{"numero_id": "bm-bmtnabg-1920-08-05-01", "volume": "bmtnabg_1920-08-05_01", "ocr_sha256": "1b7b7ed3a82d5af7c14d55f4db7557f2d10918f817f7c89b80febe146f63e2ba", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1920/08/05_01/bmtnabg_1920-08-05_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1920/08/05_01/bmtnabg_1920-08-05_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1920-08-05-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-08-05_01#c001", "volume": "bmtnabg_1920-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "65", "page_fin": "65", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.2.1", "titre_corps": "Th. 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Erkennen\nHaben\nSternumgreifen\nHimmelherz strahlt All\nTänzer\nOeffner\nSinger\nGeber\nSchooss\nGeliebte Tod\nMutter Liebe\nMann Licht\nSein\nAlllicht\nAllsein\nAllwir\nAllnichts\nAllich"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "68", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1757, "texte": "Mutter Geliebte Mann\nHeiland\nHeiland\nHeiland\nMenschentanz\nMutter Geliebte\nTüren auf\nMenschen auf\nBereitet das Bett\nHohe Zeit\nWeihe Zeit\nSingt die Taube\nSpringt das Lamm\nEsst das Brot\nTrinkt das Blut\nZungen flammen Weltwort\nWeltlos\nHeilig\nHeilig\nMann Geboren am Kreuz\nGewandert durch Leiden\nGestorben im Weltschooss\nWir scheiden von Menschen\nLebengeopfert\nAuferstandene\nMenschüberwundene\nWeltumarmen\nSinnenumfinstert\nSinnlosumleuchtet\nSinken in Dich\nTragen wir Dich\nGlühen Dich\nStrahl\nArme Welt\nGeliebte Du nimmst mich\nDu gibst mich\nLeib mein mein fleischern\nGefäss\nKlares Feuer entgiesst dem Stern\nMeine Hand streichelt müden\nMensch\nMeine Lippen küssen stummen\nMund\nMein Fuss geht zu Dir\nTränen waschen den Staub\nMein Herz trocknet Blutwunde\nDir bin ich Magd [Dir\nUm unsere Sünde Sünde\nAufgetan Dir\nAufgerichtet Dir\nMarterleib\nHerzkreuz\nSchlagt in mich\nSpeit\nHebt den Stein\nMenschenopfer\nMutter Erdsamen in mich geworfen\nGehen die Menschen\nZertreten die Menschen\nNacht sinkt auf Bruder und\nSchwester\nFasst eure Hände kalt\nFühlt eure Lippen stumm\nKniet vor eurem Leibe Scham\nHerz zerreisst Mensch\nErde türmt auf dem kleinenLicht\nKindmutter verbrennt\nSturmauf\nSonnenunter\nWüstes Sehnen\nMutter Welt\nWeltwandel\nWunder\nTod stirbt\nLiebe stirbt\nLiebe über uns\nTod über uns\nKomm kleines Kind\nVerlassener Mensch\nDu Kind\nMann Sündige Sünder\nLiebe Geliebte\nEmpfange Du Mutter\nLeide das Leid\nWir sind gefallen\nWir sind verloren\nDer Stein ist zerrollt\nLicht lischt\nDie Stimme schweigt\nWandern in uns\nEinsam\nGeliebte Kreuz kreuzt uns\nMutter Ich leide\nMutter Geliebte Mann\nWir wandern traumwandern\nwachwandern weit\nHeiland fremd\nDurch die Menschen\nHohn Blut\nSpott Blut\nHass Blut\nLiebend verdammt\nWeh in die arme Welt\nWeit in die arme Welt\nWachen\nWelt\nWachen\nMenschen gehen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-08-05-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-08-05_01#c003", "volume": "bmtnabg_1920-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "69", "page_fin": "69", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.2.3", "titre_corps": "Fernand Léger: Zeichnung", "titre_sommaire": "Fernand Léger: Zeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de 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"controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "70", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4332, "texte": "Tran Nummer 11\nDeutsche Volkskritik, die Kritik des Wieder-\naufbaus\n\nHerr Max Streese, offenbar Mitglied der\ndeutschen Volkskrilikerpartei, der Partei\ndes künstlerischen Wiederaufbaus, geht\nseinen Weg zielbewusst rückwärts. Er\nkommt dabei zu einer erfreulich reaktionären\nKritik in den Leipziger Neuesten Nach-\nrichten vom 5. 6. 20, die der Hannoversche\nAnzeiger und andere ähnliche Zeitungen\nabdruckten, und erkennt in dem Zurück-\nbleiben der deutschen Kunstentwicklung\n„unverkennbar\" einen Schritt auf dem Wege\ndes Wiederaufbaus.\nSolch eine Wiederaufbaukritik kommt nun\nso zustande: Herr Max Streese geht in die\nAusstellung auf der Mathildenhöhe. Er\nwill doch mal sehen, was denn dieser ver-\ndammte Expressionismus wieder einmal\n„zertrümmert\" hat, und ob sich nicht\nlangsam „etwas herauskristallisiert\", das\n„auch dem Laien das notwendige gewalt-\nsame Zertrümmern begreiflich erscheinen\nlässt.\" Herr Streese, ich fürchte, Sie werden\nden Expressionismus so leichte nich be-\ngreifen. „Der erste Eindruck ist naturge-\nmäss ein sinnverwirrender.\" (Da stehst\nhalt machtlos visavis.) Kunst ist doch et-\nwas, das mich erheben soll, besonders jetzt\naus die Misäre! „Demnach lässt sich bei ein-\ngehendem Beschauen nicht leugnen, dass die\nZeit der Gärung vorübergeht.\" Also: Herrn\nMax Streeses Sinne sind verrwirrt. Gleich-\nsam Hallucinationen. Reden etwa die Bilder?\n„Raufediewaub.\" Herr Streese fasst sich\nan den Kopf. Es ist ihm, als ob die Bil-\nder tortwährend das Wort „Raufediewaub\"\nrieten. Was ist das für ein entsetzliches\nWort? Das ist wahrscheinlich Gärung. So\nähnlich wie Revolution. Sogar die Waub\nrauft. Herrn Streese sprühen Funken vor\nden Ohren. Soll das etwa „Weib\" heissen?\nDa werden Waube zu Hyänen? Richtig, die\nKünstler sind mit dem Worte „Waub\" ge-\nmeint. Es ist ja bekannt, alle Künstler haben\neinen weiblichen Einschlag. Und treiben\nmit Entsetzen Spott, diese entsetzlichen\nSpötter! Herr Streese besinnt sich. Viel-\nleicht kommt man mit Ruhe und Über-\nlegung doch hinter den Sinn dieses Ex-\npressionismus. Und nun beschaut er die\nGärung eingehend. Raufediewaub, das ist\nja Wiederaufbau, weiter nichts als Wie-\nderaufbau. Man muss es nur richtig be-\ntrachten, die Zurückgebliebenen betrachten.\nDarum hätte man sich doch nicht aufzu-\nregen brauchen. Und nun erkennt Herr\nStreese, „dass die expressionistische Be-\nwegung in absehbarer Zeit wieder in sehr\ngesunde Bahnen überläuft.\" Offenbar ist\ndie expressionistische Bewegung ein Topf.\nDie vielen Mitläufer, die Herr Max Streese\nbereits „auszuschalten\" beginnt, offenbar\nhängen diese Mitläufer an einer elektrischen\nLeitung, diese Mitläufer haben ihn vollge-\nmacht, den Topf nämlich, und nun läuft\ner über, und zwar grade in die sehr\ngesunden Bahnen des Wiederaufbaus, die\nneben dem Topf vorbeifahren. Hier scheint\nes sich um elektrische Materialförderbahnen\nzu handeln, die ähnlich wie die Mitläufer\nausgeschaltet werden können (confer Brock-\nhaus). Es scheint sehr wichtig zu sein, dass\nder Expressionismus in diese Bahnen über-\nläuft. Expressionismus scheint etwa eine\nSchmierflüssigkeit zu sein, offenbar müssen\ndie sehr gesunden Bahnen des Wiederauf-\nbaus mal geschmiert werden. Und dann\nerklärt Herr Max Streese, was denn eigent-\nlich dieser Wiederaufbau ist, „dass sich aus\nder uns ureigentlich wesensfremden Kunst\ndes Expressionismus (Herr Streese, Ihnen\nist die Kunst des Expressionismus tatsäch-\nlich ureigentlich wesensfremd) ein typischer\ndeutscher Charakter herausgebildet hat.\"\nHeil dir im Siegerkranz, Mottenlöcher hin,\nMottenlöcher her, armes Deutschland! „Es\nfehlen selbstverständlich auch die Extremen\nin der Ausstellung nicht, aber Bilder wie\n„Sturmgruppe\" können zweifellos als Ex-\nperiment bezeichnet werden.\" Und das be-\nhauptet ein sinnverwirrter Wiederaufbau-\nkritiker, der selbst zugibt, dass ihm der\nExpressionismus ureigentlich wesensfremd\nist. Und nun gar die Arbeiterbilder von\nKurt Schwitters und anderen. „Schwitters\nmalt nicht mehr, sondern sucht Auslese\naus den Kehrichthaufen ... Über diese An-\nfänge sind wir Gott sei Dank hinaus.\" Und\ndas behauptet ein sinnverwirrter Wieder-\naufbaukritiker, dem der Expressionismus ur-\neigentlich wesensfremd ist. Ich danke dir\nGott, dass ich nicht so bin, wie diese Sün-\nder und Zöllner, Ehebrecher, Sturmkünstler,\nExpressionisten und Merzmaler. (Achtung\nHelltoren L,fSalz- und Rostfrei, hellgelb)."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "71", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1415, "texte": "Aber ich will es ihnen schonst zeigen! Wenn\nich auch nicht weiss, um was es sich\nhandelt bei diesem verfluchten Expressionis-\nmus, so behaupte ich einfach, diese ganze\nEntwicklung hätte ich längst hinter mir.\n„Im Geiste des Neinsagens\" nenne ich das\ndann Wiederaufbau. Darauf behaupte ich\ndann, „die grosse Mehrzahl der Künstler\nginge ihren Weg zielbewusst vorwärts\",\nund liefe in sehr gesunde Bahnen über\n(die Zurückgebliebenen nämlich). Herr\nMax Streese, hier kann ich Sie nicht wider-\nlegen; die kleine Einzahl heisst „Waub\",\ndie grosse Mehrzahl „Wiederaufbau\". Als\nBeweis dafür, dass die grosse Mehrzahl in\nsehr gesunde Bahnen überläuft, führt Herr\nMax Streese dann die „Einzelerscheinung\"\nPicasso an, der „heute fast realistisch malt\".\nHerr Max Streese, bilden Sie sich etwa ein,\nPicassos künstlerische Beweggründe be-\ngreifen zu können, da Sie seinen Kubismus\nnoch nicht begriffen haben? Wenn ich zum\nBeispiel jetzt plötzlich ein naturalistisches\nPorträt malte, etwa hier dieses Porträt Ihrer\nkritischen Persönlichkeit, dann behaupten\nSie womöglich nächstens, ich würde meiner\nMerzmalerei untreu und gehörte der Partei\ndes Wiederaufbaus an. Sehr freundlich,\naber danke bestens. Ihr Wiederaufbau ist\nein windschiefes und morsches alles Haus,\ndas Sie von allen Seiten stützen müssen,\ndamit es der Sturm nicht umweht. Aber\nschadet nichts, nur ruhig umpusten lassen,\nSind ja Wiederaufbaupartei.*)\n\nKurt Schwitters"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-08-05-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-08-05_01#c005", "volume": "bmtnabg_1920-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "71", "page_fin": "72", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.2.5", "titre_corps": "Kleine kritische Fabeln", "titre_sommaire": "Kleine kritische Fabeln", "signature_source": "Kurt Glaser gewidmet ; Rudolf Blümner", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "71", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.7", "debut_caractere": 1417, "fin_caractere_exclue": 4122, "texte": "Kleine kritische Fabeln\nKurt Glaser gewidmet\n\nIX\nEs war einmal ein Glasermeister. Seine Ge-\nschicklichkeit im Zerbrechen von Glas-\nscheiben war so gross, dass viele reiche Leute\nsich von ihm Fensterscheiben einsetzen\nHessen. Nun hatten grade die Schildbürger\nabseits vom Weg ein grosses Haus gebaut. Ein\nberühmter Tiermaler hatte die grössten\nder Fensterscheiben mit herrlichen Farben\ngeschmückt. Der Ruf und die Schön-\nheit dieser leuchtenden Bilder lockte\nalles Volk herbei. Die Schildbürger aber\nwollten die Geschicklichkeit des Glaser-\n* Es handelt sich um die Besprechung der Aus-\nstellung Deutscher Expressionismus Darmstadt 1920.\ni\nmeisters an diesen Kunstwerken auf die\nProbe stellen. Darum baten sie ihn, ein\nGutachten über die Fensterscheiben abzu-\ngeben. Der Glasermeister kam und die\nSchildbürger fragten ihn, ob es wohl gutes\nund haltbares Glas sei. Da griff der.Glaser-\nmeister in einen Sack, den er mitgebracht\nhatte und holte eine Menge grosser Steine\ndaraus hervor. „Nun wollen wir einmal\nsehen\", sagte der Glasermeister, „ob es ge-\ndiegene Arbeit ist.\" Damit schleuderte er den\ngrössten und schwersten Stein so geschickt\nauf die schönste der Scheiben, dass sie\nsofort in Trümmer ging. „Es ist nichts\nmit den Scheiben,\" sagte er und schmiss\nder Reihe nach alle Scheiben in Trümmer.\nDie Schildbürger aber rühmten laut die\nGeschicklichkeit des Glasermeisters und\nfreuten sich noch lange über den gelungenen\nVersuch.\nX\nIm Lande war Dürre und Missernte. Das\nVolk ass Wurzeln, Kräuter und die Rinden\nder Bäume. Da kamen fremde Leute ins\nLand und pflanzten neuen, starken Samen.\nUnd aus dem Samen wuchsen neue, üppige\nund wohlschmeckende Früchte. Sie zeig-\nten die Früchte allem Volk und priesen ihren\nGeschmack und ihre Nährkraft. Einige Be-\nherzte kosteten von den neuen Früchten,\nlabten sich an ihnen und sättigten sich.\nAber die Menge des Volkes verschmähte\ndas Neue und ass weiter von schlech-\nten Wurzeln, Kräutern und Rinden. Da\nzogen die Pflanzer hin zum Hüter des Cul-\ntus und sprachen zu ihm, er möge das\nVolk belehren. Aber der Hüter war sehr\nmüde und schlief schon seit vielen Jahren.\nSo kam das Volk von Kräften und der\nGeist der Menschen wurde verwirrt. Es\ngeschah aber um • die Zeit, als der Mond\nsich zum eilten Male wandelte, dass Et-\nliche sich zu einer Sekte zusammentaten,\ndie das Volk retten wollte. Sie raubten\nvon den köstlichen Früchten und ver-\nschlangen sie gierig. Dann eilten sie zur\nHütte, in welcher der Hüter des Cultus\nschlief. Hier machten sie einen gar ge-\nwaltigen Lärm gleich Korybanten, dass\nsogar der Hüter des Cultus erwachte und\nerschrocken aus seiner Hütte trat. „Wir\nhaben neue Früchte für alles Volk,\" schrie-\nen sie so laut, dass der Hüter des Cultus"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "72", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1042, "texte": "ihnen glaubte. Er befahl ihnen, ihre köst-\nlichen Früchte in ein grosses Glashaus zu\ntragen, sodass alles Volk sie sehen und\nalsbald verzehren könne. Und so geschah\nes. Ein Fest wurde gerichtet und alles\nVolk geladen. Der Hüter des Cultus selbst\nerschien- mit allen Unterhütern, die er aus\ndem Schlafe geweckt hatte. Das Volk\ndrängte sich in die Halle. Aber alsbald\nentstand Lärm und Verwirrung. Üble\nDünste erfüllten den Raum. Grauen und\nZittern überfiel alle Menschen, weil gräss-\nlicher Gestank die Luft verdarb und gifti-\nger Hauch in Schwaden hin und her trieb.\n„Wo sind die Früchte?\" schrie das Volk\nund Enlsetzen ergriff alle. „Esset\", riefen\ndie Sektierer. „Esset\", schrie der Hüter\ndes Cultus und alle Unterhüter. Und das\ngierige Volk, das soviel von den wohl-\nschmeckenden und nahrhaften Früchten\ngehört hatte, frass verzweifelt von der ekel-\nhaften Speise. Es war der Kot der ver-\nzehrten Früchte, den die Sektierer vom\nelften Monde dem verblendeten Volke\nreichten.\nDem Hüter und den Unterhütern des\nKultus gewidmet\n\nRudolf Blümner"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-08-05-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-08-05_01#c006", "volume": "bmtnabg_1920-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "72", "page_fin": "77", "image_debut": 8, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.2.6", "titre_corps": "Zuginsfeld", "titre_sommaire": "Zuginsfeld", "signature_source": "Otto Nebel", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "72", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.8", "debut_caractere": 1044, "fin_caractere_exclue": 1065, "texte": "Zuginsfeld\nOtto Nebel"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "72", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.8", "debut_caractere": 1080, "fin_caractere_exclue": 2998, "texte": "Ach was\nAdjutanten schreien immer\nSchneidige Stimme .\nSie haben zu bestimmen\nAn Hand des Schafskopfs\nDas Bein ist rechte Hand\nSteht auf dem Kopf\nLäuft auf den Händen\nMan muss ihn auf Händen tragen\nDen Schafskopf\nHaupt auf einer Schüssel\nGedämpfte Bregen\nPfui Teufel\nMahlzeit, die Herrn, habe zu tun\nWer noch zu tun hat, hat noch nichts getan\nEr hat immer zu tun\nAdjutanten führen Geschäftszimmer\nBlechschmiede\nDas soll kein Hieb sein\nGeschäftszimmer führen Feldwebel\nFeldwebel führen Kompagnieschreibstuben\nAlso Tintenkrieg\nKrieg führt alle an der Nase\nKriege sind nicht zu führen\nWenn sie ausbrechen\nAlso soll man sie lassen\nEhe sie ausbrechen\nGewonnene Kriege sind gefährlicher als\nverlorene\nSieh 1870-71\nGewonnene Kriege erzeugen Grössenwahne\nSieh 1870\nSieh Siegesallöe\nSieh dir nicht mehr Berlin an\nSiege verderben den Volkscharakter\nUnd die Architektur\nSieh dir Berlin an\nSieh Griinderjahre\nVerlorene Kriege sind keine Verluste\nVerluste sind erwürgte Menschen\nAlle Kriege müssen sich verlieren\nVölker brauchen keine Kriege zu führen\nWenn sie kühl und gesund leben\nSieh Eskimos\nDenn Kriege sind zwecklose Unterbrechun-\ngen eines eingebildeten Friedens\nBilde dir nur nichts mehr ein, Vetter Michel,\nfetter\nFett macht schwach\nSchwäche ist lächerlich\nDas ist ein starkes Stück\nEr nimmt Menschen nicht ernst\nEr ist nicht ernst zu nehmen\nNehmt mich doch heiter\nDas ist aber doch lächerlich\nDAS seid IHR aber doch\nEr schätzt uns nicht\nIch überschätze euch nicht mehr\nDenn Dummheit ist international\nDoch Geist ist grenzenlos\nDarum sagt er: Wenn eine Nation auf\nErden unmöglich ist, ist Nationalismus un-\nmöglich\nIst aber Nationalismus unmöglich, ist\nNationslosigkeit Pflicht\nKunst ist international\nDarum lacht sie alle Michel tot\n«•\nÜberschätzung sei nur einsamen Geistern\nerlaubte Notwehr\nMenschen sind kosmische Lächerlichkeiten\nKomisch sind sie nicht\nTragisch sind sie nicht\nDenn ihr Schicksal machen sie sichfselber"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "74", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2693, "texte": "Gegen ALLE VERNUNFT\nALLE VERNUNFT IST GOTT\nAmen\nEs strebt der Mensch, solang' er irrt\nEin Weiser baut euch Menschen ab\nDas ist nicht sehr erbaulich\nWiedersprechende Meinungen sind un-\ngeschickte Wortbeweise zur Erkenntnis\nNur richtig zuhören\nMeine Tanten glauben nichts\nAdjutanten ahnen nichts\nJa\nIa\nI. A.\nI. A. a. R.\nIm Auftrage auf Befehl\nAdjutanten werden auf Befehle aufgetragen\nBelegte Brötchen\nZum Abbeissen\nAdjutanten führen Buch\nZum Abreissen\nDreifache, zehnfache, doppelte Buch-\nunterführung\nÜberführen Sie sich\nSieh maschinellen Betrieb, Talent, Organi-\nsation, Schriftverderb, Vorschriften, Urlaub,\nOrdenskiste, Schiebung, Frau Oberleder,\nCharakter, Geschmeiss, Schmeissfliegen,\nKantine\nKommt noch\nNicht so stürmisch\nAlle Kantinen werden gestürmt\nSieh dich an\nSieh das Volk an\nIm Augenblick sehe ich keines\nIm nächsten Augenblick galoppiert ein\nUnterlehrer\nDas Ross ist vom Teufel geritten\nLehrer reiten alles tot\nHerr Verpflegungsleutnant hat seine Unter-\nteufel\nEr schwingt sich mit einem Schwung in\ndie Kantine\nHerrenreiter\nEin lahmes Ross wird abgeführt\nEr leidet nicht darunter und darüber\nLeider kann er nicht leiden\nNiemand kann ihn leiden\nEr kann niemanden leiden\nKurz, es herrscht Kameradschaft\n7 t\nDenn leider leitet er\nSieh Magenfragezeichen\nSEIN oder NICHTSEIN\nDas ist hier der Magen\nSeine Ladenschwengel grinsen Zwinkern\nNa? Alles geregelt?\nAlles geregelt, Herr Leutnant\nEr hat seine Unterdiebe\nGute Kriegswucherungen\nWir verstehen uns\nEr bestiehlt die Kantine nicht\nEr lässt die Kantine stehlen\nKantinen bestehlen Mannschatten\nFeste Preise\nOffiziere billiger\nFolglich bestehlen Mannschaften Kantinen\nIn Stellungen einbrechen\nOffiziere helfen dabei\nSpass muss sein, wenn sie besoffen sind\nStosstruppführer\nEinbruchsteile hintenrum\nRum für Offiziere\nMannschaften rollen noch schnell einige\nWürste auf\nHerr Unterlehrer hilft den Helden\nUm seine Stellung zu halten\nDenn er hält Abstand vom Schuss\nSchlacht den Dummen!\nObwohl er kein Alldeutscher ist\nEr hat seine Schlachtung\nSterbende Tiere haben gleichen Reiz\nKamera her!\nReizende Aufnahme: Meine Schlächter im\nDienst\nHört verröchelnde Tiere\nMachen Sie sich ein Klangbild\nEr entwickelt\nLustmörder hinter der Front\nKamera arbeitet für Kameraden\nKameradschaft\nSchuften zum Andenken\nIhr könnt Euch selber denken\nDenke ich mir\nIch kann euch nicht ausdenken\nVolk der Denkmäler\nEin Ornament neben zwei andern\nVerzierung 3, Herr Zahlmeister\nAchselstückwerk\nMühlitärbeamter\nWem Gott dies Amt gibt\nDem nimmt ER kurz vorher den Verstand\nVerzierung ist keine Zierde\nAchselstücke sind Stuck\nAussen Wappenglanz, innen Pappe\nWürde mit Drahteinlage\nOffizierachselstuck\nEtwas auf leichte Achselstücke nehmen\nAuf Achselstücke etwas geben?"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "76", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2517, "texte": "Auch das gibt sich\nNehmt hin\nSchultern frei\nDas Zeug drückt den Charakter tot\nSchulterblätter genügen\nAber Zahlmeister halten blanke Stücke\nauf sich\nSo blau\nGlänzend bucht er die Mache\nPapiergeld im Schädel\nHeilige Scheine\nScheintotes Geld\nWerfer\nBanknot lässt sich lumpen\nWas ein blauer Lappen wird\nWir müssen siegen\nAber rote Nase?\nGlühende Begeisterung\nOhne Zahlmeister kein Weingeist\nKantinen unterstehen Zahlmeistern\nZahlmeister unterliegen Kantinen\nSie stehen zu oft davor\nDienstlich\nVon Etiketten ringsum eingeschlossen\nAusgeschlossen\nKantinenvorstand\nWeingeistlicher\nSchnaps ist Schnaps\nIn diesem Sinne\nProst\nMan opfert sich auf\nKein Dank\nKantine liegt einem am Bierherzen\nEin Herz und eine Kehle\nEr befasst sich mit jedem Fass\nSo wird fasslich, dass er trinkt\nHier ruht im Spott ein Ertrunkener\nFriede seiner Flasche\nHier fühl' ich, dass ihr bitter werdet\nFort von dieser Stelle\nWeg, weg von dieser Schwelle\nDenn wer den Bestien seiner Zeit genug\ngetan, der hat gelebt\nWir waren immer Feinde\nAffenbrüder\nDie Bauern in Waffen\nAlle Stände schmierig\nUnd die Armee verführt\nGanz begreiflich\nWas ich sage, darfst du denken\nDas Wort ist frei\nSagt der General\nFragt Schillern\nDenn er war unser\nDer ganze Unterschied ist in den Röcken\nSagt er\nRock 4 oder Nacho\nJasta\nNacho ist NACHrichten-Offizier\nAch, o bleib mit deiner Gnade fern\nEin junggnädiger, geschickter Herr\nVom Adjutanten geschickt\nGeschickt im Abhorchen\nHorchposten spitzt die Löffel\nSpitzel will Ia werden\nSieh General Stäbchen\nWieder so ein Spürhund\nNix nix\nDu kannst nicht betrügen\nUnd das Gemunkel\nUnd das Genicke\nUnd die nannten sich Kaiserliche\nSpreizen sich\nTragen sich sauber\nFort, Halunke\nBleiben wir vom Soldatenhaufen\nEr bleibt am Stabe\nDas muss immer fressen\nNummer 5 muss immer saufen\nDenn schwere Maschinengewehr- Ober-\nleutnants liegen im Hintergelände\nSieh Höhepunkt\nHintergelände liegt unter Feuerwasser\nGute Schnapser schonen\nGute Leutnants schonen\nWieso, wieso?\nHerr Oberleutnant sind krank\nGallensteins Lager\nWarum schmeissen wir euch nicht aus dem\nLand?\nKriegsbegeisterung muss erhalten bleiben\nDarum bleiben aktive in Deckung\nStets bereit einzutreten\nIn eine Kantine\nStets bereit einzuheiraten in eine Kuhsine\nVertreter zur Stelle!\nKommt der Vertreter, kommt schon Be-\ngeisterungsschnaps\nReservegeistleutnant übernimmt die M.-G.-\nKompagnie\nVorher nimmt er einen\nNachher übergibt er sich\nDie Welt entlang\nDudeldumdei\nMutig geschwenkt\nBei dem feigen Menschengeschlechte\nGute Vernichtung, meine Herrn\nAber nebenbei siud noch Nebenbeine"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "77", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 189, "texte": "Bein 6?\nSieh Scheinarzt\nBein 7?\nHerr Unterarzt\nDie Missgeburt ist verarztet\nAchtens ?\nOffizier zur besonderen Verschwendung\nDer ganze Strudel strebt nach oben\nSagt Goethe\nDenn er war unser."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-08-05-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-08-05_01#c007", "volume": "bmtnabg_1920-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "73", "page_fin": "73", "image_debut": 9, "image_fin": 9, 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"image_debut": 13, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.2.7", "titre_corps": "Herrmann der Wunderbare : (Wie man mit dem Dampfhammer philosophiert)", "titre_sommaire": "Herrmann der Wunderbare : (Wie man mit dem Dampfhammer philosophiert)", "signature_source": "Otto Nebel", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "77", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.13", "debut_caractere": 210, "fin_caractere_exclue": 3216, "texte": "Herrmann der Wunderbare\n(Wie man mit dem Dampfhammer philo-\nsophiert)\nOtto Nebel\nDie Pflege der Theaterwissenschaft in Berlin\n„Die theatergeschichtlichen Übungen, die\nProfessor Max Herrmann jedes zweite\nSemester an der Universität abhält, sind\ndiesmal dadurch besonders erwähnenswert,\ndass sie ins Theaterwissenschaftliche hinein-\nspielen. Es sind sogar recht eigentlich\ntheaterwissenschaftliche Übungen in den\nDienst der Theatergeschichte gestellt. Es\nwird nämlich an Kaysslers Theater-\nstücken „Simplicius\" und „Jan der Wunder-\nbare\" untersucht, ob sie einen Niederschlag\nseines schauspielerischen Wesens geben.\nHierdurch soll geprüft werden, ob die\nMethodik berechtigt ist, aus den Schau-\nspielerstücken der Vergangenheit Rück-\nschlüsse auf die Schauspielkunst ihrer Ver-\nfasser zu tun. Die unter dem Protektorat\nProfessor Herrmanns stehende Akademische\nVereinigung für Theaterwissenschaft, die\nins dritte Semester geht, bespricht in\nihren allwöchentlichen im Lessing-Museum\nstattfindenden Zusammenkünften die In-\nszenierungsprobleme in Dramen Herbert\nEulenbergs. Daneben werden Theater-\nverwaltungsfragen erörtert und Kaysslers\nSchauspielernotizen zur Diskussion gestellt.\"\n„Berliner Tageblatt'\n(2. Juni 1920)\nUff. Noch einmal. Also Übungen spielen\nhinein. Theater ist eine schöne Geschichte.\nGeschichte ist ein anderes Theater. Theater-\nGeschichte ist jedes zweite Semester. Ein Se-\nmester Schonzeit für Füchse und Hosen.\nBurschen heraus. Theatergeschichtliche\nÜbungen sind diesmal dadurch besonders er-\nwähnenswert, dass sie sogar recht eigentlich\ntheaterwissenschaftliche Übungen in den\nDienst der Theatergeschichte gestellt, in das\nTheatergeschichtliche hineingespielt, die Pr-\nofessor Herrmann, der Professor Max, jedes\nzweite Semester hält er sie ab, es wird nämlich\nKayssler niedergeschlagen, Simplizius Frie-\ndrich der Grosse Wunderbare. Ob die\nMethodik berechtigt ist? Hierdurch soll ge-\nprüft werden. Professor Herrmanns ste-\nhende Vereinigung geht. In ihrem all-\nwöchentlich altdeutsch im Lessing-The-\nater-Museum stattfindenden Panoptikum\ngeht sie mit dem Inszenierungsproblem mit\ndem heissen Brei für die Katze um den\nEulenberg, meine Herren, ins dritte Semester\nkommen wir nun zu kurz, will sagen zu\nKurt Götz, Kadelburg und Ferdinand Bonn,\ndaneben Theaterverwaltungsfragen erörtert\nwerden, und Sherlock Holmes untersucht\nVergangenheit auf Vergehen, die Mena-\ngerie der Studenten „o Deutschland hoch\nin Ehren\" doch kocht Seife aus dieser Ju-\ngend, die noch Schauspielernotizen unter\ndem Protektoratensiemal warum schau-\nspielerisches Unwesen keine Kunst ist, hier-\ndurch sollen Sie geprüft werden auf Bück-\nschlüsse auf Schauspielkunst ob theaterge-\nschichtliche Übungen, Zusammenkünfte bei\nmassigen süd-westlichen Winden keine\noder unerhebliche Niederschläge wodurch\ndas Beagenzglas besonders Lackmuspapier\nzur Prüfung Kurt Schwitters gewidmet,\ndenn auch Berlin ist eine schöne Stadt\nund heisst von hinten Nilreb, wogegen\nkein Pferd wiehert, um wieder auf die\nUniversität zurückzukommen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-08-05-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-08-05_01#c010", "volume": "bmtnabg_1920-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "77", "page_fin": "77", "image_debut": 13, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.2.8", "titre_corps": "Inhalt", "titre_sommaire": "Inhalt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "77", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.13", "debut_caractere": 3218, "fin_caractere_exclue": 3507, "texte": "Inhalt\nLothar Schreyer: Kreuzigung\nKurt Schwitters: Tran Nummer 11\nRudolf Blümner: Kleine kritische Fabeln\nOtto Nebel: Zuginsfeld\nOtto Nebel: Herrmann der Wunderbare\nTh. Heilesen: Zeichnung\nFernand Leger: Zeichnung\nMarc Chagall: Zeichnung\nFranz Marc: Aquarell / Vierfarbendruck\nAugust 1920"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-08-05-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-08-05_01#c011", "volume": "bmtnabg_1920-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "78", "page_fin": "78", "image_debut": 14, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.2.9", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 14, "page_imprimee": "78", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 78, "texte": "Verlag Der Sturm\nBerlin W 9 / Potsdamer Strasse 134 a\nFernruf Amt Liitzow 4443"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-08-05-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-08-05_01#c012", "volume": "bmtnabg_1920-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "78", "page_fin": "78", "image_debut": 14, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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Carra / Marc Chagall / Delaunay / Sonja\nDelaunay-Terk / Tour Donas / Max Ernst / Emil\nFilla I Oskar Fischer / Albert Gleizes / Otto\nGutfreund / Hugo Handel / Jacoba van Heemskerck\nSigrid Hjert£n*\"Grunewald / Isaac Griinewald /\nnes Itten / Kandinsky / Paul Klee / Oskar\nKokoschka / Otakar Kubin / Fernand / Franz\nMarc / Jean Metzinger / Johannes Molzahn / Otto\nNebel / Francis Picabia / Kurt Schwitters / Oskar\nSchlemmer / Gino Severini / Fritz Stuckenberg\nArnold Topp I Maria Uhden I Nell Walden\nWilliam Wauer"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-08-05-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-08-05_01#c024", "volume": "bmtnabg_1920-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "80", "page_fin": "80", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.2.22", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "80", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.16", "debut_caractere": 1431, "fin_caractere_exclue": 1555, "texte": "SturnvAbende\nIn der Kunstausstellung Der Sturm\nJeden Mittwoch 3/48 Uhr\nRczitation Rudolf Blumner\nWiederbeginn am 1/September"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1920-08-05-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1920-08-05_01#c025", "volume": "bmtnabg_1920-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "80", "page_fin": "80", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "80", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.16", "debut_caractere": 1557, "fin_caractere_exclue": 1804, "texte": "Von alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm\nsind signierte und nummerierte Handdrucke, von\nden meisten Zeichnungen Kunstdrucke kauflich\nzu erwerben. 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Band erschienen\nJeder Band 12 Mark\nHerwarth Walden: Die neue Malerei / Einfiihrung\nin den Expressionismus I Mit 16 Abbildungen\n6 Mark / Dritte Auflage\nExpressionismus / Die Kunstwende\nHerausgegeben von Herwarth Walden\nMit 140 Abbildungen und 4 Originalgraphiken\n30 Mark / gebunden 50 Mark\nDie Sturm-Buhne\nJahrbuch des Theaters der Expressionisten\nJede Folge 90 Pfennige\nAchte Folge erschienen\nSturm-Bilderbticher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nJe 7 Mark 50 Pfennige\nL Marc Chagall\nII. Alexander Archipenko\nIII. Paul Klee\nIV. 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Hellesen: Zeichnung"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "66", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.2", "texte": "Kreuzigung\nLothar Schreyer\nKreuz\nMutter\nGeliebte\nMann\nMutter Ich leide\nGeliebte Kreuz kreuzt uns\nMann Wunde Füsse der Menschen\ntragen uns\nMutter Mein Herz ist Blut\nGeliebte Nie blüht ich\nWurzelwärts wächst ich\nMann Welt ringt um uns\nRing der Sterne strahlt um Welt\nMutter Mein Herz loht in Nacht\nMann Wir wandern traumwandern\nNachwandern weit\nGeliebte Staub ist in Wunden\nEinsame Augen zerschauen Mich\nMutter Sucht fragt\nNichts ersinnen wir Nichts\nGeliebte Stürzen will ich mit Armen in\nArmen\nFlüchten vor mir Füsse\nNiemand heilt die Wunde\nMann In Meertiefe tropft das Blut\nIn Erdtiefe schlägt das Herz\nMutter Geboren ist mein Kind\nGeliebte Männer greifen in meine Brust\nMenschen werfen mich weg\nMutter Mein Kind schläft in meinem\nSchooss\nGeliebte Mann stöhnt im Schenkeltanz\nMutter Mein Kind gebt von mir weg\nUnd spielt sich von mir weit\nUnd geht\nMann Jünglinge sehnen eine Braut\nKnaben betenzurMondblumeauf\nSternweinen leuchtet die Welt\nMutter Mein totes Kind lebt fremden\nMensch\nMein Sohn kommt heimlich\nheim und lügt\nMein Sohn\nGeliebte Ich liebe\nMutter Ich gebe meinen Sohn\nOhne Abschied geht mein Sohn\nGeliebte Ich bin\nMann Alle Taten tun wir\nFlammen brechen in die Mitter-\nnacht\nUngeheuer\nHauptumstarren\nTiefe nachtet trümmert uns\nWachet Wachet\nMenschenwunde aufgebrochen\nFinger in die Wunde\nKüsse in die Wunde\nPeitschen in die Wunde\nBleich dreht der Mond\nMutter Welt malmt mein Kind\nWelt brüllt\nMänner heben Hände\nMänner heben Füsse\nHirne sternen\nHerzen sonnen\nLeer tropft mein Blut\nMir schweigt mein Sohn\nMein Sohn geht\nTat um Tat um Tat um Tat\nIch suche\nMein Sohn geht in das Blut\nBlumen Erde\nKinder singen in die Schlacht\nMänner fallen\nSöhne\nNieder Nieder\nWelt brüllt\nVor mir schweigt mein Sohn\nMeinSohn streichelt sein krankes\nTier\nErde zittert\nLeichen ruhn an meinem Herz\nWeit sucht mich mein Kind\nMein Kind leidt Todhunger\nToddurst\nMein Sohn liegt in Steinen nackt\nHerzwunde brennt in Licht\nMein Sohn schweigt\nGeliebte Männer schreien\nMänner gehen in die Schlacht\nIch tanze Ich opfere\nJungfrau kniet Kniee im Traum\nErde blüht mein Leib\nSturm keucht mich in Klüfte\nVerwehen\nBlühen Brechen zerstäubt\nSchmerz unter Schenkel und\nHänden und Mund\nIch lindre Dein Heimweh\nIch schliesse die Augen Dir zu\nIch löse Dein Menschenkleid\nMenschen betasten Mich\nMenschen schänden Mich\nDie toten Männer zersternen"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "67", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.3", "texte": "Kinder\nLiebe\nJungfrau\nMann Menschgeburt\nWeiber schlagen mit Sünden uns\nKeusche Kinder sterben an uns\nGift weht verwester Geist\nMittag frisst Welt\nDie dunklen Vögel hacken in\nunser Herz\nZumAesermahl sind wir bereitet\nWachet Wachet\nGeliebte Weibgeschlecht\nManngeschlecht\nIch zerbreche\nMutter Knaben trage ich\nMädchen trage ich\nZerrissen\nGeliebte Sterne kreisen\nSterne kommen nicht herab\nMutter Leuchte fällt\nBlutend kreist mein Schooss\nGeliebte Muttererde\nMutter Heimweh\nGeliebte Ausgestossen\nPest peitscht mein Fleisch\nMutter Gemordete Blumen\nGeborstener Stein\nGeschlachtete Tiere\nIch kaue die Aeser\nGebären\nGeliebte Herzdurchbohrt\nVerlassen\nVerworfen\nNamenlos\nReuelos\nLeer\nGeliebte Kreuzige Mich\nAufhebe die Erde\nNagel in blinden Blick\nSpeer in Herz\nSchwert in Scham\nZerstöre\nVernichte\nTilge\nNichts\nIn Deine Arme\nReinige\nNimm\nLösch aus\nFeuer\nFeuer\nVergeben\nNichts\nMann Das Kreuz ist ieer\nMutter Geliebte\nGott ist tot\nMann Das Kreuz ist leer\nMutter Kind\nMutterweinen\nGeliebte Mutter\nMutter\nMutter\nMutter\nMutter\nMutter\nMutter\nMutter\nMutter\nMutter\nMutter\nMutter\nMutterweinen\nGeliebte Gericht\nMenschensturz\nMutter Geliebte Mann\nHeiland\nHeiland\nHeiland\nMann Verschlungen\nLeuchte\nWandeln\nErdherz neigt zum Kuss\nWeltumschlungen\nRuhen in Gestalt\nSehen\nHeim\nMutter Mutter\nGeliebte Kind\nMann Erkennen\nHaben\nSternumgreifen\nHimmelherz strahlt All\nTänzer\nOeffner\nSinger\nGeber\nSchooss\nGeliebte Tod\nMutter Liebe\nMann Licht\nSein\nAlllicht\nAllsein\nAllwir\nAllnichts\nAllich"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "68", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.4", "texte": "Mutter Geliebte Mann\nHeiland\nHeiland\nHeiland\nMenschentanz\nMutter Geliebte\nTüren auf\nMenschen auf\nBereitet das Bett\nHohe Zeit\nWeihe Zeit\nSingt die Taube\nSpringt das Lamm\nEsst das Brot\nTrinkt das Blut\nZungen flammen Weltwort\nWeltlos\nHeilig\nHeilig\nMann Geboren am Kreuz\nGewandert durch Leiden\nGestorben im Weltschooss\nWir scheiden von Menschen\nLebengeopfert\nAuferstandene\nMenschüberwundene\nWeltumarmen\nSinnenumfinstert\nSinnlosumleuchtet\nSinken in Dich\nTragen wir Dich\nGlühen Dich\nStrahl\nArme Welt\nGeliebte Du nimmst mich\nDu gibst mich\nLeib mein mein fleischern\nGefäss\nKlares Feuer entgiesst dem Stern\nMeine Hand streichelt müden\nMensch\nMeine Lippen küssen stummen\nMund\nMein Fuss geht zu Dir\nTränen waschen den Staub\nMein Herz trocknet Blutwunde\nDir bin ich Magd [Dir\nUm unsere Sünde Sünde\nAufgetan Dir\nAufgerichtet Dir\nMarterleib\nHerzkreuz\nSchlagt in mich\nSpeit\nHebt den Stein\nMenschenopfer\nMutter Erdsamen in mich geworfen\nGehen die Menschen\nZertreten die Menschen\nNacht sinkt auf Bruder und\nSchwester\nFasst eure Hände kalt\nFühlt eure Lippen stumm\nKniet vor eurem Leibe Scham\nHerz zerreisst Mensch\nErde türmt auf dem kleinenLicht\nKindmutter verbrennt\nSturmauf\nSonnenunter\nWüstes Sehnen\nMutter Welt\nWeltwandel\nWunder\nTod stirbt\nLiebe stirbt\nLiebe über uns\nTod über uns\nKomm kleines Kind\nVerlassener Mensch\nDu Kind\nMann Sündige Sünder\nLiebe Geliebte\nEmpfange Du Mutter\nLeide das Leid\nWir sind gefallen\nWir sind verloren\nDer Stein ist zerrollt\nLicht lischt\nDie Stimme schweigt\nWandern in uns\nEinsam\nGeliebte Kreuz kreuzt uns\nMutter Ich leide\nMutter Geliebte Mann\nWir wandern traumwandern\nwachwandern weit\nHeiland fremd\nDurch die Menschen\nHohn Blut\nSpott Blut\nHass Blut\nLiebend verdammt\nWeh in die arme Welt\nWeit in die arme Welt\nWachen\nWelt\nWachen\nMenschen gehen"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "69", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.5", "texte": "Fernand Léger: Zeichnung"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "70", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.6", "texte": "Tran Nummer 11\nDeutsche Volkskritik, die Kritik des Wieder-\naufbaus\n\nHerr Max Streese, offenbar Mitglied der\ndeutschen Volkskrilikerpartei, der Partei\ndes künstlerischen Wiederaufbaus, geht\nseinen Weg zielbewusst rückwärts. Er\nkommt dabei zu einer erfreulich reaktionären\nKritik in den Leipziger Neuesten Nach-\nrichten vom 5. 6. 20, die der Hannoversche\nAnzeiger und andere ähnliche Zeitungen\nabdruckten, und erkennt in dem Zurück-\nbleiben der deutschen Kunstentwicklung\n„unverkennbar\" einen Schritt auf dem Wege\ndes Wiederaufbaus.\nSolch eine Wiederaufbaukritik kommt nun\nso zustande: Herr Max Streese geht in die\nAusstellung auf der Mathildenhöhe. Er\nwill doch mal sehen, was denn dieser ver-\ndammte Expressionismus wieder einmal\n„zertrümmert\" hat, und ob sich nicht\nlangsam „etwas herauskristallisiert\", das\n„auch dem Laien das notwendige gewalt-\nsame Zertrümmern begreiflich erscheinen\nlässt.\" Herr Streese, ich fürchte, Sie werden\nden Expressionismus so leichte nich be-\ngreifen. „Der erste Eindruck ist naturge-\nmäss ein sinnverwirrender.\" (Da stehst\nhalt machtlos visavis.) Kunst ist doch et-\nwas, das mich erheben soll, besonders jetzt\naus die Misäre! „Demnach lässt sich bei ein-\ngehendem Beschauen nicht leugnen, dass die\nZeit der Gärung vorübergeht.\" Also: Herrn\nMax Streeses Sinne sind verrwirrt. Gleich-\nsam Hallucinationen. Reden etwa die Bilder?\n„Raufediewaub.\" Herr Streese fasst sich\nan den Kopf. Es ist ihm, als ob die Bil-\nder tortwährend das Wort „Raufediewaub\"\nrieten. Was ist das für ein entsetzliches\nWort? Das ist wahrscheinlich Gärung. So\nähnlich wie Revolution. Sogar die Waub\nrauft. Herrn Streese sprühen Funken vor\nden Ohren. Soll das etwa „Weib\" heissen?\nDa werden Waube zu Hyänen? Richtig, die\nKünstler sind mit dem Worte „Waub\" ge-\nmeint. Es ist ja bekannt, alle Künstler haben\neinen weiblichen Einschlag. Und treiben\nmit Entsetzen Spott, diese entsetzlichen\nSpötter! Herr Streese besinnt sich. Viel-\nleicht kommt man mit Ruhe und Über-\nlegung doch hinter den Sinn dieses Ex-\npressionismus. Und nun beschaut er die\nGärung eingehend. Raufediewaub, das ist\nja Wiederaufbau, weiter nichts als Wie-\nderaufbau. Man muss es nur richtig be-\ntrachten, die Zurückgebliebenen betrachten.\nDarum hätte man sich doch nicht aufzu-\nregen brauchen. Und nun erkennt Herr\nStreese, „dass die expressionistische Be-\nwegung in absehbarer Zeit wieder in sehr\ngesunde Bahnen überläuft.\" Offenbar ist\ndie expressionistische Bewegung ein Topf.\nDie vielen Mitläufer, die Herr Max Streese\nbereits „auszuschalten\" beginnt, offenbar\nhängen diese Mitläufer an einer elektrischen\nLeitung, diese Mitläufer haben ihn vollge-\nmacht, den Topf nämlich, und nun läuft\ner über, und zwar grade in die sehr\ngesunden Bahnen des Wiederaufbaus, die\nneben dem Topf vorbeifahren. Hier scheint\nes sich um elektrische Materialförderbahnen\nzu handeln, die ähnlich wie die Mitläufer\nausgeschaltet werden können (confer Brock-\nhaus). Es scheint sehr wichtig zu sein, dass\nder Expressionismus in diese Bahnen über-\nläuft. Expressionismus scheint etwa eine\nSchmierflüssigkeit zu sein, offenbar müssen\ndie sehr gesunden Bahnen des Wiederauf-\nbaus mal geschmiert werden. Und dann\nerklärt Herr Max Streese, was denn eigent-\nlich dieser Wiederaufbau ist, „dass sich aus\nder uns ureigentlich wesensfremden Kunst\ndes Expressionismus (Herr Streese, Ihnen\nist die Kunst des Expressionismus tatsäch-\nlich ureigentlich wesensfremd) ein typischer\ndeutscher Charakter herausgebildet hat.\"\nHeil dir im Siegerkranz, Mottenlöcher hin,\nMottenlöcher her, armes Deutschland! „Es\nfehlen selbstverständlich auch die Extremen\nin der Ausstellung nicht, aber Bilder wie\n„Sturmgruppe\" können zweifellos als Ex-\nperiment bezeichnet werden.\" Und das be-\nhauptet ein sinnverwirrter Wiederaufbau-\nkritiker, der selbst zugibt, dass ihm der\nExpressionismus ureigentlich wesensfremd\nist. Und nun gar die Arbeiterbilder von\nKurt Schwitters und anderen. „Schwitters\nmalt nicht mehr, sondern sucht Auslese\naus den Kehrichthaufen ... Über diese An-\nfänge sind wir Gott sei Dank hinaus.\" Und\ndas behauptet ein sinnverwirrter Wieder-\naufbaukritiker, dem der Expressionismus ur-\neigentlich wesensfremd ist. Ich danke dir\nGott, dass ich nicht so bin, wie diese Sün-\nder und Zöllner, Ehebrecher, Sturmkünstler,\nExpressionisten und Merzmaler. (Achtung\nHelltoren L,fSalz- und Rostfrei, hellgelb)."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "71", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.7", "texte": "Aber ich will es ihnen schonst zeigen! Wenn\nich auch nicht weiss, um was es sich\nhandelt bei diesem verfluchten Expressionis-\nmus, so behaupte ich einfach, diese ganze\nEntwicklung hätte ich längst hinter mir.\n„Im Geiste des Neinsagens\" nenne ich das\ndann Wiederaufbau. Darauf behaupte ich\ndann, „die grosse Mehrzahl der Künstler\nginge ihren Weg zielbewusst vorwärts\",\nund liefe in sehr gesunde Bahnen über\n(die Zurückgebliebenen nämlich). Herr\nMax Streese, hier kann ich Sie nicht wider-\nlegen; die kleine Einzahl heisst „Waub\",\ndie grosse Mehrzahl „Wiederaufbau\". Als\nBeweis dafür, dass die grosse Mehrzahl in\nsehr gesunde Bahnen überläuft, führt Herr\nMax Streese dann die „Einzelerscheinung\"\nPicasso an, der „heute fast realistisch malt\".\nHerr Max Streese, bilden Sie sich etwa ein,\nPicassos künstlerische Beweggründe be-\ngreifen zu können, da Sie seinen Kubismus\nnoch nicht begriffen haben? Wenn ich zum\nBeispiel jetzt plötzlich ein naturalistisches\nPorträt malte, etwa hier dieses Porträt Ihrer\nkritischen Persönlichkeit, dann behaupten\nSie womöglich nächstens, ich würde meiner\nMerzmalerei untreu und gehörte der Partei\ndes Wiederaufbaus an. Sehr freundlich,\naber danke bestens. Ihr Wiederaufbau ist\nein windschiefes und morsches alles Haus,\ndas Sie von allen Seiten stützen müssen,\ndamit es der Sturm nicht umweht. Aber\nschadet nichts, nur ruhig umpusten lassen,\nSind ja Wiederaufbaupartei.*)\n\nKurt Schwitters\n\nKleine kritische Fabeln\nKurt Glaser gewidmet\n\nIX\nEs war einmal ein Glasermeister. Seine Ge-\nschicklichkeit im Zerbrechen von Glas-\nscheiben war so gross, dass viele reiche Leute\nsich von ihm Fensterscheiben einsetzen\nHessen. Nun hatten grade die Schildbürger\nabseits vom Weg ein grosses Haus gebaut. Ein\nberühmter Tiermaler hatte die grössten\nder Fensterscheiben mit herrlichen Farben\ngeschmückt. Der Ruf und die Schön-\nheit dieser leuchtenden Bilder lockte\nalles Volk herbei. Die Schildbürger aber\nwollten die Geschicklichkeit des Glaser-\n* Es handelt sich um die Besprechung der Aus-\nstellung Deutscher Expressionismus Darmstadt 1920.\ni\nmeisters an diesen Kunstwerken auf die\nProbe stellen. Darum baten sie ihn, ein\nGutachten über die Fensterscheiben abzu-\ngeben. Der Glasermeister kam und die\nSchildbürger fragten ihn, ob es wohl gutes\nund haltbares Glas sei. Da griff der.Glaser-\nmeister in einen Sack, den er mitgebracht\nhatte und holte eine Menge grosser Steine\ndaraus hervor. „Nun wollen wir einmal\nsehen\", sagte der Glasermeister, „ob es ge-\ndiegene Arbeit ist.\" Damit schleuderte er den\ngrössten und schwersten Stein so geschickt\nauf die schönste der Scheiben, dass sie\nsofort in Trümmer ging. „Es ist nichts\nmit den Scheiben,\" sagte er und schmiss\nder Reihe nach alle Scheiben in Trümmer.\nDie Schildbürger aber rühmten laut die\nGeschicklichkeit des Glasermeisters und\nfreuten sich noch lange über den gelungenen\nVersuch.\nX\nIm Lande war Dürre und Missernte. Das\nVolk ass Wurzeln, Kräuter und die Rinden\nder Bäume. Da kamen fremde Leute ins\nLand und pflanzten neuen, starken Samen.\nUnd aus dem Samen wuchsen neue, üppige\nund wohlschmeckende Früchte. Sie zeig-\nten die Früchte allem Volk und priesen ihren\nGeschmack und ihre Nährkraft. Einige Be-\nherzte kosteten von den neuen Früchten,\nlabten sich an ihnen und sättigten sich.\nAber die Menge des Volkes verschmähte\ndas Neue und ass weiter von schlech-\nten Wurzeln, Kräutern und Rinden. Da\nzogen die Pflanzer hin zum Hüter des Cul-\ntus und sprachen zu ihm, er möge das\nVolk belehren. Aber der Hüter war sehr\nmüde und schlief schon seit vielen Jahren.\nSo kam das Volk von Kräften und der\nGeist der Menschen wurde verwirrt. Es\ngeschah aber um • die Zeit, als der Mond\nsich zum eilten Male wandelte, dass Et-\nliche sich zu einer Sekte zusammentaten,\ndie das Volk retten wollte. Sie raubten\nvon den köstlichen Früchten und ver-\nschlangen sie gierig. Dann eilten sie zur\nHütte, in welcher der Hüter des Cultus\nschlief. Hier machten sie einen gar ge-\nwaltigen Lärm gleich Korybanten, dass\nsogar der Hüter des Cultus erwachte und\nerschrocken aus seiner Hütte trat. „Wir\nhaben neue Früchte für alles Volk,\" schrie-\nen sie so laut, dass der Hüter des Cultus"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "72", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.8", "texte": "ihnen glaubte. Er befahl ihnen, ihre köst-\nlichen Früchte in ein grosses Glashaus zu\ntragen, sodass alles Volk sie sehen und\nalsbald verzehren könne. Und so geschah\nes. Ein Fest wurde gerichtet und alles\nVolk geladen. Der Hüter des Cultus selbst\nerschien- mit allen Unterhütern, die er aus\ndem Schlafe geweckt hatte. Das Volk\ndrängte sich in die Halle. Aber alsbald\nentstand Lärm und Verwirrung. Üble\nDünste erfüllten den Raum. Grauen und\nZittern überfiel alle Menschen, weil gräss-\nlicher Gestank die Luft verdarb und gifti-\nger Hauch in Schwaden hin und her trieb.\n„Wo sind die Früchte?\" schrie das Volk\nund Enlsetzen ergriff alle. „Esset\", riefen\ndie Sektierer. „Esset\", schrie der Hüter\ndes Cultus und alle Unterhüter. Und das\ngierige Volk, das soviel von den wohl-\nschmeckenden und nahrhaften Früchten\ngehört hatte, frass verzweifelt von der ekel-\nhaften Speise. Es war der Kot der ver-\nzehrten Früchte, den die Sektierer vom\nelften Monde dem verblendeten Volke\nreichten.\nDem Hüter und den Unterhütern des\nKultus gewidmet\n\nRudolf Blümner\n\nZuginsfeld\nOtto Nebel\n\nFortsetzung\n\nAch was\nAdjutanten schreien immer\nSchneidige Stimme .\nSie haben zu bestimmen\nAn Hand des Schafskopfs\nDas Bein ist rechte Hand\nSteht auf dem Kopf\nLäuft auf den Händen\nMan muss ihn auf Händen tragen\nDen Schafskopf\nHaupt auf einer Schüssel\nGedämpfte Bregen\nPfui Teufel\nMahlzeit, die Herrn, habe zu tun\nWer noch zu tun hat, hat noch nichts getan\nEr hat immer zu tun\nAdjutanten führen Geschäftszimmer\nBlechschmiede\nDas soll kein Hieb sein\nGeschäftszimmer führen Feldwebel\nFeldwebel führen Kompagnieschreibstuben\nAlso Tintenkrieg\nKrieg führt alle an der Nase\nKriege sind nicht zu führen\nWenn sie ausbrechen\nAlso soll man sie lassen\nEhe sie ausbrechen\nGewonnene Kriege sind gefährlicher als\nverlorene\nSieh 1870-71\nGewonnene Kriege erzeugen Grössenwahne\nSieh 1870\nSieh Siegesallöe\nSieh dir nicht mehr Berlin an\nSiege verderben den Volkscharakter\nUnd die Architektur\nSieh dir Berlin an\nSieh Griinderjahre\nVerlorene Kriege sind keine Verluste\nVerluste sind erwürgte Menschen\nAlle Kriege müssen sich verlieren\nVölker brauchen keine Kriege zu führen\nWenn sie kühl und gesund leben\nSieh Eskimos\nDenn Kriege sind zwecklose Unterbrechun-\ngen eines eingebildeten Friedens\nBilde dir nur nichts mehr ein, Vetter Michel,\nfetter\nFett macht schwach\nSchwäche ist lächerlich\nDas ist ein starkes Stück\nEr nimmt Menschen nicht ernst\nEr ist nicht ernst zu nehmen\nNehmt mich doch heiter\nDas ist aber doch lächerlich\nDAS seid IHR aber doch\nEr schätzt uns nicht\nIch überschätze euch nicht mehr\nDenn Dummheit ist international\nDoch Geist ist grenzenlos\nDarum sagt er: Wenn eine Nation auf\nErden unmöglich ist, ist Nationalismus un-\nmöglich\nIst aber Nationalismus unmöglich, ist\nNationslosigkeit Pflicht\nKunst ist international\nDarum lacht sie alle Michel tot\n«•\nÜberschätzung sei nur einsamen Geistern\nerlaubte Notwehr\nMenschen sind kosmische Lächerlichkeiten\nKomisch sind sie nicht\nTragisch sind sie nicht\nDenn ihr Schicksal machen sie sichfselber"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "73", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.9", "texte": "Franz Marc: Aquarell / Vierfarbendruck"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "74", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.10", "texte": "Gegen ALLE VERNUNFT\nALLE VERNUNFT IST GOTT\nAmen\nEs strebt der Mensch, solang' er irrt\nEin Weiser baut euch Menschen ab\nDas ist nicht sehr erbaulich\nWiedersprechende Meinungen sind un-\ngeschickte Wortbeweise zur Erkenntnis\nNur richtig zuhören\nMeine Tanten glauben nichts\nAdjutanten ahnen nichts\nJa\nIa\nI. A.\nI. A. a. R.\nIm Auftrage auf Befehl\nAdjutanten werden auf Befehle aufgetragen\nBelegte Brötchen\nZum Abbeissen\nAdjutanten führen Buch\nZum Abreissen\nDreifache, zehnfache, doppelte Buch-\nunterführung\nÜberführen Sie sich\nSieh maschinellen Betrieb, Talent, Organi-\nsation, Schriftverderb, Vorschriften, Urlaub,\nOrdenskiste, Schiebung, Frau Oberleder,\nCharakter, Geschmeiss, Schmeissfliegen,\nKantine\nKommt noch\nNicht so stürmisch\nAlle Kantinen werden gestürmt\nSieh dich an\nSieh das Volk an\nIm Augenblick sehe ich keines\nIm nächsten Augenblick galoppiert ein\nUnterlehrer\nDas Ross ist vom Teufel geritten\nLehrer reiten alles tot\nHerr Verpflegungsleutnant hat seine Unter-\nteufel\nEr schwingt sich mit einem Schwung in\ndie Kantine\nHerrenreiter\nEin lahmes Ross wird abgeführt\nEr leidet nicht darunter und darüber\nLeider kann er nicht leiden\nNiemand kann ihn leiden\nEr kann niemanden leiden\nKurz, es herrscht Kameradschaft\n7 t\nDenn leider leitet er\nSieh Magenfragezeichen\nSEIN oder NICHTSEIN\nDas ist hier der Magen\nSeine Ladenschwengel grinsen Zwinkern\nNa? Alles geregelt?\nAlles geregelt, Herr Leutnant\nEr hat seine Unterdiebe\nGute Kriegswucherungen\nWir verstehen uns\nEr bestiehlt die Kantine nicht\nEr lässt die Kantine stehlen\nKantinen bestehlen Mannschatten\nFeste Preise\nOffiziere billiger\nFolglich bestehlen Mannschaften Kantinen\nIn Stellungen einbrechen\nOffiziere helfen dabei\nSpass muss sein, wenn sie besoffen sind\nStosstruppführer\nEinbruchsteile hintenrum\nRum für Offiziere\nMannschaften rollen noch schnell einige\nWürste auf\nHerr Unterlehrer hilft den Helden\nUm seine Stellung zu halten\nDenn er hält Abstand vom Schuss\nSchlacht den Dummen!\nObwohl er kein Alldeutscher ist\nEr hat seine Schlachtung\nSterbende Tiere haben gleichen Reiz\nKamera her!\nReizende Aufnahme: Meine Schlächter im\nDienst\nHört verröchelnde Tiere\nMachen Sie sich ein Klangbild\nEr entwickelt\nLustmörder hinter der Front\nKamera arbeitet für Kameraden\nKameradschaft\nSchuften zum Andenken\nIhr könnt Euch selber denken\nDenke ich mir\nIch kann euch nicht ausdenken\nVolk der Denkmäler\nEin Ornament neben zwei andern\nVerzierung 3, Herr Zahlmeister\nAchselstückwerk\nMühlitärbeamter\nWem Gott dies Amt gibt\nDem nimmt ER kurz vorher den Verstand\nVerzierung ist keine Zierde\nAchselstücke sind Stuck\nAussen Wappenglanz, innen Pappe\nWürde mit Drahteinlage\nOffizierachselstuck\nEtwas auf leichte Achselstücke nehmen\nAuf Achselstücke etwas geben?"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "75", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.11", "texte": "Marc Chagall: Zeichnung"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "76", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.12", "texte": "Auch das gibt sich\nNehmt hin\nSchultern frei\nDas Zeug drückt den Charakter tot\nSchulterblätter genügen\nAber Zahlmeister halten blanke Stücke\nauf sich\nSo blau\nGlänzend bucht er die Mache\nPapiergeld im Schädel\nHeilige Scheine\nScheintotes Geld\nWerfer\nBanknot lässt sich lumpen\nWas ein blauer Lappen wird\nWir müssen siegen\nAber rote Nase?\nGlühende Begeisterung\nOhne Zahlmeister kein Weingeist\nKantinen unterstehen Zahlmeistern\nZahlmeister unterliegen Kantinen\nSie stehen zu oft davor\nDienstlich\nVon Etiketten ringsum eingeschlossen\nAusgeschlossen\nKantinenvorstand\nWeingeistlicher\nSchnaps ist Schnaps\nIn diesem Sinne\nProst\nMan opfert sich auf\nKein Dank\nKantine liegt einem am Bierherzen\nEin Herz und eine Kehle\nEr befasst sich mit jedem Fass\nSo wird fasslich, dass er trinkt\nHier ruht im Spott ein Ertrunkener\nFriede seiner Flasche\nHier fühl' ich, dass ihr bitter werdet\nFort von dieser Stelle\nWeg, weg von dieser Schwelle\nDenn wer den Bestien seiner Zeit genug\ngetan, der hat gelebt\nWir waren immer Feinde\nAffenbrüder\nDie Bauern in Waffen\nAlle Stände schmierig\nUnd die Armee verführt\nGanz begreiflich\nWas ich sage, darfst du denken\nDas Wort ist frei\nSagt der General\nFragt Schillern\nDenn er war unser\nDer ganze Unterschied ist in den Röcken\nSagt er\nRock 4 oder Nacho\nJasta\nNacho ist NACHrichten-Offizier\nAch, o bleib mit deiner Gnade fern\nEin junggnädiger, geschickter Herr\nVom Adjutanten geschickt\nGeschickt im Abhorchen\nHorchposten spitzt die Löffel\nSpitzel will Ia werden\nSieh General Stäbchen\nWieder so ein Spürhund\nNix nix\nDu kannst nicht betrügen\nUnd das Gemunkel\nUnd das Genicke\nUnd die nannten sich Kaiserliche\nSpreizen sich\nTragen sich sauber\nFort, Halunke\nBleiben wir vom Soldatenhaufen\nEr bleibt am Stabe\nDas muss immer fressen\nNummer 5 muss immer saufen\nDenn schwere Maschinengewehr- Ober-\nleutnants liegen im Hintergelände\nSieh Höhepunkt\nHintergelände liegt unter Feuerwasser\nGute Schnapser schonen\nGute Leutnants schonen\nWieso, wieso?\nHerr Oberleutnant sind krank\nGallensteins Lager\nWarum schmeissen wir euch nicht aus dem\nLand?\nKriegsbegeisterung muss erhalten bleiben\nDarum bleiben aktive in Deckung\nStets bereit einzutreten\nIn eine Kantine\nStets bereit einzuheiraten in eine Kuhsine\nVertreter zur Stelle!\nKommt der Vertreter, kommt schon Be-\ngeisterungsschnaps\nReservegeistleutnant übernimmt die M.-G.-\nKompagnie\nVorher nimmt er einen\nNachher übergibt er sich\nDie Welt entlang\nDudeldumdei\nMutig geschwenkt\nBei dem feigen Menschengeschlechte\nGute Vernichtung, meine Herrn\nAber nebenbei siud noch Nebenbeine"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "77", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.13", "texte": "Bein 6?\nSieh Scheinarzt\nBein 7?\nHerr Unterarzt\nDie Missgeburt ist verarztet\nAchtens ?\nOffizier zur besonderen Verschwendung\nDer ganze Strudel strebt nach oben\nSagt Goethe\nDenn er war unser.\n\nFortsetzung folgt\n\nHerrmann der Wunderbare\n(Wie man mit dem Dampfhammer philo-\nsophiert)\nOtto Nebel\nDie Pflege der Theaterwissenschaft in Berlin\n„Die theatergeschichtlichen Übungen, die\nProfessor Max Herrmann jedes zweite\nSemester an der Universität abhält, sind\ndiesmal dadurch besonders erwähnenswert,\ndass sie ins Theaterwissenschaftliche hinein-\nspielen. Es sind sogar recht eigentlich\ntheaterwissenschaftliche Übungen in den\nDienst der Theatergeschichte gestellt. Es\nwird nämlich an Kaysslers Theater-\nstücken „Simplicius\" und „Jan der Wunder-\nbare\" untersucht, ob sie einen Niederschlag\nseines schauspielerischen Wesens geben.\nHierdurch soll geprüft werden, ob die\nMethodik berechtigt ist, aus den Schau-\nspielerstücken der Vergangenheit Rück-\nschlüsse auf die Schauspielkunst ihrer Ver-\nfasser zu tun. Die unter dem Protektorat\nProfessor Herrmanns stehende Akademische\nVereinigung für Theaterwissenschaft, die\nins dritte Semester geht, bespricht in\nihren allwöchentlichen im Lessing-Museum\nstattfindenden Zusammenkünften die In-\nszenierungsprobleme in Dramen Herbert\nEulenbergs. Daneben werden Theater-\nverwaltungsfragen erörtert und Kaysslers\nSchauspielernotizen zur Diskussion gestellt.\"\n„Berliner Tageblatt'\n(2. Juni 1920)\nUff. Noch einmal. Also Übungen spielen\nhinein. Theater ist eine schöne Geschichte.\nGeschichte ist ein anderes Theater. Theater-\nGeschichte ist jedes zweite Semester. Ein Se-\nmester Schonzeit für Füchse und Hosen.\nBurschen heraus. Theatergeschichtliche\nÜbungen sind diesmal dadurch besonders er-\nwähnenswert, dass sie sogar recht eigentlich\ntheaterwissenschaftliche Übungen in den\nDienst der Theatergeschichte gestellt, in das\nTheatergeschichtliche hineingespielt, die Pr-\nofessor Herrmann, der Professor Max, jedes\nzweite Semester hält er sie ab, es wird nämlich\nKayssler niedergeschlagen, Simplizius Frie-\ndrich der Grosse Wunderbare. Ob die\nMethodik berechtigt ist? Hierdurch soll ge-\nprüft werden. Professor Herrmanns ste-\nhende Vereinigung geht. In ihrem all-\nwöchentlich altdeutsch im Lessing-The-\nater-Museum stattfindenden Panoptikum\ngeht sie mit dem Inszenierungsproblem mit\ndem heissen Brei für die Katze um den\nEulenberg, meine Herren, ins dritte Semester\nkommen wir nun zu kurz, will sagen zu\nKurt Götz, Kadelburg und Ferdinand Bonn,\ndaneben Theaterverwaltungsfragen erörtert\nwerden, und Sherlock Holmes untersucht\nVergangenheit auf Vergehen, die Mena-\ngerie der Studenten „o Deutschland hoch\nin Ehren\" doch kocht Seife aus dieser Ju-\ngend, die noch Schauspielernotizen unter\ndem Protektoratensiemal warum schau-\nspielerisches Unwesen keine Kunst ist, hier-\ndurch sollen Sie geprüft werden auf Bück-\nschlüsse auf Schauspielkunst ob theaterge-\nschichtliche Übungen, Zusammenkünfte bei\nmassigen süd-westlichen Winden keine\noder unerhebliche Niederschläge wodurch\ndas Beagenzglas besonders Lackmuspapier\nzur Prüfung Kurt Schwitters gewidmet,\ndenn auch Berlin ist eine schöne Stadt\nund heisst von hinten Nilreb, wogegen\nkein Pferd wiehert, um wieder auf die\nUniversität zurückzukommen.\n\nInhalt\nLothar Schreyer: Kreuzigung\nKurt Schwitters: Tran Nummer 11\nRudolf Blümner: Kleine kritische Fabeln\nOtto Nebel: Zuginsfeld\nOtto Nebel: Herrmann der Wunderbare\nTh. Heilesen: Zeichnung\nFernand Leger: Zeichnung\nMarc Chagall: Zeichnung\nFranz Marc: Aquarell / Vierfarbendruck\nAugust 1920"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "78", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.14", "texte": "Verlag Der Sturm\nBerlin W 9 / Potsdamer Strasse 134 a\nFernruf Amt Liitzow 4443\n\nMonatsschrift Der Sturm\nErscheint am funften jedes Monats\nJedes Heft enthalt eine mehrfarbige Kunstbeilage\nHolzschnitte (stets vom Stock gedruckt) und\nZeichnungen\nDauerbezug / Ein Jahr 24 Mark / Ein Halbjahr\n15 Mark / Einzelheft 4 Mark 50 Pfenriige\nMonatsschrift Dcr Sturm / Jahrgange 1—10\nEinzelhefte, soweit vorhanden, je 4 Mark 5oPfennige\n\nBticher aus dem Verlag Der Sturm\nPeter Baum\nSchiitzengrabenverse\nGebunden 12 Mark\nFranz Richard Behrens\nBlutbltite / Gedichte\nGeheftet 4 Mark 50 Pfennige / Gebunden 6 Mark\nHermann Essig\nDer Frauenmut / Lustspiel\nUeberteufel / Tragodie\nIhr stilles Gliick / Drama\nEin Taubenschlag / Lustspiel\nNapoleons Aufstieg / Tragodie\nDer Wetterfrosch / Erzahlung\nJedes Buch 3 Mark / Gebunden 6 Mark\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte\n6 Mark / Zweite Auflage\nAdolf Knoblauch\nDie schwarze Fahne / Eine Dichtung\n3 Mark\nKreis des Anfangs / Friihe Gedichte\n6 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nErnst Marcus\nDas Problem der exzentrischen Empfindung und\nseine Losung\n6 Mark / Zweite Auflage\nDas Erkenntnisproblem\n6 Mark / Zweite Auflage\n\nWilhelm Runge\nDas Denken traumt / Gedichte\n4 Mark 50 Pfennige / Gebunden 6 Mark\nPaul Scheerbart\nGlasarchitektur / In 111 Kapiteln\n3 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nLothar Schreyer\nMcer / Schntc / Mann / Dramen\n4 Mark 50 Pfennige\nNacht\n3 Mark\nAugust Stramm\nDu / Liebesgedkhte\n6 Mark / Dritte Auflage\nTropfblut / Gedichte\nGebunden 15 Mark\nSturm<-Abende / AusgewShlte Gedichtc\n7 Mark 50 Pfennige\nMax Verworn\nKeltische Kunst / Mit Abbildungen\n3 Mark\nHerwarth Walden\nEinblick in Kunst\nZur Zeit vergriffen\nGesammelte Schriften / Band I\nKunstmaler und Kunstkritiker\n4 Mark 50 Pfennige\nDas Buch dcr Menschenlicbe\n6 Mark / Sonderausgabe 30 Mark\nDie Harte der Weltenliebe / Roman\n6 Mark / Gebunden 9 Mark\nSonderausgabe (Auflage 10) 50 Mark\nWeib / Komitragodie\n6 Mark / Sonderausgabe 50 Mark\nErste Liebe / Ein Spiel mit dem Leben\nDie Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nSunde / Spiel an der Liebe\nLetzte Liebe / Komitragodie\nGlaube / Komitragodie\nJedes Buch 3 Mark\nKind I Tragodie\nTrieb / Eine burgerliche Komitragodie\nMenschen / Tragodie\nJedes Buch 4 Mark 50 Pfennige\nSturm-Bucher\nAugust Stramm\nSancta Susanna\nDie Unfruchtbaren\nAage von Kohl\nDie Hangematte des Riug£\nPeter Baum\nKyland\nJedes Sturmbuch 1 Mark 50 Pfennige"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "79", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.15", "texte": "Leitung der Sturmschule für Holland:\nJacoba van Heemskerck / Den Haag\nAnmeldungen durch den Sturm / Berlin W 9\n\nMusik\nHerwarth Walden\nGesammelte Tonwcrke\nDann / Vcrgeltung / Verdammnis / Werk H—3\nDichtungen von Else Lasker-Schuler\nFur Gesang und Klavier / Je 3 Mark\nBruder Liederlich / Werk 51\nFur Gesang und Klavier / 3 Mark\nEntbietung / Werk 92\nDichtung von Richard Dehmel\nFiir Gesang und Klavier / 3 Mark\nZchn Dafnisliedcr / Werk 11\nZu Gedichten von Arno Holz\nFiir Gesang und Klavier / 12 Mark\nDie Judentochter / Werk 171 / 4 Mark 50 Pfennige\nAn Schwager Kronos / Werk 172\nFiir Gesang und Klavier / 3 Mark\nSchwertertanz / Werk 18\nFiir Klavier / 6 Mark\nDer Sturm / Heeresmarsch / Werk 21\nFur Klavier / 3 Mark\nTanz der Tone / Werk 23\nFiir Klavier / 3 Mark\n\nHanddrucke\nOskar Kokoschka: Plakat far die Zeitschrift\nDer Sturm / Originallithographie\nAbzug 30 Mark\n\nSturm^Kaften\nJede Kartc 60 Pfennige\nNach Gemalden, Zeichnungen\nfolgender Kunstler:\nAlexander Archipenko 3\nRudolf Bauer 4\nFritz Baumann 1\nWilli 'Baumeister 1\nVincenc Benes 1\nUmberto Boccioni 2\nCampendonk 2\nMarc Chagall 5\nRobert Delaunay 1\nLyonel Feininger 1\nAlbert Gleizes 2\nund Bildwerken\nFernand Leger 2\nAugust Macke 1\nFranz Marc 1\nCarl Mense 1\nJean Metzinger 1\nJohannes Molzahn\nGeorg Muche 1\nGabriele Miinter 1\nNegerplastik 1\nOskar Schlemmer\nGeorg Schrimpf 1\nJacoba van Heemskerck 3 Kurt Schwitters 1\nHjert6n-Griinewald 1\nAlexei von Jawlensky 2\nKandinsky 2\nPaul KJee 1\nOskar Kokoschka 2\nOtakar Kubin 1\nGino Severini 3\nArnold Topp 1\nMaria Uhden 1\nNell Walden 1\nWilliam Wauer 6\nMarianne von Werefkin 1\n\nSturm\"- Ausstellungskataloge\nMit Abbildungen\nAlexander Archipenko Skupina\nMolzahn Gino Severini\nJe 60 Pfennige\nTour Donas / Nell Walden\nFranz Marc\nJe 1 Mark 50 Pfennige\nErster Deutscher Herbstsalon Der Sturm 1913\nMit 50 Abildungen in Kupfertiefdruck\n3 Mark\n\nKunstdrucke aus dem Verlag Der Sturm\nAuf Japanpapier\nJeder Kunstdruck 6 Mark\nRudolf Bauer\nSchwarz-Weiss-Komposition 14\nUmberto Boccioni: Abschied / Die Abfahrenden\nDie Zuriickbleibenden\nCampcndonk: Zeichnung\nMarc Chagall: Interieur / Der Jude / Der Geigen-\nspieler/ Die Schwangere/ Essender Bauer/Madchen\nRobert Delaunay: Der Turin\nLyonel Feininger: Klein Schmidthausen\nMark Wippach II\nJacoba van Heemskerck: Bauin / Landschaft\nKandfnsky: Zwei Zeichrungen\nPaul Klee: Kriegerischer Stamm\nOskar Kokoschka Menschenkopfe: 1 Adolf\nLoos / 2 Herwarth Walden / 3 Karl Kraus\n4 Richard Dehmel/5 Paul Scheerbart/6 Y vetteGuilbert\nOskar Kokoschka: Tierbilder\nFernand Leger: Akt\nFranz Marc: Katzen\nJohannes Molzahn: Zeichnung\nGino Severini: Tango argentino\nWilliam Wauer: Sehnsucht / Tanz\n\nSturm-Kiinstler / Lichtbildkirten\nJcde Karte 60 Pfennige\nI. August Stramm XII.\nII. Herwarth Walden XIII.\nIII. van Heemskerck XIV.\nIV. Kandinsky XV.\nV. Rudolf Blumner XVI.\nVI. Campendonk XVII.\nVII. Peter Baum XVIII.\nVIII. Albert Gleizes XIX.\nIX. Oskar Kokoschka XX.\nX. Alexander Archipenko XXL\nXI. Paul Klee XXII.\nGabriele Munter\nRudolf Bauer\nNell Walden\nMynona\nMolzahn\nKurt Heynicke\nWilliam Wauer\nLothar Scbreyer\nGeorg Muche\nArnold Topp\nKurt Schwitters\n\nSturm^Hochschule\nVicrtcs Jahr\nBerlin / Potsdamer Strasse 134 a\nLeitung: Herwarth Walden\nUntcrricht in der expressionistischen Kunst\nBiihne / Schauspiel / Vortragskunst / Malcrei\nDichtung / Musik\nLchrer dcr Sturmschulc\nRudolf Bauer / Rudolf Bliimner / Jacoba van\nHeemskerck / Georg Muche / Lothar Schreyer\nArnold Topp / Herwarth Walden / William Wauer\nSprechstunden der Leitung: Montag, Mittwoch\nFreitag, Sonnabend 4—5"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "80", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19200805-01.1.16", "texte": "Anzeigen werden nicht aufgenommen\nVerantwortlich für die Schriftleitung:\nLothar Schreyer\nVerantwortlich für den gesamten Inhalt und Verlag\nF. Harnisch / Berlin W 35\nDruck: Druckerei für Bibliophilen / Berlin NO 18\n\nDer Sturm\nStandige Aussteliungen\nBerlin / Potsdamer Strasse 134 a\nGeoffnet taglich von 10-6 Uhr / Sonntags 11-2 Uhr\nTageskarte 2 Mark\neinschliesslich „Bier- und Lustbarkeitssteuer\"\nMonatlicher Wechsel\nAchtundachtzigste Ausstellung\nAugust 1920\nReinhard Goering\nThomas Ring\nWalter Selle / Gedachtnisausstellung\nNeunundachtzigste Ausstellung\nSeptember 1920\nReinhard Goering\nPaul Klee\nJEroffnung Mittwoch, den 1. September 1920\n\nDer Sturm\nverftigt (iber Werke folgender Kunstler (Gemalde\nGraphik / Holzschnitte / Handdrucke) zum Vcrkauf\nund fur Ausstellungen:\nGosta Adrian - Nilsson / Alexander Archipenko\nRudolf Bauer / Willi Baumeister / Fritz Baumann\nVincenc Benes / Umberto Boccioni / Campendonk\nCarlo D. Carra / Marc Chagall / Delaunay / Sonja\nDelaunay-Terk / Tour Donas / Max Ernst / Emil\nFilla I Oskar Fischer / Albert Gleizes / Otto\nGutfreund / Hugo Handel / Jacoba van Heemskerck\nSigrid Hjert£n*\"Grunewald / Isaac Griinewald /\nnes Itten / Kandinsky / Paul Klee / Oskar\nKokoschka / Otakar Kubin / Fernand / Franz\nMarc / Jean Metzinger / Johannes Molzahn / Otto\nNebel / Francis Picabia / Kurt Schwitters / Oskar\nSchlemmer / Gino Severini / Fritz Stuckenberg\nArnold Topp I Maria Uhden I Nell Walden\nWilliam Wauer\n\nSturnvAbende\nIn der Kunstausstellung Der Sturm\nJeden Mittwoch 3/48 Uhr\nRczitation Rudolf Blumner\nWiederbeginn am 1/September\n\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm\nsind signierte und nummerierte Handdrucke, von\nden meisten Zeichnungen Kunstdrucke kauflich\nzu erwerben. Die Originale sind verkauflich,\nAusfiihriiche Verzeichnisse des Verlags Der Sturm\nkostenlos.\n\nKunstbuchhandlung Der Sturm\nPotsdamcr Strasse 138 a\nFernruf Liitzow 4443\nhat gute und seltene Biicher und Noten vorratig\nund nimint Bestellungen entgegen\n\nNeuanzeigen Der Sturm\nSoebcn crschicncn\nLothar Schreyer\nDie neue Kunst\n3 Mark\nF a r b i g c Kunstdrucke\nMarc Chagall\nKutscher / Aquarell\nFrau / Aquarell\nJe 7 Mark 50 Pfennige\nPaul Klcc\nSpiel der Krafte einer Landschaft\n7 Mark 50 Pfennige\nKandinsky: Aquarell 6\n7 Mark 50 Pfennige\nAugust Stramm: Gcsammeltc Dichtungcn\nI. und II. Band erschienen\nJeder Band 12 Mark\nHerwarth Walden: Die neue Malerei / Einfiihrung\nin den Expressionismus I Mit 16 Abbildungen\n6 Mark / Dritte Auflage\nExpressionismus / Die Kunstwende\nHerausgegeben von Herwarth Walden\nMit 140 Abbildungen und 4 Originalgraphiken\n30 Mark / gebunden 50 Mark\nDie Sturm-Buhne\nJahrbuch des Theaters der Expressionisten\nJede Folge 90 Pfennige\nAchte Folge erschienen\nSturm-Bilderbticher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nJe 7 Mark 50 Pfennige\nL Marc Chagall\nII. Alexander Archipenko\nIII. Paul Klee\nIV. Kurt Schwitters\nErscheint im August\n\nSturmbuhne / Theater der Expressionisten\nKunstlerhaus / Bellevuestrasse 3\nSonnabend, den 11* September abends 8 Uhr\nDie Haidebraut / Dichtung von August Stramm\nUraufftihrung\nKarten 40, 30, 20, 10 Mark\nFur die Mitglieder derGesellschaft der Sturmfreunde\nzu halben Preisen"}]}