{"numero_id": "bm-bmtnabg-1919-12-10-01", "volume": "bmtnabg_1919-12-10_01", "ocr_sha256": "9444a437013622a1093fff297b4012516597b97068bb6b910f25df9a1296258c", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1919/12/10_01/bmtnabg_1919-12-10_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1919/12/10_01/bmtnabg_1919-12-10_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1919-12-10-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-12-10_01#c001", "volume": "bmtnabg_1919-12-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.2.1", "titre_corps": "Arnold Topp: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Arnold Topp: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.1", "debut_caractere": 159, "fin_caractere_exclue": 204, "texte": "Arnold Topp: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-12-10-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-12-10_01#c002", "volume": "bmtnabg_1919-12-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "130", "page_fin": "131", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.2.2", "titre_corps": "Vorsicht! 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Heute, wo sie durch keinerlei gestei-\ngerte Kunstleistungen als Vorläufer gewertet\nwerden können, sehen wir in ihnen bereits\ndie Erfüllung eines Programms ~ . Diese\nbeiden Sätze allein zeigen die ganze Be-\nschränktheit bürgerlicher Kunstanschauung.\nDer Bürger nimmt in der Kunst ein Partei-\nprogramm an, besieht sich die Entwicklung,\nsucht nach dem Vorläufer und wenn er lange\ngenug nachgelaufen ist. findet er die Er-\nfüllung. Dieses Nachlaufen nennt man libe-\nral. Man ist grundsätzlich bereit nachzulaun\nfen. Der Vorläufer wird zeitlich festgestellt.\nEr ist immer, nicht nur meist,.älterenDatums.\nDer tägliche Mensch gewöhnt sich an einen\nVorläufer und betrachtet ein Jahrhundert\nlang entzückt die Stelle, wo einst ein Vor-\nläufer (auf deutsch genius loci) gestanden\nhat. Der Läufer ist aber an jeder Stelle ein\nanderer. Und deshalb sieht auch die Schwä-\nbische Alltagwacht nicht die gesteigerten\nKunstleistungen. Denn die Kunstleistungen\nkönnen sich nicht steigern, sie können nur\nanders sein. Woran erkennt der Kunstkri-\ntiker den Vorläufer. An dem Namen. Der\nnamenlose Kritiker merkt sich die Namen\nund vermißt die Namen. Aber liberal, wie\ner im Nachlaufen ist, merkt er sich auf jeden\nFall die neuen Namen und wird sie nach\neinem Jahrzehnt wieder als Vorläufer ver-\nmissen. Wieder werden die gesteigerten\nKunstleistungen fehlen, und die Bilder meist\nälteren Datums Erfüllung des Programms\nsein. Der Schwäbische Tagwächter hat\n„jene epochemachende Berliner Ausstellung\ndes Sturm 1913 in Berlin'6 gesehen. Oder er\nkennt wenigstens den Katalog. Er lobt die\nNamen von 1913, vermißt einige Namen von\n1913 und beruft sich auf Herrn Paul West-\nheim: „Paul Westheim, der wohl unverdäch-\ntige Vorkämpfer des Expressionismus, klagt\nneulich über die jungen Leutchen, denen die\njetzt so massenhaft verbreitete expressioni-\nstische Schundliteratur scheinbar die Köpfe\nverwirrt hat und die nun falsch verstandene\nKandinsky nachkubisteln.\" Die Unverdäch-\ntigkeit des Herrn Paul Westheim muß ich\nnicht nur bezweifeln, ich kann seine Ver-\ndächtigkeit sogar dem Tagwächter aus\nSchwaben nachweisen. Denn Herr Paul\nWestheim hat „jene epochemachende Sturm-\nAusstellung 1913\" als „Bluff und Schwindel\"\nbezeichnet und zwar in zahllosen gedruckten\nAeußerungen, jene Ausstellung, auf die sich\nder Tagwächter gegen die jetzige Sturm-\nAusstellung beruft. Der Herr möge sich das\nselbst nachlesen. Herr Paul Westheim be-\nstreitet sogar noch im Jahr 1918 Kandinsky\ndie Künstlerschaft. Um so erfreulicher ist es.\ndaß er 1919 über die jungen Leutchen klagt,\ndie nun falsch verstandene Kandinsky na 3h-\nkubisteln. Trotzdem Herr Westheim gerade\ndiese jungen Leutchen propagiert und die ex-\npressionistische Schundliteratur selbst\nschreibt, die er den Zeitgenossen vorwirft.\nHerr Westheim rechnet etwas zu kühn mit\ndem schlechten Gedächtnis der Zeitge-\nnossen, wenn er laut Tagwacht schreibt:\n„Wieviel Grips gehört zu dem falsch verstan-\ndenen Expressionismus, der jetzt ja die große\nMode ist?\" — Offenbar sehr wenig. Denn\nHerr Westheim hat sich auf Grund der gro-\nßen Mode immerhin zum Etappenkämpfer\ndes falsch verstandenen Expressionismus ge-\nmacht. Der Tagwächter ist aber nicht nur\nüber die Dinge älteren Datums wenig unter-\nrichtet, er liest nicht einmal die falsch ver-\nstandenen Kunstäußerungen seines wohl un-\nverdächtigen Zeugen genau nach. Denn sonst\nwürde der Tagwächter wissen, daß der un-\nverdächtige Zeuge heute Marc Chagall als\ngrößten Meister preist, den er allerdings\n1913 noch für einen „.Hottentotten im Ober-\nhemd 112 erklärt hat. Der Tagwächter findet\nhingegen, daß Marc Chagall „robuste Far-\nbigkeit russischer Heiligenbildchen mühsam\nnachahmt/' Auch eine philosophische Aeu-\nßerung des unverdächtigen Westheim wird\nden Stuttgarter Lesern vorgesetzt: „Revolu-\ntionär spielen ist sehr leicht.\" Das hätte\ngerade Herr Westheim nicht äußern sollen,\ndenn sein Revolutionär spielen ist ihm böse"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "131", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 821, "texte": "vorbeigeglückt. Nur Tagwächter halten es\nfür blutigen Ernst, Summa summarum, wie\nder Tagwächter schreibt, der Herr möge\nKunstbetrachtungen unterlassen und sich lie-\nber ausschließlich der literarischen Unter-\nhaltung künstlerisch verarmter Kleinbürger\nwidmen»\nDen übrigen Stuttgarter Kunstkritikern\nmöchte ich nur dringend empfehlen, sich\nrecht genau die Namen der Sturm-Künstler\nzu merken, die ihnen neu sind. Schon des-\nwegen, um genügend Namen zu wissen, die\nsie den Künstlern der dritten, Generation\nnach einigen Jahren vorwerfen können.\nDenn, meine Herren, ich bin der unverdäch-\ntige Zeuge, auf dessen Urteil Sie heute\nschwören. Und wenn ich neu zeuge und wo\nich zeuge, ist es ein künstlerischer Eid? den\nich im Namen der Ewigkeit ablege und für\nden die Ewigkeit mit ihrem namenlosen Na-\nmen zeugt,\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-12-10-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-12-10_01#c003", "volume": "bmtnabg_1919-12-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "131", "page_fin": "132", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.2.3", "titre_corps": "Nachsicht! Zeugen!", "titre_sommaire": "Nachsicht! Zeugen!", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "131", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.3", "debut_caractere": 823, "fin_caractere_exclue": 4248, "texte": "Nachsicht! Zeugen!\n\nHerr Paul Westheim, der unverdächtige\nZeuge, hat sich noch einen andern unver-\ndächtigen Zeugen, einen Herrn Daniel Henry,\ngeleistet, um mit der großen Wissenschaft,\nnämlich mit der Kunstwissenschaft, sich zu\nzweit lächerlich machen zu können, Herr\nHenry behauptet in dem braven Kunstblatt\nvon Potsdam, daß die Merzbilder (die neuste\nSensation des Sturm seien und daß es bei der\nKunst nicht auf den Stoff, sondern auf den\nWert des aus ihm geschaffenen Gebildes an-\nkomme. Herr Westheim erklärt hierzu feier-\nlich, daß der Wert in diesem Fall Schwitters\n„recht unbeträchtlich1' sei. Die Erklärung\ndes Herrn Westheim ist sehr einfach zu ver-\nstehen, er hört den Namen Schwitters zum\nersten Mal, sehen kann er bekanntlich Bilder\nnicht, und infolgedessen muß Schwitters\nrecht unbeträchtlich sein, Herr Henry möchte\ndem Sturm die neueste Sensation verderben,\ndie zwar höchstens für die Leser des Kunst-\nblatts eine Sensation sein kann, und opfert\nsich und seinen Westheim für die Kunstge-\nschichte: „Immerhin, für die künftige Kunst-\ngeschichte mag es gut sein, der — heute, ach\nso raschen — Legendenbildung vorzubeu-\ngen/1 Die ach so rasche Legendenbildung\nhat Herrn Westheim zu einem Vorkämpfer\ndes Expressionismus gemacht, während der\nWissenschaftler Herr Henry die künftige\nKunstgeschichte fahrlässig fälscht. HerrHenry\nbehauptet nämlich, daß „Bildwerke aus vie-\nlerlei Stoffen*' von Paris im Jahr 1916 nach\nZürich gebracht seien, daß dadurch die so-\ngenannte neue Richtung der Dadaisten ent-\nstanden und von Zürich im Jahr 1919 allmäh-\nlich diese neue Malweise nach Deutschland\ngekommen sei. „Das ist die Entstehungsge-\nschichte der Merzbilder\". Leider irrt sich\nHerr Henry erheblich. Die Bildwerke aus\nvielerlei Stoffen sind in Deutschland bereits\nim Jahr 1913 zuerst zu sehen gewesen und\nzwar auf dem ersten deutschen Herbstsalon\ndes Sturm. Und zwar Bildwerke der Künst-\nler, die Herr Henry als ihre Urheber bezeich-\nnet, Jedenfalls hat also Schwitters es nicht\nerst nötig gehabt, sich bei den sogenannten\nDadaisten zu bilden. Auch Herr Henry hätte\nin jedem Jahr die Gelegenheit gehabt, sich\nim Sturm an der neusten Sensation der\n„Bildwerke aus vielerlei Stoffen\" anzuregen.\nVor allem hätte er aber den unverdächtigen\nZeugen Herrn Paul Westheim etwas halb-\nwissenschaftlich bilden können, bevor sich\ndieser Herr Westheim als Vorkämpfer des\nExpressionismus im Jahr 1917 der erstaunten\nMitkunstwelt vorstellte. Er wußte im Jahr\n1917 nämlich noch nicht, daß Braque, Picasso\nund die italienischen Futuristen so berühmt\nwären, daß man ihnen den Wert zubilligen\nmüsse, den er im Jahr 1919 Schwitters gü-\ntigst versagt. Noch weniger konnte Herr\nWestheim es natürlich 1913 wissen. Hätte er\ndurch die Gunst der Schickung auf dem Weg\nüber Zürich seinen Herrn Henry früher ken-\nnen gelernt, so würde er die Bildwerke au»\nvielerlei Stoffen wenigstens mit den „dar-\nstellerischen\" Augen dieses Herrn Henry ge-\nsehen haben. So aber stellte sich Herr West-\nheim schützend vor die Kunstgeschichte und\nschrieb 1913 über den Herbstsalon des\nSturm: „Am schlimmsten aber ist es dem\nKubismus ergangen. Nicht, weil es in dieser\nManier etliche fünfzig Stücke gibt, auf\ndenen unter den seltsamsten Titeln Drei-,\nVier-, Fünf- und Siebenecke durcheinander\ngequirlt sind, sondern weil sich einer, dem\nder Schalk im Nacken zu sitzen scheint, den\nSpaß gemacht hat, aus geometrisch geschnit-\ntenen Buntpapieren solch kubistische Flä-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "132", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3890, "texte": "che zusammenzuleimen, Sie ist ebenso ernst-\nhaft ausgestellt und wirkt ebenso überzeu-\ngend, wie der nicht geleimte Kubismus.\" Ein\nSchalk, der Westheim, aber der Schalk packt\nihn jetzt im Nacken, Denn der Vorkämpfer\nder neuen Kunst ist mir noch vielmehr auf\nden Leim gegangen: „Man denke sich eine\nMalerei, «die ohne Einbuße an seelischem\nund geistigem Gehalt durch eine Buntpapier-\nschnitzelei ersetzt werden kann, man denke\nsich einen Holbein, einen Rembrandt, einen\nLeonardo mit Scheere und Kleister überwun-\nden und man philosophiere heiter über eine\nKunstübung . , ,\" Der seelische und geistige\nGehalt eines Bildes liegt bekanntlich in der\nOelfarbe, Das wird doch der Kunstkritiker\nder Frankfurter Zeitung wissen. Aber dieser\nHerr Westheim soll mir noch mehr aus dem\nLeim gehen: „Wenn einer der fünf Original-\nfuturisten Gcno Severini das Porträt eines\nMannes zeigt, dem er an die gemalten\nBacken zwei Büschel richtiger Schnurrbart-\nhaare, auf den gepinselten Rock einen Re-\nvers von echtem Samt geklebt hat, so wird\nwohl auch der gelehrteste der blauen Reiter\nnichts dawider haben können, wenn man\ndieses futuristische Kleisterwerk als ganz\nbanalen Kitsch bezeichnet.\" Was sagen Sie\nnun zu Ihrem Freund Westheim, Herr Henry\naus Zürich, Ein Bild ist Kitsch, weil der\nSamt zu echt ist. Leonardo hat zwar auch\nSamt verwandt, aber die Berühmtheit von\nLeonardo ist Herrn Westheim bestens be-\nkannt gewesen,\nDoch der unverdächtige Zeuge ,s.oü mir ganz\naus Rand und Band gehen. Er hat zwar im\nHerbstsalon des Sturm 1913 die Bilder von\nFeininger nicht gesehen, dem er jetzt in sei-\nner Eigenschaft als Vorkämpfer des Ex-\npressionismus ganze Hefte widmet, dafür\naber über Leger folgendes geschrieben:\n„Man sehe sich jene Leistung, Nacktes Mo-\ndell im Atelier geheißen, an. Hat je einer die\nReize eines weiblichen Körpers verführeri-\nscher geschildert gesehen? Da junge Mäd-\nchen, auch wenn sie gemalt sind, keine\nSchnurrbärte zu tragen pflegen, so ist nicht\nrecht ersichtlich, wo das liebliche Geschöpf\nden Kopf und wo es die Beine hat.\" Sieh mal\neiner an, das ist nicht recht ersichtlich für\nihn, den Vorkämpfer, der aber dafür gemal-\nten von echtem Samt unterscheiden kann.\nDas sind Kunstkenntnisse, die berechtigen,\nin Potsdam ein Kunstblatt herauszugeben\nund Werte festzustellen, Der unbeträchtliche\nSchwitters. Und da mir nun einmal der\nSchalk im Nacken sitzt, will ich den harm-\nlosen Lesern des Kunstblattes mitteilen, was\nder Führer, Herr Westheim, im Jahr 1913\nüber denselben Kandinsky äußert, den\ndie jungen Leutchen falsch verstehen: „Statt\ndes Stuckrezeptes gibt es jetzt ein bischen\nKandinsky, ein bischen Picasso, oder was\nsonst gerade im Caf6 Stephanie in Kurs ist.\"\nAlso, Herr Henry, ich kann ihnen nur raten,\nIhre wissenschaftlichen Aeußerungen nicht\nweiter im Kunstblatt zu veröffentlichen.\nLassen Sie dem Sturm seine Sensationen und\nwarnea Sie Herrn Westheim vor Urteilen.\nIch werde ihm stets seine Vor-Urteile durch\nseine Nach-Urteile verbittern können. Herr\nWestheim möge es endlich aufgeben, den\nVorkämpfer spielen zu wollen. Er möge lie-\nber nicht jedes Jahr seinen Beruf als Nach-\nbeter verfehlen. Wenn Herr Westheim mir\nfolgt, wird er wenigstens nicht jedes Jahr\nnoch unbeträchtlicher scheinen,\nHerrn Henry aber möchte ich für weitere Ar-\ntikel seiner Kunstwissenschaft ergebenst\ndarauf aufmerksam machen, daß Bildwerke\naus vielerlei Stoffen zuerst in der vorge-\nschichtlichen Zeit geschaffen sind, einer Zeit,\nin der man noch nicht Kunstgeschichte aus\nLegendenbildung machte und daß das Tafel-\nbild die Abstraktion des Bildwerks aus vie-\nlerlei Stoffen ist. Nichts für ungut. Hoch\nZürich 1915, die sehr geehrten Dadaisten,\nLeonardo und die echte Oelfarbe von bestem\ngeistigen und seelischen Gehalt, zu beziehen\ndurch die einschlägigen Firmen und die\nSchriftleitung des Kunstblatts.\nHoch Daniel Henry-Kahnweiler, Kunsthänd-\nler aus Frankfurt in Paris,\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-12-10-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-12-10_01#c004", "volume": "bmtnabg_1919-12-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "132", "page_fin": "134", "image_debut": 4, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.2.4", "titre_corps": "Der Denker", "titre_sommaire": "Der Denker", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "132", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.4", "debut_caractere": 3892, "fin_caractere_exclue": 4283, "texte": "Der Denker\n\nHerr Professor Worringer hält zeitgemäße\nVorträge über den Expressionismus. Da Herr\nWorringer nicht im geringsten ahnt, was\nKunst ist, versucht er es mit einer mißver-\nstandenen Mystik. Aber er ist auch positiv:\n„Während die alte Kunst aus einer einheit-\nlichen Weltanschauung fließt, und so eine\nruhige Darstellung erzielt, die wir so sehr\nbewundern, drückt sich in der modernen"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2861, "texte": "Kunst die ganze Zerfahrenheit der Zeit aus.M\nHerr Worringer stellt sich die Kunst tatsäch-\nlich sehr ruhig dar, wenn er die Zeit für seine\neigne Zerfahrenheit verantwortlich macht.\n~Er führte als Beispiel eine alte Petrus-Figur\nan und stellte hierzu im Gegensatz den irren-\nden Ritter von Kokoschka. Beide sollen den-\nselben Gedanken zum Ausbruch bringen.\nAber während der eine Gott sucht, weil er\nihn hat, ist der andere ein Gottsucher, weil\ner Gott noch nicht hat!\" Man darf wohl an-\nnehmen, daß Herr Professor Worringer sich\nbei den beiden Herren Künstlern persönlich\nunterrichtet hat, welchen Gedanken sie zum\nAusdruck bringen wollten, denn sonst könnte\ner nicht behaupten, daß Gotthaben und Gott-\nsuchen derselbe Gedanke ist. Kokoschka hat\nalso Herrn Worringer erklärt, daß er Gott\nsucht, weil er ihn leider nicht hat und daß\nseine Absicht war, das Gotthaben auszu-\ndrücken. Der andere Künstler der alten Pe-\ntrusfigur hat hingegen Herrn Worringer er-\nklärt, daß er Gott hat und ihn deshalb sucht.\nDem alten Künstler glaubt es der Herr Wor-\nringer, dem jungen Künstler kann er den\nGlauben nicht beimessen. Wegen der Zer-\nfahrenheit der Zeit. Herr Worringer glaubt\njedenfalls in vollem Ernst, daß die Kunst die\nAufgabe habe, Gedanken von professoraler\nHöhe auszudrücken und sie ruhig darzu-\nstellen. Wenn das keine Einfühlung ist, so\nist es noch weniger Abstraktion, Aber Herr\nWorringer ist sehr vorsichtig. Er beschränkt\nsich. Wenigstens teilt die Presse mit, daß\nHerr Worringer ~sich auf einige Randbemer-\nkungen zu dieser Kunstrichtung in seinem\nVortrag über Expressionismus beschränkt\nhabe, weil nämlich diese Kunstrichtung noch\nvollständig im Flusse sei.\" Die alte Kunst\nschwimmt bereits aus einer einheitlichen An-\nschauung, während die neue Kunstrichtung\nnoch im Flusse ist. Herr Worringer hingegen\nschwimmt über den Wassern und untersucht\ngedanklich, was auf dem Flußboden liegt.\nDas was er ausgedrückt hat, ist ihm Ex-\npressionismus. Aber er kann auch den Ku-\nbismus expressionistisch ausdrücken: ~Der\nKubismus ist eine Kunst, in der der absolute\nRaum sozusagen musikalisch malerisch ge-\nstaltet werden soll. Das französische kubi-\nstische Bild deutet Worringer als rauschende\ni'uge absoluter Raumkristalle.1 Das ist zwar\nsozusagen Unsinn, aber es hört sich mystisch\nan. Herr Worringer klebt eben an den Ge-\ngenständen fest, die im Flusse liegen. Die\nFuge ist ihm offenbar ein farbiges Bild pro\nfessoraler Zeitkristalle. Bach soll ihm gesagt\nhaben, daß er Gott hat, während Gustav\nMahler ihm erklärte, daß er wegen der Zer-\nfahrenheit der Zeit erst Gott sucht. Beide\nKünstler wollten also wieder einmal densel-\nben Gedanken ausdrücken. Kubistisch ge-\nsprochen, der Verstand des Herrn Worringer\nhat sich absolut in eine Fuge zerfahren, wäh-\nrend ihm die Fuge über den leer gewordenen\nPlatz auf dem Kopiboden rauschend davon-\nflieht.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-12-10-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-12-10_01#c005", "volume": "bmtnabg_1919-12-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "133", "page_fin": "133", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.2.4.1", "titre_corps": "Arnold Topp: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Arnold Topp: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "133", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 45, "texte": "Arnold Topp: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-12-10-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-12-10_01#c006", "volume": "bmtnabg_1919-12-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "134", "page_fin": "135", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.2.5", "titre_corps": "Der in weitesten Kreisen bestbekannte", "titre_sommaire": "Der in weitesten Kreisen bestbekannte", "signature_source": "Rudolf Blümner", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.6", "debut_caractere": 2863, "fin_caractere_exclue": 4293, "texte": "Der in weitesten Kreisen bestbekannte\nKunstkritiker«!j™hat im „Schwäbischen Mer-\nkürM über eine Sturm-Ausstellung der„Uecht-\nGruppe\" im Württembergischen Kunstverein-\nStuttgart einen Bericht erstattet. Ich bringe\nden Artikel hier zum Abdruck, um dem r||~\nund der Redaktion des „Schwäbischen Mer-\nkur4' Gelegenheit zu geben, ein Verfahren\nwegen unbefugten Nachdrucks anzustrengen,\n„Stuttgart, 3. Nov. Die „Uechtgruppe\", wie\nunsere Schwaben sich nennen, hat ein von\ndem Architekten Richard Herr (oider wie er\nheißt — ich kann leider noch immer nicht\northographisch lesen) verfaßtes Vorwort zu\nihrem Bilderkatalog herausgegeben. Die\nEntstehung der neuen Kunst in Paris ist\ndarin richtig angegeben. Stimmt sogar wört-\nlich, Ich war damals persönlich in Paris und\nhabe manchesmal mit Pissaco gefrühstückt.\nWie oft habe ich über den Bulwar de Sitaliän\ngerufen: „Servus Gläs!\" und Lesche habe ich\nselbst manchen konkubistischen Tip gege»\nben. Den gelegentlich verstorbenen Drama-\ntiker William Apollini nannte ich sogar Willi\nschlechtweg. Daß durch Franzosen und\nRussen eine deutsche Kunst entstanden sei,\nist für den etwas unbegreiflich, tler noch\nnicht allen Zusammenhang mit der Natur ab-\ngeschworen hat. Denn ich begreife nicht,\nwie Franzosen und Russen deutsche Kunst\nmachen können zu einer Zeit, in der ich\ntäglich vier bis fünf Mahlzeiten zu mir\nnehme und das Gras sogar im Winter wach-\nsen höre. Auch in anderer Hinsicht sagt der"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "135", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3551, "texte": "Architekt Herr (oder wie er heißt) genau\ndasselbe, was wir rj|«im Schwäbischen Mer-\nkur seit Albrecht Dürler äußern. Ich kann\nnur aufs tiefste bedauern, daß die ~||« Z 112« da-\nbei weniger Fremdwörter angewendet haben,\nals es die neue Kunst tut, wo sie sich der\nWorte als Mittel beidient, was allerdings ein\nbezeichnend deutscher Zug ihres Wesens ist.\nWobei allerdings noch hinzuzufügen ist, daß\nich diesen ganzen Satz selbst nicht verstehe.\nWenn man Kanticzkys großes Bild von 1909\nbetrachtet, so springt einem zuerst die Jah-\nreszahl in die Augen. Bei näherem Zusehen\nsetzen sich die Farben in Bewegung und als-\nbald kommen Kanticzkys Kinderschuhe auf\nder Leinwand zum Vorschein. Nun wird man\ninne, daß seither ein Fortschritt vollbracht\nworden ist, daß es ratsamer ist, vollkommen\nabstrakt zu sein, als Kinderschuhe naturels\nso zu verzerren. Der andere Russe Schakal\nist noch kindlicher als ich und würde einen\nKindergarten entzücken. Man müßte freilich\nseine Bilder in den Garten tragen, Denn wie\nsoll der Garten durch die Ausstellung ge-\nführt werden? Der Deutsche aber bis 1914\nin Paris lebende Mezlinger (ein Verwandter\ndes Franzosen Hans von Marees) ist in dem\nin grauer Skala gehaltenen konkubistischen\nBild so entzückend fein in der Farbe, daß\nman sich als Tapeten- oder Wandbespan-\nnungsmuster nichts Schöneres wünschen\nkann. Schade, daß das Bild verkauft ist!\nAuch wäre zu bedenken, daß, wenn ich\nmeine Bude mit lauter Mezlingers tapeziere,\n-die Sache teurer wird, als wenn ich sie von\nHeinz Thomas ä la Fressko bepinseln lasse.\nWir möchten damit dem Konkubismus nicht\ndie Fähigkeit zur Bildwirkung bestreiten,\nAber man muß zwei Arten unterscheiden:\nEntweder hört man bei Betrachtung der Bil-\nder Musik, wie z. B. bei Oswald Fischel, oder\nman wird stinkbesoffen wie vor den Bildern\nder Jokaste vom Heemeskorken. Daher der\nName Stilleben, Guillaume Wauer (meines\nWissens gebürtiger Kalmüke) hat feinen Ge-\nschmack, und seine zierlichen Bilder wären\nfür Batikbänder vornehme Vorlage. Solche\nBilder gefallen mir nur, wenn ich mich drauf\nsetzen kann. Stark an den Namen von Paul\nKlee gemahnt der Name von Paul Busch. In\nihrer Malweise unterscheiden sie sich darin,\ndaß Paul Büschs Bilder gemalt, diejenigen\nvon Paul Klee dagegen auffallenderweise\nauch gemalt sind, und nicht etwa geklebt,\nWenn man den seither gefallenen Italiener\nBotschoni mitgebracht hat, so ist das nichts\nals pure Hexerei. Ebenso, daß Kokoschki\nstets persönlich vor seinen Zeichnungen\nsteht und mir mitteilt, er halte Joe Sepp\nBacharach für einen Komponisten, der nach\nIllustration schreie. Leider habe ich die an-\nderen Maler schmerzlich vermißt. Außer\nden erwähnten Botschoni und Kokoschki\nwar keiner persönlich erschienen. Und doch\nist die Persönlichkeit alles. Im Mittelalter\ngabs sowas bekanntlich noch nicht. Erst seit\nMatthäus Grünbaum gibt es Persönlichkeiten,\naber dann nicht zu knapp. Ein solches Zu-\nrückschrauben ins Mittelalter kann als Will-\nkür erscheinen, Aber indem das Vorwort\nzum Katalog die Parallele zwischen politi-\nscher und künstlerischer Revolution zieht,\nweist sie eine Erklärung auf. Vor der Revo-\nlution war ich eine Persönlichkeit, heute bin\nich für die Uechtgruppe nichts als ein Kreuz,\nDie junge Schar hat große Opfer zu bringen\nund gehört zu den Märtyrern ihres Prinzips,\ndas leider am Neckar und am Rheine juvi-\njuvi-vallera und in Berlin du Feine juvi-juvi-\nvallera geschäftliches Prinzip geworden ist.\nHier Echtes von der Mache zu unterschei-\nden, wird mir nie gelingen,\"\nKorrektur mit dem Zeitungsausschnitt ver-\nglichen\n\nRudolf Blümner"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-12-10-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-12-10_01#c007", "volume": "bmtnabg_1919-12-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "135", "page_fin": "140", "image_debut": 7, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.2.6", "titre_corps": "Marter storren Entsargen überweltet Es", "titre_sommaire": "Marter storren Entsargen überweltet Es", "signature_source": "Kurt Liebmunn", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "135", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.7", "debut_caractere": 3553, "fin_caractere_exclue": 3795, "texte": "Marter storren Entsargen\nüberweltet Es\nKurt Liebmunn\n\nI\nDir Dir\nDu\nSchrei\nTränen schreien\nTränen\nSchrei klangflirrt pfeilsteil\nDu\nglutglasklirrt kuppelzerlacht\nzerhackt schwirrt\nsirrt\nzirpt zirpt\nblutet Wo,\nSchlammschleime krösen Augen Rinsel"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "136", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1810, "texte": "hyäneu\nschlitzcn schiefen\nhechzen Hetze\nSpringe kristailt\nschuppenklirr Hecht Kessel schlappenden\nSchlamms,\nDir! 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[n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.2.8", "titre_corps": "Species expressivae : Collofino in Köln zur Freude", "titre_sommaire": "Species expressivae : Collofino in Köln zur Freude", "signature_source": "Rudolf Blümner", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "141", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.13", "debut_caractere": 79, "fin_caractere_exclue": 3205, "texte": "Species expressivae\nCollofino in Köln zur Freude\nRudolf Blümner\nIch kann Herrn Paul Westheim nicht vor-\nwerfen, daß er im Kunstblatt für den „Ex-\npressionismus\" geschrieben oder abgebildet\nhat. So einer wie Paul Westheim stellt die\nKunst über das Wort. Der Ruhm eines Ex-\npressionisten ist durch ein bißchen Chagall\nund Klee leicht erworben. Es kommt nur\ndarauf an, das Wort Expressionismus zu ver-\nmeiden. Das ist so etwas wie eine reser-\nvatio mentalis, die einem erlaubt, mit\nKunstersatz das Hauptgeschäft zu machen.\nOft schien Herr Westheim anzubeten, was\ner bespuckt hatte, weil der Feuerlose es\nnicht verbrennen konnte. Und er tat, als\nob er nie gespuckt hätte. Aber seine Zunge\nlallte, wovon sein Herz nicht voll war. Er\nhaßte weiter und der Speichel, den er gegen\nden „Expressionismus\" ansammelte, drohte\nihn zu ersticken. Nun ist er ihn durch einen\nlos geworden, der sich auch vor Hochmut\nbläht, weil er glaubt, über den Worten zu\nstehen. Im Novemberheft des Kunstblattes\nläßt sich Herr Westheim durch Herrn Kahn-\nweiler operieren:\n„Der Begriff „Expressionismus\" ist der\nfranzösischen bildenden Kunst ganz fremd.\nEr ist deutsch. Was aber beileibe kein Lob\nsein soll.\"\nHerr Kahnweiler, der sich lieber Daniel\nHenry nennt, um nicht für einen Deutschen\ngehalten zu werden, bezeichnet diesen Satz\nals „Wahrheit\". Wahrheit aber ist, daß\n„Expressionismus\" kein „Begriff\", sondern\nein Wort ist und daß der Begriff dieses Wor-\ntes der französischen bildenden Kunst be-\nkannter ist als Herrn Kahnweiler. Und für\nden Begriff, den Herr Kahnweiler nicht\nkennt, ist es gleichgültig, wie das Wort ent-\nstanden ist. Selbst Mißverständnis und Un-\nsinn könnten an der Wahrheit des „Begriffs\"\nnichts ändern. Und wenn Herr Kahnweiler\nes nicht begreift, ich werde ihm beweisen:\nNicht „beileibe\", aber bei Seele ist es ein\nLob, daß wir in Deutschland das Wort Ex-\npressionismus angenommen haben, weil wir\nes begreifen.\nLind nun hören Sie, Herr Kahnweiler, was\nder Heilige Thomas von Aquino vor\nsiebenhundert Jahren schon begriffen hatte:\nDer Heilige Thomas unterscheidet dreierlei\nErkenntnisse: Gott als die oberste essentia\nhat unmittelbar das Wissen von allen Essen-\ntien. Die Engel und die vom Körper befrei-\nten Seelen haben die unmittelbare intuitio\nder gegenwärtigen Dinge oder doch das Wis-\nsen der entfernten durch species ex-\npressivae. Die Seelen im Zustande der\nSünde wissen nur, was ihnen durch spe-\ncies impressivae zuteil geworden ist.\n„Die Ausdrücke species impressiva und ex-\npressiva kommen aus einer uns nicht mehr\nfaßbaren Psychologie her (sagt Fritz Mauth-\nner in seinem Wörterbuch der Philosophie),\nX * w\nwelche die Species als Bildchen auffaßt, die\nsich zuerst den Sinnen eindrücken und\nnachher in den Vorstellungen der Seele\nausdrücken.\" Das ist unheimlich, nicht\nwahr, Herr Kahnweiler? Und nun haben Sie\ndie Wahl, Herr Kahnweiler, sich und Ihre\nganze Sippe für Engel und vom Körper Be-\nfreite oder für Seelen im Zustande der Sünde\nzu halten. Aber freilich, daß Sie und alle\nKahnweilers und Westheims auf ewig ver-\ndammt sind, nur species impressivae zu\nsehen, das wußte ich auch ohne den Heiligen\nThomas von Aquino"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1919-12-10-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1919-12-10_01#c011", "volume": "bmtnabg_1919-12-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "141", "page_fin": "141", "image_debut": 13, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.2.9", "titre_corps": "Inhalt", "titre_sommaire": "Inhalt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "141", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.13", "debut_caractere": 3207, "fin_caractere_exclue": 3550, "texte": "Inhalt\nHerwarth Waldens Vorsicht Zeugen!\nHerwarth Waldens Nachsicht! 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August Stramm\n11. Herwarth Walden\n111. van Heemskerck\nIV. Kandinsky\nV. Rudolf Blumner\nVI. Campendonk\nVII. Peter Baum\nVIII. Albert Gleizes\nIX. Oskar Kokoschka\nX. Alexander Archipen\nXI. Paul Klee\nXII. Gabriele Munter\nXIII. Rudolf Bauer\nXIV. Nell Walden\nXV. Mynona\nXVI. Molzahn\nXVII. Kurt Heynicke\nXVIII. William Wauer\nXIX. Lothar Schreyer\nko XX. 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Band erschienen\nJeder Band 12 Mark\nHcrwarth Walden; Die ncuc Malerei / Einfuhrung\nin den Expressionismus I Mit 16 Abbildungen\n4 / Zweite Auflage\nExpressionismus / Die Kunstwende\nHerausgegeben von Herwarth Walden\nMit 140 Abbildungen and 4 Originalgraphiken\n25 Mark / gebunden 35 Mark\nDie Sturm-Buhne\nJahrbuch des Theaters der Expressionisten\nJede Folge 75 Pfennige\nJahrbuch 6 Mark\nAchte Folge erschienen\ner\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nJe 5 Mark\nI. Marc Chagall\n11. Alexander Archisenko\n111. 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WH\nMONATSSCHRIFT\n/ HERAUSOEBER: HERWARTH WALDEN\nZEHNTER JAHRGANG / NEUNTES HEFT\n\nArnold Topp: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.2", "texte": "Vorsicht! Zeugen!\n\nDie Schwäbische Tagwacht ist sehr radikal.\nSie hat ihre Kunstkritik auf den Tag einge-\nstellt nnd verwirft daher grundsätzlich Bil-\nder älteren Datums, wenigstens soweit sie\nvom Sturm ausgestellt sind. Der Sturm\nschuldet der Schwäbischen Tagwacht die\nEntwicklung. Während sich ihr Kunstkriti-\nker von Tag zu Tag entwickelt. Er schreibt\nsonst schlichte Novellen und Romane und\nwird in der Produktion nur durch seine\nKunstbetrachtungen gehemmt. „Die Bilder\nder Sturm-Gruppe sind meist älteren Da-\ntums. Heute, wo sie durch keinerlei gestei-\ngerte Kunstleistungen als Vorläufer gewertet\nwerden können, sehen wir in ihnen bereits\ndie Erfüllung eines Programms ~ . Diese\nbeiden Sätze allein zeigen die ganze Be-\nschränktheit bürgerlicher Kunstanschauung.\nDer Bürger nimmt in der Kunst ein Partei-\nprogramm an, besieht sich die Entwicklung,\nsucht nach dem Vorläufer und wenn er lange\ngenug nachgelaufen ist. findet er die Er-\nfüllung. Dieses Nachlaufen nennt man libe-\nral. Man ist grundsätzlich bereit nachzulaun\nfen. Der Vorläufer wird zeitlich festgestellt.\nEr ist immer, nicht nur meist,.älterenDatums.\nDer tägliche Mensch gewöhnt sich an einen\nVorläufer und betrachtet ein Jahrhundert\nlang entzückt die Stelle, wo einst ein Vor-\nläufer (auf deutsch genius loci) gestanden\nhat. Der Läufer ist aber an jeder Stelle ein\nanderer. Und deshalb sieht auch die Schwä-\nbische Alltagwacht nicht die gesteigerten\nKunstleistungen. Denn die Kunstleistungen\nkönnen sich nicht steigern, sie können nur\nanders sein. Woran erkennt der Kunstkri-\ntiker den Vorläufer. An dem Namen. Der\nnamenlose Kritiker merkt sich die Namen\nund vermißt die Namen. Aber liberal, wie\ner im Nachlaufen ist, merkt er sich auf jeden\nFall die neuen Namen und wird sie nach\neinem Jahrzehnt wieder als Vorläufer ver-\nmissen. Wieder werden die gesteigerten\nKunstleistungen fehlen, und die Bilder meist\nälteren Datums Erfüllung des Programms\nsein. Der Schwäbische Tagwächter hat\n„jene epochemachende Berliner Ausstellung\ndes Sturm 1913 in Berlin'6 gesehen. Oder er\nkennt wenigstens den Katalog. Er lobt die\nNamen von 1913, vermißt einige Namen von\n1913 und beruft sich auf Herrn Paul West-\nheim: „Paul Westheim, der wohl unverdäch-\ntige Vorkämpfer des Expressionismus, klagt\nneulich über die jungen Leutchen, denen die\njetzt so massenhaft verbreitete expressioni-\nstische Schundliteratur scheinbar die Köpfe\nverwirrt hat und die nun falsch verstandene\nKandinsky nachkubisteln.\" Die Unverdäch-\ntigkeit des Herrn Paul Westheim muß ich\nnicht nur bezweifeln, ich kann seine Ver-\ndächtigkeit sogar dem Tagwächter aus\nSchwaben nachweisen. Denn Herr Paul\nWestheim hat „jene epochemachende Sturm-\nAusstellung 1913\" als „Bluff und Schwindel\"\nbezeichnet und zwar in zahllosen gedruckten\nAeußerungen, jene Ausstellung, auf die sich\nder Tagwächter gegen die jetzige Sturm-\nAusstellung beruft. Der Herr möge sich das\nselbst nachlesen. Herr Paul Westheim be-\nstreitet sogar noch im Jahr 1918 Kandinsky\ndie Künstlerschaft. Um so erfreulicher ist es.\ndaß er 1919 über die jungen Leutchen klagt,\ndie nun falsch verstandene Kandinsky na 3h-\nkubisteln. Trotzdem Herr Westheim gerade\ndiese jungen Leutchen propagiert und die ex-\npressionistische Schundliteratur selbst\nschreibt, die er den Zeitgenossen vorwirft.\nHerr Westheim rechnet etwas zu kühn mit\ndem schlechten Gedächtnis der Zeitge-\nnossen, wenn er laut Tagwacht schreibt:\n„Wieviel Grips gehört zu dem falsch verstan-\ndenen Expressionismus, der jetzt ja die große\nMode ist?\" — Offenbar sehr wenig. Denn\nHerr Westheim hat sich auf Grund der gro-\nßen Mode immerhin zum Etappenkämpfer\ndes falsch verstandenen Expressionismus ge-\nmacht. Der Tagwächter ist aber nicht nur\nüber die Dinge älteren Datums wenig unter-\nrichtet, er liest nicht einmal die falsch ver-\nstandenen Kunstäußerungen seines wohl un-\nverdächtigen Zeugen genau nach. Denn sonst\nwürde der Tagwächter wissen, daß der un-\nverdächtige Zeuge heute Marc Chagall als\ngrößten Meister preist, den er allerdings\n1913 noch für einen „.Hottentotten im Ober-\nhemd 112 erklärt hat. Der Tagwächter findet\nhingegen, daß Marc Chagall „robuste Far-\nbigkeit russischer Heiligenbildchen mühsam\nnachahmt/' Auch eine philosophische Aeu-\nßerung des unverdächtigen Westheim wird\nden Stuttgarter Lesern vorgesetzt: „Revolu-\ntionär spielen ist sehr leicht.\" Das hätte\ngerade Herr Westheim nicht äußern sollen,\ndenn sein Revolutionär spielen ist ihm böse"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "131", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.3", "texte": "vorbeigeglückt. Nur Tagwächter halten es\nfür blutigen Ernst, Summa summarum, wie\nder Tagwächter schreibt, der Herr möge\nKunstbetrachtungen unterlassen und sich lie-\nber ausschließlich der literarischen Unter-\nhaltung künstlerisch verarmter Kleinbürger\nwidmen»\nDen übrigen Stuttgarter Kunstkritikern\nmöchte ich nur dringend empfehlen, sich\nrecht genau die Namen der Sturm-Künstler\nzu merken, die ihnen neu sind. Schon des-\nwegen, um genügend Namen zu wissen, die\nsie den Künstlern der dritten, Generation\nnach einigen Jahren vorwerfen können.\nDenn, meine Herren, ich bin der unverdäch-\ntige Zeuge, auf dessen Urteil Sie heute\nschwören. Und wenn ich neu zeuge und wo\nich zeuge, ist es ein künstlerischer Eid? den\nich im Namen der Ewigkeit ablege und für\nden die Ewigkeit mit ihrem namenlosen Na-\nmen zeugt,\n\nHerwarth Walden\n\nNachsicht! Zeugen!\n\nHerr Paul Westheim, der unverdächtige\nZeuge, hat sich noch einen andern unver-\ndächtigen Zeugen, einen Herrn Daniel Henry,\ngeleistet, um mit der großen Wissenschaft,\nnämlich mit der Kunstwissenschaft, sich zu\nzweit lächerlich machen zu können, Herr\nHenry behauptet in dem braven Kunstblatt\nvon Potsdam, daß die Merzbilder (die neuste\nSensation des Sturm seien und daß es bei der\nKunst nicht auf den Stoff, sondern auf den\nWert des aus ihm geschaffenen Gebildes an-\nkomme. Herr Westheim erklärt hierzu feier-\nlich, daß der Wert in diesem Fall Schwitters\n„recht unbeträchtlich1' sei. Die Erklärung\ndes Herrn Westheim ist sehr einfach zu ver-\nstehen, er hört den Namen Schwitters zum\nersten Mal, sehen kann er bekanntlich Bilder\nnicht, und infolgedessen muß Schwitters\nrecht unbeträchtlich sein, Herr Henry möchte\ndem Sturm die neueste Sensation verderben,\ndie zwar höchstens für die Leser des Kunst-\nblatts eine Sensation sein kann, und opfert\nsich und seinen Westheim für die Kunstge-\nschichte: „Immerhin, für die künftige Kunst-\ngeschichte mag es gut sein, der — heute, ach\nso raschen — Legendenbildung vorzubeu-\ngen/1 Die ach so rasche Legendenbildung\nhat Herrn Westheim zu einem Vorkämpfer\ndes Expressionismus gemacht, während der\nWissenschaftler Herr Henry die künftige\nKunstgeschichte fahrlässig fälscht. HerrHenry\nbehauptet nämlich, daß „Bildwerke aus vie-\nlerlei Stoffen*' von Paris im Jahr 1916 nach\nZürich gebracht seien, daß dadurch die so-\ngenannte neue Richtung der Dadaisten ent-\nstanden und von Zürich im Jahr 1919 allmäh-\nlich diese neue Malweise nach Deutschland\ngekommen sei. „Das ist die Entstehungsge-\nschichte der Merzbilder\". Leider irrt sich\nHerr Henry erheblich. Die Bildwerke aus\nvielerlei Stoffen sind in Deutschland bereits\nim Jahr 1913 zuerst zu sehen gewesen und\nzwar auf dem ersten deutschen Herbstsalon\ndes Sturm. Und zwar Bildwerke der Künst-\nler, die Herr Henry als ihre Urheber bezeich-\nnet, Jedenfalls hat also Schwitters es nicht\nerst nötig gehabt, sich bei den sogenannten\nDadaisten zu bilden. Auch Herr Henry hätte\nin jedem Jahr die Gelegenheit gehabt, sich\nim Sturm an der neusten Sensation der\n„Bildwerke aus vielerlei Stoffen\" anzuregen.\nVor allem hätte er aber den unverdächtigen\nZeugen Herrn Paul Westheim etwas halb-\nwissenschaftlich bilden können, bevor sich\ndieser Herr Westheim als Vorkämpfer des\nExpressionismus im Jahr 1917 der erstaunten\nMitkunstwelt vorstellte. Er wußte im Jahr\n1917 nämlich noch nicht, daß Braque, Picasso\nund die italienischen Futuristen so berühmt\nwären, daß man ihnen den Wert zubilligen\nmüsse, den er im Jahr 1919 Schwitters gü-\ntigst versagt. Noch weniger konnte Herr\nWestheim es natürlich 1913 wissen. Hätte er\ndurch die Gunst der Schickung auf dem Weg\nüber Zürich seinen Herrn Henry früher ken-\nnen gelernt, so würde er die Bildwerke au»\nvielerlei Stoffen wenigstens mit den „dar-\nstellerischen\" Augen dieses Herrn Henry ge-\nsehen haben. So aber stellte sich Herr West-\nheim schützend vor die Kunstgeschichte und\nschrieb 1913 über den Herbstsalon des\nSturm: „Am schlimmsten aber ist es dem\nKubismus ergangen. Nicht, weil es in dieser\nManier etliche fünfzig Stücke gibt, auf\ndenen unter den seltsamsten Titeln Drei-,\nVier-, Fünf- und Siebenecke durcheinander\ngequirlt sind, sondern weil sich einer, dem\nder Schalk im Nacken zu sitzen scheint, den\nSpaß gemacht hat, aus geometrisch geschnit-\ntenen Buntpapieren solch kubistische Flä-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "132", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.4", "texte": "che zusammenzuleimen, Sie ist ebenso ernst-\nhaft ausgestellt und wirkt ebenso überzeu-\ngend, wie der nicht geleimte Kubismus.\" Ein\nSchalk, der Westheim, aber der Schalk packt\nihn jetzt im Nacken, Denn der Vorkämpfer\nder neuen Kunst ist mir noch vielmehr auf\nden Leim gegangen: „Man denke sich eine\nMalerei, «die ohne Einbuße an seelischem\nund geistigem Gehalt durch eine Buntpapier-\nschnitzelei ersetzt werden kann, man denke\nsich einen Holbein, einen Rembrandt, einen\nLeonardo mit Scheere und Kleister überwun-\nden und man philosophiere heiter über eine\nKunstübung . , ,\" Der seelische und geistige\nGehalt eines Bildes liegt bekanntlich in der\nOelfarbe, Das wird doch der Kunstkritiker\nder Frankfurter Zeitung wissen. Aber dieser\nHerr Westheim soll mir noch mehr aus dem\nLeim gehen: „Wenn einer der fünf Original-\nfuturisten Gcno Severini das Porträt eines\nMannes zeigt, dem er an die gemalten\nBacken zwei Büschel richtiger Schnurrbart-\nhaare, auf den gepinselten Rock einen Re-\nvers von echtem Samt geklebt hat, so wird\nwohl auch der gelehrteste der blauen Reiter\nnichts dawider haben können, wenn man\ndieses futuristische Kleisterwerk als ganz\nbanalen Kitsch bezeichnet.\" Was sagen Sie\nnun zu Ihrem Freund Westheim, Herr Henry\naus Zürich, Ein Bild ist Kitsch, weil der\nSamt zu echt ist. Leonardo hat zwar auch\nSamt verwandt, aber die Berühmtheit von\nLeonardo ist Herrn Westheim bestens be-\nkannt gewesen,\nDoch der unverdächtige Zeuge ,s.oü mir ganz\naus Rand und Band gehen. Er hat zwar im\nHerbstsalon des Sturm 1913 die Bilder von\nFeininger nicht gesehen, dem er jetzt in sei-\nner Eigenschaft als Vorkämpfer des Ex-\npressionismus ganze Hefte widmet, dafür\naber über Leger folgendes geschrieben:\n„Man sehe sich jene Leistung, Nacktes Mo-\ndell im Atelier geheißen, an. Hat je einer die\nReize eines weiblichen Körpers verführeri-\nscher geschildert gesehen? Da junge Mäd-\nchen, auch wenn sie gemalt sind, keine\nSchnurrbärte zu tragen pflegen, so ist nicht\nrecht ersichtlich, wo das liebliche Geschöpf\nden Kopf und wo es die Beine hat.\" Sieh mal\neiner an, das ist nicht recht ersichtlich für\nihn, den Vorkämpfer, der aber dafür gemal-\nten von echtem Samt unterscheiden kann.\nDas sind Kunstkenntnisse, die berechtigen,\nin Potsdam ein Kunstblatt herauszugeben\nund Werte festzustellen, Der unbeträchtliche\nSchwitters. Und da mir nun einmal der\nSchalk im Nacken sitzt, will ich den harm-\nlosen Lesern des Kunstblattes mitteilen, was\nder Führer, Herr Westheim, im Jahr 1913\nüber denselben Kandinsky äußert, den\ndie jungen Leutchen falsch verstehen: „Statt\ndes Stuckrezeptes gibt es jetzt ein bischen\nKandinsky, ein bischen Picasso, oder was\nsonst gerade im Caf6 Stephanie in Kurs ist.\"\nAlso, Herr Henry, ich kann ihnen nur raten,\nIhre wissenschaftlichen Aeußerungen nicht\nweiter im Kunstblatt zu veröffentlichen.\nLassen Sie dem Sturm seine Sensationen und\nwarnea Sie Herrn Westheim vor Urteilen.\nIch werde ihm stets seine Vor-Urteile durch\nseine Nach-Urteile verbittern können. Herr\nWestheim möge es endlich aufgeben, den\nVorkämpfer spielen zu wollen. Er möge lie-\nber nicht jedes Jahr seinen Beruf als Nach-\nbeter verfehlen. Wenn Herr Westheim mir\nfolgt, wird er wenigstens nicht jedes Jahr\nnoch unbeträchtlicher scheinen,\nHerrn Henry aber möchte ich für weitere Ar-\ntikel seiner Kunstwissenschaft ergebenst\ndarauf aufmerksam machen, daß Bildwerke\naus vielerlei Stoffen zuerst in der vorge-\nschichtlichen Zeit geschaffen sind, einer Zeit,\nin der man noch nicht Kunstgeschichte aus\nLegendenbildung machte und daß das Tafel-\nbild die Abstraktion des Bildwerks aus vie-\nlerlei Stoffen ist. Nichts für ungut. Hoch\nZürich 1915, die sehr geehrten Dadaisten,\nLeonardo und die echte Oelfarbe von bestem\ngeistigen und seelischen Gehalt, zu beziehen\ndurch die einschlägigen Firmen und die\nSchriftleitung des Kunstblatts.\nHoch Daniel Henry-Kahnweiler, Kunsthänd-\nler aus Frankfurt in Paris,\n\nHerwarth Walden\n\nDer Denker\n\nHerr Professor Worringer hält zeitgemäße\nVorträge über den Expressionismus. Da Herr\nWorringer nicht im geringsten ahnt, was\nKunst ist, versucht er es mit einer mißver-\nstandenen Mystik. Aber er ist auch positiv:\n„Während die alte Kunst aus einer einheit-\nlichen Weltanschauung fließt, und so eine\nruhige Darstellung erzielt, die wir so sehr\nbewundern, drückt sich in der modernen"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "133", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.5", "texte": "Arnold Topp: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.6", "texte": "Kunst die ganze Zerfahrenheit der Zeit aus.M\nHerr Worringer stellt sich die Kunst tatsäch-\nlich sehr ruhig dar, wenn er die Zeit für seine\neigne Zerfahrenheit verantwortlich macht.\n~Er führte als Beispiel eine alte Petrus-Figur\nan und stellte hierzu im Gegensatz den irren-\nden Ritter von Kokoschka. Beide sollen den-\nselben Gedanken zum Ausbruch bringen.\nAber während der eine Gott sucht, weil er\nihn hat, ist der andere ein Gottsucher, weil\ner Gott noch nicht hat!\" Man darf wohl an-\nnehmen, daß Herr Professor Worringer sich\nbei den beiden Herren Künstlern persönlich\nunterrichtet hat, welchen Gedanken sie zum\nAusdruck bringen wollten, denn sonst könnte\ner nicht behaupten, daß Gotthaben und Gott-\nsuchen derselbe Gedanke ist. Kokoschka hat\nalso Herrn Worringer erklärt, daß er Gott\nsucht, weil er ihn leider nicht hat und daß\nseine Absicht war, das Gotthaben auszu-\ndrücken. Der andere Künstler der alten Pe-\ntrusfigur hat hingegen Herrn Worringer er-\nklärt, daß er Gott hat und ihn deshalb sucht.\nDem alten Künstler glaubt es der Herr Wor-\nringer, dem jungen Künstler kann er den\nGlauben nicht beimessen. Wegen der Zer-\nfahrenheit der Zeit. Herr Worringer glaubt\njedenfalls in vollem Ernst, daß die Kunst die\nAufgabe habe, Gedanken von professoraler\nHöhe auszudrücken und sie ruhig darzu-\nstellen. Wenn das keine Einfühlung ist, so\nist es noch weniger Abstraktion, Aber Herr\nWorringer ist sehr vorsichtig. Er beschränkt\nsich. Wenigstens teilt die Presse mit, daß\nHerr Worringer ~sich auf einige Randbemer-\nkungen zu dieser Kunstrichtung in seinem\nVortrag über Expressionismus beschränkt\nhabe, weil nämlich diese Kunstrichtung noch\nvollständig im Flusse sei.\" Die alte Kunst\nschwimmt bereits aus einer einheitlichen An-\nschauung, während die neue Kunstrichtung\nnoch im Flusse ist. Herr Worringer hingegen\nschwimmt über den Wassern und untersucht\ngedanklich, was auf dem Flußboden liegt.\nDas was er ausgedrückt hat, ist ihm Ex-\npressionismus. Aber er kann auch den Ku-\nbismus expressionistisch ausdrücken: ~Der\nKubismus ist eine Kunst, in der der absolute\nRaum sozusagen musikalisch malerisch ge-\nstaltet werden soll. Das französische kubi-\nstische Bild deutet Worringer als rauschende\ni'uge absoluter Raumkristalle.1 Das ist zwar\nsozusagen Unsinn, aber es hört sich mystisch\nan. Herr Worringer klebt eben an den Ge-\ngenständen fest, die im Flusse liegen. Die\nFuge ist ihm offenbar ein farbiges Bild pro\nfessoraler Zeitkristalle. Bach soll ihm gesagt\nhaben, daß er Gott hat, während Gustav\nMahler ihm erklärte, daß er wegen der Zer-\nfahrenheit der Zeit erst Gott sucht. Beide\nKünstler wollten also wieder einmal densel-\nben Gedanken ausdrücken. Kubistisch ge-\nsprochen, der Verstand des Herrn Worringer\nhat sich absolut in eine Fuge zerfahren, wäh-\nrend ihm die Fuge über den leer gewordenen\nPlatz auf dem Kopiboden rauschend davon-\nflieht.\n\nHerwarth Walden\n\nDer in weitesten Kreisen bestbekannte\nKunstkritiker«!j™hat im „Schwäbischen Mer-\nkürM über eine Sturm-Ausstellung der„Uecht-\nGruppe\" im Württembergischen Kunstverein-\nStuttgart einen Bericht erstattet. Ich bringe\nden Artikel hier zum Abdruck, um dem r||~\nund der Redaktion des „Schwäbischen Mer-\nkur4' Gelegenheit zu geben, ein Verfahren\nwegen unbefugten Nachdrucks anzustrengen,\n„Stuttgart, 3. Nov. Die „Uechtgruppe\", wie\nunsere Schwaben sich nennen, hat ein von\ndem Architekten Richard Herr (oider wie er\nheißt — ich kann leider noch immer nicht\northographisch lesen) verfaßtes Vorwort zu\nihrem Bilderkatalog herausgegeben. Die\nEntstehung der neuen Kunst in Paris ist\ndarin richtig angegeben. Stimmt sogar wört-\nlich, Ich war damals persönlich in Paris und\nhabe manchesmal mit Pissaco gefrühstückt.\nWie oft habe ich über den Bulwar de Sitaliän\ngerufen: „Servus Gläs!\" und Lesche habe ich\nselbst manchen konkubistischen Tip gege»\nben. Den gelegentlich verstorbenen Drama-\ntiker William Apollini nannte ich sogar Willi\nschlechtweg. Daß durch Franzosen und\nRussen eine deutsche Kunst entstanden sei,\nist für den etwas unbegreiflich, tler noch\nnicht allen Zusammenhang mit der Natur ab-\ngeschworen hat. Denn ich begreife nicht,\nwie Franzosen und Russen deutsche Kunst\nmachen können zu einer Zeit, in der ich\ntäglich vier bis fünf Mahlzeiten zu mir\nnehme und das Gras sogar im Winter wach-\nsen höre. Auch in anderer Hinsicht sagt der"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "135", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.7", "texte": "Architekt Herr (oder wie er heißt) genau\ndasselbe, was wir rj|«im Schwäbischen Mer-\nkur seit Albrecht Dürler äußern. Ich kann\nnur aufs tiefste bedauern, daß die ~||« Z 112« da-\nbei weniger Fremdwörter angewendet haben,\nals es die neue Kunst tut, wo sie sich der\nWorte als Mittel beidient, was allerdings ein\nbezeichnend deutscher Zug ihres Wesens ist.\nWobei allerdings noch hinzuzufügen ist, daß\nich diesen ganzen Satz selbst nicht verstehe.\nWenn man Kanticzkys großes Bild von 1909\nbetrachtet, so springt einem zuerst die Jah-\nreszahl in die Augen. Bei näherem Zusehen\nsetzen sich die Farben in Bewegung und als-\nbald kommen Kanticzkys Kinderschuhe auf\nder Leinwand zum Vorschein. Nun wird man\ninne, daß seither ein Fortschritt vollbracht\nworden ist, daß es ratsamer ist, vollkommen\nabstrakt zu sein, als Kinderschuhe naturels\nso zu verzerren. Der andere Russe Schakal\nist noch kindlicher als ich und würde einen\nKindergarten entzücken. Man müßte freilich\nseine Bilder in den Garten tragen, Denn wie\nsoll der Garten durch die Ausstellung ge-\nführt werden? Der Deutsche aber bis 1914\nin Paris lebende Mezlinger (ein Verwandter\ndes Franzosen Hans von Marees) ist in dem\nin grauer Skala gehaltenen konkubistischen\nBild so entzückend fein in der Farbe, daß\nman sich als Tapeten- oder Wandbespan-\nnungsmuster nichts Schöneres wünschen\nkann. Schade, daß das Bild verkauft ist!\nAuch wäre zu bedenken, daß, wenn ich\nmeine Bude mit lauter Mezlingers tapeziere,\n-die Sache teurer wird, als wenn ich sie von\nHeinz Thomas ä la Fressko bepinseln lasse.\nWir möchten damit dem Konkubismus nicht\ndie Fähigkeit zur Bildwirkung bestreiten,\nAber man muß zwei Arten unterscheiden:\nEntweder hört man bei Betrachtung der Bil-\nder Musik, wie z. B. bei Oswald Fischel, oder\nman wird stinkbesoffen wie vor den Bildern\nder Jokaste vom Heemeskorken. Daher der\nName Stilleben, Guillaume Wauer (meines\nWissens gebürtiger Kalmüke) hat feinen Ge-\nschmack, und seine zierlichen Bilder wären\nfür Batikbänder vornehme Vorlage. Solche\nBilder gefallen mir nur, wenn ich mich drauf\nsetzen kann. Stark an den Namen von Paul\nKlee gemahnt der Name von Paul Busch. In\nihrer Malweise unterscheiden sie sich darin,\ndaß Paul Büschs Bilder gemalt, diejenigen\nvon Paul Klee dagegen auffallenderweise\nauch gemalt sind, und nicht etwa geklebt,\nWenn man den seither gefallenen Italiener\nBotschoni mitgebracht hat, so ist das nichts\nals pure Hexerei. Ebenso, daß Kokoschki\nstets persönlich vor seinen Zeichnungen\nsteht und mir mitteilt, er halte Joe Sepp\nBacharach für einen Komponisten, der nach\nIllustration schreie. Leider habe ich die an-\nderen Maler schmerzlich vermißt. Außer\nden erwähnten Botschoni und Kokoschki\nwar keiner persönlich erschienen. Und doch\nist die Persönlichkeit alles. Im Mittelalter\ngabs sowas bekanntlich noch nicht. Erst seit\nMatthäus Grünbaum gibt es Persönlichkeiten,\naber dann nicht zu knapp. Ein solches Zu-\nrückschrauben ins Mittelalter kann als Will-\nkür erscheinen, Aber indem das Vorwort\nzum Katalog die Parallele zwischen politi-\nscher und künstlerischer Revolution zieht,\nweist sie eine Erklärung auf. Vor der Revo-\nlution war ich eine Persönlichkeit, heute bin\nich für die Uechtgruppe nichts als ein Kreuz,\nDie junge Schar hat große Opfer zu bringen\nund gehört zu den Märtyrern ihres Prinzips,\ndas leider am Neckar und am Rheine juvi-\njuvi-vallera und in Berlin du Feine juvi-juvi-\nvallera geschäftliches Prinzip geworden ist.\nHier Echtes von der Mache zu unterschei-\nden, wird mir nie gelingen,\"\nKorrektur mit dem Zeitungsausschnitt ver-\nglichen\n\nRudolf Blümner\n\nMarter storren Entsargen\nüberweltet Es\nKurt Liebmunn\n\nI\nDir Dir\nDu\nSchrei\nTränen schreien\nTränen\nSchrei klangflirrt pfeilsteil\nDu\nglutglasklirrt kuppelzerlacht\nzerhackt schwirrt\nsirrt\nzirpt zirpt\nblutet Wo,\nSchlammschleime krösen Augen Rinsel"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "136", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.8", "texte": "hyäneu\nschlitzcn schiefen\nhechzen Hetze\nSpringe kristailt\nschuppenklirr Hecht Kessel schlappenden\nSchlamms,\nDir! Dich!\nHörner zersicheln mich\nGlasflügel messern Zerschneiden\nPurrrr\nKnurre Knöchel gemergelt klappern Tänze\nKnochenschleier\nbären Pfeile Rasselschlangen\nWimmel Insekten zerstechen\nSinken\n«.«• ■\nQualm\nBlutzuckende Treppe Hals fackeln Mond-\nrippen\nKandelaber\nGlocken winden wehen Jammer\nklappt ab Schädel\nSärge reiten Elefanten plumpklotz\nRiß\nKuppel durchsäult\nLetzttiefen\nHeulgeschwüre saugen Zappelwirren\nBeine Köpfe Fetzen\nStürzen »\nPlatten stähle schädelgenagelt steigen Er-\ndrücken\nFressen klappen Eiter-Lohe\nhohe drohe Spensterhände\nOhl!\nPressen in Schwülrot-Wölbung samtheiß-\nbettenden Leibs\nblecken Ketten\nKlemmen packen Zwicken\nPicken Zwacken\nscheren\nmeeren wimmelnd Irrsinnskreise blasend\nAsseln\nVor!!\nRudre Lunge benachtet\nBluttromben trompeten\nüberspeien\nHirn durchschreit\nhänge Allall\nSeuchen\npustelbeperit Plustern\nPlatzen Rosen\nErsticken\nRosen würgen funkeln Kehle\ndornen Augen\nRosenkJangsmg\nEisgebirge blaugrell riesen\nzacken dicken\nKlotzerücken festen gletschen\nröten Schluchten schluften\nadlern\nin die Wüstwehnächte,\nEise ure Schuhus gaufen\nGeifern Krächzen\nKäuzen\nKnarzen Tritte\nToben Brüllen\nMeine Augen splittern zerfroren\nSchnee qualmt Ballen\nspeichelt Rippen\nFratzen\nBläken\nBlecken Klippen\nHin hin!\nm\nGlastgluteismeer orkant\nWo Ich Du\nFrost schnellt tückend zückend Dolche\nMolche\nzerren in Schlünde\nzünden gierquietsch Basilisken\nmorden stückeln\nLawinen\nStaub Staub\nTiefen\nKristallzacke schnappt\nHängen\nzerreißen\nAuf!\nOh!\nGipfel\nschweige schwinge Tannen\nBlitze ketten\nmaien Geigen\nKörperweiße\nDu\nHöhlen vor!\nSprung\nSchlucken\nGiften schillern\nWeiber mänaden\npilzen Schwämme in die Poren\naftern Lüge\nab!\nSchacht Schacht Schacht\nHischen Haschen\nHuschen Ruschen\nHelleil!\nzurück I!"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.9", "texte": "Johannes Molzahn: Vierfarbiger Steindruck"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.10", "texte": "Können nicht\nNichten\nBlutsee peitscht hunnenrot\nüber Wellen spritzen Fleische\nWirbel\nSiedmiich zirrt aus schlämmen Brüsten\nFäuste\nSchrauben vor\nTeller heißflirrflatternd\nSchieben vor\nvor\nEssen Würgen\nspeien Ekel\nKot\nSchlag Hammer\nSporen bohren\nzertrampeln\nStürzen\nKiesgrund klafft\nKläffen Gründe\nUeber-Ende\nSchösse zeiten\nGeburt\nMensch an\nan Mensch\nVorbei\nSpringen\nIch schwimme nadelgepeitscht\nGlühewigwüsteweltmeer\nZerfleischen Menschen\nMörser Feuer\nHaßpyramiden\nKeulen Zerbersten\nAale fetten\nEitert Brand Himmel zerschwefeln\nMenschen säulen salzen starren\nTod\nErstarren\nZurück\ngittern Schlangen Zickzack\nkreuzen\nteleskopen Augen\nZerspießen\nPyramide schluckt ein\nNacht\nFroschfrost zermessert mich\nLichte Lichte!!\nSandsonnen!!\nBlenden\nIch will!!\nUmsteinert\nSärge kriechen alpen\nAtem! Atem!!\nAugen grünen Schielen\nkrokodilen\nschnuppern Schnauzen\nschneeen\nWeib stemmt Thron\nStemmen\nSchösse klunkern\nAus Saugnabel darmt röhre Fontäne ge-\nschwärt\numklettert von Fleischklumpen\ngrell\nBocksköpfen\nGefesselt!\nIch\nZwingen zwängt Küssen\nReißt Mund Wirbel\nMuß! Muß!\nSchlucke Sudstrom\nZerplatzen\nzerquadern\nNacht\nMaria!!!\nII\nWimmelworren wirrt ahnen Schrei\nMäuler sperren\nWas da!\nWas\nWas\nTatzen\nSonneschnäbel rotspritz atzen jauchze\nOeffnung\nFlattern Stauben\nKalk\nBlaukaskaden tollen ure Quadern\nAuf Blutleitern sirren spinnen glase Stimmen\nLichtwichte wippen zücken brillanten\nklettern flimmern\nhinab hinab\nDunkeluhus fauchen Abgrund\nSchnäbeln\nmächteohne\nWetzen Sicheln\nWinde gebirgen\nsaust durch Luftschiff gepurpurt\nPaue gängeln\nhasten Schatten tasten mondesglaste\nRappen trappen\nGerippe klappen schwarze Rüstung\nFahnen schwarze Schwallen qualmen\nLanze sternt Särge\nPosaunen\nEmpor\nKapellen"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.11", "texte": "Schnellen Wellen\nhellen blinde sternstaubfrage Letzt-All-\nKrüppel\nBrücken silbern\nKrampf\nMesserkatzen krallen herab\nkichern Grelle\nspringen Rotsarg\nMich I\nReißen fuchsgierst\nZerfitzen Herz\nwerfen Rumpf hoch\nhoch\nlachengekugelt\nBeine ab\nab Arme\nBlutsarg strömt\nIch zerbeiße Glutplatten\nSchädelhammer frißt\nSinke matte\nDa!\nBlutglut glast stähle Scheibe\nSichten\nBlick\nWo bist Du\nWölbe heule halle Fernen\nWeiten\nLarven krätzen steige Wände\nkantend ,\nGiftegel sintern herab\nseilen Sarg •\nWir fliegen\nwürmergetragen-\numflügelt\n■\nwachsen Pratzen gehäutet\nreihern Wolkenwälder\nTürme pilzen durchätzen walle Wogen-\nSchleier\nhalsen Häuser\nschlanken\n. knabenmarmorstengelnd\nSchorne schlangen\nMurren Schreie plattern siede Tropfen\nNicht weiter!\nKatarakte garben\nGeschwür Stadt scharlacht\ngolden Dolden\nigeln Trichter Spieße Lichter\nZugkatze schnappt Sarg\nMein Kopf zerfunkt\nWir spritzen flitzen Blitz kläffe Dächer\neisenkaskaden gallengrille Mädchenbäuche\nrasseln Treppen\nKrüzen\nzerritzen\nflammenrädern Kanäle Keller\nscheuchen Seuchen\nAbgrundschatten wachsen Wähnen\nkralle Augen topasen\nPacken\n/\nChinesenzähne\nGeifer\nWir kugeln Absinth\nGrün krichzt\nschleift Johlen\nSpannen\nZitzen Haie grauen Gieren\nschwappe Schenkel stechen\nhuren Gähnen\nbeißen Gurgeln\nTrümmer zerfressen\nstinke Schluchten dirnen\nklaffen Schöße\nSchwären\nTrommeln dumpfen\nIch starre\nSarg\nBäumen\nSchweben\nKippen\nKloake fletscht\nflattert Maria\nFallen\nSchlingen mich\nHalten dich\nTragen uns\nBetten\nWir sterben Leben\nUns.\nIII\nKörper astralen\nZerschleifen\nfanalen Arme\nDurchstoßen\nUnsere Leiber basalten Knorr-Quorren\nHärten\nAffen renken aus Brustschlucht\ngehetzt\nFlucht\nBrüste amethysten\nWir lichten\nentwerden !f\nGleiße Hand dem stichflammt\nEntriegeln!\nich taube"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.12", "texte": "Aureolen Bogen\nRäder Schwung\nhimmelhinabhoch\nKelchen\nHalte Dich!\nVor!!\nSternfackel schwingt Faust\nIch\nschlangen deine Arme mich Hals\nRücken geschenkelt\nStoßen vor\nvor\nvor\nstoßen\nfassen Seil\nschleift Dom\nhindurch\nMarter disteln\nStacheln\n\\\nKolossen\nSternfackel zerlacht\nhoch\nSchatten götzen\nKöpfe unsre zernageln nachhetze Brut\nAbsturz\nHalten\nProssein hoch\ngeschnellt\nüber Seil\numduften Blüten\nbesprießt\nQuellen reinen lusten Tale\nBaden\nEnt werden!!\nSteigen\nWir steigen\nAllall kippt\nSausen Bluthagel\nRiß Beben £\nZerbrennen Berge\nFäden menschen\nMenschen faden\nGeiferfaden\nBlutgerinsel\nabwärts hinab\nBricht durch Karmesin\nChöre\nSchimmel unter uns\nwir werden getragen\nspringt Tabernakel\nkreist Zittern\nflankt flackt\nbäumt\nKnirschen\nFlocken\nHält\nerzt!\nZungen milliarden meinem Munde\nSpregen Planeten Staub\nErde wüstet\nBrand\nStürzen zähe Klebe-Präge\nMänner schlingen Weiber\nVerschlingen\nKrämpfen\nEngeln\nMenschen engein\nhimmeln\nMenschen lichten\nLichten lichten\nLicht\nEs werde Licht!!!\nEntweihen\nEntbrunsten\nEntmenschen\nUeber Ueber\nGolden\nsteigen Silber\nEntschamen\nWir\nsamt\nbärt Lichten\nHirnkreise seelen\nPanzen\nPanzen\nblauen Flöten\nLabyrinthe splittern\nAzur\nLächeln\nFirne Reine\nAtmen\nLichten\nLichten\nAll-Licht\nES\n\nJüngling\n\nWarmbrust glühen\nZerbersten\nVerreisseti\nVersehnen\nVerglühen"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "141", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.13", "texte": "verschmelzen\nverklagen\nzermatten\nzerbarmen\nzerwühlen\nDas Ich.\n\nWilly Knobloch\n\nSpecies expressivae\nCollofino in Köln zur Freude\nRudolf Blümner\nIch kann Herrn Paul Westheim nicht vor-\nwerfen, daß er im Kunstblatt für den „Ex-\npressionismus\" geschrieben oder abgebildet\nhat. So einer wie Paul Westheim stellt die\nKunst über das Wort. Der Ruhm eines Ex-\npressionisten ist durch ein bißchen Chagall\nund Klee leicht erworben. Es kommt nur\ndarauf an, das Wort Expressionismus zu ver-\nmeiden. Das ist so etwas wie eine reser-\nvatio mentalis, die einem erlaubt, mit\nKunstersatz das Hauptgeschäft zu machen.\nOft schien Herr Westheim anzubeten, was\ner bespuckt hatte, weil der Feuerlose es\nnicht verbrennen konnte. Und er tat, als\nob er nie gespuckt hätte. Aber seine Zunge\nlallte, wovon sein Herz nicht voll war. Er\nhaßte weiter und der Speichel, den er gegen\nden „Expressionismus\" ansammelte, drohte\nihn zu ersticken. Nun ist er ihn durch einen\nlos geworden, der sich auch vor Hochmut\nbläht, weil er glaubt, über den Worten zu\nstehen. Im Novemberheft des Kunstblattes\nläßt sich Herr Westheim durch Herrn Kahn-\nweiler operieren:\n„Der Begriff „Expressionismus\" ist der\nfranzösischen bildenden Kunst ganz fremd.\nEr ist deutsch. Was aber beileibe kein Lob\nsein soll.\"\nHerr Kahnweiler, der sich lieber Daniel\nHenry nennt, um nicht für einen Deutschen\ngehalten zu werden, bezeichnet diesen Satz\nals „Wahrheit\". Wahrheit aber ist, daß\n„Expressionismus\" kein „Begriff\", sondern\nein Wort ist und daß der Begriff dieses Wor-\ntes der französischen bildenden Kunst be-\nkannter ist als Herrn Kahnweiler. Und für\nden Begriff, den Herr Kahnweiler nicht\nkennt, ist es gleichgültig, wie das Wort ent-\nstanden ist. Selbst Mißverständnis und Un-\nsinn könnten an der Wahrheit des „Begriffs\"\nnichts ändern. Und wenn Herr Kahnweiler\nes nicht begreift, ich werde ihm beweisen:\nNicht „beileibe\", aber bei Seele ist es ein\nLob, daß wir in Deutschland das Wort Ex-\npressionismus angenommen haben, weil wir\nes begreifen.\nLind nun hören Sie, Herr Kahnweiler, was\nder Heilige Thomas von Aquino vor\nsiebenhundert Jahren schon begriffen hatte:\nDer Heilige Thomas unterscheidet dreierlei\nErkenntnisse: Gott als die oberste essentia\nhat unmittelbar das Wissen von allen Essen-\ntien. Die Engel und die vom Körper befrei-\nten Seelen haben die unmittelbare intuitio\nder gegenwärtigen Dinge oder doch das Wis-\nsen der entfernten durch species ex-\npressivae. Die Seelen im Zustande der\nSünde wissen nur, was ihnen durch spe-\ncies impressivae zuteil geworden ist.\n„Die Ausdrücke species impressiva und ex-\npressiva kommen aus einer uns nicht mehr\nfaßbaren Psychologie her (sagt Fritz Mauth-\nner in seinem Wörterbuch der Philosophie),\nX * w\nwelche die Species als Bildchen auffaßt, die\nsich zuerst den Sinnen eindrücken und\nnachher in den Vorstellungen der Seele\nausdrücken.\" Das ist unheimlich, nicht\nwahr, Herr Kahnweiler? Und nun haben Sie\ndie Wahl, Herr Kahnweiler, sich und Ihre\nganze Sippe für Engel und vom Körper Be-\nfreite oder für Seelen im Zustande der Sünde\nzu halten. Aber freilich, daß Sie und alle\nKahnweilers und Westheims auf ewig ver-\ndammt sind, nur species impressivae zu\nsehen, das wußte ich auch ohne den Heiligen\nThomas von Aquino\n\nInhalt\nHerwarth Waldens Vorsicht Zeugen!\nHerwarth Waldens Nachsicht! Zeugen!\nHerwarth Waiden; Der Denker\nRudolf Blümner:\nKurt Liebmanns Marter storren Entsargen\nüberweitet Es\nWilly Knoblochs Jüngling\nRudolf Blümners Species expressivae\nArnold Topps Zwei Holzschnitte / Vom Stock\ngedruckt\nJohannes Molzahns Vierfarbiger Steindruck\nDezember 1919"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.14", "texte": "Verlag Der Sturm\nBerlin W 9 Potsdarner Straße 134 a\nFernruf Amt Liitzow 4443\nMonatsschrift Der Sturm\nErschelfit am zehnteti jedes Monats\nJecies Heft enthalt rnindestens eine mehrfarbige Kunst-\nbeilage / Holzschnitte (stets vom Stock gedruckt) und\nZeichnungen\nDauerbezug I Em Jahr 15 Mark / Ein Halbjahr\n8 Mark / Einzelheft 2 Mark\n\nMonatsschrift Der Sturm /\n1. Jahrgang\n2. Jahrgang\n3. Jahrgang\n4. Jahrgang\n5. Jahrgang\n6. Jahrgang\n7. Jahrgang\n8. Jahrgang\n9. Jahrgang\nEinzelhefte,\nJahrgang je\nJahrgange 1\nGewohnliche\nAusgabe:\n30 Mark\n30 Mark\n30 Mark\n1910/11\n1911/12\n1912/13\n1913/14\n1914/15\n1915/16\n1916/17\n1917/18\n1918/19\nsoweit v.orhanden, erster\n1 Mark fiinfzig Pfennig\n20 Mark\n20 Mark\n20 Mark\n30 Mark\n30 Mark\nSonder-\nausgabe:\nvergriffcn\n40 Mark\n30 Mark\n30 Mark\n30 Mark\n40 Mark\n40 Mark\nbis neunter\n\nBiicher aus dem Verlag Der Sturm\nPeter Baum\nSchiitzengrabenverse\nGebunden 5 Mark\nFranz Richard Behrens\nBlutbliite / Gedichte\nGeheftet 4 Mark / Gebunden 5 Mark\nHermann Essig\nDer Frauenmut / Lustspiel\nOberteufel / Tragodie\nIhr stilles Giuck / Drama\nEin Taubenschlag / Lustspiel\nNapoleons Aufstieg / Tragodie\nDer Wetterfrosch / Erzahlung\nJedes Buch 3 Mark / Gebunden 5 Mark\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte\n4 Mark\nAdolf Knoblauch\nDie schwarze Fahne / Eine Dichtung\n3 Mark\nK r ei s de s Anfa n g s / Friihe Gedichte\n5 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nErnst Marcus\nDas Problem der exzentrischen Emp-\nfindung und seine Losung\n5 Mark / Zweite Auflage\nDas Erkenntnisproblem\n5 Mark I Zweite Auflage\n\nWllbelm Range\nDas D en k en traumt-, / Qedichte\n3 Mark / Gebunden 5 Mark\nPaul Scheerbari\nGlasarchitektur / In ill Kapiteln\n2 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nLothar Schreyer\nM eer / S eh nt e I Mann / Dramen\n3 Mark\nNac h t\n2 Mark\nAugust Stratum\nD u I Liebesgedichte\n4 Mark / Dritte Auflage\nSturm-Abende / Ausgewahlte Gediclite\n4 Mark /' Gebunden 12 Mark\nMax Verworn\nKeltische Kunst / Mlt Abbildungeu\n3 Mark\nfierwarth Waiden\nEinb 1 i c kin Kunst\nMit 64 Abbildungen nach Gernalden der Sturm-Ktinstlev\n5 Mark\nGesam me 11 e Schriften: Band 1\nKunstmaler und Kunstkritiker\n3 Mark\nDas Buch der Menschenlie.be\n4 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nDie Harte der Weltenliebe / Roman\n4 Mark / Gebunden 6 Mark 50 Pfennig\nSonderausgabe (Auflage 10) 50 Mark\nWeib I Komitragodie\n4 Mark / Sonderausgabe 50 A^ark\nErste Liebe / Ein Spiel mil dem Leben\nDie Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\n5 i\\ n d e / Ein Spiei an der Liebe\nLetzte Liebe / Komitragodie\nG 1 a u be / Komitragodie\nJedes Buch 2 Mark\nKind I Trag6die\nTr ie b / Eine biirgerliche Komitragodie\nMenschen / Tragodie\nJedes Buch 3 Mark\nSturm-Biicher\nAugust Stratum\nSan eta Susanna\nDie Unfruchtbaren\nAage von Kohl\nDie Hange matte des R iug e\nPeter Baum\nKyl a n d\nLothar Schreyer\nJung 112 r a u\nJedes Sturmbuch 1 Mark 50 Pfennig"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.15", "texte": "Leitung der Sturmschule für Holland:\nJacoba van Heemskerck / Den Haag\nAnmeldungen durch den Sturm / Berlin W 9\n\nMusik\nHerwarth Walden\nGesammeltc Tonwcrkc\nDann / Vergeltung / Verdammnis\nDichtungen von Else Lasker-Schiiler\nFur Gesang und Klavier / Je 2 Mark\nBruder Liederlich / Werk 5l\nFur Gesang und Klavier / 2 Mark\nEntbietung / Werk 92\nDichtung von Richard Dehmel\nFiir Gesang und Klavier / 2 Mark\nZehn Dafnislieder / Werk 11\nZu Gedichten von Arno Holz\nFiir Gesang und Klavier / 3 Mark\nDie Judentochtcr / Werk11171 / 1 Mark 50 Pfennig\nAn Schwager Kronos / Werk 172\nFiir Gesang und Klavier / 3 Mark\nSchwertertanz / Werk 18\nFiir KlaVier / 4 Mark\nDer Sturm / Heeresmarsch / Werk 21\nFiir Klavier / 1 Mark\nTanz der Tone / Werk 23\nFur Klavier / 3 Mark\n\nHanddrucke\nOskar Kokoschka: Pla k a t fur die Zeitschrift\nDer Sturm / Originallithographie\nAbzug 30 Mark\n\nSturm-Kaften\nJede Karte 40 Pfennig\nNach Gemalden, Zeichnungen und Bildwerken\nfolgender Kiinstler:\nAlexander Archipenko 3\nRudolf Bauer 4\nVincenc Benes 1\nUmberto Boccioni 2\nGampendonk 2\nMarc Chagall 5\nRobert Delaunay 1\nLyonel Feininger 1\nAlbert Gleizes 2\nAugust Macke 1\nFranz Marc 1\nCarl Mense 1\nJean Metzinger 1\nJohannes Molzahn 2\nGeorg Muche 1\nGabriele Miinter 1\nNegerplastik 1\nGeorg Schrimpf 1\nJacoba van Heemskerck 3 Kurt Schwitters 1\nHjerten-Grunewald 1\nAlexei von Jawlensky 2\nKandinsky 2\nPaul Klee 1\nOskar Kokoschka 2\nOtakar Kubin 1\nFernand Leger 2\nGino Severinl 2\nArnold Topp 1\nMaria Uhden 1\nNell Walden 1\nWilliam Wauer 5\nMarianne von Werefkin 1\n\nSturm-Ausstellungskataloge\nMit Abbildungen\nAlexander Archipenko Kandinsky\nMarc Chagall Molzahn\nGino Severini Skupina\nJe 60 Pfennig\nFranz Marc / 1 Mark\nErster Deutscher Herbstsalon Der Sturm 1918\nMit 50 Abildungen in Kupfertiefdruck\n2 Mark\n\nKunstdrucke aus dem Verlag Dcr Sturm\nAuf Japan- und Buttenpapier\nJeder Kunstdruck 5 Mark\nRudolf Bauer\nSchwarz-Weiss-Komposition 14\nUmberto Boccioni: Abschied / Die Abfahrenden\nDie Zuriickbleibenden\nCampcndonk: Zeichnung\nMarc Chagall: Interieur / Der Jucle / Der Geigen-\nspieler/ Die Schwangere/\nRobert Delaunay: Der Turin 4\nLyonel Feininger: Klein Schmidthausen\nMark Wippach II\nJacoba van Heemskerck: Baum / Landschaft\nKsndinsky: Zwei Zeichnungen\nPaul Klee: Kriegerischer Stamm\nOskar Kokoschka Menschenkopfe: 1 Adolf\nLoos / 2 Herwarth Walden / 3 Karl Kraus\n4 Richard Dehmel/5 Paul Scheerbart/6¥vetteGuilbert\nOskar Kokoschka: Tierbilder\nFernand Leger: Akt\nFranz Marc: Katzen\nJohannes Molzahn: Zeichnung\nGino Severini: Tango argentino\nWilliam Wauert Sehnsucht / Tanz\n\nSturm-Kunstler / Lichtbi\nJede Karte 40 Pfennig\nI. August Stramm\n11. Herwarth Walden\n111. van Heemskerck\nIV. Kandinsky\nV. Rudolf Blumner\nVI. Campendonk\nVII. Peter Baum\nVIII. Albert Gleizes\nIX. Oskar Kokoschka\nX. Alexander Archipen\nXI. Paul Klee\nXII. Gabriele Munter\nXIII. Rudolf Bauer\nXIV. Nell Walden\nXV. Mynona\nXVI. Molzahn\nXVII. Kurt Heynicke\nXVIII. William Wauer\nXIX. Lothar Schreyer\nko XX. Georg Muche\n\nSturmschule\nLeitung: Herwarth Walden\nVicrtcs Jahr\nBerlin / Potsdamer Strasse 134 a\nUnterricht und Ausbildung in der expressionistischen\nKunst\nBtihne / Schauspielerci / Vortragskunst / Malerei\nDichtung / Musik\nLehrer der Sturmschule\nRudolf Bauer / Rudolf Blumner / Campendonk\nJacoba van Heemskerck / Paul Klee / Georg Muche\nLothar Sehreyer / Arnold Topp / Herwarth Walden\nWilliam Wauer\nSprechstunden der Leitung: Dienstag, Mittwoch,\nFreitag, Sonnabend 4—5 / Das Sekretariat ist\ntaglich von 10—6 geoffnet"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19191210-01.1.16", "texte": "Anzeigen werden nicht aufgenommen\nVerantwortlich für die Schriftleitung:\nLothar Schreyer\nVerantwortlich für den gesamten Inhalt und Verlag\nF. Harnisch / Berlin W 35\nDruck: Druckerei für Bibliophilen / Berlin SW 68\n\nDer Sturm\nStancUge Aussteliungen\nBerlin / Potsdamer Strasse 134 a\nGeoffnet taglich von 10-6 Uhr / Sonntags 11-2 Uhr\nTageskarte 1 Mark 50 Pfennig\nMonatlicher Wechsel\nZweiundachtzigste Ausstellung\nJanuar 1920\nOskar Schlemmer\nWilli Baumeister\nWalter Dexel\nDreiundachtzigste Ausstellung\nFebruar 1920\nGesamtsch&u\nEroffnung: Sonntag, den 1. Februar 1920\n\nDcr Sturm\nverftigt über Werke folgender Kiinster (Gemalde\nGraphik / Holzschnitte / Handdrucke) zum Verkauf\nund fur Ausstcllungen:\nGosta Adrian - Nilsson / Alexander Archipenko\nRudolf Bauer / Willi Baumeister / Fritz Baumann\nVincenc Benes / Umberto Boccioni I Campendonk\nCarlo D.Carra / Marc Chagall / Max Ernst / Emil Filla\nOskar Fischer / Albert GJeizes/ Otto Gutfreund / Hugo\nHMndel / Jacoba van Heemskerck / Sigrid Hjerten-\nGrtinewald/Isaac Grtinewald / Johannes Itten / Alexei\nvon Jawlensky / Kandinsky / Paul Klee / Oskar\nKokoschka / Otakar Kubin / Fernand\nFranz Marc y Georg Muche / Gabriele Miinter\nJean Metzinger / Johannes Molzahn / Francis Picabia\nKurt Schwitters / Oskar Schlemmer / Gino Severini\nFritz Stuckenberg/ Arnold Topp I MariaUhden/Nell\nWalden / William Wauer / Marianne von Weyefkin\n\nAbende\nIn der Kunstausstellung Der Sturm / Berlin\nJeden Mittwoch s/i8 Uhr -\nVortragendcr Rudolf Bltimner\nKarten zu 6, 5, 4, 3, 1,50 Mark im Vorverkauf und\nan der Abendkasse\n\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm\nsind signierte und nummerierte Handdrucke, von\nden meisten Zeichnungen Kunstdrucke kauflich\nzu erwerben. Die Originale sind verkauflich.\nAusfuhrliche Verzeichnisse des Verlags Der Sturm\nkostenlos.\n\nKunstbuchhandlung Der Sturm\nPotsdamer Strasse 138 a\nFernruf Liitzow 4443\nhat gute und seltene Bucher und Noten vorratig\nund nimmt Bestellungen entgegen\n\nNeuanzeigen Der Sturm\nSoeben erschienen\nErnst Marcus ; Das Erkenntnisproblem / Wie man\nmit der Radiernadel philosophiert\n5 Mark\nF a r b i g c Kunstdrucke\nPaul Klee\nSpiel der Krafte einer Landschaft\n7 Mark 50 Pfennige\nMarc Chagall\nKleinstadt\n50 Pfennige\nKandinsky: Aquarell 6\n7 Mark 50 Pfennige\nAngut Stramm: Tropfblut / Gedichte\nGebunden 15 Mark\nAugust Stramm : Gesammelte Dichtungcn\nI. und 11. Band erschienen\nJeder Band 12 Mark\nHcrwarth Walden; Die ncuc Malerei / Einfuhrung\nin den Expressionismus I Mit 16 Abbildungen\n4 / Zweite Auflage\nExpressionismus / Die Kunstwende\nHerausgegeben von Herwarth Walden\nMit 140 Abbildungen and 4 Originalgraphiken\n25 Mark / gebunden 35 Mark\nDie Sturm-Buhne\nJahrbuch des Theaters der Expressionisten\nJede Folge 75 Pfennige\nJahrbuch 6 Mark\nAchte Folge erschienen\ner\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nJe 5 Mark\nI. Marc Chagall\n11. Alexander Archisenko\n111. Paul Klee\n\nAuslieferung und Verkauf der Werke dcs Verlag\nDer Sturm im Ausland\nKopcnhagen: Buchhandlung Hassing / Politiken\nHus / Raadhuspladsen"}]}