{"numero_id": "bm-bmtnabg-1917-12-15-01", "volume": "bmtnabg_1917-12-15_01", "ocr_sha256": "0f219eaf2ae655339db20b1096b90e56380de6e94be31c395827b48439449896", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1917/12/15_01/bmtnabg_1917-12-15_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1917/12/15_01/bmtnabg_1917-12-15_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1917-12-15-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-12-15_01#c001", "volume": "bmtnabg_1917-12-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt:", "titre_sommaire": "Inhalt:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.1", "debut_caractere": 366, "fin_caractere_exclue": 592, "texte": "Inhalt:\nHerwarth Waiden: Sünde / Kinner tob Dresler: Das Meer / D. 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Eine Lerche jubelt zu spät am\nAbend,\nDie Tochter\nEine Lerche jubelt zu früh am Abend,\nDer Vater\nFrüher Abend\nDie Tochter\nSpäter Jubel\nDer Vater\nGeh\nDie Tochter küfet den Vater auf beide Augen\nDer Vater reißt sie an sich\nGeh\n/\nDie Mutter\nStets steckt das Mädchen bei Dir\nDer Vater\nDu mußt immer arbeiten k\nDie Mutter\nDein neues Kleid ist fertig\nDie Tochter\nIst es nicht zu spät Mutter\nDer Vater\nMir scheint es zu spät zu sein\nDie Mutter\nUnd morgen ist es Dir wieder zu früh\nDie Tochter\nNie ist es mir zu früh\nDie Mutter\nDu gehst. Dein Kleid ist zu einfach. Den tiefen Ausschnitt\nhabe ich angeordnet. Du bist kein Kind und keine alte\nJungfer\nDie Tochter\nDie Herren sollen nicht hinsehen, Vater\nDie Mutter\nDas versteht Dein Vater nicht\nDer Vater\nGeh Kind. Die Mutter meint es gut mit uns\nDie Mutter • !\" :f P |:m|\nMein Wort gilt. Geh\nDie Tochter geht die Augen zum Vater geöffnet hinaus\nDie Mutter\nMit uns, Gut mit uns, Ist sie Deine Frau\nDer Vater\nDu bist eifersüchtig. Auf Deine Tochter. Ich habe Dich\nnie betrogen.\nDie Mutter\nMein Haar ist grau. Ilse list zu alt für die Mutter, zu jung\nfür den Vater. Wir müssen sie verheiraten.\nDer Vater\nNie\nDie Mutter\nWas soll das heißen. Sie ist reif zur Ehe,\nDer Vater\nLaß ihr \"das Sehnen\nDie Mutter\nIch gebe ihr das Ziel\nDer Vater\nDas Sehnen ist ziellos\nDie Mutter\nDu willst sie für Dich, Du wlillst vergöttert werden\nDer Vater\nIch liebe Dich, im Abglanz unsres grauen Haars.\nDie Mutter\nDie Liebe ist ergraut. Du, suchst die Jugend\nDer Vater\nDeine Jugend ist sie mir.\nDie Mutter\nUnd was bin ich\nDer Vater\nWir wandern, Tagab, Nachtauf,\nDie Mutter\nNachtab. Tagab, Mein bist Du. In Dir welkt meine\nJugend, Du darfst nicht blühen,\nDer Vater\nDu hast sie mir gegeben.\nDie Mutter\nSie gehört dem Mann, Wie ich dem Mann gehörte.\nDer Vater\nLaß ihr das Sehnen,\nDie Mutter\nSo standst Du vor mir. So drängtest Du Dich in mich. S©\nzwangst Du mich in das Ziel, das ich nicht suchte.\nDer Vater\nDeine Liebe suchte mich, Keine Mutter wies Dir den\nschmalen Pfad zu mir.\nDie Mutter\nMütter sind klug. Ich liebte das Sehnen, Ich sehnte die Lie-\nbe, Von vielen Pfaden führte mich meine Mutter zu Dir,\nDer Vater\nDu hast mich nicht allein geliebt\nDie Mutter\nDu hast mich. Mich gehabt. Mich allein gehabt. Du allein\nhast mich. Mein Fühlen habe ich Dir beschnitten. Es schleift\nweit hinter mir.\nDer Vater\nNie wollte ich Gewalt antun. Warum hast Du einst nicht mit\nmir gesprochen. Ich liebe Dich, Ich liebte Dich, Deine\nLippen öffneten sich, rundeten sich mir entgegen, Ich\nküßte Deinen Mund wie nun.\nDie Mutter\nDeine Lippen segnen. Ich will keinen Gott neben mir.\nDer Vater\nDeine Lippen sind geschlossen. Glaube mir, ich liebe Dich,\nDie Mutter '\nDu glaubst es. Aber ich liebe Dich, Dein Fühlen kreist.\nBist Du mit der Arbeit fertig.\nDer Vater\nWir wollen Musik hören"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "131", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3341, "texte": "Die Mutter\nWir haben Besuch\nDer Vater\nWieder der Doktor\nDie Mlutter\nMorgen wird er um Ilse anhalten\nDer Vater\nSie hat mir nie etwas gesagt.\nDie Mutter\nMenschen scheuen sich vor Göttern\nDer Vater\nIch bin ihr nicht Gott\nDie Mutter ,\nWas bist Du ihr\nDer Vater\nLiebt sie ihn denn\nDie Mutter\nJa\nDer Vater\nUnmöglich\nDie Mutter\nSie ist kein Kind, Sie ist eine Jungfrau,\nDer Vater\nUnmöglich. Sie kann ihn nicht lieben\nDie Mutter j\nDas verstehst Du nicht, Du bist zu alt\nDer Vater\nBin ich zu alt\nDie Mutter\nAlt bist Du. Sonst hast Du nichts gegen den Doktor einzu-\nwenden\nler Vater\nEr ist ein Mann, Glaubst Du, daß er sie schon geküßt hat\nDie Mutter\nWarum droht Deine Stimme, Du bist alt. Sie ist eine Jung-\nfrau\nDer Vater\nUnmöglich, Sie, die Männer fürchtet\nDie Mutter\nFurcht ist Hoffnung. Sonst bist Du einverstanden\nDer Vater\nAlt bin ich\nDie Mutter\nMan muß es lernen, Deshalb soll die Jugend aus dem Hause\nDer Vater\nOpfre die Jugend nicht, Opfre sie nicht dem Alter\nDie Mutter\nDas Alter hat seine Jugend geopfert\nDie Tochter\nIch habe das Kleid gleich anbehalten Mutter,\nDie Mutter\nLaß sehen. Nimm die Arme herunter. Du sollst nicht im-\nmer die Hände falten. Das sieht unschön aus\nDie Tochter\nDas Kleid ist so kurz Mutter\nDie Mutter\nDas bildest Du Dir nur ein. Die Zeit verlangt es. Man darf\nnicht auffallen\nDer Vater\nDas alte Kleid stand Dir besser\nDie Mutter\nWie ein Schulmädchen sah sie darin aus. Ohne Figur. Ohne\nHals, Wozu hat ein Mädchen einen schönen Hals\nDie Tochter\nDie Herren sollen nicht hinsehen, Mutter\nDie Mutter\nSchäme Dich, eine so unreine Phantasie zu haben, Schön-\nheit ist eine Gabe Gottes\nDer Vater\nDas Leben sieht, mein armes Kind\nDie Mutter -\nMach sie nicht dümmer, als sie schon ist. Du kannst doch\nnicht ewig Schulmädchen sein\nDie Tochter\nIch will mich umziehen Mutter\nDie Mutter\nHeute kommt Besuch, Der Doktor, Du behältst das Kleid\nan. Und steck Dir das Haar hoch, Es ist zu albern, daß Du\nden ganzen Tag mit Zöpfen herumrennst\nDie Tochter\nDie Kämme tun mir weh Mutter\nDie Mutter\nAn so etwas muß man sich gewöhnen, man älter\nwird. Alles ist Gewohnheit, Nachher tut es nicht mehr weh\nDer Vater\nWarum soll sie sich quälen\nDie Mutter\nMan muß sich üben, Ist man alt, ist es zu spät, Außerdem\nverderben die Zöpfe das Kleid\nDer Vater\nHart ist das Alter der Jugend, Härter die Jugend des Alter»\nDie Mutter\nIhr redet und redet und der Tisch ist nicht fertig. In einer\nhalben Stunde sind wir nicht mehr' allein\nDer Vater\nNie mehr allein\nDie Mutter hinter der Tür\nHolen Sie drei Flaschen Wein herauf. Von dem weißen\nBordeaux\nDer Vater\nHeute wird Wein getrunken\nDie Tochter\nIch trinke keinen Wein Vater\nDer Vater\nHeute beginnt das neue Leben\nDie Tochter\nWelches Leben Vater\nDer Vater\nHeute hast Du das neue Kleid an\nDie Tochter\nIch mag es nicht Vater\nDer Vater\nHeute steckst Du das Haar auf\nDie Tochter\nVater\nDer Vater\nHeute kommt Besuch\nDie Tochter\nVater Vater\nDer Vater\nHeute springen wir in den süßen Rausch des Lebens\nDie Tochter\nNie werde ich einen Tropfen trinken Vater\nDer Vater\nDie Mutter will es. Das Leben will es. Das Alter will es.\n0 süßer Rausch des süßen Lebens, Du willst es.\nDie Tochter\nNie Vater\nDer Vater\nDu bist mir treu\nDie Tochter kniet\nDer Vater\nDas neue Kleid wird schmutzig\nDie Tochter\nVater, was habe ich Dir getan\nDer Vater\nDu bist mir treu. Bist Du mir treu\nDie Tochter\nVater mein, der Du bist mein Himmel"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "132", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3438, "texte": "Der Vater\nDem Alter gehört der Himmel. Ich kann einen ausgezeich-\nneten Engel abgeben\nDie Tochter\nWillst Du mich töten Vater\nDer Vater\nEngel segnen. Ich kann ausgezeichnet segnen\nDie Tochter\nSensen sind Deine Worte Vater\nDer Vater\nDer Vater und der Sohn\nDie Tochter\nIch liebe Dich Vater\nDer Vater ?\nLiebst Du\nDie Tochter\nIch liebe\nDer Vater\nLiebst Du mich\nDie Tochter\nIch liebe Dich\nDer Vater\nGlaubst Du\nDie Tochter\nIch glaube\nDer Vater\nGlaubst Du mich\nDie Tochter\nIch glaube Dich\nDer Vater\nHoffst Du\nDie T ochter schweigt\nDer Vater\nHoffst Du\nDie Tochter ganz leise\nIch liebe\nDer Vater ,\nDer Sohn wird meine Tochter heimführen, Aus meinem\nHeim führen. In die Heimat. Meine Tochter wird Vater\nund Mutter verlassen. Die Mutter hat den Vater und der\nVater die Mutter. Alte Leute können allein sein\nDie Tochter\nIch werde Dich nie verlassen Vater\n©er Vaters\nAlte Leute müssen getröstet werden. Die Tochter küßt\nStirn und der Sohn die Hand\n©i e Tochter\nWelcher Sohn Vater\nDer Vater\nDer Deinen Mund küßt\nDie Tochter\nNie habe ich einen Mann geküßt\nB er Vater\nOder der Dich küßt. Der Unterschied ist nicht erheblich\nDie Tochter\nDu bist furchtbar Vater\nDer Vater\nIch bin alt. Ich bin bescheiden, Ich werde mich bescheiden,\nDu Jungfrau mit den Zöpfen\nDie Tochter faßt beide Hände des Vaters\nDu glaubst mir nicht Vater, Ich schwöre Dir bei meiner\nSeele, bei Deiner Seele Deines Kindes\nDer Vater\nDem Vater gehört die Seele. Eine ausgezeichnete Ein-\nrichtung, die Seele. Schon daß man bei ihr schwören kann\nDie Tochter steht dicht vor ihm\nHier bin ich Vater. Dein bin ich Vater. Nimm mich\nDer Vater\nGeh ; i\nDie Tochter\ni •\nNie habe ich einen Mann geküfet. Nimm mich.\nDer Vater\nGlaubst Du\nDie Tochter\nIch glaube\nDer Vater\nLiebst Du\nDie Tochter\nIch liebe\nDer Vater\nMich, Liebst Du mich\nDie Tochter umschlingt ihn und küßt ihn tief und lange mit-\nten auf den Mund\nDer Vater löst sich sanft von ihr\nDer Vater\nNun geh in Deine Jugend mein Kind\nDie Tochter\nDir bleibe ich. Immer bleibe ich Dir, Treu bleibe ich Dfr\nDer Vater,\nDie Treue ist nicht die Liebe. Liebe tötet Treue, Nun bift\nich alt. In mir glänzt der Stern, den sie Sünde nennen. Ver-\ngib mir.\nDer Vater fällt vor ihr auf die Knie\nDie Tochter\nWas tust Du, mein Vater, immer sind Dir meine Hände ge-\nfaltet\nDer Vater\nIch bin ein Mensch. Du Liebe meiner Liebe, Vergib mir.\nDie Tochter\nDaß ich Dich schauen dürfte. Daß meine Lippem Dir röter\nblühten\nDer Vater\nEine Lerche jubelt mir spat am Abend, Geh in «Ke Frille,\nGib Dir das Ziel\nDie Tochter\nIch hoffe, denn ich liebe\nDer Vater\nIm Himmel sind alle Menschen gleich. Gel\nDie Tochter\nEinmal habe ich gelebt im Paradiese\nDer Vater küßt sie auf die Stirn, sehr sanft\nGeh\nDie Tochter\nAber treu darf ich Dir sein Vater\nDer Vater*\nTreu darfst Du mir sein, denn die Treue ist nicht die Liebe,\ndie sie Sünde nennen.\nDie Tochter\nIch habe das Wunder gelitten, das sie Liebe nennen.\nDer Vater\nNun bist Du stark, stark genug die Liebe zu leiden, die sie\nWunder nennen. Es liebt nur, wer geliebt hat.\nDie Tochter\nMeine Augen träumen Deine Tage\nDer Vater\nGeh\nDie Mutter\nJetzt wird er gleich kommen. Was ist mit Deinem Kleid ge-\nschehen\nDie Tochter\nIch bin gefallen Mutter\nDer Vater;\nIch bin zu alt. Ich habe sie fallen lassen, Nimm sie in\nDeine Hand. Dann ist sie gut aufgehoben\nDie Mutter\nDer Doktor wird morgen um Deine Hand anhalten. 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Ist\ndas auch das Meer?\nMutter:\nJa das sind die Wellen, die an die Felsen schlagen: die\nBrandung.\nKind:\nDas Meer ist doch anders.\nMutter:\nWie denn mein Kind?\nKind;\nMutter, wenn ich jetzt hineinfalle, sterbe ich dann?\nMutter:\nDann ertrinkst du wie Vater.\nKind:\nMutter, das Meer ist so schön, wie ein Christbaum. — Im-\nmer möchte ich darauf gehen.\nKind legt sich ins Bett, die Mutter auch\nMutter:\nSchlaf jetzt.\nSie löscht das Licht. Wolken jagen vor dem Fenster, durch das\nein Mondstrahl fällt.\nKind leise:\nJa\nnach einer Weile:\nIch träume immer vom Meer, Mutter\nMutter:\nDu sollst schlafen.\nKind:\nImmer kommt eine große, weiße Möve ans Fenster und\nschreit.\nMutter:\nDie beißt dich nicht. Schlaf endlich.\nKind: - 1\nWer ist eigentlich Hanne Trud?\nMutter;\nSie ist verrückt. Kümmere dich nicht um sie.\nKind:\nHanne Trud schenkte mir heute nachmittag schöne, buute\nMuscheln,\nMutter:\nSchlaf jetzt. Morgen gehen wir zu Hanne Trud, da kannst\ndu mit ihr spielen,\nKind:\nGute Nacht Mutter. Das Meer\nEs klopft leise ans Fenster,\nKind schreit auf:\nDie Möve, die Möve,\nMutter:\nUnsinn, wirst du jetzt schlafen.\nNach einer Weile klopft es wieder\nEine Stimme:\nLeise;\nMach auf:\nMutter leise:\nBist du's? '\nStimme :\nMach auf,\nMutter:\nGleich\nSie geht zur Tür, öffnet still, der Fischer kommt herein, gibt ihr\ndie Hand %\nDer Fischer:\nDu\nMutter:\nDu kommst zu mir\nFischer:\nZu dir,\nMutter:\nDu\nFischer:\n— Du —\nZieht sie an sich\n0 — du.\nKuß\nMutt e r zum Lager ziehend:\nKomm\nFischer:\nLieb, du\nSteigen ins Bett\nKind: ?\nVater das Meer,\nFischer:\nStill, das Kind.\nMutter;\nDas hört nicht, komm, Presse mich fest,\nLeises Küssen, Stöhnen\nDas Kind steht plötzlich auf, schleicht zur Tür ängstlich nach der\nMutter spähend, öffnet leise die Tür, die halb offen geblieben\nwar, und schlüpft hinaus.\nKind:\nHanne Trud!\nEin Windstoß fährt zur Tür hinein, wirft sie zu und schlägt an\ndie Fenster\nMutter halb nüchtern:\nDu —\nIn den Klippen vor Truds Hütte\nNacht\nTrud:\nHörst du den Wind?\nKind:\nJa."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "136", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2469, "texte": "Trud:\nHörst du die Wellen?\nKind:\nJ a,\nTrud:\nSiehst du den Schaum?\nKind:\nJ a,\nTrud:\nUnd die Tiefe?\nKind:\nJa,\nTrud:\nDer Fels dort ist mein Bruder\nFührt das Kind an den Felsenrand\nKind\nIch habe Hunger, Trud ich bin müde,\nTrud:\nKomm in die Hütte, dort ist ein Bettchen aus weichem\nSeegras,\nKind:\nNein, Ist dein Vater auch ertrunken?\nTrud:\nMir wurde es erzählt und sie schlugen mich,\nKind:\nDer war auch ein Fischer und kam jede Nacht zur Mutter?\nT r u d:\nDu fühltest die Einsamkeit und schufst dir Gesellen,\nKind:\nIch lief davon und bleibe bei dir\nNach einer Weile:\nEs singt? — Horch\nBeide lauschen gespannt auf das Brausen des Meeres und das\nSausen des Winds\nWinde:\nWandernde Wolken weichen und ziehn\nWie Schleier wehen gleiten wir hin\nRuhloses Bleiben\nKosender Gast\nZitterndes Reiben\nSchlaflose Rast.\nKind ängstlich:\nTrud\nT r u d:\nIch bin dir Mutter.\nWinde:\nSchwellende Segel bäumen sich auf\nSchwingende Seile tanzen darauf,\nSchwirrendes Singen\nGläsernes Klingen\nRollendes Steinen\nSchnürendes Weinen\nRasendes Rufen hinter stampfenden Hufen\nSchwehlendes Feilen über tausend Meilen\nWind wächst\nDasMeer :\nWellen wuchten\nStrudel tromben\nNadeln spritzen\nGeißeln gischen\nSpühlen wischen\nBohren bersten\nEbenen tragen\nBerge strahlen\nLungen lecken\nHälse würgen\nZermürbter Fels\nVerschluckter Kahn\nZerstampfter Grund\nTankgrüne Arme\nHolet heran\nii •\nZiehet hinab in den Riesenrachen\ni\nDer schlingt und schluckt,\nKind in Angst:\nIch träume meine Mutter\nTrud:\nWir leben mein Kind\nWinde;\nWildes Laufen\nWirres Raufen\nWelten reiben\nMeere treiben\nWirbel fegen plätschern Regen\nNächte werfen türmen stürmen stemmen klemmen Wachsen\nDrohen\nUebergroß\nFieberwimmern in schwülen Zimmern\nFauchendes Fahren\nKreiseigebahren\nOrgelndes Pfeifen rasender Reifen\nKnisterndes Knacken splitternder Zapken\nDasM e e r :\nGrimmer Krach\nWolkendach\nHell zerbricfit Sonnenlicht\nPeitschenknall\nPlumper Fall\nRatterndes Ritzen\nBäumen und Wogen unten und oben\nRauschen und Wühlen in schaumvollen Pfühlen\nBeitzendes Brennen\nIrrrasendes Rennen\nStoß\nBeben\nZittern\nSchaukelfloß\nJagender Sturm\nJörn:\nTrud! ?\nTrud erschrickt\nJörn:\nTrud, Trud! * <\nMeerkind\nSturmtochter 1\nHörst du Trud!\nTrud böse:\nStöre es nicht. Es schläft,\nJörn:\nEin Kind?\nTrud:\nMein ist es.\nJörn:\nDas weggelaufene\nTrud:\nStill\nJörn:\nDas Meer ist laut.\nTrud lacht:\nDas Meer,\nJörn reißt das Kind aus ihrem Schoß:\nIch bin Jörn,\nDas Kind schreit\nTrud:\nLaß los,\nJörn umfängt:\nTrud — ich halte dich fest,\nTrud wehrt sich,\nJörn reißt sie an den Haaren und Keidern"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2101, "texte": "Jörn;\nEinen Kuß gib her, gib.\nTrud:\nDas Meer wird dich zerreißen,\nJörn lacht:\n— das Meer.\nJörn schlägt\nDa\nKind wirft sich weinend über Trud\nJörn:\nIch liebe dich.\nTrud:\nIch hasse dich.\nJ örn:\nIch werde dich mit Netzen fangen,\nTrud:\nMich?\nJörn voll Wut:\nUnd dann werfe ich dich in die Klippen — du!\nHeih — ho\nSich umdrehend\nIch komme wieder!\nTrud und das Kind starren ihm nach.\nWinde :\nGlattes gründen\nEcken runden\nWerke stören\nSinne tören\nOrdnung wühlen\nHitze kühlen\nMeer:\nMuskel die streben\nFinger die fegen\nWinde :\nSchultern die stürzen\nMesser die kürzen\nMeer:\nZentner die lasten\nLichter die hasten\nWinde:\nQuetschen und mahlen\nKanten die schlagen\nMeer:\nSehnen die reißen\nMäuler die beißen\nWind:\nKrallen die fetzen\nFlanken die hetzen\nMeer:\nGroßes Biegen\nWeltenwiegen\nTrud zur Hütte,\nKind:\nWas war das?\nTrud:\nIch\nDas Fischerdorf\nNacht Fackeln Wind\nMutter:\nIch suche.\nJörn lacht,\nMutter:\nIch finde nicht\nJörn lacht.\nMutter:\nEs ist verloren\nFischer:\nWieviele laufen fort und kommen nicht wieder.\nMutter:\nAngst\nFischer:\nRuhig, ruhig\nJörn lacht.\nEine Frau kommt\nMutter:\nEs ertrinkt mein Kind,\nFrau:\nDann bist du allein\nFischer:\nRuhig, ruhig.\nJörn lacht\nMu 11 er zu Jörn:\nDu\nFischer:\nVersuchs\nJörn:\nIch lache\nMutter:\ny H\nEr lacht\nFrau: -\nSeht diesen da\nFischer:\nUnsern Schmerz versteht er nicht.\nFrauen furchtsam:\nWenn Trud bös ist\nJörn:\nIch hole es,\nFischer:\nWir nehmen eine Axt mit,\nJörn:\nIch geh allein und bring das Kind,\nDrohend\nHüte dich Trud!\nFischer:\nLaß die Hände von Trud.\nJ ö r n in Wut:\nIch gehe stehle ihr das Kind und sie (macht das Zei-\nchen des Halsabschneidens) — Ich brings euch Mutter, Ich\nbrings,\nTruds Hütte\nEin Möve sitzt auf dem Herd, ein Feuer brennt\nRauschen des Meeres\nDas Kind spielt mit Muscheln\nMöve:\nFeuer du singst\nDas Nest\nDie Sonne\nDas lichte Meer\nFeuer du flüsterst\nDie Welle\nDen Blick\nDen endlosen Raum\nFeuer du sinnst\nDen Grund\nDen Schlund\nDie Stille\nDen Dom\nFeuer:\nIch kam vom Berge zum Meere herab.\nIch stieg aus dem Grab der tiefen Erde\nUnd gab ihm die Hand >|\nWir schufen und stürzten\nWir bauten und störten\nMöve:\n- Krai\nFeuer: '\nMöve du wärmst dich an meinen Schein,"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2673, "texte": "M ö v e: :'\nDoch versteh ich dich jetzt\nFeuer:\nSiehst du das Kind?\nM ö v e:\nMeerkind ist es,\nFeuer:\nDu warst bei ihm.\nM ö v e:\nIch schreie im Traum.\nJörn stiehlt sich herein\nJOO\no r n:\nSie hier, die Trud? — Nein\nzum Kind\nDu komm mit. Komm her\nKind rückt weg:\nIch will nicht. Nein — nein— Möve hole Trud hilf mir\nhilf mir.\nDie Möve kreischt durch die offene Tür.\nJörn:\nHalt den Mund, du;\nFaßt das Kind\nKomm mit.\nKind sträubt sich\nKind:\nNein — Nein Trud, Trud\nJörn hält ihm den Mund zu:\nDu Balg\nTrud stürzt. Die Möve kreischt.\nTrud:\nJörn! Was willst du?\nEntreißt das Kind\nJörn!\nJörn:\nDen Menschen\nTrud:\nDas Meerkind. Nein.\nWeist ihm die Tür.\nJörn fest:\nDas Kind\nDringt auf sie ein\nTrud; *\nNein,\nJörn:\nDoch.\nUeberfällt sie.\nT ru d beißt, kratzt:\nNie. ■\nTrud rafft das Kind und stürzt hinaus. Dichter Nebel schlägt\ntaumelnd\nJ ö rn:\nErbarmen!\nErbarmen!\nDas Feuer verlischt. Die Möve ist ein riesiger Schatten im Nebel.\nFelsen Sturm\nDunkle Nacht\nTrud:\nRotes Blut, rotes Blut\nKnochensplitter wirf zurück\nHieb\nUebersteigende Massen wollen uns fassen,\nzum Kind\nDich wollen sie holen die Schwachen,\nPurpur Schimmer\nMärchenglimmer\nLeises Wimmern\nLügengestöhn.\nFeuerflimmera\nGraukalter Nebel\nSchlangengewächs\nLeichentuch -\nIn der Ferne ein Nebelhorn\nFeuchter Geruch\nGlitschernder Fluch\nSchleier des Traumes\nHülle der Tiefe\nFalle hinab\nIn das nasse Grab\nFelsenzacken die dich zerschneiden\nWerden dich reiben zu Staub und Schlamm.\nWieder etwas lauter das Nebelhorn eines großen Dampfers\nKind;\nTrud\nTrud:\nHorst du den Ton\nIch biete euch Einsamkeit\nEin Bett ist hier für euch bereit so weich und weit.\nIrrsuchende Lichter ihr findet nicht\nSchlotterndes Schrauben verzerrt das Gesicht\nWankender Schlag\nTeile Ragen\nZentner Erze durchsinken die Schwärze\nQuirlen Blasen\nWände glasen\nWalzer wiegen\nTöne sterben gurgelndgrün\nZuletzt ein Schrei durch Not gehetzt\nWeckt ein Echo stumpf und platt\nSchlägt den Fels und fällt hinab\nWährenddessen hört man den angstvollen, langen Ton des Ne-\nbelhorns\nHier Steuermann\nHier fahr her. , - *\nMehr links.\nSo ist es recht.\nStarker Sturm, großes Rauschen\nSo ist es recht\nWelch ein Tanz,\nNie so lebte ich so ganz.\nKind:\nWas kommt dort heran?\nJagen, heulen, betäubender Lärm, Trud in höchster Spannung*\nZerschellen eines Schiffes. Wimmern, schreien, flimmernde Lich-\nter. Dann bedrückende Stille\nTrud aufatmend:\nSo das geschah,\nJo rn kommt gelaufen;\nIn Not Schiff Rettung (sieht Trud) Wer bist du (ängstlich)\nTrud?\nTrud sieht ihn starr mit grünen Augen an\nJörn:\nDie grünen Augen,\nschreiend:\nNot! Not!\nTrud verführend;\nDu.\nJörn:\nMädchen du\nTrud:\nGeh — (gibt ihm einen Stoß)\nJörn:\nDas Kind.\nTrud;\nNein.\nJ ö rn in Wut, hetzt sie auf dem Fels herum:\nHer damit. 1 |"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "141", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2104, "texte": "Jörn will es ihr entreißen\nKind; x '\nEr tut mir weh. ;\nT rud; • .\nV ' '\nLaß,\nJörn:\nUnd dich dazu —\nDich liebe ich —\nDie Mutter soll ihr Kind haben,\nT rud;\nIch bin das Meer. <\nJörn;\nDich liebe ich Mörderin,\nKomm, du.\nT r u d;\nWolkendach\n• »- >\nBersten und brechen\nTiefes Blut\nroter Sturz.\nEr stutzt\nWagst du es, komm,\nda nimm.\nWirft das Kind über die Felsenkante ins Meer\nJörn;\nTrudl\nTrud lacht\n*\nJörn würgt\nMord! (Jörn küßt)\nT r u d: *\nDas sind die Wellen\nBergauf, bergab '\nNacht und Tag\nBöiger Schlag!\nJ ö r n;\nTrud!\nT rud:\nJörn!\nJörn;\nSolche Liebe.\nTrud:\nSolches Leben.\nRasen\nTrud:\nDas Meer,\nreißt sich von ihm los\nDas Ende.\nJörn;\nJetzt bin ich erst.\nTrud:\nJetzt bist du zum Tode, (umarmt heiß)\nJörn bang:\nNein.\nTrud:\nKomm.\nSie rollen umschlungen zur Felskante\nJörn:\nTrud\nSie stürzen hinab.\nDasMeer:\nMenschen.\nDrei einsame hohe Kreuze am stillen, weiten, sonnigen, end-\nlosen, blauen Meer.\nErster Fischer in der Sonne am Boden liegend:\nDas war ein Sturm heute Nacht.\nZweiter Fischer:\nSeit Menschengedenken wars nicht so toll.\nErster Fischer:\nVon dem großen Dampfer soll nichts mehr zu sehen sein.\nKein Schornstein, kein Mast, Nichts. Alles verschluckt.\nZweiter Fischer:\nJa, ja das Süderriff. Da sollt man einen Leuchtturm hin-\nsetzen.\nErster Fischer:\nJörn soll bei der Rettung eines Kindes ertrunken sein. Auch\ndie Meerhexe, die oben in den Felsen wohnt, ist fort.\nZweiter Fischer:\nDie Trud, Auf einmal ist sie wieder da zu neuem Unglück,\n(fröstelt.) Schade um Jörn, er war der mutigste, beste Fi-\nscher auf der Insel, Schade,\nFischer nach einer Pause:\nHeut ist aber ein schöner Tag, (Dehnt sich.)\nZweiter Fischer:\nKommst du heut Abend zu Witwe Tieß?\nErster Fischer:\nNatürlich, da saufen wir eins und noch eins: Die kleine,\nblonde Dern kommt auch hin, zum Tanzen! Das wird lustig.\nDas wird Morgen bis wir nüchtern werden.\nZweiter Fischer (dehnt sich in der Sonne!:\nist so schön, so schön.\nErster Fischer:\nWie blau das Meer,\nZweiter Fischer;\nDas Meer? — Unsinn —\n(reißt eine kleine Gänseblume aus dem Fuß des einen Kreuzes\nund zupft die Blätter)\nLiebt — liebt nicht — liebt — liebt nicht — liebt —\nEnde."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-12-15-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-12-15_01#c008", "volume": "bmtnabg_1917-12-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "135", "page_fin": "135", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.2.4.2", "titre_corps": "Paul Klee: Zeichnungen", "titre_sommaire": "Paul Klee: Zeichnungen", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "135", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 22, "texte": "Paul Klee: Zeichnungen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-12-15-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-12-15_01#c010", "volume": "bmtnabg_1917-12-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "137", "page_fin": "137", "image_debut": 9, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.2.4.4", "titre_corps": "Paul Klee: Zeichnungen", "titre_sommaire": "Paul Klee: Zeichnungen", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 22, "texte": "Paul Klee: Zeichnungen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-12-15-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-12-15_01#c011", "volume": "bmtnabg_1917-12-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "139", "page_fin": "139", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.2.4.5", "titre_corps": "Moria Uhden: Reiter", "titre_sommaire": "Moria Uhden: Reiter", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 19, "texte": "Moria Uhden: Reiter"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-12-15-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-12-15_01#c012", "volume": "bmtnabg_1917-12-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "141", "page_fin": "142", "image_debut": 13, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.2.5", "titre_corps": "Das Prisma und Goethes Farbenlehre", "titre_sommaire": "Das Prisma und Goethes Farbenlehre", "signature_source": "S. Frièdlaender", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "141", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.13", "debut_caractere": 2106, "fin_caractere_exclue": 4330, "texte": "Das Prisma und Goethes Farbenlehre\nDr. S. Frièdlaender\n\nIm dritten Bande des Jahrbuches der Goethe-Gesellschaft\nliest man einen sehr interessanten Aufsatz von Eduard Raehl-\nmann über Goethes Farbenlehre, über das Werk also, welches\nGoethe selbst als das Hauptwerk seines Lebens erklärt hat.\nWäre der Irrtum nicht einfacher, plausibler, populärer ab\ndie Wahrheit, so hätte die Welt längst eingesehen, daß es nickt\nbloß Licht, sondern wie Goethe es lehrt: einen ungeheuren, ur-\nanfänglichen Gegensatz zwischen Licht und Finsternis gebe, und\ndaß die Farbe nicht wie Newton wähnte, und Goethe, ohne bii\nzum heutigen Tage damit Recht zu bekommen, widerlegte, alle**\naus dem Lichte, sondern aus Licht mit Finsternis zusammen her-\nrühre. Eigentlich ist es im höchsten Grade lächerlich, daß mam\netwas so Sinnen- und Sonnenklares nur deshalb nicht sehen uiiil\neinsehen will, weil man im Grunde die Finsternis für gar nicht»\nhält. Eben daher machte sich der Engländer Lewes über die Ab-\nsurdität Goethes lustig, daß er aus „Nichts\", vermischt mit Et-\nwas, aus Finsternis und Licht, die Farbe erhalten wolle — ana-\nlog einem Tonlehrer, der aus Ton und Stille den ... Ton er-\nzeugen möchte. Aermster Lewes! Er spottet seiner selbst und\nweiß nicht, wie oder wäre jemals ein Ton ertönt, ohne am wir\nderstehenden Nichttönenden zu resonieren? Und spielt dm\nPause nicht in der Musik eine so wichtige Rolle wie der Ton?\nEd. Raehlmann spricht Goethen ein herrliches Verdienst zu:\ndie Begründung der augenphysiologischen Farbentheorie, Die\nphysikalische Farbentheorie dagegen sei Newtons Domäne, und\nGoethes Anspruch darauf sei falsch. Nach Raehlmann also sieht\ndas Auge als solches die Farben ganz in Goethescher Weise;\nhingegen physikalisch objektiv gilt nach wie vor Newtons Theo-\nrie. Aber das wäre schon rein logisch ein sehr gezwungener An-\nsatz. Goethe sah die gesamte Farbenwelt von einem einzigen\nGesetze beherrscht, und die physiologischen Funktionen des Ge-\nsichts waren ihm maßgebend für die physikalischen Vorgänge,\nEin solcher Ansatz zur Allgemeingültigkeit ist nicht ohne trif-\ntigen Grund aufzugeben. Vor allem aber sollte man bevor man\nGesetze aufstellt oder einschränkt, die Phänomene mit dem\ntreuen Auge Goethes sehen lernen."}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 7032, "texte": "Die physiologischen Farben sind nun allerdings viel leichter,\nkat man sie erst einmal entdeckt, in der Theorie Goethes unter-\nzubringen als die physikalischen; und Raehlmann hat seinem Ar-\ntikel recht instruktive Bildertafeln beigegeben. Die dem Auge,\nals solchem, angehörigen „subjektiven\" Farbenphänomene sehen\nwir denn auch deutlich vom Gesetz des Kontrastes beherrscht:\nwie Licht gegen Finsternis, so kontrastiert und balanciert hier\nGelb gegen Violett; Orange gegen Blau; Rot gegen Grün. Um\ndieses Gesetz aber sollte sich objektiv die physikalische Farbe\nkeineswegs kümmern? Hier, außerhalb des Auges im engeren,\nphysiologischen Sinn sei Newton gegen Goethe im; Recht, wenn\ner die Farbe allein aus dem Licht als dessen Bewegung in be-\nstimmter Wellenlänge erkläre? — Wir werden jedoch ein Licht,\nwelches wellt, also irgendwie pendelt, hin und her schwingt,\nvibriert, auf und ab ebbt und flutet, in der Tat merkwürdig\nGoethisch finden müssen, Es ist ein Licht, welches sich selber\nOpposition macht, ein Licht, welches den uranfänglichen Gegen-\nsatz zwischen Goethes Plus- und Minuslicht unter der Maske\nseiner anscheinenden Einartigkeit verbirgt. Und wer mit diesem\nLichte, mit den Wellen dieses Lichtes rechnet, müßte mit ent-\ngegengesetzten, nicht mit gleichartigen Größen rechnen lernen;\nein Erfordernis, gegen welches die modernen Farbenlehren ver-\nstoßen. Die Rechnung mit gleichartigen Gröften ist freilich ein-\nfacher und bequemer, langt aber in der Farbentheorie nicht zu,\nGoethes Polemik richtet sich deshalb so erbittert gegen den\n~Unitarier\" des Lichtes, Newton, Goethe konzipierte das Licht,\nanalog der Elektrizität und dem Magnetismus, nicht einartig,\nsondern polar; und es gehört zur Tragikomik der Wissenschafts-\ngeschichte, daß seine Lehre von Forschern zuerst verlacht, dann\nantiquiert und ignoriert worden ist, welche doch allen Grund\nhaben sollten, gerade wellenartiges Licht nicht simpel unitarisch\naufzufassen,\nRaehlmanns schöner Aufsatz geht aber stillschweigend über\nden tödlichen Stoß hinweg, welchen Goethe, vermittelst\ndes Prismas, der Newtonschen Farbenlehre versetzt. Von\nvorn herein ist es schon amüsant, daß ein Lichtstrahl, der in eine\nfinstere Kammer dringt, rein aus sich selber, ohne die geringste\nMithilfe der Finsternis, Farben aus sich entbinden sollte. Durch\nein Prisma dringend, schlägt er sein Pfauenrad in der ihn gleich-\ngültig und wirkungslos umgebenden Finsternis?\nAber gerade an diesem Urphänomen läßt sdch der ungemeine\nUnterschied zwischen flachem und tiefem Sehen drastisch auf-\nzeigen; und nur, weil es so kinderleicht ist, flach zu sehen, sieht\ndas gelehrte wie das ungelehrte Publikum noch immer nicht, was\nGoethe mit Erstaunen wahrgenommen hat: daß das Prisma\nkeineswegs den einfachen Lichtstrahl in Farbenstrahlen zer-\nfächert; sondern daß es die Ränder des winzigen Sonnenbild-\nchens mit der umgebenden Finsternis innigst vermischt. Eine\nmechanische Vermengung von Hell und Dunkel ergibt Grau; eine\ngleichsam chemische Vermählung der Farbe, Indem das Prisma\neine Verrückung, Verschiebung, Verrenkung des optischen\nPhänomens bewirkt, verschmelzt es die Helligkeitskontraste, die\nLicht-Differenzen nicht nur grau, sondern farbig. Auch eine\nLichtwelle wäre nicht einfach Licht, sondern ein Licht-Kontrast,\neine Polarität von Stark und Schwach, Auf und Ab, Hin und\nWieder,\nNun aber das Tollste: Ein Irrtum Newtons, so bestechend\nverführerisch, so mit dem frappantesten Anscheine täuschend wie\nnur jemals die sonnenklarste Evidenz der Wahrheit, ist von\nGoethe auf den ersten genialen Blick völlig durchschaut und be-\nrichtigt worden: das ist die blendende Illusion des lückenlos zu-\nsammenhängenden prismatischen Sonnenfarbenspektrums, eine\nIllusion, der noch heutzutage fast alle gebildeten und ungebil-\ndeten Augen erliegen. Wer das Glück hat, Goethes Farbentafeln\nanschauen zu können (sie sind in der Ausgabe des Verlages\nGeorg Müller in München reproduziert), erfährt die Wonne jenes\ngenialen im Nacherlebnis und kann sein Auge daran\nerziehen. Mit einem Worte, das Prisma verwandelt Lichtkon-\nfraste in Farbenkontraste; es koloriert ein Gegenüber von Hell\nund Dunkel in ein Gegenüber von hellen (warmen) Farben (Rot-\ngelb und Gelb) und dunkeln (kalten] Farben (Violett und Blau).\nDieses sonst auffallend deutliche Gegenüber von warm- und\nkaltfarbigen Rändern rückt nun sanft und sanfter an einander\nin dem Maße wie die betrachteten Bilder kleiner werden. Das\nSonnenbildchen in der Dunkelkammer ist so winzig, daß der\nsanfte Farbenübergang evident scheint, und nur noch ein Auge\nvon Goethescher Klarheit diesen Schein wegblendet.\nMan nehme ein Prisma zur Hand und schaue bei Tageslicht\nein Fensterkreuz an. Die farbigen Ränder, einstweilen isoliert\nund durch die Fensterscheibe (am besten Milchglas) unter-\nbrochen, oben etwa gelblich, unten bläulich, rinnen, wenn man\ndas Prisma geschickt dreht und dadurch die Ränder einander\nnähert, in einer grünlichen Mitte zusammen, und man hat das\nscheinbar kontinuierliche Spektrum vor sich,\nGoethes Kampf gegen Newton ist der Kampf eines tieferen\nMonismus, der noch mit entgegengesetzten Gröben zu rechnen\nversteht, gegen einen seichteren, bequemeren, der nur gleichartig\nNüanciertes zu bewältigen vermag. Daher ist die Farbenlehre\n• f.\nGoethes fruchtbarstes, folgenschwerstes, unermeßlich vorbe-\ndeutungsvolles Werk. Der Licht- oder Farbengegensatz ist so\nwesentlich wie der magnetische, der elektrische, der sexuale,\nder akustische — wie die Differenz überhaupt.\nEs ist ein Mangel an Unterscheidungsvermögen, der den\nNewtonianer vom Goetheaner trennt. Für Jenen gibt es nur\nNüancen; dieser dagegen erkennt, daß jede Nüance einen ge-\nradezu polaren Unterschied bedeutet und vertuscht, so daß es oft\nsehr schwierig ist, diesen Schleier der Nüance zu lüften und die\nZwietracht ihrer vorgetäuschten Einfalt aufzuzeigen. Es darf\nsich in der Farbenlehre niemals um einfaches Licht, sondern\nwesentlich nur um einen Licht - Unterschied handeln. Da-\nmit aber tritt das Minus an Licht, die Finsternis, dem Plus\ngegenüber in ihr ebenbürtiges Recht. Man vergeht sich an der\nLogik, also am Erkennen, an der Intelligenz selber, an aller\nWahrheit und Einsicht, wenn man irgend ein Phönomen vor\nallem aber, wenn man eine Gradationsskala, z. B. die der Far-\nben, nur einseitig statt gegenseitig verseht, Sie bedeutet, sei es\neine Skala der Zahlen, der Menschen, der Phänomene der ein-\nzelnen Sinne, also auch der Farben, stets wesentlich einen po-\nlaren Konstrast von Plus gegen Minus, Stark gegen Schwach,\nMann gegen Weib, Welt gegen Welt, Licht gegen Finsternis*\nAuch beim Magneten entdeckte man eher die positive als die ne-\ngative, die abstoßende Anziehung. Goethe hat die negative\nGröße nicht nur, wie Raehlmann glänzend erläutert, in die\nPhysiologie der Farbe, sondern in deren gesamte Physik einge-\nführt; wie dieses einzelne berühmte Forscher, zum Beispiel Ro-\nsenbach, längst anerkannt haben,\nGoethes Farbenlehre bedeutet eine Revolution des Wissens,\nja des Lebens — und solche Revolutionen pflegen gern qualvoll\nlange verleugnet zu werden."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-12-15-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-12-15_01#c013", "volume": "bmtnabg_1917-12-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "142", "page_fin": "142", "image_debut": 14, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.2.5.1", "titre_corps": "Paul Klee: Zeichnung", "titre_sommaire": "Paul Klee: Zeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 14, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.14", "debut_caractere": 7034, "fin_caractere_exclue": 7054, "texte": "Paul Klee: Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1917-12-15-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1917-12-15_01#c014", "volume": "bmtnabg_1917-12-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "143", "page_fin": "143", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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Dezemiber\nDichtungen der Sturm-Kunstler\nVortragender: Rudolf Bliimner\nMittwoch den 2. Januar 1918\nDichtungen Herwarth Walden\nVortragender: Herwarth Walden\nMittwoch den 9. Januar 1\nDichtungen der Sturm-Kunstler\nVortragender: Rudolf Bliimtier\nMittwoch den 16. Januar\nDichtungen der Sturm-Kunstler\nVortragender: Rudolf Bliimner\nKarten zu 3, 2, 1 Mark im Vorverkauf Hid am #er'\nAbendkasse\nHannover: 15. Januar\nHamburg: 2. 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Jp «££»88 hHEIb fiHHnk\nitf«!!»«»® «Bk H *\"* - HBMQH t» |y} f^lrllllii\nflL jBjjfiffir j&ß ppgpi||| AB fiuBBft\nMONATSSCHRIFT FÜR KULTUR UND DIE KÜNSTE\nRedaktion und Verlag\nBerlin W 9 Potsdamer Straße 134 a\nHerausgeber und Schriftleiter\nHERWARTH WALDEN\nKunstausstellung\nBerlin / Potsdamer Straße 134 a\nACHTER JAHRGANG\nBERLIN DEZEMBER 1917\nNEUNTES HEFT\n\nInhalt:\nHerwarth Waiden: Sünde / Kinner tob Dresler: Das Meer / D. S. Friedlaender: Das Prisma und Goethes Farbenlehre / Georg\nMache: Marc Chagall gewidmet / Paul Klee: Zeichnungen / Maria Uhden: Holzschnitt vom Stock gedruckt\n\nGeorg Muche: Marc Chagall gewidmet"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.2", "texte": "Sünde\nEin Spiel an der Liebe\nHerwarth Walden\n\nDer Vater\nDie Mutter\nDie Tochter\nDer Vater\nLiebst Du mich\nDie Tochter\nVater\nDer Vater\nLiebst Du mich\nDie Tochter <\nDeine Augen träumen meine Tage\nDer Vater\nMeine Nächte träumen Deine Tage\nDie Tochter\nVater mein, der Du bist mein Himmel\nDer Vater\nIch bin ein Mensch, 0 Gott,\nDie Tochter\nIm Himmel, Vater, sind alle Menschen gleich\nDer Vater\nDu Auge meines Sehnens, Nun blühen Deine Lippen röter\nDie Tochter\nDie Lippen meines Sehnens\nDer Vater\nGeh, Mein Haar ist grau. Eine Lerche jubelt zu spät am\nAbend,\nDie Tochter\nEine Lerche jubelt zu früh am Abend,\nDer Vater\nFrüher Abend\nDie Tochter\nSpäter Jubel\nDer Vater\nGeh\nDie Tochter küfet den Vater auf beide Augen\nDer Vater reißt sie an sich\nGeh\n/\nDie Mutter\nStets steckt das Mädchen bei Dir\nDer Vater\nDu mußt immer arbeiten k\nDie Mutter\nDein neues Kleid ist fertig\nDie Tochter\nIst es nicht zu spät Mutter\nDer Vater\nMir scheint es zu spät zu sein\nDie Mutter\nUnd morgen ist es Dir wieder zu früh\nDie Tochter\nNie ist es mir zu früh\nDie Mutter\nDu gehst. Dein Kleid ist zu einfach. Den tiefen Ausschnitt\nhabe ich angeordnet. Du bist kein Kind und keine alte\nJungfer\nDie Tochter\nDie Herren sollen nicht hinsehen, Vater\nDie Mutter\nDas versteht Dein Vater nicht\nDer Vater\nGeh Kind. Die Mutter meint es gut mit uns\nDie Mutter • !\" :f P |:m|\nMein Wort gilt. Geh\nDie Tochter geht die Augen zum Vater geöffnet hinaus\nDie Mutter\nMit uns, Gut mit uns, Ist sie Deine Frau\nDer Vater\nDu bist eifersüchtig. Auf Deine Tochter. Ich habe Dich\nnie betrogen.\nDie Mutter\nMein Haar ist grau. Ilse list zu alt für die Mutter, zu jung\nfür den Vater. Wir müssen sie verheiraten.\nDer Vater\nNie\nDie Mutter\nWas soll das heißen. Sie ist reif zur Ehe,\nDer Vater\nLaß ihr \"das Sehnen\nDie Mutter\nIch gebe ihr das Ziel\nDer Vater\nDas Sehnen ist ziellos\nDie Mutter\nDu willst sie für Dich, Du wlillst vergöttert werden\nDer Vater\nIch liebe Dich, im Abglanz unsres grauen Haars.\nDie Mutter\nDie Liebe ist ergraut. Du, suchst die Jugend\nDer Vater\nDeine Jugend ist sie mir.\nDie Mutter\nUnd was bin ich\nDer Vater\nWir wandern, Tagab, Nachtauf,\nDie Mutter\nNachtab. Tagab, Mein bist Du. In Dir welkt meine\nJugend, Du darfst nicht blühen,\nDer Vater\nDu hast sie mir gegeben.\nDie Mutter\nSie gehört dem Mann, Wie ich dem Mann gehörte.\nDer Vater\nLaß ihr das Sehnen,\nDie Mutter\nSo standst Du vor mir. So drängtest Du Dich in mich. S©\nzwangst Du mich in das Ziel, das ich nicht suchte.\nDer Vater\nDeine Liebe suchte mich, Keine Mutter wies Dir den\nschmalen Pfad zu mir.\nDie Mutter\nMütter sind klug. Ich liebte das Sehnen, Ich sehnte die Lie-\nbe, Von vielen Pfaden führte mich meine Mutter zu Dir,\nDer Vater\nDu hast mich nicht allein geliebt\nDie Mutter\nDu hast mich. Mich gehabt. Mich allein gehabt. Du allein\nhast mich. Mein Fühlen habe ich Dir beschnitten. Es schleift\nweit hinter mir.\nDer Vater\nNie wollte ich Gewalt antun. Warum hast Du einst nicht mit\nmir gesprochen. Ich liebe Dich, Ich liebte Dich, Deine\nLippen öffneten sich, rundeten sich mir entgegen, Ich\nküßte Deinen Mund wie nun.\nDie Mutter\nDeine Lippen segnen. Ich will keinen Gott neben mir.\nDer Vater\nDeine Lippen sind geschlossen. Glaube mir, ich liebe Dich,\nDie Mutter '\nDu glaubst es. Aber ich liebe Dich, Dein Fühlen kreist.\nBist Du mit der Arbeit fertig.\nDer Vater\nWir wollen Musik hören"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "131", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.3", "texte": "Die Mutter\nWir haben Besuch\nDer Vater\nWieder der Doktor\nDie Mlutter\nMorgen wird er um Ilse anhalten\nDer Vater\nSie hat mir nie etwas gesagt.\nDie Mutter\nMenschen scheuen sich vor Göttern\nDer Vater\nIch bin ihr nicht Gott\nDie Mutter ,\nWas bist Du ihr\nDer Vater\nLiebt sie ihn denn\nDie Mutter\nJa\nDer Vater\nUnmöglich\nDie Mutter\nSie ist kein Kind, Sie ist eine Jungfrau,\nDer Vater\nUnmöglich. Sie kann ihn nicht lieben\nDie Mutter j\nDas verstehst Du nicht, Du bist zu alt\nDer Vater\nBin ich zu alt\nDie Mutter\nAlt bist Du. Sonst hast Du nichts gegen den Doktor einzu-\nwenden\nler Vater\nEr ist ein Mann, Glaubst Du, daß er sie schon geküßt hat\nDie Mutter\nWarum droht Deine Stimme, Du bist alt. Sie ist eine Jung-\nfrau\nDer Vater\nUnmöglich, Sie, die Männer fürchtet\nDie Mutter\nFurcht ist Hoffnung. Sonst bist Du einverstanden\nDer Vater\nAlt bin ich\nDie Mutter\nMan muß es lernen, Deshalb soll die Jugend aus dem Hause\nDer Vater\nOpfre die Jugend nicht, Opfre sie nicht dem Alter\nDie Mutter\nDas Alter hat seine Jugend geopfert\nDie Tochter\nIch habe das Kleid gleich anbehalten Mutter,\nDie Mutter\nLaß sehen. Nimm die Arme herunter. Du sollst nicht im-\nmer die Hände falten. Das sieht unschön aus\nDie Tochter\nDas Kleid ist so kurz Mutter\nDie Mutter\nDas bildest Du Dir nur ein. Die Zeit verlangt es. Man darf\nnicht auffallen\nDer Vater\nDas alte Kleid stand Dir besser\nDie Mutter\nWie ein Schulmädchen sah sie darin aus. Ohne Figur. Ohne\nHals, Wozu hat ein Mädchen einen schönen Hals\nDie Tochter\nDie Herren sollen nicht hinsehen, Mutter\nDie Mutter\nSchäme Dich, eine so unreine Phantasie zu haben, Schön-\nheit ist eine Gabe Gottes\nDer Vater\nDas Leben sieht, mein armes Kind\nDie Mutter -\nMach sie nicht dümmer, als sie schon ist. Du kannst doch\nnicht ewig Schulmädchen sein\nDie Tochter\nIch will mich umziehen Mutter\nDie Mutter\nHeute kommt Besuch, Der Doktor, Du behältst das Kleid\nan. Und steck Dir das Haar hoch, Es ist zu albern, daß Du\nden ganzen Tag mit Zöpfen herumrennst\nDie Tochter\nDie Kämme tun mir weh Mutter\nDie Mutter\nAn so etwas muß man sich gewöhnen, man älter\nwird. Alles ist Gewohnheit, Nachher tut es nicht mehr weh\nDer Vater\nWarum soll sie sich quälen\nDie Mutter\nMan muß sich üben, Ist man alt, ist es zu spät, Außerdem\nverderben die Zöpfe das Kleid\nDer Vater\nHart ist das Alter der Jugend, Härter die Jugend des Alter»\nDie Mutter\nIhr redet und redet und der Tisch ist nicht fertig. In einer\nhalben Stunde sind wir nicht mehr' allein\nDer Vater\nNie mehr allein\nDie Mutter hinter der Tür\nHolen Sie drei Flaschen Wein herauf. Von dem weißen\nBordeaux\nDer Vater\nHeute wird Wein getrunken\nDie Tochter\nIch trinke keinen Wein Vater\nDer Vater\nHeute beginnt das neue Leben\nDie Tochter\nWelches Leben Vater\nDer Vater\nHeute hast Du das neue Kleid an\nDie Tochter\nIch mag es nicht Vater\nDer Vater\nHeute steckst Du das Haar auf\nDie Tochter\nVater\nDer Vater\nHeute kommt Besuch\nDie Tochter\nVater Vater\nDer Vater\nHeute springen wir in den süßen Rausch des Lebens\nDie Tochter\nNie werde ich einen Tropfen trinken Vater\nDer Vater\nDie Mutter will es. Das Leben will es. Das Alter will es.\n0 süßer Rausch des süßen Lebens, Du willst es.\nDie Tochter\nNie Vater\nDer Vater\nDu bist mir treu\nDie Tochter kniet\nDer Vater\nDas neue Kleid wird schmutzig\nDie Tochter\nVater, was habe ich Dir getan\nDer Vater\nDu bist mir treu. Bist Du mir treu\nDie Tochter\nVater mein, der Du bist mein Himmel"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "132", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.4", "texte": "Der Vater\nDem Alter gehört der Himmel. Ich kann einen ausgezeich-\nneten Engel abgeben\nDie Tochter\nWillst Du mich töten Vater\nDer Vater\nEngel segnen. Ich kann ausgezeichnet segnen\nDie Tochter\nSensen sind Deine Worte Vater\nDer Vater\nDer Vater und der Sohn\nDie Tochter\nIch liebe Dich Vater\nDer Vater ?\nLiebst Du\nDie Tochter\nIch liebe\nDer Vater\nLiebst Du mich\nDie Tochter\nIch liebe Dich\nDer Vater\nGlaubst Du\nDie Tochter\nIch glaube\nDer Vater\nGlaubst Du mich\nDie Tochter\nIch glaube Dich\nDer Vater\nHoffst Du\nDie T ochter schweigt\nDer Vater\nHoffst Du\nDie Tochter ganz leise\nIch liebe\nDer Vater ,\nDer Sohn wird meine Tochter heimführen, Aus meinem\nHeim führen. In die Heimat. Meine Tochter wird Vater\nund Mutter verlassen. Die Mutter hat den Vater und der\nVater die Mutter. Alte Leute können allein sein\nDie Tochter\nIch werde Dich nie verlassen Vater\n©er Vaters\nAlte Leute müssen getröstet werden. Die Tochter küßt\nStirn und der Sohn die Hand\n©i e Tochter\nWelcher Sohn Vater\nDer Vater\nDer Deinen Mund küßt\nDie Tochter\nNie habe ich einen Mann geküßt\nB er Vater\nOder der Dich küßt. Der Unterschied ist nicht erheblich\nDie Tochter\nDu bist furchtbar Vater\nDer Vater\nIch bin alt. Ich bin bescheiden, Ich werde mich bescheiden,\nDu Jungfrau mit den Zöpfen\nDie Tochter faßt beide Hände des Vaters\nDu glaubst mir nicht Vater, Ich schwöre Dir bei meiner\nSeele, bei Deiner Seele Deines Kindes\nDer Vater\nDem Vater gehört die Seele. Eine ausgezeichnete Ein-\nrichtung, die Seele. Schon daß man bei ihr schwören kann\nDie Tochter steht dicht vor ihm\nHier bin ich Vater. Dein bin ich Vater. Nimm mich\nDer Vater\nGeh ; i\nDie Tochter\ni •\nNie habe ich einen Mann geküfet. Nimm mich.\nDer Vater\nGlaubst Du\nDie Tochter\nIch glaube\nDer Vater\nLiebst Du\nDie Tochter\nIch liebe\nDer Vater\nMich, Liebst Du mich\nDie Tochter umschlingt ihn und küßt ihn tief und lange mit-\nten auf den Mund\nDer Vater löst sich sanft von ihr\nDer Vater\nNun geh in Deine Jugend mein Kind\nDie Tochter\nDir bleibe ich. Immer bleibe ich Dir, Treu bleibe ich Dfr\nDer Vater,\nDie Treue ist nicht die Liebe. Liebe tötet Treue, Nun bift\nich alt. In mir glänzt der Stern, den sie Sünde nennen. Ver-\ngib mir.\nDer Vater fällt vor ihr auf die Knie\nDie Tochter\nWas tust Du, mein Vater, immer sind Dir meine Hände ge-\nfaltet\nDer Vater\nIch bin ein Mensch. Du Liebe meiner Liebe, Vergib mir.\nDie Tochter\nDaß ich Dich schauen dürfte. Daß meine Lippem Dir röter\nblühten\nDer Vater\nEine Lerche jubelt mir spat am Abend, Geh in «Ke Frille,\nGib Dir das Ziel\nDie Tochter\nIch hoffe, denn ich liebe\nDer Vater\nIm Himmel sind alle Menschen gleich. Gel\nDie Tochter\nEinmal habe ich gelebt im Paradiese\nDer Vater küßt sie auf die Stirn, sehr sanft\nGeh\nDie Tochter\nAber treu darf ich Dir sein Vater\nDer Vater*\nTreu darfst Du mir sein, denn die Treue ist nicht die Liebe,\ndie sie Sünde nennen.\nDie Tochter\nIch habe das Wunder gelitten, das sie Liebe nennen.\nDer Vater\nNun bist Du stark, stark genug die Liebe zu leiden, die sie\nWunder nennen. Es liebt nur, wer geliebt hat.\nDie Tochter\nMeine Augen träumen Deine Tage\nDer Vater\nGeh\nDie Mutter\nJetzt wird er gleich kommen. Was ist mit Deinem Kleid ge-\nschehen\nDie Tochter\nIch bin gefallen Mutter\nDer Vater;\nIch bin zu alt. Ich habe sie fallen lassen, Nimm sie in\nDeine Hand. Dann ist sie gut aufgehoben\nDie Mutter\nDer Doktor wird morgen um Deine Hand anhalten. Viel-\nleicht schon heute, Er ist ein guter Mensch, Reich und ge-\nbildet, Er liebt Natur und Kunst. Du bist doch einverstanden"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "133", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.5", "texte": "Paul Klee: Zeichnungen"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.6", "texte": "Die T ochter blickt den Vater an\nDer Vater\nLiebst Du ihn\nDie Tochter\nIch weiß nicht\nDie Mutter\nEinmal muß man lieben\nDer Vat e rL\nDann muß man treu sein\nDie T ochter stark\nIch werde treu sein Vater\nDie Mutter\nSo ist es gut geredet,\nEnde\n\nDas Meer\nKinner von Dresler\n\nFischerstube auf einer Felseninsel\nNacht Wind\nKind beim Schlafengehen:\nMutter was ist das Meer?\nMutter;\nEin großes, großes Wasser.\nKind;\nEin großes Wasser?\nMutter:\nUnd sehr tief und viele Fische schwimmen darin und viele\nLänder liegen am Meer.\nKind:\nJa Mutter, schöne große Schiffe mit Segeln und der Neger\nwohnt der auch am Meer?\nMutter: \\\n■ i\nJa, der wohnt auch am Meer.\nKind:\nDu Mutter, was rauscht immer so hinter unserm Haus? Ist\ndas auch das Meer?\nMutter:\nJa das sind die Wellen, die an die Felsen schlagen: die\nBrandung.\nKind:\nDas Meer ist doch anders.\nMutter:\nWie denn mein Kind?\nKind;\nMutter, wenn ich jetzt hineinfalle, sterbe ich dann?\nMutter:\nDann ertrinkst du wie Vater.\nKind:\nMutter, das Meer ist so schön, wie ein Christbaum. — Im-\nmer möchte ich darauf gehen.\nKind legt sich ins Bett, die Mutter auch\nMutter:\nSchlaf jetzt.\nSie löscht das Licht. Wolken jagen vor dem Fenster, durch das\nein Mondstrahl fällt.\nKind leise:\nJa\nnach einer Weile:\nIch träume immer vom Meer, Mutter\nMutter:\nDu sollst schlafen.\nKind:\nImmer kommt eine große, weiße Möve ans Fenster und\nschreit.\nMutter:\nDie beißt dich nicht. Schlaf endlich.\nKind: - 1\nWer ist eigentlich Hanne Trud?\nMutter;\nSie ist verrückt. Kümmere dich nicht um sie.\nKind:\nHanne Trud schenkte mir heute nachmittag schöne, buute\nMuscheln,\nMutter:\nSchlaf jetzt. Morgen gehen wir zu Hanne Trud, da kannst\ndu mit ihr spielen,\nKind:\nGute Nacht Mutter. Das Meer\nEs klopft leise ans Fenster,\nKind schreit auf:\nDie Möve, die Möve,\nMutter:\nUnsinn, wirst du jetzt schlafen.\nNach einer Weile klopft es wieder\nEine Stimme:\nLeise;\nMach auf:\nMutter leise:\nBist du's? '\nStimme :\nMach auf,\nMutter:\nGleich\nSie geht zur Tür, öffnet still, der Fischer kommt herein, gibt ihr\ndie Hand %\nDer Fischer:\nDu\nMutter:\nDu kommst zu mir\nFischer:\nZu dir,\nMutter:\nDu\nFischer:\n— Du —\nZieht sie an sich\n0 — du.\nKuß\nMutt e r zum Lager ziehend:\nKomm\nFischer:\nLieb, du\nSteigen ins Bett\nKind: ?\nVater das Meer,\nFischer:\nStill, das Kind.\nMutter;\nDas hört nicht, komm, Presse mich fest,\nLeises Küssen, Stöhnen\nDas Kind steht plötzlich auf, schleicht zur Tür ängstlich nach der\nMutter spähend, öffnet leise die Tür, die halb offen geblieben\nwar, und schlüpft hinaus.\nKind:\nHanne Trud!\nEin Windstoß fährt zur Tür hinein, wirft sie zu und schlägt an\ndie Fenster\nMutter halb nüchtern:\nDu —\nIn den Klippen vor Truds Hütte\nNacht\nTrud:\nHörst du den Wind?\nKind:\nJa."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "135", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.7", "texte": "Paul Klee: Zeichnungen"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "136", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.8", "texte": "Trud:\nHörst du die Wellen?\nKind:\nJ a,\nTrud:\nSiehst du den Schaum?\nKind:\nJ a,\nTrud:\nUnd die Tiefe?\nKind:\nJa,\nTrud:\nDer Fels dort ist mein Bruder\nFührt das Kind an den Felsenrand\nKind\nIch habe Hunger, Trud ich bin müde,\nTrud:\nKomm in die Hütte, dort ist ein Bettchen aus weichem\nSeegras,\nKind:\nNein, Ist dein Vater auch ertrunken?\nTrud:\nMir wurde es erzählt und sie schlugen mich,\nKind:\nDer war auch ein Fischer und kam jede Nacht zur Mutter?\nT r u d:\nDu fühltest die Einsamkeit und schufst dir Gesellen,\nKind:\nIch lief davon und bleibe bei dir\nNach einer Weile:\nEs singt? — Horch\nBeide lauschen gespannt auf das Brausen des Meeres und das\nSausen des Winds\nWinde:\nWandernde Wolken weichen und ziehn\nWie Schleier wehen gleiten wir hin\nRuhloses Bleiben\nKosender Gast\nZitterndes Reiben\nSchlaflose Rast.\nKind ängstlich:\nTrud\nT r u d:\nIch bin dir Mutter.\nWinde:\nSchwellende Segel bäumen sich auf\nSchwingende Seile tanzen darauf,\nSchwirrendes Singen\nGläsernes Klingen\nRollendes Steinen\nSchnürendes Weinen\nRasendes Rufen hinter stampfenden Hufen\nSchwehlendes Feilen über tausend Meilen\nWind wächst\nDasMeer :\nWellen wuchten\nStrudel tromben\nNadeln spritzen\nGeißeln gischen\nSpühlen wischen\nBohren bersten\nEbenen tragen\nBerge strahlen\nLungen lecken\nHälse würgen\nZermürbter Fels\nVerschluckter Kahn\nZerstampfter Grund\nTankgrüne Arme\nHolet heran\nii •\nZiehet hinab in den Riesenrachen\ni\nDer schlingt und schluckt,\nKind in Angst:\nIch träume meine Mutter\nTrud:\nWir leben mein Kind\nWinde;\nWildes Laufen\nWirres Raufen\nWelten reiben\nMeere treiben\nWirbel fegen plätschern Regen\nNächte werfen türmen stürmen stemmen klemmen Wachsen\nDrohen\nUebergroß\nFieberwimmern in schwülen Zimmern\nFauchendes Fahren\nKreiseigebahren\nOrgelndes Pfeifen rasender Reifen\nKnisterndes Knacken splitternder Zapken\nDasM e e r :\nGrimmer Krach\nWolkendach\nHell zerbricfit Sonnenlicht\nPeitschenknall\nPlumper Fall\nRatterndes Ritzen\nBäumen und Wogen unten und oben\nRauschen und Wühlen in schaumvollen Pfühlen\nBeitzendes Brennen\nIrrrasendes Rennen\nStoß\nBeben\nZittern\nSchaukelfloß\nJagender Sturm\nJörn:\nTrud! ?\nTrud erschrickt\nJörn:\nTrud, Trud! * <\nMeerkind\nSturmtochter 1\nHörst du Trud!\nTrud böse:\nStöre es nicht. Es schläft,\nJörn:\nEin Kind?\nTrud:\nMein ist es.\nJörn:\nDas weggelaufene\nTrud:\nStill\nJörn:\nDas Meer ist laut.\nTrud lacht:\nDas Meer,\nJörn reißt das Kind aus ihrem Schoß:\nIch bin Jörn,\nDas Kind schreit\nTrud:\nLaß los,\nJörn umfängt:\nTrud — ich halte dich fest,\nTrud wehrt sich,\nJörn reißt sie an den Haaren und Keidern"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.9", "texte": "Paul Klee: Zeichnungen"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.10", "texte": "Jörn;\nEinen Kuß gib her, gib.\nTrud:\nDas Meer wird dich zerreißen,\nJörn lacht:\n— das Meer.\nJörn schlägt\nDa\nKind wirft sich weinend über Trud\nJörn:\nIch liebe dich.\nTrud:\nIch hasse dich.\nJ örn:\nIch werde dich mit Netzen fangen,\nTrud:\nMich?\nJörn voll Wut:\nUnd dann werfe ich dich in die Klippen — du!\nHeih — ho\nSich umdrehend\nIch komme wieder!\nTrud und das Kind starren ihm nach.\nWinde :\nGlattes gründen\nEcken runden\nWerke stören\nSinne tören\nOrdnung wühlen\nHitze kühlen\nMeer:\nMuskel die streben\nFinger die fegen\nWinde :\nSchultern die stürzen\nMesser die kürzen\nMeer:\nZentner die lasten\nLichter die hasten\nWinde:\nQuetschen und mahlen\nKanten die schlagen\nMeer:\nSehnen die reißen\nMäuler die beißen\nWind:\nKrallen die fetzen\nFlanken die hetzen\nMeer:\nGroßes Biegen\nWeltenwiegen\nTrud zur Hütte,\nKind:\nWas war das?\nTrud:\nIch\nDas Fischerdorf\nNacht Fackeln Wind\nMutter:\nIch suche.\nJörn lacht,\nMutter:\nIch finde nicht\nJörn lacht.\nMutter:\nEs ist verloren\nFischer:\nWieviele laufen fort und kommen nicht wieder.\nMutter:\nAngst\nFischer:\nRuhig, ruhig\nJörn lacht.\nEine Frau kommt\nMutter:\nEs ertrinkt mein Kind,\nFrau:\nDann bist du allein\nFischer:\nRuhig, ruhig.\nJörn lacht\nMu 11 er zu Jörn:\nDu\nFischer:\nVersuchs\nJörn:\nIch lache\nMutter:\ny H\nEr lacht\nFrau: -\nSeht diesen da\nFischer:\nUnsern Schmerz versteht er nicht.\nFrauen furchtsam:\nWenn Trud bös ist\nJörn:\nIch hole es,\nFischer:\nWir nehmen eine Axt mit,\nJörn:\nIch geh allein und bring das Kind,\nDrohend\nHüte dich Trud!\nFischer:\nLaß die Hände von Trud.\nJ ö r n in Wut:\nIch gehe stehle ihr das Kind und sie (macht das Zei-\nchen des Halsabschneidens) — Ich brings euch Mutter, Ich\nbrings,\nTruds Hütte\nEin Möve sitzt auf dem Herd, ein Feuer brennt\nRauschen des Meeres\nDas Kind spielt mit Muscheln\nMöve:\nFeuer du singst\nDas Nest\nDie Sonne\nDas lichte Meer\nFeuer du flüsterst\nDie Welle\nDen Blick\nDen endlosen Raum\nFeuer du sinnst\nDen Grund\nDen Schlund\nDie Stille\nDen Dom\nFeuer:\nIch kam vom Berge zum Meere herab.\nIch stieg aus dem Grab der tiefen Erde\nUnd gab ihm die Hand >|\nWir schufen und stürzten\nWir bauten und störten\nMöve:\n- Krai\nFeuer: '\nMöve du wärmst dich an meinen Schein,"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.11", "texte": "Moria Uhden: Reiter"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.12", "texte": "M ö v e: :'\nDoch versteh ich dich jetzt\nFeuer:\nSiehst du das Kind?\nM ö v e:\nMeerkind ist es,\nFeuer:\nDu warst bei ihm.\nM ö v e:\nIch schreie im Traum.\nJörn stiehlt sich herein\nJOO\no r n:\nSie hier, die Trud? — Nein\nzum Kind\nDu komm mit. Komm her\nKind rückt weg:\nIch will nicht. Nein — nein— Möve hole Trud hilf mir\nhilf mir.\nDie Möve kreischt durch die offene Tür.\nJörn:\nHalt den Mund, du;\nFaßt das Kind\nKomm mit.\nKind sträubt sich\nKind:\nNein — Nein Trud, Trud\nJörn hält ihm den Mund zu:\nDu Balg\nTrud stürzt. Die Möve kreischt.\nTrud:\nJörn! Was willst du?\nEntreißt das Kind\nJörn!\nJörn:\nDen Menschen\nTrud:\nDas Meerkind. Nein.\nWeist ihm die Tür.\nJörn fest:\nDas Kind\nDringt auf sie ein\nTrud; *\nNein,\nJörn:\nDoch.\nUeberfällt sie.\nT ru d beißt, kratzt:\nNie. ■\nTrud rafft das Kind und stürzt hinaus. Dichter Nebel schlägt\ntaumelnd\nJ ö rn:\nErbarmen!\nErbarmen!\nDas Feuer verlischt. Die Möve ist ein riesiger Schatten im Nebel.\nFelsen Sturm\nDunkle Nacht\nTrud:\nRotes Blut, rotes Blut\nKnochensplitter wirf zurück\nHieb\nUebersteigende Massen wollen uns fassen,\nzum Kind\nDich wollen sie holen die Schwachen,\nPurpur Schimmer\nMärchenglimmer\nLeises Wimmern\nLügengestöhn.\nFeuerflimmera\nGraukalter Nebel\nSchlangengewächs\nLeichentuch -\nIn der Ferne ein Nebelhorn\nFeuchter Geruch\nGlitschernder Fluch\nSchleier des Traumes\nHülle der Tiefe\nFalle hinab\nIn das nasse Grab\nFelsenzacken die dich zerschneiden\nWerden dich reiben zu Staub und Schlamm.\nWieder etwas lauter das Nebelhorn eines großen Dampfers\nKind;\nTrud\nTrud:\nHorst du den Ton\nIch biete euch Einsamkeit\nEin Bett ist hier für euch bereit so weich und weit.\nIrrsuchende Lichter ihr findet nicht\nSchlotterndes Schrauben verzerrt das Gesicht\nWankender Schlag\nTeile Ragen\nZentner Erze durchsinken die Schwärze\nQuirlen Blasen\nWände glasen\nWalzer wiegen\nTöne sterben gurgelndgrün\nZuletzt ein Schrei durch Not gehetzt\nWeckt ein Echo stumpf und platt\nSchlägt den Fels und fällt hinab\nWährenddessen hört man den angstvollen, langen Ton des Ne-\nbelhorns\nHier Steuermann\nHier fahr her. , - *\nMehr links.\nSo ist es recht.\nStarker Sturm, großes Rauschen\nSo ist es recht\nWelch ein Tanz,\nNie so lebte ich so ganz.\nKind:\nWas kommt dort heran?\nJagen, heulen, betäubender Lärm, Trud in höchster Spannung*\nZerschellen eines Schiffes. Wimmern, schreien, flimmernde Lich-\nter. Dann bedrückende Stille\nTrud aufatmend:\nSo das geschah,\nJo rn kommt gelaufen;\nIn Not Schiff Rettung (sieht Trud) Wer bist du (ängstlich)\nTrud?\nTrud sieht ihn starr mit grünen Augen an\nJörn:\nDie grünen Augen,\nschreiend:\nNot! Not!\nTrud verführend;\nDu.\nJörn:\nMädchen du\nTrud:\nGeh — (gibt ihm einen Stoß)\nJörn:\nDas Kind.\nTrud;\nNein.\nJ ö rn in Wut, hetzt sie auf dem Fels herum:\nHer damit. 1 |"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "141", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.13", "texte": "Jörn will es ihr entreißen\nKind; x '\nEr tut mir weh. ;\nT rud; • .\nV ' '\nLaß,\nJörn:\nUnd dich dazu —\nDich liebe ich —\nDie Mutter soll ihr Kind haben,\nT rud;\nIch bin das Meer. <\nJörn;\nDich liebe ich Mörderin,\nKomm, du.\nT r u d;\nWolkendach\n• »- >\nBersten und brechen\nTiefes Blut\nroter Sturz.\nEr stutzt\nWagst du es, komm,\nda nimm.\nWirft das Kind über die Felsenkante ins Meer\nJörn;\nTrudl\nTrud lacht\n*\nJörn würgt\nMord! (Jörn küßt)\nT r u d: *\nDas sind die Wellen\nBergauf, bergab '\nNacht und Tag\nBöiger Schlag!\nJ ö r n;\nTrud!\nT rud:\nJörn!\nJörn;\nSolche Liebe.\nTrud:\nSolches Leben.\nRasen\nTrud:\nDas Meer,\nreißt sich von ihm los\nDas Ende.\nJörn;\nJetzt bin ich erst.\nTrud:\nJetzt bist du zum Tode, (umarmt heiß)\nJörn bang:\nNein.\nTrud:\nKomm.\nSie rollen umschlungen zur Felskante\nJörn:\nTrud\nSie stürzen hinab.\nDasMeer:\nMenschen.\nDrei einsame hohe Kreuze am stillen, weiten, sonnigen, end-\nlosen, blauen Meer.\nErster Fischer in der Sonne am Boden liegend:\nDas war ein Sturm heute Nacht.\nZweiter Fischer:\nSeit Menschengedenken wars nicht so toll.\nErster Fischer:\nVon dem großen Dampfer soll nichts mehr zu sehen sein.\nKein Schornstein, kein Mast, Nichts. Alles verschluckt.\nZweiter Fischer:\nJa, ja das Süderriff. Da sollt man einen Leuchtturm hin-\nsetzen.\nErster Fischer:\nJörn soll bei der Rettung eines Kindes ertrunken sein. Auch\ndie Meerhexe, die oben in den Felsen wohnt, ist fort.\nZweiter Fischer:\nDie Trud, Auf einmal ist sie wieder da zu neuem Unglück,\n(fröstelt.) Schade um Jörn, er war der mutigste, beste Fi-\nscher auf der Insel, Schade,\nFischer nach einer Pause:\nHeut ist aber ein schöner Tag, (Dehnt sich.)\nZweiter Fischer:\nKommst du heut Abend zu Witwe Tieß?\nErster Fischer:\nNatürlich, da saufen wir eins und noch eins: Die kleine,\nblonde Dern kommt auch hin, zum Tanzen! Das wird lustig.\nDas wird Morgen bis wir nüchtern werden.\nZweiter Fischer (dehnt sich in der Sonne!:\nist so schön, so schön.\nErster Fischer:\nWie blau das Meer,\nZweiter Fischer;\nDas Meer? — Unsinn —\n(reißt eine kleine Gänseblume aus dem Fuß des einen Kreuzes\nund zupft die Blätter)\nLiebt — liebt nicht — liebt — liebt nicht — liebt —\nEnde.\n\nDas Prisma und Goethes Farbenlehre\nDr. S. Frièdlaender\n\nIm dritten Bande des Jahrbuches der Goethe-Gesellschaft\nliest man einen sehr interessanten Aufsatz von Eduard Raehl-\nmann über Goethes Farbenlehre, über das Werk also, welches\nGoethe selbst als das Hauptwerk seines Lebens erklärt hat.\nWäre der Irrtum nicht einfacher, plausibler, populärer ab\ndie Wahrheit, so hätte die Welt längst eingesehen, daß es nickt\nbloß Licht, sondern wie Goethe es lehrt: einen ungeheuren, ur-\nanfänglichen Gegensatz zwischen Licht und Finsternis gebe, und\ndaß die Farbe nicht wie Newton wähnte, und Goethe, ohne bii\nzum heutigen Tage damit Recht zu bekommen, widerlegte, alle**\naus dem Lichte, sondern aus Licht mit Finsternis zusammen her-\nrühre. Eigentlich ist es im höchsten Grade lächerlich, daß mam\netwas so Sinnen- und Sonnenklares nur deshalb nicht sehen uiiil\neinsehen will, weil man im Grunde die Finsternis für gar nicht»\nhält. Eben daher machte sich der Engländer Lewes über die Ab-\nsurdität Goethes lustig, daß er aus „Nichts\", vermischt mit Et-\nwas, aus Finsternis und Licht, die Farbe erhalten wolle — ana-\nlog einem Tonlehrer, der aus Ton und Stille den ... Ton er-\nzeugen möchte. Aermster Lewes! Er spottet seiner selbst und\nweiß nicht, wie oder wäre jemals ein Ton ertönt, ohne am wir\nderstehenden Nichttönenden zu resonieren? Und spielt dm\nPause nicht in der Musik eine so wichtige Rolle wie der Ton?\nEd. Raehlmann spricht Goethen ein herrliches Verdienst zu:\ndie Begründung der augenphysiologischen Farbentheorie, Die\nphysikalische Farbentheorie dagegen sei Newtons Domäne, und\nGoethes Anspruch darauf sei falsch. Nach Raehlmann also sieht\ndas Auge als solches die Farben ganz in Goethescher Weise;\nhingegen physikalisch objektiv gilt nach wie vor Newtons Theo-\nrie. Aber das wäre schon rein logisch ein sehr gezwungener An-\nsatz. Goethe sah die gesamte Farbenwelt von einem einzigen\nGesetze beherrscht, und die physiologischen Funktionen des Ge-\nsichts waren ihm maßgebend für die physikalischen Vorgänge,\nEin solcher Ansatz zur Allgemeingültigkeit ist nicht ohne trif-\ntigen Grund aufzugeben. Vor allem aber sollte man bevor man\nGesetze aufstellt oder einschränkt, die Phänomene mit dem\ntreuen Auge Goethes sehen lernen."}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.14", "texte": "Die physiologischen Farben sind nun allerdings viel leichter,\nkat man sie erst einmal entdeckt, in der Theorie Goethes unter-\nzubringen als die physikalischen; und Raehlmann hat seinem Ar-\ntikel recht instruktive Bildertafeln beigegeben. Die dem Auge,\nals solchem, angehörigen „subjektiven\" Farbenphänomene sehen\nwir denn auch deutlich vom Gesetz des Kontrastes beherrscht:\nwie Licht gegen Finsternis, so kontrastiert und balanciert hier\nGelb gegen Violett; Orange gegen Blau; Rot gegen Grün. Um\ndieses Gesetz aber sollte sich objektiv die physikalische Farbe\nkeineswegs kümmern? Hier, außerhalb des Auges im engeren,\nphysiologischen Sinn sei Newton gegen Goethe im; Recht, wenn\ner die Farbe allein aus dem Licht als dessen Bewegung in be-\nstimmter Wellenlänge erkläre? — Wir werden jedoch ein Licht,\nwelches wellt, also irgendwie pendelt, hin und her schwingt,\nvibriert, auf und ab ebbt und flutet, in der Tat merkwürdig\nGoethisch finden müssen, Es ist ein Licht, welches sich selber\nOpposition macht, ein Licht, welches den uranfänglichen Gegen-\nsatz zwischen Goethes Plus- und Minuslicht unter der Maske\nseiner anscheinenden Einartigkeit verbirgt. Und wer mit diesem\nLichte, mit den Wellen dieses Lichtes rechnet, müßte mit ent-\ngegengesetzten, nicht mit gleichartigen Größen rechnen lernen;\nein Erfordernis, gegen welches die modernen Farbenlehren ver-\nstoßen. Die Rechnung mit gleichartigen Gröften ist freilich ein-\nfacher und bequemer, langt aber in der Farbentheorie nicht zu,\nGoethes Polemik richtet sich deshalb so erbittert gegen den\n~Unitarier\" des Lichtes, Newton, Goethe konzipierte das Licht,\nanalog der Elektrizität und dem Magnetismus, nicht einartig,\nsondern polar; und es gehört zur Tragikomik der Wissenschafts-\ngeschichte, daß seine Lehre von Forschern zuerst verlacht, dann\nantiquiert und ignoriert worden ist, welche doch allen Grund\nhaben sollten, gerade wellenartiges Licht nicht simpel unitarisch\naufzufassen,\nRaehlmanns schöner Aufsatz geht aber stillschweigend über\nden tödlichen Stoß hinweg, welchen Goethe, vermittelst\ndes Prismas, der Newtonschen Farbenlehre versetzt. Von\nvorn herein ist es schon amüsant, daß ein Lichtstrahl, der in eine\nfinstere Kammer dringt, rein aus sich selber, ohne die geringste\nMithilfe der Finsternis, Farben aus sich entbinden sollte. Durch\nein Prisma dringend, schlägt er sein Pfauenrad in der ihn gleich-\ngültig und wirkungslos umgebenden Finsternis?\nAber gerade an diesem Urphänomen läßt sdch der ungemeine\nUnterschied zwischen flachem und tiefem Sehen drastisch auf-\nzeigen; und nur, weil es so kinderleicht ist, flach zu sehen, sieht\ndas gelehrte wie das ungelehrte Publikum noch immer nicht, was\nGoethe mit Erstaunen wahrgenommen hat: daß das Prisma\nkeineswegs den einfachen Lichtstrahl in Farbenstrahlen zer-\nfächert; sondern daß es die Ränder des winzigen Sonnenbild-\nchens mit der umgebenden Finsternis innigst vermischt. Eine\nmechanische Vermengung von Hell und Dunkel ergibt Grau; eine\ngleichsam chemische Vermählung der Farbe, Indem das Prisma\neine Verrückung, Verschiebung, Verrenkung des optischen\nPhänomens bewirkt, verschmelzt es die Helligkeitskontraste, die\nLicht-Differenzen nicht nur grau, sondern farbig. Auch eine\nLichtwelle wäre nicht einfach Licht, sondern ein Licht-Kontrast,\neine Polarität von Stark und Schwach, Auf und Ab, Hin und\nWieder,\nNun aber das Tollste: Ein Irrtum Newtons, so bestechend\nverführerisch, so mit dem frappantesten Anscheine täuschend wie\nnur jemals die sonnenklarste Evidenz der Wahrheit, ist von\nGoethe auf den ersten genialen Blick völlig durchschaut und be-\nrichtigt worden: das ist die blendende Illusion des lückenlos zu-\nsammenhängenden prismatischen Sonnenfarbenspektrums, eine\nIllusion, der noch heutzutage fast alle gebildeten und ungebil-\ndeten Augen erliegen. Wer das Glück hat, Goethes Farbentafeln\nanschauen zu können (sie sind in der Ausgabe des Verlages\nGeorg Müller in München reproduziert), erfährt die Wonne jenes\ngenialen im Nacherlebnis und kann sein Auge daran\nerziehen. Mit einem Worte, das Prisma verwandelt Lichtkon-\nfraste in Farbenkontraste; es koloriert ein Gegenüber von Hell\nund Dunkel in ein Gegenüber von hellen (warmen) Farben (Rot-\ngelb und Gelb) und dunkeln (kalten] Farben (Violett und Blau).\nDieses sonst auffallend deutliche Gegenüber von warm- und\nkaltfarbigen Rändern rückt nun sanft und sanfter an einander\nin dem Maße wie die betrachteten Bilder kleiner werden. Das\nSonnenbildchen in der Dunkelkammer ist so winzig, daß der\nsanfte Farbenübergang evident scheint, und nur noch ein Auge\nvon Goethescher Klarheit diesen Schein wegblendet.\nMan nehme ein Prisma zur Hand und schaue bei Tageslicht\nein Fensterkreuz an. Die farbigen Ränder, einstweilen isoliert\nund durch die Fensterscheibe (am besten Milchglas) unter-\nbrochen, oben etwa gelblich, unten bläulich, rinnen, wenn man\ndas Prisma geschickt dreht und dadurch die Ränder einander\nnähert, in einer grünlichen Mitte zusammen, und man hat das\nscheinbar kontinuierliche Spektrum vor sich,\nGoethes Kampf gegen Newton ist der Kampf eines tieferen\nMonismus, der noch mit entgegengesetzten Gröben zu rechnen\nversteht, gegen einen seichteren, bequemeren, der nur gleichartig\nNüanciertes zu bewältigen vermag. Daher ist die Farbenlehre\n• f.\nGoethes fruchtbarstes, folgenschwerstes, unermeßlich vorbe-\ndeutungsvolles Werk. Der Licht- oder Farbengegensatz ist so\nwesentlich wie der magnetische, der elektrische, der sexuale,\nder akustische — wie die Differenz überhaupt.\nEs ist ein Mangel an Unterscheidungsvermögen, der den\nNewtonianer vom Goetheaner trennt. Für Jenen gibt es nur\nNüancen; dieser dagegen erkennt, daß jede Nüance einen ge-\nradezu polaren Unterschied bedeutet und vertuscht, so daß es oft\nsehr schwierig ist, diesen Schleier der Nüance zu lüften und die\nZwietracht ihrer vorgetäuschten Einfalt aufzuzeigen. Es darf\nsich in der Farbenlehre niemals um einfaches Licht, sondern\nwesentlich nur um einen Licht - Unterschied handeln. Da-\nmit aber tritt das Minus an Licht, die Finsternis, dem Plus\ngegenüber in ihr ebenbürtiges Recht. Man vergeht sich an der\nLogik, also am Erkennen, an der Intelligenz selber, an aller\nWahrheit und Einsicht, wenn man irgend ein Phönomen vor\nallem aber, wenn man eine Gradationsskala, z. B. die der Far-\nben, nur einseitig statt gegenseitig verseht, Sie bedeutet, sei es\neine Skala der Zahlen, der Menschen, der Phänomene der ein-\nzelnen Sinne, also auch der Farben, stets wesentlich einen po-\nlaren Konstrast von Plus gegen Minus, Stark gegen Schwach,\nMann gegen Weib, Welt gegen Welt, Licht gegen Finsternis*\nAuch beim Magneten entdeckte man eher die positive als die ne-\ngative, die abstoßende Anziehung. Goethe hat die negative\nGröße nicht nur, wie Raehlmann glänzend erläutert, in die\nPhysiologie der Farbe, sondern in deren gesamte Physik einge-\nführt; wie dieses einzelne berühmte Forscher, zum Beispiel Ro-\nsenbach, längst anerkannt haben,\nGoethes Farbenlehre bedeutet eine Revolution des Wissens,\nja des Lebens — und solche Revolutionen pflegen gern qualvoll\nlange verleugnet zu werden.\n\nPaul Klee: Zeichnung"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.15", "texte": "Verantwortlich für die Scforiftleliung:\nLothar Schreyer\nVerantwortlich für den gesamten Inhalt und Verlag\nF. Harnisch / Berlin W 35\nDruck Carl Hause / Berlin SO 26\n\nVerlag Der Sturm\nBerlin W 9 Potsdamcr StraGe 134 a\nFernruf Amt Ltitzow 4443\nMom&tsschrift Der Sturm\nErscheint am iimfzehnten jedes Monats\nBauerbezug\nGewohnliche A*sgabe: Fur Deutsch-\nland und Oesterreich-Ungarn:\nEin Jahr 6 Mark / Ein Halbjahr 3 Mark /\nEinzelheft 1 Mark / Fur das Ausland\nbei direkter Zustellung durch\ndie Post: Ein Jahr 8 Mark / Ein Halbjahr\n4 Mark / Einzelheft 1 Mark 50 Pfennig\nSonderausgahe: Ungebrochenc\nExemplare, Versendung in Rol-\nlem direkt durch die Post / Fur\nDeutschland und Oesterreich-\nUngarn: Ein Jahr 12 Mark / Ein Halb-\njahr 6 .Mark / Fur das Ausland: Ein\nJahr t) Mark / Ein Halbjahr 7 Mark\nPreise der friiheren Jahrgange / Voll-\nsiebenter Jahrgang je 1 Mark\n\nBiicher aus dem Verlag Der Sturm\nPeter Baum\nSchiitzengrabenverse\n©ebunden 3 Mark\nFranz Richard Behrens\nBlutblute I Gedichte\nGeheftet 3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig\nHermann Essig\nDer Frauenmut / Lustspiel\nUberteufel / Tragodie\nIhr stilles Gliick / Drama\nEixi Taubenschlag / Lustspiel\nNapoleons Aufstieg / Tragodie\nDer Wetterfrosch / Erzahlung\nJedes Buch 2 Mark 50 Pfennig / Gebunden 4 Mark\nKurt Heymcke\nRings fallen Sterne / Gedichte\nOeheftet 3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig\nAdolf Knoblauch\nDie schwarzeFahne / Eine Dichtung\nGeheftet 2 Mark\nKreis desAnfangs / Friihe Gedichte\nGeheftet 5 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nOskar Kokoschka\nMorder Hoffnung der Frauen\nDrama mit Zeichnungen\nGebunden 10 Mark (Auflage 100)\nSonderausgabe vergriffen\nPaul Scheerbart\nGlasarchitektur / In 111 Kapiteln\nGeheftet 2 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nAugust Stramm\nDu I Liebesgedichte\nGeheftet 3 Mark\nHerwarth Walden\nDas Buch der M e n s c h e n 1 i e b e\nGeheftet 3 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\n\nGesammelte Schriften: Band I\nKunstmaler und Kunstkritiker\nGdieftet 2 Mark\nWeib I Komitrag6die\nQeheftet ?> Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nSturm-Bucher I: August Stramm: Sancta\nSusanna / II: August Stramm: Rudi-\nment ar I III: Mynona: Fiir Hundc und\nanderc Menschen / IV: August Stramm:\nDie Haidebraut / V, August Stramm: Er-\nwachen / VI: Aage von Kohl: Die Hange-\nmatte des Riuge / VII: Adolf Behne: Zur\nneuen Kunst / VIII: August Stramm:\nKrafte / IX: Aage von Kohl: Die rote\nSonne / X: Aage von Kohl: Der tierische\nAugenblick / XI: August Stramm: Ge-\nschehen: / XII: August Stramm: Die Un-\nfruchtbaren / XIII: Peter Baum: Kyland /\nXIV: Lothar Schreyer: Jungfrau\nJedes Sturmbuch 60 Pfennig:\n\nMusik\nHerwarih Waldcn\nGesammelte Tonwerke\nEntbietung / Werk 92\nDichtung von Richard Dehmel\nFiir Gesang und Klavier / 2 Mark\nZehn Dafnislieder / Werk 11\nZu Qedichten von Arno Holz\nFiir Gesang und Klavier / 3 Mark\nDie Judentochter / Werk 17\nFarbige Umschlagzeichnung von Oskar Kokoschka\nFiir Gesang und Klavier / 1 Mark\nSchwertertanz / Werk 18\nFiir Klavier / 4 Mark\nDer Sturm / Heeresmarsch / Werk 21\nFiir Klavier / 1 Mark\nTanz der Tone / Werk 23\nFiir Klavier / 3 Mark\n\nMappen und Alben / Vcrlag Dcr Sturm\nKeemskerck-Mappe: Sechs handgedruckte\nund einzeln untcrschriebene Holzschnitte /\nAuflage 30 Mappen\nMappe |e cinhundertundfunfzig Mark\nKandinsky-Album / Schrift des Ktinstlers\niiber sich selbst mit sechzig ganzseitigen\nAbbildungen seiner Werke von 1901 bis\n1913\nAlbum 10 Mark\nOskar Kokoschka: Mappe mit 20 Blatt\nZeichnungen in Strichatzung\nAuf Kaiserlich Japanpapier 30 Mark\nAuf Costakarton 20 Mark\nOskar Kokoschka: Menschenkopfe\nMappe mit 15 Zeichnungen auf Japan-\npapier in Strichatzung: Adolf Loos / Her-\nwarth Walden / Richard Dehmel / Paul\nScheerbart / Alfred Kerr / Yvette Guil-\nbert I Karl Kraus / Hermann Essig / Rudolf\nBliimner / Adolf Knoblauch / Mechthild\nLichnowsky / Nell Walden / Max Berg /\nGertrud Eysoldt / Claire Waldoff\nMappe 40 Mark\n\nKimstlerkarten\nJede Karte 20 Pfennig\nNach Gemalden, Zeichnungen und Bild\nwerken folgender Kunstler:\nAlexander Archipenko 4 Fernand L6ger 2\nRudolf Bauer 1 August Macke 1\nVincenc Benes 1 Franz Marc 3\n\nUmberto Boccioni 2\nCampendonk 2\nMarc Chagall 7\nRobert Delaunay 1\nLyonel Feininger 1\nAlbert Gleizes 2\nJacobavan Heemskerck 3\nS. Hjert6n-Griinewald 1\nAlexei von Jawiensky 2\nKandinsky 3\nPaul Klee 1\nOskar Kokoschka 2\nOtakar Kubin 1\nCarl Mens® 1\nJean Metzinger 1\nGeorg Muche 1\nGabriele Miinter 1\nNegerplastik 1\nGeorg Schrimpf I\nGino Severini 4\nFritz Stuckenberg 1\nArnold Topp 1\nMaria Uhden I\nNell Walden 1\nMarianne von Werefkin\n\nSturm- Ausstellungskataloge\nMit Abbildungen\nRudolf Bauer\nMarc Chagall\nAlexander Archipenko\nDer Blaue Reiter\nKandinsky\nQino Serverini\nSkupina I\nDie Futuristen\nje 60 Pfennig\nFranz Marc\n1 Mark\nErster Deutscher Herbstsalon 1913\nMit 50 Abbildungen in Kupfertiefdruek\n2 Mark\n\nKunstdrucke aus dem Verlag Dcr Sturm\nAuf Japan- und Biittenpapier\nJedor Kunstdruck 5 Mark\nRudolf Bauer\nSchwarz-W eiB-Komposition 14\nUmberto Boccioni; Abschied / Die Abfah-\nrenden / Die Zuriickbleibenden\nMarc Chagall; Interieur / Dcr Jude / Der\nGeigenspieler / Die Schwangere / Essender\nBauer\nLyonel Feinlnger; Klein Schmidthausen /\nMark Wippach II\nPaul Klee: Kriegerischer Stamm\nOskar Kokoschka Menschenkiopl©:\n1 Adolf Loos I 2 Herwarth Walden / 3 Kail\nKraus / 4 Richard Dehmel / 5 Paul Scheef-\nbart I 6 Yvette Guilbert\nOskar Kokoschka; Tierbilder\n\nSturm-Kunstler / Lichtbildkarten\nJede Karte 20 Pfennig\nI. August Stramm VIII.\nII. Herwarth Walden IX.\nIII. Jacoba van X.\nHeemskerck . XL\nIV. Kandinsky XII.\nV. Rudolf Bliimner XIII.\nVI. Campendonk XIV:\nVII. Peter Baum\nHermann Essia\nOskar Kokoschka\nAdolf Knoblauch\nPaul Klee\nQabriele Mtinter\nRudolf Bauer\nNell Walden\n\nHanddrucke\nOskar Kokoschka: P1 a k a t ftir die Zeit-\nschrift der Sturm / Originallithographie\nAbzug 30 Mark"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19171215-01.1.16", "texte": "Der Sturm\nStandige Ausstellungen\nBerlin / Potsdamer Stra&e 134a\nGeoffnet taglicli von 10—6 Uhr / Sonntags\n▼oa 11—2 Uhr\nTagcskarte 1 Mark / Jahreskarte 6 Mark\nMonatlicher Wechsel\nAchtundfiinfzigste Ausstellung\nGosta Adrian-Nilsson\nPaul Klee\nGabriele Miinter\nNeunundfiintzigste Ausstellung\nAlexander Archipenko\nGeorfl Muche\nEcoffnunc: 30. Dezetnbcr\nSturm - Ausstellung en\nHamburg\nSturm-Sonderschau\n1. Januar bis 19. Januar.\nStockholm\nSturm-Graphik\n\nDER STURM\n▼crtritt folgende Kiinstler ausschlieBlich\nund verfiigt iiber ihre Werke (Gemaldc /\nGraphik / Holzschnitte / Handdruckc) zum\nVerkaui und zu Ausstellungen in dcr gan-\nzen Welt:\nRudolf Bauer / Campendonk / Marc Cha-\ngall I Jacoba van Heemskerck / Kandinsky I\nGeorg Muche / Gabriele Miinter / Fritz\nStuckenberg / Nell Walden\nDER STURM\nvertritt fur Deutschland iolgende Kunstler\nund yeriiigt iiber ihre Werke zum Verkauf\nund fur Ausstellungen:\nGosta Adrian - Nilsson / Albert - Bloch /\nAlexander Archipenko / Fritz Baumann /\nVincenc Benes / Umberto Boccioni / Carlo\nD. Carra / Max Ernst / Lyonel Feininger /\nEmil Fill a / Albert Gleizes / Otto Gut-\nfreund / Oswald Herzog / Sigrid Hjerten\nGriinewald / Isaac Griinewald / Johannes\nItten I Alexei yon Jawlenski / Paul Klee /\nOskar Kokoschka / Otakar Kubin / Fernand\nI Franz Marc / Jean Metzinger /\nFrancis Picabia / Georg Schrimpi / Gmo\nSeverini / Arnold Topp / Maria Uhden /\nMarianne von Wereikin\n\nKunstschule Der Sturm\nLeitung : Herwarth Walden\nZwcites Jahr\n«■%. -■ ••\nvi' , O\nUnterricht und AmsbiMimg in d*r\nexpressionistischen Kunst\nBiihne / Schauspielerei / Vortragskunst /\nMalerei / Dichtung / Musik\nLehrer der Kunstschule Der Sturm\nRudolf Bauer\nRudolf Bliimner\nCampendonk\nJacoba van Heemskerck\nPaul Klee\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nLothar Schreyer\nHerwarth Waldea\nSprechstunden der Leitunt der Kunstscfeul* Der\nSturm: Dienstag, Mittwoch, Freitae, Sonnabend\n4—6 I Das Sekretariat ist taglich Ton 10—6 re-\n•ffnet\n\nOffenfliche Vortrage\nJede Vortragsreihe 5 Mark\nLothar Schreyer: Der Expressionlsmus\nSonntags 11—12: 7. und 21. Januar / 4. und\n18. Februar / 4. Marz\nLothar Schreyer: Das Biihnenkunstwerk\nDienstag 6—7: 9. und 23. Januar f 6. und 20.\nFebruar / 4. M&rz\nDie Vortrage finden in der Kunstschul# Der Sturm\nstatt\nHorerkarte fttr den tinzelnen Vortrag: Mark 1,50\n\nSturm - Kunstab ende\nVerein iiir Kunst / Vierzehntes Jahr\nIn der Kunstausstellung Der Sturm / Berlin\nJ c d e n Mittwoch / Beginn allcr Abende:\n%8 Uhr\nMittwoch den 26. Dezemiber\nDichtungen der Sturm-Kunstler\nVortragender: Rudolf Bliimner\nMittwoch den 2. Januar 1918\nDichtungen Herwarth Walden\nVortragender: Herwarth Walden\nMittwoch den 9. Januar 1\nDichtungen der Sturm-Kunstler\nVortragender: Rudolf Bliimtier\nMittwoch den 16. Januar\nDichtungen der Sturm-Kunstler\nVortragender: Rudolf Bliimner\nKarten zu 3, 2, 1 Mark im Vorverkauf Hid am #er'\nAbendkasse\nHannover: 15. Januar\nHamburg: 2. Februar\n\nVerein Shirmbiihne\nVorsitzender; Dr. John Schikowski\nGeschaftsstelle: Charlottenburg / Scharrenstral* 11\nAufruf und Satzunsren kostenlos\n\nKunstbuchhandlung\nDer Sturm\nPotsdamer StraBe 138 a\nFernruf Liitzow 4443\nhat gute und seltenc Bticher un4 Notea\nvorratig und nimrnt Bestellungen entgegem\n\nNeuanzeigen Der Sturm\nEnde Dezcmber erscheinen:\nErnst Marcus: Das Problem der exzentri-\nschen Empfindung und seine Losung\n4 Mark 50 Pfennig\nDie Sturm-Biihne\nIn monatlicher Folge\n50 Pfennig\nAugust Stramm: Die Menschheit\n1 Mark 50 Pfennig\nHerwarth Walden: Die Harte der Welt en-\nliebe / Roman\n4 Mark / Gebunden 6 Mark 50 Pfennig\nNumerierte und signierte Auflage (10)\n50 Mark / Umschlagzeichnung von N e 11\nWalden\n*\nRudolf Bauer-Mappe\nLithographien\n100 Mark / Auflage 10 Mappen\nHerwarth Walden: Einblick in Kunst\nMit vierundsechzig Abbildungen nach Ge-\nmaiden der Sturm-Klinstler\n4 Mark 50 Pfennig\nSturm-Bilderbucher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nIs Marc Chagall\n3 Mark 50 Pfennig\nII: Alexander Archipenko\n3 Mark 50 Pfennig\n\nAnzeigen werden nicht aufgenommen\nAusfiihrliche Verzeichnisse\ndcs Vcrlafs Der Sturm kostci-\n1 o s Verlag Der Sturm"}]}