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Die Form der\nDichtung ist der Rhythmus,\nIn keiner Kunst sind die Elemente so wenig erkannt\nworden, Der Schriftsteller stellt die Schrift, statt das Wort\nzu setzen, Schrift ist die Zusammenstellung der Wörter zu\nBegriffen, Mit diesen Begriffen arbeiten Schriftsteller und\nDichter, Der Begriff aber ist etwas Gewonnenes. Die Kunst\njedoch muß sich jedes Wort neu gewinnen. Man kann kein\nGebäude aus Mauern aufrichten. Stein muß zu Stein gefügt\nwerden. Wort muß zu Wort gefügt werden, wenn ein Wort-\ngebäude entstehen soll, das man Dichtung nennt. Die Sicht-\nbarkeit jeder Kunst ist die Form. Form ist die äußere Ge-\nstaltung der Gesichte als Ausdruck ihres inneren Lebens, Jedes\nGesicht hat seine eigene Form. Nicht zwei Gesichter sind\ngleich, um so weniger zwei Gesichte. Ein Kunstwerk gestalten\nheißt ein Gesicht sichtbar machen. Nicht aber, sich über das\nGesicht zu verständigen. Kein Mensch wirkt auf den andern\ngleich. Wie darf man diese Gleichheit von dem Uebermensch-\nlichen, von dem Unmenschlichen fordern. Nichts darf vom\nKunstwerk gefordert werden, aber das Kunstwerk selbst for-\ndert. Jedes Kunstwerk fordert seinen Ausdruck. Der äußere\nAusdruck ist die innere Geschlossenheit. Die innere\nGeschlossenheit ist die Schönheit des Kunstwerks, Die\ninnere Geschlossenheit wird durch die logischen Be-\nziehungen der Wortkörper und der Wortlinien zuein-\nander geschaffen. Sie sind in den bildenden Künsten räum-\nlich sichtbar, in der Musik und der Dichtkunst zeitlich hörbar\nMan nennt sie Rhythmus. Jede Bewegung entsteht durch Be-\nwegen, nicht durch Bewegtsein. Die Dichter sind gewöhnlich\nbewegt über sich oder über andere oder über anderes, aber\nsie bewegen nicht. Sie sind gerührt aber sie rühren nicht. Sie\nfühlen Gedachtes, statt Fühlendes zu denken. Sie nehmen\nFormen statt Formen zu geben. Der Vergleich wird hingestellt\nstatt daß ein Gleichnis steht, Diese Dichter betrachten statt\nzu schauen. Sie berichten Uebersinnliches unsinnlich, statt\nIJebersinnliches den Sinnen sichtbar zu machen. Aussagen sind\nunkünstlerisch, weil sie nicht zum Glauben zwingen können.\nAussprachen sind unkünstlerisch, weil sie nicht einmal etwas\naussagen. Das künstlerische Verstehen ist keine Verständigung.\nDas künstlerische Verstehen ist das Fühlen. Nur das Fühlen\nist Begreifen. Wir geben uns die Hand und wir fühlen, wir\nwissen das Fühlen, wir geben uns den Mund und wir fühlen,\nwir wissen das Fühlen, Wir brauchen nichts zu sagen. Das\nist das Wissen um die Kunst. Das ist das Wissen der Kunst,\nDie Kunst begreift das Unbegreifliche, nicht aber das Begriff-\nliche.\nKind! Es wäre Dein Verderben,\nUnd ich geb' mir selber Mühe,\nDaß Dein liebes Herz in Liebe\nNimmermehr für mich erglühe,\nHöhne meine sanfte Plage!\nEinmal muß ich doch gestehen\nDaß ich Dich im Traum gesehen\nUnd seitdem im Busen trage.\nIhr verblühet, süße Rosen,\nMeine Liebe trug Euch nicht, ' ~\nBlühtet ach! dem Hoffnungslosen, *\nDem der Gram die Seele bricht.\nDer Rhythmus dieses Gedichtes ist durchaus einheitlich.\nNur ist es kein Rhythmus, Das Einheitliche ist das Metrum,\ndas Maß, Der Rhythmus, die Bewegung ist gemessen, und\nzwar nach der Betonung, Der Ton bestimmt, damit die Stimme\nbetont. Die Stimme betont:\nKind Höhne Ihr\nUnd Einmal Meine\nDaß Daß Blühtet\nNimmermehr Und Dem\nDer Ton bestimmt und der Wille des Dichters offenbart\nsich. Er wird sinnfällig. Schon in der Beschränkung zeigt sich\njeder Meister. Keine wilde maßlose Rhythmik, Alles milde\nmaßvolle Metrik. Geschlossenheit der Form. Jede Zeile be-\nkommt ihre wohlgezählten vier Betonungen zugemessen. Was\nist Wort. Das Wort hat sich nach der Betonung zu richten,\nDafür geben die Wörter auch einen Sinn. Der Dichter begreift\ndas Sinnliche unsinnlich. Und zwar mit Hilfe des Begrifflichen\nEr sagt aus, daß er sich selber Mühe gibt. Das liebe Herz\ndarf nimmermehr in Liebe für ihn erglühen, weil das Kind vor\ndem Verderben geschützt werden muß. Er trägt es deshalb im\nBusen, nachdem er es im Traum gesehen hat. Er konnte es\naber nicht tragen, weshalb ihm der bekannte Gram die Seele\nbricht. Das Gedicht ist ohne weiteres zu verstehen. Es ist\nalso ein Gedicht, Denn es ist logisch. Da der Dichter aber\naussagt, habe ich das Recht, seine Aussagen zu prüfen. Ich\nmöchte es noch dahingestellt sein lassen, ob es für das Kind\nein Verderben wäre. Bei der betonten Sorge wäre es doch\nmöglich, daß er es doch etwa heiraten könnte, wenn er sich\nMühe gäbe und daß auf diese einfache Weise die ganze An-\ngelegenheit tonlos geregelt werden könnte. Oder aber ich\nglaube das Geständnis nicht, daß er das Kind im Traum gesehen\nhat. Wenn Dichten Träumen' heißt, ist jeder Träumer ein\nDichter. Hingegen geht dieser Dichter schon in das Unnatür-\nliche hinüber, wenn er das Kind im Busen trägt. Das Unnatür-\nliche scheint also doch schon auf die Meister einen gewissen\nReiz ausgeübt zu haben. Es ist ebenso natürlich, daß Rosen\nverblühen, wenn man sie in die Liebe pflanzt. Bei dieser Un-\nnatur ist es dem Gram nicht zu verdenken, daß er die Seele\nbricht. Die Wortverfechter meisterlicher Kunst werden um sich\nschlagen. Was ist das Wort. Man darf das Wort eben nicht\nwörtlich nehmen. Ist es nicht ein tieferer Sinn, daß der Gram\ndie Seele bricht oder daß das Herz nimmermehr erglüht. Was\nkann man sich nicht alles unter einer brechenden Seele vor-\nstellen oder unter einem glühenden Herzen, einem nimmer-\nmehr glühenden Herzen, Die Seele ist schon an sich poetisch\nund das Brechen auch, wenn die Seele der leidtragende Teil\nist. Der Beinbruch ist unpoetisch, weil man ihn sehen kann,\nder Seelenbruch poetisch, weil man sich ihn denken muß,\nWas man sich denken kann ist geistig, also künstlerisch. Wer\nkann sich einen Beinbruch denken,\nMan sieht, die Meister kommen ganz gut ohne Wort und\nRhythmus aus. Und wer dieses Gedicht etwa noch nicht für\nein Gedicht gehalten hat, wird sofort seine Haltung wieder-\ngewinnen, wenn ich die Namen der drei aMeister nenne, die ich\ngebeten habe, sich zu einem Gedicht zu vereinigen. Wir danken\ndie erste Strophe Heinrich Heine, die zweite Stefan George und\ndie dritte keinem Geringeren als Johann Wolfgang von Goethe\nSie alle zeigen sich genau auf der gleichen Höhe der Meister-\nschaft. Sie sind zum Verwechseln ähnlich. Meisterschaftsringer\nder deutschen Lyrik, die man durch Nummern unterscheiden\nmüßte, wenn man sie durchaus unterscheiden will. Mit andern\nWorten: Nur das Wort, jedes Wort ist Material der Dichtung\nnicht der Begriff, der das Wort verstellt. Oder: Der Beinbruch\nist sichtbar der Seelenbruch nicht. Und auf die Sichtbarkeit\nkommt es an. Es entsteht kein Bild, wenn Sichtbares mit\nUnsichtbarem verbunden wird. Das Leben des Sichtbaren oder\ndes Unsichtbaren ist der Rhythmus. Nur Bewegung ist Leben\nDie sachliche Aussage sogar wird künstlerisch, sogar ohne die\nsogenannten dichterischen Hilfsmittel, wenn das einzelne Wort\nlebt und die Wörter in ihren Beziehungen zueinander durch\nihren Rhythmus leben.\nEs war eine schöne Jüdin,\nEin wunderschönes Weib.\nSie hat eine schöne Tochter\nIhr Haar war schön geflochten.\nZum Tanz war sie bereit, 1"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "67", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 6492, "texte": "Ath Mutter liebste Mutter\nMir tut das Herz so weh\nach laß mich eine Weile\nspazieren auf grüner Heide\nbis daß mir besser wird.\nDie Mutter wandt.den Rücken\nDie Tochter sprang in die Gaß'\nWo alle Schreiber saßen\nAch Schreiber lieber Schreiber\nWas tut mir mein Herz so weh\nWenn Du Dich läßest taufen\nLuisa sollst Du heißen\nMein Weibchen sollst Du sein\nEh ich mich lasse taufen\nLieber will ich mich versaufen /\nins tiefe, tiefe Meer\nGut Nacht mein Vater und Mutter\nwie auch mein stolzer Bruder\nIhr seht mich nimmermehr.\nDie Sonne ist untergegangen\nim tiefen tiefen Meer\nDas ist von Goethe nicht, von Schiller kein Gedicht.\nEs ist ein sogenanntes Volkslied. Veröffentlicht in der Samm-\nlung Des Knaben Wunderhorn, Aber der Dichter ist mehr\nKünstler als dieser Meister, die kaum Dichter, viel weniger also\nnoch Künstler, nämlich Gestalter sind. In diesem Gedicht ist\nnichts bemessen, aber alles bewegt. Nichts gedacht, aber alles\ngefühlt. Es ist ganz schlicht natürlich. Das Herz bricht nicht,\nes tut nur so weh. Es ist nicht das Höchste der Kunst, es steht\naber auf der Höhe der Kunst. Denn aas Gesicht ist sichtbar,\nEs ist nicht das Höchste der Kunst, weil es noch einen Ge-\ndanken voraussetzt. Kunst aber ist ohne jede Voraussetzung,\nKunst ist gegenwärtig, nichts darf voraus sein, wenn Kunst\ngesetzt wird. Nur was das Auge sieht, das Aeußere oder das\nInnere ist sichtbar. Die Jüdin ist nicht zu sehen.\nDie gegenständliche Dichtung ist also dann Kunstwerk,\nwenn das zu Fühlende durch sachliche und logische Gegen-\nständlichkeit sichtbar und begreifbar gemacht wird. Wird\naber das Mittel, das Gegenständliche, mit dem Zweck, dem\nGefühl, für das es Gleichnis ist, in derselben Dichtung ange-\nwandt, so wird der Zweck unvermittelt neben das Mittel ge-\nstellt, das Mittel selbst also zwecklos. Es ist überflüssig weil\nes den Fluß, den Rhythmus, hemmt.\nDie gegenständliche Dichtung ist also mittelbar,\nDie ungegenständliche Dichtung ist unmittelbar.\nJede Dichtung ist aber alogisch. Die Dichtung als Kunst-\nwerk hat nichts mit der Logik zu tun, die aus der Erfahrung\nhergeleitet wird, aus der Erfahrung der Sinne oder aus der\nErfahrung der Tatsachen, Jede Erfahrung entsteht aus der\nWiederholung des Erfahrenen, Aus der Kunst holen wir, was\nunerfahren ist. Deshalb hat der Unerfahrene nicht die Hem-\nmungen bei der Kunst, weil er noch erfahren kann. Nur wer\ndie Erfahrung aufgibt, kann Kunst aufnehmen, denn jede Er-\nfahrung ist nur ein Mittel, nicht ein Zweck,\nDas Gegenständliche in der Dichtung ist stets Gleichnis\nund darf nie Vergleich sein. Der Vergleich hängt von dem\nVergleichenden ab, er ist also persönlich gebunden. Das Gleich-\nnis aber ist unpersönlich und ungebunden. Sichtbar wird es\nnur durch seine innere Bindung, Die Bindung der Kunst ist\naber ihre Bewegung, Der Rhythmus.\nJede Verständigung ist willkürlich. Jede Dichtung unwill-\nkürlich. Oder ist es nicht willkürlich, daß der B sagen muß,\nwer A sagt. Oder ist es nicht willkürlich, daß ein Hauptwort\nein Zeitwort bedingt. Ist das Haupt nicht ohne Zeit, Oder ist\ndie Zeit nicht nur im Haupt, Oder was zwingt das Haupt, eine\nEigenschaft zu haben. Oder was hat das Wort mit dem Ge-\nschlecht zu tun. Oder warum sieht man für ein Neutrum an,\nwas man nicht deklinieren kann, Oder ist es nicht Willkür,\nwenn man die Sonne in Deutschland für eine Dame und in\nFrankreich für einen Herrn hält. Oder warum sind Zeitwörter\nmanchmal regelmäßig und manchmal unregelmäßig, Oder\nwarum ist keine Regel ohne Ausnahme, aber jede Ausnahme\nohne Regel. Diese Grammatik ist so regellos, weil ihre Regeln\nWillkür sind. Gewollt aus der Erfahrung. Wiederholungen.\nKunst kann die Grammatik verwenden, wenn ihre Regeln\ndurch die Kunst ihre Bestätigung finden, Kunst ist aber keine\nGrammatik. Und noch weniger ist Grammatik Kunst. Warum\nsoll nur der Satz zu begreifen sein und nicht das Wort. Da\ndoch der Satz erst das Begriffliche des Wortes ist. Nur die\nWörter greifen den Satz zusammen.\nWenn das einzelne Wort so steht, daß es unmittelbar zu\nfassen ist, so braucht man eben nicht viele Worte zu machen,\nMan darf es dann sogar nicht, weil man sonst das Wort um-\nstellt, unsichtbar macht. Die Kunst aber ist es, das sichtbare\nWort sichtbar oder wieder sichtbar zu machen. Welchem\nKünstler ist es je eingefallen, ein Gebäude aus edlen Steinen\nzu bemalen. Man bemalt, um edle Steine vorzutäuschen. Und\ndoch ist jeder Stein edel, wenn er Stein ist. Und jedes Wort\nist edel, wenn es Wort ist. Und diese Dichter bemalen diese\nedlen Wörter, oder sie stimmen sie nach ihren Verstimmungen\nab. Dem einen paßt die Liebe, dem andern paßt sie nicht,\ndem einen paßt die Sonne, dem andern paßt der Regen, Und\nalle diese endlichen Verstimmungen werden als unendliche\nStimmungen vorgesagt und eingeredet. Was geht das Wort\ndie Stimmung an. Was geht das Wort die Persönlichkeit an,\nDie Persönlichkeit bedient sich des Wortes. Das Wort wehrt\nsich, indem es der Persönlichkeit nicht dient. Das Wort herrscht\ndas Wort beherrscht die Dichter. Und weil die Dichter herr-\nschen wellen, machen sie gleich einen Satz über das Wort\nhinweg. Aber das Wort herrscht. Das Wort zerreißt den Satz,\nund die Dichtung ist Stückwerk. Nur Wörter binden. Sätze\nsind stets aufgelesen.\nDie Sätze werden in Absätze aufgeteilt und der Rhythmus\nist fertig. Nur ist es kein Rhythmus; denn diese Verse sind\nwillkürlich. Der Dichter mißt sie und bricht sie ab wie es ihm\npaßt. Er macht die Zeilen gleich. Und der Versfuß hinkt. Man\nkann eben nichts Wesentliches gestalten, wenn man nur\nmit Füßen arbeitet und den Versen wohl gezählt auf die Füße\ntritt. Man kann den Fuß nicht stellen, wenn man sich bewegt\nKunst aber ist Bewegung, Rhythmus,\nJedes Wort hat seine Bewegung in sich, Es wird durch\ndie Bewegung sichtbar. Die einzelnen Wörter werden nur\ndi irch ihre Bewegung zueinander, aufeinander, nacheinander\ngebunden. Nichts steht, was sich nicht bewegt. Kreist doch\nselbst die Erde. Kreist doch die Welt, Das ist die innere Sicht-\nbarkeit, Die ungegenständliche Dichtung.\nAuch die innere Sichtbareitist sinnlich sichtbar. Auch sie\nhat eine Oberfläche, die man fassen, also fühlen kann. Aber\nsie bewegt sich unter dem Stehenden, Sie steht, wenn man\nnicht verstehen will, Sie greift, wenn man sich nicht vergreift,.\nDenn nicht der die das Mensch greift die Kunst, Kirnst greif!\nüber Menschheit hinaus, ballt Menschheit zusammen.\nKunst kreist die Menschhheit in ihrem All.\nAus dem Buch Expressionismus / Die Kunstwende / Herausgegeben von\nHerwarth Waiden / Erscheinen am 1. September 1918\n\nMeF warth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-08-15-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-08-15_01#c004", "volume": "bmtnabg_1918-08-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "68", "page_fin": "68", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.2.4", "titre_corps": "Bruder", "titre_sommaire": "Bruder", "signature_source": "Lothar Schreyer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "68", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2523, "texte": "Bruder\nLothar Schreyer\nMir ist der Bruder geboren\nMir In Aus Mir\nWeh singen die Tiere des Himmels\nGlut fährt der Stern die Nacht\nMutter Welt\nBlut gießt das Kind\nDir knie ich nicht\nLächelt die Liebe\nMir träumt kein Tag\nHart\nSchuldige Unschuld lacht\nHüllen die Windeln schmutzig die nackte Frucht\nAuge\nKind\nAus den Menschen\nUeber Menschen\nMitmensch\nFlucht\nDir nach\nNeben Mir\nMord um Mord\nWachsen\nWachsen\nDein Wort\nSpielen Leiden meine Tat\nLeide unter Mir\nSteht der Bogen in den Himmel\nKeiner greift Dein Glänzen\nLeuchte Du Mir Brand\nOhne Vater ohne Mutter\nAlles Wir\nWerden\nWerden\nTauben kreisen um den Adler\nErde steigt zur Sonne\nSelii) badest Du Dein Herz\nIch Blut\nSelig schenkt Dein Herz\nDich Dich\nNehme Ich Dir\nMir Mir\nLeben Mein\nLustgetragen\nLeidgetragen\nDu nimmst meine Sünde auf Dich\nIch gebe Dir Sünde\nMir dankst Du die Reine\nSchuldbeladener Ich\nIch habe die Ehe gebrochen\nMir breitet die Frau das Haar\nMir ist die Liebe gebrochen\nWeit fährt mein Schmerz\nMit leidet kein Mensch\nFluch\nIch klage an\nFeind\nMilde\nHaß\nAuge um Auge\nScham um Scham\nDu tötest den Mjenschen\nIch bäre den Menschen\nSterne zerstürmen meinen Leib\nIch bin das Meer\nDu böses Land\nUeber Dich nieder\nBlume\nGeschlecht\nHeulen Heulen Heulen\nDu wandelst im Sturm über Mich\nDu wandelst den Sturm ~ «\nBlühende Füße\nHerz ' ■\nDir bricht das Meer\nBärende sterben Geboren\nDir wachen die Toten auf\nMeie. Kind\nSchauernd zucken Lippen Leiden\nMein Lachen\nWieder\nSpiele täuschen Traum und Wachen\nSommer\nMutter unser\nSchmerzen\nGehen Fernen Weiten Fernen\nViele' Kinder künden Welten\nStreuen Sterne in die Welten\nIrren Sterne\nFallen Sterne\nWeinen Augen\nFüllen Meere\nLeere Menschen\nLeere Leere\nMir ist das Kind gestorben\nMich weckst Du nicht\nMir bin Ich wach\nUnd rufst Du alle Kinder der Welt\nMann\nKampf\nTanze Du\nJungfrauen tanzen Dir zu\nBräutigam - *\nEselin die Dich trägt\nMich trägt das fleischerne Weib\nLobsingen die Mädchen die Knabenlust\nFrieden Frieden\nHimmel zünden Deine Augen\nOeffnen Himmel Herzen\nHerzen Staub im Staub\nSchreit das Tier zur Sonne\nDir Dir Dir\nEssen wir Leichen\nLämmer geschlachtet\nUns zerreißen wir jauchzend\nTrinke\nDies ist Dein Blut\nMir bist Du vergossen\nDich trinke ich leer\nTod beißt mein Kuß\nKrieg\nKrieg\nKrieg\nKrieg\nIch bin die Kraft\nHoch klafft die Erde Turm der Mütter\nIch\nDein Kreuz\nLächelst Du in Schächern die Versöhnung\nQuer fällt Dein Kreuz in Erdenstern\nAufsteht Dein Glühen hell zum Tag\nLeer ist das Grab\nMenschheit zerfleischt\nIch Flammenfleisch\nSieg\nFahr in den Himmel\nDu bist kein Mensch\nWir sind das Kreuz r '\nLiebe\nToter Bruder"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-08-15-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-08-15_01#c005", "volume": "bmtnabg_1918-08-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "69", "page_fin": "69", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.2.5", "titre_corps": "Johannes Molzahn: Zeichnung", "titre_sommaire": "Johannes Molzahn: Zeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "69", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 27, "texte": "Johannes Molzahn: Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-08-15-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-08-15_01#c006", "volume": "bmtnabg_1918-08-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "70", "page_fin": "70", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.2.6", "titre_corps": "Die Sappe", "titre_sommaire": "Die Sappe", "signature_source": "Kurl Heynicke", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "70", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2282, "texte": "Die Sappe\nKurl Heynicke\nIch bin müde in den Tod. Meine Augen sind Tore, geöffnet\nunendlichem Anblick grausamer Leiden, Meine Gedanken\nhängen fiebernd an der Vernunft- Mein Gewehr klebt an\nmeinem Willen, letzter Anker vor der Sturzwelle.\nIch bin an der Reihe. Die Zeit zeigt meinen Namen. Ueber\nmir wandert der Himmel um die Erde. Ueber uns ist der ewige\nGott, Ich bin der Mensch.\nDie Nacht schläft fast. Alle Minute atmet eine kurze\nGranate, springt auf, ein Frosch, klatscht in den Schlamm.\nSappenposten ist zusammengebissene Lippe, ist brennendes\nAuge, kriechende Angst. Die Sappe ist zusammengeschossene\nErdschlange, blind, tot.\nSchlamm ist rings Erde, Schlamm zerrt mit gelben Fingern\nan den Beinen, kriecht bis zu den Hüften, Muskeln kämpfen,\nAugen stechen durch die Nacht. Nerven zucken an den Spreng-\nstücken. Ich bin der Sappenposten,\nWasser ist mein Stuhl. Meine Zähne schmecken Lehm.\nSüße Luft sinkt in die Lunge. Ich zertrete mich. Ich stiere\nspitze Blicke in die Nacht. Ich bin die Nacht.\nEs kriecht. Gestaltlos Dunkel fällt mich an! Wird Laut]\nStöhnen.\nEin Kind schreit. Mein Verstand lächelt. Nein. Ein Kind\nzwischen den Heeren,\nDas ist das Kind der Millionen Väter. Mein Ohr fiebert.\nEin Mensch schreit seine Qual über das Schlacht-Feld. Alle.\nDie Heere. Ein Mensch schreit Hilfe. Schlamm zerrt einen\nMenschen in die Erde, Tausend Saugfinger zerren Jugend in\nden Tod,\nLeuchtkugeln fliegen überhastig. Dunkel stirbt. Mensch\nversinkt. Feind versinkt. Feind? Ein Mensch! Der Mensch,\nIch bin Soldat, Helfe ich, bin ich tot. Ich wachse an mein\nSappenloch. Nein! Sterben ist süß! Ich will auch versinken!\nMeine Mutter! Er hat Kinder. Wer?\nEr schreit noch. Rettungslos. Hilfe ist Tod. Ich bin\nSoldat. Ich stehe vor meiner Brüder Schlaf, Ich liege vor\nmeiner Mutter Haus. Ich schütze meiner Liebsten Reinheit,\nDie Stunde hüpft. Er versinkt. Die Leuchtkugel sirrt.\nNoch die Schultern heraus. Stirb leicht, Kamerad! Ich bin\nSoldat.\nLehm schmeckt bitter. Lehm an der Kehle, Kalte Faust\nEs wird furchtbar sein. Er schreit noch. Ich bin ein Mensch.\nMein Gewehr hat die Menschen lieb.\nKalt sein! Kalt sein. Kerl! Soldat! Jetzt hat er den Lehm\nam Hals. Mein Herz ist Eis, Ich tus! Ich — ich schieße,\nschieße, schieße.\nGott sei gnädig.\nSchlafe wohl.\nKamerad,\nMensch,\nMensch im Sumpf,"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-08-15-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-08-15_01#c007", "volume": "bmtnabg_1918-08-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "70", "page_fin": "72", "image_debut": 6, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.2.7", "titre_corps": "Liebesgedichte", "titre_sommaire": "Liebesgedichte", "signature_source": "Adolf Allwohn", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "70", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.6", "debut_caractere": 2284, "fin_caractere_exclue": 3431, "texte": "Liebesgedichte\nAdolf Allwohn\n\nSehnen\nMatt ist der Tag\nErdrückt ist schwer\nWange bleit\nBangt das Meer\ntiefen\nEinsam Hände\nSchwült der Tag,\nFiebert Rot,\ni\nSchwelt graue Wand.\nSchwellt reiß« Brust,\nKlammt knirsches Weh.\nWeh!\nKlirr!\nKlangt\nGlockt\nKlagt.\nSehnt!\nSehrt\nSiecht\nSeet.\nWühlt!\nWeint\nWürgt\nWeht.\nEin Strecken sank in matte Nacht.\nAuferstehen\nGestorbener Tag\nSchwarzer Glast\nWolken sind kalt\nAlt sind die Bäume\nAeste verblassen\nVerinnert ein Kahlen\nWurzeln vergelben\nVerschweri ein Friede\nSchwarz und Silber,\nEs pocht an ein Grab.\nBlühe\nBlüte\nLichte\nLiebe\nJenseits\nTodsei is\nFerne.\nTannt Ueberleuchten.\nAuferstehn zu Kapellenblau und Mariengold-\nKniet ein Herz\nKalten Steine\nLeist in sich,\nStern\nZv/ei goldene Bahnen\nStirbt Nacht\nFerne überstarrt\nSchwarzglänzende Welt,\nStumm steilt Geschick.\nDemut dunkelt ein Beugen,\nLastet\nBerg\nWelt\nSchwer,\nBiegend entbäumt.\nKnieend enträumt.\nTief.\nStern.\nSelig übergnadet.\nLicht ist Verheißung.\nGeschick ist schwarz,\nGeschick ist licht.\nGesegnet Glanz,\nUeberbogen Schein.\nGeseligt hoch.\nUeberhelltes Dunkel.\nEinheit-Erfüllung.\nZwei goldene Bahnen\nSteigt Geschick\nBlind überspiegelt\nSternglänzender Schein."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "72", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2039, "texte": "Hochzeit\nGlitzernde Abend-Märchen\nBlauende Grund-Tiefen\nSchmilgende Nächte-Röten.\nWir.\nGehoben,\nBleichen die Wellen\nStrüppen die Nebel\nZagen die Bäume\nDunkelt das Dunkel.\nWjir steigen,\nBlondes Singen steigt\nGolden Licht\nUeberspiegelte Nächte\nReigen der letzten verewigten Sterne.\nLichtes Beten steigt\nSelig Eins\nUmschlungene Kreise\nLeuchten des Himmels letztes Ueberkronen.\n*\nSchimmerndes Schwimmen in schwingenden Morgenröten.\nWir umfluten uns.\nHoch,\nEins\nEntrückt,\nJacht das Schauen.\nBlindet das Schlürfen.\nVerbäumt Kinn.\nZuckt in sich.\nKlammt Mund.\nSprengt tief.\nTraumtrunken.\nNacktrunken.\nStumm,\nSturm,\nZittern tastet in seligen Schimmerungen.\nBeben wittert in lichtigen Innerungen.\nKniet ein Entbäumen.\nStirbt ein Entjauchzen.\nVerschlingt schlank.\nVerzuckt zack.\nVerknirscht Knie,\nVerschlingen Verzücken Verknirschen.\nKrallt ein einziges Weh,\nQuirlt ein seliges Stöhnen.\nSprudelt ein hirres Krämpfen.\nWiegt wild eine einzige Faust.\nSpringt.\nEins,\nHoch,\nTief.\nErschlagen in Schluchten.\nSenkendes Sinken in riechende Seen,\nWellende Winde in wehenden Wänden.\nLind ist die Hand.\nMild ist der Kuß.\nVerrungen die Stirn.\nGott.\nFeier\nFeier der Gluten in roten Räumen.\nDüfte umfangen.\nInnen verlichtet.\nWir nicht wir.\nGott\nIrgend\nTief.\nBlaue Feier der Sterneblüten.\nBerge steigen.\nNachte veropfert, v\nIch nicht ich.\nDu nicht du.\nGott.\nHoch.\nEwig\nSchwarze Steilen einsamen uns.\nZwei Stirnen hinterbergiger Welten.\nVorletzter Tag.\nSpät ist die Welt.\nAhnen ist schwer,\nSinken.\nEin Kloster fällt.\nDunkelt das Blau.\nTieft gründiger Schoß.\n■y-\nBlüht\nTieft auf\nLeuchtet leis\nSchimmern Wellen dunklen Gestades,\nRauscht Innen\nUrleben\nTief.\nHeimlich läutet Stille unter Welten,\nUnter Schalen blüht Tannenahnen.\nGlitzert die Weihnacht,\nBlüht\nHöht über\nBlaßt leuchtig\nBlinden Himmel leise Feuer.\nSchwebt Ferne\nEwigkeit\nHoch.\nVerhimmelt ringen Wolken über Welten,\nlieber Himmeln blüht Lichterlösung.\nSeiigt der Anbruch.\n*\nZerfallen verfällt.\nAuflösung erlöst.\nHände flocken weit dem Kommen.\nGluten tief hoch.\nWelt Zeit Raum tot.\nDas Eine.\nWir.\nLiebe.\nEwig."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-08-15-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-08-15_01#c008", "volume": "bmtnabg_1918-08-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "71", "page_fin": "71", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.2.8", "titre_corps": "Johannes Molzahn: Zeichnung", "titre_sommaire": "Johannes Molzahn: Zeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "71", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 27, "texte": "Johannes Molzahn: Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-08-15-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-08-15_01#c009", "volume": "bmtnabg_1918-08-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "72", "page_fin": "74", "image_debut": 8, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.2.9", "titre_corps": "Roter Tanz Kreuz Bären Ich", "titre_sommaire": "Roter Tanz Kreuz Bären Ich", "signature_source": "Kurt Liebmann", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "72", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.8", "debut_caractere": 2041, "fin_caractere_exclue": 2263, "texte": "Roter Tanz Kreuz Bären Ich\nKurt Liebmann\nQualfetzschrei\n*\npalmauf\nspiralend ästelnd\nwürgt Röchel platzender Himmel\nSplitternd überwölbt\nund\nstellt\nzerrasselt Sterne Sterne Sterne\nfetzt zerfetzt\nund hetzt\nzerwirrt 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gedunsen\nAuf Huschkatzen flitzen tatzen kratzen lallende Greise irre\nLüfte\nhetzauf\nplatzen zerstieben glimmende Flocken, * .\nGebete glocken türme Hälse\nWplken bären gläserne Kühe\ngrün und blau und rot und golden\nSchleimende Fingerkäfer perlen irrflimmerndem Komet weich-\nweiße Kinderköpfe\nHirnlampions flackend in geigem Mondsaal.\nFenstern entklirren schreie Beine\nAugenvögel entflattern\nwiehern Münder\nZähne grellen\nplätschern Hirne \" 1\nSeelchen tänzeln\nrennen gurgeln heulen purzeln\nwellenden Marktplatz\nbogen bahnen\nsteilend wehende Kopffackeln\nüber Leichen Leichen haschen sich gehrende Weiberschöße\nBrüste speien blasende Milchbogen\nIrre meckern\ntasten Schenkel\nAffen klammern glüpende Ampeln\nSchädeln entdrehen sich domende Palmarme\nStahlende Türme jähen in Haargestrüpp kochende Sonnen\nzuckender Weiberhüften\nschneiden Wimmerfrucht\nGlaskinderköpfe purpurn in ästigen Eingeweiden\nzirpend\nVierbeine Kröten\nBlut und Dreck und Kot\nStahlstrahlende Pferde hufen ranke Wolkenwiesen\nArme Arme zerren sternende Kugeln\nKugeln zischen kieselnde Kreise\nUm Flattertürme bogen zwitschernde D-Züge\nAutos überkugeln\nTuten Bersten Wiehern\nWimpelnde Hähne wirren Plätscherlüfte\nFische grünen jWellen\ntucken auf\nund\nrieseln Strahlen\nWälder harfen Silberfälle blutender Monde -\nKnochenfontänen spritzen klaffende Erdschöße\nleichenglimmüberlichtet.\nMusiken\nTiefen schlucken Trichter\nsaugen\nschmalzen\nschnappendes Tiefmaul kehlt Wirrnis tanzender Stadt\nIch splittre durch meersummende Glaswände\nKopf kullert voraus\nDu fernst Du blumst\nDu\nMeine Lippen seilen südsüße Augenschalen\nAsche mit\nenthirne mich\nSchlaf Tod - ~ .\nDu kriechst rundum glimmernde Stahlschüssel\nDrin tropft mein Kopf\nzerlallt zerhaucht\nDu kriechst rundum,\nAus herbstendem Bauchwald klingt dorrende Brustfrucht\nZerre Hände rascheln Knisterhaarlaub\nOh Du!\nentweiht\nentlenzt\nAbgründe klappen auf\nDu kriechst schleppst\nwürgst\nund spritze Schreie spitzen auf\nFlammenkränze krönen gilbendes Haar\nHaut glast\nDu wächst entwächst\nzerklumpst\nStrahlspeere züngelt wimmernder Glasleib\nSeelenlohe sticht flammauf\nzerfrißt\nreißt zuck empor\nich schnelle durch klappende Armtänze\nfallende Leiber Leiber\nbündelnde Brüste\nZappelbeine\nMann und Weib verbissen kochend\nimmer\nstürzend\nblutfontänende Berge\nSterne Sterne\nüberkippende Städte\nSeelenlohe armt tanzenden Raum\nreißt empor\nspießt schlägt\nArme zerren sich breit\nDonner Donner\nIch steile steile\noben unten\nbiege knirsche krümme mich\nsternarm gekreuzigt\nan drehende Sternräder\nBlut zischt Tiefen Höhen\nFlammen Speeren hüpfendes Fleisch\nGrünwolken krallen Schweißhaar kochender Schädeldecke\nschleimen Geiferzungen um lechzenden Hals\nDurst Durst\nDu! Wo Du\nAus Leeren rasen klingende Welten\nIn brodelndem Grund\nbohrt\nlohflackende Erde\nImmer immer\nLeiber stürzen\nTiere Städte\nMeere gischen vorbei.\nMein Kopf platzt."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "74", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 590, "texte": "Arme bersten\nBauch quillt\nBeine schlängeln zischende Schlangen\nGelächter\nEwigkeiten\nHasse Fluchbröckel poltern\nGlocken Glocken\nStrahlenseele stahlt strahlfachenden Kranz\nAus Höhen purpurt Blutbauch\nDu\nWolken reißen knatternd\nBlutbauch Du baucht krümmendes Kreuz\nTeufel hassen fressende Brände\nGlocken Glocken\nIch seele Dich\nBlutbauch wölbt und fleischt mich ein\nDu\nUmrauscht von Blutfällen Zischadern\nschlafe ich\nin blitzender Bauchgrotte\nentmenscht\nam Fuß Deines Herzbaums\nrauschend\nwieger Sang\nSterntanz vorbei gläserner Bauchwand\nwiege wiege\nQualfetzschrei entblättert\nsteint\nDu Wir\nIch."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-08-15-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-08-15_01#c010", "volume": "bmtnabg_1918-08-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "74", "page_fin": "74", "image_debut": 10, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.2.10", "titre_corps": "Chorus mysticus", "titre_sommaire": "Chorus mysticus", "signature_source": "Mynona", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 10, "page_imprimee": "74", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.10", "debut_caractere": 592, "fin_caractere_exclue": 6317, "texte": "Chorus mysticus\nMynona\nVierzig Männer, darunter ruchlose Grübler, asthmatisch\nLächelnde, melancholische Tänzer, tiefsinnige Betrüger, geile\nWeisheitsverächter, charakterlose Greise, häßliche Jünglinge,\nfestliche Zuhälternaturen, dicke Dialektiker, magere Sonnen-\nanbeter und kranke Affen — gingen die Straße entlang und\nschoben Alle ihre Schatten vor sich her. Diese vierzig Männer\natmeten, wie Leute, sie waren nicht uniformiert, sie trugen sich,\nwie es einem Jeden von ihnen paßte. Man sah sie des Weges\ngehen und merkte wohl, sie gehörten zusammen. Sollte es\nwohl einen Verein bedeuten? Sie trotteten wie ein Rudel, wo-\nbei keiner den Anderen ansah oder ansprach, Da sie aber\nrecht gesittet einherschritten, wohlanständig Platz machten,\nnicht einmal Stöcke trugen und im allgemeinen freundlich,\nwenn auch verschlossen dreinschauten, wunderte man sich\nwohl, ja einige junge Damen lächelten flüchtig; aber man ließ\nsie ruhig passieren; sogar die Schulkinder verhielten sich artig,\nNur ein paar joviale Herren in schönen blauen Tuchanzügen\nmit silbernen Knöpfen, Metallspitzen auf den Schädeln, schienen\nnervös zu werden und begannen, die vierzig Männer sanft zu\nbegleiten. Die vierzig begaben sich in ein Warenhaus, sie um-\nstellten einen Verkaufstisch, an dem es kleine sattgelbe Kuchen\ngab, und sie verzehrten jeder einen Kuchen.\nAls man sie so im Geviert herumstehend kauen und dazu\ngleichmäßig schweigsame Gesichter machen sah, verbreitete\nsich eine milde Heiterkeit, welche sogar auf die sonst so würde-\nvollen Blauröcke überging. Sie aber kauten ihre Kuchen zu\nEnde und kauften sich an einem anderen Lager vierzig Paar\nHandschuhe, welche sie sorgsam anprobierten; es ging dabei ein\nheiteres Raunen um sie herum, worauf sie aber nicht achteten,\nSämtlich weiß behandschuht, begaben sie sich wieder auf die\nStraße und wandelten stumm unter den anderen Menschen\ndahin. Vielleicht waren es Musiker? Doch wo waren ihre\nInstrumente? Oder ein Kegelklub? Die Blauen wurden auch\nnicht klug daraus. Auf dem Platz vor dem großen Warenhaus\ndrehte ein beinloser Mensch seinen Leierkasten, Die Vierzig\naber standen wie auf ein geheimes Kommando still; sie um-\nringten den Spieler lautlos, Tränen schienen in ihre achtzig\nAugen zu treten. Ihre vierzig Paar weiß behandschuhten Hände\nzogen vierzig Geldbeutel aus den Hosentaschen, und sie reichten,\nvorbeidefilierend, jeder dem erbärmlichen Manne mit edel\nstilisierter Geste eine Münze. Der Mann erhob sich, sofort aitl\nseinen Krücken; er öffnete den Mund sehr weit und blickte\nseine Wohltäter gerührt und aufmerksam an; er schaute ihnen\nnoch lange nach und orgelte dann:\nFreude! Schöner Götterfunken!\nDas Publikum indessen war nicht wenig ergriffen. Die\nBläulichen gaben in ihrer Haltung nach. Allerdings nur, um\nsofort wieder ihre straffste anzunehmen — denn Seine Majestät\nfuhr in einer Kalesche vorüber. Die Vierzig winkten mit kleinen\nFähnchen, welche sie von hinten her aus ihren Gehröcken her-\nausholten; sie standen förmlich Spalier. Majestät nickte\nlächelnd. Alsbald aber ging ein blaues Auge des Gesetzes aul\ndie vierzig Männer zu: Meine Herren, Ihre Legitimationen! Jetzt\ngeschah etwas, worüber das Publikum außer sich geriet. Es\nstellte sich nämlich heraus, daß jeder der Herren „Fritz Müller'\nhieß (Fritze Müller aus Zürich war zufällig nicht darunter). Der\nBlaue argwöhnte schon Fopperei; aber alle Papiere stimmten;\ner mußte sich höflich entfernen. Ich rate Ihnen, wenn Sie\nkeinen Auflauf verursachen wollen, sich zu zerstreuen. Es sind\njetzt schwere Zeiten, Er erhielt vierzig Zigarren für diesen Rat.\nwelcher auf der Stelle befolgt wurde. Dort war nämlich eine\nDroschkenhaltestelle. In acht Droschken stiegen je vier Mann,\nauf die Böcke neben dem Kutscher je einer. Sie fuhren los,\nund das Publikum hatte das lustigste Nachsehen. — Es war\nalso ein Verein von vierzig genauen Namensvettern? Nein! Er-\ninnern Sie sich, daß es am Orte eine bedeutende Herren-Kon-\nfektion gibt? Ein Riesenhaus. In den gigantischen Schaufenstern\nstehen gegen vier Dutzend hölzerne Gentlemen in allerlei\nexquisiten Kavalier-Anzügen. In der Nacht darauf befanden\nsich alle vierzig Müllers eifrig beschäftigt, in den Garderoben\ndieser Firma. Sie kleideten sich anständig und sorgfältig ein\nund zwar in tiefer Dunkelheit. Man sparte des Krieges vsegefi\ndie Nachtbeleuchtung. Die Herren wollten soeben ihren Heim-\nweg durch ein verstecktes Kellerfenster antreten — da wurde\nder Wächter mißtrauisch. Sie hörten, wie er aufschloß und\nhatten keine Zeit mehr, das Weite zu suchen. Arme Müllers!\nSie stolperten durcheinander, und der Wächter hörte den\nLärm und telephonierte um Hilfe nach dem Polizei-Revier. Es\nerschienen drei Schutzleute mit Revolvern. Man drang ein, der\nWächter knipste überall das Licht an, allein man fand nichts\nHa'm Se woll geträumt, meinten die Polizisten. Während diesei\nZeit aber standen die vierzig Müllers als Unfreiwillige starr in\nden Schaufenstern. Es dauerte eine kleine Stunde, bevor\n' •. r\nMüller der 27, sagen konnte: Rührt Euch! Sie gingen dann fein-\ngekleidet nach Haus. Der Wächter wurde entlassen; er ist\nnoch heute halb wahnsinnig, und die Schutzleute halten i h n\nfür den Dieb. (Die Augen des Gesetzes sind meistens nur seine\nHühneraugen). — Die Spezialität der Müllers sind solche\n.. . Gruppen-Verbrechen. Es ist eine schlaue Bande! Am\nTage mimen sie möglichst öffentlich, wie dargetan, Harmlosig-\nkeit, um nachts desto verruchtere Streiche zu begehen, Daher\nist es ein gutes Werk, hier darauf aufmerksam zu machen,\nAchten Sie nur ja auf vierzig anscheinend gute Leute! Lassen Sie\nsich doch nicht durch deren Komik entwaffnen. Es sind wirk-\nliche Gauner! Sie heißen alle Fritz Müller; sie scheinen so\ndrollig — es sind Hallunken und hier endlich am Pranger."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-08-15-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-08-15_01#c011", "volume": "bmtnabg_1918-08-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "75", "page_fin": "75", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "75", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.11", "debut_caractere": 164, "fin_caractere_exclue": 738, "texte": "Verlag Der Sturm\nBerlin W 9 Pol&damer StraOe 134 a\nFernruf Ami Liitzow 4443\nMonatsschrift Der Sturm\nErscheint am iftnfzeknton jedts Mosiats\nDatserbezug\nGewohnliche Avegabe: Fur Deutsch-\nl a n d und Oesterreich-Ungarn:\nEm Jahr 6 Mark / Ein Halbjahr 3 Mark /\nEinzeiheft 1 Mark / Fur das Ausland;\nEin Jahr 8 Mark / Ein Halbjahr 4 Mark /\nEinzelheft 1 Mark 50 Pfennig\nSolder - Ausgabe; Ungebrochene\nEiemplare, V er send u n g in R o 1-\n1 en d i r e k t d u r c h die Po s t / F ii r\nD eutschland und Oesterreicli-\nL n gam; Ein Jahr 12 Mark / Fur das\nA. u sland ; Ein Jahr 14 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-08-15-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-08-15_01#c012", "volume": "bmtnabg_1918-08-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "75", "page_fin": "75", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "75", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.11", "debut_caractere": 740, "fin_caractere_exclue": 1163, "texte": "P r e i s e clcr friiheren Jahrgange\nVollstSndlge Ansgab\n1.\nJahrgang\nJahrgang\nJahrgang\nJahrgang\nJahrgang\n6, Jahrgang\n7, Jahrgang\n8, Jahr£anu\n-5)\nv.-' •\n■i\n4.\n5.\n1910/11\n1911/12\n1913/14\n1914/15\n1915/16\nQewohnliche\nA lis gab e:\n30 Mark\n30 Mar1:\nSondcr-\nausgabe:\n20 Mark\n20 Mark\n20 Mark\n30 Mark\n40 Mark\n40 Mark\n30 Mark\n30 Mark\n30 Mark\n40 Mark\n1916/17\n1917/18\nEinzelhefte, soweit vorhanden, erster bis\nachter Jahrgang je 1 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-08-15-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-08-15_01#c013", "volume": "bmtnabg_1918-08-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "75", "page_fin": "75", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "75", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.11", "debut_caractere": 1165, "fin_caractere_exclue": 2139, "texte": "Biicher atis dem Veriag Dsr Sturm\nPeter Baum\nSchutzengrabenverse\n®ebunden 3 Mark\nFrasis Richard Behrens\nBlutblute Gedichte\ni\nf!«heft«t 3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig\nHermann Essig\nD e r F r a u e n m u t / Lustspiel\nfj b 8 r t e u f e 1 / Tragodie\nI h r stilles GHick / Drama\nE i n Taubenschlag / Lustspiel\nNapoleons Aufstieg / Tragodie\nD e r Wetterfrosc h / Erzahlung\nJed\"5 Buch 2 Mark 50 Pfeuirg / Gebunden 4 Mark\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte\nfteheftct 3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig:\nAdo!! 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August Strarnm\nII. Herwarth Walde\nIII. van ffeemskerck\nIV. Kandinsky\nV. Rudolf Bliimn©r\nVI. Campendonk\nVII. Peter Baum\nVIII. Hermann Essig\nIX. Oskar Kokoschka\nX. Adolf Knoblamk\nXI. Paul Klea\nXII. Gabriele MSnUr\nXIII. Rudolf Bauer\nXIV. Nell Waldtn\nXV. Mynona\nXVI. Kurt Heynick*\nXVIII. William Wauer\nXX. 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September\nMiinchen: 15, Juni bis 30, September\nSturm-Ausstellung / Kunsthaus Das Rcich\nStettin / August\nSturm-AussteHung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-08-15-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-08-15_01#c022", "volume": "bmtnabg_1918-08-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "76", "page_fin": "76", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.2.22", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "76", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.12", "debut_caractere": 476, "fin_caractere_exclue": 1415, "texte": "DER STURM\nvertritt iolgende Kiinstler ausschlieBIich\nund veriiigt fiber ihrc Werke (Gemalde /\nGraphik / Holzschnitte / Handdrucke) zum\nVerkaui und zu Ausstellungen in der gan-\nzen Welt:\nRudoli Bauer / Campendonk / Marc Cha-\ngall I Jacoba van Heemskerck / Kandinsky I\nGeorg Muche / Fritz Stuckenberg / William\nWauer / Nell Walden\nDER STURM\nvertritt fur Deutschland lolgende Kiinstler\nund verfugt iiber ilire Werkc zum Verkaui\nend liir Ausstellungen:\nGosta Adrian-Nilsson / Alexander Archi-\npenko I Fritz Baumann / Vincenc Benes /\nUmberto Boccioni / Carlo D, Carra / Max\nErnst I Lyonel Feininger / Emil Filla /\nAlbert Gleizes / Otto Gutireund / Oswald\nHerzog / Sigrid Hjerten-Griinewald / Isaac\nGrime wald / Johannes Itten / Alexei von\nJawlensky / Paul Klee / Oskar Kokoschka\nI Otakar Kubin / Feraand Leger / Franz\nMarc I Gabriele Miinter / Jean Metzinger /\nFrancis Picabia / Gino Severini / Arnold\nTopp I Maria Uhdesi / Marianne von\nWerelkm"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-08-15-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-08-15_01#c023", "volume": "bmtnabg_1918-08-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "76", "page_fin": "76", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "76", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.12", "debut_caractere": 1417, "fin_caractere_exclue": 1920, "texte": "Kunstschule Der Sturm\nLeitung ; Herwarth Walden\nZweites Jahr\nUnterricht und Aasbildung in der\nexpressionistischen Kunst\nBiilme / Schauspielerei / Vortragskunst /\nMalerei / Dichtung / Musik\nLehrer der Kunstschule Der Sturm\nRudolf Bauer\nRudolf Bltimner\nCampendonk\nJacoba van Heexnskerck\nPaul Klee\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nLothar Schreyer\nHerwarth Walden\nSprechsiunden der Leitung der Kunstschule Der\nSturra: Dienstag, Mittwocii, Freitag, Sonnabend\n4—5 I Das Sekretariat ist taglich von 10—6 ge-\nSfhiet"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-08-15-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-08-15_01#c024", "volume": "bmtnabg_1918-08-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "76", "page_fin": "76", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "76", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.12", "debut_caractere": 1922, "fin_caractere_exclue": 2237, "texte": "Sturm-Abende\nVerein fur Kunst / Fiinfzehntes Jahr\nIn dcr Kunstausstellung Der Sturm / Berlin\nJcden Miiiwoch Uhr September bis\nMai\n*\nWiederbeginn der Abende\nMittwoch den 4. 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Paul Klee\n4 Mark 50 Pfennig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-08-15-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-08-15_01#c029", "volume": "bmtnabg_1918-08-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "76", "page_fin": "76", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.2.29", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "76", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.12", "debut_caractere": 4025, "fin_caractere_exclue": 4307, "texte": "Anzeigen werden nicht aufgenommen\nVon alien Holzschnitten der Zeitschriit Der Sturm\nsind signierte und numerierte Handdrucke\nvon den meisten Zeichnungen K unstdr ucke\nkaufiich zu erwerben. Die Originate sind ver-\nkauflich.\nAusiiihrliche Verzeichnissc des Verlags\nDer Sturm kostenlos"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "65", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.1", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT FÜR KULTUR UND DIE KÜNSTE\nRedaktion und Verlag\nBerlin W 9 Potsdamer Straße 134 a\nHerausgeber und Schriftleiter\nHERWARTH WALDEN\nKunstausstellung\nBerlin / Potsdamer Straße 134 a\nNEUNTER JAHRGANG\nBERLIN AUGUST 1918\nFÜNFTES HEFT\n\nInhalt:\nHerwarth Waiden: Das Begriffliche in der Dichtung / Lothar Schreyer: Bruder / Kurt Heynicke: Die Sappe / Adolf Allwohn:\nLiebesgedichte / Kurt Liebmann: Roter Tanz Kreuz Bären Ich / Mynoaa: Chorus Mysticus / Hans Mattfs Teutsch: Holzschnitt / Vom\nStock gedruckt / Johannes Molzahn: Zwei Zeichnungen\n\nHans Mattis Teutsch\nHolzschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "66", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.2", "texte": "Das Begriffliche in der Dichtung\n\nDas Material der Dichtung ist das Wort. Die Form der\nDichtung ist der Rhythmus,\nIn keiner Kunst sind die Elemente so wenig erkannt\nworden, Der Schriftsteller stellt die Schrift, statt das Wort\nzu setzen, Schrift ist die Zusammenstellung der Wörter zu\nBegriffen, Mit diesen Begriffen arbeiten Schriftsteller und\nDichter, Der Begriff aber ist etwas Gewonnenes. Die Kunst\njedoch muß sich jedes Wort neu gewinnen. Man kann kein\nGebäude aus Mauern aufrichten. Stein muß zu Stein gefügt\nwerden. Wort muß zu Wort gefügt werden, wenn ein Wort-\ngebäude entstehen soll, das man Dichtung nennt. Die Sicht-\nbarkeit jeder Kunst ist die Form. Form ist die äußere Ge-\nstaltung der Gesichte als Ausdruck ihres inneren Lebens, Jedes\nGesicht hat seine eigene Form. Nicht zwei Gesichter sind\ngleich, um so weniger zwei Gesichte. Ein Kunstwerk gestalten\nheißt ein Gesicht sichtbar machen. Nicht aber, sich über das\nGesicht zu verständigen. Kein Mensch wirkt auf den andern\ngleich. Wie darf man diese Gleichheit von dem Uebermensch-\nlichen, von dem Unmenschlichen fordern. Nichts darf vom\nKunstwerk gefordert werden, aber das Kunstwerk selbst for-\ndert. Jedes Kunstwerk fordert seinen Ausdruck. Der äußere\nAusdruck ist die innere Geschlossenheit. Die innere\nGeschlossenheit ist die Schönheit des Kunstwerks, Die\ninnere Geschlossenheit wird durch die logischen Be-\nziehungen der Wortkörper und der Wortlinien zuein-\nander geschaffen. Sie sind in den bildenden Künsten räum-\nlich sichtbar, in der Musik und der Dichtkunst zeitlich hörbar\nMan nennt sie Rhythmus. Jede Bewegung entsteht durch Be-\nwegen, nicht durch Bewegtsein. Die Dichter sind gewöhnlich\nbewegt über sich oder über andere oder über anderes, aber\nsie bewegen nicht. Sie sind gerührt aber sie rühren nicht. Sie\nfühlen Gedachtes, statt Fühlendes zu denken. Sie nehmen\nFormen statt Formen zu geben. Der Vergleich wird hingestellt\nstatt daß ein Gleichnis steht, Diese Dichter betrachten statt\nzu schauen. Sie berichten Uebersinnliches unsinnlich, statt\nIJebersinnliches den Sinnen sichtbar zu machen. Aussagen sind\nunkünstlerisch, weil sie nicht zum Glauben zwingen können.\nAussprachen sind unkünstlerisch, weil sie nicht einmal etwas\naussagen. Das künstlerische Verstehen ist keine Verständigung.\nDas künstlerische Verstehen ist das Fühlen. Nur das Fühlen\nist Begreifen. Wir geben uns die Hand und wir fühlen, wir\nwissen das Fühlen, wir geben uns den Mund und wir fühlen,\nwir wissen das Fühlen, Wir brauchen nichts zu sagen. Das\nist das Wissen um die Kunst. Das ist das Wissen der Kunst,\nDie Kunst begreift das Unbegreifliche, nicht aber das Begriff-\nliche.\nKind! Es wäre Dein Verderben,\nUnd ich geb' mir selber Mühe,\nDaß Dein liebes Herz in Liebe\nNimmermehr für mich erglühe,\nHöhne meine sanfte Plage!\nEinmal muß ich doch gestehen\nDaß ich Dich im Traum gesehen\nUnd seitdem im Busen trage.\nIhr verblühet, süße Rosen,\nMeine Liebe trug Euch nicht, ' ~\nBlühtet ach! dem Hoffnungslosen, *\nDem der Gram die Seele bricht.\nDer Rhythmus dieses Gedichtes ist durchaus einheitlich.\nNur ist es kein Rhythmus, Das Einheitliche ist das Metrum,\ndas Maß, Der Rhythmus, die Bewegung ist gemessen, und\nzwar nach der Betonung, Der Ton bestimmt, damit die Stimme\nbetont. Die Stimme betont:\nKind Höhne Ihr\nUnd Einmal Meine\nDaß Daß Blühtet\nNimmermehr Und Dem\nDer Ton bestimmt und der Wille des Dichters offenbart\nsich. Er wird sinnfällig. Schon in der Beschränkung zeigt sich\njeder Meister. Keine wilde maßlose Rhythmik, Alles milde\nmaßvolle Metrik. Geschlossenheit der Form. Jede Zeile be-\nkommt ihre wohlgezählten vier Betonungen zugemessen. Was\nist Wort. Das Wort hat sich nach der Betonung zu richten,\nDafür geben die Wörter auch einen Sinn. Der Dichter begreift\ndas Sinnliche unsinnlich. Und zwar mit Hilfe des Begrifflichen\nEr sagt aus, daß er sich selber Mühe gibt. Das liebe Herz\ndarf nimmermehr in Liebe für ihn erglühen, weil das Kind vor\ndem Verderben geschützt werden muß. Er trägt es deshalb im\nBusen, nachdem er es im Traum gesehen hat. Er konnte es\naber nicht tragen, weshalb ihm der bekannte Gram die Seele\nbricht. Das Gedicht ist ohne weiteres zu verstehen. Es ist\nalso ein Gedicht, Denn es ist logisch. Da der Dichter aber\naussagt, habe ich das Recht, seine Aussagen zu prüfen. Ich\nmöchte es noch dahingestellt sein lassen, ob es für das Kind\nein Verderben wäre. Bei der betonten Sorge wäre es doch\nmöglich, daß er es doch etwa heiraten könnte, wenn er sich\nMühe gäbe und daß auf diese einfache Weise die ganze An-\ngelegenheit tonlos geregelt werden könnte. Oder aber ich\nglaube das Geständnis nicht, daß er das Kind im Traum gesehen\nhat. Wenn Dichten Träumen' heißt, ist jeder Träumer ein\nDichter. Hingegen geht dieser Dichter schon in das Unnatür-\nliche hinüber, wenn er das Kind im Busen trägt. Das Unnatür-\nliche scheint also doch schon auf die Meister einen gewissen\nReiz ausgeübt zu haben. Es ist ebenso natürlich, daß Rosen\nverblühen, wenn man sie in die Liebe pflanzt. Bei dieser Un-\nnatur ist es dem Gram nicht zu verdenken, daß er die Seele\nbricht. Die Wortverfechter meisterlicher Kunst werden um sich\nschlagen. Was ist das Wort. Man darf das Wort eben nicht\nwörtlich nehmen. Ist es nicht ein tieferer Sinn, daß der Gram\ndie Seele bricht oder daß das Herz nimmermehr erglüht. Was\nkann man sich nicht alles unter einer brechenden Seele vor-\nstellen oder unter einem glühenden Herzen, einem nimmer-\nmehr glühenden Herzen, Die Seele ist schon an sich poetisch\nund das Brechen auch, wenn die Seele der leidtragende Teil\nist. Der Beinbruch ist unpoetisch, weil man ihn sehen kann,\nder Seelenbruch poetisch, weil man sich ihn denken muß,\nWas man sich denken kann ist geistig, also künstlerisch. Wer\nkann sich einen Beinbruch denken,\nMan sieht, die Meister kommen ganz gut ohne Wort und\nRhythmus aus. Und wer dieses Gedicht etwa noch nicht für\nein Gedicht gehalten hat, wird sofort seine Haltung wieder-\ngewinnen, wenn ich die Namen der drei aMeister nenne, die ich\ngebeten habe, sich zu einem Gedicht zu vereinigen. Wir danken\ndie erste Strophe Heinrich Heine, die zweite Stefan George und\ndie dritte keinem Geringeren als Johann Wolfgang von Goethe\nSie alle zeigen sich genau auf der gleichen Höhe der Meister-\nschaft. Sie sind zum Verwechseln ähnlich. Meisterschaftsringer\nder deutschen Lyrik, die man durch Nummern unterscheiden\nmüßte, wenn man sie durchaus unterscheiden will. Mit andern\nWorten: Nur das Wort, jedes Wort ist Material der Dichtung\nnicht der Begriff, der das Wort verstellt. Oder: Der Beinbruch\nist sichtbar der Seelenbruch nicht. Und auf die Sichtbarkeit\nkommt es an. Es entsteht kein Bild, wenn Sichtbares mit\nUnsichtbarem verbunden wird. Das Leben des Sichtbaren oder\ndes Unsichtbaren ist der Rhythmus. Nur Bewegung ist Leben\nDie sachliche Aussage sogar wird künstlerisch, sogar ohne die\nsogenannten dichterischen Hilfsmittel, wenn das einzelne Wort\nlebt und die Wörter in ihren Beziehungen zueinander durch\nihren Rhythmus leben.\nEs war eine schöne Jüdin,\nEin wunderschönes Weib.\nSie hat eine schöne Tochter\nIhr Haar war schön geflochten.\nZum Tanz war sie bereit, 1"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "67", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.3", "texte": "Ath Mutter liebste Mutter\nMir tut das Herz so weh\nach laß mich eine Weile\nspazieren auf grüner Heide\nbis daß mir besser wird.\nDie Mutter wandt.den Rücken\nDie Tochter sprang in die Gaß'\nWo alle Schreiber saßen\nAch Schreiber lieber Schreiber\nWas tut mir mein Herz so weh\nWenn Du Dich läßest taufen\nLuisa sollst Du heißen\nMein Weibchen sollst Du sein\nEh ich mich lasse taufen\nLieber will ich mich versaufen /\nins tiefe, tiefe Meer\nGut Nacht mein Vater und Mutter\nwie auch mein stolzer Bruder\nIhr seht mich nimmermehr.\nDie Sonne ist untergegangen\nim tiefen tiefen Meer\nDas ist von Goethe nicht, von Schiller kein Gedicht.\nEs ist ein sogenanntes Volkslied. Veröffentlicht in der Samm-\nlung Des Knaben Wunderhorn, Aber der Dichter ist mehr\nKünstler als dieser Meister, die kaum Dichter, viel weniger also\nnoch Künstler, nämlich Gestalter sind. In diesem Gedicht ist\nnichts bemessen, aber alles bewegt. Nichts gedacht, aber alles\ngefühlt. Es ist ganz schlicht natürlich. Das Herz bricht nicht,\nes tut nur so weh. Es ist nicht das Höchste der Kunst, es steht\naber auf der Höhe der Kunst. Denn aas Gesicht ist sichtbar,\nEs ist nicht das Höchste der Kunst, weil es noch einen Ge-\ndanken voraussetzt. Kunst aber ist ohne jede Voraussetzung,\nKunst ist gegenwärtig, nichts darf voraus sein, wenn Kunst\ngesetzt wird. Nur was das Auge sieht, das Aeußere oder das\nInnere ist sichtbar. Die Jüdin ist nicht zu sehen.\nDie gegenständliche Dichtung ist also dann Kunstwerk,\nwenn das zu Fühlende durch sachliche und logische Gegen-\nständlichkeit sichtbar und begreifbar gemacht wird. Wird\naber das Mittel, das Gegenständliche, mit dem Zweck, dem\nGefühl, für das es Gleichnis ist, in derselben Dichtung ange-\nwandt, so wird der Zweck unvermittelt neben das Mittel ge-\nstellt, das Mittel selbst also zwecklos. Es ist überflüssig weil\nes den Fluß, den Rhythmus, hemmt.\nDie gegenständliche Dichtung ist also mittelbar,\nDie ungegenständliche Dichtung ist unmittelbar.\nJede Dichtung ist aber alogisch. Die Dichtung als Kunst-\nwerk hat nichts mit der Logik zu tun, die aus der Erfahrung\nhergeleitet wird, aus der Erfahrung der Sinne oder aus der\nErfahrung der Tatsachen, Jede Erfahrung entsteht aus der\nWiederholung des Erfahrenen, Aus der Kunst holen wir, was\nunerfahren ist. Deshalb hat der Unerfahrene nicht die Hem-\nmungen bei der Kunst, weil er noch erfahren kann. Nur wer\ndie Erfahrung aufgibt, kann Kunst aufnehmen, denn jede Er-\nfahrung ist nur ein Mittel, nicht ein Zweck,\nDas Gegenständliche in der Dichtung ist stets Gleichnis\nund darf nie Vergleich sein. Der Vergleich hängt von dem\nVergleichenden ab, er ist also persönlich gebunden. Das Gleich-\nnis aber ist unpersönlich und ungebunden. Sichtbar wird es\nnur durch seine innere Bindung, Die Bindung der Kunst ist\naber ihre Bewegung, Der Rhythmus.\nJede Verständigung ist willkürlich. Jede Dichtung unwill-\nkürlich. Oder ist es nicht willkürlich, daß der B sagen muß,\nwer A sagt. Oder ist es nicht willkürlich, daß ein Hauptwort\nein Zeitwort bedingt. Ist das Haupt nicht ohne Zeit, Oder ist\ndie Zeit nicht nur im Haupt, Oder was zwingt das Haupt, eine\nEigenschaft zu haben. Oder was hat das Wort mit dem Ge-\nschlecht zu tun. Oder warum sieht man für ein Neutrum an,\nwas man nicht deklinieren kann, Oder ist es nicht Willkür,\nwenn man die Sonne in Deutschland für eine Dame und in\nFrankreich für einen Herrn hält. Oder warum sind Zeitwörter\nmanchmal regelmäßig und manchmal unregelmäßig, Oder\nwarum ist keine Regel ohne Ausnahme, aber jede Ausnahme\nohne Regel. Diese Grammatik ist so regellos, weil ihre Regeln\nWillkür sind. Gewollt aus der Erfahrung. Wiederholungen.\nKunst kann die Grammatik verwenden, wenn ihre Regeln\ndurch die Kunst ihre Bestätigung finden, Kunst ist aber keine\nGrammatik. Und noch weniger ist Grammatik Kunst. Warum\nsoll nur der Satz zu begreifen sein und nicht das Wort. Da\ndoch der Satz erst das Begriffliche des Wortes ist. Nur die\nWörter greifen den Satz zusammen.\nWenn das einzelne Wort so steht, daß es unmittelbar zu\nfassen ist, so braucht man eben nicht viele Worte zu machen,\nMan darf es dann sogar nicht, weil man sonst das Wort um-\nstellt, unsichtbar macht. Die Kunst aber ist es, das sichtbare\nWort sichtbar oder wieder sichtbar zu machen. Welchem\nKünstler ist es je eingefallen, ein Gebäude aus edlen Steinen\nzu bemalen. Man bemalt, um edle Steine vorzutäuschen. Und\ndoch ist jeder Stein edel, wenn er Stein ist. Und jedes Wort\nist edel, wenn es Wort ist. Und diese Dichter bemalen diese\nedlen Wörter, oder sie stimmen sie nach ihren Verstimmungen\nab. Dem einen paßt die Liebe, dem andern paßt sie nicht,\ndem einen paßt die Sonne, dem andern paßt der Regen, Und\nalle diese endlichen Verstimmungen werden als unendliche\nStimmungen vorgesagt und eingeredet. Was geht das Wort\ndie Stimmung an. Was geht das Wort die Persönlichkeit an,\nDie Persönlichkeit bedient sich des Wortes. Das Wort wehrt\nsich, indem es der Persönlichkeit nicht dient. Das Wort herrscht\ndas Wort beherrscht die Dichter. Und weil die Dichter herr-\nschen wellen, machen sie gleich einen Satz über das Wort\nhinweg. Aber das Wort herrscht. Das Wort zerreißt den Satz,\nund die Dichtung ist Stückwerk. Nur Wörter binden. Sätze\nsind stets aufgelesen.\nDie Sätze werden in Absätze aufgeteilt und der Rhythmus\nist fertig. Nur ist es kein Rhythmus; denn diese Verse sind\nwillkürlich. Der Dichter mißt sie und bricht sie ab wie es ihm\npaßt. Er macht die Zeilen gleich. Und der Versfuß hinkt. Man\nkann eben nichts Wesentliches gestalten, wenn man nur\nmit Füßen arbeitet und den Versen wohl gezählt auf die Füße\ntritt. Man kann den Fuß nicht stellen, wenn man sich bewegt\nKunst aber ist Bewegung, Rhythmus,\nJedes Wort hat seine Bewegung in sich, Es wird durch\ndie Bewegung sichtbar. Die einzelnen Wörter werden nur\ndi irch ihre Bewegung zueinander, aufeinander, nacheinander\ngebunden. Nichts steht, was sich nicht bewegt. Kreist doch\nselbst die Erde. Kreist doch die Welt, Das ist die innere Sicht-\nbarkeit, Die ungegenständliche Dichtung.\nAuch die innere Sichtbareitist sinnlich sichtbar. Auch sie\nhat eine Oberfläche, die man fassen, also fühlen kann. Aber\nsie bewegt sich unter dem Stehenden, Sie steht, wenn man\nnicht verstehen will, Sie greift, wenn man sich nicht vergreift,.\nDenn nicht der die das Mensch greift die Kunst, Kirnst greif!\nüber Menschheit hinaus, ballt Menschheit zusammen.\nKunst kreist die Menschhheit in ihrem All.\nAus dem Buch Expressionismus / Die Kunstwende / Herausgegeben von\nHerwarth Waiden / Erscheinen am 1. September 1918\n\nMeF warth Walden"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "68", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.4", "texte": "Bruder\nLothar Schreyer\nMir ist der Bruder geboren\nMir In Aus Mir\nWeh singen die Tiere des Himmels\nGlut fährt der Stern die Nacht\nMutter Welt\nBlut gießt das Kind\nDir knie ich nicht\nLächelt die Liebe\nMir träumt kein Tag\nHart\nSchuldige Unschuld lacht\nHüllen die Windeln schmutzig die nackte Frucht\nAuge\nKind\nAus den Menschen\nUeber Menschen\nMitmensch\nFlucht\nDir nach\nNeben Mir\nMord um Mord\nWachsen\nWachsen\nDein Wort\nSpielen Leiden meine Tat\nLeide unter Mir\nSteht der Bogen in den Himmel\nKeiner greift Dein Glänzen\nLeuchte Du Mir Brand\nOhne Vater ohne Mutter\nAlles Wir\nWerden\nWerden\nTauben kreisen um den Adler\nErde steigt zur Sonne\nSelii) badest Du Dein Herz\nIch Blut\nSelig schenkt Dein Herz\nDich Dich\nNehme Ich Dir\nMir Mir\nLeben Mein\nLustgetragen\nLeidgetragen\nDu nimmst meine Sünde auf Dich\nIch gebe Dir Sünde\nMir dankst Du die Reine\nSchuldbeladener Ich\nIch habe die Ehe gebrochen\nMir breitet die Frau das Haar\nMir ist die Liebe gebrochen\nWeit fährt mein Schmerz\nMit leidet kein Mensch\nFluch\nIch klage an\nFeind\nMilde\nHaß\nAuge um Auge\nScham um Scham\nDu tötest den Mjenschen\nIch bäre den Menschen\nSterne zerstürmen meinen Leib\nIch bin das Meer\nDu böses Land\nUeber Dich nieder\nBlume\nGeschlecht\nHeulen Heulen Heulen\nDu wandelst im Sturm über Mich\nDu wandelst den Sturm ~ «\nBlühende Füße\nHerz ' ■\nDir bricht das Meer\nBärende sterben Geboren\nDir wachen die Toten auf\nMeie. Kind\nSchauernd zucken Lippen Leiden\nMein Lachen\nWieder\nSpiele täuschen Traum und Wachen\nSommer\nMutter unser\nSchmerzen\nGehen Fernen Weiten Fernen\nViele' Kinder künden Welten\nStreuen Sterne in die Welten\nIrren Sterne\nFallen Sterne\nWeinen Augen\nFüllen Meere\nLeere Menschen\nLeere Leere\nMir ist das Kind gestorben\nMich weckst Du nicht\nMir bin Ich wach\nUnd rufst Du alle Kinder der Welt\nMann\nKampf\nTanze Du\nJungfrauen tanzen Dir zu\nBräutigam - *\nEselin die Dich trägt\nMich trägt das fleischerne Weib\nLobsingen die Mädchen die Knabenlust\nFrieden Frieden\nHimmel zünden Deine Augen\nOeffnen Himmel Herzen\nHerzen Staub im Staub\nSchreit das Tier zur Sonne\nDir Dir Dir\nEssen wir Leichen\nLämmer geschlachtet\nUns zerreißen wir jauchzend\nTrinke\nDies ist Dein Blut\nMir bist Du vergossen\nDich trinke ich leer\nTod beißt mein Kuß\nKrieg\nKrieg\nKrieg\nKrieg\nIch bin die Kraft\nHoch klafft die Erde Turm der Mütter\nIch\nDein Kreuz\nLächelst Du in Schächern die Versöhnung\nQuer fällt Dein Kreuz in Erdenstern\nAufsteht Dein Glühen hell zum Tag\nLeer ist das Grab\nMenschheit zerfleischt\nIch Flammenfleisch\nSieg\nFahr in den Himmel\nDu bist kein Mensch\nWir sind das Kreuz r '\nLiebe\nToter Bruder"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "69", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.5", "texte": "Johannes Molzahn: Zeichnung"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "70", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.6", "texte": "Die Sappe\nKurl Heynicke\nIch bin müde in den Tod. Meine Augen sind Tore, geöffnet\nunendlichem Anblick grausamer Leiden, Meine Gedanken\nhängen fiebernd an der Vernunft- Mein Gewehr klebt an\nmeinem Willen, letzter Anker vor der Sturzwelle.\nIch bin an der Reihe. Die Zeit zeigt meinen Namen. Ueber\nmir wandert der Himmel um die Erde. Ueber uns ist der ewige\nGott, Ich bin der Mensch.\nDie Nacht schläft fast. Alle Minute atmet eine kurze\nGranate, springt auf, ein Frosch, klatscht in den Schlamm.\nSappenposten ist zusammengebissene Lippe, ist brennendes\nAuge, kriechende Angst. Die Sappe ist zusammengeschossene\nErdschlange, blind, tot.\nSchlamm ist rings Erde, Schlamm zerrt mit gelben Fingern\nan den Beinen, kriecht bis zu den Hüften, Muskeln kämpfen,\nAugen stechen durch die Nacht. Nerven zucken an den Spreng-\nstücken. Ich bin der Sappenposten,\nWasser ist mein Stuhl. Meine Zähne schmecken Lehm.\nSüße Luft sinkt in die Lunge. Ich zertrete mich. Ich stiere\nspitze Blicke in die Nacht. Ich bin die Nacht.\nEs kriecht. Gestaltlos Dunkel fällt mich an! Wird Laut]\nStöhnen.\nEin Kind schreit. Mein Verstand lächelt. Nein. Ein Kind\nzwischen den Heeren,\nDas ist das Kind der Millionen Väter. Mein Ohr fiebert.\nEin Mensch schreit seine Qual über das Schlacht-Feld. Alle.\nDie Heere. Ein Mensch schreit Hilfe. Schlamm zerrt einen\nMenschen in die Erde, Tausend Saugfinger zerren Jugend in\nden Tod,\nLeuchtkugeln fliegen überhastig. Dunkel stirbt. Mensch\nversinkt. Feind versinkt. Feind? Ein Mensch! Der Mensch,\nIch bin Soldat, Helfe ich, bin ich tot. Ich wachse an mein\nSappenloch. Nein! Sterben ist süß! Ich will auch versinken!\nMeine Mutter! Er hat Kinder. Wer?\nEr schreit noch. Rettungslos. Hilfe ist Tod. Ich bin\nSoldat. Ich stehe vor meiner Brüder Schlaf, Ich liege vor\nmeiner Mutter Haus. Ich schütze meiner Liebsten Reinheit,\nDie Stunde hüpft. Er versinkt. Die Leuchtkugel sirrt.\nNoch die Schultern heraus. Stirb leicht, Kamerad! Ich bin\nSoldat.\nLehm schmeckt bitter. Lehm an der Kehle, Kalte Faust\nEs wird furchtbar sein. Er schreit noch. Ich bin ein Mensch.\nMein Gewehr hat die Menschen lieb.\nKalt sein! Kalt sein. Kerl! Soldat! Jetzt hat er den Lehm\nam Hals. Mein Herz ist Eis, Ich tus! Ich — ich schieße,\nschieße, schieße.\nGott sei gnädig.\nSchlafe wohl.\nKamerad,\nMensch,\nMensch im Sumpf,\n\nLiebesgedichte\nAdolf Allwohn\n\nSehnen\nMatt ist der Tag\nErdrückt ist schwer\nWange bleit\nBangt das Meer\ntiefen\nEinsam Hände\nSchwült der Tag,\nFiebert Rot,\ni\nSchwelt graue Wand.\nSchwellt reiß« Brust,\nKlammt knirsches Weh.\nWeh!\nKlirr!\nKlangt\nGlockt\nKlagt.\nSehnt!\nSehrt\nSiecht\nSeet.\nWühlt!\nWeint\nWürgt\nWeht.\nEin Strecken sank in matte Nacht.\nAuferstehen\nGestorbener Tag\nSchwarzer Glast\nWolken sind kalt\nAlt sind die Bäume\nAeste verblassen\nVerinnert ein Kahlen\nWurzeln vergelben\nVerschweri ein Friede\nSchwarz und Silber,\nEs pocht an ein Grab.\nBlühe\nBlüte\nLichte\nLiebe\nJenseits\nTodsei is\nFerne.\nTannt Ueberleuchten.\nAuferstehn zu Kapellenblau und Mariengold-\nKniet ein Herz\nKalten Steine\nLeist in sich,\nStern\nZv/ei goldene Bahnen\nStirbt Nacht\nFerne überstarrt\nSchwarzglänzende Welt,\nStumm steilt Geschick.\nDemut dunkelt ein Beugen,\nLastet\nBerg\nWelt\nSchwer,\nBiegend entbäumt.\nKnieend enträumt.\nTief.\nStern.\nSelig übergnadet.\nLicht ist Verheißung.\nGeschick ist schwarz,\nGeschick ist licht.\nGesegnet Glanz,\nUeberbogen Schein.\nGeseligt hoch.\nUeberhelltes Dunkel.\nEinheit-Erfüllung.\nZwei goldene Bahnen\nSteigt Geschick\nBlind überspiegelt\nSternglänzender Schein."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "71", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.7", "texte": "Johannes Molzahn: Zeichnung"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "72", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.8", "texte": "Hochzeit\nGlitzernde Abend-Märchen\nBlauende Grund-Tiefen\nSchmilgende Nächte-Röten.\nWir.\nGehoben,\nBleichen die Wellen\nStrüppen die Nebel\nZagen die Bäume\nDunkelt das Dunkel.\nWjir steigen,\nBlondes Singen steigt\nGolden Licht\nUeberspiegelte Nächte\nReigen der letzten verewigten Sterne.\nLichtes Beten steigt\nSelig Eins\nUmschlungene Kreise\nLeuchten des Himmels letztes Ueberkronen.\n*\nSchimmerndes Schwimmen in schwingenden Morgenröten.\nWir umfluten uns.\nHoch,\nEins\nEntrückt,\nJacht das Schauen.\nBlindet das Schlürfen.\nVerbäumt Kinn.\nZuckt in sich.\nKlammt Mund.\nSprengt tief.\nTraumtrunken.\nNacktrunken.\nStumm,\nSturm,\nZittern tastet in seligen Schimmerungen.\nBeben wittert in lichtigen Innerungen.\nKniet ein Entbäumen.\nStirbt ein Entjauchzen.\nVerschlingt schlank.\nVerzuckt zack.\nVerknirscht Knie,\nVerschlingen Verzücken Verknirschen.\nKrallt ein einziges Weh,\nQuirlt ein seliges Stöhnen.\nSprudelt ein hirres Krämpfen.\nWiegt wild eine einzige Faust.\nSpringt.\nEins,\nHoch,\nTief.\nErschlagen in Schluchten.\nSenkendes Sinken in riechende Seen,\nWellende Winde in wehenden Wänden.\nLind ist die Hand.\nMild ist der Kuß.\nVerrungen die Stirn.\nGott.\nFeier\nFeier der Gluten in roten Räumen.\nDüfte umfangen.\nInnen verlichtet.\nWir nicht wir.\nGott\nIrgend\nTief.\nBlaue Feier der Sterneblüten.\nBerge steigen.\nNachte veropfert, v\nIch nicht ich.\nDu nicht du.\nGott.\nHoch.\nEwig\nSchwarze Steilen einsamen uns.\nZwei Stirnen hinterbergiger Welten.\nVorletzter Tag.\nSpät ist die Welt.\nAhnen ist schwer,\nSinken.\nEin Kloster fällt.\nDunkelt das Blau.\nTieft gründiger Schoß.\n■y-\nBlüht\nTieft auf\nLeuchtet leis\nSchimmern Wellen dunklen Gestades,\nRauscht Innen\nUrleben\nTief.\nHeimlich läutet Stille unter Welten,\nUnter Schalen blüht Tannenahnen.\nGlitzert die Weihnacht,\nBlüht\nHöht über\nBlaßt leuchtig\nBlinden Himmel leise Feuer.\nSchwebt Ferne\nEwigkeit\nHoch.\nVerhimmelt ringen Wolken über Welten,\nlieber Himmeln blüht Lichterlösung.\nSeiigt der Anbruch.\n*\nZerfallen verfällt.\nAuflösung erlöst.\nHände flocken weit dem Kommen.\nGluten tief hoch.\nWelt Zeit Raum tot.\nDas Eine.\nWir.\nLiebe.\nEwig.\n\nRoter Tanz Kreuz Bären Ich\nKurt Liebmann\nQualfetzschrei\n*\npalmauf\nspiralend ästelnd\nwürgt Röchel platzender Himmel\nSplitternd überwölbt\nund\nstellt\nzerrasselt Sterne Sterne Sterne\nfetzt zerfetzt\nund hetzt\nzerwirrt zersprüht"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "73", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.9", "texte": "und\n\"ich\niL Vw I 2\nzerglühe klirr kletternd an wirrend rubinenen Schreien\nkrischend bärende Sternschöße.\nKopf grün pilzt in Bauchsamen berstender Jungfrauen\nAugen schmetterlingsaugen wippende Lippenkelche\nfliegen ab Schenkel\nmähen Arme knitternde Häuserschwaden,\nZeiten jüngsten Zeiten\nDu\nRankende Regnende\nTauche ein mich\nhauche\nzerdufte im Weiß mich Deiner Stirnblüte\nwiege schmiege in Rotlippengrotten\nBette in Schlaf Deines Haarnestes,\nWölkende Dornende\nKnieen laß flehen im Marmor mich wölbenden Stirntempels\nStrahlen Strahlen Strahlen Speeren auf\nund\nSonnen Monde zerklirren glühe Blutbecher. * <\nTulpene Dirnen umkleiden samten wiehernde Türme\nAmpelbeete duften biegende Wolkennacketi\nTrommeln\nSchreie fetzen zuckendes Abendfleisch\nBäuche steigen rötend gedunsen\nAuf Huschkatzen flitzen tatzen kratzen lallende Greise irre\nLüfte\nhetzauf\nplatzen zerstieben glimmende Flocken, * .\nGebete glocken türme Hälse\nWplken bären gläserne Kühe\ngrün und blau und rot und golden\nSchleimende Fingerkäfer perlen irrflimmerndem Komet weich-\nweiße Kinderköpfe\nHirnlampions flackend in geigem Mondsaal.\nFenstern entklirren schreie Beine\nAugenvögel entflattern\nwiehern Münder\nZähne grellen\nplätschern Hirne \" 1\nSeelchen tänzeln\nrennen gurgeln heulen purzeln\nwellenden Marktplatz\nbogen bahnen\nsteilend wehende Kopffackeln\nüber Leichen Leichen haschen sich gehrende Weiberschöße\nBrüste speien blasende Milchbogen\nIrre meckern\ntasten Schenkel\nAffen klammern glüpende Ampeln\nSchädeln entdrehen sich domende Palmarme\nStahlende Türme jähen in Haargestrüpp kochende Sonnen\nzuckender Weiberhüften\nschneiden Wimmerfrucht\nGlaskinderköpfe purpurn in ästigen Eingeweiden\nzirpend\nVierbeine Kröten\nBlut und Dreck und Kot\nStahlstrahlende Pferde hufen ranke Wolkenwiesen\nArme Arme zerren sternende Kugeln\nKugeln zischen kieselnde Kreise\nUm Flattertürme bogen zwitschernde D-Züge\nAutos überkugeln\nTuten Bersten Wiehern\nWimpelnde Hähne wirren Plätscherlüfte\nFische grünen jWellen\ntucken auf\nund\nrieseln Strahlen\nWälder harfen Silberfälle blutender Monde -\nKnochenfontänen spritzen klaffende Erdschöße\nleichenglimmüberlichtet.\nMusiken\nTiefen schlucken Trichter\nsaugen\nschmalzen\nschnappendes Tiefmaul kehlt Wirrnis tanzender Stadt\nIch splittre durch meersummende Glaswände\nKopf kullert voraus\nDu fernst Du blumst\nDu\nMeine Lippen seilen südsüße Augenschalen\nAsche mit\nenthirne mich\nSchlaf Tod - ~ .\nDu kriechst rundum glimmernde Stahlschüssel\nDrin tropft mein Kopf\nzerlallt zerhaucht\nDu kriechst rundum,\nAus herbstendem Bauchwald klingt dorrende Brustfrucht\nZerre Hände rascheln Knisterhaarlaub\nOh Du!\nentweiht\nentlenzt\nAbgründe klappen auf\nDu kriechst schleppst\nwürgst\nund spritze Schreie spitzen auf\nFlammenkränze krönen gilbendes Haar\nHaut glast\nDu wächst entwächst\nzerklumpst\nStrahlspeere züngelt wimmernder Glasleib\nSeelenlohe sticht flammauf\nzerfrißt\nreißt zuck empor\nich schnelle durch klappende Armtänze\nfallende Leiber Leiber\nbündelnde Brüste\nZappelbeine\nMann und Weib verbissen kochend\nimmer\nstürzend\nblutfontänende Berge\nSterne Sterne\nüberkippende Städte\nSeelenlohe armt tanzenden Raum\nreißt empor\nspießt schlägt\nArme zerren sich breit\nDonner Donner\nIch steile steile\noben unten\nbiege knirsche krümme mich\nsternarm gekreuzigt\nan drehende Sternräder\nBlut zischt Tiefen Höhen\nFlammen Speeren hüpfendes Fleisch\nGrünwolken krallen Schweißhaar kochender Schädeldecke\nschleimen Geiferzungen um lechzenden Hals\nDurst Durst\nDu! Wo Du\nAus Leeren rasen klingende Welten\nIn brodelndem Grund\nbohrt\nlohflackende Erde\nImmer immer\nLeiber stürzen\nTiere Städte\nMeere gischen vorbei.\nMein Kopf platzt."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "74", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.10", "texte": "Arme bersten\nBauch quillt\nBeine schlängeln zischende Schlangen\nGelächter\nEwigkeiten\nHasse Fluchbröckel poltern\nGlocken Glocken\nStrahlenseele stahlt strahlfachenden Kranz\nAus Höhen purpurt Blutbauch\nDu\nWolken reißen knatternd\nBlutbauch Du baucht krümmendes Kreuz\nTeufel hassen fressende Brände\nGlocken Glocken\nIch seele Dich\nBlutbauch wölbt und fleischt mich ein\nDu\nUmrauscht von Blutfällen Zischadern\nschlafe ich\nin blitzender Bauchgrotte\nentmenscht\nam Fuß Deines Herzbaums\nrauschend\nwieger Sang\nSterntanz vorbei gläserner Bauchwand\nwiege wiege\nQualfetzschrei entblättert\nsteint\nDu Wir\nIch.\n\nChorus mysticus\nMynona\nVierzig Männer, darunter ruchlose Grübler, asthmatisch\nLächelnde, melancholische Tänzer, tiefsinnige Betrüger, geile\nWeisheitsverächter, charakterlose Greise, häßliche Jünglinge,\nfestliche Zuhälternaturen, dicke Dialektiker, magere Sonnen-\nanbeter und kranke Affen — gingen die Straße entlang und\nschoben Alle ihre Schatten vor sich her. Diese vierzig Männer\natmeten, wie Leute, sie waren nicht uniformiert, sie trugen sich,\nwie es einem Jeden von ihnen paßte. Man sah sie des Weges\ngehen und merkte wohl, sie gehörten zusammen. Sollte es\nwohl einen Verein bedeuten? Sie trotteten wie ein Rudel, wo-\nbei keiner den Anderen ansah oder ansprach, Da sie aber\nrecht gesittet einherschritten, wohlanständig Platz machten,\nnicht einmal Stöcke trugen und im allgemeinen freundlich,\nwenn auch verschlossen dreinschauten, wunderte man sich\nwohl, ja einige junge Damen lächelten flüchtig; aber man ließ\nsie ruhig passieren; sogar die Schulkinder verhielten sich artig,\nNur ein paar joviale Herren in schönen blauen Tuchanzügen\nmit silbernen Knöpfen, Metallspitzen auf den Schädeln, schienen\nnervös zu werden und begannen, die vierzig Männer sanft zu\nbegleiten. Die vierzig begaben sich in ein Warenhaus, sie um-\nstellten einen Verkaufstisch, an dem es kleine sattgelbe Kuchen\ngab, und sie verzehrten jeder einen Kuchen.\nAls man sie so im Geviert herumstehend kauen und dazu\ngleichmäßig schweigsame Gesichter machen sah, verbreitete\nsich eine milde Heiterkeit, welche sogar auf die sonst so würde-\nvollen Blauröcke überging. Sie aber kauten ihre Kuchen zu\nEnde und kauften sich an einem anderen Lager vierzig Paar\nHandschuhe, welche sie sorgsam anprobierten; es ging dabei ein\nheiteres Raunen um sie herum, worauf sie aber nicht achteten,\nSämtlich weiß behandschuht, begaben sie sich wieder auf die\nStraße und wandelten stumm unter den anderen Menschen\ndahin. Vielleicht waren es Musiker? Doch wo waren ihre\nInstrumente? Oder ein Kegelklub? Die Blauen wurden auch\nnicht klug daraus. Auf dem Platz vor dem großen Warenhaus\ndrehte ein beinloser Mensch seinen Leierkasten, Die Vierzig\naber standen wie auf ein geheimes Kommando still; sie um-\nringten den Spieler lautlos, Tränen schienen in ihre achtzig\nAugen zu treten. Ihre vierzig Paar weiß behandschuhten Hände\nzogen vierzig Geldbeutel aus den Hosentaschen, und sie reichten,\nvorbeidefilierend, jeder dem erbärmlichen Manne mit edel\nstilisierter Geste eine Münze. Der Mann erhob sich, sofort aitl\nseinen Krücken; er öffnete den Mund sehr weit und blickte\nseine Wohltäter gerührt und aufmerksam an; er schaute ihnen\nnoch lange nach und orgelte dann:\nFreude! Schöner Götterfunken!\nDas Publikum indessen war nicht wenig ergriffen. Die\nBläulichen gaben in ihrer Haltung nach. Allerdings nur, um\nsofort wieder ihre straffste anzunehmen — denn Seine Majestät\nfuhr in einer Kalesche vorüber. Die Vierzig winkten mit kleinen\nFähnchen, welche sie von hinten her aus ihren Gehröcken her-\nausholten; sie standen förmlich Spalier. Majestät nickte\nlächelnd. Alsbald aber ging ein blaues Auge des Gesetzes aul\ndie vierzig Männer zu: Meine Herren, Ihre Legitimationen! Jetzt\ngeschah etwas, worüber das Publikum außer sich geriet. Es\nstellte sich nämlich heraus, daß jeder der Herren „Fritz Müller'\nhieß (Fritze Müller aus Zürich war zufällig nicht darunter). Der\nBlaue argwöhnte schon Fopperei; aber alle Papiere stimmten;\ner mußte sich höflich entfernen. Ich rate Ihnen, wenn Sie\nkeinen Auflauf verursachen wollen, sich zu zerstreuen. Es sind\njetzt schwere Zeiten, Er erhielt vierzig Zigarren für diesen Rat.\nwelcher auf der Stelle befolgt wurde. Dort war nämlich eine\nDroschkenhaltestelle. In acht Droschken stiegen je vier Mann,\nauf die Böcke neben dem Kutscher je einer. Sie fuhren los,\nund das Publikum hatte das lustigste Nachsehen. — Es war\nalso ein Verein von vierzig genauen Namensvettern? Nein! Er-\ninnern Sie sich, daß es am Orte eine bedeutende Herren-Kon-\nfektion gibt? Ein Riesenhaus. In den gigantischen Schaufenstern\nstehen gegen vier Dutzend hölzerne Gentlemen in allerlei\nexquisiten Kavalier-Anzügen. In der Nacht darauf befanden\nsich alle vierzig Müllers eifrig beschäftigt, in den Garderoben\ndieser Firma. Sie kleideten sich anständig und sorgfältig ein\nund zwar in tiefer Dunkelheit. Man sparte des Krieges vsegefi\ndie Nachtbeleuchtung. Die Herren wollten soeben ihren Heim-\nweg durch ein verstecktes Kellerfenster antreten — da wurde\nder Wächter mißtrauisch. Sie hörten, wie er aufschloß und\nhatten keine Zeit mehr, das Weite zu suchen. Arme Müllers!\nSie stolperten durcheinander, und der Wächter hörte den\nLärm und telephonierte um Hilfe nach dem Polizei-Revier. Es\nerschienen drei Schutzleute mit Revolvern. Man drang ein, der\nWächter knipste überall das Licht an, allein man fand nichts\nHa'm Se woll geträumt, meinten die Polizisten. Während diesei\nZeit aber standen die vierzig Müllers als Unfreiwillige starr in\nden Schaufenstern. Es dauerte eine kleine Stunde, bevor\n' •. r\nMüller der 27, sagen konnte: Rührt Euch! Sie gingen dann fein-\ngekleidet nach Haus. Der Wächter wurde entlassen; er ist\nnoch heute halb wahnsinnig, und die Schutzleute halten i h n\nfür den Dieb. (Die Augen des Gesetzes sind meistens nur seine\nHühneraugen). — Die Spezialität der Müllers sind solche\n.. . Gruppen-Verbrechen. Es ist eine schlaue Bande! Am\nTage mimen sie möglichst öffentlich, wie dargetan, Harmlosig-\nkeit, um nachts desto verruchtere Streiche zu begehen, Daher\nist es ein gutes Werk, hier darauf aufmerksam zu machen,\nAchten Sie nur ja auf vierzig anscheinend gute Leute! Lassen Sie\nsich doch nicht durch deren Komik entwaffnen. Es sind wirk-\nliche Gauner! Sie heißen alle Fritz Müller; sie scheinen so\ndrollig — es sind Hallunken und hier endlich am Pranger."}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "75", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.11", "texte": "Verantwortlich für die Schriftleltung:\nLothar Schreyer\nVerantwortlich für den gesamten Inhalt und Verlag\nF. Harnisch / Berlin W 35\nDruck Carl Hause / Berlin SO 26\n\nVerlag Der Sturm\nBerlin W 9 Pol&damer StraOe 134 a\nFernruf Ami Liitzow 4443\nMonatsschrift Der Sturm\nErscheint am iftnfzeknton jedts Mosiats\nDatserbezug\nGewohnliche Avegabe: Fur Deutsch-\nl a n d und Oesterreich-Ungarn:\nEm Jahr 6 Mark / Ein Halbjahr 3 Mark /\nEinzeiheft 1 Mark / Fur das Ausland;\nEin Jahr 8 Mark / Ein Halbjahr 4 Mark /\nEinzelheft 1 Mark 50 Pfennig\nSolder - Ausgabe; Ungebrochene\nEiemplare, V er send u n g in R o 1-\n1 en d i r e k t d u r c h die Po s t / F ii r\nD eutschland und Oesterreicli-\nL n gam; Ein Jahr 12 Mark / Fur das\nA. u sland ; Ein Jahr 14 Mark\n\nP r e i s e clcr friiheren Jahrgange\nVollstSndlge Ansgab\n1.\nJahrgang\nJahrgang\nJahrgang\nJahrgang\nJahrgang\n6, Jahrgang\n7, Jahrgang\n8, Jahr£anu\n-5)\nv.-' •\n■i\n4.\n5.\n1910/11\n1911/12\n1913/14\n1914/15\n1915/16\nQewohnliche\nA lis gab e:\n30 Mark\n30 Mar1:\nSondcr-\nausgabe:\n20 Mark\n20 Mark\n20 Mark\n30 Mark\n40 Mark\n40 Mark\n30 Mark\n30 Mark\n30 Mark\n40 Mark\n1916/17\n1917/18\nEinzelhefte, soweit vorhanden, erster bis\nachter Jahrgang je 1 Mark\n\nBiicher atis dem Veriag Dsr Sturm\nPeter Baum\nSchutzengrabenverse\n®ebunden 3 Mark\nFrasis Richard Behrens\nBlutblute Gedichte\ni\nf!«heft«t 3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig\nHermann Essig\nD e r F r a u e n m u t / Lustspiel\nfj b 8 r t e u f e 1 / Tragodie\nI h r stilles GHick / Drama\nE i n Taubenschlag / Lustspiel\nNapoleons Aufstieg / Tragodie\nD e r Wetterfrosc h / Erzahlung\nJed\"5 Buch 2 Mark 50 Pfeuirg / Gebunden 4 Mark\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte\nfteheftct 3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig:\nAdo!! Knoblauch\nDie schwarze Fahne / Eine Dichtung\nQeheftet 2 Mark\nK r e i s desAnfangs / Friihe Gedichte\nQeheftet 5 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nOskar Kokoschka\nM o r d e r Hoffnung d e. r Frauen\nDrama mit Zeichnungen\nGebunden 15 Mark (Aufiage 100)\nSonderausgabe vergriffen\nErnst Marcus\nDas Problem der exzenirischen\nE m p f i n d u n g ur.d seine L 6 s u n g\n4 Mark 50 Pfennig\nWiihelm Runge\nDas D e n k en traumt / Gedichte\n3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig\n\nPaul Sclieerbart\nGlasarchitektur / In 111 Kapiteln\n(lekeftet 2 Mark / Sonderansgrabe 50 Mark\nLot bar Schreyer\nMeer / Sehnte /Mann/ Dramea\n3 Mark\nAugust Stramm\nD u I Licbesgedichte\nGeheftet 3 Mark\nDie Menschheit\n1 Mark 50 Pfennig\nHerwartk Walden\nDas B n c h d e r Menschenliebe\nGeheftet 3 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nDie Harte d e r Weltenliebe /\nRoman\n4 Mark / Gebunden 6 Mark 50 Pfennig\nSonderausgabe (Auflage 10) 50 Mark\nGesammelte Schriften: Band I\nKunstmaler und Kunstkritiker\nGeheftet 2 Mark 50 Pfennig\nW e i b / Komitragodie\nGeheftet 3 Mark / Sonderausgabe 50 Mark'\nErste Liebe/ Ein Spiel mix dem Leben\nDie B ei den / Ein Spiel mit dem Tode\n5 ii n d e / Ein Spiel an der Liebe\nLetzte Liebe / Komitragodie\nG 1 a u b e I Komitragodie\nJedes Buch 1 Mark 50 Pfennig\nSiurm-BMcher I: August Stramm: Sancta\nSusanna / II: August Stramm: Rudi-\nmentar '/ III: Mynona: Fur Hunde und\nandere Menschen / IV: August Stramm:\nDie Haidebraut / V, August Stramm: Er-\nwachen / VI: Aage von Kohl: Die Hange-\nmatte des Riuge / VII: Adolf Behne: Zur\nneuen Kunst / VIII: August Stramm:\nKrafte / IX: Aagc von Kohl: Die rote\nSonne / X: Aage von Kohl: Der tierische\nAugenblick / XI: August Stramm: Ge~\nschehen: / XII: August Stramm: Die Un-\nfruchtbaren / XIII: Peter Baum: Kyland /\nXIV: Lothar Schrcycr: Jungfrau\njedes Sturmbuch 90 Pfennig\n\nMusik\nKerwarth Walden\nGesammeRe Toawerke\nDaim I Vergeltung / Verdammnis\nDichtungen von Else Lasker-Schiiler\nFur Gesang und Klavier / Je 2 Mark\nBruder Liederlicb / Werk 51\nFiir Gesang und Klavier I 2 Mark\nEfitbietung I Werk 92\nDichtung von Richard Dehmel\nFiir Gesang und Klavier / 2 Mark\nZehn Dafflisiieder / Werk 11\nZu Gedichten von Arno Holz\nFiir Gesang und Klavier / 3 Mark\nDie Judetitochter / Werk 17\nFarbige Umschlagzeichnung von Oskar Kokoschka\nFiir Gesang und Klavier / 1 Mark 50 Pfennig\nSchwertertanz / Werk 18\nFiir Klavier / 4 Mark\nDer Sturm / Heeresmarsch / Werk 21\nFiir Klavier / 1 Mark\nTanz der Tone / Werk 23\nFiir Klavier / 3 Mark\n\nHanddnicke\nOskar Kokoschka: P 1 a k a t fur die Zeit-\nschrift der Sturm / Originallithographie\nAbzug 30 Mark\n\nSturm-Kariea\nJed® Karfe 20 Pfennig\nNach Gemalden, Zeichnungen und BiH-\nwerken folgender Kiinstler:\nAlexander Archipenko A\nRudolf Bauer 4\nVincenc Benea 1\nUmberto Hoccioni 2\nCampendonk 2\nMarc Chagall 7\nRobert Ddaunay 1\nLyoa©l Fcininger 1\nAlbert Gleizes 2\nJacobavan Heemskcrck 3\nS. Mjerten-Griinewald 1\nAlexei von Jawlensky 2\nKan din sky 3\nPaul Klee 1\nOskar Kokoschka 2\nOtakar Kubin 1\nFernand L£ger 2\nAugust Macke l\nFranz Marc 2\nCarl Me rise I\nJean Mttzinger 1\nGeorg Much® 3\nGabriele Mu'nter 1\nNegerplastik 1\nGeorg Schrimpf 1\nGino Ssverini 4\nFritz Stuckenberg l\nArno'd Topp 1\nMaria Uhden 1\nNell Walden 1\nWilliam Wauer 5\nMarianne von WerePkin\n\nSturm-Ausstellungskaialoge\nM i t Abbildungen\nAlexander Archipenko Skupina\nRudolf Bauer Kandinsky\nMarc Chagall Qino 5^v®rini\nDie Futuristew\nJe 60 Pfennig\nFranz Marc r •'\n1 Mark\nErster Deutscher Herbstsalon Der Sturm 1913\nMit 50 Abbildungen in Kuplertiefelruck\n2 Mark\n\nKunstdrucke aus dem Yerlag Der StiiF^\nAuf Japan- und Bfitten^apier\njeder Kunstdruck 5 Mark\nRudoli Bauer\nSchwarz-WeiB-Komposition 14\nUmbcrto Boccioni: Abschied / Die AMuh-\nrenden / Die Zuruckbleibenden\nMarc Chagall: Intemmr / Der ) Der\nGeigeiispieler / Die Schwangere / Essen^er\nBauer / Madchen\nRobert Deiaunay: Der Turm\nLyonel Feininger: Klein Schmidthatne* /\nMark Wippach II\nJacoba van Heeraskerck: Ba«m / J a^%d-\nschaft\nPaul Klee: Kriegerischer Stamm\nOskar Kokoscbka Menschenkftpfe:\ni Adolf Loos I 2 Herwarth Walden / ?) Karl\nKraus / 4 Richard Dehmel / 5 Paul Srhrier-\nbart I 6 Yvette Guilbert\nOskar Kokoscfika: Tierbilder\nFeraaitd Leger: Akt\n\nSturm-Ktinsfler / Lichtbildkarten\nJede Karte 20 Pfennig\nI. August Strarnm\nII. Herwarth Walde\nIII. van ffeemskerck\nIV. Kandinsky\nV. Rudolf Bliimn©r\nVI. Campendonk\nVII. Peter Baum\nVIII. Hermann Essig\nIX. Oskar Kokoschka\nX. Adolf Knoblamk\nXI. Paul Klea\nXII. Gabriele MSnUr\nXIII. Rudolf Bauer\nXIV. Nell Waldtn\nXV. Mynona\nXVI. Kurt Heynick*\nXVIII. William Wauer\nXX. Georg Muche"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "76", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180815-01.1.12", "texte": "Der Sturm\nStandige Ausstellungen\nBerlin / Potsdamer Siralje 134a\nGeoMnct taglich von 10—6 Uhr / Sonntags\nvon 11—2 Uhr\nTageskarte 1 Mark / Jahreskarte 6 Mark\nMcmatlicher Wechsel\nFiinfundsechzigste Aussfellung\nAugust 1918\nMarc Chagall\nKandinsky\nWilliam Wauer\nSechsuridsechzigste Aussieliung\nSeptember 1918\nCampendonk\nWalter Dexel\nErdffnung: Sonntag den 1. September\nMiinchen: 15, Juni bis 30, September\nSturm-Ausstellung / Kunsthaus Das Rcich\nStettin / August\nSturm-AussteHung\n\nDER STURM\nvertritt iolgende Kiinstler ausschlieBIich\nund veriiigt fiber ihrc Werke (Gemalde /\nGraphik / Holzschnitte / Handdrucke) zum\nVerkaui und zu Ausstellungen in der gan-\nzen Welt:\nRudoli Bauer / Campendonk / Marc Cha-\ngall I Jacoba van Heemskerck / Kandinsky I\nGeorg Muche / Fritz Stuckenberg / William\nWauer / Nell Walden\nDER STURM\nvertritt fur Deutschland lolgende Kiinstler\nund verfugt iiber ilire Werkc zum Verkaui\nend liir Ausstellungen:\nGosta Adrian-Nilsson / Alexander Archi-\npenko I Fritz Baumann / Vincenc Benes /\nUmberto Boccioni / Carlo D, Carra / Max\nErnst I Lyonel Feininger / Emil Filla /\nAlbert Gleizes / Otto Gutireund / Oswald\nHerzog / Sigrid Hjerten-Griinewald / Isaac\nGrime wald / Johannes Itten / Alexei von\nJawlensky / Paul Klee / Oskar Kokoschka\nI Otakar Kubin / Feraand Leger / Franz\nMarc I Gabriele Miinter / Jean Metzinger /\nFrancis Picabia / Gino Severini / Arnold\nTopp I Maria Uhdesi / Marianne von\nWerelkm\n\nKunstschule Der Sturm\nLeitung ; Herwarth Walden\nZweites Jahr\nUnterricht und Aasbildung in der\nexpressionistischen Kunst\nBiilme / Schauspielerei / Vortragskunst /\nMalerei / Dichtung / Musik\nLehrer der Kunstschule Der Sturm\nRudolf Bauer\nRudolf Bltimner\nCampendonk\nJacoba van Heexnskerck\nPaul Klee\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nLothar Schreyer\nHerwarth Walden\nSprechsiunden der Leitung der Kunstschule Der\nSturra: Dienstag, Mittwocii, Freitag, Sonnabend\n4—5 I Das Sekretariat ist taglich von 10—6 ge-\nSfhiet\n\nSturm-Abende\nVerein fur Kunst / Fiinfzehntes Jahr\nIn dcr Kunstausstellung Der Sturm / Berlin\nJcden Miiiwoch Uhr September bis\nMai\n*\nWiederbeginn der Abende\nMittwoch den 4. September 1918\n68. Sturm-Abend\nVortragender: Rudolf Bliimner\nKarten zu 5, 3, 2, 1 Mark ira Vorverkauf und an\nder Abendkasse\nMiinchen: 6. August\n\nVerein fur Kunst\nFunfzehntes Jahr\nJahresbeitrag 20 Mark\nRechte: Freier Bezug der Zeitschrift Der\nSturm I Freier Besuch der Sturm-Ausstel-\nlungen / Jahrlich 2 Kunstdrucke\nAnmeldungen durch den Sturm\n\nKunstbuchhandlung\nDer Sturm\nPotsdamer StraBe 138 a\nFernruf Liitzow 4443\nhat gute und seltene Biicher und Noten\nvorratig und nimmt Bestellungen entgegea\n\nVerein Siurmbiihne\nVorsiize&der: Dr. John Schikowski\nGeschaftsstelle: Charlottenburg / Scbarrenstra-e Jl\nAufruf und Satzungen kostenles\n\nNeuanzeigen Der Sturm\nElide August erscheint;\nExpressionismus / Die Kunstwende\nHerausgegeben von Herwarth Walden\nBeitrage von Kandinsky / Herwarth Wal-\nden I Lothar Schreyer / Rudolf Blumser\nWilliam Wauer / Max Verworn / und aa-\nderen\nMit 140 Abbildungen / zum Teil\nnach Bildcrn und Bildwerken samtlicher\nKunstler des Sturm / der Urvolker «nd der\nVolkskunst / Mit mehrfarbigen Beilagen\nFarbige Umschlagzeichnung von William Wauer\nBel Vorbestelhmg 20 Mark /\n30 Mark / Museumsausgabe mit Originalen\nbei Vorbestellung Nummer 1—10 M. 200,—\nNummer 11—50 M. 100,—\nSturm-Abende / Ausgewahlte Gedichte\nDas Buch enthalt die Gedichte, die R u -\ndolfBliimneran den S t u r m-A b e fi-\nde n vortragt\n4 Mark\nArnold Topp-Mappe\nSechs signierte &■\n75 Mark\nSturm-Kiinstler I Lichtbildkarteir\nXXi'Georg Muche\nJede Karte 20 Pieanig\nHerwarth Walden\nKind I Tragodie\nTrieb / Eine biirgerlsche\nMenschen / Tragodie\nJedes Buch 3 Mark\nDie Sturm-Biihne\nJahrbuch des Theaters der Expressionisten\nEinzelne Folge\n60 Pfennig / Jahrbuch 6 Mark\nDritte Folge erschienen\nHerwarth Waiden: Einblick in Kun^i\nMit vierundsechzig Abbildungen nach Ge«\nmaiden der Sxurm-Kiinstler\nZweite Aufiage\n5 Mark\nSturm-Bilderbiicher\nGanzseitige Abbildungen der\nI: Marc Chagall\n4 Mark\nII: Alexander Archipenko\n4 Mark\nIII; Paul Klee\n4 Mark 50 Pfennig\n\nAnzeigen werden nicht aufgenommen\nVon alien Holzschnitten der Zeitschriit Der Sturm\nsind signierte und numerierte Handdrucke\nvon den meisten Zeichnungen K unstdr ucke\nkaufiich zu erwerben. Die Originate sind ver-\nkauflich.\nAusiiihrliche Verzeichnissc des Verlags\nDer Sturm kostenlos"}]}