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Unverhohlen und un-\nverhehlt blauten seine Augen treu zur Sonne. Blondschlichte\nGüte schmiegte um sein Haupt. Kraft war sein Mut. Mut seine\nKraft. Ein Reisiger zog von der Stube auf ins Feld. Ihm galt\nes, frei zu werden. Frei in dem Kampf zum Endkampf seiner\nBlutsehnsucht. Das Spiel der Kräfte suchte er zur Kraft des\nSpiels. Zur Kraft des Spiels, das Kunst ist. Jugend stürmte\nhell aus seinen Adern. Jugend trotzte tief in seinem Blute. Mit\nharten Fäusten schwang er die Granaten, sein übervolles Herz\nzu lösen. In Siegeshoffen fiel er hin, sprang auf und fiel und\nsprang und fiel und sprang. Nun liegt er hingebreitet auf der\ngrünen Erde.\nIch streichle Deine blonden Haare. Du junger, junger Mensch,\nder Du zu Gott Dich aufrankst. Du Gläubiger in Kunst. Schon\nblühte sie aus Deiner Brust. Weich leg ich meine Hand auf\nDeine Knabenstirn. Im Himmel aller Kunst wird Deine zarte\nBlume leuchten. Im Kinderland der Gläubigen wird man sie\nlieben.\nUnd wenn Du fielst, noch steh ich. 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Ewig\nNie\nDie Frau Ein\nEndet Anfang\nDich,\nDer Mann Nein!\nDie Frau Aus.\nDer Mann Mitte\nFassen\nDich Du\nHalten\nDu Dich.\nLebt Mein\nOpfer\nFeuer\nMich\nDu Gesehnte.\nDie Frau Schenken\nSchaukel\nSchwanke\nWeite nahe\nSpiel der Spiegel.\nSpaltet Schoß\ndas Grab\nFlucht.\n*\nDer Mann Dir nach\nMir nah.\nFetzen Fesseln\nGlieder lösen\narme Glieder\nGleiten.\nGlimm glänzt Traum der Monde\nBlüten stehn im Baum\nFallen Frucht in Stein.\nStarr Not\nDu blüht Du.\nDie Frau Reifen\nT anz\nHerz köpft Glück.\nNeigen Stunden böse Zeiger\nSteigen Zeichen Stern an Stern\nSpannen Drähte Seile\nMensch zu Mensch.\nReißen Bande\nWehen Bänder\nFlammen\nUeber Füße\nHände\nBrüste\nBrand\nMein Haar.\ni\nDer Mann Dunkelt Gold\nRöten Wir\nSuchen Wir\nDich\nIch\nMich\nBauen\ndie Splitter der Sonne.\nSturz der Häuser\nWühlen Betten\nDein mein Leib\nRingen die Körper\nBrechen die Ringe,\nKein\nLeer ist der Körper\nFessel fängt Nichts\nFang Fund Fraß\nRausch\nWach.\nDie Frau Blick\nFremdet tastet um\nLocken 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verloren.\nDer Mann Warten\nWarten\nWarten\nMensch.\nSchläfert die Tat\nTreiben im Trieb\nFort.\nBleicht das gewohnte Fleisch'\nBlind umfange Frau Du\nMich geschändet Dich\nSünde.\nWarterr.\n.Die Frau So geschieht.\nLüge lächelt\nstreichelt Täuschen\nSchläge\nHändefassen stummt den Mund\nSieht Ich\nDein Not Dein Frevel\nNicht Dein Wollen\nWir und Müssen.\nDer Mann Muß will\nDu\nWehen tragen Dich weit\nInnert Erinnern kein Trost.\nNicht Fragen\nWorte sterben Leben\nTod\nDein Mich\nbärt\nHart.\nBitten\nSchweigen.\n-Die Frau Kein Können\nKlammern\nSticken\nStehn\nUns fallen fern von Wir\nIrren\nWege\nKreuze\nNagel\nSchlecht mein Opfer\nMenschen schlachten Leib der Seele\nBlutet mein Bett\nBlüte dorrt Licht\nTrockne Augen\nScheu.\nDer Mann Geh\nBitter\nDenkt Gedanke Bohren\nDank\nLetzt Verlassen.\nKalt\nWenden Schreiten\nNamenlos.\nDie Frau Los\nKeiner löst\nRiß\nErde tropft die Sonne im Mittag.\nNiemand ufert den Abgrund Berührter\nDu hast mich berührt\nLager\nTod in Geburt\nNimm\nGeh.\nDas Kind weint.\nDie Frau ist die Geliebte.\nDie Geliebte\nEinsam\nSehnen\nMir Begegnen\nGegen alle Mich\nMal herzt Stirn\nEin.\nDer Mann Wehen schütten Steile\nZitter blickt\nDu bist\nDu Du Du\nDie Geliebte\nSchwer Wachen\nWunsch\nAugen\nSchrecken lächelt\nSchwingen Geben\nNimm\nDer Mann Dein Augen\nSturm\nMeer Blitz Blende\ntief.\nBlonden jäh Urwälder die Welt\nMit Dir Uns\nWir Erde sternen Licht\nTag\nWissen.\nEine Stunde eint\nDa ist die Eine\nEin brennt das Mal\nSinken\nSenken\nEigen\nSchlag entblößt Dein Herz\nDa Du.\nMich sieht Ich\nEinmal ewiges Mal"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "22", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1484, "texte": "Branden Wir\nKrone\nReif\nIn.\nDie Geliebte\nRätsel\nKein Rat\nGabe,\nZart faßt Wende Not\nKomm\nWagen Staunen\nDu mein Warten\nLeise landen Segel heiß\nNamenlos\nSprich\nDer Mann Spät bist Du gekommen.\nWieit rollt mein Leben die Erde\nMütter sterben Dir\nFrau\nHeimliche Frühe\nHeime zerfrühen\nWelt Du\nSchenken,\nBlickt Geschehen schlingt\nWir\nAll grenzt Kein\nDein Sein\nSei.\nDie Geliebte\nDu\nDir bin ich rein\nMannberührt\nGib vergib\nHeim bin ich gekommen\nUns.\nWandern Wandern\nWüsten sanden\nMeere\nwellen Wüsten\nHimlmel\nBad\nTiere Blicke lang\nWeiter\num\nvorbei\nZu Du.\nDer Mann Stirbt Vergangen\nGang auf Leichen\nUnsichtbare\nIch vergesse\nDu Vergessen\nStrömt der Mensch\nSturz\nGlück.\nDie Geliebte\nNiemals Denken\nHingegeben\nBlühen Steine Blumen\nMeine schmalen Tiere atmen\nFlanken flackern\nSonnen die Gerüche\nWunder\nWandel\nWach,\nDer Mann Keusche\nZart zerglühen\nWild zerglühen\nTiefen Träume auf\nUeber über\nDu fliegt Ich\nSingen\nSanft umfestet\nFeier\nFrei\nDie Geliebte\nNiemals Ende\nNiemals Werden\nDein\nSein\nMein\nDas Ist\nWir Glück\nWeltlos\nNur Schoß\nDer Mann Immer\nRuhe\nMenschlos\nAll\nDie Geliebte\nLauschen\nO\nTot\nHauch\nAll\nRuhe,\nDer Mann Lager breiten Glieder\nWeiche\nStrahl\nRäumen Zeiten\nuferlos\ndas Wogen\nLösen\nRing der Ringe.\nSinne senken stoßen\nMuß\nKein Maß\nFall\nKreisen Wir\nSehen Wir\nGehren Gieren will\nFeuer.\nDie Geliebte\nKein Können\nMann\nWende\nKörper schämen Nähe\nGrauen\nKräfte\nGlut.\nSieh nicht Mich\nGut\nWiederkehr\nLeiden alle Erden\nGriff.\nNacht brennt den blühenden Bogen\nSpannen die Blenden\nMensch zu Mensch\nBricht."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "24", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1844, "texte": "Der Mann Rätsel schlimmt das Leben\nuns\nDas Geschlecht\nMein Weib.\nNun brandet der Glanz\nRecken die Haare der Brunst\nDu bist das Fleisch\nMond von Erde fällt\nSchwingen Schiffe\nnieberührte Welt.\nInsel\nDich zertreten\nWir zermenschen\nBlühen Leichen\nAuferstehn zum Tode.\nDie Geliebte\nRette\nOhne Hilfe\nOhne Scham\nDich\nOhne\nDer Mann Komm\nTragen\nUns\nKein Wohin\nWeiter\nIn.\nDas Kind weint\nDie Geliebte ist die Frau.\nDie Frau Einst ist\nWiege drehen\nKreuz\nTropft Blut.\nDer Mann Mischen Blute\nRinnen\nNie entrinnen\nWechsel Wirren\nFindet Rausch im ewig Suchen\nTraum.\n♦\nDie Geliebte\nTrümmer\nSchlechten Stücke\nGlied der Sterne\nKein Fort\nBlut stößt mein Herz.\nDer Mann Du über Du.\nWorte morden Ich\nTat\nWieder Tat\nNieder Ich\nUeber Du Du\nDie Frau Wehen\nSchlafen Schläge\nKnie in Knie\nTriff\nLebt der Tod.\nLästern Tänze lächeln leiben\nBunten Blumen\nSpiel der Tage\nNacht tiert\nStummen Schreie\nSchweren Schritte\nFlug der Angst\nBleiben,\nDie Geliebte\nKreisen\nKammer\nFreude loht Vergehen\nBindet Abschied Wiederkehr\nFriedet heimlich\nHeim\ndie Friedeloseu\nRiegeln\nGatten\nTäuschen\nTausch\nLüge Lager\nMein Geschenk\nBleib.\nA:\nt ?\\,\nDer Mann Leib\nNichts Alles\nSehnen nichtet ailt Gewesen\nTraum mein Du\nNoch träume ich Dich\nWieder Du.\nBiegen die Gesetze schwarze Fahnen\no\nBahrtuch löchert Tag der Nächte\nDeine Augen\nDein Herz ist Dein Auge.\nHier bin Ich\nDie Geliebte\nRichte Mich\nDie Frau Gericht\nDer Mann Mein Recht.\nDie Frau Tragen Menschen\nTrächtig\nWir\nFrau\nSchuld am Menschen\nUntermenschen\nUeberschuld\nMeine Hüfte trägt den Mann\nWölbe Bahre\nBären Menschen\nFrucht getreten\nFehlen Tritte Fruchten\nKnospe\nBrüste Milche\nBlut\nMüttert Tier\nSpaltet Erde\nMehren tragen Staub und Samen Erde\nRollen Erde\nImmer rollt der Kreis\nMein Himmel\nErde trägt der Mensch\nDie Geliebte\nLicht trägt der Mensch\nDu Erde\nStrahlen ewig Licht\nFeuern Licht\nWelten tragen Staub und Samen Licht\nBauen Licht\nLiebe"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "25", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 536, "texte": "Blüte schenkelt Blute\nHerz\nSammeln\nFlügel\nFreien\nFrei Flug\nOpfer Menschen\nKreuze Strahle\nMein Flügel trägt den Mann\nUebermenschen\nUnterschuld\nSchuld auf Menschen\nFlüchtig\nWir\nHerz\nLichten Menschen\nDer Mann Erdenlicht\nZerbrennen\nMessern Flügel\nMensch um Mensch\nGrabt die Erde über Menschen\nIch zerkörpre\nEnde Du\nOhne Anfang\nSchlage Schlage\nKeine Flucht\nIch lebe\nLeib mein\nLeib trägt Leib\nMännlich weiblich\nFluch\nWir Trage\nDie Frau Schamlos\nDie Geliebte\nTreulos\nDer Mann Reulos\nDie Geliebte die Frau liebt das Kind\nt\nDer Mann liebt Nichts"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-05-15-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-05-15_01#c010", "volume": "bmtnabg_1918-05-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "21", "page_fin": "21", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.2.5.1", "titre_corps": "Fernand Léger: Akt / Zeichnung", "titre_sommaire": "Fernand Léger: Akt / Zeichnung", 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"Die Frühe der Städte I : Walter Mehring", "signature_source": "Die Brücke", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "25", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.9", "debut_caractere": 538, "fin_caractere_exclue": 3032, "texte": "Die Frühe der Städte I\nWalter Mehring\nDie Brücke\n\nEine weiße Wand\nDrei Türen, zu denen Stufen steigen\nEin Tisch\nEin Stuhl\nDas grüne Sofa\nDas Profil einer ältlichen Frau im Brautschleier\nDer Sohn (erscheint in der Tür trägt die Hacke):\nNie starb und keiner kennt Goldhaar erhängt die Klinge\nwächst aus allen Räumen\nDie Mutter (sitzt)\nDerS o h n :\nNie ahnt wo blutend lebt Schnittreife mäht die Träume\nkahl Um Kreuze Weinen Kreuz zerfällt der Tag Schwarz\ngittert Gold\nMutter, ich will das Grab bauen Schwesterchens Körper\nDie Mutter (lacht)\nDer Sohn (wirft die Hacke ins Zimmer)\nDie Mutter (geht nach der Hacke durch das Zimmer)\nDer Sohn:\n0 Du ja Du nach allem kommst Du geschlichen Meine\nSchwester hast Du auch\nDie Mu 11 er (legt die Hacke auf den Tisch)\nD e r S o h n (hängt nach der Hacke)\nDie Mutter (lächelt flicht ihr goldenes Haar)\nDer Sohn (streckt die Hand aus):\nSchwersterchen\nDie Mutter (Schwesterchens Stimme):\nBrüderchen WiillstDu nicht neben mir sitzen\nDerS o h n :\nO Mutter Du trugst mich über harte Erde In Deinem\nSchöße wurzeln meine Wunden Du hast mich aus der\nWelt gelöst\nDie Mutter :\nDu bist ja mein (führt ihn an der Hand zum Tisch)\nDerS o h n :\nDu mußt mir sagen wo Sie ruft immer Aus allen Nächten\nDie Tage schrein Ruft Mutter Und Streicheln splittern\nweiche Hände mich.\nDie Mutter (ohne Bewegung)\nDer Sohn (greift)\nDie.Mutter (blickt nach der Hacke)\nDerS o h n :\nIch knie ja Und Du hast sie geboren Ich bete Und Du\nhast sie geboren Du trugst das Grab in alle Welt Auf\nfremder Trauer wachsen meine Tränen.\nDie Mutter (summt und streicht das Haar):\nDein Vater, der ,die Welt gebaut\nDerS o h n :\nIch will das Grab bauen ich will den Himmel schließen\nIch will die in meine 1 räume sargen, damit ich an\nihrem Grabe knie.\n* ' '•' ES»? ;\nDie Mutter:\nZwei Sterne die am Kreuze stehn\nDie strahlen alle Augen blind\nEin goldener und ein weißer\nSchlaf Kindchen schlaf\nDerS o h n :\nWie schön Du bist Mutter Du wölbst Dich heilig über mir\nRings um die Schmerzen brennen Deine Worte Stern\ntropft Dein Schaun Mein Leben rauscht zur Tiefe Deines\nSchoßes i\nDer Schleier (strömt)\nDie Mutter (öffnet sich)\nDerS o h n :\nSchwesterchen ,\nDie Mutter (heiß inbrunstend):\nKüsse mich\nDer Sohn (graust zurück)\nDie Mutter (nah):\nDu Kind meiner Liebe\nDer Sohn:\nWie Du alt bist\nDi e Mu 11 e r (hüllt den Schleier um)\nPassanten gehen vorüber /grüßen tief\nTrau ernde sammeln sich vor jder mittleren Tür\nDer Sohn geht mitten durch die Trauernden\nDer Sohn:\nWer ist die Tote\nMann: - ,\nWir hatten so gehofft ;"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "26", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4013, "texte": "D e r S o hn:\nIst meine Schwester in dem Haus\nFrau:\nDie arme Seele hatte sich zu Tod verflogen Die\nMauern [\nDer iS o h n:\nDas Haus sargt uns ja alle ein\nDie Hacke reißt die Hände hoch\nMann (tritt zwischen):\nIhr Vater hat die Stadt gebaut\nDie Mutter (schreitet):\nIch bin die Braut\nEin Ruf (von innen); Sas Sas\nDie Mutter bebt alle verneigen sich\nDie Mutter :\n0 Du geliebter Bräutigam Oeffnet doch die Tür\nDie Tür (öffnet nicht)\nSingen von innen:\nMein Vater der die Stadt gebaut .\nMein Mutter grub den Liebsten ein\nDu rot geringt um meinen weißen weißen Hals\nDer Schleier (entblößt den Nacken)\nDer S o hn (reißt die Hacke hoch) ,\nDas Licht zersplittert Schreie fliegen auf\nDie Mutter (sitzt)\nDer Sohn (schläft an der linken Tür)\nDer Schleier (nistet auf dem Tisch)\nEin Mädchen (naht von rechts trägt drei graue Beutelchen)\nDas Mädchen (geht von Tür zu Tür hängt zwei graue Beu-\ntelchen schreitet zum Tisch)\nDie Mutter (trägt einen roten Schal)\nDas Mädchen:\nSonne kriecht nach mir Mond atmet mich an Mich fröstelt\nDie Mutter (fröstelt)\nDas Mädchen:\nErwachen zehrt den bleichen Tag Tränenkälte rinnt in\nmeinen Schoß Eis blüht Sterne meine Hand Gib mir den\nSchleier Mutter\nDie Mutter (legt den Schal um sie)\nDas Mädchen:\nWie das brennt Mutter Es lastet mich nieder\nDie Mutter:\nO Kind das ich am Herzen trug Der Schleier ist so erden-\nschwer Ich habe ihn um Dich getragen\nDas Mädchen:\nGib mir den Schleier Mutter\nDie Mutter:\nDu Wesen, das ich nie gebar Dich log meine Liebe Dich\nstarb die Sehnsucht Dir baut 'der Vater das Grab unserer\nLiebe\nDas Mädchen (greift)\nDie Mutter (blickt nach dem Schleier)\nDer Schleier (flattert, hängt am Haar des Mädchens)\nDie Mutter:\nDich trug ich nie Dich mordet mich Dein Bruder Und Du\nschreitest meine Seele himmelüber den leeren Schoß\nDie Stimme des Mädchens (von innen):\nMein Vater, der die Welt gebaut\nDas Mädchen:\nMein Bruder wird die Brücke bauen,\nDie mich zu ihm hinüber trägt — ——\nDas Mädchen schreitet blau schreitet hinterher\nDie Mutter (erlischt)\nDas Zimmer (erlischt)\nDas Mädchen (weit hinten):\nIch trage um Dich\nEine elektrische Glocke (lacht an der linken Tür)\nDie Mutter (sitzt)\nDer Sohn (sitzt)\nDie Lampe (glimmt das Zimmer an)\nDie elektrische Glocke (läutet schrill weiter)\nE i n K 1 e i d weht die Tür auf\nEdith\n(Gelb seide Rosa sieden Knie knospen)\nEdith :\nNein Haben Sie? Die Glocke fiebert Ich sehnte immer\nUnd jetzt sind wir Nachbarn\nDer Sohn (steht)\nEdith:\nIch will das grüne Sofa sehen Wie Sie blicken Sie machen\ndie Lampe blind\nDer Sohn (hebt die Hände)\nEdith :\nKleiner Heiliger Ich will das Zimmer Unser taufen Unsere\nSchultern werden sich küssen Und wir beten uns nackt\nDer Sohn:\nNein Sie dürfen nicht Wir haben nur das Sofa Nachts\nknie ich vor ihrer Tür\nEdith :\nIch will auf dem grünen Sofa sitzen Da muß mein Kleid\nblühen. Wer meine Sehnsucht pflanzen kann Ihre Blicke-\nknospen\nDer Sohn:\nNoch nie kam jemand Durch alle Türen gingen nur Fremd\nweidet kahl Du nahst Dich nah in meine Seele Dich\nund waldest Dich um meine Einsamkeit\nEdith:\nDu Knabe Du mein Gärtner Nun will ich Deine Liebe\nblühen Nun will ich deine Gluten schatten Deine Blicke\nbeten\nD e r 5 o hn:\nUnd führe mich nicht in Enttäuschung\nIL\nDer goldene Hintergrund\nDrei schwarze Türen\nDas grüne Sofa\nPassanten schreiten ein buntes Band von Passanten Pas-\nsanten Gewimmel\nDie mittlere Tür (schließt sich)\nZwei elektrische Glocken (schrillen)\nDie linke Tür (wird geöffnet)\nEdith (ruft):\nIch komme schon (der gelbe Sonnenschirm spannt flug die\nStäbe auseinander) Zu mir kommen alle Vor meiner Tür\ngeht Allewelt Ich bin alle Welt Es hat geklingelt\nEin Offizier (geht vorüber)\nEdith:\nHerr Offizier Ihre Sporen klingeln\nDer Offizier:\nVerzeihung Ich habe mich verabredet Meine Verlobte\nEdith :\nWie blutjung Sie sind Ja Männer liebe ich zu wem ich auf-\nblicke Und Ihre Augen stehn am Himmel\nDer Offizier:\nIch habe gelogen Mein Freund hat sich verlobt\nEdith :\nWollen wir Freunde sein? Auf dem grünen Sofa habe*\nich immer von andern geträumt Wir zwei sind eins\nEdith der Offizier (schreiten zum grünen Sofa)"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "27", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3864, "texte": "Der Sohn (kommt):\nHaben Sie den roten Militär gesehen?\nPassant:\nSie spielt mit ihm Draußen hat er drei Kanonen gestürmt\nsein eigenes Blut getrunken sie taucht ihre kühlen Hände\nin seine Schläfe Ihre Liebe spielt Fangeball mit seinen Kin-\nderängsten,\nDerS o h n :\nAber ich baue die Brücke Ich brücke meine Sehnsucht\nSternzustern In meinem Nacken fang ich ihr Umflattern\nMein Atem tropft in ihres Schreitens Wehn Sturm bläst\ndie Brunst in meiner Seele Segel Mein Sein ertrinkt Und\nstern ersticht mein Herz Aber ich baue die Brücke Stern-\nzustern brücke ich Dir, Edith, mich\nNacht\nDer Offizier hat den blanken Säbel auf den Tisch gelegt,\nkniet vor ihr\nFreund und Freundin (beieinander)\nDerS o h n\nBegegnen\nDer fSoh n:\nEuch suche ich nicht\nFreund und Freundin:\nWir haben uns gefunden\nDer Sohn:\nIch suche hinüber, weil ich das Glück finden will Morgen\nist alles zu Ende\nFreund und Freundin:\nDas Glück endet in uns\nDer Sohn:\nAber die Nacht vergeht\nFreund und Freundin:\nUnsere Tage sind unsere Nächte Jetzt ist es Tag\nDer Sohn:\nJetzt geht die Sonne unter\nFreund und Freundin:\nWir leben durch alle Tage\nWir leben durch alle Nächte\nWir leben in alle Ewigkeit\nWir leben alles in uns\nFreund und Freundin\nMädchen\nDerS o h n\nBegegnen\nDer Sohn:\nWas schreitest Du\nMädchen:\nIch schreite tausend Sterne in den gewölbten Himmel\nMädchen:\nEin Stern fiel in meine Brust Jetzt blicken alle Leute nach\nmir\nDer Sohn:\nW[as blickst Du\nMädchen:\nSchmale sehnige Finger greifen nach meinen Sternen\nherzauf\nDer Sohn:\nIch greife nach den Sternen und lasse sie durch meine\nschmalen sehnigen Finger rieseln\nMädchen (stöhnt)\nDer Sohn:\nWer greift nach Dir Wer kraust Dein Haar auf Wer\ngreift mit seinen blutenden Fingern nach Deinen nackten\nSchultern —\nMädchen (schellen Kichern)\nDer Sohn:\nIch presse meine blutenden Finger um das Silbersicheln\nEures Lächelns\nDie Mädchen (schellen Kichern)\nDer Sohn:\nDa fiel ein Stern\nFreund und Freundin (beieinander)\nMädchen\nDerS o h n\nE d i t h d e r 0 112 112 i z i e r\nBegegnen\nDer Sohn:\nWarum hast Du mich verlassen\nEdith :\nUnsere Liebe verließ mich nie Um uns ist Unser Und\nDu und Unser Und Sterne und Unser Und Tanzen Tau-\nmel Küssen Unser alle Erde\nDer Sohn:\nAber das grüne Sofa\nEdith :\nAlle knien vor mir Du kleiner Heiliger Und Du leidest für\nsie um Deiner großen Liebe willen\nDer Sohn:\nMeine Liebe zerreißt die Härte meiner Scham Die Schwä-\nche meiner Liebe, an der Du leidest Mein ganzes Sein zer-\nstücken Himmel Nie Und Ewig kreuzigt mich an Dein\nBeschreiten\nEdith :\nUnsere Liebe schreitet in dem Ringe unserer Hände Ewig\nnie\nDie Mädchen:\nNie schließt unsere Hände 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gestreichelt Um ihrer tiefen\nSchmerzen willen Ich log nie nie In alle Ewigkeit Amen\nDer Sohn (springt auf):\nIch erschlug alle Brücken Mich trug kein Hinüber Ich\nhabe vor Eurer Sehnsucht gekniet Da erschlug Gott\nmeine Träume Mein Schlaf ist ausgerodet Meine Träume\nsind waldeinwärts gewandert Mein Herz pocht an einen\nleeren Sarg Ueber mir im Gezweig meiner Nächte singt\nmeiner Schwester Seele von der Brücke ihres goldenen\nSeins\nDie Mutter (erkennt, kriecht heran, fängt Feuer)\nDer Sohn (reißt empor)\nDer Offizier (zieht sein flammendes Schwert)\nDie Mutter (sinkt getroffen, betet auf):\nIch trug an aller Welt um Dich Sas Sas hebe meine blinden\nAugen in Deine Sterne empor.\nDas Schwert zerbricht an einer Hacke\nDer goldene Hintergrund erdröhnt schwarz\nAllen Raum zerschrumpft dunkles Erdröhnen\nAlle Fernen (läuten)\nDie Steme (sind untergegangen)\nDas Frühlicht (hebt sich, trägt die Ferne)\nUeber den Türen läuten Glocken\nDie rechte Tür (öffnet sich)\nE i n H e r r in Trauer (trägt einen Kranz)\nEs schneit\nDer Herr in Trauer:\nHast Du ihr den weißen Schleier gegeben?\nDie Mutter (schieiert die Hände vors Gesicht)\nD e r H e r r i n T r a u e r:\nHast Du Deine weißen Hände auf ihr Grab gelegt?\nDer Herr in Trauer:\nSiehst Du meine Finger fielen dorr in Deinen Schoß Da-\nraus wuchs meine Sehnsucht kreuz in alle Welt Mein Lei-\nden wuchs aus aller Welt in mich Und ich habe Deine\nHände gesegnet, damit sie meine Sehnsucht tragen\nDer Herr in Trauer (legt den Kranz an der Türe nieder):\nAber meine Sehnsucht war so unendlich Darum ward sie\nnie,erfüllt Darum erfüllt sie sich in dem Grab unserer\nLiebe\nDer Herr in Trauer:\nAlle Wesen suchen Dich Du Wesen meiner wesenlosen\nSehnsucht Dich Du meine Braut Du schrei-\ntest die Geliebte Du lächelst ihr Berühren Du streifst\n- alle Heimlichkeit von Deiner Seele Rosenweiß Du bist\nAller Seelen Alle Herzen läuten Alle Wesen singen den\nPsalm Deines goldenen Seins!\nDie mittlere Tür (öffnet weit)\nAlle erwarten, aber es 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Euer Schreiten hinüber\nDie Mädchen (kichern leise):\nDer Mond unser kleiner Bruder Unsere Sterne und unser\nVater, der unsere Träume immer den blauen Prinzen\nschenkt (schreiten fort)\nDer Sohn (neben Edith):\nIch habe Dir mein Beten geschenkt Du Blonde hast meine\nAugen erblindet Schenke mir den Glanz Deiner Nächte\nEdith:\nMein kleiner roter Offizier ist ein großer Eroberer\nDer Sohn:\n* '\nAber ich baue die Brücke Uns.\nEdith:\nSein gutes Schwert schlägt alle Wege ein (schreitet fort)\nDer Herr in Trauer die Mutter (stehen beieinnader)\nDer Sohn (schleicht vorbei und sucht):\nSas Sas\nV ater und Mutter :\nWir ruhen Wir Tragenden Wir werden getragen Hinüber\nschwingt unsere Ruhe\nDer Sohn (suchmüde kauert an der linken Tür)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-05-15-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-05-15_01#c013", "volume": "bmtnabg_1918-05-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, 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Er be-\nschäftigt sich daher mit mir, da doch der Lokalanzeiger wenig-\nstens einmal im Jahre über den Sturm schreiben lassen muß.\n„Herwarth Waiden ist vielseitig und rührig. Er ist hartnäckig,\nzielbewußt nach dem Berliner Grundsatz: Nur nicht locker\nlassen.\" Wenn Herr Hnn zeitgemäß wäre, hätte er mir den\ndeutschen Grundsatz Durchhalten zuschreiben sollen. Es ist\nzwar 'durchaus nicht angenehm, sich fortwährend mit Konso-\nnanten zu beschäftigen, die nicht einmal zu einem Namen aus-\nreichen, Aber selbst wenn diese Herren sich bis auf die Kon-\nsonanten einschränken, kann ich sie doch noch klingend ma-\nchen. Wenn einer durchhält und wenn er nun einmal stärker\nist, verlieren die andern immer die Haltung. Herr Hnn „wun-\ndert sich deshalb nicht, daß sich mein Geschäft vergrößert hat.\"\nDie Herren vom Lokalanzeiger haben nun eben einmal den\nsechsten Sinn für das Geschäft und die Kunstkritiker der Ber-\nliner Tagespresse sehen zwar keine Bilder, aber dafür überall\nein Geschäft, wo man auf ihre Geschäftigkeit und sogar über\nsie hinaus bis auf den Anzeigenteil ihrer Firma verzichtet, Des-\nhalb kann Herr Hnn es nicht unterlassen, seine Unfähigkeit mit\nder sogenannten Ironie selbst zu bestätigen: „Was sind Wider-\nstände? Was ist Spott? Der Sturm lebt, der Sturm fegt Vor-\nurteile weg, Der Sturm knickt Menschenleben. Tod dem Phi-\nlister! Tod dem Ewig-gestrigen! Und Tod, erbärmlichen Schin-\ndertod jeder Art von Kunst, die klar ist.\" Nämlich dem Hnn.\n„Pah, wer malt heut noch die Natur ab! Eine Metzeist sie —\neine Nichtnutzige, die sich allzulang für jedermann zum Ge-\nbrauch feil hielt.\" Es ist jedenfalls sehr wohlfeil für jedermann,\nnach dem Gebrauch Metze zu sagen. Den Willen der Natur,\nsich von jedermann abmalen zu lassen, soll der Hnn erst einmal\nnachweisen. Nach dieser sexuellen Aufklärung mit materiel-\nlem Hintergrund, ein Bild für den Lokalanzeiger, sucht der Hnn\nin den Bildern herum und findet schließlich voller Freude das\nHaus: „Man freut sich schließlich, wenn man ein Haus gefun-\nden hat, in dem sich ein logisches Gesetz verkörpert,\" Der\nHnn möge seiner Firma raten, auf dieses Haus eine Hypothek\nzu nehmen. Das ist die einzige Logik, die das Gesetz dieser\nKunstkritik verkörpert. Man freut sich schließlich, wenn man\nein Haus gut angelegt hat.\nDer Sonne bringt es an den Tag\nMan sollte es nicht glauben, aber der Hauptschriftleiter der\nIllustrierten Zeitung zu Leipzig ist ein Professor. Vielleicht ist\ner jetzt sogar Studienrat. Das kann man nämlich nie wissen.\nJedenfalls weiß ich jetzt, daß er außerdem Otto Sonne heißt\nund daß die Kritik der Illustrierten Zeitung fehlt, v/eil der\nHauptschriftleiter sie in der Leipziger Zeitung mißbräuchlich\nanwendet. Alle diese Weisheit verdanke ich Herrn Professor\nOtto Sonne selbst. Und nicht damit genug, ich verdanke ihm\nauch eine Kritik. Die Direktion des Leipziger Schauspielhauses\nhatte Rudolf Blümner zu einem Vortrag der Sturm-Dichtungen\neingeladen. Die Sonne schien freundlich, der Sonne erschien\nunfreundlich und verdunkelte sich. Wenn auch mit Bedauern:\n„Es tut uns herzlich leid, daß gestern das künstlerische Ergeb-\nnis just dieses Gliedes in der von Herrn Direktor Viehweg\nmit überlegener Hand geschaffenen sonntäglichen Vor-\ntragskette ein so befremdendes war, vielmehr sein mußte . , .\nausgerechnet mit einem Vortrag des Herrn Dr. Rudolf\nBlümner über expressionistische Kunst aufzuwarten, das be-\ndeutet ein keckes Wagnis, zu dem nur eine unerklärliche Kurz-\nsichtigkeit oder ungenügende Vertrautheit mit dem in .brage\nkommenden Stoffgebiet die Hand gereicht haben\nkonnte.\" Die erklärliche Kurzsichtigkeit des Sonne hat bereits\nnach zwei Sätzen übersehen, daß die überlegene Hand dieselbe\nHand ist, die just dem Wagnis ausgerechnet mit einer unerklär-\nlichen Kurzsichtigkeit die Hand gereicht hat. Die schreibende\nHand des Sonne ist nicht überlegt, hat aber dafür eine ungenü-\ngende Vertrautheit mit dem in Frage kommenden Stoffgebiet.\nLeipzig wird \"neuorientiert'1. Der Sonne ist geblendet: „Der\nVortragende .... ist einer der agitatorischen Bannerträger\ndes in Berlin schon in einer ganzen Reihe von Jahren mit zäher\nSchaffenslust um den glaubhaften Beweis seiner Daseinsberech-\ntigung und Entwicklungsmöglichkeit ringenden, geschäftlich\ndurchaus vom Egoismus der Gegenwart geleiteten Unterneh-\nmens, das unter dem vielsagenden Namen Der Sturm danach\nstrebt, alle Elemente, die der Kunst in Wort und Bild neue\nWege und neue Ziele glauben weisen zu können, in einer groß-\nzügig gedachten Organisation miteinander zu verschmelzen.\nMan muß schon ein geschwärztes Glas nehmen, wenn man sich\nin dieser Sonnenfinsternis zurechtfinden will. Just dieser Satz\nillustriert das vergebliche Ringen um die Daseinsberechtigung\ndes Hauptschriftleiters und seiner Illustrierten Zeitung, die ge-\nschäftlich durchaus nicht vom Egoismus der Gegenwart geleitet\nist. Sie fordert nämlich seit Jahren zur Aufgabe von Anzeigen\n(auf Hochdeutsch Annoncen) auf, während ich durch kostenlose\nAnzeige dieses Sonne die Illustrierte Zeitung aufgebe. Sie hat\nkeine Daseinsberechtigung. Ihr Stoffgebiet kommt nicht in\nFrage, er aber, der Sonne, ich kann nichts für den Artikel, ist\nausgerechnet ungenügend vertraut. Er hält sich nämlich für be-\nkannt, während ich ihn hiermit erst an den Tag bringe. „Unter\nden Waffen, mit denen Der Sturm kämpft, ist eine ständige, in\nder Potsdamer Straße befindliche, Werke der Expressionisten,\nFuturisten und Kubisten umfassende Kunstausstellung wohl\nnoch die bekannteste.\" Da hat der Sonne schon vorbei ge-\nschossen. „Wesentlich beschränkter ist schon der Wirkungs-"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "30", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 6546, "texte": "kreis seiner unter dem gleichen Namen erscheinenden Monats-\nschrift für Kultur und die Künste, einem Produkt, dessen Inhalt\nnamentlich in illustrativer Hinsicht von abnormer Häßlichkeit\nund perversen Spielereien strotzt.\" Die Monatsschrift Der\nSturm ist nun zwar die einzige deutsche Kunstzeitschrift, die\nkeine Illustrationen enthält, aber der Sonne hält seine Illustra-\ntionen für Bilder, die allerdings in illustrativer Hinsicht von\nnormaler Häßlichkeit strotzen, so daß man von einer Perversität\ndes Geschmacks sprechen kann. Dem Perversen ist eben Kunst\npervers. Hierauf wird der Sonne vorsichtiger: ~Von der öffent-\nlichen Meinung meistenteils unbehelligt aber\ndürften schließlich die Sturm-Abende sein, an denen dem\nWissen der Weisheit und dem Schöpfungsdrang dieser Künst-\nlergruppe in Form von Vorträgen Ausdruck verliehen wird.\"\nDer Sonne, bisher unbehelligt, hat hier seine öffentliche Mei-\nnung über seine Fähigkeit verliehen. Er ist so mittellos, daß ich\nihm gern umsonst ins rechte Licht setze, so weit wenigstens, als\nes mein geschäftlich durchaus vom Egoismus der Gegenwart ge-\nleitetes Unternehmen gestattet. „Um die expressionistische\nDichtkunst in ihren letzten Extremen, in ihrer ganzen Nackt-\nheit nur als psychopathische Kuriosität zu erfassende Unerträg-\nlichkeit vorzuführen, dazu kam er nicht. Wahrscheinlich war\nihm auch davon abgeraten worden.\" Nacktheiten dürfen eben\nnicht vorgeführt werden, selbst wenn sie meistens psychosym-\npathisch auf das sehr geehrte Publikum wirken. Mir bleibt es\nwenigstens vergönnt, den Sonne als Kuriosität zu zeigen. Der\nArtikel des Sonne wirkt allerdings auf die Dauer unerträglich.\nAber wozu ist schließlich die Psychopathie erfunden. Nach-\ndem Herr Sonne nunmehr zwei Sätze von je zehn und fünfzehn\nDruckzeilen niedergeschrieben hat, denen er nicht einen Aus-\ndruck 'zum Nachdruck verlieh, schließt er seine Illustration mit\neinem schlichten Satz von vierzehn Druckzeilen über August\nStramm: „Namentlich die schreckensvollen Kriegsbilder des\nLetzteren, der bis zu seinem auf dem russischen Schlacht-\nfelde gefundenen Tode eine der unentwegtesten Stützen im\nSturm war, gingen bis hart an die Grenze des Erträglichen, und\nschon fing die Oppositionslust an sich zu regen, als durch die\nvon Herrn Blümner in Folge des überspannten Schreiens nur\nsehr zum Teil verständlich gemachte Phantasie „Die Mensch-\nheit\" die Vortragsreihe geschlossen wurde, sodaß man sich mit\nerleichtertem Aufatmen von der Stätte eines verlorenen Vor-\nmittags trennen dürfte, um draußen im prangenden Frühlings-\nsonnenschein Erholung zu suchen von der nervenkitzelnden Be-\ngegnung mit diesen ärgerlichen Spottgeburten von mondäner\nEitelkeit und irregeleitetem Menschenwitz.\" Dieser letztere\nSatz ist nicht zu steigern. Man kann nur erleichtert aufatmen,\ndaß man nicht noch länger in den Sonne gehen muß, der in irre-\ngeleiteter Eitelkeit prangt. Freilich, für Leiter und Leser der\nIllustrierten Zeitung muß Leben und Tod als Nervenkitzel wir-\nken. Für diese Herrschaften besteht die Natur aus prangendem\nFrühlingssonnenschein und nur insoweit, als man dazu an einem\nSonntag Vormittag draußen Spazierengehen kann. Kunst stört\ndie Behaglichkeit. Künstler sind überspannt. Der Sonne spannt\nden Regenschirm auf und fühlt sich geborgen. Und wenn der\nSchirm sich überspannt, fällt auch der Professorenhut. Die\nGlatze glänzt. Die Sonne bringt es an den Tag. Ich bringe den\nnackten Sonne in den Sturm.\nAnmerkung\nDie Illustrierte Zeitung, herausgegeben im Auftrag des Ver-\nlages J. J. Weber Leipzig, ist ein durchaus nicht geschäftlich\nvom Egoismus der Gegenwart geleitetes Unternehmen. Das\nneuste Heft Nummer 3904, einhundertfünfzigster Band, Preis\n2 Mark, besteht aus 36 Seiten und zwar enthält es außer dem\nTitelblatt achtzehnundeinehalbe Seite Text und Illustratio-\nnen und nur sechzehnundeinehalbe Seite Anzeigen zum bil-\nligen Preis von einer Mark fünfundsiebzig Pfennig für die ein-\nspaltige Einheitszeile. Weniger weit kann man den ungeschäft-\nlichen Egoismus nicht treiben. Die Anzeigen sind außerordent-\nlich interessant. Sie schmücken sogar den Text und die Illu-\nstration vor dem Ende des redaktionellen Teils. Man erfährt\ndort, wie ein Wunder jeden Hautausschlag beseitigt, wie alle\nKrankheiten ohne Kohlen Linderung und Heilung finden, wie\nman sammetweiche Haut erreicht und wie man in Tabletten\nbaden kann. Das erfährt man alles redaktionell, hauptgeschrift-\nleitet von Herrn Professor Sonne. Zur Illustrierung der Illu-\nstrationen der Illustrierten Zeitung sei hier eine Symbolische\nZeichnung von Professor Horst-Schulze wiedergegeben. Die\nZeichnung ist symbolisch und bedarf deshalb einer Erklärung,\nMan sieht in der Mitte oben ein Pferd, das an Isschias leidet.\nAuf ihm sitzen zwei nackte, also psychopathische Männer, von\ndenen der eine den andern Fuß verbunden hat. Unter dem\nVerband befindet sich wahrscheinlich die Hautsalbe gegen\nBeinschäden, empfohlen auf Seite 474 der Illustrierten Zeitung.\nIn der Mitte unten befindet sich ein schwarzes Pferd. Auf ihm\nsitzt gleichfalls ein Mann mit einem Tigerfell und Schwimmbe-\nwegungen. Man beachte besonders das Auge dieses schwarzen.\nPferdes, wie es leicht entgeistert auf die Landschaft blickt, die\nsich rechts unten bis zum. Strich des Klischees ausbreitet.\nRechts oben ist ein zu sehen, der sich aus einem\nEisenbahntunnel ergießt. Das obere Pferd fühlt sich belastet,\nweil es mit zwei festgebundenen Füßen auf dem schwarzen\nPferd stehen muß. Das ganze ist symbolisch zu verstehen.\nNähere Auskunft wird sicher durch die Hauptgeschäftsstelle\nder Illustrierten Zeitung erteilt. Und alles zusammen kostet\nnur zwei Mark. Da die Zeitschrift Der Sturm keine Anzeigen\naufnimmt und zwar als einzige deutsche Zeitschrift, muß ich\neben redaktionell für die Geschäfte dieser Zeitung eintreten.\nUnd zwar kostenlos. Während sich der Preis in der Illustrier-\nten Zeitung für Anzeigen auf Seiten mit Text nur auf zwei Mark\nfünfundzwanzig für die einspaltige Einheitszeile erhöht. Noch\nmehr. Um zu beweisen, daß diese Illustrierte Zeitung geschäft-\nlich nicht vom Egoismus der Gegenwart geleitet wird, verlangt\nsie bis auf weiteres zu diesen soliden Preisen nur einen Kriegs-\nzuschlag mit zehn vom Hundert. Die Leser der Illustrierten\nZeitung sollten dem Verlag J. J. Weber dankbar sein, daß sie\nfür die sechzehn und eine halbe Seite Anzeigen nur zwei Mark\nbezahlen müssen. Der Text ist nicht zu lesen, er wird daher\nhoffentlich recht bald noch weiter eingeschränkt. Nur die\nsymbolischen Illustrationen müssen bleiben. 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August Stramm: Sancta\nSusanna / II: August Stramm: Rudi-\nmentar / III: Mynona: Fur Hunde und\nandere Menschen / IV: August Stramm:\nDie Haidebraut / V, August Stramm: Er-\nwachen / VI: Aagc von Kohl: Die Hange-\nmatte des Riuge / VII: Adolf Behne: Zur\nneuen Kunst / VIII: August Stramm:\nKrafte / IX: Aagc von Kohl: Die rote\nSonne / X: Aage von Kohl: Der tierische\nAugenblick / XI: August Stramm: Ge-\nschehen; / XII: August Stramm: Die Un-\nfruchtbaren / XIII: Peter Baum: Kyland /\nXIV: Lothar Sehreyer: Jungfrau\nJedes Sturmbuch 90 Pfennig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-05-15-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-05-15_01#c020", "volume": "bmtnabg_1918-05-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "31", "page_fin": "31", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "31", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.15", "debut_caractere": 3346, "fin_caractere_exclue": 3824, "texte": "Musik\nHerwarth Walden\nGesammeJte Tonwerke\nEntbietung / Werk 92\nDichtung von Richard Dehmel\nFur Gesang unci Klavier / 2 Mark\nZehn Dafnislieder / Werk 11\nZu Gedichten von Arno Holz\nFur Gesang und Klavier / 3 Mark\nDie Judentochter / Werk 17\nFarbige Umschlagzeichnung von Oskar Kokoschka\nFiir Gesang und Klavier 112 1 Mark 50 Pfennig\nSchwertertanz I Werk 18\nFiir Klavier / 4 Mark\nDer Sturm / Heeresmarsch / Werk 21\nFiir Klavier / 1 Mark\nTanz der Tone / Werk 23\nFiir Klavier / 3 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-05-15-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-05-15_01#c021", "volume": "bmtnabg_1918-05-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "31", "page_fin": "31", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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August Stramm IX.\n11. Herwarth Walden X.\n111. van Heemskerck XI.\nIV. Kandinsky XII.\nV. Rudolf Blumner XIII.\nVI. Campendonk XIV.\nVII. Peter Baum XV-\nVIII. 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Carra / Max Ernst / Lyonel Feininger /\nEmiS Filla / Albert Gleizes / Otto Gut-\nireund / Oswald Herzog / Sigrid Hjerten\nGriinewald / Isaac Griinewald / Johannes\nItten I Alexei von Jawlensky / Paul Klee /\nOskar Kokoschka / Otakar Kubin / Fernand\nLeger / Franz Marc / Jean Metzinger /\nFrancis Picabia / Georg Schrimpf / Gino\nSeverini / Arnold Topp / Maria Uhden /\nMarianne von Werefkin"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-05-15-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-05-15_01#c028", "volume": "bmtnabg_1918-05-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "32", "page_fin": "32", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "32", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.16", "debut_caractere": 1419, "fin_caractere_exclue": 1922, "texte": "Kunstschule Der Sturm\nLeitung ; Herwarth Walden\nZweites Jahr\nUntcrricht und Ausbildung in der\nexpressionistischen Kunst\nBiihne / Schauspielerei / Vortragskunst /\nMalerei / Dichtung / Musik\nLehrer der Kunstschule Der Sturm\nRudolf Bauer\nRudolf Bliimner\nCampendonk\nJacoba van Heemskerck\nPaul Klee\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nLothar Schreyer\nHerwarth * Walden\nSprechstunden der Leitung der Kunstschule Der\nSturm: Dienstag, Mittwoch, Freitag, Sonnabend\n4—5 J Das Sekretariat ist taglich von 10—6 ge-\n-Bffnet"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-05-15-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-05-15_01#c029", "volume": "bmtnabg_1918-05-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "32", "page_fin": "32", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "32", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.16", "debut_caractere": 1924, "fin_caractere_exclue": 2187, "texte": "©ffentliche Vortrage\nJedc Vortragsreihe 5 Mark\nVcfrtragsreihe7\nLothar Schreyer: Der Expressionlsmus\nSonntags 11—12: 21. 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HBI - * 8 ffipßiiß-\n|£Sfläll llißll 888 «BÜk IL MSSBr IEBSra» Jm ®iäi Mi W Wsl&m\n• •\"» < '> «gr «BBBfla P*&- MKtm HflflHH, -J PUBMM| raggg& jagl ■' '■<%j&?&s4\nMONATSSCHRIFT FÜR KULTUR UND DIE KÜNSTE\nmiHIM !■ ■HUI ii iiihwm imwm Uli MI'WHH nmim lii lii lii MIIIHI IM—IWM—UMIIIIMMI UM lIMMiMIinBWWnMn—IMWITTTi—IIF WlMl—)ir——\nRedaktion und Verlag\nBerlin W 9 Potsdamer Straße 134 a\nHerausgeber und Schriftleiter\nHERWARTH WALDEN\nKunstaus Stellung\nBerlin / Potsdamer Straße 134 a\nNEUNTER JAHRGANG\nBERLIN MAI 1918\nZWEITES HEFT\n\nInhalt:\nHerwarth Waiden: Kurt Striepe / Kurt Striepe: Gedichte / Lothar Sohreyer: Klage / Walter Mehring: Die Frühe der Städte /\nHerwarth Waiden: Geschäftliches; Hmm / Der Sonne bringt es an den Tag / Jacoba van Heemskerck: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt /\nFernand Leger: Akt / Zeichnung / Arnold Topp: Zwei Linoleumschnitte\n\nJacoba van Heemskerck: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "18", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.2", "texte": "Kurt Striepe\nHerwarth Walden\nHier fiel ein Kämpfer und ein Deutscher. Unverhohlen und un-\nverhehlt blauten seine Augen treu zur Sonne. Blondschlichte\nGüte schmiegte um sein Haupt. Kraft war sein Mut. Mut seine\nKraft. Ein Reisiger zog von der Stube auf ins Feld. Ihm galt\nes, frei zu werden. Frei in dem Kampf zum Endkampf seiner\nBlutsehnsucht. Das Spiel der Kräfte suchte er zur Kraft des\nSpiels. Zur Kraft des Spiels, das Kunst ist. Jugend stürmte\nhell aus seinen Adern. Jugend trotzte tief in seinem Blute. Mit\nharten Fäusten schwang er die Granaten, sein übervolles Herz\nzu lösen. In Siegeshoffen fiel er hin, sprang auf und fiel und\nsprang und fiel und sprang. Nun liegt er hingebreitet auf der\ngrünen Erde.\nIch streichle Deine blonden Haare. Du junger, junger Mensch,\nder Du zu Gott Dich aufrankst. Du Gläubiger in Kunst. Schon\nblühte sie aus Deiner Brust. Weich leg ich meine Hand auf\nDeine Knabenstirn. Im Himmel aller Kunst wird Deine zarte\nBlume leuchten. Im Kinderland der Gläubigen wird man sie\nlieben.\nUnd wenn Du fielst, noch steh ich. Neben Dir.\nEin Stern zerspringt. Ich leuchte seinem Glänze.\n\nGedichte\nKurt Striepe\n\nEmpfangen\nTief in mein Rotblut schmiegt sich Deine Seele\nAuf Deinem Herzen glüht ein weicher Tropfen\nMein Mund neigt still sich über Deinem Herzen\nSehr durstig bangen meine schmalen Lippen\nUnd von dem Tropfen\nVon dem roten Tropfen\nSchwingt in mein Herz sich Deine große Sehnsucht\n* ik\n*\nDeine Augen sind stilles Begreifen\nIm Schweigen Deines Munds glüht unsere Liebe\nMir kränzen Deine Hände lichte Kronen\nBald unter Deinem Herzen unsrer Liebe Glück blüht,\nBin ich Dir Knecht\nDu\n\nMärchen\nHeiße Schwäne grüßen morgens unser Fenster\nWellen heißes Blut rauscht Deine Lust.\nKleinod keuschen Liebe Deine Hände.\nDeine Augen spielen Abendsonnen Morgen.\nTräume wachsen fülle Brüste.\nMärchen gaukeln wirr im Haar Dir,\nDu\nund im Sterben\nDu\nnoch im Sterben sind wir heimlichstes Geschehen.\n* -k\n*\nAus runden Armen blühen Deine Hände,\nein nimmersatter Glanz küßt sie hinauf,\num Rosennägel schmiegt Dein Lachen Schweigen.\nDu bist ein Meer\nich bin ein Felsen drin voll Sehnsucht.\nDu bist ein Land\nich bin ein Bach, der Dich durchrauscht.\nDu bist mir Abend,\nDu der Morgen,\nDer Himmel\nDu —\nBlau und voll goldner Vögel,\nDu bist die Heiligkeit im Dom,\ndie mich erschauert.\n* * *\nRings turmein Träume\nSilberne Nacht.\nGlühender Mund\nDu\nLeuchtendes Leben.\nMond küßt Süßlippen.\nBeben\nSterben lieben Lippen,\nLippen sterben Murmeln\nDu\nDich\nDu\nBach plätschert hell.\nLiebe ist Sonne\nSonne Dein Mund\nMund mein Gebet.\n*\nRings turmein Träume\nAber Du,\nGeliebte,\nDu\nträumst Nächte in den blanken Himmel,\nDeine Sterne staunen Wunder.\nDeine Augen sind Sterne.\nDeine Hände süßen Schweigen,\nfrommen in mich hehre Andacht\nDu.\n\nSehnsucht\nFieber rauscht in meinen Adern,\nGlut stürzt Bergstrom zwischen Felsenstein\nNach Deinen Augen tasten meine Hände\nAuf Deinen Mund glüht Sonne heiße Spiele\nIch lechze sehr nach Deiner Lippen Tau,\nnach schwarzem Glanz aus Deinen fragen Augen,\ndem Duft vom Haar und Deiner weißen Hand\nIm Wogen Deiner Brüste bin ich süß\nStumm wird mir Mund\nDie Hand verkrampft\nStarr wird mir Blick\nBald\nWürgt mich die Schlacht\n\nIch\nIch will ganz weiß durch Sommergärten gehen,\nAugen siegen mir Tod und Nacht.\nIn meinen Händen glühen sanfte Lichte.\nIch will ganz sanft zu Deiner Seele gehen,\nHände halten liebend Dir Versprechen\nIn meinem Herzen wehe ein flammer Wunsch.\nIch will in Deinen Händen sonnenglüher Wald sein.\nIch will in Deinen Armen Bach durch Blumen sprudeln.\nIch bin ein helles Klingen unter Deinem Munde."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.3", "texte": "Klage\nLothar Schleyer\n\nLeiber Leiber\n%\nKreis\n. i\nSchlag\n\" i - .«•\n'\nLicht\nDerMa n n Du\nDie Frau Ich\nDer Mann Nächte\nDie Frau Tage\nDer Mann Einst um Ewig\nNie\nDie Frau Ein\nEndet Anfang\nDich,\nDer Mann Nein!\nDie Frau Aus.\nDer Mann Mitte\nFassen\nDich Du\nHalten\nDu Dich.\nLebt Mein\nOpfer\nFeuer\nMich\nDu Gesehnte.\nDie Frau Schenken\nSchaukel\nSchwanke\nWeite nahe\nSpiel der Spiegel.\nSpaltet Schoß\ndas Grab\nFlucht.\n*\nDer Mann Dir nach\nMir nah.\nFetzen Fesseln\nGlieder lösen\narme Glieder\nGleiten.\nGlimm glänzt Traum der Monde\nBlüten stehn im Baum\nFallen Frucht in Stein.\nStarr Not\nDu blüht Du.\nDie Frau Reifen\nT anz\nHerz köpft Glück.\nNeigen Stunden böse Zeiger\nSteigen Zeichen Stern an Stern\nSpannen Drähte Seile\nMensch zu Mensch.\nReißen Bande\nWehen Bänder\nFlammen\nUeber Füße\nHände\nBrüste\nBrand\nMein Haar.\ni\nDer Mann Dunkelt Gold\nRöten Wir\nSuchen Wir\nDich\nIch\nMich\nBauen\ndie Splitter der Sonne.\nSturz der Häuser\nWühlen Betten\nDein mein Leib\nRingen die Körper\nBrechen die Ringe,\nKein\nLeer ist der Körper\nFessel fängt Nichts\nFang Fund Fraß\nRausch\nWach.\nDie Frau Blick\nFremdet tastet um\nLocken ringeln Finger\nMich berühren Fremde\nLeise leiden lüsten\nTief zerglühen Brausen\nMänner.\nDer Mann Schweigen\nIch an Du\nNie Du\nNie in\nNie Mir\nWissen\nZwei zereint\nTölpeln\nLachen\nHochzeit\nWitz\nVergessen\nEssen\nTrinken\nGatten\nSchmutz der Scham\nLeuchte.\nDie Frau Du hast mich geschmückt\nDu hast mich gemacht\nDu hast mich nicht\nHaß.\nAeltelt Haar\nmein Haut\nStäubt samt\nKelche\nWelke\nGrinst greist Gram\nEwig Liebe.\nDer Mann Du bist kein Schmuck\nDu bist gemacht"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.4", "texte": ".Du bist nicht Ich\n! l\nLiebe.\nHaar nicht\nHaut nicht\nGlied nicht\nBrust nicht\nFlieht der Körper\nSehnen.\nDie Frau Schwur\nGeschwüre\nWunder\nWunden\nBraut\nkein Wieder\nSchwenden Denken\nEinmal noch\nNicht.\nGrauen unter warmer Hand\nMißtraut Angststurm Herzen\nTrauer\nLippen Augen.\nKeiner sieht meine Füße verloren.\nDer Mann Warten\nWarten\nWarten\nMensch.\nSchläfert die Tat\nTreiben im Trieb\nFort.\nBleicht das gewohnte Fleisch'\nBlind umfange Frau Du\nMich geschändet Dich\nSünde.\nWarterr.\n.Die Frau So geschieht.\nLüge lächelt\nstreichelt Täuschen\nSchläge\nHändefassen stummt den Mund\nSieht Ich\nDein Not Dein Frevel\nNicht Dein Wollen\nWir und Müssen.\nDer Mann Muß will\nDu\nWehen tragen Dich weit\nInnert Erinnern kein Trost.\nNicht Fragen\nWorte sterben Leben\nTod\nDein Mich\nbärt\nHart.\nBitten\nSchweigen.\n-Die Frau Kein Können\nKlammern\nSticken\nStehn\nUns fallen fern von Wir\nIrren\nWege\nKreuze\nNagel\nSchlecht mein Opfer\nMenschen schlachten Leib der Seele\nBlutet mein Bett\nBlüte dorrt Licht\nTrockne Augen\nScheu.\nDer Mann Geh\nBitter\nDenkt Gedanke Bohren\nDank\nLetzt Verlassen.\nKalt\nWenden Schreiten\nNamenlos.\nDie Frau Los\nKeiner löst\nRiß\nErde tropft die Sonne im Mittag.\nNiemand ufert den Abgrund Berührter\nDu hast mich berührt\nLager\nTod in Geburt\nNimm\nGeh.\nDas Kind weint.\nDie Frau ist die Geliebte.\nDie Geliebte\nEinsam\nSehnen\nMir Begegnen\nGegen alle Mich\nMal herzt Stirn\nEin.\nDer Mann Wehen schütten Steile\nZitter blickt\nDu bist\nDu Du Du\nDie Geliebte\nSchwer Wachen\nWunsch\nAugen\nSchrecken lächelt\nSchwingen Geben\nNimm\nDer Mann Dein Augen\nSturm\nMeer Blitz Blende\ntief.\nBlonden jäh Urwälder die Welt\nMit Dir Uns\nWir Erde sternen Licht\nTag\nWissen.\nEine Stunde eint\nDa ist die Eine\nEin brennt das Mal\nSinken\nSenken\nEigen\nSchlag entblößt Dein Herz\nDa Du.\nMich sieht Ich\nEinmal ewiges Mal"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "21", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.5", "texte": "Fernand Léger: Akt / Zeichnung"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "22", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.6", "texte": "Branden Wir\nKrone\nReif\nIn.\nDie Geliebte\nRätsel\nKein Rat\nGabe,\nZart faßt Wende Not\nKomm\nWagen Staunen\nDu mein Warten\nLeise landen Segel heiß\nNamenlos\nSprich\nDer Mann Spät bist Du gekommen.\nWieit rollt mein Leben die Erde\nMütter sterben Dir\nFrau\nHeimliche Frühe\nHeime zerfrühen\nWelt Du\nSchenken,\nBlickt Geschehen schlingt\nWir\nAll grenzt Kein\nDein Sein\nSei.\nDie Geliebte\nDu\nDir bin ich rein\nMannberührt\nGib vergib\nHeim bin ich gekommen\nUns.\nWandern Wandern\nWüsten sanden\nMeere\nwellen Wüsten\nHimlmel\nBad\nTiere Blicke lang\nWeiter\num\nvorbei\nZu Du.\nDer Mann Stirbt Vergangen\nGang auf Leichen\nUnsichtbare\nIch vergesse\nDu Vergessen\nStrömt der Mensch\nSturz\nGlück.\nDie Geliebte\nNiemals Denken\nHingegeben\nBlühen Steine Blumen\nMeine schmalen Tiere atmen\nFlanken flackern\nSonnen die Gerüche\nWunder\nWandel\nWach,\nDer Mann Keusche\nZart zerglühen\nWild zerglühen\nTiefen Träume auf\nUeber über\nDu fliegt Ich\nSingen\nSanft umfestet\nFeier\nFrei\nDie Geliebte\nNiemals Ende\nNiemals Werden\nDein\nSein\nMein\nDas Ist\nWir Glück\nWeltlos\nNur Schoß\nDer Mann Immer\nRuhe\nMenschlos\nAll\nDie Geliebte\nLauschen\nO\nTot\nHauch\nAll\nRuhe,\nDer Mann Lager breiten Glieder\nWeiche\nStrahl\nRäumen Zeiten\nuferlos\ndas Wogen\nLösen\nRing der Ringe.\nSinne senken stoßen\nMuß\nKein Maß\nFall\nKreisen Wir\nSehen Wir\nGehren Gieren will\nFeuer.\nDie Geliebte\nKein Können\nMann\nWende\nKörper schämen Nähe\nGrauen\nKräfte\nGlut.\nSieh nicht Mich\nGut\nWiederkehr\nLeiden alle Erden\nGriff.\nNacht brennt den blühenden Bogen\nSpannen die Blenden\nMensch zu Mensch\nBricht."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "23", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.7", "texte": "Arnold Topp: Linoleumschnitt"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "24", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.8", "texte": "Der Mann Rätsel schlimmt das Leben\nuns\nDas Geschlecht\nMein Weib.\nNun brandet der Glanz\nRecken die Haare der Brunst\nDu bist das Fleisch\nMond von Erde fällt\nSchwingen Schiffe\nnieberührte Welt.\nInsel\nDich zertreten\nWir zermenschen\nBlühen Leichen\nAuferstehn zum Tode.\nDie Geliebte\nRette\nOhne Hilfe\nOhne Scham\nDich\nOhne\nDer Mann Komm\nTragen\nUns\nKein Wohin\nWeiter\nIn.\nDas Kind weint\nDie Geliebte ist die Frau.\nDie Frau Einst ist\nWiege drehen\nKreuz\nTropft Blut.\nDer Mann Mischen Blute\nRinnen\nNie entrinnen\nWechsel Wirren\nFindet Rausch im ewig Suchen\nTraum.\n♦\nDie Geliebte\nTrümmer\nSchlechten Stücke\nGlied der Sterne\nKein Fort\nBlut stößt mein Herz.\nDer Mann Du über Du.\nWorte morden Ich\nTat\nWieder Tat\nNieder Ich\nUeber Du Du\nDie Frau Wehen\nSchlafen Schläge\nKnie in Knie\nTriff\nLebt der Tod.\nLästern Tänze lächeln leiben\nBunten Blumen\nSpiel der Tage\nNacht tiert\nStummen Schreie\nSchweren Schritte\nFlug der Angst\nBleiben,\nDie Geliebte\nKreisen\nKammer\nFreude loht Vergehen\nBindet Abschied Wiederkehr\nFriedet heimlich\nHeim\ndie Friedeloseu\nRiegeln\nGatten\nTäuschen\nTausch\nLüge Lager\nMein Geschenk\nBleib.\nA:\nt ?\\,\nDer Mann Leib\nNichts Alles\nSehnen nichtet ailt Gewesen\nTraum mein Du\nNoch träume ich Dich\nWieder Du.\nBiegen die Gesetze schwarze Fahnen\no\nBahrtuch löchert Tag der Nächte\nDeine Augen\nDein Herz ist Dein Auge.\nHier bin Ich\nDie Geliebte\nRichte Mich\nDie Frau Gericht\nDer Mann Mein Recht.\nDie Frau Tragen Menschen\nTrächtig\nWir\nFrau\nSchuld am Menschen\nUntermenschen\nUeberschuld\nMeine Hüfte trägt den Mann\nWölbe Bahre\nBären Menschen\nFrucht getreten\nFehlen Tritte Fruchten\nKnospe\nBrüste Milche\nBlut\nMüttert Tier\nSpaltet Erde\nMehren tragen Staub und Samen Erde\nRollen Erde\nImmer rollt der Kreis\nMein Himmel\nErde trägt der Mensch\nDie Geliebte\nLicht trägt der Mensch\nDu Erde\nStrahlen ewig Licht\nFeuern Licht\nWelten tragen Staub und Samen Licht\nBauen Licht\nLiebe"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "25", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.9", "texte": "Blüte schenkelt Blute\nHerz\nSammeln\nFlügel\nFreien\nFrei Flug\nOpfer Menschen\nKreuze Strahle\nMein Flügel trägt den Mann\nUebermenschen\nUnterschuld\nSchuld auf Menschen\nFlüchtig\nWir\nHerz\nLichten Menschen\nDer Mann Erdenlicht\nZerbrennen\nMessern Flügel\nMensch um Mensch\nGrabt die Erde über Menschen\nIch zerkörpre\nEnde Du\nOhne Anfang\nSchlage Schlage\nKeine Flucht\nIch lebe\nLeib mein\nLeib trägt Leib\nMännlich weiblich\nFluch\nWir Trage\nDie Frau Schamlos\nDie Geliebte\nTreulos\nDer Mann Reulos\nDie Geliebte die Frau liebt das Kind\nt\nDer Mann liebt Nichts\n\nDie Frühe der Städte I\nWalter Mehring\nDie Brücke\n\nEine weiße Wand\nDrei Türen, zu denen Stufen steigen\nEin Tisch\nEin Stuhl\nDas grüne Sofa\nDas Profil einer ältlichen Frau im Brautschleier\nDer Sohn (erscheint in der Tür trägt die Hacke):\nNie starb und keiner kennt Goldhaar erhängt die Klinge\nwächst aus allen Räumen\nDie Mutter (sitzt)\nDerS o h n :\nNie ahnt wo blutend lebt Schnittreife mäht die Träume\nkahl Um Kreuze Weinen Kreuz zerfällt der Tag Schwarz\ngittert Gold\nMutter, ich will das Grab bauen Schwesterchens Körper\nDie Mutter (lacht)\nDer Sohn (wirft die Hacke ins Zimmer)\nDie Mutter (geht nach der Hacke durch das Zimmer)\nDer Sohn:\n0 Du ja Du nach allem kommst Du geschlichen Meine\nSchwester hast Du auch\nDie Mu 11 er (legt die Hacke auf den Tisch)\nD e r S o h n (hängt nach der Hacke)\nDie Mutter (lächelt flicht ihr goldenes Haar)\nDer Sohn (streckt die Hand aus):\nSchwersterchen\nDie Mutter (Schwesterchens Stimme):\nBrüderchen WiillstDu nicht neben mir sitzen\nDerS o h n :\nO Mutter Du trugst mich über harte Erde In Deinem\nSchöße wurzeln meine Wunden Du hast mich aus der\nWelt gelöst\nDie Mutter :\nDu bist ja mein (führt ihn an der Hand zum Tisch)\nDerS o h n :\nDu mußt mir sagen wo Sie ruft immer Aus allen Nächten\nDie Tage schrein Ruft Mutter Und Streicheln splittern\nweiche Hände mich.\nDie Mutter (ohne Bewegung)\nDer Sohn (greift)\nDie.Mutter (blickt nach der Hacke)\nDerS o h n :\nIch knie ja Und Du hast sie geboren Ich bete Und Du\nhast sie geboren Du trugst das Grab in alle Welt Auf\nfremder Trauer wachsen meine Tränen.\nDie Mutter (summt und streicht das Haar):\nDein Vater, der ,die Welt gebaut\nDerS o h n :\nIch will das Grab bauen ich will den Himmel schließen\nIch will die in meine 1 räume sargen, damit ich an\nihrem Grabe knie.\n* ' '•' ES»? ;\nDie Mutter:\nZwei Sterne die am Kreuze stehn\nDie strahlen alle Augen blind\nEin goldener und ein weißer\nSchlaf Kindchen schlaf\nDerS o h n :\nWie schön Du bist Mutter Du wölbst Dich heilig über mir\nRings um die Schmerzen brennen Deine Worte Stern\ntropft Dein Schaun Mein Leben rauscht zur Tiefe Deines\nSchoßes i\nDer Schleier (strömt)\nDie Mutter (öffnet sich)\nDerS o h n :\nSchwesterchen ,\nDie Mutter (heiß inbrunstend):\nKüsse mich\nDer Sohn (graust zurück)\nDie Mutter (nah):\nDu Kind meiner Liebe\nDer Sohn:\nWie Du alt bist\nDi e Mu 11 e r (hüllt den Schleier um)\nPassanten gehen vorüber /grüßen tief\nTrau ernde sammeln sich vor jder mittleren Tür\nDer Sohn geht mitten durch die Trauernden\nDer Sohn:\nWer ist die Tote\nMann: - ,\nWir hatten so gehofft ;"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "26", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.10", "texte": "D e r S o hn:\nIst meine Schwester in dem Haus\nFrau:\nDie arme Seele hatte sich zu Tod verflogen Die\nMauern [\nDer iS o h n:\nDas Haus sargt uns ja alle ein\nDie Hacke reißt die Hände hoch\nMann (tritt zwischen):\nIhr Vater hat die Stadt gebaut\nDie Mutter (schreitet):\nIch bin die Braut\nEin Ruf (von innen); Sas Sas\nDie Mutter bebt alle verneigen sich\nDie Mutter :\n0 Du geliebter Bräutigam Oeffnet doch die Tür\nDie Tür (öffnet nicht)\nSingen von innen:\nMein Vater der die Stadt gebaut .\nMein Mutter grub den Liebsten ein\nDu rot geringt um meinen weißen weißen Hals\nDer Schleier (entblößt den Nacken)\nDer S o hn (reißt die Hacke hoch) ,\nDas Licht zersplittert Schreie fliegen auf\nDie Mutter (sitzt)\nDer Sohn (schläft an der linken Tür)\nDer Schleier (nistet auf dem Tisch)\nEin Mädchen (naht von rechts trägt drei graue Beutelchen)\nDas Mädchen (geht von Tür zu Tür hängt zwei graue Beu-\ntelchen schreitet zum Tisch)\nDie Mutter (trägt einen roten Schal)\nDas Mädchen:\nSonne kriecht nach mir Mond atmet mich an Mich fröstelt\nDie Mutter (fröstelt)\nDas Mädchen:\nErwachen zehrt den bleichen Tag Tränenkälte rinnt in\nmeinen Schoß Eis blüht Sterne meine Hand Gib mir den\nSchleier Mutter\nDie Mutter (legt den Schal um sie)\nDas Mädchen:\nWie das brennt Mutter Es lastet mich nieder\nDie Mutter:\nO Kind das ich am Herzen trug Der Schleier ist so erden-\nschwer Ich habe ihn um Dich getragen\nDas Mädchen:\nGib mir den Schleier Mutter\nDie Mutter:\nDu Wesen, das ich nie gebar Dich log meine Liebe Dich\nstarb die Sehnsucht Dir baut 'der Vater das Grab unserer\nLiebe\nDas Mädchen (greift)\nDie Mutter (blickt nach dem Schleier)\nDer Schleier (flattert, hängt am Haar des Mädchens)\nDie Mutter:\nDich trug ich nie Dich mordet mich Dein Bruder Und Du\nschreitest meine Seele himmelüber den leeren Schoß\nDie Stimme des Mädchens (von innen):\nMein Vater, der die Welt gebaut\nDas Mädchen:\nMein Bruder wird die Brücke bauen,\nDie mich zu ihm hinüber trägt — ——\nDas Mädchen schreitet blau schreitet hinterher\nDie Mutter (erlischt)\nDas Zimmer (erlischt)\nDas Mädchen (weit hinten):\nIch trage um Dich\nEine elektrische Glocke (lacht an der linken Tür)\nDie Mutter (sitzt)\nDer Sohn (sitzt)\nDie Lampe (glimmt das Zimmer an)\nDie elektrische Glocke (läutet schrill weiter)\nE i n K 1 e i d weht die Tür auf\nEdith\n(Gelb seide Rosa sieden Knie knospen)\nEdith :\nNein Haben Sie? Die Glocke fiebert Ich sehnte immer\nUnd jetzt sind wir Nachbarn\nDer Sohn (steht)\nEdith:\nIch will das grüne Sofa sehen Wie Sie blicken Sie machen\ndie Lampe blind\nDer Sohn (hebt die Hände)\nEdith :\nKleiner Heiliger Ich will das Zimmer Unser taufen Unsere\nSchultern werden sich küssen Und wir beten uns nackt\nDer Sohn:\nNein Sie dürfen nicht Wir haben nur das Sofa Nachts\nknie ich vor ihrer Tür\nEdith :\nIch will auf dem grünen Sofa sitzen Da muß mein Kleid\nblühen. Wer meine Sehnsucht pflanzen kann Ihre Blicke-\nknospen\nDer Sohn:\nNoch nie kam jemand Durch alle Türen gingen nur Fremd\nweidet kahl Du nahst Dich nah in meine Seele Dich\nund waldest Dich um meine Einsamkeit\nEdith:\nDu Knabe Du mein Gärtner Nun will ich Deine Liebe\nblühen Nun will ich deine Gluten schatten Deine Blicke\nbeten\nD e r 5 o hn:\nUnd führe mich nicht in Enttäuschung\nIL\nDer goldene Hintergrund\nDrei schwarze Türen\nDas grüne Sofa\nPassanten schreiten ein buntes Band von Passanten Pas-\nsanten Gewimmel\nDie mittlere Tür (schließt sich)\nZwei elektrische Glocken (schrillen)\nDie linke Tür (wird geöffnet)\nEdith (ruft):\nIch komme schon (der gelbe Sonnenschirm spannt flug die\nStäbe auseinander) Zu mir kommen alle Vor meiner Tür\ngeht Allewelt Ich bin alle Welt Es hat geklingelt\nEin Offizier (geht vorüber)\nEdith:\nHerr Offizier Ihre Sporen klingeln\nDer Offizier:\nVerzeihung Ich habe mich verabredet Meine Verlobte\nEdith :\nWie blutjung Sie sind Ja Männer liebe ich zu wem ich auf-\nblicke Und Ihre Augen stehn am Himmel\nDer Offizier:\nIch habe gelogen Mein Freund hat sich verlobt\nEdith :\nWollen wir Freunde sein? Auf dem grünen Sofa habe*\nich immer von andern geträumt Wir zwei sind eins\nEdith der Offizier (schreiten zum grünen Sofa)"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "27", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.11", "texte": "Der Sohn (kommt):\nHaben Sie den roten Militär gesehen?\nPassant:\nSie spielt mit ihm Draußen hat er drei Kanonen gestürmt\nsein eigenes Blut getrunken sie taucht ihre kühlen Hände\nin seine Schläfe Ihre Liebe spielt Fangeball mit seinen Kin-\nderängsten,\nDerS o h n :\nAber ich baue die Brücke Ich brücke meine Sehnsucht\nSternzustern In meinem Nacken fang ich ihr Umflattern\nMein Atem tropft in ihres Schreitens Wehn Sturm bläst\ndie Brunst in meiner Seele Segel Mein Sein ertrinkt Und\nstern ersticht mein Herz Aber ich baue die Brücke Stern-\nzustern brücke ich Dir, Edith, mich\nNacht\nDer Offizier hat den blanken Säbel auf den Tisch gelegt,\nkniet vor ihr\nFreund und Freundin (beieinander)\nDerS o h n\nBegegnen\nDer fSoh n:\nEuch suche ich nicht\nFreund und Freundin:\nWir haben uns gefunden\nDer Sohn:\nIch suche hinüber, weil ich das Glück finden will Morgen\nist alles zu Ende\nFreund und Freundin:\nDas Glück endet in uns\nDer Sohn:\nAber die Nacht vergeht\nFreund und Freundin:\nUnsere Tage sind unsere Nächte Jetzt ist es Tag\nDer Sohn:\nJetzt geht die Sonne unter\nFreund und Freundin:\nWir leben durch alle Tage\nWir leben durch alle Nächte\nWir leben in alle Ewigkeit\nWir leben alles in uns\nFreund und Freundin\nMädchen\nDerS o h n\nBegegnen\nDer Sohn:\nWas schreitest Du\nMädchen:\nIch schreite tausend Sterne in den gewölbten Himmel\nMädchen:\nEin Stern fiel in meine Brust Jetzt blicken alle Leute nach\nmir\nDer Sohn:\nW[as blickst Du\nMädchen:\nSchmale sehnige Finger greifen nach meinen Sternen\nherzauf\nDer Sohn:\nIch greife nach den Sternen und lasse sie durch meine\nschmalen sehnigen Finger rieseln\nMädchen (stöhnt)\nDer Sohn:\nWer greift nach Dir Wer kraust Dein Haar auf Wer\ngreift mit seinen blutenden Fingern nach Deinen nackten\nSchultern —\nMädchen (schellen Kichern)\nDer Sohn:\nIch presse meine blutenden Finger um das Silbersicheln\nEures Lächelns\nDie Mädchen (schellen Kichern)\nDer Sohn:\nDa fiel ein Stern\nFreund und Freundin (beieinander)\nMädchen\nDerS o h n\nE d i t h d e r 0 112 112 i z i e r\nBegegnen\nDer Sohn:\nWarum hast Du mich verlassen\nEdith :\nUnsere Liebe verließ mich nie Um uns ist Unser Und\nDu und Unser Und Sterne und Unser Und Tanzen Tau-\nmel Küssen Unser alle Erde\nDer Sohn:\nAber das grüne Sofa\nEdith :\nAlle knien vor mir Du kleiner Heiliger Und Du leidest für\nsie um Deiner großen Liebe willen\nDer Sohn:\nMeine Liebe zerreißt die Härte meiner Scham Die Schwä-\nche meiner Liebe, an der Du leidest Mein ganzes Sein zer-\nstücken Himmel Nie Und Ewig kreuzigt mich an Dein\nBeschreiten\nEdith :\nUnsere Liebe schreitet in dem Ringe unserer Hände Ewig\nnie\nDie Mädchen:\nNie schließt unsere Hände ineinander Und wir begegnen\nuns ewig\nDer Freund die Freundin: Unsere Hände begegnen sich\newig Und wir entringen die Zeit\nDer Sohn:\nBegegnen blutet auf, krampft Ewig Nebeneinander Unser\nSchreiten weiß um unsere Nackheit\nE d i t h-:\nAber die Scham hat unsere Träume erlöst Du Erlöser was\nkreuzigst Du die Sehnsucht\niMädc h e n :\nUnsere Scham besäumt Rosen unsere Frühe\nFreund und Freundin:\nUnsere Scham zerreißt den Glanz der Sterne\nDer Offizier:\nAuf der Schneide meines Schwertes tanzt der Himmel\nScham in Scherben\nEdith:\nKnabenhaar hat mich in Moos gebettet Meine Scham zer-\nr\nprunkt die Knabennacht\nAlle: Schreiten Ouseinander\nDer Sohn:\nHerzen hängen in Sternen Brücken auf Hängebrücken tra-\ngen mich hinüber Ich brücke mich über den Abgrund der\nScham.\nEine alte Frau (schleicht)\nDie Sterne (wandern)\nDer Freund die Freundin (kreisen)\nEdith der Offizier (fassen sich bei den Händen)\nDie alte Frau (bettelt blind):\nMir starb mein Haus Meine Träume kriechen in hohlen\nGestirnen unter Gebt goldenes Sein meinem schwarzen\nHerzen\nDie Sterne (wandern wandern)\nDie Mädchen (knixen):\nLiebe Mutter\nFreund und Freundin (werfen einen Stern in ihren\nSchoß)\nDie Mutter (schleicht)\nEd it h (erschrickt Goldglanz bricht aus ihr hervor)\nDie Mutter:\nDas Herz Meines Kindes Herz Aus meinen Augen brachst"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "28", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.12", "texte": "Arnold Topp: Linoleumschnitt\n\nDu mir den Stern Mein blindes Schaun geht betteln „Gebt\ngoldenes Sein\" um meines Kindes Herz\nDer Offizier Edith (klammert sich an):\nMeine Haare Es verbrennt mich Ihre Blicke Du bekrie-\nchen meinen Hals Du Liebster ich bin ja Dein\nDer Offizier (greift die Hände fallen ihm ab)\nDie alte Frau (trägt eine Hacke)\nEdith:\nIch liebte ja Ich wußte nie Meine Mutter gebar mich so\niMeine gute Mutter trug die ganze Welt Meine Brüste wol-\nlen überreifen die sie immer gestreichelt Um ihrer tiefen\nSchmerzen willen Ich log nie nie In alle Ewigkeit Amen\nDer Sohn (springt auf):\nIch erschlug alle Brücken Mich trug kein Hinüber Ich\nhabe vor Eurer Sehnsucht gekniet Da erschlug Gott\nmeine Träume Mein Schlaf ist ausgerodet Meine Träume\nsind waldeinwärts gewandert Mein Herz pocht an einen\nleeren Sarg Ueber mir im Gezweig meiner Nächte singt\nmeiner Schwester Seele von der Brücke ihres goldenen\nSeins\nDie Mutter (erkennt, kriecht heran, fängt Feuer)\nDer Sohn (reißt empor)\nDer Offizier (zieht sein flammendes Schwert)\nDie Mutter (sinkt getroffen, betet auf):\nIch trug an aller Welt um Dich Sas Sas hebe meine blinden\nAugen in Deine Sterne empor.\nDas Schwert zerbricht an einer Hacke\nDer goldene Hintergrund erdröhnt schwarz\nAllen Raum zerschrumpft dunkles Erdröhnen\nAlle Fernen (läuten)\nDie Steme (sind untergegangen)\nDas Frühlicht (hebt sich, trägt die Ferne)\nUeber den Türen läuten Glocken\nDie rechte Tür (öffnet sich)\nE i n H e r r in Trauer (trägt einen Kranz)\nEs schneit\nDer Herr in Trauer:\nHast Du ihr den weißen Schleier gegeben?\nDie Mutter (schieiert die Hände vors Gesicht)\nD e r H e r r i n T r a u e r:\nHast Du Deine weißen Hände auf ihr Grab gelegt?\nDer Herr in Trauer:\nSiehst Du meine Finger fielen dorr in Deinen Schoß Da-\nraus wuchs meine Sehnsucht kreuz in alle Welt Mein Lei-\nden wuchs aus aller Welt in mich Und ich habe Deine\nHände gesegnet, damit sie meine Sehnsucht tragen\nDer Herr in Trauer (legt den Kranz an der Türe nieder):\nAber meine Sehnsucht war so unendlich Darum ward sie\nnie,erfüllt Darum erfüllt sie sich in dem Grab unserer\nLiebe\nDer Herr in Trauer:\nAlle Wesen suchen Dich Du Wesen meiner wesenlosen\nSehnsucht Dich Du meine Braut Du schrei-\ntest die Geliebte Du lächelst ihr Berühren Du streifst\n- alle Heimlichkeit von Deiner Seele Rosenweiß Du bist\nAller Seelen Alle Herzen läuten Alle Wesen singen den\nPsalm Deines goldenen Seins!\nDie mittlere Tür (öffnet weit)\nAlle erwarten, aber es geschieht nichts\nDer Herr in Trauer (fortgewendet, hebt die Hand)\nTausend weiße Hände Der Himmel flockt Hände Schich-\nten sich falten beten greife hinüber in tausend\nweiße Hände Die Stadt wächst spitz in einen Stern em-\npor Und der Himmel wölbt sich zur Tiefe unserer Träume\nDie Glocken läuten in die Stadt hinein"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "29", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.13", "texte": "Der Herr in Trauer\nDer Sohn\nschreiten einander vorüber\nFreund und Freundin {schreiten vorüber, reichen dem\nHerrn die Hand, dankbar):\nDu hast uns unsere Stadt gebaut\nDer Sohn (nebenher);\nIch baue die Brücke Euch hinüber\nFreund und Freundin:\nHände ketten Brücken Brücken ketten Herzen Brücken\nbaut die Ewigkeit Tausend Brücken ketten Wir (schreiten\nfort)\nDie Mädchen (knixen):\nVater unser\nDer Sohn (nebenher):\nIhr meine ;Schwestern Nehmt meine schweifende Sehn-\nsucht in Euer Schreiten hinüber\nDie Mädchen (kichern leise):\nDer Mond unser kleiner Bruder Unsere Sterne und unser\nVater, der unsere Träume immer den blauen Prinzen\nschenkt (schreiten fort)\nDer Sohn (neben Edith):\nIch habe Dir mein Beten geschenkt Du Blonde hast meine\nAugen erblindet Schenke mir den Glanz Deiner Nächte\nEdith:\nMein kleiner roter Offizier ist ein großer Eroberer\nDer Sohn:\n* '\nAber ich baue die Brücke Uns.\nEdith:\nSein gutes Schwert schlägt alle Wege ein (schreitet fort)\nDer Herr in Trauer die Mutter (stehen beieinnader)\nDer Sohn (schleicht vorbei und sucht):\nSas Sas\nV ater und Mutter :\nWir ruhen Wir Tragenden Wir werden getragen Hinüber\nschwingt unsere Ruhe\nDer Sohn (suchmüde kauert an der linken Tür)\n\nGeschäftliches\n\nHmm\nEin Herr vom Berliner Lokalanzeiger mit dem unaus-\nsprechlichen Namen Hnn vermag seine Stellung nicht auszufül-\nlen, nämlich sich über Kunstausstellungen zu äußern. Er be-\nschäftigt sich daher mit mir, da doch der Lokalanzeiger wenig-\nstens einmal im Jahre über den Sturm schreiben lassen muß.\n„Herwarth Waiden ist vielseitig und rührig. Er ist hartnäckig,\nzielbewußt nach dem Berliner Grundsatz: Nur nicht locker\nlassen.\" Wenn Herr Hnn zeitgemäß wäre, hätte er mir den\ndeutschen Grundsatz Durchhalten zuschreiben sollen. Es ist\nzwar 'durchaus nicht angenehm, sich fortwährend mit Konso-\nnanten zu beschäftigen, die nicht einmal zu einem Namen aus-\nreichen, Aber selbst wenn diese Herren sich bis auf die Kon-\nsonanten einschränken, kann ich sie doch noch klingend ma-\nchen. Wenn einer durchhält und wenn er nun einmal stärker\nist, verlieren die andern immer die Haltung. Herr Hnn „wun-\ndert sich deshalb nicht, daß sich mein Geschäft vergrößert hat.\"\nDie Herren vom Lokalanzeiger haben nun eben einmal den\nsechsten Sinn für das Geschäft und die Kunstkritiker der Ber-\nliner Tagespresse sehen zwar keine Bilder, aber dafür überall\nein Geschäft, wo man auf ihre Geschäftigkeit und sogar über\nsie hinaus bis auf den Anzeigenteil ihrer Firma verzichtet, Des-\nhalb kann Herr Hnn es nicht unterlassen, seine Unfähigkeit mit\nder sogenannten Ironie selbst zu bestätigen: „Was sind Wider-\nstände? Was ist Spott? Der Sturm lebt, der Sturm fegt Vor-\nurteile weg, Der Sturm knickt Menschenleben. Tod dem Phi-\nlister! Tod dem Ewig-gestrigen! Und Tod, erbärmlichen Schin-\ndertod jeder Art von Kunst, die klar ist.\" Nämlich dem Hnn.\n„Pah, wer malt heut noch die Natur ab! Eine Metzeist sie —\neine Nichtnutzige, die sich allzulang für jedermann zum Ge-\nbrauch feil hielt.\" Es ist jedenfalls sehr wohlfeil für jedermann,\nnach dem Gebrauch Metze zu sagen. Den Willen der Natur,\nsich von jedermann abmalen zu lassen, soll der Hnn erst einmal\nnachweisen. Nach dieser sexuellen Aufklärung mit materiel-\nlem Hintergrund, ein Bild für den Lokalanzeiger, sucht der Hnn\nin den Bildern herum und findet schließlich voller Freude das\nHaus: „Man freut sich schließlich, wenn man ein Haus gefun-\nden hat, in dem sich ein logisches Gesetz verkörpert,\" Der\nHnn möge seiner Firma raten, auf dieses Haus eine Hypothek\nzu nehmen. Das ist die einzige Logik, die das Gesetz dieser\nKunstkritik verkörpert. Man freut sich schließlich, wenn man\nein Haus gut angelegt hat.\nDer Sonne bringt es an den Tag\nMan sollte es nicht glauben, aber der Hauptschriftleiter der\nIllustrierten Zeitung zu Leipzig ist ein Professor. Vielleicht ist\ner jetzt sogar Studienrat. Das kann man nämlich nie wissen.\nJedenfalls weiß ich jetzt, daß er außerdem Otto Sonne heißt\nund daß die Kritik der Illustrierten Zeitung fehlt, v/eil der\nHauptschriftleiter sie in der Leipziger Zeitung mißbräuchlich\nanwendet. Alle diese Weisheit verdanke ich Herrn Professor\nOtto Sonne selbst. Und nicht damit genug, ich verdanke ihm\nauch eine Kritik. Die Direktion des Leipziger Schauspielhauses\nhatte Rudolf Blümner zu einem Vortrag der Sturm-Dichtungen\neingeladen. Die Sonne schien freundlich, der Sonne erschien\nunfreundlich und verdunkelte sich. Wenn auch mit Bedauern:\n„Es tut uns herzlich leid, daß gestern das künstlerische Ergeb-\nnis just dieses Gliedes in der von Herrn Direktor Viehweg\nmit überlegener Hand geschaffenen sonntäglichen Vor-\ntragskette ein so befremdendes war, vielmehr sein mußte . , .\nausgerechnet mit einem Vortrag des Herrn Dr. Rudolf\nBlümner über expressionistische Kunst aufzuwarten, das be-\ndeutet ein keckes Wagnis, zu dem nur eine unerklärliche Kurz-\nsichtigkeit oder ungenügende Vertrautheit mit dem in .brage\nkommenden Stoffgebiet die Hand gereicht haben\nkonnte.\" Die erklärliche Kurzsichtigkeit des Sonne hat bereits\nnach zwei Sätzen übersehen, daß die überlegene Hand dieselbe\nHand ist, die just dem Wagnis ausgerechnet mit einer unerklär-\nlichen Kurzsichtigkeit die Hand gereicht hat. Die schreibende\nHand des Sonne ist nicht überlegt, hat aber dafür eine ungenü-\ngende Vertrautheit mit dem in Frage kommenden Stoffgebiet.\nLeipzig wird \"neuorientiert'1. Der Sonne ist geblendet: „Der\nVortragende .... ist einer der agitatorischen Bannerträger\ndes in Berlin schon in einer ganzen Reihe von Jahren mit zäher\nSchaffenslust um den glaubhaften Beweis seiner Daseinsberech-\ntigung und Entwicklungsmöglichkeit ringenden, geschäftlich\ndurchaus vom Egoismus der Gegenwart geleiteten Unterneh-\nmens, das unter dem vielsagenden Namen Der Sturm danach\nstrebt, alle Elemente, die der Kunst in Wort und Bild neue\nWege und neue Ziele glauben weisen zu können, in einer groß-\nzügig gedachten Organisation miteinander zu verschmelzen.\nMan muß schon ein geschwärztes Glas nehmen, wenn man sich\nin dieser Sonnenfinsternis zurechtfinden will. Just dieser Satz\nillustriert das vergebliche Ringen um die Daseinsberechtigung\ndes Hauptschriftleiters und seiner Illustrierten Zeitung, die ge-\nschäftlich durchaus nicht vom Egoismus der Gegenwart geleitet\nist. Sie fordert nämlich seit Jahren zur Aufgabe von Anzeigen\n(auf Hochdeutsch Annoncen) auf, während ich durch kostenlose\nAnzeige dieses Sonne die Illustrierte Zeitung aufgebe. Sie hat\nkeine Daseinsberechtigung. Ihr Stoffgebiet kommt nicht in\nFrage, er aber, der Sonne, ich kann nichts für den Artikel, ist\nausgerechnet ungenügend vertraut. Er hält sich nämlich für be-\nkannt, während ich ihn hiermit erst an den Tag bringe. „Unter\nden Waffen, mit denen Der Sturm kämpft, ist eine ständige, in\nder Potsdamer Straße befindliche, Werke der Expressionisten,\nFuturisten und Kubisten umfassende Kunstausstellung wohl\nnoch die bekannteste.\" Da hat der Sonne schon vorbei ge-\nschossen. „Wesentlich beschränkter ist schon der Wirkungs-"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "30", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.14", "texte": "kreis seiner unter dem gleichen Namen erscheinenden Monats-\nschrift für Kultur und die Künste, einem Produkt, dessen Inhalt\nnamentlich in illustrativer Hinsicht von abnormer Häßlichkeit\nund perversen Spielereien strotzt.\" Die Monatsschrift Der\nSturm ist nun zwar die einzige deutsche Kunstzeitschrift, die\nkeine Illustrationen enthält, aber der Sonne hält seine Illustra-\ntionen für Bilder, die allerdings in illustrativer Hinsicht von\nnormaler Häßlichkeit strotzen, so daß man von einer Perversität\ndes Geschmacks sprechen kann. Dem Perversen ist eben Kunst\npervers. Hierauf wird der Sonne vorsichtiger: ~Von der öffent-\nlichen Meinung meistenteils unbehelligt aber\ndürften schließlich die Sturm-Abende sein, an denen dem\nWissen der Weisheit und dem Schöpfungsdrang dieser Künst-\nlergruppe in Form von Vorträgen Ausdruck verliehen wird.\"\nDer Sonne, bisher unbehelligt, hat hier seine öffentliche Mei-\nnung über seine Fähigkeit verliehen. Er ist so mittellos, daß ich\nihm gern umsonst ins rechte Licht setze, so weit wenigstens, als\nes mein geschäftlich durchaus vom Egoismus der Gegenwart ge-\nleitetes Unternehmen gestattet. „Um die expressionistische\nDichtkunst in ihren letzten Extremen, in ihrer ganzen Nackt-\nheit nur als psychopathische Kuriosität zu erfassende Unerträg-\nlichkeit vorzuführen, dazu kam er nicht. Wahrscheinlich war\nihm auch davon abgeraten worden.\" Nacktheiten dürfen eben\nnicht vorgeführt werden, selbst wenn sie meistens psychosym-\npathisch auf das sehr geehrte Publikum wirken. Mir bleibt es\nwenigstens vergönnt, den Sonne als Kuriosität zu zeigen. Der\nArtikel des Sonne wirkt allerdings auf die Dauer unerträglich.\nAber wozu ist schließlich die Psychopathie erfunden. Nach-\ndem Herr Sonne nunmehr zwei Sätze von je zehn und fünfzehn\nDruckzeilen niedergeschrieben hat, denen er nicht einen Aus-\ndruck 'zum Nachdruck verlieh, schließt er seine Illustration mit\neinem schlichten Satz von vierzehn Druckzeilen über August\nStramm: „Namentlich die schreckensvollen Kriegsbilder des\nLetzteren, der bis zu seinem auf dem russischen Schlacht-\nfelde gefundenen Tode eine der unentwegtesten Stützen im\nSturm war, gingen bis hart an die Grenze des Erträglichen, und\nschon fing die Oppositionslust an sich zu regen, als durch die\nvon Herrn Blümner in Folge des überspannten Schreiens nur\nsehr zum Teil verständlich gemachte Phantasie „Die Mensch-\nheit\" die Vortragsreihe geschlossen wurde, sodaß man sich mit\nerleichtertem Aufatmen von der Stätte eines verlorenen Vor-\nmittags trennen dürfte, um draußen im prangenden Frühlings-\nsonnenschein Erholung zu suchen von der nervenkitzelnden Be-\ngegnung mit diesen ärgerlichen Spottgeburten von mondäner\nEitelkeit und irregeleitetem Menschenwitz.\" Dieser letztere\nSatz ist nicht zu steigern. Man kann nur erleichtert aufatmen,\ndaß man nicht noch länger in den Sonne gehen muß, der in irre-\ngeleiteter Eitelkeit prangt. Freilich, für Leiter und Leser der\nIllustrierten Zeitung muß Leben und Tod als Nervenkitzel wir-\nken. Für diese Herrschaften besteht die Natur aus prangendem\nFrühlingssonnenschein und nur insoweit, als man dazu an einem\nSonntag Vormittag draußen Spazierengehen kann. Kunst stört\ndie Behaglichkeit. Künstler sind überspannt. Der Sonne spannt\nden Regenschirm auf und fühlt sich geborgen. Und wenn der\nSchirm sich überspannt, fällt auch der Professorenhut. Die\nGlatze glänzt. Die Sonne bringt es an den Tag. Ich bringe den\nnackten Sonne in den Sturm.\nAnmerkung\nDie Illustrierte Zeitung, herausgegeben im Auftrag des Ver-\nlages J. J. Weber Leipzig, ist ein durchaus nicht geschäftlich\nvom Egoismus der Gegenwart geleitetes Unternehmen. Das\nneuste Heft Nummer 3904, einhundertfünfzigster Band, Preis\n2 Mark, besteht aus 36 Seiten und zwar enthält es außer dem\nTitelblatt achtzehnundeinehalbe Seite Text und Illustratio-\nnen und nur sechzehnundeinehalbe Seite Anzeigen zum bil-\nligen Preis von einer Mark fünfundsiebzig Pfennig für die ein-\nspaltige Einheitszeile. Weniger weit kann man den ungeschäft-\nlichen Egoismus nicht treiben. Die Anzeigen sind außerordent-\nlich interessant. Sie schmücken sogar den Text und die Illu-\nstration vor dem Ende des redaktionellen Teils. Man erfährt\ndort, wie ein Wunder jeden Hautausschlag beseitigt, wie alle\nKrankheiten ohne Kohlen Linderung und Heilung finden, wie\nman sammetweiche Haut erreicht und wie man in Tabletten\nbaden kann. Das erfährt man alles redaktionell, hauptgeschrift-\nleitet von Herrn Professor Sonne. Zur Illustrierung der Illu-\nstrationen der Illustrierten Zeitung sei hier eine Symbolische\nZeichnung von Professor Horst-Schulze wiedergegeben. Die\nZeichnung ist symbolisch und bedarf deshalb einer Erklärung,\nMan sieht in der Mitte oben ein Pferd, das an Isschias leidet.\nAuf ihm sitzen zwei nackte, also psychopathische Männer, von\ndenen der eine den andern Fuß verbunden hat. Unter dem\nVerband befindet sich wahrscheinlich die Hautsalbe gegen\nBeinschäden, empfohlen auf Seite 474 der Illustrierten Zeitung.\nIn der Mitte unten befindet sich ein schwarzes Pferd. Auf ihm\nsitzt gleichfalls ein Mann mit einem Tigerfell und Schwimmbe-\nwegungen. Man beachte besonders das Auge dieses schwarzen.\nPferdes, wie es leicht entgeistert auf die Landschaft blickt, die\nsich rechts unten bis zum. Strich des Klischees ausbreitet.\nRechts oben ist ein zu sehen, der sich aus einem\nEisenbahntunnel ergießt. Das obere Pferd fühlt sich belastet,\nweil es mit zwei festgebundenen Füßen auf dem schwarzen\nPferd stehen muß. Das ganze ist symbolisch zu verstehen.\nNähere Auskunft wird sicher durch die Hauptgeschäftsstelle\nder Illustrierten Zeitung erteilt. Und alles zusammen kostet\nnur zwei Mark. Da die Zeitschrift Der Sturm keine Anzeigen\naufnimmt und zwar als einzige deutsche Zeitschrift, muß ich\neben redaktionell für die Geschäfte dieser Zeitung eintreten.\nUnd zwar kostenlos. Während sich der Preis in der Illustrier-\nten Zeitung für Anzeigen auf Seiten mit Text nur auf zwei Mark\nfünfundzwanzig für die einspaltige Einheitszeile erhöht. Noch\nmehr. Um zu beweisen, daß diese Illustrierte Zeitung geschäft-\nlich nicht vom Egoismus der Gegenwart geleitet wird, verlangt\nsie bis auf weiteres zu diesen soliden Preisen nur einen Kriegs-\nzuschlag mit zehn vom Hundert. Die Leser der Illustrierten\nZeitung sollten dem Verlag J. J. Weber dankbar sein, daß sie\nfür die sechzehn und eine halbe Seite Anzeigen nur zwei Mark\nbezahlen müssen. Der Text ist nicht zu lesen, er wird daher\nhoffentlich recht bald noch weiter eingeschränkt. Nur die\nsymbolischen Illustrationen müssen bleiben. Das fordere ich für\nmeine zwei Mark.\n\nHerwarth Walden"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "31", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.15", "texte": "Verantwortlich für die Schriftleitung:\nLothar Schreyer\nVerantwortlich für den gesamten Inhalt und Verlag\nF. Harnisch / Berlin W 35\nDruck Carl Hause / Berlin SO 26\n\nYerlag Der Sturm\nBerlin W 9 Potsdamer Straße 134 a\nFernruf Amt Liitzow 4443\nMonatsschrift Der Sturm\nErscheint am fimfzehnten jedcs Monats\nOauerbezisg\nGewohniiche Ansgabe: Fur Deutsch-\n-1 and und Oesterreich-Ungarn:\nEm Jahr 6 Mark / Ein Halbjahr 3 Mark /\nEinzelheft 1 Mark / Fiir das Ausland:\nEin Jahr 8 Mark / Ein Halbjahr 4 Mark /\nEmzelheft 1 Mark 50 Pfennig\nSonder - Ausgabe; Ungebrochene\nExemplars, Versendung in R o 1-\nlen direkt durch die Po s t / F u r\nDeutschland und Oesterreich-\nUn g a rn: Ein Jahr 12 Mark / F ii r das\nAusland :Ein Jahr 14 Mark\n\nPre is e der friiheren Jahrgange\nVollstandige Ausgabe\n1. Jahrgang\n2. Jahrgang\n3. Jahrgang\n4. Jahrgang\n5. Jahrgang\n6. Jahrgang\n7. Jahrgang\n3. Jahrgang\n1910/11\n1911/12\nGewohnliche\nAusgabe:\n30 Mark\n30 Mar1!\n1913/14\n1914/15\n1915/16\n1916/17\n20 Mark\n20 Mark\n20 Mark\n30 Mark\nSonder-\nausgabe:\n40 Mark\n40 Mark\n30 Mark\n30 Mark\n30 Mark\n40 Mark\n1917/18\nEinzelhefte, soweit vorhanden, erster bis\nachter Jahrgang je 1 Mark\n\nBucher aus dem Verlag Der Sturm\nPeter Baum\nSchiitzengrabenverse\nGebunden 3 Mark\nFranz Richard Behrens\nBlutblute I Gedichte\nGeheftet 3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig\nHermann Essig\nDer Frauenmut / Lustspiel\nÜberteufel / Tragodie\nIhr stilles Gliick / Drama\nEin Taubenschlag / Lustspiel\nNapoleons Aufstieg / Tragodie\nDer Wetterfrosch / Erzahlung\nJedes Buch 2 Mark 50 Pfennig / Gebunden 4 Mark\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte\nGeheftet 3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig\nAdolf Knoblauch\nDie schwarzeFakne / Eine Dichtung\nGeheftet 2 Mark\nKreis des Anfangs / Friihe Gedichte\nGeheftet 5 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nOskar Kokoschka\nMorder Hoffnung der Frauen\nDrama mit Zeichnungen\nGebunden 15 Mark (Auflage 100)\nSonderausgabe vergriffen\nErnst Marcus\nDas Problem der exzentrischen\nEmpfindung und seine Losung\n4 Mark 50 Pfennig\nWilhelm Runge\nDas Denken traumt / Gedichte\n3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig\n\nPaul Sclieerbart\nGlasarchitcktur / In 111 Kapiteln\n•eheftet 2 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nLothar Sehreyer\nMeer / Sehnte / Mann / Dramen\n3 Mark\nAugust Stramm\nDa I Liebesgedichte\nGeheftet 3 Mark\nDie Menscliheit\n1 Mark 50 Pfennig\nKerwarth Waldcn\nDas Buch der Menschenlicbe\nGeheftet 3 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nDie Harte der Weltenliebe /\nRoman\n4 Mark Gebunden 6 Mark 50 Pfennig\nSonderausgabe (Auilage 10) 50 Mark\nGes a m iii ell e Schriften: Band I\nKimstmaler und Kunstkritiker\nGeheftet 2 Mark 50 Pfennig\nWeib I Komitragodie\nGeheftet 3 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nErste Liebe / Ein Spiel mit dem Leben\nDie Seiden / Ein Spiel mit dem Tode\nSimde / Ein Spiel an der Liebe\nLetzte Liebe / Komitragodie\nGlaube / Komitragodie\nJedes Buch 1 Mark 50 Pfennig\nSturm-Biicher I; August Stramm: Sancta\nSusanna / II: August Stramm: Rudi-\nmentar / III: Mynona: Fur Hunde und\nandere Menschen / IV: August Stramm:\nDie Haidebraut / V, August Stramm: Er-\nwachen / VI: Aagc von Kohl: Die Hange-\nmatte des Riuge / VII: Adolf Behne: Zur\nneuen Kunst / VIII: August Stramm:\nKrafte / IX: Aagc von Kohl: Die rote\nSonne / X: Aage von Kohl: Der tierische\nAugenblick / XI: August Stramm: Ge-\nschehen; / XII: August Stramm: Die Un-\nfruchtbaren / XIII: Peter Baum: Kyland /\nXIV: Lothar Sehreyer: Jungfrau\nJedes Sturmbuch 90 Pfennig\n\nMusik\nHerwarth Walden\nGesammeJte Tonwerke\nEntbietung / Werk 92\nDichtung von Richard Dehmel\nFur Gesang unci Klavier / 2 Mark\nZehn Dafnislieder / Werk 11\nZu Gedichten von Arno Holz\nFur Gesang und Klavier / 3 Mark\nDie Judentochter / Werk 17\nFarbige Umschlagzeichnung von Oskar Kokoschka\nFiir Gesang und Klavier 112 1 Mark 50 Pfennig\nSchwertertanz I Werk 18\nFiir Klavier / 4 Mark\nDer Sturm / Heeresmarsch / Werk 21\nFiir Klavier / 1 Mark\nTanz der Tone / Werk 23\nFiir Klavier / 3 Mark\n\nHanddrucke\nOskar Kokoschka: PI ak at fiir die Zeit-\nschrift der Sturm / Originallithographie\nAbzug 30 Mark\n\nKiinstlerkarten\nJede Karte 20 Pfennig\nNach Gemalden, Zeichnungen und Bild-\nwerken folgender Kunstler:\nAlexander Archipenko 4\nRudolf Bauer 4\nVincenc Renes 1\nUmberto Boccioni 2\nCampendonk 2\nMarc Chagall 7\nRobert Delaunay 1\nLyonel Feininger 1\nAlbert Gleizes 2\nJacobavan Heemskerck 3\nS. Hjerten-Griinewald 1\nAlexei von Jawlensky 2\nKandinsky 3\nPaul Klee 1\nOskar Kokoschka 2\nOtakar Kubin 1\nFernand Leger 2\nAugust Macke 1\nFranz Marc 2\nCari Mense 1\nJean Metzinger 1\nGeorg Muche 1\nGabriele Munter 1\nNegerplastik 1\nGeorg Schrimpf I\nGino Severini 4\nFritz Stuckenberg i\nArnold Topp 1\nMaria Uhden 1\nNell Walden 1\nMarianne von Werefkin 2\n\nSturm-Ausstelhingskataioge\nMit Abbildungen\nAlexander Archipenko Die Futuristen\nRudolf \"Bauer Gino Severini\nDer Blaue Reiter Kandinsky\nMarc Chagall Skupina\nJe 60 Pfennig\nFranz Marc\n1 Mark\nErster Deutscher Herbstsalon Der Sturm 1913\nMit 50 Abbildungen in Kupfertiefdruek\n2 Mark\n\nKunstdrucke aus dem Verlag Der Sturm\nAui Japan- und Biittenpapier\nJeder Kunstdruck 5 Mark\nRudolf Bauer\nSchwarz-Weiß-Komposition 14\nUmberto Boccioni: Abschied / Die Abfah-\nrenden / Die Zuruckbleibenden\nMarc Chagall: Interieur / Der Jude / Der\nGeigenspieler / Die Schwangere / Essender\nBauer / Madchen\nRobert Delaunay: Der Turm\nLyonel Femiiiger: Klein Schmidthausen /\nMark Wippach II\nJicoba van Heemkerck: Baum / Landschaft\nPaul Klee: Kriegerischer Stamm\nOskar Kokoschka Menschenklopfe:\n1 Adolf Loos I 2 Herwarth Walden / 3 Karl\nKraus / 4 Richard Dehmel / 5 Paul Scheer-\nbart I 6 Yvette Guilbert\nOskar Kokoschka: Tierbilder\nFernand Leger: Akt\n\nSturm-Kiinstlcr / Lichtbildkarten\nJede Karte 20 Pfennig\nI. August Stramm IX.\n11. Herwarth Walden X.\n111. van Heemskerck XI.\nIV. Kandinsky XII.\nV. Rudolf Blumner XIII.\nVI. Campendonk XIV.\nVII. Peter Baum XV-\nVIII. Hermann Essig XVI.\nOskar Kokoschka\nAdolf Knoblauch\nPaul Klee\nGabriele Munter\nRudolf Bauer\nNell Walden\nMynona\nKurt Heynicke"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "32", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180515-01.1.16", "texte": "Der Sturm\nStandige Aussiellungen\nBerlin / Potsdamer Stra&e 134 a\nGedflnet taglicli von 10—6 Uhr / Sonntags\nvon 11—2 Uhr\nTageskarte 1 Mark / Jahreskarte 6 Mark\nMonatlicher Wechsei\nDreiundsechzigste Ausstellung\nMai 1918\nNell Walden\nArnold Topp\nHans Siliig\nVierundsechzigste Ausstellung\nJuni 1918\nAlberl-Blodi\nEmmy Klinker\nElisabeth Niemann\nEroffnung: Sonntag den 2. Juni\nMunchen: 15. Juni bis 1. August\nSturm-Ausstellung / Runsthaus Das Reich\n\nDER STURM\nvertritt iolgende Kunstler ausschliefilich\nand verfiigt iibcr ihre Wcrkc (Gemalde /\nGraphik / Holzscfanitte / Handdruckc) zum\nVerkauf und zu Ausstellungen in der gan-\nzen Welt:\nRudolf Bauer / Campendonk / Marc Cha-\ngall I Jacoba van Heemskerck / Kandinsky I\nGeorg Muche / Gabriele Miinter / Fritz\nStuckenberg / William Wauer / Nell Wal-\nden\nDER STURM\nvertritt fur Deutsohland iolgende Kunstler\nund verfugt fiber ihre Werke zum Verkauf\nund fur Ausstellungen:\nGosia Adrian - Nilsson / Albert - Bloch /\nAlexander Archipenko / Fritz Baumann /\nVincenc Benes / Umberto Boccioni / Carlo\nD. Carra / Max Ernst / Lyonel Feininger /\nEmiS Filla / Albert Gleizes / Otto Gut-\nireund / Oswald Herzog / Sigrid Hjerten\nGriinewald / Isaac Griinewald / Johannes\nItten I Alexei von Jawlensky / Paul Klee /\nOskar Kokoschka / Otakar Kubin / Fernand\nLeger / Franz Marc / Jean Metzinger /\nFrancis Picabia / Georg Schrimpf / Gino\nSeverini / Arnold Topp / Maria Uhden /\nMarianne von Werefkin\n\nKunstschule Der Sturm\nLeitung ; Herwarth Walden\nZweites Jahr\nUntcrricht und Ausbildung in der\nexpressionistischen Kunst\nBiihne / Schauspielerei / Vortragskunst /\nMalerei / Dichtung / Musik\nLehrer der Kunstschule Der Sturm\nRudolf Bauer\nRudolf Bliimner\nCampendonk\nJacoba van Heemskerck\nPaul Klee\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nLothar Schreyer\nHerwarth * Walden\nSprechstunden der Leitung der Kunstschule Der\nSturm: Dienstag, Mittwoch, Freitag, Sonnabend\n4—5 J Das Sekretariat ist taglich von 10—6 ge-\n-Bffnet\n\n©ffentliche Vortrage\nJedc Vortragsreihe 5 Mark\nVcfrtragsreihe7\nLothar Schreyer: Der Expressionlsmus\nSonntags 11—12: 21. April / 5. und 26. Mai t\n2. und 16. Juni\nDie Vortrage finden in der Kunstschule Der Sturm\nstatt\nHorerkarte fur den einzelnen Vortrag: Mark 1,50\n\nSturm ~ Abende\nVcrcin fiir Kunst / Fiinizehntes Jahr\nIn der Kunstausstellung Der Sturm / Berlin\nJeden Mittwoch\nBeginn aller Abende: %8 Uhr\nWiederbeginn der Abende\nMittwoch den 4. September 1918\n68. Sturm-Abend\nKarten zu 5, 3, 2, 1 Mark im Vorverkauf und an\nder Abendkasse\n\nVerein fiir Kunst\nFiinfzehntes Jahr\nJahresbeitrag 20 Mark\nRechte: Frcier Bezug der Zeitschrift Der\nSturm I Freier Besuch der Sturm-Ausstel-\nlungen / Jahrlich 2 Kunstdrucke\nAnmeldungcn durch den Sturm\n\nVerein Sturmbiihne\nVorsitzender: Dr. John Schikowski\nGeschaftsstelle: Charlottenburg / ScharrenstraCe II\nAufruf und Satzungen kostenlos\n\nKunstbuchhandhing\nDer Sturm\nPotsdamer Straße 138 a\nFernruf Liitzow 4443\nhat gute und seltenc Buchcr und Noteu\nvorratig und nimmt Bcstellungen entgegen\n\nNeuanzeigen Der Sturm\nSturm-Abende / Ausgewahlte Gedichte\nDas Buch enthalt die Gedichte, die Ru -\ndolfßliimneran den S t u r m-A be n-\nd en vortragt\n4 Mark\nArnold Topp-Mappe\nSechs signierte Lithographies\n75 Mark\nKunstdrucke aui Japan-Papier\nFernand Leger: Akt\nRobert Delaunay: Der Turm\nJedes Blatt 5 Mark\nWilhelm Runge\nDas Denken traumt / Gedichte\n3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig\nDie Sturm-Biihne\nJahrbuch des Theaters der\nEinzelne Folge\n60 Pfennig / Jahrbuch 6 Mark\nDritte Folge erschienen\nHerwarth Walden: Einblick in Kunst\nMit vierundsechzig Abbildungen nach Ge«>\nmaiden der Sturm-Kiinstler\nZweite Auflage\n5 Mark\nSturm-Bilderbiicher\nGanzseitige Abbildungen der HauptwerkQ\nI: Marc Chagall\n4 Mark\nII: Alexander Archipenko\n4 Mark\nIII: Paul Klee\n4 Mark 50 Pfennig\n\nAnzeigen werden nicht aufgenommen\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm\nsind signierte und numerierte Handdrucke\nvon den meisten Zeichnungen Kunstdrucke\nkauflich zu erwerben. Die Originate sind ver«~\nkauflich.\nAusfiihrliche Vcrzeichnissc des Verlags\nDer Sturm kostenlos"}]}