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Wind fegt kalt über die Erde. Ein\nMann weint, ein Kind schreit, ein Elternpaar trauert. Wind fegt\nkalt über die Erde, Die Brust der Erde wird aufgeschnitten,\nGras und Blumen bluten im Geröll, ein Herz- wird versenkt. Die\nErde vernarbt, junge Blumen schüchtern hervor.\nWind fegt kalt über die Erde.\nMaria Uhden ist gestorben. Im sechsundzwanzigsten Jahr\ndes Lebens, Die Jahre sterben und das Leben lebt. Die Jahre\nzählen das Leben, Und das Leben lebt.\nWind fegt kalt über die Erde,\nAus der Heimat flog sie in die Heimat der Kunst, Das Herz\ntanzte in den Himmeln. Ein Kind schreit und die Erde hat sie\nwieder.\nWind fegt kalt über die Erde,\nAber in den Himmeln lächeln die blauen Augen auf. Die Kunst\nist reich. 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Deine Frau wird von mir hören\nDer Freund\nMeine Frau wird lächeln\nDer Bruder\nVerlaß unsere Wohnung\nDie Schwester\nIch werde die Wohnung morgen verlassen. Heute bleiben\nSie\nDer Bruder s\nDu willst es zum Aeußefsten treiben\nDie Sc 1. weiter\nDu treibst uns fort\nDer Bruder\nMeine Schwester hat ein Verhältnis\nDer Freund\nHüten Sie sich\nDer Bruder\nWollen Sie mir in meiner Wohnung das Reden verbieten\nDer Freund\nDas Verleumden\nDie Schwester\nSei vernünftig\nDer Bruder\nDamit Du unvernünftig sein kannst\nDie Scliwe s i e r\nDu hast nie Zeit für mich\nDer Bruder\nIch habe mehr zu tun, als Dich zu überwachen\nDie Schwester\nWas fordert das\nDer Bru d e r\nxMeine Ehre\nDie Schwester\nIch werde mir Deine Ehre abschneiden\nDer Freund\nSchneiden wir das Gespräch ab\nDer Bruder •\nIch habe nichts mehr mit Ihnen zu schaffen\nDer Freund\nWir werden uns unsere Ehre selber schaffen\nDer Bruder\nDu mußt Dich entscheiden, er oder ich\nDie Schwester\nWelche Sprache sprichst Du zu mir\nDer Bruder\nDie Sprache der Vernunft\nDer Freund\nWir sind vernünftig\nDer Bruder\nIst das Dein letztes Wort\nDie Schwester\nWir werden uns verantworten\nDer Bruder\nVor Euch selber. Die Welt fordert anders\nDie Schwester\nBist Du ein Teil der Welt die fordert\nDer Bruder\nDie Welt wird die Forderung teilen. In einer Stunde wird das\nHaus geschlossen. Ich gehe. Und biete Euch keinen outen\nAbend,\nDer Freund\nMan will mir nicht Ihre Freundschaft gönnen\nLi e Schwester\nDie Menschen glauben nicht an Freundschaft\nDer Freund\nWollen wir ihnen unsern Glauben opfern\nDie Schwester\nDabei sind Sie verheiratet\nDer Freund\nUm so weniger glaubt man die Freundschaft\nDie Sc hwes t e r\nNie würde ich einem verheirateten Mann gestatten mir mehr\nals Freundschaft zu geben\nDer Freund\nIst Freundschaft so wenig\nDie Sc h. w ester\nFreundschaft nimmt nichts\nDer Freund\nUnd wir sollen sie uns nehmen lassen\nD: e Schwester\nIst Ihre Frau böse auf mich\nDer Freund\nSie spielt mit den Kindern\nDie Schwester\nLieben Sie ihre Kinder nicht\nDer Freund\nSie haben mir die Frau genommen\nDie Schwester\nLiebt Sie Ihre Frau nicht\nDer Freund\nSie nennt mich Vater\nDie Schwester\nSind Sie sehr befreundet\nDer Freund\nFreundschaft nimmt nichts\nDie Sc 1«. w ester\nSie müssen mir helfen eine Wohnung zu finden\nDer Freund\nIhr Bruder wird morgen vernünftig sein\nDie S c Ii wes t e r\nEr müßte heiraten\nDer Freund\nUnd Sie\nDie Sclive s t e r\nIch liebe die Freundschaft\nDer Freund\nKönnen Sie nicht lieben\nDie Schwester\nSie haben mir nie etwas von Ihrer Frau erzählt\nDer Freund\nKönnen Sie nicht lieben\nDie Schwester\nDaß mein Bruder glauben kann,, wir haben ein Verhältnis\nDer Freund\nFinden Sie das unnatürlich\nDie Schwester\nlieber manche Dinge darf man nicht reden\nDer Freund\nFänden Sie das unnatürlich\nDie Schwester\nIch bin müde\nDer Freund\nIch habe eine Geliebte\nDie Schwester\nSie haben eine Geliebte\nDer Freund\nIch bin nicht alt genug, nur Vat er zu sein\nDie Schwester\nWarum erzählen Sie mir das\n. . • ■V\nDer Freund\nWeil Sie meine Freundin sind"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "80", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2910, "texte": "Die Schwester\nUnd wenn es mich verletzt\nDer Freund\nSie lieben mich doch nicht\nDie Schwester\nIst sie schön, Ihre Geliebte\nDer Freund\nSie hat schönes Haar\nDie Schwester\nWelche Farbe\n*\nDer Freund\nEtwa Ihr Blond\nDie Scliwe s i e r\nIst sie groß, klein\nDer Freund\nEtwa Ihre Figur\nDie Schwester\nist sie klug\nDer Freund\nSie Ist meine Freundin\nDie Schwester\nWarum kommen Sie denn zu mir\nDer Freund\nWeil ich Sie liebe\nDie Sch w ester\nIst das Ihre Freundscha^\nDer Freund\nDas ist meine Liebe\nDieSch wester\nSo ist Ihre Liebe\nDer Freund\nDas ist meine Freundschaft\nDie Schwester\nIch kann nicht Ihre Geliebte sein\nDer Freund\nIch habe keine Geliebte\nDie Schwester\nSie haben es mir Ihrer Freundin gestanden\nDer Freund\nSie sind meine Geliebte\nDie Schwester\nSie haben mich nie geküßt, nicht einmal es versucht.\nDer Freund\nIch bin nicht jung genug, nur zu küssen\nDie Schwester\nIch möchte ein Kind von Ihnen\nDer Freund\nWeil Sie mich nicht lieben\nDie Schwester\nWeil ich Sie nicht lieben darf\nDer Freund\nWarum dürfen Sie mich nicht lieben\nDie Schwester\nWeil Sie mein Gott sind\nDer Freund\nWarum bin ich Ihr Gott\nDie Schwester\nWeil Sie mich nicht küßten. 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Einmal küssen Sie mich\nDer Freund küßt sie\nDu meine himmlische Geliebte\nSchweigen\nDer Freund\nZu spät Das Haus ist geschlossen\nDie Schwester\nDer Himmel ist offen\nDer Freund\nHaben Sie einen Schlüssel\n,D i e Schwester\nMein Bruder hat ihn\nDer Freund\nWie komme ich hinaus\nDie Schwester\nDer Himmel ist offen\nDer Freund\nDas Wunder sternt. Glaubst Du an Gott\nDie Schwester\nMir ist ein Gott geboren\nDet r Freund\nMeine himmlische Jungfrau\nDie Schwester\nNun werden sich Könige vor mir beugen. Ein Wunder ist die\nLiebe\nDer Bruder\nSo weit treibst Du Deine Schamlosigkeit\nDie Schwester\nBruder, mir ist ein Gott geboren\nDer Bruder\nSie haben unsern Ruf vernichtet\nDer Freund\nHaben Sie Gott gerufen\nDie Schwester\nEin Wunder ist geschehen. Ein Wunder ist die Liebe\nDer Bruder\nIch kenne Dich. Ich bin Dein Bruder. 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Seele des Alls.\nIch ewiger Mensch!\nGeheimnis ist trunken erschlossen\nich bin in mich selber gegossen\nmit blauem Riesenfittich schwebend\ngen Sonne!"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.6", "debut_caractere": 1228, "fin_caractere_exclue": 1670, "texte": "Dunkles Lied\nRings ist das Leid-\nLind ring°. die Welt die dunkel fällt.\nIch bin in schwarzem Strom ein\neinsam hingespieltes Wiegen.\nIn mir ist Nacht.\nSternohne\nTod\nund Gräber\n\nSchrei\nMeer, du Hand des großen Gottes!\nHimmel, graue Glocke drüber läutet Sturm.\nWurm du!\nMensch ich!\nFahr ich gellend über Sturm und Meer,\nmein gepeitschtes Segel lacht dem Riesen ins Gesicht\nlicht mein Antlitz steht am Steuer\nrings verkriecht sich Nackt und Meer."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-09-15-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-09-15_01#c012", "volume": "bmtnabg_1918-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "82", "page_fin": "82", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.2.6.1", "titre_corps": "Hohes Lied", "titre_sommaire": "Hohes Lied", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.6", "debut_caractere": 296, "fin_caractere_exclue": 642, "texte": "Hohes Lied\nIn mir ist blauer Himmel\nich trage die Erde\ntrage die Menschen\nmich\nund die Freude!\nSonne kniet vor mir\naufsteigt das Korn,\newiger Born Hießt über die Lenden der Erde,\nWerde!\naufjubelt di? 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[n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.2.10", "titre_corps": "Der Greis in der Versammlung", "titre_sommaire": "Der Greis in der Versammlung", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "85", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.9", "debut_caractere": 1296, "fin_caractere_exclue": 3879, "texte": "Der Greis in der Versammlung\n\nMynona\nMüller vom Kohlensyndikat hatte gerade zu reden be-\ngonnen. Sechsunddreißig Aktionäre saßen auf braunen Holz-\nstühlen im Halbkreis. Der mittelgroße Saal wirkte in nüch-\nterner Eleganz. Schobelske (i, F. Rosse & Hesemann) sagte\nzu seinem Nachbarn: wenn nur der alte Seveking nicht noch\nin letzter Minute kommt! Und richtig, ,in letzter Mi-\nnute öffnete der Diener die dunkelrote Portiere. Müller\nunterbrach sein Referat; die sechsunddreißig Köpfe renkten\nsich auf den weißen Kragenhälsen um; Schobelske meckerte\nleise. Seveking, ein bartloser Greis, mit schneeweißem Haupt-\nhaar, welches starr nach oben gekämmt war, weißlockigen\nBartkoteletten und unerhört hellgrauen großen Augen von\neigentümlich hohlem, leeren Blick, näherte sich mit schlurren-\nden Schritten. Nach jedem zweiten Schritt stand er längere\nZeit still. Er trug in der Rechten eine Art Schulmappe, in der\nLinken eine blaue Hornbrille. Seine Schuhe schienen absatzlos;\ndie Hosen, viel zu lang, schlamperten wie eine schwarze\nSchleppe zwischen seinen kurzen Beinen. Den großen Ober-\nkörper umhüllte schwarz ein ungeheurer Gehrock, dessen\nSchöße krcuzschnabelartig übereinander schlugen. *Vorn kam\neine himmelblaue Sammetweste mit großen Goldknöpfen zum\nVorschein. Seltsamer Weise trug er den jugendlichsten\nSchillerkragen mit weißseidener Künstlerschleife. Seveking\nschrie mit schnarrender Stimme, indem er wieder stillstand:\nFahren Sie nur fort, Müller.! — Müller wiederholte und been-\ndigte den letzten Satz: Es steht nun einmal so, daß sich der\ngemeinsame Stollenbetrieb nicht mehr rentiert. Wir haben zu-\nsammen gegen zweitausend Bergleute, die W'eiber und mitar-\nbeitenden Kinder eingerechnet. Wir kommen gemeinsam nicht\nmehr auf unsere Rechnung. Die Sache sollte jetzt verstaatlicht\nwerden. Der Staat kauft unsere Anteile auf. Wir bleiben aber\nmit einem kleinen Prozentsatz beteiligt . . . Hier mußte Müller\ninnehalten. Seveking war auf dem glatten Parkett mit lautem,\nKnall ausgeglitten. Statt sich aber wieder zu erheben, blieb er\nsitzen, wo er saß, wehrte mit heftigen Gesten den Saaldiener ab;\nder ihm aufhelfen wollte. Er setzte seine blaue Brille auf und\nentnahm seiner Mappe ein Papier, in das er sich vertiefte,\nSchobelske ging zu ihm hin: Her Sevekiing, so geht das aber\nnicht. Soll ich Ihnen Ihren Stuhl hierherbringen? Müller hat\nsich schon zweimal Ihretwegen unterbrechen müssen. Müller,\nein schneidiger, schwarzer Kerl, wirbelte wütend seinen\nSchnurrbart. Fahren Sie nur fort, Müller, schrie Seveking\nüberlaut. Ich habe mir beim Fall, glaube ich, das Knie verrenkt"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "86", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 6782, "texte": "stehe Folterqualen aus, beherrsche mich aber, — Was heißt\ndas, fragte Müller, wollen Sie sich nicht lieber nach Haus\nschaffen lassen? Man wird Ihnen das Protokoll zusenden, —\nFahren Sie fort, schrie Seveking schmerzlich und noch lauter.—\nMüller fuhr mit ungeheurer Verachtung fort: Das Gerücht, wo-\nnach drei unserer Gruben erschöpft wären, hat uns beim Mi-\nnisterium geschadet, sonst wären die Verhandlungen schon per-\nfekt, Exzellenz Heisstraller hat die Akten eingesehen und einen\nsehr günstigen Eindruck bekommen, Die Stimmung unter den\nLeuten kommt der Verstaatlichung entgegen; die Leute sind\neben auch lieber Staatsbeamte als Private, — Ein dumpfes Aech-\nzen kam aus der Gegend Sevekings, Der Greis hatte sich halb\nerhoben und sich rasch wieder fallen lassen: oh oh! stöhnte er,\nMüller schlug mit der Hand aufs Katheder und schwieg still.\nEinundzwanzig Herren, Schobelske voran, verließen ihre\nPlätze und stürzten auf Seveking zu. Dieser wurde\nwütend. Er schnaubte sie schmerzlich, fast weinend an:\nSo laßt mich doch! Setzt euch doch wieder hin,\nmeine Herren. Fahren Sie doch fort, Müller, zum\nTeufel! Kümmert euch nicht um mich! — — Lassen Sie\nsich wenigstens auf ein Ruhebett tragen, riet Schobelske. Der\nGreis wurde puterrot. Nein! heulteer. Fahren Sie fort, Müller!\nMüller riet energisch zur Verstaatlichung. Es ist der große Zug\nunserer Zeit, sagte er. Die sogenannte freie Konkurrenz ist an\nsich nicht nur Unfug, sondern grade weil sie es ist, führt sie in\nihrer letzten Konsequenz zu Sammlung der Energien in einer\nHand; aber diese ist dann eben eo ipso nicht mehr privat; diese\neine, mächtige Hand kann dann aber nur der Staat selber\nsein. Ergo —— — Aber bester Seveking, unterbrach er sich,\nes geht doch nicht! Das geht doch nicht! Alle sahen hin, Seve-\nking hatte seine Hose hochgestreift; er knöpfte auch oben an\nihr herum, zupfte an seiner Leibwäsche und untersuchte sein\nKnie, das er sorgfältig befühlte, wobei er lauter trillernde kleine\nSeufzer ausstieß. Fahren Sie nur fort, Müller! In Henkers\nNamen, brüllte er, dem Weinen nahe! Es geht, es geht schon:\nNach Ihnen rede ich. — Ah, raunte Schobelske, ich glaube, der\nalte Fuchs macht nur Obstruktion; die Verstaatlichung paßt ihm\nnicht. Müller schloß: ergo und ceterum censeo: Liquidation;\nstaatlicher Ankauf. Ich bitte um. Beschlußfassung. — Erst will\nich noch reden, blökte Seveking. Er war ausgestanden, hatte\naber vergessen, die Hose herunterzustreifen und zuzuknöpfen.\nSeine seidene Schleife hatte er abgenommen und um sein Knie\ngeschlungen, unter dem seine grünen Dessous hervorlugten. Den\nDiener, der ihn stützen wollte, stieß er wütend zurück. Er er-\nklomm wimmernd die Stufen zum Katheder und stand Auge in\nAuge mit Müller. Beide sahen sich voller Haß an. Müller, beide\nGruben, Seveking traurig, sind erschöpft. Ich alter Mann\nwäre sonst garnicht hergekommen. In meiner Mappe sind die\nDokumente darüber. Natürlich ist Müller fein raus bei der Ver-\nstaatlichung, Und ich, der die meisten Gruben, und die ergie-\nbigsten besitze, fliege rein. Ich armer alter Mann muß das ver-\nhindern, bin darum gekommen, trotzdem ich hier garnicht gern\nbin. Falle immer hin, gleite aus, Mein Knie schmerzt außer-\nordentlich. Ach! Ach! — Müller hatte sich käsebleich auf\nseinen Platz gesetzt. Er zitterte. Schobelske spitzte die Lippen\npfiffig: sein Knie schmerzt ihn garnicht; er hat, wie gesagt, ob-\nstruiert. — Die Beschlußfassung wurde wirklich aufgeschoben.\nMüller verließ spornstreichs das Lokal. Seveking schlang\nseine Binde um den Hals, ließ die Hose herunter und eilte ihm\nnach. Müller, rief er lachend, Müller! Müller, im Begriff seine\nKutsche zu besteigen, hielt inne. Ha? fragte er. Fahren Sie\nfort, Müller! Fahren Sie jetzt nur fort! — Und Müller fuhr fort.\nVon Sonne Gnaden\nHerr Wilhelm Hausenstein hat sich der Tageskritik in den\nMünchner Neusten Nachrichten ergeben. Er wurde zu dieser\nTätigkeit berufen, nachdem er einige Vorworte über die neue\nKunst geschrieben hat, die man bei der Firma Goltz darunter\nversteht. In einem solchen Vorwort machte sich dieser Herr\nWilhelm Hausenstein über die Tageskritiker älterer Zeit lustig,\nnicht ohne sich auf Carlyle zu berufen und schloß: ~Diese Fälle\ncharakterisieren die Unverantwortlichkeit der Tageskritik. Die\nHe rren mögen moralisch sein, aber sie haben nichts mit der\nKunst zu tun. Darin liegt ihre Unverantwortlichkeit, Ich.\nsammle mir die Kritiken von heute, auswärtige und münchne-\nrische, In zehn oder fünfzehn Jahren gedenke ich, wenn die\nSonne mir das Leben schenkt, ein artiges Bändlein zu ver-\nöffentlichen, Hoffentlich leben dann die Rezensenten noch,'\nDie Sonne wird ihnen das Leben schenken und Herr Wilhelm\nHausenstein wird hoffentlich nicht vergessen, seine eignen\nKritiken in diesem artigen Bändlein zu veröffentlichen, Das.\nwäre unverantwortlich. Einen besonderen Ausblick wird der\nRückblick bieten, den dieser Herr Wilhelm Hausenstein auf die\nerste Sturm-Ausstellung in München warf, Herr Hausenstein\ngilt nämlich in schlicht bürgerlichen Kreisen Münchens als\nKenner des Expressionismus, Und zwar wegen seiner Vorworte\nHerr Hausenstein ist sehr moralisch, hat aber nichts mit der\n*\nKunst zu tun. Er hat deshalb in diesen Vorworten Worte von\nKünstlern aufgeschrieben. Man erkennt aus der Wahl, daß er\ndiese Worte intellektuell verstanden hat. Vor der Kunst hin-\ngegen steht er ratlos. Neue Kunst ist ihm, was bei Goltz aus-\ngestellt wird. Sogar die Herren Brockhusen, Hoetger und Kolbe\nrechnet er dazu. Darin liegt seine Unverantwortlichkeit. Aber\nHerr Wilhelm Hausenstein ist nicht einmal moralisch belastet,\nEr stellt sich jetzt eine Aufgabe, die eben intellektuell nicht zu\nlÖsen ist: ~Die Aufgabe liegt sehr einfach so: die guten Bilder\nvon den schwachen und schlechten zu unterscheiden. Selbst-\nverständlich, daß sie im letzten Grunde niemals anders liegen\nkonnte.\" Selbstverständlich, Nur kann sein Selbst sich nicht\nin Kunst verständlich machen. Und ruhigen Mutes gibt Herr\nHaus enseein Urteile ab: ~Aus dem ausgestellten Bild von Jacoba\nvan Heemskerck springt kein Funken Talent. Ein Frühling von\nNeil Waiden, ein Bild von Georg Muche — dies ist Inbegriff\nexpressionistisch aufgetragener Nichtigkeit. Endlich Chagall.\nSomnambul oder raffiniert? Ohne Zweifel eine nicht gemeine\nBegabung.\" Diese Urteile mögen ja nicht für das artige Bänd-\nlein vergessen werden. Der Münchner Expressionist schließt:\n„Man sehnt sich nach dem Maler, der eine unzerstückte Realität\nmalt — gesehene oder geglaubte: Mit gutem Griff rund um die\nFig ur. Es lebe Rubens.\" Dem zwar nicht die Sonne aber der\nviel wichtigere Herr Hausenstein das Leben schenkt. Er hat\njedenfalls mit der Besprechung der Sturm-Ausstellung seine\nFigur mit gutem Griff endgültig neben die Kunst gestellt. Herr\nHoetger möge sich diese Realität nicht entgehen lassen.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-09-15-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-09-15_01#c020", "volume": "bmtnabg_1918-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "87", "page_fin": "87", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.11", "debut_caractere": 164, "fin_caractere_exclue": 714, "texte": "Verlag Der Sturm\nBerlin W 9 Potsdamer Straße 134 a\nl ernruf Ami Liitzow 4443\nMonatssclirift Der Sturm\nErscheint am malzehnten jedes Monats\nBauerbezug\nGewohnliche Ausgabe: Flir Deutsch-\n1a n d un d Oesterreich-Ungarn:\nEin Jahr 6 Mark / Ein Halbjahr 3 Mark /\nEinzelheft 1 Mark Fiir das Ausland;\nEin Jahr 8 Mark Ein Halbjahr 4 Mark /\nEinzelheft 1 Mark 50 Pfennig\nSonder - Ausgabe: Ungebrochene\nExemplare, Versendung in R o 1-\nlen direkt durch die Po s t / Fiir\nDeutschlandund Oe sterr eich-\nUngarn: Ein Jahr 12 Mark / Fii r das\nAusland: Ein Jahr 14 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-09-15-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-09-15_01#c021", "volume": "bmtnabg_1918-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "87", "page_fin": "87", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.11", "debut_caractere": 716, "fin_caractere_exclue": 1125, "texte": "Pr e is e der friiheren Jahrgange\nVoHstan lige Ausgabe\n1. 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Oktober\nNur vor Mitgliedern des Vereins Sturm-\nbiihne\nAnmeldungen zur MitgHedschaft werden auch \\\\m\nSturm erjtgegengenoramen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-09-15-01-c040", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-09-15_01#c040", "volume": "bmtnabg_1918-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "88", "page_fin": "88", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.2.31", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "88", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.12", "debut_caractere": 3237, "fin_caractere_exclue": 4301, "texte": "Neuarizeigeri Der Sturm\nExpressionismus / Die Kimstwende\nHerausgegeben von Herwarth Walden\nBeitrage von Kandinsky / Herwarth W«l-\n-den / Lothar Schreyer / Rudolf Bliimner /\nRudolf Bauer / William Wauer / Max Ver-\nworn I und anderen\nMit 140 Abbildungen / zum Teil ganzseiftj\nnach Bildern und Bildwerken samtliohex\nKunstler des Sturm / der Urvolker «sd der\nVolkskunst Mit mehrfarbigen Beilagen\nFarbige Umschlagzeichming von William Wauer\n25 Mark I Gebunden 35 Mark / Museums-\nausgabe mit Originalen Nummer I—lo1—10\nM 200— Nummer 11—50 M 100—\nSturm-Abende / Ausgewahlte Gedichtc*\nDas Buch enthalt die Gedichte, die Ru-\ndolf B1 iimner an den St u r m-Ab e\nden vortragt\n4 Mark\nDie Sturra-Buhne\nJahrbuch des Theaters der Expressionistem\nJede Folge 60 Pfennig\nJahrbuch 6 Mark\nVierte und fiinfte Folge erschienen\nHerwarth Walden: Einblick in Ktias^\nMit vierundsechzig Abbildungen nach Ge-\nmaiden der Sturm-Kimstler\nZweite Auflage\n5 Mark\nSturm-Biiderbiicher\nGanzseitige Abbildungen der\nI: Marc Chagall\n4 Mark\nII: Alexander Archipenk©\n4 Mark\nIII: Paul Klee\n4 Mark 50 Pfennig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1918-09-15-01-c041", "article_bluemountain": "bmtnabg_1918-09-15_01#c041", "volume": "bmtnabg_1918-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "88", "page_fin": "88", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.2.32", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "88", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.12", "debut_caractere": 4303, "fin_caractere_exclue": 4586, "texte": "Anzeigen werden nicht aufgenommen\nVon alien Holzscbnitten der Zeitschriit Der Sturm\n<und signierte und nunerierte Handdrueke\nvon den s*eisten Zeichßungen Kunstdrueke\nkauflich zu erwerbeu. 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Wind fegt kalt über die Erde. Ein\nMann weint, ein Kind schreit, ein Elternpaar trauert. Wind fegt\nkalt über die Erde, Die Brust der Erde wird aufgeschnitten,\nGras und Blumen bluten im Geröll, ein Herz- wird versenkt. Die\nErde vernarbt, junge Blumen schüchtern hervor.\nWind fegt kalt über die Erde.\nMaria Uhden ist gestorben. Im sechsundzwanzigsten Jahr\ndes Lebens, Die Jahre sterben und das Leben lebt. Die Jahre\nzählen das Leben, Und das Leben lebt.\nWind fegt kalt über die Erde,\nAus der Heimat flog sie in die Heimat der Kunst, Das Herz\ntanzte in den Himmeln. Ein Kind schreit und die Erde hat sie\nwieder.\nWind fegt kalt über die Erde,\nAber in den Himmeln lächeln die blauen Augen auf. Die Kunst\nist reich. Im Reich der Kunst hängen süße Gebilde an Tränen-\nschnüren.\nDu bist im Reich.\nKunst sonnt sich in Deinen Bildern, Maria Uhden,\nAlle Kinder werden Dir lächeln.\n\nDas Wunder\nEin Spiel über Sinnen\nHerwarth Waiden\n\nDer Freund\nDer Bruder\nDie Schwester\nDer Freund\nWenn Du es sachlich auffaßt\nD e r B rud e r\nBleiben wir bei der Sache\nDer Freund\nDeine Schwester ist zunächst einmal Frau\nDer Bruder\nDas ändert an der Sache nichts\nDer Freund\nWarum hast Du als Bruder besondere Rechte\nDer Bruder\nUns verbindet das Blut\nDer Freund\nBlut trennt\nDer Bruder\nIch leide unter dem Ruf meiner Schwester\nDer Freund\nDu leidest\nDer Bruder\nIch verbiete hiermit, Dich weiter mit meiner Schwester\nöffentlich zu zeigen.\nDer Freund\nDer Ton, den Du für den Ruf anwendest\nDer Bruder\nIn der ganzen Gesellschaft schreit man es bereits herum, daß\nnieine Schwester ein Verhältnis mit Dir hat\nDer Freund\nEs ist das harmloseste Verhältnis, das sich denken läßt\nDer Bruder\nDie Gesellschaft denkt nicht harmlos\nDer Freund\nDiese Gesellen besitzen nur eine Meisterschaft, zu verrufen\nDer Bruder\nIch habe Dir meine Schwester voller Vertrauen vorgestellt\nDer Freund\nIch habe ihr nicht nachgestellt\nDer Bruder\nSpiele nicht mit Worten\nDer Freund\nDie Worte spielen\nDer Bruder\nDu spielst mit der Ehre meiner Schwester\nDer Freund\nWir spielen nicht um die Ehre. Wir spielen- Warum willst\nDu Spielverderber sein\nDer Bruder\nEin verheirateter Mann sollte sich beherrschen können\nDer Freund\nMeine Frau spielt mit ihren Kindern, Ich störe\nDer Bruder\nUnd darum störst Du das Glück meiner Schwester\nDer Freund\nDeine Schwester fühlt sich nicht in ihrem Glück gestört\nDie Schwester\nStöre ich\nDer Freund\nMich nicht. Aber Ihr Bruder will unser Glück zerstören\nDer Bruder\nIch habe ihm den Verkehr mit Dir verboten\nDie Schwester\nIch kehre mich nicht an Deine Verbote\nDer Bruder\nHast Du denn keine Scham, Ein verheirateter Mann mit vier\nKindern\nDer Freund\nSollen Sie sich meiner Heirat schämen\nDie Schwester\nDu solltest Dich schämen, so schamlos von mir zu denken.\nWir sind gute Freunde. Das ist alles\nDer Bruder\nEs gibt keine Freundschaft zwischen Mann und Frau\nDie Schwester\nDarum bist Du so unfreundschaftlich zu mir\nDer Bruder\nIch bin Dein Bruder\nDie Schwester\nDu bist mir fremd, Du Bruder\nDer Bruder\nDeine Art befremdet mich\nDer Freund\nSie ist aus Deiner Art geschlagen\nDer Bruder\nIhr schlagt mich nicht mit Worten tot\nDer Freund\nDu wirst Dich wortlos daran gewöhnen müssen\nDie Schwester\nDeine Art ist gewöhnlich\nDer Bruder\nIhr ungewöhnlichen Menschen, Ihr wollt nicht gehorchen, ist\ndas das letzte Wort\nDer Freund\nDarüber ist kein Wort mehr zu verlieren\nDer Bruder\nNun, ich werde ein Wort verlieren, daß Ihr verloren seid\nDer Freund\nIst das die Antwort\nDie Schwester\nIch übernehme die Verantwortung für mich und für Sie\nDer Bruder\nJedenfalls verbiete ich Dir das weitere Betreten unserer\nWohnung"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "79", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.3", "texte": "Die Schwester\n*• •\nDas soll uns nicht betreten machen\nDer Freund\nWiir werden bestehen\nDer Bruder\nAber Euch nicht besitzen\nDie Schwester\nBist Du besessen\nDe r F reu ri.d\nWir begehen nichts, was nicht jeder sehen kann\nDer Bruder\nIhr sollt Euch noch besehen. Deine Frau wird von mir hören\nDer Freund\nMeine Frau wird lächeln\nDer Bruder\nVerlaß unsere Wohnung\nDie Schwester\nIch werde die Wohnung morgen verlassen. Heute bleiben\nSie\nDer Bruder s\nDu willst es zum Aeußefsten treiben\nDie Sc 1. weiter\nDu treibst uns fort\nDer Bruder\nMeine Schwester hat ein Verhältnis\nDer Freund\nHüten Sie sich\nDer Bruder\nWollen Sie mir in meiner Wohnung das Reden verbieten\nDer Freund\nDas Verleumden\nDie Schwester\nSei vernünftig\nDer Bruder\nDamit Du unvernünftig sein kannst\nDie Scliwe s i e r\nDu hast nie Zeit für mich\nDer Bruder\nIch habe mehr zu tun, als Dich zu überwachen\nDie Schwester\nWas fordert das\nDer Bru d e r\nxMeine Ehre\nDie Schwester\nIch werde mir Deine Ehre abschneiden\nDer Freund\nSchneiden wir das Gespräch ab\nDer Bruder •\nIch habe nichts mehr mit Ihnen zu schaffen\nDer Freund\nWir werden uns unsere Ehre selber schaffen\nDer Bruder\nDu mußt Dich entscheiden, er oder ich\nDie Schwester\nWelche Sprache sprichst Du zu mir\nDer Bruder\nDie Sprache der Vernunft\nDer Freund\nWir sind vernünftig\nDer Bruder\nIst das Dein letztes Wort\nDie Schwester\nWir werden uns verantworten\nDer Bruder\nVor Euch selber. Die Welt fordert anders\nDie Schwester\nBist Du ein Teil der Welt die fordert\nDer Bruder\nDie Welt wird die Forderung teilen. In einer Stunde wird das\nHaus geschlossen. Ich gehe. Und biete Euch keinen outen\nAbend,\nDer Freund\nMan will mir nicht Ihre Freundschaft gönnen\nLi e Schwester\nDie Menschen glauben nicht an Freundschaft\nDer Freund\nWollen wir ihnen unsern Glauben opfern\nDie Schwester\nDabei sind Sie verheiratet\nDer Freund\nUm so weniger glaubt man die Freundschaft\nDie Sc hwes t e r\nNie würde ich einem verheirateten Mann gestatten mir mehr\nals Freundschaft zu geben\nDer Freund\nIst Freundschaft so wenig\nDie Sc h. w ester\nFreundschaft nimmt nichts\nDer Freund\nUnd wir sollen sie uns nehmen lassen\nD: e Schwester\nIst Ihre Frau böse auf mich\nDer Freund\nSie spielt mit den Kindern\nDie Schwester\nLieben Sie ihre Kinder nicht\nDer Freund\nSie haben mir die Frau genommen\nDie Schwester\nLiebt Sie Ihre Frau nicht\nDer Freund\nSie nennt mich Vater\nDie Schwester\nSind Sie sehr befreundet\nDer Freund\nFreundschaft nimmt nichts\nDie Sc 1«. w ester\nSie müssen mir helfen eine Wohnung zu finden\nDer Freund\nIhr Bruder wird morgen vernünftig sein\nDie S c Ii wes t e r\nEr müßte heiraten\nDer Freund\nUnd Sie\nDie Sclive s t e r\nIch liebe die Freundschaft\nDer Freund\nKönnen Sie nicht lieben\nDie Schwester\nSie haben mir nie etwas von Ihrer Frau erzählt\nDer Freund\nKönnen Sie nicht lieben\nDie Schwester\nDaß mein Bruder glauben kann,, wir haben ein Verhältnis\nDer Freund\nFinden Sie das unnatürlich\nDie Schwester\nlieber manche Dinge darf man nicht reden\nDer Freund\nFänden Sie das unnatürlich\nDie Schwester\nIch bin müde\nDer Freund\nIch habe eine Geliebte\nDie Schwester\nSie haben eine Geliebte\nDer Freund\nIch bin nicht alt genug, nur Vat er zu sein\nDie Schwester\nWarum erzählen Sie mir das\n. . • ■V\nDer Freund\nWeil Sie meine Freundin sind"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "80", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.4", "texte": "Die Schwester\nUnd wenn es mich verletzt\nDer Freund\nSie lieben mich doch nicht\nDie Schwester\nIst sie schön, Ihre Geliebte\nDer Freund\nSie hat schönes Haar\nDie Schwester\nWelche Farbe\n*\nDer Freund\nEtwa Ihr Blond\nDie Scliwe s i e r\nIst sie groß, klein\nDer Freund\nEtwa Ihre Figur\nDie Schwester\nist sie klug\nDer Freund\nSie Ist meine Freundin\nDie Schwester\nWarum kommen Sie denn zu mir\nDer Freund\nWeil ich Sie liebe\nDie Sch w ester\nIst das Ihre Freundscha^\nDer Freund\nDas ist meine Liebe\nDieSch wester\nSo ist Ihre Liebe\nDer Freund\nDas ist meine Freundschaft\nDie Schwester\nIch kann nicht Ihre Geliebte sein\nDer Freund\nIch habe keine Geliebte\nDie Schwester\nSie haben es mir Ihrer Freundin gestanden\nDer Freund\nSie sind meine Geliebte\nDie Schwester\nSie haben mich nie geküßt, nicht einmal es versucht.\nDer Freund\nIch bin nicht jung genug, nur zu küssen\nDie Schwester\nIch möchte ein Kind von Ihnen\nDer Freund\nWeil Sie mich nicht lieben\nDie Schwester\nWeil ich Sie nicht lieben darf\nDer Freund\nWarum dürfen Sie mich nicht lieben\nDie Schwester\nWeil Sie mein Gott sind\nDer Freund\nWarum bin ich Ihr Gott\nDie Schwester\nWeil Sie mich nicht küßten. Weil Sie mich zum Menschen\nmachten\nDer Freund\nSie machten mich zum Menschen\nDieSch wester\nWas kann ich Ihnen getan haben\nDer Freund\nSie küßten mich nicht. Sie suchten Gott im Menschen\nDie Schwester\nIst es nicht menschlich Gott zu suchen\nDer Freund\nIst es nicht göttlich Menschen zu suchen\nDie Schwester\nIch möchte ein Kind von Ihnen\nDe r Fre u n d\nEs ist zu göttlich Mensch zu sein\nIP\\ * C 1 i\nui e ocnwe s t e r\nGeben Sie mir ein Kind, Dann sollen Sie- mich nie wieder\nsehen\nDer Freund\nEs ist zu menschlich Mensch zu sein\nDie Schwester\nSie wollen es nicht\nDer Freund\nIch darf nicht\nDie Sc hwes t e r\nWarum dürfen Sie nicht\nDer Freund\nWeil ich Sie liebe\nDie Schwester\nWarum lieben Sie mich\nDer Freund\nWeil Sie durch Ihren Glauben mich Mann und Vater zum\nMenschen machten\nDie Schwester\nKüssen Sie mich. Einmal küssen Sie mich\nDer Freund küßt sie\nDu meine himmlische Geliebte\nSchweigen\nDer Freund\nZu spät Das Haus ist geschlossen\nDie Schwester\nDer Himmel ist offen\nDer Freund\nHaben Sie einen Schlüssel\n,D i e Schwester\nMein Bruder hat ihn\nDer Freund\nWie komme ich hinaus\nDie Schwester\nDer Himmel ist offen\nDer Freund\nDas Wunder sternt. Glaubst Du an Gott\nDie Schwester\nMir ist ein Gott geboren\nDet r Freund\nMeine himmlische Jungfrau\nDie Schwester\nNun werden sich Könige vor mir beugen. Ein Wunder ist die\nLiebe\nDer Bruder\nSo weit treibst Du Deine Schamlosigkeit\nDie Schwester\nBruder, mir ist ein Gott geboren\nDer Bruder\nSie haben unsern Ruf vernichtet\nDer Freund\nHaben Sie Gott gerufen\nDie Schwester\nEin Wunder ist geschehen. Ein Wunder ist die Liebe\nDer Bruder\nIch kenne Dich. Ich bin Dein Bruder. Ich glaube nicht an\nWunder\nDer Freund\nWollen Sie mich hinauslassen\nDer Bruder\nDaß ich das nicht alles früher durchschaut habe\nDer Freund\nWas glauben Sie von uns\nDer Bruder\nWas ich sehe"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.5", "texte": "Rudolf sauer: Zeichnung"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.6", "texte": "Der Freund\nWas sehen Sie\nDer Bruder\nWas ich immer geglaubt habe\nDer Freund\nWas haben Sie geglaubt\nDer Bruder\nDaß die Liebe zwischen Mann und Frau kein Wunder ist\nDer Freund\nSie sind nur ein Mann. Aber die Liebe ist das Wunder\nDi e Schwester\nDas Wunder ist die Liebe\nEnde\n\nGedichte\nKurt Heynicke\n\nHohes Lied\nIn mir ist blauer Himmel\nich trage die Erde\ntrage die Menschen\nmich\nund die Freude!\nSonne kniet vor mir\naufsteigt das Korn,\newiger Born Hießt über die Lenden der Erde,\nWerde!\naufjubelt di? Seele des Alls.\nIch ewiger Mensch!\nGeheimnis ist trunken erschlossen\nich bin in mich selber gegossen\nmit blauem Riesenfittich schwebend\ngen Sonne!\n\nGedichte\nAugust Stramm\nAus dem Nachlaß\n\nKampfflur\nGlotzenschrecke Augen brocken wühles Feld\nAuf und nieder\nNieder auf\nBrandet\nSonne\nSteinet Sonne\nund\nVerbrandet\n\nAngststurm\nGrausen\nIch und Ich und Ich und Ich\nGrausen Brausen Rauschen Grausen\nTräumen Splittern Branden Blenden\nSterneblenden Brausen Grausen\nRauschen\nGrausen\nIch\n\nKirchgang\nDie Berge läuten\nDein Gang wippt Sonnen\nDie Hände funkeln\nlichten\nsternen\nDer Kirchturm sonntagt\nRaunt\nWo bist Du\n\nUnentschlossen\nFoltern\nReuen\nTaumeln\nTrotzen\nSchreiten Schreiten\nWinken\nWollen\nSprechen sprlcEf r\nIch spreche\nUnd\nDu mußt da sein\n\nDunkles Lied\nRings ist das Leid-\nLind ring°. die Welt die dunkel fällt.\nIch bin in schwarzem Strom ein\neinsam hingespieltes Wiegen.\nIn mir ist Nacht.\nSternohne\nTod\nund Gräber\n\nSchrei\nMeer, du Hand des großen Gottes!\nHimmel, graue Glocke drüber läutet Sturm.\nWurm du!\nMensch ich!\nFahr ich gellend über Sturm und Meer,\nmein gepeitschtes Segel lacht dem Riesen ins Gesicht\nlicht mein Antlitz steht am Steuer\nrings verkriecht sich Nackt und Meer.\n\nGedichte\nKinner von Dresler\n\nStraßen Häuser schlagen Kanten\nBäume schließen Kerkertüren\nMusik rasselt Ketten\nLichter spritzen Dornenkronen\nMenschen fremden Verbannung\nAsphalt\nIch\nNicht ich\nVersinken Sterben loses Lassen\nErblassen\nZerrissen\nIch\nWeites Fließen\nBreites Gießen\nSchlaf\nErbarmen"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.7", "texte": "Rudolf Bauer: Zeichnung"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "84", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.8", "texte": "Steigen\nSchweben\nReigen neigen\nRegen\nStriche streicheln\nTasten lasten\nSanftes Schwellen\nRieseln Quellen\nDüfte fliegen\nErdenwiegen pochen Blut\nSeufzer zieht\nSchreckt\nSchreit\nLicht\nAugen\nBeine Augen\nLispelnd springt ein heller Queü\nBlanke Blitze tiefen\nVergessen sinkt den Schleiei\nNacht\nDu\nDie Peitsche schredt\nGellend schlägt der Schmerz ein Tor\nDas Tor stimmt dafi Schmerz\nDer Schmerz zwingt\nWir rasen gegen\nWir müssen\nDie Stirnen dringen wund\nDie Knie schürfen spitze Steine\nDas Tor springt auf\nSperrangelweit die Naoht\nGesichter brennen Feuerlohe\nRasende Reifen sprühen Lichtfunken\nW4rs)ekide Sonnen schmelzen Meere\nGlühende Pfeile hetzen\nLeuchtende Wunden wellen\nLiebesfackel flackert flirrend\nHelle Stürme wecken uns neu\nRagviide Türme streben einsame Himmel\nSchwebende Brücken greifen schwindelnde Ufer\nRings brodeln Massen fern\nWSc stehen auf tönenden Zinnen\nWir renken unsere Hände auf unsere Herzen\nIch wuchte schwingende Form\nDu weufosst wehende Seele\nUnter uns Vergehen\nWir\nVater\nMutter\nWir\n\nHurra\nFranz Richard Behrens\nIhr lebt in unsern Armen\nAugbrechen brennt Aublumenblut\nTriller tötet den Tod\nIfjr lebt in unserm Herzen\nBrachwelken würgt Vermonden\nTag tötet den Tod\nIhr seht mit uns\nEntströmen reifen Rosenkorn\nTrommel tötet den Tod\nIhr hört mit uns\nSaftlechzen lachen Seidensielen\nTor tötet den Tod\nWir sterben in Euch\nGranatengang stillt Strahlentanz\nTänzer tötet den Tod\nTempel tötet den Tod\nSplitterspleißen strotzen Eisenritteir\nLänger Leben Leben Lerchen leben Lieder\n\nWir\n\nPosaune\nTürmt!\nVosauna;\nTürmt I\nTürmt!\nRakete:\nhoch!\nAuf wirft Kanone Block über Quader.\nAuf stemmt tausendgliedtiger Leib Block über Quader,\nauf wälzen Fäuste, schlanke Finger Händchen Stein und Leim1.\nAuf werfen sich tausend Tausendleiber,\nblutgeleimte Quader,\nPosaune:\nTürmt!\nEndlos einer Hall:\nTürmt!\nGranaten schlürfen jetzt unwilligen Willen hoch.\nSaust Peitsche:\nTürmt!\nSchrillt Inbrunst:\nTürmt!\nVieh, Feld, Granit, Luft, Gold, Schweiß, Blut, Lehm,\nStöhnen, Angst,\ngewälzt hoch!\nTrfebwiße rast,\nschäumt,\nkocht,\nalfbetäubt.\nAlle Säfte brodeln in Giuiskälte,\nFrühling, Herbst, Wi&ter.\nxMensdhengroßeg Göißler,\nHerz, Mark müdat."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "85", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.9", "texte": "Nieder saust, klatscht aufs Nackt Geißelpeitsche:\nhoch!\nAuf!\nEntwillt.\nBesessen,\nM o ii dmeerzug.\nJubel, Stöhnen, Wimmern, Johlen, Flüstern, Röcheln:\nTürmt!\nTrommelfeuert verschlingend fieberschauernder Hall:\nTurm!\nTurm!\nSchon reißt er die Wolken wund.\nPropellersurrend drüber singt Hallgeist:\nZerfallne Kirchen decken nicht\nRuinen sperren freies, neues Licht.\nGericht!\nErdwahr, blitzklar.\nBauen, türmen, türmen,\nHeilig nur Pflicht,\nSelbstverzicht.\nFurcht: nicht!\nLiebe: nicht!\nFrei.\nSelbst.\nTurm!\nAus mir, auf mich.\nEcho Posaune:\nTürmt!\nKnall Peitsche:\nAlle.\nRuf Alle:\nWir,.\nRingt Mutter die Hände:\nTot!\nSchluchzt Weib die Seele aus:\nFern!\nSchluchzt Jüngling Herzblut:\nDu!\nStöhnt Vater:\nOh!\nTropft Liebe süßesten Wehlauts:\nMarie!\n• *\nKreischt Frau:\nEhre!\nDonnert Riese:\nPflicht!\nKnall Peitsche:\nAlle!\nRuf Alle:\nWir!\nAbendblut.\nMorgenkälte,\nGlut,.\nFutter.\nTrieb,\nPosaune:\nTürmt!\nTürmt!\nRakete:\nhöher.\nWankt Turm\nwächst Turm,,\nRissiger Leib schielt aus blutigen Lochern»\nseitwärts.\nHände falten sich.\nMaschinengewehr tackt Striemen.\nAber das Auge schlürft Kreuzliebe.\nHeiland, heile!\nGründer, gründe!\nLiebe, liebe!\nSteig aus tiefstem Grund,\nwachs den heiligen Turm.\nKlingt durch Toben, Wüten, Brünsten, Flammen\nlichte, feste Stille:\nLiebe:\nWeg, Wahrheit, Leben.\nTürm auf!\nTürm Du!\n\nGünther Mürr,\n\nDer Greis in der Versammlung\n\nMynona\nMüller vom Kohlensyndikat hatte gerade zu reden be-\ngonnen. Sechsunddreißig Aktionäre saßen auf braunen Holz-\nstühlen im Halbkreis. Der mittelgroße Saal wirkte in nüch-\nterner Eleganz. Schobelske (i, F. Rosse & Hesemann) sagte\nzu seinem Nachbarn: wenn nur der alte Seveking nicht noch\nin letzter Minute kommt! Und richtig, ,in letzter Mi-\nnute öffnete der Diener die dunkelrote Portiere. Müller\nunterbrach sein Referat; die sechsunddreißig Köpfe renkten\nsich auf den weißen Kragenhälsen um; Schobelske meckerte\nleise. Seveking, ein bartloser Greis, mit schneeweißem Haupt-\nhaar, welches starr nach oben gekämmt war, weißlockigen\nBartkoteletten und unerhört hellgrauen großen Augen von\neigentümlich hohlem, leeren Blick, näherte sich mit schlurren-\nden Schritten. Nach jedem zweiten Schritt stand er längere\nZeit still. Er trug in der Rechten eine Art Schulmappe, in der\nLinken eine blaue Hornbrille. Seine Schuhe schienen absatzlos;\ndie Hosen, viel zu lang, schlamperten wie eine schwarze\nSchleppe zwischen seinen kurzen Beinen. Den großen Ober-\nkörper umhüllte schwarz ein ungeheurer Gehrock, dessen\nSchöße krcuzschnabelartig übereinander schlugen. *Vorn kam\neine himmelblaue Sammetweste mit großen Goldknöpfen zum\nVorschein. Seltsamer Weise trug er den jugendlichsten\nSchillerkragen mit weißseidener Künstlerschleife. Seveking\nschrie mit schnarrender Stimme, indem er wieder stillstand:\nFahren Sie nur fort, Müller.! — Müller wiederholte und been-\ndigte den letzten Satz: Es steht nun einmal so, daß sich der\ngemeinsame Stollenbetrieb nicht mehr rentiert. Wir haben zu-\nsammen gegen zweitausend Bergleute, die W'eiber und mitar-\nbeitenden Kinder eingerechnet. Wir kommen gemeinsam nicht\nmehr auf unsere Rechnung. Die Sache sollte jetzt verstaatlicht\nwerden. Der Staat kauft unsere Anteile auf. Wir bleiben aber\nmit einem kleinen Prozentsatz beteiligt . . . Hier mußte Müller\ninnehalten. Seveking war auf dem glatten Parkett mit lautem,\nKnall ausgeglitten. Statt sich aber wieder zu erheben, blieb er\nsitzen, wo er saß, wehrte mit heftigen Gesten den Saaldiener ab;\nder ihm aufhelfen wollte. Er setzte seine blaue Brille auf und\nentnahm seiner Mappe ein Papier, in das er sich vertiefte,\nSchobelske ging zu ihm hin: Her Sevekiing, so geht das aber\nnicht. Soll ich Ihnen Ihren Stuhl hierherbringen? Müller hat\nsich schon zweimal Ihretwegen unterbrechen müssen. Müller,\nein schneidiger, schwarzer Kerl, wirbelte wütend seinen\nSchnurrbart. Fahren Sie nur fort, Müller, schrie Seveking\nüberlaut. Ich habe mir beim Fall, glaube ich, das Knie verrenkt"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "86", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.10", "texte": "stehe Folterqualen aus, beherrsche mich aber, — Was heißt\ndas, fragte Müller, wollen Sie sich nicht lieber nach Haus\nschaffen lassen? Man wird Ihnen das Protokoll zusenden, —\nFahren Sie fort, schrie Seveking schmerzlich und noch lauter.—\nMüller fuhr mit ungeheurer Verachtung fort: Das Gerücht, wo-\nnach drei unserer Gruben erschöpft wären, hat uns beim Mi-\nnisterium geschadet, sonst wären die Verhandlungen schon per-\nfekt, Exzellenz Heisstraller hat die Akten eingesehen und einen\nsehr günstigen Eindruck bekommen, Die Stimmung unter den\nLeuten kommt der Verstaatlichung entgegen; die Leute sind\neben auch lieber Staatsbeamte als Private, — Ein dumpfes Aech-\nzen kam aus der Gegend Sevekings, Der Greis hatte sich halb\nerhoben und sich rasch wieder fallen lassen: oh oh! stöhnte er,\nMüller schlug mit der Hand aufs Katheder und schwieg still.\nEinundzwanzig Herren, Schobelske voran, verließen ihre\nPlätze und stürzten auf Seveking zu. Dieser wurde\nwütend. Er schnaubte sie schmerzlich, fast weinend an:\nSo laßt mich doch! Setzt euch doch wieder hin,\nmeine Herren. Fahren Sie doch fort, Müller, zum\nTeufel! Kümmert euch nicht um mich! — — Lassen Sie\nsich wenigstens auf ein Ruhebett tragen, riet Schobelske. Der\nGreis wurde puterrot. Nein! heulteer. Fahren Sie fort, Müller!\nMüller riet energisch zur Verstaatlichung. Es ist der große Zug\nunserer Zeit, sagte er. Die sogenannte freie Konkurrenz ist an\nsich nicht nur Unfug, sondern grade weil sie es ist, führt sie in\nihrer letzten Konsequenz zu Sammlung der Energien in einer\nHand; aber diese ist dann eben eo ipso nicht mehr privat; diese\neine, mächtige Hand kann dann aber nur der Staat selber\nsein. Ergo —— — Aber bester Seveking, unterbrach er sich,\nes geht doch nicht! Das geht doch nicht! Alle sahen hin, Seve-\nking hatte seine Hose hochgestreift; er knöpfte auch oben an\nihr herum, zupfte an seiner Leibwäsche und untersuchte sein\nKnie, das er sorgfältig befühlte, wobei er lauter trillernde kleine\nSeufzer ausstieß. Fahren Sie nur fort, Müller! In Henkers\nNamen, brüllte er, dem Weinen nahe! Es geht, es geht schon:\nNach Ihnen rede ich. — Ah, raunte Schobelske, ich glaube, der\nalte Fuchs macht nur Obstruktion; die Verstaatlichung paßt ihm\nnicht. Müller schloß: ergo und ceterum censeo: Liquidation;\nstaatlicher Ankauf. Ich bitte um. Beschlußfassung. — Erst will\nich noch reden, blökte Seveking. Er war ausgestanden, hatte\naber vergessen, die Hose herunterzustreifen und zuzuknöpfen.\nSeine seidene Schleife hatte er abgenommen und um sein Knie\ngeschlungen, unter dem seine grünen Dessous hervorlugten. Den\nDiener, der ihn stützen wollte, stieß er wütend zurück. Er er-\nklomm wimmernd die Stufen zum Katheder und stand Auge in\nAuge mit Müller. Beide sahen sich voller Haß an. Müller, beide\nGruben, Seveking traurig, sind erschöpft. Ich alter Mann\nwäre sonst garnicht hergekommen. In meiner Mappe sind die\nDokumente darüber. Natürlich ist Müller fein raus bei der Ver-\nstaatlichung, Und ich, der die meisten Gruben, und die ergie-\nbigsten besitze, fliege rein. Ich armer alter Mann muß das ver-\nhindern, bin darum gekommen, trotzdem ich hier garnicht gern\nbin. Falle immer hin, gleite aus, Mein Knie schmerzt außer-\nordentlich. Ach! Ach! — Müller hatte sich käsebleich auf\nseinen Platz gesetzt. Er zitterte. Schobelske spitzte die Lippen\npfiffig: sein Knie schmerzt ihn garnicht; er hat, wie gesagt, ob-\nstruiert. — Die Beschlußfassung wurde wirklich aufgeschoben.\nMüller verließ spornstreichs das Lokal. Seveking schlang\nseine Binde um den Hals, ließ die Hose herunter und eilte ihm\nnach. Müller, rief er lachend, Müller! Müller, im Begriff seine\nKutsche zu besteigen, hielt inne. Ha? fragte er. Fahren Sie\nfort, Müller! Fahren Sie jetzt nur fort! — Und Müller fuhr fort.\nVon Sonne Gnaden\nHerr Wilhelm Hausenstein hat sich der Tageskritik in den\nMünchner Neusten Nachrichten ergeben. Er wurde zu dieser\nTätigkeit berufen, nachdem er einige Vorworte über die neue\nKunst geschrieben hat, die man bei der Firma Goltz darunter\nversteht. In einem solchen Vorwort machte sich dieser Herr\nWilhelm Hausenstein über die Tageskritiker älterer Zeit lustig,\nnicht ohne sich auf Carlyle zu berufen und schloß: ~Diese Fälle\ncharakterisieren die Unverantwortlichkeit der Tageskritik. Die\nHe rren mögen moralisch sein, aber sie haben nichts mit der\nKunst zu tun. Darin liegt ihre Unverantwortlichkeit, Ich.\nsammle mir die Kritiken von heute, auswärtige und münchne-\nrische, In zehn oder fünfzehn Jahren gedenke ich, wenn die\nSonne mir das Leben schenkt, ein artiges Bändlein zu ver-\nöffentlichen, Hoffentlich leben dann die Rezensenten noch,'\nDie Sonne wird ihnen das Leben schenken und Herr Wilhelm\nHausenstein wird hoffentlich nicht vergessen, seine eignen\nKritiken in diesem artigen Bändlein zu veröffentlichen, Das.\nwäre unverantwortlich. Einen besonderen Ausblick wird der\nRückblick bieten, den dieser Herr Wilhelm Hausenstein auf die\nerste Sturm-Ausstellung in München warf, Herr Hausenstein\ngilt nämlich in schlicht bürgerlichen Kreisen Münchens als\nKenner des Expressionismus, Und zwar wegen seiner Vorworte\nHerr Hausenstein ist sehr moralisch, hat aber nichts mit der\n*\nKunst zu tun. Er hat deshalb in diesen Vorworten Worte von\nKünstlern aufgeschrieben. Man erkennt aus der Wahl, daß er\ndiese Worte intellektuell verstanden hat. Vor der Kunst hin-\ngegen steht er ratlos. Neue Kunst ist ihm, was bei Goltz aus-\ngestellt wird. Sogar die Herren Brockhusen, Hoetger und Kolbe\nrechnet er dazu. Darin liegt seine Unverantwortlichkeit. Aber\nHerr Wilhelm Hausenstein ist nicht einmal moralisch belastet,\nEr stellt sich jetzt eine Aufgabe, die eben intellektuell nicht zu\nlÖsen ist: ~Die Aufgabe liegt sehr einfach so: die guten Bilder\nvon den schwachen und schlechten zu unterscheiden. Selbst-\nverständlich, daß sie im letzten Grunde niemals anders liegen\nkonnte.\" Selbstverständlich, Nur kann sein Selbst sich nicht\nin Kunst verständlich machen. Und ruhigen Mutes gibt Herr\nHaus enseein Urteile ab: ~Aus dem ausgestellten Bild von Jacoba\nvan Heemskerck springt kein Funken Talent. Ein Frühling von\nNeil Waiden, ein Bild von Georg Muche — dies ist Inbegriff\nexpressionistisch aufgetragener Nichtigkeit. Endlich Chagall.\nSomnambul oder raffiniert? Ohne Zweifel eine nicht gemeine\nBegabung.\" Diese Urteile mögen ja nicht für das artige Bänd-\nlein vergessen werden. Der Münchner Expressionist schließt:\n„Man sehnt sich nach dem Maler, der eine unzerstückte Realität\nmalt — gesehene oder geglaubte: Mit gutem Griff rund um die\nFig ur. Es lebe Rubens.\" Dem zwar nicht die Sonne aber der\nviel wichtigere Herr Hausenstein das Leben schenkt. Er hat\njedenfalls mit der Besprechung der Sturm-Ausstellung seine\nFigur mit gutem Griff endgültig neben die Kunst gestellt. Herr\nHoetger möge sich diese Realität nicht entgehen lassen.\n\nHerwarth Walden"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.11", "texte": "Verantwortlich für die Schriftleltung:\nLothar Schreyer\nVerantwortlich für den gesamten Inhalt und Verlag\nF. Harnisch / Berlin W 35\nDruck Carl Hause / Berlin SO 26\n\nVerlag Der Sturm\nBerlin W 9 Potsdamer Straße 134 a\nl ernruf Ami Liitzow 4443\nMonatssclirift Der Sturm\nErscheint am malzehnten jedes Monats\nBauerbezug\nGewohnliche Ausgabe: Flir Deutsch-\n1a n d un d Oesterreich-Ungarn:\nEin Jahr 6 Mark / Ein Halbjahr 3 Mark /\nEinzelheft 1 Mark Fiir das Ausland;\nEin Jahr 8 Mark Ein Halbjahr 4 Mark /\nEinzelheft 1 Mark 50 Pfennig\nSonder - Ausgabe: Ungebrochene\nExemplare, Versendung in R o 1-\nlen direkt durch die Po s t / Fiir\nDeutschlandund Oe sterr eich-\nUngarn: Ein Jahr 12 Mark / Fii r das\nAusland: Ein Jahr 14 Mark\n\nPr e is e der friiheren Jahrgange\nVoHstan lige Ausgabe\n1. Jahrgang 1910/11\n2. Jahrgang\n3. Jahrgang\n4. Jahrgang\n5. Jahrgang\n6. Jahrgang\n7. Jahrgang\n8. Jahrgang\nGewohnliche\nAusgabe:\n30 Mark\n1911/12 30 Mar1:\n1913/14\n1914/15\n1915/16\n1916/17\n20 Mark\n20 Mark\n20 Mark\n30 Mark\nSonder-\nausgabe:\n40 Mark\n40 Mark\n30 Mark\n30 Mark\n30 Mark\n40 Mark\n1917/18\nEinzelhefte, soweit \\orhanden, erster bis\nachter Jahrgang je 1 Mark\n\nBiicher aus dem Verlag Der Sturm\nPeter Baum\nSchiitzengrabenverse\nQebunden 3 Mark\nFranz Richard Behrens\nBlutbliite / Gedichte\nSeheftet 3 Mark / Gebunden 4 Mark 50 Pfennig\nHermann Essig\nDer Frauenmut Lustspiel\nOberteufel / Tragodie\nIhr stilles Gliick / Drama\nEin Taubenschlag /' Lustspiel\nNapoleons Aufstieg Tragodie\nDer Wetter frosch Erzahlung\nJedes Buch 2 Mark 50 Pfennig / Qebunden 4 Mark\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte\nOefieftet 3 Mark / Qebunden 4 Mark 50 Pfennig:\nAdoli Knoblauch\nDie schwa rze Fakne / Eine Dichtung\nQeheftet 2 Mark\nKreis des Anfangs / Friihe Gedichte\nGeheftet 5 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nOskar Kokoschka\nMorder Hoffnung der Frauen\nDrama mit Zeichnungen\nQebunden 15 Mark (Auflage 100)\nSonderausgabe vergriffen\nErnst Marcus\nDas Problem der exzentrischen\nEmpfindung und seine Losung\n4 Mark 50 Pfennig\nWilhelm Range\nDas D en k en traumt / Gedichte\n3 Mark / Qebunden 4 Mark 50 Pfennig\n\nPaul Scheerbart\nGlasarchitektur / In 111 Kapiteln\nGeheftet 2 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nLothar Schreyer\nMeer / Sehnte / Mann / Draraen\n3 Mark\nAugust Stramm\nDul Liebesgedichte\nGeheftet 3 Mark\nDie Menschheit\n1 Mark 50 Pfennig\nHerwarth Walden\nDas Buch der Menschenliebe\nGeheftet 3 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nDie Hart e der Weltenliebe /\nRoman\n4 Mark / Gebunden 6 Mark 50 Pfennig\nSonderausgabe (Auflage 10) 50 Mark\nGesammelte Schriften: Band I\nKunstmaler und Kunstkritiker\nGeheftet 2 Mark 50 Pfennig\nWeib I Komitragodie\nGeheftet Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nErste Liebe Ein Spiel mit dem Leben\nDie Be i d en / Ein Spiel mit dem Tode\nSlinde / Ein Spiel an der Liebe\nLetzte Liebe / Komitragodie\nGla u be Komitragodie\nJedes Buch 1 Mark 50 Pfennig\nKind/ Tragodie\nT r ie b / Eine biirgerliche Komitragodie\nMens c h en Tragodie\nJedes Buch 3 Mark\nSiurm-Biicher I; August Stramm: Sancta\nSusanna / II: August Stramm: Rudi-\nmentar / III: Mynona: Fur Hunde und\nandere Menschen / IV: August Stramm;\nDie Haidebraut / V. August Stramm: Er-\nwachen / VI: Aage von Kohl: Die Hange-\nmatte des Riuge / VII: Adoli Behne: Zur\nneuen Kunst / VIII: August Stramm:\nKrafte / IX: Aage von Kohl: Die rote\nSonne / X: Aage *o:a Kohl: Der tierische\nAugenblick / XI: August Stramm: Ge-\nschehen: /' XII: August Stramm: Die Un~\nfruchtoaren I XIII: Peter Baum: Kyland /\nXIV: Lothar Schreyer: Jungfrau\nJedes Sturmbuch 90 Pfennig\n\nMusik\nHerwarih Walden\nGesammelte Tonwerke\nDatin I Vergeitung / Verdammnis\nDichtungen von Else Lasker-Schiiler\nFiir Gesang und Klavier / Je 2 Mark\nBruder Liederlich / Werk 51\nFiir Gesang und Klavier I 2 Mark\nEntbietung / Werk 92\nDichtung von Richard Dehmel\nFiir Qesang und Klavier / 2 Mark\nZehn Dafnislieder I Werk 11\nZu Qedichten von Arno Holz\nFiir Qesang und Klavier / 3 Mark\nDie Judentochter / Werk 17\nFarbige Umschlagzeichnung von Oskar Kokoschka\nFiir Gesang und Klavier / 1 Mark 50 Pfennig\nSchwertertanz I Werk 18\nFur Klavier / 4 Mark\nDer Sturm / Heeresmarsch / Werk 21\nFiir Klavier / 1 Mark\nTanz der Tone I Werk 23\nFiir Klavier / 3 Mark\n\nHand dru eke\nOskar Kokoschka; P1 ak a t ftir die Zeit-\nschrift der Sturm / Originallithographie\nAbzug 30 Mark\n\nSturm-Karten\nJcde Karte 20 Pfennig\nNach Gemalden, Zeichnungen und Bitd-\nwerken folgender Kiinstler:\nAlexander Archipenko 4\nRudolf Bauer 4\nVincenc Benes 1\nUmberto Boccioni 2\nCampendonk 2\nMarc Chagall 7\nRobert Delaunay 1\nLyonel Feininger 1\nAlbert Gleizes 2\nJacobavan Heemskerck 3\nHjerten-Griinewald 1\nAlexei von Jawlensky 2\nKandinsky 3\nPaul Klee 1\nOskar Kokoschka 2\nOtakar Kubin 1\nFernand L£ger 2\nAugust Macke 1\nFranz Marc 2\nCarl Mense 1\nJean Metzinger 1\nGeorg Muche 1\nGabriele Miinter 1\nNegerplastik i\nGeorg Schrimpf 1\nGino Severini 4\nFritz Stuckenberg I\nArnold Topp 1\nMaria Uhden 1\nNell Walden 1\nWilliam Wauer 5\nMarianne von Werefkin 2\n\nSturm- Ausstellungskataloge\nMit Abbildungen\nAlexander Archipenko Skupina\nRudolf Bauer Kandinsky\nMarc Chagall Gino Severini\nDie Futuristen\nJe 6U Pfennig\nFranz Marc\n1 Mark\nErster Deutscher Herbstsalon Der Sturm 1913\nMit 50 Abbildungen in Kupfertiefdruek\n2 Mark\n\nKunstdrucke aus dcm Verlag Der Sturni\nAui Japan- und Biittenpapier\nJeder Kunstdruck 5 Mark\nRudolf Bauer\nSchwarz-Wei6-Komposition 14\nUmberto Boccioni: Abschied Die Abfah-\nrenden / Die Zuruckbleibenden\nMarc Chagall: Interieur / Der Jude j Der\nGeigenspieler / Die Schwangere / Esseuder\nBauer / Madchen\nRobert Delaunay: Der Turin\nLyonel Feininger: Klein Schmidthauneu /\nMark Wippach II\nJacoba van Heemskerck: Baum / J and-\nschaft\nPaul Klee: Kriegerischer Stamm\nOskar Kokoschka Menschenkcpfe:\n1 Adolf Loos I 2 Herwarth Walden / 3 Karl\nKraus / 4 Richard Dehmel / 5 Paul SHhner-\nbart I 6 Yvette Guilbert\nOskar Kokoschka: Tierbilder\nFernand Leger: Akt\n\nSturm-Kiinsiler / Lichtbildkarten\nJede Karte 20 Pfennig\nI. August Stramm\n11. Herwarth Walden\n111. van Heemskerck\nIV. Kandinsky\nV. Rudolf Bliimner\nVI. Campendonk\nVII. Peter Baum\nVIII. Hermann Essig\nIX. Oskar Kokoschka\nX. Adolf Knoblamli\nXI. Paul Klee\nXII. Gabriele Miin^r\nXIII. Rudolf Bauer\nXIV. Nell Walden\nXV. Mynona\nXVI. Kurt Heynicks\nXVIII. William Wauer\nXX. Cieorg Muche"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "88", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19180915-01.1.12", "texte": "Leitung der Sturmschule für Holland:\nJacoba van Heemskerck / Den Haag\nAnmeldungen durch den Sturm / Berlin W 9\n\nDer Sturin\nStandige Ausstellungen\n1: Berlin / Potsdamer Sirafje 134 a\nGeiH&et tagHch yea 1§—6 Uhr / Soantags\nvon 11—2 Uhr\nTageskarte 1 Mark / Jahreskartc 6 Mark\nM&Ratlicher Wechse!\nSechsundsechzigsle Aussieltung\nSeptember 1918\nCampendonk\nWalter Dexel\nSiebenundsechzigste Aussiellung\nOktober 1918\nRudolf Bauer\nEroffnung: Sonnfag den 29. September\n2: Frankfurt am Main\nTiedemanns Buchhandlung / Reitz und\nKohler\nSchillerstraße 15\nGeoffnet wochentags von 9—7 Uhr\nOktober 1918\nErste Ausstellung\nMarc Chagall\nWilliam Wauer\n\nAusstellungen\nMiinchen / 15, Juni bis 30. September\nSturm-Ausstellung / Komsthaus Das Reich\nBreslau / Galerie Arnold\nSturm - Gesamtschau\nEroffnung: 10. Oktober\nHalle an der Saale / Oktober\nSturm - Gesamtschau\n\nDER STURM\nvertpitt iolgende Kiinstler ausschlieOiich\nund verfiigt iiber ihre Werke (Gemalde /\nGraphfk / Kolzschnitte / Handdrucke) zuat\nVcrkauf trod zu AussteUungen In der gan-\nzea Welt:\nRudoli Bauer / Campendonk / Marc Cha-\ngaM i Jacofea van Heemskerck / Kandmsky I\nGeorg Muche / Fritz Stiickenberg / William\nWatier I Nell Wakleo\nDER STURM\nverlrfK filr D®«tseiiland iolgende Kiiiastier\nand v®rMgt ihre Werke zum Verkattf\nand fur AussteHuageis:\nGosia Adrian-Nilsson Alexander Archi-\npenko I Fritz Batmiann / Vinceac Benes\nUmberto Boccioni / Carlo B. Carra / Max\nErnst I Lyonel Feininger / Broil Filla /\n\nAlbert Gleizes / Otto Gutireund / Oswald\nHerzog / Sigrid Hjerten-Griinewald / Isaac\nGrsmewald / Johannes Itten / Alexei von\nJawlensky / Paul Klee / Oskar Kokoschka\nI Otakar Kubin / Fernand Leger / Franz\nMarc I Gabriele M (inter / Jean Metzinger /\nFrmacis Ficabia / Giito Sererini / Arnold\nTopp I Maria Uhden / Marianne yon\nWerefkin\n\nSturmschule\nLeitung : Herwarth Waldea\nDrittes Jahr\nBerlin / Potsdamer Straße 134 a\nUnterricht und Ausbildung in der\nexpressionistischen Kuast\nBiihne I Schauspielerei / Vortragskunst /\nMalerei / Dichtung / Musik\nLehrer der Sturmschule\nRudolf Bauer\nRudolf Bliimner\nCampendonk\nJacoba van Heemskerck\nPaul Klee\nGeorg Muche\nLothar Schreyer\nHerwarth Walden\nSprechstunden der Leitung: Dienstag, Mittwoch,\nFreita-g, Sonnabend 4—5 / Das Sekretariat ist\ntagiich von 10-—6 geoffnet\n\nSturm-Abende\nVercin \\ur Kunst / Funizehntes Jahr\nIn der Kunstausstellung Der Sturm / Berlin\nJeden Mittwoch %S Uhr\nVortragender: Rudoli Blumner\nKarten zu 5, 3, 2, 1 Mark im Vorverkauf und an\nder Afeeadkasse\n\nWorpswede: 15. September\nHa He an der Saale: 6. Oktober\nBreslau: 22. Oktober\n\nVerein fur Kunst\nF&nfzehntes Jahr\nJahresbeitrag 20 Mark\nRechte: Freier Bezug der Zeitschrift Der\nSturm I Freier Besuch der Stureh-Ausstel-\nlurite n I Jahrlich 2 Kunstdrucke\nAnmeldungen durck den S t u r aa\n\nKunstbuchhandlung\nDer Sturm\nPotsdamer Straße 138 a\nFernruf Liitzow 4443 • '\nhat gute und seltene Biicher tmd Not en\nvorratig und nimrat Besteilungen entgegea\n\nVerein Sfurmbiihne\nVorsitzender: Dr. John Schikowski\nGeschaftssteile: Charlottenburg / Scharrenstr&£e II\nAufruf und Satzungen kostenles\nErsie Auffiihrung derSturmbuhne\nTheater der Expressionisten:\n15., 18., 19. Oktober\nNur vor Mitgliedern des Vereins Sturm-\nbiihne\nAnmeldungen zur MitgHedschaft werden auch \\\\m\nSturm erjtgegengenoramen\n\nNeuarizeigeri Der Sturm\nExpressionismus / Die Kimstwende\nHerausgegeben von Herwarth Walden\nBeitrage von Kandinsky / Herwarth W«l-\n-den / Lothar Schreyer / Rudolf Bliimner /\nRudolf Bauer / William Wauer / Max Ver-\nworn I und anderen\nMit 140 Abbildungen / zum Teil ganzseiftj\nnach Bildern und Bildwerken samtliohex\nKunstler des Sturm / der Urvolker «sd der\nVolkskunst Mit mehrfarbigen Beilagen\nFarbige Umschlagzeichming von William Wauer\n25 Mark I Gebunden 35 Mark / Museums-\nausgabe mit Originalen Nummer I—lo1—10\nM 200— Nummer 11—50 M 100—\nSturm-Abende / Ausgewahlte Gedichtc*\nDas Buch enthalt die Gedichte, die Ru-\ndolf B1 iimner an den St u r m-Ab e\nden vortragt\n4 Mark\nDie Sturra-Buhne\nJahrbuch des Theaters der Expressionistem\nJede Folge 60 Pfennig\nJahrbuch 6 Mark\nVierte und fiinfte Folge erschienen\nHerwarth Walden: Einblick in Ktias^\nMit vierundsechzig Abbildungen nach Ge-\nmaiden der Sturm-Kimstler\nZweite Auflage\n5 Mark\nSturm-Biiderbiicher\nGanzseitige Abbildungen der\nI: Marc Chagall\n4 Mark\nII: Alexander Archipenk©\n4 Mark\nIII: Paul Klee\n4 Mark 50 Pfennig\n\nAnzeigen werden nicht aufgenommen\nVon alien Holzscbnitten der Zeitschriit Der Sturm\n<und signierte und nunerierte Handdrueke\nvon den s*eisten Zeichßungen Kunstdrueke\nkauflich zu erwerbeu. Die Originate shid ver-\nkauflich.\nAusiiihrliche Vcrzeichnisse des Verlags v\nDer Sturm kostenlos"}]}