{"numero_id": "bm-bmtnabg-1919-08-10-01", "volume": "bmtnabg_1919-08-10_01", "ocr_sha256": "34a86c74aaf7f37c3bf25020daa01483794b739e3ed7939b91b8fdb4aa8619e1", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1919/08/10_01/bmtnabg_1919-08-10_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1919/08/10_01/bmtnabg_1919-08-10_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1919-08-10-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-08-10_01#c001", "volume": "bmtnabg_1919-08-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.2.1", "titre_corps": "Johannes Molzahn: Dimensionen / Zeichnung", "titre_sommaire": "Johannes Molzahn: Dimensionen / Zeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.1", "debut_caractere": 88, "fin_caractere_exclue": 129, "texte": "Johannes Molzahn: Dimensionen / Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-08-10-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-08-10_01#c002", "volume": "bmtnabg_1919-08-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "66", "page_fin": "70", "image_debut": 2, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.2.2", "titre_corps": "Die neue Kunst", "titre_sommaire": "Die neue Kunst", "signature_source": "Lothar Schreyer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "66", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4149, "texte": "Die neue Kunst\nLothar Schreyer\n\nIch will nicht erklären, was neue Kunst und\nwas alte Kunst ist. Es gibt keine neue und\nkeine alte Kunst. Es gibt Kunst.\nIch kann nicht sagen, was Kunst ist. Kein\nMensch kann es. Wer es zu sagen versucht,\nfrevelt an der Kunst und belügt die Men-\nschen. Er spricht von Nichtkunst.\nNur von Künstlern, nur von Kunstwerken\nkann gesprochen werden. Künstler sind\nMenschen, die Kunstwerke schaffen. Von\nden Gedanken und Gefühlen solcher Men-\nschen kann gesprochen werden, soweit sie\nuns ihre Gedanken und Gefühle mitteilen.\nUeber Kunst erfahren wir hierdurch nichts.\nWir können oberflächlich erfahren, was für\nein Mensch der Künstler ist, der bestimmte\nWerke geschaffen hat. Der Künstler selbst\nund wir durch ihn können oberflächlich er-\nfahren, unter welchen Voraussetzungen, Be-\ndingungen und Begleitumständen er seine\nWerke schafft. Das Geheimnis der Kunst\nenträtselt uns auch der Künstler nicht. Vom\nKünstler imd seinen Werken können wir die\nKunstmittel erfahren, mit denen er das Werk\ngestaltet hat. Der Künstler kann uns die\nHandhabung der Kunstmittel mitteilen, so-\ngar lehren. Der Künstler und wir können\naus den Werken bestimmte Grundsätze er-\nfahren, die uns als werkgestaltende Grund-\nsätze erscheinen. Aber weder aus den werk-\ngestaltenden Grundsätzen, noch aus einer\nHandhabung der Kunstmittel, noch aus einer\nKenntnis der Kunstmittel erfahren wir, was\nKunst ist.\nDurch dieses Bekenntnis zum Nichtwissen\nder Kunst scheiden wir uns von den Men-\nschen der nichtkünstlerischen Zeit. Solche\nMenschen leben noch allzuviel in unserer\nZeit, S:e behaupten durch die Kenntnis der\nKunstmittel, durch die Kenntnis der Kunst-\ngeschichte oder das geistige Begreifen der\nKunstwerke zu wissen, was Kunst ist. Das\nsind die armen Menschen, die zu wissen be-\nhaupten, was Liebe ist, was Leben ist, was\nGott ist.\nDie Weltwende scheidet Mensch von Mensch.\nS e scheidet die Menschen, die behaupten, zu\nwissen, was Liebe ist, von den Menschen,\ndie Liebe haben. Sie scheidet die Menschen,\ndie behaupten zu wissen, was Kunst ist, von\nden Menschen, die Kirnst haben.\nDie Weltwende wandelt die Menschheit.\nWir alle leiden das Leiden der Welt. Die\nMenschen der uns abgewandten Welt täu-\nschen sich über das Leiden hinweg und be-\nhaupten, die Erlösung von Leiden zu wissen.\nWir aber leiden das Leiden der Welt wahr-\nhaft und lösen uns vom Leiden. Das ist un-\nsere Notwendigkeit.\nWir lösen uns vom Leiden. Wir leiden nicht\nmehr. Wir können unser Bewußtsein auf-\nheben. Wir heben unser Bewußtsein auf im\ne:genen Selbst und im anderen Selbst. Das\nist der Weg zur Neugeburt des Menschen.\nDer Künstler geht den Weg der Neugeburt\ndes Menschen. Er geht auf im Leidenlosen.\nEr ist das Nichts.\nDer Künstler hebt sein Bewußtsein auf, in-\ndem er sich in sein Selbst oder in ein ande-\nres Selbst versenkt zum Selbstvergessen.\nDer Künstler ist b2gnadet. Eine Gnade er-\nfaßt ihn und läßt ihn versinken. Das Sich-\nversenken ist keine Handlung des Willens.\nEs ist keine Handlung. Es ist ein Erleiden.\nVor der Gnade g bt es keine Würdigen und\nUnwürdigen. Auserwählt sind Würdige und\nUnwürdige. Auserwählt ist der leidende\nMensch. Begnadet leidet er nicht.\nVerläßt den Menschen die Gnade, so leidet\ner mehr als andere Menschen. Er erleidet\nVorstellungen: Das Gesicht. Ihm erscheinen\nBilder, Leute, Worte, Geräusche, Lichter,\nDunkelheiten, Gerüche. Die Erscheinungen\nwerden und vergehen, wandeln sich, sind\nBewegung. Während der Erscheinungen sind\ndie Sinne gegen die Außenwelt verschlos-\nsen. Wir wissen nicht, ob die Erscheinun-\ngen unmittelbare Vorgänge in unserem In-\nnern sind oder ob sie Wirkungen eines un-\nbekannten Geschehens sind. Wir wissen\nnur, daß wir sie erleiden müssen, wenn wir\naus der Leidlosigkeit zum Bewußtsein zu-\nlückkehren. Die Wahrnehmung des Ge-\nsichts liegt innerhalb des Bewußtseins. Wir\nnehmen Gesichte wahr in der Unendlichkeit\nihrer sinnl:chen Eindrucksmöglichkeit. Un-\nzählige Farbformen, Töne, Bewegungen und\nderen Verbindungen sind möglich. Im Ge-\nsicht ist die Erscheinungsform der äußeren\nWirklichkeit nur ein Einzelfall. Die Erschei-\nnungen des Gesichts sind ebenso Wirklich-\nkeiten wie die Wirklichkeiten der Außen-\nwelt."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "67", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4418, "texte": "Jeder Mensch kann Gesichte haben. Künst-\nler ist nur der Mensch, der im Gesicht den\nZwang erleidet, das Gesicht zu gestalten.\nEine innere Notwendigkeit zwingt ihn, dem\nGesicht Gestalt zu geben. Gestalt geben\nheißt: das Gesicht künden. Dem Gesicht\nGestalt geben, ist das Schaffen des Künst-\nlers. Das Schaffen des Künstlers ist ein\nKampf gegen sich selbst und ein Kampf mit\ndem Gesicht, das er zu erleiden gezwungen\nist. Der Künstler kann sich vom Erleiden\ndes Gesichts nur dadurch befreien, daß er\ndem Gesicht Gestalt gibt, d. h., daß er das\nGesicht außer sich stellt. Hat der Künstler\ndas Gesicht außer sich gestellt, so ist es Ge-\nstalt. Der Künstler kann das Gesicht nur\ndann außer sich stellen, dem Gesicht nur\ndann Gestalt geben, wenn er seine eigene\nGestalt, sein Selbst, ganz zurückgestellt hat.\nDiese Ueberwindung der Persönlichkeit ist\nVoraussetzung für die Gestaltung des Ge-\nsichts. Der Künstler hat das Gesicht ohne\nseinen Willen und schafft -es unwillkürlich\nzur Gestalt. Diese Gestalt wird nur frei,\nwenn er sich frei macht von seinem Willen.\nDer Künstler will sein Gesicht niemandem\nvermitteln, wenn er schafft. Er will mit sei-\nnem Kunstwerk nicht irgendeiner Idee oder\nSache dienen. Es gibt keine ethische Kunst.\nEs gibt keine politische Kunst. Ethik und\nPolitik sind Grundsätze, nach denen der\nMensch sein tätiges Leben gestaltet. Das\nGesicht aber ist die Abkehr vom tätigen\nLeben, Das Kunstschaffen ist wedef ein\nt\nethisches Handeln noch ein politisches Han-\ndeln noch sonst irgendein Handeln für das\ntätige Leben. Das Gesicht und seine Ge-\nstaltung ist ein Erleiden des Lebens, unab-\nhängig vom Tatwillen des Lebens, dient\nnicht dem Tatwillen des Lebens, ist nicht\ndas Erkennen und Handeln eines freien ethi-\nschen Willens und erst recht nicht be-\nstimmt von dem Durchsetzen eines politi-\nschen Grundsatzes. Losgelöst von allem\nvermeintlich freien Tun ist die Gestaltung\ndes Kunstwerkes ein Zwang, der erlitten\nwird, dem der Künstler folgen muß, ob er\nwill oder nicht. Versucht er diesem Zwang\nzu entgehen, indem er die Gestaltung einzu-\nordnen sucht in sein freies menschliches\nHandeln, so verliert er die Gesichte, er lei-\ndet nicht mehr, er ist nicht Künstler. Ver-\nsucht der Künstler ohne inneren Zwang Ge-\nsichte zu gestalten, so schafft er nicht uri-\nwillkürlich, sondern arbeitet willkürlich. Er\nsucht dann mit vermeintlichen Kunstmitteln\nirgendeinem tätigen Leben, einem Gedan-\nken, einem ethischen Grundsatz, einem po-\nlitischen Grundsatz zu dienen. Er ist nicht\nKünstler,\nKünstler kann niemals werden, wer nicht\nKünstler ist. Aber der Künstler kann Nicht-\nkünstler werden, wenn er sich auf sich selbst\nverläßt und sich folgt, anstatt sich zu ver-\nlassen und das Gesicht unmittelbar zu ge-\nstalten. Es gibt keine mittelbare Gestaltung.\nDie Gestaltung der Kunstwerke kann nicht\ngelehrt werden. Jedes Kunstschaffen ist\nschöpferisch, schöpft nur aus sich. Aber ein\nKünstler kann den andern das tätige Leben\nverlernen helfen, Kunstlehre ist Verlernen\ndes Kunstwillens und aller Mittel unserer\nLebenshandlungen, Nur wer all diese Mittel\nverlernt hat, kann unmittelbar das Gesicht\ngestalten. Er ist Künstler.\nDer Künstler, der sein Selbst vergessen und\nseine Mittel verlernt hat, vermag das Gesicht\nzu gestalten. Er ist das Werkzeug der Not-\nwendigkeit, die durch ihn schafft, Das Ge-\nsicht muß gekündet werden. Also schafft\nsich die Notwendigkeit ein Werkzeug zum\nKünden. Je leidensfähiger der Mensch ist,\ndesto zahlreicher und desto stärker sind\nseine Gesichte. Hier ist der einzige Zusam-\nmenhang erkennbar zwischen der Persön-\nlichkeit des Menschen und seinen Gesichten,\nDie Tiefe der Leidensfähigkeit des Menschen\nscheidet die Gesichte. Je leidensfähiger ein\nKünstler ist, desto empfindlicher ist er\nals Werkzeug für die notwendige Ge-\nstaltung, das heißt: um so tiefer ist die\nUeberwindung seiner Persönlichkeit, um\ndas Gesicht zu künden. Die Leidens-\nfähigkeit ist an kein Alter, kein Ge-\nschlecht, keinen Stand, keinen Beruf, keine\nNation, keine Rasse, keine Bildung, kein\nWissen, keinen Glauben, keine Zivilisation,\nkeine Kultur gebunden. Alle Menschen\nkönnen leiden und Gesichte haben und\nKünstler sein, alte und junge Menschen,\nKluge und Dumme, Gebildete und Ungebil-\ndete, Christen und Heiden, Kulturvölker und\nWilde. Der gestaltende Mensch, der Künst-\nler ist der außer sich gestellte Mensch, der\nekstatische Mensch. Der ekstatische Mensch\nist das von der Notwendigkeit des Gesichts"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "68", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4173, "texte": "zur Gestaltung zubereitete Werkzeug. Das\nAußersichgestelltsein, die Ekstase begibt sich\nmit dem Künstler. Der Künstler ist begabt.\nDurch diese Begabung ist er nicht Mensch,\nsondern Werkzeug. Das Gesicht und die Be-\ngabung lassen sich nicht lehren. Die\ngabung ist eine Gabe außerhalb aller mensch-\nlichen Gaben und unabhängig von ihnen. Da-\nher ist alles Wissen und jede Bildung und\nalles Können belanglos für die Gestaltung\ndes Kunstwerks. Der Künstler kann von\nsich aus nichts. Der Zwang zur Gestaltung\ngibt ihm zugleich die Mittel, mit denen er die\nGestalt schafft. Diese Notwendigkeit zwingt\nden Künstler mit Farbformen oder Wort-\ntönen oder Musiktönen zu schaffen, sie\nmacht ihn zum Maler oder Dichter oder Ton-\nkünstler. Als Mensch ist er vielleicht Volks\nschüler oder Geheimrat oder Arbeiter oder\nPostdirektor oder Filmregisseur oder Vaga-\nbund, Die Notwendigkeit der Gestaltung\ngibt dem Gesicht die Gestalt, Jedes Gesicht\nist verschieden, und jede Kunstgestalt ist\nverschieden. Jede Gestalt trägt das Gesetz\nihrer Gestaltung in sich. Daher wissen wir\nkein Gesetz der Kunst. Daher hat jedes\nKunstwerk sein Gesetz.\nDie Weltwende wendet uns aus den Zeiten\nder Nichtkunst zur Kunst. Wir wenden uns\"\nab von den Zeiten der Aesthetik und der\nKunstkritik. Die Schönheit ist ein Irrtum\nund eine Täuschung. Das Kunstwerk ist\nweder schön noch'häßlich. Das Wohlgefal-\nlen oder Mißgefallen ist ein persönliches\noder allgemeines Urteil über das Kunstwerk,\nDie Kritik sucht mit untauglichen Mitteln,\nden Sinnen und dem Verstand, das Kunst-\nwerk zu begreifen und zu verstehen. Wer\ndas Kunstwerk zu begreifen und zu verste\nhen sucht oder zu begreifen und zu verste-\nhen glaubt, hat das Kunstwerk nicht. Man\nkann begreifen und verstehen, was Nicht-\nkunst ist. Der Aesthetische und der Kri-\ntische aber glauben zu wissen, warum ein\nWerk ein Kunstwerk ist. Sie sprechen so-\ndar von schlechter und guter Kunst. Aber\nweder mit Wissen noch mit Glauben kann\nman ein Kunstwerk erfassen. Denn das\nKunstwerk erfaßt uns. Urteilen und Glau-\nben sind geistige Vorgänge, sind Vorgänge\nunseres Bewußtseins. Die leider wohl noch\nnicht letzte Phrase der nichtkünstlerischen\nWelt ist das Wort von der Geistigkeit der\nKunst. Aestheten und Kritiker, denen die\nNichtkunst tätiges Leben ist, glauben oder\nreden uns vor, daß ihre vermeintliche Kunst\ndas Leben und seine Erscheinungen vergei-\nstige. Sie verwirren und belügen das Leben,\nWir reden aneinander vorbei, Sie verstehen\nunter Vergeistigung das intellektuelle oder\ngläubige Erfassen der Welt. Je mehr sie bei\neinem Werk denken oder glauben können,\nein um so größeres Kunstwerk scheint es\nihnen. Einigen Vorsichtigen scheinen auch\nKunstwerke zu sein, was sie nicht verstehen\nund nicht glauben können, Sie reden dann\nvon der Mystik des Geistes, Aber die Wirk\nlichkeit des Geistes ist gar nicht mystisch.\nSie ist weder zu verstehen ,noch nicht zu\nverstehen, weder zu glauben nocii nicht zu\nglauben. Die Wirklichkeit des Geistes liegt\njenseits des Menschen, Wer das begriffen\nhat, dem ist das Wort vom vergeistigten Le-\nben eine Sünde, Es ist die Sünde am Geist,\nvon der sich die Welt wendet.\nWeltwende ist Kunstwende. Was die Welt,\nvon der wir uns wenden, Kunst nennt, ist\nIrrtum und Täuschung. Kunst ist nicht zu\nnennen. Die vermeintlichen Kunstwerke sind\nkeine notwendigen Kündungen der Gesichte,\nsondern Werke menschlicher Willkür, Wir\nwenden uns ab von diesen vermeintlichen\nKunstwerken und ihren Künstlern. Wir wen-\nden uns ab von der sogenannten Kunstwis-\nsenschaft, von der sogenannten Kunsterzie-\nhung, von der sogenannten Knnstpflege, von\nder sogenannten Aesthetik, von der soge-\nnannten Kunstkritik. All diese willkürlichen\nErfindungen täuschen nur hinweg über die\nLeere einer armen Zeit, die arm ist, weil sie\nkeine Gesichte hat. Wir brauchen keine Er-\nfindungen mehr, da das Gesicht uns findet.\nDas Gesicht findet die Menschen wieder.\nAus e.'ner Zeit, in der der Mensch der Fülle\nder Gesichte und der Leidlosigkeit teilhaf-\ntig ist.\nWir sind außerhalb des Menschlichen ge-\nstellt und können über unsere Endlichkeit\nder Unendlichkeit teilhaftig sein. 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[n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.2.4", "titre_corps": "An Anna Blume", "titre_sommaire": "An Anna Blume", "signature_source": "Kurt Schwitters", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "72", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1337, "texte": "An Anna Blume\nKurt Schwitters\n0, du Geliebte meiner siebenundzwanzig\nSinne, ich liebe dir! — Du deiner dich dir,\nich dir, du mir. — Wir?\nDas gehört (beiläufig) nicht hierher.\nWer bist du, ungezähltes Frauenzimmer? Du\nbist — bist du? — Die Leute sagen, du\nwärest — laß sie sagen, sie sie wissen nicht,\nwie der Kirchturm steht.\nDu trägst den Hut auf deinen Füßen und\nwanderst auf die Hände, auf den Händen\nwanderst du,\nHallo deine roten Kleider, in weiße Falten\nzersägt. Rot liebe ich Anna Blume, rot liebe\nich dir! — Du deiner dich dir, ich dir, du\nmir. — Wir?\nDas gehört (beiläufig) in die kalte Glut.\nRote Blume, rote Anna Blume, wie sagen die\nLeute?\nPreisfrage: 1. Anna Blume hat ein VogeL\n2. Anna Blume ist rot.\n3. Welche Farbe hat der Vogel?\nBlau ist die Farbe deines gelben Haares.\nRot ist das Girren deines grünen Vogels.\nDu schlichtes Mädchen im Alltagskleid, du\nliebes grünes Tier, ich liebe dir! Du deiner\ndich dir, ich dir, du mir, — Wir?\nDas gehört (beiläufig) in die Glutenkiste.\nAnna Blume! Anna, a—n—n—a ich träufle\ndeinen Namen. Dein Name tropft wie wei-\nches Rindertalg.\nWeißt du es Anna, weißt du es schon?\nMan kann dich auch von hinten lesen, und\ndu, du Herrlichste von allen, du bist von hin-\nten wie von vorne: ~a—n—n—a\".\nRindertalg träufelt streicheln über meinen\nRücken.\nAnna Blume, du tropf es Tier, ich liebe dir!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-08-10-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-08-10_01#c006", "volume": "bmtnabg_1919-08-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "72", "page_fin": "74", "image_debut": 8, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.2.5", "titre_corps": "Glühdirne Nacht marialicht Empfängnis Gott", "titre_sommaire": "Glühdirne Nacht marialicht Empfängnis Gott", "signature_source": "Kurt Liebmann", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "72", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.8", "debut_caractere": 1339, "fin_caractere_exclue": 2407, "texte": "Glühdirne Nacht marialicht\nEmpfängnis Gott\nKurt Liebmann\n\nKnall\nzischeln Türme\nV\nschlangenzüngeln\ngiften Himmel\nLeiber weißen stichauf\nzersieden\nGrünblut\nkrümmender Sonnen\ngekreuzigt gepeitscht\nflattern Fetzen\nSchründe bündeln\nFeuerzacken\nzucken\nschlitzen\nSchrei um Schrei\nGlühwühle Wellen\nkugeln Köpfe\nkatzen Leiber spitze Dächer\nkerzen Beine\ngelbspritz Funken\nschmatzen Münder\nRieselmondmilch\nBäuche schütteln Kinder Purpurfeigen\nAugen kometen\ndurch die Wolken\nfurchen Schiffe\nSegel spenstern\nMasten Masten\nBrücken bäumen hufen wiehernd\nBerge armen Häuser\nMondwiese plitschert plätschert Goldbach\nFische küssen\nGalgen gilben\ngrinsen Früchte\nLeichenfrüchte\nbalgen Beine\npressen Schenkel\nsaugen laugen\nätzen letzen\n>. »\nAmpellippen\nbluten\nBiß.\nRiß\nzerritzt\nsteilgeile Gasse\nädert Blut\nblüht brüste Blüte\nZersüßen!\nLeiber geysirn heißweiß triefe Nacht\nsternschreigebadet\nfackeln funkenrasen\nzehen tasten\nschießend gießend\nüberdampfen\nPalmen schlanken aus Sprühkrone\nhüpfenden Schreis\nSilberhälse schwirren Insekten\num Zischlicht rottropfer Blasen\nSchultern felsen empor"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "74", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1593, "texte": "schwimmen Fingerschnecken\nSchenkel zerreißen herbstsaftquellend\nHaare flinken wieseln augenlüstern\nFontänen fleischern lichten das Ur-Nichts\nLeere zerrauscht\nschwefeln Krater Wollust\nTiger zücken Reine würgend\nsternzerbissen\nbluten Nächte\nArme Arme\nschmeicheln Samtweich\nmardern krallen\nsticken\nAtemvögel\nbunt\nentpulst mir\nBeine spitzen meine Hirne\nwühlen kreiseln\nritzen Zähne\nmir den Nacken\nMünder haschen Münder\nKüsse flitzen Eichhörnchen flimmernde\nLippensonnenwiese\nFlossen schieiern\nSchuppentiere lüstern flügeln\nglupe Augen\nsaugen sprudeln\nstrudeln in sich\nmeine Bete\ntrümmern Kreuze\nKorallenbauchriff zerkantet Himkahn\nSeele wrackt\nund\nHaie schlitzen\nsäge Mäuler\njagen mich auf in Siede\nErsticken Sticken\n*\nDu Madonna\nTiefen kratern Blutfontänen\nMenschen Tiere\ngiere Paare\nkrampfen schlingern\nSchacht entfacht umgurrte Fratzen\nrenke Formen\nSchreifontäne\nDu Maria\nStrahl\nFernnebel\nDu Maria\nStern\nwiegst Blüte\nDu mir Wolke hirnefruchtend\nBlume blaust Du\nNach der Süße\nnach dem Bitter\nDeiner Kelche\ngehrt\nmein Durstmund\njappt\nmein Hirnhund\nIch klettre Himmel\nWimmel von Wutschreien flattern Fleder-\nmäuse\num rankenden Leib\nschwebe über Glühfontäne\nkniee in Dich\ntrinke Blut\nMaria\nDeine Strahlen lichten Schatten\nknurr entkrampfen sich die Glieder\nmein Geschlecht\nströmt schmerze Welten\nAugen tränen meine Stirne\nIrre klettern aus berstendem Kopf\nhaschen den Hirnmond\nschmettern Abgrund\nÜbergnade überlächle\nDs Madonna\neichei.\n* * *•\nbalgen Icht zerfunkt\npressen tropft dir z - Schoßblüte\nsaugen samt Hirn)\nätzen i-*v. Du\nleidlustgeschwängert\nGlanz im All\nbärst\nblutumpurpurt\nglutreif\nGott"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-08-10-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-08-10_01#c007", "volume": "bmtnabg_1919-08-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "73", "page_fin": "73", "image_debut": 9, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.2.5.1", "titre_corps": "Marc Chagall: Kleinstadt / Fünffarbendruck", "titre_sommaire": "Marc Chagall: Kleinstadt / Fünffarbendruck", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "73", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 42, "texte": "Marc Chagall: Kleinstadt / Fünffarbendruck"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-08-10-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-08-10_01#c008", "volume": "bmtnabg_1919-08-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "74", "page_fin": "76", "image_debut": 10, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.2.6", "titre_corps": "Auch ein Kunstkritiker", "titre_sommaire": "Auch ein Kunstkritiker", "signature_source": "D. 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Aber Du\ndegradierst sie, wenn Du sie in schlechte Ge-\nsellschaft bringst.\""}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "76", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3160, "texte": "Du lieber Cohn-Wiener, alte ehrliche Haut,\nda hast Du den Bruderkuß zurück. Ja, so\nsolls sein. Auf Du und Du! Alles vergeben,\nalles vergessen. Vergessen, daß einst auch\nDir Der Sturm kein lieber Sturm war. Ver-\ngessen, daß Kokoschka, Kandinsky, Chagall,\ndie Futuristen, Marc und vieles andere von\nEuch Kunstkritikern verhöhnt und verlacht\nwurde, genau so, wie jetzt Kurt Schwitters.\nVergessen sei, was Du lieber Cohn-Wiener\nnoch vor einigen Wochen gegen Kandinsky\ngeschrieben hast. Vielleicht, Du lieber Cohn-\nWiener, wird einmal die Zeit kommen, da so-\ngar ein Fritz Stahl vergessen wird, was er\njahrelang vergessen hatte. Heute tut Ihr, als\nob Ihrs schon immer gesagt hättet. Denn\nimmer nach sieben Jahren seht Ihrs auch.\nUnd wieder nach sieben Jahren wirst Du,\nlieber Cohn-Wiener, diese Kritik schreiben:\n~. . . Du, lieber Sturm, hast uns zuerst Merz-\nbilder gezeigt. Welcher Maler versucht sich\nheute nicht in Merzbildern. Aber welcher\nMaler erreicht den künstlerischen Ausdruck\neines Schwitters, wer die Notwendigkeit sei-\nner Komposition! Du, lieber Sturm, Du de-\ngradierst Kurt Schwitters durch das, was Du\njetzt ausstellst.\"\nDu, lieber Cohn-Wiener, Du wirst gleich\nallen Deinen Kollegen immer wieder die Mit-\ntelmäßigkeit loben. Das neue, Du lieber\nCohn-Wiener, wirst Du nie begreifen. Denn,\nDu lieberCohn-Wiener,Du bist voll und ganz\nein Kunsthistoriker. Du siehst erst nach\nsieben Jahren und weißt heute nur, ob sich\neiner gegen Euch durchgesetzt hat oder\nnicht. Aber, Du lieber Cohn-Wiener, es ist\nDir nicht gegeben, aus eigenem künstleri-\nschen Empfinden zu urteilen, zu erkennen\nund zu unterscheiden. Erst in sieben Jah-\ni\nren, Du lieber Cohn-Wiener, in sieben Jah-\nren wirst Du unter denen sein, die Kurt\nSchwitters entdecken. In sieben Jahren, Du\nlieber Cohn-Wiener, in sieben Jahren!\nHerzlichst\nDein anhänglicher\nRudolf Blümner\nP.S. Eben fällt mir ein, Du lieber Cohn-\nWiener, daß Du vielleicht keine sieben Jahre\nzu warten brauchst. Es sind nämlich schon\neinige Merzbilder verkauft. Zahlreiche Aus-\nstellungen und Kunsthändler interessieren\nsich für die Merzbilder von Kurt Schwitters.\nVielleicht, Du lieber Cohn-Wiener, kannst\nDu schon in einem Jahre die Merzbilder in\ndie Novembergruppe hineingezaubert sehen,\nOder sie kommen im Schleichhandel zum\nI. B. Neumann. Und dann, Du lieber Cohn-\nWiener, dann wirst Du die Merzbilder von\nKurt Schwitters sowohl für revolutionär als\nauch für erschütternd erklären.\nNochmals herzlichst\nD. 0.\nApropos ~und viele andere!\" Sei doch so\ngut, Du lieber Cohn-Wiener und schreibe in\nDeinem nächsten Artikel („über Paul Busch\nund „viele andere\"), wen Du mit den „vielen\nanderen\" meinst. Vielleicht Paul Klee und\nDelaunay? Oder die Heemskerck und Cam-\npendonk? Oder Metzinger und Bauer? Oder\nLeger und Feininger (entschuldige den Aus-\ndruck)? Oder Gleizes und Stuckenberg?\n(Denk mal: neulich schrieb der Behne Adi,\nder I. B. hätte Stuckenberg zuerst gezeigt! Da\nwurdest Du wütend.) Oder Muche und Topp?\n(Denk mal: auch von dem hat Adi gesagt,\nder I. B. hätte ihn entdeckt, aber das war\nDir denn doch zu toll!) Also schreib bald\nmal, Du lieber Cohn-Wiener, wen Du mit\nden „vielen anderen\" meinst.\nNochmals\n\nD. O."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-08-10-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-08-10_01#c009", "volume": "bmtnabg_1919-08-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "75", "page_fin": "75", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.2.6.1", "titre_corps": "Johannes Molzahn: Zeichnung", "titre_sommaire": "Johannes Molzahn: Zeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "75", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 27, "texte": "Johannes Molzahn: Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-08-10-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-08-10_01#c010", "volume": "bmtnabg_1919-08-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "76", "page_fin": "77", "image_debut": 12, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.2.7", "titre_corps": "Ein solider Artikel", "titre_sommaire": "Ein solider Artikel", "signature_source": "Kurt Schwitters", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "76", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.12", "debut_caractere": 3162, "fin_caractere_exclue": 3793, "texte": "Ein solider Artikel\n\nEine Anwienerung im Sturm\nDoktor: Verzeihen Sie, was bedeuetet das\nWort Merz? (Ausmerzen warnt Iden,)\nIch: Das Wort ist neu, ich wählte es zur\nBezeichnung meines neuen Stils. (Komm,\nspiel mit mir.)\nDoktor: 'Woher nahmen Sie das Wort?\nIch würde mir nie zutrauen, vier Buch-\nstaben zusammenzusetzen.\nIch: Ueberwindet Merz Schwierigkeiten.\nMerz nannte sich selbst. (Automati-\nscher Kohlensäuretrockenlöscher „To-\ntal\".) Können Sie lesen? (Hier auf\ndem Merzbild.\nDoktor: (Berliner Leichtathletikmeister-\nschaften.) Lesen? Manchmal, wenn das\nWort einen soliden Sinn hat. Ich liebe\ndas Wort „solide\". (Berliner Ring-"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "77", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3295, "texte": "kämpfe.) Das Wort Merz ist aber un-\nsolide, ist reiner Zufall, (Junges Mäd-\nchen total automatisch.) (Ob er auch\ngesund ist?)\nIch: Das Wort entstand im streng organi-\nschen Schaffensprozeß der Kunst, (Na-\ntionales Kreisschwimmfest,)\nDer solide Doktor: Warum schreiben\nSie das Wort nicht selbst? Ich schreibe\ndoch meine soliden Artikel auch selbst,\n(Mir können Sie sogar noch schwieri-\ngere Aufgaben stellen.) (Ob er mich\nliebt?) Und stehe doch nicht im orga-\nnischen Zusammenhang mit der Kunst\n(weil einfach die Preise nicht festzustel-\nlen waren).\nIch: Quer durch Neukölln (Gelb steht mir\nnicht).\nDer Doktor: Ich sage einfach: „So und so\nund so macht man Kunst, und wer das\nnicht so und so und so macht, drückt\neinfach nichts Empfundenes aus/1 (Die\nOstmark ist in höchster Gefahr,) Sie\nverzeihen wohl meine vielen Fragen, ich\nsammle nämlich Brocken, (Riesenidiot)\nweil ich sonst nicht weiß, was ich\nschreiben soll, (Nieder mit dem pour-\nquoi, hoch warum,) Mir liegt eben eine\nsolide Brockensammlung mehr, als eine\nKritik, (Ein ausgeruhtes Köpfchen,)\n(Blaue Maus,) Und wenn ich diese\nBrocken dann feierlich rahme, und wenn\nich diese Brocken dann feierlich rahme,\n(Ein unbegreiflich soliderKlebstoff,) dann\ndann brauche ich nur noch: ~Auch eine\nKunstausstellung\" darüber zu schreiben,\n(Süßer und saurer Kitsch.) dann habe ich\neinen soliden Artikel für die Neue Ber-\nliner. Sehen Sie, Stiefelschmiere kann\nich nicht fabrizieren, (Du auch nicht.)\nich wüßte auch nicht, woher ich einen\nsoliden Namen dafür nehmen sollte, (Ber-\nliner Boxkämpfe.) Kritiken kann ich\nnicht schreiben, der Effekt wäre die\nLeistung eines unverhältnismäßig an-\nständigen Oberlehrers mit untauglichen\nMitteln, (Vollblut.) Darum schreibe ich\nsolide Artikel. (Storch zahlt gute Preise.)\n(Wir wollen Ernst machen.) Sehen Sie,\neine Kritik ist ein Wagnis, Mir liegt\naber eben eine Silberbleiregatta nicht.\nIch wage solide Artikel. (Fordern Sie\nProspekte,) Ich zetere Mauerblümchen.\n(Lesen Sie den Sturm.) Leben Sie die\nZeitschrift Der Sturm? (Regenwurm\nzetert.) (Das Heiligste ist bedroht,)\n(Das Heiligste ist bedroht.) Aber sonst\nThema unbequem. (Das Heiligste ist be-\ndroht.) Wissen Sie, über Titel lassen sich\nso feine Artikel schreiben, solide Ar-\ntikel, (Artefacte,) Wo ist der Zusammen-\nhang zwischen Ihren Bildern und mei-\nnen Artikeln? (Der Meisterboxer von\nDeutschland als Hundeschlächter.) Wo\nist der Zusammenhang zwischen Ihren\nBildern und meinen Artikeln?\nIch: Sehr, Lieber Herr, sehr. Du Deinei\nDich Dir. Ich habe Sie so gern, (Werde\nmein!) Und muß Ihnen Kummer berei-\nten!\nDer Doktor: Wo sind die Zusammen-\nhänge? (Amorsäle,)\nIch: Sehr, Zusammenhänge sind schwer.\nEs tut mir so sehr, Ihretwegen sehr,\n(Herausforderungskampf Cohn-Wiener—\nAnna Blume, Anfang 8 Uhr,) Der Titel\nist ein Schutzwall, (Morgen kommt mein\nSchatz,) Solide Oberlehrer können nicht\ndarüber hinwegsehen, (Boxmeisterschaft\nvon Europa,) Ein Kritiker aber über-\nsteigt den Wall und sieht, was dahinter\nist, (Mauerblümchen,) (Ob er weiß, wie\nich ihn liebe?) Vor dem Wall ist Wind,\nhinter dem Wall ist Sturm. (Neuzeit-\nliche Siedelung,) Ich würde Ihnen dar-\num raten, bleiben Sie, du lieber Doktor,\nlieber Herr Doktor, Lieber lieber Vor\nvor dem Wall wall, (Anna Blume hat\nein Vogel vogel,) (Ob ich ihm so ge-\nfalle?)\nHochachtungsvoll\n\nKurt Schwitters"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-08-10-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-08-10_01#c011", "volume": "bmtnabg_1919-08-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "77", "page_fin": "77", "image_debut": 13, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.2.8", "titre_corps": "Inhalt", "titre_sommaire": "Inhalt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "77", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.13", "debut_caractere": 3297, "fin_caractere_exclue": 3622, "texte": "Inhalt\nLothar Schneyer: Die neue Kunst\nWilhelm Schlichtknill: Gedichte\nKurt Schwitters: An Anna Blume\nKurt Liebmann: Glühdirne Nacht marialicht\nEmpfängnis Gott\nRudolf Blümner; Auch ein Kunstkritiker\nKurt Schwitters: Ein solider Artikel\nJohannes Molzahn: Drei Zeichnungen\nMarc Chagall: Kleinstadt / Fünffarbendruck\nAugust 1919"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-08-10-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-08-10_01#c012", "volume": "bmtnabg_1919-08-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "78", "page_fin": "78", "image_debut": 14, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.2.9", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 14, "page_imprimee": "78", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 325, "texte": "Verlog Der Sturm\nBerlin W 9 Potsdamer StraRe 134 a\nFernruf Amt Lutzow 4443\nMonatsschrift Der Sturm\nErscheint am zehnten jedes Monats\nJedes Heft enthalt mindestens eine inehrfarbige Kunst-\nbeilage / Holzschnitte (stets vom Stock gedruckt) und\nZeichnungen\nDauerbezug I Ein Jahr 15 Mark / Ein Haibjahr\n8 Mark / Einzelheft 2 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-08-10-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-08-10_01#c013", "volume": "bmtnabg_1919-08-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "78", "page_fin": "78", "image_debut": 14, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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August Stramm\nII. Herwarth Walden\nIII. van Heemskerck\nIV. Kandinsky\nV. Rudolf Bliimner\nVI. Campendonk\nVII. Peter Baum\nIX. Oskar Kokoschka\nXI. Paul Klee\nXII. Gabriele MUnter\nXIII. Rudolf Bauer\nXIV. Nell Walden\nXV. Mynona\nXVI. Kurt Heynicke\nXVIII. William Wauer\nXIX. Lothar Schreyer\nXX. 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Carra Max Ernst j Lyonel Fei-\nninger / Emil Filla / Oskar Fischer / Albert Gleizes /\nOtto Gutfreund / Oswald Herzog / Hugo Handel /\nSigrid Hjerten-Griinewald Isaac Griinewald / Jo-\nhannes Itten j Alexei von Jawlensky / Paul Klee /\nOskar Kokoschka / Otakar Kubin Fernand L6ger /\nFranz Marc / Gabriele Miinter Jean Metzinger /\nJohannes Molzahn / Francis Picabia / Hilla von Rebay\nKurt Schwitters Gino Severini / Fritz Stuckenberg\nArnold Topp / Maria Uhden I Marianne von Werefkin"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-08-10-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-08-10_01#c025", "volume": "bmtnabg_1919-08-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "80", "page_fin": "80", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.2.22", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "80", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.16", "debut_caractere": 1697, "fin_caractere_exclue": 1907, "texte": "Sturm-Abende\nIn der Kunstausstellung Der Sturm /Berlin\nJeden Mittwoch K8 Uhr\nVortragender Rudolf Bliimner\nKartell zu 6, 5, 4, 3, 1,50 Mark irn Vorverkauf und an\nder Abendkasse\nWiederbeginn ain 3. 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Die Originate sind verkauflich.\nAusfiihrliche Verzeichnisse des Verlags Der Sturm\nkostenlos"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-08-10-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-08-10_01#c027", "volume": "bmtnabg_1919-08-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "80", "page_fin": "80", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "80", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.16", "debut_caractere": 2158, "fin_caractere_exclue": 2306, "texte": "Kunsibuchhandlung Der Sturm\nPotsdamer StraBe 138 a\nFernruf Liitzow 4443\nhat gute und seltene Biicher unci Noten vorratig\nnimmt Bestellungen entgegen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-08-10-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-08-10_01#c028", "volume": "bmtnabg_1919-08-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "80", "page_fin": "80", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "80", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.16", "debut_caractere": 2308, "fin_caractere_exclue": 3363, "texte": "Neuanzeigen Der Sturm\nSoeben erschienen\nHerwarth Walden: An Schwager Kronos\nFur Gesang und Klavier / Dichtung von Qoethe /\nWerk 172\n3 Mark\nAugust Stramm: Tropfblut / Qedichte\nQebunden 15 Mark\n\\\nHerwarth Walden: Die neue Malerei / Einflihrung\nin den Expressionismus / Mit 16 Abbildungen\n3 Mark\nLothar Schreyer: Nacht\n2 Mark\nMax Verworn: Keltische Kunst J Mit Abbildungen\n3 Mark\nExpressionismus / Die Kunstwende\nVlerausgegeben von Herwarth Walden\nBeitrage von Kandinsky / Herwarth Walden / Lothar\nSchreyer / Rudolf B-liimner / Rudolf Bauer / William\nWauer / Max Verworn / und anderen\nMit 140 Abbildungen und 4 Originalgraphiken\n25 Mark / Gebunden 35 Mark / Museumsausgabe mit\nOriginalen Nummer 1—10 M 200— Nummer 11—50\nM 100—\nSturm-Abende / Ausgewahlte Gedichte\n4 Mark\nSignierte Sonder-Ausgabe 12 Mark-\nDie Sturm-Biihne\nJahrbuch des Theaters der Expressionisten\nJede Folge 75 Pfennig\nJahrbuch 6 Mark\n5 i e b e n t e Folge erschienen\nSturm-Bilderbiicher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nJe 5 Mark\nI: Marc Chagall\nII: Alexander Archipenko\nIII: Paul Klee"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-08-10-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-08-10_01#c029", "volume": "bmtnabg_1919-08-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "80", "page_fin": "80", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "80", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.16", "debut_caractere": 3365, "fin_caractere_exclue": 3578, "texte": "Auslieierung und Verkauf der Werke des Verlag Der\nSturm im Ausland\nKopenhagen: Buchhandlung Hassing / Politikens Hus /\nRaadhuspladsen\nZurich: Kunstsalon Rembrandt , Kjrchgasse 4 /\nAuslieferung auch fiir Frankreich"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.1", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT\n/ HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\nZEHNTER JAHRGANG / FÜNFTES HEFT\n\nJohannes Molzahn: Dimensionen / Zeichnung"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "66", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.2", "texte": "Die neue Kunst\nLothar Schreyer\n\nIch will nicht erklären, was neue Kunst und\nwas alte Kunst ist. Es gibt keine neue und\nkeine alte Kunst. Es gibt Kunst.\nIch kann nicht sagen, was Kunst ist. Kein\nMensch kann es. Wer es zu sagen versucht,\nfrevelt an der Kunst und belügt die Men-\nschen. Er spricht von Nichtkunst.\nNur von Künstlern, nur von Kunstwerken\nkann gesprochen werden. Künstler sind\nMenschen, die Kunstwerke schaffen. Von\nden Gedanken und Gefühlen solcher Men-\nschen kann gesprochen werden, soweit sie\nuns ihre Gedanken und Gefühle mitteilen.\nUeber Kunst erfahren wir hierdurch nichts.\nWir können oberflächlich erfahren, was für\nein Mensch der Künstler ist, der bestimmte\nWerke geschaffen hat. Der Künstler selbst\nund wir durch ihn können oberflächlich er-\nfahren, unter welchen Voraussetzungen, Be-\ndingungen und Begleitumständen er seine\nWerke schafft. Das Geheimnis der Kunst\nenträtselt uns auch der Künstler nicht. Vom\nKünstler imd seinen Werken können wir die\nKunstmittel erfahren, mit denen er das Werk\ngestaltet hat. Der Künstler kann uns die\nHandhabung der Kunstmittel mitteilen, so-\ngar lehren. Der Künstler und wir können\naus den Werken bestimmte Grundsätze er-\nfahren, die uns als werkgestaltende Grund-\nsätze erscheinen. Aber weder aus den werk-\ngestaltenden Grundsätzen, noch aus einer\nHandhabung der Kunstmittel, noch aus einer\nKenntnis der Kunstmittel erfahren wir, was\nKunst ist.\nDurch dieses Bekenntnis zum Nichtwissen\nder Kunst scheiden wir uns von den Men-\nschen der nichtkünstlerischen Zeit. Solche\nMenschen leben noch allzuviel in unserer\nZeit, S:e behaupten durch die Kenntnis der\nKunstmittel, durch die Kenntnis der Kunst-\ngeschichte oder das geistige Begreifen der\nKunstwerke zu wissen, was Kunst ist. Das\nsind die armen Menschen, die zu wissen be-\nhaupten, was Liebe ist, was Leben ist, was\nGott ist.\nDie Weltwende scheidet Mensch von Mensch.\nS e scheidet die Menschen, die behaupten, zu\nwissen, was Liebe ist, von den Menschen,\ndie Liebe haben. Sie scheidet die Menschen,\ndie behaupten zu wissen, was Kunst ist, von\nden Menschen, die Kirnst haben.\nDie Weltwende wandelt die Menschheit.\nWir alle leiden das Leiden der Welt. Die\nMenschen der uns abgewandten Welt täu-\nschen sich über das Leiden hinweg und be-\nhaupten, die Erlösung von Leiden zu wissen.\nWir aber leiden das Leiden der Welt wahr-\nhaft und lösen uns vom Leiden. Das ist un-\nsere Notwendigkeit.\nWir lösen uns vom Leiden. Wir leiden nicht\nmehr. Wir können unser Bewußtsein auf-\nheben. Wir heben unser Bewußtsein auf im\ne:genen Selbst und im anderen Selbst. Das\nist der Weg zur Neugeburt des Menschen.\nDer Künstler geht den Weg der Neugeburt\ndes Menschen. Er geht auf im Leidenlosen.\nEr ist das Nichts.\nDer Künstler hebt sein Bewußtsein auf, in-\ndem er sich in sein Selbst oder in ein ande-\nres Selbst versenkt zum Selbstvergessen.\nDer Künstler ist b2gnadet. Eine Gnade er-\nfaßt ihn und läßt ihn versinken. Das Sich-\nversenken ist keine Handlung des Willens.\nEs ist keine Handlung. Es ist ein Erleiden.\nVor der Gnade g bt es keine Würdigen und\nUnwürdigen. Auserwählt sind Würdige und\nUnwürdige. Auserwählt ist der leidende\nMensch. Begnadet leidet er nicht.\nVerläßt den Menschen die Gnade, so leidet\ner mehr als andere Menschen. Er erleidet\nVorstellungen: Das Gesicht. Ihm erscheinen\nBilder, Leute, Worte, Geräusche, Lichter,\nDunkelheiten, Gerüche. Die Erscheinungen\nwerden und vergehen, wandeln sich, sind\nBewegung. Während der Erscheinungen sind\ndie Sinne gegen die Außenwelt verschlos-\nsen. Wir wissen nicht, ob die Erscheinun-\ngen unmittelbare Vorgänge in unserem In-\nnern sind oder ob sie Wirkungen eines un-\nbekannten Geschehens sind. Wir wissen\nnur, daß wir sie erleiden müssen, wenn wir\naus der Leidlosigkeit zum Bewußtsein zu-\nlückkehren. Die Wahrnehmung des Ge-\nsichts liegt innerhalb des Bewußtseins. Wir\nnehmen Gesichte wahr in der Unendlichkeit\nihrer sinnl:chen Eindrucksmöglichkeit. Un-\nzählige Farbformen, Töne, Bewegungen und\nderen Verbindungen sind möglich. Im Ge-\nsicht ist die Erscheinungsform der äußeren\nWirklichkeit nur ein Einzelfall. Die Erschei-\nnungen des Gesichts sind ebenso Wirklich-\nkeiten wie die Wirklichkeiten der Außen-\nwelt."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "67", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.3", "texte": "Jeder Mensch kann Gesichte haben. Künst-\nler ist nur der Mensch, der im Gesicht den\nZwang erleidet, das Gesicht zu gestalten.\nEine innere Notwendigkeit zwingt ihn, dem\nGesicht Gestalt zu geben. Gestalt geben\nheißt: das Gesicht künden. Dem Gesicht\nGestalt geben, ist das Schaffen des Künst-\nlers. Das Schaffen des Künstlers ist ein\nKampf gegen sich selbst und ein Kampf mit\ndem Gesicht, das er zu erleiden gezwungen\nist. Der Künstler kann sich vom Erleiden\ndes Gesichts nur dadurch befreien, daß er\ndem Gesicht Gestalt gibt, d. h., daß er das\nGesicht außer sich stellt. Hat der Künstler\ndas Gesicht außer sich gestellt, so ist es Ge-\nstalt. Der Künstler kann das Gesicht nur\ndann außer sich stellen, dem Gesicht nur\ndann Gestalt geben, wenn er seine eigene\nGestalt, sein Selbst, ganz zurückgestellt hat.\nDiese Ueberwindung der Persönlichkeit ist\nVoraussetzung für die Gestaltung des Ge-\nsichts. Der Künstler hat das Gesicht ohne\nseinen Willen und schafft -es unwillkürlich\nzur Gestalt. Diese Gestalt wird nur frei,\nwenn er sich frei macht von seinem Willen.\nDer Künstler will sein Gesicht niemandem\nvermitteln, wenn er schafft. Er will mit sei-\nnem Kunstwerk nicht irgendeiner Idee oder\nSache dienen. Es gibt keine ethische Kunst.\nEs gibt keine politische Kunst. Ethik und\nPolitik sind Grundsätze, nach denen der\nMensch sein tätiges Leben gestaltet. Das\nGesicht aber ist die Abkehr vom tätigen\nLeben, Das Kunstschaffen ist wedef ein\nt\nethisches Handeln noch ein politisches Han-\ndeln noch sonst irgendein Handeln für das\ntätige Leben. Das Gesicht und seine Ge-\nstaltung ist ein Erleiden des Lebens, unab-\nhängig vom Tatwillen des Lebens, dient\nnicht dem Tatwillen des Lebens, ist nicht\ndas Erkennen und Handeln eines freien ethi-\nschen Willens und erst recht nicht be-\nstimmt von dem Durchsetzen eines politi-\nschen Grundsatzes. Losgelöst von allem\nvermeintlich freien Tun ist die Gestaltung\ndes Kunstwerkes ein Zwang, der erlitten\nwird, dem der Künstler folgen muß, ob er\nwill oder nicht. Versucht er diesem Zwang\nzu entgehen, indem er die Gestaltung einzu-\nordnen sucht in sein freies menschliches\nHandeln, so verliert er die Gesichte, er lei-\ndet nicht mehr, er ist nicht Künstler. Ver-\nsucht der Künstler ohne inneren Zwang Ge-\nsichte zu gestalten, so schafft er nicht uri-\nwillkürlich, sondern arbeitet willkürlich. Er\nsucht dann mit vermeintlichen Kunstmitteln\nirgendeinem tätigen Leben, einem Gedan-\nken, einem ethischen Grundsatz, einem po-\nlitischen Grundsatz zu dienen. Er ist nicht\nKünstler,\nKünstler kann niemals werden, wer nicht\nKünstler ist. Aber der Künstler kann Nicht-\nkünstler werden, wenn er sich auf sich selbst\nverläßt und sich folgt, anstatt sich zu ver-\nlassen und das Gesicht unmittelbar zu ge-\nstalten. Es gibt keine mittelbare Gestaltung.\nDie Gestaltung der Kunstwerke kann nicht\ngelehrt werden. Jedes Kunstschaffen ist\nschöpferisch, schöpft nur aus sich. Aber ein\nKünstler kann den andern das tätige Leben\nverlernen helfen, Kunstlehre ist Verlernen\ndes Kunstwillens und aller Mittel unserer\nLebenshandlungen, Nur wer all diese Mittel\nverlernt hat, kann unmittelbar das Gesicht\ngestalten. Er ist Künstler.\nDer Künstler, der sein Selbst vergessen und\nseine Mittel verlernt hat, vermag das Gesicht\nzu gestalten. Er ist das Werkzeug der Not-\nwendigkeit, die durch ihn schafft, Das Ge-\nsicht muß gekündet werden. Also schafft\nsich die Notwendigkeit ein Werkzeug zum\nKünden. Je leidensfähiger der Mensch ist,\ndesto zahlreicher und desto stärker sind\nseine Gesichte. Hier ist der einzige Zusam-\nmenhang erkennbar zwischen der Persön-\nlichkeit des Menschen und seinen Gesichten,\nDie Tiefe der Leidensfähigkeit des Menschen\nscheidet die Gesichte. Je leidensfähiger ein\nKünstler ist, desto empfindlicher ist er\nals Werkzeug für die notwendige Ge-\nstaltung, das heißt: um so tiefer ist die\nUeberwindung seiner Persönlichkeit, um\ndas Gesicht zu künden. Die Leidens-\nfähigkeit ist an kein Alter, kein Ge-\nschlecht, keinen Stand, keinen Beruf, keine\nNation, keine Rasse, keine Bildung, kein\nWissen, keinen Glauben, keine Zivilisation,\nkeine Kultur gebunden. Alle Menschen\nkönnen leiden und Gesichte haben und\nKünstler sein, alte und junge Menschen,\nKluge und Dumme, Gebildete und Ungebil-\ndete, Christen und Heiden, Kulturvölker und\nWilde. Der gestaltende Mensch, der Künst-\nler ist der außer sich gestellte Mensch, der\nekstatische Mensch. Der ekstatische Mensch\nist das von der Notwendigkeit des Gesichts"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "68", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.4", "texte": "zur Gestaltung zubereitete Werkzeug. Das\nAußersichgestelltsein, die Ekstase begibt sich\nmit dem Künstler. Der Künstler ist begabt.\nDurch diese Begabung ist er nicht Mensch,\nsondern Werkzeug. Das Gesicht und die Be-\ngabung lassen sich nicht lehren. Die\ngabung ist eine Gabe außerhalb aller mensch-\nlichen Gaben und unabhängig von ihnen. Da-\nher ist alles Wissen und jede Bildung und\nalles Können belanglos für die Gestaltung\ndes Kunstwerks. Der Künstler kann von\nsich aus nichts. Der Zwang zur Gestaltung\ngibt ihm zugleich die Mittel, mit denen er die\nGestalt schafft. Diese Notwendigkeit zwingt\nden Künstler mit Farbformen oder Wort-\ntönen oder Musiktönen zu schaffen, sie\nmacht ihn zum Maler oder Dichter oder Ton-\nkünstler. Als Mensch ist er vielleicht Volks\nschüler oder Geheimrat oder Arbeiter oder\nPostdirektor oder Filmregisseur oder Vaga-\nbund, Die Notwendigkeit der Gestaltung\ngibt dem Gesicht die Gestalt, Jedes Gesicht\nist verschieden, und jede Kunstgestalt ist\nverschieden. Jede Gestalt trägt das Gesetz\nihrer Gestaltung in sich. Daher wissen wir\nkein Gesetz der Kunst. Daher hat jedes\nKunstwerk sein Gesetz.\nDie Weltwende wendet uns aus den Zeiten\nder Nichtkunst zur Kunst. Wir wenden uns\"\nab von den Zeiten der Aesthetik und der\nKunstkritik. Die Schönheit ist ein Irrtum\nund eine Täuschung. Das Kunstwerk ist\nweder schön noch'häßlich. Das Wohlgefal-\nlen oder Mißgefallen ist ein persönliches\noder allgemeines Urteil über das Kunstwerk,\nDie Kritik sucht mit untauglichen Mitteln,\nden Sinnen und dem Verstand, das Kunst-\nwerk zu begreifen und zu verstehen. Wer\ndas Kunstwerk zu begreifen und zu verste\nhen sucht oder zu begreifen und zu verste-\nhen glaubt, hat das Kunstwerk nicht. Man\nkann begreifen und verstehen, was Nicht-\nkunst ist. Der Aesthetische und der Kri-\ntische aber glauben zu wissen, warum ein\nWerk ein Kunstwerk ist. Sie sprechen so-\ndar von schlechter und guter Kunst. Aber\nweder mit Wissen noch mit Glauben kann\nman ein Kunstwerk erfassen. Denn das\nKunstwerk erfaßt uns. Urteilen und Glau-\nben sind geistige Vorgänge, sind Vorgänge\nunseres Bewußtseins. Die leider wohl noch\nnicht letzte Phrase der nichtkünstlerischen\nWelt ist das Wort von der Geistigkeit der\nKunst. Aestheten und Kritiker, denen die\nNichtkunst tätiges Leben ist, glauben oder\nreden uns vor, daß ihre vermeintliche Kunst\ndas Leben und seine Erscheinungen vergei-\nstige. Sie verwirren und belügen das Leben,\nWir reden aneinander vorbei, Sie verstehen\nunter Vergeistigung das intellektuelle oder\ngläubige Erfassen der Welt. Je mehr sie bei\neinem Werk denken oder glauben können,\nein um so größeres Kunstwerk scheint es\nihnen. Einigen Vorsichtigen scheinen auch\nKunstwerke zu sein, was sie nicht verstehen\nund nicht glauben können, Sie reden dann\nvon der Mystik des Geistes, Aber die Wirk\nlichkeit des Geistes ist gar nicht mystisch.\nSie ist weder zu verstehen ,noch nicht zu\nverstehen, weder zu glauben nocii nicht zu\nglauben. Die Wirklichkeit des Geistes liegt\njenseits des Menschen, Wer das begriffen\nhat, dem ist das Wort vom vergeistigten Le-\nben eine Sünde, Es ist die Sünde am Geist,\nvon der sich die Welt wendet.\nWeltwende ist Kunstwende. Was die Welt,\nvon der wir uns wenden, Kunst nennt, ist\nIrrtum und Täuschung. Kunst ist nicht zu\nnennen. Die vermeintlichen Kunstwerke sind\nkeine notwendigen Kündungen der Gesichte,\nsondern Werke menschlicher Willkür, Wir\nwenden uns ab von diesen vermeintlichen\nKunstwerken und ihren Künstlern. Wir wen-\nden uns ab von der sogenannten Kunstwis-\nsenschaft, von der sogenannten Kunsterzie-\nhung, von der sogenannten Knnstpflege, von\nder sogenannten Aesthetik, von der soge-\nnannten Kunstkritik. All diese willkürlichen\nErfindungen täuschen nur hinweg über die\nLeere einer armen Zeit, die arm ist, weil sie\nkeine Gesichte hat. Wir brauchen keine Er-\nfindungen mehr, da das Gesicht uns findet.\nDas Gesicht findet die Menschen wieder.\nAus e.'ner Zeit, in der der Mensch der Fülle\nder Gesichte und der Leidlosigkeit teilhaf-\ntig ist.\nWir sind außerhalb des Menschlichen ge-\nstellt und können über unsere Endlichkeit\nder Unendlichkeit teilhaftig sein. Wir er-\nkennen uns als ein Teil der Unendlichkeit\nalles Werdens und Vergehens. Werden und"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "69", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.5", "texte": "Johannes Molzahn: Steigen in ... / Zeichnung"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "70", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.6", "texte": "Vergehen erkennen wir als ein Spiel der Er-\nscheinungen, in denen wir gleich Stern und\nTier und Blume schwinden und erscheinen.\nDie kleine Welle im Rhythmus des Gesche-\nhens, die wir im Spiel der Welten sind,\nscheint ein Etwas, und unser Wesen ist das\nNichts, Denn unser Wesen liegt außerhalb\nunseres Bewußtseins. Es ist durch nichts zu\nwissen. Nur im Nichts faßt es uns. Die\nWeltwende stürzt den Menschen von dem\nselbsterrichteten göttlichen Tron der Per-\nsönlichkeit und schleudert ihn in das Nichts.\n* *\n*\n\nGedichte\nWilhelm Schlichtkrull\nFür Herwarth Waiden\nKlänge hüllen Brust\nTräume raschen\nBrüllen zerrt\nDie Träume haschen\nDie Brüder\nDie Kinder\nDie Träume küssen\nSanftverhüllt\nSanftumschämt\nSanftumträumt\nSchmiegt deine Sehnsucht her zu mir\n%\nF ü Jacobavan He emskerck\nDeine weißen Segel\nDeine roten Boote\nDein sanftes Gleiten\nBlaues Wasser zieht\nNah klingt der Ton\nNah hört der Sang\nNah blickt\nEin fernes Horchen\nEin ferner Klang\nHerüber klingt Dein fernes Horchen\nBlutverzerrt bläst Du\nRauschend zacken\nDu bist namenlos\nVerzerrt\nDu klammerst\nDeine Krallen bohren\nNagen Zähne Du\nVerhöhnt fliegt Du\nDein Leben schellt vorbei\nDu küssest meine Hände\nTrinken Augen\nBalsam strudelt sanft Dein Herz\nDu schlägst und schläfst\nTränen Herzen Deine Augen\nKüssen meine Hände\nDu glaubst\nMeine Seele\nDu küßt so tief\nSo voll küßt Deine Hand\nIch bin ein Prinz im Märchen\nBoot gleitet still\nWeite Silberseen\nFlächen breiten\nHellen Sonnen fliegen\nSausen\nZitternd schießt das Boot\nUnd weit und breit der See\nUnd fliegen braune Enten\nUnd schnattern gierig Hühner\nWeite Segel tragen Silberfäden\nWehverzückt\nDu weitend\nDu bittest\nEntrückt\nZerwundet schämend Hauch\nDein Schämen ist das Wunder\nDu blickst\n*\nDu zückst\nDu wehst\nVerzückt ruft Du\nDein Hauch küßt meine Seele\nWeltentrückt\nWehverzückt\nKlingt mein Hauch im Sehnen\nFließen sprießen\nGleiten spreiten\nGleiten\nFließen Boote\nSchießen Kähne\nWellen wühlen\nWühlen Wasser\nPeitschen schlagen\nBrechen krallen\nPrallen brechen\nKrallen silbern\nBrechen"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "71", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.7", "texte": "Mein helles Haar soll in der Sonne leuchten\nDu schweben\nUnd der sanfte Schatten leuchtet meinen\nGruß\nSchwarze Augen\nUnd Deine Hände sollen spielen flink herum\nSchwarze Kreuze\nDu fällst zerschattet mir in Hände\nSchwarze Augen blicken tiefen Hohn\nDu führst\nIch suche deine Seele\nGlauben glast Trab\nIm Herzen\nTrampelst Du schmerze\nSchmerze\nDu fühlst\nDu frischst\nUnd schauerst\nWeit glast Dein funkelheller Mund\nBlecken\nBlicken\nZacken führt\nDein Herz schreit voll\nDu führst mich\nDu führest zu den Fernen\nSchlafe Sehnen\nTrübe\nTrübe scheint mein Glück\nEin Winken küßt die Hände\nMir gleiten Perlen in den See\nDie Nacht bricht\nSchweigen fließt der Schlaf\nDer Schlaf geht winkend\nMein Sehnen fällt herab\nZu den Fernen\nWandern ich\nDort\nDort\nDort scheinen Sonnen\nBlumig strahlen Menschen\nRosenüberseelt ist grün der Wald\nDer Himmel scheint\nDie blauen Fernen scheinen\nDu gleitest meinen Kahn in Wälder\nRosen perlen\nSonnenüberschattet Fließet Gold\nPrangen Deine Augen\nGefeuchtet senken Perlen\nRosen fließen Seelen\nIch berge Schuld im Zorn\nDu Dein Leid birgst\nTief tief unten sprudelt Leid\nLeid schuldig\nScham\nGewollt zersollt\nGepflogen leidet Dn\nIm Bergen Zorn\nIm Leid\nIn Scham\nZerpört fließt mir Dein Leid\nDu leidest tief\nNah leidet Deine Nähe mir\nNah leidet Deine Scham\nDu leidest meine Trauer\nDu birgst Dein Auge\nTränenglänzend Du\nDu willst glänzen\nDeine Augen fließen Glanz\nDu gleißest\nSchimmerst\nTrübst\nDein Auge fließet meine Liebe\nWir gleiten still im Kahn vergangener Nächte\nTrüber Grund zerscheint\nHeller Mond glänzt\nSonnenüberträumt die Nacht\nHände Du tanzen Augen\nAugen Du bergen Scham\nIch küsse Deine Scham\nDu stehst das Weib\nWir wollen Haß zerbäumen\nWelten Trost\nTrostetrotz\nDie Welten Trotz\nDie Welten hüllen\nWir hüllen unser Haupt in Trotz\nDie Welten hüllen uns\nWir neigen kußzerküht den Leib heraus\nDen Welten Scham\nZerkühlt fließt Sehnen\nRab und rauf\nNieder\nNie schwinden Welten\nSteigen Du\nSteigen wir\nIch!"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "72", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.8", "texte": "An Anna Blume\nKurt Schwitters\n0, du Geliebte meiner siebenundzwanzig\nSinne, ich liebe dir! — Du deiner dich dir,\nich dir, du mir. — Wir?\nDas gehört (beiläufig) nicht hierher.\nWer bist du, ungezähltes Frauenzimmer? Du\nbist — bist du? — Die Leute sagen, du\nwärest — laß sie sagen, sie sie wissen nicht,\nwie der Kirchturm steht.\nDu trägst den Hut auf deinen Füßen und\nwanderst auf die Hände, auf den Händen\nwanderst du,\nHallo deine roten Kleider, in weiße Falten\nzersägt. Rot liebe ich Anna Blume, rot liebe\nich dir! — Du deiner dich dir, ich dir, du\nmir. — Wir?\nDas gehört (beiläufig) in die kalte Glut.\nRote Blume, rote Anna Blume, wie sagen die\nLeute?\nPreisfrage: 1. Anna Blume hat ein VogeL\n2. Anna Blume ist rot.\n3. Welche Farbe hat der Vogel?\nBlau ist die Farbe deines gelben Haares.\nRot ist das Girren deines grünen Vogels.\nDu schlichtes Mädchen im Alltagskleid, du\nliebes grünes Tier, ich liebe dir! Du deiner\ndich dir, ich dir, du mir, — Wir?\nDas gehört (beiläufig) in die Glutenkiste.\nAnna Blume! Anna, a—n—n—a ich träufle\ndeinen Namen. Dein Name tropft wie wei-\nches Rindertalg.\nWeißt du es Anna, weißt du es schon?\nMan kann dich auch von hinten lesen, und\ndu, du Herrlichste von allen, du bist von hin-\nten wie von vorne: ~a—n—n—a\".\nRindertalg träufelt streicheln über meinen\nRücken.\nAnna Blume, du tropf es Tier, ich liebe dir!\n\nGlühdirne Nacht marialicht\nEmpfängnis Gott\nKurt Liebmann\n\nKnall\nzischeln Türme\nV\nschlangenzüngeln\ngiften Himmel\nLeiber weißen stichauf\nzersieden\nGrünblut\nkrümmender Sonnen\ngekreuzigt gepeitscht\nflattern Fetzen\nSchründe bündeln\nFeuerzacken\nzucken\nschlitzen\nSchrei um Schrei\nGlühwühle Wellen\nkugeln Köpfe\nkatzen Leiber spitze Dächer\nkerzen Beine\ngelbspritz Funken\nschmatzen Münder\nRieselmondmilch\nBäuche schütteln Kinder Purpurfeigen\nAugen kometen\ndurch die Wolken\nfurchen Schiffe\nSegel spenstern\nMasten Masten\nBrücken bäumen hufen wiehernd\nBerge armen Häuser\nMondwiese plitschert plätschert Goldbach\nFische küssen\nGalgen gilben\ngrinsen Früchte\nLeichenfrüchte\nbalgen Beine\npressen Schenkel\nsaugen laugen\nätzen letzen\n>. »\nAmpellippen\nbluten\nBiß.\nRiß\nzerritzt\nsteilgeile Gasse\nädert Blut\nblüht brüste Blüte\nZersüßen!\nLeiber geysirn heißweiß triefe Nacht\nsternschreigebadet\nfackeln funkenrasen\nzehen tasten\nschießend gießend\nüberdampfen\nPalmen schlanken aus Sprühkrone\nhüpfenden Schreis\nSilberhälse schwirren Insekten\num Zischlicht rottropfer Blasen\nSchultern felsen empor"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "73", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.9", "texte": "Marc Chagall: Kleinstadt / Fünffarbendruck"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "74", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.10", "texte": "schwimmen Fingerschnecken\nSchenkel zerreißen herbstsaftquellend\nHaare flinken wieseln augenlüstern\nFontänen fleischern lichten das Ur-Nichts\nLeere zerrauscht\nschwefeln Krater Wollust\nTiger zücken Reine würgend\nsternzerbissen\nbluten Nächte\nArme Arme\nschmeicheln Samtweich\nmardern krallen\nsticken\nAtemvögel\nbunt\nentpulst mir\nBeine spitzen meine Hirne\nwühlen kreiseln\nritzen Zähne\nmir den Nacken\nMünder haschen Münder\nKüsse flitzen Eichhörnchen flimmernde\nLippensonnenwiese\nFlossen schieiern\nSchuppentiere lüstern flügeln\nglupe Augen\nsaugen sprudeln\nstrudeln in sich\nmeine Bete\ntrümmern Kreuze\nKorallenbauchriff zerkantet Himkahn\nSeele wrackt\nund\nHaie schlitzen\nsäge Mäuler\njagen mich auf in Siede\nErsticken Sticken\n*\nDu Madonna\nTiefen kratern Blutfontänen\nMenschen Tiere\ngiere Paare\nkrampfen schlingern\nSchacht entfacht umgurrte Fratzen\nrenke Formen\nSchreifontäne\nDu Maria\nStrahl\nFernnebel\nDu Maria\nStern\nwiegst Blüte\nDu mir Wolke hirnefruchtend\nBlume blaust Du\nNach der Süße\nnach dem Bitter\nDeiner Kelche\ngehrt\nmein Durstmund\njappt\nmein Hirnhund\nIch klettre Himmel\nWimmel von Wutschreien flattern Fleder-\nmäuse\num rankenden Leib\nschwebe über Glühfontäne\nkniee in Dich\ntrinke Blut\nMaria\nDeine Strahlen lichten Schatten\nknurr entkrampfen sich die Glieder\nmein Geschlecht\nströmt schmerze Welten\nAugen tränen meine Stirne\nIrre klettern aus berstendem Kopf\nhaschen den Hirnmond\nschmettern Abgrund\nÜbergnade überlächle\nDs Madonna\neichei.\n* * *•\nbalgen Icht zerfunkt\npressen tropft dir z - Schoßblüte\nsaugen samt Hirn)\nätzen i-*v. Du\nleidlustgeschwängert\nGlanz im All\nbärst\nblutumpurpurt\nglutreif\nGott\n\nAuch ein Kunstkritiker\n\nUnter dem Titel ffAuch eine Kunstausstel-\nlung\" bespricht Dr. Ernst Cohn-Wiener in\nder Neuen Berliner Zeitung vom 1. August\ndie Merzbilder von Kurt Schwitters und\nschreibt:\n. .Du, lieber Sturm, hast uns zuerst Ko-\nkoschka, Kandinsky, Chagall, die Futuristen,\nMarc, und vieles andere gebracht. Aber Du\ndegradierst sie, wenn Du sie in schlechte Ge-\nsellschaft bringst.\""}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "75", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.11", "texte": "Johannes Molzahn: Zeichnung"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "76", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.12", "texte": "Du lieber Cohn-Wiener, alte ehrliche Haut,\nda hast Du den Bruderkuß zurück. Ja, so\nsolls sein. Auf Du und Du! Alles vergeben,\nalles vergessen. Vergessen, daß einst auch\nDir Der Sturm kein lieber Sturm war. Ver-\ngessen, daß Kokoschka, Kandinsky, Chagall,\ndie Futuristen, Marc und vieles andere von\nEuch Kunstkritikern verhöhnt und verlacht\nwurde, genau so, wie jetzt Kurt Schwitters.\nVergessen sei, was Du lieber Cohn-Wiener\nnoch vor einigen Wochen gegen Kandinsky\ngeschrieben hast. Vielleicht, Du lieber Cohn-\nWiener, wird einmal die Zeit kommen, da so-\ngar ein Fritz Stahl vergessen wird, was er\njahrelang vergessen hatte. Heute tut Ihr, als\nob Ihrs schon immer gesagt hättet. Denn\nimmer nach sieben Jahren seht Ihrs auch.\nUnd wieder nach sieben Jahren wirst Du,\nlieber Cohn-Wiener, diese Kritik schreiben:\n~. . . Du, lieber Sturm, hast uns zuerst Merz-\nbilder gezeigt. Welcher Maler versucht sich\nheute nicht in Merzbildern. Aber welcher\nMaler erreicht den künstlerischen Ausdruck\neines Schwitters, wer die Notwendigkeit sei-\nner Komposition! Du, lieber Sturm, Du de-\ngradierst Kurt Schwitters durch das, was Du\njetzt ausstellst.\"\nDu, lieber Cohn-Wiener, Du wirst gleich\nallen Deinen Kollegen immer wieder die Mit-\ntelmäßigkeit loben. Das neue, Du lieber\nCohn-Wiener, wirst Du nie begreifen. Denn,\nDu lieberCohn-Wiener,Du bist voll und ganz\nein Kunsthistoriker. Du siehst erst nach\nsieben Jahren und weißt heute nur, ob sich\neiner gegen Euch durchgesetzt hat oder\nnicht. Aber, Du lieber Cohn-Wiener, es ist\nDir nicht gegeben, aus eigenem künstleri-\nschen Empfinden zu urteilen, zu erkennen\nund zu unterscheiden. Erst in sieben Jah-\ni\nren, Du lieber Cohn-Wiener, in sieben Jah-\nren wirst Du unter denen sein, die Kurt\nSchwitters entdecken. In sieben Jahren, Du\nlieber Cohn-Wiener, in sieben Jahren!\nHerzlichst\nDein anhänglicher\nRudolf Blümner\nP.S. Eben fällt mir ein, Du lieber Cohn-\nWiener, daß Du vielleicht keine sieben Jahre\nzu warten brauchst. Es sind nämlich schon\neinige Merzbilder verkauft. Zahlreiche Aus-\nstellungen und Kunsthändler interessieren\nsich für die Merzbilder von Kurt Schwitters.\nVielleicht, Du lieber Cohn-Wiener, kannst\nDu schon in einem Jahre die Merzbilder in\ndie Novembergruppe hineingezaubert sehen,\nOder sie kommen im Schleichhandel zum\nI. B. Neumann. Und dann, Du lieber Cohn-\nWiener, dann wirst Du die Merzbilder von\nKurt Schwitters sowohl für revolutionär als\nauch für erschütternd erklären.\nNochmals herzlichst\nD. 0.\nApropos ~und viele andere!\" Sei doch so\ngut, Du lieber Cohn-Wiener und schreibe in\nDeinem nächsten Artikel („über Paul Busch\nund „viele andere\"), wen Du mit den „vielen\nanderen\" meinst. Vielleicht Paul Klee und\nDelaunay? Oder die Heemskerck und Cam-\npendonk? Oder Metzinger und Bauer? Oder\nLeger und Feininger (entschuldige den Aus-\ndruck)? Oder Gleizes und Stuckenberg?\n(Denk mal: neulich schrieb der Behne Adi,\nder I. B. hätte Stuckenberg zuerst gezeigt! Da\nwurdest Du wütend.) Oder Muche und Topp?\n(Denk mal: auch von dem hat Adi gesagt,\nder I. B. hätte ihn entdeckt, aber das war\nDir denn doch zu toll!) Also schreib bald\nmal, Du lieber Cohn-Wiener, wen Du mit\nden „vielen anderen\" meinst.\nNochmals\n\nD. O.\n\nEin solider Artikel\n\nEine Anwienerung im Sturm\nDoktor: Verzeihen Sie, was bedeuetet das\nWort Merz? (Ausmerzen warnt Iden,)\nIch: Das Wort ist neu, ich wählte es zur\nBezeichnung meines neuen Stils. (Komm,\nspiel mit mir.)\nDoktor: 'Woher nahmen Sie das Wort?\nIch würde mir nie zutrauen, vier Buch-\nstaben zusammenzusetzen.\nIch: Ueberwindet Merz Schwierigkeiten.\nMerz nannte sich selbst. (Automati-\nscher Kohlensäuretrockenlöscher „To-\ntal\".) Können Sie lesen? (Hier auf\ndem Merzbild.\nDoktor: (Berliner Leichtathletikmeister-\nschaften.) Lesen? Manchmal, wenn das\nWort einen soliden Sinn hat. Ich liebe\ndas Wort „solide\". (Berliner Ring-"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "77", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.13", "texte": "kämpfe.) Das Wort Merz ist aber un-\nsolide, ist reiner Zufall, (Junges Mäd-\nchen total automatisch.) (Ob er auch\ngesund ist?)\nIch: Das Wort entstand im streng organi-\nschen Schaffensprozeß der Kunst, (Na-\ntionales Kreisschwimmfest,)\nDer solide Doktor: Warum schreiben\nSie das Wort nicht selbst? Ich schreibe\ndoch meine soliden Artikel auch selbst,\n(Mir können Sie sogar noch schwieri-\ngere Aufgaben stellen.) (Ob er mich\nliebt?) Und stehe doch nicht im orga-\nnischen Zusammenhang mit der Kunst\n(weil einfach die Preise nicht festzustel-\nlen waren).\nIch: Quer durch Neukölln (Gelb steht mir\nnicht).\nDer Doktor: Ich sage einfach: „So und so\nund so macht man Kunst, und wer das\nnicht so und so und so macht, drückt\neinfach nichts Empfundenes aus/1 (Die\nOstmark ist in höchster Gefahr,) Sie\nverzeihen wohl meine vielen Fragen, ich\nsammle nämlich Brocken, (Riesenidiot)\nweil ich sonst nicht weiß, was ich\nschreiben soll, (Nieder mit dem pour-\nquoi, hoch warum,) Mir liegt eben eine\nsolide Brockensammlung mehr, als eine\nKritik, (Ein ausgeruhtes Köpfchen,)\n(Blaue Maus,) Und wenn ich diese\nBrocken dann feierlich rahme, und wenn\nich diese Brocken dann feierlich rahme,\n(Ein unbegreiflich soliderKlebstoff,) dann\ndann brauche ich nur noch: ~Auch eine\nKunstausstellung\" darüber zu schreiben,\n(Süßer und saurer Kitsch.) dann habe ich\neinen soliden Artikel für die Neue Ber-\nliner. Sehen Sie, Stiefelschmiere kann\nich nicht fabrizieren, (Du auch nicht.)\nich wüßte auch nicht, woher ich einen\nsoliden Namen dafür nehmen sollte, (Ber-\nliner Boxkämpfe.) Kritiken kann ich\nnicht schreiben, der Effekt wäre die\nLeistung eines unverhältnismäßig an-\nständigen Oberlehrers mit untauglichen\nMitteln, (Vollblut.) Darum schreibe ich\nsolide Artikel. (Storch zahlt gute Preise.)\n(Wir wollen Ernst machen.) Sehen Sie,\neine Kritik ist ein Wagnis, Mir liegt\naber eben eine Silberbleiregatta nicht.\nIch wage solide Artikel. (Fordern Sie\nProspekte,) Ich zetere Mauerblümchen.\n(Lesen Sie den Sturm.) Leben Sie die\nZeitschrift Der Sturm? (Regenwurm\nzetert.) (Das Heiligste ist bedroht,)\n(Das Heiligste ist bedroht.) Aber sonst\nThema unbequem. (Das Heiligste ist be-\ndroht.) Wissen Sie, über Titel lassen sich\nso feine Artikel schreiben, solide Ar-\ntikel, (Artefacte,) Wo ist der Zusammen-\nhang zwischen Ihren Bildern und mei-\nnen Artikeln? (Der Meisterboxer von\nDeutschland als Hundeschlächter.) Wo\nist der Zusammenhang zwischen Ihren\nBildern und meinen Artikeln?\nIch: Sehr, Lieber Herr, sehr. Du Deinei\nDich Dir. Ich habe Sie so gern, (Werde\nmein!) Und muß Ihnen Kummer berei-\nten!\nDer Doktor: Wo sind die Zusammen-\nhänge? (Amorsäle,)\nIch: Sehr, Zusammenhänge sind schwer.\nEs tut mir so sehr, Ihretwegen sehr,\n(Herausforderungskampf Cohn-Wiener—\nAnna Blume, Anfang 8 Uhr,) Der Titel\nist ein Schutzwall, (Morgen kommt mein\nSchatz,) Solide Oberlehrer können nicht\ndarüber hinwegsehen, (Boxmeisterschaft\nvon Europa,) Ein Kritiker aber über-\nsteigt den Wall und sieht, was dahinter\nist, (Mauerblümchen,) (Ob er weiß, wie\nich ihn liebe?) Vor dem Wall ist Wind,\nhinter dem Wall ist Sturm. (Neuzeit-\nliche Siedelung,) Ich würde Ihnen dar-\num raten, bleiben Sie, du lieber Doktor,\nlieber Herr Doktor, Lieber lieber Vor\nvor dem Wall wall, (Anna Blume hat\nein Vogel vogel,) (Ob ich ihm so ge-\nfalle?)\nHochachtungsvoll\n\nKurt Schwitters\n\nInhalt\nLothar Schneyer: Die neue Kunst\nWilhelm Schlichtknill: Gedichte\nKurt Schwitters: An Anna Blume\nKurt Liebmann: Glühdirne Nacht marialicht\nEmpfängnis Gott\nRudolf Blümner; Auch ein Kunstkritiker\nKurt Schwitters: Ein solider Artikel\nJohannes Molzahn: Drei Zeichnungen\nMarc Chagall: Kleinstadt / Fünffarbendruck\nAugust 1919"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "78", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.14", "texte": "Verlog Der Sturm\nBerlin W 9 Potsdamer StraRe 134 a\nFernruf Amt Lutzow 4443\nMonatsschrift Der Sturm\nErscheint am zehnten jedes Monats\nJedes Heft enthalt mindestens eine inehrfarbige Kunst-\nbeilage / Holzschnitte (stets vom Stock gedruckt) und\nZeichnungen\nDauerbezug I Ein Jahr 15 Mark / Ein Haibjahr\n8 Mark / Einzelheft 2 Mark\n\nMonatsschrift Der Sturm j Jahrgange 1—9\n\nBiicher aus deni Verlag Der Sturm\nPeter Bauni\nSchiitzengrabenverse\nQebunden 5 Mark\nFranz Richard Behrens\nB 1 u t b 1 ii t e / Qedichte\nQeheftet 3 Mark / Qebunden 5 Mark\nHermann Essig\nDer Frauenmut / Lustspiel\n0 b e r t e u f e 1 / Tragodie\n1 li r s t i 1 1 e s G 1 ii c k / Drama\nF: i n Taubenschlag / Lustspiel\nNapoleons A u f s t i e g / Tragodie\nDer Wetterfrosch / Erzahlung\nJedes Buch 3 Mark / Qebunden 5 Mark\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Qedichte\n4 Mark\nAdolf Knoblauch\nDie schwarze F a h ti e / Fine Dichtung\n3 Mark\nKreis des An fangs / Friihe Qedichte\n5 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nOskar Kokoschka\nMorder Hoffnung der Frauen\nDrama mit Zeichnungen\nQebunden 25 Mark (Auflage 100)\nErnst Marcus\nDas Problem der exzent riscben F\nfindung und seine Losung\n5 Mark Zweite Auflage\n\nWilhelm Runge\nDas Denken traumt / Gedichte\n3 Mark Qebunden 5 Mark\nPaul Scheerbart\nQlasarchitektur / In 111 Kapiteln\n2 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nLothar Schreyer\nM e e r / S e h n t e / Mann / Dramen\n3 Mark\nAugust Stramm\nD i! / Li ebes gedichte\n4 Mark / Dritte Auflage\nDie Menschheit\n1 Mark 50 Pfennig\nMax Verworn\nKeltische Kunst / Mit Abbildungen\ni\n3 Mark\nHerwarth Walden\nDas Buch der Menschenliebe\n4 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nDie Hiirte der Weltenliebe / Roman\n4 Mark / Qebunden 6 Mark 50 Pfennig\nSonderausgabe (Auflage 10) 50 Mark\nEinblick in Kunst\nMit 64 Abbildungen nach Qemalden der Sturm-Ktinstier\n5 Mark\nGesammelte S c h r i f t e n : Band I\nKunstmaler und Kunstkritiker\n3 Mark\nWeib J Komitr agodie\n4 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nErste Liebe / Ein Spiel mit dem Leben\nDie B e i d e n / Ein Spiel mit dem Tode\n5 ii n d e / Ein Spiei an der Liebe\nLetzte Liebe / Komitragodie\nQ 1 a u b e / Komitragodie\nJedes Buch 2 Mark\nKind I Tragodie\nT r i e b / Eine biirgerliche Komitragftdie\nMenschen / TragOdie\nJedes Buch 3 Mark\nSturm-Biicher\nAugust Stramm\nSan eta Susanna\nDie Haidebraut\nK r a f t e\nDie Unfruchtbaren\nAage von Kohl\nDie Hange matte des Riug6\nPeter Baum\n0\nK y 1 a n d\nLothar Schreyer\nJungfrau\nJedes Sturmbuch 1 Mark 50 Pfennig"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "79", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.15", "texte": "Leitung der Sturmschule für Holland:\nJacoba van Heemskerck / Den Haag\nAnmeldungen durch den Sturm / Berlin W 9\n\nM usik\nHerwarth Walden\nGesammelte Tonwerke\nDann / Vergeltung j Verdammnis\nDichtungen von Else Lasker-Schiiler\nFiir Gesang unci Klavier / Je 2 Mark\nBruder Liederlich / Werk 51\nFiir Qesang und Klavier / 2 Mark\nEntbietung / Werk 92\nDichtung von Richard Dehmel\nFiir Gesang und Klavier / 2 Mark\nZehn Dafnislieder / Werk 11\nZu Gedichten von Arno Holz\nFiir Gesang und Klavier / 3 Mark\nDie Judentochter / Werk 17\nFarbige Umschlagzeichnung von Oskar Kokoschka\nFiir Gesang und Klavier / 1 Mark 50 Pfennig\nSchwertertanz / Werk 18\nFiir Klavier / 4 Mark\nDer Sturm / Heeresmarsch / Werk 21\nFur Klavier / 1 Mark\nTanz der Tone / Werk 23\nFiir Klavier / 3 Mark\ni\n\nflanddrucke\nOskar Kokoschka: Plakat fur die Zeitschrift Der\nSturm I Originallithographie\nAbzug 30 Mark\n\nSturm-Karten\nJede Karte 30 Pfennig\nNach Gemalden, Zeichnungen und Bildwerken fol-\ngender Kiinstler:\nAlexander Archipenko 3 Fernand L6ger 2\nRudolf Bauer 4 August Macke 1\nVincenc Benes 1 Franz Marc 1\nUmberto Boccioni 2 Carl Mense 1\nCampendonk 2 Jean Metzinger 1\nMarc Chagall 5 Qeorg Muche 1\nRobert Delaunay 1 Qahr'iele Miinter 1\nLyonel Feininger 1 Negerplastik 1\nAlbert Qleizes 2 Qeorg Schrimpf 1\nJacoba van Heemskerck 3 Kurt Schwitters i\nHjerten-Qrunewald 1 Qino Severini 2\nAlexei von Jawlensky 2 Arnold Topp 1\nKandinsky 2 Maria Uhden 1\nPaul KJee 1 Nell Walden 1\nOskar Kokoschka 2 William Wauer 5\nOtakar Kubin 1 Marianne von Werefkiri 1\n\nSturin-Ausstellungskataloge\nM i t Abb i l dunge n\nAlexander Archipenko Kandinsky\nRudolf Bauer Gino Severini\niMarc Chagall Skupina\nJe 60 Pfennig\nFranz Marc\n1 Mark\n»\nErster Deutscher Herbstsalon Der Sturm 1913\nMit 50 Abbildungen in Kupfertiefdruck\n2 Mark\n\nKunstctrucke aus dem Verlag Der Sturm\nAuf Japan- und Biittenpapler\nJeder Kunstdruck 5 Mark\nRudolf Bauer\nSchwarz-WeiO-Komposition 14\nUmberto Boccioni: Abschied / Die Abfahrenden / Die\nZuriickbleibenden\nMarc Chagall: Interieur / Der Jude / Der Qeigen-\nspieier / Die Schwangere / Essender Bauer / MSdchen\nRobert Delaunay: Der Turm\nLyonel Feininger: Klein Schmidthausen\nMark Wippach II\nJacoba van Heemskerck: Baum / Landschaft\nPaul Klee: Kriegerischer Stamm\nOskar Kokoschka Menschenkopfe : 1 Adolf\nLoos I 2 Herwarth Walden / 3 Karl Kraus / Richard\nDehmel / 5 Paul Scheerbart / 6 Yvette Guilbert\nOskar Kokoschka: Tierbilder\nPernand Leger: Akt\n\nSturm-Kunstler / Lichtfc\nJede Karte 30 Pfennig\nI. August Stramm\nII. Herwarth Walden\nIII. van Heemskerck\nIV. Kandinsky\nV. Rudolf Bliimner\nVI. Campendonk\nVII. Peter Baum\nIX. Oskar Kokoschka\nXI. Paul Klee\nXII. Gabriele MUnter\nXIII. Rudolf Bauer\nXIV. Nell Walden\nXV. Mynona\nXVI. Kurt Heynicke\nXVIII. William Wauer\nXIX. Lothar Schreyer\nXX. Qeorg Muche\nXXL Fritz Stuckenberg\n\nSturmschule\nLeitung: Herwarth Walden\nDrittes Jahr i\nBerlin I Potsdamer StraBe 134 a\nUnterricht mid Ausbildung in der expressionistischen\nKunst\nBiihne / Schauspielerei / Vortragskunst / Malerei /\nDichtung / Musik\nLehrer der Siurnischule\nRudolf Bauer\nRudolf Bliimner\nCampendonk\nJacoba van fieemskerck\nPaul Klee\nGeorg Muche\nLothar Schreyer\nHerwarth Walden\nWilliam Wauer\nSprechstunden der Leitung: Dienstag, Mittwoch, Frei-\ntag, Sonnabend 4—5 / Das Sekretariat ist taglich\nvon 10—6 geoffnet"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "80", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19190810-01.1.16", "texte": "Anzeigen werden nicht aufgenommen\nVerantwortlich für die Schriftleitung:\nLothar Schreyer\nVerantwortlich für den gesamten Inhalt und Verlag\nF. Harnisch / Berlin W 35\nDruck Carl Hause / Berlin SO 26\n\nDer Sturm\nSiandige Ausstellungen\nBerlin / Potsdamer Strasse 134 a\nGeoffnet taglich von 10—6 Uhr Sonnfags II—2 Uhr\nTageskarte 1 Mark 50 Pfennig\nMonatlicher Wechsel\nSiebenundsiebzigste Ausstellung\nAugust 1919\nMaria Uhden / Gedachtnisausstellung\nPaul Busdi / Paul Nietsche\nAchtundsiebzigste Ausstellung\nSeptember 1919\nGeorg]Muche\nEroffnung Sonntag den 31. August\nSturmgesamtschau Zurich\nAugust 1919 I September / Kunstsalon Rembrandt\nSturmgesamtschau Karlsruhe\nSeptember 1919 / Galerie Moos\n\nDER STURM\nvertritt folgende Kiinstler ausschlieBiich und verfugt\niiber ihre Werke (Gemalde / Graphik / Holzschnitte /\nHanddrucke) zum Verkauf und zu Ausstellungen in\nder ganzen Welt:\nRudolf Bauer / Campendonk / Marc Chagall / Jacoba\nvan Heemskerck / Kandlnsky / Georg Muche / Nell\nWalden / William Wauer\nDER STURM\nvertritt fiir Deutschland folgende Kiinstler und ver-\nfiigt iiber ihre Werke zum Verkauf und fiir Ausstel-\nlungen:\nGosta Adrian-Nilsson / Alexander Archipenko\nFritz Baumann / Vincenc Benes / Umberto Boccioni\nCarlo D. Carra Max Ernst j Lyonel Fei-\nninger / Emil Filla / Oskar Fischer / Albert Gleizes /\nOtto Gutfreund / Oswald Herzog / Hugo Handel /\nSigrid Hjerten-Griinewald Isaac Griinewald / Jo-\nhannes Itten j Alexei von Jawlensky / Paul Klee /\nOskar Kokoschka / Otakar Kubin Fernand L6ger /\nFranz Marc / Gabriele Miinter Jean Metzinger /\nJohannes Molzahn / Francis Picabia / Hilla von Rebay\nKurt Schwitters Gino Severini / Fritz Stuckenberg\nArnold Topp / Maria Uhden I Marianne von Werefkin\n\nSturm-Abende\nIn der Kunstausstellung Der Sturm /Berlin\nJeden Mittwoch K8 Uhr\nVortragender Rudolf Bliimner\nKartell zu 6, 5, 4, 3, 1,50 Mark irn Vorverkauf und an\nder Abendkasse\nWiederbeginn ain 3. September 1919\n\nVon alien Holzsclinitten der Zeitschrift Der Sturm\nsind signierte und numerierte Handdrucke, von\nden meisten Zeichnungen Kunst drucke kauflich\nzu erwerben. Die Originate sind verkauflich.\nAusfiihrliche Verzeichnisse des Verlags Der Sturm\nkostenlos\n\nKunsibuchhandlung Der Sturm\nPotsdamer StraBe 138 a\nFernruf Liitzow 4443\nhat gute und seltene Biicher unci Noten vorratig\nnimmt Bestellungen entgegen\n\nNeuanzeigen Der Sturm\nSoeben erschienen\nHerwarth Walden: An Schwager Kronos\nFur Gesang und Klavier / Dichtung von Qoethe /\nWerk 172\n3 Mark\nAugust Stramm: Tropfblut / Qedichte\nQebunden 15 Mark\n\\\nHerwarth Walden: Die neue Malerei / Einflihrung\nin den Expressionismus / Mit 16 Abbildungen\n3 Mark\nLothar Schreyer: Nacht\n2 Mark\nMax Verworn: Keltische Kunst J Mit Abbildungen\n3 Mark\nExpressionismus / Die Kunstwende\nVlerausgegeben von Herwarth Walden\nBeitrage von Kandinsky / Herwarth Walden / Lothar\nSchreyer / Rudolf B-liimner / Rudolf Bauer / William\nWauer / Max Verworn / und anderen\nMit 140 Abbildungen und 4 Originalgraphiken\n25 Mark / Gebunden 35 Mark / Museumsausgabe mit\nOriginalen Nummer 1—10 M 200— Nummer 11—50\nM 100—\nSturm-Abende / Ausgewahlte Gedichte\n4 Mark\nSignierte Sonder-Ausgabe 12 Mark-\nDie Sturm-Biihne\nJahrbuch des Theaters der Expressionisten\nJede Folge 75 Pfennig\nJahrbuch 6 Mark\n5 i e b e n t e Folge erschienen\nSturm-Bilderbiicher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nJe 5 Mark\nI: Marc Chagall\nII: Alexander Archipenko\nIII: Paul Klee\n\nAuslieierung und Verkauf der Werke des Verlag Der\nSturm im Ausland\nKopenhagen: Buchhandlung Hassing / Politikens Hus /\nRaadhuspladsen\nZurich: Kunstsalon Rembrandt , Kjrchgasse 4 /\nAuslieferung auch fiir Frankreich"}]}