{"numero_id": "bm-bmtnabg-1921-08-05-01", "volume": "bmtnabg_1921-08-05_01", "ocr_sha256": "1714bb590e6d7957c196b04f2e8cd598617090f7e2bc9624e6f42956cc658c1b", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1921/08/05_01/bmtnabg_1921-08-05_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1921/08/05_01/bmtnabg_1921-08-05_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1921-08-05-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1921-08-05_01#c001", "volume": "bmtnabg_1921-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.2.1", "titre_corps": "Ohnmacht der Widersacher / Zeichnung", "titre_sommaire": "Ohnmacht der Widersacher / Zeichnung", "signature_source": "Paul Klee", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.1", "debut_caractere": 86, "fin_caractere_exclue": 133, "texte": "Paul Klee: Ohnmacht der Widersacher / Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1921-08-05-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1921-08-05_01#c002", "volume": "bmtnabg_1921-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "137", "page_fin": "138", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.2.2", "titre_corps": "Tran 19", "titre_sommaire": "Tran 19", "signature_source": "Kurt Schwitters", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.3", "debut_caractere": 55, "fin_caractere_exclue": 3474, "texte": "Tran 19\n\nMein Zerfahren gegen Paul Westheim, zur\nGewinnung aromatischer, alkoholfreier Säfte.\n(Die Axt im Haus zersetzt den Zimmer-\nmann.)\nSehr geehrter Herr Westheim! (Ein jeder\nblamiert sich, so gut er kann.)\nZunächst bin nicht ich zerfahren, sondern\nSie. (keuchend gähnt der Frosch zur Mitte.)\nIch fahre, Sie zerfahren und werden zer-\nfahren. (Und wenn es ein Knabe wird,\nsorge bitte für ihn.) Ich weiss nämlich ge-\nnau, welchen Weg ich fahren muss (Trink-\nwasser ist für Menschen nur in kochendem\nZustande geniessbar), Sie dagegen nicht.\n(Um das Leder für den Schuhkitt aufnahme-\nfähig zu machen, ist die Klebestelle erst\nvom Schmutz zu reinigen.) Bitte überlegen\nSie einmal (Bier macht faul, dumm und\nindolent), so gut Sie überlegen können (die\nletzten Wagen sind hinten), was eigentlich\nZerfahrenheit heisst. (Seh ich dieses Rind-\nvieh an, denk ich an meinen Christian.)\nDie Vorsilbe „zer\" ist im Sinne von aus-\neinander gebräuchlich (Ueber ein Kleines\no Seele voll Gram schwindet dein Kummer\nund geht wie. er kam.): „zerkleinern, zer-\nbröckeln, zerteilen, zernagen, zersetzen, zer-\nfahren usw.\" (Das ist viel Leid!) Bitte\nüberlegen Sie (für kranke Vögel verlange\nman nur das seit Jahren bewährte Spratts\nHundekuchen!), so gut Sie überlegen können\n(der grösste Griesgram lacht Tränen.), wer\nvon uns beiden auseinandergefahren ist, Sie\noder ich. (Nur trocknes Leder lässt sich\nkleben.) Nehme ich Sie als Objekt oder\nSubjekt des Verbs zerfahren (Krankheit des\neinen wirkt schädigend auf die Gesundheit\ndes andern.), es stimmt beides (gar mancher\nist krank, ohne es überhaupt zu wissen.),\nSie zerfahren die Kunst (10000 Mark zahlt\ndie Direktion der Pantherweibschau dem-\njenigen, der nachweist, dass Tolirah das\nPantherweib ein künstlerisches Fell am\nKörper trägt) und werden zerfahren von\nden Ereignissen, die Sie nicht beherrschen.\n(Kapitalisten gesucht zwecks Ausbeutung\neines Patents). Aber die Kunst lässt sich\nnicht zerfahren (Heilig ist das Kleid der\nheiligen Kümmerniss) und bäumt sich auf\ngegen das Kunstblatt, wie ein Schwert.\n(Achtung: Hund beisst, klingeln!) Und\nnun bitte ich Sie höflich, aber dringend\n(Abdeckerei gleich Fortschaffung von Tier-\nleichen), nicht mich dafür verantwortlich\nmachen zu wollen, dass Sie (Wirtschafts-\ngenossenschaft, System Staubschutz) meine\nKunst zerfahren wollen. (Hotel und Res-\ntaurant Zufriedenheit).\nSodann nennen Sie meine Kunst „Manier\"\n(Die in Berlin unter den Hunden ausge-,\nbrochene Tollwut bietet den Maulkorb- und\nHundesporlartikelfabrikanten auf längere\nZeit recht gute geschäftliche Aussichten.)\nUnter Manier verstehe ich eine tote Formel,\nnach der man ohne inneren Zwang sich\nbei seiner Arbeit richtet. (Die Artikel Ho-\nsenträger, Leibriemen, Klopfpeitschen, Puls-\nwärmer, sog. Stulpen würde alles grosse\nFreude bereiten.) Nach dieser Definition\nbehaupte ich (kein Trinkzwang, Rauchen\ngestattet.), dass die Art, nach der Sie das\nKunstblatt zusammenstellen (Hier fach-\nmännische Anpassung) Manier ist. (Der\nTorfmann handelt bekanntlich ebenfalls mit\neiner Ware, die ihn nicht wärmt.) Dagegen\nwerde ich beweisen, dass (Torf, Torf, Hasen-\nfelle!) ausgerechnet Merz (Anna Blume hat\nein Kind von Bender.) nicht Manier sein\nkann, weil es sich befreit hat von (Mir kann\ndoch keen Mann verkohlen.) jeder Manier\n(Kohle ist Brot!) werde den Ver-\nsuch garnicht erst versuchen (rot orange\ngelb grün blau dunkelblau violett), meine\nMühe wäre zwecklos (Woraus wird Leucht-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3471, "texte": "gas gewonnen?), denn Sie verstehen ja\nmeinen Beweis doch nicht. (Forsche, Ver-\ngleichs, erwägs, finde die Wahrheit heraus\nu. Honig.) Forschen Sie in meinen Tränen\nund andern Merzpublikationen, wenn Sie\nsich belehren wollen. (Dazwischen viele\nLebensalter, viel Sieche, Lahme, Krüppel,\nSprachlose, Geistesgestörte, sogar ein Blinder\nund ein Taubstummer.)\nDarauf fragen Sie: „Was ist nun eigentlich\ndie Kunst dieser Zeit?\" (Suche zwecks Kauf\neines prima Geschäfts 50 Mille von Selbst-\ngeber.) Die Frage charakterisiert Sie, Herr\nWestheim. (Veredelte Dauerwäsche.) Sie\nwissen nämlich selbst die Antwort nicht.\n(Die erste Tugend eines Kritikers sei Be-\nscheidenheit) Ein Kritiker sollte Bescheid\nwissen (Damen-Trompeter-Korps.), einen\nunbescheidenen Kritiker könnte man viel-\nleicht zerfahren nennen, (res severa verum\ngaudium.) Den Beweis für Ihre Zerfahren-\nheit liefern Sie, Herr Westheim (Wir sind\nja alle Schillers Erben), indem Sie nach\nder einen umfassenden Formel (:) (Sagten\nSie nicht Formel?) für all das Werden un-\nserer Zeit fragen (Die ersten Wagen sind\nvorne.): „Münch,Yalori Plastici, Brass, Fiori\nund auch die Zerfahrenheit von Schwitters.\"\n(alle Tage ist nicht Sonntag,) Sogar Musik-\nspieldosen baut dieser zerfahrene Schwitters\njetzt in Bilder ein! (alle Tage fliesst kein\nWein) vielleicht merkt er es selbst, wie\nakademisch seine Manier allmählich zu\nwerden beginnt, (aber du sollst alle Tage\nrecht lieb zu mir sein!) N. B. „akademisch;\"\nSie meinen damit wohl: „reif für das Kunst-\nblatt?\" (Ein Schaf ist bekanntlich ein\ndummes Tier.) Sie glauben doch nicht,\nHerr Westheim, dass ich an einem kunst-\nfeindlichen Organ je mitarbeiten würde? (Es\nerwächst nun die eine Frage: ist die Summe\nvon Schafen, also eine Schafherde, dümmer\noder klüger als das einzelne Schaf?) Münch,\nValori Plastici, Brass, Fiori und Zerfahren-\nheit Schwitters, die Auswahl ist beliebig,\nzufällig. (Damen ist das Rauchen nicht\ngestattet.) Diese Auswahl ist so zufällig,\nwie die Zusammenstellung eines beliebigen\nKunstblattes. (Rosen haben Beine.) Zu-\nfällig haben diese Herren gleichzeitig aus-\ngestellt. (Gemeinde Spartakus), Aber wie\nkonnten Sie es ahnen, dass Ihre zufällige\nAuswahl nicht charakteristisch für das neue\nWerden unserer Zeit ist. („Bä\" sagt das\nSchaf.) Schuhkitt ist äusserst flüchtig und\nfeuergefährlich. (Der Dich behütet schläft\nnicht!) Ich will Ihnen aber die eine um-\nfassende Formel für alles Werden in der\nKunst nennen. (Neu für Europa!) Herr\nWestheim fallen Sie nicht in Ohnmacht!\n(Das Haus der Unschuld, ein Sensations-\nschauspiel in 5 Akten.) Fallen Sie nicht\nin Ohnmacht, Herr Westheim (die letzten\nWagen sind vorn), wenn ich Ihnen die\nFormel kurz nenne (Fetthaltende Leder\nsind erst mit einer fettlösenden Flüssigkeit\nganz sauber zu reinigen): Die umfassende\nFormel für alles Werden in der Kunst ist\n(Sonderausstellung deutscher Schäferhunde\nverbunden mit Vorführung hervorragender\nExpressionisten.) ist nämlich nichts weiter\nals Ehrlichkeit.\nGlaube nicht allzuviel, nicht einem, nicht\nallen, warte nur, balde hat alles ein Ziel.\n(An Pflegetagen sind geleistet 166943.) Für\ndie Erhaltung der Damentaschenmode muss\nRücksicht auf diesen ausschlaggebenden\nZweig unserer Ledererzeugung genommen\nwerden, (kleben lässt sich jedes Leder, ob\nalt oder neu.) doch darf nur gut trockenes\nMaterial verwendet werden. (Harry, ick\nhab ne Karte, ick lass zweimal knipsen!\nSieger haben immer recht.\nMit treudeutschem Gruss Ihr sehr zerfahrener\nIm Juli 1921\n\nKurt Schwitters"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1921-08-05-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1921-08-05_01#c003", "volume": "bmtnabg_1921-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "138", "page_fin": "139", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.2.3", "titre_corps": "Schräg geöffnet", "titre_sommaire": "Schräg geöffnet", "signature_source": "Kurt Liebmann", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.4", "debut_caractere": 3473, "fin_caractere_exclue": 3738, "texte": "Schräg geöffnet\n\nGeballt\nhetzt Hand das Lampenkichern\nstrassenpeitsch\nweitfackelwölb\nhin hin\nund Weiten weinen Kopf auf bluten Block\nStern fallbeilt\nKlingen eisen\nspritzen\neiteln\nwippen\nstahlen\nschreierstarrt\nklirrt Flügelpferd aus klaffem Hals\nund\nsockelschräg\nund"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 235, "texte": "Schatten klaftern\ntrippelgrau\nschwebkreisen Taster quales Kreuz\nund\nflatterhuschen\nängsten\nQual\nMond ätzt das Gift\nund\nKichern reitet spitzes Ohr\nein Greisen weisst auf rotem Eis\nperlt Hüsteln\nsinkt\nkrallt Hand\nversinkt.\n\nKurt Liebmann"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1921-08-05-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1921-08-05_01#c004", "volume": "bmtnabg_1921-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "139", "page_fin": "148", "image_debut": 5, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.2.4", "titre_corps": "Unter den Sinnen : Dichtung zwischen Menschen", "titre_sommaire": "Unter den Sinnen : Dichtung zwischen Menschen", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.5", "debut_caractere": 237, "fin_caractere_exclue": 296, "texte": "Unter den Sinnen\nDichtung zwischen Menschen\nHerwarth Walden"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.5", "debut_caractere": 311, "fin_caractere_exclue": 2916, "texte": "Sie haben immer das meiste Interesse für\nIhr Fräulein Schwester gehabt\nDas ist ja furchtbar, Ernst. Die arme Friedel.\nSie müssen uns unbedingt sagen wo sie\nliegt. Wir wollen sofort zu ihr, nicht Ernst.\nDa es einen Arzt nunmehr in Eurer Fa-\nmilie gibt, wäre es doch das Natürlichste\ngewesen, dass Deine Schwester mich hätte\nrufen lassen\nIch konnte ihr doch unsre Verlobung nicht\nmitteilen.\nEs zeigt einen bedenklichen Mangel an Fa-\nmiliensinn, wenn wir Deiner Schwester zur\nUebermittlung eines einfachen Glückwun-\nsches erst eine gedruckte Anzeige senden\nmüssen. Es hat doch in allen führenden\nZeitungen gestanden.\nFriedel liest sicher keine Zeitung.\nIch bin durchaus nicht beleidigt. Wir wollen\naber nicht gegen den Willen Deiner Eltern\nhandeln.\nIch gehe zu ihr.\nIch dürfte doch wohl auch ein Wörtchen\nmitzureden haben.\nWillst Du mir verbieten meine kranke Lieb-\nlingsschwester zu besuchen.\nMann und Frau müssen sich aufeinander\nabstimmen.\nDu hast Dich sehr verändert Ernst.\nIch habe die grössere Lebenserfahrung Kind.\nNiemand kann tun was er will. Wir sind\nalle aufeinander angewiesen.\nAlso auch Friedel auf uns.\nDas ist unlogisch, um nicht zu sagen jesu-\nitisch. Wer sich ausserhalb der Familie\nstellt, hat kein Recht auf die Vorteile der\nFamilie.\nEs ist mir peinlich durch meine Mitteilung\nein Zerwürfnis herbeizuführen\nBegleiten Sie mich zu meiner Schwester.\nWegen solch einer Kleinigkeit willst Du\nmir nicht gehorchen.\nDu darfst mir meine Freiheit nicht nehmen,\nwo es Dir nicht schadet.\nDarüber werde ich mir wohl selbst ein\nUrteil bilden können.\nIch gehe.\nDas also ist Deine Liebe.\nErnst\nIch empfehle mich.\nEs ist mir wirklich peinlich gnädiges Fräulein\nIch hasse ihn\nIch werde nie heiraten\nIch muss, ich muss. Kommen Sie.\nFriedel, mein armes Kind. Tut es sehr weh.\nIch bin doch fortgelaufen.\nErnst wollte mich nicht zu Dir gehen lassen.\nLass ihn laufen.\nDu hast noch immer Mut. Wir haben uns\nöffentlich verlobt.\nIch werde nie heiraten.\nDu stehst und ich liege zu Boden, hilf mir\nFriedel.\nLass ihn laufen.\nWie soll ich denn leben. Die Eltern\nwerden immer älter. Und was wird Deine\nKrankheit wieder kosten.\nDeine Eltern brauchen nichts zu zahlen.\nWer soll es sonst tun.\nDas kann ich Dir nicht sagen\nIch frage nicht aus Neugierde, aber Du\nmusst mich beruhigen.\nWie versorgt Ihr alle seid.\nDu kannst doch nicht von diesem jungen\nMenschen Geld nehmen.\nIch nehme nie Geld.\nFriedel, das kann ich nicht von Dir denken.\nDas darfst Du nie tun.\nWie versorgt Ihr alle seid.\nDu bist kein schlechter Mensch.\nIch bin.\nDeine Stimme klingt hell und fremd, Friedel\nIch bin eine Tänzerin auf der Strasse.\nDu schwärmst"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3188, "texte": "Wenn Ihr mich trefft, brechen mir die\nFüsse. Ich will Euch nicht treffen\nDarf ich Dich nicht pflegen, Priedel. Du\nkannst doch die Schwester sparen\nIch spare nicht an meinen Schwestern.\nIch spare nicht. Ich spare nichts. Geh in\nDeine Nähe und lass mich unendlich in der\nFerne schwärmen\nSo dankst Du meine Liebe. Ich habe mich\nDeinetwegen fast zerworfen\nDu hast Dich Deinetwegen fast zerworfen,\naber Du sparst. Du sammelst die Scherben.\nDu kittest die Scherben.\nWirf Dich nicht fort, Friedel. Das we-\nnigstens musst Du mir versprechen.\nIch verspreche mich nie. Ich spreche nicht.\nEine Tänzerin bin ich auf der Strasse\nKann ich Dir also wirklich nicht helfen\nLass mich fallen.\nSo mein Fräulein, nun geht es bald besser.\nSie haben eine sanfte Hand, Herr Doktor.\nEin Glück, dass Sie so gut gefallen sind.\nEs fiel mir so schwer, mich zu heben'\nDas ist kein Wunder.\nVielleicht habe ich mich überhoben\nIst unser verehrter Doktor nicht ein Wun-\nder von Mensch.\nKann ich mich nicht etwas heben\nSie dürfen sich so wenig wie möglich be-\nwegen. Stützen Sie sich doch auf meinen\nArm.\nIch falle immer wieder zurück.\nLiegen ist sehr gesund\nFür Kranke.\nHabe ich Sie gekränkt.\nKrank sein ist verächtlich.\nLiegen Sie jetzt gut.\nSind Sie immer um den Doktor.\nJetzt ist er immer sehr traurig.\nWohnt er ganz allein in diesem grossen\nHause.\nEr lebt in seiner schönen Frau.\nWo ist sie.\nSie liegt im Garten neben diesem Baum,\nder sein Zimmer grüsst.\nMuss ich sterben\nWas bewegt Sie, Sie dürfen sich nicht be-\nwegen.\nRufen Sie ihn, ich will fort.\nSie müssen ihm Kind sein. Sie könnten ihr\nKind sein. Sie ist für sein Kind gestorben.\nFür ihr Kind. Sonst hat sie ihn nicht\ngeliebt.\nSie lieben ihn.\nZeigen Sie mir ihr Bild.\nEs gibt kein Bild von ihr. Niemandem hat\ner sie gegönnt.\nWenn ich ihm doch helfen könnte.\nStützen Sie sich auf mich. Sie haben so\nsanfte Augen\nWir wollen beide für ihn leben.\nEr lebt über uns hinweg.\nWarum streicheln Sie mein Haar.\nWeil Sie Schmerzen haben.\nSie sollen mein Haar nicht berühren.\nHabe ich Ihnen weh getan.\nKrank sein ist verächtlich.\nSie lieben ihn sehr.\nSie auch.\nIch bin ein Mann\nEine Tänzerin bin ich auf der Strasse.\nWie ist Ihr Vorname\nWie heisst seine Frau\nIrma\nIch heisse Friedel.\nWollen Sie jetzt nicht etwas schlafen.\nWollen Sie dafür sorgen, dass ich neben\ndem Baum zu liegen komme.\nSie müssen jetzt unbedingt schlafen.\nLiegen ist gesund. Der Baum grüsst sein\nZimmer.\nDarf ich noch einmal Ihr Haar streicheln.\nSie dürfen sich nicht bewegen.\nWollen wir nicht gute Freunde werden.\nKrank sein ist verächtlich.\nSchliessen Sie die sanften Augen.\nKönnen Sie mein Bett nicht näher an das\nFenster rücken\nMorgen komme ich wieder\nIch will seinen Zweigen lauschen.\nHaben Sie gut geschlafen.\nSie müssen viel um mich sein.\nSie lieben den Doktor.\nSie müssen immer um mich sein, wenn\nich nicht um ihn sein kann\nIch darf ihm nichts nehmen.\nIhm nehmen Sie nichts. Sie können sich\nfest darauf verlassen.\nEr verlässt sich auf uns. Darf ich ihm sa-\ngen, dass ich Dich liebe.\nWir müssen ganz still sein, Du, denn ich\nmuss in seinen Zweigen lauschen.\nIch werde es nicht ertragen können, Dich\num ihn zu sehen.\nAbends gehen wir in den Garten. Wir er-\nzählen uns von ihm. Und später setztst Du"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3221, "texte": "Dich an mein Bett. Ich gebe Dir meinen\nMund, weil Du jung bist.\nKomm mit mir. Komm mit mir fort.\nIch kann nicht.\nDu liebst mich nicht allein.\nIch liebe Dich\nDu betrügst Dich in meiner Liebe\nGib mir Deinen Mund und lache.\nSo kann ich nicht.\nLache, dass ich bin.\nGrausam bist Du.\nAber heute Abend darf ich aufstehen.\nWarum weichst Du aus\nIch liege.\nWarum weichst Du ab.\nNoch liege ich. Aber des Abends werde\nich aufstehen und mein Herz wird in den\nMorgen sinken.\nBleib bei mir.\nIch bin bei Dir. Immer wenn Du mich\nbrauchst.\nIch brauche Dich immer.\nEine Tänzerin bin ich auf der Strasse. Ist\nmein Knöchel gebrochen, hüpfe ich auf dem\nGrase im Dämmerlauschen der Zweige.\nDu bist unmenschlich.\nHier ist meine Hand, hier ist mein Mund.\nNimm, nimm, was Du willst, wie du willst.\nAber Deine Augen müssen zwitschern, ganz\nleise, dass mein Herz von Ast zu Ast springt\nund des Abends will ich ein grünes Kleid\nanziehen. Es ist sehr weit. Daran kannst Du\nmich halten, wenn ich in die offnen Fenster\nspringe.\nIch bin der ärmste Mensch auf der Erde.\nWeil ich Dich liebe\nDu spielst um mich\nJetzt wird der Doktor kommen\nAber Du darfst nicht aufstehen.\nNicht bis Du kommst\nNie werde ich Dich lassen.\nNie brauchst Du mich verlassen.\nNun, aufgestanden, mein junger Freund\nsagte mir soeben noch, dass Sie liegen\nIch bin gesund.\nSie können dem Leben nicht ausweichen,\nimmer führt es zurück\nIch eile voran bis zum Rande\nZum Rande im Kreise\nIch kann nicht leben auf der Erde.\nNun sind Sie Freund dem Leben\nSie wollen mich auf die Strasse stossen\nUnd klagt die Tänzerin auf der Strasse\nAlle Gärten blühen neben meiner Strasse.\nMein Herz wacht strassab, strassab\nIch will Dich auf meinen Schoss nehmen,\ndass dein Herz im Schweben ruhe\nWenn einer fühlte was ich möchte\nNun stehst Du vor der Liebe deines Leibes.\nNun fühlt ein jeder, was Du möchtest.\nNun ketten Deine Glieder sich an Glieder.\nNun schreit Dein Blut liebauf, liebab.\nNimm mich auf Deinen Schoss.\nDein Schossist ein Herzen.\nSchütze mich vor der Liebe.\nLiebe ist Schutz der Liebenden\nDu musst mich halten im Geäst Deines\nMondbaums\nMeine Hände sind welke Stile mit blühen-\nden Dornen\nStösst Du mich auf die Strasse\nDer Mondbaum blüht hinter der Liebe.\nUnd der Paradiesvogel singt hinter dem Leben\nSo geh ich\nGeht die Tänzerin auf der Strasse\nDu quälst mich\nBrich auf aus allen meinen Qualen, dass\nmein Schoss sich schliesse, der geschlossen ist\nNie werde ich einen andern Menschen\nlieben.\nMenschen werden anders lieben. Andere\nMenschen werden einander lieben. Andrer\nLiebe wirst Du mir verfallen\nWenn ich nun gebrochen vor Dir liege\nEin Paradiesvogel singt im Geäst meines\nMondbaumes. Sein Lied ist Schrei. Meine\nFenster sind offen.\nNie werde ich Dich verlassen\nDein Blut schweift strassab, strassab\nAber das ist nicht Liebe\nMenschen sind wir noch im Grabe\nIch will für Dich leben\nWenn einer für den andern leben könnte,\ndann würde die Liebe Leben sein\nAber das Leben ist nicht die Liebe.\nWas ist das Leben\nAlle Meuchen lieben. So geh und lebe\nDu lässt mich nicht zu Dir hinein.\nAlle Herzen stehen Dir offen\nNur Dein Herz ist mir verschlossen.\nDa geht ein Mann im Garten\nGib mir nicht Worte\nDa geht Dein Freund im Garten\nIch lasse Dich nicht\nDa geht mein Freund im Garten\nIch hasse Dich"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3012, "texte": "Hüte Dich\nDu verachtest mich.\nHüte Dich vor den welken Dornen unter\ngrünenden Blättern\nSpät am Abend komm ich zu Dir\nAuch morgen ist ein Tag. Und heute, heute\nist ein Tag. Alle kommen am Abend zu\nmir, wenn die Freunde in den Tag gehen.\nIch werde Dich überzeugen. Auf Wieder-\nsehen.\nHast Du lange auf mich gewartet\nDu bist aufgestanden\nWarum soll ich Dich bis zum Abend warten\nlassen, da ich Deine Schritte im Garten fühle\nZieht Dich mein Tag zu mir, wird Dich\nnun mein Morgen über Nacht in den Abend\nzum Tag hinein halten.\nMein Herz wandelt zeitlos und stockt, wer\nes hält.\nMir sollst Du es geben\nGreife es, halte es.\nDu bist nicht heilig, denn Du kannst nicht\nopfern\nIst es nicht Opfer, wenn geopfert ist. Ist\nes nicht Schenken, wenn geschenkt ist\nKann ich morgen schenken, was ich heute\nopfere. Kann ich morgen opfern, was ich\nheute schenke.\nDu lebst in den Tag. Ich fühle den Tag, so\nbin ich vor dem Abend gekommen\nIch mag Dich nicht\nWeil Dein Abend nicht mein Tag ist.\nWeil mein Abend nicht mein Tag ist.\nImmer ist es Zeit, zu fühlen. Immer ist\nes Zeit zu lieben\nIch liebe über die Zeit hinaus.\nDu vergisst, zur Zeit zu lieben.\nErst sollst Du Dich binden.\nFühlen binden\nIch mag Dich nicht\nIch liebe Dich in dieser Zeit meines Herzens.\nSo mag ich Dich nicht.\nDein Leben verträumt die Liebe im Schatten\nder Zeitlose.\nImmer oder nie\nJetzt\nImmer oder nie.\nKüsse mich unter der Sonne unter dem\nMondbaum\nLügnerin\nWillst Du mich zwingen über die Zeit hin-\naus zu lügen\nIch zwinge Dich nicht. Geh doch.\nDu zwingst mich, denn ich kann nicht gehen.\nIch gebe Dir Zeit bis zum Abend.\nAbends kann ich nicht kommen.\nWas sagst Du\nAbends kann ich nicht kommen.\nAlso morgen\nMorgen kann ich nicht kommen.\nIst das Dein letztes Wort.\nJetzt bin ich gekommen\nAlso hat der alte Mann gesiegt.\nIch liebe Dich\nGeh\nKomm\nDu kommst mir wieder\nEin böses Tier hat mich gestochen.\nWo\nSie hier auf der Brust, wie es brennt\nIch sehe nichts\nFühl doch. 0 Du. Nun hast Du mich\ndoch küssen müssen\nDu bist noch schöner geworden. Immer\ntrage ich Dein blaues Band um meinen Arm\nZeige es.\nHeute habe ich es zufällig ablegen müssen.\nIch möchte gern sehr viel Geld haben.\nDu wirst mir nicht glauben, wenn ich Dir\ndiesen Zufall zu erklären versuche.\nWollen Sie mir nicht für einen begabten\nMenschen Geld geben.\nWerde meine Frau, dass ich für Dich\nsorgen kann.\nSie dürfen mich küssen, wenn Sie helfen,\nNie werde ich meine Liebe teilen.\nGeben Sie ihm doch Geld\nSolche Geschäfte kann ich nicht machen.\nDu bist nicht nett zu mir.\nIch will Dich gern frei machen, wenn Du\nmir gehörst.\nKann ich alles von Dir haben was ich will.\nDu musst mich allein lieben.\nUnd wenn Du mich nicht mehr liebst\nDas wird nie geschehen.\nEs gibt aber Zufälle, die man nicht zu er-\nklären versucht.\nWenn ich noch zu hoffen gewagt hätte\nDu must mir alles gewähren\nWarum bist Du so hart zu mir gewesen\nIch muss mich verkriechen.\nIch schütze Dich gegen die ganze Erde.\nWerden Sie mich nie zwingen\nKomm mit mir. Hier ist es schwül\nWerden Sie mir jeden Wunsch erfüllen\nDu wirst herrschen"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2989, "texte": "Komm, wir müssen fliehen.\nWer verfolgt Dich\nHalte mich, dass mich niemand hält\nWer hält Dich\nAlle schweifen in meinen Schweifen. Wenn\nmich doch einer halten könnte\n- \\ ' „ ' • • ' • .\n' , /A\nWarum willst Du mich heiraten\nIch will Dich immer besitzen\nIch kann nicht treu sein\nAber jetzt liebst Du mich doch\nWenn mein Blut brennt bin ich eine zehrend\nverzehrte Flamme\nIch werde Dir helfen.\nDu wirst mich schlagen, wirst mich ver-\nachten, wie Männer tun.\nEinen Thron werd ich Dir bauen\nUnd das Schloss verschliessen.\nKomm zu mir\nIch mag nicht\nDu kannst kein Opfer bringen\nIch kann nicht\nWie schön Du in der Nacht warst\nIch will nicht\nIch schenke Dir was Du willst\nSchickst Du ihm das Geld\nKomm\nNicht weh tun\nDu liebst mich, ich fühle es, Du liebst mich\nStill\nWas ist Dir\nEin Kind weint\nHier ist kein Kind im Hause\nDoch ein Kind weint\nWie schön Du bist\nLass mich\nNoch einen Kuss\nLass mich\nEinen\nDu tust mir weh\nDu weinst, Kind\nAlles ist Lüge\nWeine nicht Kind\nBlut ist Lüge\nNun musst Du schlafen\nDas Blut lügt, auch Blut lügt.\nIch wollte schon wieder gehen\nEntschuldige lieber Freund, aber eine An-\ngelegenheit von grösster Wichtigkeit\nSag doch einfach Weiber\nWenn Du mich doch mit diesen Spässen\nverschonen wolltest\nGut, dass ich Dich nicht als Kaufmann\nbrauche, denn Deine Sentimentalität ist\nkreditschädigend. Könntest Du mir nicht\nzehntausend Mark verschaffen\nSie stehen Dir zur Verfügung\nIch habe da so ein Biest von Luder, das\n40\nmir absolut Sperenzchen macht. Eigentlich\nsonst garnicht nach meinem Geschmack,\nAber was tut man nicht seiner Gesundheit\nwegen.\nDu hast kein Gewissen\nGlaube mir mein Junge es ist alles Ziererei.\nErst heulen sie, und wenn man sie nach-\nher packt, schwimmen sie, aber nicht in\nTränen sondern in Wohlgefallen.\nDu wirst mich nicht ändern.\nDrolliger Knabe.\nDer Mensch muss etwas haben, an das er\nglaubt.\nUnd dazu wählst Du Weiber. Nee mein\nLieber, die Sache kenn ich besser. Uebri-\ngens interessiert mich augenblicklich mal\nmeine eigne bessere Gesellschaft.\nDu wirst wieder ein Unglück anrichten.\nMal was anderes. Ich will da eine Häsin\nzur Strecke bringen, deren Angst mir direkt\nStimmung macht.\nLass doch das arme Mädel\nZweitens ist es eine Frau und erstens werde\nich ihr zum Leben verhelfen\nWillst Du den Betrag gleich haben.\nDu bist und bleibst stets der dösige Primaner.\nWenn Dich nicht einmal eine Frau notzüchtigt\nBitte\nWeint da nicht eine Frau\nWenn wir jetzt in mein Büro gehen wollen\nAlter Junge, ich glaube Du machst mich\nzum Esel.\nIch muss Dich entschieden bitten\nDu bist eine. Weibermemme, aber sonst\nganz passabel. Nur keine Angst. Ich werde\nmich nicht in Dein süsses Geheimnis\nmischen.\nNoch eine viertel Stunde Ernst\nDu musst Dich durchaus an logisches Den-\nken gewöhnen, liebe Anna.\nAlles kommt darauf an, die Zeit einzuteilen\nMan muss Herr seiner Stimmungen sein.\nFünf Minuten\nDu machst mich ernstlich böse. Um fünf\nUhr bin ich zum Kaffee zurück. Gesegnete\nMahlzeit.\nErnst. Sei nicht hart. Du kommst zurück.\nWirklich seine Schritte, Sein Klingeln."}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "146", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3411, "texte": "Sie\nVerzeihung, ist der Herr Doktor zu sprechen\nSie müssen ihm auf der Treppe begegnet\nsein\nJetzt verstehe ich erst den Wink. Ihr\nGatte hatte es offenbar sehr eilig. Sein Wink\nsollte wohl heissen, dass ich auf ihn warten\nmöchte.\nMein Mann kommt erst um fünf zurück\nEr kommt bestimmt gleich wieder, gnädige\nFrau. Gestatten Sie mir hier zu warten\nIch bin ganz allein\nSie fürchten sich doch nicht, gnädige Frau\noder fürchten Sie sich vor mir\nWarum verfolgen Sie mich.\nGestatten Sie, dass ich die Tür schliesse.\nWo darf ich warten\nBitte wenn Sie vielleicht etwas lesen wollen.\nKönnen Sie mir nicht Gesellschaft leisten\nLassen Sie mich doch frei.\nAber meine Gnädigste, ich beraube Sie doch\nnicht Ihrer Freiheit. Ich bitte Sie nur mir\nGesellschaft zu leisten. Denn wir haben\ndoch zu sprechen\nIch wüsste nicht\nSie tun mir leid\nIch\nSie sind sehr unglücklich.\nIch liebe meinen Mann über alles.\nWie kann man nur so plumpe Stiefel\ntragen\nGehen Sie augenblicklich\nWollen Sie nicht Platz nehmen. Eine so\nschöne Frau\nDann muss ich gehen\nDas Leben ist teuer. Warum wollen Sie\nnichtlhrem Freund gestatten Ihnen zu helfen\nSie sind von einer Unverschämtheit\nIhr Mann ist ein Idiot.\nSie wagen es in meinem Hause\nEine so schöne Frau so schlecht anzuziehen\nSie sind ein Schurke\nAber meine Gnädigste, warum darf ich das\nnicht sagen, was Sie selbst empfinden\nIch liebe meinen Mann über alles\nMit dem verweinten Gesichtchen. Wie kann\nman eine so schöne Frau allein lassen\nMein Mann hat hohe Pflichten\nGegen andere. Er opfert Ihnen ja nicht\nfünf Minuten\nMein Mann ist der beste gütigste Mensch\nDer sie fortwährend zum Weinen bringt.\nWollen wir nicht etwas in die schöne Luft\nfahren\nNie werde ich meinem Manne untreu sein.\nDummchen, er wird doch nicht auf die\nLuft eifersüchtig sein.\nWas erlauben Sie sich\nIch soll Ihnen von einem unbekannten Ver-\nehrer tausend Mark überreichen\nIch habe keinen Verehrer.\nIch habe mich nur eines Auftrages zu er-\nledigen. Bitte.\nNehmen Sie das Geld\nSie können es auf die Strasse werfen, wenn\nSie wollen. Ich würde Ihnen allerdings\nlieber raten, sich dafür etwas anständiges\nzu kaufen.\nMein Mann wird Ihnen das Geld zurück-\nbringen, wenn Sie es nicht nehmen.\nAuf Wiedersehen, meine Gnädigste. Auf\nMorgen. Und ich wette, morgen werden\nSie mich begleiten.\nNun, Frauchen. Siehst Du, Punkt fünf\nUhr bin ich zurück. Das ist Zeiteinteilung.\nNun wollen wir hübsch gemütlich zwanzig\nMinuten Kaffee trinken. Und jetzt bekommst\nDu vorher einen Kuss.\nDu hättest nicht von mir gehen sollen.\nImmer wieder dieselbe dumme Geschichte.\nDu machst mich ernstlich böse\nWas liegt da für Geld. Das ist ja, das sind\nja tausend Mark. Jetzt kann ich mir die\nneuen Apparate kaufen.\nDas Geld gehört uns nicht.\nJa, wie kommt denn das Geld hierher.\nIch habe mich so gefreut, dass ich mir\nendlich das nötigste kaufen kann.\nIch |\nDu liebes gutes Frauchen, so etwas kannst\nDu mir doch nicht einreden. Das ist eine\nUeberraschung und ich werde Dir gleich\nsagen, von wem das Geld ist.\nDu gutes Kind.\nBitte, ich bin kein Kind. Und nun wirst\nDu mir gleich sagen, dass ich richtig ge-\nraten habe. Das Geld ist von Deinem\nhochverehrten Herrn Vater.\nErnst\nSiehst Du, wie ich alles gleich durchschaue.\nDa muss ich mich aber gleich hinsetzen\nund Deinem guten Vater einen sehr lieben\nBrief schreiben\nDas Geld ist nicht vom Vater\nDu machst mich ernstlich böse mit Deiner\nGeheimniskrämerei. Wenn Du es nicht\nsagen willst, auch gut. Ich werde es schon"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "147", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3321, "texte": "zur rechten Zeit erfahren. Und nun wol-\nlen wir gemütlich Kaffee trinken. Nein,\ndass ich mir nun die neuen Apparate kaufen\nkann, das ist ein Segen für mich und die\nMenschheit.\nDu Kind.\nIch bitte Dich auch in der Wahl Deiner\nKoseworte logisch zu verfahren.\nWollen wir nicht etwas in die schöne Luft\nfahren.\nFahren. Du überschatzst unsere Verhältnisse.\nMeine Stiefel sind so schwer.\nDas ist ja etwas ganz neues. Du hast sie\ndoch schon als junges Mädchen getragen\nSie sind plump\nPraktisch sind sie. Deine gute Mutter ist\neine so vorzügliche Hausfrau\nWillst Du mir nicht ein paar neue Schuhe\nkaufen Ernst\nAlso darauf geht es hinaus. Wenn Du\nfreilich glaubst, dass man für tausend Mark\ndie Erde kaufen kann oder dass wir das\nGeld bekommen haben um es zu vergeuden.\nMir hat es ein Verehrer geschenkt.\nNun willst Du mich gar noch eifersüchtig\nmachen. Aber das gelingt Dir nicht, dazu\nbin ich viel zu logisch. Wer sollte Dich\nauch verehren.\nErnst\nEine Frau wie Du wird nur geheiratet.\nDiese Worte wirst Du bereuen.\nDiese Gereiztheiten vertrage ich nicht.\nNicht mal in Ruhe kann man seinen Kaffee\ntrinken. Eigentlich wollte ich Dich zum\nEinkauf der Apparate mitnehmen. Nun\nziehe ich es vor, allein zu gehen. Abends\nbist Du hoffentlich wieder vernünftig.\nErnst Du darfst das Geld nicht nehmen.\nUeber die Verwendung der Gelder in der\nEhe habe ich zu bestimmen.\nHast Du\nJawohl.\nAuch über die Verwendung der Frau\nDu sollst Dich etwas ansiändiger ausdrücken\nJetzt kenne ich Dich.\nEs sollte mich freuen. Aber dazu bist Du\ndoch noch nicht klug genug. Um acht Uhr\nwünsche ich Abendbrot zu essen.\nWenn uns die Frau Schwester nicht ein-\nladet, müssen wir eben so kommen.\nDu bist ja ganz verweint, Anna.\nKönnen wir drei denn nicht wirklich gute\nFreundinnen sein.\nAn uns hat es wirklich nicht gelegen, nicht\nErna\nWenn Du Dich natürlich immer als unsere\nGouvernante aufspielen willst, wir sind alt\ngenug.\nWarum quälen mich alle Menschen.\nDu bist zu sklavisch.\nWeil Du keinen Schick hast\nSo redet Ihr nun immer zu mir. Und da\nsoll ich Vertrauen haben.\nAlso Du bist unglücklich. Das habe ich\nmir gleich gedacht, nicht Erna. Ich hätte\nden Tolpatsch nie geheiratet.\nDer ist ja ein Apparat aber kein Mensch.\nIhr versteht ihn nicht und Ihr seid grau-\nsam\nWir nehmen als Schwester eben Deine Partei\nDu siehst noch mächtig unverheiratet aus\nAnna.\nFriedel hat mich immer gewarnt\nVor uns natürlich. Die mannstolle Göre.\nMan schämt sich solch eine Schwester zu\nhaben.\nWenn ich doch wenigstens Mut hätte fort-\nzugehen.\nAlso so weit seid Ihr schon. Ich habe es\nimmer gesagt, die freie Liebe ist das einzig\nwahre, nicht Erna.\nAnna ist geborene Ehefrau.\nQuält mich nicht. Geht doch. Wir haben\nuns nichts zu sagen.\nBehalte Deinen Ernst und schaff Dir nach\nund nach ein anständiges Verhältnis an.\nDas ist mein Rat.\nAlles ist so verworren.\nKannst Du mir nicht zehn Mark leihen\nAnna, Du bekommst sie bestimmt bald\nwieder.\nIch habe kein Geld.\nAlso nicht einmal Geld gibt er Dir. Und\ndazu verheiratet sie sich. Verrückt nicht\nErna.\nWo willst Du hin\nSeid einmal gut zu mir und helft mir\nFriedel finden.\nDu meinst wohl, sie hat mehr Lebenser-\nfahrung als wir.\nDas Schaf. Wenn Sie wenigstens ihren\nKnaben genommen hätte, der ganz wild in\nsie war, so wären wir alle aus der Misere\nheraus.\nImmer verlangt Ihr Opfer für Euch\nDer oder jener. 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Sollte\nder Grund der Aufregung sein,\ndass gerade Künstler dieser,! Art immer\nmehr Vertrauen zum Kunstblatt zu fassen\nscheinen.\"\n• •\n„Nebenbei\" wollen Sie diese Äusserung\ngetan haben. Was ein Schriftsteller neben-\nbei schreibt, gehört nicht zur Hauptsache.\nUnd so enthielte Ihre Bemerkung nichts\nWesentliches? Sie beginnen mit der Frage,\nwarum immer mehr alle die Künstler,\ndie nicht nur oder, wie Sie mit einem\nfehlerhaften Pleonasmus schreiben, nur\nbloss „Sturmkünstler\" sind, dem Geschäft-\nsbetrieb des Herrn Waiden entlaufen. Wenn\nSie nicht von der Art des Schulbuben sein\nwollen, der bei einem Puff ruft: „Der Fritz\nschlägt mich immer\", dann hätten Sie\nden Mund weniger voll nehmen sollen.\nEben scheinen Sie unübersehbare Scharen\nEntlaufener anzukündigen, Sie setzen einen\nDoppelpunkt, nennen Kokoschka, Klee,\nFeininger, und dann fällt Ihnen keiner\nmehr ein, der so geartet ist, wie Sie sagen,\nund darum entlief. Ich habe nicht ver-\ngessen, dass Sie ein halbes Jahr später aufs\nNeue von Entlaufenen berichtet haben. Da\nSie mich aber nicht im Zweifel Hessen,\ndass Ihre zweite Serie auf einer neuen\nKenntnis beruhte, da Sie auch nicht der\nMann sind, der mit solchen Herrlichkeiten\nein halbes Jahr hinterm Berg hält, so sieht\nes doch so aus, als seien Sie von der Art\ndes Schulbuben. Wenn Kokoschka, Klee\nund Feininger entlaufen, schreien Sie, dass\n„alle Künstler immer mehr entlaufen\".\nOder ich muss glauben, dass Sie auch die-\njenigen zu Ihren Entlaufenen zählen, von\ndenen es im zweiten Teil Ihrer Neben-\nbemerkung heisst: „...ganz zu schweigen\nvon den Fällen Marc, Macke, Essig, Jaw-\nlensky, Chagall? —- Ganz zu schweigen?\nWer schweigt? Wer will schweigen? Etwa\nSie? Da Sie grade anfangen, mehr zu\nreden, als Sie bis ans Ende Ihres Daseins\nverantworten können? Aber selbst wenn\nich Ihnen die Verwendung dieser albernen\nRedensart nachsehe, kann ich noch nicht\nglauben, dass Sie derjenige sind, der schweigt\noder schweigen will. Wo wäre denn von\nIhnen die Rede? Lassen Sie mich Ihnen\nsagen, dass in Ihrem Infinitiv-Nebensatz\nnur das Subjekt des Hauptsatzes herrschen\nkann. Und also haben Sie verstanden, dass\nes Ihre entlaufenen Künstler sind, die von\nden Fällen Marc bis Chagall schweigen\nwollen. So gewiss Sie aber solches ver-\ndrehtes Zeug schreiben, so wenig kann ich\nglauben, dass Sie es haben behaupten wollen.\nIch muss Ihnen also nicht nur die alberne\nRedensart zu Gute halten, sondern obendrein\nnoch ein Subjekt für Ihren herrenlosen\nSatz suchen. Wollen wir aus Ihrem „Neben-\nbei\" einen kleinen Satz machen? Viel ist\nan dem Wort nicht zu verlieren, und Ihr\nSatz bekommt, wenn auch nicht Hand und\nFuss, so doch endlich wenigstens eine\nNase. .Ich, Paul Westheim, frage\nnebenbei: warum entlaufen die Künstler\nI—3, um ganz zu schweigen von\nden Fällen 4—8.\" Ich, Paul Westheim, frage,\num zu schweigen. Ich hätte noch manches\nan diesem Satz zu tadeln, aber Ihnen wird\nnichts einfallen, das Sie gegen diese Restau-\nrierung Ihres verkrüppelten Satzes vor-\nbringen könnten. Denn Sie werden noch"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "150", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4243, "texte": "nicht merken, dass Sie sich dieses Mal\nIhren Strick aus einem kleinen Schnörkel\ngedreht haben. Aus dem Fragezeichen,\ndas Sie hinter Chagall ans Ende des Satzes\ngestellt haben, kann ich Ihnen nicht heraus-\nhelfen. Fragezeichen gehören hinter die\nFrage. Also mussten Sie entweder Ihr\nFragezeichen hinter Feininger setzen, oder\nIhre Frage war erst mit Chagall be-\nendet. Und damit habe ich bewiesen, dass\nSie die ganze Gesellschaft von Toten und\nLebendigen für Entlaufene halten wollen.\nDas Einzige, das Sie für sich retten, ist\nIhr vollgenommener Mund, mit dem Sie\ngegen mich Recht behalten. Acht Stück\nnennen Sie, ohne sich zu besinnen. Und\ndas dürfen Sie wörtlich nehmen. Wie aber\nsoll man es Ihnen Recht machen? Als ich\nvor einem Jahr mit meiner Legende be-\nweisen wollte, dass Franz Marc nicht ent-\nlaufen sei, schickten Sie mir Ihre Leichen-\nfledderer-Postkarte. Ich hatte Sie falsch\nverstanden. Franz Marc war nicht ent-\nlaufen. Mit dem „Fall Marc\" wollten Sie da-\nvon schweigen, dass man seine Leiche aus-\ngefleddert hatte. Ist es mir zu verdenken,\ndass ich Sie nicht zum zweiten Mal in Ver-\nsuchung führen will ? Ich werde keine\nLegende über August Macke oder Hermann\nEssig schreiben. Es werden wohl noch\neinige Dutzend hochgeschätzter Verleumder\nherumlaufen, die Ihnen „keinen Grund\ngeben, an ihrer Zuverlässigkeit zu zweifeln\".\nEtwas abscheulicheres als eine Leichen-\nfledderei könnte es kaum sein, das an den\nanderen Toten begangen wurde, und ich\nglaube nicht, dass es Ihnen Spass machen\nwürde, dabei unter Pari zu gehen. Ist es\nmir zu verübeln, wenn ich an Ihren ab-\nscheulich riechenden Speck nicht heran-\ngehen will? Sie erinnern mich an meinen\nPhysiklehrer, der nicht wusste, ob sein\nHollunderkügelchen nach rechts oder links\nausschlagen wird. „Rechts,\" sagte er, fügte\nhinzu, „sollte man meinen\" und schloss\nmit den Worten „und es ist doch so.\" Sie\nwissen auch nicht, wie Ihre Sätze aus-\nschlagen. Marc war entlaufen — nicht\nentlaufen — doch entlaufen. Sie sorgen\ndafür, Ihre Sätze so zu bauen, dass sie\nIhnen als Passepartout dienen. Da man\nbestreitet, dass Franz Marc entlaufen sei,\nleugnen Sie, es je behauptet zu haben.\nUnd da man Sie ersucht, Ihre grässliche\nVerleumdung auch öffentlich zurückzu-\nnehmen, verweigern Sie eine Handlung, zu\nder sich der geschätzteste Revolverkollege\nentschlossen hätte. Es war eine garstige\nSache, und wrenig fehlte, so hätten Sie die\nAusfledderung der Leiche für eine honette\nHandlung erklärt:\n„Worauf in einem Schreiben von Waldens\nAnwalt mir unterstellt wird, ich hätte in\njener Notiz behauptet, dass Waiden „sich\ngegenüber den von mir genannten Personen\nunreeller, wenn nicht gar betrügerischer\nHandlung schuldig gemacht habe\" und mir\nzugemutet wird, hier, im Kunstblatt, eine\nentsprechende Erklärung abzugeben. Nun\nja, liebenswürdig, wie ich bin, soll auch\ndie Erklärung abgegeben werden, nämlich:\nwas mir da als Behauptung angedichtet\nwird, ist nichts weiter als eine plumpe\nund dreiste Unterstellung. Mit\nkeiner Silbe ist in jener Notiz von unreellen\noder betrügerischen Handlungen die Rede.\"\nWenn Sie mir Ihre Leichenfledderer-Post-\nkarte nicht etwa zum Ulk geschickt haben,\ndann wollten Sie keinen Zweifel lassen,\nwelches Verbrechen wir Ihrem „Fall Marc\"\nzu unterstellen haben. Und Sie,\ndem hieran so viel gelegen war, dass er es\nauf eine gerichtliche Bestrafung ankommen\nliess, nennen es eine plumpe und\ndreiste Unterstellung, dass Sie\nWaiden eine unreelle Handlung vorgeworfen\nhätten. Wahrhaftig, Gott und alle Teufel\nsind Zeugen, dass Sie im Kunstblatt nichts\nvon der Leichenfledderei geschrieben haben. -\n„Mit keiner Silbe ist in jener Notiz von\neiner unreellen oder betrügerischen Hand-\nlung die Rede.\" Das ist eine Wahrheit,\ndie ich nicht hätte aussprechen mögen,\nselbst wenn ich als ein Westheim auf die\nWelt gekommen wäre. Mit keiner Silbe!\nGanz recht, Herr Westheim, im Kunstblatt\nhaben Sie von der Leichenfledderei ge-\nschwiegen. Im Kunstblatt haben Sie von\nder Leichenfledderei ganz geschwiegen.\nIm Kunstblatt haben Sie sogar von einem\n„Fall Marc\" ganz geschwiegen.\nIch, Herr Westheim, ich war derjenige,\nder Ihnen den Fall Marc „angedichtet\"\nhat.\n„ ... es ist da mit keinem Wort,\nauch nicht dem Sinne nach,\nbehauptet oder der Anschein er-\nweckt worden, als ob, wie Sie be-"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "151", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4178, "texte": "richtigt haben wollen, „Ihr Auftraggeber\nsich gegenüber den von mir benannten\nPersonen unreeller, wenn nicht gar be-\ntrügerischer Handlungen schuldig gemacht\nhabe.\"\nAuch nicht dem Sinne nach!\nDieses, Herr Westheim, werden Sie selbst\nals Ihr stärkstes Stück bezeichnen. Wie?\nDer Sinn des „Fall Marc\", von dem Sie\nschreibend schweigen und schweigend\nschreiben, war nicht, dass etwas Unreelles\nbehauptet werden sollte? Nicht einmal\ndem Sinne nach! Auch nicht der Anschein\nsollte erweckt werden! Und wissen Sie\nauch, was das bedeutet? Dass Sie, wie\nich Ihnen sagte, ableugnen, jemals eine\nSilbe von dem „Fall Marc\" geschrieben zu\nhaben. Und das will ich Ihnen nicht ein-\nmal, sondern zweimal beweisen. Wie sagen\nSie? Der „Fall Marc\" sollte nicht den An-\nschein einer unreellen Handlung erwecken?\nFreilich, um zu vermuten, dass dahinter\neine Leichenfledderei stecke, musste man\nschon als Teufel auf die Welt gekommen\nsein. Aber was sollte das Lumpenpack\nsich unter Ihrem „Fall Marc\" wohl vor-\nstellen? Nichts? Gar nichts? Und wa-\nrum wollten Sie schweigen, ganz\nschweigen? Von der Leichenfledderei\nganz schweigen? Es sollte ein Unterschied\ngemacht werden zwischen jenen Kokoschka,\nKlee und Feininger, die schlicht entlaufen\nwaren und einigen anderen, die oder mit\ndenen oder an denen — ja was denn, zum\nDonnerwetter? Ein Anschein sollte\nerweckt werden, Herr Westheim. Und was\ntür einer? Da es doch „Fälle\" sind. Wenn\nSie schweigen wollten. Wenn die Reihe\nmit drei Toten beginnt, die gar nicht ent-\nlaufen sein können. Was? Kein An-\nschein? Noch immer kein Anschein?\nHaben Sie Beweis genug, dass Sie Ihre\neigenen Worte leugnen? Wollen Sie auch\nnoch den anderen Beweis haben? Da ist er:\n„Einem Geschäftsunternehmer wie dem\nWaiden mag es sehr schwer fallen, zu be-\ngreifen, dass Künstler, wenn sie Beziehungen\nzu einer Kunsthandlung lösen, noch andere,\ntriftigere Gründe haben können als unreelle,\nwenn nicht gar betrügerische Handlungen;\naber ein Unternehmen wie Der Sturm,\n.., sollte doch einsehen, dass es\nnicht weniger bedenklich ist, wenn\nKünstler aus ideellen und künst-\nlerischen Gründen sich in die\nNotwendigkeit versetzt sehen,\nvon der weiteren Verbindung\nmit solchem — Herzen der Kunst\nabzusehe n.\"\nWas ist das wieder für wirres Zeug! Nicht\ngehauen und nicht gestochen ! Aber, was\nSie schreiben, braucht man nur umzudrehen,\num der Wahrheit auf die Spur zu kommen.\nEin Geschäftsunternehmer weiss, dass Künst-\nler, wenn sie Beziehungen zu einer Kunst-\nhandlung lösen, nur geschäftliche\nUrsachen haben. Das wissen sogar Sie\nso gut, als wären Sie ein Geschäftsunter-\nnehmer. Und ein Unternehmen wie „Der\nSturm\" sieht wirklich nicht ein, dass Künst-\nler aus ideellen oder künstlerischen Gründen\nentlaufen. Sogar ein Kunstkritiker wie Herr\nWTestheim sieht es nicht mehr ein, seitdem\nich ihn über seinen Fall Campendonk die\nAugen geöffnet habe. Und man braucht\nweder ein Geschäftsunternehmer noch ein\nUnternehmen wie der Sturm zu sein, sondern\nnur ein Mensch, der von eins bis drei\nzählen kann, um zu wissen, dass weder\nMarc noch Macke oder Essig vor ihrem\nTod etwas getan haben, das Sie aus Rache\nund Verblendung „entlaufen\" nennen könn-\nten. Und also sind Sie nicht im Stande,\nbis drei zu zählen. Nun ist Marc doch\nwieder entlaufen. Aus ideellen und künst-\nlerischen Gründen. Nicht eine einzige\nStelle Ihres Gehirns erinnnert sich, jemals\natwas von „Fällen\" geschrieben zu haben.\nFranz Marc war entlaufen. So gut und\nso schlecht wie die andern. Alle waren\nentlaufen. Ohne Unterschied. Ists be-\nwiesen, Herr Westheim? Ists zum zweiten\nMal bewiesen, dass Sie leugnen, „Fälle\" in\ndie Welt gesetzt zu haben? Alle waren\nentlaufen, ä la Campendonk. Die „Fälle\"\nwaren für die Katz. Es gab einen Fall\nMarc und es gab keinen Fall Marc. Es gibt\nauch keinen Fall Chagall. Wenn Ihr ge-\nfährlichster Gegner, Paul Westheim, be-\nhauptet, man habe Chagall um Gut und\nGeld gebracht, so ist das eine dreiste und\nplumpe Unterstellung, die dieser Paul West-\nheim Ihnen andichtet. Chagall war, da-\nmit Ihr Widersacher sich's hinter die Ohren\nschreibe, aus ideellen und künstlerischen\nGründen entlaufen. Und auch die Herren\nGeschäftsunternehmer vom Sturm sollen\nsich das von Ihnen gesagt sein lassen. Es"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "152", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4328, "texte": "ist eine dreiste und plumpe Unterstellung,\nwenn die Herren Geschäftsunternehmer\nvom Sturm die dreisten und plumpen\nUnterstellungen Ihres Widersachers Paul\nWestheim nachschwätzen. Ja, Herr West-\nheim, Sie haben so viel behauptet und ge-\nleugnet, zurückgenommen und wieder be-\nhauptet, dass Sie selbst nicht mehr wissen,\nwas Sie erstens geschrieben haben, was Sie\nzweitens behaupten wollten und was drittens\ndie Wahrheit ist. Das sind die Folgen,\nwenn man „nebenbei\" schreibt, anstatt sich\nselbst für einen verdächtigen Förderer des\nExpressionismus zu halten. Dann ist Marc\nentlaufen und Waiden ein Leichenfledderer.\nAlles nebenbei. Wenn aber ein Westheim\n„nebenbei\" sagt, dann meint er die Haupt-\nsache. Darum sag ich Ihnen, dass Ihre\nEntlaufenen und Ihre „Fälle\" das Zentrum\nIhrer Rechtfertigung sind. Denn Ihre Recht-\nfertigung heisst Rache. Geben Sie selbst\nIhrer Tat einen Namen. Ich kenne keinen.\nAcht Künstler waren dem Sturm „entlaufen\".\nEine Seele habe ich Ihnen entrissen. Ein\nVierteljahr habe ich hingehen lassen, bis\nSie wussten, wie ein neunter entlaufen war.\nDer hiess Campendonk und war der Outsider\nIhrer Serie. Er hatte sich bei Ihnen fälsch-\nlich selbst denunziert. Wir wollen sehen,\nwie die Andern „entlaufen\" sind, die es\nselbst nicht sagen und nicht glauben.\nInzwischen sind Sie darauf aus, neue\n„Fälle\" zu erfinden. Nach dem Rezept,\ndas Ihnen das einfachste scheint: Hat man\nkeins, so macht man eins. Ihr neuestes\nStück ist der Fall Delaunay. Zwar ist er\nbis jetzt noch nicht ausgefleddert worden.\nEntlaufen können Sie ihn auch nicht nennen.\nAlso denunzieren Sie im Kunstblatt den Sturm\nwegen Beschädigung seiner Bilder und schä-\nmen sich nicht. Nach alter Weise sichern\nSie sich einen kleinen Neben- oder Hinter-\nausgang und schreiben also im Kunstblatt\nüber die Delaunay-Ausstellung des Sturm:\n„Sie enthält nur frühere Arbeiten, nur\nBilder und Aquarelle, die scheinbar von\nvor dem Kriege hier verblieben waren\nund zum Teil, vermutlich durch sorglose\nBehandlung beschädigt sind.\"\nDas ist ein echter Westheim. Sie sind ein\nMordskerl. Wenn Sie auf Bildern garnichts\nmehr sehen, so erkennen Sie doch, wo sie\nsich während des Kriegs befunden haben.\nSieben Jahre hat der Sturm die Bilder\nDelaunays verschlossen gehalten. Nur\ngelegentlich haben wir sie hervorgeholt\nund sind, um uns die Zeit zu vertreiben,\nauf ihnen herumgetrampelt. Sie wissen\nsehr gut, dass der Sturm während des Krieges\ndie Bilder der Ausländer gezeigt hat. Und\nganz gewiss vermuten Sie, dass auch\nDelaunays Bilder zur Ausstellung gekommen\nwären, wenn sie sich im Sturm befunden\nhätten. Aber Ihnen liegt nur daran, zu\nverdächtigen und zu denunzieren und sich\ndabei einen Hinterausgang zu sichern.\nHaben Sie behauptet, die Bilder seien\nhiergeblieben? Haben Sie geschrieben, man\nhabe sie im Sturm sorglos behandelt? Nur\n„scheinbar\" sind die Bilder dageblieben\nund „vermutlich\" sind sie sorglos behandelt\nworden. Aber grade Ihr „scheinbar\" und Ihr\n„vermutlich\" sind Ihre boshaften Verleum-\ndeuten. Es gibt kein scheinbar und kein\nvermutlich. „Scheinbar\" waren die Bilder\nnicht hiergeblieben. Sie wären sonst nicht\nbeschädigt worden. „Vermutlich waren\ndie Bilder nicht im Besitz des Sturm, da\nsie beschädigt waren. „Scheinbar\" heisst,\ndass Bilder, die sich längere Zeit im Sturm\nbefinden, beschädigt werden. „Vermutlich\"\nheisst, dass Bilder im Sturm nach Ihrer\nErfahrung und Kenntnis sorglos behandelt\nwerden. Sie wissen weder vom einen\nnoch vom andern und also habe ich Ihnen\nbewiesen, dass Sie wider Ihr besseres\nVermuten und Glauben den Sturm einer\nsorglosen Behandlung der Bilder beschuldigt\nhaben. „Vermutlich\" haben Sie auch dieses\nnur „nebenbei\" geschrieben. Es ist nicht viel,\naber es genügt, dass man daran Ihre kleine\nRache und Ihre grosse Bosheit erkennt.\nIch möchte Ihnen wohl den Frachtbrief\nüber Delaunays Bildersendung vom 2. März\n1921 unter die Nase halten. Aber Sie wer-\nden sagen, ich oder wer Ihnen grade ein-\nfällt, habe ihn gefälscht und eine Leiche\nausgefleddert, begangen um die zweitausend\nMark bezahlen zu können oder, damit Sies\ngenau wissen, zweitausendeinhundertund-\nsechzig Mark und 50 Pfennig. Ich werde Sie\nnicht auffordern, Ihre neue Verdächtigung\nim Kunstblatt zurückzunehmen. Denn Sie\nwürden bestreiten, auch nur dem Sinne\nnach eine Silbe von sorgloser Behandlung\ngeschrieben zu haben.\nAugust 1921\n\nRudolf Blümner"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1921-08-05-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1921-08-05_01#c008", "volume": "bmtnabg_1921-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "149", "page_fin": "149", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.2.5.1", "titre_corps": "Linoleumschnitt", "titre_sommaire": "Linoleumschnitt", "signature_source": "Laszlo Moholy-Nagy", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "149", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 35, "texte": "Laszlo Moholy-Nagy: Linoleumschnitt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1921-08-05-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1921-08-05_01#c009", "volume": "bmtnabg_1921-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[136]", "page_fin": "[136]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.2.6", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[136]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 92, "texte": "VERLAG DER STURM / G. 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Jahrgangs\nje 60 Mark / 3. und 4. Jahrgang vergriffen.\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm\nsind signierte und nummerierte Handdrucke, von\nden ineisten Zeichnungen Kunstdrucke kauflich\nzu erwerben. 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V\nKandinsky: Aquarell 2 / Aquarell 6\nPaul Klee: Spiel der Krafte einer Landschaft\nFernand L£ger: Kontrast der Formen / Gemalde\nFranz Marc: Pferde / Aquarell\nJean Metzinger: Landschaft / Gemalde\nMarcoussis: Stilleben\nNell Walden: Aquarell"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1921-08-05-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1921-08-05_01#c019", "volume": "bmtnabg_1921-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "153", "page_fin": "153", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "153", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.19", "debut_caractere": 2958, "fin_caractere_exclue": 3135, "texte": "Sturm'Buchhandlung\nBerlin W 9 / Potsdamer Strasse 138 a\nFernruf Amt Ltitzow 4443\nExpressionistische Kunst und Dichtung\nAuslandische Biicher\nVerkauf guter Biicher und Kunstdrucke"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1921-08-05-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1921-08-05_01#c020", "volume": "bmtnabg_1921-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "153", "page_fin": "153", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "153", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.19", "debut_caractere": 3137, "fin_caractere_exclue": 3182, "texte": "VERZEICHNJSSE DES VERLAGS DER STURM KOSTENLOS"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1921-08-05-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1921-08-05_01#c021", "volume": "bmtnabg_1921-08-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "154", "page_fin": "154", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "154", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.20", "debut_caractere": 184, "fin_caractere_exclue": 572, "texte": "KUNSTAUSSTELLUNG DER STURM\nBERLIN W 9 / POTSDAMER STRASSE 134a / AM POTSDAMER PLATZ\nGeoffnet taglich von 10—6 Uhr / Sonntags von 11—2 Uhr / Monatlicher Wechsei\nNeunundneunzfgste Ausstellung\n16. 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TVT T7 Jeden Mittwoch 78/, Uhr in der Kunstausstellung Der Sturm\nX LJ JLV 1V1 * ii Jrj xi XN U .Ei Potsdamer Strafie 134a\n.\nStandige Mitwirkende: Rudolf Bltimner / Rezitation\nHerwarth \"Walden / Musik\nKaiten 8, 6 und 4 Mark ?n der Abendkasse und im Vorverkauf Sturm-Buchhandlung / Potsdamer Strafie 138 a\nWiederbeginn 7. 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Kurt Schwitters\n18 Mark\n'\nV. Maler des Expressionismus\n15 Farbdrucke: Kandinsky / Chagall usw.\n100 Mark\nFarbige Kunstdrucke\nAlexander Archipenko: Aquarell\n15 Mark\nLouis Marcoussis: Aquarell\n15 Mark\nKurt Schwitters: Merzzeichnung ra\n15 Mark\nRudolf Bliimner\nDer Geist des Kubismus und die Kiinste\nMit Abbildungen\n20 Mark"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.1", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT\nHERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\nZWÖLFTER JAHRGANG / ACHTES HEFT\n\nPaul Klee: Ohnmacht der Widersacher / Zeichnung"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[136]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.2", "texte": "VERLAG DER STURM / G. M. B. H.\nBERLIN W 9 / POTSDAMER STRASSE 134a / FERNRUF AMT LUTZOW 4443\n\nMonatsschrift Der Sturm / Zwolfter Jahrgang\nErscheint am fiinften jedes Monats\nMitmehrfarbigenKunstbeilagen,Holzschnitten (stets\nvom Stock gedruckt) und Zeichnungen\nDauerbezug / Ein Jahr 60 Mark / Ein Halbjahr\n36 Mark / Einzelheft 7 Mark 50 Pfennige\nVollstandige Exemplare des 1. bis 11. Jahrgangs\nje 60 Mark / 3. und 4. Jahrgang vergriffen.\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm\nsind signierte und nummerierte Handdrucke, von\nden ineisten Zeichnungen Kunstdrucke kauflich\nzu erwerben. Die Originale sind verkauflich.\n\nBiicher\nFranz Richard Behrens\nBlutbliite / Gedichte\nGeheftet 9 Mark / Gebunden 15 Mark\nHermann Essig\nDer Frauenmut / Lustspiel\nUeberteufel / Tragodie\nIhr stilles Gliick / Drama\nEin Taubenschlag / Lustspiel\nNapoleons Aufstieg / Tragodie\nDer Wetterfrosch / Erzahlung\nJedes Buch 9 Mark / Gebunden 15 Mark\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte\n12 Mark / Zweite Auflage\nKandinskyAlbum\nMit 60 Abbildungen\n60 Mark\nAdolf Knoblauch\nDie schwarze Fahne / Eine Dichtung\n9 Mark\nKreis des Anfangs / Friihe Gedichte\n15 Mark / Sonderausgabe 90 Mark\nErnst Marcus\nDas Problem der exzentrischen Empfindung und\nseine Losung\n9 Mark / Zweite Auflage\nDas Erkenntnisproblem\n9 Mark / Zweite Auflage\nWilhelm Runge\nDas Denken traumt / Gedichte\n9 Mark / Gebunden 12 Mark\nPaul Scheerbart\nGlasarchitektur / In 111 Kapiteln\n9 Mark / Sonderausgabe 90 Mark\nLothar Schreyer\nMeer / Sehnte / Mann / Dramen\n9 Mark\n\nNacht\n6 Mark\nDie neue Kunst\n5 Mark\nAugust Stramm\nDu / Liebesgedichte\n12 Mark / Dritte Auflage\nTropfblut / Gedichte\nGebunden 30 Mark\nGesammelte Dramen\nZwei Bande\nJeder Band gebunden 30 Mark\nMax Verworn\nKeitischc Kunst / Mit Abbildungen\n9 Mark\nHerwarth Walden\nExpressionismus / Die Kunstwende\nMit 140 Abbildungen\n75 Mark / Gebunden 100 Mark\nDie neue Malerei / Einfiihrung in den Expressio-\nnismus / Mit 16 Abbildungen\n12 Mark / Dritte Auflage\nGesammelte Schriften / Band I\nKunstmaler und Kunstkritiker\n12 Mark\nDas Buch der Menschenliebe\n15 Mark / Sonderausgabe 60 Mark / Zweite Auflage\nDie Harte der Weltenliebe / Boman\n15 Mark / Gebunden 20 Mark\nSonderausgabe (Auflage 10) 90 Mark\nWeib / Komitragodie\n12 Mark / Sonderausgabe 90 Mark\nErste Liebe / Ein Spiel mit dem Leben\nDie Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nSiinde / Spiel an der Liebe\nLetzte Liebe / Komitragodie\nGlaube / Komitragodie\nJedes Buch 4 Mark 50 Pfennige\nKind / Tragodie\nTrieb / Eine burgerliehe Komitragodie\nMenschen / Tragodie\nJedes Buch 7 Mark 50 Pfennige\nSturm-Bucher\nAugust Stramm\nSancta Susanna\nDie Unfruchtbaren\n|\nPeter Baum\nKyland\nJedes Sturmbuch 4 Mark 50 Pfennige\nSturm-Bilderbucher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nJe 18 Mark\nI Marc Chagall\nII Alexander Archipenko\nIII Paul Klee\n\nVERZEICHNISSE DES VERLA\nDER STURM KOSTENLOS"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.3", "texte": "DERSTURM\nMONATSSCHRIFT / HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\n\nTran 19\n\nMein Zerfahren gegen Paul Westheim, zur\nGewinnung aromatischer, alkoholfreier Säfte.\n(Die Axt im Haus zersetzt den Zimmer-\nmann.)\nSehr geehrter Herr Westheim! (Ein jeder\nblamiert sich, so gut er kann.)\nZunächst bin nicht ich zerfahren, sondern\nSie. (keuchend gähnt der Frosch zur Mitte.)\nIch fahre, Sie zerfahren und werden zer-\nfahren. (Und wenn es ein Knabe wird,\nsorge bitte für ihn.) Ich weiss nämlich ge-\nnau, welchen Weg ich fahren muss (Trink-\nwasser ist für Menschen nur in kochendem\nZustande geniessbar), Sie dagegen nicht.\n(Um das Leder für den Schuhkitt aufnahme-\nfähig zu machen, ist die Klebestelle erst\nvom Schmutz zu reinigen.) Bitte überlegen\nSie einmal (Bier macht faul, dumm und\nindolent), so gut Sie überlegen können (die\nletzten Wagen sind hinten), was eigentlich\nZerfahrenheit heisst. (Seh ich dieses Rind-\nvieh an, denk ich an meinen Christian.)\nDie Vorsilbe „zer\" ist im Sinne von aus-\neinander gebräuchlich (Ueber ein Kleines\no Seele voll Gram schwindet dein Kummer\nund geht wie. er kam.): „zerkleinern, zer-\nbröckeln, zerteilen, zernagen, zersetzen, zer-\nfahren usw.\" (Das ist viel Leid!) Bitte\nüberlegen Sie (für kranke Vögel verlange\nman nur das seit Jahren bewährte Spratts\nHundekuchen!), so gut Sie überlegen können\n(der grösste Griesgram lacht Tränen.), wer\nvon uns beiden auseinandergefahren ist, Sie\noder ich. (Nur trocknes Leder lässt sich\nkleben.) Nehme ich Sie als Objekt oder\nSubjekt des Verbs zerfahren (Krankheit des\neinen wirkt schädigend auf die Gesundheit\ndes andern.), es stimmt beides (gar mancher\nist krank, ohne es überhaupt zu wissen.),\nSie zerfahren die Kunst (10000 Mark zahlt\ndie Direktion der Pantherweibschau dem-\njenigen, der nachweist, dass Tolirah das\nPantherweib ein künstlerisches Fell am\nKörper trägt) und werden zerfahren von\nden Ereignissen, die Sie nicht beherrschen.\n(Kapitalisten gesucht zwecks Ausbeutung\neines Patents). Aber die Kunst lässt sich\nnicht zerfahren (Heilig ist das Kleid der\nheiligen Kümmerniss) und bäumt sich auf\ngegen das Kunstblatt, wie ein Schwert.\n(Achtung: Hund beisst, klingeln!) Und\nnun bitte ich Sie höflich, aber dringend\n(Abdeckerei gleich Fortschaffung von Tier-\nleichen), nicht mich dafür verantwortlich\nmachen zu wollen, dass Sie (Wirtschafts-\ngenossenschaft, System Staubschutz) meine\nKunst zerfahren wollen. (Hotel und Res-\ntaurant Zufriedenheit).\nSodann nennen Sie meine Kunst „Manier\"\n(Die in Berlin unter den Hunden ausge-,\nbrochene Tollwut bietet den Maulkorb- und\nHundesporlartikelfabrikanten auf längere\nZeit recht gute geschäftliche Aussichten.)\nUnter Manier verstehe ich eine tote Formel,\nnach der man ohne inneren Zwang sich\nbei seiner Arbeit richtet. (Die Artikel Ho-\nsenträger, Leibriemen, Klopfpeitschen, Puls-\nwärmer, sog. Stulpen würde alles grosse\nFreude bereiten.) Nach dieser Definition\nbehaupte ich (kein Trinkzwang, Rauchen\ngestattet.), dass die Art, nach der Sie das\nKunstblatt zusammenstellen (Hier fach-\nmännische Anpassung) Manier ist. (Der\nTorfmann handelt bekanntlich ebenfalls mit\neiner Ware, die ihn nicht wärmt.) Dagegen\nwerde ich beweisen, dass (Torf, Torf, Hasen-\nfelle!) ausgerechnet Merz (Anna Blume hat\nein Kind von Bender.) nicht Manier sein\nkann, weil es sich befreit hat von (Mir kann\ndoch keen Mann verkohlen.) jeder Manier\n(Kohle ist Brot!) werde den Ver-\nsuch garnicht erst versuchen (rot orange\ngelb grün blau dunkelblau violett), meine\nMühe wäre zwecklos (Woraus wird Leucht-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.4", "texte": "gas gewonnen?), denn Sie verstehen ja\nmeinen Beweis doch nicht. (Forsche, Ver-\ngleichs, erwägs, finde die Wahrheit heraus\nu. Honig.) Forschen Sie in meinen Tränen\nund andern Merzpublikationen, wenn Sie\nsich belehren wollen. (Dazwischen viele\nLebensalter, viel Sieche, Lahme, Krüppel,\nSprachlose, Geistesgestörte, sogar ein Blinder\nund ein Taubstummer.)\nDarauf fragen Sie: „Was ist nun eigentlich\ndie Kunst dieser Zeit?\" (Suche zwecks Kauf\neines prima Geschäfts 50 Mille von Selbst-\ngeber.) Die Frage charakterisiert Sie, Herr\nWestheim. (Veredelte Dauerwäsche.) Sie\nwissen nämlich selbst die Antwort nicht.\n(Die erste Tugend eines Kritikers sei Be-\nscheidenheit) Ein Kritiker sollte Bescheid\nwissen (Damen-Trompeter-Korps.), einen\nunbescheidenen Kritiker könnte man viel-\nleicht zerfahren nennen, (res severa verum\ngaudium.) Den Beweis für Ihre Zerfahren-\nheit liefern Sie, Herr Westheim (Wir sind\nja alle Schillers Erben), indem Sie nach\nder einen umfassenden Formel (:) (Sagten\nSie nicht Formel?) für all das Werden un-\nserer Zeit fragen (Die ersten Wagen sind\nvorne.): „Münch,Yalori Plastici, Brass, Fiori\nund auch die Zerfahrenheit von Schwitters.\"\n(alle Tage ist nicht Sonntag,) Sogar Musik-\nspieldosen baut dieser zerfahrene Schwitters\njetzt in Bilder ein! (alle Tage fliesst kein\nWein) vielleicht merkt er es selbst, wie\nakademisch seine Manier allmählich zu\nwerden beginnt, (aber du sollst alle Tage\nrecht lieb zu mir sein!) N. B. „akademisch;\"\nSie meinen damit wohl: „reif für das Kunst-\nblatt?\" (Ein Schaf ist bekanntlich ein\ndummes Tier.) Sie glauben doch nicht,\nHerr Westheim, dass ich an einem kunst-\nfeindlichen Organ je mitarbeiten würde? (Es\nerwächst nun die eine Frage: ist die Summe\nvon Schafen, also eine Schafherde, dümmer\noder klüger als das einzelne Schaf?) Münch,\nValori Plastici, Brass, Fiori und Zerfahren-\nheit Schwitters, die Auswahl ist beliebig,\nzufällig. (Damen ist das Rauchen nicht\ngestattet.) Diese Auswahl ist so zufällig,\nwie die Zusammenstellung eines beliebigen\nKunstblattes. (Rosen haben Beine.) Zu-\nfällig haben diese Herren gleichzeitig aus-\ngestellt. (Gemeinde Spartakus), Aber wie\nkonnten Sie es ahnen, dass Ihre zufällige\nAuswahl nicht charakteristisch für das neue\nWerden unserer Zeit ist. („Bä\" sagt das\nSchaf.) Schuhkitt ist äusserst flüchtig und\nfeuergefährlich. (Der Dich behütet schläft\nnicht!) Ich will Ihnen aber die eine um-\nfassende Formel für alles Werden in der\nKunst nennen. (Neu für Europa!) Herr\nWestheim fallen Sie nicht in Ohnmacht!\n(Das Haus der Unschuld, ein Sensations-\nschauspiel in 5 Akten.) Fallen Sie nicht\nin Ohnmacht, Herr Westheim (die letzten\nWagen sind vorn), wenn ich Ihnen die\nFormel kurz nenne (Fetthaltende Leder\nsind erst mit einer fettlösenden Flüssigkeit\nganz sauber zu reinigen): Die umfassende\nFormel für alles Werden in der Kunst ist\n(Sonderausstellung deutscher Schäferhunde\nverbunden mit Vorführung hervorragender\nExpressionisten.) ist nämlich nichts weiter\nals Ehrlichkeit.\nGlaube nicht allzuviel, nicht einem, nicht\nallen, warte nur, balde hat alles ein Ziel.\n(An Pflegetagen sind geleistet 166943.) Für\ndie Erhaltung der Damentaschenmode muss\nRücksicht auf diesen ausschlaggebenden\nZweig unserer Ledererzeugung genommen\nwerden, (kleben lässt sich jedes Leder, ob\nalt oder neu.) doch darf nur gut trockenes\nMaterial verwendet werden. (Harry, ick\nhab ne Karte, ick lass zweimal knipsen!\nSieger haben immer recht.\nMit treudeutschem Gruss Ihr sehr zerfahrener\nIm Juli 1921\n\nKurt Schwitters\n\nSchräg geöffnet\n\nGeballt\nhetzt Hand das Lampenkichern\nstrassenpeitsch\nweitfackelwölb\nhin hin\nund Weiten weinen Kopf auf bluten Block\nStern fallbeilt\nKlingen eisen\nspritzen\neiteln\nwippen\nstahlen\nschreierstarrt\nklirrt Flügelpferd aus klaffem Hals\nund\nsockelschräg\nund"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.5", "texte": "Schatten klaftern\ntrippelgrau\nschwebkreisen Taster quales Kreuz\nund\nflatterhuschen\nängsten\nQual\nMond ätzt das Gift\nund\nKichern reitet spitzes Ohr\nein Greisen weisst auf rotem Eis\nperlt Hüsteln\nsinkt\nkrallt Hand\nversinkt.\n\nKurt Liebmann\n\nUnter den Sinnen\nDichtung zwischen Menschen\nHerwarth Walden\n\nFortsetzung\n\nSie haben immer das meiste Interesse für\nIhr Fräulein Schwester gehabt\nDas ist ja furchtbar, Ernst. Die arme Friedel.\nSie müssen uns unbedingt sagen wo sie\nliegt. Wir wollen sofort zu ihr, nicht Ernst.\nDa es einen Arzt nunmehr in Eurer Fa-\nmilie gibt, wäre es doch das Natürlichste\ngewesen, dass Deine Schwester mich hätte\nrufen lassen\nIch konnte ihr doch unsre Verlobung nicht\nmitteilen.\nEs zeigt einen bedenklichen Mangel an Fa-\nmiliensinn, wenn wir Deiner Schwester zur\nUebermittlung eines einfachen Glückwun-\nsches erst eine gedruckte Anzeige senden\nmüssen. Es hat doch in allen führenden\nZeitungen gestanden.\nFriedel liest sicher keine Zeitung.\nIch bin durchaus nicht beleidigt. Wir wollen\naber nicht gegen den Willen Deiner Eltern\nhandeln.\nIch gehe zu ihr.\nIch dürfte doch wohl auch ein Wörtchen\nmitzureden haben.\nWillst Du mir verbieten meine kranke Lieb-\nlingsschwester zu besuchen.\nMann und Frau müssen sich aufeinander\nabstimmen.\nDu hast Dich sehr verändert Ernst.\nIch habe die grössere Lebenserfahrung Kind.\nNiemand kann tun was er will. Wir sind\nalle aufeinander angewiesen.\nAlso auch Friedel auf uns.\nDas ist unlogisch, um nicht zu sagen jesu-\nitisch. Wer sich ausserhalb der Familie\nstellt, hat kein Recht auf die Vorteile der\nFamilie.\nEs ist mir peinlich durch meine Mitteilung\nein Zerwürfnis herbeizuführen\nBegleiten Sie mich zu meiner Schwester.\nWegen solch einer Kleinigkeit willst Du\nmir nicht gehorchen.\nDu darfst mir meine Freiheit nicht nehmen,\nwo es Dir nicht schadet.\nDarüber werde ich mir wohl selbst ein\nUrteil bilden können.\nIch gehe.\nDas also ist Deine Liebe.\nErnst\nIch empfehle mich.\nEs ist mir wirklich peinlich gnädiges Fräulein\nIch hasse ihn\nIch werde nie heiraten\nIch muss, ich muss. Kommen Sie.\nFriedel, mein armes Kind. Tut es sehr weh.\nIch bin doch fortgelaufen.\nErnst wollte mich nicht zu Dir gehen lassen.\nLass ihn laufen.\nDu hast noch immer Mut. Wir haben uns\nöffentlich verlobt.\nIch werde nie heiraten.\nDu stehst und ich liege zu Boden, hilf mir\nFriedel.\nLass ihn laufen.\nWie soll ich denn leben. Die Eltern\nwerden immer älter. Und was wird Deine\nKrankheit wieder kosten.\nDeine Eltern brauchen nichts zu zahlen.\nWer soll es sonst tun.\nDas kann ich Dir nicht sagen\nIch frage nicht aus Neugierde, aber Du\nmusst mich beruhigen.\nWie versorgt Ihr alle seid.\nDu kannst doch nicht von diesem jungen\nMenschen Geld nehmen.\nIch nehme nie Geld.\nFriedel, das kann ich nicht von Dir denken.\nDas darfst Du nie tun.\nWie versorgt Ihr alle seid.\nDu bist kein schlechter Mensch.\nIch bin.\nDeine Stimme klingt hell und fremd, Friedel\nIch bin eine Tänzerin auf der Strasse.\nDu schwärmst"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.6", "texte": "Wenn Ihr mich trefft, brechen mir die\nFüsse. Ich will Euch nicht treffen\nDarf ich Dich nicht pflegen, Priedel. Du\nkannst doch die Schwester sparen\nIch spare nicht an meinen Schwestern.\nIch spare nicht. Ich spare nichts. Geh in\nDeine Nähe und lass mich unendlich in der\nFerne schwärmen\nSo dankst Du meine Liebe. Ich habe mich\nDeinetwegen fast zerworfen\nDu hast Dich Deinetwegen fast zerworfen,\naber Du sparst. Du sammelst die Scherben.\nDu kittest die Scherben.\nWirf Dich nicht fort, Friedel. Das we-\nnigstens musst Du mir versprechen.\nIch verspreche mich nie. Ich spreche nicht.\nEine Tänzerin bin ich auf der Strasse\nKann ich Dir also wirklich nicht helfen\nLass mich fallen.\nSo mein Fräulein, nun geht es bald besser.\nSie haben eine sanfte Hand, Herr Doktor.\nEin Glück, dass Sie so gut gefallen sind.\nEs fiel mir so schwer, mich zu heben'\nDas ist kein Wunder.\nVielleicht habe ich mich überhoben\nIst unser verehrter Doktor nicht ein Wun-\nder von Mensch.\nKann ich mich nicht etwas heben\nSie dürfen sich so wenig wie möglich be-\nwegen. Stützen Sie sich doch auf meinen\nArm.\nIch falle immer wieder zurück.\nLiegen ist sehr gesund\nFür Kranke.\nHabe ich Sie gekränkt.\nKrank sein ist verächtlich.\nLiegen Sie jetzt gut.\nSind Sie immer um den Doktor.\nJetzt ist er immer sehr traurig.\nWohnt er ganz allein in diesem grossen\nHause.\nEr lebt in seiner schönen Frau.\nWo ist sie.\nSie liegt im Garten neben diesem Baum,\nder sein Zimmer grüsst.\nMuss ich sterben\nWas bewegt Sie, Sie dürfen sich nicht be-\nwegen.\nRufen Sie ihn, ich will fort.\nSie müssen ihm Kind sein. Sie könnten ihr\nKind sein. Sie ist für sein Kind gestorben.\nFür ihr Kind. Sonst hat sie ihn nicht\ngeliebt.\nSie lieben ihn.\nZeigen Sie mir ihr Bild.\nEs gibt kein Bild von ihr. Niemandem hat\ner sie gegönnt.\nWenn ich ihm doch helfen könnte.\nStützen Sie sich auf mich. Sie haben so\nsanfte Augen\nWir wollen beide für ihn leben.\nEr lebt über uns hinweg.\nWarum streicheln Sie mein Haar.\nWeil Sie Schmerzen haben.\nSie sollen mein Haar nicht berühren.\nHabe ich Ihnen weh getan.\nKrank sein ist verächtlich.\nSie lieben ihn sehr.\nSie auch.\nIch bin ein Mann\nEine Tänzerin bin ich auf der Strasse.\nWie ist Ihr Vorname\nWie heisst seine Frau\nIrma\nIch heisse Friedel.\nWollen Sie jetzt nicht etwas schlafen.\nWollen Sie dafür sorgen, dass ich neben\ndem Baum zu liegen komme.\nSie müssen jetzt unbedingt schlafen.\nLiegen ist gesund. Der Baum grüsst sein\nZimmer.\nDarf ich noch einmal Ihr Haar streicheln.\nSie dürfen sich nicht bewegen.\nWollen wir nicht gute Freunde werden.\nKrank sein ist verächtlich.\nSchliessen Sie die sanften Augen.\nKönnen Sie mein Bett nicht näher an das\nFenster rücken\nMorgen komme ich wieder\nIch will seinen Zweigen lauschen.\nHaben Sie gut geschlafen.\nSie müssen viel um mich sein.\nSie lieben den Doktor.\nSie müssen immer um mich sein, wenn\nich nicht um ihn sein kann\nIch darf ihm nichts nehmen.\nIhm nehmen Sie nichts. Sie können sich\nfest darauf verlassen.\nEr verlässt sich auf uns. Darf ich ihm sa-\ngen, dass ich Dich liebe.\nWir müssen ganz still sein, Du, denn ich\nmuss in seinen Zweigen lauschen.\nIch werde es nicht ertragen können, Dich\num ihn zu sehen.\nAbends gehen wir in den Garten. Wir er-\nzählen uns von ihm. Und später setztst Du"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "141", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.7", "texte": "Paul Klee: Ohnmacht der Widersacher / Zeichnung"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.8", "texte": "Dich an mein Bett. Ich gebe Dir meinen\nMund, weil Du jung bist.\nKomm mit mir. Komm mit mir fort.\nIch kann nicht.\nDu liebst mich nicht allein.\nIch liebe Dich\nDu betrügst Dich in meiner Liebe\nGib mir Deinen Mund und lache.\nSo kann ich nicht.\nLache, dass ich bin.\nGrausam bist Du.\nAber heute Abend darf ich aufstehen.\nWarum weichst Du aus\nIch liege.\nWarum weichst Du ab.\nNoch liege ich. Aber des Abends werde\nich aufstehen und mein Herz wird in den\nMorgen sinken.\nBleib bei mir.\nIch bin bei Dir. Immer wenn Du mich\nbrauchst.\nIch brauche Dich immer.\nEine Tänzerin bin ich auf der Strasse. Ist\nmein Knöchel gebrochen, hüpfe ich auf dem\nGrase im Dämmerlauschen der Zweige.\nDu bist unmenschlich.\nHier ist meine Hand, hier ist mein Mund.\nNimm, nimm, was Du willst, wie du willst.\nAber Deine Augen müssen zwitschern, ganz\nleise, dass mein Herz von Ast zu Ast springt\nund des Abends will ich ein grünes Kleid\nanziehen. Es ist sehr weit. Daran kannst Du\nmich halten, wenn ich in die offnen Fenster\nspringe.\nIch bin der ärmste Mensch auf der Erde.\nWeil ich Dich liebe\nDu spielst um mich\nJetzt wird der Doktor kommen\nAber Du darfst nicht aufstehen.\nNicht bis Du kommst\nNie werde ich Dich lassen.\nNie brauchst Du mich verlassen.\nNun, aufgestanden, mein junger Freund\nsagte mir soeben noch, dass Sie liegen\nIch bin gesund.\nSie können dem Leben nicht ausweichen,\nimmer führt es zurück\nIch eile voran bis zum Rande\nZum Rande im Kreise\nIch kann nicht leben auf der Erde.\nNun sind Sie Freund dem Leben\nSie wollen mich auf die Strasse stossen\nUnd klagt die Tänzerin auf der Strasse\nAlle Gärten blühen neben meiner Strasse.\nMein Herz wacht strassab, strassab\nIch will Dich auf meinen Schoss nehmen,\ndass dein Herz im Schweben ruhe\nWenn einer fühlte was ich möchte\nNun stehst Du vor der Liebe deines Leibes.\nNun fühlt ein jeder, was Du möchtest.\nNun ketten Deine Glieder sich an Glieder.\nNun schreit Dein Blut liebauf, liebab.\nNimm mich auf Deinen Schoss.\nDein Schossist ein Herzen.\nSchütze mich vor der Liebe.\nLiebe ist Schutz der Liebenden\nDu musst mich halten im Geäst Deines\nMondbaums\nMeine Hände sind welke Stile mit blühen-\nden Dornen\nStösst Du mich auf die Strasse\nDer Mondbaum blüht hinter der Liebe.\nUnd der Paradiesvogel singt hinter dem Leben\nSo geh ich\nGeht die Tänzerin auf der Strasse\nDu quälst mich\nBrich auf aus allen meinen Qualen, dass\nmein Schoss sich schliesse, der geschlossen ist\nNie werde ich einen andern Menschen\nlieben.\nMenschen werden anders lieben. Andere\nMenschen werden einander lieben. Andrer\nLiebe wirst Du mir verfallen\nWenn ich nun gebrochen vor Dir liege\nEin Paradiesvogel singt im Geäst meines\nMondbaumes. Sein Lied ist Schrei. Meine\nFenster sind offen.\nNie werde ich Dich verlassen\nDein Blut schweift strassab, strassab\nAber das ist nicht Liebe\nMenschen sind wir noch im Grabe\nIch will für Dich leben\nWenn einer für den andern leben könnte,\ndann würde die Liebe Leben sein\nAber das Leben ist nicht die Liebe.\nWas ist das Leben\nAlle Meuchen lieben. So geh und lebe\nDu lässt mich nicht zu Dir hinein.\nAlle Herzen stehen Dir offen\nNur Dein Herz ist mir verschlossen.\nDa geht ein Mann im Garten\nGib mir nicht Worte\nDa geht Dein Freund im Garten\nIch lasse Dich nicht\nDa geht mein Freund im Garten\nIch hasse Dich"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.9", "texte": "Hüte Dich\nDu verachtest mich.\nHüte Dich vor den welken Dornen unter\ngrünenden Blättern\nSpät am Abend komm ich zu Dir\nAuch morgen ist ein Tag. Und heute, heute\nist ein Tag. Alle kommen am Abend zu\nmir, wenn die Freunde in den Tag gehen.\nIch werde Dich überzeugen. Auf Wieder-\nsehen.\nHast Du lange auf mich gewartet\nDu bist aufgestanden\nWarum soll ich Dich bis zum Abend warten\nlassen, da ich Deine Schritte im Garten fühle\nZieht Dich mein Tag zu mir, wird Dich\nnun mein Morgen über Nacht in den Abend\nzum Tag hinein halten.\nMein Herz wandelt zeitlos und stockt, wer\nes hält.\nMir sollst Du es geben\nGreife es, halte es.\nDu bist nicht heilig, denn Du kannst nicht\nopfern\nIst es nicht Opfer, wenn geopfert ist. Ist\nes nicht Schenken, wenn geschenkt ist\nKann ich morgen schenken, was ich heute\nopfere. Kann ich morgen opfern, was ich\nheute schenke.\nDu lebst in den Tag. Ich fühle den Tag, so\nbin ich vor dem Abend gekommen\nIch mag Dich nicht\nWeil Dein Abend nicht mein Tag ist.\nWeil mein Abend nicht mein Tag ist.\nImmer ist es Zeit, zu fühlen. Immer ist\nes Zeit zu lieben\nIch liebe über die Zeit hinaus.\nDu vergisst, zur Zeit zu lieben.\nErst sollst Du Dich binden.\nFühlen binden\nIch mag Dich nicht\nIch liebe Dich in dieser Zeit meines Herzens.\nSo mag ich Dich nicht.\nDein Leben verträumt die Liebe im Schatten\nder Zeitlose.\nImmer oder nie\nJetzt\nImmer oder nie.\nKüsse mich unter der Sonne unter dem\nMondbaum\nLügnerin\nWillst Du mich zwingen über die Zeit hin-\naus zu lügen\nIch zwinge Dich nicht. Geh doch.\nDu zwingst mich, denn ich kann nicht gehen.\nIch gebe Dir Zeit bis zum Abend.\nAbends kann ich nicht kommen.\nWas sagst Du\nAbends kann ich nicht kommen.\nAlso morgen\nMorgen kann ich nicht kommen.\nIst das Dein letztes Wort.\nJetzt bin ich gekommen\nAlso hat der alte Mann gesiegt.\nIch liebe Dich\nGeh\nKomm\nDu kommst mir wieder\nEin böses Tier hat mich gestochen.\nWo\nSie hier auf der Brust, wie es brennt\nIch sehe nichts\nFühl doch. 0 Du. Nun hast Du mich\ndoch küssen müssen\nDu bist noch schöner geworden. Immer\ntrage ich Dein blaues Band um meinen Arm\nZeige es.\nHeute habe ich es zufällig ablegen müssen.\nIch möchte gern sehr viel Geld haben.\nDu wirst mir nicht glauben, wenn ich Dir\ndiesen Zufall zu erklären versuche.\nWollen Sie mir nicht für einen begabten\nMenschen Geld geben.\nWerde meine Frau, dass ich für Dich\nsorgen kann.\nSie dürfen mich küssen, wenn Sie helfen,\nNie werde ich meine Liebe teilen.\nGeben Sie ihm doch Geld\nSolche Geschäfte kann ich nicht machen.\nDu bist nicht nett zu mir.\nIch will Dich gern frei machen, wenn Du\nmir gehörst.\nKann ich alles von Dir haben was ich will.\nDu musst mich allein lieben.\nUnd wenn Du mich nicht mehr liebst\nDas wird nie geschehen.\nEs gibt aber Zufälle, die man nicht zu er-\nklären versucht.\nWenn ich noch zu hoffen gewagt hätte\nDu must mir alles gewähren\nWarum bist Du so hart zu mir gewesen\nIch muss mich verkriechen.\nIch schütze Dich gegen die ganze Erde.\nWerden Sie mich nie zwingen\nKomm mit mir. Hier ist es schwül\nWerden Sie mir jeden Wunsch erfüllen\nDu wirst herrschen"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.10", "texte": "Komm, wir müssen fliehen.\nWer verfolgt Dich\nHalte mich, dass mich niemand hält\nWer hält Dich\nAlle schweifen in meinen Schweifen. Wenn\nmich doch einer halten könnte\n- \\ ' „ ' • • ' • .\n' , /A\nWarum willst Du mich heiraten\nIch will Dich immer besitzen\nIch kann nicht treu sein\nAber jetzt liebst Du mich doch\nWenn mein Blut brennt bin ich eine zehrend\nverzehrte Flamme\nIch werde Dir helfen.\nDu wirst mich schlagen, wirst mich ver-\nachten, wie Männer tun.\nEinen Thron werd ich Dir bauen\nUnd das Schloss verschliessen.\nKomm zu mir\nIch mag nicht\nDu kannst kein Opfer bringen\nIch kann nicht\nWie schön Du in der Nacht warst\nIch will nicht\nIch schenke Dir was Du willst\nSchickst Du ihm das Geld\nKomm\nNicht weh tun\nDu liebst mich, ich fühle es, Du liebst mich\nStill\nWas ist Dir\nEin Kind weint\nHier ist kein Kind im Hause\nDoch ein Kind weint\nWie schön Du bist\nLass mich\nNoch einen Kuss\nLass mich\nEinen\nDu tust mir weh\nDu weinst, Kind\nAlles ist Lüge\nWeine nicht Kind\nBlut ist Lüge\nNun musst Du schlafen\nDas Blut lügt, auch Blut lügt.\nIch wollte schon wieder gehen\nEntschuldige lieber Freund, aber eine An-\ngelegenheit von grösster Wichtigkeit\nSag doch einfach Weiber\nWenn Du mich doch mit diesen Spässen\nverschonen wolltest\nGut, dass ich Dich nicht als Kaufmann\nbrauche, denn Deine Sentimentalität ist\nkreditschädigend. Könntest Du mir nicht\nzehntausend Mark verschaffen\nSie stehen Dir zur Verfügung\nIch habe da so ein Biest von Luder, das\n40\nmir absolut Sperenzchen macht. Eigentlich\nsonst garnicht nach meinem Geschmack,\nAber was tut man nicht seiner Gesundheit\nwegen.\nDu hast kein Gewissen\nGlaube mir mein Junge es ist alles Ziererei.\nErst heulen sie, und wenn man sie nach-\nher packt, schwimmen sie, aber nicht in\nTränen sondern in Wohlgefallen.\nDu wirst mich nicht ändern.\nDrolliger Knabe.\nDer Mensch muss etwas haben, an das er\nglaubt.\nUnd dazu wählst Du Weiber. Nee mein\nLieber, die Sache kenn ich besser. Uebri-\ngens interessiert mich augenblicklich mal\nmeine eigne bessere Gesellschaft.\nDu wirst wieder ein Unglück anrichten.\nMal was anderes. Ich will da eine Häsin\nzur Strecke bringen, deren Angst mir direkt\nStimmung macht.\nLass doch das arme Mädel\nZweitens ist es eine Frau und erstens werde\nich ihr zum Leben verhelfen\nWillst Du den Betrag gleich haben.\nDu bist und bleibst stets der dösige Primaner.\nWenn Dich nicht einmal eine Frau notzüchtigt\nBitte\nWeint da nicht eine Frau\nWenn wir jetzt in mein Büro gehen wollen\nAlter Junge, ich glaube Du machst mich\nzum Esel.\nIch muss Dich entschieden bitten\nDu bist eine. Weibermemme, aber sonst\nganz passabel. Nur keine Angst. Ich werde\nmich nicht in Dein süsses Geheimnis\nmischen.\nNoch eine viertel Stunde Ernst\nDu musst Dich durchaus an logisches Den-\nken gewöhnen, liebe Anna.\nAlles kommt darauf an, die Zeit einzuteilen\nMan muss Herr seiner Stimmungen sein.\nFünf Minuten\nDu machst mich ernstlich böse. Um fünf\nUhr bin ich zum Kaffee zurück. Gesegnete\nMahlzeit.\nErnst. Sei nicht hart. Du kommst zurück.\nWirklich seine Schritte, Sein Klingeln."}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "145", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.11", "texte": "Nell Walden: Todfrühling/ Gemälde / Farbdruck"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "146", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.12", "texte": "Sie\nVerzeihung, ist der Herr Doktor zu sprechen\nSie müssen ihm auf der Treppe begegnet\nsein\nJetzt verstehe ich erst den Wink. Ihr\nGatte hatte es offenbar sehr eilig. Sein Wink\nsollte wohl heissen, dass ich auf ihn warten\nmöchte.\nMein Mann kommt erst um fünf zurück\nEr kommt bestimmt gleich wieder, gnädige\nFrau. Gestatten Sie mir hier zu warten\nIch bin ganz allein\nSie fürchten sich doch nicht, gnädige Frau\noder fürchten Sie sich vor mir\nWarum verfolgen Sie mich.\nGestatten Sie, dass ich die Tür schliesse.\nWo darf ich warten\nBitte wenn Sie vielleicht etwas lesen wollen.\nKönnen Sie mir nicht Gesellschaft leisten\nLassen Sie mich doch frei.\nAber meine Gnädigste, ich beraube Sie doch\nnicht Ihrer Freiheit. Ich bitte Sie nur mir\nGesellschaft zu leisten. Denn wir haben\ndoch zu sprechen\nIch wüsste nicht\nSie tun mir leid\nIch\nSie sind sehr unglücklich.\nIch liebe meinen Mann über alles.\nWie kann man nur so plumpe Stiefel\ntragen\nGehen Sie augenblicklich\nWollen Sie nicht Platz nehmen. Eine so\nschöne Frau\nDann muss ich gehen\nDas Leben ist teuer. Warum wollen Sie\nnichtlhrem Freund gestatten Ihnen zu helfen\nSie sind von einer Unverschämtheit\nIhr Mann ist ein Idiot.\nSie wagen es in meinem Hause\nEine so schöne Frau so schlecht anzuziehen\nSie sind ein Schurke\nAber meine Gnädigste, warum darf ich das\nnicht sagen, was Sie selbst empfinden\nIch liebe meinen Mann über alles\nMit dem verweinten Gesichtchen. Wie kann\nman eine so schöne Frau allein lassen\nMein Mann hat hohe Pflichten\nGegen andere. Er opfert Ihnen ja nicht\nfünf Minuten\nMein Mann ist der beste gütigste Mensch\nDer sie fortwährend zum Weinen bringt.\nWollen wir nicht etwas in die schöne Luft\nfahren\nNie werde ich meinem Manne untreu sein.\nDummchen, er wird doch nicht auf die\nLuft eifersüchtig sein.\nWas erlauben Sie sich\nIch soll Ihnen von einem unbekannten Ver-\nehrer tausend Mark überreichen\nIch habe keinen Verehrer.\nIch habe mich nur eines Auftrages zu er-\nledigen. Bitte.\nNehmen Sie das Geld\nSie können es auf die Strasse werfen, wenn\nSie wollen. Ich würde Ihnen allerdings\nlieber raten, sich dafür etwas anständiges\nzu kaufen.\nMein Mann wird Ihnen das Geld zurück-\nbringen, wenn Sie es nicht nehmen.\nAuf Wiedersehen, meine Gnädigste. Auf\nMorgen. Und ich wette, morgen werden\nSie mich begleiten.\nNun, Frauchen. Siehst Du, Punkt fünf\nUhr bin ich zurück. Das ist Zeiteinteilung.\nNun wollen wir hübsch gemütlich zwanzig\nMinuten Kaffee trinken. Und jetzt bekommst\nDu vorher einen Kuss.\nDu hättest nicht von mir gehen sollen.\nImmer wieder dieselbe dumme Geschichte.\nDu machst mich ernstlich böse\nWas liegt da für Geld. Das ist ja, das sind\nja tausend Mark. Jetzt kann ich mir die\nneuen Apparate kaufen.\nDas Geld gehört uns nicht.\nJa, wie kommt denn das Geld hierher.\nIch habe mich so gefreut, dass ich mir\nendlich das nötigste kaufen kann.\nIch |\nDu liebes gutes Frauchen, so etwas kannst\nDu mir doch nicht einreden. Das ist eine\nUeberraschung und ich werde Dir gleich\nsagen, von wem das Geld ist.\nDu gutes Kind.\nBitte, ich bin kein Kind. Und nun wirst\nDu mir gleich sagen, dass ich richtig ge-\nraten habe. Das Geld ist von Deinem\nhochverehrten Herrn Vater.\nErnst\nSiehst Du, wie ich alles gleich durchschaue.\nDa muss ich mich aber gleich hinsetzen\nund Deinem guten Vater einen sehr lieben\nBrief schreiben\nDas Geld ist nicht vom Vater\nDu machst mich ernstlich böse mit Deiner\nGeheimniskrämerei. Wenn Du es nicht\nsagen willst, auch gut. Ich werde es schon"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "147", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.13", "texte": "zur rechten Zeit erfahren. Und nun wol-\nlen wir gemütlich Kaffee trinken. Nein,\ndass ich mir nun die neuen Apparate kaufen\nkann, das ist ein Segen für mich und die\nMenschheit.\nDu Kind.\nIch bitte Dich auch in der Wahl Deiner\nKoseworte logisch zu verfahren.\nWollen wir nicht etwas in die schöne Luft\nfahren.\nFahren. Du überschatzst unsere Verhältnisse.\nMeine Stiefel sind so schwer.\nDas ist ja etwas ganz neues. Du hast sie\ndoch schon als junges Mädchen getragen\nSie sind plump\nPraktisch sind sie. Deine gute Mutter ist\neine so vorzügliche Hausfrau\nWillst Du mir nicht ein paar neue Schuhe\nkaufen Ernst\nAlso darauf geht es hinaus. Wenn Du\nfreilich glaubst, dass man für tausend Mark\ndie Erde kaufen kann oder dass wir das\nGeld bekommen haben um es zu vergeuden.\nMir hat es ein Verehrer geschenkt.\nNun willst Du mich gar noch eifersüchtig\nmachen. Aber das gelingt Dir nicht, dazu\nbin ich viel zu logisch. Wer sollte Dich\nauch verehren.\nErnst\nEine Frau wie Du wird nur geheiratet.\nDiese Worte wirst Du bereuen.\nDiese Gereiztheiten vertrage ich nicht.\nNicht mal in Ruhe kann man seinen Kaffee\ntrinken. Eigentlich wollte ich Dich zum\nEinkauf der Apparate mitnehmen. Nun\nziehe ich es vor, allein zu gehen. Abends\nbist Du hoffentlich wieder vernünftig.\nErnst Du darfst das Geld nicht nehmen.\nUeber die Verwendung der Gelder in der\nEhe habe ich zu bestimmen.\nHast Du\nJawohl.\nAuch über die Verwendung der Frau\nDu sollst Dich etwas ansiändiger ausdrücken\nJetzt kenne ich Dich.\nEs sollte mich freuen. Aber dazu bist Du\ndoch noch nicht klug genug. Um acht Uhr\nwünsche ich Abendbrot zu essen.\nWenn uns die Frau Schwester nicht ein-\nladet, müssen wir eben so kommen.\nDu bist ja ganz verweint, Anna.\nKönnen wir drei denn nicht wirklich gute\nFreundinnen sein.\nAn uns hat es wirklich nicht gelegen, nicht\nErna\nWenn Du Dich natürlich immer als unsere\nGouvernante aufspielen willst, wir sind alt\ngenug.\nWarum quälen mich alle Menschen.\nDu bist zu sklavisch.\nWeil Du keinen Schick hast\nSo redet Ihr nun immer zu mir. Und da\nsoll ich Vertrauen haben.\nAlso Du bist unglücklich. Das habe ich\nmir gleich gedacht, nicht Erna. Ich hätte\nden Tolpatsch nie geheiratet.\nDer ist ja ein Apparat aber kein Mensch.\nIhr versteht ihn nicht und Ihr seid grau-\nsam\nWir nehmen als Schwester eben Deine Partei\nDu siehst noch mächtig unverheiratet aus\nAnna.\nFriedel hat mich immer gewarnt\nVor uns natürlich. Die mannstolle Göre.\nMan schämt sich solch eine Schwester zu\nhaben.\nWenn ich doch wenigstens Mut hätte fort-\nzugehen.\nAlso so weit seid Ihr schon. Ich habe es\nimmer gesagt, die freie Liebe ist das einzig\nwahre, nicht Erna.\nAnna ist geborene Ehefrau.\nQuält mich nicht. Geht doch. Wir haben\nuns nichts zu sagen.\nBehalte Deinen Ernst und schaff Dir nach\nund nach ein anständiges Verhältnis an.\nDas ist mein Rat.\nAlles ist so verworren.\nKannst Du mir nicht zehn Mark leihen\nAnna, Du bekommst sie bestimmt bald\nwieder.\nIch habe kein Geld.\nAlso nicht einmal Geld gibt er Dir. Und\ndazu verheiratet sie sich. Verrückt nicht\nErna.\nWo willst Du hin\nSeid einmal gut zu mir und helft mir\nFriedel finden.\nDu meinst wohl, sie hat mehr Lebenser-\nfahrung als wir.\nDas Schaf. Wenn Sie wenigstens ihren\nKnaben genommen hätte, der ganz wild in\nsie war, so wären wir alle aus der Misere\nheraus.\nImmer verlangt Ihr Opfer für Euch\nDer oder jener. Ihr macht es doch nichts\naus."}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "148", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.14", "texte": "Ich muss fort.\nDu wirfst uns also hinaus. Gut, wir wer-\nden es uns merken. Und wir werden\nuns hüten, Dir je wieder beizustehen, nicht\nErna.\nDem Ernst gönne ich ja nichts. Aber Dich\ngönne ich ihm. Mahlzeit.\nFortsetzung folgt\n\nZur Geschichte des Sturm und\ndes deutschen Journalismus\nBriefe gegen Paul Westheim\nElfter Brief\n\nWenn man Ihnen vorwirft, dass Sie vor\nzehn Jahren sich als unfähiger Kritiker er-\nwiesen haben und bis heute ein solcher\ngeblieben sind, dass Sie den Wechsel Ihrer\nKunstanschauungen, anstatt ihn zu be-\ngründen, verschleiert haben, um sich als\nFörderer der neuen Kunst aufzuspielen,\ndann schreiben Sie allerlei wirres Zeug\nvon Künstlern, die sich erst entwickeln\nmüssen, setzen sich in eine klapprige Re-\ntourkutsche und bemerken schliesslich:\n„Nebenbei, warum entlaufen immer mehr\nalle die Künstler, die nicht bloss nur „Sturm-\nkünstler\" sind, dem Geschäftsbetrieb des\nHerrn Waiden: Kokoschka, Klee, Feininger,\nganz zu schweigen von den Fällen Marc,\nMacke, Essig, Jawlensky, Chagall? Sollte\nder Grund der Aufregung sein,\ndass gerade Künstler dieser,! Art immer\nmehr Vertrauen zum Kunstblatt zu fassen\nscheinen.\"\n• •\n„Nebenbei\" wollen Sie diese Äusserung\ngetan haben. Was ein Schriftsteller neben-\nbei schreibt, gehört nicht zur Hauptsache.\nUnd so enthielte Ihre Bemerkung nichts\nWesentliches? Sie beginnen mit der Frage,\nwarum immer mehr alle die Künstler,\ndie nicht nur oder, wie Sie mit einem\nfehlerhaften Pleonasmus schreiben, nur\nbloss „Sturmkünstler\" sind, dem Geschäft-\nsbetrieb des Herrn Waiden entlaufen. Wenn\nSie nicht von der Art des Schulbuben sein\nwollen, der bei einem Puff ruft: „Der Fritz\nschlägt mich immer\", dann hätten Sie\nden Mund weniger voll nehmen sollen.\nEben scheinen Sie unübersehbare Scharen\nEntlaufener anzukündigen, Sie setzen einen\nDoppelpunkt, nennen Kokoschka, Klee,\nFeininger, und dann fällt Ihnen keiner\nmehr ein, der so geartet ist, wie Sie sagen,\nund darum entlief. Ich habe nicht ver-\ngessen, dass Sie ein halbes Jahr später aufs\nNeue von Entlaufenen berichtet haben. Da\nSie mich aber nicht im Zweifel Hessen,\ndass Ihre zweite Serie auf einer neuen\nKenntnis beruhte, da Sie auch nicht der\nMann sind, der mit solchen Herrlichkeiten\nein halbes Jahr hinterm Berg hält, so sieht\nes doch so aus, als seien Sie von der Art\ndes Schulbuben. Wenn Kokoschka, Klee\nund Feininger entlaufen, schreien Sie, dass\n„alle Künstler immer mehr entlaufen\".\nOder ich muss glauben, dass Sie auch die-\njenigen zu Ihren Entlaufenen zählen, von\ndenen es im zweiten Teil Ihrer Neben-\nbemerkung heisst: „...ganz zu schweigen\nvon den Fällen Marc, Macke, Essig, Jaw-\nlensky, Chagall? —- Ganz zu schweigen?\nWer schweigt? Wer will schweigen? Etwa\nSie? Da Sie grade anfangen, mehr zu\nreden, als Sie bis ans Ende Ihres Daseins\nverantworten können? Aber selbst wenn\nich Ihnen die Verwendung dieser albernen\nRedensart nachsehe, kann ich noch nicht\nglauben, dass Sie derjenige sind, der schweigt\noder schweigen will. Wo wäre denn von\nIhnen die Rede? Lassen Sie mich Ihnen\nsagen, dass in Ihrem Infinitiv-Nebensatz\nnur das Subjekt des Hauptsatzes herrschen\nkann. Und also haben Sie verstanden, dass\nes Ihre entlaufenen Künstler sind, die von\nden Fällen Marc bis Chagall schweigen\nwollen. So gewiss Sie aber solches ver-\ndrehtes Zeug schreiben, so wenig kann ich\nglauben, dass Sie es haben behaupten wollen.\nIch muss Ihnen also nicht nur die alberne\nRedensart zu Gute halten, sondern obendrein\nnoch ein Subjekt für Ihren herrenlosen\nSatz suchen. Wollen wir aus Ihrem „Neben-\nbei\" einen kleinen Satz machen? Viel ist\nan dem Wort nicht zu verlieren, und Ihr\nSatz bekommt, wenn auch nicht Hand und\nFuss, so doch endlich wenigstens eine\nNase. .Ich, Paul Westheim, frage\nnebenbei: warum entlaufen die Künstler\nI—3, um ganz zu schweigen von\nden Fällen 4—8.\" Ich, Paul Westheim, frage,\num zu schweigen. Ich hätte noch manches\nan diesem Satz zu tadeln, aber Ihnen wird\nnichts einfallen, das Sie gegen diese Restau-\nrierung Ihres verkrüppelten Satzes vor-\nbringen könnten. Denn Sie werden noch"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "149", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.15", "texte": "Laszlo Moholy-Nagy: Linoleumschnitt"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "150", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.16", "texte": "nicht merken, dass Sie sich dieses Mal\nIhren Strick aus einem kleinen Schnörkel\ngedreht haben. Aus dem Fragezeichen,\ndas Sie hinter Chagall ans Ende des Satzes\ngestellt haben, kann ich Ihnen nicht heraus-\nhelfen. Fragezeichen gehören hinter die\nFrage. Also mussten Sie entweder Ihr\nFragezeichen hinter Feininger setzen, oder\nIhre Frage war erst mit Chagall be-\nendet. Und damit habe ich bewiesen, dass\nSie die ganze Gesellschaft von Toten und\nLebendigen für Entlaufene halten wollen.\nDas Einzige, das Sie für sich retten, ist\nIhr vollgenommener Mund, mit dem Sie\ngegen mich Recht behalten. Acht Stück\nnennen Sie, ohne sich zu besinnen. Und\ndas dürfen Sie wörtlich nehmen. Wie aber\nsoll man es Ihnen Recht machen? Als ich\nvor einem Jahr mit meiner Legende be-\nweisen wollte, dass Franz Marc nicht ent-\nlaufen sei, schickten Sie mir Ihre Leichen-\nfledderer-Postkarte. Ich hatte Sie falsch\nverstanden. Franz Marc war nicht ent-\nlaufen. Mit dem „Fall Marc\" wollten Sie da-\nvon schweigen, dass man seine Leiche aus-\ngefleddert hatte. Ist es mir zu verdenken,\ndass ich Sie nicht zum zweiten Mal in Ver-\nsuchung führen will ? Ich werde keine\nLegende über August Macke oder Hermann\nEssig schreiben. Es werden wohl noch\neinige Dutzend hochgeschätzter Verleumder\nherumlaufen, die Ihnen „keinen Grund\ngeben, an ihrer Zuverlässigkeit zu zweifeln\".\nEtwas abscheulicheres als eine Leichen-\nfledderei könnte es kaum sein, das an den\nanderen Toten begangen wurde, und ich\nglaube nicht, dass es Ihnen Spass machen\nwürde, dabei unter Pari zu gehen. Ist es\nmir zu verübeln, wenn ich an Ihren ab-\nscheulich riechenden Speck nicht heran-\ngehen will? Sie erinnern mich an meinen\nPhysiklehrer, der nicht wusste, ob sein\nHollunderkügelchen nach rechts oder links\nausschlagen wird. „Rechts,\" sagte er, fügte\nhinzu, „sollte man meinen\" und schloss\nmit den Worten „und es ist doch so.\" Sie\nwissen auch nicht, wie Ihre Sätze aus-\nschlagen. Marc war entlaufen — nicht\nentlaufen — doch entlaufen. Sie sorgen\ndafür, Ihre Sätze so zu bauen, dass sie\nIhnen als Passepartout dienen. Da man\nbestreitet, dass Franz Marc entlaufen sei,\nleugnen Sie, es je behauptet zu haben.\nUnd da man Sie ersucht, Ihre grässliche\nVerleumdung auch öffentlich zurückzu-\nnehmen, verweigern Sie eine Handlung, zu\nder sich der geschätzteste Revolverkollege\nentschlossen hätte. Es war eine garstige\nSache, und wrenig fehlte, so hätten Sie die\nAusfledderung der Leiche für eine honette\nHandlung erklärt:\n„Worauf in einem Schreiben von Waldens\nAnwalt mir unterstellt wird, ich hätte in\njener Notiz behauptet, dass Waiden „sich\ngegenüber den von mir genannten Personen\nunreeller, wenn nicht gar betrügerischer\nHandlung schuldig gemacht habe\" und mir\nzugemutet wird, hier, im Kunstblatt, eine\nentsprechende Erklärung abzugeben. Nun\nja, liebenswürdig, wie ich bin, soll auch\ndie Erklärung abgegeben werden, nämlich:\nwas mir da als Behauptung angedichtet\nwird, ist nichts weiter als eine plumpe\nund dreiste Unterstellung. Mit\nkeiner Silbe ist in jener Notiz von unreellen\noder betrügerischen Handlungen die Rede.\"\nWenn Sie mir Ihre Leichenfledderer-Post-\nkarte nicht etwa zum Ulk geschickt haben,\ndann wollten Sie keinen Zweifel lassen,\nwelches Verbrechen wir Ihrem „Fall Marc\"\nzu unterstellen haben. Und Sie,\ndem hieran so viel gelegen war, dass er es\nauf eine gerichtliche Bestrafung ankommen\nliess, nennen es eine plumpe und\ndreiste Unterstellung, dass Sie\nWaiden eine unreelle Handlung vorgeworfen\nhätten. Wahrhaftig, Gott und alle Teufel\nsind Zeugen, dass Sie im Kunstblatt nichts\nvon der Leichenfledderei geschrieben haben. -\n„Mit keiner Silbe ist in jener Notiz von\neiner unreellen oder betrügerischen Hand-\nlung die Rede.\" Das ist eine Wahrheit,\ndie ich nicht hätte aussprechen mögen,\nselbst wenn ich als ein Westheim auf die\nWelt gekommen wäre. Mit keiner Silbe!\nGanz recht, Herr Westheim, im Kunstblatt\nhaben Sie von der Leichenfledderei ge-\nschwiegen. Im Kunstblatt haben Sie von\nder Leichenfledderei ganz geschwiegen.\nIm Kunstblatt haben Sie sogar von einem\n„Fall Marc\" ganz geschwiegen.\nIch, Herr Westheim, ich war derjenige,\nder Ihnen den Fall Marc „angedichtet\"\nhat.\n„ ... es ist da mit keinem Wort,\nauch nicht dem Sinne nach,\nbehauptet oder der Anschein er-\nweckt worden, als ob, wie Sie be-"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "151", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.17", "texte": "richtigt haben wollen, „Ihr Auftraggeber\nsich gegenüber den von mir benannten\nPersonen unreeller, wenn nicht gar be-\ntrügerischer Handlungen schuldig gemacht\nhabe.\"\nAuch nicht dem Sinne nach!\nDieses, Herr Westheim, werden Sie selbst\nals Ihr stärkstes Stück bezeichnen. Wie?\nDer Sinn des „Fall Marc\", von dem Sie\nschreibend schweigen und schweigend\nschreiben, war nicht, dass etwas Unreelles\nbehauptet werden sollte? Nicht einmal\ndem Sinne nach! Auch nicht der Anschein\nsollte erweckt werden! Und wissen Sie\nauch, was das bedeutet? Dass Sie, wie\nich Ihnen sagte, ableugnen, jemals eine\nSilbe von dem „Fall Marc\" geschrieben zu\nhaben. Und das will ich Ihnen nicht ein-\nmal, sondern zweimal beweisen. Wie sagen\nSie? Der „Fall Marc\" sollte nicht den An-\nschein einer unreellen Handlung erwecken?\nFreilich, um zu vermuten, dass dahinter\neine Leichenfledderei stecke, musste man\nschon als Teufel auf die Welt gekommen\nsein. Aber was sollte das Lumpenpack\nsich unter Ihrem „Fall Marc\" wohl vor-\nstellen? Nichts? Gar nichts? Und wa-\nrum wollten Sie schweigen, ganz\nschweigen? Von der Leichenfledderei\nganz schweigen? Es sollte ein Unterschied\ngemacht werden zwischen jenen Kokoschka,\nKlee und Feininger, die schlicht entlaufen\nwaren und einigen anderen, die oder mit\ndenen oder an denen — ja was denn, zum\nDonnerwetter? Ein Anschein sollte\nerweckt werden, Herr Westheim. Und was\ntür einer? Da es doch „Fälle\" sind. Wenn\nSie schweigen wollten. Wenn die Reihe\nmit drei Toten beginnt, die gar nicht ent-\nlaufen sein können. Was? Kein An-\nschein? Noch immer kein Anschein?\nHaben Sie Beweis genug, dass Sie Ihre\neigenen Worte leugnen? Wollen Sie auch\nnoch den anderen Beweis haben? Da ist er:\n„Einem Geschäftsunternehmer wie dem\nWaiden mag es sehr schwer fallen, zu be-\ngreifen, dass Künstler, wenn sie Beziehungen\nzu einer Kunsthandlung lösen, noch andere,\ntriftigere Gründe haben können als unreelle,\nwenn nicht gar betrügerische Handlungen;\naber ein Unternehmen wie Der Sturm,\n.., sollte doch einsehen, dass es\nnicht weniger bedenklich ist, wenn\nKünstler aus ideellen und künst-\nlerischen Gründen sich in die\nNotwendigkeit versetzt sehen,\nvon der weiteren Verbindung\nmit solchem — Herzen der Kunst\nabzusehe n.\"\nWas ist das wieder für wirres Zeug! Nicht\ngehauen und nicht gestochen ! Aber, was\nSie schreiben, braucht man nur umzudrehen,\num der Wahrheit auf die Spur zu kommen.\nEin Geschäftsunternehmer weiss, dass Künst-\nler, wenn sie Beziehungen zu einer Kunst-\nhandlung lösen, nur geschäftliche\nUrsachen haben. Das wissen sogar Sie\nso gut, als wären Sie ein Geschäftsunter-\nnehmer. Und ein Unternehmen wie „Der\nSturm\" sieht wirklich nicht ein, dass Künst-\nler aus ideellen oder künstlerischen Gründen\nentlaufen. Sogar ein Kunstkritiker wie Herr\nWTestheim sieht es nicht mehr ein, seitdem\nich ihn über seinen Fall Campendonk die\nAugen geöffnet habe. Und man braucht\nweder ein Geschäftsunternehmer noch ein\nUnternehmen wie der Sturm zu sein, sondern\nnur ein Mensch, der von eins bis drei\nzählen kann, um zu wissen, dass weder\nMarc noch Macke oder Essig vor ihrem\nTod etwas getan haben, das Sie aus Rache\nund Verblendung „entlaufen\" nennen könn-\nten. Und also sind Sie nicht im Stande,\nbis drei zu zählen. Nun ist Marc doch\nwieder entlaufen. Aus ideellen und künst-\nlerischen Gründen. Nicht eine einzige\nStelle Ihres Gehirns erinnnert sich, jemals\natwas von „Fällen\" geschrieben zu haben.\nFranz Marc war entlaufen. So gut und\nso schlecht wie die andern. Alle waren\nentlaufen. Ohne Unterschied. Ists be-\nwiesen, Herr Westheim? Ists zum zweiten\nMal bewiesen, dass Sie leugnen, „Fälle\" in\ndie Welt gesetzt zu haben? Alle waren\nentlaufen, ä la Campendonk. Die „Fälle\"\nwaren für die Katz. Es gab einen Fall\nMarc und es gab keinen Fall Marc. Es gibt\nauch keinen Fall Chagall. Wenn Ihr ge-\nfährlichster Gegner, Paul Westheim, be-\nhauptet, man habe Chagall um Gut und\nGeld gebracht, so ist das eine dreiste und\nplumpe Unterstellung, die dieser Paul West-\nheim Ihnen andichtet. Chagall war, da-\nmit Ihr Widersacher sich's hinter die Ohren\nschreibe, aus ideellen und künstlerischen\nGründen entlaufen. Und auch die Herren\nGeschäftsunternehmer vom Sturm sollen\nsich das von Ihnen gesagt sein lassen. Es"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "152", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.18", "texte": "ist eine dreiste und plumpe Unterstellung,\nwenn die Herren Geschäftsunternehmer\nvom Sturm die dreisten und plumpen\nUnterstellungen Ihres Widersachers Paul\nWestheim nachschwätzen. Ja, Herr West-\nheim, Sie haben so viel behauptet und ge-\nleugnet, zurückgenommen und wieder be-\nhauptet, dass Sie selbst nicht mehr wissen,\nwas Sie erstens geschrieben haben, was Sie\nzweitens behaupten wollten und was drittens\ndie Wahrheit ist. Das sind die Folgen,\nwenn man „nebenbei\" schreibt, anstatt sich\nselbst für einen verdächtigen Förderer des\nExpressionismus zu halten. Dann ist Marc\nentlaufen und Waiden ein Leichenfledderer.\nAlles nebenbei. Wenn aber ein Westheim\n„nebenbei\" sagt, dann meint er die Haupt-\nsache. Darum sag ich Ihnen, dass Ihre\nEntlaufenen und Ihre „Fälle\" das Zentrum\nIhrer Rechtfertigung sind. Denn Ihre Recht-\nfertigung heisst Rache. Geben Sie selbst\nIhrer Tat einen Namen. Ich kenne keinen.\nAcht Künstler waren dem Sturm „entlaufen\".\nEine Seele habe ich Ihnen entrissen. Ein\nVierteljahr habe ich hingehen lassen, bis\nSie wussten, wie ein neunter entlaufen war.\nDer hiess Campendonk und war der Outsider\nIhrer Serie. Er hatte sich bei Ihnen fälsch-\nlich selbst denunziert. Wir wollen sehen,\nwie die Andern „entlaufen\" sind, die es\nselbst nicht sagen und nicht glauben.\nInzwischen sind Sie darauf aus, neue\n„Fälle\" zu erfinden. Nach dem Rezept,\ndas Ihnen das einfachste scheint: Hat man\nkeins, so macht man eins. Ihr neuestes\nStück ist der Fall Delaunay. Zwar ist er\nbis jetzt noch nicht ausgefleddert worden.\nEntlaufen können Sie ihn auch nicht nennen.\nAlso denunzieren Sie im Kunstblatt den Sturm\nwegen Beschädigung seiner Bilder und schä-\nmen sich nicht. Nach alter Weise sichern\nSie sich einen kleinen Neben- oder Hinter-\nausgang und schreiben also im Kunstblatt\nüber die Delaunay-Ausstellung des Sturm:\n„Sie enthält nur frühere Arbeiten, nur\nBilder und Aquarelle, die scheinbar von\nvor dem Kriege hier verblieben waren\nund zum Teil, vermutlich durch sorglose\nBehandlung beschädigt sind.\"\nDas ist ein echter Westheim. Sie sind ein\nMordskerl. Wenn Sie auf Bildern garnichts\nmehr sehen, so erkennen Sie doch, wo sie\nsich während des Kriegs befunden haben.\nSieben Jahre hat der Sturm die Bilder\nDelaunays verschlossen gehalten. Nur\ngelegentlich haben wir sie hervorgeholt\nund sind, um uns die Zeit zu vertreiben,\nauf ihnen herumgetrampelt. Sie wissen\nsehr gut, dass der Sturm während des Krieges\ndie Bilder der Ausländer gezeigt hat. Und\nganz gewiss vermuten Sie, dass auch\nDelaunays Bilder zur Ausstellung gekommen\nwären, wenn sie sich im Sturm befunden\nhätten. Aber Ihnen liegt nur daran, zu\nverdächtigen und zu denunzieren und sich\ndabei einen Hinterausgang zu sichern.\nHaben Sie behauptet, die Bilder seien\nhiergeblieben? Haben Sie geschrieben, man\nhabe sie im Sturm sorglos behandelt? Nur\n„scheinbar\" sind die Bilder dageblieben\nund „vermutlich\" sind sie sorglos behandelt\nworden. Aber grade Ihr „scheinbar\" und Ihr\n„vermutlich\" sind Ihre boshaften Verleum-\ndeuten. Es gibt kein scheinbar und kein\nvermutlich. „Scheinbar\" waren die Bilder\nnicht hiergeblieben. Sie wären sonst nicht\nbeschädigt worden. „Vermutlich waren\ndie Bilder nicht im Besitz des Sturm, da\nsie beschädigt waren. „Scheinbar\" heisst,\ndass Bilder, die sich längere Zeit im Sturm\nbefinden, beschädigt werden. „Vermutlich\"\nheisst, dass Bilder im Sturm nach Ihrer\nErfahrung und Kenntnis sorglos behandelt\nwerden. Sie wissen weder vom einen\nnoch vom andern und also habe ich Ihnen\nbewiesen, dass Sie wider Ihr besseres\nVermuten und Glauben den Sturm einer\nsorglosen Behandlung der Bilder beschuldigt\nhaben. „Vermutlich\" haben Sie auch dieses\nnur „nebenbei\" geschrieben. Es ist nicht viel,\naber es genügt, dass man daran Ihre kleine\nRache und Ihre grosse Bosheit erkennt.\nIch möchte Ihnen wohl den Frachtbrief\nüber Delaunays Bildersendung vom 2. März\n1921 unter die Nase halten. Aber Sie wer-\nden sagen, ich oder wer Ihnen grade ein-\nfällt, habe ihn gefälscht und eine Leiche\nausgefleddert, begangen um die zweitausend\nMark bezahlen zu können oder, damit Sies\ngenau wissen, zweitausendeinhundertund-\nsechzig Mark und 50 Pfennig. Ich werde Sie\nnicht auffordern, Ihre neue Verdächtigung\nim Kunstblatt zurückzunehmen. Denn Sie\nwürden bestreiten, auch nur dem Sinne\nnach eine Silbe von sorgloser Behandlung\ngeschrieben zu haben.\nAugust 1921\n\nRudolf Blümner"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "153", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.19", "texte": "VERLAG DER STURM / G.M. B. H.\nBERLIN W 9 / POTSDAMER STRASSE 134a / FERNRUF AMT LUTZOW 4443\n\nMusik\nHerwarth Walden\nGesammelte Tonwerke\nDann / Vergeltung / Verdammnis / Werk 11—3\nDichtungen van Else Lasker-Schiiler\nFur Gesang und Klavier / Je 6 Mark\nBruder Liederlich / Werk 51\nFur Gesang und Klavier / 6 Mark\nEntbietung / Werk 92\nDichtung von Richard Dehmel\nFiir Gesang und Klavier / 6 Mark\nZehn Dafnislieder / Werk 11\nZu Gedichten von Arno Holz\nFur Gesang und Klavier / 30 Mark\nDie Judentochter / Werk 171 / 10 Mark\nAn Schwager Kronos / Werk 172\nFiir Gesang und Klavier / 7 Mark 50 Pfennige\nSchwertertanz / Werk 18\nFur Klavier / 9 Mark\nDer Sturm / Heeresmarsch / Werk 21\nFiir Klavier / 3 Mark\nTanz der Tone / Werk 23\nFur Klavier / 4 Mark 50 Pfennige\n\nSturm-Kaften\nJede Karte 1 Mark\nNach Gemalden, Zeichnungen und Bildwerken\nfolgender Kiinstler:\nAlexander Archipenko 3\nRudolf Bauer 4\nFritz Baumann 1\nWilli Baumeister 1\nVincenc Benes 1\nUmberto Boccioni 2\nCampendonk 2\nMarc Chagall 5\nRobert Delaunay 1\nLyonel Feininger 1\nAlbert Gleizes 2\nFernand Leger 2\nAugust Macke 1\nFranz Marc 1\nCarl Mense 1\nJean Metzinger 1\nJohannes Molzahn 2\nGeorg Muche 1\nGabriele Miinter 1\nNegerplastik 1\nOskar Schlemmer 1\nGeorg Schrimpf 1\nJacoba van Heemskerck 3 Kurt Schwitters 1\nHjerten-Grunewald 1\nAlexei von Jawlensky 2\nKan din sky 2\nPaul Klee 1\nOskar Kokoschka 2\nOtakar Kubin 1\nGino Severini 3\nArnold Topp 1\nMaria Uhden 1\nNell Walden 1\nWilliam Wauer 6\nMarianne von Werefkin 1\n\nSturm-Ausstellungskataloge\nMit Abbildungen\nAlexander Archipenko Skupina\nMolzahn Gino Severini y\nJe 1 Mark\nTour Donas —NellWalden / Franz Marc / Iwan Puni\nJe 3 Mark\nErster Deutscher Herbstsalon Der Sturm 1913\nMit 50 Abildungen in Kupfertiefdruck\n6 Mark\n\nKunstdrucke aus dem Verlag Der Sturm\nAuf Japanpapier\nJeder Kunstdruck 10 Mark\nRudolf Bauer\nSchwarz-Weiss-Komposition 14\nUmberto Boccioni: Abschied / Die Abfahrenden\nDie Zuruckbleibenden\nCampendonk: Zeichnung\nMarc Chagall: Interieur / Der Jude / Der Geigen-\nspieler/ Die Schwangere/ Essender Bauer/Madchen\nRobert Delaunay: Dec Tarm\nLyonel Feininger: Klein Schmidthausen\nMark Wippach II\nJacoba van Heemskerck: Baum / Landschaft\nKandinsky: Zwei Zeichnungen\nPaul Klee: Kriegerischer Stamm\nOskar Kokoschka: Menschenko pfe: 1 Adolf\nLoos / 2 Herwarth Walden / 3 Karl Kraus\n4 Richard Dehtnel/5 Paul Scheerbart/6 YvetteGuilbert\nOskar Kokoschka: Tierbilder\nFernand Leger: Akt\nFranz Marc: Katzen\nJohannes Molzahn: Zeichnung\nGino Severini: Tango argentino\nWilliam Wauer: Sehnsucht / Tanz\nFarbige Kunstdrucke\nJedes Blatt 15 Mark\nMarc Chagall: Interieur / Aquarell\nMarc Chagall: Kutscher / Aquarell\nMarc Chagall: Akt / Aquarell\nAlbert Gleizes: Gemalde\nReinhard Goering: Aquarell\nJacoba van Heemskerck: Landschaft / Gemalde\n. V\nKandinsky: Aquarell 2 / Aquarell 6\nPaul Klee: Spiel der Krafte einer Landschaft\nFernand L£ger: Kontrast der Formen / Gemalde\nFranz Marc: Pferde / Aquarell\nJean Metzinger: Landschaft / Gemalde\nMarcoussis: Stilleben\nNell Walden: Aquarell\n\nSturm'Buchhandlung\nBerlin W 9 / Potsdamer Strasse 138 a\nFernruf Amt Ltitzow 4443\nExpressionistische Kunst und Dichtung\nAuslandische Biicher\nVerkauf guter Biicher und Kunstdrucke\n\nVERZEICHNJSSE DES VERLAGS DER STURM KOSTENLOS"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "154", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19210805-01.1.20", "texte": "Anzeigen werden nicht aufgenommen / Verantwortlich für die Schriftleitung: Lothar Schi t) er\nVerlag Der Sturm G.m.b.H. / Berlin W 9 / Druck: Druckerei für Bibliophilen / Berlin NO 18\n\nKUNSTAUSSTELLUNG DER STURM\nBERLIN W 9 / POTSDAMER STRASSE 134a / AM POTSDAMER PLATZ\nGeoffnet taglich von 10—6 Uhr / Sonntags von 11—2 Uhr / Monatlicher Wechsei\nNeunundneunzfgste Ausstellung\n16. Juli 1921 bis 26. August 1921\nPaul Klce\nGesamtschau des Sturm\nHundertstc Ausstellung\nSeptember 1921\nZehn Jahrc Sturm / Gesamtschau\nEroffnung: Sonntag den 28. August 1921 12 Uhr\nTageskarte 2 Mark\n\nST1 TT D H7T A D t? TVT T7 Jeden Mittwoch 78/, Uhr in der Kunstausstellung Der Sturm\nX LJ JLV 1V1 * ii Jrj xi XN U .Ei Potsdamer Strafie 134a\n.\nStandige Mitwirkende: Rudolf Bltimner / Rezitation\nHerwarth \"Walden / Musik\nKaiten 8, 6 und 4 Mark ?n der Abendkasse und im Vorverkauf Sturm-Buchhandlung / Potsdamer Strafie 138 a\nWiederbeginn 7. September 1921\n\nDcr Sturm / Berlin\nAuswartige Ausstellungen April:\nRom I New York / Paris\n\nDer Sturm ubernimmt die Veranstaltung von\nSturm' Ausstcllungcn (Gesamtschau und Einzfel-\nausstellungen) in alien Stadten und Landern.\nDer Sturm vermittelt nur den Verkauf von\nWerken der Kiinstler, die er durch eigene Aus-\nstellungen anerkennt.\n\nStandige Verkaufsstelle fur Graphik\nVerlag Der Sturm G. m. b. H.\nPotsdamer Strafie 134 a / Gartenhaus rechts II\n\nNeuanzeigen Der Sturm\nSturm^Bilderbucher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nIV. Kurt Schwitters\n18 Mark\n'\nV. Maler des Expressionismus\n15 Farbdrucke: Kandinsky / Chagall usw.\n100 Mark\nFarbige Kunstdrucke\nAlexander Archipenko: Aquarell\n15 Mark\nLouis Marcoussis: Aquarell\n15 Mark\nKurt Schwitters: Merzzeichnung ra\n15 Mark\nRudolf Bliimner\nDer Geist des Kubismus und die Kiinste\nMit Abbildungen\n20 Mark"}]}