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Die\nMenschheit will ernst genommen werden in dem, was sie sicn\neinbildet. Der Dichter aber bildet. Der Dichter entfernt die\nHüllen und sieht die Blöße mit reinem Auge. Das Herz der\nMenschheit schlägt ihm auf der Brust. Und schlägt das Hierz des\nDichters nicht mehr, so schlägt die Menschheit die Augen auf\nund sieht sich selbst ins Innerste getroffen. Nur wenige schauen\ngern auf ihre eigne Nacktheit, Sie sind nur sicher und stattlich\nin dem, was sie verhüllt. Sie wollen nur Gesehenes nach-\nsehen und Gefühltes nachfühlen. Der Dichter kennt diese Mittel\nnicht. Unmittelbar greift er ins Leben, da er es nicht begreift.\nWir sind vom Dichter ergriffen und bilden uns ein, ihn wieder\nbegreifen zu können. Wir sind nur Werkzeug seines Werks.\nHermann Essig ist der Dichter der Wirklichkeit. Die Wur-\nzel seiner Kunst ist, den lebendigen Trieb im wesenlosen Ge-\ntriebe dieser Erde aufblühen zu lassen; Ueber Geschlecht und\nBeruf hinaus vergehen seine Menschen ins Unvergängliche. Das\nUnvergängliche, in diesem seinem Werk ist es getan. Der Kampf\ndes Ewigmenschlichen gegen das Unmenschliche der erzwun-\ngenen, nicht gewollten oder nicht gekonnten Lebensführung des\nEinzelnen ist komisch, wenn das Menschliche unterliegt. Der\nKampf ist tragisch, wenn das Menschliche siegt. Die große\nKunst ist tragisch und komisch zugleich. Die Tragödien Her-\nmann Essigs sind Komödien. Und seine Komödien Tragödien.\nSeine Werke sind keine Abbilder der Natur. Seine Werke sind\nNatur als Kunst. Unnatürlich denen, die erst im Abbild das\nBild sehen.\nVon den Dichtern der Wirklichkeit kann nur ein Name\nneben den Namen Hermann Essig in Deutschland gestellt wer-\nden: Heinrich von Kleist. Was mit der ersten deutschen Komö-\ndie Der zerbrochene Krug vollendet begonnen wurde, Hermann\nEssig hat es in zahlreichen Komödien vollendet. Auch Her-\nmann Essig wurde nicht erkannt.\nAber sein Leben war glücklich. Denn er war begeistert,\nBegeistert vom Geist der Kunst, Er glaubte nicht nur an seine\nKunst, er wußte um sie. Mit dem Wissen, das nur der Künstler\nhat. Der Künstler entwickelt sich nicht, der Künstler ringt\nnicht, der Künstler reift nicht. Aus dem Künstler schlägt die\nKunst die tausend Augen auf. Hermann Essig schuf, weil er\nmußte. Und weil er mußte, konnte er.\nHermann Essig, der Sohn eines Pfarrers, zog freudig in den\nKrieg, Gott und der Kampf, das ist die Kunst. Kampf gegen\nandere und vor allem Kampf gegen sich selbst. Er hatte, wie\njeder große Künstler, das Bewußtsein der Pflicht und die Sitt-\nlichkeit der Unterordnung. Er fühlte sich durch die Kunst er-\nhoben, er wollte nicht wegen der Kunst erhoben sein.\nAber die Menschen werden sich an seiner Kunst erheben.\nTrompeten schmettern und Gewehre knattern. Dem Sterb-\nlichen der letzte Gruß. Das Unsterbliche, das in diesem Her-\nmann Essig gebunden war, löst sich in die Welt und bindet die\nMenschen, die wie Künstler glauben können.\nWir glauben an Dich, Hermann Essig, Wir lieben Dich, da\nDu uns lebtest. Du lebst uns. 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Nicht küssen\nDer Mann\nSo komm auf meinen Schoß\nDie Frau des Anderen\nWas tust Du\nDer Mann\nIch zähle die Finger\nDie Frau des Anderen\nDu spielst mit mir\nDer Mann\nSei gut und laß Dich küssen\nDie Frau des Anderen\nMan wird es entdecken\n*\nDer Mann\nAlles ist verschlossen. Oeffne Deine Lippen\nDie Frau des Anderen\nEr ist verschlossen. Ich finde nicht zu ihm\nDer Mann\nLaß ihn bei sich. Wir sind bei uns.\nDie Frau des Anderen\nEr hat mich sehr geliebt\nDer Mann\nSein ist besser als Haben\nDie Frau des Anderen\nIch ängstige mich so\nDerM a n n\nDeine Arme sollten Spangen tragen\nDie Frau des Anderen\ns\nDu wolltest mich retten\nDer Mann\nSo laß Dich küssen\nDie Frau des Anderen\nNicht auf den Mumd\nDer Mann\nDein Hals beugt sich unter der Last Deines Blondhaars\nDie Frau des Anderen\nEr hat mich immer auf den Mund geküßt\nDer Mann\nDeine Brüste blühen unter meinen Händen\nDie Frau des Anderen\nDu hast versprochen, mich nicht anzurühren."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "52", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3102, "texte": "Der Mann\nDeine Glieder atmen mir entgegen\nDie Frau des Anderen\nDu wolltest meiner Seele Frieden geben\nDer Mann\nWo ist Deine Seele. Bei ihm. Bei ihm\nDie Frau des Anderen\nEr rührt mich nicht an\n112\nDerM a n n\nDu liebst ihn\nDie Frau des Anderen\nZu Dir bin ich gekommen\nDer Mann\nDie Seele ist nicht zu fassen\nDie Frau des Anderen\nHilf sie mir suchen\nDerM a n n\nOeffne Dich mir\nDie Wirtin hinten\nOeffnen Sie nur, der Herr ist zu Hause\nDer Andere draußen\nOeffnen Sie bitte\nDer Mann\nWer ist dort\nDer Andere\nSie kennen mich nicht. Ich möchte Sie kennen lernen.\nDer Mann\nIch bin beim Ausziehen\nDer Andere\nUnter uns Männern. Aber wenn es Ihnen peinlich ist,\nwarte ich so lange\nDer Mann\nHat es nicht bis morgen Zeit\nDer Andere\nIch habe keine Zeit zu verlieren\nDer Mann\nZwei Minuten müssen Sie schon opfern\nganz leise\nSchnell in den Schrank\nDie Frau des Anderen\nIch bin verloren\nDer Mann\nNur keine Minute verlieren\nDie Frau des Anderen im Schrank\nKüsse mich\nDer Mann\nEs ist keine Minute zu verlieren. Ich muß schließen\nDer Andere draußen\nHalten Sie oft Selbstgespräche\nDer Mann\nIch bin mir interessant genug\nDer Andere draußen\nSie können das eigentlich nachher tun\nD e r M a n n öffnet\n(Wenn Sie wünschen\nDer Andere\nGesegnete Mahlzeit\nDer Mann\nGuten Morgen\nDer Andere\nIhr Kragenknopf ist noch offen\nDer Mann\nSie haben gute Augen, Aber ich habe meinen Kragen\ngar nicht aufgehabt.\nDer Andere\nSie ziehen den Kragen zuletzt aus\nDer Mann\nHaben Sie sonst noch Befehle.\nDer Andere\nMittagsschlaf ist ungesund\nDer Mann\nSie müssen es mal mit Kragen versuchen.\nDer Andere\nIch sitze am liebsten auf dem Sofa\nDer Mann\nIch empfehle Ihnen meinen Klaviersessel. Da können Sre\nsich immer um sich selbst drehen\nDer Andere\nEin schöner Schrank\nDerM a n n\nGanz solide. Eiche.\nDer Andere\nFür Kleidung und Wäsche\nDer Mann\nEin Junggeselle muß sich behelfen.\nDer Andere\nSie stecken alles in einen Schrank\nDerM a n n\nSo ein Schrank hat es in sich.\nDer Andere\nDer Schrank gefällt mir.\nDer Mann\nUnd was sagen Sie zu meinem Sessel.\nDer Andere\nWollen Sie eine Zigarre rauchen\nDer Mann\nIch kaue nur Tabak\nDer Andere\nMacht Ihnen das Vergnügen.\nDerM a n n\nEs macht Speichel.\nDer Andere\nWas zahlen Sie für das Zimmer.\nDer Mann\nWollen Sie es mieten\nDer Andere\nIch habe es gemietet\nDer Mann\nDas ist mir sehr interessant- Von wem, wenn ich fragen\ndarf\nDer Andere\nFragen Sie ihre Wirtin\nDer Mann\nKommen Sie mal herein, Frau Schultze\nDie Wirtin\nWas ist denn los\nDer Mann\nDieser Herr mit der Zigarre behauptet, daß Sie ihm mein\nZimmer vermietet hätten.\nDie Wirtin\nMan muß leben, junger Herr. Von Ihnen kriege ich die\nMiete doch nie.\nDer Mann\nSind Sie verrückt geworden.\nDie Wirtin\nWenn Sie mir beleidigen, hol ich nen Blauen und nu\npacken Se man gleich Ihre Sachen und sein Se froh, daß\nSie mit heiler Haut davon kommen. Der neue Herr hat\nIhre ganze rückständige Miete bezahlt.\nDer Mann\nSie spielen wohl Vorsehung.\nD e r A n d e r e\nMan muß sich vorsehen.\nDer Mann\nSie gefallen mir ausgezeichnet. Gehen wir einen Schoppen\ntrinken. Auf gute Freundschaft\nDer Andere\nMit Vergnügen. Frau Schultze haben Sie Bier im Hause,\nDie Wirtin\nDaran solls nicht fehlen."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3516, "texte": "Der Mann\nUnsere Freundschaft ist wohl ein Glas Sekt; wert.\nDer Andere\nEine Flasche, junger Freund. Packen Sie Ihren Kram\nzusammen und dann wollen wir vergnügt sein.\nDer Mann\nLassen Sie immer den Sekt kalt stellen.\nDer Andere\nDer Sessel ist wirklich famos.\nDer Mann\nAuf Wiedersehn, Frau Schnitze. Worauf warten Sie\neigentlich. ,\nDie Wirtin\nDaß Sie mir nichts klauen\nDer Mann\nVerfluchte Hexe\nDer Andere\nGehen Sie ruhig, Frau Schultze. Der Herr ist mein Freund.\nDie Wirtin\nHexe (lasse ich nicht auf mir sitzen. Und wo ist der\nSchlüssel zum Schrank, Sie Liederjahn.\nDer Mann\nMein Herr, ich bin jetzt Gast, Wollen Sie mich nicht von\ndem Anblick dieser widerwärtigen Person befreien,\nDer Andere.\nGehen Sie Frau Schultze. Der Herr ist sehr nervös. Er\nhat Zwangsvorstellungen.\nDie Wirtin\nMeinen Schlüssel will ich.\n„ *\nDer Andere\nMir gibt er ihn. Gehen Sie nur an Ihre Arbeit.\nDie Wirtin\nWenn ich den Schlüssel nicht kriege, zeige ich Sie wegen\nErpressung an.\nDer Andere\nGehen Sie, liebe Frau Schultze. Der Sessel ist wirklich\nfamos.\nDie Wirtin wirft die Tür zu,\nDer Andere\nWollen Sie nicht packen.\nDer Mann\nWollen Sie sich nicht packen.\nDer Andere\nSie haben keinen Humor, lieber Freund. Ich finde es\nfurchtbar komisch.\nDer Mann\nWenn ich Ihnen nun eine Kugel in den Bauch schieße.\nDer Andere,\nHeben Sie Ihren Revolver auch im Schrank auf.\nDer Mann\nJetzt reißt mir aber die Geduld.\nDer Andere\nIch kann warten. Uebereilen Sie sich nicht.\nDer Mann\nIch muß Sie sehr höflich bitten, mir das Zimmer noch eine\nStunde zu überlassen, damit ich Ordnung machen kann.\nDer Andere\nBitte sehr. Ich werde so lange auf dem Piano spielen.\nHören Sie vielleicht gern Walzer.\nDer Mann\nJetzt ist meine Geduld zu Ende.\nDer Andere\nSpielen Sie Schach.\nDer Mann\nIhnen biete ich noch lange Schach.\nDer Andere\nHaben Sie das Schach auch im Schranke,\nDer Mann\nWas geht Sie, zum Teufel, mein Schrank an.\nDer Andere\nEr ist sehr solide. Eiche\nDer Mann\nSie scheinen zu glauben, mein Herr, daß sich ein Ge-\nheimnis in dem Schrank verbirgt\nDer Andere\nIch bin nicht neugierig. Ich kann warten. Ich hätte\nübrigens eine glänzende Frau für Sie,\nDerM a n n\nWo wohnt die Dame. Gehen wir zu ihr.\nDer Andere\nEs ist nur meine Frau.\nDerM a n n\nSind Sie verheiratet. Warum mieten Sie das Zimmer,\nDer Andere\nIch will mich als Junggeselle fühlen.\nDer Mann\nSchämen Sie sich nicht, Ihre Frau zu hintergehen.\no\nDer Andere\nIch brauche sie nicht zu hintergehen. Meine Frau ver-\nkriecht sich vor mir\nDer Mann\nWie sollen wir dann Ihre Frau finden\nDer Andere\nVielleicht haben Sie den Schlüssel\nDerM a n n\nMein Herr\nDer Andere\nNur nicht schießen. Wir können die Sache in voller Ge-\nmütsruhe erledigen.\nDerM a n n\nSchurke\nDer Andere\nNur keine großen Worte. Wie lange hat meine Frau ein\nVerhältnis mit Ihnen\nDerM a n n\nSie hat kein Verhältnis mit mir.\nDer Andere\nAlso wie lange haben Sie ein Verhältnis mit ihr.\nDerM a n n\nIhre Frau hat eine Kinderseele\nDer Andere\nWie lange hat also diese' Seele ein Verhältnis mit Ihnen.\nDer Mann spuckt vor ihm aus\nDer Andere\nSehen Sie sich vor, junger 'Herr.\nDer Mann\nSie sind das letzte Mal Vorsehung gewesen.\nDer Andere\nOeifnen Sie lieber den Schrank. Damit die (Seele Luft\nkriegt\nDer Mann\nWenn Sie Ihre Frau anrühren, haben Sie die längste Zeit\ngelebt\nDer Andere\nrremde Frauen rühre ich nicht an.\nDer Mann\nIhr Leiden komme über Sie.\nDer Andere\nUnd mit Ihren Küssen haben Sie die Seele gerettet.\nDer Mann\nFrauen sind Kinder. 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A'» '\n112 . ' 1\nGebet sudanesischer Reiter\nHei Herren Heer\nHeerzug\nGezügelt\nGezückt\nZacken in Nackt\nNächtelang lauernd gekauert\n'Gelagert\nGelächter\nGelichter\nNordlichter\nNordsüd\nMordsinn siedend Sand\nAlle Sinne singe»\nsonnensudelrot\nRotrudel\nReiter\nweiter\nwüstenwitternd\nSüdgewitter\nWüstenritt\nReiterwut\nRitterwahn\nRetter wach\nWüstenwächter\nWissenwachsend\nMordgewissen\nMordgewiß."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "58", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1831, "texte": "Goidschaforacken Hängt das Gewehr\nGoldgehänge\nGoldenen Hang\nBerg hinan\nBurgen brennt\nGoldschabracken Hängt das Gewehr\nGoldgewährend\nWaarengold\nWagenrollend\nWer Morden wagt\nGoldschabracken Hängt das Gewehr\nGehorchend\nHorchend\nHorden weihen\nWeitfort\nGott spricht ' \"\nSpringt hoch\nSchrei an die Kehlen\nSchellen Blut\nSchellen Blumen\nBlüh zertreten\nBlasen blendend\nBlühend blau\nGottes Himmel hängt Höllenheiß\nHungerhetzen\nWetzt die Messer\nWürgt Erwachen\nBlinde Wut\nGottes Himmel hißt Höllentod\nGott erwürgt\nWir\nreiten weiter\nGott verwirrt\nWirr\nTod inmitten\nGott zerrissen\nIrrt\nWüstenritt\n-\nGottverweht\nIn\nGottes Atem\nHimmelhoch weht Höllenweh\nWüsten wehren\nGott verheert\nHerren heeren\nHeilig heiß!\nHöllenbahn\n\"Höllenbahnbrechend\nSehnengeduckt\nViadukt\nLäuft v '\nStrahl um Strahl\nEisenschienenschein\nSeinhinab\nZuckt\nZug um Zug\nGezückt\nIn\nTosendtausendtoll\nTollend\nTunnel\nBrüllt dunkel\nBlumenbrut\nZ er bohrt\nZerbrannt\nVerfluchten Flugs\nHinab\nAbsturz\nin 112 i\nStadt um Stadt\nSteilab\nIn if '}\nSiraßenabendrast\nZergrasend t\nGrün\nden Grund\nLaternen fahl\nZerfallen\nGlockenschall\nHellt\nHallenauf\nHellauf das Menschenall\nBahnbrechend\nBrünstig\nBrüder Brunnen überschäumend\nBrandend\nBrand\nBricht straßenauf die Herzen\nStrahl um Strahl\nStahlschein die Schienen\nWindendwund\nDurch Blendenblind das Wunder\nRundum\nr.\nErdenrund\nZersehnt\nGetragen\nSehnsuchtswerdeschrei\nLangt\nbang\nentlang\ndie Bahn\nDen Sternenstrang\nSternaugenhoch\nGeschwungen\nWankt und winkt\nLeben\nlebendig\nEndlos\nQuellenschrei\nverqualmt\nverqualt\nIn\n'brünstig\nBrunst\nVerdunstend\nNichts!\nGottes Reich der Akrobaten\nBlühend zu Georg Muches frommen Visionen\nFang Sehnen auf\nlacht höchsten Mast\nflaggt Lachen auf\npflückt\nflink\nGelächter lichter\nsüdhin\nSeide\nWeht der Wind\nWindhün !chen\nwinselt\nInselweltenspiel\nWeltinselseelig\nHell\nGebell\nGebettel\nMenschgebettetsein\nVerbissen\nZerrt\nVerzottelt"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "60", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 830, "texte": "Bunte Fälle\nBunt\nfällt Blumen an\nBeißt\nWild Gekläff\nGrell\nKlafft die Wildnis\nDa springen Peitschen hinterher\nWindhin\nUnd rennt ums Leben\nBebt\nGebändigt\nWeltzerwühlt das Wild\nIn Rudeln\nRuht\nAufruhr das dunkle Blut\nPrunkt\nSchamverbrämt\nZahm\nprangt\ndie Pranke\nBluterstarrt erstorben\nStier\nfrieren\nBlumenflecken\nweithin\nweidenhin\nWeit öffnet Gottes Garten\nArm und Reich\ndie Blumenarme\ntief\nGeborgen tragen\nBergüber seilgespannt gesponnen\nSonne Mond und Sterne rollen\nSternaugenvoll\nErfüllung\nSchüttet\nAus vollen Händen\nHändehingestreut\nZerstäubt\nZerstoben\nGoldgehäuf von kleinen Hufen\nkleiner Pferdchen\nGoldgefährt\nGeführt\nGefahrenatmend\nSchmetternde Fanfaren\nBricht\ndie Bahn\nin\nBrand\nIn\nBrausen tausend Abhang\nAn\nHinan\nGrashang zergrasend\nGrabhang\nRasend\nRast\nBluthast\nGefangen\nsehnt\nFang Sehne auf\nLacht flaggenauf\nnachtauf\ndas Grab"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-07-15-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-07-15_01#c019", "volume": "bmtnabg_1918-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "57", "page_fin": "57", "image_debut": 9, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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[n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.2.17", "titre_corps": "Die Entführung", "titre_sommaire": "Die Entführung", "signature_source": "Mynona", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "60", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.12", "debut_caractere": 1789, "fin_caractere_exclue": 3580, "texte": "Die Entführung\nMynona\nHaus stand bei Haus. In den Vorfluren hantierten die\nehrenwerten Diener, und drinnen, in den Festgemächern, er-\nfreuten die reichen Familien sich ihres liebenswürdigen Da-\nseins. Margarete mischte sich Punsch. Onkel Emil kaute Weiß-\nbrot mit kaltem Fasan. Der Großpapa schlürfte eine Auster\nnach andern. Da kam der Diener Wilhelm vorsichtig auf\nden Hausherrn, den Baron von Bohleke zu und flüsterte höflich:\n~Draußen sind drei Männer vorgefahren, welche den gnädigen\nHerrn zu sprechen verlangen/' „So führe sie ins Empfangs-\nzimmer!\" „Aber sie erwarten den Herrn Bar ort draußen in\nihrem Wagen.\" „Was?\", der Baron kreischte empört. „Mich!\nWas sind es für Männer?\" „Es sind keine vornehmen Herren;\nes sind so Leute mehr Unseresgleichen.\" „Wo ist meine Hunde-\npeitsche?\" „Hier, gnädiger Herr.\" Baron Bohleke begab sich\nvors Portal. Da stand eine Mietskutsche und drinnen saßen\ndrei Männer. Sie trugen Schirmmützen und schäbige Kleidung;\nzwischen ihren bärtigen Mäulern wanderte eine Pulle. Sie\nsahen aus wie von Zille gezeichnet, und der eine sagte gröhlend:\n„Wenn Bohleke nicht rauskommt, schlag ich ihm den Schädel\nmit der Pulle ein.\" Bohleke trat, indem er mlit der Peitsche\nan sein Hosenbein klatschte, dicht an den Wagen. „Wlas wollen\nSie? Aber bitte, ein bischen rasch.\" Statt aller Antwort wurde\nBohleke von sechs Männerfäusten ergriffen, in den Wagen\ngehoben, geknebelt und fort sauste das Gefährt vor dem ent-\nsetzten Diener, der mit offenem Munde nachstarrte! — Die\ndrei Männer indessen lachten und tranken, Sie lobten ihren\nKutscher. Den von Bohleke hatten sie wie ein Paket zu ihren\nFüßen; er konnte sich nicht rühren; sie hatten ihn gefesselt.\nNach etwa einer halbstündigen Fahrt, während welcher von\nBohleke sich vergebens bemühte, Orientierung zu bekommen,"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "61", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 8463, "texte": "hielt der Wagen still, Die drei stiegen aus. Der eine zerbrach\nBohlekes Peitsche, Die andern verbanden ihm die Augen.\nEr hörte den Wagen abfahren und fühlte sich emporgehoben.\nAus dem Hallen der Schritte zu schließen, ging es durch keller-\nartige Räume. Nach einer kleinen Weile nahm man ihm die\nBinde ab. „Justav\", sagte eine ziemlich rohe Stimme, ~hole nu\nman die Marie.\" Justav entfernte sich taumelnd. Man befand\nsich in einem kahlen Raum, Von Bohleke, noch etwas wirr im\nSchädel, zog seine schneidigste Grimasse und wollte zu krähen\nbcgi nnen. Aber die Männer packten ihn jeder an einem Arm.\nDe r eine legte ihm seine schmierige Hand auf den Mund, und\nder andere sagte: „Hier hälste die Schnauze, Baron, Wir haben\nDir in Gewalt. Sie nötigten ihn zum Niedersetzen auf eine\nhölzerne Bank. und flankierten ihn liebend, „Also wieviel\",\nfragte von Bohleke, „wollt Ihr für meine sofortige Freilassung?\"\n„Ne\", sagte der rechte, „hier bleibste 'n kleenes Vierteljahr.'\n„Was?' schrie von Bohleke, „Kerls! Ich . , /* „Regr Dir ab,\nsonst krigste eens drauf,\" „Ich verlange zu wissen, was Ihr\nmit mir vorhabt.' „Mensch\", sagte der links, „so was Gutes,\ndaß Du vor Wonne hoch gehn wirst. Schau! da kommen se\nschon. Etwas will ich Dir noch verraten: Du sollst hier als\nZuchtbulle Verwendung finden.\" ~Als . . ,?\" — aber noch\nhatte von Bohleke den Satz nicht beendigen können, als Justav\nwieder anlangte. In seiner Begleitung befand sich ein altes\nWeibsbild von ausgesprochen kupplerischem Ansehen. „Det\nis die Marie\",,sagte Justav, „is se nicht immer noch propper?\nMarie\", fuhr er mit vorstellender Handbewegung fort, „det is\nder bekannte Lebemann Baron von Bohleke.\" „Kinder\", flötete\nMarie, „laßt mich mit dem gnädigen Herrn allein!\" „Aber\nMarie! Aber Marie!\" warnten die drei wie aus einem Munde,\n„Marie, was hast Du vor, Marie?\" Dann torkelten sie durch\neine Falltür ab. — Marie setzte sich neben von Bohleke und\ntat kriecherisch liebenswürdig: „Es handelt sich um eine zarte\nAngelegenheit, verehrter Herr Baron. Ich habe früher bessere\nTage gesehen und denke mir leicht, wie es Ihnen jetzt zu Mute\nsein mag.\" „Bitte langweilen Sie mich nicht, meine Liebe!\nWomit kann ich dieser unerhörten Frechheit sofort ein Ende\nmachen?\" „Mit garnichts\", erwiderte freundlich Marie, „Sie\nmüssen ein kleines Vierteljahr Geduld haben. Solange hält man\nSie, zu gewissen, Ihnen gleich näher zu erklärenden Zwecken,\nhier gefangen. Sie müssen nämlich wissen, wir sind prachtvoll\norganisiert. Es ist ein Verein zur Veredlung der Menschenrasse\nWir fangen aristokratische Lebemänner ab und zwingen sie,\nunter Todesandrohung, zum liebenden Verkehr mit sorgfältig\nvon uns ausgesuchten Mädchen niedrigen Standes; pikfeine\nWare, Herr Baron. Bisher haben wir noch keinen zu toten\nbrauchen. Sie waren uns nur allzugern zu Willen.\" „Pfui\nSatan!' brach da der Baron los. „Das übersteigt ja jede Vor-\nstellung von Schamlosigkeit.\" „Ah, Herr Baron, warum? Ihr\nHerren seid ja sonst so galant. Warum soll man das nicht\nlieber in ein vernünftiges System, in eine gegenseitige Hin-\nneigung von Hoch zu Niedrig bringen und aus den Leibeserben\ndieser Sympathie dem ganzen Volke wertvolle Blutmischungen\neinflößen? Wir sind Idealisten, eher baron. Warum regen\nSie sich moralistisch auf? Just Sie? Beiläufig gesagt, ich bin\naus Ihren Kreisen. Ich war, ich bin Komtesse. Deklassiert.\nIch fühle mich wohl! Ich gab jungen Menschen das Leben,\nwelche jetzt angesehene Rollen in Staat und Gesellschaft spie-\nlen. Ich bin freiwillig bei dieser Mission geblieben. Im übrigen,\nmein Lieber, sind Sie ja erstlich ein Freund hübscher Mädchen;\nund zweitens scheuen wir nicht vor der letzten Gewalttat zu-\nrück, um Sie unseren Zwecken gefügig zu machen. Also bitte,\nbitte, lassen Sie alle Prüderie!\" „Wahnsinn\", ächzte der arme\nBaron. Er rang die Finger, daß die Gelenke knackten. Marie\nblickte ilhm lächelnd ins ebenso böse wie ratlose Antlitz. „Zum\nDonnerwetter, Gnädigste\" . . . „Bitte einfach Marie\", sagte die\nGnädigste. — „Ja, zum Donnerwetter, Sie Mieze (och! machte\nMarie) das läßt sich doch aber sofort abkaufen. Ihr seid zwar\nIdealisten. Aber Ihr lebt doch wahrscheinlich von solchen\nErpressungen und nicht nur um Gottes Lohn. Arrangieren Sie\ndie Chose doch möglichst dalli, meine Liebe, Speziell Ihnen\nnoch ein Extra-Douceur!\" „So wird es nicht gehen, Barott,\nSie haben schon recht vermutet, daß wir, notgedrungen, unse-\nren Idealismus aus den Taschen seiner Opfer zu kapitalisieren\ngezwungen sind. Aber, mein Lieber, vergessen Sie nicht unsere\neugenischen Zwecke, Sobald unser Vertrauensarzt endgültig\nsein Votum abgegeben hat, daß Sie mehrfacher Vater zu\nwerden im Begriffe sind, entläßt man Sie müt unseren Segens-\nwünschen, Früher keineswegs; denn Sie müssen durch die\nintimsten menschlichen Beziehungen an uns gefesselt bleiben,\nUebrigens rede ich etwa nicht, um zu überreden. Wir haben\nGewaltmittel, z. B, mit dem raffiniertesten Luxus eingerichtete\nFolterkammern, Ich rede,/nur, um Sie zu informieren. Ich bin\nhier Empfangsdame. Sträuben, Baron, lächerlich und geradezu\nverhängnisvoll überflüssig. Folgen Sie mir willig, sonst kommt\nein ziemlich brutaler Beistand.\" Von Bohleke erhob sich.\nInzwischen war doch seine Neugierde ein wenig geweckt wor-\nden, Marie schritt ihm voran. Die Hand nach einem kaum\nsichtbaren Knopf an der weißgetünchten Wand ausgestreckt,\nsagte sie, halb zurückgebogen: „Sie werden rund ein Viertel-\njahr lang eleganter, wie ich glaube, leben, als Sie es sonst\nschon gewöhnt waren. Vorausgesetzt, daß man willig ist, er-\nfährt man bei uns eine allererstrangige Behandlung.\" „Es ist\nmir unfaßbar\", zögerte der Baron, „daß Sie dort Gewalt an-\nwenden, wo Sie doch wahrscheinlich mit der leichtesten Mühe,\nunter so luxuriösen Bedingungen, freiwillige Vereinsmitglieder\ndie Menge fänden.\" „Hahaha\", lachte Marie entzückt auf,\n„Sie sind, Baron, von der grandiosesten Naivität. Um diesen\nheimlichen Staat unentdeckt spielen zu können, brauchen wir\nMilliarden, nicht Millionen. Wir brauchen soviel Geld, wie\nman es uns freiwillig gewiß noch nicht einmal zu einem Drittel\ngeben würde. Wollen Sie noch etwas wissen?\" — f,Wie be-\nkommen Sie soviel Geld, ohne daß man Sie anzeigt?\" „Aber\nBester, wen will man anzeigen? Und das Gesetz wegen der\nstandesgemäßen Alimentationen ist auf unserer Seite. Aerzte\nRechtsanwälte, ja hohe, vielleicht höchste Beamte sind unsere\nRentenempfänger. Und gesetzt, mein Lieber, der Staat selber\nhätte ein geheimstes Interesse daran, uns unentdeckt zu lassen,\nso läßt sich kein Einfluß mehr gegen uns aufbieten. Sie sollen\ndas erleben! Wir zählen einige Prinzen zu unseren Interessen-\nten. Ich schweige. Ihrer Phantasie ist Spielraum gegeben.\"\nMit diesen Worten drückte sie auf den Knopf. Scharniere\nglitten auseinander. Die getünchte .Wand rollte nach unten.\nEs zeigte sich ein bronzenes Portal im Renaissancegeschmack,\nIn getriebenen Figuren sah man darauf einen stolz athletischen\nMann von jungen Frauen umschmeichelt. An einem Ringe hing\nein Türklopfer. Marie tat drei metallisch gongartig dröhnende\nSchläge. Die Flügel öffneten sich nach innen. Ein Diener in\nschwarzsammetner Livree geleitete durch einen breiten Korri-\ndor mit Oberlicht in eine Art Vestibül mit herrlichen Eben-\nholzmöbeln auf rotem Teppich. Durch ein breites Glasfenster\nsah man in einen französischen Park, ein Springbrunnen\nrauschte. „Die Damen hierher\", befahl Marie dem Diener. Von\nBohlecke klemmte sein Monokel ins Auge. Man hörte ein\nseidenes Rauschen. Aus einer hohen Tür dem Fenster gegen-\nüber traten fünf junge Mädchen in weißseidenen Schleiern.\nM arie sagte in befehlendem Ton: „Ihr seid diesem Herrn zu-\ngeteilt. Ich erwarte, daß Ihr Euch seinen Anordnungen fügt.\nBaron, ich sehe Ihrer Miene gern an, daß Sie nicht unangenehm\nberührt sind. Ich empfehle die Herrschaften der gegenseitigen\nliebevollen Berücksichtigung.\" Sie entfernte sich.\nHaus stand bei Haus. In den Vorfluren hantierten die\nehrenwerten Diener. Drinnen, in den Festgemächern, erfreuten\ndie vornehmen Familien sich ihres genußreichen Daseins.\nOnkel Emil aber v/ar nicht mehr froh. Er trauerte, Rebhuhn\nkauend, vor sich hin. In sein Weinglas fiel ab und zu ein\nTränentröpfchen. Der Großpapa schlürfte melancholisch seine\nAustern. Magarete sang am Klavier: „Wer nie sein Cake mit\nTränen aß.\" — Da kam der Diener Wilhelm vorsichtig ins\nZimmer: „Gnädige Herrschaft, es fährt eine Mietsdroschke vor,\nund ich glaube, der Herr Baron sind drinnen. „Dem Großpapa\nglitschte die Auster aufs Oberhemd, Margarete blieben die"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "62", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1055, "texte": "kummervollen Nächte knödelig in der Kehle stecken. Onkel\nEmil extfiob sich, zitterte und stieß tiefe Seufzer aus, er ver-\nschluckte sich am letzten Bissen. Da trat von Bohleke ins\nZimmer. „Gott, wie blühend siehst Du aus!\" Spritztour, sagte\ner jovial. War in Paraguay. Ausgezeichnete Verpflegung.\nSchlechte Postverbindung. Vergebt mir diese Ueberraschung,\nDer Großpapa fragte: „Kamillo, bist Du normal? In der\nNebenlinie hatten wir Paranoia.\" — „Uebernormal, Großvater!'\nEr umschlang Margarete prüfend. Ach, sie fand ihn so sonder-\nbar feurig. Onkel Emil wischte sich Mund und Augen. Diener\nWilhelm erhielt den Auftrag, zur Deutschen Bank zu gehen,\nSeit einiger Zeit bemerkt man frische Schwungkraft im\nVolke. Ueberall sieht man forsche junkerartige Herren, welche\naber dabei doch so leutselig auch zum Geringsten sind. Woher\nkommt das? Marie, Justav, von Bohleke u. a, wissen Bescheid,\naber sie schweigen; sie empfangen schweigsam große Summen\nGeldes, und alles steht sich gut dabei; und jeder Lebemann\nfast erinnert sich mit Sehnsucht seiner Entführung."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-07-15-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-07-15_01#c023", "volume": "bmtnabg_1918-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "62", "page_fin": "62", "image_debut": 14, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.2.18", "titre_corps": "Scherz beiseite", "titre_sommaire": "Scherz beiseite", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 14, "page_imprimee": "62", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.14", "debut_caractere": 1057, "fin_caractere_exclue": 4895, "texte": "Scherz beiseite\nHerwarth Walden\nDann gehen wir ins Maxim\nAuf seiner westlichen Wanderschaft stimmt Herr Franz Servaes\nein Lied falsch an: ~Doch Freunde nicht diese Töne, sondern\nlasset uns lieben — ja lasset uns vom Allzukünstlerischen zum\nKünstlerischen zurückkehren und lasset uns ein Freudenlied\nanstimmen, daß einem unserer deutschesten Künstler ein so\nherrliches Werk gelungen ist, wie unserm Max Klinger sein\ngroßes Fresko ,»Arbeit, Wohlstand, Schönheit\". Der deut-\nschere Kritiker macht sich nun mit Wohlstand an die Arbeit\nzur Besingung der Schönheit: ~Mich dünkt, Klinger hat nie\nSchöneres geschaffen. Gewiß nichts schöneres als das Halb-\ndutzend lose bekleideter, zum Teil nackter weiblicher Einzel-\nfiguren, die von links her mit tanzartigen Schritten und rhyth-\nmisch ausdrucksvollen Gebärden den Vordergrund machtvoll\nbeleben.\" Herr Servaes hatte gerade den rechten Moment\nabgepaßt, wo sich das Halbdutzend im Vordergrund befand.\nSpätere Beschauer werden das Nachsehen haben. Die lose\nbekleideten Halbdamen sind doch sicher indess nach rechts\nhinten abgegangen. Höchstens, daß zukünftige Beschauer noch\ndie eine Dame vorfinden, die erst noch Toilette machen\nmuß: „Vor allem jene eine, herrlichste, »die ihr weißes\nSchleiergewand abwirft und dabei das blühende Eben-\nmaß ihres Körpers enthüllt, prägt sich unverwischbar unserem\nAuge und Gedächtnis ein und wird uns noch bis in den\nTraum hinein beseligen — als ein Wahrzeichen dessen, was\nder deutschen Kunst Wunders genug unverloren blieb. Die\nrechte Hälfte, auch noch reich und schön, ist doch minder ein-\ndrucksvoll, vor allem hier und da zu bedrängt.\" Schade, daß\ndie Dame das ganze Schleiergewand abgeworfen hat. Hätte sie\ndie rechte Hälfte bedeckt gelassen, dann würde Herr Servaes\nseine Bewunderung noch in Musik gesetzt haben. So muß er\nhalt nur von der linken Hälfte träumen. Hoffentlich wischt er\nsie nicht mit dem Schlaf aus den Augen, da ich ihn etwas un-\nsanft erwecken muß. Es würde mir leid tun. Aber der Kritiker\nmuß es sich gefallen lassen, mit dem Ebenmaß gemessen zu\nwerden, das er selbst anwendet. Ein Halbdutzend loser be-\nkleideter Damen, von denen eine sich sogar auszieht, haben\nnoch nie in der Wirkung versagt. Wenn aber die Damen sich\nin Frankreich hätten photographieren lassen, so würde dieser\nKitsch nicht Schönheit, sondern Geilheit von den deutschesten\nKritikern genannt worden sein.\nVorbeigedichtete Erkenntnis\nEin Herr Kölwel verdichtet sich zu folgender Erkenntnis:\nUnd lange blutete der Riß:\nWas bin ich, Herr, ach, gegen Dich?\nEin Werkelmann, der Verse macht\nGeschichten knüpft in wirrer Nacht\nUnd Menschlein steckt an seinen Bühnenspieß,\nDiesen Bühnenspieß konnte sich Herr Max Reinhardt nicht\nentziehen. „Das junge Deutschland\" hob ihn auf den Schild\nund die große Presse findet diese Dichtung so erhebend, „daß\nsie nicht nur dem Dichter allein zu empfinden vergönnt sein\nkann.\" Der Werkelmann sei also dem Deutschen Theater ge-\ngönnt.\nStellenwechsel\n~Herwarth Waiden der Sturm-\nbeschwörer hat die bisher sehr\nunzureichenden Ausstellungs-\nräume im Seitenflügel des Hau-\nses Potsdamer Str. 134 a, und im\nersten Stock des Vorderhauses\nneue gute und lichte Räume be-\nzogen. Indem er hierdurch be-\nkundet, daß sein Geschäft\n~blüht\", hat er zugleich die\nVerpflichtung empfunden eine\nneue Gesamtschau abzuhalten.'\nHerr Franz Servaes in der Vos-\nsischen Zeitung Juni 1916\nHerr Servaes ist selbst für die\nnungszeitung zu stimmungsvoll\n~Unser künstlerisches Berlin\nhat einen werten Zuwachs an\nAusstellungsräumlichkeiten\nerhalten. Trotz dieser Zeiten\nNot hat der Besitzer des Sa-\nlons Gurlitt es fertig ge-\nbracht, gegenüber seinen bis-\nherigen Darbietungssälen, nur\ndurch den Hausflur getrennt\nzwei neue der neuen Kunst\ngewidmeten Säle auszubauen\nund zu eröffnen.\"\nHerr Franz Servaes in der\nVossischen Zeitung Juni 1918\nHäuptschriftleitung der Woh-"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-07-15-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-07-15_01#c024", "volume": "bmtnabg_1918-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "62", "page_fin": "62", "image_debut": 14, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.2.19", "titre_corps": "Marc Chagall", "titre_sommaire": "Marc Chagall", "signature_source": "Blaise Cendrars", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 14, "page_imprimee": "62", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.14", "debut_caractere": 4897, "fin_caractere_exclue": 5858, "texte": "Marc Chagall\nBlaise Cendrars\nEr schläft\nNun ist er wach\nGanz plötzlich malt er\nGreift eine Kirche malt mit einer Kirche\nGreift eine Kuh und malt mit einer Kuh\nEiner Sardine\nMit Schädeln Händen Messern \\\nMalt mit dem Nervenseile eines Ochsen\nAllen beschmutzten Leiden kleiner Judenstädte\nZerquält von Liebesbrünsten aus der Tiefe Rußlands\nFür Frankreich\nTot Herz und Lüste\nEr malt mit Schenkeln\nTrägt im Steiß die Augen\nDa ist es Euer Antlitz\nDu bists geliebter Leser\nIch bins /\nEr ists\nDie eigne Braut\nDer Krämer an der Ecke\nDie Kuhmagd\nHebeamme\nIn Eimern Blute wäscht man Neugeborne\nHimmelvoll Irrsinn\nMäuler sprudeln Moden,\nDer Eiffelturm gleicht einem Pfropfenzieher\nGehäufte Hände\nChristus\nEr selber Jesus Christus\nAm Kreuz hat er die Jugend lang gelebt\nEin neuer Selbstmord jeder neue Tag\nGanz plötzlich malt er nicht mehr\nEr war wach\nNun schläft er\nErdrosselt sich mit seinem Schlips\nChagall erstaunt\nIhn trägt Unsterblichkeit\nUebertragung: Rudolf Blümner"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-07-15-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-07-15_01#c025", "volume": "bmtnabg_1918-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "63", "page_fin": "63", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.15", "debut_caractere": 165, "fin_caractere_exclue": 720, "texte": "Verlag Der Sturm\nBerlin W 9 Potsdamer Straße 134 a\nFcrnrtif Amt Lutzow 4443\nMosiatsschnit Der Sturm\nErscfieiixt am Kinizehnten jedes Monats\nBauerbezug\nGewolmliche Ausgabe: Fur Deutsch-\n-lan d ii nd Oesterreich-Ungarn:\nEin Jahr 6 Mark / Em lialbjahr 3 Mark /\nEinzelheft 1 Mark / Fur das Ausland;\nEin Jahr 8 Mark / Ein Halbjahr 4 Mark /\nEinzelheft 1 Mark 50 Pfennig\nSender - Ausgabe: Ungebrochene\nExemplare, Versendung in R o 1-\nlen direkt durch die Po s t / Fii r\nDeufschlandund Oesterreich-\nUngarn: Ein Jahr 12 Mark / F ii r das\nAusland : Ein Jahr 14 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-07-15-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-07-15_01#c026", "volume": "bmtnabg_1918-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "63", "page_fin": "63", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.15", "debut_caractere": 722, "fin_caractere_exclue": 1131, "texte": "Pr e is c der friiheren Jahrgange\nVollsfandige Ausgabe\n1. 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August Stramm: Er-\nwachen / VI: Aagc von Kohl: Die Hange-\nmatte des Riuge / VII: Adolf Behne: Zur\nneuen Kunst / VIII: August Stramm;\nKrafte / IX: Aagc von Kohl: Die rote\nSonne / X: Aagc von Kohl: Der tierische\nAugenblick / XI: August Stramm: Ge-\nschehen: / XII: August Stramm: Die Un-\nfruchtbaren / XIII: Peter Baum: Kyland /\nXIV: Lothar Schreyer: Jungfrau\nJedes Sturmbuch 90 Pfennig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-07-15-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-07-15_01#c029", "volume": "bmtnabg_1918-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "63", "page_fin": "63", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.15", "debut_caractere": 3370, "fin_caractere_exclue": 4008, "texte": "Musik\nHerwarth Waldcn\nGesammelte Tonwerke\nDaun I Vergeliung / Verdammnis\nDichtungen von Else Lasker-Schiiler\nFur Gesang und Klavier / Je 2 Mark\nBruder Liederlich / Werk 51\nFiir Gesang und Klavier I 2 Mark\nEntbietung I Werk 92\nDichtung von Richard Dehmel\nFiir Gesang und Klavier I 2 Mark\nZehn Dafnislieder / Werk 11\nZu Gedichten von Arno Holz\nFiir Gesang und Klavier / 3 Mark\nDie Judentochter I Werk 17\nFarbige Umschlagzeichnung von Oskar Kokoschka\nFiir Gesang und Klavier / 1 Mark 50 Pfennig\nSchwertertanz I Werk 18\nFiir Klavier / 4 Mark\nDer Sturm / Heeresmarsch / Werk 21\nFur Klavier / 1 Mark\nTanz der Tone / Werk 23\nFur Klavier / 3 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-07-15-01-c030", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-07-15_01#c030", "volume": "bmtnabg_1918-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "63", "page_fin": "63", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.15", "debut_caractere": 4010, "fin_caractere_exclue": 4116, "texte": "Handdrucke\nOskar Kokoschka: P1 ak a t fur die Zeit-\nschrift der Sturm / Origmallithographte\nAbziig 30 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-07-15-01-c031", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-07-15_01#c031", "volume": "bmtnabg_1918-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "63", "page_fin": "63", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.15", "debut_caractere": 4118, "fin_caractere_exclue": 4756, "texte": "Sturm-Kartea\nJede Karte 20 Pfennig\nNach Gemalden, Zeichnungen und Bild\nwerken folgender Kiinstler:\nAlexander Archipenko 4\nRudolf Bauer 4\nVincenc Benes 1\nUrnberto Boccioni 2\nCampendonk 2\nMarc Chagall 7\nRobert Delaunay 1\nLyonel Feininger 1\nAlbert Gleizes 2\nJacobavan Heemskerck 3\nS. 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August Stratum\n11. Herwarth Walden\n111. van Heemskerck\nIV. Kandinsky\nV. Rudolf Bliimner\nVI. Campendonk\nVII. Peter Baum\nVIII. Hermann Essig\nIX. Oskar Kokoschtea\nX. Adolf Knoblauch\nXI. Paul Klee\nXII. Gabriele Munter\nXIII. Rudolf Bauer\nXIV. Nell Walden\nXV- Mynona\nXVI. Kurt Heynicke\nXVII. Umberto Boccioni\nXVIII. 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Carra / Max Ernst / Lyonel Feininger /\nEmM Filla / Albert Gleizes / Otto Gut*\nIreund / Oswald Herzog / Sigrid Hjerten\nGriinewald / Isaac Grunewald / Johannes\nItten / Alexei yon Jawlensky / Paul Klee /\nOskar Kokoschka / Otakar Kubin /' Fernand\nLeger / Franz Marc / Jean Metzinger /\nFrancis Picabia / Gino Severini / Arnold\nTopp / Maria Uhden / Marianne von\nWerefkin"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-07-15-01-c037", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-07-15_01#c037", "volume": "bmtnabg_1918-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "64", "page_fin": "64", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.2.32", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "64", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.16", "debut_caractere": 1336, "fin_caractere_exclue": 1835, "texte": "Kunstschule Der Sturm\nLeitung : Herwarth Walden\nZweites Jahr\nUnterricht und Ausbilduag in der\nexpressionistischen Koast\nBiihne / Schauspielerei / Vortragskunst /\nMalerei / Dichtung / Musik\nLehrer der Kunstschule Der Sturm\nRudolf Bauer\nRudolf Bliimner\nCampendonk\nJacoba van Heemskerck\nPaul Klee\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nLothar Schreyer\nHerwarth Walden\nSprechstunden der Leitung der Kunstschule Der\nSturm: Dieustag, Mittwoch, Freitag, Sonnabend\n4—5 I Das Sekretariat ist t3gich von 10—6 ge-\niffnet"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-07-15-01-c038", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-07-15_01#c038", "volume": "bmtnabg_1918-07-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "64", "page_fin": "64", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.2.33", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "64", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.16", "debut_caractere": 1837, "fin_caractere_exclue": 2105, "texte": "Sturm-Abende\nVerein iiir Kunst / Fiinizehntes Jahr\nIn der Kunsfausstellung Der Sturm / Berlin\nJeden Mittwoch %8 Uhr September bis\nMai j\nWiederbeginn der Abende\nMittwoch dea 4. 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[n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.2.38", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "64", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.16", "debut_caractere": 4024, "fin_caractere_exclue": 4303, "texte": "Anzeigen werden nicht aufgenommen\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm\nsind signierte und numerierte Handdrucke\n▼on den meisten Zeichnungen Kunstdrucke\nkauflich zu erwerben. Die Originate sind vef-\nkauflich.\nAusiuhriiche Verzeichnisse des Verlags\nDer Sturm kostenlos"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.1", "texte": "Der Sturm\nMONATSSCHRIFT FÜR KULTUR UND DIE KÜNSTE\nRedaktion und Verlag\nBerlin W 9 Potsdamer Straße 134 a\nHerausgeber und Schriftleiter\nHERWARTH WALDEN\nKunstausstellung\nBerlin / Potsdamer Straße 134 a\nNEUNTER JAHRGANG\nBERLIN JULI 1918\nVIERTES HEFT\n\nInhalt:\nHerwarth Waiden: Hermann Essig / Lothar Schreyer: Gedichte / Herwarth Waiden: Letzte Liebe / Wilhelm Runge: Gedichte /\nWalter Mehring: Balladen / Günther Mürr: Gedichte / Mynona: Die Entführung / Herwarth Waiden: Scherz beiseite: Dann gehn wir in»\nMaxim / Vorbeigedichtete Erkenntnis / Stellenwechsel / Blaise Cendrars: Marc Chagall / Marc Chagall: Drei Zeichnungen / Rudolf Bauer:\nHermann Essig ,/ Hermann Essig zum Gedächtnis / William Wauer: Zeichnung\n\nMarc Chagall: Zeichnung"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "50", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.2", "texte": "Hermann Essig\nHerwarth Walden\nHermann Essig der Dichter ist weltwärts gegangen, der\nden Menschen hold und dem die Menschheit abhold war. Die\nMenschheit will ernst genommen werden in dem, was sie sicn\neinbildet. Der Dichter aber bildet. Der Dichter entfernt die\nHüllen und sieht die Blöße mit reinem Auge. Das Herz der\nMenschheit schlägt ihm auf der Brust. Und schlägt das Hierz des\nDichters nicht mehr, so schlägt die Menschheit die Augen auf\nund sieht sich selbst ins Innerste getroffen. Nur wenige schauen\ngern auf ihre eigne Nacktheit, Sie sind nur sicher und stattlich\nin dem, was sie verhüllt. Sie wollen nur Gesehenes nach-\nsehen und Gefühltes nachfühlen. Der Dichter kennt diese Mittel\nnicht. Unmittelbar greift er ins Leben, da er es nicht begreift.\nWir sind vom Dichter ergriffen und bilden uns ein, ihn wieder\nbegreifen zu können. Wir sind nur Werkzeug seines Werks.\nHermann Essig ist der Dichter der Wirklichkeit. Die Wur-\nzel seiner Kunst ist, den lebendigen Trieb im wesenlosen Ge-\ntriebe dieser Erde aufblühen zu lassen; Ueber Geschlecht und\nBeruf hinaus vergehen seine Menschen ins Unvergängliche. Das\nUnvergängliche, in diesem seinem Werk ist es getan. Der Kampf\ndes Ewigmenschlichen gegen das Unmenschliche der erzwun-\ngenen, nicht gewollten oder nicht gekonnten Lebensführung des\nEinzelnen ist komisch, wenn das Menschliche unterliegt. Der\nKampf ist tragisch, wenn das Menschliche siegt. Die große\nKunst ist tragisch und komisch zugleich. Die Tragödien Her-\nmann Essigs sind Komödien. Und seine Komödien Tragödien.\nSeine Werke sind keine Abbilder der Natur. Seine Werke sind\nNatur als Kunst. Unnatürlich denen, die erst im Abbild das\nBild sehen.\nVon den Dichtern der Wirklichkeit kann nur ein Name\nneben den Namen Hermann Essig in Deutschland gestellt wer-\nden: Heinrich von Kleist. Was mit der ersten deutschen Komö-\ndie Der zerbrochene Krug vollendet begonnen wurde, Hermann\nEssig hat es in zahlreichen Komödien vollendet. Auch Her-\nmann Essig wurde nicht erkannt.\nAber sein Leben war glücklich. Denn er war begeistert,\nBegeistert vom Geist der Kunst, Er glaubte nicht nur an seine\nKunst, er wußte um sie. Mit dem Wissen, das nur der Künstler\nhat. Der Künstler entwickelt sich nicht, der Künstler ringt\nnicht, der Künstler reift nicht. Aus dem Künstler schlägt die\nKunst die tausend Augen auf. Hermann Essig schuf, weil er\nmußte. Und weil er mußte, konnte er.\nHermann Essig, der Sohn eines Pfarrers, zog freudig in den\nKrieg, Gott und der Kampf, das ist die Kunst. Kampf gegen\nandere und vor allem Kampf gegen sich selbst. Er hatte, wie\njeder große Künstler, das Bewußtsein der Pflicht und die Sitt-\nlichkeit der Unterordnung. Er fühlte sich durch die Kunst er-\nhoben, er wollte nicht wegen der Kunst erhoben sein.\nAber die Menschen werden sich an seiner Kunst erheben.\nTrompeten schmettern und Gewehre knattern. Dem Sterb-\nlichen der letzte Gruß. Das Unsterbliche, das in diesem Her-\nmann Essig gebunden war, löst sich in die Welt und bindet die\nMenschen, die wie Künstler glauben können.\nWir glauben an Dich, Hermann Essig, Wir lieben Dich, da\nDu uns lebtest. Du lebst uns. Du lebst der Erde,\nDeine Kunst ist in der Welt.\n\nRede an der Bahre / 25. Juni 1918\n\nGedichte\nLothar Schreyer\n\nGatten\nWeh schlägt Herz\nDu trägst Wunde\nDu schlägst Herz\nDu bist\nBrüste Dein Mein Kleid\nNackt sind Wir Eins\nSchiwanken die Hüllen um uns\nWandeln Wir Menschen\nLächeln Wir Wissen\nKennen Wir nicht\nSchwanken Uns um\nSchlagende Brust\nDich seh ich nackt\nTrage Wir\nFort um Weh um Fort\n\nVergangnes\nStill\nUns lauscht das Fremde\nDein ist nicht Mein\nVergib\nDu hast Dich vergeben\nKörpert Du Mich\nDu schlingst Mich wund\nQual um Grauen Angst Zerhoffen\nSpähen horcht kein Sehen\nNun zu spät\nGreifen Wir vergebens\n\nSuchen\nRaum über weht Dein Wogen\nSuchen Breiten über Zeit\nMich über brennt Dein Ruf\nErde stürzt zum Himmel auf\nWelt flammt der Mensch\nKomm Du\nTief zittert mein Warten\nHier bin Ich\nDir\n\nVergebens\nUns\nBreite Strom Blut\nDir und Mir\nRauschen Meere küstenlose Turm\nUns\nDurch im Blut\nDurch im Rausch J\nWeit weit weit\nArme\nFüße\nDein nach Mein\nEilen Greifen Greifen Eilen\nLuft bricht Brücke leer\nAngst Versinken schneidet Licht\nNäher nahe Nichts\nWellen nahen fernen Roll\nSchiffe bersten lasten Leid\nKein Weg\nKeine Liebe zu Leid\nAlles Leiden zu Liebe\nEile\nNahe\nEnde\nNie Wir\nNie\nNie"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "51", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.3", "texte": "SchoB\nOeffne Deinen Schoß\nBlutrose sonnt\nKreist die Erde\nLicht bricht der Berg vom Himmel tief\nNacht brütet Meer\nWeiß bogen Länder über Mann una Weib\nRot bäumt das Tier\nFeucht blüht der Wald\nHoch kniet der Schöpfer in die Gruft\nWiegen die Türme die Segel umwölkt\nSchiff brandet die Hüften in Feuer\nHoll klafft die Welt\nDir stürz ich ins Fleisch\nAuf kreist die Erde\nDu\nMutter\n\nGeliebt\nAlles\nW-v\nLiebe bricht meine Liebe\nAlles\nIch habe verloren\nAlles\n*\nDu hast mir gegeben\nAlles\nIch bin verloren «\nDu hast vergeben\nAlles\nDich liebe ich\nAll\nDich breche ich\nAH\nMein ist die Liebe\n\nMorgen\n0\nSchon schwimmt der Mond im Blütengarten\nFrühling kindet Knospen helle\nMorgen bist Du\nSteilen Brüste Sterne öffnen\nSilbern fließen Wege Türen auf\nSchon jauchzen die Vögel trunken aus Träumerv\nBlüten streuen vom Mond das Schweben\nSegeln Neigen Schmücken Singen\nFrüh\nDu Du bist\n\nInsel\nNirgends kreist die Insel\nUnd wir fahren\nScheitern wir im Meere\nLeben Liebe\nLeib\nSterben Liebe\nTropfen wir im Meere\nUnd wir kreisen\nUns\n\nLetzte Liebe\nKomitragödie\nHerwarth Walden\n\nDer Mann\nDer Andere\nDie Frau des Anderen\nDie Wirtin\nMöbliertes Zimmer\nMittag\nDer Mann\nDu sollst lächeln\nDie Frau des Anderen\nIch ängstige mich\nDerM a n n\nWarum bist Du gekommen\nDie Frau des Anderen\nIch werde Dir nie mehr geben als die Hand\nDer Mann\nSo lächle doch\nDie Frau des Anderen\nEr hat mein Lächeln erschlagen\nDer Mann\nIch werde es aufküssen\nDie Frau des Anderen\nNicht küssen. Nicht küssen\nDer Mann\nSo komm auf meinen Schoß\nDie Frau des Anderen\nWas tust Du\nDer Mann\nIch zähle die Finger\nDie Frau des Anderen\nDu spielst mit mir\nDer Mann\nSei gut und laß Dich küssen\nDie Frau des Anderen\nMan wird es entdecken\n*\nDer Mann\nAlles ist verschlossen. Oeffne Deine Lippen\nDie Frau des Anderen\nEr ist verschlossen. Ich finde nicht zu ihm\nDer Mann\nLaß ihn bei sich. Wir sind bei uns.\nDie Frau des Anderen\nEr hat mich sehr geliebt\nDer Mann\nSein ist besser als Haben\nDie Frau des Anderen\nIch ängstige mich so\nDerM a n n\nDeine Arme sollten Spangen tragen\nDie Frau des Anderen\ns\nDu wolltest mich retten\nDer Mann\nSo laß Dich küssen\nDie Frau des Anderen\nNicht auf den Mumd\nDer Mann\nDein Hals beugt sich unter der Last Deines Blondhaars\nDie Frau des Anderen\nEr hat mich immer auf den Mund geküßt\nDer Mann\nDeine Brüste blühen unter meinen Händen\nDie Frau des Anderen\nDu hast versprochen, mich nicht anzurühren."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "52", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.4", "texte": "Der Mann\nDeine Glieder atmen mir entgegen\nDie Frau des Anderen\nDu wolltest meiner Seele Frieden geben\nDer Mann\nWo ist Deine Seele. Bei ihm. Bei ihm\nDie Frau des Anderen\nEr rührt mich nicht an\n112\nDerM a n n\nDu liebst ihn\nDie Frau des Anderen\nZu Dir bin ich gekommen\nDer Mann\nDie Seele ist nicht zu fassen\nDie Frau des Anderen\nHilf sie mir suchen\nDerM a n n\nOeffne Dich mir\nDie Wirtin hinten\nOeffnen Sie nur, der Herr ist zu Hause\nDer Andere draußen\nOeffnen Sie bitte\nDer Mann\nWer ist dort\nDer Andere\nSie kennen mich nicht. Ich möchte Sie kennen lernen.\nDer Mann\nIch bin beim Ausziehen\nDer Andere\nUnter uns Männern. Aber wenn es Ihnen peinlich ist,\nwarte ich so lange\nDer Mann\nHat es nicht bis morgen Zeit\nDer Andere\nIch habe keine Zeit zu verlieren\nDer Mann\nZwei Minuten müssen Sie schon opfern\nganz leise\nSchnell in den Schrank\nDie Frau des Anderen\nIch bin verloren\nDer Mann\nNur keine Minute verlieren\nDie Frau des Anderen im Schrank\nKüsse mich\nDer Mann\nEs ist keine Minute zu verlieren. Ich muß schließen\nDer Andere draußen\nHalten Sie oft Selbstgespräche\nDer Mann\nIch bin mir interessant genug\nDer Andere draußen\nSie können das eigentlich nachher tun\nD e r M a n n öffnet\n(Wenn Sie wünschen\nDer Andere\nGesegnete Mahlzeit\nDer Mann\nGuten Morgen\nDer Andere\nIhr Kragenknopf ist noch offen\nDer Mann\nSie haben gute Augen, Aber ich habe meinen Kragen\ngar nicht aufgehabt.\nDer Andere\nSie ziehen den Kragen zuletzt aus\nDer Mann\nHaben Sie sonst noch Befehle.\nDer Andere\nMittagsschlaf ist ungesund\nDer Mann\nSie müssen es mal mit Kragen versuchen.\nDer Andere\nIch sitze am liebsten auf dem Sofa\nDer Mann\nIch empfehle Ihnen meinen Klaviersessel. Da können Sre\nsich immer um sich selbst drehen\nDer Andere\nEin schöner Schrank\nDerM a n n\nGanz solide. Eiche.\nDer Andere\nFür Kleidung und Wäsche\nDer Mann\nEin Junggeselle muß sich behelfen.\nDer Andere\nSie stecken alles in einen Schrank\nDerM a n n\nSo ein Schrank hat es in sich.\nDer Andere\nDer Schrank gefällt mir.\nDer Mann\nUnd was sagen Sie zu meinem Sessel.\nDer Andere\nWollen Sie eine Zigarre rauchen\nDer Mann\nIch kaue nur Tabak\nDer Andere\nMacht Ihnen das Vergnügen.\nDerM a n n\nEs macht Speichel.\nDer Andere\nWas zahlen Sie für das Zimmer.\nDer Mann\nWollen Sie es mieten\nDer Andere\nIch habe es gemietet\nDer Mann\nDas ist mir sehr interessant- Von wem, wenn ich fragen\ndarf\nDer Andere\nFragen Sie ihre Wirtin\nDer Mann\nKommen Sie mal herein, Frau Schultze\nDie Wirtin\nWas ist denn los\nDer Mann\nDieser Herr mit der Zigarre behauptet, daß Sie ihm mein\nZimmer vermietet hätten.\nDie Wirtin\nMan muß leben, junger Herr. Von Ihnen kriege ich die\nMiete doch nie.\nDer Mann\nSind Sie verrückt geworden.\nDie Wirtin\nWenn Sie mir beleidigen, hol ich nen Blauen und nu\npacken Se man gleich Ihre Sachen und sein Se froh, daß\nSie mit heiler Haut davon kommen. Der neue Herr hat\nIhre ganze rückständige Miete bezahlt.\nDer Mann\nSie spielen wohl Vorsehung.\nD e r A n d e r e\nMan muß sich vorsehen.\nDer Mann\nSie gefallen mir ausgezeichnet. Gehen wir einen Schoppen\ntrinken. Auf gute Freundschaft\nDer Andere\nMit Vergnügen. Frau Schultze haben Sie Bier im Hause,\nDie Wirtin\nDaran solls nicht fehlen."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "53", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.5", "texte": "Rudolf Bauer: Hermann Essig"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.6", "texte": "Der Mann\nUnsere Freundschaft ist wohl ein Glas Sekt; wert.\nDer Andere\nEine Flasche, junger Freund. Packen Sie Ihren Kram\nzusammen und dann wollen wir vergnügt sein.\nDer Mann\nLassen Sie immer den Sekt kalt stellen.\nDer Andere\nDer Sessel ist wirklich famos.\nDer Mann\nAuf Wiedersehn, Frau Schnitze. Worauf warten Sie\neigentlich. ,\nDie Wirtin\nDaß Sie mir nichts klauen\nDer Mann\nVerfluchte Hexe\nDer Andere\nGehen Sie ruhig, Frau Schultze. Der Herr ist mein Freund.\nDie Wirtin\nHexe (lasse ich nicht auf mir sitzen. Und wo ist der\nSchlüssel zum Schrank, Sie Liederjahn.\nDer Mann\nMein Herr, ich bin jetzt Gast, Wollen Sie mich nicht von\ndem Anblick dieser widerwärtigen Person befreien,\nDer Andere.\nGehen Sie Frau Schultze. Der Herr ist sehr nervös. Er\nhat Zwangsvorstellungen.\nDie Wirtin\nMeinen Schlüssel will ich.\n„ *\nDer Andere\nMir gibt er ihn. Gehen Sie nur an Ihre Arbeit.\nDie Wirtin\nWenn ich den Schlüssel nicht kriege, zeige ich Sie wegen\nErpressung an.\nDer Andere\nGehen Sie, liebe Frau Schultze. Der Sessel ist wirklich\nfamos.\nDie Wirtin wirft die Tür zu,\nDer Andere\nWollen Sie nicht packen.\nDer Mann\nWollen Sie sich nicht packen.\nDer Andere\nSie haben keinen Humor, lieber Freund. Ich finde es\nfurchtbar komisch.\nDer Mann\nWenn ich Ihnen nun eine Kugel in den Bauch schieße.\nDer Andere,\nHeben Sie Ihren Revolver auch im Schrank auf.\nDer Mann\nJetzt reißt mir aber die Geduld.\nDer Andere\nIch kann warten. Uebereilen Sie sich nicht.\nDer Mann\nIch muß Sie sehr höflich bitten, mir das Zimmer noch eine\nStunde zu überlassen, damit ich Ordnung machen kann.\nDer Andere\nBitte sehr. Ich werde so lange auf dem Piano spielen.\nHören Sie vielleicht gern Walzer.\nDer Mann\nJetzt ist meine Geduld zu Ende.\nDer Andere\nSpielen Sie Schach.\nDer Mann\nIhnen biete ich noch lange Schach.\nDer Andere\nHaben Sie das Schach auch im Schranke,\nDer Mann\nWas geht Sie, zum Teufel, mein Schrank an.\nDer Andere\nEr ist sehr solide. Eiche\nDer Mann\nSie scheinen zu glauben, mein Herr, daß sich ein Ge-\nheimnis in dem Schrank verbirgt\nDer Andere\nIch bin nicht neugierig. Ich kann warten. Ich hätte\nübrigens eine glänzende Frau für Sie,\nDerM a n n\nWo wohnt die Dame. Gehen wir zu ihr.\nDer Andere\nEs ist nur meine Frau.\nDerM a n n\nSind Sie verheiratet. Warum mieten Sie das Zimmer,\nDer Andere\nIch will mich als Junggeselle fühlen.\nDer Mann\nSchämen Sie sich nicht, Ihre Frau zu hintergehen.\no\nDer Andere\nIch brauche sie nicht zu hintergehen. Meine Frau ver-\nkriecht sich vor mir\nDer Mann\nWie sollen wir dann Ihre Frau finden\nDer Andere\nVielleicht haben Sie den Schlüssel\nDerM a n n\nMein Herr\nDer Andere\nNur nicht schießen. Wir können die Sache in voller Ge-\nmütsruhe erledigen.\nDerM a n n\nSchurke\nDer Andere\nNur keine großen Worte. Wie lange hat meine Frau ein\nVerhältnis mit Ihnen\nDerM a n n\nSie hat kein Verhältnis mit mir.\nDer Andere\nAlso wie lange haben Sie ein Verhältnis mit ihr.\nDerM a n n\nIhre Frau hat eine Kinderseele\nDer Andere\nWie lange hat also diese' Seele ein Verhältnis mit Ihnen.\nDer Mann spuckt vor ihm aus\nDer Andere\nSehen Sie sich vor, junger 'Herr.\nDer Mann\nSie sind das letzte Mal Vorsehung gewesen.\nDer Andere\nOeifnen Sie lieber den Schrank. Damit die (Seele Luft\nkriegt\nDer Mann\nWenn Sie Ihre Frau anrühren, haben Sie die längste Zeit\ngelebt\nDer Andere\nrremde Frauen rühre ich nicht an.\nDer Mann\nIhr Leiden komme über Sie.\nDer Andere\nUnd mit Ihren Küssen haben Sie die Seele gerettet.\nDer Mann\nFrauen sind Kinder. Die müssen geküßt werden.\nDer Andere ,\nSonst sterben sie vermutlich, Sie Dichter\nDerM a n n\nSie sterben alle ohne Liebe."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "55", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.7", "texte": "Rudolf Bauen: Hermann Essig zum Gedächtnis"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.8", "texte": "Der Andere\nBlödsinn. Oeffnen Sie. Ueberzeugen Sie sich. Man\nstirbt nicht ohne Liebe\nDer Man n öffnet den Schrank und prallt zurück\nHilfe, Hilfe.\nDie Wirtin\nWas ist denn los. Nun haben Sie den Schlüssel. Jesus.\nSie hat sich an den Zöpfen aufgehängt.\nDer Andere\ny Unmöglich. Schneiden Sie sie ab.\nDer Mann\nKeiner rühre ./sie an. Zu spät. Mein ist sie. Mir starb\nsie unberührt. Frauen sind Kinder, die an der Liebe sterben.\n\nBalladen\nWalter Mehring\n\nChinesenna cht\n-Nacht brüllen leiberheiß Menageriendunkel\nVergattert\nKnarren\nTor schließt auf die Augen\nStechen sehn\nZerschnitten zittrig\nGrünes Licht die Ecken\nLicht lichter\nWimmeln\nKarrendunkel kreischt Zerwimmern\nRadräder\nZweiräder\nTausend rattern Millionen\nLosgelassen\nLos\nRasen tausend Zweiräder Zweimillionen\nP onnyp ei t sehen\nReifgebrütet\nKleine Sonnen\nSommerheißenlang\nBuntbunter Schlangen\nZüngeln Glockenzungen Ringeln\nPorzellangeklingel\nSilbergeschirr\nGift geschirrte Blumenkelche\nSchlürfsüßen Schlaf\nIn\nDurstgeschlitzte Augen\nLustgeschürzte\nAugendiamantenwehr\nBlitzkant\nBlitzt\nGezwitscher\nHängt traubeiiblauen Himmel\nAngst um Angst\nBlind\nBlasen\nHörner\nZwölf IJhr nachts\nDie letzte Stunde\nGassenhaß\nEntbrannte Kirchen\nZuckt das Kreuz\nEntbrannt entrennen\nMesserlechzend Laster\nLüstern Kinderherz\nlind Kindersinn\ni\nUnd Beten lindenhingetanzt\nUm fromme Beete\nBitten wiegen Mütter\nErwürgt\nWirr\nGassenschmutz gezerrt das Heilig\nZirpt\nIrr\ndurch Irren\nWeltenwider willen\nZerschillernd\nTrunk\nZersprungenen\nSchrei\nDer\nLetzten Stunde Lechzenrund die bunte Nacht\nBuntlechzend\nGelb entgilbt\nWelt taub\nbetäubt.\n'.. A'» '\n112 . ' 1\nGebet sudanesischer Reiter\nHei Herren Heer\nHeerzug\nGezügelt\nGezückt\nZacken in Nackt\nNächtelang lauernd gekauert\n'Gelagert\nGelächter\nGelichter\nNordlichter\nNordsüd\nMordsinn siedend Sand\nAlle Sinne singe»\nsonnensudelrot\nRotrudel\nReiter\nweiter\nwüstenwitternd\nSüdgewitter\nWüstenritt\nReiterwut\nRitterwahn\nRetter wach\nWüstenwächter\nWissenwachsend\nMordgewissen\nMordgewiß.\n\nGedichte\nWilhelm Runge\nHeiß der Augen wilde Blumen brennen\nweithin wirbelt hoch des Denkens Staub\nRuhe zirpt am grünen Halm der Tage\nSturm ballt seiner Winde schwere Faust\nimd die jWelt peitscht aus des Blutes Hecken\nin das Dröhnen der Gestirne auf\nSterben sch/wehlt\ndie Wälderdüster nicken\nAtem steckt die letzten Fühler aus\nund der Sonne Hand erwürgt die Adern\n* *\n*\nScharfe Winde hißt das heiße Blut\nDenken dorrt\ndie dürren Träume dürsten\nWahn sieht Wissen beide Augen blind\nSehen übersommert in der Seele"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "57", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.9", "texte": "Marc Chagall: Zwei Zeichnungen"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "58", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.10", "texte": "Goidschaforacken Hängt das Gewehr\nGoldgehänge\nGoldenen Hang\nBerg hinan\nBurgen brennt\nGoldschabracken Hängt das Gewehr\nGoldgewährend\nWaarengold\nWagenrollend\nWer Morden wagt\nGoldschabracken Hängt das Gewehr\nGehorchend\nHorchend\nHorden weihen\nWeitfort\nGott spricht ' \"\nSpringt hoch\nSchrei an die Kehlen\nSchellen Blut\nSchellen Blumen\nBlüh zertreten\nBlasen blendend\nBlühend blau\nGottes Himmel hängt Höllenheiß\nHungerhetzen\nWetzt die Messer\nWürgt Erwachen\nBlinde Wut\nGottes Himmel hißt Höllentod\nGott erwürgt\nWir\nreiten weiter\nGott verwirrt\nWirr\nTod inmitten\nGott zerrissen\nIrrt\nWüstenritt\n-\nGottverweht\nIn\nGottes Atem\nHimmelhoch weht Höllenweh\nWüsten wehren\nGott verheert\nHerren heeren\nHeilig heiß!\nHöllenbahn\n\"Höllenbahnbrechend\nSehnengeduckt\nViadukt\nLäuft v '\nStrahl um Strahl\nEisenschienenschein\nSeinhinab\nZuckt\nZug um Zug\nGezückt\nIn\nTosendtausendtoll\nTollend\nTunnel\nBrüllt dunkel\nBlumenbrut\nZ er bohrt\nZerbrannt\nVerfluchten Flugs\nHinab\nAbsturz\nin 112 i\nStadt um Stadt\nSteilab\nIn if '}\nSiraßenabendrast\nZergrasend t\nGrün\nden Grund\nLaternen fahl\nZerfallen\nGlockenschall\nHellt\nHallenauf\nHellauf das Menschenall\nBahnbrechend\nBrünstig\nBrüder Brunnen überschäumend\nBrandend\nBrand\nBricht straßenauf die Herzen\nStrahl um Strahl\nStahlschein die Schienen\nWindendwund\nDurch Blendenblind das Wunder\nRundum\nr.\nErdenrund\nZersehnt\nGetragen\nSehnsuchtswerdeschrei\nLangt\nbang\nentlang\ndie Bahn\nDen Sternenstrang\nSternaugenhoch\nGeschwungen\nWankt und winkt\nLeben\nlebendig\nEndlos\nQuellenschrei\nverqualmt\nverqualt\nIn\n'brünstig\nBrunst\nVerdunstend\nNichts!\nGottes Reich der Akrobaten\nBlühend zu Georg Muches frommen Visionen\nFang Sehnen auf\nlacht höchsten Mast\nflaggt Lachen auf\npflückt\nflink\nGelächter lichter\nsüdhin\nSeide\nWeht der Wind\nWindhün !chen\nwinselt\nInselweltenspiel\nWeltinselseelig\nHell\nGebell\nGebettel\nMenschgebettetsein\nVerbissen\nZerrt\nVerzottelt"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "59", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.11", "texte": "William Wauer: Zeichnung"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "60", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.12", "texte": "Bunte Fälle\nBunt\nfällt Blumen an\nBeißt\nWild Gekläff\nGrell\nKlafft die Wildnis\nDa springen Peitschen hinterher\nWindhin\nUnd rennt ums Leben\nBebt\nGebändigt\nWeltzerwühlt das Wild\nIn Rudeln\nRuht\nAufruhr das dunkle Blut\nPrunkt\nSchamverbrämt\nZahm\nprangt\ndie Pranke\nBluterstarrt erstorben\nStier\nfrieren\nBlumenflecken\nweithin\nweidenhin\nWeit öffnet Gottes Garten\nArm und Reich\ndie Blumenarme\ntief\nGeborgen tragen\nBergüber seilgespannt gesponnen\nSonne Mond und Sterne rollen\nSternaugenvoll\nErfüllung\nSchüttet\nAus vollen Händen\nHändehingestreut\nZerstäubt\nZerstoben\nGoldgehäuf von kleinen Hufen\nkleiner Pferdchen\nGoldgefährt\nGeführt\nGefahrenatmend\nSchmetternde Fanfaren\nBricht\ndie Bahn\nin\nBrand\nIn\nBrausen tausend Abhang\nAn\nHinan\nGrashang zergrasend\nGrabhang\nRasend\nRast\nBluthast\nGefangen\nsehnt\nFang Sehne auf\nLacht flaggenauf\nnachtauf\ndas Grab\n\nGedichte\nGünther Mürr\nHerzschlag du meiner Seele,\nDurchblute mich und tränke neu die dürrgeglühten Adern.\nKlopf auf, Marienschlag, den innigen Takt aus süßer Scheu.\nSink ein, du,\nall ich sauge dich durstig auf.\nStröm hin durch williges Bett,\nnicht halte dich fest,\ndaß deine blaue Fülle mich durchflutet,\nmich überflutet.\nStröm ein, du.\n* * ,\ni\nWirf mich nieder,\nWelle, die über mich strömt,\nmich fruchtdurchflutet.\nDrückst du durchrauschend neuen Schwung ins stockende Herz*\ndaß ich schauernd der Fülle erbebe,\nschwellend von dir durchblutet,\nHerz, zu klein dir, spannt sich,\nspringende Knospe.\nHin schmilzt Enge,\nalles bin ich nur Herz,\ntreibend den Saft aus dir,\nsüßeste Quelle,\nSaft der letzten Wirklichkeit.\nGott ist Liebe.\n* , *\ni\n«i*\nVogel gleitet das müde Herz in Abend nieder.\nImmer bereites Nest nimmt warm mich auf.\nfurchtsam schmiege ich mich aus dem Sturm in Traulichkeit,\nDicht umfängst du mich.\nTröstlich wiegt uns Geistwind auf dünnem Ast.\n\nDie Entführung\nMynona\nHaus stand bei Haus. In den Vorfluren hantierten die\nehrenwerten Diener, und drinnen, in den Festgemächern, er-\nfreuten die reichen Familien sich ihres liebenswürdigen Da-\nseins. Margarete mischte sich Punsch. Onkel Emil kaute Weiß-\nbrot mit kaltem Fasan. Der Großpapa schlürfte eine Auster\nnach andern. Da kam der Diener Wilhelm vorsichtig auf\nden Hausherrn, den Baron von Bohleke zu und flüsterte höflich:\n~Draußen sind drei Männer vorgefahren, welche den gnädigen\nHerrn zu sprechen verlangen/' „So führe sie ins Empfangs-\nzimmer!\" „Aber sie erwarten den Herrn Bar ort draußen in\nihrem Wagen.\" „Was?\", der Baron kreischte empört. „Mich!\nWas sind es für Männer?\" „Es sind keine vornehmen Herren;\nes sind so Leute mehr Unseresgleichen.\" „Wo ist meine Hunde-\npeitsche?\" „Hier, gnädiger Herr.\" Baron Bohleke begab sich\nvors Portal. Da stand eine Mietskutsche und drinnen saßen\ndrei Männer. Sie trugen Schirmmützen und schäbige Kleidung;\nzwischen ihren bärtigen Mäulern wanderte eine Pulle. Sie\nsahen aus wie von Zille gezeichnet, und der eine sagte gröhlend:\n„Wenn Bohleke nicht rauskommt, schlag ich ihm den Schädel\nmit der Pulle ein.\" Bohleke trat, indem er mlit der Peitsche\nan sein Hosenbein klatschte, dicht an den Wagen. „Wlas wollen\nSie? Aber bitte, ein bischen rasch.\" Statt aller Antwort wurde\nBohleke von sechs Männerfäusten ergriffen, in den Wagen\ngehoben, geknebelt und fort sauste das Gefährt vor dem ent-\nsetzten Diener, der mit offenem Munde nachstarrte! — Die\ndrei Männer indessen lachten und tranken, Sie lobten ihren\nKutscher. Den von Bohleke hatten sie wie ein Paket zu ihren\nFüßen; er konnte sich nicht rühren; sie hatten ihn gefesselt.\nNach etwa einer halbstündigen Fahrt, während welcher von\nBohleke sich vergebens bemühte, Orientierung zu bekommen,"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "61", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.13", "texte": "hielt der Wagen still, Die drei stiegen aus. Der eine zerbrach\nBohlekes Peitsche, Die andern verbanden ihm die Augen.\nEr hörte den Wagen abfahren und fühlte sich emporgehoben.\nAus dem Hallen der Schritte zu schließen, ging es durch keller-\nartige Räume. Nach einer kleinen Weile nahm man ihm die\nBinde ab. „Justav\", sagte eine ziemlich rohe Stimme, ~hole nu\nman die Marie.\" Justav entfernte sich taumelnd. Man befand\nsich in einem kahlen Raum, Von Bohleke, noch etwas wirr im\nSchädel, zog seine schneidigste Grimasse und wollte zu krähen\nbcgi nnen. Aber die Männer packten ihn jeder an einem Arm.\nDe r eine legte ihm seine schmierige Hand auf den Mund, und\nder andere sagte: „Hier hälste die Schnauze, Baron, Wir haben\nDir in Gewalt. Sie nötigten ihn zum Niedersetzen auf eine\nhölzerne Bank. und flankierten ihn liebend, „Also wieviel\",\nfragte von Bohleke, „wollt Ihr für meine sofortige Freilassung?\"\n„Ne\", sagte der rechte, „hier bleibste 'n kleenes Vierteljahr.'\n„Was?' schrie von Bohleke, „Kerls! Ich . , /* „Regr Dir ab,\nsonst krigste eens drauf,\" „Ich verlange zu wissen, was Ihr\nmit mir vorhabt.' „Mensch\", sagte der links, „so was Gutes,\ndaß Du vor Wonne hoch gehn wirst. Schau! da kommen se\nschon. Etwas will ich Dir noch verraten: Du sollst hier als\nZuchtbulle Verwendung finden.\" ~Als . . ,?\" — aber noch\nhatte von Bohleke den Satz nicht beendigen können, als Justav\nwieder anlangte. In seiner Begleitung befand sich ein altes\nWeibsbild von ausgesprochen kupplerischem Ansehen. „Det\nis die Marie\",,sagte Justav, „is se nicht immer noch propper?\nMarie\", fuhr er mit vorstellender Handbewegung fort, „det is\nder bekannte Lebemann Baron von Bohleke.\" „Kinder\", flötete\nMarie, „laßt mich mit dem gnädigen Herrn allein!\" „Aber\nMarie! Aber Marie!\" warnten die drei wie aus einem Munde,\n„Marie, was hast Du vor, Marie?\" Dann torkelten sie durch\neine Falltür ab. — Marie setzte sich neben von Bohleke und\ntat kriecherisch liebenswürdig: „Es handelt sich um eine zarte\nAngelegenheit, verehrter Herr Baron. Ich habe früher bessere\nTage gesehen und denke mir leicht, wie es Ihnen jetzt zu Mute\nsein mag.\" „Bitte langweilen Sie mich nicht, meine Liebe!\nWomit kann ich dieser unerhörten Frechheit sofort ein Ende\nmachen?\" „Mit garnichts\", erwiderte freundlich Marie, „Sie\nmüssen ein kleines Vierteljahr Geduld haben. Solange hält man\nSie, zu gewissen, Ihnen gleich näher zu erklärenden Zwecken,\nhier gefangen. Sie müssen nämlich wissen, wir sind prachtvoll\norganisiert. Es ist ein Verein zur Veredlung der Menschenrasse\nWir fangen aristokratische Lebemänner ab und zwingen sie,\nunter Todesandrohung, zum liebenden Verkehr mit sorgfältig\nvon uns ausgesuchten Mädchen niedrigen Standes; pikfeine\nWare, Herr Baron. Bisher haben wir noch keinen zu toten\nbrauchen. Sie waren uns nur allzugern zu Willen.\" „Pfui\nSatan!' brach da der Baron los. „Das übersteigt ja jede Vor-\nstellung von Schamlosigkeit.\" „Ah, Herr Baron, warum? Ihr\nHerren seid ja sonst so galant. Warum soll man das nicht\nlieber in ein vernünftiges System, in eine gegenseitige Hin-\nneigung von Hoch zu Niedrig bringen und aus den Leibeserben\ndieser Sympathie dem ganzen Volke wertvolle Blutmischungen\neinflößen? Wir sind Idealisten, eher baron. Warum regen\nSie sich moralistisch auf? Just Sie? Beiläufig gesagt, ich bin\naus Ihren Kreisen. Ich war, ich bin Komtesse. Deklassiert.\nIch fühle mich wohl! Ich gab jungen Menschen das Leben,\nwelche jetzt angesehene Rollen in Staat und Gesellschaft spie-\nlen. Ich bin freiwillig bei dieser Mission geblieben. Im übrigen,\nmein Lieber, sind Sie ja erstlich ein Freund hübscher Mädchen;\nund zweitens scheuen wir nicht vor der letzten Gewalttat zu-\nrück, um Sie unseren Zwecken gefügig zu machen. Also bitte,\nbitte, lassen Sie alle Prüderie!\" „Wahnsinn\", ächzte der arme\nBaron. Er rang die Finger, daß die Gelenke knackten. Marie\nblickte ilhm lächelnd ins ebenso böse wie ratlose Antlitz. „Zum\nDonnerwetter, Gnädigste\" . . . „Bitte einfach Marie\", sagte die\nGnädigste. — „Ja, zum Donnerwetter, Sie Mieze (och! machte\nMarie) das läßt sich doch aber sofort abkaufen. Ihr seid zwar\nIdealisten. Aber Ihr lebt doch wahrscheinlich von solchen\nErpressungen und nicht nur um Gottes Lohn. Arrangieren Sie\ndie Chose doch möglichst dalli, meine Liebe, Speziell Ihnen\nnoch ein Extra-Douceur!\" „So wird es nicht gehen, Barott,\nSie haben schon recht vermutet, daß wir, notgedrungen, unse-\nren Idealismus aus den Taschen seiner Opfer zu kapitalisieren\ngezwungen sind. Aber, mein Lieber, vergessen Sie nicht unsere\neugenischen Zwecke, Sobald unser Vertrauensarzt endgültig\nsein Votum abgegeben hat, daß Sie mehrfacher Vater zu\nwerden im Begriffe sind, entläßt man Sie müt unseren Segens-\nwünschen, Früher keineswegs; denn Sie müssen durch die\nintimsten menschlichen Beziehungen an uns gefesselt bleiben,\nUebrigens rede ich etwa nicht, um zu überreden. Wir haben\nGewaltmittel, z. B, mit dem raffiniertesten Luxus eingerichtete\nFolterkammern, Ich rede,/nur, um Sie zu informieren. Ich bin\nhier Empfangsdame. Sträuben, Baron, lächerlich und geradezu\nverhängnisvoll überflüssig. Folgen Sie mir willig, sonst kommt\nein ziemlich brutaler Beistand.\" Von Bohleke erhob sich.\nInzwischen war doch seine Neugierde ein wenig geweckt wor-\nden, Marie schritt ihm voran. Die Hand nach einem kaum\nsichtbaren Knopf an der weißgetünchten Wand ausgestreckt,\nsagte sie, halb zurückgebogen: „Sie werden rund ein Viertel-\njahr lang eleganter, wie ich glaube, leben, als Sie es sonst\nschon gewöhnt waren. Vorausgesetzt, daß man willig ist, er-\nfährt man bei uns eine allererstrangige Behandlung.\" „Es ist\nmir unfaßbar\", zögerte der Baron, „daß Sie dort Gewalt an-\nwenden, wo Sie doch wahrscheinlich mit der leichtesten Mühe,\nunter so luxuriösen Bedingungen, freiwillige Vereinsmitglieder\ndie Menge fänden.\" „Hahaha\", lachte Marie entzückt auf,\n„Sie sind, Baron, von der grandiosesten Naivität. Um diesen\nheimlichen Staat unentdeckt spielen zu können, brauchen wir\nMilliarden, nicht Millionen. Wir brauchen soviel Geld, wie\nman es uns freiwillig gewiß noch nicht einmal zu einem Drittel\ngeben würde. Wollen Sie noch etwas wissen?\" — f,Wie be-\nkommen Sie soviel Geld, ohne daß man Sie anzeigt?\" „Aber\nBester, wen will man anzeigen? Und das Gesetz wegen der\nstandesgemäßen Alimentationen ist auf unserer Seite. Aerzte\nRechtsanwälte, ja hohe, vielleicht höchste Beamte sind unsere\nRentenempfänger. Und gesetzt, mein Lieber, der Staat selber\nhätte ein geheimstes Interesse daran, uns unentdeckt zu lassen,\nso läßt sich kein Einfluß mehr gegen uns aufbieten. Sie sollen\ndas erleben! Wir zählen einige Prinzen zu unseren Interessen-\nten. Ich schweige. Ihrer Phantasie ist Spielraum gegeben.\"\nMit diesen Worten drückte sie auf den Knopf. Scharniere\nglitten auseinander. Die getünchte .Wand rollte nach unten.\nEs zeigte sich ein bronzenes Portal im Renaissancegeschmack,\nIn getriebenen Figuren sah man darauf einen stolz athletischen\nMann von jungen Frauen umschmeichelt. An einem Ringe hing\nein Türklopfer. Marie tat drei metallisch gongartig dröhnende\nSchläge. Die Flügel öffneten sich nach innen. Ein Diener in\nschwarzsammetner Livree geleitete durch einen breiten Korri-\ndor mit Oberlicht in eine Art Vestibül mit herrlichen Eben-\nholzmöbeln auf rotem Teppich. Durch ein breites Glasfenster\nsah man in einen französischen Park, ein Springbrunnen\nrauschte. „Die Damen hierher\", befahl Marie dem Diener. Von\nBohlecke klemmte sein Monokel ins Auge. Man hörte ein\nseidenes Rauschen. Aus einer hohen Tür dem Fenster gegen-\nüber traten fünf junge Mädchen in weißseidenen Schleiern.\nM arie sagte in befehlendem Ton: „Ihr seid diesem Herrn zu-\ngeteilt. Ich erwarte, daß Ihr Euch seinen Anordnungen fügt.\nBaron, ich sehe Ihrer Miene gern an, daß Sie nicht unangenehm\nberührt sind. Ich empfehle die Herrschaften der gegenseitigen\nliebevollen Berücksichtigung.\" Sie entfernte sich.\nHaus stand bei Haus. In den Vorfluren hantierten die\nehrenwerten Diener. Drinnen, in den Festgemächern, erfreuten\ndie vornehmen Familien sich ihres genußreichen Daseins.\nOnkel Emil aber v/ar nicht mehr froh. Er trauerte, Rebhuhn\nkauend, vor sich hin. In sein Weinglas fiel ab und zu ein\nTränentröpfchen. Der Großpapa schlürfte melancholisch seine\nAustern. Magarete sang am Klavier: „Wer nie sein Cake mit\nTränen aß.\" — Da kam der Diener Wilhelm vorsichtig ins\nZimmer: „Gnädige Herrschaft, es fährt eine Mietsdroschke vor,\nund ich glaube, der Herr Baron sind drinnen. „Dem Großpapa\nglitschte die Auster aufs Oberhemd, Margarete blieben die"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "62", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.14", "texte": "kummervollen Nächte knödelig in der Kehle stecken. Onkel\nEmil extfiob sich, zitterte und stieß tiefe Seufzer aus, er ver-\nschluckte sich am letzten Bissen. Da trat von Bohleke ins\nZimmer. „Gott, wie blühend siehst Du aus!\" Spritztour, sagte\ner jovial. War in Paraguay. Ausgezeichnete Verpflegung.\nSchlechte Postverbindung. Vergebt mir diese Ueberraschung,\nDer Großpapa fragte: „Kamillo, bist Du normal? In der\nNebenlinie hatten wir Paranoia.\" — „Uebernormal, Großvater!'\nEr umschlang Margarete prüfend. Ach, sie fand ihn so sonder-\nbar feurig. Onkel Emil wischte sich Mund und Augen. Diener\nWilhelm erhielt den Auftrag, zur Deutschen Bank zu gehen,\nSeit einiger Zeit bemerkt man frische Schwungkraft im\nVolke. Ueberall sieht man forsche junkerartige Herren, welche\naber dabei doch so leutselig auch zum Geringsten sind. Woher\nkommt das? Marie, Justav, von Bohleke u. a, wissen Bescheid,\naber sie schweigen; sie empfangen schweigsam große Summen\nGeldes, und alles steht sich gut dabei; und jeder Lebemann\nfast erinnert sich mit Sehnsucht seiner Entführung.\n\nScherz beiseite\nHerwarth Walden\nDann gehen wir ins Maxim\nAuf seiner westlichen Wanderschaft stimmt Herr Franz Servaes\nein Lied falsch an: ~Doch Freunde nicht diese Töne, sondern\nlasset uns lieben — ja lasset uns vom Allzukünstlerischen zum\nKünstlerischen zurückkehren und lasset uns ein Freudenlied\nanstimmen, daß einem unserer deutschesten Künstler ein so\nherrliches Werk gelungen ist, wie unserm Max Klinger sein\ngroßes Fresko ,»Arbeit, Wohlstand, Schönheit\". Der deut-\nschere Kritiker macht sich nun mit Wohlstand an die Arbeit\nzur Besingung der Schönheit: ~Mich dünkt, Klinger hat nie\nSchöneres geschaffen. Gewiß nichts schöneres als das Halb-\ndutzend lose bekleideter, zum Teil nackter weiblicher Einzel-\nfiguren, die von links her mit tanzartigen Schritten und rhyth-\nmisch ausdrucksvollen Gebärden den Vordergrund machtvoll\nbeleben.\" Herr Servaes hatte gerade den rechten Moment\nabgepaßt, wo sich das Halbdutzend im Vordergrund befand.\nSpätere Beschauer werden das Nachsehen haben. Die lose\nbekleideten Halbdamen sind doch sicher indess nach rechts\nhinten abgegangen. Höchstens, daß zukünftige Beschauer noch\ndie eine Dame vorfinden, die erst noch Toilette machen\nmuß: „Vor allem jene eine, herrlichste, »die ihr weißes\nSchleiergewand abwirft und dabei das blühende Eben-\nmaß ihres Körpers enthüllt, prägt sich unverwischbar unserem\nAuge und Gedächtnis ein und wird uns noch bis in den\nTraum hinein beseligen — als ein Wahrzeichen dessen, was\nder deutschen Kunst Wunders genug unverloren blieb. Die\nrechte Hälfte, auch noch reich und schön, ist doch minder ein-\ndrucksvoll, vor allem hier und da zu bedrängt.\" Schade, daß\ndie Dame das ganze Schleiergewand abgeworfen hat. Hätte sie\ndie rechte Hälfte bedeckt gelassen, dann würde Herr Servaes\nseine Bewunderung noch in Musik gesetzt haben. So muß er\nhalt nur von der linken Hälfte träumen. Hoffentlich wischt er\nsie nicht mit dem Schlaf aus den Augen, da ich ihn etwas un-\nsanft erwecken muß. Es würde mir leid tun. Aber der Kritiker\nmuß es sich gefallen lassen, mit dem Ebenmaß gemessen zu\nwerden, das er selbst anwendet. Ein Halbdutzend loser be-\nkleideter Damen, von denen eine sich sogar auszieht, haben\nnoch nie in der Wirkung versagt. Wenn aber die Damen sich\nin Frankreich hätten photographieren lassen, so würde dieser\nKitsch nicht Schönheit, sondern Geilheit von den deutschesten\nKritikern genannt worden sein.\nVorbeigedichtete Erkenntnis\nEin Herr Kölwel verdichtet sich zu folgender Erkenntnis:\nUnd lange blutete der Riß:\nWas bin ich, Herr, ach, gegen Dich?\nEin Werkelmann, der Verse macht\nGeschichten knüpft in wirrer Nacht\nUnd Menschlein steckt an seinen Bühnenspieß,\nDiesen Bühnenspieß konnte sich Herr Max Reinhardt nicht\nentziehen. „Das junge Deutschland\" hob ihn auf den Schild\nund die große Presse findet diese Dichtung so erhebend, „daß\nsie nicht nur dem Dichter allein zu empfinden vergönnt sein\nkann.\" Der Werkelmann sei also dem Deutschen Theater ge-\ngönnt.\nStellenwechsel\n~Herwarth Waiden der Sturm-\nbeschwörer hat die bisher sehr\nunzureichenden Ausstellungs-\nräume im Seitenflügel des Hau-\nses Potsdamer Str. 134 a, und im\nersten Stock des Vorderhauses\nneue gute und lichte Räume be-\nzogen. Indem er hierdurch be-\nkundet, daß sein Geschäft\n~blüht\", hat er zugleich die\nVerpflichtung empfunden eine\nneue Gesamtschau abzuhalten.'\nHerr Franz Servaes in der Vos-\nsischen Zeitung Juni 1916\nHerr Servaes ist selbst für die\nnungszeitung zu stimmungsvoll\n~Unser künstlerisches Berlin\nhat einen werten Zuwachs an\nAusstellungsräumlichkeiten\nerhalten. Trotz dieser Zeiten\nNot hat der Besitzer des Sa-\nlons Gurlitt es fertig ge-\nbracht, gegenüber seinen bis-\nherigen Darbietungssälen, nur\ndurch den Hausflur getrennt\nzwei neue der neuen Kunst\ngewidmeten Säle auszubauen\nund zu eröffnen.\"\nHerr Franz Servaes in der\nVossischen Zeitung Juni 1918\nHäuptschriftleitung der Woh-\n\nMarc Chagall\nBlaise Cendrars\nEr schläft\nNun ist er wach\nGanz plötzlich malt er\nGreift eine Kirche malt mit einer Kirche\nGreift eine Kuh und malt mit einer Kuh\nEiner Sardine\nMit Schädeln Händen Messern \\\nMalt mit dem Nervenseile eines Ochsen\nAllen beschmutzten Leiden kleiner Judenstädte\nZerquält von Liebesbrünsten aus der Tiefe Rußlands\nFür Frankreich\nTot Herz und Lüste\nEr malt mit Schenkeln\nTrägt im Steiß die Augen\nDa ist es Euer Antlitz\nDu bists geliebter Leser\nIch bins /\nEr ists\nDie eigne Braut\nDer Krämer an der Ecke\nDie Kuhmagd\nHebeamme\nIn Eimern Blute wäscht man Neugeborne\nHimmelvoll Irrsinn\nMäuler sprudeln Moden,\nDer Eiffelturm gleicht einem Pfropfenzieher\nGehäufte Hände\nChristus\nEr selber Jesus Christus\nAm Kreuz hat er die Jugend lang gelebt\nEin neuer Selbstmord jeder neue Tag\nGanz plötzlich malt er nicht mehr\nEr war wach\nNun schläft er\nErdrosselt sich mit seinem Schlips\nChagall erstaunt\nIhn trägt Unsterblichkeit\nUebertragung: Rudolf Blümner"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.15", "texte": "Verantwortlich für die Schriftleitung:\nLothar Schreyer\nVerantwortlich für den gesamten Inhalt mid Verlag\nF. H arnisch / Berlin W 35\nDruck Carl Hause / Berlin SO 26\n\nVerlag Der Sturm\nBerlin W 9 Potsdamer Straße 134 a\nFcrnrtif Amt Lutzow 4443\nMosiatsschnit Der Sturm\nErscfieiixt am Kinizehnten jedes Monats\nBauerbezug\nGewolmliche Ausgabe: Fur Deutsch-\n-lan d ii nd Oesterreich-Ungarn:\nEin Jahr 6 Mark / Em lialbjahr 3 Mark /\nEinzelheft 1 Mark / Fur das Ausland;\nEin Jahr 8 Mark / Ein Halbjahr 4 Mark /\nEinzelheft 1 Mark 50 Pfennig\nSender - Ausgabe: Ungebrochene\nExemplare, Versendung in R o 1-\nlen direkt durch die Po s t / Fii r\nDeufschlandund Oesterreich-\nUngarn: Ein Jahr 12 Mark / F ii r das\nAusland : Ein Jahr 14 Mark\n\nPr e is c der friiheren Jahrgange\nVollsfandige Ausgabe\n1. Jahrgang\n2. Jahrgang\n3. Jahrgang\n4. Jahrgang\n5. Jahrgang\n6. Jahrgang\n7. Jahrgang\n8. Jahrgang\n1910/11\n1911/12\n1913/14\n1914/15\n1915/16\n1916/17\nGewohnliche\nAusgabe:\n30 Mark\n30 Mar1!\n20 Mark\n20 Mark\n20 Mark\n30 Mark\nSonder-\nausgabe:\n40 Mark\n40 Mark\n30 Mark\n30 Mark\n30 Mark\n40 Mark\n1917/18\nEinzelhefte, soweit vorhanden, erster bis\nachter Jahrgang je 1 Mark\n\nBiicher aus dcm Verlag Der Sturm\nPeter Baum\nSchiitzengr a be n v e r s e\nfSebunden 3 Mark\nFranz Richard Behrens\nBlutbliite I Gedichte\n©eheitet 3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig\nHermann Essig\nDer Frauenmut / Lustspiel\nÜberteufel / Tragodie\nIhr stilles Gliick / Drama\n£in Taubenschlag / Lustspiel\nNapoleons Aufstieg / Tragodie\nDer Wetterfrosch / Erzahlung\nJedes Buch 2 Mark 50 Pfennig / Gebunden 4 Mark\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte\n©eheftet 3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig:\nAdolf Knoblauch\nDieschwarzeFahne / Eine Dichtung\nGeheftet 2 Mark\nKreis des Anfangs / Friihe Gedichte\nGeheftet 5 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nOskar Kokoschka\nMorder Hoffnung der Frauen\nDrama mit Zeichnungen\nGebunden 15 Mark (Auflage 100)\nSonderausgabe vergriffen\nErnst Marcus\nDas Problem der exzentrischen\nEmpfindung und seine Losung\n4 Mark 50 Pfennig\nWiihelm Runge\nDas Den ken traumt / Gedichte\n3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig\n\nPaul Scheerbart\nGlasarchitcktur / In 111 Kapitelo\nfleheftet 2 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nLothar Schreyer\nMeer / Sehnte / Mann / Dramen\n3 Mark\nAugust Stramm\nDul Liebesgedichte\nGeheftet 3 Mark\nDie Menschheit\n1 Mark 50 Pfennig\nHerwarth Walden\nDas Bitch der Menschcnlicbe\nGeheftet 3 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nDie Harte der Weltenlieb e /\nRoman\n4 Mark / Gebunden 6 Mark 50 Pfennig\nSonderausgabc (Auflage 10) 50 Mark\nGesammelte Schriften: Band I\nKunstmaler und Kunstkritiker\nGeheftet 2 Mark 50 Pfennig\nWeib / Komitragodie\nGeheftet 3 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nE r s t e Li e be / Ein Spiel mit dem Leben\nDie Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nSiinde / Ein Spiel an der Liebe-\nLetzte Li e be 112 Komitragodie\nG1 au be / Komitragodie\nJedes Buch 1 Mark 50 Pfennig\nSturm-Eiicher I: August Stramm: Sancta\nSusanna / II: August Stramm: Rudi-\nmentar / III: Mynona: Fur Hunde und\nandere Menschen / IV: August Stramm:\nDie Haidebraut / V. August Stramm: Er-\nwachen / VI: Aagc von Kohl: Die Hange-\nmatte des Riuge / VII: Adolf Behne: Zur\nneuen Kunst / VIII: August Stramm;\nKrafte / IX: Aagc von Kohl: Die rote\nSonne / X: Aagc von Kohl: Der tierische\nAugenblick / XI: August Stramm: Ge-\nschehen: / XII: August Stramm: Die Un-\nfruchtbaren / XIII: Peter Baum: Kyland /\nXIV: Lothar Schreyer: Jungfrau\nJedes Sturmbuch 90 Pfennig\n\nMusik\nHerwarth Waldcn\nGesammelte Tonwerke\nDaun I Vergeliung / Verdammnis\nDichtungen von Else Lasker-Schiiler\nFur Gesang und Klavier / Je 2 Mark\nBruder Liederlich / Werk 51\nFiir Gesang und Klavier I 2 Mark\nEntbietung I Werk 92\nDichtung von Richard Dehmel\nFiir Gesang und Klavier I 2 Mark\nZehn Dafnislieder / Werk 11\nZu Gedichten von Arno Holz\nFiir Gesang und Klavier / 3 Mark\nDie Judentochter I Werk 17\nFarbige Umschlagzeichnung von Oskar Kokoschka\nFiir Gesang und Klavier / 1 Mark 50 Pfennig\nSchwertertanz I Werk 18\nFiir Klavier / 4 Mark\nDer Sturm / Heeresmarsch / Werk 21\nFur Klavier / 1 Mark\nTanz der Tone / Werk 23\nFur Klavier / 3 Mark\n\nHanddrucke\nOskar Kokoschka: P1 ak a t fur die Zeit-\nschrift der Sturm / Origmallithographte\nAbziig 30 Mark\n\nSturm-Kartea\nJede Karte 20 Pfennig\nNach Gemalden, Zeichnungen und Bild\nwerken folgender Kiinstler:\nAlexander Archipenko 4\nRudolf Bauer 4\nVincenc Benes 1\nUrnberto Boccioni 2\nCampendonk 2\nMarc Chagall 7\nRobert Delaunay 1\nLyonel Feininger 1\nAlbert Gleizes 2\nJacobavan Heemskerck 3\nS. Hjert6n-Griinewald 1\nAlexei von Jawlensky 2\nKandinsky 3\nPaul Klee 1\nOskar Kokoschka 2\nOtakar Kubin 1\nFernand Leger 2\nAugust Macke 1\nFranz Marc 2\nCarl Mense 1\nJean Metzinger 1\nGeorg Muche 1\nGabriele Miinter 1\nNegerplastik 1\nGeorg Schrimpf I\nGino Severini 4\nFritz Stuckenberg 1\nArnold Topp 1\nMaria Uhden 1\nNell Walden 1\nWilliam Wauer 5\nMarianne von Werefkin 2\n\nSturm- Ausstelhmgskataloge\nMit Abbildungen\nAlexander Archipenko\nRudolf Bauer\nMarc Chagall\nDie Futuristen\nJe 6u Pfennig\nFranz Marc\n1 Mark\nErster Deutscher Herbstsalon Der Sturm 1913\nMit 50 Abbildungen in Kupferliefdruck\n2 Mark\nQino Severini\nKandinsky\nSkupina\n..I i it li.Li\n\nKunstdrucke aus dem Verlag Dcr Sturm\nAuf Japan- und Biittenpapier\nJeder Kunstdruck 5 Mark\nRudolf Bauer\nSchwarz-Weiß-Komposition 14\nUmberto Boccioni: Abschied / Die Abiah-\nrenden / Die Zuriickbleibenden\nMarc Chagall: Interieur / Der Jude / Der\nGcigenspieler / Die Schwangere / Essender\nBauer / Madchen\nRobert Delaunay: Der Turm\nLyonel Feinmger: Klein Schmidthausen /\nMark Wippach II\nJacoba yan Heemskerck: Baum / Land-'\nschaft\nPaul Klee: Kriegerischer Stamm\nOskar Kokoschka Menschenklopfe:\n1 Adolf Loos I 2 Herwarth Walden / 3 Karl\nKraus / 4 Richard Dehmel / 5 Paul Scheer-\nbart I 6 Yvette Guilbert\nOskar Kokoschka: Tierbilder\nFernand Leger: Akt\n\nSturm-Kiinstler / Lichtbildkarten\nJede Karte 20 Pfennig\nI. August Stratum\n11. Herwarth Walden\n111. van Heemskerck\nIV. Kandinsky\nV. Rudolf Bliimner\nVI. Campendonk\nVII. Peter Baum\nVIII. Hermann Essig\nIX. Oskar Kokoschtea\nX. Adolf Knoblauch\nXI. Paul Klee\nXII. Gabriele Munter\nXIII. Rudolf Bauer\nXIV. Nell Walden\nXV- Mynona\nXVI. Kurt Heynicke\nXVII. Umberto Boccioni\nXVIII. William Wauer"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "64", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180715-01.1.16", "texte": "Der Sturm\nStandige Ausstellungen\nBerlin / Potsdamer Sir age 134 a\nGeiiiinet taglicli von 10—6 Uhr / Sonntags\nvon 11—2 Uhr\nTageskarte 1 Mark / Jahreskarte 6 Mark\nMonatlicher Wechsel\nFiinfundsedhzigste Ausstellung\nJuli / August 1918\nMarc Chagall\nKandinsky\nWilliam Wauer\nMtinchen: 15. Juni bis 1. August\nSturm-Ausstellung / Kunsthaus Das Reich\nStettin I August\nSturm-Ausstellung\n\nDER STURM\nvertrfct folgende Kiinstier ausschlicßlich\nund verfiigt iiber ihre Werke (Gemalde /\nGraphik / Holzschnitte / Handdrucke) zum\nVerkauf und zu Ausstellungen in der gan-\ng-en Welt:\nRudoH Bauer / Campendonk / Marc Cha-\ngall I Jaceka Tan Heemskerck / Kandinsky /\nGeorg Muche / Gabriele Munter / Fritz\nStuckenberg / William Wauer / Nell Wal-\nden\nDER STURM\nvertritt fur Deutschland lolgende Kiinstier\nand verfiigt iiber ihre Werke zum Verkaoi\nund fur Ausstellungen:\nGosta Adrian - Nilsson / Albert - Bloch /\nAlexander Archipenko / Fritz Baumann /\nVinceoc Benes / Umberto Boccioni / Carlo\nD. Carra / Max Ernst / Lyonel Feininger /\nEmM Filla / Albert Gleizes / Otto Gut*\nIreund / Oswald Herzog / Sigrid Hjerten\nGriinewald / Isaac Grunewald / Johannes\nItten / Alexei yon Jawlensky / Paul Klee /\nOskar Kokoschka / Otakar Kubin /' Fernand\nLeger / Franz Marc / Jean Metzinger /\nFrancis Picabia / Gino Severini / Arnold\nTopp / Maria Uhden / Marianne von\nWerefkin\n\nKunstschule Der Sturm\nLeitung : Herwarth Walden\nZweites Jahr\nUnterricht und Ausbilduag in der\nexpressionistischen Koast\nBiihne / Schauspielerei / Vortragskunst /\nMalerei / Dichtung / Musik\nLehrer der Kunstschule Der Sturm\nRudolf Bauer\nRudolf Bliimner\nCampendonk\nJacoba van Heemskerck\nPaul Klee\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nLothar Schreyer\nHerwarth Walden\nSprechstunden der Leitung der Kunstschule Der\nSturm: Dieustag, Mittwoch, Freitag, Sonnabend\n4—5 I Das Sekretariat ist t3gich von 10—6 ge-\niffnet\n\nSturm-Abende\nVerein iiir Kunst / Fiinizehntes Jahr\nIn der Kunsfausstellung Der Sturm / Berlin\nJeden Mittwoch %8 Uhr September bis\nMai j\nWiederbeginn der Abende\nMittwoch dea 4. September 1918\n68. Sturm-Abend\nKarten zu 5, 3, 2, 1 Mark im Vorverkaif aad am\nder Abendkasse\n\nVerein loir Kunst\nFiinfzehntes Jahr\nJahresbeitrag 20 Mark\nRechte: Freier Bezug dcr Zeitschrift Dcr\nSturm I Freier Besuch der Sturm-Ausstel-\nlungen / Jahrlich 2 Kunstdrucke\nAncaeldungen durch den Sturm\n\nKunstbuchhandlung\nDer Sturm\nPotsdamer Strafie 138 a\nFernruf Liitzow 4443\nhat gute und seltene Biichcr und Noien\n▼orratig und nhnmt Bestelkmgen entgegea\n\nVerein Siurmbiihne\nVorsitzender: Dr. John Schikowski\nGeschaftsstelle: Charlottenburg / ScharrenstraSe If\nAufruf und Satzungen kostenlos\n\nNeuanzeigen Der Sturm\nAm 15, August erscheint:\nHerausgegeben von Herwarth Walden\nExpressionismus / Die Kunstwende\nBeitrage von Kandinsky / Herwarth Wal-\nden I Lothar Schreyer / Rudolf Blumner\nWilliam Wauer / Max Verworn / und a ri-\nder en\n«\nMit 140 Abbildungen / zum Teil ganzseitig\nnach Bildern und Bildwerken samtlicher\nKunstler des Sturm / der Urvolker und der\nVolkskunst / Mit mehrfarbigen Beilagen\nFarbige von William Wauer\nBei Vorbestellung 20 Mark / Gebundeu\n30 Mark / Museumsausgabe mit Originalen\nbei Vorbestellung Nummer I—lo M. 200.—\nNummer 11—50 M, 100.—\nSturm-Abende / Ausgewahlte Gedichte\nDas Buch enthalt die Gedichte, die Ru -\ndolfßliimneran den S t u r m-A be a-\nden vortragt\n4 Mark\nArnold Topp-M^ppe\nSechs signierteLithographies\n75 Mark\nSturm-Kiinstler I Lichtbildkarten\nXVIII: William Wauer\nJede Karte 20 Pfennig\nHerwarth Walden\nKind I Tragodie\nTrieb / Eine burgerliche Komitragodie\nMenschen / Tragodie\nJedes Buch 3 Mark\nSturm-Karten\nWilliam Wauer: Monumentalbuste I\nMonumentalbuste II\nJede Karte 26 Pfennig\nDie Sturm-Buhne\nJahrbuch des Theaters der Expresst#at«tett\nEinzelne Folge\n60 Pfennig / Jahrbuch 6 Mark\nDritte Folge erschienen\nHerwarth Walden: Einblick in Kuasi\nMit vierundsechzig Abbildungen macit Ge~\nmaiden der Sturm-Kiinstler\nZweite Auflage\n5 Mark\nSturm-Bilderbucker\nGanzseitige Abbildungen der Haaptwerke\nI: Marc Chagall\n4 Mark\nII: Alexander Archipenko\n4 Mark\nHI: Paul Klee\n4 Mark 50 Pfennig\n\nAnzeigen werden nicht aufgenommen\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm\nsind signierte und numerierte Handdrucke\n▼on den meisten Zeichnungen Kunstdrucke\nkauflich zu erwerben. Die Originate sind vef-\nkauflich.\nAusiuhriiche Verzeichnisse des Verlags\nDer Sturm kostenlos"}]}