{"numero_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_sha256": "6fd8b3895e5c16b0b1ecc60b3c778f8c876f79f9bae16dafee15bf8cde911436", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1920/06/05_01/bmtnabg_1920-06-05_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1920/06/05_01/bmtnabg_1920-06-05_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c001", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.1", "titre_corps": "Albert Gleizes: Zeichnung", "titre_sommaire": "Albert Gleizes: Zeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.1", "debut_caractere": 86, "fin_caractere_exclue": 111, "texte": "Albert Gleizes: Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c002", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "34", "page_fin": "35", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.2", "titre_corps": "Künstliche Psychiatrie : Mit einem Kunstbelag", "titre_sommaire": "Künstliche Psychiatrie : Mit einem Kunstbelag", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "34", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3150, "texte": "Künstliche Psychiatrie\nMit einem Kunstbelag\n\nHerr Minden. Herr Martin Minden. Wer\nist Herr Martin Minden? Herr Martin Min-\nden ist der Nachfolger des Herrn Paul\nWestheim in Beclams Universum. Nach-\ndem Herr Westheim Chagall 1912 als idi-\notischen Kitscher entlarvt hat, bleibt es\nHerrn Minden 1920 vergönnt, Chagall zum\nkitschigen Idioten zu machen. Herr Minden\nist nämlich a. Künstler und b. Psychiater.\nSchreibt er. Er ist also ohne Zweifel be-\nrufen, die Schrift'\nleitung der neuen\nexpressionis-\ntischenZeitschrift\nzu übernehmen,\ndie wahrschein-\nlich demnächst\nim Verlag\nS. Fischer als\nKonkurrenz-\nunternehmen\ngegen das Pots-\ndamer Kunstblatt\ndes Herrn West-\nheim erscheinen\nwird. Berlin muss\ndoch endlich\nauch einmal eine\nexpressionis-\ntische Zeitschrift\nhaben. Herr\nMinden Martin\näussert sich zu-\nnächst begeistert\nüber Goethe, Ihr wisst doch, Goethe, und dann\nüber die breiten Schichten unseres Volkes:\n„Sie sehen in den neuen Bichtungen der\nKunst nichts weiter als Wirrwarr ohne\njeden Gefühlswert und bezeichnen sie da-\nher hinsichtlich des Vorstellungsinhalts als\nUnsinn. Die vernünftige Auseinandersetzung\nmit der Umgebung hat nun freilich be-\nstimmte Voraussetzungen.\" Diese vernünf-\ntige Auseinandersetzung „hinsichtlich\" des\nWirrwarrs führt Herrn Künstler Minden\nzur Psychiatrie. Das ist durchaus logisch.\nDie Psychiatrie gibt nämlich Vorstellungs-\ninhalte, während der Wirrwarr des Herrn\nMinden trotz Goethen Unsinn ist. Herr\nMinden fühlt sich nur in dem Universum\nzu Hause, das bei Beclam erscheint. Im\nÜbrigen scheint Herrn Minden ein Gedanke\naus der Psychiatrie erwägungswert: „Es ist\neine unumstössliche Tatsache, dass alle\nGeisteskrankheiten nicht etwa neue Merk-\nmale des Geisteslebens enthalten, sondern\nnur Steigerungen und Schädigungen normal\nvorhandener Anlagen darstellen. Mit an-\nderen Worten: Es gibt keine scharfe Grenze\n• •\nzwischen gesund und krank. Die Übergänge\nsind fliessend\". Dieser Gedanke ist wirklich\nerwägenswert. Herr Minden ist zweifellos\nkein Übergang, er ist krank. Und zwar\nscheint mir ein Fall von dementia praecox\n(nach Morgen-\nthaler) vorzulie-\ngen. Herr Minden\nselbst zitiert Mor-\ngenthaler: „Da-\nbei bemerkte der\nKranke zu ver-\nschiedenen Malen\nspontan, es kom-\nme ihm selber\nseltsam vor, wie\ndie Übergänge\nvon einer Gestalt\nnicht etwa ver-\nschwommen nc\nbelhaft vor sich\ngehen, sondern\ner auch während\n• •\ndes Überganges\ndie Gestalten\nganz deutlich\nsehe\". Herr Min-\nden sieht zum\nBeispiel in dem\nBild von Marc Chagall: „Ich und das Dorf\nganz deutlich „einen Menschenkopf, einen\nTierkopf, eine Strasse, einen laufenden\nMenschen, Blätter, das Endglied eines Fin-\ngers, Häuser, die zum Teil verkehrt stehen\nu. s. w.\", zu gleicher Zeit sieht er das Bild\nverschwommen, was er bei Chagall Kata-\ntonie nennt. Der Fall Minden scheint mir\npsychiatrisch aber besonders bemerkenswert,\nda er auf dem Bild von Chagall nur einen\nFinger deutlich sieht, während das Bild deut-\nlich vier Finger enthält. Morgenthaler wird\nsich auf Grund dieses fliessenden Falles\nnoch einmal genauer mit der dementia\npraecox befassen müssen. Als Material würde\nich ihm noch eine Zeichnung aus demsel-\nben Heft von Beclams Universum emp-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "35", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2484, "texte": "fehlen, einer Zeitschrift, die zwar nicht\nüber die Psychiatrie, aber über den Ver-\ndacht der Geisteskrankheit erhaben ist. Ich\nberufe mich hierfür auf Mohr, gleichfalls\nnach Herrn Minden, dem „schwachsinnige\nKritiklosigkeit Beweis für Paranoia\" ist.\nHerr Minden erklärt für die gesunden Leser\nParanoia = echte unheilbare Verrücktheit.\nWenn die Zeichnung „Es fiel ein Reif in\nder Frühlingsnacht\" nicht in Reclams Uni-\nversum veröffentlicht gewesen wäre, ich\nhätte sie auf Grund meiner Lektüre der\nPsychiatrie des Herrn Minden für einen\nFall von Katatonie gehalten.\nDie hinteren Gliedmassen der dargestellten\nPersönlichkeiten gehen verschwommen ne-\nbelhaft in einander über und sind trotz-\ndem deutlich als Gestalten zu sehen. Rechts\noben befindet sich ein Vogel, den zwar\nnicht Anna Blume hat, dem aber sichtbar\nein Teil seines Körpers fehlt. Und gar der\nMann hat nur einen halben Kopf. Das lässt\nzweifellos auf Ideenflucht schliessen. Ich zi-\ntiere zum Beweis Morgenthaler nach Minden:\n„Ein Flammen, ein Wallen, ein Flackern,\ndas Zentrum, von dem diese Bewe-\ngung ausgeht ist meist eine Gestalt, zum\nBeispiel ein Pfau oder ein menschlicher\nKopf.\" Es flackert ganz bedenklich ober-\nhalb des Kopfes der Frau. Und der Stuhl\nsieht noch bedenklicher paranoisch aus.\nNach Herrn Minden soll auch die Benen-\nnung der Kunstwerke bei Marc Chagall,\nKandinsky und Rudolf Bauer auf Katatonie\nN\nhindeuten. Kein Titel deckt sich sozusagen\nmit dem Bilde, meint der Herr Minden.\nNun frage ich den unbefangenen gesunden\nLeser, der hier zugleich Seher sein mussr\nwo ist in Reclams Zeichnung der Reif und\nwo die Frühlingsnacht. „Es fiel\" kann\nman sich allenfalls denken, wenn man\nnämlich die sitzende Gestalt als ein Mäd-\nchen auffasst, das demnächst vom Stuhle\nfallen wird. Es würde hingegen wieder\nden Verdacht auf dementia praecox ver-\nstärken, wenn man annehmen wollte, dass\nder Künstler etwas als Tatsache hinstellt,\nwas wohl erst einer näheren Zukunft an-\ngehört. Meine Deutung scheint auch um\nso unwahrscheinlicher, als in einem gesunden\nUniversum niemals ein Mädchen und ein\nMann in einer Frühlingsnacht zusammen\nabgezeichnet werden dürften.\nSo stehen wir voller Zweifel im Universum.\nHerr Minden wird sich noch etwas mehr\nin die Psychiatrie und in die Kunst ver-\ntiefen müssen, um uns zur eindeutigen\nWahrheit zu verhelfen. So lange wird es\nfür Herrn Minden wenigstens unentschieden\nbleiben, ob ein Einfall von Chagall nicht\namüsanter ist als sein Reinfall in die Psv-\nchiatrie.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c003", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "34", "page_fin": "34", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.2.1", "titre_corps": "Is fiel ein Reij in der Früblingsnadjt", "titre_sommaire": "Is fiel ein Reij in der Früblingsnadjt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "34", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.2", "debut_caractere": 3152, "fin_caractere_exclue": 3190, "texte": "Is fiel ein Reij in der Früblingsnadjt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c004", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "35", "page_fin": "37", "image_debut": 3, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.3", "titre_corps": "Erweiterung", "titre_sommaire": "Erweiterung", "signature_source": "Kurt Schwitters", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "35", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.3", "debut_caractere": 2486, "fin_caractere_exclue": 4147, "texte": "Erweiterung\n\nHerr Franz Servaes widmete meiner Ausy\nStellung von Merz-Bildern im Sturm April\n1920 folgende Besprechung:\n„Will man sehen, was in Wahrheit ex-\npressionistische Massenerzeugung zu Wege\nbringt, so fasse man Mut und besuche jenen\nSalon in der Potsdamer Strasse, in dem\nsich wie in einem Konzentrationslager die\nSchar der Gläubigen zusammendrängt. Hier\nwird nicht mehr nach Persönlichkeit und\nBegabung, sondern nur nach der Beligion\ngefragt. Wer den expressionistisch-futuristi-\nschen Katechismus brav auswendig gelernt\nhat und gläubig nachplappert, wird will-\nkommen geheissen, gleichviel ob er Genie\noder Schuster ist. Zur Zeit reisst einer der\närgsten Schuster dort sein Maul auf (den\nNamen erfrage man an Ort und Stelle). Aus\nirgend einem Grunde bezeichnet er seine\nExkremente als Merzbilder. Er scheint\nLumpensammler zu sein und hat, was er\nauf der Strasse aufgelesen hat, wie alte\nDrahtstücke, Kleiderfetzen, Watte oder Werg-\nreste, weggeworfene Knöpfe oder Eisenteller,\nja selbst Strassenbahnfahrscheine und Post-\nvermerke sinnig zusammengetragen und auf\nBieder oder Pappe geklebt, die er dann\nirgendwiemitFarbe angestrichen hat. „Franz\nMüllers Drahtfrühling\", „Porträt einer alten\nDame\", „Tastende Dreiecke\", „Rot-llerz-\nKirche\", und ähnlich werden dann diese\nStuinpfsimpeleien etikettiert und als aller-\nneuste Kunst zu Markte gebracht. „Verrückt-\nheiten\"? 0 nein. Klarbewusster Unfug, der\nleider sowohl „Liebeserklärungen\" wie\n-Käufer findet!\"\nIch lernte Herrn Servaes zufällig kennen\nund habe ihm jetzt folgende Antwort ge-\nschrieben:\nEin Interwju (sprich Ausfragung.) mit\nProfessor Franz Servaes\nIn einer Ausstellung von Kunstwerken zeigte"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "36", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4520, "texte": "mir jemand Herrn Servaes. (Zelluloidkapsel\nmit Messer entfernen!) „Das ist also der\nHerr\", fragte ich, „der mich einen der\närgsten Schuster und meine Merzbilder Ex-\nkremente nennt?\" (Die geniale Erfindung,\nlangersehnter Wunsch der Damen. Franz\nMüllers Korsetterweiterer „Einfalt\". Welt-\nneuheit!) „Jawohl, der Lokalschuster, der\nim Berliner Lokalanzeiger vom 27. 4. sein\nLokalmaul aufreisst (die falschen Zähne er-\nfrage man an Ort und Stelle. Sperrsitz)\nund seine Stumpfsimpeleien mit der Be-\nzeichnung Expressionisienparade etikettiert.\"\n„Hier wird nicht mehr nach Persönlichkeit\nund Begabung, sondern nur nach Beligion\ngefragt\". (Im lokalen Maul nämlich.) Die\nlokalen Zähne (Lokalzähne, Sperrsitz) bilden\neinen gewissen Lokalsperrsitz, nämlich, und\nzwar falsche Zähne, Sperrzähne natürlich,\n(Damen- und Herrenfriseur.) Hier werden\nKünstler frisiert, hier werden Künstler mit\nLokalzahnersatz durchgekaut. (FranzMüllers\nErweiterer „Einfalt\" wiegt nicht mehr als\ndie durch sein Anbringen entbehrlich ge-\nwordenen Fischbeinstangen und ist genau\nso biegsam und schmiegsam.) Ich bitte Sie,\nHerr Servaes, kauen Sie meinen Müll (Mülle)\nrecht gründlich durch, und ich wünsche\nIhnen guten Appetit dabei. (Vorwärts den\nBlick, aufwärts durch Arbeit, einig, was\ndeutsch fühlt.) Ich fasste Mut, zeigte Herrn\nServaes meine Schuhsohlen und stellte mich\nvor mit den Worten: „Ich bin der ärgste\nSchuster, dem Sie jetzt das Maul aufreissen.\"\nDer Herr Professor war gefasst, fasste meine\nSchuhsohlen ins Auge und fasste seine Ge-\nfühle zusammen in den Satz: „Mein Herr,\nSie machen übrigens einen viel sympa-\ntischerenEindruckalslhreßilder.\" (Hautana\nLendenschutz, direkt unter der Haut zu\ntragen.) „Herr Servaes\", sagte ich höflich,\nauch Sie machen einen viel sympatischeren\nEindruck als Ihre Kritiken/' (Zelluloid-\nkapseln mit Messer entfernen!) „Mich inter-\nessiert aber im Augenblickmehr: wie kommen\nSie zu der hellseherischen Fähigkeit, meinen\nBildern anzusehen, dass ich schustern kann?\nSie sehen nämlich garnicht so aus.\" Tat-\nsächlich hätte ich nicht gewusst, dass dieser\nHerr Herr Professor Franz Servaes ist. Ich\nhätte diesem Manne nicht zugetraut, dass\ner hinter die Oberfläche der Dinge zu schauen\nvermöchte. (Jetzt weiss ich, welches Buch\nich meiner heranwachsenden Tochter\nschenken soll.) (Holz bleibt Holz, und nichts\nist gemütlicher als das deutsche Gemüt.) Ich\nbin nämlich tatsächlich Schuster im eigenen\nBetriebe. An dieser Stelle wurde Herr Ser-\nvaes weich und sagte, er wollte gern lernen\nund er benutzte die Gelegenheit, mich um ei-\nnige Aufklärung zu bitten. (Holz bleibt Holz\nund nichts ist gemütlicher, als das deutsche\nGemüt.) Ich bin ein Freund der beweglichen\nFront, (endlich ist es gelungen, den Wunsch\nder Damen zu erfüllen und dieselben von den\nbisher durch das eingeschnürte Korsett ent-\nstandenen Beschwerden und Qualen zu er-\nlösen), aber ich bin mir dessen wohl be-\nwusst, wie komisch die Figur eines Kritikers\nist, der seinen Schuster um Auskunft fragt,\nweil er gern lernen möchte. (Zelluloid-\nkapseln mit Messer entfernen!) Ich führte\ndann mit einigen treffenden Worten Herrn\nServaes in die Kunst ein und empfahl ihm\nzum Schustern Franz Müllers echten Guano-\nkleister, („Bitte belehren Sie mich, wieviel\nmm Materialauftrag das preussische Gesetz-\nbuch erlaubt?\") empfahl ihm Hosenstoff\n(auf Veranlassung von Otto Nebel) zum\nKleben, damit die Löcher nach innenkommen,\nund endete meinen Vortrag mit dem herr-\nlichen Dichterwort: „Der Gott, der schiefe\nSchafe schuf, der kannte keine Künste.\"\nAn dieser Stelle bäumte sich der Gaul, die\nGaul, das Gaul. Da liegt nun der Baum,\ndie Baum, das Baum. Der Baum ist wurzel-\nkrank, ästekrank, blätterkrank. Der Sturm\nhat ihn angeweht, schiefgeweht, umgeweht.\n(Es ist bekannt, dass Damen, um die Figur\nzu verschönen, ein Korsett tragen.) Wie\ntrostlos ist der Anblick eines umgeworfenen\nBaumes, dem der Schlachter die Zweige\nabgebissen hat. (Heut noch trag ich Mädchen-\nschuhe, morgen ruhn sie in der Truhe.)\nHerr Professor Servaes, ich wollte, Sie\nhiessen Bogumil, dann würde ich Mülle\nweinen. (Bei Mahlzeiten, Spaziergängen,\nTanzen, sowie durch Wärme wird das\nKorsett lästig und verursacht den Damen\nunerträgliche Beschwerden.) Jedoch ge-\nstatten Sie mir, dafür zu sorgen, dass die\nFrüchte meiner Anregungen niemals auf\nIhren guten Boden fallen. (Confer Nebel,\ndamit die Löcher nach innen kommen.)\nHolz bleibt Holz, und die Zelluloidkapsel\nist vor dem Gebrauch zu entfernen. (Die\nTrägerin des Korsetts würde sich in diesem\nFalle glücklich schätzen, wean sie unauf-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 535, "texte": "fällig das Korsett 3—4 cm im Umfange, auch\nmehr, erweitern könnte.) Verzeihen Sie mir,\ndass ich ein wenig einfallend geworden bin.\nIch habe nämlich die Augeneinfältigkeit,\ndie Splitter im Auge des anderen aus Prinzip\nstets gern zu sehen, meine eigenen Balken\naber sehe ich niemals. Dadurch unterscheide\nich mir von Sie und mich von Ihnen. Ausser-\ndem wünsche ich Ihnen weiter angenehme\nBettruhe. „ (Diesem Uebelstande ist mit\neinem Schlage durch Franz Müller Korsett-\nerweiterer „Einfalt\" abgeholfen. D. B. G.\nMüller.)\n\nKurt Schwitters"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c005", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "37", "page_fin": "38", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.4", "titre_corps": "Kleine kritische Fabeln", "titre_sommaire": "Kleine kritische Fabeln", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.5", "debut_caractere": 537, "fin_caractere_exclue": 3694, "texte": "Kleine kritische Fabeln\n\nI\nHerbert Jhering gewidmet\nGott zog den Vorhang hoch und zeigte\nzum ersten Male das Pferd. Da rief einer\naus dem Publikum: Wo sind die Federn?\n\nII\nFranz Servaes gewidmet\nIn Arkadien wurden, wie man weiss, die\nMusikstücke nur auf Schalmeien geblasen.\nEiner spannte Saiten über Holzkästchen\nund strich mit einem Bogen über die Sai-\nten, dass sie klangen. Auf diesem Instru-\nment konnte er mehr Töne hervorbringen als\nauf der Schalmei. Aus Spass nannte er\ndas Instrument Violine, gab ein Konzert\nund lud die Kritiker ein. Zufälligerweise\nschrieben alle das Gleiche: Nein — da\ngehen wir nicht mit, und einige fügten hin-\nzu: Violine — ein recht abgeschmacktes\nWort.\n\nIII\nPaul Westheim gewidmet\nEs war einmal ein Kannibale. Er hatte\nschon viele Menschen gefressen. Als er\nmerkte, dass es nicht mehr schick sei,\nMenschen zu fressen, gründete er das Men-\nschenblatt, in dem er auf alle Kannibalen\nschimpfte. Gleichwohl frass er weiter\nMenschen, da er es doch so gewohnt war.\nAls ihn der Menschenfreund darüber zur\nRechenschaft zog, entgegnete der Kannibale:\n1. lasse er sich nicht anrempeln, 2. habe\ner die gefressenen Menschen für Beefsteaks\ngehalten und 3. hätten schon viele\nMenschen aus dem Hinterhalt auf den\nMenschenfreund geschossen.\n\nIV\nEs war einmal ein grosser Ochse. Er hatte\nnoch nie einen Menschen gesehen. Aber\nGott wusste das nicht und beauftragte ihn,\neinen Artikel über die Eröffnung der Grossen\nAffenausstellung zu schreiben. Der Ochse\nging hin und schrieb: Die Menschen hätten\nihm garnicht gefallen.\ngewidmet: — er weiss schon\n\nV\nPaul Westheim gewidmet\nEin Held nahm Abschied von seinem treu-\nsten Freund und zog in den Krieg. Dort\nwurde er von den Feinden erschlagen.\nEin Journalist schrieb: Nun ist er dem\nGeschäftsbetrieb seines treuen Freundes\nentlaufen.\n\nVI\nPaul Westheim gewidmet\nEin Mann pflegte und ernährte einen Hasen.\nDa kam ein andrer Mann des Wegs und\nsetzte dem Hasen eine jährliche Rente aus.\nDafür aber musste ihm der Hase sein Fell\nhingeben. Da sagte der Esel, der zufällig\ndes Weges kam: Das ist nun der Fall Hase.\n\nVII\nMax Osborn gewidmet\nIn einem Rosengarten wuchsen viele präch-\ntige und duftende Rosen. Ein Gelehrter,\nder zufällig in den Garten kam, schrieb in\nsein Notizbuch: „Sie wachsen alle nach\ndem gleichen Gesetz. Es ist nichts als\nDoctrinarismus.\" Später ging der Gelehrte\nabsichtlich in einen Gemüsegarten. In einer\nEcke blühten drei wanderschöne Rosen.\nDa schrieb der Gelehrte: „Die Farben sind\nprächtig, der Duft berauschend. Aber die\nRosen blühen falsch. Es ist ein Irrweg.\"\nAm Ende seiner Tage begab sich der Ge-\nlehrte zu einem grossen Misthaufen, auf\ndem die Häupter des Staates sich gern dem\nVolke zeigten. Mitten auf dem Misthaufen\nspielten Kinder mit einer Rose. Und der\nGelehrte schrieb: „Man sieht eine echte\nRose in prächtiger Farbenglorie.\"\n\nVIII\n\nVor grauen Zeiten, als die Kunst der Ma-\nlerei noch in Blüte stand, gab es bekannt-\nlich keine Malfarben. Die hochkulzibierten\nMaler mussten daher einzelne bunte Teile\nzusammentragen. So verfertigten sie Bilder\naus Hölzchen, Muscheln, Steinen, Metallen,\nKnochen, Haaren und Häuten und vielem\nanderen. Dieses war die berühmte von"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "38", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 398, "texte": "allen Kunsthistorikern noch heute so hoch\ngepriesene Merzmalerei. Neuerdings tritt\neiner mit ganz eigenartigen Bildern an die\nÖffentlichkeit. Er hat entdeckt, dass man\ndie Farben selbst zu einem Bild kompo-\nnieren kann, wenn man sie — wer lacht\nda? — mit Öl anrührt! Und so müssen\nwir es schaudernd erleben, dass diese\nläppische Ölmalerei sogar Nachahmer findet!\n\nMax Osborn gewidmet\nRudolf Blümner"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c006", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "37", "page_fin": "37", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.4.1", "titre_corps": "I", "titre_sommaire": "I", "signature_source": "Herbert Jhering gewidmet", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.5", "debut_caractere": 562, "fin_caractere_exclue": 704, "texte": "I\nHerbert Jhering gewidmet\nGott zog den Vorhang hoch und zeigte\nzum ersten Male das Pferd. Da rief einer\naus dem Publikum: Wo sind die Federn?"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c007", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "37", "page_fin": "37", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.4.2", "titre_corps": "II", "titre_sommaire": "II", "signature_source": "Franz Servaes gewidmet", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.5", "debut_caractere": 706, "fin_caractere_exclue": 1223, "texte": "II\nFranz Servaes gewidmet\nIn Arkadien wurden, wie man weiss, die\nMusikstücke nur auf Schalmeien geblasen.\nEiner spannte Saiten über Holzkästchen\nund strich mit einem Bogen über die Sai-\nten, dass sie klangen. Auf diesem Instru-\nment konnte er mehr Töne hervorbringen als\nauf der Schalmei. Aus Spass nannte er\ndas Instrument Violine, gab ein Konzert\nund lud die Kritiker ein. Zufälligerweise\nschrieben alle das Gleiche: Nein — da\ngehen wir nicht mit, und einige fügten hin-\nzu: Violine — ein recht abgeschmacktes\nWort."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c008", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "37", "page_fin": "37", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.4.3", "titre_corps": "III", "titre_sommaire": "III", "signature_source": "Paul Westheim gewidmet", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.5", "debut_caractere": 1225, "fin_caractere_exclue": 1795, "texte": "III\nPaul Westheim gewidmet\nEs war einmal ein Kannibale. Er hatte\nschon viele Menschen gefressen. Als er\nmerkte, dass es nicht mehr schick sei,\nMenschen zu fressen, gründete er das Men-\nschenblatt, in dem er auf alle Kannibalen\nschimpfte. Gleichwohl frass er weiter\nMenschen, da er es doch so gewohnt war.\nAls ihn der Menschenfreund darüber zur\nRechenschaft zog, entgegnete der Kannibale:\n1. lasse er sich nicht anrempeln, 2. habe\ner die gefressenen Menschen für Beefsteaks\ngehalten und 3. hätten schon viele\nMenschen aus dem Hinterhalt auf den\nMenschenfreund geschossen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c009", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "37", "page_fin": "37", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.4.4", "titre_corps": "IV", "titre_sommaire": "IV", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.5", "debut_caractere": 1797, "fin_caractere_exclue": 2100, "texte": "IV\nEs war einmal ein grosser Ochse. Er hatte\nnoch nie einen Menschen gesehen. Aber\nGott wusste das nicht und beauftragte ihn,\neinen Artikel über die Eröffnung der Grossen\nAffenausstellung zu schreiben. Der Ochse\nging hin und schrieb: Die Menschen hätten\nihm garnicht gefallen.\ngewidmet: — er weiss schon"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c010", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "37", "page_fin": "37", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.4.5", "titre_corps": "V", "titre_sommaire": "V", "signature_source": "Paul Westheim gewidmet", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.5", "debut_caractere": 2102, "fin_caractere_exclue": 2332, "texte": "V\nPaul Westheim gewidmet\nEin Held nahm Abschied von seinem treu-\nsten Freund und zog in den Krieg. Dort\nwurde er von den Feinden erschlagen.\nEin Journalist schrieb: Nun ist er dem\nGeschäftsbetrieb seines treuen Freundes\nentlaufen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c011", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "37", "page_fin": "37", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.4.6", "titre_corps": "VI", "titre_sommaire": "VI", "signature_source": "Paul Westheim gewidmet", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.5", "debut_caractere": 2334, "fin_caractere_exclue": 2606, "texte": "VI\nPaul Westheim gewidmet\nEin Mann pflegte und ernährte einen Hasen.\nDa kam ein andrer Mann des Wegs und\nsetzte dem Hasen eine jährliche Rente aus.\nDafür aber musste ihm der Hase sein Fell\nhingeben. Da sagte der Esel, der zufällig\ndes Weges kam: Das ist nun der Fall Hase."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c012", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "37", "page_fin": "37", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.4.7", "titre_corps": "VII", "titre_sommaire": "VII", "signature_source": "Max Osborn gewidmet", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.5", "debut_caractere": 2608, "fin_caractere_exclue": 3358, "texte": "VII\nMax Osborn gewidmet\nIn einem Rosengarten wuchsen viele präch-\ntige und duftende Rosen. Ein Gelehrter,\nder zufällig in den Garten kam, schrieb in\nsein Notizbuch: „Sie wachsen alle nach\ndem gleichen Gesetz. Es ist nichts als\nDoctrinarismus.\" Später ging der Gelehrte\nabsichtlich in einen Gemüsegarten. In einer\nEcke blühten drei wanderschöne Rosen.\nDa schrieb der Gelehrte: „Die Farben sind\nprächtig, der Duft berauschend. Aber die\nRosen blühen falsch. Es ist ein Irrweg.\"\nAm Ende seiner Tage begab sich der Ge-\nlehrte zu einem grossen Misthaufen, auf\ndem die Häupter des Staates sich gern dem\nVolke zeigten. Mitten auf dem Misthaufen\nspielten Kinder mit einer Rose. Und der\nGelehrte schrieb: „Man sieht eine echte\nRose in prächtiger Farbenglorie.\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c013", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "37", "page_fin": "38", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.4.8", "titre_corps": "VIII", "titre_sommaire": "VIII", "signature_source": "Max Osborn gewidmet Rudolf Blümner", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.5", "debut_caractere": 3360, "fin_caractere_exclue": 3694, "texte": "VIII\n\nVor grauen Zeiten, als die Kunst der Ma-\nlerei noch in Blüte stand, gab es bekannt-\nlich keine Malfarben. Die hochkulzibierten\nMaler mussten daher einzelne bunte Teile\nzusammentragen. So verfertigten sie Bilder\naus Hölzchen, Muscheln, Steinen, Metallen,\nKnochen, Haaren und Häuten und vielem\nanderen. Dieses war die berühmte von"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "38", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 398, "texte": "allen Kunsthistorikern noch heute so hoch\ngepriesene Merzmalerei. Neuerdings tritt\neiner mit ganz eigenartigen Bildern an die\nÖffentlichkeit. Er hat entdeckt, dass man\ndie Farben selbst zu einem Bild kompo-\nnieren kann, wenn man sie — wer lacht\nda? — mit Öl anrührt! Und so müssen\nwir es schaudernd erleben, dass diese\nläppische Ölmalerei sogar Nachahmer findet!\n\nMax Osborn gewidmet\nRudolf Blümner"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c014", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "38", "page_fin": "40", "image_debut": 6, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.5", "titre_corps": "Glosse Berliner Dunstausstellung 1920", "titre_sommaire": "Glosse Berliner Dunstausstellung 1920", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "38", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.6", "debut_caractere": 400, "fin_caractere_exclue": 3775, "texte": "Glosse Berliner\nDunstausstellung 1920\n\nGehn Sie linksrum\nLasst uns etwas für Schillern tun. Wer\nsieht es diesen kahlen Wänden an? Durch-\nzogen mit den Lilien von Frankreich Leger\nund Gleizes. Sieh! Was schimmert hier?\nKandinsky? Vom obern Stock ward er\nherabgeworfen. Bild mit weisser Form?\nWaaas? Da stimmt etwas nicht. Sie halten\nweissen Rand für weisse Form? Sie halten\nden Rand? Achso. Der Gärtner hat be-\nstochen werden sollen. Und jeder Tag\nhäuft neue Leiden. Trotz meiner Aufsicht,\nmeinem scharfen Suchen nach Kostbar-\nkeiten, noch geheime Schätze? Jawlensky!\nGeheim geheimst. Wo das gesteckt hat,\nliegt noch mehr. Braque. Dass der Sturm\nder Schlacht mich fasste! Wer kommt?\nHans Brass, Fritz Stuckenberg? Die eben\nsuch ich. Die iiberliefr' ich. Sie wenden\nnur das Herz dem Eiteln zu. Fein sittig\nsollt ihr sein. Hans will ich heissen, wenn ich\nSittig bin. Legts zu dem übrigen November.\nOswald der Herzog? Ich kann nicht bleiben.\nDenn überdrüssig bin ich dieser Sonne.\nDenkt an euern Schöpfer Archipenko. Es\nist genug. Lass ab, mein Sohn. Ihr Deut-\nschen fürchtet Spott, sonst nichts auf dieser\nHalbwelt. Jeder verdient den Expressionis-\nmus, den er hat. Spiessern ist November-\ngruppe Expressionismus genug. Von den\nPlätzen erheben. In den Novemberruf ein-\nstimmen. Expressionismus lebe hoch! Hoch\nleben Hoetger, Schmolling, Golyscheff,\nKlein — Cesar, Dix und Fuchs und Schmid,\nRolf Möller, Mueller, Belling — Rolf, Pux-\nkandl, Prampolini, Peretti, Ottolange. Lobet\nmit Abrahams Samen. Man könnte mich\ndarum bewundern. Legt ihn an Ketten!\nEr ist rasend geworden. Dem Mann kann\ngeholfen werden, schliessen die Räuber.\nMittelgang\n(Ein Vor-Tritt gegen Kunstkritiker)\nRäuber Moor: „Halt, noch ein Wort, eh wir\nweiter gehn. Merket auf, ihr schadenfrohen\nSchergen meines barbarischen Winks. Ich\nhöre von diesem Nun an auf, euer Haupt-\nMann zu sein. Mit Scham und Grauen leg\nich hier diesen blutigen Stab nieder, wo-\nrunter zu freveln ihr euch berechtigt\nwähntet, und mit Werken der Finsternis\ndies himmlische Licht zu besudeln. Gehet\nhin zur Rechten und Linken. Wir wollen\newig niemals gemeine Sache machen.\"\nWas haben die Leute eigentlich gegen\nRäuber — Schillern? Er hatte die Rurschen\nunter dem Strich doch auch auf dem\nSTRICH. Werke der Finsternis und so.\nGehn Sie rechtsrum\nLasst uns etwas für Wagnern tun. Er soll\nnicht sagen, er hätte nicht im Sturm\ngestanden. Hui! Die Segel auf. Johohe!\nFalsche Lieb, falsche Treu. Mein Kind,\nDu siehst mich auf der Schwelle. In Küch\nund Keller! Säumet nicht! Still-Leben\nherauf! Zu deutsch: nature morte. Willst\nDu Dein ganzes junges Leben verträumen\nvor dem Konterfei? Der arme Mann. Ei,\nei! Sagt nichts! Er schiesst sonst, wut-\nentbrannt. Bist Dus, der diesen Schwan\nerlegte? Sag, Knab! Erkennst Du Deine\ngrosse Schuld? Was tat Dir der treue\nSchwan? Lache Bocaccio. Kitsche wie\nSonne schön durch Wolken bricht. Hinaus\nzum Vater will ich fliehn. Lache Boccioni.\nAuf! Streuet Blumenkohl! Weil Ihr in\neine Hirschkuh Euch verliebt? Das wird\nkeine Plastik. Du Lästermaul! Dein Busen,\nach, erwärmt mich nicht. Dies sind die\nhübschen Dinger. Doch dieser Morgen!\nAls ob die blutge Sonne. Der Donner mein\nGehör. Von Feinden alles voll. Und was\nfind ich nun hier? Wenn ich nur meine\nDrolla fänd! Dies alles hab ich nun ge-\nträumt? Rohlfs, Scheiwe, Stern und\nStammen? Lasch, Kukuk, Lewy, Liesegang,\nLeibküchler, Figge, Feuerhahn, Domokos,"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "40", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 435, "texte": "Eschke, Fabian, Trier, Zander, Waal und\nWimmer? Die Bäume schlagen aus. Lasst\nab! Ihr fangt mich nicht. Noch nie sah\nich solch zieres Geschlecht. Man beachte\nWagners Wagemut, schon damals „zieres\"\nzu schreiben, während gegenwärtig diese\nImpressionisten keine Farbe wagen. Schrei-\nten wir zur Damenwahl. Kitsch rechts,\nKitsch links, Schreiten wir zur Wahl.\nKitsch rechts, Kitsch links, wählt Mosse!\nDaha bleibe, wer Lust hat.\nOtto Nebel"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c015", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "42", "page_fin": "42", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.5.1", "titre_corps": "Louis Marcoussis: Zeichnung", "titre_sommaire": "Louis Marcoussis: Zeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "42", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 27, "texte": "Louis Marcoussis: Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c016", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "40", "page_fin": "40", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.6", "titre_corps": "Hannover", "titre_sommaire": "Hannover", "signature_source": "Kurt Schwitters", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "40", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.8", "debut_caractere": 437, "fin_caractere_exclue": 1419, "texte": "Hannover\nKurt Schwitters\nDie Hannoveraner sind die Bewohner einer\nStadt, einer Grosstadt. Hundekrankheiten\nbekommt der Hannoveraner nie. Hanno-\nvers Bathaus gehört den Hannoveranern,\nund das ist doch wohl eine berechtigte\nForderung. Der Unterschied zwischen\nHannover und Anna Blume ist der, dass\nman Anna von hinten und von vorn lesen\nkann. Hannover dagegen am besten nur\nvon vorne. Liest man aber Hannover von\nhinten, so ergibt sich die Zusammenstellung\ndreier Worte: „re von nah\". Das Wort „reh\"\nkann man verschieden übersetzen: „rück*\nwärts\" oder „zurück\". Ich schlage die\nÜbersetzung „rückwärts\" vor. Dann ergibt\nsich also als Übersetzung des Wortes Han-\nnover voi\\ hinten: „Bückwärts von nah\".\nUnd das stimmt insofern, als dann die\nÜbersetzung des Wortes Hannover von vorn\nergeben würde: „Vorwärts nach weit.\" Das\nheisst also: Hannover strebt vorwärts und\nzwar ins Unermessliche. Anna Blume\nhingegen ist von hinten wie von vorne:\nA-N-N-A. (Hunde gefälligst nicht mit-\nbringen)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c017", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "40", "page_fin": "45", "image_debut": 8, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.7", "titre_corps": "Zuginsfeld Otto Nebel", "titre_sommaire": "Zuginsfeld Otto Nebel", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "40", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.8", "debut_caractere": 1421, "fin_caractere_exclue": 1442, "texte": "Zuginsfeld\nOtto Nebel"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "40", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.8", "debut_caractere": 1457, "fin_caractere_exclue": 2747, "texte": "Maschinen oder Schreiber\nSchreibwebel verkehren die Schrift\nSchriftverkehr\nWesenloser, maschineller Betrieb\nUnwesen geht um\nAlles verwest\nVerwesung schreitet fort\nWeiter?\nWeiter ist nichts\nAlle regeln\nNichts ist geregelt\nAlles verriegelt, verrechnet, verbohrt\nBohrer streiken\nHolt den Waffenmeister\nHolt den Zahlmeister\nWaffen sollen zahlen?\nBewaffnete OHNMACHT.\nUnd Verwesung schreitet fort\nZum Bataillon von Schafskopf\nWieder nur Deckname\nDrei Bataillone\nBataillon vom Dickkopf\nVom Querkopf\nDreieinigkeit\nKöpfe wechseln\nDecknamen bleiben\nFalls sie nicht wechseln\nAlles wechselt\nAlles balgt sich\nWechselbälge\nEs ist so Brauch\nEin tiefer Irrsinn in allen Bäuchen\nMan mutz sie ehren?\nMylord von Schafskopf? Herr\nBataillonskommandeur?\nSind sie der Baupenmajor?\nEr ist der Bruder mit den Maden\nInfanterieraupen im Kopf\nMaden um die Waden\nUnd Sterne, die begehrt man. Nicht?\nSterne lassen ihn nicht schlafen\nMaden denn?\nNatürlich\nTote faulen eben\nEr ist ein Bruder vom Kavalleriemajor\nFeine Familie ,\nSogenannte alte Offlziehrfiliale\nZierfiale\nBegabung ist erblich\nBis zu einem gewissen Dienstgrade\nUm die Majorsecke gehen\nFrau Major läfzt ihn nicht schlafen\nSein Stern\nDu mulzt ein Begiment führen. Schwägerin\nführt schon eins\nSo? Hat mein Bruder das Begiment\n. bekommen\nFührst du noch keines?"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "42", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2469, "texte": "Du weifzt, liebes Herz, ich führe mein\nBataillon von Sch.\nBataillon greift an\nEr steigt über Leichen zum Re—ment auf\nZwei Sterne Jassen Frau Oberstleutnant\nnicht schlafen\nUnd so fort\nUnd sofort Ablösung\nKopfstücke wechseln\nDecknamen bleiben\nEin frischer Schafskopf\nGut konserviert\nMajor der Konserve\nEr sammelt alles\nZiegen, Klaviere, Zünder\nAuch andere Tiere werden kauflos in\nKauf genommen\n(mit der Hand drauf treten)\nKuh in Büchsen\nKonserven\nEr ist sehr geschickt darin\nEr hat sehr geschickt davon\nFeldpost\nHeimlich\nEr greift an\nUnheimlich\nUm Konserven zu greifen\nBefehl vom Major: Konserven dürfen\nnicht angegriffen werden\nAngreifer werden bestraft\nHelden faulen rasch\nFolglich wollen sie sich konservieren\nFeinde haben immer bessere Konserven\nSonst würde Michel nicht angreifen\n(Verteidigungskrieg)\nGute Konserven gibt es nicht\nDruff\nAlle Büchsen feuern\nBlechbüchsen feuern an\nSturmgasse öffnen\nBüchsenöffner\nBlaue Bohnen\nIn Stellungen einbrechen\nBrechbohnen\nVerflucht, die haben wir selber. Warum\nhaben wir angegriffen\nDarum\nBefehl vom Major: Beutemachen verboten.\nBeutesachen abgeben\nUrlaub, Herr Major?\nJa. Endlich. Es wird mir so schon\netwas schwer\nAber Herr Major können doch einen Mann\ndie Konserven schleppen lassen\nDie verfluchten Kerle stehlen nur\nEr fährt zu seinen Heimkonserven\nBataillon greift an\nEs fehlen Konserven\nBeserven fehlen\nBeserven fehlen Konserven\nHerr Major der Konserve bekommt\nlängeren Urlaub\nWährend Beserven angreifen\nEin Vertreter kommt\nVon HINTEN\nAlso keine Ahnung\nAlso wieder ein Sammler\nHerr Major soll endlich Kriegserfahrung\nsammeln\nDazu bekommt der Schafskopf ein\nFeldbataillon\nMit Hilfe\nDurch Leichen zum Zweck\nEr macht üble Erfahrungen mit Granaten\nAber Granaten halten ihn auf dem Laufenden\nMit seinem krummen Stabe\nWanderstab\nBataillon greift an\nPlötzlich kann er nicht mehr laufen\nAu, mein Fufz\nAltes Leiden\nEr reitet zum Arzt\nDoktor mein Fufz\nDoktor weilz Bescheid\nSofort in die Heimat, Herr Major\nMeinen sie wirklich?\nIhr altes Leiden. Ihrer Familie erhalten\nbleiben\nJetzt kann er laufen\nLaufen Herr Major doch nicht so. Beit-\npeitsche vergessen\nDanke. Brauche ich nicht mehr\nZu Hause schreibt er Kriegserfahrungen\nKEINE WOCHE AN DEB SPITZE\nMEINES BATAILLONS\n(Ullstein)\nBataillon kommt zurück\nVon VOBN\nEin Hauptmann kommt\nVon HINTEN\nEr war ungeschickt\nGuter Wein kann schlecht bekommen\nEr wurde vorgeschickt\n(Natürlich nicht der Wein)\nZum Bataillon\nDer Hauptmann hat viele Erfahrungen\nVon HINTEN\nEr bildet Stolztrupps aus"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "44", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2512, "texte": "Von VORN\nVon Vorne\nSie lachen\nHinter ihm\nSie haben nichts zu lachen\nSie werden umverbildet .\nBataillon greift an\nStofztrupps gehen vor\nHerr Hauptmann fährt zurück\nUrlaub zur Wiederherstellung der\nGewandheit\nEr kommt zurück\nNach VORN\nEs kommen keine Stolztrupps zurück\nVon VORN\nSie starben an Erfahrungen\nVon HINTEN\nHaben die Schafsköpfe so angegriffen?\nEr merkt noch nichts\nEr hat sich etwas verbrannt\nJetzt merkt er's\nMund verbrannt\nZu stark geraucht\nEs raucht\nEr dampf ab\nEin anderer Dampfer taucht auf\nReserveraucher\nHauptmännchen\nGenannt Schiebemajor\nMajorstellvertreter\nOrdensschieber\nMännchen vom Mannweib\nEin Häuptling aus Pappe\nIch kenne meine Pappenleimer\nMit dünner Pappe\nKartenspieler\nEr macht es spielend\nLäfzt sich nie in Karten gucken\nGuckt sich nach Orden um\nSpuckt in alle Karten\nBataillon greift an\nA la carte\nHackfleisch ist fertig\nEr greift zur Karte\nRot aus der Hand\nIch passe\nDie Dame?\nErau Gemahlin\nBataillonskommandeuse\nHat nur ein Männchen vorgeschickt\nMannweibsstellvertreter\nLiebes Männchen, hast du schon den Oi'den?\nLiebes Frauchen, ich greife morgen an\nMännchen läfzt angreifen\nKreuzdonnerwetter, Kerle!\nEin derber Kerl\nVerderblich\nKreuz—Dame\nKreuzdämlich\nNämlich er greift nach dieser Karte an\nAngriff wird abgeschlagen\nAngriff wird ohne Karte wiederholt\n(Nochmalangriff, sieh Übungswerk)\nAngriff ist gelungen\nLungen liegen noch herum\nSolche Angriffe bringen Orden ein\nSolche Orden bringen in Sicherheit\nFrau Hauptmann hat ihr Männchen reklamiert\nRespekt, Frau Mannweib\nMännchen darf heimlich Kriegervereine\nführen\nMan reifzt sich um Bataillone\nSie geben armen Teufeln Gehalt\nGerissene Burschen\nHauptmann mit Reifzen vom Stabe\nKnochen zusammenreifzen\nEr denkt: Leichte Minenwerfer\nL. M. W.\nMachen wir\nEr macht Miene anzugreifen\nMinen müssen es machen\nSonst kümmert sich niemand um Minen\nWozu Minen?\nHerr Hauptmann?\nSchiefzen Sie! Entfernung 3000 Meter\nSo weit schiefzen leichte Werfer nicht\nNicht? Dann gehen Sie weiter vor\nDas geht nicht\nWarum nicht?\nVollkommen deckungsloses Gelände,\nfeindlicher Fesselballon\nAch, der sieht nichts\nEr schreibt fesselnd\nDaher der Name Beobachter\nZiehen Sie vor!\nMeine Leute können nicht mehr ziehen\nDaher der Name leicht-gezogene Werfer\nLeichte, gezogene, bitte!\nZiehen Sie mit Pferden vor\nHabe keine Pferde\nWer hat Ihre Pferde?\nVerpflegungsoffizier fährt mitihnen über Land\nDienstlich?\nJawohl, Minnedienst\nDie Pferde sind lediglich zum Minen-\ndienst bestimmt\nStimmt. Aber der Verpflegungsoffizier ist ledig\nAlso ziehen Sie schnell ohne Pferde nach"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "45", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 265, "texte": "Befehl, Herr Hauptmann\nWenn det man jut jeht, Herr Leutnant\nZwei Werfer fahren langsam vor\nBeobachter sehen alles\nMunition kriecht langsam nach\n(Unterernährung)\nGranaten fahren dazwischen\nMunition fährt hoch\nHoch leben alle Minenwerfer\nHingerissen\nFortsetzung folgt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c018", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "41", "page_fin": "41", "image_debut": 9, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.7.1", "titre_corps": "Marc Chagall: Interieur / Fünffarbendruck", "titre_sommaire": "Marc Chagall: Interieur / Fünffarbendruck", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "41", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 41, "texte": "Marc Chagall: Interieur / Fünffarbendruck"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c019", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "43", "page_fin": "43", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.7.2", "titre_corps": "Kurt Schwitters: Merzzeichnung Aus dem Sturmbilderbuch IV: Kurt Schwitters", "titre_sommaire": "Kurt Schwitters: Merzzeichnung Aus dem Sturmbilderbuch IV: Kurt Schwitters", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "43", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 74, "texte": "Kurt Schwitters: Merzzeichnung\nAus dem Sturmbilderbuch IV: Kurt Schwitters"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c020", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "45", "page_fin": "45", "image_debut": 13, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.8", "titre_corps": "Fall Westheim", "titre_sommaire": "Fall Westheim", "signature_source": "Herwarth Waiden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "45", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.13", "debut_caractere": 267, "fin_caractere_exclue": 3427, "texte": "Fall Westheim\nHerwarth Waiden\nDem kleinen journalistischen Gehirn des\nHerrn Westheim wird es niemals klar\nwerden, warum ich ihn anremple, wie er\nsich ausdrückt. Zwar gesteht er jetzt end-\nlich, dass er „den Schaffenden dumm und\nhartköpfig gegenüber gestanden hat\", bis\nich ihn im Laufe von Jahren auf den\nTrab brachte. Um so weniger kann er\nverstehen, dass ich ihn trotzdem noch „an-\nremple\", obgleich er die Güte hat, jetzt\nKandinsky, Chagall und andere Künstler\ndes Sturm „anzuerkennen\". Herr Westheim\nscheint sich für so auf dem Laufenden zu\nhalten, dass ich seiner „Anerkennung\" nach-\nrenne. Die Person des Herrn Westheim ist\nmir völlig gleichgültig. Ich brauche weder\nAberkennung noch Anerkennung. Von nie-\nmandem. Wohl aber zertrümmere ich das\njournalistische System, das nach seinem\nModebedürfnis aus derZeit Welt oder aus der\nWelt Zeit macht Wenn ich Herrn Westheim\nmit früheren künstlerischen Dummheiten\nnicht laufen lasse, so tue ich es, weil er seine\nkünstlerischen Dummheiten fortsetzt. Und\njetzt feierlich einem ahnungslosen Publikum\ngegenüber nur das rühmt, was längst über\ndie Zeit hinaus Ewigkeit geworden ist.\nTrotzdem hat dieser Herr Westheim nach\nwie vor die Kühnheit, seine Vorurteile und\nNachurteile als Urteile hinzustellen. Er, der\nnicht einen Urteil künstlerischer Gesin-\nnung besitzt. Er, der Gedichte von Konrad\nFerdinand Meyer für Kunstwerke hält und\nsie ausserdem noch in seinem Buch als\nDichtungen von Lehmbruck veröffentlicht,\num die Bedeutung Lehmbrucks als Künstler\nnachzuweisen. Ich kann mich mit diesem\nHerrn Westheim nicht auf historische Aus-\neinandersetzungen einlassen. Er spielt nicht\neinmal in der Geschichte eine Rolle. Es ist\naber eine Verleumdung, wenn Herr Westheim\nschreibt, dass „Kokoschka, Klee und Fei-\nninger dem Geschäftsbetrieb des Herrn\nWaiden entlaufen sind\". Abgesehen davon,\ndass dieser Herr Westheini von den oe-\nnannten Künstlern nur etwas durch den\nGeschäftsbetrieb des Herrn Waiden weiss\nund abgesehen davon, dass Paul Klee für\ndie sogenannten Bücher des Herrn West-\nheim noch immer nicht existiert, haben\nsich diese Künstler aus materiellen Gründen\nGeschäftsbetrieben verpflichtet, weil Herr\nWaiden kein Geschäftsbetrieb ist. Es ist\nweiter eine Verleumdung des Herrn West-\nheim, dass es „Fälle Marc, Macke, Essig,\nJawlensky und Chagall\" gibt. Marc und\nMacke sind gefallen, bevor Herr Westheim\ngütigst den Expressionismus entdeckt hat.\nEssig hat mich bis wenige Stunden vor\nseinem Tode seinen Freund genannt.\nNach seinem Tode ist ein Roman veröffent-\nlicht worden. Ein missglückter Versuch, aus\nnaturalistischer Darstellung zu künstlerischer\nGestaltung zu gelangen, die Tragödie einer\nunfertigen Künstlerschaft mit der Wirkung\nübermenschlicher Gemeinheit. „Fall Essig\".\nJawlensky und Chagall sucht Herr Westheim\noffenbar für sein Kunstblatt zu gewinnen.\nHerr Westheim beteiligt sich an jeder\ngrossen Mode, auch am Schieben. Man\nkann allerdings von Chagall nicht verlangen,\ndass er im abgeschlossenen Russland weiss,\nwie die Herren Westheim und Konsorten\nihn so lange beschimpft und verächtlich\ngemacht haben, bis der Sturm seine Aner-\nkennung erzwungen hat. Es bleibt also\nnur ein Fall Westheim übrig."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c021", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "45", "page_fin": "45", "image_debut": 13, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.9", "titre_corps": "Inhalt", "titre_sommaire": "Inhalt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "45", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.13", "debut_caractere": 3429, "fin_caractere_exclue": 3827, "texte": "Inhalt\nHerwarth Waiden: Künstliche Psychiatrie\nKurt Schwitters: Erweiterung\nRudolf Blümner: Kleine kritische Fabeln\nOtto Nebel: Glosse Berliner Dunstausstellung\n1920\nKurt Schwitters: Hannover\nOtto Nebel: Zuginsfeld\nHerwarth Waiden: Fall Westheim\nAlbert Gleizes / Paris: Zeichnung\nLouis Marcoussis / Paris: Zeichnung\nKurt Schwitters: Merzzeichnung\nMarc Chagall: Interieur / Fünffarbendruck\nJuni 1920"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c022", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "46", "page_fin": "46", "image_debut": 14, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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Carra / Marc Chagall / Delaunay / Sonja\n/ Tour Donas / Max Ernst / Emil\nFilla I Oskar Fischer / Albert Gleizes / Otto\nGutfreund / Hugo Handel / Jacoba van Heemskerck\nSigrid Hjerten-Grunewald / Isa Grunewald / Johan-\nnes Itten / Alexei von Jawlensky / Kandinsky\nPaul Klee / Oskar Kokoschka / Otakar Kubin\nFernand Leger / Franz Marc / Jean Metzinger\nGabriele Munter/Johannes Molzahn /FrancisPicabia\nKurt Schwitters / Oskar Schlemmer / Gino Severini\nFritz Stuckenberg / Arnold Topp / MariaUhden/Nell\nWalden / William Wauer / Marianne von Werefkin"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c036", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c036", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "48", "page_fin": "48", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.16", "debut_caractere": 1438, "fin_caractere_exclue": 1562, "texte": "Deutscher Expressionismus\nDarmstadt 1920\nJuni—September\nMathildenhohe\nUnter kunsilerischer Leitung der\nDarmstadter Sezession"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c037", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c037", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "48", "page_fin": "48", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.16", "debut_caractere": 1564, "fin_caractere_exclue": 1810, "texte": "Von alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm\nsind signierte und nummerierte Handdrucke, von\nden meisten Zeichnungen Kunstdruckc kauflick\nzu erwerben. 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Band erschienen\nJeder Band 12 Mark\nHerwarth Walden: Die neue Malerei / Einfuhrung\nin den Expressionismus / Mit 16 Abbildungen\n6 Mark / Dritte Auflage\nExpressionismus / Die Kunstwende\nHerausgegeben von Herwarth Walden\nMit 140 Abbildungen und 4 Originalgraphiken\n30 Mark / gebunden 50 Mark\nDie Sturm-Buhne\nJahrbuch des Theaters der Expressionisten\nJede Folge 90 Pfennige\nAchte Folge erschienen\nSturm^Bilderbucfcer\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nJe 7 Mark 50 Pfennige\nI. Marc Chagall\nII. Alexander Archipenko\nIII. Paul Klee\nIV. Kurt Schwitters\nErscheint am 1. Juli"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-06-05-01-c040", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-06-05_01#c040", "volume": "bmtnabg_1920-06-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "48", "page_fin": "48", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.2.28", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.16", "debut_caractere": 2893, "fin_caractere_exclue": 3159, "texte": "Sturmbuhne / Theater der Expressionisten\nKtinstlerhaus / Bellevuestrasse 3\nSonnabend, den 12. Juni abends 8 Uhr\nDie Haidebrant / Dichtung von August Stramm\nUrauffuhrung\nKarten 40, 30, 20, 10 Mark\nFur die Mitglieder der Gesellschaft der Sturmfreunde\nzu halben Preisen"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.1", "texte": "DERSTURM\nMONATSSCHRIFT\n/ HERAUSGEBER: HERWARTH WAIDEN\nELFTER JAHRGANG / DRITTES HEFT\n\nAlbert Gleizes: Zeichnung"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "34", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.2", "texte": "Künstliche Psychiatrie\nMit einem Kunstbelag\n\nHerr Minden. Herr Martin Minden. Wer\nist Herr Martin Minden? Herr Martin Min-\nden ist der Nachfolger des Herrn Paul\nWestheim in Beclams Universum. Nach-\ndem Herr Westheim Chagall 1912 als idi-\notischen Kitscher entlarvt hat, bleibt es\nHerrn Minden 1920 vergönnt, Chagall zum\nkitschigen Idioten zu machen. Herr Minden\nist nämlich a. Künstler und b. Psychiater.\nSchreibt er. Er ist also ohne Zweifel be-\nrufen, die Schrift'\nleitung der neuen\nexpressionis-\ntischenZeitschrift\nzu übernehmen,\ndie wahrschein-\nlich demnächst\nim Verlag\nS. Fischer als\nKonkurrenz-\nunternehmen\ngegen das Pots-\ndamer Kunstblatt\ndes Herrn West-\nheim erscheinen\nwird. Berlin muss\ndoch endlich\nauch einmal eine\nexpressionis-\ntische Zeitschrift\nhaben. Herr\nMinden Martin\näussert sich zu-\nnächst begeistert\nüber Goethe, Ihr wisst doch, Goethe, und dann\nüber die breiten Schichten unseres Volkes:\n„Sie sehen in den neuen Bichtungen der\nKunst nichts weiter als Wirrwarr ohne\njeden Gefühlswert und bezeichnen sie da-\nher hinsichtlich des Vorstellungsinhalts als\nUnsinn. Die vernünftige Auseinandersetzung\nmit der Umgebung hat nun freilich be-\nstimmte Voraussetzungen.\" Diese vernünf-\ntige Auseinandersetzung „hinsichtlich\" des\nWirrwarrs führt Herrn Künstler Minden\nzur Psychiatrie. Das ist durchaus logisch.\nDie Psychiatrie gibt nämlich Vorstellungs-\ninhalte, während der Wirrwarr des Herrn\nMinden trotz Goethen Unsinn ist. Herr\nMinden fühlt sich nur in dem Universum\nzu Hause, das bei Beclam erscheint. Im\nÜbrigen scheint Herrn Minden ein Gedanke\naus der Psychiatrie erwägungswert: „Es ist\neine unumstössliche Tatsache, dass alle\nGeisteskrankheiten nicht etwa neue Merk-\nmale des Geisteslebens enthalten, sondern\nnur Steigerungen und Schädigungen normal\nvorhandener Anlagen darstellen. Mit an-\nderen Worten: Es gibt keine scharfe Grenze\n• •\nzwischen gesund und krank. Die Übergänge\nsind fliessend\". Dieser Gedanke ist wirklich\nerwägenswert. Herr Minden ist zweifellos\nkein Übergang, er ist krank. Und zwar\nscheint mir ein Fall von dementia praecox\n(nach Morgen-\nthaler) vorzulie-\ngen. Herr Minden\nselbst zitiert Mor-\ngenthaler: „Da-\nbei bemerkte der\nKranke zu ver-\nschiedenen Malen\nspontan, es kom-\nme ihm selber\nseltsam vor, wie\ndie Übergänge\nvon einer Gestalt\nnicht etwa ver-\nschwommen nc\nbelhaft vor sich\ngehen, sondern\ner auch während\n• •\ndes Überganges\ndie Gestalten\nganz deutlich\nsehe\". Herr Min-\nden sieht zum\nBeispiel in dem\nBild von Marc Chagall: „Ich und das Dorf\nganz deutlich „einen Menschenkopf, einen\nTierkopf, eine Strasse, einen laufenden\nMenschen, Blätter, das Endglied eines Fin-\ngers, Häuser, die zum Teil verkehrt stehen\nu. s. w.\", zu gleicher Zeit sieht er das Bild\nverschwommen, was er bei Chagall Kata-\ntonie nennt. Der Fall Minden scheint mir\npsychiatrisch aber besonders bemerkenswert,\nda er auf dem Bild von Chagall nur einen\nFinger deutlich sieht, während das Bild deut-\nlich vier Finger enthält. Morgenthaler wird\nsich auf Grund dieses fliessenden Falles\nnoch einmal genauer mit der dementia\npraecox befassen müssen. Als Material würde\nich ihm noch eine Zeichnung aus demsel-\nben Heft von Beclams Universum emp-\n\nIs fiel ein Reij in der Früblingsnadjt"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "35", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.3", "texte": "fehlen, einer Zeitschrift, die zwar nicht\nüber die Psychiatrie, aber über den Ver-\ndacht der Geisteskrankheit erhaben ist. Ich\nberufe mich hierfür auf Mohr, gleichfalls\nnach Herrn Minden, dem „schwachsinnige\nKritiklosigkeit Beweis für Paranoia\" ist.\nHerr Minden erklärt für die gesunden Leser\nParanoia = echte unheilbare Verrücktheit.\nWenn die Zeichnung „Es fiel ein Reif in\nder Frühlingsnacht\" nicht in Reclams Uni-\nversum veröffentlicht gewesen wäre, ich\nhätte sie auf Grund meiner Lektüre der\nPsychiatrie des Herrn Minden für einen\nFall von Katatonie gehalten.\nDie hinteren Gliedmassen der dargestellten\nPersönlichkeiten gehen verschwommen ne-\nbelhaft in einander über und sind trotz-\ndem deutlich als Gestalten zu sehen. Rechts\noben befindet sich ein Vogel, den zwar\nnicht Anna Blume hat, dem aber sichtbar\nein Teil seines Körpers fehlt. Und gar der\nMann hat nur einen halben Kopf. Das lässt\nzweifellos auf Ideenflucht schliessen. Ich zi-\ntiere zum Beweis Morgenthaler nach Minden:\n„Ein Flammen, ein Wallen, ein Flackern,\ndas Zentrum, von dem diese Bewe-\ngung ausgeht ist meist eine Gestalt, zum\nBeispiel ein Pfau oder ein menschlicher\nKopf.\" Es flackert ganz bedenklich ober-\nhalb des Kopfes der Frau. Und der Stuhl\nsieht noch bedenklicher paranoisch aus.\nNach Herrn Minden soll auch die Benen-\nnung der Kunstwerke bei Marc Chagall,\nKandinsky und Rudolf Bauer auf Katatonie\nN\nhindeuten. Kein Titel deckt sich sozusagen\nmit dem Bilde, meint der Herr Minden.\nNun frage ich den unbefangenen gesunden\nLeser, der hier zugleich Seher sein mussr\nwo ist in Reclams Zeichnung der Reif und\nwo die Frühlingsnacht. „Es fiel\" kann\nman sich allenfalls denken, wenn man\nnämlich die sitzende Gestalt als ein Mäd-\nchen auffasst, das demnächst vom Stuhle\nfallen wird. Es würde hingegen wieder\nden Verdacht auf dementia praecox ver-\nstärken, wenn man annehmen wollte, dass\nder Künstler etwas als Tatsache hinstellt,\nwas wohl erst einer näheren Zukunft an-\ngehört. Meine Deutung scheint auch um\nso unwahrscheinlicher, als in einem gesunden\nUniversum niemals ein Mädchen und ein\nMann in einer Frühlingsnacht zusammen\nabgezeichnet werden dürften.\nSo stehen wir voller Zweifel im Universum.\nHerr Minden wird sich noch etwas mehr\nin die Psychiatrie und in die Kunst ver-\ntiefen müssen, um uns zur eindeutigen\nWahrheit zu verhelfen. So lange wird es\nfür Herrn Minden wenigstens unentschieden\nbleiben, ob ein Einfall von Chagall nicht\namüsanter ist als sein Reinfall in die Psv-\nchiatrie.\n\nHerwarth Walden\n\nErweiterung\n\nHerr Franz Servaes widmete meiner Ausy\nStellung von Merz-Bildern im Sturm April\n1920 folgende Besprechung:\n„Will man sehen, was in Wahrheit ex-\npressionistische Massenerzeugung zu Wege\nbringt, so fasse man Mut und besuche jenen\nSalon in der Potsdamer Strasse, in dem\nsich wie in einem Konzentrationslager die\nSchar der Gläubigen zusammendrängt. Hier\nwird nicht mehr nach Persönlichkeit und\nBegabung, sondern nur nach der Beligion\ngefragt. Wer den expressionistisch-futuristi-\nschen Katechismus brav auswendig gelernt\nhat und gläubig nachplappert, wird will-\nkommen geheissen, gleichviel ob er Genie\noder Schuster ist. Zur Zeit reisst einer der\närgsten Schuster dort sein Maul auf (den\nNamen erfrage man an Ort und Stelle). Aus\nirgend einem Grunde bezeichnet er seine\nExkremente als Merzbilder. Er scheint\nLumpensammler zu sein und hat, was er\nauf der Strasse aufgelesen hat, wie alte\nDrahtstücke, Kleiderfetzen, Watte oder Werg-\nreste, weggeworfene Knöpfe oder Eisenteller,\nja selbst Strassenbahnfahrscheine und Post-\nvermerke sinnig zusammengetragen und auf\nBieder oder Pappe geklebt, die er dann\nirgendwiemitFarbe angestrichen hat. „Franz\nMüllers Drahtfrühling\", „Porträt einer alten\nDame\", „Tastende Dreiecke\", „Rot-llerz-\nKirche\", und ähnlich werden dann diese\nStuinpfsimpeleien etikettiert und als aller-\nneuste Kunst zu Markte gebracht. „Verrückt-\nheiten\"? 0 nein. Klarbewusster Unfug, der\nleider sowohl „Liebeserklärungen\" wie\n-Käufer findet!\"\nIch lernte Herrn Servaes zufällig kennen\nund habe ihm jetzt folgende Antwort ge-\nschrieben:\nEin Interwju (sprich Ausfragung.) mit\nProfessor Franz Servaes\nIn einer Ausstellung von Kunstwerken zeigte"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "36", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.4", "texte": "mir jemand Herrn Servaes. (Zelluloidkapsel\nmit Messer entfernen!) „Das ist also der\nHerr\", fragte ich, „der mich einen der\närgsten Schuster und meine Merzbilder Ex-\nkremente nennt?\" (Die geniale Erfindung,\nlangersehnter Wunsch der Damen. Franz\nMüllers Korsetterweiterer „Einfalt\". Welt-\nneuheit!) „Jawohl, der Lokalschuster, der\nim Berliner Lokalanzeiger vom 27. 4. sein\nLokalmaul aufreisst (die falschen Zähne er-\nfrage man an Ort und Stelle. Sperrsitz)\nund seine Stumpfsimpeleien mit der Be-\nzeichnung Expressionisienparade etikettiert.\"\n„Hier wird nicht mehr nach Persönlichkeit\nund Begabung, sondern nur nach Beligion\ngefragt\". (Im lokalen Maul nämlich.) Die\nlokalen Zähne (Lokalzähne, Sperrsitz) bilden\neinen gewissen Lokalsperrsitz, nämlich, und\nzwar falsche Zähne, Sperrzähne natürlich,\n(Damen- und Herrenfriseur.) Hier werden\nKünstler frisiert, hier werden Künstler mit\nLokalzahnersatz durchgekaut. (FranzMüllers\nErweiterer „Einfalt\" wiegt nicht mehr als\ndie durch sein Anbringen entbehrlich ge-\nwordenen Fischbeinstangen und ist genau\nso biegsam und schmiegsam.) Ich bitte Sie,\nHerr Servaes, kauen Sie meinen Müll (Mülle)\nrecht gründlich durch, und ich wünsche\nIhnen guten Appetit dabei. (Vorwärts den\nBlick, aufwärts durch Arbeit, einig, was\ndeutsch fühlt.) Ich fasste Mut, zeigte Herrn\nServaes meine Schuhsohlen und stellte mich\nvor mit den Worten: „Ich bin der ärgste\nSchuster, dem Sie jetzt das Maul aufreissen.\"\nDer Herr Professor war gefasst, fasste meine\nSchuhsohlen ins Auge und fasste seine Ge-\nfühle zusammen in den Satz: „Mein Herr,\nSie machen übrigens einen viel sympa-\ntischerenEindruckalslhreßilder.\" (Hautana\nLendenschutz, direkt unter der Haut zu\ntragen.) „Herr Servaes\", sagte ich höflich,\nauch Sie machen einen viel sympatischeren\nEindruck als Ihre Kritiken/' (Zelluloid-\nkapseln mit Messer entfernen!) „Mich inter-\nessiert aber im Augenblickmehr: wie kommen\nSie zu der hellseherischen Fähigkeit, meinen\nBildern anzusehen, dass ich schustern kann?\nSie sehen nämlich garnicht so aus.\" Tat-\nsächlich hätte ich nicht gewusst, dass dieser\nHerr Herr Professor Franz Servaes ist. Ich\nhätte diesem Manne nicht zugetraut, dass\ner hinter die Oberfläche der Dinge zu schauen\nvermöchte. (Jetzt weiss ich, welches Buch\nich meiner heranwachsenden Tochter\nschenken soll.) (Holz bleibt Holz, und nichts\nist gemütlicher als das deutsche Gemüt.) Ich\nbin nämlich tatsächlich Schuster im eigenen\nBetriebe. An dieser Stelle wurde Herr Ser-\nvaes weich und sagte, er wollte gern lernen\nund er benutzte die Gelegenheit, mich um ei-\nnige Aufklärung zu bitten. (Holz bleibt Holz\nund nichts ist gemütlicher, als das deutsche\nGemüt.) Ich bin ein Freund der beweglichen\nFront, (endlich ist es gelungen, den Wunsch\nder Damen zu erfüllen und dieselben von den\nbisher durch das eingeschnürte Korsett ent-\nstandenen Beschwerden und Qualen zu er-\nlösen), aber ich bin mir dessen wohl be-\nwusst, wie komisch die Figur eines Kritikers\nist, der seinen Schuster um Auskunft fragt,\nweil er gern lernen möchte. (Zelluloid-\nkapseln mit Messer entfernen!) Ich führte\ndann mit einigen treffenden Worten Herrn\nServaes in die Kunst ein und empfahl ihm\nzum Schustern Franz Müllers echten Guano-\nkleister, („Bitte belehren Sie mich, wieviel\nmm Materialauftrag das preussische Gesetz-\nbuch erlaubt?\") empfahl ihm Hosenstoff\n(auf Veranlassung von Otto Nebel) zum\nKleben, damit die Löcher nach innenkommen,\nund endete meinen Vortrag mit dem herr-\nlichen Dichterwort: „Der Gott, der schiefe\nSchafe schuf, der kannte keine Künste.\"\nAn dieser Stelle bäumte sich der Gaul, die\nGaul, das Gaul. Da liegt nun der Baum,\ndie Baum, das Baum. Der Baum ist wurzel-\nkrank, ästekrank, blätterkrank. Der Sturm\nhat ihn angeweht, schiefgeweht, umgeweht.\n(Es ist bekannt, dass Damen, um die Figur\nzu verschönen, ein Korsett tragen.) Wie\ntrostlos ist der Anblick eines umgeworfenen\nBaumes, dem der Schlachter die Zweige\nabgebissen hat. (Heut noch trag ich Mädchen-\nschuhe, morgen ruhn sie in der Truhe.)\nHerr Professor Servaes, ich wollte, Sie\nhiessen Bogumil, dann würde ich Mülle\nweinen. (Bei Mahlzeiten, Spaziergängen,\nTanzen, sowie durch Wärme wird das\nKorsett lästig und verursacht den Damen\nunerträgliche Beschwerden.) Jedoch ge-\nstatten Sie mir, dafür zu sorgen, dass die\nFrüchte meiner Anregungen niemals auf\nIhren guten Boden fallen. (Confer Nebel,\ndamit die Löcher nach innen kommen.)\nHolz bleibt Holz, und die Zelluloidkapsel\nist vor dem Gebrauch zu entfernen. (Die\nTrägerin des Korsetts würde sich in diesem\nFalle glücklich schätzen, wean sie unauf-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.5", "texte": "fällig das Korsett 3—4 cm im Umfange, auch\nmehr, erweitern könnte.) Verzeihen Sie mir,\ndass ich ein wenig einfallend geworden bin.\nIch habe nämlich die Augeneinfältigkeit,\ndie Splitter im Auge des anderen aus Prinzip\nstets gern zu sehen, meine eigenen Balken\naber sehe ich niemals. Dadurch unterscheide\nich mir von Sie und mich von Ihnen. Ausser-\ndem wünsche ich Ihnen weiter angenehme\nBettruhe. „ (Diesem Uebelstande ist mit\neinem Schlage durch Franz Müller Korsett-\nerweiterer „Einfalt\" abgeholfen. D. B. G.\nMüller.)\n\nKurt Schwitters\n\nKleine kritische Fabeln\n\nI\nHerbert Jhering gewidmet\nGott zog den Vorhang hoch und zeigte\nzum ersten Male das Pferd. Da rief einer\naus dem Publikum: Wo sind die Federn?\n\nII\nFranz Servaes gewidmet\nIn Arkadien wurden, wie man weiss, die\nMusikstücke nur auf Schalmeien geblasen.\nEiner spannte Saiten über Holzkästchen\nund strich mit einem Bogen über die Sai-\nten, dass sie klangen. Auf diesem Instru-\nment konnte er mehr Töne hervorbringen als\nauf der Schalmei. Aus Spass nannte er\ndas Instrument Violine, gab ein Konzert\nund lud die Kritiker ein. Zufälligerweise\nschrieben alle das Gleiche: Nein — da\ngehen wir nicht mit, und einige fügten hin-\nzu: Violine — ein recht abgeschmacktes\nWort.\n\nIII\nPaul Westheim gewidmet\nEs war einmal ein Kannibale. Er hatte\nschon viele Menschen gefressen. Als er\nmerkte, dass es nicht mehr schick sei,\nMenschen zu fressen, gründete er das Men-\nschenblatt, in dem er auf alle Kannibalen\nschimpfte. Gleichwohl frass er weiter\nMenschen, da er es doch so gewohnt war.\nAls ihn der Menschenfreund darüber zur\nRechenschaft zog, entgegnete der Kannibale:\n1. lasse er sich nicht anrempeln, 2. habe\ner die gefressenen Menschen für Beefsteaks\ngehalten und 3. hätten schon viele\nMenschen aus dem Hinterhalt auf den\nMenschenfreund geschossen.\n\nIV\nEs war einmal ein grosser Ochse. Er hatte\nnoch nie einen Menschen gesehen. Aber\nGott wusste das nicht und beauftragte ihn,\neinen Artikel über die Eröffnung der Grossen\nAffenausstellung zu schreiben. Der Ochse\nging hin und schrieb: Die Menschen hätten\nihm garnicht gefallen.\ngewidmet: — er weiss schon\n\nV\nPaul Westheim gewidmet\nEin Held nahm Abschied von seinem treu-\nsten Freund und zog in den Krieg. Dort\nwurde er von den Feinden erschlagen.\nEin Journalist schrieb: Nun ist er dem\nGeschäftsbetrieb seines treuen Freundes\nentlaufen.\n\nVI\nPaul Westheim gewidmet\nEin Mann pflegte und ernährte einen Hasen.\nDa kam ein andrer Mann des Wegs und\nsetzte dem Hasen eine jährliche Rente aus.\nDafür aber musste ihm der Hase sein Fell\nhingeben. Da sagte der Esel, der zufällig\ndes Weges kam: Das ist nun der Fall Hase.\n\nVII\nMax Osborn gewidmet\nIn einem Rosengarten wuchsen viele präch-\ntige und duftende Rosen. Ein Gelehrter,\nder zufällig in den Garten kam, schrieb in\nsein Notizbuch: „Sie wachsen alle nach\ndem gleichen Gesetz. Es ist nichts als\nDoctrinarismus.\" Später ging der Gelehrte\nabsichtlich in einen Gemüsegarten. In einer\nEcke blühten drei wanderschöne Rosen.\nDa schrieb der Gelehrte: „Die Farben sind\nprächtig, der Duft berauschend. Aber die\nRosen blühen falsch. Es ist ein Irrweg.\"\nAm Ende seiner Tage begab sich der Ge-\nlehrte zu einem grossen Misthaufen, auf\ndem die Häupter des Staates sich gern dem\nVolke zeigten. Mitten auf dem Misthaufen\nspielten Kinder mit einer Rose. Und der\nGelehrte schrieb: „Man sieht eine echte\nRose in prächtiger Farbenglorie.\"\n\nVIII\n\nVor grauen Zeiten, als die Kunst der Ma-\nlerei noch in Blüte stand, gab es bekannt-\nlich keine Malfarben. Die hochkulzibierten\nMaler mussten daher einzelne bunte Teile\nzusammentragen. So verfertigten sie Bilder\naus Hölzchen, Muscheln, Steinen, Metallen,\nKnochen, Haaren und Häuten und vielem\nanderen. Dieses war die berühmte von"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "38", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.6", "texte": "allen Kunsthistorikern noch heute so hoch\ngepriesene Merzmalerei. Neuerdings tritt\neiner mit ganz eigenartigen Bildern an die\nÖffentlichkeit. Er hat entdeckt, dass man\ndie Farben selbst zu einem Bild kompo-\nnieren kann, wenn man sie — wer lacht\nda? — mit Öl anrührt! Und so müssen\nwir es schaudernd erleben, dass diese\nläppische Ölmalerei sogar Nachahmer findet!\n\nMax Osborn gewidmet\nRudolf Blümner\n\nGlosse Berliner\nDunstausstellung 1920\n\nGehn Sie linksrum\nLasst uns etwas für Schillern tun. Wer\nsieht es diesen kahlen Wänden an? Durch-\nzogen mit den Lilien von Frankreich Leger\nund Gleizes. Sieh! Was schimmert hier?\nKandinsky? Vom obern Stock ward er\nherabgeworfen. Bild mit weisser Form?\nWaaas? Da stimmt etwas nicht. Sie halten\nweissen Rand für weisse Form? Sie halten\nden Rand? Achso. Der Gärtner hat be-\nstochen werden sollen. Und jeder Tag\nhäuft neue Leiden. Trotz meiner Aufsicht,\nmeinem scharfen Suchen nach Kostbar-\nkeiten, noch geheime Schätze? Jawlensky!\nGeheim geheimst. Wo das gesteckt hat,\nliegt noch mehr. Braque. Dass der Sturm\nder Schlacht mich fasste! Wer kommt?\nHans Brass, Fritz Stuckenberg? Die eben\nsuch ich. Die iiberliefr' ich. Sie wenden\nnur das Herz dem Eiteln zu. Fein sittig\nsollt ihr sein. Hans will ich heissen, wenn ich\nSittig bin. Legts zu dem übrigen November.\nOswald der Herzog? Ich kann nicht bleiben.\nDenn überdrüssig bin ich dieser Sonne.\nDenkt an euern Schöpfer Archipenko. Es\nist genug. Lass ab, mein Sohn. Ihr Deut-\nschen fürchtet Spott, sonst nichts auf dieser\nHalbwelt. Jeder verdient den Expressionis-\nmus, den er hat. Spiessern ist November-\ngruppe Expressionismus genug. Von den\nPlätzen erheben. In den Novemberruf ein-\nstimmen. Expressionismus lebe hoch! Hoch\nleben Hoetger, Schmolling, Golyscheff,\nKlein — Cesar, Dix und Fuchs und Schmid,\nRolf Möller, Mueller, Belling — Rolf, Pux-\nkandl, Prampolini, Peretti, Ottolange. Lobet\nmit Abrahams Samen. Man könnte mich\ndarum bewundern. Legt ihn an Ketten!\nEr ist rasend geworden. Dem Mann kann\ngeholfen werden, schliessen die Räuber.\nMittelgang\n(Ein Vor-Tritt gegen Kunstkritiker)\nRäuber Moor: „Halt, noch ein Wort, eh wir\nweiter gehn. Merket auf, ihr schadenfrohen\nSchergen meines barbarischen Winks. Ich\nhöre von diesem Nun an auf, euer Haupt-\nMann zu sein. Mit Scham und Grauen leg\nich hier diesen blutigen Stab nieder, wo-\nrunter zu freveln ihr euch berechtigt\nwähntet, und mit Werken der Finsternis\ndies himmlische Licht zu besudeln. Gehet\nhin zur Rechten und Linken. Wir wollen\newig niemals gemeine Sache machen.\"\nWas haben die Leute eigentlich gegen\nRäuber — Schillern? Er hatte die Rurschen\nunter dem Strich doch auch auf dem\nSTRICH. Werke der Finsternis und so.\nGehn Sie rechtsrum\nLasst uns etwas für Wagnern tun. Er soll\nnicht sagen, er hätte nicht im Sturm\ngestanden. Hui! Die Segel auf. Johohe!\nFalsche Lieb, falsche Treu. Mein Kind,\nDu siehst mich auf der Schwelle. In Küch\nund Keller! Säumet nicht! Still-Leben\nherauf! Zu deutsch: nature morte. Willst\nDu Dein ganzes junges Leben verträumen\nvor dem Konterfei? Der arme Mann. Ei,\nei! Sagt nichts! Er schiesst sonst, wut-\nentbrannt. Bist Dus, der diesen Schwan\nerlegte? Sag, Knab! Erkennst Du Deine\ngrosse Schuld? Was tat Dir der treue\nSchwan? Lache Bocaccio. Kitsche wie\nSonne schön durch Wolken bricht. Hinaus\nzum Vater will ich fliehn. Lache Boccioni.\nAuf! Streuet Blumenkohl! Weil Ihr in\neine Hirschkuh Euch verliebt? Das wird\nkeine Plastik. Du Lästermaul! Dein Busen,\nach, erwärmt mich nicht. Dies sind die\nhübschen Dinger. Doch dieser Morgen!\nAls ob die blutge Sonne. Der Donner mein\nGehör. Von Feinden alles voll. Und was\nfind ich nun hier? Wenn ich nur meine\nDrolla fänd! Dies alles hab ich nun ge-\nträumt? Rohlfs, Scheiwe, Stern und\nStammen? Lasch, Kukuk, Lewy, Liesegang,\nLeibküchler, Figge, Feuerhahn, Domokos,"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "42", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.7", "texte": "Louis Marcoussis: Zeichnung"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "40", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.8", "texte": "Eschke, Fabian, Trier, Zander, Waal und\nWimmer? Die Bäume schlagen aus. Lasst\nab! Ihr fangt mich nicht. Noch nie sah\nich solch zieres Geschlecht. Man beachte\nWagners Wagemut, schon damals „zieres\"\nzu schreiben, während gegenwärtig diese\nImpressionisten keine Farbe wagen. Schrei-\nten wir zur Damenwahl. Kitsch rechts,\nKitsch links, Schreiten wir zur Wahl.\nKitsch rechts, Kitsch links, wählt Mosse!\nDaha bleibe, wer Lust hat.\nOtto Nebel\n\nHannover\nKurt Schwitters\nDie Hannoveraner sind die Bewohner einer\nStadt, einer Grosstadt. Hundekrankheiten\nbekommt der Hannoveraner nie. Hanno-\nvers Bathaus gehört den Hannoveranern,\nund das ist doch wohl eine berechtigte\nForderung. Der Unterschied zwischen\nHannover und Anna Blume ist der, dass\nman Anna von hinten und von vorn lesen\nkann. Hannover dagegen am besten nur\nvon vorne. Liest man aber Hannover von\nhinten, so ergibt sich die Zusammenstellung\ndreier Worte: „re von nah\". Das Wort „reh\"\nkann man verschieden übersetzen: „rück*\nwärts\" oder „zurück\". Ich schlage die\nÜbersetzung „rückwärts\" vor. Dann ergibt\nsich also als Übersetzung des Wortes Han-\nnover voi\\ hinten: „Bückwärts von nah\".\nUnd das stimmt insofern, als dann die\nÜbersetzung des Wortes Hannover von vorn\nergeben würde: „Vorwärts nach weit.\" Das\nheisst also: Hannover strebt vorwärts und\nzwar ins Unermessliche. Anna Blume\nhingegen ist von hinten wie von vorne:\nA-N-N-A. (Hunde gefälligst nicht mit-\nbringen).\n\nZuginsfeld\nOtto Nebel\n\nFortsetzung\n\nMaschinen oder Schreiber\nSchreibwebel verkehren die Schrift\nSchriftverkehr\nWesenloser, maschineller Betrieb\nUnwesen geht um\nAlles verwest\nVerwesung schreitet fort\nWeiter?\nWeiter ist nichts\nAlle regeln\nNichts ist geregelt\nAlles verriegelt, verrechnet, verbohrt\nBohrer streiken\nHolt den Waffenmeister\nHolt den Zahlmeister\nWaffen sollen zahlen?\nBewaffnete OHNMACHT.\nUnd Verwesung schreitet fort\nZum Bataillon von Schafskopf\nWieder nur Deckname\nDrei Bataillone\nBataillon vom Dickkopf\nVom Querkopf\nDreieinigkeit\nKöpfe wechseln\nDecknamen bleiben\nFalls sie nicht wechseln\nAlles wechselt\nAlles balgt sich\nWechselbälge\nEs ist so Brauch\nEin tiefer Irrsinn in allen Bäuchen\nMan mutz sie ehren?\nMylord von Schafskopf? Herr\nBataillonskommandeur?\nSind sie der Baupenmajor?\nEr ist der Bruder mit den Maden\nInfanterieraupen im Kopf\nMaden um die Waden\nUnd Sterne, die begehrt man. Nicht?\nSterne lassen ihn nicht schlafen\nMaden denn?\nNatürlich\nTote faulen eben\nEr ist ein Bruder vom Kavalleriemajor\nFeine Familie ,\nSogenannte alte Offlziehrfiliale\nZierfiale\nBegabung ist erblich\nBis zu einem gewissen Dienstgrade\nUm die Majorsecke gehen\nFrau Major läfzt ihn nicht schlafen\nSein Stern\nDu mulzt ein Begiment führen. Schwägerin\nführt schon eins\nSo? Hat mein Bruder das Begiment\n. bekommen\nFührst du noch keines?"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "41", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.9", "texte": "Marc Chagall: Interieur / Fünffarbendruck"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "42", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.10", "texte": "Du weifzt, liebes Herz, ich führe mein\nBataillon von Sch.\nBataillon greift an\nEr steigt über Leichen zum Re—ment auf\nZwei Sterne Jassen Frau Oberstleutnant\nnicht schlafen\nUnd so fort\nUnd sofort Ablösung\nKopfstücke wechseln\nDecknamen bleiben\nEin frischer Schafskopf\nGut konserviert\nMajor der Konserve\nEr sammelt alles\nZiegen, Klaviere, Zünder\nAuch andere Tiere werden kauflos in\nKauf genommen\n(mit der Hand drauf treten)\nKuh in Büchsen\nKonserven\nEr ist sehr geschickt darin\nEr hat sehr geschickt davon\nFeldpost\nHeimlich\nEr greift an\nUnheimlich\nUm Konserven zu greifen\nBefehl vom Major: Konserven dürfen\nnicht angegriffen werden\nAngreifer werden bestraft\nHelden faulen rasch\nFolglich wollen sie sich konservieren\nFeinde haben immer bessere Konserven\nSonst würde Michel nicht angreifen\n(Verteidigungskrieg)\nGute Konserven gibt es nicht\nDruff\nAlle Büchsen feuern\nBlechbüchsen feuern an\nSturmgasse öffnen\nBüchsenöffner\nBlaue Bohnen\nIn Stellungen einbrechen\nBrechbohnen\nVerflucht, die haben wir selber. Warum\nhaben wir angegriffen\nDarum\nBefehl vom Major: Beutemachen verboten.\nBeutesachen abgeben\nUrlaub, Herr Major?\nJa. Endlich. Es wird mir so schon\netwas schwer\nAber Herr Major können doch einen Mann\ndie Konserven schleppen lassen\nDie verfluchten Kerle stehlen nur\nEr fährt zu seinen Heimkonserven\nBataillon greift an\nEs fehlen Konserven\nBeserven fehlen\nBeserven fehlen Konserven\nHerr Major der Konserve bekommt\nlängeren Urlaub\nWährend Beserven angreifen\nEin Vertreter kommt\nVon HINTEN\nAlso keine Ahnung\nAlso wieder ein Sammler\nHerr Major soll endlich Kriegserfahrung\nsammeln\nDazu bekommt der Schafskopf ein\nFeldbataillon\nMit Hilfe\nDurch Leichen zum Zweck\nEr macht üble Erfahrungen mit Granaten\nAber Granaten halten ihn auf dem Laufenden\nMit seinem krummen Stabe\nWanderstab\nBataillon greift an\nPlötzlich kann er nicht mehr laufen\nAu, mein Fufz\nAltes Leiden\nEr reitet zum Arzt\nDoktor mein Fufz\nDoktor weilz Bescheid\nSofort in die Heimat, Herr Major\nMeinen sie wirklich?\nIhr altes Leiden. Ihrer Familie erhalten\nbleiben\nJetzt kann er laufen\nLaufen Herr Major doch nicht so. Beit-\npeitsche vergessen\nDanke. Brauche ich nicht mehr\nZu Hause schreibt er Kriegserfahrungen\nKEINE WOCHE AN DEB SPITZE\nMEINES BATAILLONS\n(Ullstein)\nBataillon kommt zurück\nVon VOBN\nEin Hauptmann kommt\nVon HINTEN\nEr war ungeschickt\nGuter Wein kann schlecht bekommen\nEr wurde vorgeschickt\n(Natürlich nicht der Wein)\nZum Bataillon\nDer Hauptmann hat viele Erfahrungen\nVon HINTEN\nEr bildet Stolztrupps aus"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "43", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.11", "texte": "Kurt Schwitters: Merzzeichnung\nAus dem Sturmbilderbuch IV: Kurt Schwitters"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "44", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.12", "texte": "Von VORN\nVon Vorne\nSie lachen\nHinter ihm\nSie haben nichts zu lachen\nSie werden umverbildet .\nBataillon greift an\nStofztrupps gehen vor\nHerr Hauptmann fährt zurück\nUrlaub zur Wiederherstellung der\nGewandheit\nEr kommt zurück\nNach VORN\nEs kommen keine Stolztrupps zurück\nVon VORN\nSie starben an Erfahrungen\nVon HINTEN\nHaben die Schafsköpfe so angegriffen?\nEr merkt noch nichts\nEr hat sich etwas verbrannt\nJetzt merkt er's\nMund verbrannt\nZu stark geraucht\nEs raucht\nEr dampf ab\nEin anderer Dampfer taucht auf\nReserveraucher\nHauptmännchen\nGenannt Schiebemajor\nMajorstellvertreter\nOrdensschieber\nMännchen vom Mannweib\nEin Häuptling aus Pappe\nIch kenne meine Pappenleimer\nMit dünner Pappe\nKartenspieler\nEr macht es spielend\nLäfzt sich nie in Karten gucken\nGuckt sich nach Orden um\nSpuckt in alle Karten\nBataillon greift an\nA la carte\nHackfleisch ist fertig\nEr greift zur Karte\nRot aus der Hand\nIch passe\nDie Dame?\nErau Gemahlin\nBataillonskommandeuse\nHat nur ein Männchen vorgeschickt\nMannweibsstellvertreter\nLiebes Männchen, hast du schon den Oi'den?\nLiebes Frauchen, ich greife morgen an\nMännchen läfzt angreifen\nKreuzdonnerwetter, Kerle!\nEin derber Kerl\nVerderblich\nKreuz—Dame\nKreuzdämlich\nNämlich er greift nach dieser Karte an\nAngriff wird abgeschlagen\nAngriff wird ohne Karte wiederholt\n(Nochmalangriff, sieh Übungswerk)\nAngriff ist gelungen\nLungen liegen noch herum\nSolche Angriffe bringen Orden ein\nSolche Orden bringen in Sicherheit\nFrau Hauptmann hat ihr Männchen reklamiert\nRespekt, Frau Mannweib\nMännchen darf heimlich Kriegervereine\nführen\nMan reifzt sich um Bataillone\nSie geben armen Teufeln Gehalt\nGerissene Burschen\nHauptmann mit Reifzen vom Stabe\nKnochen zusammenreifzen\nEr denkt: Leichte Minenwerfer\nL. M. W.\nMachen wir\nEr macht Miene anzugreifen\nMinen müssen es machen\nSonst kümmert sich niemand um Minen\nWozu Minen?\nHerr Hauptmann?\nSchiefzen Sie! Entfernung 3000 Meter\nSo weit schiefzen leichte Werfer nicht\nNicht? Dann gehen Sie weiter vor\nDas geht nicht\nWarum nicht?\nVollkommen deckungsloses Gelände,\nfeindlicher Fesselballon\nAch, der sieht nichts\nEr schreibt fesselnd\nDaher der Name Beobachter\nZiehen Sie vor!\nMeine Leute können nicht mehr ziehen\nDaher der Name leicht-gezogene Werfer\nLeichte, gezogene, bitte!\nZiehen Sie mit Pferden vor\nHabe keine Pferde\nWer hat Ihre Pferde?\nVerpflegungsoffizier fährt mitihnen über Land\nDienstlich?\nJawohl, Minnedienst\nDie Pferde sind lediglich zum Minen-\ndienst bestimmt\nStimmt. Aber der Verpflegungsoffizier ist ledig\nAlso ziehen Sie schnell ohne Pferde nach"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "45", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.13", "texte": "Befehl, Herr Hauptmann\nWenn det man jut jeht, Herr Leutnant\nZwei Werfer fahren langsam vor\nBeobachter sehen alles\nMunition kriecht langsam nach\n(Unterernährung)\nGranaten fahren dazwischen\nMunition fährt hoch\nHoch leben alle Minenwerfer\nHingerissen\nFortsetzung folgt\n\nFall Westheim\nHerwarth Waiden\nDem kleinen journalistischen Gehirn des\nHerrn Westheim wird es niemals klar\nwerden, warum ich ihn anremple, wie er\nsich ausdrückt. Zwar gesteht er jetzt end-\nlich, dass er „den Schaffenden dumm und\nhartköpfig gegenüber gestanden hat\", bis\nich ihn im Laufe von Jahren auf den\nTrab brachte. Um so weniger kann er\nverstehen, dass ich ihn trotzdem noch „an-\nremple\", obgleich er die Güte hat, jetzt\nKandinsky, Chagall und andere Künstler\ndes Sturm „anzuerkennen\". Herr Westheim\nscheint sich für so auf dem Laufenden zu\nhalten, dass ich seiner „Anerkennung\" nach-\nrenne. Die Person des Herrn Westheim ist\nmir völlig gleichgültig. Ich brauche weder\nAberkennung noch Anerkennung. Von nie-\nmandem. Wohl aber zertrümmere ich das\njournalistische System, das nach seinem\nModebedürfnis aus derZeit Welt oder aus der\nWelt Zeit macht Wenn ich Herrn Westheim\nmit früheren künstlerischen Dummheiten\nnicht laufen lasse, so tue ich es, weil er seine\nkünstlerischen Dummheiten fortsetzt. Und\njetzt feierlich einem ahnungslosen Publikum\ngegenüber nur das rühmt, was längst über\ndie Zeit hinaus Ewigkeit geworden ist.\nTrotzdem hat dieser Herr Westheim nach\nwie vor die Kühnheit, seine Vorurteile und\nNachurteile als Urteile hinzustellen. Er, der\nnicht einen Urteil künstlerischer Gesin-\nnung besitzt. Er, der Gedichte von Konrad\nFerdinand Meyer für Kunstwerke hält und\nsie ausserdem noch in seinem Buch als\nDichtungen von Lehmbruck veröffentlicht,\num die Bedeutung Lehmbrucks als Künstler\nnachzuweisen. Ich kann mich mit diesem\nHerrn Westheim nicht auf historische Aus-\neinandersetzungen einlassen. Er spielt nicht\neinmal in der Geschichte eine Rolle. Es ist\naber eine Verleumdung, wenn Herr Westheim\nschreibt, dass „Kokoschka, Klee und Fei-\nninger dem Geschäftsbetrieb des Herrn\nWaiden entlaufen sind\". Abgesehen davon,\ndass dieser Herr Westheini von den oe-\nnannten Künstlern nur etwas durch den\nGeschäftsbetrieb des Herrn Waiden weiss\nund abgesehen davon, dass Paul Klee für\ndie sogenannten Bücher des Herrn West-\nheim noch immer nicht existiert, haben\nsich diese Künstler aus materiellen Gründen\nGeschäftsbetrieben verpflichtet, weil Herr\nWaiden kein Geschäftsbetrieb ist. Es ist\nweiter eine Verleumdung des Herrn West-\nheim, dass es „Fälle Marc, Macke, Essig,\nJawlensky und Chagall\" gibt. Marc und\nMacke sind gefallen, bevor Herr Westheim\ngütigst den Expressionismus entdeckt hat.\nEssig hat mich bis wenige Stunden vor\nseinem Tode seinen Freund genannt.\nNach seinem Tode ist ein Roman veröffent-\nlicht worden. Ein missglückter Versuch, aus\nnaturalistischer Darstellung zu künstlerischer\nGestaltung zu gelangen, die Tragödie einer\nunfertigen Künstlerschaft mit der Wirkung\nübermenschlicher Gemeinheit. „Fall Essig\".\nJawlensky und Chagall sucht Herr Westheim\noffenbar für sein Kunstblatt zu gewinnen.\nHerr Westheim beteiligt sich an jeder\ngrossen Mode, auch am Schieben. Man\nkann allerdings von Chagall nicht verlangen,\ndass er im abgeschlossenen Russland weiss,\nwie die Herren Westheim und Konsorten\nihn so lange beschimpft und verächtlich\ngemacht haben, bis der Sturm seine Aner-\nkennung erzwungen hat. Es bleibt also\nnur ein Fall Westheim übrig.\n\nInhalt\nHerwarth Waiden: Künstliche Psychiatrie\nKurt Schwitters: Erweiterung\nRudolf Blümner: Kleine kritische Fabeln\nOtto Nebel: Glosse Berliner Dunstausstellung\n1920\nKurt Schwitters: Hannover\nOtto Nebel: Zuginsfeld\nHerwarth Waiden: Fall Westheim\nAlbert Gleizes / Paris: Zeichnung\nLouis Marcoussis / Paris: Zeichnung\nKurt Schwitters: Merzzeichnung\nMarc Chagall: Interieur / Fünffarbendruck\nJuni 1920"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "46", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.14", "texte": "Verlag Dcr Sturm\nBerlin W 9 / Potsdamer Strasse 134 a\nFernruf Amt Liitzow 4443\n\nMonatsschrift Der Sturm\nErscheint am funften jedes Monats\nJedes Heft enthalt eine mehrfarbige Kunstbeilage\nHolzschnitle (stets vom Stock gedruckt) und\nZeichnungen\nDauerbezug / Ein Jahr 24 Mark / Ein Halbjahr\n15 Mark / Einzelheft 4 Mark 50 Pfennige\nMonatsschrift Der Sturm / Jahrgange 1 10\n\nBiicher atis dem Verlag Der Sturm\n%\nPeter Baum\nSchutzengrabenverse\nGebunden 12 Mark\nFranz Richard Behrens\nBlutbliite / Gedichte\nGeheftet 4 Mark 50 Pfennige / Gebunden 6 Mark\nHermann Essig\nDer Frauenmut / Lustspiel\nUeberteufel / Tragodie\nIhr stilles Gliick / Drama\nEin Taubenschlag / Lustspiel\nNapoleons Aufstieg / Tragodie\nDer Wetterfrosch / Erzahlung\nJedes Buch 3 Mark / Gebunden 6 Mark\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte\n6 Mark / Zweite Auflage\nAdolf Knoblauch\nDie schwarze Fahne / Eine Dichtung\n3 Mark\nKreis des Anfangs / Friihe Gedichte\n6 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nErnst Marcus\nDas Problem der exzentrischen Empfindung und\nseine Losung\n6 Mark / Zweite Auflage\nDas Erkenntnisproblem\n6 Mark / Zweite Auflage\n\nWilhelm Runge\nDas Dcnkcn traumt / Gedichte\n4 Mark 50 Pfennige / Gebunden 6 Mark\nPaul Scheerbart\nGlasarchitektur / In 111 Kapiteln\n3 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nLothar Schreyer\nMeer / Sehnte / Mann / Dramen\n4 Mark 50 Pfennige\nNacht\n3 Mark\nAugust Stramm\nDu / Liebesgedichte\n6 Mark / Drilte Auflage\nTropfblut / Gedichte\nGebunden 15 Mark\nSturm-Abende / Ausgewahlte Gedichte\n7 Mark 50 Pfennige\nMax Verworn\nKeltische Kunst / Mit Abbildungen\n3 Mark\nHerwarth Walden\nEinblick in Kunst\nZur Zeit vergrifFen\nGesammelte Schriften / Band I\nKunstmaler und Kunstkritiker\n4 Mark 50 Pfennige\nDas Buch der Menschenliebe\n6 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nDie Harte der Weltenliebe / Roman\n6 Mark / Gebunden 9 Mark\nSonderausgabe (Auflage 10) 50 Mark\nWeib / Komitragodie\n6 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nErste Liebe / Ein Spiel mit dem Leben\nDie Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nSunde / Spiel an der Liebe\nLetzte Liebe / Komitragodie\nGlaube / Komitragodie\nJedes Buch 3 Mark\nKind I Tragodie\nTrieb / Eine biirgerliche Komitragodie\nMenschen / Tragodie\nJedes Buch 4 Mark 50 Pfennige\nSturm-Bucher\nAugust Stramm\nSancta Susanna\nDie Unfruchtbaren\nAage von Kohl\nDie Hangematte des Riug£\nPeter Baum\nKyland\nJedes Sturmbuch 1 Mark 50 Pfennige"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.15", "texte": "Musik\nHerwarth Walden\nGesammclte Tonwcrkc\nDann / Vergeltung / Vcrdammnis / Werkti—3\nDichtungen von Else Lasker-Schiiler\nFiir Gesang und Klavier / Je 3 Mark\nBruder Liederlich / Werk 51\nFur Gesang und Klavier / 3 Mark\nEntbietung / Werk 92\nDichtung von Richard Dehmel\nFiir Gesang und Klavier / 3 Mark\nZchn Dafnislieder / Werk 11\nZu Gedichten von Arno Holz\nFiir Gesang und Klavier / 12 Mark\nDie Judentochter / Werk 171 / 4 Mark 50 Pfennige\nAn Schwager Kronos / Werk 172\nFiir Gesang und Klavier / 3 Mark\nSchwertertanz / Werk 18\nFiir Klavier / 6 Mark\nDer Sturm / Heeresmarsch / Werk 21\nFiir Klavier / 3 Mark\nTanz der Tone / Werk 23\nFiir Klavier / 3 Mark\n\nHanddrucke\nOskar Kokoschka: Plakat fur die Zeitschrift\nDer Sturm / Originallithographie\nAbzug 30 Mark\n\nSturm-Kartell\nJcde Karte 60 Pfcnnige\nNach Gemalden, Zeichnungen\nfolgender Kiinstler:\nAlexander Archipenko 3\nRudolf Bauer 4\nFritz Baumann 1\nVincenc Benes 1\nUmberto Boccioni 2\nCampendonk 2\nMarc Chagall 5\nRobert Delaunay 1\nLyonel Feininger 1\nAlbert Gleizes 2\nund Bildwerken\nFernand Leger 2\nAugust Macke 1\nFranz Marc 1\nCarl Mense 1\nJean Metzinger 1\nJohannes Molzahn\nGeorg Muche 1\nGabriele Miinter 1\nNegerplastik 1\nGeorg Schrimpf 1\nJacoba van Heemskerck 3 Kurt Schwitters 1\nHjerten-Griinewald 1 Gino Sevejini 3\nAlexei von Jawlensky 2 Arnold Topp 1\nKandinsky 2 Maria Uhden 1\nPaul Klee 1 Nell Walden 1\nOskar Kokoschka 2 William Wauer 6\nOtakar Kubin 1 Marianne von Werefkin 1\n\nSturm-Ausstellungskataloge\nMit Abbildungen\nAlexander Archipenko Skupina\nMolzahn Gino Severini\nJe 60 Pfennige\nTour Donas / Nell Walden\nFranz Marc / 1 Mark 50 Pfennige\nErster Deutscher Herbstsalon Der Sturm 1913\nMit 50 Abildungen in Kupfertiefdruck\n3 Mark\n\nKunstdrucke aus dem Verlag Der Sturm\nAuf Japanpapier\nJeder Kunstdruck 6 Mark\nRudolf Bauer\nSchwarz-Weiss-Komposition 14\nUmberto Boccioni: Abschied / Die Abfahrenden\nDie Zuriickbleibenden\nCampendonk: Zeichnung\nMarc Chagall: Int6rieur / Der Jude / Der Geigen-\nspieler/ Die Schwangere/ Essender Bauer/Madchen\nRobert Delaunay: Der Turm\nLyonel Feininger: Klein Schmidthausen\nMark Wippach II\nJacoba van Heemskerck: Baum / Landschaft\nKandfnsky: Zwei Zeichnungen\nPaul Klee: Kriegerischer Stamm\nOskar Kokoschka Mensclienkopfe: 1 Adolf\nLoos / 2 Herwarth Walden / 3 Karl Kraus\n4RichardDehmel/5PaulScheerbart/6 YvetteGuilbert\nOskar Kokoschka: Tierbilder\nFernand Ldger: Akt\nFranz Marc: Katzen\nJohannes Molzahn: Zeichnung\nGino Severini: Tango argentino\nWilliam Wauer: Sehnsucht / Tanz\n\nSturm-Kunstler / Lichtbildkarten\nJcde Karte 60 Pfennige\nI. August Stramm XII.\nII. Herwarth Walden XIII.\nIII. van Heemskerck XIV.\nIV. Kandinsky XV.\nV. Rudolf Blumner XVI.\nVI. Campendonk XVII.\nVII. Peter Bamn XVIII.\nVIII. Albert Gleizes XIX.\nIX, Oskar Kokoschka XX.\nX. Alexander Archipenko XXI.\nXI. Paul Klee XXII.\nGabriele Miinter\nRudolf Bauer\nNell Walden\nMynona\nMolzahn\nKurt Heynicke\nWilliam Wauer\nLothar Schreyer\nGeorg Muche\nArnold Topp\nKurt Schwitters\n\nSturm^Hochschule\nVicrtes Jahr\nBerlin / Potsdamer Strasse 134 a\nLeitung: Herwarth Walden\nUnterricht in der expressionistischen Kunst\nBiihne / Schauspiel / Vortragskunst / Malerei\nDichtung / Musik\nLehrcr der Sturmschule\nRudolf Bauer / Rudolf Bliimner / Jacoba van\nHeemskerck / Georg Muche / Lothar Schreyer\nArnold Topp / Herwarth Walden / William Wauer\nSpreclistunden der Leitung: Montag, Mittwoch\nFreitag, Sonnabend 4—5\n\nLcitung der Sturmschule fur Holland:\nJacoba van Heemskerck / Den Haag\nAnmcldungcn durch den Sturm / Berlin W 9"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200605-01.1.16", "texte": "Anzeigen werden nicht aufgenommen\nVerantwortlich für die Schriftleitung:\nLothar Schreyer\nVerantwortlich für den gesamten Inhalt und Verlag\nF. Harnisch / Berlin W 35\nDruck: Druckerei für Bibliophilen / Berlin NO 18\n\nDer Sturm\nStandige Ausstellungen\nBerlin / Potsdamer Strasse 134 a\nGeoffnet taglich von 10-6 Uhr J Sonntags 11-2\nTageskarte 1 Mark 75 Pfennige\neinschliessiich „Bier und Lustbarkeitssteuer\"\nMonatlicher Wechsel\nSiebenundachtzigste Ausstellung\nJuni 1920\nNell Walden / Tour Donas\nAchtundachtzigste Ausstellung\nJuli 1920\nThomas Ring\nWalter Selle / Gedachtnisausstellung\nEroffnung Sonntag den 4. Juli 1920\n\nDer Sturm\nverfugt iiber Werke folgcnder Kunstler (Gemalde\nGraphik / Holzschnitte / Handdrucke) zum Vcrkauf\nund fur Ausstellungen:\nGosta Adrian\" Nilsson / Alexander Archipenko\nRudolf Bauer / Willi Baumeister / Fritz Baumann\nVincenc Benes / Umberto Boccioni I Campendonk\nCarlo D. Carra / Marc Chagall / Delaunay / Sonja\n/ Tour Donas / Max Ernst / Emil\nFilla I Oskar Fischer / Albert Gleizes / Otto\nGutfreund / Hugo Handel / Jacoba van Heemskerck\nSigrid Hjerten-Grunewald / Isa Grunewald / Johan-\nnes Itten / Alexei von Jawlensky / Kandinsky\nPaul Klee / Oskar Kokoschka / Otakar Kubin\nFernand Leger / Franz Marc / Jean Metzinger\nGabriele Munter/Johannes Molzahn /FrancisPicabia\nKurt Schwitters / Oskar Schlemmer / Gino Severini\nFritz Stuckenberg / Arnold Topp / MariaUhden/Nell\nWalden / William Wauer / Marianne von Werefkin\n\nDeutscher Expressionismus\nDarmstadt 1920\nJuni—September\nMathildenhohe\nUnter kunsilerischer Leitung der\nDarmstadter Sezession\n\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm\nsind signierte und nummerierte Handdrucke, von\nden meisten Zeichnungen Kunstdruckc kauflick\nzu erwerben. Die Originale sind verkauflich.\nAusfuhrliche Verzeichnisse des Verlags Der Sturm\nkostenlos.\n\nKunstbuchhandlung Der Sturm\nPotsdamer Strasse 138 a\nFernruf Liitzow 4443\nhat gute und seltene Biicher und Noten vorratig\nund nimmt Bestellungen entgegen\n\nNeuanzeigen Der Sturm\nSocbcn crschicncn\nLothar Schixyer\nDie neue Kunst\n3 Mark\nF a r b i g e Kunstdrucke\nMarc Chagall\nKutscher / Aquarell\n7 Mark 50 Pfennige\nPaul Klce\nSpiel der Krafte einer Landschaft\n7 Mark 50 Pfennige\nMarc Chagall\nFrau / Aquarell\n7 Mark 50 Pfennige\nKandinsky: Aquarell 6\n7 Mark 50 Pfennige\nAugust Stramm: Gesammelte Dichtungen\nI. und II. Band erschienen\nJeder Band 12 Mark\nHerwarth Walden: Die neue Malerei / Einfuhrung\nin den Expressionismus / Mit 16 Abbildungen\n6 Mark / Dritte Auflage\nExpressionismus / Die Kunstwende\nHerausgegeben von Herwarth Walden\nMit 140 Abbildungen und 4 Originalgraphiken\n30 Mark / gebunden 50 Mark\nDie Sturm-Buhne\nJahrbuch des Theaters der Expressionisten\nJede Folge 90 Pfennige\nAchte Folge erschienen\nSturm^Bilderbucfcer\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nJe 7 Mark 50 Pfennige\nI. Marc Chagall\nII. Alexander Archipenko\nIII. Paul Klee\nIV. Kurt Schwitters\nErscheint am 1. Juli\n\nSturmbuhne / Theater der Expressionisten\nKtinstlerhaus / Bellevuestrasse 3\nSonnabend, den 12. Juni abends 8 Uhr\nDie Haidebrant / Dichtung von August Stramm\nUrauffuhrung\nKarten 40, 30, 20, 10 Mark\nFur die Mitglieder der Gesellschaft der Sturmfreunde\nzu halben Preisen"}]}