{"numero_id": "bm-bmtnabg-1917-10-15-01", "volume": "bmtnabg_1917-10-15_01", "ocr_sha256": "312c3906465fa37799045581004529cf4dd719177061394b1647296aa618a287", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1917/10/15_01/bmtnabg_1917-10-15_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1917/10/15_01/bmtnabg_1917-10-15_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1917-10-15-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-10-15_01#c001", "volume": "bmtnabg_1917-10-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "97", "page_fin": "97", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio 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"98", "page_fin": "102", "image_debut": 2, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.2.3", "titre_corps": "Sehnte", "titre_sommaire": "Sehnte", "signature_source": "Lothar Schleyer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "98", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2119, "texte": "Sehnte\nLothar Schleyer\n\nNacht\nStern\nStein\nMensch\nMensch\nTore weiten Nichts.\nWeit kreisen Berg um Berg.\nKlammern greifen Sticken\nEherner Ring der Tiefe.\nMich schluchtet.\nEwig sternen die Gipfel\nFeuer der Ferne.\nWilder zerren die Glieder\nWilder wachsen die Wände\nTurm um Traum.\nMütter leiben Tod.\nMein Leben!\nDas Ende steht\nMich kreist\n; Tatzen Tanzen Tasten Schlag.\nBlutende Tropfen blühen die Welke.\nDer Einsame samt einen tauben Staub.\nLeere starren meinen Himmel\nKahle Herzen aschen Licht\nEndlos fallen die steinernen Leichen.\nSterben!\nSperren die Tore\nKeiner kommt.\nDas Schweigen braust\nMein Bruder über mir.\nIch bin nicht.\nWeib\nAll\nMann\nEin.\nMensch\nQual quillt.\nMüde ringeln die Finger das Trübe.\nDie geöffneten Münder starren den Schrei,\nBrei brennt.\nBlasen gletschern\nStürme messern\nKein Morgen.\nDer bittere Tau krönt den Schlaf.\nMein Schoß meiner Nähe\nSchatten die Flügel die Kniee tief.\nDie Wolken der Brust glühen schlecht.\nKalt blüht der Fels\nGefallen Geboren Sein.\nWeib\nMich\nMann\nMein,\nMensch\nRollen Um\nErden U m\nUm Ende\nDu\nWe i b\nDir\nMann\nt\nDich.\nM e 11 s c h\nWirbeln Steine 1\nLeuchten Steine\nKugel Köpfe Bäuche\nDie Tropfen tränen in Staub-\nWir wird.\nMann Weib\nWelt!\nMensch\nSchlag und Flamme\nFlaum im Wehen.\nDie Haare körpern Dein Licht\nDein und Dein.\nMann\nGefunden!\nWeib\nVerloren!\nMensch\nMich!\nWeib\n, Bin\nMann\nIch.\nWeib\nSchlaf träumt\nKein Kleid\nFüße bluten Wege\nGang in Kot.\nMensch\nWir!\nMann\nNacht wacht\nDer Mond ist mein Bett\nEr sticht in die Spalte\nDu Feuer\nDie Gläserne klingt.\nDie sternenden Scherben kreisen\nRad dreht.\nWeib\nHalt!\nZerrädert\nZersplittert\nZernachtet\nIch\nLicht.\n!\nMann\nWeib!\nWeib\nMann!\nMann\nSturm!\nWeib\nGlück!\nMensch\nSterne rauschen Welten\nSingen die ehernen Wellen.\nSchatten einen Leiber\nTraum Du Blut\nMein Du.\nDie glänzenden Gipfel färben den Himmel,\nDas Schweigen tönt aus dem Sturz der Berge,\nDie brandende Tiefe brunstet steil.\nDie Wolken der Sterne streuen den Schein,\nGlied in Glied\nRausch über Mensch\nSturz über Mensch\nFlug über Mensch\nLeib liebt.\nMann Weib\nSehnte!\nMensch\nDie brennenden Berge begraben.\nZerbrochene Särge speien Leichen\nMord flammt.\nDie Höhle umschließt die Welt,"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "99", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2069, "texte": "Kristalle monden auf den Wegen.\nSchneiden brechen schmücken\nFinger Nabel Hals.\nBlut ringt die Schenkel\nNackt«\nWeib\nSchlächter meiner Scham\nMich schämt\nZerjungfraue Frau\nGewalt!\nMann\nKampf!\nMir mit\nDu nur\nTat!\nMensch\nKlippen im Himmel die Häuser\nNächtige Töne zerschellen im Raum.\nDie Winde kühlen die Glühen\nSchlafender Wandrer\nWälzender Traum,\nKlar strudelt die sterbende Mitte,\nZweien Eins\nFlucht.\nSchicksal geballt\nRollender Tanz\nRund.\nWeib\nDu Spiel\nMann\nDu Schlecht\nWeib\nIch Gespiel\nMann\nIch Geschlecht.\nMensch\nDer Stern ist die Erde.\nDie Nacht ist des Mondes besudelte Mähne,\nVerdreht sind die Augen des Lebens\nDie Räder fallen auf mich.\nWir kreist\nKein Mann\nKeilt Weib.\nSteine rollen Nächte\nKreisen steinen Fleische.\nMich Tod!\nMann\nDich Nie\nWeib\nDich Nie\nMann Weib\nKein Mir!\nMensch\nZwei ist Drei\nFrucht.\nStein sternt\nKristall\nDu Blüte\nMein Weib ist entmannt\nMein Mann ist entweibt.\nDie Nacht öffnet den Morgen\nDer Mond entsplittert die Sterne\nStrahlen himmeln Erde,\nAugen Singen\nKind,\nMutter\nDu\nVater\nDu\nKind\nIch?\nMensch\nZarte dunkle Flügel tauen\nPerlen streuen Wiesen betten.\nWandern Vögel Wald und Fluß\nFüße Hände Haare lichten.\nMein lacht.\nMutter\nDu\nVater\nDu\nMensch\nMich mein Knabe\nMich lacht mein Mädchen.\nDie Glieder wiegen die Sonne der Frühe.\nDer Tau steht im Kelch.\nDer zuckende Falter breitet den Schimmer.\nVergessene Geburt\nEwig\nVater\nWerde!\nMutter\nSc i!\nKind\nIch will Ich.\nMensch\nGarten köpfen Blumen\nSilber quillt steilt Gras.\nKleine Flamme springt\nHerzen stirnen Bälle jung.\nMein tränt Dein\nDu.\nKind\nMutter\nMutter\nSchmerzt stampft Tanz.\nIch verliere mein brennendes Haar.\nSchaukel Spellen Burt\nHimmel Mich erden Mich Sturz\nSohn.\nMensch\nTräume nachten scheine Sonnen\nKüsse zarten lluchten Wiegen.\nLieder Lieder\nLeid\nTor.\nMutter Vater\nSehnte!\nMensch\nMein Bild Dein\nBlut ballt Bild\nDich bilden Du Fremd.\nWege weite keine\nNichts brückt Mich\nLeer.\nKind\nMädchen Knabe.\nMensch\nDer Bruder die Schwester\nDas Haar die Haut\nLeiber röten Nähe.\nZitter streichen Fühlen\nFlügelt Scham birgt\nStaub Du Blüher.\nVater\nGriff\nHaß\nSchlag\nSchuld,\nMutter\nDie Menschen\nKlage."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "100", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2239, "texte": "Mensch\nKinder über uns.\nSteine gräbt Weg begräbt\nFrucht Furche Furcht.\nSöhne greifen Mütter\nTöchter greifen Väter\nDicken Sicheln Krampf\nVergebene Wehen\nVerwehte Geburt.\nDer Eine\nDie Ewigen tauschen die Ringe\nDu glühst Stein.\nKind\nKreis Dich Ich\nVater\nRad\nStand\nSperr\nKreuz\nLiebe.\nMutter\nLiebe\nWehen Geben\nVergeben verweht\nMein Nichts.\nMensch\nFern gehen die blutenden Leiber\nDer Schatten vertropft\nNun sind wir vergessen.\nDas Opfer schlachtet sein Herz.\nMeine Blume verlor die Frucht.\nGlanz taut Welt\nWelten wellen Welten\nWiall.\nMutter V ater\nKind Kein\nKind\nTod Ich.\nMensch\nKreisen greifen Kreisen\nRingen Augen Ketten\nWalzen wälzen Tiefe\nSchoß brennt Haar\nDir\nPacken uns hocken uns fressen uns\nZu,\nMänner\nHöher\nLeichen\nFleische\nWeiber\nKinder\nHöher\nUeber Kinder\nUeber Weiber\nUeber Fleische\nUeber Leichen\nHöher höher\nBrechen Wälle\nUeber Wellen\nSchiffe Bahnen Bauten\nUeber Bettler Herren Herren\nHöher Hände Füße\nKrämpfe Haare\nStirnen funken weiter\nHoch\nStampfen Tausend\nMir Mir Mir\nHoch\nIch All Ein\nHoch Hoch\nHoch All\nHoch Ich\nEin.\nMensch\nTurm um Turm\nUeber Traum\nKreuzende Blume.\nDer Reiter reitet die Sonne.\nRöten Monde Länder\nHäuser gipfeln Meere.\nInsel werkt\nHöher\nMein Macht.\nWei b e r\nUeber mir\nSchenkel Spreize\nBahnen Kinder Kniee\nTritt.\nFleischt das Blut\nBlut Du Fleisch\nGeschändete blühen die Knaben.\nLocken begraben das Herz\nTränt klagt stirbt Ich\nTat.\nGreise\nGreifen Leere\nSilber stürzen.\nBlätter blättern Gurgel stöhnt\nMorde die Entwöhnten\nAsche.\nLeichen bäumen\nZitter Stank zertrümmert\nBranden Wunden wehe Sichel.\nMannt Mich tut\nTat Tod\nKein Trost,\nMensch\nDie Werke zerwerken\nSchreitet der Würger\nTier blüht.\nStehen im Mittag\nDie Peitsche schwingt um die Mitte\nWende Tag!\nSterne fallen\nIch sehe mich\nGrund Abgrund,\nMänner Weiber Greise\nSehnte!\nMensch\nSchreie Angst\n9\nLeben schütten Grüfte.\nNie bin Ich\nNie bin Du\nMein Werk fremdet mich Dich,\nTag tiert Tat\nKein Mensch\nAnklage Klage.\nMenschheit!\nVölker\nStimmen über Männer Weiber Greise\nEwiges Kind.\nHoch wölbt der unendliche Schoß\nRauschendes Blut der Geburt.\nTriebe Treibe\nAuferstandener Einer.\nDunkel rollen die Länder die Wellen.\nNacht küßt Tag Stunde um Stunde.\nSteine ringen Steine\nDer Ring der Leiber verblüht\nDie Blume der Welt vertiert\nDie Meere spülen die Tiere zur Scham"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "102", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1050, "texte": "Du Empfangen!\nWerden Welten wird\nUnter Sternen unter Sonnen unter Erden\nDer Weg.\nMensch\nAll\nEin ' *\nLiebe,\nPriester\nOpfer\nErbarmen\nSchände Dich!\nKrieger\nKopf um Bauch\nBauch um Herz\nFriß!\nVölker\nRolle Rolle\nDer Kreis\nRäder die Menschen.\nDer Strahlende wird geboren\nSein Tod kreuzt den Himmel\nSünde - '\nJauchzen.\nPriester\nGrab\nDie Erde bricht.\nSpeiender Himmel\nBöst dein Leib.\nErlösung!\nKiie g e r\nIch bin nicht\nDu bist nicht\nWir sind nicht.\nSterben\nMorgen\nHinauf\nLebe!\nMensch\nLiebe!\nVöl k e r\nGericht\nMann wider Weib\nKind wider Mutter\nVolk wider Volk.\nKugel\nBallspiel Spielbali\nLeib kreist das Meer\nGewalt wallt die Welt\nMein Reich.\nSehnte!\nMensch\nGeliebt,\nKrieger\nGott ist tot\nPriester\nGott ist tot\nVölker\nGott ist tot\nMensch\nGott ist tot.\nDer tote Mann singt\nMensch\nDas tote Weib 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Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "102", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.6", "debut_caractere": 1052, "fin_caractere_exclue": 2916, "texte": "Tierspiel\nKurt Liebmann\n\nBluttulpen beblühen schwankenden Stiels beschattetes Zimmer\nFleisch dampft. Venen platzen, schreien, zischen, sprudeln;\nfließen, gießen sich in flatternden Girlanden um das Hüpfen\ndes Sofas.\nKichern kullert über die Dielen.\nKnacken der Muskeln knistert huschend über die Tapeten.\nOh! Sonniger Brüste Licht in mittaglich-glutendem Bogen lacht\nin steigende neigende Nacht.\nIm schnellenden Ueberkugeln krallen sich meine hungrigen\nFingernägel in das Gelbe deines blühenden Rückenbeets,\nUnsere strampelnd-stechenden Beine klatschen auf die gisch-\ntigen Wellen schwankenden Betts, spritzen Federnschaum,\nWir prusten aus unseren Backen Wellen, Blasen, Licht!\nOh! ich liege nackt in deinem schaukelnden Haarboot.\nBlut rudert an ewige Küsten leise mich Lallenden an , . .\nWir übersprudeln uns!\nSchnellen, lichtglatte Forellen, über schäumende Kaskaden.\nBunte Schreie flattern aus den versteckten Nestern unserer\nKehlen.\nIch sielend in deinen weichen, lachend-geschweiften Mund-\nufern schnappe mit nackten Zähnen zappelnde Kußfische.\nGrün züngelt deine Zunge heraus. Sticht meine Brust. Leckt\nSchaum. Zischt.\nOh! ich tanze, drehe, hüpfe, kugle im spiegelnden See deiner\nAugenschlitze.\nSchweife durch Abendröten deiner tönenden, schwankenden,\npapageiendurchflimmerten, raubtierdurchschlichenen Haar-\nwälder.\nBeine verknoten sich. Arme umspülen sich. Brüste zerfressen\nsich. Kehlen zerlallen sich. Hirne enthirnen sich!\nWir steilen, zwei beblutete, versaftete, verkrampfte Lianen\nin kreisenden Raum.\nUnsere Zweigarme zerquetschen Sterne, Erden, Sonnen.\nSchütteln Lachen!\nLege dein Ohr an meine Bauchwände!\nHorch auf das blühende Blut!\nIch kauere in den Rundungen deinen singenden Lenden.\nOh! komm! Wir wollen uns trunkene Götter zeugen!\nOh! Du!!\nMondtiere knurren auf knarrenden Dielen . . .\nAn der Zimmerdecke hängen Geheul von Zügen, Straßenbahnen,"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "104", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5322, "texte": "Autos, Gebete, Flüche; dünsten Wolkenballen, Kreisen.\nKreisen , , ,\nSpinnen knistern über die Tapete.\nTotenköpfe bleichen durchs Fenster.\nDächer plätschern in breitem Strom vorbei,\nLaternen wackeln herein.\nAus fettigen Wolkenbäuchen grinst sich eine knochige Hand.\nWächst .. . grinst .. . schraubt sich! .. . wächst!!, ,\nKäfer krabbeln aus Ritzen.\nLeichen stinken herein.\nUm Flackerfeuer flitzen flimmernde, buntscheckige Teufelchen.\nGrinsen eitert heran , , .\nKrachen!\nBersten!\nTuten!\nIrgendwo schreit wer.\nIrgendwo meckert was.\nIrgendwo lauert was!!\nW;ir schnellen auf!!\nUmklatscht von weißen Schweißhemden; umklettert von zap-\npelnden Schreien,\nEine Beklemmung zischt, eine Fontäne, aus unserem Blut,\nLichtvögel huschen ins Haar,\nDu schlürfst mit schaukelnden Schenkeln durch das Zimmer.\nAtem siedet weiß.\nDu schlürfst, schleichst, schlürfst, schleichst, schlürft\nKreist katzenweich.\nDuckst,\nVerfängst dich in das Zittern deines Blutes,\nBlühst Atemblumen.\nFunkelst Au gensonnen,\nKreischst. — Krümmst Dich,\nKreist mit leisen, weitausgreifenden, tastenden Sohlen um das\nSchweigen des Tisches.\nArme entblättern sich zart.\nIch flattre mit gekrümmten Knien in deinem Geruch.\nHände tasten, zerren, lechzen.\nWir brennen, zwei kochende Sonnen, in leuchtenden Biegungen,\nWir funkeln, zwei blutende Feuerwerksmähnen, zischende\nSpiralen durch schwankendes Zimmer . . .\nMondtiere knurren auf knarrenden Dielen , . ,\nIch will dich haschen, Eichhörnchen!\nMeine Zähne schäumen in deinem sonnigen Nacken.\nNabel wühlen in krautigem Fell!\nWir brodeln. Brodeln!\nFleischlachen, lichtheiß schwimmen auf blaublauem Grund;\ndarin spiegelnd die Dreiecke, quälend, unserer Augenpaare . ,\nMeinen Händen, schlängelnd, entzügeln Blutfackeln.\nTotenköpfe platzen grün aus deinem Bauchrand.\nDu plätscherst Lachen . . . Springst!!\nSchwebst auf dem Fenstersims,\nSpielst mit fetten, tropfenden Schädelwänden.\nIn deinem Haar klagen Augen. Verkrampfen sich Finger;\nbetend, fluchend,\nGlotzen Kröten. Ringeln Würmer, in deinem Haar, das, ein\nKomet, weht durch bebende Himmel , . ,\nDu schnellst in johlende, mit tausend Münden schnappende\nTiefe!\nTatzt dich an scharf hervorspringendem Gesimse hinab, kühnst!\nWippst auf einen brüllenden Balkon.\nSpuckst Schädel in strömende, rauschende Passanten.\nFletschst. Tänzelst , , ,\nFensterscheiben klirren, Hänide flattern. Beine stampfen.\nHälse wachsen. Pupillen tanzen. Kiefer schnappen.\nWir schleichen, Raubtiere, hinter ummenschten Gitterstäben:\nKöniglich! Schwebend! Emporgerissen! •\nHaß brodelt in unseren Flanken.\nErregung trieft aus unseren Zähnen.\nWir beben Fiebern. Zucken.\nFallen in einem Satze auf wackelnde, gurgelnde, malende,\nstrudelnde Köpfe!\nSchnellen hoch auf aus zischendem Menschenfluß!\nTauchen unter. Kriechen, winden uns durch tausend erstarrter\nKieselbeine.\nWälzen uns durch tastende Zehen: Tang, Alpen,\nKrümmen uns um die pflanzenhaft bebenden Schenkel eines\nbrüllenden Schutzmanns.\nSchreie zischen, grüne Blasen, Menschen klatschen an wackeln-\nde Häuser.\nWir schnellen durch die Räder eines keuchenden Autos,\nKlettern über klingelnde Straßenbahnen.\nHinter uns rauschendes, johlendes, pfeifendes, rollendes Zy-\nlindermeer.\nWir leuchten Schmetterlinge, zitternd, auf der Röte elektrischer\nTulpen.\nKlammern uns in das Haar wiegender Bäume.\nMeer wächst! Heult aufgepeitscht!\nWir fliegen durch dunkle Alleen,\nSind wieder umrauscht von Signalen, Stimmen, Licht,\nMeine Hände bluten, zwei flackernde Fackeln,\nAus deiner klaffenden Bauchschlucht springen meckernde\nTotenschädel. —\nIch will dich haschen, zerwühlen!\nMeine Fackelhände sollen deine Augenseen auszischen!. , , ,\nDu! Oh! Ah! , , ' :\nDu spritzst über blitzende Schienen,\nHängst im Licht lachender Läden\nTanzst, blühst vor dem Schweigen des klimmenden Domes.\n. . . Ich wirble heran! . . . , ,\nDu schweigst überm Portal, schillernd, Insekt, in Blütenkelchen\nleuchtender Fenster,\nSchwebst! . . ,\nWindest Dich, Steigst! Fließt!\nAuf! Auf!\nBrennst über moosige Ziegel,\nHockst rittlings auf dem Dachstuhl.\nBläkst, Schneidest Fratzen. Klatschst auf Schenkel. Wühlst\nin Brüsten. «\nSchädel poltern über wimmernde Steine.\nAuf Treppen brandet tosender Menschenstrom. Leckt mit\nblakenden Zungen die Knöchel des betenden Christus.\nStrudelt in gurgelnden Trichtern,\nDu schwebst wippend über den Dachfrist,\nLeuchtest Kresse an dumpf-dunkler Mauer,\nFrißt dich in wackelnden Turm,\nKlimmst! Steigst! Steigst! Spinnst dich von Zinne zu Zinne,\nGrün zischen Menschenwellen,\nZähne spritzen Licht, Zungen brennen aus glucksenden Hälsen,\nDie Kirche schwankt, schwankt!\nDu leuchtest. Leuchtest!\nKlimmst! Klimmst!\nIn schweren Windungen kratze ich mich an Mauerritzen entlang,\nTatze über schweigende Sandsteinschnörkel,\nKeuche, Züngle dir nach! nach!\nDu pendelst im rauschend-summenden Glockenstuhl.\nDonner fallen aus Oeffnungen,\nFledermäuse pfeifen auf.\nWolken gluten vorbei.\nIn langen Wellen wogt Geheul kochenden Menschenmeers über\nquietschende Treppen,\nleb hüpfe auf einen gespannten Glockenbauch.\nDu züngelst, in blakendem Flammenlaken, höher! höher!\nFunken zerbeißen meine Haut.\nIch tatze. Tatze!\nDu! Oh!\nHöher! Höher! Ueber Zinnen, Klippen, Hälse, Nasen, Auf!\nAuf er!\nDrehst dich sprühend, Sterne gebärend, glühende Feuersäule\nauf schwebender, schwankender Turmspitze „ , ,\nSpitze!!\nDrehst dich rasend.\nFlammen regnen auf weißliche Spiegel sich wölbender Glatzen,"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "106", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1402, "texte": "Ich krümme mich. Zerlalle mich. Schreie bluten aus meinem\nHalse.\nZerkratze schillernde Kupferbelege. Zerschlage glotzende\nSandsteinstirnen.\nHebe mich!\nHebe mich auf, auf in deine brennenden Spiralen.\nWir zischen. Lohen in sternenden Himmel!\nBeblutet schwankt der Turm, entkrampft.\nHeraufspritzen Pfiffe.\nHäuser trappeln im Kreis.\nWir fressen uns mit siedenden Lippen.\nSchlängeln, ein Feuer, auf kochend-flüssiger Turmspitze,\nWachsen! Wachsen!\nKippen, eine glühende Erde, über Ziegel, Kupfer, schweigende\nHeilige.\nZischen das Kirchendach entlang.\nFallen.\nGluten, Brennen. Leuchten.\nLeuchten!\nTrappeln von Füßen. Wiehern von Kehlen. Blutende Masse.\nKot. Gedärm, Gestank. Wimmern, Flucht!\nGekrümmt, muskelglatt, duckt der Himmel, eine gefleckte\nHyäne, über die zitternd— auseinanderberstenden Stadt,\nTropfende Stimmen rollen um fallendes Rathaus.\nMauern schachteln sich ineinander,\nMenschen bespringen sich nackt.\nSchlagen mit Fäusten in zerknitterte Stirnen,\nFilzen sich zu zuckenden Pyramiden,\nKnurren poltert über die Köpfe,\nAtem brodelt, Zunge blakt.\nIn den funkelnden Leibersturz, in das Ueberschäumen de§\nzuckenden Fleisches springt der Hyänenhimmel,\nReißt, schlägt, beißt, leckt, grunzt, trinkt Blut, Blut!\nLange! Lange! Oh!\nSchweigen rennt durch wackelnde Gassen,\nKnurren. Bröckeln. Röcheln.\nMondtiere huschen über das Pflaster.\nSchmatzen in Leichen\nSchleichen kichernd, weiß von Gedärm zu Gedärm,"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-10-15-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-10-15_01#c006", "volume": "bmtnabg_1917-10-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "103", "page_fin": "103", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.2.4.1", "titre_corps": "Rudolf Bauer: Zeichnung", "titre_sommaire": "Rudolf Bauer: Zeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "103", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 23, "texte": "Rudolf Bauer: Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-10-15-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-10-15_01#c007", "volume": "bmtnabg_1917-10-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "105", "page_fin": "105", "image_debut": 9, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.2.4.2", "titre_corps": "Rudolf Bauer: Zeichnung", "titre_sommaire": "Rudolf Bauer: Zeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "105", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 23, "texte": "Rudolf Bauer: Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-10-15-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-10-15_01#c008", "volume": "bmtnabg_1917-10-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "106", "page_fin": "108", "image_debut": 10, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.2.5", "titre_corps": "Gedichte", "titre_sommaire": "Gedichte", "signature_source": "Kinner v, Dresler", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 10, "page_imprimee": "106", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.10", "debut_caractere": 1404, "fin_caractere_exclue": 3684, "texte": "Gedichte\nKinner v, Dresler\n\nNacht\nSchlanke Pagenbeine\nSpitze Natterndolche\nT raumesschweigen\nSeufzen und silbernes Lachen\nLiebst du\nBlüten fallen\nEin morscher Zweig ragt kalt starr dornig\nFrauenträne fällt Schüchtern\nUnd neue Blüten stehen überall\nBrunnen rauschen rieselnd\nNachtigall zieht flötend\nUnd das schlanke Marmormädchen vergißt die weißen Glieder\nvor dem Mondeslicht zu verbergen\nBlühender Flieder rauscht betäubend\nEs sinkt die Nacht\nSpiel\nEin Frauenlachen kieselt kalt .\nSchmetterndes Hinschlagen\nRotes Herzblut netzt weiße Blume\nBrunnen rauschen nicht\nNachtigall fliegt\nUnd das schlanke Marmormädchen hat die weißen Glieder mit\nWolkenschatten zugedeckt.\n\nGesang der Soldaten\nDie Heimat lassen wir zurück\nUns bleibt nichts mehr als ein Blick\nVorwärts,\nZu Hause stöhnt die Mutter um den Sohn\nDer Schwester bricht das Herz der Hohn\nVorwärts.\nDas Mädchen schreit nach unsrer Liebe\nSiehst du es nicht wir sind müde\nVorwärts.\nDie Lippen öffnen weit\ndoch nur ein Beben\nVorwärts.\nFreund stürmst du nicht neben mir —\nGefallen. Es gibt nur eine Gier\nVorwärts.\nSo treiben wir durch fremde Welt\nVorwärts.\n•' • i' * ■ *■\n\nDu bist bei mir\n\nErinnerung empfängt tastend\nWo\nImmerfort die Frage\nWo\n*\nDunkel wirft zusammen\nKältenadelgeißel peitscht stechend\nNach Atem ringt der Winterwald\nGlitzernder Glanz schleudert die Augen\nRücken sind gespanntes Bogenholz\nHerzen ziehen nach erloschner Feuerstelle\nDa seh ich Dich\nMich friert nicht mehr\n#\n' • t\nMarschieren marschieren marschieren\nStaub Staub Staub\nGlühende Feuer drehen uns die Hälse trocken\nWeißer Dunst schlägt den Atem\nAugen kratzen spitzen Sand\nFüße brennen teigschwer\nDurst röchelt in siedenden Dampf\nDa seh ich dich\nMich dürstet nicht\nÄtzender Tropfen glüht mich zurück\nwieder\n.Marschieren marschieren marschieren\nStaub Staub Staub\n*\nTrommelfeuer heute\nTrommelfeuer gestern\nimmer immer immer\nKreißend heult die Erde\nTromben steigen schleudernd\nWehe Knalle wüsten werfen\nUntergang in rollendem Rasen\nEiner murmelt Gewohnheit\nIch starre auf bebende Erde und küsse eine kleine Blume\nDa seh ich dich —\nGrauvolles Dunkel grinst grifflos\nKrumme Körper auf krummen Pferden\nGrabkiste mauert stumm\nLeises Schnauben\nRückgewichne Nacht drängt durch neue die entgegenstürzt\nTiefe\nRuhe. 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Tritt ein!\n\nGedicht\nDu\nund ich\nwir bergen einen Stern in gleichen Händen.\nWir haben eine Andacht auf den Lippen\nein Gipfel leuchtet überm Menschenwald.\nWir sind ein Händefassen.\nWir baden in der tiefen Einsamkeit.\nRings rauscht die Welt.\nAus den entstiegenen Gedanken kehrt das All, *\ndas Vaterunser unsres ersten Anfangs."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-10-15-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-10-15_01#c015", "volume": "bmtnabg_1917-10-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "108", "page_fin": "108", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.2.6.1", "titre_corps": "Weib", "titre_sommaire": "Weib", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "108", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.12", "debut_caractere": 1907, "fin_caractere_exclue": 2192, "texte": "Weib\nIch bin ein Knabe, Weib!\nIch bin ein Kind.\nEs wölbt sich ber mich der Tag\nder Tag bist du\naus Blüten tausend aufgebaut.\nHinbett ich meinen Schmerz in deinen Schoß\nmich wiegen deine Augen in den Schlaf.\nHochragt ein Gipfel weiß über dein Haar\nWeib — Seele\ndie Krone blüht über dir!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-10-15-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-10-15_01#c016", "volume": "bmtnabg_1917-10-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "108", "page_fin": "108", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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Jetzt nicht. Ich bin\ntot. Krieg frißt meine sehende Seele. Stück um Stück,\nDürfte mein Atem einmal nur die Spitzen Ihrer Hände\nküssen. Im Glanz würden meine Augen ertrinken.\nGüte — Frauengüte — —- mein Herz schreit fiebernde\nTräume danach.\nNiemand tut Güte mir. Nie —\nIch hasse das Leben, um das man weint.\nOh — meine wehen Hände —\nIch gab alle Kraft. Gebt mir etwas wieder. Daß ich mich\nwenigstens zerschlagen kann. Gib mir etwas von Deiner Güte\n— Du, ja, Du !\nGib mir etwas von Deiner großen bunten Seele —\nEtwas — oh Maya!\nOh — meine toten Augen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-10-15-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-10-15_01#c024", "volume": "bmtnabg_1917-10-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "109", "page_fin": "110", "image_debut": 13, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.2.9", "titre_corps": "Der sichtbare Mensch : Eine Antiwellsiade", "titre_sommaire": "Der sichtbare Mensch : Eine Antiwellsiade", "signature_source": "Mysiona", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "109", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.13", "debut_caractere": 1862, "fin_caractere_exclue": 3158, "texte": "Der sichtbare Mensch\nEine Antiwellsiade\nMysiona\n„Na, mein Dicker,\" seufzte die kleine Meduse, „nachge-\ndacht? Was gefunden?\"\nMit tränenschwerer Miene bejahte der Grünseidene: „Aller-\ndings! Erheblich! Sozusagen, die negative Tarnkappe.\"\n„Die?\"\n„Negative Tarnkappe.\"\n„Aber da bin ich Sie doch nämlich sehre neugierig. Und\nwas verstehn Sie denn darunter?\"\n„Eine einfache Geschichte. Jenes gute Mannerl freute sich\nüber seine lumjpige Entdeckung. Er hatte nämlich ein Mit-\ntel gefunden, den Menschen unsichtbar zu machen.\"\nDie Dame mit den braunen Haubenbändern und der zu-\nweilen trompetenden Nase erhob sich lotrecht: „Gottvoll! Er\nmeint den famosen Wells. Was könnte ich für Bräutigams\nhaben, wenn ich unsichtbar wäre! Du mein!\"\n„Aber Himmeldonnerwetter, Sie einfältige Gans! Wir\nsind ja so gut wie unsichtbar, und dieser scheußliche Tro-\nglodyt, ich meine den Wells, zerbricht sich seinen Rhinozeros-\nschädel darüber, uns total durchsichtig zu machen.\"\n„ich begreife garnicht\", sagte v. Stranski und begann auf\nden Händen zu gehen und mit den Beinen einen mitgebrachten\nSchoßmops zu jonglieren, „was das Vieh wieder vorhat? Er\nwill uns sichtbar machen, hat er versprochen.\"\nFrau Xandra lehnte sich zärtlich an ihren Gatten, der aus-\nsah wie ein mißratener Kartoffelpuffer: „Du bist doch schon so"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "110", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 7990, "texte": "schön sichtbar? Und du siehst mich doch! Was will er? Die-\nser deutsche Tief sinn! Das deutsche Kind wird schon nicht\nmehr geboren; schon konstruiert es sich a priori! Und sie\nmachen sich eine Aehnlichkeit zwischen Hindenburg und Schil-\nler, Vielleicht wird er sichtbar machen, daß jeder Deutsche\naussieht wie Goethe. Wenn zwei Deutsche sich vorstellen:\nJohann Wolf gang Hauptmann Sehr angenehm! Gerhart\nvon Goethe.\"\n„Meine Damen und Herrn!\"\nEs trat Ruhe ein. Die Behaubenbänderte trompetete noch-\nmals diskret. Xandras Mann spuckte ein Bildnis an, das mitten\nan der Wand hing; es stellte einen Herrn in mittleren Jahren\ndar; sehr majestätischer Miene, mit kassiopiischem Schnurr-\nbart. Xandra quietschte pikiert: „Wozu? Was für eine matte\nDemonstration! Wie kannst du sein Bild anspeien! Noch nicht\neinmal ist er selbst deinen Speichel wert. Immer bist du so un-\nüberlegt! Ich traure über dich. Der Deutsche spuckt statt zu\nhandeln. Er spuckt in die Faust seiner Taten. Die Faust wird\nnaß, und die Taten bleiben ungetan. Ich liebe nicht diese ge-\nspuckte Tragik. Meine Brüder haben am Galgen geendet. Du\nmußt noch höher hinaus.\"\n*\nEs trat aber doch Stille ein. Der Grünseidene schlang sein\nlinkes Bein um den Hals, biß einigemal in die Spitze seines\nLackschuhes und redete:\n„Das Veilchen, für das Auge klein — aber wie groß für die\nNase! Denken Sie, wenn man das ganze Veilchen der Nase\nauch für das Auge sichtbar machen könnte! Und erst die\nätherischen, die elektromagnetischen Strömungen! Sie werden\nsich sagen müssen, daß unser Auge fast blind ist. Warum will\nnun der englische Mann auch noch das Wenige, welches wir\nwirklich sehen, verschwinden lassen? Im Gegenteil! Das\nIdeal sollte der sichtbarere Mensch sein; das Hinwegnehmen,\ndas Abwerfen unserer Tarnkappen, (Der Grünseidene schlang\nnun auch noch sein rechtes Bein um den Hals und saß da wie\nBuddha mit einem Stich ins Närrische), Sie erinnern sich, wie\nder Unsichtbare von Wells zustande kam: wie man Papier mit\nOel durchtränkt, um es durchsichtig zu machen. Kurzum, die\nWelt des Auges ist gleichsam zu fett-, zu ölhaltig. Z. B. die\nLuft müßte gleichsam entfettet werden, um für das Auge besser\nwahrnehmbar zu sein als nur durchsichtig. Sehen Sie doch, wie\ndumm das Auge Sonne, Mond und Sterne, in deren einander\ndurchdringenden Dunstkugeln wir weben, an ferne Himmels-\nflächen projiziert; wie es uns die Wolken nur oben und am\nfernen Horizonte, dagegen nicht in dichtester Nähe um uns\nherum zeigt! Wie gräßlich lückenhaft ist diese Welt des\nAuges; und jener Bursche, anstatt die Sichtbarkeit zu verstär-\nken, radiert noch einen Menschenleib aus. Ahnen Sie wohl,\nwie ungeheuerlich sichtbar Sie für unverkümmerte Sehkräfte\nsein könnten? Schaun Sie her! Ich entfette, entöle nur eine\nkleine Partie meiner selbst. Eine recht einfache Geschichte.\nJener verschluckte ein Mittel, welches seinen Leib so impräg-\nnierte, daß er für die Augen verschwand! War das Mittel ver-\ndaut. so kam er wieder zum Vorschein. Wir machen es anders.\nDas Allermeiste ist für das Auge wie mit sympathetischer Tinte\ngeschrieben; oder wie Sonnenlicht auf Bromsilberplatten vor\nderen Entwickelung. Um geheime Sichtbarkeiten zu entwickeln,\ngebrauche ich ein gleichsam entölendes Gas, auf das sie kräftig\nreagieren. Er nahm seine rosa Perrücke ab und holte eine\nkleine Bombe aus grauem Glas unter ihr hervor. Erschrecken\nSie nicht, wenn ich diese kleine Glaskugel explodieren lasse.\nDas darin komprimierte Gas expandiert sich ohne jede schäd-\nliche Wirkung und ist darauf berechnet, speziell den Leib, also\nalles Physiologische, wohin es dringt, in seiner vollen Sichtbar-\nkeit erscheinen zu lassen.\"\nEr schmiß die Bombe gegen den fanatisch-pathetischen\nKartoffelpufferkopf des Gatten Xandras, — In einem einzigen\nNu war die Situation, sozusagen die ganze psychophysische\nLandschaft, revolutioniert. Es befand sich überhaupt kein ein-\nzelner Mensch mehr im Saal. , . . Der Sachse, Xandra und ihr\nMann, die Haubenbändrige, der Grünseidene, die kleine Meduse\nund v, Stranski waren sichtbarlich wie ein apokalyptisches iier\nin einander verschlungen. Der Grünseidene, dessen gewohnter\nLeib wie die übrigen nur noch ein kleines unauffälliges Organ\ndes riesenhaft sichtbar gewordenen bildete, erholte sich zuerst\nvon der Angst-Sensation, Er sprach wie aus Eingeweiden: „Die\nWirkung des Gases dauert, wenn man die Fenster nicht öffnet,\netwa eine Viertelstunde, bis dann allmählich die erregten Ge-\nbilde wieder verblassen.\" — Xandra hatte schlangenhafte Aus-\nläufer erhalten, welche ihren Gatten nicht nur umringelten, son-\ndern durchbohrten. Aus dem* Kopf der kleinen Meduse zuckten\nnordlichtähnliche bunte Strahlenfächer und umloderten den\nSachsen, welchem ein enormes Flügelpaar gewachsen war, das\nfortwährend nervös flatterte. Xandras Mann selbst sah aus wie\nein Monstre-Kronleuchter, welchen Xandras Um- und Durch-\nschlängelungen nicht leuchten lassen wollten. Des Sachsen so-\nwieso bereits erhabenes Hinterteil erinnerte an ein Riesen-\nnilpferd, welchem er selbst nur leicht angebaut schien. Waren\ndoch alle früheren Leiber nur zu kleinen Warzen ihres jetzt\nsichtbaren geworden, v. Stranski erschien wie eine grüne Py-\nramide, worin er selbst begraben lag. Merkwürdig waren seine\nAugen: an röhrenartigen Stielen befestigt« bewegten sie sich in\nder Pyramide wie an den Wänden eines Aquariums; ab und zu\nschoß eines, es waren sieben oder acht, in den Schoß der Hauben-\nbebänderten. Diese selbst erschien als Karussell, das sich um\nihren früheren Leib drehte. Aber statt der Wagen oder Schaukel-\npferde hingen dort kolossale Backzähne wie riesenhafte Blöcke,\nund auf jedem hockte ein alter Affe. Unbeschreiblich aber waren\ndie rapiden Veränderungen an diesen relativ ruhigen Phänome-\nnen. Diese Leute, sonst so fromm scheinend, im Innern aber\nmeistens Entsetzliches verbergend und wie Eier bebrütend,\nwaren jetzt entlarvt. Wollüste krochen wie purpurrote schlei-\nmige Schnecken. Der Neid fauchte, eine Riesenwanze, durch\nden Raum. Breite Bänder veranschaulichten die gegenseitigen\nBeziehungen farbig und unverkennbar. Heuchelei war unmög-\nlich geworden; aber die erzwungene Ehrlichkeit führte zu un-\nerträglichen Katastrophen. Der verheimlichte Haß des Xandra-\nGatten gegen den Grünseidenen sprang wie ein gelber Panther\nherum. Die Klatschsucht der Haubenbändrigen flackerte wie\ngrüne Zungen. Nicht nur das! Sondern —oh wie unsichtbar\nist doch gerade die allmächtige Liebesgewalt zwischen Men-\nschen. Sie vibrierte wie ein auf Millionen kleinster Widerstände\nstoßender Blitz. Sie war wie ein herrliches Licht unter schwär-\nzesten Schleiern verhüllt, fast erstickt,\n„Hallo!\" sagte da der Grünseidene: Zehn Minuten um,\n„Qeffnet die Fenster, damit auch Straßen und Plätze was ab-\nkriegen,\" v, Stranskis Arm langte aus der Pyramide, Die Fen-\nsterflügel schlugen zurück und — indem das letzte Gas ver-\npuffte, schössen zum Erstaunen des Publikums Ströme aus bun-\ntem Rauch wie tolle Glieder geformt ins Freie hinaus, umwirbel-\nten dort Leiber über Leiber und verwandelten sie a la Zirze.\nRentier Böbbel schien drei Sekunden lang wie ein Mastodon; der\ngerade vorüberfahrende Fürst v. L. wie eine Majestätsbeleidi-\ngung gegen sich selber. Mimi Lengerke, eine leichtfertige Trine\nsonst, wies famosen Heiligenschein um ihre Hüften auf. Gleich\ndarauf war die ganze gespenstische Feerie vorüber. Die kleine\nMeduse küßte dem Grünseidenen die Hand, „Und wie glücklich\nbin ich,\" rief die Haubenbändrige, „daß es aufgehört hat, bevor\nsichtbar werden konnte, was ich jetzt für Franz empfinde,\"\nXandra schwoll der Kamim: „Die deutsche Frau mit ihrem nur\nallzu blonden Gemüt ist sichtbar auch ohne Gas, Ueberhaupt,\nwarum sieht Franz Josef wie ein Kronleuchter aus? Dieses Gas\nist vielleicht nur eine deutsche Bosheit?\" — Der Sachse meinte:\n„Eiherrcheeses, neee! Gehn Sie doch zu Wells! Verschwinden\nSie doch nach seinem Rezept! Sonst kriegen Sie vielleicht noch\nraus, daß die sichtbare Welt nur eine schlechte deutsche Erfin-\ndung ist.\" Die Haubenbändrige trompetete melancholisch."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-10-15-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-10-15_01#c025", "volume": "bmtnabg_1917-10-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "111", "page_fin": "111", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.2.10", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "111", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.15", "debut_caractere": 161, "fin_caractere_exclue": 802, "texte": "Verlag Der Sturm\nBerlin W 9 Potsdamer StraBe 134 a\nFernruf Amt Liitzow 4443\nMonatsschriit Der Sturm\nErscheisst am fiisifzehnten jedes Monals\nDatierbezug\nGewohnliclie Awsgabe: Fur Deutsch-\nland und 0 e s t e r r e i c h - Un g a r n:\nEin Jahr 6 Mark / Ein Halbjahr 3 Mark /\nEinzelheft 80 Pfennig / Fiir das Aus-\nland bei direkter Zustellung\ndurch die Post: Ein Jahr 8 Mark /\nEin Halbjahr 4 Mark / Einzelheft 1 Mark\nSonderausgabe: Ungebrochene\nExemplare, Versendung in Rol-\nlen direkt durch die Post / Fur\nDeutschland und O esterreich-\nTJngarn: Ein Jahr 12 Mark / Ein Halb-\njahr 6 Mark / Fur das Ausland: Ein\nJahr 14 Mark / Ein Halbjahr 7 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-10-15-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-10-15_01#c026", "volume": "bmtnabg_1917-10-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "111", "page_fin": "111", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "111", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.15", "debut_caractere": 804, "fin_caractere_exclue": 1214, "texte": "P r e i s e\nstandige Ausgabe\nder friiheren Jahrgange / Voll-\nL Jahrgang\n2. 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August Stramm: Er-\nwactien / VI: Aage von KoM: Die Hange-\nmatte des Riuge / VII: Adolf Behne: Zur\nlieu en Kunst / VIII: August Stramm:\nKrafte / IX: Aage von KoM: Die rote\nSonne / X: Aage voa Kohl: Der tierische\nAugenblick / XI: August Stramm: Ge-\nschehen: / XII: August Stramm: Die Un-\nfruchtbaren / XIII: Peter Baum: Kylaad /\nXIV: Lothar Sdareyer: Jungfrau\nJedes Stiirmbach 60 Pfennig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-10-15-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-10-15_01#c029", "volume": "bmtnabg_1917-10-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "111", "page_fin": "111", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "111", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.15", "debut_caractere": 2730, "fin_caractere_exclue": 3196, "texte": "Mustk\nHerwarth Wsldea\nGesammelte Tonwerke\nEntbietung / Werk 92\nDichtung von Richard Dehmel\nFiir Gesang und Klavier / 2 Mark\nZehn Dafnislleder / Werk 11\nZu Gedichten von Arno Holz\nFiir Gesang und Klavier I 3 Mark\nDie Judentochter / Werk 17\nFarbige Umschlagzeichnung von Oskar Kokoschka\nFiir Gesang und Klavier / 1 Mark\nSchwertertanz / Werk 18\nFiir Klavier / 4 Mark\nDer Sturm / Heeresmarsch / Werk 21\nFiir Klavier / 1 Mark\nTanz der Tone / Werk 23\nFiir Klavier / 3 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-10-15-01-c030", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-10-15_01#c030", "volume": "bmtnabg_1917-10-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "111", "page_fin": "111", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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August Stramm\nII. Herwarth ,Walden\nIII. Jacoba van\nHeemskerck\nIV. Kandinsky\nV. Rudolf Bliimner\nVI. Campendonk\nVII. Peter Baum\nVIII. Hermann Essig\nIX. Oskar Kokoschka\nX. Adolf Knoblauch\nXI. Paul Klee\nXII. Qabriele Miinter\nXIII. 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November\nSturm-Ausstellungen\nFrankfurt am Main\nStnrm-Gesamtschau\nKaiserstraBe 1\nM. Goldschrriidt & Co\nHamburg\nSturm-Sonderschau\n15. Oktober bis 15. November\nFrankfurt am Main\nJacoba van Heemskerck\n15. Oktober bis 15. 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Oktober\nDichtungen der Sturm-Kiinstler\nVortragender: Rudoli Bliimner\nMittwocjh den 24. Oktober\nDichtungen der Sturm-Kiinstler\nVortragender: Rudolf Bliimner\nMittwoch den 31. Oktober\nDichtungen der Sturm-Kiinstler\nVortragender: Rudolf Bliimner\nMittwoch den 7. November\nDichtungen der Sturm-Kiinstler\nVortragender: Rudolf Bliimner\nMittwoch den 14. 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' -Sf tvj &■*> - mllWiHWi nOx Mw tffiW ■Bx^T^K'.\n- o'»* _ fflnSHB JB8wH|jjHM '^»^'V-* \"•£-.\"*■'• ' sIS ouif «BinälCwas*.\nfjjjffira IggHk ®L aBBEr fpgplg HBg > w& am V\nMONATSSCHRIFT FÜR KULTUR UND DIE KÜNSTE\n— . ■ - .\nRedaktion und Verlag\nBerlin W 9 Potsdamer Straße 134 a\nHerausgeber und Schriftleiter\nHERWARTH WALDEN\nKunstaus stell un g\nBerlin / Potsdamer Straße 134 a\nACHTER JAHRGANG\nBERLIN OKTOBER 1917\nSIEBENTES HEFT\n\nInhalt:\nLothar Schreyer: Sehnte / Kurt Liebmann: Tierspiel / Kinner v- Dresier: Gedichte / Kurt Heynicke: Gedichte / Günther Mfirr:\nGedichte / Kurt Striepe: Maya / Mynona: Der sichtbare Mensch / Eine Antiwellsiade / Rudolf Bauer: Fünf Zeichnungen\n\nRudolf Bauer: Zeichnung"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "98", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.2", "texte": "Sehnte\nLothar Schleyer\n\nNacht\nStern\nStein\nMensch\nMensch\nTore weiten Nichts.\nWeit kreisen Berg um Berg.\nKlammern greifen Sticken\nEherner Ring der Tiefe.\nMich schluchtet.\nEwig sternen die Gipfel\nFeuer der Ferne.\nWilder zerren die Glieder\nWilder wachsen die Wände\nTurm um Traum.\nMütter leiben Tod.\nMein Leben!\nDas Ende steht\nMich kreist\n; Tatzen Tanzen Tasten Schlag.\nBlutende Tropfen blühen die Welke.\nDer Einsame samt einen tauben Staub.\nLeere starren meinen Himmel\nKahle Herzen aschen Licht\nEndlos fallen die steinernen Leichen.\nSterben!\nSperren die Tore\nKeiner kommt.\nDas Schweigen braust\nMein Bruder über mir.\nIch bin nicht.\nWeib\nAll\nMann\nEin.\nMensch\nQual quillt.\nMüde ringeln die Finger das Trübe.\nDie geöffneten Münder starren den Schrei,\nBrei brennt.\nBlasen gletschern\nStürme messern\nKein Morgen.\nDer bittere Tau krönt den Schlaf.\nMein Schoß meiner Nähe\nSchatten die Flügel die Kniee tief.\nDie Wolken der Brust glühen schlecht.\nKalt blüht der Fels\nGefallen Geboren Sein.\nWeib\nMich\nMann\nMein,\nMensch\nRollen Um\nErden U m\nUm Ende\nDu\nWe i b\nDir\nMann\nt\nDich.\nM e 11 s c h\nWirbeln Steine 1\nLeuchten Steine\nKugel Köpfe Bäuche\nDie Tropfen tränen in Staub-\nWir wird.\nMann Weib\nWelt!\nMensch\nSchlag und Flamme\nFlaum im Wehen.\nDie Haare körpern Dein Licht\nDein und Dein.\nMann\nGefunden!\nWeib\nVerloren!\nMensch\nMich!\nWeib\n, Bin\nMann\nIch.\nWeib\nSchlaf träumt\nKein Kleid\nFüße bluten Wege\nGang in Kot.\nMensch\nWir!\nMann\nNacht wacht\nDer Mond ist mein Bett\nEr sticht in die Spalte\nDu Feuer\nDie Gläserne klingt.\nDie sternenden Scherben kreisen\nRad dreht.\nWeib\nHalt!\nZerrädert\nZersplittert\nZernachtet\nIch\nLicht.\n!\nMann\nWeib!\nWeib\nMann!\nMann\nSturm!\nWeib\nGlück!\nMensch\nSterne rauschen Welten\nSingen die ehernen Wellen.\nSchatten einen Leiber\nTraum Du Blut\nMein Du.\nDie glänzenden Gipfel färben den Himmel,\nDas Schweigen tönt aus dem Sturz der Berge,\nDie brandende Tiefe brunstet steil.\nDie Wolken der Sterne streuen den Schein,\nGlied in Glied\nRausch über Mensch\nSturz über Mensch\nFlug über Mensch\nLeib liebt.\nMann Weib\nSehnte!\nMensch\nDie brennenden Berge begraben.\nZerbrochene Särge speien Leichen\nMord flammt.\nDie Höhle umschließt die Welt,"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "99", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.3", "texte": "Kristalle monden auf den Wegen.\nSchneiden brechen schmücken\nFinger Nabel Hals.\nBlut ringt die Schenkel\nNackt«\nWeib\nSchlächter meiner Scham\nMich schämt\nZerjungfraue Frau\nGewalt!\nMann\nKampf!\nMir mit\nDu nur\nTat!\nMensch\nKlippen im Himmel die Häuser\nNächtige Töne zerschellen im Raum.\nDie Winde kühlen die Glühen\nSchlafender Wandrer\nWälzender Traum,\nKlar strudelt die sterbende Mitte,\nZweien Eins\nFlucht.\nSchicksal geballt\nRollender Tanz\nRund.\nWeib\nDu Spiel\nMann\nDu Schlecht\nWeib\nIch Gespiel\nMann\nIch Geschlecht.\nMensch\nDer Stern ist die Erde.\nDie Nacht ist des Mondes besudelte Mähne,\nVerdreht sind die Augen des Lebens\nDie Räder fallen auf mich.\nWir kreist\nKein Mann\nKeilt Weib.\nSteine rollen Nächte\nKreisen steinen Fleische.\nMich Tod!\nMann\nDich Nie\nWeib\nDich Nie\nMann Weib\nKein Mir!\nMensch\nZwei ist Drei\nFrucht.\nStein sternt\nKristall\nDu Blüte\nMein Weib ist entmannt\nMein Mann ist entweibt.\nDie Nacht öffnet den Morgen\nDer Mond entsplittert die Sterne\nStrahlen himmeln Erde,\nAugen Singen\nKind,\nMutter\nDu\nVater\nDu\nKind\nIch?\nMensch\nZarte dunkle Flügel tauen\nPerlen streuen Wiesen betten.\nWandern Vögel Wald und Fluß\nFüße Hände Haare lichten.\nMein lacht.\nMutter\nDu\nVater\nDu\nMensch\nMich mein Knabe\nMich lacht mein Mädchen.\nDie Glieder wiegen die Sonne der Frühe.\nDer Tau steht im Kelch.\nDer zuckende Falter breitet den Schimmer.\nVergessene Geburt\nEwig\nVater\nWerde!\nMutter\nSc i!\nKind\nIch will Ich.\nMensch\nGarten köpfen Blumen\nSilber quillt steilt Gras.\nKleine Flamme springt\nHerzen stirnen Bälle jung.\nMein tränt Dein\nDu.\nKind\nMutter\nMutter\nSchmerzt stampft Tanz.\nIch verliere mein brennendes Haar.\nSchaukel Spellen Burt\nHimmel Mich erden Mich Sturz\nSohn.\nMensch\nTräume nachten scheine Sonnen\nKüsse zarten lluchten Wiegen.\nLieder Lieder\nLeid\nTor.\nMutter Vater\nSehnte!\nMensch\nMein Bild Dein\nBlut ballt Bild\nDich bilden Du Fremd.\nWege weite keine\nNichts brückt Mich\nLeer.\nKind\nMädchen Knabe.\nMensch\nDer Bruder die Schwester\nDas Haar die Haut\nLeiber röten Nähe.\nZitter streichen Fühlen\nFlügelt Scham birgt\nStaub Du Blüher.\nVater\nGriff\nHaß\nSchlag\nSchuld,\nMutter\nDie Menschen\nKlage."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "100", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.4", "texte": "Mensch\nKinder über uns.\nSteine gräbt Weg begräbt\nFrucht Furche Furcht.\nSöhne greifen Mütter\nTöchter greifen Väter\nDicken Sicheln Krampf\nVergebene Wehen\nVerwehte Geburt.\nDer Eine\nDie Ewigen tauschen die Ringe\nDu glühst Stein.\nKind\nKreis Dich Ich\nVater\nRad\nStand\nSperr\nKreuz\nLiebe.\nMutter\nLiebe\nWehen Geben\nVergeben verweht\nMein Nichts.\nMensch\nFern gehen die blutenden Leiber\nDer Schatten vertropft\nNun sind wir vergessen.\nDas Opfer schlachtet sein Herz.\nMeine Blume verlor die Frucht.\nGlanz taut Welt\nWelten wellen Welten\nWiall.\nMutter V ater\nKind Kein\nKind\nTod Ich.\nMensch\nKreisen greifen Kreisen\nRingen Augen Ketten\nWalzen wälzen Tiefe\nSchoß brennt Haar\nDir\nPacken uns hocken uns fressen uns\nZu,\nMänner\nHöher\nLeichen\nFleische\nWeiber\nKinder\nHöher\nUeber Kinder\nUeber Weiber\nUeber Fleische\nUeber Leichen\nHöher höher\nBrechen Wälle\nUeber Wellen\nSchiffe Bahnen Bauten\nUeber Bettler Herren Herren\nHöher Hände Füße\nKrämpfe Haare\nStirnen funken weiter\nHoch\nStampfen Tausend\nMir Mir Mir\nHoch\nIch All Ein\nHoch Hoch\nHoch All\nHoch Ich\nEin.\nMensch\nTurm um Turm\nUeber Traum\nKreuzende Blume.\nDer Reiter reitet die Sonne.\nRöten Monde Länder\nHäuser gipfeln Meere.\nInsel werkt\nHöher\nMein Macht.\nWei b e r\nUeber mir\nSchenkel Spreize\nBahnen Kinder Kniee\nTritt.\nFleischt das Blut\nBlut Du Fleisch\nGeschändete blühen die Knaben.\nLocken begraben das Herz\nTränt klagt stirbt Ich\nTat.\nGreise\nGreifen Leere\nSilber stürzen.\nBlätter blättern Gurgel stöhnt\nMorde die Entwöhnten\nAsche.\nLeichen bäumen\nZitter Stank zertrümmert\nBranden Wunden wehe Sichel.\nMannt Mich tut\nTat Tod\nKein Trost,\nMensch\nDie Werke zerwerken\nSchreitet der Würger\nTier blüht.\nStehen im Mittag\nDie Peitsche schwingt um die Mitte\nWende Tag!\nSterne fallen\nIch sehe mich\nGrund Abgrund,\nMänner Weiber Greise\nSehnte!\nMensch\nSchreie Angst\n9\nLeben schütten Grüfte.\nNie bin Ich\nNie bin Du\nMein Werk fremdet mich Dich,\nTag tiert Tat\nKein Mensch\nAnklage Klage.\nMenschheit!\nVölker\nStimmen über Männer Weiber Greise\nEwiges Kind.\nHoch wölbt der unendliche Schoß\nRauschendes Blut der Geburt.\nTriebe Treibe\nAuferstandener Einer.\nDunkel rollen die Länder die Wellen.\nNacht küßt Tag Stunde um Stunde.\nSteine ringen Steine\nDer Ring der Leiber verblüht\nDie Blume der Welt vertiert\nDie Meere spülen die Tiere zur Scham"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "101", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.5", "texte": "Rudolf Bauer: Zeichnung"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "102", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.6", "texte": "Du Empfangen!\nWerden Welten wird\nUnter Sternen unter Sonnen unter Erden\nDer Weg.\nMensch\nAll\nEin ' *\nLiebe,\nPriester\nOpfer\nErbarmen\nSchände Dich!\nKrieger\nKopf um Bauch\nBauch um Herz\nFriß!\nVölker\nRolle Rolle\nDer Kreis\nRäder die Menschen.\nDer Strahlende wird geboren\nSein Tod kreuzt den Himmel\nSünde - '\nJauchzen.\nPriester\nGrab\nDie Erde bricht.\nSpeiender Himmel\nBöst dein Leib.\nErlösung!\nKiie g e r\nIch bin nicht\nDu bist nicht\nWir sind nicht.\nSterben\nMorgen\nHinauf\nLebe!\nMensch\nLiebe!\nVöl k e r\nGericht\nMann wider Weib\nKind wider Mutter\nVolk wider Volk.\nKugel\nBallspiel Spielbali\nLeib kreist das Meer\nGewalt wallt die Welt\nMein Reich.\nSehnte!\nMensch\nGeliebt,\nKrieger\nGott ist tot\nPriester\nGott ist tot\nVölker\nGott ist tot\nMensch\nGott ist tot.\nDer tote Mann singt\nMensch\nDas tote Weib singt\nMensch\nDas tote Kind singt\nMensch : 1\nVölker\nFrei!\nMen s c h\nDu und Du < •\nFeuer\nLicht.\nMann\nStein\nNacht\nStern\nWeib\nBlüte\nMeer\nTier.\nKind\nKeiner liebt.\nMensch\nMich Ende\nDer Eine\nMein Nie\nMenschen\nMenschen\nMenschen\nSchrei\nIch!\n-s\nDer Mensch stirbt nd cht\nSchweigen\n\nTierspiel\nKurt Liebmann\n\nBluttulpen beblühen schwankenden Stiels beschattetes Zimmer\nFleisch dampft. Venen platzen, schreien, zischen, sprudeln;\nfließen, gießen sich in flatternden Girlanden um das Hüpfen\ndes Sofas.\nKichern kullert über die Dielen.\nKnacken der Muskeln knistert huschend über die Tapeten.\nOh! Sonniger Brüste Licht in mittaglich-glutendem Bogen lacht\nin steigende neigende Nacht.\nIm schnellenden Ueberkugeln krallen sich meine hungrigen\nFingernägel in das Gelbe deines blühenden Rückenbeets,\nUnsere strampelnd-stechenden Beine klatschen auf die gisch-\ntigen Wellen schwankenden Betts, spritzen Federnschaum,\nWir prusten aus unseren Backen Wellen, Blasen, Licht!\nOh! ich liege nackt in deinem schaukelnden Haarboot.\nBlut rudert an ewige Küsten leise mich Lallenden an , . .\nWir übersprudeln uns!\nSchnellen, lichtglatte Forellen, über schäumende Kaskaden.\nBunte Schreie flattern aus den versteckten Nestern unserer\nKehlen.\nIch sielend in deinen weichen, lachend-geschweiften Mund-\nufern schnappe mit nackten Zähnen zappelnde Kußfische.\nGrün züngelt deine Zunge heraus. Sticht meine Brust. Leckt\nSchaum. Zischt.\nOh! ich tanze, drehe, hüpfe, kugle im spiegelnden See deiner\nAugenschlitze.\nSchweife durch Abendröten deiner tönenden, schwankenden,\npapageiendurchflimmerten, raubtierdurchschlichenen Haar-\nwälder.\nBeine verknoten sich. Arme umspülen sich. Brüste zerfressen\nsich. Kehlen zerlallen sich. Hirne enthirnen sich!\nWir steilen, zwei beblutete, versaftete, verkrampfte Lianen\nin kreisenden Raum.\nUnsere Zweigarme zerquetschen Sterne, Erden, Sonnen.\nSchütteln Lachen!\nLege dein Ohr an meine Bauchwände!\nHorch auf das blühende Blut!\nIch kauere in den Rundungen deinen singenden Lenden.\nOh! komm! Wir wollen uns trunkene Götter zeugen!\nOh! Du!!\nMondtiere knurren auf knarrenden Dielen . . .\nAn der Zimmerdecke hängen Geheul von Zügen, Straßenbahnen,"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "103", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.7", "texte": "Rudolf Bauer: Zeichnung"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "104", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.8", "texte": "Autos, Gebete, Flüche; dünsten Wolkenballen, Kreisen.\nKreisen , , ,\nSpinnen knistern über die Tapete.\nTotenköpfe bleichen durchs Fenster.\nDächer plätschern in breitem Strom vorbei,\nLaternen wackeln herein.\nAus fettigen Wolkenbäuchen grinst sich eine knochige Hand.\nWächst .. . grinst .. . schraubt sich! .. . wächst!!, ,\nKäfer krabbeln aus Ritzen.\nLeichen stinken herein.\nUm Flackerfeuer flitzen flimmernde, buntscheckige Teufelchen.\nGrinsen eitert heran , , .\nKrachen!\nBersten!\nTuten!\nIrgendwo schreit wer.\nIrgendwo meckert was.\nIrgendwo lauert was!!\nW;ir schnellen auf!!\nUmklatscht von weißen Schweißhemden; umklettert von zap-\npelnden Schreien,\nEine Beklemmung zischt, eine Fontäne, aus unserem Blut,\nLichtvögel huschen ins Haar,\nDu schlürfst mit schaukelnden Schenkeln durch das Zimmer.\nAtem siedet weiß.\nDu schlürfst, schleichst, schlürfst, schleichst, schlürft\nKreist katzenweich.\nDuckst,\nVerfängst dich in das Zittern deines Blutes,\nBlühst Atemblumen.\nFunkelst Au gensonnen,\nKreischst. — Krümmst Dich,\nKreist mit leisen, weitausgreifenden, tastenden Sohlen um das\nSchweigen des Tisches.\nArme entblättern sich zart.\nIch flattre mit gekrümmten Knien in deinem Geruch.\nHände tasten, zerren, lechzen.\nWir brennen, zwei kochende Sonnen, in leuchtenden Biegungen,\nWir funkeln, zwei blutende Feuerwerksmähnen, zischende\nSpiralen durch schwankendes Zimmer . . .\nMondtiere knurren auf knarrenden Dielen , . ,\nIch will dich haschen, Eichhörnchen!\nMeine Zähne schäumen in deinem sonnigen Nacken.\nNabel wühlen in krautigem Fell!\nWir brodeln. Brodeln!\nFleischlachen, lichtheiß schwimmen auf blaublauem Grund;\ndarin spiegelnd die Dreiecke, quälend, unserer Augenpaare . ,\nMeinen Händen, schlängelnd, entzügeln Blutfackeln.\nTotenköpfe platzen grün aus deinem Bauchrand.\nDu plätscherst Lachen . . . Springst!!\nSchwebst auf dem Fenstersims,\nSpielst mit fetten, tropfenden Schädelwänden.\nIn deinem Haar klagen Augen. Verkrampfen sich Finger;\nbetend, fluchend,\nGlotzen Kröten. Ringeln Würmer, in deinem Haar, das, ein\nKomet, weht durch bebende Himmel , . ,\nDu schnellst in johlende, mit tausend Münden schnappende\nTiefe!\nTatzt dich an scharf hervorspringendem Gesimse hinab, kühnst!\nWippst auf einen brüllenden Balkon.\nSpuckst Schädel in strömende, rauschende Passanten.\nFletschst. Tänzelst , , ,\nFensterscheiben klirren, Hänide flattern. Beine stampfen.\nHälse wachsen. Pupillen tanzen. Kiefer schnappen.\nWir schleichen, Raubtiere, hinter ummenschten Gitterstäben:\nKöniglich! Schwebend! Emporgerissen! •\nHaß brodelt in unseren Flanken.\nErregung trieft aus unseren Zähnen.\nWir beben Fiebern. Zucken.\nFallen in einem Satze auf wackelnde, gurgelnde, malende,\nstrudelnde Köpfe!\nSchnellen hoch auf aus zischendem Menschenfluß!\nTauchen unter. Kriechen, winden uns durch tausend erstarrter\nKieselbeine.\nWälzen uns durch tastende Zehen: Tang, Alpen,\nKrümmen uns um die pflanzenhaft bebenden Schenkel eines\nbrüllenden Schutzmanns.\nSchreie zischen, grüne Blasen, Menschen klatschen an wackeln-\nde Häuser.\nWir schnellen durch die Räder eines keuchenden Autos,\nKlettern über klingelnde Straßenbahnen.\nHinter uns rauschendes, johlendes, pfeifendes, rollendes Zy-\nlindermeer.\nWir leuchten Schmetterlinge, zitternd, auf der Röte elektrischer\nTulpen.\nKlammern uns in das Haar wiegender Bäume.\nMeer wächst! Heult aufgepeitscht!\nWir fliegen durch dunkle Alleen,\nSind wieder umrauscht von Signalen, Stimmen, Licht,\nMeine Hände bluten, zwei flackernde Fackeln,\nAus deiner klaffenden Bauchschlucht springen meckernde\nTotenschädel. —\nIch will dich haschen, zerwühlen!\nMeine Fackelhände sollen deine Augenseen auszischen!. , , ,\nDu! Oh! Ah! , , ' :\nDu spritzst über blitzende Schienen,\nHängst im Licht lachender Läden\nTanzst, blühst vor dem Schweigen des klimmenden Domes.\n. . . Ich wirble heran! . . . , ,\nDu schweigst überm Portal, schillernd, Insekt, in Blütenkelchen\nleuchtender Fenster,\nSchwebst! . . ,\nWindest Dich, Steigst! Fließt!\nAuf! Auf!\nBrennst über moosige Ziegel,\nHockst rittlings auf dem Dachstuhl.\nBläkst, Schneidest Fratzen. Klatschst auf Schenkel. Wühlst\nin Brüsten. «\nSchädel poltern über wimmernde Steine.\nAuf Treppen brandet tosender Menschenstrom. Leckt mit\nblakenden Zungen die Knöchel des betenden Christus.\nStrudelt in gurgelnden Trichtern,\nDu schwebst wippend über den Dachfrist,\nLeuchtest Kresse an dumpf-dunkler Mauer,\nFrißt dich in wackelnden Turm,\nKlimmst! Steigst! Steigst! Spinnst dich von Zinne zu Zinne,\nGrün zischen Menschenwellen,\nZähne spritzen Licht, Zungen brennen aus glucksenden Hälsen,\nDie Kirche schwankt, schwankt!\nDu leuchtest. Leuchtest!\nKlimmst! Klimmst!\nIn schweren Windungen kratze ich mich an Mauerritzen entlang,\nTatze über schweigende Sandsteinschnörkel,\nKeuche, Züngle dir nach! nach!\nDu pendelst im rauschend-summenden Glockenstuhl.\nDonner fallen aus Oeffnungen,\nFledermäuse pfeifen auf.\nWolken gluten vorbei.\nIn langen Wellen wogt Geheul kochenden Menschenmeers über\nquietschende Treppen,\nleb hüpfe auf einen gespannten Glockenbauch.\nDu züngelst, in blakendem Flammenlaken, höher! höher!\nFunken zerbeißen meine Haut.\nIch tatze. Tatze!\nDu! Oh!\nHöher! Höher! Ueber Zinnen, Klippen, Hälse, Nasen, Auf!\nAuf er!\nDrehst dich sprühend, Sterne gebärend, glühende Feuersäule\nauf schwebender, schwankender Turmspitze „ , ,\nSpitze!!\nDrehst dich rasend.\nFlammen regnen auf weißliche Spiegel sich wölbender Glatzen,"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "105", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.9", "texte": "Rudolf Bauer: Zeichnung"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "106", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.10", "texte": "Ich krümme mich. Zerlalle mich. Schreie bluten aus meinem\nHalse.\nZerkratze schillernde Kupferbelege. Zerschlage glotzende\nSandsteinstirnen.\nHebe mich!\nHebe mich auf, auf in deine brennenden Spiralen.\nWir zischen. Lohen in sternenden Himmel!\nBeblutet schwankt der Turm, entkrampft.\nHeraufspritzen Pfiffe.\nHäuser trappeln im Kreis.\nWir fressen uns mit siedenden Lippen.\nSchlängeln, ein Feuer, auf kochend-flüssiger Turmspitze,\nWachsen! Wachsen!\nKippen, eine glühende Erde, über Ziegel, Kupfer, schweigende\nHeilige.\nZischen das Kirchendach entlang.\nFallen.\nGluten, Brennen. Leuchten.\nLeuchten!\nTrappeln von Füßen. Wiehern von Kehlen. Blutende Masse.\nKot. Gedärm, Gestank. Wimmern, Flucht!\nGekrümmt, muskelglatt, duckt der Himmel, eine gefleckte\nHyäne, über die zitternd— auseinanderberstenden Stadt,\nTropfende Stimmen rollen um fallendes Rathaus.\nMauern schachteln sich ineinander,\nMenschen bespringen sich nackt.\nSchlagen mit Fäusten in zerknitterte Stirnen,\nFilzen sich zu zuckenden Pyramiden,\nKnurren poltert über die Köpfe,\nAtem brodelt, Zunge blakt.\nIn den funkelnden Leibersturz, in das Ueberschäumen de§\nzuckenden Fleisches springt der Hyänenhimmel,\nReißt, schlägt, beißt, leckt, grunzt, trinkt Blut, Blut!\nLange! Lange! Oh!\nSchweigen rennt durch wackelnde Gassen,\nKnurren. Bröckeln. Röcheln.\nMondtiere huschen über das Pflaster.\nSchmatzen in Leichen\nSchleichen kichernd, weiß von Gedärm zu Gedärm,\n\nGedichte\nKinner v, Dresler\n\nNacht\nSchlanke Pagenbeine\nSpitze Natterndolche\nT raumesschweigen\nSeufzen und silbernes Lachen\nLiebst du\nBlüten fallen\nEin morscher Zweig ragt kalt starr dornig\nFrauenträne fällt Schüchtern\nUnd neue Blüten stehen überall\nBrunnen rauschen rieselnd\nNachtigall zieht flötend\nUnd das schlanke Marmormädchen vergißt die weißen Glieder\nvor dem Mondeslicht zu verbergen\nBlühender Flieder rauscht betäubend\nEs sinkt die Nacht\nSpiel\nEin Frauenlachen kieselt kalt .\nSchmetterndes Hinschlagen\nRotes Herzblut netzt weiße Blume\nBrunnen rauschen nicht\nNachtigall fliegt\nUnd das schlanke Marmormädchen hat die weißen Glieder mit\nWolkenschatten zugedeckt.\n\nGesang der Soldaten\nDie Heimat lassen wir zurück\nUns bleibt nichts mehr als ein Blick\nVorwärts,\nZu Hause stöhnt die Mutter um den Sohn\nDer Schwester bricht das Herz der Hohn\nVorwärts.\nDas Mädchen schreit nach unsrer Liebe\nSiehst du es nicht wir sind müde\nVorwärts.\nDie Lippen öffnen weit\ndoch nur ein Beben\nVorwärts.\nFreund stürmst du nicht neben mir —\nGefallen. Es gibt nur eine Gier\nVorwärts.\nSo treiben wir durch fremde Welt\nVorwärts.\n•' • i' * ■ *■\n\nDu bist bei mir\n\nErinnerung empfängt tastend\nWo\nImmerfort die Frage\nWo\n*\nDunkel wirft zusammen\nKältenadelgeißel peitscht stechend\nNach Atem ringt der Winterwald\nGlitzernder Glanz schleudert die Augen\nRücken sind gespanntes Bogenholz\nHerzen ziehen nach erloschner Feuerstelle\nDa seh ich Dich\nMich friert nicht mehr\n#\n' • t\nMarschieren marschieren marschieren\nStaub Staub Staub\nGlühende Feuer drehen uns die Hälse trocken\nWeißer Dunst schlägt den Atem\nAugen kratzen spitzen Sand\nFüße brennen teigschwer\nDurst röchelt in siedenden Dampf\nDa seh ich dich\nMich dürstet nicht\nÄtzender Tropfen glüht mich zurück\nwieder\n.Marschieren marschieren marschieren\nStaub Staub Staub\n*\nTrommelfeuer heute\nTrommelfeuer gestern\nimmer immer immer\nKreißend heult die Erde\nTromben steigen schleudernd\nWehe Knalle wüsten werfen\nUntergang in rollendem Rasen\nEiner murmelt Gewohnheit\nIch starre auf bebende Erde und küsse eine kleine Blume\nDa seh ich dich —\nGrauvolles Dunkel grinst grifflos\nKrumme Körper auf krummen Pferden\nGrabkiste mauert stumm\nLeises Schnauben\nRückgewichne Nacht drängt durch neue die entgegenstürzt\nTiefe\nRuhe. Ein Schuß\nTot.\nKamerad! !\nMondlicht fällt zitternd"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "107", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.11", "texte": "Rudolf Bauer: Zeichnung"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "108", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.12", "texte": "Weiße Brust perlt Rubinen\nGlitzern über einen Aluminiumreif\nDu bist bei mir.\n\nDer erste Kub\nMorgen\nWeite Wiese blaut blumig\nBach plätschert\nHelles Birkenfrühlingslaub\nSonne strahlt Bündel\nMädchen wandelt träumend\nKleider fallen schwebend\nWeißer Schwanenkörper fließt\nSchalmei grüßt.\nEdelsteine perlen blinken\nKüssen kosen jungen Leib\nSeid ihr kalt\nGlitzernder Tau netzt die Füße\nNimm mich mit\nNimm mich mit\nSchalmei tönt nahend\nJüngling bläst\nNackter Wunderkörper\nfMädchen lauscht starr\nJüngling sieht einen Himmel\nSchalmei schweigt\nAugen sinken in Augen\nLeiter Schrei schreckt\nLachen beruhigt\nBlut haucht rötend , || ,\nAugen sinken in Augen\nHände bedecken Gesicht\nSonne steigt rotgolden\nSchalmei spielt\nHelles Lachen\nWa rum schleichst du so leise\nIch lifcge am Berge\nAufgehendes Licht sprüht über steile Felsrinne\nTrifft mir erweckend die Hand\nIch liege geschmiegt neben blauer Blume\nHeller Geselle spielt keck kosend mit blonder Locke\nZieht mir den Schlaf hinweg\nIch treffe einen kleinen Vogel\nZwitschert einen kleinen Wunsch\nLauer flinker Wind\nVorüber fliegend ruft süße Bitte\nDu\nVeilchen duftet am Wiesenrain;\nTau weist den Weg:\nSchmetterling gaukelt lockend:\nZu dir\nZu dir\nZu mir\nBunte Flügel schlagen eine weiße Dolde\nJüngling springt über silbernes Band\nMädchen schreckt zitternd\nPerlen blitzen hinab\nZwei Körper starren leuchtend\nDu\nSchweigen\nBist du schön\nTränen grüßen Taugeschwister\nSchauer wirken Taumel\nJüngling hält umfangen\nSterne sinken in Sterne\nHelle zeigt Irrwege\nTaumel gibt die Stimme\nBeben ergreift\nAugen erblinden fallen\nKraft treibt zusammen\nFlucht wird gebannt\nScheu quillt schließend\nLiebe heiligt Scham\nDu hältst mich durch dich\nSchlagende Welle zieht mich zu dir\nMeine Kraft\nDein Reiz\nMein Mädchen\nDu Liebster ,\nSinkendes Vergessen\nUnd keuscher Sonnenschein ist rings\nSchüchtern füllt ein Kelch den andern\nEngelsrauschen webt singend\nRosen überschütten.\n\nGedichte\nKurt Heynicke\n\nWeib\nIch bin ein Knabe, Weib!\nIch bin ein Kind.\nEs wölbt sich ber mich der Tag\nder Tag bist du\naus Blüten tausend aufgebaut.\nHinbett ich meinen Schmerz in deinen Schoß\nmich wiegen deine Augen in den Schlaf.\nHochragt ein Gipfel weiß über dein Haar\nWeib — Seele\ndie Krone blüht über dir!\n\nLetzte Stunde\nFreunde\nleuchtet Eure Stimmen\nblüht, daß unsre Nacht zerbricht!\nUeber Wolken reitet roter Tod,\nmorgen sind wir Abendrot!\nAuf, die Stunden zu erhellen!\nUnser Lachen soll die Batterieen überbellen!\nLeuchtet Lachen rot ins Leben\nStunde muß im Rausch erglühen\nliebes Leben leuchtet lacht\nFreunde lacht die letzte Not\nmorgen blüht das Abendrot.\n\nDeine Seele\nUnendlich hell ist deine Seele\nMeer des Südens blau von Sehnsucht\nblaues Meer tief von Gefühlen.\nHelles Segel\nüber Klippen fliegt die Sonne!\nUnendlich weiß ist deine Seele,\nweißes Schneemeer über ?Wäldern.\nUnsre Wipfel leuchten über allen.\nKeine Menschen suchen unsre Kronen.\nNur verlorne Wintervögel flüstern.\n\nSchweigen\nAlles schweigt um deine Seele,\nAlle Nacht wird hell um dich.\nAlles blüht\nIch versinke in der Andacht deiner Seele."}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "109", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.13", "texte": "tch erblühe selber dir entgegen.\nTief in uns das große Schweigen.\nErde schweigt vor deiner Seele.\n\nBlütnacht\nEs singen viele Lichter Glanz im Saale.\nAuf allen Tischen hüpfen die Musiken.\nMein Blut hockt dumpf vor meiner Seele.\nAufbrausend schwillt Begehren in den Saal:\nDie satte Qual der einen Stunde mir ins Herz,\ndie Qual des Morgens,\nwenn die Nacht entfällt\nund weiche Kissen welke Worte stammeln.\nDer Hohn der Nacht\nster totgepeitschten Seele auf dem Nacken!\n\nGedicht\nWir wollen uns einander offenbaren\nvon allen Dingen uns entkleiden,\nwir wollen nackend in die hohe Stunde fahren.\nEin junger Vogel nachtigallt im Irgendwo\nsüß schlingen uns die hellen Flöten ein\nMusiken sind wir, ganz erhoben\nhauptoben wandelt Schein und Sonne.\nSo laß uns wiegen, wiegend tragen\naus straßenlautdurchpflügten Tagen schreiten!\nHerholen Fernstes aus der Ferne!\nMaiblütenweiße, Sterne, Sommernächte!\nLaß unsern Willen Schöpfer sein!\nMach Sonne auf. Tritt ein!\n\nGedicht\nDu\nund ich\nwir bergen einen Stern in gleichen Händen.\nWir haben eine Andacht auf den Lippen\nein Gipfel leuchtet überm Menschenwald.\nWir sind ein Händefassen.\nWir baden in der tiefen Einsamkeit.\nRings rauscht die Welt.\nAus den entstiegenen Gedanken kehrt das All, *\ndas Vaterunser unsres ersten Anfangs.\n\nMaya!\nKurt Striepe\nIch kann nicht schreiben, Maya —! Jetzt nicht. Ich bin\ntot. Krieg frißt meine sehende Seele. Stück um Stück,\nDürfte mein Atem einmal nur die Spitzen Ihrer Hände\nküssen. Im Glanz würden meine Augen ertrinken.\nGüte — Frauengüte — —- mein Herz schreit fiebernde\nTräume danach.\nNiemand tut Güte mir. Nie —\nIch hasse das Leben, um das man weint.\nOh — meine wehen Hände —\nIch gab alle Kraft. Gebt mir etwas wieder. Daß ich mich\nwenigstens zerschlagen kann. Gib mir etwas von Deiner Güte\n— Du, ja, Du !\nGib mir etwas von Deiner großen bunten Seele —\nEtwas — oh Maya!\nOh — meine toten Augen\n\nDer sichtbare Mensch\nEine Antiwellsiade\nMysiona\n„Na, mein Dicker,\" seufzte die kleine Meduse, „nachge-\ndacht? Was gefunden?\"\nMit tränenschwerer Miene bejahte der Grünseidene: „Aller-\ndings! Erheblich! Sozusagen, die negative Tarnkappe.\"\n„Die?\"\n„Negative Tarnkappe.\"\n„Aber da bin ich Sie doch nämlich sehre neugierig. Und\nwas verstehn Sie denn darunter?\"\n„Eine einfache Geschichte. Jenes gute Mannerl freute sich\nüber seine lumjpige Entdeckung. Er hatte nämlich ein Mit-\ntel gefunden, den Menschen unsichtbar zu machen.\"\nDie Dame mit den braunen Haubenbändern und der zu-\nweilen trompetenden Nase erhob sich lotrecht: „Gottvoll! Er\nmeint den famosen Wells. Was könnte ich für Bräutigams\nhaben, wenn ich unsichtbar wäre! Du mein!\"\n„Aber Himmeldonnerwetter, Sie einfältige Gans! Wir\nsind ja so gut wie unsichtbar, und dieser scheußliche Tro-\nglodyt, ich meine den Wells, zerbricht sich seinen Rhinozeros-\nschädel darüber, uns total durchsichtig zu machen.\"\n„ich begreife garnicht\", sagte v. Stranski und begann auf\nden Händen zu gehen und mit den Beinen einen mitgebrachten\nSchoßmops zu jonglieren, „was das Vieh wieder vorhat? Er\nwill uns sichtbar machen, hat er versprochen.\"\nFrau Xandra lehnte sich zärtlich an ihren Gatten, der aus-\nsah wie ein mißratener Kartoffelpuffer: „Du bist doch schon so\n\nGedichte\nGünther Mürr\nInselchen Du\nim grauen Angstmeer.\nFlut, Ebbe:\nimmer ist in Wehen gezogen\nmühsam schwimmend das Herz.\nNacht weht und Tag in schnelle Wolken auf,\nin müde, tiefe Schleierwolken auf.\nDich zu verhängen, Du, o Du?\nSchwimmhände können sich nicht falten.\nHilft Wind, hemmt Wind zu Dir\nüberall ist nur Weit.\nAus streckt sich Hand nach dünnstem Strahl.\nFest krampfen.\nSich ziehen lassen,\nBis Stern durchbricht\nGlanz uns faßt und rafft\nErdab\nInsel Du, stille,\nzünd an Marienleuchtturmlicht.\nLämpchen flimmert sternhaft fern.\nAll nur Fassen, Dehnen, Greifen.\nWillst Dich nicht nehmen lassen.\nKannst Dich nicht langen lassen.\nRötlich. Huschen.\nFlackerschatten.\nHand wird offen, ruhig, wartet.\nZärtlich wird Leuchten\nFlackern wird Seidenschein, Marienschnee\nLicht, komm, die Schatten mis von den Händen streifen\nKomm die Lippen küssen."}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "110", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.14", "texte": "schön sichtbar? Und du siehst mich doch! Was will er? Die-\nser deutsche Tief sinn! Das deutsche Kind wird schon nicht\nmehr geboren; schon konstruiert es sich a priori! Und sie\nmachen sich eine Aehnlichkeit zwischen Hindenburg und Schil-\nler, Vielleicht wird er sichtbar machen, daß jeder Deutsche\naussieht wie Goethe. Wenn zwei Deutsche sich vorstellen:\nJohann Wolf gang Hauptmann Sehr angenehm! Gerhart\nvon Goethe.\"\n„Meine Damen und Herrn!\"\nEs trat Ruhe ein. Die Behaubenbänderte trompetete noch-\nmals diskret. Xandras Mann spuckte ein Bildnis an, das mitten\nan der Wand hing; es stellte einen Herrn in mittleren Jahren\ndar; sehr majestätischer Miene, mit kassiopiischem Schnurr-\nbart. Xandra quietschte pikiert: „Wozu? Was für eine matte\nDemonstration! Wie kannst du sein Bild anspeien! Noch nicht\neinmal ist er selbst deinen Speichel wert. Immer bist du so un-\nüberlegt! Ich traure über dich. Der Deutsche spuckt statt zu\nhandeln. Er spuckt in die Faust seiner Taten. Die Faust wird\nnaß, und die Taten bleiben ungetan. Ich liebe nicht diese ge-\nspuckte Tragik. Meine Brüder haben am Galgen geendet. Du\nmußt noch höher hinaus.\"\n*\nEs trat aber doch Stille ein. Der Grünseidene schlang sein\nlinkes Bein um den Hals, biß einigemal in die Spitze seines\nLackschuhes und redete:\n„Das Veilchen, für das Auge klein — aber wie groß für die\nNase! Denken Sie, wenn man das ganze Veilchen der Nase\nauch für das Auge sichtbar machen könnte! Und erst die\nätherischen, die elektromagnetischen Strömungen! Sie werden\nsich sagen müssen, daß unser Auge fast blind ist. Warum will\nnun der englische Mann auch noch das Wenige, welches wir\nwirklich sehen, verschwinden lassen? Im Gegenteil! Das\nIdeal sollte der sichtbarere Mensch sein; das Hinwegnehmen,\ndas Abwerfen unserer Tarnkappen, (Der Grünseidene schlang\nnun auch noch sein rechtes Bein um den Hals und saß da wie\nBuddha mit einem Stich ins Närrische), Sie erinnern sich, wie\nder Unsichtbare von Wells zustande kam: wie man Papier mit\nOel durchtränkt, um es durchsichtig zu machen. Kurzum, die\nWelt des Auges ist gleichsam zu fett-, zu ölhaltig. Z. B. die\nLuft müßte gleichsam entfettet werden, um für das Auge besser\nwahrnehmbar zu sein als nur durchsichtig. Sehen Sie doch, wie\ndumm das Auge Sonne, Mond und Sterne, in deren einander\ndurchdringenden Dunstkugeln wir weben, an ferne Himmels-\nflächen projiziert; wie es uns die Wolken nur oben und am\nfernen Horizonte, dagegen nicht in dichtester Nähe um uns\nherum zeigt! Wie gräßlich lückenhaft ist diese Welt des\nAuges; und jener Bursche, anstatt die Sichtbarkeit zu verstär-\nken, radiert noch einen Menschenleib aus. Ahnen Sie wohl,\nwie ungeheuerlich sichtbar Sie für unverkümmerte Sehkräfte\nsein könnten? Schaun Sie her! Ich entfette, entöle nur eine\nkleine Partie meiner selbst. Eine recht einfache Geschichte.\nJener verschluckte ein Mittel, welches seinen Leib so impräg-\nnierte, daß er für die Augen verschwand! War das Mittel ver-\ndaut. so kam er wieder zum Vorschein. Wir machen es anders.\nDas Allermeiste ist für das Auge wie mit sympathetischer Tinte\ngeschrieben; oder wie Sonnenlicht auf Bromsilberplatten vor\nderen Entwickelung. Um geheime Sichtbarkeiten zu entwickeln,\ngebrauche ich ein gleichsam entölendes Gas, auf das sie kräftig\nreagieren. Er nahm seine rosa Perrücke ab und holte eine\nkleine Bombe aus grauem Glas unter ihr hervor. Erschrecken\nSie nicht, wenn ich diese kleine Glaskugel explodieren lasse.\nDas darin komprimierte Gas expandiert sich ohne jede schäd-\nliche Wirkung und ist darauf berechnet, speziell den Leib, also\nalles Physiologische, wohin es dringt, in seiner vollen Sichtbar-\nkeit erscheinen zu lassen.\"\nEr schmiß die Bombe gegen den fanatisch-pathetischen\nKartoffelpufferkopf des Gatten Xandras, — In einem einzigen\nNu war die Situation, sozusagen die ganze psychophysische\nLandschaft, revolutioniert. Es befand sich überhaupt kein ein-\nzelner Mensch mehr im Saal. , . . Der Sachse, Xandra und ihr\nMann, die Haubenbändrige, der Grünseidene, die kleine Meduse\nund v, Stranski waren sichtbarlich wie ein apokalyptisches iier\nin einander verschlungen. Der Grünseidene, dessen gewohnter\nLeib wie die übrigen nur noch ein kleines unauffälliges Organ\ndes riesenhaft sichtbar gewordenen bildete, erholte sich zuerst\nvon der Angst-Sensation, Er sprach wie aus Eingeweiden: „Die\nWirkung des Gases dauert, wenn man die Fenster nicht öffnet,\netwa eine Viertelstunde, bis dann allmählich die erregten Ge-\nbilde wieder verblassen.\" — Xandra hatte schlangenhafte Aus-\nläufer erhalten, welche ihren Gatten nicht nur umringelten, son-\ndern durchbohrten. Aus dem* Kopf der kleinen Meduse zuckten\nnordlichtähnliche bunte Strahlenfächer und umloderten den\nSachsen, welchem ein enormes Flügelpaar gewachsen war, das\nfortwährend nervös flatterte. Xandras Mann selbst sah aus wie\nein Monstre-Kronleuchter, welchen Xandras Um- und Durch-\nschlängelungen nicht leuchten lassen wollten. Des Sachsen so-\nwieso bereits erhabenes Hinterteil erinnerte an ein Riesen-\nnilpferd, welchem er selbst nur leicht angebaut schien. Waren\ndoch alle früheren Leiber nur zu kleinen Warzen ihres jetzt\nsichtbaren geworden, v. Stranski erschien wie eine grüne Py-\nramide, worin er selbst begraben lag. Merkwürdig waren seine\nAugen: an röhrenartigen Stielen befestigt« bewegten sie sich in\nder Pyramide wie an den Wänden eines Aquariums; ab und zu\nschoß eines, es waren sieben oder acht, in den Schoß der Hauben-\nbebänderten. Diese selbst erschien als Karussell, das sich um\nihren früheren Leib drehte. Aber statt der Wagen oder Schaukel-\npferde hingen dort kolossale Backzähne wie riesenhafte Blöcke,\nund auf jedem hockte ein alter Affe. Unbeschreiblich aber waren\ndie rapiden Veränderungen an diesen relativ ruhigen Phänome-\nnen. Diese Leute, sonst so fromm scheinend, im Innern aber\nmeistens Entsetzliches verbergend und wie Eier bebrütend,\nwaren jetzt entlarvt. Wollüste krochen wie purpurrote schlei-\nmige Schnecken. Der Neid fauchte, eine Riesenwanze, durch\nden Raum. Breite Bänder veranschaulichten die gegenseitigen\nBeziehungen farbig und unverkennbar. Heuchelei war unmög-\nlich geworden; aber die erzwungene Ehrlichkeit führte zu un-\nerträglichen Katastrophen. Der verheimlichte Haß des Xandra-\nGatten gegen den Grünseidenen sprang wie ein gelber Panther\nherum. Die Klatschsucht der Haubenbändrigen flackerte wie\ngrüne Zungen. Nicht nur das! Sondern —oh wie unsichtbar\nist doch gerade die allmächtige Liebesgewalt zwischen Men-\nschen. Sie vibrierte wie ein auf Millionen kleinster Widerstände\nstoßender Blitz. Sie war wie ein herrliches Licht unter schwär-\nzesten Schleiern verhüllt, fast erstickt,\n„Hallo!\" sagte da der Grünseidene: Zehn Minuten um,\n„Qeffnet die Fenster, damit auch Straßen und Plätze was ab-\nkriegen,\" v, Stranskis Arm langte aus der Pyramide, Die Fen-\nsterflügel schlugen zurück und — indem das letzte Gas ver-\npuffte, schössen zum Erstaunen des Publikums Ströme aus bun-\ntem Rauch wie tolle Glieder geformt ins Freie hinaus, umwirbel-\nten dort Leiber über Leiber und verwandelten sie a la Zirze.\nRentier Böbbel schien drei Sekunden lang wie ein Mastodon; der\ngerade vorüberfahrende Fürst v. L. wie eine Majestätsbeleidi-\ngung gegen sich selber. Mimi Lengerke, eine leichtfertige Trine\nsonst, wies famosen Heiligenschein um ihre Hüften auf. Gleich\ndarauf war die ganze gespenstische Feerie vorüber. Die kleine\nMeduse küßte dem Grünseidenen die Hand, „Und wie glücklich\nbin ich,\" rief die Haubenbändrige, „daß es aufgehört hat, bevor\nsichtbar werden konnte, was ich jetzt für Franz empfinde,\"\nXandra schwoll der Kamim: „Die deutsche Frau mit ihrem nur\nallzu blonden Gemüt ist sichtbar auch ohne Gas, Ueberhaupt,\nwarum sieht Franz Josef wie ein Kronleuchter aus? Dieses Gas\nist vielleicht nur eine deutsche Bosheit?\" — Der Sachse meinte:\n„Eiherrcheeses, neee! Gehn Sie doch zu Wells! Verschwinden\nSie doch nach seinem Rezept! Sonst kriegen Sie vielleicht noch\nraus, daß die sichtbare Welt nur eine schlechte deutsche Erfin-\ndung ist.\" Die Haubenbändrige trompetete melancholisch."}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "111", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.15", "texte": "Verantwortlich für die Schrütldtag:\nLothar Schreyer\nVerantwortlich für den gesamten Inhalt und Verlag\nF. Hansisch / Berlin W 35\nDruck Carl Hause / Berlin SO 26\n\nVerlag Der Sturm\nBerlin W 9 Potsdamer StraBe 134 a\nFernruf Amt Liitzow 4443\nMonatsschriit Der Sturm\nErscheisst am fiisifzehnten jedes Monals\nDatierbezug\nGewohnliclie Awsgabe: Fur Deutsch-\nland und 0 e s t e r r e i c h - Un g a r n:\nEin Jahr 6 Mark / Ein Halbjahr 3 Mark /\nEinzelheft 80 Pfennig / Fiir das Aus-\nland bei direkter Zustellung\ndurch die Post: Ein Jahr 8 Mark /\nEin Halbjahr 4 Mark / Einzelheft 1 Mark\nSonderausgabe: Ungebrochene\nExemplare, Versendung in Rol-\nlen direkt durch die Post / Fur\nDeutschland und O esterreich-\nTJngarn: Ein Jahr 12 Mark / Ein Halb-\njahr 6 Mark / Fur das Ausland: Ein\nJahr 14 Mark / Ein Halbjahr 7 Mark\n\nP r e i s e\nstandige Ausgabe\nder friiheren Jahrgange / Voll-\nL Jahrgang\n2. Jahrgang\n3. Jahrgang\n4. Jahrgang\n5. Jahrgang\n6. Jahrgang\n1. Jahrgang\n1910/11\n1911/12\n1912/13\n1913/14\n1914/15\n1915/16\nGewohnliche\nAusgabe:\n30 Mark\n30 Mark\n30 Mark\nvergriffen\n20 Mark\n20 Mark\n10 Mark\nSonder-\nausgabe:\nvergriffen\n40 Mark\n30 Mark\n30 Mark\n20 Mark\n1916/17\nEinzelhefte, soweit vorhanden, erster bis\nsiebenter Jahrgang ie 1 Mark\n\nBficher aus dem Verlag Der Sturm\nPeter Baum\nSchiitzengrabenverse\nGebunden 3 Mark\nHermann Essig\nDer Frauenmut / Lustspiel\nliberie ufel / Tragodie\nIhr still es Gluck / Drama\nEin Taubenschlag / Lustspiel\nNapoleons A u f s t i e g I Tragodie\nJedes Buch 2 Mark\nDer Wetterfrosch / Erzahlnng\nGeheftet 2 Mark 50 Pfennig / Gebunden 4 Mark\nAdolf Knoblauch\nDie schwarze Fahne / Dichtung\nGeheftet 2 Mark\nKreis des Anfangs / Fnihe Gedichte\nGeheftet 5 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nOskar Kokoschka\nMorder Hoffnung der Frauen\nDrama mit Zeichniingen\nGebunden 10 Mark (Auflage 100)\nSonderausgabe vergriffen\nPaul Sclieerbart\nGlasarchitektur / In 111 Kapiteln\nGeheftet 2 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nAugust Stramm\nDu I Liebesgedichte\nGeheftet 3 Mark\nHerwarth Walden\nDas Buch der M e n s c h e n 1 i e b e\nGeheftet 3 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nGesammelte Schriften: Band I\nKnnstmaler und Kimstkritiker\nGeheftet 2 Mark\n\nWeib I Komitragodie\nQcheftet 3 Mark / Sonderausgab© 50 Mark\nSturm-Bticher I: August Stramm: Sancta\nSusanna / II: August Stramm: Rudi-\nmentar / III: Mynona: Fur Hunde und\nandere Menschen / IV: August Stramm:\nDie Haidebraut / V. August Stramm: Er-\nwactien / VI: Aage von KoM: Die Hange-\nmatte des Riuge / VII: Adolf Behne: Zur\nlieu en Kunst / VIII: August Stramm:\nKrafte / IX: Aage von KoM: Die rote\nSonne / X: Aage voa Kohl: Der tierische\nAugenblick / XI: August Stramm: Ge-\nschehen: / XII: August Stramm: Die Un-\nfruchtbaren / XIII: Peter Baum: Kylaad /\nXIV: Lothar Sdareyer: Jungfrau\nJedes Stiirmbach 60 Pfennig\n\nMustk\nHerwarth Wsldea\nGesammelte Tonwerke\nEntbietung / Werk 92\nDichtung von Richard Dehmel\nFiir Gesang und Klavier / 2 Mark\nZehn Dafnislleder / Werk 11\nZu Gedichten von Arno Holz\nFiir Gesang und Klavier I 3 Mark\nDie Judentochter / Werk 17\nFarbige Umschlagzeichnung von Oskar Kokoschka\nFiir Gesang und Klavier / 1 Mark\nSchwertertanz / Werk 18\nFiir Klavier / 4 Mark\nDer Sturm / Heeresmarsch / Werk 21\nFiir Klavier / 1 Mark\nTanz der Tone / Werk 23\nFiir Klavier / 3 Mark\n\nMappen und Alfeen / Verlag Dcr Sturm\nHeemskerck-Mappe: Sechs handgedruckte\nund einzeln unterschriebene Holzschnitte /\nAuflage 30 Mappen\nMappe le efnhundett Mark\nKandinsky-Album / Schrift des Kiinstlers\nliber sich selbst mit sechzig ganzseitigen\nAbbildungen seiner Werke von 1901 bis\n1913\nAlbum 10 Mark\nOskar Kokosckka: Mappe mit 20 Blatt\nZeichnungen in Strichatzung\nAuf Kaiserlich Japanpapier 30 Mark\nAuf Costakarton 20 Mark\nOskar Kokoschka: Menschenkopfe\nMappe mit 15 Zeichnungen auf Japan-\npapier in Strichatzung: Adolf Loos / Her-\nwarth Walden / Richard Dehmel / Paul\nScheerbart / Alfred Kerr / Yvette Guil-\nbert I Karl Kraus / Hermann Essig / Rudolf\nBlumner / Adolf Knoblauch / Mechthild\nLichnowsky / Nell Walden / Max Berg /\nGertrud Eysoldt / Claire Waldoff\nMappe 40 Mark\n\nJede Karte 20 Pfennig\nNacb Gemalden, Zeichnungen und\nwerken folgender Kiinstler:\nAlexander Archipenko 4\nRudolf Bauer 1\nVincenc Benes 1\nUmberto Boccioni 2\nCampendonk 2\nMarc Chagall 7\nRobert Dulaunay 1\nFernand Leger 2\nAugust Macke 1\nFranz Marc 3\nCarl Mense 1\nJean Metzinger 1\nGeorg Muche 1\nGabriele Miinter 1\n\nAlbert Glcizes 2\nJaeobavan Heemskerck 3\nS. HjertSn-Griinewald 1\nAlexei von Jawlensky 2\nKandinsky 3\nPaul Klee 1\nOskar Kokoschka 2\nOtakar Kubin 1\nNtgerplastik 1\nQeorg Schrimpf I\nQino Severlni A\nFritz Stuckenberg 1\nArnold Topp i\nMaria Uhden 1\nNell Walden 1\nMarianne von Wcrtfkia 2\n\nSturm-Ausstellungskataloge\nMit Abbildungen\nMarc Chagall\nAlexander Archipenfeo\nDer Blaue Reiter\nKandinsky\nGino Severim\nSkupina\nJe 50 Pfennig\nDie Futuristem\n60 Plennig\nFranz Marc (\n1 Mark\nErster .Deutscher Herbstsalon 1913\nMit 50 Abbildungen in Kupfertiefdruek\n2 Mark\n\nKimstdracke aus dem Verlag Der Sturm,\nAul Japan- und Buttenpapier\njeder Kunstdruck 5 Mark\nMarc Chagall: Interieur / Der Jtide / Der\nGeigenspieler / Die Schwangere / Essender\nBauer\nPan! Klee: Kriegerischer Stamm\nOskar Kokoschka Menschenkjopfe:\n1 Adolf Loos I 2 Herwarth Walden / 3 Kari\nKraus / 4 Richard Dehmel / 5 Paul Scheer-\nbart / 6 Yvette Guilbert\nOskar Kokoschka: Tierbilder\nLyonel Feininger: Klein Schmidthausen /\nMark Wippach II\n\nStiirm-Klinstler / Lichthildkarten\nJede Karte 20 Pfennig\nI. August Stramm\nII. Herwarth ,Walden\nIII. Jacoba van\nHeemskerck\nIV. Kandinsky\nV. Rudolf Bliimner\nVI. Campendonk\nVII. Peter Baum\nVIII. Hermann Essig\nIX. Oskar Kokoschka\nX. Adolf Knoblauch\nXI. Paul Klee\nXII. Qabriele Miinter\nXIII. Rudolf Bauer\n\nHanddracke\nOskar Kokosclika: P1 a k a t fiir die Zeit-\nschrift der Sturm / Origmallithographie\nAbzug 30 Mark\n\nStmro-Embande\nAuf Japanpapier handgemalt von\nGeorg Schrimpf fur alle Ausgaben\ndes Verlags Der Sturm\nEfnband fiir Biicher: 20 Mark\nEinband fiir Noten und fiir den Jahrgang der Mo-\nnatsschrift Der Sturm: 30 Mark"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "112", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171015-01.1.16", "texte": "Dresden: Freitag 5. Oktober\nHamburg / Musikhalle: 22. Oktober\n\nDer Sturm\nSiandige Ausstellungen\nBerlin / Polsdamer Strafje 134a\nGeoff net taglick von 10—6 Uhr / Sonntags\nton 11—2 Uhr\nTageskarte 1 Mark / Jahrcskarte 6 Mark\nMonatlicher Wechsel\nSechsundfiinfzigste Ausstellung\nMarc Chagall\nSiebenundfiinfzigste Ausstellung\nRudolf Bauer\nErdffnung: Sonntag, den 4. November\nSturm-Ausstellungen\nFrankfurt am Main\nStnrm-Gesamtschau\nKaiserstraBe 1\nM. Goldschrriidt & Co\nHamburg\nSturm-Sonderschau\n15. Oktober bis 15. November\nFrankfurt am Main\nJacoba van Heemskerck\n15. Oktober bis 15. November\n\nDER STURM\nTertritt folgende Kiinstler atisschlieSlich\nund verfiigt iiber ihre Werke (Gcmalde /\nGraphik / Holzschnittc / Handdrucke) zum\nVerkauf und zu Ausstellungen in der gan-\nzen Welt:\nRudolf Bauer / Campendonk / Marc Cha-\ngall I Jacoba van Heemskerck / Kandinsky /\nFranz Marc / Georg Muchc / Gabriclc\nMiinter / Fritz Stuckcnbcrg / Nell Walden\nDER STURM\nvertritt iiir Deutschland lolgende Kiinstler\nund verfiigt iiber ihre Werke zum Verkauf\nund fiir Ausstellungen:\nGosta Adrian - Nilsson / Albert - Bloch /\nAlexander Archipenko / Fritz Baumann /\nVincenc Benes / Umberto Boccioni / Carlo\nD. Carra / Max Ernst / Lyonel Feininger /\nEmil Filla / Albert Gleizes / Otto Gut-\nfreund / Oswald Herzog / Sigrid Hjerten\nGriinewald / Isaac Griinewald / Johannes\nItten I Alexei von Jawlenski / Paul Klee /\nOskar Kokoschka / Otakar Kubin / Fernand\nL6ger / Carl Mense / Jean Metzinger /\nFrancis Picabia / Georg Schrimpf / Gino\nSeverini / Arnold Topp / Maria Uhden /\nMarianne von Wereikin\n\nKunstschule Der Sturm\nLeitung : Herwarth Walden\nZweites Jahr\nUnterricht imd Ausbildung in der\nexpressionistischen Kunst\nBiihne / Scliauspielerei / Vortragskunst /\nMalerei / Dichtung / Musik\nLehrer der Kunstschule Der Sturm\nRudoll Bauer\nRudolf Bliiiimer\nCampendonk\nJacoba van Keemskerck\nPaul Klee\nGeorg Muche\nGabriele M(inter\nLothar Schreyer\nHerwarth Walden\nSprechstunden der Leitung der Kunstschule Der\nSturm: Dienstag, iMittwoch, Freitag, Sonnabend\n4—5 I Das Sekretariat ist taglich von 10—6 ?e-\n•ffnet\n\n©ffentliche Vortrage\nJede Vortragsreihe 5 Mark\nLothar Schreyer: Der Expressionismus\nSonntags 11—12: 7. und 21. Oktober / 4. und\n18. November /' 2. Dezember\nLothar Schreyer: Das Biihnenkunstwerk\nDienstags 6—7: 9. und 23. Oktober / 6. und 20.\nNovember / 4. Dezember\nDie Vortrage finden in der Kunstschule Der Sturm\nstatt\nHorerkarte fur den einzelnen Vortrag: Mark 1,50\n\nSiurm - Kunsiabende\nVerein iiir Kuast / Vicrzehntes Jahr\nIn der Kunstausstellung Der Sturm / Berlin\nJcden Mittwoch / Beginn aller Abcnde:\n%8 Uhr\nMittwoch, den 17. Oktober\nDichtungen der Sturm-Kiinstler\nVortragender: Rudoli Bliimner\nMittwocjh den 24. Oktober\nDichtungen der Sturm-Kiinstler\nVortragender: Rudolf Bliimner\nMittwoch den 31. Oktober\nDichtungen der Sturm-Kiinstler\nVortragender: Rudolf Bliimner\nMittwoch den 7. November\nDichtungen der Sturm-Kiinstler\nVortragender: Rudolf Bliimner\nMittwoch den 14. November\nDichtungen der Sturm-Kiinstler\nVortragender: Rudolf Bliimner\nKarten zu 3, 2, 1 Mark im Vorverkauf tind an der\nAbendkasse\n\nVerein Siurmbiihne\nVorsitzender: Dr. John Schikowski\nGeschaftsstelle: Charlottenburg / ScharrenstraBe 11\nAufruf und Satzungen kostenlos\n\nKunstbuchhandlung\nDer Sturm\nPotsdamcr Strafie 138 a\nFernruf Lutzow 4443\nhat gute und seltenc Biicher und Noten\nvorratig und nimmt Bestellungen entgegen\n\nNeuanzeigen Der Sturm\nKunstdrucke\nAuf Japanpapier / Blatt 5 Mark\nMarc Chagall\nDer Jude\nDer Geigenspieler\nDie Schwangere\nEssender Bauer\nLyon el Fekiinger\nKlein Schmidhausen\nMark Wippach II\nUmberto Boccioni\n; f''\nAbschied\nDie Abfahrenden »\nDie Zuriickbleibenden\nRudolf Bauer\nSchwarz-WeiB-Komposition 14\nHerwarth Walden: Emblick in Kunst\nMit vierundsechzig Abbildungen nach Ge-\nmaiden der Sturm-Kiinstler\n4 Mark 50 Pfennig\nSturm-Kiinstler / Lichtbildkarten\nJede Karfe 20 Pfennig\nXIII: Rudolf Bauer\nSturm-Bilderbiicher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nI: Marc Chagall\n3 Mark 50 Pfennig\nII; Alexander Archipenko\n3 Mark 50 Pfennig\nFranz Richard Behrens\nBlutbliite / Gedichte\n3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte\n3 Mark / Qebunden 4 Mark 50 Pfennig\nHerwarth Walden\nEntbietung\nFur Gesang und Klavier\nDichtung von Richard Dehmel\n2 Mark\n\nAnzeigen werden nicht aufgenommen\nAusfiihrliche Verzcichnissc\ndes Verlags Der Sturm kosten-\n1 o s Verlag Der Sturm"}]}