Bürger:\nVielen, vielen Dank. Da fällt mir ein, es waren\nnur achthundertfünfzig Mark in der Tasche.\nAchthundertfünfzig Mark. Sie zählen es wohl\ndann gleich nach, Herr Wachtmeister.\nDer zweite Polizist:\nDas tun wir in solchen Fällen immer.\nDer Bürger:\nAlso auf Wiedersehen, lieber Herr Wachtmeister.\nAchthundertfünfzig Mark. Auf Wiedersehen bis\nmorgen. Eine kleine Zigarre gefällig?\nDer zweite Polizist:\nIch rauche nicht im Amt.\nDer Bürger:\nNachher. Nehmen Sie gleich zwei. Sie sind so\nklein, Bismarck-Zigarre, Stüdk sechzig Pfennig,\nbei einer lohnt sich Streichholz nicht. Guten\nMorgen.\nDer zweite Polizist singt sich ein Lied.\nDer Pförtner mit der Kleinen\nAlso Markdien, Du brauchst keine Angst zu\nhaben. Recht muß Recht bleiben. Sage es dem\nSchutzmann ins Gesicht!\nDie KI ein e:\nIch habe die Kette nicht.\nDer zweite Polizist:\nWo hast Du die Brieftasche?\nDie Kleine:\nIch habe die Brieftasche nicht.\nDer zweite Polizist:\nDu wirst gehängt !\nPförtner:\nSie haben das Kind nicht einzuschüchtern. Ich\nwerde mich an den Polizeipräsidenten wenden.\nDer zweite Polizist:\nWienden Sie sich an wen Sie wollen. Ich werde\nmich doch nicht von Ihnen dumm machen lassen.\nAlso Du wirst nicht gehängt, wenn Du mir gleich\nsagst, wo die Brieftasche ist.\nDie Kleine:\nFräuleins haben doch keine Brieftaschen.\nDer zweite Polizist:\nDu kannst mich doch nicht dumm machen. Die\nhast Du doch dem Herrn Direktor gestohlen bei\nEuch zu Hause.\nPförtner:\nDen Kerl zeige ich wegen Verleumdung an. Das\nwird immer döllerer. Erst soll das Kind eine Kette\nhaben, dann eine Brieftasche, schließlich soll sie\nauch womöglich Geld gestohlen haben.\nDer zweite Polizist:\nBrieftaschen pflegen stets Geld zu enthalten.\nDie Kleine:\nIch habe die Kette nicht.\nDer zweite Polizist:\nAlso Du leugnest?\nDie Kleine:\nIch habe draußen immer gesungen.\nDer zweite Polizist:\nWas hast Du gesungen?\nDie Kleine:\nIch weine weil ich sterben muß.\nDer zweite Polizist:\nAlso gib die Kette her.\nDie Kleine:\nUnd da ist ein Herr gekommen und da ist er\ngestolpert und da hat ein anderer Herr ihn auf-\ngehoben und da haben die beiden zu mir ge-\nsagt, ich soll das Lied/ nochmal singen und\nda haben sie mir eine Mark geschenkt.\nDer zweite Polizist:\nAha, ein neuer Gesichtspunkt. Das wird sich\nfinden. WJir werden die Sache weiter ver-\nfolgen. Sie können beide gehen.\nPförtner:\nDas ist doch sonnenklar, daß diese beiden\nLeute die Sachen gestohlen haben. Sonst\nwürden sie doch nicht so mit den Marks\nSchmeissen. Für so ein saudummes Lied.\nDer zweite Polizist:\nSie haben mir keine 'Gesichtspunkte zu geben.\nDas ist meine Sache. Gehen Sie. Das übrige\nwird sich finden.\nPolizist:\nWas ist denn das hier für Radau?\nDer zweite Polizist:\nJa, Kamerad, ich bin einer ganzen Verbrecher-\nbande auf der Spur. Die Kette schließt sich.\nPolizist:\nWelche Kette? .\nDer zweite Polizist:\nDie Beweise habe ich. Bis auf den Haken.\nNun werde ich mir die Korpusse holen.\nDer Gehilfe:\nKann ich Sie noch sprechen?\nDer zweite Polizist:\nMein Dienst ist aus. 'Dort der Kamerad.\nMahlzeit.\nPolizist:\nSie wünschen?\nDer Gehilfe:\nIch bin von dem anderen Revier zurückgeschickt.\nDas gehört hierher.\nPolizist:\nWfas haben Sie denn?\nDer Gehilfe:\nHier ist der Totenschein. Die Untersuchungs-\nkommission war bereits dort.\nPolizist:\nGut, Sie können gehen.\nDer Gehilfe:\nIch wollte noch diese Brieftasche abgeben. Sie\ngehört dem Herrn Professor nicht und steckte\nin seinem Mantel.\nPolizist:\nIst Ihnen der Besitzer bekannt?\nDer Gehilfe:\nNein.\nPolizist :\nGar nichts darin. Hier steht der Name. Der\nDirektor drüben aus unserem Revier. Dann\nt\nbringen Sie doch die Tasche gleich selbst hin.\nGleich hier drüben.\nDer Gehilfe:\nGut.\nPolizist liest den Totenschein::\nVergiftung. Wie kann man sich vergiften.\nDie Kleine vor dem Fenster:\nIch weine, weil ich sterben muß,\nSterben muß,\nSterben muß,\nIch weine, weil ich sterben muß\nPolizist reißt das Fenster auf:\nHalts Maul, Jöre. Bei dem Geplärr kann man\nnicht lesen.\nStraße\nDer zweite Polizist:\nHerr Direktor, Herr Direktor!\nDer Bürger:\nHerr Wachtmeister, was machen Sie hier?\nHaben Sie die Brieftasche?\nDer zweite Polizist:\nDie Brieftasche ist in Ihrem Hause, darum be-\nobachte ich es.\nDer Bürger:\nNicht möglich. Hier, in diesem hochherrschaft-\nlichen Haus sollte diese Person wohnen?\nDer zweite Polizist:\nLassen Sie das meine Sorge sein. Die Beweise\nhabe ich.\nDer Bürger:\nUnd die Brieftasche?\nDer zweite Polizist:\nVerlassen Sie sich darauf, Herr Direktor, Sie ist\nIhier im Hause.\nDer Bürger:\nWenn es nur nicht meine Frau durch Zufall'\nmerkt.\nDer zweite Polizist:\nIch nehme sozusagen die Brieftasche aus Ihrem\nHause, damit Sie sie vom Amt nach Hause\ntragen »können.\nDer Bürger:\nAlso auf Morgen. (Guten Abend.\nDie Tür fällt ins Schlbß.\nDie Freundin schlendert durch die Straie.\nPförtner in Hemdsärmeln:\nSt, Kleine\nDie Freundin:\nWas zahlst Du, Schatz?\nPförtner:\nKomm nach zehn. Das Geschäft ist richtig\nDie Frau Rat aus dem Fenster:\nMioppel, Moppel!\nEin Schrei gellt auf.\nOer Hund heult.\nDie Frau Rat aus dem Fenster:\nUnerhört. Dazu zieht man in eine stille Straße.\nDer zweite Polizist stürzt der Freundin\nnach:\nWas haben Sie mit dem Mann gesprochen?\nDie Freundin:\nNichts, Herr Wachtmeister.\nDer zweite Polizist:\nZeigen Sie Ihre Handtasche.\nDie Freundin:\nWas ist denn los. Bitte.\nDie Frau Rat aus dem Fenster:\nSchutzmann!\nEin Schrei gellt auf.\nDer zweite Polizist:\nWas ist das für eine Kette?\nDie Freundin:\nWas soll es denn für eine Kette sein? Es ist\neine Kette.\nDer zweite Polizist:\nDie hat Ihnen der Mann da zugesteckt. Sie ist\ngestohlen. Wo haben Sie die Brieftasche?\nDie Freundin:\nIch habe doch keine Brieftasche.\nPolizist:\nHer damit. Sonst gleich auf die Wache.\nDie Freundin:\nIch bin ein anständiges Mädchen.\nDie Frau Rat aus dem Fenster:\nSchutzmann, Moppel, Schutzmann! j"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "141", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.9", "texte": "Der zweite Polizist:\nDas wird sich finden. Geben Sie die Brieftasche\noder nicht?\nD i e F r e u n d i n:\nLassen Sie mich los. Die Kette können Sie\nmeinetwegen behalten.\nlDer zweite Polizist:\nDu Diebsbagage. Du Hehierviech. Ich schlage\nDir alle Knochen entzwei!\nEin Schrei gellt auf.\nDie F r a u Rat aus dem Fenster:\nMoppel, Schutzmann, Moppel!\nD i e F r e u n d i n:\n'Hilfe! Hilfe!\nPförtner:\nWas ist denn los?\nDer Bürger am Fenster:\nLaß mich doch, laß mich doch. Die Polizei\nkann es bezeugen.\nDie Frau Rat aus dem Fenster:\nHat man bei Ihnen so geschrieen, Herr Direktor?\nDer zweite Polizist zum Pförtner:\nSehen Sie, wie schnell wir hinter Ihre Schliche\ngekommen sind. Den einen Korpus hätten wir.\nNun heraus mit der Brieftasche!\nDas Fenster des Bürgers wird zugeschlagen.\n■i\nDer Hund heult.\nPförtner:\nSie können mir nicht bange machen.\nDer zweite Polizist:\nLeugnen Sie nicht mehr. Diese Person hat alles\nverraten und gestanden.\nPförtner:\nDas soll sie mir ins Gesicht sagen.\nDer zweite Polizist:\nIst sie mir ausgekniffen. Na warte. Zum\nletzten Mal, heraus mit der Brieftasche.\n*\nDer Bürger stürzt heraus:\nSchutzmann, Schutzmann!\nDer zweite Polizist:\nGleich haben wir sie, Herr Direktor.\nDer Bürger:\nHier ist sie ja, Sie Schafskopf.\nPförtner schreit vor Lachen:\nSchafskopf!\nDer zweite Polizist:\nDas ist gelogen. Ich verbitte mir diese Aus-\ndrücke. Sie können die Brieftasche nicht haben.\nDer Bürger:\nMachen Sie doch die Augen auf, Sie Schafs-\nkopf. Meine Frau hat mich deshalb schon halb-\ntot geschlagen. Ich lasse mich scheiden.\nPförtner:\nDas haben Sie verdient, Sie Herr, Herr, anstän-\ndige Menschen in üblen Leumund zu bringen.\nDer Bürger:\nWas wollen Sie von mir, will ich was von Ihnen?\nDer zweite Polizist:\nSie können die Brieftasche nicht haben. Ich\n'habe doch die Kette.\nDer Bürger:\nHier, hier steht mein Name, wenn Sie zufällig\nlesen können. Ein Mann hat sie abgegeben.\nDer zweite Polizist:\nUnd die achthundertdreiundachtzig Mark?\nDer Bürger:\nDie sind gestohlen, Sie, Sie Oberdetektiv\nDer zweite Polizist:\nUnd wenn Sie noch so unverschämt sind, ich\nwerde mir schon helfen. Der Mann hat sie ge-\nstohlen, der die Tasche heraufgebracht hat. Das\nist doch sonnenklar. Und dieser Mann war\nder da.\nPförtner:\nSie sind wohl übergeschnappt. Ich werde doch\nmeinen Fuß nicht auf die Schwelle von einem\nMann setzen, der mich und mein Kind in üblen\nLeumund bringt.\nDie Frau Rat aus dem Fenster:\nUnerhört dieser Lärm. Moppel, Moppel, gleich\nkommst Du.\nDer Bürger:\nDiese Person ist Ihr Kind?\nPförtner:\nMein Kind ist keine Person. Ich haue Ihnen\neine runter, wenn Sie mir nicht zufrieden: lassen.\nDer zweite Polizist:\nIm Namen des Gesetzes, Sie sind verhaftet\nwegen dringenden Verdachts des Diebstahls re-\nspektive der Begünstigung.,\nPförtner:\nDas soll Ihnen teuer zu stehen kommen\nDer Bürger setzt sich auf das Geländer:\nKomm mein,l Mioppel, komm zu Herrchen. So\ngutes Hundchen, sei Du nett zu mir.\nDie Frau Rat aus dem Fenster:\nDas sage ich Dir, Moppel, heute bist Du mir das\nletzte Mal allein auf der Straße gewesen.\nDer Bürger:\nBleib Du bei Herrchen. Bist ein gutes Tier. Du\ngehst mit mir in die Welt.\nDer Hund bellt.\nDie Frau Rat am Fenster:\nMoppel, Moppel!\nDer Hund springt hinein.\n. Das Fenster wird geschlossen.\nDer Herr der Tagespresse singt halblaut:\nDas muß ein schlechter Müller sein,\nDem niemals fiel das Wandern ein,\nDas Wa—an—dem\nNa, Sie alter Herr, Sie sitzen aber sehr unge-\nmütlich. Ist Ihnen nicht wohl?\nDer Bürger:\nMir ist sehr elend.\nDer Herr der Tagespresse:\nWiir kennen uns doch von gestern Abend. Sehr\nerfreut, Sie wiederzusehen. Haben Sie Ihre\nBrieftasche?\nDer Bürger:\nJ,a, leider.\nDer Herr der Tagespresse:\nLeider? Nicht so üppig. Neunhundert M ist\nschon ein Batzen.\nDer Bürger:\nSie sind raus.\nDer Herr der Tagespresse:\nUnd deshalb sitzen Sie sozusagen auf den Trüm-\nmern Jerichos.\nDer Bürger:\nIch bin so alt geworden und nun muß ich ein\nneues Leben anfangen\nDer Herr der Tagespresse:\nHat man Sie ganz ausgezogen? Ja Künstlerinnen\nist ein teurer Spaß. Ich schmeichle mir, das aus\nErfahrung zu wissen. Ich selbst falle nie rein.\nPolizist zum Pförtner:\nUnd nichts für ungut. Der Kamerad ist über-\narbeitet und hat Sie um Entschuldigung gebeten.\nLassan Sie die Sache auf sich beruhen.\nPförtner:\nNa, ich will kein Unmensch sein.\nPolizist:\nUnd hier haben Sie die Kette richtig wieder.\nPförtner:\nDanke schön. Da sitzt ja der Direktor. Ich bin\netwas abergläubisch, wenn das nur nicht wieder\neinen toten Mann gibt. Und mun sagen Sie\ndem Direktor gleich Bescheid.\nPolizist:\nGuten; Abend, meine Herren. Der Herr Portier\nist ein Ehrenmann. Seine Tochter auch sozu-\nsagen. Mein Kamerad ist amtlich überreizt ge-\nwesen. Ihre Brieftasche hat der Portier nicht\ngehabt. Dieselbe wurde vielmehr von einem\nGehilfen des verstorbenen Professors mir amtlich\nzur Kenntnis gebracht, da dieselbe sich im Ueber-\nrock des Verstorbenen befunden haben soll. Auf\nmeine persönliche Intervention hat der Gehilfe\ndieselbe selbst in Ihrer Wohnung abgegeben,\nnachdem ich selbst den Besitzer amtlich fest-\ngestellt habe. Dieselbe war sonst ohne Inhalt.\nZur Kenntnisnahme.\nDer Bürger:\nWie kommt meine Brieftasche in den Ueberrook\neines verstorbenen Professors?\nPolizist:\nDies ist mangels eines Antrags nicht ermittelt.\nDer Bürger:\nIch habe eine bestimmte Person im Verdacht,\ndie es bestimmt gemacht hat.\nDer Herr der Tagespresse:\nSehr interessant. Sehr interessant! Ich\nschmeichle mir, die Lösung gefunden zu haben.\nPolizist :\nNennen Sie mir doch den Nlamen des Diebes,\ndann ist die Sache bedeutend vereinfacht.\nDer Bürger:\nDas kann ich nicht. Dann schlägt mich meine\nFrau ganz tot.\nDie Kleine im Zimmer:\nMariechen, warum weinest Du,\nWeinest Du,\nWeinest Du\nPförtner:\nDas arme Kind kann heute wegen des üblen\nLeumunds gar nicht schlafen.\nPolizist:\nWenn Sie ums den Dieb nicht nennen wollen,\nkönnen wir vorläufig in der Sache nichts weiter\ntun. Guten Abend.\nDer Herr der Tagespresse:\nDie Polizei geht nicht psychologisch vor. Ein\nhochinteressanter Fall. Mir ist alles klar.\nDer Bürger:\nWo ist mein! Geld?\nDer Herr der Tagespresse:\nDas Geld ist hierbei psychologisch uninteressant.\nEs ist abhanden gekommen. Aber wissen Sie\nwer die Brieftasche genommen hat?\nDer Bürger:\nIch weiß es.\nDer Herr der Tagespresse:\nHüten Sie sich, alter Herr. Sie wollen wieder\njemand unschuldig verdächtigen. Sie wissen es\nnicht. Der Professor hat sie genommen und des-\nhalb 'hat er sich vergiftet.\nDie Kleine im Zimmer:\nIch weine, weil ich sterben muß,\nSterben muß,\nSterben muß,"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.10", "texte": "Pförtner:\nDer Herr kann Recht haben. Meine Kleine hat\nauch von zwei Herren gesprochen, die aus dem\nLokal gekommen: sind und die ihr hundert\n) Mark und diese Kette geschenkt haben.\nDer Herr der Tagespresse:\nSehen Sie, alter Herr, sehen Sie. Ich schmeichle\nI mir, die Psychollogie aus, dem ff zu kennen. —\nUnd wissen Sie auch, warum der Herr Professor\nsie gestohlen hat? WTeil er Kleptomane war\nwie seine Braut, die gefeierte Diseuse. Das-\nselbe Leiden hat sie zusammengeführt .Guten\nAbend meine Herren. Ich muß die Sache no'-h\nins Morgenblatt bringen. Selbstverständlich\nganz dezent und ohne Namen.\nDas Wandern ist des Müllers Lust,\nDas Wa—an:—dern\nDer Bürger:\nMir ist sehr schlecht, Herr Portier. Helfen Sie\nmir ins Haus. Die bei meinem\nHerzen.\nPfört n e r faßt ihn unter\nKommen Sie Herr Direkte;:.\n*\n[•er Bürger stolpert in der Tür, fallt.\nDie Tür fällt zu.\n-■ *\" /•:\nD i -j K l eine am Ferner\nIch weine, weil icii sterben muß\nSterben muß,\nSterben muß,\nDie Straße ist leer.\n'^>c\nDer Gehilfe kommt langsam, suchend\nDer Geh ilf e setzt sich auf das Geländer.\nrv~\nM ä d e 1:\nFreundchen.\nDer Gehilfe:\nEndlich. Also hier wohnen Sie?\nMäde 1:\nWas schenkst Du mir?\nDer Gehilfe:\nSie sind sehr heiß .\nMädel:\nDie Wirtin hat mich rausgeschmissen. Ich\nhabe nur das Trikot unter dem Mantel.\niJ e r Gehilfe:\nSie wohnen nicht hier?\nMädel:\nAlle Männer nehmen mich auf.\nDer Gehilfe:\nOh, Du meine süße Jungfrau.\nMäde 1:\nAlle Männer sagen das zu mir. Unter einer\nJungfrau tun sie es nicht.\nDer Gehilfe:\nKennen Sie mich nicht?\nMädel:\nEiner ist wie der andere.\nDer Gehilfe:\nAber ich nicht, aber ich nicht. Wie ich Dich liebe.\nMäde 1:\nAber freilich kenne ich Dicäi. Jetzt »kenne ich\nDich. Du bist doch der hübsche Mann. Soll ich\nmit Dir kommen?\nD er Gehilfe:\nIch will neben Deinem Bett knien. Und wenn\nich eine Anstellung habe, mußt Du meine Frau\nwerden.\nMädel:\nDu redest wie der kleine Christus und bist dabei\nnoch so jung.\nDer Gehilfe:\nIch verehre Dich wie Dich mein Meister verehrt\nhat.\nMädel:\nDas sind Faxen. Komm zu Dir. Ich will Dir\ndas Leben beibringen.\nDer Gehilfe:\nVielleicht habe ich schon am Ersten die An-\nstellung. Aber dann darfst Du zu keinem Mann\nmehr gehen.\nMädel:\nAlle Männer warten auf mich. Ich darf, was ich\nkann.\nDer Gehilfe:\nOh, Du meine Süßgeliebte. Du sollst nicht zu\nden Männern gehen.\nMädel:\nAlle Männer warten auf mich. Ich soll, weil ich\ndarf.\nDer Gehilfe:\nOh, Du über alles Geliebte, Du meine Heilige\nUnd wenn Du zu den Männern gehst, so muß\nich Dich erschießen.\nMädel:\nIch habe keine Angst. Vor niemand. Und vor\nDir am wenigsten. Ich muß, was ich soll. Ich\nlebe. Ich sterbe nie. Ich will nicht sterben.\nDie Kleine im Zimmer:\nMariechen, warum weinest Du\nMädel:\nMeine Kette. Meine Kette Warte, Du Aas.\nPförtner am Fenster:\nWas ist hier los. Da sitzt ja schon wieder einer\nauf dem Geländer.\nMädel:\nAugust, August. Wie Dir die Hemdsärmel\nstehen. Mach die Tür auf, ich will mir die Kette\nholen, oder hat sie der Polizist schon geholt.\nHimmel, den habe ich ganz vergessen.\nPförtner:\nDer Polizist hat mir die Kette gebracht, wenn\nDu d i e meinst.\nMädel:\nJa, so ungefähr sah sie aus. Mach die Tür auf,\nlieber Herr Pförtner in Hemdsärmeln.\nPförtner:\nIch kann die Tür nicht öffnen. Ein Toter liegt\ndahinter.\nDie Kleine im Zimmer:\nWeinest Du\nMädel:\nIch muß zu Dir. Ich bin so gierig nach Dir.\nSchiebe ihn beiseite den Toten.\nDer Gehilfe:\nOh Du, Oh Du in den Himmel Geliebte, die Du\nüber Tote schreitest, Du darfst nicht zu den\nMännern gehen!\n-Mädel:\nWillst Du mir das Leben verbieten? Oeffne\nAugust.\nPförtner:\nSei vernünftig, Mädel. Ich traue mir nicht.\nVielleicht ist er nicht tot. Auch seine Frau öffnet\nnicht.\nM ä d e I:\nDann wirf den Schlüssel heraus, lieber Pförtner.\nIch werde mir die Tür zu Dir öffnen.\nDie Kleine ganz hinten im Zimmer:\nWeil ich sterben muß\nDer Gehilfe:\nOh, Du Heilige mit dem Himmelsschlüssel. Du\ngehst nicht hinein. Sonst mußt Du sterben und\nich muß weinen.\nMädel:\nGewalt ist keine Liebe. Die Liebe ist meine Ge-\nwalt. Du kannst ja warten, hübscher junger\nMann.\nPförtner:\nGeh nicht hinein.\nDer Gehilfe:\nIch (kann nicht warten. Oh, Du über Leben und\nTod Geliebte.\nMädel:\nAlle Männer warten auf mich!\nPförtner:\nEr saß auf dem Geländer. Geh nicht hinein.\nDer Gehilfe:\nGeh nicht hinein!\nMädel:\nIch gehe.\nMädel öffnet die Tür, drückt sie mit Gewalt auf.\nDer Gehilfe schießt\nMädel gleich darauf am Fenster:\nEtsch, vorbeigeschossen.\nDie Frau Rat am Fenster:\nHilfe Hilfe! Man schießt. Wer schießt?\nMäded am Fenster:\nVorbeigeschossen. Ich bin nicht zu töten. Liebe\nist Gewalt.\nDie Kleine ganz hinten im Zimmer:\nSterben muß\nDer Gehilfe:\nVorbei. Oh, Du unsterbliche Geliebte. Gewalt\nist mir die Liebe.\nDer Gehilfe wankt um die Ecke.\nEin Schuß\nMädel im Fenster:\nDieses dumme Schießen. Mir kann 'das nicht\nimponieren. Wer liegt denn da im Hausflur?\nPförtner:\nDer Direfktor von oben. Schlag.\nMädel:\nBei dem war ich auch sehr beliebt. Nur beim\nZahlen war er schwierig.\nPförtner:\nGeh nach Hause. Ich mag Dich nicht.\nMädel:\nWenigstens habe ich meine Kette. Ihr Männer\nhabt alle keinen Mut.\nMädel springt aus dem Fenster.\nPförtner:\nGeh nicht über das Geländer!\nMädel:\nloh werde mich vor dem dummen Eisen fürchten»\nIch gehe.\nMädel tritt über das Geländer.\nMädel:\nSiehst Du, siehst Du. Man muß nur gehen kön-\nnen. Dann geht es. Und wenn Du mich nicht\nmagst, Pförtner ohne Schlüssel, alle Männer\nwarten auf mich.\nPförtner:\nIch bin ein Mann, Donnerwetter, aber"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.11", "texte": "Mädel:\nEin schöner Mann, ein Weib bist Du nicht. Ich\nbin ein WTeib.\nPolizist kommt schnell die Straße herauf.\nMädel:\nWilhelm, Wilhelm!\nPolizist :\nEin Selbstmord. Ich bin nicht frei.\nMädel:\nAber ich! (Weit hinten) Ich!\nEnde\n\nDie Kirche\nFür Lyonel Feininger\nAdolf Knoblauch\nAls ich geboren wurde nannte mich eine Liebling,\nverkürzte meinen Vornamen, gab mir\nzu trinken, zu atmen, zu spielen.\nIch flüstere in der Nachtfrühe, breche den\nTurm des Domes ab,\ntrage seine Mauern zuseite bis auf den\nrechteckigen Grundbau.\nWolken wandeln regenschwer über den\nnachtschwarzen Häuserkreis.\nRiesiger Heerzug tritt zum Marsch an.\nVon bleichen Helmen, Eisenmündungen\nder Gewehre\nwogen graue Linien in der endlos starrenden\nMasse,\nim stählern stampfenden Rahmen.\nHeer überzieht die Stadt, das Land, die Berge,\nim unendlichen Marsch, wuchtig geschmeidig,\nwachsam.\nIch breche die Stadt ab, trage ihre wimmelnden\nStuben zuseite.\nschließe die bunten Läden, lösche in der Frühe\ndie Lichter\nund versammle die Einwohner.\nZu ihren Häupten hänge ich mein Herz,\ngoldene Glocke, die glüht und pocht,\nTrostlose festigt, zu Leidgequälten,\nZerbrochenen golden murmelt.\nLinde Weinestropfen sinken aus unsichtbaren\nAugen in die Schalen ihrer Hände.\nIch kniee an der Oedstelle, wo ehedem der\nKirche Turm\nund sorgenzerschlissene gefurchte Mauern ragten.\nDie Meinigen beten!\nDie Front rollt, Gefahr wetterleuchtet, Marsch\ndröhnt.\nDas Herz krampft vom Leid über alles Maß.\nDas Auge überwach, alle Sinne taub vom Leid\nüber alTes Maß.\nJedes Herz durchsichtig gespannt,\nFlughaut des Windes überm Fluß.\nHunderte von Batterien rollen,\nInfanteriestürme prallen gegen Einander\ndie Feldschlacht steht im achten Mond.\nIch trage das blutigrote Leid!\nIch halte das Leid hoch überm marschierenden\nHeere.\nIch beuge mich über die Frauen hinter dem Heere!\nJeder nennt mich Kamerad!\nKamerad, bist du vom blutigroten Leid gehärtet\nim Heere?\nKamerad, beugst du dich über die Frauen hinter\ndem Heere?\nNennt dich Einer Lieber Kamerad?\n\nZwiesprache\nKurt Heynicke\nIn Ehrfurcht und Verehrung\ndem Hamburger Fremdenblatt\nEine Zeitung ist auf mich gefallen —\nEine Kritik albt auf meiner Brust.\nDie Kritik flattert.\nIch träume.\nDie Kritik: Du willst Dichter sein. Kannst nicht\nwärmen, du Ofen mit Papierfeuer.\nMein Traum: Ich träume Dichtung. Ich wärme\ndie Irdischen nicht. Wir sind das Land,\nwo Sonne wandelt.\nDie Kritik: Einbildung. Deine Einbildung erwärmt\ndich.\nMein Traum: Deine Bildung erkältet dich.\nDie Kritik: Dein Ausdruck gibt mir keinen Ein-\ndruck.\n- Mein Traum: Deine Eindrücke bedrücken dich.\nDu findest keinen Ausdruck.\nDie Kritik: Ich bin der Wächter der Kunst.\nMein Traum: Blinder Nachtwächter der Presse.\nDie Kritik: Bruch, Bruch ist deine Dichtung.\nMein Traum: Der zerbricht dich, Fels aller\nWächter!\nDie Kritik: Euer Sturm tost im Wasserglase.\nMein Traum: Das Wasser hat dich erkältet. Du\nhustest.\nEin Sturm braust. Die Kritik flattert von\nmeiner Brust. Ich singe.\n\nIch entgegne\nKurt Heynicke\nDie Zeitschrift „Geistiges Eigentum\" erscheint\nunter der Hut 'des Herrn Friedrich Huth in Char-\nliottenburg. „Sie hat es sich zur Aufgabe gestellt,\ndie literarische W[elt auf begabte Autoren auf-\nmerksam zu machen, die sich noch nicht eines\nbekannten und klangvollen Namens erfreuen\".\nAlso bitte, meine Herren Autoren, klingt euern\nNamen herein, unter die Hut des Herrn Huth,\nCharlottenburg Kaiser Friedrichstr. 53!\nEin Hut bedeckt allerdings stets nur einen\nbeschränkten, mehr oder weniger kahlen Raum,\nunter welchem das geistige Eigentum (in o)ktav-\nformat) unbekannten Autoren zu klangvollen\nNamen verhilft.\nDer Huth auf dem Kopfe des geistigen Eigen-\ntums ist so beschränkt, daß er nicht über die\nSchranken sehen kann, -die sein geistiges Eigen-\ntum von der Kunst trennen.\nDenn, lieber Huth, die Kunst ist unser Eigen-\ntum.\nSie hassen die Sterne, weil sie Ihr Haupt vom\noben bescheiden. Wlir aber wandeln mitten\nunter ihnen.\nSie bellen von unten.\nIch, und die meiner Seele sind, scheinen von\noben.\nSie können die Kunst nicht begreifen, uns\naber hat die Kunst ergriffen. ♦\nNehmen Sie Ihren Hut, Herr Huth, und be-\ndecken Sie jene Kohlrübe, um deren Verllust Sie\nfürchten.\nFürchten Sie nicht, lieber Huth. Sterne sind\nfür Sie zwar unverdaulich, aber solange Sie Ihr\ngeistiges Eigentum begießen, werden Ihre Kohl-\nrüben wachsen.\nMeine Sterne aber glühen!\n\nKnabenstunde\nSophie van Leer\nAugen brennen im Abendraum. Blicfke träu-\nmen in Falten von Gardinen. Hände schleichen\num den Tischrand. Die Lampe würgt den Docht.\nDie Flamme leckt das Glas. Schultern schluchzen\nauf der eisen Platte. Die Hände schleichen weiter,\nweiter, immer weiter um den Rand.\nDie Uhr an der Wand rückt den Zeiger.\nDie Lippen beben ein Wort. Ein weißer Strahl\nritzt die Gardine, gleitet nach der Uhr, spielt\nHasche mit dem Ticken.\nZähne haken die Handgelenke. Schultern\nschüttern. Die Glieder fallen Kreuz auseinander.\nWürge Träume reißen das Herz hoch, werfen\nes zwischen Sterne, spannen es an den weißen\nMond.\nDas Herz blickt nieder. Es sucht und sucht\nden Namen, den. Namen, der um die weite Erde\nrollt. Der Mond wrandert um die Nacht.\nIm Zimmer steht die Uhr.\n\nLieder\nWilhelm Runge\nAuf springt der Tod und zügelt starr die Augen\nHimmel reißt Sehen blutend aus dem Tag\nGebrochen sinkt der Sonne strahle Blume\nblau plündert niedrig\nSchreien spritzt in Trümmer\nRauch zücken Hände\nErde bröckelt Blut\nwild hebt die Liebe weißtduwo >\nGedenken stolpert bruderüberfreund\nhin durch den Graben splittert Tod Zerpeitschen\nund Sterben raucht das kurze Pfeifchen lässig\nblau wirbeln Träume kinderblume Tränen\neinsam versargt\ndas Leid\n*\n* *\nGrauen schaufelt Löcher in den Tag\nwirft Lachen rein\nund schleift das Schweigen weiter\ndie Stirne zwängt den Graben durch den Tag\nder Graben springt\ndie Drahtverhaue schreien\nbricht durch\n«innlos jagt sinnennach\nund\nzwischen Küsse\nbetten\nTränen\nStaub\n*\n* *\nBlut stöhnt die Welt\nBlut läßt sie lässig fallen\n\"wirft nach die Sterne in den trägen Staub\nHoch reckt das Herz vielsommerstarke Himmel,\nGewissenlos brückt Überstern die Hand\nund greift das totzerzauste Kinderlächeln\nHaschend neckt Seele Sterben Spiel durch Spiel\nSinnen küßt Mütterbeten in der Ferne\nSorglos streicht Tränen aus der klaren Stirn\nund lehnt das Haupt dem grauenhaften Tag ge-\nlassen in den todesschwangern Schoß\n*"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19170315-01.1.12", "texte": "Der Sturm\nStandige Ausstellungen\nBerlin W Potsdamer Straße 134 9\nGedfioet tagiich yob 10—6 Übr ! Sonatags yon\n11—2 Übr\nTageskarte 1 Mark I Jahreskarte 6 Mark\nionatlicher Wechsel\nFunfzigste Ausstellung\nSturm- Gesamtschau\nEinundfiinfzigste Ausstellung\nArnold Topp\nNell Walden\nEroffatißg Sonntag den 8. April 1917\n\nDER STURM\nvertritt ausschiießlich folgende Kiinstier und ver-\nfiigt iiber ihre Werke (Gemalde / Graphik / Holz-\nschnitte / Handdrucke) zum Verkauf und zu Aus-\nstellungen in der ganzen Welt:\nCampendonk / Marc Chagall / Jacoba van Heems-\nkerck /Kandinsky /Oskar Kokoschka / Franz Marc/\nGeorg Muche / Gabriele MiSnter / Nell Walden /\nDER STURM\nvertritt fur Deutschland folgende Kiinstier nnd ver-\nfiigt iiber ihre Werke zum Verkauf und fur Aus-\nstellungen:\nAlbert-Bloch / Alexander Archipenko / Rudolf\nBauer / Fritz Baumann / Vincenc Benes / Um-\nberto Boccioni / Carlo D. Carra / Max Ernst / Emil\nFilla I Albert Gleizes / Otto Gutfreund / Oswald\nHerzog / Sigrid Hjerten-Griinewald / Isaac Griine-\nwald I Johannes Itten / Alexei von Jawlensky /\nPaul Klee / Otakar Kubin / Fernand Leger / Carl\nMense / Jean Metzinger / Francis Picabia / Georg\nSchrimpf / Gino Severini / Fritz /\nMaria Uhden / Mjarianne WJbrefkin\n\nMitteilung\nArno Hoiz bereitet von seinem satirischen Qe-\ndichtwerk „Die Blechschmiede\" (Leipzig, Insel-\nVerisg, vergriffen) eine neue, stark iiber das Dop-\npelte vermehrte Ausgabe in einer sehr be-\nschrankten Anzahl von Exemplaren vor, die nu r\na 11 Subskribenten abgegeben werden soMen.\nLiebhaber von seltenen und sorgfaltig gedruck-\nten Buehern mogen sioh mit ihm (Berlin W 30,\nStiibbenstraße 5) in Verbindung seteen.\n\nKunstschule Der Sturm\nLeitung: Herwarth Walden\nUnterricht und Ausbildung in\nder expressionistischen Kunst\nBlihne\nSchauspielerei\nVortragskimst\nMalerei\nDiohtung\nMusik\nLehrer der Kunstschule Der Sturm\nRudolf Bauer / Rudolf Bliimner / Campendotik /\nJacoba van Heemskerck/ Paul Klee I Georg Muche/\nGabriele Miinter / Lothar Schreyer / Herwarth\nWalden\nSprechstunden der Leitung der Kunstschule Der Sturm:\nDienstag, Mittwoch, Freitag, Sonnabend 4—5 / Das Sckre-\ntariat ist taglich von 10—6 geoffnet\n\nOeffentliehe Vortrage\nJede Vortragsreihe 5 Mark\nLothar Schreyer\nDas Biihnenkunstwerk\nSeohs Vortrage\nJeden zweiten und vierten Mittwoch April bis Juni\nVortragsreihe I\nLothar Schreyer: Der Expressionismus\nin der Diehtung\n%<4—%5 Beginn 11. April\nSechs Vortrage\n1. Der Mlensch der Kunst\nMittwoch 11. April\n2. Die AMortkunst der Vergangenheit\nMittwoch 25. April\n3. Die Kunstmacht der deutschen Sprache\nMittwoch 9. Mai\n4. IDas Gedicht der deutschen Qegenwart\nMittwoch 23. Mai\n5. Die Erzahhing der deutschen Qegenwart\nMittwoch 6. Juni\n6. Das Drama der deutschen Qegenwart\nMittwoch 20. Juni\nLothar Schreyer\nDer Expressionismus in: der Diehtung\nSechs Vortrage\nJeden zweiten und vierten Mittwoch April bis Juni\n5—6 I Beginn 11. April\nVortragsreihe\nLothar Schreyer: Das BGhnenkunstwerk\n1. Die Wirklichkeit des Qeistes\nMittwodh 11. April\n2. Die Biihnenkunst im M'euschenhaus\nMittwoch 25. April\n3. Die Farbform des Buihnenkunstwerkes\nMittwoch 9. Mai\n4. Die Beweguug des Biihnenlk«unstwerikes\nMittwoch 23. Miai\n5. Der Ton des Biihnenkunstwerkes\nMittwoch 6. Juni\n6. Das Spiel des Biihnenkunstwerkes\nMittwoch 20. Juni\n\nSturm-Kunstabende\nVerem fiir Kunst / Dreizefantes Jahr\nIn der Kunstausstellung Der Sturm / Berli*\nJeden Mittwoch / Beginn aller Abende: %8 Uhr\nAchtundzwanzigster Abend\nMittwoch den 21. Marz\nNeumindzwanzigster Abend\nMittwoch den 28. Marz\nArno Holz: Dafnislieder\nAugust Straram: Rudimentar\nPaul Scheerbart: Katerpoesie\nVortragender: Rudolf Bliimner\nDreißigster Abend\nMittwoch, den 4. April\nHerwarth Walden: Wteib / Komitragodie\nVortragender: Herwarth Waldeu\nEinunddreißigter Abend\nMittwoch den 11. April\nArno Holz: Dafnislieder\nAugust Stratum: Rudimentar\nPaul Scheerbart: Katerpoesie\nVortragender: Rudolf Bliimner\n\nVerein fur Kunst\nLeitung Herwarth Walden\nVierzehntes Jahr 1. April 1917 bis 31. Marz 1918\nJahresbeitrag 20 Mark\nRechte der Mitglieder: Freier Bezug der Zeit-\nschrift Der Sturm / Freier Besuch aller Sturm-\nausstellungen I Besuch der Sturm-Kunstabende zu\nhalben Preisen / Jedes Jahr frei eine SturmpubM-\nkation / 1917/18 nach Wahl:\nHeemskerck: handgedruckter find unterschriebener\nHolzschnitt auf Kaiserflch Japan-Papier oder zwei\nKunstdrucke nach Wahl oder das Sturmplakat von\nKokoschka\nr\n\nKunstbuehhandlung Der Sturm\nPotsdamer Straße 138 a\nhat gute unci seltene Biicher itnd Noten vorratig\nund nimmt Bestellungen entgegen\n\nNeuanzeigen Der Sturm\nHerwarth Walden: Einblick in Kunst\nMit vierundsechzig Abbildungen nach Gemalden\nder Sturm-Kilnstler\n4 Mark 50 Pfennig\nHerwarth \\Malden: Weib / Komitragodie\n3 Mark\nSonderausgabe / kunstgemalter Binband von Georg Schrimpf\n(Auflage 10) 50 Mark\nDie Zeitschrift Der Sturm begimit am 1. April\nihren achten Jahrgang. Der Umfang des einzelnen\nHeftes wird auf 16 Seiten erweitert, der Bezugs-\npreis bleibt unverandert.\n\nAnzeigen werden nicht aufgenommen\nAusfuhrliche Verzeichnisse des Ver-\nlags De r Sturm kostenlos\nVerlag Der Sturm"}]}