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Die Entwicklung des Wortes", "titre_sommaire": "Das Wort : 1. Die Entwicklung des Wortes", "signature_source": "Lotbar Schreyer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "125", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.3", "debut_caractere": 56, "fin_caractere_exclue": 3098, "texte": "Das Wort\n1. Die Entwicklung des Wortes\nLotbar Schreyer\nIm Anfang war das Wort\nDie Erkenntnis des Evangelisten Johannes\nist in den letzten Jahrhunderten den Men-\nschen ein Geheimnis gewesen, das sich\nerst in der Gegenwart wieder zu enthüllen\nbeginnt.\nDie Zeiten, in denen das Wort ein Ge-\nheimnis ist, sind die Zeiten der Entwick-\nV '\nlung des Wortes.\nEntwicklung ist dezentrische Veränderung\nder Gestalt des Wesens. Entwicklung be-\nrührt das Wesen nicht. Das Wesen wird\ndurch sie nicht zerstört oder verändert.\nDie Entwicklung zerstört auch nicht die\nGestalt des Wesens. Aber die Entwicklung\nändert die Gestalt.\n••\nÄnderung ist Bewegung. Entwicklung ist\nAuseinanderbewegung eines Wickels. Ein\nKnäuel Garn, ein Wickel, ist eine Gestalt,\nals die wir das Garn wahrnehmen. Wird\nder Wickel entwickelt, auseinanderge-\nwickelt, so wird das Garn nicht zerstört\noder verändert. Auch die Gestalt des\nWickels wird nicht zerstört. Wenn durch\ndie Entwicklung die Gestalt des Wickels\nzerstört wäre, könnte aus dem auseinan-\ndergewickelten Garn der Wickel nicht\nwiederhergestellt werden.\nDer Wickel kann aber immer wiederher-\ngestellt werden. Es hat sich also nur eine\nVeränderung der Gestalt vollzogen. Die\nEntwicklung der Welten im Weltall ist ein\nentsprechender Vorgang. Die Welten ent-\nwickeln sich durch dezentrische Ausein-\nanderbewegung im Weltall. So entstehen\nWeltkörper. So stehen Weltkörper ausein-\nander.\nDie dezentrische Bewegung der Entwick-\nlung geht vom Mittelpunkt einer Gestalt\naus und entfernt sich von ihm.\nDie Entwicklung des Wortes ist ein ent-\nsprechender Vorgang.\nDie Gestalt des Wesens Wort hat einen\nMittelpunkt. In der Gestalt des Wesens\nWort geht eine Bewegung vor sich. Diese\nBewegung geht vom Mittelpunkt aus und\nentfernt sich ständig von ihm. Die Be-\nwegung wickelt die Gestalt des Wortes\nauseinander.\nDie Entwicklung des Menschen ist ein ent-\nsprechender Vorgang.\nDa die entwickelnde Bewegung ständige\nEntfernung vom Mittelpunkt ist, entfernt\nsich der Mensch ständig vom Mittelpunkt\nder Gestalt seines Wesens, solange er in\nder Entwicklung ist. Die meisten Men-\nschen haben sich so weit entwickelt, dass\nihnen der Mittelpunkt nicht bewusst ist.\nUm seinen Mittelpunkt zu erkennen, muss\nder Mensch sich umkehren.\nDiese Umkehr ist der Sinn der Weltwende.\nVoraussetzung der Umkehr ist die Erkennt-\nnis, dass die Entwicklung den Menschen\nvom Mittelpunkt der Gestalt des Wesens\nMensch entfernt.\nDer Mensch ist der Träger des Wortes.\nSo lange der Mensch in der Entwicklung\nist, so lange er sich von seinem Mittel-\npunkt entfernt, so lange entfernt sich auch\ndas Wort von dem Mittelpunkt der Gestalt\ndes Wesens Wort, so lange entwickelt sich\ndas Wort des Menschen. Der entwickelnde\nMensch vermag nicht den Mittelpunkt der\nGestalt des Wesens Wort zu erkennen.\nDie entwickelnden Menschen versuchen\nden Sinn der Gestalt ihres Wesens zu er-\nkennen. Da sie aber in der Entwicklung\nsind, die Veränderung ist, können sie die\nGestalt ihres Wesens nicht kennen und\nden Sinn dieser Gestalt nicht erkennen.\nSie kennen nur die Wirkungen der Ver-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "126", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4299, "texte": "änderungen. Da sie nur die Wirkungen\nder Veränderungen kennen, irren sie\", wenn\nsie den Sinn der Gestalt ihres Wesens\nsuchen. Am verbreitetsten ist der Irrtum:\nJede Erscheinung, zu der sich die Men-\nschen verändern, sei der Sinn der Gestalt\nihres Wesens, also: die Stute in der Ent-\nwicklung sei der Sinn des einzelnen Men-\nschen. Diese Menschen denken nicht an\ndie Möglichkeit eines Mittelpunktes oder\nleugnen ihn, weil sie ihn nicht kennen.\nAndere halten die Gesamtheit aller Er-\nscheinungen in der Entwicklung der Men-\nschen für den Sinn der Gestalt des Wesens\nMensch. Auch diese Menschen leugnen\neinen Mittelpunkt, aber sie glauben, dass\ndie verschiedenen Veränderungen der Ent-\nwicklung eine Einheit haben. Diese Einheit\nsuchen sie auf die Weise zu finden, dass\nsie alle Verschiedenheiten zusammenstellen.\nAndere erkennen auch die verschiedenen\nVeränderungen innerhalb der Entwicklung,\naber sie nehmen einen Mittelpunkt für die\nGestalt des Wesens an. Sie wissen aus\nlogischer Erwägung, dass sie die Gestalt\neines Wesens nicht erkennen, wenn sie\nden Mittelpunkt dieser Gestalt nicht kennen.\nDa sie ihn nicht kennen, suchen sie ihn\nzu entdecken mit Hilfe des ihnen Bekann-\nten. Sie suchen den Mittelpunkt zu finden\naus dem Verhältnis der Verschiedenheiten\ninnerhalb der Entwicklungsreihe. Auch\ndas ist nicht möglich. Es ist genau so un-\nmöglich, wie den Mittelpunkt eines Kreises\nzu finden, wenn nur ein Teil eines unbe-\nkannt grossen Radius und auf diesem Teil\ndes Radius verschiedene Punkte gegeben\nsind.\nAlle entwickelnden Menschen irren grund-\nsätzlich, wenn sie das Wesen Wort zu er-\nkennen suchen.\nDie meisten Menschen glauben, dass sie\nden Sinn des Wortes kennen, wenn sie das\nWort sprechen können. Denn wenn sie\ndas Wort sprechen können, so sagt ihnen\ndie Erfahrung, dass sie sich durch das\nWort verständlich machen können. Das\nsagt ihnen jedoch die Erfahrung nur, so-\nlange sie an diese Erfahrung glauben. Der\ngeringste Zweifel belehrt sie, dass sie sich\ndurch das Sprechenkönnen des Wortes\nnicht verständlich gemacht haben. Das\nSprechenkönnen des Wortes ist bestenfalls\nein Versuch, sich verständlich zu machen.\nRegelmässig misslingt der Versuch. Alle\nMissverständnisse werden sichtbar im Wort.\nEs scheint, als ob für alle der Sinn des\nWortes ein anderer wäre. Es ist aber sinn-\nlos anzunehmen, dass ein Sinn doppelsinnig\noder vielsinnig sei. Der Sinn eines Wortes\nkann nur einer sein. Für zwei Sinne sind\nzwei Worte nötig, für viele Sinne viele\nWorte. Die Unterstellung eines zweiten\nSinnes oder vieler Sinne unter ein Wort\nsind Missverständnisse aus dem Nichtspre-\nchenkönnen. Sobald die Menschen das\nerkannt haben, suchen sie dem Sinn durch\nein besseres Sprechenkönnen näher zu\nkommen. Sie entwickeln das Wort noch\nweiter. Aus dieser Entwicklung des Wortes\nist die Grammatik entstanden. Gewohn-\nheitsmässige und verabredete Verbindungen\nvon Worten stellen eine Eindeutigkeit der\nWorte her. Damit ist zugleich der Verzicht\nauf die Erkenntnis des Wesens Wort Tat-\nsache geworden. Die Entwicklung des\nWortes hat das Wort dahin geführt, dass\ndie Bedeutung des einzelnen Wortes mit\ndem Wesen des Wortes verwechselt wird.\nDas Wort, durch die sogenannte Sprach-\nlehre der Grammatik geregelt, eindeutig\ngemacht, setzt grundsätzlich eine Doppel-\ndeutigkeit und Vieldeutigkeit des Wortes\nvoraus. Das Wort ist nach dieser Sprach-\nlehre also vieldeutig, zweideutig, eindeutig,\nje nach der Stufe, auf der es in der Ent-\nwicklungsreihe steht. Der Mittelpunkt des\nWesens Wort ist unbekannt. Die Möglich-\nkeit des Mittelpunktes eines Wesens Wort\nwird geleugnet. Für das Wesen Wort wird\ndie einzelne Wortgestalt in ihrer Bedeutung\ngehalten. Das ist die Ansicht der Mehrzahl\nder entwickelnden Menschen. Die Ent-\nwicklung des Wortes gibt die Wortgestalten\nder Umgangssprache dieser Menschen.\nDa die verschiedenen Menschenkreise das\nWort unter den verschiedenen äusseren\nUmständen entwickeln, bilden sich ver-\nschiedene Gewohnheiten und Verab-\nredungen für die Eindeutigkeit des Wortes*\nSo entstehen verschiedene Sprachen. So\nstehen die verschiedenen Sprachen ausein-\nander. Viele Menschen glauben nun, das\nWesen Wort zu erkennen, wenn sie mög-\nlichst viele Sprachen kennen lernen und\nsprechen können. Sie versuchen die aus-\neinanderstehenden Sprachen als eine Ein-\nheit zusammenzustellen. Die Zusammen-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "127", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4318, "texte": "Stellung führt aber nicht zur Erkenntnis\neiner Einheit, sondern zur Bekanntschaft\nder Vielheit einzelner Sprachen. Die Ein-\nheit der Sprachen kann nur eine einheitliche\nSprache sein. Mit den Gewohnheiten und\nVerabredungen, die das Wort entwickeln,\nsind auch die Wortgeslalten der einzelnen\nSprachen verschieden. Es ergibt sich mit\nder Verschiedenheit der sogenannten Regeln\nder Sprachlehre verschiedener Sprachen\nauch die Vielheit der gestaltenden Regeln.\nEs ist also weder eine Einheit in den\nWortgestalten der Sprachen noch in den\ngestaltenden Regeln der Sprachen, sondern\neine grundsätzliche Vielheit zu finden. Die\nEntwicklung mehrerer Sprachen ist eine\nWeiterentwicklung des Wortes, eine weitere\nEntfernung von dem Mittelpunkt des Wesens\nWort. Die vergleichende Sprachwissen-\nschaft kennt daher das Wesen Wort nicht\nund sucht es nicht zu erkennen. Sie kennt\nauch nicht einmal das Wesen der Gestalt\ndes Wesens Wort und sucht es auch nicht\nzu erkennen. Sprechenkönnen und Spra-\nchen können sind nur Wirkungen, Wirken\nder Entwicklung. Das Wissen der Wir-\nkungen, das Vergleichen der Wirkungen,\ndas Wissen der Entwicklung gibt keine\nErkenntnis über das Wesen der Gestalt\ndes Wesens Wort. Auch das Vergleichen\nder Wirkungen verschiedener Entwicklungs-\nstufen gibt diese Erkenntnis nicht. Nicht\neinmal die Länge der Entwicklungsreihe\nkann dadurch erkannt werden. Nur die\nBewegungsrichtung ist kenntlich. Durch\nsie kann aber weder das Wesen Wort\nnoch das Wesen der Gestalt des Wesens\nWort bestimmt werden.\nObwohl es also unmöglich ist, duich ver-\ngleichende Sprachforschung das Wesen der\nGestalt des Wesens Wort zu bestimmen,\nist mit der Tatsache solcher Sprachforschung\nder Versuch zu dieser Unmöglichkeit ge-\nmacht. Dieser Versuch ist in der Gegen-\nwart noch erweitert durch eine grosse\nAnzahl physiologisch-psychologischer Unter-\nsuchungen und phonetischer Forschungen.\nEinige berühmte Gelehrte haben ihr ganzes\nLebenswerk diesem Irrtum hingegeben.\nDieses Werk weniger Menschen ist nicht\neinmal Weiterentwicklung des Wortes. Es\nist scheinbar die Auflösung der Lautgestalt.\nDoch nur scheinbar. Die Lautgestalt ist\nein anderes wie die Wortgestalt. Wohl\nsind Lautgestalten Bestandteile der Wort-\ngestalt. Die Lautgestalt kann aber nur mit\nder Wortgestalt betrachtet werden, wenn\ndie Lautgestatt des Wortes kennen gelernt\nwerden soll. Sobald die Lautgestalt für\nsich untersucht wird, ist sie selbständiger\nWert, der bestenfalls von sich, aber nie-\nmals von der Wortgestaft Klarheit geben\nkann. Ebensowenig wird die Wortgestalt\nklar, wenn die Lautgestaft in ein Verhält-\nnis zur Wortgestalt gestellt wird. Es stehen\ndann zwei Werte gegeneinander. Zwei\nunbekannte Grössen werden nicht dadurch\nbekannter, dass man sie in ein Verhältnis\nzu einander steflt. Die Auflösung des\nWesens der Gestaft des Wesens Wort ist\neine Unmögfichkeit. Nur Veränderungen\nder Gestalt sind möglich. Das Wesen der\nGestaft wird nicht erkannt durch Unter-\nsuchung einzefner Bestandteile der einzelnen\nGestalt noch durch Untersuchung der ein-\nzelnen Gestaft afs Ganzem.\nWenn die Wissenschaftler der Sprachfor-\nschung diesen Irrtum nicht erkennen, so\nliegt das daran, dass sie sich sefbst in der\nEntwicklung befinden, und daher ihre Ein-\nsicht nicht nach dem Mitt ei punkt des\nWesens Wort richten können, sondern nur\ndie einzeine Wortgestaft sehen. Das Werk\ndieser Wissenschaftler ist aber zugleich der\nBeginn des Endes der Entwicklung des\nWortes. Diese Wissenschaftfer nehmen\nnicht nur die Möglichkeit des Mitteipunktes\nder Gestalt des Wesens Wort an, sondern\nsie wissen auch aus logischer Erwägung,\ndass ein soicher Mittefpunkt gefunden wer-\nden muss, wenn sie das Wesen der Wort-\ngestaft bestimmen wollen. Der Begriff des\nMitteipunktes ist also wieder vom Kreis\ndes Bewusstseins aufgenommen worden,\nwenn der Begriff auch noch nicht begriffen\nwerden kann, sondern zunächst afs eine\nunbekannte Grösse eingesteift ist.\nDie Weitwende gibt uns das Bewusstsein,\ndass die Bewegung der Weit sich ändert.\nDie Entwicktungsbewegung geht dem Ende\nzu und eine andere Bewegung, eine Be-\nwegung anderer Art, hat begonnen. fn\nder Bewegung Wettwende erkennen wir,\ndass der Begrifl Mittefpunkt im Kreis un-\nseres Bewusstseins nicht durch Entwicklung\nerkannt werden kann. Wir erkennen, dass\ndie Bewegung Wende uns die Einsicht\ngibt in das Wesen der Gestalt. Damit ist"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "128", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 844, "texte": "die Möglichkeit gegeben, den Begriff Mittel-\npunkt zu erkennen und zu begreifen.\nDie Wende gibt die Möglichkeit, das Wesen\nder Wortgestalt und das Wesen des Wortes\nmit unserer Einsicht so zu klären, dass das\nWort erkannt werden kann. Voraussetzung\nder Wende ist die Erkenntnis, dass die\nentwickelnde Erklärung keine Klarheit\nbringt. Die Wende gibt den Einblick in\ndas Wort. Dieser Einblick ist einleuchtend\nfür jeden, der sich so gewandt hat, dass er\nmit einem Blick in die Gestalt des Wortes\nsieht.\nDie Bewegungsveränderungen, die wir in\nder Wende erleiden, begreifen wir mit den\ndrei Begriffen Kubismus, Futurismus, Ex-\npressionismus. In diesen drei Begriffen\nsind die gradweisen Veränderungen unseres\nBewusstseins anschaulich. Die Wende in\ndie drei Grade gibt gradweise Einsicht in\ndie Gestalt des Wortes, sodass das Wesen\nWort geklärt wird."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-09-05-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-09-05_01#c003", "volume": "bmtnabg_1922-09-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "128", "page_fin": "130", "image_debut": 6, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.2.3", "titre_corps": "Gedichte", "titre_sommaire": "Gedichte", "signature_source": "Kurt Liebmann", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "128", "url_page": 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Erotik\nDas Kaffee ist müde\nDie Kinder bringt der Klapperstorch\nBlühender Lampion\nArzt spielt Geige\nRoten Alexanderplatz\nDer Psychologe hat nicht alles beisammen\nWeisser Kaiserdamm\nFiedel"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "131", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2302, "texte": "Männer flannieren\n1827 wurde in Würzburg das menschliche\nEi entdeckt\nZehn Schritt\nVorher war man elender\nSo ist das öffentliche Leben\nSoziologe züchtet\nKontrollstelle\nPädagoge züchtet\nAufmachen Kriminalbeamter\nDer Ethiker züchtet\nWer ist die Dame\nGeschlecht lügt\nWo haben Sie die Braut kennen gelernt\nGeschlecht irrt\n••\nAugein attaquieren\nGeschlecht verschanzt sich\nBlinzeln fragt\nDer Trieb bezieht die Universität\nKleider schreien\nDer Trieb klärt sich auf\nBrüste verhungert\nDen Andern tuts die Seele\nErschlaffen rempelt\nVon Genitalien kommt Genial\nDeine Augen sind woanders\nDas Hirn ist das Herz\nWeil Dus aus Liebe tust\nKennen Sie schon die Bisexualität\nSei Kavalier\nMein Mann ist mein Grenzpfahl\nWas schenkst Du mir\nMeine Frau ist mein Grenzfall\nGesichter fallen hin\nDer Mann hat die Geschlechtsdrüsen der\nFrau\nBist Du auch gesund\nDie Frau hat die Geschlechtsdrüsen vom\nMann\nDu bist der Erste\nGeschlechtsdrüsen kann man verpflanzen\nTanzen ist blind\nWer weiss was von sich\nMädchen zerknittert\nDenk Dir mal was mir geträumt hat\nWann\nSo was träumt man nur\nWo\nGott schminkt sich vorher\nWieviel\nIch bin arm\nUnser Baby ist polymorphpervers\nSüsse enthäutet sich\nPsychose ist ansteckend\nBlick versinkt\nNeurose hysterisch\nAhnen greift nach der Uhr\nDein Wunschleben legt sich bloss\nDer mich lieben wird\nDeine Phantasie tobt sich aus\nStern ist stumm\nDie innere Sekretion beachtet sich\nStern ist abgereist\nIst Sünde modern\nIch wohne allein\nGesetzgebung ist modern\nMeine Schwester ist noch schöner\nMama schon wieder ins Bein gebissen\nStrasse erfriert\nFlinten füttern den Trieb\nIch habe eine Freundin\nWaffen- und Munitionsbeschaffungsamt\nWollen wir\nDie Medizinische Gesellschaft ist ein präch-\ntiger Bau\nIch gehe mit\nRotlicht London\nHaus droht heisser\n• •\nRosa Überzug Genf\nTreppe fliegt\nRotlicht Moskau\nTür atmet\n• •\nRosa Überzug Kiew\nHirn purpurt\nRotlicht Stockholm\nSchuh kollert\n••\nRosa Überzug Dorpat\nFüsschen Seidenstrümpfe\nRotlicht Haag\nMache Licht\n• •\nRosa Überzug Valparaiso\nArme biegen\nRotlicht Helsingfors\nSchultern pressen\n• •\nRosa Überzug Budapest\nBrüste lockern\nRotlicht Kopenhagen\nMund wird viereckig\n••\nRosa Überzug Paris\nIch tue es\nRotlicht Peking\nIch tue es nicht\n••\nRosa Überzug San Franzisko\nIch habs getan\nSexuelle Freiheit des Einzelnen\nLider irren\nAber immer so dass die Kirche im Dorf\nbleibt"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "132", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2927, "texte": "Hüfte spielt\n175 plaidiert für seinen Fortfall\nKann ich dich nicht vertreten\nNacken ängstet y\nDer Paragraph tritt für Abreibung ein\nSchluchzen bricht\nSodomie tritt für den Paragraphen ein\nKuss klopft\nIch eröffne die Diskussion über die doppelte\nMoral\nBeine\nSoweit es sich um den freien Entschluss\nzweier Menschen handelt\nZähne lächeln\n218 bis 220\nTäschchen klammert\nProstituiertenkasernierung\nStille\nMit Jahren bist Du hinreissend\nFlehen erstaunt\nV\nWir wollen Kinder\nSieh Dich nicht um\nWenn wir Kinder haben wollen\nPelzmantel duftet Veilchen\nWir wollen Liebeszauber\nBist Du wieder da\nWenn wir Liebeszauber haben wollen\nEs ist bald halb zwei\nGott ist das nicht gerade neu\nIch bin schön\nDer Ochse bedauert sich nicht selbst zu\nbefriedigen\nStrasse schweift durch Blicke treffen\nVerbeisse Biologie\nSchwäne verkehren nicht\nPsychoanlyse ist zu gross um ganz zu sein\nBlonde Motte\nDie Wissenschaft überzeugt den Menschen\nAuf der Brustwarze\nDer Mensch huldigt der Wissenschaft\nBlaue Kravatte\nPopulär sein heisst homosexuell sein\nDer grosse Zeh hat keine Schuld\nIch verliere die Einseitigkeit\nWeine nicht Schäfchen\nMeine feinen Nerven bedienen sich\nDer Floh hat ein Herz\nMeine Weltanschauung verdichtet sich\nRotes Haar telephoniert\nEin isoliertes Kaninchen hält sich für un-\nfehlbar\nIch habe noch nicht zu Abend gegessen\nGesellschaft verengert den Horizont\nWann hast Du Dich zum letzten mal rasiert\nDie Moral bedroht das Seelenleben\nEin frisches Hemd beweist den schlechten\nMenschen\nProstitution bezahlt die Polizei\nIch bin wie ihr alle\nLebhaftes Gefühl von Bangigkeit •\nDu machst mich gegen meinen Willen selig\nIch gewähre Dir volle Einsicht in das\nGeschlechtsleben\nWen man lieb hat züchtig man\nZur rechten Zeit vernünftig empfangen\nDu schlimme Schwester\nDas scharfgeschliffene Schwert\nGlücklich wer von seinem Trieb noch nicht\nbeunruhigt wird\nMorgen gibt es Selleriesalat\nWer bis jetzt noch nichts verspürt hat\nDu betrügst mich\nUnterdrücke die Neugierde\nSieben Monate Hirschhornsalz\nWer etwas Tüchtiges leisten will\nDeine Bluse ist so geschmackvoll\nDer Mann reift\nEin Schuft wer sich dabei was Schlechtes\ndenkt\nWas gibt es Ehrwürdigeres auf Erden\nHast Du kein Streichholz\nNicht um unsere Lust handelt es sich\nDein Friseur bedient Dich schlecht\nDie Menschheit wird nie untergehen\nDie Eizelle ist unfassbar verwickelt\nKameraden Freund sein\nSicherstellung neuer Befruchtungen\nMein Schreibfräulein ist Witwe\nMit Ernst tragen wir unsere Enkel in uns\nMehr in die Mitte treten\nKnabe oder Mädchen\nHaben Sies nicht kleiner\nVentile Narkotika\nRücksicht gegenüber dem Gatten\nEroica Erotikon\nDreissig Mark kriegt der Kriminal\nEtwas mehr Dezenz\nWenn er mich schnappt\nTranszendenz\nUnter Kontrolle die Hälfte\nKünstelei ist überhaupt zu vermeiden\nIn der Fröbelstrasse ist man kein Fräulein\nDer kluge Gatte baut vor\nDer Herr ignoriert die Psychoanalyse\nDer Leiter der Sittenpolizei ist Sanitätsrat\nWild\nWeizen lockert auf\nSchonzeit ist keine schöne Zeit"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 766, "texte": "Okkultismus springt ins Nacktballet\nSchutzbesteck\nIndien ist Humbug\nEinen Kuss nur\nLeichte Störung des Wohlbefindens\nDas ewig Weibliche zieht uns hinan\nJedes Tier ist nach dem Beischlaf traurig\nUnd setzt ihr nicht das Leben ein\nGönne Dir noch ein Schläfchen\nNie wird Euch das Leben gewonnen sein\nZarathustra erlaubt es alle neun Tage\nDer Uebel grösstes aber ist die Schuld\nSolon dreimal im Monat\nAlle Schuld rächt sich auf Erden\nMohamed einmal wöchentlich\nBluttropfen beklopfen Dein Strumpfband\nDie Menschenseele wird gestohlen\nZentripetale abirrt\nHeliotrop im Unterrock\nWarum soll ich nicht sündigen\nIch habe Dich noch nie gesehen\nAlles ist Gottes Wille\nBist Du schon lange hier\nDen Starken hilft das Glück\nDu bist dumm Puppe\nDu tust mir weh\nEin Schein\nEinen Schein"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-09-05-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-09-05_01#c008", "volume": "bmtnabg_1922-09-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "133", "page_fin": "133", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.2.4.1", "titre_corps": "Theatervorhang", "titre_sommaire": "Theatervorhang", "signature_source": "Michael Larionow", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "133", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.11", "debut_caractere": 0, 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meiner Brust mit Deinen kahlen Zweigen\nIch muss Dich fühlen\nDie Nachtigall fliegt auf\nIch halt Dich fest in meinem Fleisch\nBaum meines Sehnens\nDein Leid glimmt still\nUnd stiller sterben Funken\nUnd immer stiller schwärzt sich Blatt um Blatt\nMein Haar welkt weiss\nEin Funke zittert\nVerblühte Asche gräbt ihn ein\nSingt ein Vogel\nTon klingt auf\nTon der Töne in den Himmel\nWolken atmen auf zur Erde,\nBergen tief sich mitten Berge\nOeffnen tief sich bis zur Mitte\nErde atmet\nWinde schluchzen\nSchluchzen tief den Ton der Töne\nEin Vogel singt\nNun blühe ich aus tausend Blüten\nNun juble ich aus tausend Herzen\nNun zittere ich aus tausend Wunden\nEine Seele blickt mit grossen Kinderaugen\nBlüht und jubelt zittert\nZittert"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-09-05-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-09-05_01#c010", "volume": "bmtnabg_1922-09-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, 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Er schreibt in einer Besprechung der Thoma-\nAusstellung (Ueberschrift: Deutsche Malerei.) im Kronprinzenpalais: „Hier zu Hause sitze\nich vor der reinen Stoffllichkeit, und Temperament und Vortrag schämen sich.\" Ich bin\nnicht sentimental, aber dieses seltene Bekenntnis rührt mich. Solche Bekenntnisse sind\nwirklich sehr selten. Herr Bie schreibt: „Es ist eine wahre Erholung, einmal stofflich\nsein zu dürfen. Die wenigsten Kunstfreunde geben zu, dass sie diesem Reize unterliegen.\"\nEs ist mir nicht ganz klar geworden, dem Reize welcher Stofflichkeit unterliegen denn\nnun die meisten „Kunstfreunde? (Kunstfreund ist nicht Stofffreund.) Man kann doch\nnicht bei „Kunstfreunden von der sogenannten Stoffelichkeit sprechen, ebensowenig wie bei\nden Herren Kritikern. Das wäre vielleicht übertrieben ausgedrückt. Jeder, so gut er kann.\nUnd wenn einer statt einer Kritik sentimentalen Unsinn schreibt, so ist das eben sentimen-\ntaler Unsinn, aber doch nicht Stoffelichkeit. Also etwa anzunehmen, die meisten Kunst-\nfreunde unterliegen, ohne es zuzugeben, der eigenen Stoffelichkeit oder der Stoffelichkeit\nder Herren Kritiker, dieses anzunehmen wäre unbedingt falsche Interpretation, falsche Ar-\ngumentation. Gemeint sein kann hier nur die Stofflichkeit des Kunstwerkes. Herr Bie\nspricht von Stoffreiz, und damit ist wohl der Irrtum einer falschen Argupretation ausge-\nschlossen. Voran die lustig hüpfenden Ziegen. („Ich bin garnicht sentimental.\") Was ge-\nmeint ist, das definiert Herr Bie ohne jede Sentimentalität folgendermassen: „diese rei-\nzenden roten Dächer im Grünen, diese satten aufsteigenden Wolken, dies gemütlich.rollende\nMeer, diese Wiesen und Gehöfte, diese braune Erde, diese märchenhaften Wasserfälle, diese\nHerden von Tieren, voran die lustig hüpfenden Ziegen.\" Hinterher die gemütlich rollen-\nden Kritiker.\nSehr geehrter Herr Bie! Hier kann ich ihre Logik nicht billigen. Haben Sie denn auf\nThomas Bildern den Reiz der Stofflichkeit gesehen? Sie irren sich nämlich, Sie meinen\netwas Anderes. Damit Sie mich nicht missverstehen, ich sage hier nichts über oder etwa\ngar gegen Thomas Bilder, sie sind mir hier gleichgültig. Sie meinen nicht den Reiz der\nStofflichkeit der Bilder, die Sie gesehen haben, sondern den Reiz der auf den Bildern\nwiedergegebenen Natur. Ich gebe zu, mit Becht; ein gemütlich rollendes Meer, voran die\nlustig hüpfenden Ziegen, muss unbedingt reizend sein. Und deutsch. In Frankreich rollt\ndas Meer ungemütlich, in England hüpfen die Ziegen traurig. Sie schreiben: „Deutsche\nKunst ist doch wirklich nur sachliche Kunst.\" Dann werden Sie mir zugeben, dass deutsche\nKritik doch wirklich nur sachliche Kritik ist. Leider ist Ihre Kritik nicht deutsch, sie ist\nnicht sachlich. Sie haben natürlich Recht, wenn Sie behaupten, kein Kritiker wäre sach-\nlich. Das ist nur eine Folge der eingebildeten Macht dieser Herren. Zuletzt aber schaden\nsie nur ihrer Kritik und sich, aber nicht der Kunst, die sie vielleicht schädigen wollen.\nKritiker schreiben sich meist ins eigene Fleisch, wenn sie schneiden wollen. Sie selbst\nnun, Herr Bie, lassen den „Stoff so stark auf sich wirken, dass Sie die Kunst dabei ver-\ngessen.\" Das geben Sie also zu. Aber was soll ich als Künstler dazu sagen? Soll ich\nruhig zusehen, wenn ein Kritiker die Kunst vergisst? Soll ich das, was ein Kritiker schreibt,\nder die Kunst vergessen hat, eine sachliche, eine deutsche Kritik nennen? Sie „weinen\nTränen der Rührung\", aber die Kunst kommt zu kurz dabei. Kritisiere Kritiker, weine\nnicht! Auch deutsche Kritiker sollten nicht weinen. Sentimental sind Sie nicht, voran\ndie lustig hüpfenden, gemütlichen Oberlehrer, hinterdrein die traurig hinkenden Ziegen."}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2452, "texte": "Sie sprechen von dem „lieben Gott Thomas\", der „sehr familiär und patriarchalisch\" ist.\n„Er sitzt mit Thoma und raucht seine Pfeife mit ihm.\" Wirklich, diese Familiarität des\nlieben Gottes, Specialausgabe für Thoma, ist köstlich. Aber wo bleibt die Kunst, wenn\nSie „nicht\" sentimental sind? (Voran die lustig rauchende Tabakpfeife.) Beurteilen Sie\ndoch einmal nur zum Spass die Werke des Künstlers selbst, nicht den Stoffreiz der dar-\ngestellten Natur, echt, einfach, sachlich, ich behaupte, Sie können es nicht.\nSehr geehrter Herr Bie! Sie lieben den Stoffreiz. Da schlage ich Ihnen vor, besuchen Sie\ndoch einmal die Kunstausstellung „Der Sturm\", Berlin W 9, Potsdamer Str. 134a. Und\nsehen Sie sich meine Merzbilder an, z. B. Franz Müllers Drahtfrühling. Lassen Sie sich\nnicht dadurch stören, dass ich sentimental bin. Dann werden Sie Ihre helle Freude haben.\nSie werden dort in den. Merzbildern die denkbar konsequenteste Gestaltung verschiedener\nStofflichkeit in einem Bilde finden. Sie werden den guten alten Thoma, ich sage nichts\ngegen ihn, darüber vergessen. Auch Ihre starke Vorliebe für das deutsche Wesen kommt\ndort auf ihre Bechnung. Ich versichere Sie, dass sämtliche verwendeten Stoffe und Stoff-\nreste, echt deutsch, auf deutschen Müllhaufen gesammelt sind. Und Sie werden, da Sie\nja doch die Gestaltung nicht sehen können, Gelegenheit haben, zu staunen, welche Schätze\nman auf deutschen Müllhaufen finden kann. Ich freue mich auf Ihre Kritik. Sie werden\nschreiben: „Diese reizenden roten Haare auf der schimmeligen Perücke, diese satten auf-\nsteigenden Bindfäden, dies gemütlich rollende Gebiss, diese Beibeisen und Trichter, dieses\nbraune Packpapier, diese märchenhaften Stacheldrähte, diese Herden von Bacillen, alles\nchemisch gereinigt, voran die munter hüpfenden Wanzen!\" Nicht wahr? Und deutsche\nWanzen, jeder Blutstropfen ist deutsch. Schreiben Sie für das Berliner Tageblatt einen\nArtikel: „Kurt Schwitters deutsche Wanzen\", das passt so gut zu dem Programm. Sie\nwerden mir Becht geben, im Sturm ist „mitten in dem Sturm von expressionistischen und\nfuturistischen Künsteleien, den wir über uns ergehen lassen müssen, eine süsse Windstille,\neine heimatliche Oase.\" Dieser Satz von Ihnen ist nicht schön, aber auf den Sturm be-\nzogen passt er sehr gut. Gehen Sie hin, ich sage Ihnen, Sie „schmunzeln mit den Augen.\"\nDort werden keine „technischen Exaltationen belriedigt\", „und die lieben Engel vergessen\nnie, dass sie Kinder sind.\""}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.15", "debut_caractere": 2471, "fin_caractere_exclue": 2486, "texte": "Kurt Schwitters"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-09-05-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-09-05_01#c012", "volume": "bmtnabg_1922-09-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "137", "page_fin": "137", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.2.7.1", "titre_corps": "Absoluter Stoff", "titre_sommaire": "Absoluter Stoff", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.15", "debut_caractere": 2454, "fin_caractere_exclue": 2469, "texte": "Absoluter Stoff"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-09-05-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-09-05_01#c013", "volume": "bmtnabg_1922-09-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "138", "page_fin": "138", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.2.8", "titre_corps": "Die Absichten des Theaters „Pré”", "titre_sommaire": "Die Absichten des Theaters „Pré”", "signature_source": "Hausmann Peri", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2401, "texte": "Die Absichten des Theaters\n„Pré”\nHausmann Peri\nDas Theater „Pr6\" hat die Aufgabe, den\nMenschen als Bewegungsteil einer räum-\nlichen Spannung von wechselnder Be-\nschaffenheit zu zeigen. Es fasst zunächst\neinen Tänzer auf als ein Wesen, das sich\nganz als Zentrum und Peripherie des durch\ndie Bühne gegebenen Baumes fühlt. Dieser\nBaum als Abstraktum, als kubische Kunst-\nform, bedingt ein Bewusstwerden des Tänzers\nals Baumträger und Baumbewegter, der\nauch das Nichtsichtbare, die Logik der\nscheinbaren Leere, zu gestalten hat. Der\nTänzer ist raumbewegend in dem Sinne,\ndass er alle Spannungsrelationen des Baumes\nin s ich erlebt und ihnen eine offenbare\nForm durch seinen Körper verleiht. Der\nTänzer des Theater „Pre\" ist ausserstande,\nvor einem willkürlichen oder räumlich un-\nkonstruktiven Baum Bewegungsrelationen\nzu erleben oder zu gestalten, stets muss\nder Kunstraum der Bühne derart räumlich\nkonstruiert sein, dass die Emanation des\nTanzes als die einzig mögliche Bewegungs-\nlogik aus ihm entspringt. Aus dieser Not-\nwendigkeit muss die Dekoration oder das\nKostüm im alten Sinne fallen. Die Logik\nund Klarheit der Bühnenkonstruktion ver-\nanlasst und zwingt den Tänzer zu einer\nmit ihm organisch verbundenen Tanzform.\nDie bisherige Bewegungsromantik wird auf-\ngehoben und analog dem Bühnenraum-\ngebilde der Tanzende zum Ausdruck der\nVertikalen, der Diagonale, des Quadrats.\nGemäss den neuen Anschauungen vom Baum\nin der Malerei wird die Bühne behandelt\nund kubisch räumlich aufgebaut. Der so-\ngenannte Hintergrund ist nunmehr leben-\ndige Belation zum Mittelraum, in dem der\nTänzer diese Belationen auffängt und in eine\nBewegungssynthese seiner Körperglieder ver-\nwandelt, die aller nur menschlichen Mechanik\nentwöhnt sein müssen. Auf diese Weise\nwird die Tanzimprovisation unmöglich und\nder Tanz, die absolute Baumgebundenheit,\nausgedrückt durch den menschlichen geis-\ntigen Bewegungswillen. Die Synthese des\nraumbewegten Menschen im Tanz bedingt\ndie strengste Begel. Die scheinbare Freiheit\nder Grotesktänzerei wird als Anarchie em-\npfunden und verworfen. In vollkommener\nit\\ r t ;\nAnalogie zum Raum und zum Tanz muss\ndie Musik das Tempo durch die akustischen\nRelationen gestalten. Das Theater „Pre\"\nwill die vollkommene Gesetzmässigkeit und\nKlarheit der raumzeitlichen Rewegung in\nder Einheitsform von Körper, Fläche und\nTon verwirklichen: in einer neuen Form\ndes Tanzes, der Rühne und der Musik."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-09-05-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-09-05_01#c014", "volume": "bmtnabg_1922-09-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "138", "page_fin": "140", "image_debut": 16, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.2.9", "titre_corps": "Trennung : W. v. Z. zu Eigen", "titre_sommaire": "Trennung : W. v. 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'/ 2 , - •\nDeines Leibes\nDer Andere: Bejage ungefügig Deine\nSchluchten\nDeines Wollen\nUnd reite nie gesattelt durch\ndie Wälder . .\nVerneine plumpes wildes\nGellen\nbezeuge Deiner Armut karges\nStöhnen\nUnd rase durch die Bitte\nmeiner Nacht\nIch kralle rote gelbbezuckte\nBlumen\nVerlache altes grünbe-\nhauchtes Locken\nUnd brause ungeschäumt das\nSehnen\nmeiner Hirne\nDer Eine: Du hast, die Lüste Deiner\nNächte\nDas Basen Deines unge-\nbäumten Blutes"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 865, "texte": "nicht in den See des Wartens\nspringen lassen —\nDu bist ein junger Trieb\ngepflanzt doch ohne Fasern\nDein weisser Leib bewurzelt\nohne Zagen\nDoch Deiner Augen Licht\nbejubelt alles Werden\nDer Andere: Yerreisse schmiede zucke\nböse\nbegeifer rundgerastes\nStöhnen\nDoch grabe nicht das Feuer\nmeines Lichtes\nDer Eine: Dein Licht ist bang\nDer Andere: Mein rotes grünes flammes\nLicht\nverlodert flammend grelle\nLocken\nMein Licht verlodert jäh\nMein Licht entflammt —\nVerzucke böses nieder-\nworfnes Lachen\nBezucke Deine stierge-\nstampfte Qual\nIch lichte meine [hellen Pfade\nBezucke meine wildgelösten\nSinne\nBeschwinge singe meine\nSphären\nUnd wölke leiert das Wehen\nmeines Lichtes\nDer Eine: Verdumpft verloren brunst-\nbewährte Hirsche\nZerquält das Brüllen\nstumpfer Blicke ♦ ♦ ♦\nEntschwebe Du verlachtes\nInsichbäumen\nMein Pferd begrast die un-\ngewässert braune Haide\n\nWilly Knobloch"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-09-05-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-09-05_01#c015", "volume": "bmtnabg_1922-09-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "139", "page_fin": "139", "image_debut": 17, "image_fin": 17, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.2.9.1", "titre_corps": "Linoleumschnitt – Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Linoleumschnitt – Vom Stock gedruckt", "signature_source": "Hans Mattis Teutsch", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 17, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 57, "texte": "Hans Mattis Teutsch: Linoleumschnitt - Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-09-05-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-09-05_01#c016", "volume": "bmtnabg_1922-09-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "140", "page_fin": "140", "image_debut": 18, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.2.10", "titre_corps": "An das Proletariat Berlins! : Durchgangsverkehr", "titre_sommaire": "An das Proletariat Berlins! : Durchgangsverkehr", "signature_source": "Kurt Schwitters", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 18, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.18", "debut_caractere": 867, "fin_caractere_exclue": 1595, "texte": "An das Proletariat Berlins!\nDurchgangsverkehr\nKurt Schwitters\nDie Kohlennot ist gross\nSpart Gas und Fahrkartenpreise! 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Jahrgangs\nnur noch in wenigen Exemplaren vorhandcn jc\n350 Mark / 1. bis 4. und 8. Jahrgang vergriffen*\nEinzclheftc aller Jahrgange je 30 Mark.\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm\nsind signierte und nummerierte Handdrucke, von\nden meisten Zeichnungen Kunstdrucke kauflich\nzu erwerben. Die Originale sind verkauflich.\nSturmbiihne / Jahrbuch des Theaters der Ex-\npressionisten\n1. bis 8. 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D JCi IN JL/ D Kunstausstellung Dcr Sturm Potsdamer Strafie 134 a\nStandige Mitwirkende: Rudolf Blumner / Rezitation\nHerwarth Walden / Musik\nWiederbeginn: Mittwoch den 6. 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M. B. H.\nBERLIN W 9 / POTSDAMER STRASSE 134 a / FERNRUF AMT LUTZOW 4443\n\nMonatsschrift Der Sturm / Dreizehntes Jahr.\nErschcint am ftinften jcdcs Monats\nMit mehrf arbigen Kunstbeilagen, Holzschnitten (stets\nvom Stock gedruckt) und Zeichnungen\nDauerbezug / Ein Jahr 250 Mark / Ein Halbjahr\n150 Mark / Einzelheft 30 Mark\nAusland: 500 Mark\nVollstandige Exemplare dcs 5* bis 12. Jahrgangs\nnur noch in wenigen Exemplaren vorhandcn jc\n350 Mark / 1. bis 4. und 8. Jahrgang vergriffen*\nEinzclheftc aller Jahrgange je 30 Mark.\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm\nsind signierte und nummerierte Handdrucke, von\nden meisten Zeichnungen Kunstdrucke kauflich\nzu erwerben. Die Originale sind verkauflich.\nSturmbiihne / Jahrbuch des Theaters der Ex-\npressionisten\n1. bis 8. Folge / 40 Mark -\n\nBucher\nFranz Richard Behrens\nBlutbliite / Gedichte\nGeheftet 30 Mark / Gebunden 60 Mark\nRudolf Blumner\nDer Gcist des Kubismus und die Ktinste\nMit Abbildungen 70 Mark\nHermann Essig\nDcr Frauenmut / Lustspiel\nUeberteufel / Tragodie *\nIhr stilles Gliick / Drama\nEin Taubenschlag / Lustspiel\nNapoleons Aufstieg / Tragodie\nDer Wetterfrosch / Erzahlung\nJedes Buch 45 Mark / Gebunden 70 Mark\nKurt HeynicKe\nRings fallen Sterne / Gedichte\n40 Mark / Zweite Auflage\nAdolf Knoblauch\nDie schwarze Fahne / Eine Dichtung\n30 Mark\nKreis des Anfangs / Fruhe Gedichte\n50 Mark / Sonderausgabe 100 Mark\nErnst Marcus\nDas Problem der exzentrischen Empflndung und\nseine Losung\n30 Mark / Zweite Auflage\nDas Erkenntnisproblem\n40 Mark / Zweite Auflage\nWilhelm Range fS 11 I V$M Hlf\nDas Denken trMumt / Gedichte\n30 Mark\n\nPaul Scheerbart\nGlasarchitektur / In 111 Kapiteln\n40 Mark / Sonderausgabe 250 Mark\nLothar Schreyer\nMeer / Sehnte / Mann / Dramen\n30 Mark\nNacht\n30 Mark\nJungfrau / Drama\nvergriffen\nDie ncuc Kunst\n30 Mark\nAugust Stramm\nDu / Licbcsgcdichtc\n35 Mark / Vierte Auflage\nTropfblut / Gedichte\nGebunden 90 Mark\nGesammelte Dichiungen\nZwei Bande\nJeder Band gebunden 80 Mark\nMax Verworn\nKeltische Kunst / Mit Abbildungen\n40 Mark\nHerwarth Walden\nExpressionismus / Die Kunstwende\nMit 140 Abbildungen\nNur noch in wenigen Exemplaren vorhanden\nDie neue Malerei / Einfuhrung in den Expressio-\nnismus / Mit 16 Abbildungen\n35 Mark / Vierte Auflage\nGesammelte Schriften / Band I\nKunstmaler und Kunstkritiker\n50 Mark\nDas Buch der Menschenliebe\n40 Mark / Sonderausgabe 150 Mark / Zweite Auflage\nDie HSrte der Weltenliebe / Roman\n40 Mark / Gebunden 60 Mark\nSonderausgabe (Auflage 10) 500 Mark\nWeib / Komitragodie\n40 Mark / Sonderausgabe vergriffen\nErste Liebe / Ein Spiel mit dem Leben\nDie Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nSiinde / Spiel an der Liebe\nLeizte Liebe / Komitragodie\nGlaube / Komitragodie\nJedes Buch 30 Mark\nKind / Tragodie\nTrieb / Eine burgerliche Komitragodie\nMenschen / Tragodie\nJedes Buch 40 Mark\nWilliam Wauer\nTheater als Kunstwerk\n30 Mark"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "125", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.3", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT / HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\n\nDas Wort\n1. Die Entwicklung des Wortes\nLotbar Schreyer\nIm Anfang war das Wort\nDie Erkenntnis des Evangelisten Johannes\nist in den letzten Jahrhunderten den Men-\nschen ein Geheimnis gewesen, das sich\nerst in der Gegenwart wieder zu enthüllen\nbeginnt.\nDie Zeiten, in denen das Wort ein Ge-\nheimnis ist, sind die Zeiten der Entwick-\nV '\nlung des Wortes.\nEntwicklung ist dezentrische Veränderung\nder Gestalt des Wesens. Entwicklung be-\nrührt das Wesen nicht. Das Wesen wird\ndurch sie nicht zerstört oder verändert.\nDie Entwicklung zerstört auch nicht die\nGestalt des Wesens. Aber die Entwicklung\nändert die Gestalt.\n••\nÄnderung ist Bewegung. Entwicklung ist\nAuseinanderbewegung eines Wickels. Ein\nKnäuel Garn, ein Wickel, ist eine Gestalt,\nals die wir das Garn wahrnehmen. Wird\nder Wickel entwickelt, auseinanderge-\nwickelt, so wird das Garn nicht zerstört\noder verändert. Auch die Gestalt des\nWickels wird nicht zerstört. Wenn durch\ndie Entwicklung die Gestalt des Wickels\nzerstört wäre, könnte aus dem auseinan-\ndergewickelten Garn der Wickel nicht\nwiederhergestellt werden.\nDer Wickel kann aber immer wiederher-\ngestellt werden. Es hat sich also nur eine\nVeränderung der Gestalt vollzogen. Die\nEntwicklung der Welten im Weltall ist ein\nentsprechender Vorgang. Die Welten ent-\nwickeln sich durch dezentrische Ausein-\nanderbewegung im Weltall. So entstehen\nWeltkörper. So stehen Weltkörper ausein-\nander.\nDie dezentrische Bewegung der Entwick-\nlung geht vom Mittelpunkt einer Gestalt\naus und entfernt sich von ihm.\nDie Entwicklung des Wortes ist ein ent-\nsprechender Vorgang.\nDie Gestalt des Wesens Wort hat einen\nMittelpunkt. In der Gestalt des Wesens\nWort geht eine Bewegung vor sich. Diese\nBewegung geht vom Mittelpunkt aus und\nentfernt sich ständig von ihm. Die Be-\nwegung wickelt die Gestalt des Wortes\nauseinander.\nDie Entwicklung des Menschen ist ein ent-\nsprechender Vorgang.\nDa die entwickelnde Bewegung ständige\nEntfernung vom Mittelpunkt ist, entfernt\nsich der Mensch ständig vom Mittelpunkt\nder Gestalt seines Wesens, solange er in\nder Entwicklung ist. Die meisten Men-\nschen haben sich so weit entwickelt, dass\nihnen der Mittelpunkt nicht bewusst ist.\nUm seinen Mittelpunkt zu erkennen, muss\nder Mensch sich umkehren.\nDiese Umkehr ist der Sinn der Weltwende.\nVoraussetzung der Umkehr ist die Erkennt-\nnis, dass die Entwicklung den Menschen\nvom Mittelpunkt der Gestalt des Wesens\nMensch entfernt.\nDer Mensch ist der Träger des Wortes.\nSo lange der Mensch in der Entwicklung\nist, so lange er sich von seinem Mittel-\npunkt entfernt, so lange entfernt sich auch\ndas Wort von dem Mittelpunkt der Gestalt\ndes Wesens Wort, so lange entwickelt sich\ndas Wort des Menschen. Der entwickelnde\nMensch vermag nicht den Mittelpunkt der\nGestalt des Wesens Wort zu erkennen.\nDie entwickelnden Menschen versuchen\nden Sinn der Gestalt ihres Wesens zu er-\nkennen. Da sie aber in der Entwicklung\nsind, die Veränderung ist, können sie die\nGestalt ihres Wesens nicht kennen und\nden Sinn dieser Gestalt nicht erkennen.\nSie kennen nur die Wirkungen der Ver-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "126", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.4", "texte": "änderungen. Da sie nur die Wirkungen\nder Veränderungen kennen, irren sie\", wenn\nsie den Sinn der Gestalt ihres Wesens\nsuchen. Am verbreitetsten ist der Irrtum:\nJede Erscheinung, zu der sich die Men-\nschen verändern, sei der Sinn der Gestalt\nihres Wesens, also: die Stute in der Ent-\nwicklung sei der Sinn des einzelnen Men-\nschen. Diese Menschen denken nicht an\ndie Möglichkeit eines Mittelpunktes oder\nleugnen ihn, weil sie ihn nicht kennen.\nAndere halten die Gesamtheit aller Er-\nscheinungen in der Entwicklung der Men-\nschen für den Sinn der Gestalt des Wesens\nMensch. Auch diese Menschen leugnen\neinen Mittelpunkt, aber sie glauben, dass\ndie verschiedenen Veränderungen der Ent-\nwicklung eine Einheit haben. Diese Einheit\nsuchen sie auf die Weise zu finden, dass\nsie alle Verschiedenheiten zusammenstellen.\nAndere erkennen auch die verschiedenen\nVeränderungen innerhalb der Entwicklung,\naber sie nehmen einen Mittelpunkt für die\nGestalt des Wesens an. Sie wissen aus\nlogischer Erwägung, dass sie die Gestalt\neines Wesens nicht erkennen, wenn sie\nden Mittelpunkt dieser Gestalt nicht kennen.\nDa sie ihn nicht kennen, suchen sie ihn\nzu entdecken mit Hilfe des ihnen Bekann-\nten. Sie suchen den Mittelpunkt zu finden\naus dem Verhältnis der Verschiedenheiten\ninnerhalb der Entwicklungsreihe. Auch\ndas ist nicht möglich. Es ist genau so un-\nmöglich, wie den Mittelpunkt eines Kreises\nzu finden, wenn nur ein Teil eines unbe-\nkannt grossen Radius und auf diesem Teil\ndes Radius verschiedene Punkte gegeben\nsind.\nAlle entwickelnden Menschen irren grund-\nsätzlich, wenn sie das Wesen Wort zu er-\nkennen suchen.\nDie meisten Menschen glauben, dass sie\nden Sinn des Wortes kennen, wenn sie das\nWort sprechen können. Denn wenn sie\ndas Wort sprechen können, so sagt ihnen\ndie Erfahrung, dass sie sich durch das\nWort verständlich machen können. Das\nsagt ihnen jedoch die Erfahrung nur, so-\nlange sie an diese Erfahrung glauben. Der\ngeringste Zweifel belehrt sie, dass sie sich\ndurch das Sprechenkönnen des Wortes\nnicht verständlich gemacht haben. Das\nSprechenkönnen des Wortes ist bestenfalls\nein Versuch, sich verständlich zu machen.\nRegelmässig misslingt der Versuch. Alle\nMissverständnisse werden sichtbar im Wort.\nEs scheint, als ob für alle der Sinn des\nWortes ein anderer wäre. Es ist aber sinn-\nlos anzunehmen, dass ein Sinn doppelsinnig\noder vielsinnig sei. Der Sinn eines Wortes\nkann nur einer sein. Für zwei Sinne sind\nzwei Worte nötig, für viele Sinne viele\nWorte. Die Unterstellung eines zweiten\nSinnes oder vieler Sinne unter ein Wort\nsind Missverständnisse aus dem Nichtspre-\nchenkönnen. Sobald die Menschen das\nerkannt haben, suchen sie dem Sinn durch\nein besseres Sprechenkönnen näher zu\nkommen. Sie entwickeln das Wort noch\nweiter. Aus dieser Entwicklung des Wortes\nist die Grammatik entstanden. Gewohn-\nheitsmässige und verabredete Verbindungen\nvon Worten stellen eine Eindeutigkeit der\nWorte her. Damit ist zugleich der Verzicht\nauf die Erkenntnis des Wesens Wort Tat-\nsache geworden. Die Entwicklung des\nWortes hat das Wort dahin geführt, dass\ndie Bedeutung des einzelnen Wortes mit\ndem Wesen des Wortes verwechselt wird.\nDas Wort, durch die sogenannte Sprach-\nlehre der Grammatik geregelt, eindeutig\ngemacht, setzt grundsätzlich eine Doppel-\ndeutigkeit und Vieldeutigkeit des Wortes\nvoraus. Das Wort ist nach dieser Sprach-\nlehre also vieldeutig, zweideutig, eindeutig,\nje nach der Stufe, auf der es in der Ent-\nwicklungsreihe steht. Der Mittelpunkt des\nWesens Wort ist unbekannt. Die Möglich-\nkeit des Mittelpunktes eines Wesens Wort\nwird geleugnet. Für das Wesen Wort wird\ndie einzelne Wortgestalt in ihrer Bedeutung\ngehalten. Das ist die Ansicht der Mehrzahl\nder entwickelnden Menschen. Die Ent-\nwicklung des Wortes gibt die Wortgestalten\nder Umgangssprache dieser Menschen.\nDa die verschiedenen Menschenkreise das\nWort unter den verschiedenen äusseren\nUmständen entwickeln, bilden sich ver-\nschiedene Gewohnheiten und Verab-\nredungen für die Eindeutigkeit des Wortes*\nSo entstehen verschiedene Sprachen. So\nstehen die verschiedenen Sprachen ausein-\nander. Viele Menschen glauben nun, das\nWesen Wort zu erkennen, wenn sie mög-\nlichst viele Sprachen kennen lernen und\nsprechen können. Sie versuchen die aus-\neinanderstehenden Sprachen als eine Ein-\nheit zusammenzustellen. Die Zusammen-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "127", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.5", "texte": "Stellung führt aber nicht zur Erkenntnis\neiner Einheit, sondern zur Bekanntschaft\nder Vielheit einzelner Sprachen. Die Ein-\nheit der Sprachen kann nur eine einheitliche\nSprache sein. Mit den Gewohnheiten und\nVerabredungen, die das Wort entwickeln,\nsind auch die Wortgeslalten der einzelnen\nSprachen verschieden. Es ergibt sich mit\nder Verschiedenheit der sogenannten Regeln\nder Sprachlehre verschiedener Sprachen\nauch die Vielheit der gestaltenden Regeln.\nEs ist also weder eine Einheit in den\nWortgestalten der Sprachen noch in den\ngestaltenden Regeln der Sprachen, sondern\neine grundsätzliche Vielheit zu finden. Die\nEntwicklung mehrerer Sprachen ist eine\nWeiterentwicklung des Wortes, eine weitere\nEntfernung von dem Mittelpunkt des Wesens\nWort. Die vergleichende Sprachwissen-\nschaft kennt daher das Wesen Wort nicht\nund sucht es nicht zu erkennen. Sie kennt\nauch nicht einmal das Wesen der Gestalt\ndes Wesens Wort und sucht es auch nicht\nzu erkennen. Sprechenkönnen und Spra-\nchen können sind nur Wirkungen, Wirken\nder Entwicklung. Das Wissen der Wir-\nkungen, das Vergleichen der Wirkungen,\ndas Wissen der Entwicklung gibt keine\nErkenntnis über das Wesen der Gestalt\ndes Wesens Wort. Auch das Vergleichen\nder Wirkungen verschiedener Entwicklungs-\nstufen gibt diese Erkenntnis nicht. Nicht\neinmal die Länge der Entwicklungsreihe\nkann dadurch erkannt werden. Nur die\nBewegungsrichtung ist kenntlich. Durch\nsie kann aber weder das Wesen Wort\nnoch das Wesen der Gestalt des Wesens\nWort bestimmt werden.\nObwohl es also unmöglich ist, duich ver-\ngleichende Sprachforschung das Wesen der\nGestalt des Wesens Wort zu bestimmen,\nist mit der Tatsache solcher Sprachforschung\nder Versuch zu dieser Unmöglichkeit ge-\nmacht. Dieser Versuch ist in der Gegen-\nwart noch erweitert durch eine grosse\nAnzahl physiologisch-psychologischer Unter-\nsuchungen und phonetischer Forschungen.\nEinige berühmte Gelehrte haben ihr ganzes\nLebenswerk diesem Irrtum hingegeben.\nDieses Werk weniger Menschen ist nicht\neinmal Weiterentwicklung des Wortes. Es\nist scheinbar die Auflösung der Lautgestalt.\nDoch nur scheinbar. Die Lautgestalt ist\nein anderes wie die Wortgestalt. Wohl\nsind Lautgestalten Bestandteile der Wort-\ngestalt. Die Lautgestalt kann aber nur mit\nder Wortgestalt betrachtet werden, wenn\ndie Lautgestatt des Wortes kennen gelernt\nwerden soll. Sobald die Lautgestalt für\nsich untersucht wird, ist sie selbständiger\nWert, der bestenfalls von sich, aber nie-\nmals von der Wortgestaft Klarheit geben\nkann. Ebensowenig wird die Wortgestalt\nklar, wenn die Lautgestaft in ein Verhält-\nnis zur Wortgestalt gestellt wird. Es stehen\ndann zwei Werte gegeneinander. Zwei\nunbekannte Grössen werden nicht dadurch\nbekannter, dass man sie in ein Verhältnis\nzu einander steflt. Die Auflösung des\nWesens der Gestaft des Wesens Wort ist\neine Unmögfichkeit. Nur Veränderungen\nder Gestalt sind möglich. Das Wesen der\nGestaft wird nicht erkannt durch Unter-\nsuchung einzefner Bestandteile der einzelnen\nGestalt noch durch Untersuchung der ein-\nzelnen Gestaft afs Ganzem.\nWenn die Wissenschaftler der Sprachfor-\nschung diesen Irrtum nicht erkennen, so\nliegt das daran, dass sie sich sefbst in der\nEntwicklung befinden, und daher ihre Ein-\nsicht nicht nach dem Mitt ei punkt des\nWesens Wort richten können, sondern nur\ndie einzeine Wortgestaft sehen. Das Werk\ndieser Wissenschaftler ist aber zugleich der\nBeginn des Endes der Entwicklung des\nWortes. Diese Wissenschaftfer nehmen\nnicht nur die Möglichkeit des Mitteipunktes\nder Gestalt des Wesens Wort an, sondern\nsie wissen auch aus logischer Erwägung,\ndass ein soicher Mittefpunkt gefunden wer-\nden muss, wenn sie das Wesen der Wort-\ngestaft bestimmen wollen. Der Begriff des\nMitteipunktes ist also wieder vom Kreis\ndes Bewusstseins aufgenommen worden,\nwenn der Begriff auch noch nicht begriffen\nwerden kann, sondern zunächst afs eine\nunbekannte Grösse eingesteift ist.\nDie Weitwende gibt uns das Bewusstsein,\ndass die Bewegung der Weit sich ändert.\nDie Entwicktungsbewegung geht dem Ende\nzu und eine andere Bewegung, eine Be-\nwegung anderer Art, hat begonnen. fn\nder Bewegung Wettwende erkennen wir,\ndass der Begrifl Mittefpunkt im Kreis un-\nseres Bewusstseins nicht durch Entwicklung\nerkannt werden kann. Wir erkennen, dass\ndie Bewegung Wende uns die Einsicht\ngibt in das Wesen der Gestalt. Damit ist"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "128", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.6", "texte": "die Möglichkeit gegeben, den Begriff Mittel-\npunkt zu erkennen und zu begreifen.\nDie Wende gibt die Möglichkeit, das Wesen\nder Wortgestalt und das Wesen des Wortes\nmit unserer Einsicht so zu klären, dass das\nWort erkannt werden kann. Voraussetzung\nder Wende ist die Erkenntnis, dass die\nentwickelnde Erklärung keine Klarheit\nbringt. Die Wende gibt den Einblick in\ndas Wort. Dieser Einblick ist einleuchtend\nfür jeden, der sich so gewandt hat, dass er\nmit einem Blick in die Gestalt des Wortes\nsieht.\nDie Bewegungsveränderungen, die wir in\nder Wende erleiden, begreifen wir mit den\ndrei Begriffen Kubismus, Futurismus, Ex-\npressionismus. In diesen drei Begriffen\nsind die gradweisen Veränderungen unseres\nBewusstseins anschaulich. Die Wende in\ndie drei Grade gibt gradweise Einsicht in\ndie Gestalt des Wortes, sodass das Wesen\nWort geklärt wird.\n\nFortsetzung folgt\n\nGedichte\nKurt Liebmann\n\nAuf der Erde Vorüber\nTollt\nder Ball\nsternfunkendblau\ndurch tanzes\nzartes\nBein\nanprallend\nAbendblut\nund\nschüttelt Wünsche\nmädchenkleine Hand\nMond\nrollt den Wagen\nklimperrot\ndie hüpfen Pferdchen\nspreizt\nder Knabe\nZehen\nfrech\nund\nfrecht das Rund\ndie Zunge\nschnellt\nund Nesteln\nspritzt das Gelb\nbauchkichernd\nfratze Stoppeln\nSchrei\nverwehter Flügel\nklirrt\nden Kreis\nLuftschaukel\nrund\ndie Berge\nwerfen Spitzen\nhöhen\nschnellen\nschlucken Tiefen\nzittern\nschrillen\nschrill\ndie Luft\ndie Höhe\nbraust\nrollt Kreis\nlichtflatternd\nKarussel\nstampft Tiere\nKähne\ntasten\nfühlen\nweich\nverschlingen\nwimmeln\nsaugen\nrasen Strähnen\ndrehen\nklirr\nschräg sinkend\nkrampft\nein Schoss\ndas greise Kind\nvergräbt\n\nGewalttätig\n\nZittern fächelt Zunge\nFeuerfedern\nsenkt den Teller\nzackig\nDächerbersten\nbiegen\nblättern\nschwebt die Schale\nhöhnisch Schnur\nrotqueMend\nlippenzu\nQualmilben wimmelnd\nfällt der Mond"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.7", "texte": "Moholy-Nagy: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.8", "texte": "da krallen Finger\ntulp\ngierwühl\naus hergewehten Beeten\nschnellt Zerspitzen\nringeln\nklappern\nrollt der Mantel\nKopf\nkreischt Henker\nhebt\nauf ritzem Haar\ndas lampenfliesse Schloss\nblaufahngesprenkelt\nwippt Balkon\nwirft Brüstung\nüberbiegend\nSchuldig\nstürmt die Woge Leiber\nsteinen\nstangen\nschleifen\nstrudeln\nTreppen brechen\nschlagen Wolken Glocken\nBlau .\nund\ntürmen Leiber\nbrüllen ächzen\nzittern\nwälzen\nzangen zerren\nreissen\nLicht\nzerschmelzen\nwälzen Welten\nLicht\nLichtflügel\nfahnend\nwehen auf\nzerbrechen\nstehen\nbluten\nLicht\nich habe das Licht geküsst\nNachtigall\nDa rüsten Seelen\nmaschen\nweben Schleier\nsilbern\nklingen Panzer Licht\num recke Hüften\ntanzen Gräser neige Städte\nWelten Menschen\narmen\nflügelrauschen Kreis\nden weissen Nachtkreis\nzittern Blättchen\nzickzackadern d\nGlutenblumen\nBrüstchen küssen\ntaumeln\ntönen\nthronen\ntrommeln Rinden\nfliegen Quader\nBücken\nuren\nPyramiden\nTal\nSonnbluten\nspritzen Bäder\nkerzen\nLeiber Knabenweisse\nFackeln\nharfen Bippen\nschlanken\nschwinden\nFäden tasten\nstäuben\nduften\ngräbt das Trillern\nTotenschösse\nblut\nin blütenschlanke Nacht\n\nDie Schlafzimmertragödie\nFranz Richard Behrens\n\nShakespeare und der\nKönigin von Holland\ngewidmet\nPersonen:\n••\nDas Ächzen\nDas Jauchen\nDie Stille\nLieben Sie Erotik\nDas Kaffee ist müde\nDie Kinder bringt der Klapperstorch\nBlühender Lampion\nArzt spielt Geige\nRoten Alexanderplatz\nDer Psychologe hat nicht alles beisammen\nWeisser Kaiserdamm\nFiedel"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "131", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.9", "texte": "Männer flannieren\n1827 wurde in Würzburg das menschliche\nEi entdeckt\nZehn Schritt\nVorher war man elender\nSo ist das öffentliche Leben\nSoziologe züchtet\nKontrollstelle\nPädagoge züchtet\nAufmachen Kriminalbeamter\nDer Ethiker züchtet\nWer ist die Dame\nGeschlecht lügt\nWo haben Sie die Braut kennen gelernt\nGeschlecht irrt\n••\nAugein attaquieren\nGeschlecht verschanzt sich\nBlinzeln fragt\nDer Trieb bezieht die Universität\nKleider schreien\nDer Trieb klärt sich auf\nBrüste verhungert\nDen Andern tuts die Seele\nErschlaffen rempelt\nVon Genitalien kommt Genial\nDeine Augen sind woanders\nDas Hirn ist das Herz\nWeil Dus aus Liebe tust\nKennen Sie schon die Bisexualität\nSei Kavalier\nMein Mann ist mein Grenzpfahl\nWas schenkst Du mir\nMeine Frau ist mein Grenzfall\nGesichter fallen hin\nDer Mann hat die Geschlechtsdrüsen der\nFrau\nBist Du auch gesund\nDie Frau hat die Geschlechtsdrüsen vom\nMann\nDu bist der Erste\nGeschlechtsdrüsen kann man verpflanzen\nTanzen ist blind\nWer weiss was von sich\nMädchen zerknittert\nDenk Dir mal was mir geträumt hat\nWann\nSo was träumt man nur\nWo\nGott schminkt sich vorher\nWieviel\nIch bin arm\nUnser Baby ist polymorphpervers\nSüsse enthäutet sich\nPsychose ist ansteckend\nBlick versinkt\nNeurose hysterisch\nAhnen greift nach der Uhr\nDein Wunschleben legt sich bloss\nDer mich lieben wird\nDeine Phantasie tobt sich aus\nStern ist stumm\nDie innere Sekretion beachtet sich\nStern ist abgereist\nIst Sünde modern\nIch wohne allein\nGesetzgebung ist modern\nMeine Schwester ist noch schöner\nMama schon wieder ins Bein gebissen\nStrasse erfriert\nFlinten füttern den Trieb\nIch habe eine Freundin\nWaffen- und Munitionsbeschaffungsamt\nWollen wir\nDie Medizinische Gesellschaft ist ein präch-\ntiger Bau\nIch gehe mit\nRotlicht London\nHaus droht heisser\n• •\nRosa Überzug Genf\nTreppe fliegt\nRotlicht Moskau\nTür atmet\n• •\nRosa Überzug Kiew\nHirn purpurt\nRotlicht Stockholm\nSchuh kollert\n••\nRosa Überzug Dorpat\nFüsschen Seidenstrümpfe\nRotlicht Haag\nMache Licht\n• •\nRosa Überzug Valparaiso\nArme biegen\nRotlicht Helsingfors\nSchultern pressen\n• •\nRosa Überzug Budapest\nBrüste lockern\nRotlicht Kopenhagen\nMund wird viereckig\n••\nRosa Überzug Paris\nIch tue es\nRotlicht Peking\nIch tue es nicht\n••\nRosa Überzug San Franzisko\nIch habs getan\nSexuelle Freiheit des Einzelnen\nLider irren\nAber immer so dass die Kirche im Dorf\nbleibt"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "132", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.10", "texte": "Hüfte spielt\n175 plaidiert für seinen Fortfall\nKann ich dich nicht vertreten\nNacken ängstet y\nDer Paragraph tritt für Abreibung ein\nSchluchzen bricht\nSodomie tritt für den Paragraphen ein\nKuss klopft\nIch eröffne die Diskussion über die doppelte\nMoral\nBeine\nSoweit es sich um den freien Entschluss\nzweier Menschen handelt\nZähne lächeln\n218 bis 220\nTäschchen klammert\nProstituiertenkasernierung\nStille\nMit Jahren bist Du hinreissend\nFlehen erstaunt\nV\nWir wollen Kinder\nSieh Dich nicht um\nWenn wir Kinder haben wollen\nPelzmantel duftet Veilchen\nWir wollen Liebeszauber\nBist Du wieder da\nWenn wir Liebeszauber haben wollen\nEs ist bald halb zwei\nGott ist das nicht gerade neu\nIch bin schön\nDer Ochse bedauert sich nicht selbst zu\nbefriedigen\nStrasse schweift durch Blicke treffen\nVerbeisse Biologie\nSchwäne verkehren nicht\nPsychoanlyse ist zu gross um ganz zu sein\nBlonde Motte\nDie Wissenschaft überzeugt den Menschen\nAuf der Brustwarze\nDer Mensch huldigt der Wissenschaft\nBlaue Kravatte\nPopulär sein heisst homosexuell sein\nDer grosse Zeh hat keine Schuld\nIch verliere die Einseitigkeit\nWeine nicht Schäfchen\nMeine feinen Nerven bedienen sich\nDer Floh hat ein Herz\nMeine Weltanschauung verdichtet sich\nRotes Haar telephoniert\nEin isoliertes Kaninchen hält sich für un-\nfehlbar\nIch habe noch nicht zu Abend gegessen\nGesellschaft verengert den Horizont\nWann hast Du Dich zum letzten mal rasiert\nDie Moral bedroht das Seelenleben\nEin frisches Hemd beweist den schlechten\nMenschen\nProstitution bezahlt die Polizei\nIch bin wie ihr alle\nLebhaftes Gefühl von Bangigkeit •\nDu machst mich gegen meinen Willen selig\nIch gewähre Dir volle Einsicht in das\nGeschlechtsleben\nWen man lieb hat züchtig man\nZur rechten Zeit vernünftig empfangen\nDu schlimme Schwester\nDas scharfgeschliffene Schwert\nGlücklich wer von seinem Trieb noch nicht\nbeunruhigt wird\nMorgen gibt es Selleriesalat\nWer bis jetzt noch nichts verspürt hat\nDu betrügst mich\nUnterdrücke die Neugierde\nSieben Monate Hirschhornsalz\nWer etwas Tüchtiges leisten will\nDeine Bluse ist so geschmackvoll\nDer Mann reift\nEin Schuft wer sich dabei was Schlechtes\ndenkt\nWas gibt es Ehrwürdigeres auf Erden\nHast Du kein Streichholz\nNicht um unsere Lust handelt es sich\nDein Friseur bedient Dich schlecht\nDie Menschheit wird nie untergehen\nDie Eizelle ist unfassbar verwickelt\nKameraden Freund sein\nSicherstellung neuer Befruchtungen\nMein Schreibfräulein ist Witwe\nMit Ernst tragen wir unsere Enkel in uns\nMehr in die Mitte treten\nKnabe oder Mädchen\nHaben Sies nicht kleiner\nVentile Narkotika\nRücksicht gegenüber dem Gatten\nEroica Erotikon\nDreissig Mark kriegt der Kriminal\nEtwas mehr Dezenz\nWenn er mich schnappt\nTranszendenz\nUnter Kontrolle die Hälfte\nKünstelei ist überhaupt zu vermeiden\nIn der Fröbelstrasse ist man kein Fräulein\nDer kluge Gatte baut vor\nDer Herr ignoriert die Psychoanalyse\nDer Leiter der Sittenpolizei ist Sanitätsrat\nWild\nWeizen lockert auf\nSchonzeit ist keine schöne Zeit"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "133", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.11", "texte": "Michael Larionow: Theatervorhang"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.12", "texte": "Okkultismus springt ins Nacktballet\nSchutzbesteck\nIndien ist Humbug\nEinen Kuss nur\nLeichte Störung des Wohlbefindens\nDas ewig Weibliche zieht uns hinan\nJedes Tier ist nach dem Beischlaf traurig\nUnd setzt ihr nicht das Leben ein\nGönne Dir noch ein Schläfchen\nNie wird Euch das Leben gewonnen sein\nZarathustra erlaubt es alle neun Tage\nDer Uebel grösstes aber ist die Schuld\nSolon dreimal im Monat\nAlle Schuld rächt sich auf Erden\nMohamed einmal wöchentlich\nBluttropfen beklopfen Dein Strumpfband\nDie Menschenseele wird gestohlen\nZentripetale abirrt\nHeliotrop im Unterrock\nWarum soll ich nicht sündigen\nIch habe Dich noch nie gesehen\nAlles ist Gottes Wille\nBist Du schon lange hier\nDen Starken hilft das Glück\nDu bist dumm Puppe\nDu tust mir weh\nEin Schein\nEinen Schein\n\nGedichte\nHerwarth Walden\nEin Lächeln schaut mir in die Augen.\nWeite gleitet\nKind Du meiner Nähe\nHimmel weinen\nIn der Erde blühen Wurzeln\nLächeln wurzelt\nDeine Augen gleiten in die Weite\nEin Lächeln wurzelt\nNähe meiner Weite\nDu sollst nicht weinen\nMein Blut träumt still\nMeinem Blute lauschen alle Herzen\nAlle Herzen schlagen meinem Blute\nAlle Herzen weinen meinen Tränen\nMein Blut träumt still\nMein Blut wacht Dir\nDu sollst nicht weinen\nBlond scheint Dein Haar\nDie Sonne blindet\nLeuchte über meiner Liebe\nStrahl es über meine Stirn\nIch will Dir meine Blindheit beten\nEin Stern ruht tief in meinem Haupt\nGib ihm das Blondlicht Deines Sonnenhaars\nDie Erde dunkelt\nMein Mund schwelgt weich\n0 blondes Biesein meines Sonnedürstens.\nDeine Lippen sind zwei Schwingen\nFlattern auf und suchen\nSuchen\nMeine Lippen schwingen Dir entgegen\nFlattern auf und suchen\nSuchen\nHart stösst der Wind\nZwei Vögel fallen.\nBaum meines Sehnens\nIn meiner Brust mit Deinen kahlen Zweigen\nIch muss Dich fühlen\nDie Nachtigall fliegt auf\nIch halt Dich fest in meinem Fleisch\nBaum meines Sehnens\nDein Leid glimmt still\nUnd stiller sterben Funken\nUnd immer stiller schwärzt sich Blatt um Blatt\nMein Haar welkt weiss\nEin Funke zittert\nVerblühte Asche gräbt ihn ein\nSingt ein Vogel\nTon klingt auf\nTon der Töne in den Himmel\nWolken atmen auf zur Erde,\nBergen tief sich mitten Berge\nOeffnen tief sich bis zur Mitte\nErde atmet\nWinde schluchzen\nSchluchzen tief den Ton der Töne\nEin Vogel singt\nNun blühe ich aus tausend Blüten\nNun juble ich aus tausend Herzen\nNun zittere ich aus tausend Wunden\nEine Seele blickt mit grossen Kinderaugen\nBlüht und jubelt zittert\nZittert"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "135", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.13", "texte": "Kurt Schwittens: Holzschnitt - Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "136", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.14", "texte": "Tran 23\nBlumen\n(Der Kritiker visavis der absoluten Stofflichkeit)\n\nHerr Oskar Bie ist ein köstlicher Humorist. Er schreibt in einer Besprechung der Thoma-\nAusstellung (Ueberschrift: Deutsche Malerei.) im Kronprinzenpalais: „Hier zu Hause sitze\nich vor der reinen Stoffllichkeit, und Temperament und Vortrag schämen sich.\" Ich bin\nnicht sentimental, aber dieses seltene Bekenntnis rührt mich. Solche Bekenntnisse sind\nwirklich sehr selten. Herr Bie schreibt: „Es ist eine wahre Erholung, einmal stofflich\nsein zu dürfen. Die wenigsten Kunstfreunde geben zu, dass sie diesem Reize unterliegen.\"\nEs ist mir nicht ganz klar geworden, dem Reize welcher Stofflichkeit unterliegen denn\nnun die meisten „Kunstfreunde? (Kunstfreund ist nicht Stofffreund.) Man kann doch\nnicht bei „Kunstfreunden von der sogenannten Stoffelichkeit sprechen, ebensowenig wie bei\nden Herren Kritikern. Das wäre vielleicht übertrieben ausgedrückt. Jeder, so gut er kann.\nUnd wenn einer statt einer Kritik sentimentalen Unsinn schreibt, so ist das eben sentimen-\ntaler Unsinn, aber doch nicht Stoffelichkeit. Also etwa anzunehmen, die meisten Kunst-\nfreunde unterliegen, ohne es zuzugeben, der eigenen Stoffelichkeit oder der Stoffelichkeit\nder Herren Kritiker, dieses anzunehmen wäre unbedingt falsche Interpretation, falsche Ar-\ngumentation. Gemeint sein kann hier nur die Stofflichkeit des Kunstwerkes. Herr Bie\nspricht von Stoffreiz, und damit ist wohl der Irrtum einer falschen Argupretation ausge-\nschlossen. Voran die lustig hüpfenden Ziegen. („Ich bin garnicht sentimental.\") Was ge-\nmeint ist, das definiert Herr Bie ohne jede Sentimentalität folgendermassen: „diese rei-\nzenden roten Dächer im Grünen, diese satten aufsteigenden Wolken, dies gemütlich.rollende\nMeer, diese Wiesen und Gehöfte, diese braune Erde, diese märchenhaften Wasserfälle, diese\nHerden von Tieren, voran die lustig hüpfenden Ziegen.\" Hinterher die gemütlich rollen-\nden Kritiker.\nSehr geehrter Herr Bie! Hier kann ich ihre Logik nicht billigen. Haben Sie denn auf\nThomas Bildern den Reiz der Stofflichkeit gesehen? Sie irren sich nämlich, Sie meinen\netwas Anderes. Damit Sie mich nicht missverstehen, ich sage hier nichts über oder etwa\ngar gegen Thomas Bilder, sie sind mir hier gleichgültig. Sie meinen nicht den Reiz der\nStofflichkeit der Bilder, die Sie gesehen haben, sondern den Reiz der auf den Bildern\nwiedergegebenen Natur. Ich gebe zu, mit Becht; ein gemütlich rollendes Meer, voran die\nlustig hüpfenden Ziegen, muss unbedingt reizend sein. Und deutsch. In Frankreich rollt\ndas Meer ungemütlich, in England hüpfen die Ziegen traurig. Sie schreiben: „Deutsche\nKunst ist doch wirklich nur sachliche Kunst.\" Dann werden Sie mir zugeben, dass deutsche\nKritik doch wirklich nur sachliche Kritik ist. Leider ist Ihre Kritik nicht deutsch, sie ist\nnicht sachlich. Sie haben natürlich Recht, wenn Sie behaupten, kein Kritiker wäre sach-\nlich. Das ist nur eine Folge der eingebildeten Macht dieser Herren. Zuletzt aber schaden\nsie nur ihrer Kritik und sich, aber nicht der Kunst, die sie vielleicht schädigen wollen.\nKritiker schreiben sich meist ins eigene Fleisch, wenn sie schneiden wollen. Sie selbst\nnun, Herr Bie, lassen den „Stoff so stark auf sich wirken, dass Sie die Kunst dabei ver-\ngessen.\" Das geben Sie also zu. Aber was soll ich als Künstler dazu sagen? Soll ich\nruhig zusehen, wenn ein Kritiker die Kunst vergisst? Soll ich das, was ein Kritiker schreibt,\nder die Kunst vergessen hat, eine sachliche, eine deutsche Kritik nennen? Sie „weinen\nTränen der Rührung\", aber die Kunst kommt zu kurz dabei. Kritisiere Kritiker, weine\nnicht! Auch deutsche Kritiker sollten nicht weinen. Sentimental sind Sie nicht, voran\ndie lustig hüpfenden, gemütlichen Oberlehrer, hinterdrein die traurig hinkenden Ziegen."}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.15", "texte": "Sie sprechen von dem „lieben Gott Thomas\", der „sehr familiär und patriarchalisch\" ist.\n„Er sitzt mit Thoma und raucht seine Pfeife mit ihm.\" Wirklich, diese Familiarität des\nlieben Gottes, Specialausgabe für Thoma, ist köstlich. Aber wo bleibt die Kunst, wenn\nSie „nicht\" sentimental sind? (Voran die lustig rauchende Tabakpfeife.) Beurteilen Sie\ndoch einmal nur zum Spass die Werke des Künstlers selbst, nicht den Stoffreiz der dar-\ngestellten Natur, echt, einfach, sachlich, ich behaupte, Sie können es nicht.\nSehr geehrter Herr Bie! Sie lieben den Stoffreiz. Da schlage ich Ihnen vor, besuchen Sie\ndoch einmal die Kunstausstellung „Der Sturm\", Berlin W 9, Potsdamer Str. 134a. Und\nsehen Sie sich meine Merzbilder an, z. B. Franz Müllers Drahtfrühling. Lassen Sie sich\nnicht dadurch stören, dass ich sentimental bin. Dann werden Sie Ihre helle Freude haben.\nSie werden dort in den. Merzbildern die denkbar konsequenteste Gestaltung verschiedener\nStofflichkeit in einem Bilde finden. Sie werden den guten alten Thoma, ich sage nichts\ngegen ihn, darüber vergessen. Auch Ihre starke Vorliebe für das deutsche Wesen kommt\ndort auf ihre Bechnung. Ich versichere Sie, dass sämtliche verwendeten Stoffe und Stoff-\nreste, echt deutsch, auf deutschen Müllhaufen gesammelt sind. Und Sie werden, da Sie\nja doch die Gestaltung nicht sehen können, Gelegenheit haben, zu staunen, welche Schätze\nman auf deutschen Müllhaufen finden kann. Ich freue mich auf Ihre Kritik. Sie werden\nschreiben: „Diese reizenden roten Haare auf der schimmeligen Perücke, diese satten auf-\nsteigenden Bindfäden, dies gemütlich rollende Gebiss, diese Beibeisen und Trichter, dieses\nbraune Packpapier, diese märchenhaften Stacheldrähte, diese Herden von Bacillen, alles\nchemisch gereinigt, voran die munter hüpfenden Wanzen!\" Nicht wahr? Und deutsche\nWanzen, jeder Blutstropfen ist deutsch. Schreiben Sie für das Berliner Tageblatt einen\nArtikel: „Kurt Schwitters deutsche Wanzen\", das passt so gut zu dem Programm. Sie\nwerden mir Becht geben, im Sturm ist „mitten in dem Sturm von expressionistischen und\nfuturistischen Künsteleien, den wir über uns ergehen lassen müssen, eine süsse Windstille,\neine heimatliche Oase.\" Dieser Satz von Ihnen ist nicht schön, aber auf den Sturm be-\nzogen passt er sehr gut. Gehen Sie hin, ich sage Ihnen, Sie „schmunzeln mit den Augen.\"\nDort werden keine „technischen Exaltationen belriedigt\", „und die lieben Engel vergessen\nnie, dass sie Kinder sind.\"\n\nAbsoluter Stoff\n\nKurt Schwitters"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.16", "texte": "Die Absichten des Theaters\n„Pré”\nHausmann Peri\nDas Theater „Pr6\" hat die Aufgabe, den\nMenschen als Bewegungsteil einer räum-\nlichen Spannung von wechselnder Be-\nschaffenheit zu zeigen. Es fasst zunächst\neinen Tänzer auf als ein Wesen, das sich\nganz als Zentrum und Peripherie des durch\ndie Bühne gegebenen Baumes fühlt. Dieser\nBaum als Abstraktum, als kubische Kunst-\nform, bedingt ein Bewusstwerden des Tänzers\nals Baumträger und Baumbewegter, der\nauch das Nichtsichtbare, die Logik der\nscheinbaren Leere, zu gestalten hat. Der\nTänzer ist raumbewegend in dem Sinne,\ndass er alle Spannungsrelationen des Baumes\nin s ich erlebt und ihnen eine offenbare\nForm durch seinen Körper verleiht. Der\nTänzer des Theater „Pre\" ist ausserstande,\nvor einem willkürlichen oder räumlich un-\nkonstruktiven Baum Bewegungsrelationen\nzu erleben oder zu gestalten, stets muss\nder Kunstraum der Bühne derart räumlich\nkonstruiert sein, dass die Emanation des\nTanzes als die einzig mögliche Bewegungs-\nlogik aus ihm entspringt. Aus dieser Not-\nwendigkeit muss die Dekoration oder das\nKostüm im alten Sinne fallen. Die Logik\nund Klarheit der Bühnenkonstruktion ver-\nanlasst und zwingt den Tänzer zu einer\nmit ihm organisch verbundenen Tanzform.\nDie bisherige Bewegungsromantik wird auf-\ngehoben und analog dem Bühnenraum-\ngebilde der Tanzende zum Ausdruck der\nVertikalen, der Diagonale, des Quadrats.\nGemäss den neuen Anschauungen vom Baum\nin der Malerei wird die Bühne behandelt\nund kubisch räumlich aufgebaut. Der so-\ngenannte Hintergrund ist nunmehr leben-\ndige Belation zum Mittelraum, in dem der\nTänzer diese Belationen auffängt und in eine\nBewegungssynthese seiner Körperglieder ver-\nwandelt, die aller nur menschlichen Mechanik\nentwöhnt sein müssen. Auf diese Weise\nwird die Tanzimprovisation unmöglich und\nder Tanz, die absolute Baumgebundenheit,\nausgedrückt durch den menschlichen geis-\ntigen Bewegungswillen. Die Synthese des\nraumbewegten Menschen im Tanz bedingt\ndie strengste Begel. Die scheinbare Freiheit\nder Grotesktänzerei wird als Anarchie em-\npfunden und verworfen. In vollkommener\nit\\ r t ;\nAnalogie zum Raum und zum Tanz muss\ndie Musik das Tempo durch die akustischen\nRelationen gestalten. Das Theater „Pre\"\nwill die vollkommene Gesetzmässigkeit und\nKlarheit der raumzeitlichen Rewegung in\nder Einheitsform von Körper, Fläche und\nTon verwirklichen: in einer neuen Form\ndes Tanzes, der Rühne und der Musik.\n\nTrennung\nW. v. Z. zu Eigen\n\nDer Eine: Wirr schreien Deine wunden\nBrüste\nBegehrend lachend\nKreisend zuckend\nDas Wühlen unbewehrter\nMännerfäuste . . .\nIn tiefen hohen Höhen\nbesingen Vögel lieblich\nweiche Seen\nberieseln klänge bange gelbe\nWellen . . .\nDoch meines Blutes Schrei\nbefiehlt\nVerrasen\nSchrei schreie Mutterschreie\n. '/ 2 , - •\nDeines Leibes\nDer Andere: Bejage ungefügig Deine\nSchluchten\nDeines Wollen\nUnd reite nie gesattelt durch\ndie Wälder . .\nVerneine plumpes wildes\nGellen\nbezeuge Deiner Armut karges\nStöhnen\nUnd rase durch die Bitte\nmeiner Nacht\nIch kralle rote gelbbezuckte\nBlumen\nVerlache altes grünbe-\nhauchtes Locken\nUnd brause ungeschäumt das\nSehnen\nmeiner Hirne\nDer Eine: Du hast, die Lüste Deiner\nNächte\nDas Basen Deines unge-\nbäumten Blutes"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.17", "texte": "Hans Mattis Teutsch: Linoleumschnitt - Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.18", "texte": "nicht in den See des Wartens\nspringen lassen —\nDu bist ein junger Trieb\ngepflanzt doch ohne Fasern\nDein weisser Leib bewurzelt\nohne Zagen\nDoch Deiner Augen Licht\nbejubelt alles Werden\nDer Andere: Yerreisse schmiede zucke\nböse\nbegeifer rundgerastes\nStöhnen\nDoch grabe nicht das Feuer\nmeines Lichtes\nDer Eine: Dein Licht ist bang\nDer Andere: Mein rotes grünes flammes\nLicht\nverlodert flammend grelle\nLocken\nMein Licht verlodert jäh\nMein Licht entflammt —\nVerzucke böses nieder-\nworfnes Lachen\nBezucke Deine stierge-\nstampfte Qual\nIch lichte meine [hellen Pfade\nBezucke meine wildgelösten\nSinne\nBeschwinge singe meine\nSphären\nUnd wölke leiert das Wehen\nmeines Lichtes\nDer Eine: Verdumpft verloren brunst-\nbewährte Hirsche\nZerquält das Brüllen\nstumpfer Blicke ♦ ♦ ♦\nEntschwebe Du verlachtes\nInsichbäumen\nMein Pferd begrast die un-\ngewässert braune Haide\n\nWilly Knobloch\n\nAn das Proletariat Berlins!\nDurchgangsverkehr\nKurt Schwitters\nDie Kohlennot ist gross\nSpart Gas und Fahrkartenpreise! (Ueber-\ngangsverkehr.)\nFundsachen werden ersucht, die Bekannt-\nmachung an der Leine zu führen\nHunde sind an den Bahnhofsbeamten zu\nversteuern\nSchalterverwaltung im Krankenhaus (Nicht-\nraucher unverwüstlich.)\nDieser Platz ist für die ungehinderten\nHunde abzugeben\nJeder Handel ist Unbefugten Zahnpasta\n(auch der Schleichhandel.)\nJuwelen sind untersagt und an der Weiter-\nfahrt ausgeschlossen.\nUngeschützte Hutnadeln müssen in den\nMittelgang treten\nNicht in den fahrenden Genossen springen\n(wenn der Zug hält.)\nNicht öffnen, bevor der Zug fährt (zur\nPflege der Zähne.)\nDas ist der Kardinalfehler unserer Politik.\n\nInhalt\nLothar Schreyer: Das Wort\nKurt Liebmann: Gedichte\nFranz Richard Behrens: Die Schlafzimmertragödie\nHerwarth Waiden: Gedichte\nKurt Schwitters: Blumen\nHausmann Peri: Die Absichten des Theaters Pre\nWilly Knobloch: Trennung\nKurt Sch witters: An das Proletariat Berlins!\nMoholyNagy: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt\nKurt Schwitters: Holzschnitt / Vom Stock gedruckt\nMichael Larionow: Theatervorhang / Farbendruck\nHans Mattis Teutsch: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt\nSeptember 1922"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "141", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.19", "texte": "VERLAG DER STURM / G. M. B. H.\nBERLIN W 9 / POTSDAMER STRASSE 134a / FERNRUF AMT LUTZOW 4443\n\nSturm-Bucher\nAugust Stramm\nSancta Susanna\nDie Unfruchtbaren\nPeter Baum\nKyland\nJedes Sturmbuch 30 Mark\nSturm-Bilderbi&cher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nI-IV je 75 Mark\nI Marc Chagall\nII Alexander ArchipenKo\n111 Paul Klee\nIV Kurt Schwitters\nV Maler des Expressionismus s\n15 Farbdrucke: Kandinsky / Chagall/Marc/Klee usw.\n500 Mk. Text in deutscher und franzosischer Sprache\n\nMusiK\nHerwarth Walden\nGesammeltc Tonwerke\nDann / Vergeltung / Vcrdammnis / Werkl*-\nDichtungen yon Else Lasker-Schiiler\nFur Gesang und Klavier / Je 15 Mark\nBruder Liedcrlich / Werk 5l\nFiir Gesang und Klavier / 15 Mark\nEntbietung / Werk 92\nDiehtung von Richard Dehrael\nFur Gesang und Klavier / 15 Mark\nZehn Dafnislieder / Werk 11\nZu Gedichten von Arno Holz\nFiir Gesang und Klavier / 60 Mark\nEinzelausgabe No. 1\nEr hort mit ihr den Gukguk\nSchreyn / 15 Mark\nDie Judentochter / Werk11171 / 25 Mark\nAn Schwager Kronos / Werk 172\nFiir Gesang und Klavier / 20 Mark\nSchwertertanz / Werk 18\nFur Klavier / 20 Mark\nDer Sturm / Heeresmarsch / Werk 21\nFiir Klavier / 10 Mark\nTanz der T6ne / Werk 23\nFiir Klavier / 15 Mark\n\nKunstdrucße\nAuf Japanpapier\nJeder Kunstdruck 30 Mark\nRudolf Bauer\nSchwarz-Weiss-Komposition 14\nUmbcrto Boccioni: Abschied / Die Abfahrenden\nDie Zuriickbleibenden\nCampendonk: Zeichnung\nMarc Chagall: Interieur / Der Jude / Der Geigen-\nspieler/ Die Schwangere / Essender Bauer/Madchen\nRobert Delaunay: Der Turm\nLyonel Feininger: Klein Schmidthausen\nMark Wippach II\nJacoba van Heemskerck: Baum / Hafen\nKandinsky: Zwei Zeichnungen\n\nPaul Klcc: Kriegerischer Stamm\nOskar Kokoschka: Tierbilder\nFcrnand Leger: Akt I / Akt II\nFranz Marc: Katzen\nJohannes Molzahn: Zeichnung\nGino Scvcrini: Tango argentino\nWilliam Wauer: Sehnsucht / Tanz\nKoKoschKa-DrucKe\nAuf Costa Karton BO Mark\nAuf Japanpapier 40 Mark\n1) Portratzeichnungen: 1 Adolf Loos / 2 Herwarth\nWalden / 3 Karl Kraus / 4 Richard Dehmel\n5 Paul Scheerbart / 6 Yvette Guilbert / 7 Rudolf\nBlumner / 4 und 6 vergriffen\n2) Zcichnungen zum Drama: Morder Hoffnung\nder Frauen / 3 Blatter\n11 verschiedene Zeichnungen\n\n.\nFarhige KunstdrucKe\nJedes Blatt 40 Mark\nSiidseegotze\nAlexander Archipenko: Aquarell\nMarc Chagall: Interieur / Der Barbier\nMarc Chagall: Kutscher / On (lit (Jude)\nMarc Chagall: Akt / Aquarell\nTour Donas: Frau mit Vase\nAlbert Gleizes: Gemalde\nReinhard Goering: Aquarell\nJacoba van Heemskerck: Landschaft / (Gemalde)\nKandinsky: Aquarell 2 / Aquarell 6\nPaul Klee: Spiel der Krafte einer Landschaft\nFernand Leger: Kontrast der Formen / (Gemalde)\nFranz Marc: Pferde / Aquarell\nJean Metzinger: Landschaft / (Gemalde)\nLouis Marcoussis: Stilleben\nLothar Schreyer: Biihnenfarbform\nNell Walden: 1: Todfriihling /2: Farbige Zeichnung\n\nSturm-Harten\nJcdc Karte 2 Mark 50 Pfennig\nNach Gemalden, Zeichnungen und Bildwerken\nfolgender Kiinstler:\nAlexander Archipenko 3\nRudolf Bauer 4\nFritz Baumann 1\nWilli Baumeister 1\nVincenc Benes 1\nUmberto Boccioni 2\nCampendonk 2\nMarc Chagall 5\nRobert Delaunay 1\nLyonel Feininger 1\nAlbert Gleizes 2\nFernand Leger 2\nAugust Macke 1\nFranz Marc 1\nCarl Mense 1\nJean Metzinger 1\nJohannes Molzahn 2\nGeorg Muche 1\nGabriele Miinter 1\nNegerplastik 1\nOskar Schlemmer 1\nGeorg Schrimpf 1\nJacoba van Heemskerck 3 Kurt Schwitters 1\nHjerten-Grunewald 1\nAlexei von Jawlensky 2\nKandinsky 2\nPaul Klee 1\nOskar Kokoschka 2\nOtakar Kubin 1\nGino Severini 3\nArnold Topp 1\nMaria Uhden 1\nNell Walden 1\nWilliam Wauer 6\nMarianne von Werefkin 1"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19220905-01.1.20", "texte": "Anzeigen werden nicht aufgenommen / Verantwortlich für die Schriftleitung: Lothar Schreyer\nVerlag Der Sturm G. m, b. H. / Berlin W 9 / Druck: C. Basista & Co. / Berlin NO 18\n\nKUNSTAUSSTELLUNG DER STURM\nBERLIN W 9 / POTSDAMER STRASSE 134 a / AM POTSDAMER PLATZ\nGeoffnet taglich von 10—6 Uhr / Sonntags von 11—2 Uhr / Monatlicher Wechsel\nHundertelfte Ausstellung Hundertzwolfte Ausstellung\nSeptember 1922 Oktober 1922\nSerge Charchoune\nHelene Grunhoff\nLouis Marcoussis\nSturm^Gesamtschau\nTageskarte 3 Mark\nCi A Tour Donas—NellWalden / Franz Marc / Iwan Puni\nSturm - Ausstellungskataloge Hundertste Ausstellung\nMitAbbildungen Je 25 Mark\nAlexander Archipenko Skupina Erster Deutscher Herbstsalon Der Sturm 1913\nMolzahn Gino Severini Mit 50 Abbildungen in Kupfertiefdruck\nJe 15 Mark 40 Mark\n\nS*t* tt n fC7f An TJ \"M* ri T7 Jcden crstcn und dritten Mittwoch des Monats 78/4 Uhr in dcr\nX UIV IVI X\"! D JCi IN JL/ D Kunstausstellung Dcr Sturm Potsdamer Strafie 134 a\nStandige Mitwirkende: Rudolf Blumner / Rezitation\nHerwarth Walden / Musik\nWiederbeginn: Mittwoch den 6. September 1922\n\nDcr Sturm / Bauabteilung\nPa^Fa^Ma\n(Papierfarbmappe) erschienen\nMappe A—C je 90 Mark\nMappe Stern 45 Mark\n\nDer Sturm (ibernimmt die Veranstaltung von\nSturm \"Ausstellungen (Gesamtschau und Einzel\"\nausstellungen) in alien Stldten und Landern.\nDer Sturm vermittelt nur den Verkauf von\nWerken der Kftnstler, die er durch eigene Aus*\nstellungen anerkennt.\n\nSturm'Buchhandlung\nBerlin W 9 / Potsdamer Strasse 138 a\nFernruf Amt Lutzow 4443\nVollstandiges Sortiment aller wertvollen\nBucher und Kunstwerke\nAuslandische Bucher\nVersand ins Ausland\n\nNeuanzeigen Der Sturm\nOskar Kokoschka: Menschenkopfe\n15 Blatt Portratzeichnungen auf Japanpapier\n500 Mark Mappe in Luxusausfuhrung\n\nStandige Vcrkaufsstelle fur Graphik\nVcrlag Dcr Sturm G. m. b. H.\nPotsdamer Strafie 134 a / Gartenhaus rechts II\n\nVer2nderung sSmtlicher Preisc jederzeit vorbchalten"}]}