{"numero_id": "bm-bmtnabg-1919-05-10-01", "volume": "bmtnabg_1919-05-10_01", "ocr_sha256": "43777f4ab85fa73dd18bb22930961425d8642e45ca0f92743a9544597843d56b", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1919/05/10_01/bmtnabg_1919-05-10_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1919/05/10_01/bmtnabg_1919-05-10_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1919-05-10-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-05-10_01#c001", "volume": "bmtnabg_1919-05-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "17", "page_fin": "17", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.2.1", "titre_corps": "Oswald Herzog: Erwachen / Holzschnitt Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Oswald Herzog: Erwachen / Holzschnitt Vom Stock gedruckt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "17", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.1", "debut_caractere": 88, "fin_caractere_exclue": 144, "texte": "Oswald Herzog: Erwachen / Holzschnitt\nVom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-05-10-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-05-10_01#c002", "volume": "bmtnabg_1919-05-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "18", "page_fin": "20", "image_debut": 2, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.2.2", "titre_corps": "Der neue Mensch", "titre_sommaire": "Der neue Mensch", "signature_source": "Lothar Schreyer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "18", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4003, "texte": "Der neue Mensch\nLothar Schreyer\nWir Menschen sind Träger der Weltwende,\nihr Werkzeug, ihr Opfer,\nIn uns zerbricht die alte Welt. Die neue Welt\nersteht in uns.\nDie Welt des Leidens, die Welt unseres Lei-\ndens zerbricht,\nUnsere Familie ist das Leiden,\nDie Familie zerbricht. Wir fühlen den lauten\nund stummen Haß der gefesselten Männer\nund Frauen, die dumpfe Gewohnheitsgier der\nGeschlechter, Jede Ehe ist gebrochen durch\njedes' Begehren nicht angetrauten Leibes,\nJede Ehe ist Lüge, Darum fliehen die Kin-\nder vor ihren Eltern, Daher schämen sich die\nEltern vor ihren Kindern, Daher kennt keine\nMutter, kein Vater das Kind. Darum ist\nKindheit Leiden. Eltern wollen das Kind\nschaffen nach ihrem Bilde, Gebrochen wird\nder Wille des Kindes durch Prügel, durch\nNäscherei. Die verlorenen Söhne, die ver-\nlorenen Töchter klagen an. Die Anklage ist\nihr willenloses, ihr unterjochtes Leben.\nFrei sollen Kinder sein: Kind und Mann und\nWeib.\nUnsere Gesellschaft ist das Leiden.\nIn der Gesellschaft gesellen sich die Men-\nschen nicht. Wenige glauben Güter zu ha-\nben. Die Wenigen versklaven zahllose Men-\nsehen. Sklaven und Sklavenhalter sind\nschlecht. Schlecht sind sie um Güter willen,\ndie keine Güter sind. Die Güter sollen die\ngute Gesellschaft verschönen. Anklage ist\ndiese Schönheit, so schwer, daß niemals froh\nwerden kann, wer sie hört. Wir sind schul-\ndig. Die Gesellschaft hört es nicht. Sie unter-\nhält sich zu laut,\nDer Mann hat einen Beruf, Er muß Geld\nverdienen. Wer reich ist, kann alles haben,\nAber die Berufenen dienen und haben nichts\nund bauen am neuen Risich, Die Frau putzt\nihre Reize, Wenn sie keinen Mann findet,\nder ihren Reizen dient und für sie verdient,\nmuß sie selbst Geld verdienen. Und wenn\nMann und Frau nicht genug verdienen, müs-\nsen die Kinder Geld verdienen. Die Arbeit ist\nkein Segen, Die Arbeitsteilung, ins Unge-\nmessene gesteigert, hat die Arbeit zum Un-\nseren gemacht. Der Taumel der Arbeit\nstockt. Aber die Gesellschaft hört nicht das\nSchuldig, Sie unterhält sich zu gut.\nDiese Gesellschaft hat sich eine Wissen-\nschaft gemacht. Diese Wissenschaft hat\nlängst bewiesen, daß ihre Gesellschaft die\nvernünftige Entwicklung der Menschheit ist,\nAber das Entwicklungsgesetz, schon längst\nbrüchig, zerbricht.\nDiese Gesellschaft hat sich eine Kunst\ngemacht. Die Kunst verherrlicht die Men-\nschen der Gesellschaft und verschönt ihr Da-\nsein, Die armseligen Lügner belügen sich\nselbst.\nDiese Gesellschaft hat sich eine Kirche ge-\nmacht, Die Menschen nennen sich Christen\nund reden von Glauben, Sie handeln wie der\nAntichrist und glauben es nicht.\nDiese Gesellschaft hat sich eine Moral ge-\nmacht. Durch diese Moral ist die Unsittlich-\nkeit Sitte geworden. Die Moral des Ge-\nnusses, die Moral der Langeweile haben der\nGesellschaft den Lebenskünstler gegeben.\nDer Lebenskünstler ist der Widersacher der\nMenschheit,\nDiese Gesellschaft hat sich einen ununter-\nbrochen redenden Anwalt gemacht: die\nPresse. Die Presse erzeugt die öffentliche\nMeinung des Hasses, der Betriebsamkeit, der\nOberflächlichkeit. Sie nimmt nichts ernst,\nweil sie nichts weiß, Sie betreibt alles, weil\nsie nichts kann, Sie lebt vom Haß, weil die\nLiebe ihrer Gesellschaft ein geschlechtliches\nGenußmittel ist.\nDiese Gesellschaft nennt sich gebildet.\nLins schaudert vor ihrer Bildung, Denn wir\nhaben sie mit unserem Leib gelitten. Darum\nwollen wir gesunden von dieser Bildung, Und\nniemand mehr soll unter ihr leiden. Darum\nmuß diese Bildung fallen,\nDie Presse und die Moral der Gesellschaft\nzerbrechen,\nKirche, Kunst und Wissenschaft der Gesell-\nschaft zerbrechen.\nDie Arbeit, durch die diese Gesellschaft zu-\nsammenhält, zerbricht.\nDie Gesellschaft ist am Ende,\nAlle Menschen sollen frei sein.\nFrei sein, das heißt: nicht leiden.\nUnser Staatswesen ist das Leiden,\nDer Staat ist das Idol, von der Gesellschaft\nnach ihrem Bilde geschaffen, der selbstein-\ngesetzte Gott, Seine Heiligkeit ist verab-\nredet, In seinem Namen werden die Kinder\nzwangserzogen, daß die ungemess*ene Ar-\nbeitsteilung ihnen heilig werde. Der Staat"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4219, "texte": "lebt vom Handelsgewinn der Gesellschaft.\nDer Handel erzielt einen Gewinn durch die\nVermittlung der Güter, Wenn einer gewinnt,\nmuß ein anderer verlieren. Das Gut be-\nkommt keinen höheren Wert durch den Han-\ndel, Der aufgeschlagene Gewinn ist eine\nWerttäuschung. Wer die Gütervermittlung\nfür eine Leistung hält, die zu Ungunsten des\nGutes bewertet werden muß, der leugnet,\ndaß jeder Mensch aus sich heraus ein Recht\nam einzelnen Gut hat. Das ist das Recht des\nStaates, Im Namen des Staates hat die Ge-\nsellschaft eine Rechtsordnung geschaffen,\ndurch die sie sich sanktioniert. Daher straft\nder Staat den, der sich außerhalb der Gesell-\nschaft stellt, Im Strafrecht wird das Recht\neine Strafe, und die Gesellschaft ahnt nicht,\ndaß sie damit ihr Recht widerlegt. Zur\nDurchführung der Gesellschaftsordnung sind\ndem Staat Beamte gegeben: die Staatsdiener,\nIn der Beamtenschaft ist die Verantwortungs-\nlosigkeit zum System erhoben. Nicht der\nDiener, der Beamte, ist für seine Tat verant-\nwortlich, sondern der Herr, der Staat, Aber\nden Staat kann niemand zur Verantwortung\nziehen, da er ein Idol ist, wie der liebe Gott,\nIm Namen dieser Idole schließen die Beam-\nten aller Länder Ententen und Völkerbünde,\nDie Beamten können die Gesellschaft nicht\nmehr retten, auch nicht, wenn sie ein Ober-\nidol, einen Oberstaat hinzaubern. Es ist zu\nspät,\nDie Staaten zerbrechen,\nAJie Menschen sollen frei sein.\nDie Welt des Leidens zierbricht.\nDie Ursache des Leidens ist der Machtwille,\nder die Erde und ihre Güter erfaßt. Jeder\nwill alles haben. Der maßlose Daseinskampf\nhat uns Menschen schlecht gemacht. Alle\nkämpfen gegen alle. Das Wort Mein und\nDein hat die alte Welt zur Hölle gemacht,\nMein Land, mein Haus, mein Weib, mein\nKind, mein Kleid, mein Brot. Das Wort\nMein und Dein trennt Mensch von Mensch,\nDiese Trennung kann die Gesellschaft nur\nüberbrücken durch Geld oder die Liebe der\nGeschlechter. Darum ist das Geld und diese\nLiebe die Leidenschaft der alten Welt, Aber\ndie Leidenschaft schafft nur Leiden. Die\nTrennung wird nur scheinbar überbrückt; sie\nwird größer. Der eine vermehrt das Seine,\nder andere verliert es. So wird Reich und\nArm, so wird Glück und Unglück, Die Welt-\nwende zerbricht Arm und. Reich, Unglück\nund Glück,\nDie Weltwende zerbricht die Leidenschaft\nund Mein und Dein.\nDer alten Welt Machtwille zerbricht,\nSo werden die Menschen frei.\nWir werden frei.\nZahllose wenden sich ab von der alten Welt\nund suchen die neue.\nViele gehen bewußt die Wege zur neuen\nWelt und fühlen das Ziel,\nIn allen wird der neue Mensch,\nWir erkennen den neuen werdenden Men-\nschen an seiner Tat, Seine erste Tat ist Ab-\nkehr von der alten Welt, Er tut nicht mehr,\nwas die alte Welt von ihm fordert. Oft ist\nsein Tun nur schüchtern, Denn vielen ist der\nWeg schwer und ihre Kraft ist gering, Wir\nhaben mit ihnen Geduld, wenn sie mit sich\nselbst keine Geduld haben. Einer hat er-\nkannt, daß jede Wohltätigkeitsveranstaltung\nschlecht ist und lehnt nun jede Teilnahme\nab. Eine Frau hat erkannt, daß sie nicht\nbesser wird, wenn sie ihre Reize herausputzt,\nund tut es nicht mehr. Einer weiß, daß die\nKirche keine Christen macht, und läßt sein\nKind nicht taufen. Einer sieht die Schlech-\ntigkeit der Presse der Gesellschaft und liest\ndiese Presse nicht mehr. Das sind erste\nkleine Schritte der Menschen, die' sich fort-\nwenden von der alten Welt, Dann kommen\ndie entscheidenden Taten, durch die der\nMensch die alte Welt verläßt, sie in sich zer-\nbricht und vergißt,\nVöllige innere und äußere Abwende des\nMenschen von der alten Welt und ihrer Ge-\nsellschaft, Familie, Staat, Kirche, Kunst,\nWissenschaft, Moral, Bildung ist Voraus-\nsetzung für die Freiheit der neuen Welt,\nNun erleben wir die Stunde unserer Entschei-\ndungen, Jeder von uns, der das Leiden der\nalten Welt erkennt, steht unter der Verant-\nwortung, Selbst tragen wir wieder die Ver-\nantwortung der Welt: den Tod der alten, die\nGeburt der neuen Welt,\nDiese Stunde der Wende ist unsere Gegen-\nwart, In ihr wird der neue Mensch,\nUnsere Zukunft wissen wir nicht. Aber wir\nahnen das Ziel, Aber wir fühlen die Wegrich-\ntung, in der wir treiben, Und wir machen\nuns einen Weg urbar im Ungangbaren, Die\nneue Tat unseres Lebens hat nichts gemein\nmit den Taten, die wir vergessen haben. Der"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2332, "texte": "kämpf ums Dasein ist zu Ende. Wir treiben\nbewußt im Werden der Welt, Wir sind ein\nTrieb des Werdens, Trieb wie Tier und\nPflanze, Sturm und Lieht, Wir erheben uns\nnicht über unsere Schwester Blume, über un-\nseren Bruder Tier, Es gibt keinen anderen\nMenschen neben uns, immer lebt ein zweiter\nMensch mit uns. Was wir machen, ist nicht\ngemacht, um Macht zu gewinnen. Denn\nunsere Taten sind Taten, in denen das innere\nLeben alles Lebendigen wächst. Arbeit ist\nSchöpfung, Tun ist Teilnahme am Wachsen\nder Welt. Wir haben keine Güter, Unser\nGut ist die Güte,\nWo immer Menschen auf dem neuen Wege\nsind, sind sie eins, Sie sind eine Gemein-\nschaft mit jeder Tat, Was der eine tut,\nnimmt dem anderen nichts, sondern hilft auch\nihm vorwärts auf dem Weg, Jeder ist Teil\ndes Alls, jeder ist Teil der Welle, aus der die\nneue Welt geboren wird. Alle behüten ein-\nander, daß das Geheimnis, das alle umhüllen,\nunzerstört und unzerstörbar sich enträtsele.\nDiese Gewißheit der Schöpfung, diese\nSchickung, an der jeder einzelne trägt, macht\nalle allen sicher und gut.\nIn der Hingabe dieser Güte aufersteht alles\nLeben, das die Gemeinschaft umgibt. Die\nErde mit Stein und Tier und Pflanze und\nMensch erschließt sich zu erlöstem Sinn. Die\neine Gemeinschaft gibt sich der zweiten hin,\nbis sie nicht mehr gezählt werden und über\ndie Länder die Erde umspannen. Das ist\nkeine Macht der Güter. Das ist die Macht\nder Güte. Sie wächst aus der Hingabe des\neinen an alle. Sie ist die Hingabe des Eins an\ndas All,\nDas ist der erste Weg zur Aufhebung des\nLeidens.\nDen zweiten Weg gehen die in der Gemein-\nschaft Berufenen. Sie erkennen, daß der\nMensch nicht um des Menschlichen willen\nlebt, Sie handeln danach. Sie handeln nicht\nmehr. Sie lösen sich von den treibenden\nTriebgestalten. Sie heben die Erscheinun-\ngen ihres Körpers auf. Ihre Hingabe ist Auf-\nlösung der Erde, Erlösung der Erde, der Ein-\ngang in das Unfaßbare, das keinen Sinn und\nkein Wort mehr hat, Menschen nennen *•$:\ndas Nichts,\nDas ist die Aufhebung des Leidens,\nDen zweiten Weg kann nur gehen, wer den\nersten gm£. In ihm vereinen sich All und\nNichts, So schließt sich der Ring von Neu«\ngeburt und Tod, Und so wird ein jeder den\nzweiten Weg gehen, der den ersten ging.\nDenn jeder ist zum Tod berufen. Aber es ist\nder neue Tod ohne Sterben,\nDenn die Erde kreist im Himmel,\nDie Erde ist ein Stern."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-05-10-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-05-10_01#c003", "volume": "bmtnabg_1919-05-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "20", "page_fin": "22", "image_debut": 4, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.2.3", "titre_corps": "Wehbrausen", "titre_sommaire": "Wehbrausen", "signature_source": "Wilhelm Schlichtkrull", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.4", "debut_caractere": 2334, "fin_caractere_exclue": 2916, "texte": "Wehbrausen\nWilhelm Schlichtkrull\nTosend wühlt Straßenlärm\nMänner wälzen große Worte\nFrauen keifen\nAus dem Gelärm erhebt sich\nICH;\nMeine Worte schmettern\nWühlen brausend\nEure Zungen platzen\nMeine Worte fruchten\nSchlagen Flammen\nUnd am Ende\nBin ICH der Herr\nDas Gelärm:\nDu unser Herr?\nWir töten Deine Zunge\nWir zerstören Ton\nDu!\nICH:\nMein Arm siegt\nICH bin!\nDas G&lärm:\nDu bist unser Narr\nWir hassen Dich!\nStimmen:\nSteinigt!!\nEin Ruf:\nDienen\nEine sanfte Frau:\nER ist unser Herr\nTosende Wut:\nZerreißen!\nEin Mann:\nGalgen!\nGalgen!\nHängen!\nEr hintergeht das Volk!!\nLaternengalgen!\nHängen!"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "21", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1633, "texte": "Galgen!\nGalgen!\nEine sanfte Frau:\nHoher herrlicher Herr!\nGeiste Du Volk!\nWir wollen dienen!\nGelärm tobt\nBrausend zischt Flammenfeuer\nHeulehunde rasen\nZerfetzte Kinderleichen fliegen\nLüfte stinken\nStinkelüfte glühen\nPöbel stürzt auf Weiber Menschen ICH\nI C H:\nIch banne mich!\nHunger Volk\nPöbel!\nEine sanfte Frau hält Kind hoch\nDie sanfte Frau;\nIch bringe Kindesopfer\nLebe Du!\nHerrsche Du!\nIch zerwürge Pöbel!\nDu!\nPöbel will ICH zerreißen!\nICH:\nIhr zerreißt Euch selbst\nIhr fliegt zerfetzt hoch! v\nPöbel rast\nRasende Frauen beißen\nKinder laufen rennen flammend\nHaare Frauen brennen lodern hell\nHäuser stürzen\nFelsen hallen\nKnallendes Feuer\nDonner blitzt\nRegen prasselt!\nDünste\nGeister\nDie sanfte Fra u:\nIch bin die Liebe!\nIch bin die Frau!\nMänner küssen mich!\nIch suche\nIch suche\nGelärm brüllt\nImmer fort!\nImmer fort!\nStürmen\nFallen\nTosen\nReißen\nBrennen\nHellen\nScheinen\nStürzen\nFallen\nSchmettern\nAlle Menschen zerschmettern\nLeiber fliegen\nMenschenfetzen klatschen\nBlut spritzt\nBlutseen liegen stili\nBlutseen dampfen\nLeere Leere\nHohle Höhle\nBlutseen dampfen\nDer Dampf ist .eine einsame Frau\nDie Frau lächelt milde\nKüßt die Leere\nRuft:\nMeine lieben Kinder!\nDer Ruf sehnt\nLeises Sehnen\nLeises Klingen\nFern ein Stöhnen\nGeister stürmen\nMenschenleiber türmen\nVorbei! !\nVorbei! !\nDie einsame Frau\nEin Weinen\nEinsame Frau\nBeben\nEinsame Frau\nSchluchzen\nEinsame Frau\nKüssen\nDas Nichts tönt hohl:\nEine Welt\nZerschollen\nEine Welt\nVergangen.\nEine Welt\nZertobt\nHohle Berge\nTönen Hohn\nLeere Höhlen\nKlingen Hohn\nUnd eine einsame Frau!\nEinsame Frau irrt\nEinsame Frau\nSucht Welt\nEinsame Frau\nSucht Mensch\nDas Nichts tönt hohl:\nHohle Häuser\nToten schädei"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "22", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1257, "texte": "Maschinengewehrgeknatter\nGranatengeprassel\nDie vergangene Welt\nUnd die einsame Frau\nEinsame Frau\nBlindet\nBlinde Frau\nTasten\nBlinde Frau\nSchluchzen\nBlinde Frau\nSehnen\nDas Nichts tönt hohl:\nHier dampfen\nBlutseen\nHier reisen\nGeister\nHier vergeht\nDie Welt\nBlinde Frau\nEIN AHNEN\nDas Nichts tönt hohl:\nHier steigen\nFrauen\nHier steigen\nMänner\nHier ist Welt\nBlinde Frau\nEIN HOFFEN\nDas Nichts tönt:\nHier hoffen\nHier freuen\nHier ahnen\nHier finden\nFrauen finden Liebe\nMänner finden Frauen\n; Die Liebe!\nBlinde Frau\nEIN GLAUBEN\nDas Nichts hallt:\nMeine Armut\nWird reich\nICH WERDE!!!\nDas Nichts ist ICH!\nICH:\nICH glaube an Leben!\nICH glaube an Liebe!\nICH \"glaube an Licht!\nBlinde Frau\nEIN FINDEN\nBlinde Frau\nEIN SANG:\nDU\n0 DU\nDU O\nDU\nMEIN\n0 MEIN\nMEIN 0\nMEIN\nKUSS\nO KUSS\nKUSS O\nKUSS\nLIEBE\nICH LIEBE\nLIEBE DICH\nDU!\nICH:\nBlinde Frau\nLiebe Frau\nKuß!\nBlinde Frau\nHerze Frau\nMein!\nDer Blutsee liegt ganz still\nDer Blutsee liegt ganz tief\nBlut schwinden\nMenschen taumeln\nFreie frohe Menschen\nGlücksmenschen\nMenschen taumeln\nI C II:\nMeine Menschenbrüder\nFühren eine blinde Frau\nBlinde Frau führen\nUnser Herr\nBlinde Frau sieh!\nDIE FRAU;\nBlinde Frau sieht\nFRAU liebt!\nICH:\nMenschenbrüder\nKüssen eine Frau\nEine Frau Kuß\nDu!\nMenschen jubeln:\nEinsame Frau\nUnsere Einheit!\nWir beten an!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-05-10-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-05-10_01#c004", "volume": "bmtnabg_1919-05-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "23", "page_fin": "23", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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Haß!\nSIE lernt schweigen\nDas Schweigen Kuß\nDer Kuß streift ihn\nER schweigt\nES!\nES!\n•\nES;\nMann\nWeib\nSchicksal\nLeid\nTod\nER:\nICH BIN!!\nICH BIN ICH! ! !\nMIR!!\nES höhn t:\nICH BIN ES!\nES Du Tor\nMensch!\nMann! !\nER schweigt\nER schweigt\nStille\nES stillt\nSchwindet\nDas Schweigen\nDie Liebe\nER sanfte t:\nDu\nSIE:\nLiebe\nER:\nSchweigen\nDas Schweigen\nHeilig\nHeilig\nLeise liedet das Schweigen\nStille immer fort\nAM ENDE IST DAS GROSSE SCHWEIGEN"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-05-10-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-05-10_01#c006", "volume": "bmtnabg_1919-05-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "25", "page_fin": "25", "image_debut": 9, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.2.5.1", "titre_corps": "Rudolf Bauer: Farbenholzschnitt / Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Rudolf Bauer: Farbenholzschnitt / Vom Stock gedruckt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "25", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 52, "texte": "Rudolf Bauer: Farbenholzschnitt / Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-05-10-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-05-10_01#c007", "volume": "bmtnabg_1919-05-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "26", "page_fin": "28", "image_debut": 10, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.2.6", "titre_corps": "Gedichte", "titre_sommaire": "Gedichte", "signature_source": "Wilhelm Schlichtkrull", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 10, "page_imprimee": "26", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.10", "debut_caractere": 493, "fin_caractere_exclue": 1115, "texte": "Schweifen\nSchweifen\nFernen\nLiegen zag\nLiegen fern\nFremdes Land\nLassen liegen\nLassen schwinden\nSchwinden tauchen\nFerne fern\nNahen näher\nFerne schweifen\nTauchen unter\nTief hinunter\nTauchen tiefer Fall\nTauches Fallen\nSchwinde! —\ni •'\n• •' .V,\nFernes Sinken\nEinsame Seele\nIrren\nEinsame Seele\nSuchen\nSehnen\nFernes Tönen\nEinsame Seele\nHorchen\nEinsame Seele\nLauschen\nWeinen\nFernes Schatten\nEinsame Seele\nAhnen\nEinsame Seele\nFallen\nUeberfließen\nRuhe schreiten\nTiefernst\nSang\nDu mußt! !\nMüssen! !\nTon Brausewucht!\nDu mußt! !\nGang\nTotstill gehe ich leise\nDu mußt! !\nNachten\nRegen prasseln\nFeuertaufen\n\nGedichte\nWilhelm Schlichtkrull"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "28", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1129, "texte": "I aufen\nTaufen\nRegenprasseln\nBlitzekuß\nKuß\nFeuertaufen! —\nZweige rauschen\nLeises Brausen zieht\nHängt ein Saitenspiel am Baum\nKinderhändchen gleiten rasch\nFlinkes Huschen junger Mädchen\nKichern\nWinken\nSanft\nWinde brausen\nLeis\nZweige rauschen — —\nNacht geflimmert\nNacht geschimmert\nNacht zerschweigen\nZerschweigen\nZerschwiegen\nSterne funkeln\nSterne fallen\nFallen\nFallen\nFallen\nFallen auf mich\nAuf mich!\nMich\nMich\nAuf mich\nFallen auf mich!\nFunkeln\nBlinken\nKüssen\nHellen mich\nKüssen\nHellen\nBlinken\nFunkeln\nWieder fort\nZurück v\nZurück ins All\nVon mir zum All!\nZum All\nSterne funkeln\nBlinken\nBlitzen\nBlitzen\nScheinen\nHellen\nHellen\nWinken\nMir! —\nEin Schlag!\nSpritzen rinnt\nEin Schrill\nWeinen schluchtzt leis\nWorte reden\nMünder schaufeln\nReißen Wunden\nTränen fließen\nHassen\nAuflehnen\nKrieg! —\nStröme wälzen\nStröme fließen\nStröme strömen\nStröme fließen\nTräge fließen\nStröme trägen\nFließen träge\nStröme wälzen träge Fluten —\nStröme Meer\nStröme gießen\nMeere gießen\nStröme träge gießen Meer\nLebensströme gießen öde Meere\nSterne\nSterne funkeln\nBlinken\nWinken\nBlitzen\nBlitzen\nScheinen\nBlitzen\nWinken\nScheinen\nFlimmern\nSchimmern\nDurch die Nacht"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-05-10-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-05-10_01#c008", "volume": "bmtnabg_1919-05-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "27", "page_fin": "27", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.2.6.1", "titre_corps": "Oswald Herzog: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Oswald Herzog: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "27", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 47, "texte": "Oswald Herzog: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-05-10-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-05-10_01#c009", "volume": "bmtnabg_1919-05-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "29", "page_fin": "29", "image_debut": 13, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.2.7", "titre_corps": "Der abstrakte Expressionismus", "titre_sommaire": "Der abstrakte Expressionismus", "signature_source": "Oswald Herzog", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "29", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3661, "texte": "Der abstrakte\nExpressionismus\nOswald Herzog\nExpressionismus ist Ausdruck des Geistigen\ndurch Form, Form, ist Bewegung-Rhyth-\nmus. Das Materielle der Form für die bil-\ndenden Künste sind: die Linie, Fläche und\ndas Licht (Farbe). Abstrakter Expressionis-\nmus ist vollendeter Expressionismus; er ist\ndie Reinheit der Gestaltung, Er gestaltet\ngeistiges Geschehen körperlich, er schafft\nObjekte und nimmt nicht Objekte — Gegen-\nstände. Gegenstände sind an sich schon\nganze Komplexe von Ausdrucks-Bewegungs-\nVorgängen.\nDem materiellen Expressionismus dient\nnoch das Objekt zur Gestaltung. Er abstra.-\nhiert das Wesen eines Gegenstandes durch\nAusscheiden alles Unwesentlichen zur Rein-\nheit und Größe. Es ist das Nacherleben\neines Objekts — Gestaltung in Vergangen-\nheit, Die Abstraktion offenbart den Willen\ndes Künstlers; sie wird Ausdruck, Der Künst-\nler zwingt durch seinen Willen zum Miter-\nleben.\nDer abstrakte Expressionismus ist das\nGestalten des Geschehens — des Lebens an\nsich; es ist Gestaltung in Gegenwart, Der\nKünstler hat bei seiner Intuition keine Vor-\nstellung von Gegenständen, Leben fordert\nnur Gestaltung, Er läßt Formen entstehen,\ndie Träger seines sind und sein\nmüssen. Nichts ist Willkür, alles ist Wille.\nWille ist Kunst,\nGestaltung des Geschehens durch Abstrak-\ntion der Form ist ein Gebären in der Natur,\nEs werden Objekte, die nicht der Natur ent-\nnommen aber der Natur verwandt sind.\nDie Einheit des allumfassenden Lebens —\nder Rhythmus — ergibt die Verwandtschaft.\nDinge zu schaffen, die sich jeder Verwandt-\nschaft der Natur entziehen, wird es niemals\ngeben. Selbst die freiste Gestaltungsform -—\ndie Gestaltung des Dinges an sich — das\nSpiel der Fantasie — ein intellektueller Im-\npressionismus — wird seine objektive Spie-\ngelung dort finden, wo das Leben der Natur\nzerstört ist — im Chaos — wo der Wille\nvernichtet ist und es jedem überlassen bleibt\nzu sehen, was er will. Der intellektuelle Im-\npressionismus ist das Spiel des Künstlers\nmit Formen nach Willkür und Laune, Es ist\neinn rein persönliche Angelegenheit, die\nnicht zum Miterleben zwingt; es fehlt die\nUeberzeugung der Gestaltung, Schön-\nheit in der Freiheit der Fantasie zu empfin-\nden ist eine Verflachung der Kunst, wie wir\nes erst vor kurzem im Realismus erfahren\nhaben, Schönheit kn allgemeinen Sinne ist\ndekorative — oberflächliche — Geistigkeit.\nAbsolute Schönheit ist der Wille, Wo kein\nWille ist der Zufall; Zufälligkeit ist das Chaos\n— die Unordnung — das Fehlen organischen\nLebens. Jeder großen Kunstepoche ist die\nGestaltung des Willens eigen-—inForm einer\nNeugestaltung,\nDer abstrakte Expressionismus ist die Evo-\nlution des Naturalismus, die aus der Revo-\nlution des Kubismus und Primitivismus her-\nvorgegangen ist. Jede Flucht zur alten Kunst\nwar .eine Kunstlaune — Mode — und keine\nKunst, Nur aus Reaktion zum Naturalis-\nmus bildeten sich Kubisten und Primitivsten,\nDurch Nacherleben ältester Kunstformen\nwerden sie zu einseitigen Stilisten, Will man\nKunst nacherleben, darf man nicht einseitig\nnur etwa die Kunst des Baroks und Rokokos\nunbeachtet lassen, Oder will man sie für\neine größere Kunstlaune reservieren? Der\nRhythmus des Baroks und Rokokos ist an\nsich eine ebenso starke Form als der Rhyth-\nmus der ägyptischen oder frühgriechischen\nKunst, Das einseitige, aus Reaktion hervor-\ngegangene Nacherleben ältester Kunst hat\nwenig mit einer Vergeistigung der Kunst ge-\nmein, Aus rein geistigem Gestaltungsdrange\nging der Futurismus hervor, Er sucht Ge-\nstaltung der Expression durch Gegenstände,\nGegenstände sind aber schon gestaltet. 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Holzschnitte stets vom Stock gedruckt und\nZeichnungen\nDauerbezug / Ein Jahr 15 Mark / Ein Hatbjahr\n8 Mark / Einzelheft 2 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-05-10-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-05-10_01#c012", "volume": "bmtnabg_1919-05-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "30", "page_fin": "30", "image_debut": 14, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.2.10", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 14, "page_imprimee": "30", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.14", "debut_caractere": 326, "fin_caractere_exclue": 365, "texte": "Monatsschrift Der Sturm / Jahrg&nge 1—9"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-05-10-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-05-10_01#c013", "volume": "bmtnabg_1919-05-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "30", "page_fin": "30", "image_debut": 14, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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Carra Max Ernst / Lyonel Feiflinger / Emii Filla /\nOskar Fischer / Albert Gieizes / Otto Gutfreund /\nOswald Herzog f Hugo Ilandel / Sigrid Hjert6n-Griine-\nwald Isaac Grtlnewald Johannes Itten / Alexei von\nJawlensky / Paul Klee / Oskar Kokoschka I Otakar\nKubin I Fernand Leger / Franz Marc / Gabriele\nMiinter / Jean Metzinger / Johannes Molzahn / Francis\nPicabia / Gino Severini / Arnold Topp / Maria Uhden\nMarianne von Werefkin"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-05-10-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-05-10_01#c025", "volume": "bmtnabg_1919-05-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "32", "page_fin": "32", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "32", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.16", "debut_caractere": 1593, "fin_caractere_exclue": 1767, "texte": "Sturm-Abende\nIn der Kunstausstellung Der Sturm /Berlin\nJeden Mittwoch /i 8 Ulir\nVortragender Rudolf Bliimner\nKarten zu 5, 4, 3, 2, 1 Mark im Vorverkauf unci an\nder Abendkasse"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-05-10-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-05-10_01#c026", "volume": "bmtnabg_1919-05-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "32", "page_fin": "32", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "32", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.16", "debut_caractere": 1769, "fin_caractere_exclue": 2013, "texte": "Von alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm\nsind signierte und numerierte Handdrucke, von\nden meisten Zeichnungen Kunstdrucke kauflich\nzu erwerben. 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Die neue Welt\nersteht in uns.\nDie Welt des Leidens, die Welt unseres Lei-\ndens zerbricht,\nUnsere Familie ist das Leiden,\nDie Familie zerbricht. Wir fühlen den lauten\nund stummen Haß der gefesselten Männer\nund Frauen, die dumpfe Gewohnheitsgier der\nGeschlechter, Jede Ehe ist gebrochen durch\njedes' Begehren nicht angetrauten Leibes,\nJede Ehe ist Lüge, Darum fliehen die Kin-\nder vor ihren Eltern, Daher schämen sich die\nEltern vor ihren Kindern, Daher kennt keine\nMutter, kein Vater das Kind. Darum ist\nKindheit Leiden. Eltern wollen das Kind\nschaffen nach ihrem Bilde, Gebrochen wird\nder Wille des Kindes durch Prügel, durch\nNäscherei. Die verlorenen Söhne, die ver-\nlorenen Töchter klagen an. Die Anklage ist\nihr willenloses, ihr unterjochtes Leben.\nFrei sollen Kinder sein: Kind und Mann und\nWeib.\nUnsere Gesellschaft ist das Leiden.\nIn der Gesellschaft gesellen sich die Men-\nschen nicht. Wenige glauben Güter zu ha-\nben. Die Wenigen versklaven zahllose Men-\nsehen. Sklaven und Sklavenhalter sind\nschlecht. Schlecht sind sie um Güter willen,\ndie keine Güter sind. Die Güter sollen die\ngute Gesellschaft verschönen. Anklage ist\ndiese Schönheit, so schwer, daß niemals froh\nwerden kann, wer sie hört. Wir sind schul-\ndig. Die Gesellschaft hört es nicht. Sie unter-\nhält sich zu laut,\nDer Mann hat einen Beruf, Er muß Geld\nverdienen. Wer reich ist, kann alles haben,\nAber die Berufenen dienen und haben nichts\nund bauen am neuen Risich, Die Frau putzt\nihre Reize, Wenn sie keinen Mann findet,\nder ihren Reizen dient und für sie verdient,\nmuß sie selbst Geld verdienen. Und wenn\nMann und Frau nicht genug verdienen, müs-\nsen die Kinder Geld verdienen. Die Arbeit ist\nkein Segen, Die Arbeitsteilung, ins Unge-\nmessene gesteigert, hat die Arbeit zum Un-\nseren gemacht. Der Taumel der Arbeit\nstockt. Aber die Gesellschaft hört nicht das\nSchuldig, Sie unterhält sich zu gut.\nDiese Gesellschaft hat sich eine Wissen-\nschaft gemacht. Diese Wissenschaft hat\nlängst bewiesen, daß ihre Gesellschaft die\nvernünftige Entwicklung der Menschheit ist,\nAber das Entwicklungsgesetz, schon längst\nbrüchig, zerbricht.\nDiese Gesellschaft hat sich eine Kunst\ngemacht. Die Kunst verherrlicht die Men-\nschen der Gesellschaft und verschönt ihr Da-\nsein, Die armseligen Lügner belügen sich\nselbst.\nDiese Gesellschaft hat sich eine Kirche ge-\nmacht, Die Menschen nennen sich Christen\nund reden von Glauben, Sie handeln wie der\nAntichrist und glauben es nicht.\nDiese Gesellschaft hat sich eine Moral ge-\nmacht. Durch diese Moral ist die Unsittlich-\nkeit Sitte geworden. Die Moral des Ge-\nnusses, die Moral der Langeweile haben der\nGesellschaft den Lebenskünstler gegeben.\nDer Lebenskünstler ist der Widersacher der\nMenschheit,\nDiese Gesellschaft hat sich einen ununter-\nbrochen redenden Anwalt gemacht: die\nPresse. Die Presse erzeugt die öffentliche\nMeinung des Hasses, der Betriebsamkeit, der\nOberflächlichkeit. Sie nimmt nichts ernst,\nweil sie nichts weiß, Sie betreibt alles, weil\nsie nichts kann, Sie lebt vom Haß, weil die\nLiebe ihrer Gesellschaft ein geschlechtliches\nGenußmittel ist.\nDiese Gesellschaft nennt sich gebildet.\nLins schaudert vor ihrer Bildung, Denn wir\nhaben sie mit unserem Leib gelitten. Darum\nwollen wir gesunden von dieser Bildung, Und\nniemand mehr soll unter ihr leiden. Darum\nmuß diese Bildung fallen,\nDie Presse und die Moral der Gesellschaft\nzerbrechen,\nKirche, Kunst und Wissenschaft der Gesell-\nschaft zerbrechen.\nDie Arbeit, durch die diese Gesellschaft zu-\nsammenhält, zerbricht.\nDie Gesellschaft ist am Ende,\nAlle Menschen sollen frei sein.\nFrei sein, das heißt: nicht leiden.\nUnser Staatswesen ist das Leiden,\nDer Staat ist das Idol, von der Gesellschaft\nnach ihrem Bilde geschaffen, der selbstein-\ngesetzte Gott, Seine Heiligkeit ist verab-\nredet, In seinem Namen werden die Kinder\nzwangserzogen, daß die ungemess*ene Ar-\nbeitsteilung ihnen heilig werde. Der Staat"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.3", "texte": "lebt vom Handelsgewinn der Gesellschaft.\nDer Handel erzielt einen Gewinn durch die\nVermittlung der Güter, Wenn einer gewinnt,\nmuß ein anderer verlieren. Das Gut be-\nkommt keinen höheren Wert durch den Han-\ndel, Der aufgeschlagene Gewinn ist eine\nWerttäuschung. Wer die Gütervermittlung\nfür eine Leistung hält, die zu Ungunsten des\nGutes bewertet werden muß, der leugnet,\ndaß jeder Mensch aus sich heraus ein Recht\nam einzelnen Gut hat. Das ist das Recht des\nStaates, Im Namen des Staates hat die Ge-\nsellschaft eine Rechtsordnung geschaffen,\ndurch die sie sich sanktioniert. Daher straft\nder Staat den, der sich außerhalb der Gesell-\nschaft stellt, Im Strafrecht wird das Recht\neine Strafe, und die Gesellschaft ahnt nicht,\ndaß sie damit ihr Recht widerlegt. Zur\nDurchführung der Gesellschaftsordnung sind\ndem Staat Beamte gegeben: die Staatsdiener,\nIn der Beamtenschaft ist die Verantwortungs-\nlosigkeit zum System erhoben. Nicht der\nDiener, der Beamte, ist für seine Tat verant-\nwortlich, sondern der Herr, der Staat, Aber\nden Staat kann niemand zur Verantwortung\nziehen, da er ein Idol ist, wie der liebe Gott,\nIm Namen dieser Idole schließen die Beam-\nten aller Länder Ententen und Völkerbünde,\nDie Beamten können die Gesellschaft nicht\nmehr retten, auch nicht, wenn sie ein Ober-\nidol, einen Oberstaat hinzaubern. Es ist zu\nspät,\nDie Staaten zerbrechen,\nAJie Menschen sollen frei sein.\nDie Welt des Leidens zierbricht.\nDie Ursache des Leidens ist der Machtwille,\nder die Erde und ihre Güter erfaßt. Jeder\nwill alles haben. Der maßlose Daseinskampf\nhat uns Menschen schlecht gemacht. Alle\nkämpfen gegen alle. Das Wort Mein und\nDein hat die alte Welt zur Hölle gemacht,\nMein Land, mein Haus, mein Weib, mein\nKind, mein Kleid, mein Brot. Das Wort\nMein und Dein trennt Mensch von Mensch,\nDiese Trennung kann die Gesellschaft nur\nüberbrücken durch Geld oder die Liebe der\nGeschlechter. Darum ist das Geld und diese\nLiebe die Leidenschaft der alten Welt, Aber\ndie Leidenschaft schafft nur Leiden. Die\nTrennung wird nur scheinbar überbrückt; sie\nwird größer. Der eine vermehrt das Seine,\nder andere verliert es. So wird Reich und\nArm, so wird Glück und Unglück, Die Welt-\nwende zerbricht Arm und. Reich, Unglück\nund Glück,\nDie Weltwende zerbricht die Leidenschaft\nund Mein und Dein.\nDer alten Welt Machtwille zerbricht,\nSo werden die Menschen frei.\nWir werden frei.\nZahllose wenden sich ab von der alten Welt\nund suchen die neue.\nViele gehen bewußt die Wege zur neuen\nWelt und fühlen das Ziel,\nIn allen wird der neue Mensch,\nWir erkennen den neuen werdenden Men-\nschen an seiner Tat, Seine erste Tat ist Ab-\nkehr von der alten Welt, Er tut nicht mehr,\nwas die alte Welt von ihm fordert. Oft ist\nsein Tun nur schüchtern, Denn vielen ist der\nWeg schwer und ihre Kraft ist gering, Wir\nhaben mit ihnen Geduld, wenn sie mit sich\nselbst keine Geduld haben. Einer hat er-\nkannt, daß jede Wohltätigkeitsveranstaltung\nschlecht ist und lehnt nun jede Teilnahme\nab. Eine Frau hat erkannt, daß sie nicht\nbesser wird, wenn sie ihre Reize herausputzt,\nund tut es nicht mehr. Einer weiß, daß die\nKirche keine Christen macht, und läßt sein\nKind nicht taufen. Einer sieht die Schlech-\ntigkeit der Presse der Gesellschaft und liest\ndiese Presse nicht mehr. Das sind erste\nkleine Schritte der Menschen, die' sich fort-\nwenden von der alten Welt, Dann kommen\ndie entscheidenden Taten, durch die der\nMensch die alte Welt verläßt, sie in sich zer-\nbricht und vergißt,\nVöllige innere und äußere Abwende des\nMenschen von der alten Welt und ihrer Ge-\nsellschaft, Familie, Staat, Kirche, Kunst,\nWissenschaft, Moral, Bildung ist Voraus-\nsetzung für die Freiheit der neuen Welt,\nNun erleben wir die Stunde unserer Entschei-\ndungen, Jeder von uns, der das Leiden der\nalten Welt erkennt, steht unter der Verant-\nwortung, Selbst tragen wir wieder die Ver-\nantwortung der Welt: den Tod der alten, die\nGeburt der neuen Welt,\nDiese Stunde der Wende ist unsere Gegen-\nwart, In ihr wird der neue Mensch,\nUnsere Zukunft wissen wir nicht. Aber wir\nahnen das Ziel, Aber wir fühlen die Wegrich-\ntung, in der wir treiben, Und wir machen\nuns einen Weg urbar im Ungangbaren, Die\nneue Tat unseres Lebens hat nichts gemein\nmit den Taten, die wir vergessen haben. Der"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.4", "texte": "kämpf ums Dasein ist zu Ende. Wir treiben\nbewußt im Werden der Welt, Wir sind ein\nTrieb des Werdens, Trieb wie Tier und\nPflanze, Sturm und Lieht, Wir erheben uns\nnicht über unsere Schwester Blume, über un-\nseren Bruder Tier, Es gibt keinen anderen\nMenschen neben uns, immer lebt ein zweiter\nMensch mit uns. Was wir machen, ist nicht\ngemacht, um Macht zu gewinnen. Denn\nunsere Taten sind Taten, in denen das innere\nLeben alles Lebendigen wächst. Arbeit ist\nSchöpfung, Tun ist Teilnahme am Wachsen\nder Welt. Wir haben keine Güter, Unser\nGut ist die Güte,\nWo immer Menschen auf dem neuen Wege\nsind, sind sie eins, Sie sind eine Gemein-\nschaft mit jeder Tat, Was der eine tut,\nnimmt dem anderen nichts, sondern hilft auch\nihm vorwärts auf dem Weg, Jeder ist Teil\ndes Alls, jeder ist Teil der Welle, aus der die\nneue Welt geboren wird. Alle behüten ein-\nander, daß das Geheimnis, das alle umhüllen,\nunzerstört und unzerstörbar sich enträtsele.\nDiese Gewißheit der Schöpfung, diese\nSchickung, an der jeder einzelne trägt, macht\nalle allen sicher und gut.\nIn der Hingabe dieser Güte aufersteht alles\nLeben, das die Gemeinschaft umgibt. Die\nErde mit Stein und Tier und Pflanze und\nMensch erschließt sich zu erlöstem Sinn. Die\neine Gemeinschaft gibt sich der zweiten hin,\nbis sie nicht mehr gezählt werden und über\ndie Länder die Erde umspannen. Das ist\nkeine Macht der Güter. Das ist die Macht\nder Güte. Sie wächst aus der Hingabe des\neinen an alle. Sie ist die Hingabe des Eins an\ndas All,\nDas ist der erste Weg zur Aufhebung des\nLeidens.\nDen zweiten Weg gehen die in der Gemein-\nschaft Berufenen. Sie erkennen, daß der\nMensch nicht um des Menschlichen willen\nlebt, Sie handeln danach. Sie handeln nicht\nmehr. Sie lösen sich von den treibenden\nTriebgestalten. Sie heben die Erscheinun-\ngen ihres Körpers auf. Ihre Hingabe ist Auf-\nlösung der Erde, Erlösung der Erde, der Ein-\ngang in das Unfaßbare, das keinen Sinn und\nkein Wort mehr hat, Menschen nennen *•$:\ndas Nichts,\nDas ist die Aufhebung des Leidens,\nDen zweiten Weg kann nur gehen, wer den\nersten gm£. In ihm vereinen sich All und\nNichts, So schließt sich der Ring von Neu«\ngeburt und Tod, Und so wird ein jeder den\nzweiten Weg gehen, der den ersten ging.\nDenn jeder ist zum Tod berufen. Aber es ist\nder neue Tod ohne Sterben,\nDenn die Erde kreist im Himmel,\nDie Erde ist ein Stern.\n\nWehbrausen\nWilhelm Schlichtkrull\nTosend wühlt Straßenlärm\nMänner wälzen große Worte\nFrauen keifen\nAus dem Gelärm erhebt sich\nICH;\nMeine Worte schmettern\nWühlen brausend\nEure Zungen platzen\nMeine Worte fruchten\nSchlagen Flammen\nUnd am Ende\nBin ICH der Herr\nDas Gelärm:\nDu unser Herr?\nWir töten Deine Zunge\nWir zerstören Ton\nDu!\nICH:\nMein Arm siegt\nICH bin!\nDas G&lärm:\nDu bist unser Narr\nWir hassen Dich!\nStimmen:\nSteinigt!!\nEin Ruf:\nDienen\nEine sanfte Frau:\nER ist unser Herr\nTosende Wut:\nZerreißen!\nEin Mann:\nGalgen!\nGalgen!\nHängen!\nEr hintergeht das Volk!!\nLaternengalgen!\nHängen!"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "21", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.5", "texte": "Galgen!\nGalgen!\nEine sanfte Frau:\nHoher herrlicher Herr!\nGeiste Du Volk!\nWir wollen dienen!\nGelärm tobt\nBrausend zischt Flammenfeuer\nHeulehunde rasen\nZerfetzte Kinderleichen fliegen\nLüfte stinken\nStinkelüfte glühen\nPöbel stürzt auf Weiber Menschen ICH\nI C H:\nIch banne mich!\nHunger Volk\nPöbel!\nEine sanfte Frau hält Kind hoch\nDie sanfte Frau;\nIch bringe Kindesopfer\nLebe Du!\nHerrsche Du!\nIch zerwürge Pöbel!\nDu!\nPöbel will ICH zerreißen!\nICH:\nIhr zerreißt Euch selbst\nIhr fliegt zerfetzt hoch! v\nPöbel rast\nRasende Frauen beißen\nKinder laufen rennen flammend\nHaare Frauen brennen lodern hell\nHäuser stürzen\nFelsen hallen\nKnallendes Feuer\nDonner blitzt\nRegen prasselt!\nDünste\nGeister\nDie sanfte Fra u:\nIch bin die Liebe!\nIch bin die Frau!\nMänner küssen mich!\nIch suche\nIch suche\nGelärm brüllt\nImmer fort!\nImmer fort!\nStürmen\nFallen\nTosen\nReißen\nBrennen\nHellen\nScheinen\nStürzen\nFallen\nSchmettern\nAlle Menschen zerschmettern\nLeiber fliegen\nMenschenfetzen klatschen\nBlut spritzt\nBlutseen liegen stili\nBlutseen dampfen\nLeere Leere\nHohle Höhle\nBlutseen dampfen\nDer Dampf ist .eine einsame Frau\nDie Frau lächelt milde\nKüßt die Leere\nRuft:\nMeine lieben Kinder!\nDer Ruf sehnt\nLeises Sehnen\nLeises Klingen\nFern ein Stöhnen\nGeister stürmen\nMenschenleiber türmen\nVorbei! !\nVorbei! !\nDie einsame Frau\nEin Weinen\nEinsame Frau\nBeben\nEinsame Frau\nSchluchzen\nEinsame Frau\nKüssen\nDas Nichts tönt hohl:\nEine Welt\nZerschollen\nEine Welt\nVergangen.\nEine Welt\nZertobt\nHohle Berge\nTönen Hohn\nLeere Höhlen\nKlingen Hohn\nUnd eine einsame Frau!\nEinsame Frau irrt\nEinsame Frau\nSucht Welt\nEinsame Frau\nSucht Mensch\nDas Nichts tönt hohl:\nHohle Häuser\nToten schädei"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "22", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.6", "texte": "Maschinengewehrgeknatter\nGranatengeprassel\nDie vergangene Welt\nUnd die einsame Frau\nEinsame Frau\nBlindet\nBlinde Frau\nTasten\nBlinde Frau\nSchluchzen\nBlinde Frau\nSehnen\nDas Nichts tönt hohl:\nHier dampfen\nBlutseen\nHier reisen\nGeister\nHier vergeht\nDie Welt\nBlinde Frau\nEIN AHNEN\nDas Nichts tönt hohl:\nHier steigen\nFrauen\nHier steigen\nMänner\nHier ist Welt\nBlinde Frau\nEIN HOFFEN\nDas Nichts tönt:\nHier hoffen\nHier freuen\nHier ahnen\nHier finden\nFrauen finden Liebe\nMänner finden Frauen\n; Die Liebe!\nBlinde Frau\nEIN GLAUBEN\nDas Nichts hallt:\nMeine Armut\nWird reich\nICH WERDE!!!\nDas Nichts ist ICH!\nICH:\nICH glaube an Leben!\nICH glaube an Liebe!\nICH \"glaube an Licht!\nBlinde Frau\nEIN FINDEN\nBlinde Frau\nEIN SANG:\nDU\n0 DU\nDU O\nDU\nMEIN\n0 MEIN\nMEIN 0\nMEIN\nKUSS\nO KUSS\nKUSS O\nKUSS\nLIEBE\nICH LIEBE\nLIEBE DICH\nDU!\nICH:\nBlinde Frau\nLiebe Frau\nKuß!\nBlinde Frau\nHerze Frau\nMein!\nDer Blutsee liegt ganz still\nDer Blutsee liegt ganz tief\nBlut schwinden\nMenschen taumeln\nFreie frohe Menschen\nGlücksmenschen\nMenschen taumeln\nI C II:\nMeine Menschenbrüder\nFühren eine blinde Frau\nBlinde Frau führen\nUnser Herr\nBlinde Frau sieh!\nDIE FRAU;\nBlinde Frau sieht\nFRAU liebt!\nICH:\nMenschenbrüder\nKüssen eine Frau\nEine Frau Kuß\nDu!\nMenschen jubeln:\nEinsame Frau\nUnsere Einheit!\nWir beten an!"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "23", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.7", "texte": "Oswald Herzog: Crescendo / Holzschnitt\nVom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "24", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.8", "texte": "Seltsames Singen\nNachtet Schweigen\nSIE trägt den Sang\nER lehnt das Schweigen\nDer Sang:\nSchweigen\nSchweigenskuß\nLiebe\nSchweigenskuß\nHalte\nHalte Schweigen\nLiebe\nSIE:\nJüngling Du\nMein Geist\nDu Ton\nDu mein Sang\nER:\nDer Sang schweigt mich\nSIE:\nDu\nRuft das Schweigen\nDuft\nE R:\nDuft\nTönt leise\nLiedet sanften Schall\nMir\nSIE:\nDie Erde!\nDie Sonne!\nDas Schweigen!\nER;\nBrause!\nSIE:\nSonne\nTon\nLiebe!\nER:\nBrause!\nSIE:\nSinge Welt\nTon Liebeswonne\nSchwang!\nER:\nDas Brausen\nSehnt\nDen Menschen\nSIE:\nAll\nTönt unsere Liebe\nSang\nSchweigt\nMich\nE R:\nWucht\nBrauseleid\nTobend\nSIE:\nWucht Liebe\nMeine Liebe tönt Wucht!\nER:\nBrausen sehnt\n0 man mordet Mensch\nMein Mensch\nO Ich will Mensch!\nSIE:\nTrost\nER:\nTrotz!\nTrotz!\nHaß!\nSIE:\nLiebe\nT rost\nSei Liebe Trost!\nE R.-\nHaß\nTrotz\nSIE;\nDu!\nER:\nNie Liebe\nTrotz\nNur Trotz\nAll Trotz\nWelt Trotz\nKuß brausen\nT obetrotz\nBraus!\nSIE:\nDie Welt\nWill\nDie Welt\nSehnt\nSehnen Trost Menschen\nER:\nDer Trotz brüllt\nSang!\nEin Sang Ich!\nEin Ton Ich!\n\nSchweigen\nWilhelm Schlichtkrull"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "25", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.9", "texte": "Rudolf Bauer: Farbenholzschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "26", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.10", "texte": "Ein Ruf Ich!\nIch bin Haß!\nIch will mich!\nSIE:\nDu!\nER:\nAllein! !\n. Haß!\nSIE lernt schweigen\nDas Schweigen Kuß\nDer Kuß streift ihn\nER schweigt\nES!\nES!\n•\nES;\nMann\nWeib\nSchicksal\nLeid\nTod\nER:\nICH BIN!!\nICH BIN ICH! ! !\nMIR!!\nES höhn t:\nICH BIN ES!\nES Du Tor\nMensch!\nMann! !\nER schweigt\nER schweigt\nStille\nES stillt\nSchwindet\nDas Schweigen\nDie Liebe\nER sanfte t:\nDu\nSIE:\nLiebe\nER:\nSchweigen\nDas Schweigen\nHeilig\nHeilig\nLeise liedet das Schweigen\nStille immer fort\nAM ENDE IST DAS GROSSE SCHWEIGEN\n\nSchweifen\nSchweifen\nFernen\nLiegen zag\nLiegen fern\nFremdes Land\nLassen liegen\nLassen schwinden\nSchwinden tauchen\nFerne fern\nNahen näher\nFerne schweifen\nTauchen unter\nTief hinunter\nTauchen tiefer Fall\nTauches Fallen\nSchwinde! —\ni •'\n• •' .V,\nFernes Sinken\nEinsame Seele\nIrren\nEinsame Seele\nSuchen\nSehnen\nFernes Tönen\nEinsame Seele\nHorchen\nEinsame Seele\nLauschen\nWeinen\nFernes Schatten\nEinsame Seele\nAhnen\nEinsame Seele\nFallen\nUeberfließen\nRuhe schreiten\nTiefernst\nSang\nDu mußt! !\nMüssen! !\nTon Brausewucht!\nDu mußt! !\nGang\nTotstill gehe ich leise\nDu mußt! !\nNachten\nRegen prasseln\nFeuertaufen\n\nGedichte\nWilhelm Schlichtkrull"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "27", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.11", "texte": "Oswald Herzog: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "28", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.12", "texte": "I aufen\nTaufen\nRegenprasseln\nBlitzekuß\nKuß\nFeuertaufen! —\nZweige rauschen\nLeises Brausen zieht\nHängt ein Saitenspiel am Baum\nKinderhändchen gleiten rasch\nFlinkes Huschen junger Mädchen\nKichern\nWinken\nSanft\nWinde brausen\nLeis\nZweige rauschen — —\nNacht geflimmert\nNacht geschimmert\nNacht zerschweigen\nZerschweigen\nZerschwiegen\nSterne funkeln\nSterne fallen\nFallen\nFallen\nFallen\nFallen auf mich\nAuf mich!\nMich\nMich\nAuf mich\nFallen auf mich!\nFunkeln\nBlinken\nKüssen\nHellen mich\nKüssen\nHellen\nBlinken\nFunkeln\nWieder fort\nZurück v\nZurück ins All\nVon mir zum All!\nZum All\nSterne funkeln\nBlinken\nBlitzen\nBlitzen\nScheinen\nHellen\nHellen\nWinken\nMir! —\nEin Schlag!\nSpritzen rinnt\nEin Schrill\nWeinen schluchtzt leis\nWorte reden\nMünder schaufeln\nReißen Wunden\nTränen fließen\nHassen\nAuflehnen\nKrieg! —\nStröme wälzen\nStröme fließen\nStröme strömen\nStröme fließen\nTräge fließen\nStröme trägen\nFließen träge\nStröme wälzen träge Fluten —\nStröme Meer\nStröme gießen\nMeere gießen\nStröme träge gießen Meer\nLebensströme gießen öde Meere\nSterne\nSterne funkeln\nBlinken\nWinken\nBlitzen\nBlitzen\nScheinen\nBlitzen\nWinken\nScheinen\nFlimmern\nSchimmern\nDurch die Nacht"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "29", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.13", "texte": "Der abstrakte\nExpressionismus\nOswald Herzog\nExpressionismus ist Ausdruck des Geistigen\ndurch Form, Form, ist Bewegung-Rhyth-\nmus. Das Materielle der Form für die bil-\ndenden Künste sind: die Linie, Fläche und\ndas Licht (Farbe). Abstrakter Expressionis-\nmus ist vollendeter Expressionismus; er ist\ndie Reinheit der Gestaltung, Er gestaltet\ngeistiges Geschehen körperlich, er schafft\nObjekte und nimmt nicht Objekte — Gegen-\nstände. Gegenstände sind an sich schon\nganze Komplexe von Ausdrucks-Bewegungs-\nVorgängen.\nDem materiellen Expressionismus dient\nnoch das Objekt zur Gestaltung. Er abstra.-\nhiert das Wesen eines Gegenstandes durch\nAusscheiden alles Unwesentlichen zur Rein-\nheit und Größe. Es ist das Nacherleben\neines Objekts — Gestaltung in Vergangen-\nheit, Die Abstraktion offenbart den Willen\ndes Künstlers; sie wird Ausdruck, Der Künst-\nler zwingt durch seinen Willen zum Miter-\nleben.\nDer abstrakte Expressionismus ist das\nGestalten des Geschehens — des Lebens an\nsich; es ist Gestaltung in Gegenwart, Der\nKünstler hat bei seiner Intuition keine Vor-\nstellung von Gegenständen, Leben fordert\nnur Gestaltung, Er läßt Formen entstehen,\ndie Träger seines sind und sein\nmüssen. Nichts ist Willkür, alles ist Wille.\nWille ist Kunst,\nGestaltung des Geschehens durch Abstrak-\ntion der Form ist ein Gebären in der Natur,\nEs werden Objekte, die nicht der Natur ent-\nnommen aber der Natur verwandt sind.\nDie Einheit des allumfassenden Lebens —\nder Rhythmus — ergibt die Verwandtschaft.\nDinge zu schaffen, die sich jeder Verwandt-\nschaft der Natur entziehen, wird es niemals\ngeben. Selbst die freiste Gestaltungsform -—\ndie Gestaltung des Dinges an sich — das\nSpiel der Fantasie — ein intellektueller Im-\npressionismus — wird seine objektive Spie-\ngelung dort finden, wo das Leben der Natur\nzerstört ist — im Chaos — wo der Wille\nvernichtet ist und es jedem überlassen bleibt\nzu sehen, was er will. Der intellektuelle Im-\npressionismus ist das Spiel des Künstlers\nmit Formen nach Willkür und Laune, Es ist\neinn rein persönliche Angelegenheit, die\nnicht zum Miterleben zwingt; es fehlt die\nUeberzeugung der Gestaltung, Schön-\nheit in der Freiheit der Fantasie zu empfin-\nden ist eine Verflachung der Kunst, wie wir\nes erst vor kurzem im Realismus erfahren\nhaben, Schönheit kn allgemeinen Sinne ist\ndekorative — oberflächliche — Geistigkeit.\nAbsolute Schönheit ist der Wille, Wo kein\nWille ist der Zufall; Zufälligkeit ist das Chaos\n— die Unordnung — das Fehlen organischen\nLebens. Jeder großen Kunstepoche ist die\nGestaltung des Willens eigen-—inForm einer\nNeugestaltung,\nDer abstrakte Expressionismus ist die Evo-\nlution des Naturalismus, die aus der Revo-\nlution des Kubismus und Primitivismus her-\nvorgegangen ist. Jede Flucht zur alten Kunst\nwar .eine Kunstlaune — Mode — und keine\nKunst, Nur aus Reaktion zum Naturalis-\nmus bildeten sich Kubisten und Primitivsten,\nDurch Nacherleben ältester Kunstformen\nwerden sie zu einseitigen Stilisten, Will man\nKunst nacherleben, darf man nicht einseitig\nnur etwa die Kunst des Baroks und Rokokos\nunbeachtet lassen, Oder will man sie für\neine größere Kunstlaune reservieren? Der\nRhythmus des Baroks und Rokokos ist an\nsich eine ebenso starke Form als der Rhyth-\nmus der ägyptischen oder frühgriechischen\nKunst, Das einseitige, aus Reaktion hervor-\ngegangene Nacherleben ältester Kunst hat\nwenig mit einer Vergeistigung der Kunst ge-\nmein, Aus rein geistigem Gestaltungsdrange\nging der Futurismus hervor, Er sucht Ge-\nstaltung der Expression durch Gegenstände,\nGegenstände sind aber schon gestaltet. Er\nbenutzt demnach das Gleichnis — Sinnbild\n— er ist erzählend aber nicht seiend, Kunst\ngestaltet das Geschehen selbst,\n\nInhalt\nLothar Schreyer: Der neue Mensch\nWilhelm Schlichtknill: Wehbrausen\nWilhelm Schlichtknill: Schweigen\nWilhelm Schlichtknill: Gedichte'\nOswald Herzog: Der abstrakte Expressionis-\nmus\nOswald Herzog: Drei Holzschnitte / Vom\nStock gedruckt\nRudolf Bauer: Farbenholzschnitt / Vom Stock\ngedruckt\nMai 1919"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "30", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.14", "texte": "Verlag Der Sfurnrt\nBerlin W 9 Potsdamer StraBe 134 a\nFernruf Amt Liitzow 4443\nMonatsschrift Der Sturm\nErscheint am zehnten jedes Monats\nJedes Heft enth&It mindestens eine mehrfarbige Kunst-\nbeilage. Holzschnitte stets vom Stock gedruckt und\nZeichnungen\nDauerbezug / Ein Jahr 15 Mark / Ein Hatbjahr\n8 Mark / Einzelheft 2 Mark\n\nMonatsschrift Der Sturm / Jahrg&nge 1—9\n\nBticher aus dem Verlag Der Sturm\nPeter Baum\nSchiitzengraben verse\nQebunden 5 Mark\nFranz Richard Behrens\nBlutbliite / Qedichte\nQeheftet 3 Mark / Qebunden 5 Mark\nHermann Essig\nDer Frauenmut / Lustspiel\nCb'erteufel / Tragodie\nIhr stilles Qilick / Drama\nEin Taubenschlag / Lustspiel\nNapoleons.Aufstieg / Tragodie\nDer Wetterfrosch / Erz£hlung\nJedes Buch 3 Mark / Qebunden 5 Mark\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Qedichte\n4 Mark\nAdolf Knoblauch\nDie schwarze Fahne / Eine Dichtung\n3 Mark\nKreis des An fangs / Frtihe Qedichte\n5 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nOskar Kokoschka\nMor der Hoffnung der Fr auen\nDrama mit Zeichnungen\nQebunden 25 Mark (Auflage 100)\nErnst Marcus\nDas Problem der exzentrischen f m p -\nI i n d u n g und s e i ne L6sung\n5 Mark\n\nWflhelm fttingd\nDas Den ken tratimt / Gedichte\n3 Mark / Qebunden 5 Mark\nPaul Scheerbart\nGlasarchitektur j In 111 Kapiteln\n2 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nLothar Schreyer\nMeer / Sehnte / Mann / Dramen\n3 Mark\nAugust Strain in\nDu j Liebesgedichte\n4 Mark\nDie Menschheit\n1 Mark 50 Pfennig\nHerwarth Walden\nDas Buch der Menschenliebe\n4 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nDie Harte der Weltenliebe/ Roman\n4 Mark / Qebunden 6 Mark 50 Pfennig\nSonderausgabe (Auflage 10) 50 Mark\nEinblick in Kunst\nMit 64 Abbildungen nach Gemalden der Sturm-Kiinstler\n5 Mark\nGesammeite Schriften: Band I\nKunstmaler und Kunstkritiker\n3 Mark\nWeib I Komitragodie\n4 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nErste Liebe / Ein Spiel mit dem Lebeq\nDie Be i den / Ein Spiel mit dem Tode\n5 ii n d e / Ein Spiei an der Liebe\nLetzte Liebe / Komitragftdie\nG 1 a u b e / Komitragodie\nJedes Buch 2 Mark\nKind I Tragodie\nT r i e b / Eine biirgerliche Komitragodie\nM e n s c h e n / Tragtidie\nJedes Buch 3 Mark\nr I\nSturm-Biicher\nAugust Stramm\nSancta Susanna\nRudimentSr\nDie Haidebraut\nErwachen\nK r a f t e\nGeschehen\nDie Unfruchtbaren\nAage von Kohl\nDie Hangematte des Riuge\nDie rote Sonne\nDer tierische Augenblick\nP«ter Baum\nK y 1 a n d\nLothar Schreyer\nJ u n g f r a u\nJedes Sturmbuch 1 Mark 50 Pfennig"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "31", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.15", "texte": "Musik\nHerwarth Walden\nGesammeite Tonwerke *\nDann / Vergeltung / Verdammnis\nDichtungen von Else Lasker-Schiiler\nFiir Gesang und Klavier / Je 2 Mark\nBruder Liederlich / Werk 511\nFlir Gesang und Klavier / 2 Mark\nEntbietung / Werk 92\nDichtung von Richard Dehmel\nFiir Gesang und Klavier / 2 Mark\nZehn Dafnislieder / Werk 11\nZu Gedichten von Arno Holz\nFiir Gesang iind Klavier / 3 Mark-\nDie Judentochter / Werk 17\nFarbige Umschlagzeichnung von Oskar Kokoschka\nFiir Gesang und Klavier / 1 Mark 50 Pfennig\nSchwertertanz / Werk 18\nFiir Klavier / 4 Mark\nDer Sturm \\j Heeresrnarsch / Werk 21\nFiir Klavier / 1 Mark\nTanz der Tone / Werk 23\nFiir Klavier / 3 Mark\n\nfianddrucke\nOskar Kokosclika: Plakat fur die Zeitschrift Der\nSturm I Originallithagrapliie\nAbzug 30 Mark\n\nSturm-Karten\nJede Karte 30 Pfennig\nNach Gem&lden, Zeichnungen und Bildwerken fol-\ngender Kiinstler:\nAlexander Archipenko 3 Fernand L£ger 2\nRudolf Bauer 4 August Macke 1\nVincenc Benes 1 Franz Marc 2\nUmberto Boccioni 2 Carl Mense 1\nCampendonk 2 Jean Metzinger 1\nMarc Chagall 5 Georg Muche 1\nRobert Delaunay 1 Gabrieie Miinter 1\nLyonel Feininger 1 Negerplastik 1\nAlbert Gleizes 2 Georg Schrinipf 1\nJacoba van Heemskerck 3 Gino Severini 2\nHjertSn-Griinewald 1 Arnold Topp 1\nAlexei von Jawlensky 2 Maria Uhden 1\nKandinsky 2 Nell Walden 1\nPaul Klee 1 William Wauer 5\nOskar Kokoschka 2 Marianne von Werefkin ?\nOtakar Kubin, !\n\nSturm-Ausstellungskataloge\nM i t A b b i >1 d u n g e n\nAlexander Archipenko Kattdinsky\nRudolf Bauer Qino Severini\nMarc Chagall Skupina\nJe 60 Pfennig\nFranz Marc\n1 Mark\nOrster Deutscher Herbstsaton Der Sturm 1913\nMit 50 Abbildungen in Ktipfertiefdruck\n2 Mark\n\nKunstdrucke aus dem VerLag Der Sturm\nAuf Japan, und Biittenpapier\nJeder Kunstdruck 5 Mark\nRudolf Bauer\nSchwarz-WeiB-Kornposition 14\nUraberto Boccioni: Abschied / Die Abfahrenden / Die\nZuriickbleibenden\nMarc Chagall: Int6rieur / Der Jude / Der Geigen-\nspieler / Die Schwangere / Essen der Bauer / MSdchen\nRobert Delaunay: Der Turin\nLyonel Feininger: Klein Schmidthausen\nMark Wippach II\nJacoba van Jieemskerk: Baum / Landschaft\nPaul Klee: Kriegerischer Staimn\nOskar Kokoschka Menschenkopf e : 1 Adolf\nLoos I 2 Her war th Walden / 3 Karl Kraus / Richard\nDehmel / 5 Paul Scheerbart / 6 Yvette Quilbert\nOskar Kokoschka: Tierbilder\nPernand L6ger: Akt\n\nSturm-Kiinstler / LIchtt\njede Karte 30 Pfennig\nI. August Stramrn\nII. Herwarth Walden\nIII. van Heemskerck\nIV. Kandinsky\nV. Rudolf Bltimner\nVI. Campendonk\nVII. Peter Baum\nVIII. Hermann Essig\nIX. Oskar Kokoschka\nX. Adolf Knoblauch\nXI. Paul Klee\nXII. Gabriele Miinter\nXIII. Rudolf Bauer\nXIV. Nell Walden\nXV. Mynona\nXVI. Kurt Heynicke\nXVIII. William Wauer\nXIX. Lothar Schreyer\nXX. Qeorg Muche\n\nSiurinschule\nLeitung: Herwarth Walden\nDrittes Jahr I\nBerlin / Potsdaraer StraBe 134 a\nUnterricht und Ausbildung in der expressionistlschen\nKunst\nBtihoe I Scteauspielerei Vortragskunst / Maleref /\nDichtung / Musik\nLehrer der Sturmschule\nRudolt Bauer\nRudolf Bliiinner\nCampendonk\nJacoba van Heeraskerck\nPaul Klee\nGeorg Muche\nLothar Schreyer\nHerwarth Walden\nWilliam Wauer\nSprechstunden der Leitung: Dienstag, Mittwoch, Frei-\ntagr Sonnabend 4—5 / Das Sekretariat ist taglich\nvon 10—6 geoffnet\n\nLeitung der Sturmschule fur Holland:\nJacoba van Heemskerck / Den Haag\nAmneldungen durcb den Sturm / Berlin W 9"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "32", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190510-01.1.16", "texte": "Anzeigen werden nicht aufgenommen\nVerantwortlich für die Schriftleitung:\nLothar Schreyer\nVerantwortlich für eleu gesamten Inhalt und Verlag\nF. Harnisch / Berlin W 35\nDruck Carl Hause / Berlin SO 26\n\nDer Sturm\nSiandige Aussiellungen\nBerlin / Poisdamer Sirasse 134 a\nQeoffnet taglich von 10—6 Uhr / Sor.nfags 11—2\nTageskarte 1 Mark 50 Pfennig\nMonatlicher Wechsel\nVierundsiebzigste Ausstellung\nMai 1919\nNell Walden\nHans Brass\nFiinfundsiebzigste Aussiellung\nOswald Herzog\nOskar Fischer\nEroffnung: Sonntag den 1. juni\nSturmgesamtschau Dresden\nApril/Mai 1919 / Galerie Arnold\nSturmgesamtschau Zurich\nJuni 1919 I Kunstsalon Rembrandt\n\nDER STURM\nvertritt folgende Kiinstler ausschlieBHch und verfiigt\niiber ilire Werke (Gemalde / Graphik / Holzschnitte /\nKanddrucke) zum Verkauf und z« Ausstellungen in\nder ganzen Weit:\nRudolf Bauer / Campendonk / Marc Chagall / Jacoba\nvan Keeraskerck / Kandinsky / Gcorg Muche / Nell\nWalden I William Wauer\nDER STURM\nvertritt fiir Deutschland iolgende Kiinstler und ver-\nfijgt tiber ihre Werke zum Verkauf und fur Ausstel-\nlungen:\nGosta Adrian-Nslssoii / Alexander Arcliipenko / Fritz\nCaumann / Vincenc Benes Umberto Boccioni / Carlo\nD. Carra Max Ernst / Lyonel Feiflinger / Emii Filla /\nOskar Fischer / Albert Gieizes / Otto Gutfreund /\nOswald Herzog f Hugo Ilandel / Sigrid Hjert6n-Griine-\nwald Isaac Grtlnewald Johannes Itten / Alexei von\nJawlensky / Paul Klee / Oskar Kokoschka I Otakar\nKubin I Fernand Leger / Franz Marc / Gabriele\nMiinter / Jean Metzinger / Johannes Molzahn / Francis\nPicabia / Gino Severini / Arnold Topp / Maria Uhden\nMarianne von Werefkin\n\nSturm-Abende\nIn der Kunstausstellung Der Sturm /Berlin\nJeden Mittwoch /i 8 Ulir\nVortragender Rudolf Bliimner\nKarten zu 5, 4, 3, 2, 1 Mark im Vorverkauf unci an\nder Abendkasse\n\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm\nsind signierte und numerierte Handdrucke, von\nden meisten Zeichnungen Kunstdrucke kauflich\nzu erwerben. Die Originate sind verkauflich.\nAusfiihrliche Verzeichnisse des Verbis Der Sturm\nkostenlc*\n\nKunstbuchhandlung Der Sturm\nPotsdamer StraBe 138 a\nFernruf Llitzow 4443\nhat lute und seltene Biicher und Noten vorratig und\nnimmt Bestellungen entgegen\n\nNeuanzeigen Der Sturm\nSoeben erschienen: Max Verworn:\nKeitische Kunst Mit Abbildungen\n3 Mark\nExpressionismus / Die Kunstwende\nHerausgegeben von Herwarth Walden\nBeitrage von Kandinsky / Herwarth Walden / Lothar\nSchreyer / Rudolf Bltimner / Rudolf Bauer / William\nWauer / A4ax Verworn / und anderen\nMit 140 Abbildungen / zum Teil ganzseitig / nach Bil-\ndern und Bildwerken samtlicher Kiinstler des Sturm /\nder Urvolker und der Volkskunst / vier mehrfarbigen\nOriginalholzschnitten\n25 Mark / Gebunden 35 Mark / Museumsausgabe mit\nOriginal en Nummer 1—10 M 200— Nummer 11—50\nM 100™\nSturm-Abende / Ausgewahlte Gediclite\nDas Buch enthalt Qedichte, die R u d o 1 f 13 I ii m ner\nan den Sturm-Abenden vortragt\n4 Mark\nSignierte Sonder-Ausgabe 12 Mark-\nDie Stiirm-Biihne\nJahrbuch des Theaters der Expressionisten\nJede Folge 75 Pfennig\nJahrbuch 6 Mark\n5 e c h s t e Folge erschienen\nSoeben erschienen\nHerwarth Walden: An Schwager Kronos\nFlir Qesang und Klavier I Dichtung von Goethe\nWerk 172\n3 Mark\nSturm-Bilderbticher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nI: Marc Chagall\n5 Mark\nII: Alexander Archipenko\n5 Mark\nIII: Paul Kiee\n5 Mark\n\nAuslieferung und Verkauf der Werke des Verlag Der\nSturm im Ausland\nKopenhagen: Buchhandlung Massing / Politikens Hus j\nRaadhuspladsen\nZurich: Kunstsalon Rembrandt / BahnhofstraBe /\nAusMeferung auch fur Frankreich"}]}