{"numero_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_sha256": "271e41e3a05a9b5d9fad175c0977c472ead96fc2df723183ab378d9d69c33833", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1922/11/05_01/bmtnabg_1922-11-05_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1922/11/05_01/bmtnabg_1922-11-05_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c001", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.1", "titre_corps": "Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "signature_source": "Ludwig Kassàk", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.1", "debut_caractere": 91, "fin_caractere_exclue": 142, "texte": "Ludwig Kassàk: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c002", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "157", "page_fin": "158", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.2", "titre_corps": "Versuch zur Reaktion", "titre_sommaire": "Versuch zur Reaktion", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "157", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.3", "debut_caractere": 56, "fin_caractere_exclue": 3600, "texte": "Versuch zur Reaktion\n\nGeist ist Abstraktion der Materie. Der Geist\nder Zeit ist die Materialisierung der Ab-\nstraktion. Die Wichtigkeit der Materie ist\n\"erkannt. Sie soll aber individualisiert\nwerden, damit sie geistig sei. Geistig genug\nfür die Individuen der Zeit. Die Individuen\nsind unwesentlich materiell, möchten aber\ndas Materielle wesentlich machen, um sich\nim Wesenlosen materiell sicher zu fühlen.\nAuf das Wesenlose wollen die Individuen\nnun einmal nicht verzichten, deshalb haben\nsie eine Auffassung vom Wesenlosen. Geist\nist alles, denken sie persönlich, und sie be-\ngreifen den Geist, der sich nicht fassen,\naber auffassen lässt. Auffassung ist aber\nstets Abstraktion der Materie und die Materie\nlebt, indessen die Abstraktion schon lange\nabstrahiert ist. Sie verschwindet unter den\nSchritten und Griffen jeder neuen Jugend.\nWenn die Jugend schreiten und greifen\nkann. Und das kann jede Jugend, wenn\nsie in ihren Sinnen die Besinnung sucht,\nnicht aber in den Sinnen der Anderen, in\ndem Sinnen der Anderen. Abstraktion aus\nder Abstraktion ist Geburt aus einer Leiche.\nJede Vergangenheit ist tot, also unsinnlich.\nNur das Sinnliche lebt. Und nur aus dem\nSinnlichen ist Unsinnliches zu abstrahieren.\nMüssen Tote auferstehen, um das Leben\nsichtbar zu machen. Hat irgendwie irgend-\nwo irgendwann eine Wiedergeburt stattge-\nfunden. Ist die Geburt nicht schon Wunders\ngenug, als dass man eine Wiedergeburt ab-\nstrahieren muss. Das Leben in Geist ist\nder Körper in Spiritus. Verhinderung der\nVerwesung, also Verhinderung des Lebens.\nDenn die Verwesung ist wesentlich.\nDie Verhinderung des Lebens wird von\nder Kulturmenschheit Wissenschaft, die Ver-\n. Hinderung der Sinne Kunst genannt. Die\nKulturmenschheit fühlt das Leben in La-\nboratorien und Museen. Sie fühlt das Leben\ndurch das Leben der Anderen. Sie lässt\nsich das Leben überliefern. Sie bildet sich\nihre Individualität nach Überlieferung. Sie\nbildet sich ihre Sinne nach Abbildungen.\nUnd wenn sie sich irgend eine Überlieferung\nKP '-IxJSfr, -Z.\\ '■ ixT \" iaaiJj «r~~ V/r- ■\neingeprägt hat. bekommt sie Charakter und\nsogar Individualität. Man führt Krieg wie\nNapoleon, man regiert wie Friedrich der\nGrosse, man denkt wie Kant, man dichtet\nwie Goethe, man malt wie Rembrandt, man\nliebt wie Don Juan oder Lucrezia Borgia\nund man lebf sogar wie irgend jemand, der\nzu leben verstanden hat. Und wenn es\nauch nur der Onkel gewesen ist. So fühlt\nman sich als Kulturmensch oder fühlt man\nsich als Geist. So fühlt man sich als\nIndividualität. Die Qualität des Geistes\nwird nach der Assoziation gewertet. Die\nAssoziation nach der Quantität der Be-\nteiligten.\nDie optische Assoziation gilt als Kunst.\nAls man endlich wieder erkannt hatte, was\nKunst ist, als man wieder Kunstwerke sah,\nwar den Kunstmalern die Kunst gelegt, da\nsie sich nie auf das Handwerk gelegt hatten.\nNoch weniger auf das Augenwerk. Sie\nhatten nur und ausschliesslich mit der op-\ntischen Assoziation gearbeitet. Der Reiz der\nIndividualität ging verloren. Das individu-\nelle Publikum, die individuelle Kennerschaft,\ndie individuelle Presse war haltunglos. Sie\nkonnten sich an nichts im Bilde mehr halten.\nKein Mensch, kein Baum, nicht einmal der\nStrohhalm war mehr zu sehen. Die Bilder\nwaren nur Farbformen, bei denen die Ein-\nbildungskraftversagte, weil diese Einbildung\neben nur eine Assoziation war. Die Kunst-\nmaler mussten also logisch für sich und\nwenigstens für die Kenner und die Presse\ndie Individualität wiederfinden. Das Publi-\nkum hat sich indessen an die Kunst gewöhnt.\n, Und da der Reiz der Neuheit nicht fehlen"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "158", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 979, "texte": "durfte, wurde der Neuklassizismus erfunden.\nMan wollte wieder die Klassiker malen.\nDie Individualität der verstorbenen Vor-\nfahren wieder leben. Und zwar ganz korrekt\nrückwärts. Ohne Ausschluss der Verwandt-\nschaften steigender und fallender Linien.\nVon den Linien hatten die Maler sowieso\ngenug. Es kommt ihnen mehr auf die Ver-\nwandschaft an. Über zu Michel-\nangelo. Die Maler hatten auf höchst ein-\nfache Weise ihre Individualität wiederge-\nfunden. Die Kennerschaft kann wieder\nerkennen, was man!kauft. Und die Presse\nhat es immer gesagt, dass man wießembrandt\nmalen müsse. Nur dem Publikum sind\nindessen die Augen aufgegangen. Das\nPublikum hat nämlich keine Individualität.\nDas Publikum glaubt nicht mehr an die\nIndividualitäten, die es stets in dem Glauben,\nin der Hoffnung und im Leben betrogen\nhaben. Das Publikum ist Volk geworden.\nDas Volk ist die Menschheit.\nUnd die Menschen sind alle gleich.\nDieses Heft enthält zwei Beispiele des Neu-Klassi-\nzismus.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c003", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "158", "page_fin": "166", "image_debut": 4, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.3", "titre_corps": "FRANZ MÜLLERS DRAHTFRÜHLING", "titre_sommaire": "FRANZ MÜLLERS DRAHTFRÜHLING", "signature_source": "Erstes Kapitel", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "158", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.4", "debut_caractere": 981, "fin_caractere_exclue": 3745, "texte": "FRANZ MÜLLERS\nDRAHTFRÜHLING\nErstes Kapitel\n\nUrsachen und Beginn der grossen glor^\nreichen Revolution in Revon\n••\n(Abdruck und Übersetzung, Verfilmung und Vortrag\nverboten)\nWas müssen das für Bäume sein,\nwo die grossen Elefanten spazieren\ngehen, ohne sich zu stossen\nDas Kind spielte. Und sah einen Mann\nstehen. „Mama\", sagte das Kind; die Mutter:\n„Ja\". — „Mama\" — „Ja\" — „Mama\" —\n„Ja\" — „Mama, da steht ein Mann!\" —\n„Ja\" — „Mama, da steht ein Mann!\" —\n„Ja\" — „Mama, da steht ein Mann.\"\n„Wo?\" — „Mama, da steht ein Mann.\" —\n„Wo?\" — „Mama, da steht ein Mann.\" —\n„Wo steht ein Mann?\" — „Mama, da steht\nein Mann!\" — „Wo steht ein Mann?\" —\n„Mama, da steht ein Mann!\" — „Ach was!\"\n„Mama, da steht ein Mann!\" — „Lass doch\nden Mann stehen.\" — „Mama, da steht ein\nMann!\" Die Mutter kommt. Tatsächlich steht\nda ein Mann. Merkwürdig, was mag der da\nwohl zu stehen haben? Man sollte doch\nlieber den Vater mal rufen. Die Mutter:\n„Vater!\" Der Vater: „Jawohl*\" — „Vater, da\nsteht ein Mann.\" — „Jawohl.\" — „Vater, da\nsteht ein Mann.\" — „Lass ihn stehen.\" —\n„Vater, da steht ein Mann!\" — „Was will denn\nder Mann?\" — „Das weiss ich nicht, frag\nihn doch mal!\" — „Lass doch den Mann\nstehen!\" — „Vater, nun komm aber endlich,\nda steht jemand und sieht.\" — Der Vater\nkommt Tatsächlich, da steht jemand und\nsteht. „Mein Herr, warum stehen Sie da?\"\n— Der Mann steht, „Mein Herr, aus welchem\nGrunde stehen Sie da?\" — Der Mann steht.\nDas ist doch ganz ausserordentlich, da steht\nein Mann und antwortet\"nicht. „Mein Herr,\nich frage Sie zum dritten Male, weshalb\nstehen Sie da?\" — Der Mann steht.\nEs kommt jemand vorbei. „Herr Nachbar,\nkommen Sie mal, da steht ein Mann,\" —\n„Was ist los?\" — „Da steht ein Mann.\" —\n„Wieso\" — „Da steht ein Mann.\" — Der\nNachbar kommt. Tatsächlich steht da ein\nMann. Es kommen Leute vorbei, es bildet\nsich eine Gruppe von Leuten um den Mann.\nFragen werden laut, wie: „Warum steht\nder Mann da?\" — „Weshalb steht der Mann\nda?\" — „Wo steht denn ein Mann?\" —\n„Mann, warum stehen Sie?\" — „Herr,\nweshalb sieben Sie?\" — Der Mann steht.\nUnter der Menge, welche den Mann um-\nsteht, befindet sich übrigens noch ein\nFremdling. Keiner kennt ihn. Der Autor\nverrät, dass er Alves Bäsenstiel heisst.\nDer Mann steht. Es ist dies derselbe\nAlves Bäsenstiel, der meinen verehrten\nLesern aus seiner Erzählung von der\nZwiebel her bekannt ist: „Es war ein sehr\nbegaben würdiger Tag, an dem ich ge-\nschlachtet werden sollte.\" (Bevon in\nFamilienflaschen ä 2,50 M.) Der Mann\nsteht.\nInzwischen kommen andereÄLeute vorbei\nund bleiben stehen. „Was ist denn hier\nlos?\" — „Warum stehen denn die Leute\nda?\" — „Weshalb stehen denn die Leute\nda?\" — „Ist etwa jemand angefahren?\" —\n„Da steht ein Mann.\" — „Wieso?\" — „Der\nsteht da.\" — „Wieso steht der \" da?\" —\n„Der steht da.\" „Was will der denn?\""}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "159", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4298, "texte": "— „Der steht da.\" — „Ja, wieso steht denn\nder da, der muss doch was wollen.\" —\n„Das wissen wir eben auch nicht.\" — Frau\nSchön befindet sich übrigens auch unler\nden Anwesenden, jedoch das wird den\nLeser kaum weiter interessieren. Der Mann\nsteht.\nInzwischen kommt Herr Doktor Leopold\nteuerhake vorbei. Herr Dr. Friedrich Au-\ngust Leopold Feuerhake stutzt. Plötzlich\nsagt Herr Dr. Friedrich August Leopold\nKasimir Amadeus Feuerhake zu seiner Frau\nGemahlin Frau Doktor Amalie Feuerhake:\n„Amalie/4 sagt plötzlich Herr Dr. Friedrich\nAugust Leopold Kasimir Amadeus Gneomar\nLutetius Feuerhake zu seiner Gattin, „Amalie,\ndort ist ein Auflauf!\" — „Was für ein Auf-\nlauf,\" fragt Frau Dr. Amalie ihren Gatten\nden Herrn Dr. Friedrich August Leopold\nKasimir Amadeus Gneomar Lutetius Obadja\nFeuerhake. „Ein Menschenauflauf natürlich.\"\n(Revon ohne Rosinen.) Frau Dr. Amalie\nstutzt nun ebenfalls und zwar in durch-\naus vornehmer Art und Weise und blickt\nin der Richtung nach dem Auflauf. Sie\nnimmt ihr Lornjong vor die Augen und\nsagt zu ihrem Gatten: „Leopold, erkundige\ndich doch einmal, was denn hier eigent-\nlich los ist.\" Herr Dr. Leopold fragt einen\nMann: „Was ist denn hier los?\" — „Weiss\nich nicht.\" — Herr Dr. Leopold fragt weiter:\n„Was ist denn hier passiert?\" — „Da steht\nein Mann.\" — „Wieso?\" — „Da steht ein\nMann/' — „Aber da kann doch kein Mann\nstehen!\" — „Jawohl, da steht ein Mann.\"\nAber Mensch, überlegen Sie, wo soll da ein\n„Mann stehn?\" — „Jawohl, dasteht ein Mann.\"\n— Herr Dr. Leopold bahnt sich einen Weg\ndurch die Menge, er will doch den Mann\nmal stehen sehn. Frau Dr. Amalie folgt\nihm. Tatsächlich, da steht ein Mann. Herr\nDr. Friedrich August Leopold Kasimir\nAmadeus Gneomar Lutetius Feuerhake und\nseine Gemahlin Frau Dr. Amalie staunen;\nda steht tatsächlich ein Mann. Tatsächlich,\nda steht ein Mann. „Ja,\" sagt darauf der Dr.,\n„nun erwächst nur die eine, allerdings\nnicht ganz unwichtige Frage, warum denn\nder Mann da steht.\" Herr Feuerhake ist\nnämlich von Beruf aus Redakteur und\nKritiker. Der fremde Herr Alves Bäsen-\nstiel wird jetzt auf Feuerhaken aufmerksam.\nEr ist im übrigen gerade damit beschäftigt,\nsich den unauffälligen Namen Meyer bei-\nzulegen. „Du hast Recht,\" sagt darauf\nFrau Dr. Amalie zu ihrem Gatten, „nun\nerwächst nur die eine, allerdings nicht ganz\nunwichtige Frage, warum denn der Mann\nda steht.\" — „Das Einfachste wird sein,\"\nsagt darauf der Dr., „ich frage den Mann\nselbst/' — „Du hast Recht,\" sagt darauf\nFrau Dr. Amalie, „Das Einfachste wird\nsein, du fragst den Mann selbst/' Darauf\nsagt der Dr.: „Mein Herr warum stehen\nSie eigentlich da?\" Der Mann steht.\n„Mein Herr, aus welchem Grunde stehen\nSie eigentlich da?\" Der Mann steht. „Mein\nHerr, ich frage Sie zum dritten Male, wes-\nhalb stehen Sie eigentlich da?\" Der Mann\nsteht. „Mensch, sind Sie eigentlich taub?\"\nDer Mann steht. „Antworten Sie!\" Der\nMann steht. „Herr, ich begreife nicht, was\nSie hier eigentlich zu stehen haben.\" Herr\nDr. Feuerhake ist nämlich von Beruf aus\nKritiker. Der Mann steht.\nNun wird es aber Frau Dr. Amalie zuviel.\nSie drängt ihren Gatten zur Seite und wendet\nsich an den Mann mit den Worten: „Mein\nGatte fragte Sie Wiederholtermassen, was Sie\nhier zu stehen haben. Wer sind Sie denn\neigentlich? Wer sind Sie denn eigentlich,\ndass Sie meinem Gatten nicht antworten?\nWissen Sie etwa nicht, wen Sie vor sich\nhaben? Mein Gatte ist hochwohlgeboren Herr\nDoktor Friedrich August Leopold Kasimir\nAmadeus Gneomar Lutetius Obadja Jona\nMicha Nahum Habakuk Zephanja Hagai\nSacharjasMaleachi Feuerhake, Leiter der\nZeitung Revon, und dieser Mensch steht da.\nAntworten Sie meinem Gatten, dem Herrn\nLeiter!\" Der Mann steht.\nNun wird aber Frau Dr. Amalie erregt. Sie\nSie nimmt ihr Lornjong vor die Augen und\nnimmt dasselbe wieder ab. Es ist sehr\nheiss zwischen der Menge. (Bei rheuma-\ntischen Zahnschmerzen und Kopfweh ge-\nnügen meist 2—3 Revontabletten, und zwar\nauf den Bauch.) Frau Dr. Amalie fühlt,\ndass aller Blicke auf sie gerichtet sind,\nFrau Dr. Amalie fühlt, dass sie heute die\nHauptperson ist, Frau Doktor Amalie fühlt,\ndass sie jetzt etwas sagen muss, Frau Dr.\nAmalie schnauft wenige Sekunden, dann\nwendet sie sich an den Mann mit den\nWorten: „Was bildet sich dieser Mensch\ndenn überhaupt ein? Ich bin Frau Dr.\nAmalie Feuerhake, dieser Herr hier ist\nmein Gatte, der Redakteur Feuerhake, Leiter"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "160", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3952, "texte": "der Zeitung Revon, und dieser Mensch\nsteht da. Ich und mein Gatte wir beide\nfragen diesen Menschen Wiederholtermassen,\nwas er da zu stehen habe, und dieser Mensch\nsteht da und antwortet weder mir, noch\nmeinem Gatten. Herr, ich verbitte mir\nsolche dreisten Beleidigungen!\" —\n„Liebe Amalie,\" versuchte der Dr. Redakteur\nzu beruhigen. „Die Frau hat ganz Recht,\"\nsagte plötzlich der fremde Herr Alves\nBäsenstiel. Alle Köpfe drehten sich nach\nihm um. (Beim Fernsprecher aufzuhängen,\nVerpackung wird zum Selbstkostenpreis be-\nrechnet. Setzt man 'das Spielzeug wieder\nhin, läuft es von selbst wieder weiter.)\n„Der Mann hat Recht,\" sagte jemand aus\nder Menge. „Wer hat Recht? fragte eine\nStimme aus der Menge. Der Dr. Redakteur\nwollte wieder etwas sagen,-aber da fühlte\nseine Frau Gemahlin, dass sie etwas sagen\nmusste. „Dieser Mann,\" sagte sie, „dieser\nMann ist ein Lümmel.\" Feuerhake zuckte\nzusammen. „Der Mann ist ein Verbrecher,\"\nsagte Alves Bäsenstiel trocken. „Dieser\nMann,\" sagte Frau Dr. Amalie, „dieser Mann\nist ein ganz ungezogener Mensch.\" Und, als\nob sie plötzlich ihre Selbstbeherrschung ver-\nloren hätte, sagte sie einen Ausdruck, einen\nAusdruck, den sie wahrscheinlich von einem\nganz ungebildeten Menschen gehört haben\nmusste, einen Ausdruck, den sie wahr-\nscheinlich bislang nicht über ihre vor-\nnehmen Lippen gebracht hatte, einen Aus-\ndruck, wie ihn der Autor selbst nie gebraucht\nhaben würde, nämlich: „Lauseaas.\" —\n„Filu'* rief jemand, „Rübenschwein\". „Der\nMann ist ein Verbrecher,'\" sagte Alves\nBäsenstiel wieder ganz deutlich.\nHier lässt der Autor zunächst ein selbst-\nverfasstes Gedicht folgen:\nViereck.\nLaue Milch Kampf Deine Seele Dreieck\nBlumen blüten gelbe Monde in der Sonne\nMond blauen gelbe, gelbe Tage\nUnd der Frosch schrägt die wäle Frage\nDeiner Augen\nTauen Augen Dir entgegen\nLaue Milch Kampf deiner Seele Dreieck\nDir\nUnd Du\nUnd Augen wälen Frage Samt den Frosch.\nUnd nun folgt zunächst wieder der Anfang\ndieser Geschichte. Das Kind spielte. Und\nsah einen Mann stehen. „Mama,\" sagte das\nKind. Die Mutter: „Jau —- „Mama\" — „Ja\"\n— „Mama\" —„Ja\" — „Mama, da steht ein\nMann/' — „Ja\" — „Mama, da steht ein\nMann.\" — „Ja\" — „Mama, da steht ein Mann.\"\n— „Wo\" — „Mama, da steht ein Mann.\"\n— „Wo\" — „Mama, da steht ein Mann.\"\n— „Wo steht ein Mann?\" — „Mama, da\nsteht ein Mann.\" — „Wo steht ein Mann?\"\n— „Mama da steht ein Mann.\" — „Ach was.\"\n— „Mama, da steht ein Mann.\" — „Lass\ndoch den Mann stehen.\" — „Mama, da\nsteht ein Mann.\" — Die Mutter kommt.\nTatsächlich da steht ein Mann. Merkwürdig,\nwas mag der da wohl zu stehen haben. Man\nsollte doch lieber den Vater mal rufen. Die\nMutter ruft den Vater, der Vater ruft den\nNachbarn. Der Mann steht. Es bildet sich\neine Gruppe von Menschen und zwar um\nden Mann, in Klammern ein Auflauf. Herr\nDr. Friedrich August Leopold Kasimir Ama-\ndeus Gneomar Lutetius Feuerhake von der\nZeitung Revon und seine Frau Gemahlin,\nFrau Dr. Amalie Feuerhake, erkundigen\nsich vergeblich nach dem Grunde, weshalb\nder Mann da steht. Frau Dr. Amalie wird\ndabei aufgeregt und lässt sich hinreissen\nzu Ausdrücken, zu Ausdrücken, die sie\nwohl von irgend einem ganz ungebildeten\nMenschen gelernt haben musste, zu Aus-\ndrücken, die sie bislang nicht auf, geschweige\ndenn über ihre vornehmen Lippen gebracht\nhatte, z. B. „Lauseaas.\" Es fallen noch mehr\nSchimpfworte, wobei es eine Preisfrage ist,\nob es Schimpfworte oder Schimpfwörter\nheisst. Alves Bäsenstiel nennt den Mann\nsogar einen Verbrecher, er hat es zweimal\nganz deutlich gesagt, besonders das zweite\nMal, nachdem Frau Dr. Amalie sich hatte hin-\nreissen lassen zu Ausdrücken, wie sie der\nAutor nie gebraucht haben würde: „Lause-\naas!\"\nIn diesem kritischen Augenblick lässt der\nAutor sein selbstverfasstes Gedicht „Viereck\"\nfolgen:\nViereck.\nLaue Milch Kampf deine Seele Dreieck\nBlumen bliiten gelbe Monde in der Sonne\nMond gelben blaue, blaue Tage\nUnd der Frosch schrägt die wäle Frage\nDeiner Augen\nTauen Augen Dir entgegen\nLaue Milch Kampf Deiner Seele Dreieck,"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "162", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4119, "texte": "Viereck, Fünfeck, Sechseck, Siebeneck, Acht-\neck, Neuneck, Zehneck,\nDir\nUnd Du\nUnd Augen wälen Frage Samt den Frosch.\nWas müssen das für Bäume sein, wo die\ngrossen Elefanten spazieren gehn, ohne sich\nzu stossen!\nUnd wenn Du denkst der Mond geht unter,\nEr geht nicht unter, es scheint blos so. Et\nquand tu songes, la lune se couche, il ne\nse couche, eile ne fait qu'ainsi.\nUnd wenn Du denkst der Mond geht unter,\ner geht nicht unter . . .\nUnd nun folgt zunächst nieder der Anfang\ndieser Geschichte! Das Kind spielte. Und\nsah einen Mann stehen. „Mama,\" sagte das\nKind. Die Mutter: „Ja.\" — „Mama/' —\n„Ja.\" — „Mama.\" — „Wo?\" — „Mama.\" —\n„Wo?\" — „Mama.\" Der Leser weiss es\nnun selbst, wie es weiter geht; aber es\nkann nicht deutlich genug gesagt werden,\ndass da ein Mann steht resp. gestanden\nhat. Wir werden ja sehen.\nKurz darauf erscheint Anna Blume. Anna\nBlume? Jawohl, geliebter Leser, dieselbe\nAnna Blume, von hinten wie von vorne\nA-N-N-A, aber es war noch vor der Zeit,\nals Steegemann sie verlegt hatte, sie war\nnoch nicht einmal im „Sturm\" erschienen,\ngeschweige durch den deutschen Blätter-\nwald mit Anmerkungen der Redaktionen\ngehetzt. Sie war noch so gut wie unbe-\nkannt. (Zur Erhöhung der Betriebssicher-\nheit ist bei der Bergfahrt die vordere Hälfte,\nbei der Talfahrt die hintere Hälfte stärker\nzu besetzen. Jeder Missbrauch wird straf-\nrechtlich verfolgt.) Bescheiden stellte sie\nsich weit hinten ab. Blau ist die Farbe\nDeines gelben Haares. Und sah, dass da viele\nMenschen versammelt waren, aber sie ge-\ntraute sich nicht zu fragen. Und in der\nMitte stand ein Mann und bewegte sich\nnicht. Es schien Anna Blume, als ob die\nLeute wegen dieses Menschen da standen.\n(Lucie, Du liebst mich nicht, wohl weil ich\nein Friseur bin?) Ein leises Summen, wie\nvon einer Summe von Fragen summte\ndurch die Leute. „Sit,\" summte plötzlich\nder Dr. Redakteur und wollte sich damit\nlateinisch ausdrücken, „sit, aber warum ant-\nwortet denn der Mann nicht wenigstens?\"\nDiese verwogene Bemerkung hätte er lieber\nunterlassen sollen, denn mit einem Male\npackte der heilige Zorn Frau Dr. Amalie\nFeuerhake.\n„Was,\" rief sie „u-und Sie wollen jetzt\netwa i-immer noch ein ge-ge-b-b-bil-de-ter\nMensch sein? Flegel, mein Mann ist K-Kunst-\nkritiker, Redakteur, L-L-Leitv, Heraus*\ngeber, M-Minister, jawohl Minister des\nStaates Revon, Sie Lümmel, Lulatsch,\nLumich, Schwein, Sie Schwein, Sie ge-\nmeines Schwein, Sie Hanswurst, Sie Trottel,\nSie blödes Aas, Sie Rinds Kaffer, Sie Lause-\naas!\" Und mit diesen Worten fühl Sie in\nOhnmacht. Der Autor weiss es an dieser\nStelle sehr wohl, dess_es eigentlich fiel\nheissen muss, aber Frau Dr. Amalie fühl,\ndenn das passte besser zu ihrer durchaus\nvornehmen Persönlichkeit. „Der Mann ist\nein Verbrecher,\" sagte Alves Bäsensliel,\naber keiner achtete auf ihn. Man sah Frau\nDr. Amalie sinken, sinken in die Arme ihres\nGatten, des Dr. Redakteur Herrn Friedrich\nAugust Leopold Kasimir Amadeus Gneomar\nLutetius Feuerhake. (Revon vor blutigen\nEreignissen.)\nIch stelle hier ausdrücklich fest, dass es\ndie Frau jenes angesehenen Redakteurs und\nKritikers Feuerhake, einer der angesehensten\nZeitungen der Stadt Revon war, welche\njetzt ohnmächtig in den Armen ihres Gatten\nlag. Blut rinste Eimer dick fest Peitsche\nQuirl Zitrone. Die Leute standen Spalier,\nwährend Frau Amalie von ihrem Gatten\nund einem herbeigeeiten Arzte zur Seite aut\neine Rasenbank geschleift wurde. Das\nLornjong fühl dabei unter die Menge, wo-\nrüber sie fast wieder zum Bewusstsein er-\nwacht worden wäre. Und der Mann stand\nimmer noch.\nWährend ein Teil der Menge sich mit In-\nteresse um Frau Dr. Amalie gruppierte, war\nes Anna Blume möglich, ein wenig näher\nvorzukommen. Sie sah jetzt den Mann ganz\ndeutlich, ein schöner Mann, ein wenig zer-\nlumpt angezogen, so etwa wie der Volks-\nmund sich Franz Müller vorstellt. Der\nAnzug war auch etwas eigenartig. Anna\nBlume dachte dabei etwa an die Merz-\nplastiken des Autors. Er war nicht etwa\ngestopft oder geflickt, sondern mit Brettern\nvernagelt und mit Draht umspannt. Anna\nBlume dachte dabei etwa an die Merzplastiken\ndes Autors; ekelhaft, so etwas in die Tat\numzusetzen; eine wandelnde Merzplastik,"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "164", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4396, "texte": "d.h. der Mann wandelte ja garnicht, der\nMann stand. Er tat ihr so leid, sie wusste\nnicht weshalb. Es ist dieses übrigens die\nStelle, wo der Autor den Anfängen einer\nLiebe zwischen Anna Blume und Franz\nMüller nachspüren könnte. Jedoch tut er\ndieses nicht, sondern wendet seine Auf-\nmerksamkeit Alves Bäsenstiel zu. Alves\nBäsenstiel benutzte die ganze Aufregung um\ndie Ohnmacht der Frau Dr. Amalie, um näher\nan den stehenden Mann heranzukommen.\nGerade als Frau Schön „Pfuideubel\" sagte,\nmitten auf das Parkett spuckte und sich\ndadurch zum Mittelpunkte des lebhaftesten\nInteresses machte, marschierte Alves Bäsen-\nstiel vor, unmittelbar vor das Gesicht des\nMannes. Der Mann stand immer noch,\ner hatte, wie der Chronist Ilans Arp sagt,\nohne Frage einen sehr schweren Stand.\nPlötzlich sagte Alves Bäsenstiel: „Ihr Leute\nhört auf mich, seht diesen Mann an, dieser\nMann fordert Euch heraus. Dieser Mann,\nder hier steht, steht hier, dieser Mann.\nfordert Euch heraus, dieser Mann, der hier\nsteht, dieser Mann fordert Euch heraus,\ndieser Mann steht hier. Der Mann, der Euch\nherausfordert, steht hier, der Mann, der hier\nsteht, fordert Euch heraus, der Mann, der\nhier steht, steht hier, der Mann, der Euch\nherausfordert, fordert Euch heraus; das\nkommt aber einer Herausforderung gleich,\noder denkt Ihr etwa, der Mann stände hier\nbloss zum Spass; o nein, zum Spass steht nie-\nmand nirgends. Dieser Mann hat eine Absicht,\nwenn er hier steht, seht ihn an, wie er\nhier steht, so steht keiner ohne Absicht.\nAber was wird seine Absicht sein? 0 Ihr\neinfältigen Toren, Ihr könnt natürlich den\nSchwindel nicht durchschauen; aber ich\nweiss, welche Absicht er hat, ich kenne\ndiese Art Menschen. Der Mann ist ein\nVerführer, ein Verführer des Volkes. ~Bravo\"\njubelte die Menge. ~Du bist belogen,\nVolk, Du wirst belogen, Volk, Dein Los ist\nLüge.\" „Bravo,\" jubelte die Menge. „Ich\naber sage Euch die Wahrheit, der Mann ist\nein Verführer, wer aber Euch verführt, be-\nleidigt Euch. Ein Volk darf sich aber nicht\nbeleidigen lassen. Ein Volk, das Ehre hat,\nzu beleidigen, kommt aber einer Majestäts-\nbeleidigung gleich. Ein beleidigtes Volk,\ndas Ehre hat, muss handeln. Männer von\nRevon, habt Ihr Ehre? Dann handelt,\nhandelt, handelt! Wenn Ihr nicht handelt,\nbeschämt Euch dieser Mann.\" ~Bravo,\"\njubelte die Menge. — ~Der Mann hat Euch\nschon beschämt, der Mann ist ein Beschämer.\nEin Beschämer ist ein Dorn im Auge des\nVolkes. Wollt Ihr einen Dorn in Euerm Au ge\ndulden? Männer von Revon, Balken kann\nman im Auge haben, Balken darf man im\nAuge haben, denn Balken sind gesetzlich\nerlaubt, Dornen aber nicht. Balken machen\nden Menschen sehend, dass er die Splitter\nim Auge des Nächsten erkennt, Dornen\naber schmerzen und machen den Menschen\nblind. Dieser Mann ist kein Balken, dieser\nMann ist ein I)orn!u — ~Bravo\" jubelte\ndie Menge. „Wisst Ihr, was man mit einem\nDorn im Auge tut?\" — ~Bravo\" übereiferte\nsich die Menge.\nIn diesem Augenblick wurde der Redner\nunlerbrochcn. In der Luft fuhr ein mit\n4 Ponnies bespannter Leiterwagen, in Form\neines Regenschirms, vorbei, auf dem in\nfeuriger Schrift mit nur grossen Buchstaben\nder Name P-R-A zu lesen war. Der Name\nhalte überhaupt nur Anfangsbuchstaben.\nDer Autor verrät, dass es eine Vorahnung\nwar, welche auf 4 Ponnies bestückt mit einem\nLeiterwagen gleich einem Kanonenrohr\ndurch die Luft sauste. Einer sagte: „Das\nhat der Autor gemacht, denn das passt\nnicht hierher.\" Und damit war die ganze\nStimmung für die grosse Rede Alves Bäsen-\nstiels aus. Da nun inzwischen auch Frau\nDr. Amalie soweit wiederhergestellt worden\nwar, dass wir sie hier wieder einmal er-\nwähnen müssen, glaube ich, dass es nun end-\nlich an der Zeit ist, die Polizei zu holen. Denn\nwozu haben wir überhaupt eine Polizei!\nHerr Dr. Friedrich August ging deshalb\npersönlich in einige Nebenstrassen, und\nsuchte, bis er einen verkrochenen Schutz-\nmann fand. Es war nämlich in jener\nso überaus sensiblen Stadt von jeher so\nSitte, dass die Polizei nur in den drin-\ngendsten Fällen eingriff, d. h. wenn die\nFälle gänzlich gleichgültig waren, und\nwenn der Beamte gefahrlos und mit grosser\nGeste, besonders aber ohne die Menge auf-\nzuregen, irgend einen gänzlich harmlosen\nMenschen festnehmen konnte. Ich erwähne\nhier ausdrücklich, dass dieses eine Sitte\nder Polizei nur des Freistaates Revon war.\nSah der Beamte aber Menschenansamm-\nlungen, so entfernte er sich unauffällig, takt-\nvoll und in weiser Vorsicht. Herr Dr."}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "165", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4347, "texte": "Friedrich August hatte es infolgedessen auch\nnicht leicht, einen Schutzmann zu finden,\nund als er einen gefunden hatte, denselben\nzu überzeugen, dass hier seine Mitwirkung\nerforderlich wäre. (Sois donc gentile.) Der\nBeamte hatte nämlich die falsche Meinung\ngehabt, dass er etwa den Volksredner Alves\nBäsenstiel festnehmen sollte; als er jedoch\nerfuhr, dass es sich nur um einen Mann\nhandele, der blos dumm dastände, kam er\nsofort mit*\n~Mein Herr,\" sagte er zu dem Manne. Der\nMann steht. „Ich muss, so leid es mir tut,\nIhre Personalien feststellen.4' — Der Mann\nsteht. „Wie heissen Sie?\" — Der Mann steht*\nAnna Blume lebte Welten in einer Minute.\nDer Mann steht. „Im Namen des Gesetzes\nsind Sie verhaftet/' Der Mann steht. „Der\nMann hat das Volk beleidigt,\" sagte Alves\nBäsenstiel. „Der Mann hat nichts getan, er\nhat blos dagestanden,\" sagte Frau Schön.\n„Kommen Sie,\" sagte der Beamte und hob\nseinen rechten Arm. Der Mann steht. „Eine\nWeigerung würde einer Beamtenbeleidigung\ngleichkommen.\"\nDa geschah das Unerhörte. Der Mann\nwandte den Kopf zur Seite. Schreck wühlte\nAugenlichter zischen Eingeweide. Der Po-\nlizist lächelte einen lakierten Apfel. Das\n• •\nPublikum war auf das Ausserste gespannt,\nman wartete irrsinnig, was sich ereignen\nwürde. Einige sahen schon wieder den\nNamen P-R-A mit nur grossen Anfangsbuch-\nstaben, nach Muster gefärbt. Ein junger\nKünstler rief dazwischen: „An sich ist ein\nKünstler doch etwas Lächerliches, haben\nSie nicht auch das Empfinden.\" (Spart\nLicht und Heizung!) Die Letzten von den\nZuschauern stellten sich auf die Zehen-\nspitzen. (Die Männer schwindeln ja alle.)\nEin Kind wurde zwischen zwei dicken\nFrauen zerquetscht. (Bin ich nicht ein süsser\nFratz?) Man warf die schlappen Überreste\ndes Kindes achtlos unter die Füsse. (Das\nAuge sieht den Himmel offen.) Einige kleinere\nLeute bemächtigten sich des Leichnams und\nstellten sich darauf, weil sie doch auch\netwas sehen wollten. Frau Dr. Amalie auf\nder Basenbank fühlte schmerzhaft, dass sie\nnicht mehr im Mittelpunkte des lebhaftesten\nInteresses stünde. (VVeisstDu es Anna, weisst\nDu es schon, man kann dich auch von\nhinten lesen, und Du, Du Herrlichste von\nallen, Du bist von hinten wie von vorne\nQ-R-S-T-U-V-W-Z.) Warte nur, balde, ruhest\nDu auch. Dieses Wort „balde\" gehört\nzweifelsohne zu den schönsten Erfindungen\nder Neuzeit. „Kommen Sie,\" sagte der Be-\namte und hob das linke Bein. Der Mann\nsteht. „Kommen Sie\", sagte der Beamte und\nhob den rechten Arm. Der Mann steht.\n„Mein Herr, wenn Sie nicht sofort mit-\nkommen,\" der Mann steht, „hole ich Ver-\nstärkung\".\nDa geschah das Unerhörteste. Langsam und\nmit der Buhe einer vollkommenen Maschine\nging der Mann, freundlich nach allen Seiten\ngrüssend, aber nicht mit dem Beamten,\nsondern in entgegengesetzter Bichtung. Die\nWeiber kreischen, die Männer staunen\nBäume, die Kinder liefen Schrei. Frau Dr.\nAmalie fühl in ihre zweite Ohnmacht, wo-\nbei es ihr sehr zu statten kam, dass sie noch\nauf der Basenbank ruhte. Der Beamte aber\nstand, wie der Mann vorher gestanden\nhatte; und der Mann ging.\nIn kurzer Zeit bot der Schauplatz der Hand-\nlung ganz deutlich das Bild einer gewalti-\ngen Explosion. Wie der Pulverturm platzt\ndurch den zündenden Funken, so liefen die\nLeute wie von einer plötzlichen Panik er-\ngriffen nach allen Seiten auseinander.Tumult\njagte Entsetzen wilde Flucht. Einige stol-\nperten über den Leichnam des zerquetsch-\nten Kindes und fielen. Diese Unglücklichen\nwurden von der rasenden Menge totge-\ntreten. Frau Dr* Amalie bekam bei dieser\nGelegenheit einen Fusstritt in die Gegend\ndes Bauches und erwachte infolgedessen re-\nlativ schnell aus ihrer zweiten Ohnmacht, um\nin die dritte zufallen. Genau wie bei der\nExplosion einige Grundmauern unverletzt\nstehen bleiben, so waren hier fünf Menschen\nstehen geblieben, die Leichen nicht mit-\ngerechnet; auch der Beamte stand und nahm\ndas Protokoll auf.\nEr notierte, dass ein Unbekannter, dessen\nPersonalien infolge von Schwerhörigkeit oder\nWidersetzlichkeit, oder aus einem dritten\nGrunde, oder aus einem vierten Grunde\nleider nachträglich nicht mehr festgestellt\nwerden konnten, welcher auch den um-\nstehenden Anwesenden leider nicht bekannt\ngewesen wäre, durch ungesetzliches Betragen\nden Tod von eins, zwei, drei, vier, fünf,\nsechs Bürgern und einem Kinde des Frei-\nstaates Bevon verschuldet habe. Infolge-\ndessen habe sich der unterzeichnete Beamte"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "166", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1197, "texte": "Veranlasst gesehen, den Mann rechtzeitig\nfestzunehmen. Der Festnahme aber habe\ndieser sich leider plötzlich und unerwartet\ndurch derartig übereilte Flucht entzogen,\ndass diese auch behördlicherseits leider nicht\nmehr verhindert werden konnte, zumal da\ndie Polizei zu jener Zeit und an jenem Orte\nleider nicht über ausreichende Kräfte verfügt\nhätte» Leider ereigneten sich dabei oder viel-\nmehr infolgedessen einige höchst bedauer-\nliche Unglücksfälle, und nun folgt die Auf-\nzählung derselben. Die anwesenden Zurück-\ngebliebenen wurden als Zeugen notiert. Alves\nBäsenstiel nannte sich bei dieser Gelegen-\nheit Lutetius Hagedorn. Darauf folgt die\nbehördliche Beschlagnahmung der Leichen.\nDie Leute wurden gestempelt, gewogen, auf\nTrichinen untersucht und in die Leichen-\nschauhalle gebracht zwecks Feststellung\nihrer Personalien, eine der Hauptaufgaben\nder hiesigen Polizei*\nEin mit Ziegenböckchen bespannter buck-\nliger Jüngling aber lief mit einer elektrischen\nSchelle durch die Strassen von Revon und\nrief: „Ausserordentliche Sitzung des Parla-\nmentes, ausserordentliche Sitzung des Par-\nlamentes, es handelt sich um nichts Ge-\nringeres, als um den Ausbruch der grossen,\nglorreichen Revolution.\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c004", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "161", "page_fin": "161", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.3.1", "titre_corps": "Portrait", "titre_sommaire": "Portrait", "signature_source": "Michael Larionow", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "161", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 26, "texte": "Michael Larionow: Portrait"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c005", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "163", "page_fin": "163", "image_debut": 9, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.3.2", "titre_corps": "Portrait", "titre_sommaire": "Portrait", "signature_source": "Juan Gris", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "163", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 19, "texte": "Juan Gris: Portrait"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c006", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "166", "page_fin": "168", "image_debut": 12, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.4", "titre_corps": "Verleben Lacht", "titre_sommaire": "Verleben Lacht", "signature_source": "Lisa M. zu Eigen ; Kurt Heinar", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "166", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.12", "debut_caractere": 1218, "fin_caractere_exclue": 3180, "texte": "Verleben Lacht\nLisa M. zu Eigen\n\nErste Stimme\nZweite Stimme\nMein müdes ungeruhtes Falten\nMein nahes unbelauschtes Leuchten\nDas leise Lassen meines Blutes\nDunkel Du\nBeblühen Deine hellen Hände\nBekenne unverlornes Schluchzen\nDein lächelkleines banges Knien\nVerringt das Taglicht enden soll\nUmleide unbegangene Wege\nBewerde Du Dein scheues Schüchtern\nUmschmeiden Unrast Geigen glocken\nVerseiden blassen bären Lust\nMein mondlicht weisses Silberboot\nIch sinke in Dein Lockenlachen\nBesingt den Wegsaüm wiegen Wälder\nBesterne seegesonnte Wiesenblumen\nWeiden Tränen golden Talblau\nWeinen weiter in die Welt\nIch will das Lächeln Deiner Augen fragen\nDein Ufersehnen sucht die Nacht\nDein haingehegtes Läuten schreit\nVerwenden ringt verliebe Lust\nDein Hall zerschämt verherzen Taublut\nBelacht das Bitten Deines Wollens\nUnd winkt verbluten loses Lüstern\nDein Klang verhallt\nDas Echo Deines Schreitens\nZerschreit das Schlagen erster Stunde\nUnd wächst verwinden lechzen Leben\nBeweine ewig ungefundenes Dasein\nBehüte handlos stilles Sternenlicht\nUnd senke Deine Atemstirne tief\nIch rufe renke sattes Bot\nYergehre schlaflos ungeträumte Schluchten\nIch will mein Sehnen überbrennen\nDen Schrei der Hunderttausende umbogen\nDein Lippenmund zerröten Kuss\nZersieden Sonne Blühen Blatt\nDein Blick zerwühlt das Sommerkleid\nVerblende kalte kralle Schatten\nUnd lass die Eine Nacht vorbei\nDu beugst Dein Knie in weiche Betten\nDu blickst den Abgrund heisser Scham\nUnd Licht bricht durch zerweiten Wir\nUnd Du\nIch hebe meine Hände auf\nUnd falte losgelöst das heisere Hassen\nUmwiege Schoss\nIch will Dich^küssen\nDu\nDas Licht\n4\nVerhalte mir das Stöhnen stiller Stunde\nBewehre Uns das Fliessen allen Blutes\nUnd blicke müde welke Matten\nIch hebe Deine Hände auf\nDein Kuss\nIch sehe wehe Sterne Dir entreissen\nBeeilt der Nähe zu entfliehen\nUnd dunkelt Knie das Auge ruht\nUnd klein steht Du\nDas Lächeln vor der Tür\nIch sehe Du\nIch halte mein Herz kalt\nVerhallt das Bluten meiner Wunde Schrei\nZerschreit"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "168", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 553, "texte": "Dein Blondhaar Blüht\nKehlt Gehren würgen heiss Hand\nGlüht Blutmund und Schlafen Deine Augen\nUnd wirf Dich in den Strom\nIst Tot\nDu lebst\nDu liebst\nDu Kniet\nDu\nIch treibe wellenlose Lustwill\nSchon Schmerzen meine Flammennarben\nDa\nDein Blondhaar blüht\nDas Atmen Deiner heissen Brüste\nWerden alles Wollen graben\nWächst\nBetreut Uns Träumen wiegweis bärt\nDu Sonne Dich verliebt Lichtlachen All\nIch bäre Uns in Mensch\nDein Kuss\nErleben überstrahlen Tanz\nIch Welten Gott umtränt\nDein weissen Leib\n*\nIch Licht zerküssen schlingen Hand\nIn Hand\nGeburt\n\nKurt Heinar"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c007", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "167", "page_fin": "167", "image_debut": 13, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.4.1", "titre_corps": "Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "signature_source": "Ludwig Kassàk", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "167", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 51, "texte": "Ludwig Kassàk: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c008", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "168", "page_fin": "172", "image_debut": 14, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.5", "titre_corps": "Das Wort", "titre_sommaire": "Das Wort", "signature_source": "Lothar Schreyer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 14, "page_imprimee": "168", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.14", "debut_caractere": 555, "fin_caractere_exclue": 3578, "texte": "Das Wort\nLothar Schreyer\n4. Der Expressionismus des Wortes\nDer Expressionismus erkennt das Wesen der\nMitte der Wortgestalt, nachdem der Futuris-\nmus die Mitte erkannt hat.\nDas Dasein der Mitte der Wortgestalt ist\nim Futurismus erkannt als der Schwerpunkt\nder rhythmischen Bewegung. Im Expres-\nsionismus geht die Erkenntnis über die\npunktuelle Ausdehnung hinaus.\nDer Punkt ist Null und als solcher ausser-\nhalb des anschaulich Erkennbaren. Um\ndas Wesen der Mitte der Wortgestalt an-\nschaulich zu erkennen, müssen wir uns den\n«\nPunkt durch Entsprechungen vorstellen.\nAm anschaulichsten ist der vorstellbare\nPunkt als Stern am Nachthimmel. Die\nSterngestalt erscheint unserm Blick trotz\nder drei Ausdehnungen ihrer Gestalt als\neine Gestalt mit der Nullausdehnung. Null-\nausdehnung wird dann der gerade noch\nvorstellbare Teil der einfachen Ausdehnung\ngenannt. Es ist auch möglich, dass der Punkt,\nals der der Schwerpunkt der rhythmischen\nBewegung erscheint, der gerade noch vor-\nstellbare Punkt einer mehrfachen Aus-\ndehnung ist. Bei der Sterngestalt erkennen\nwir die dreifache Ausdehnung. Wir erkennen\nsie, obwohl wir die Gestalt nicht unmittelbar\nsehen. Wir sehen die Sterne nicht selbst,\nsondern nur ihre Spiegelung. Von dieser\nsehen wir das Wesen der Gestalt ab.\nDer Schwerpunkt der rhythmischen Bewe-\ngung erscheint als die Spiegelung des gerade\nnoch vorstellbaren Punktes einer unbe-\nkannten Anzahl von Ausdehnungen. Dieser\nPunkt ist die Projektion auf eine Gestalt\nvon drei Ausdehnungen* Nach dem Gesetz\nder Entsprechungen, das wir im Futuris-\nmus erkannten, kann der Dreifaltigkeit nur\neine Dreifaltigkeit entsprechen. Der Drei-\nfaltigkeit einer ersten, zweiten und dritten\nAusdehnung entspricht eine Dreifaltigkeit\nder vierten, fünften und sechsten Ausdehnung.\nDie Dreifaltigkeit der vier-fünf-und sechs-\nfachen Ausdehnung spiegelt sich in der\nDreifaltigkeit der ein-zwei-und dreifachen\nAusdehnung* Ist es schon schwer, aus der\nSpiegelung der dreifachen Gestalt die drei-\nfache Gestalt zu erkennen, wie bei den\nSternen, so erhöht sich die Schwierigkeit\nnoch mehr bei der Spiegelung der sechs-\nfachen Ausdehnung in die dreifache Aus-\ndehnung. Die dreifache Ausdehnung und\nihre Spiegelung in die zweifache Ausdehnung\nliegen innerhalb der natürlichen Welt, der\nunsere körperlichen Funktionen angehören,\nalso innerhalb des gleichen Grades. Die\nvierte, fünfte und sechste Ausdehnung liegen\njedoch ausserhalb der natürlichen körper-\nlichen Welt. Wenn wir dennoch die sechs-\nfache Ausdehnung zu erkennen versuchen,\nso müssen wir diese Erkenntnis aus dem\nSpiegelbild der sechsfachen Ausdehnung\nabsehen. Diese. Ab-Sicht suchen wir zu\nbegreifen.\nDie einfache Ausdehnung ist die Linie, die\nzweifache Ausdehnung die Fläche. Die\nLinie ist anschaulich als Schnitt der Flächen.\nSo erscheint die Linie als die Stelle der\nFläche, wo sich die Flächen berühren. Für\ndie einzelne Fläche erscheint die Linie als\nSchwelle, über die man zur Fläche gelangt.\nDie dreifache Ausdehnung ist der Körper.\nDie Fläche ist anschaulich als Schnitt durch"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "169", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4369, "texte": "den Körper. So erscheint die Fläche als\ndie Stelle des Körpers, wo sich die Körper\nberühren. Für den einzelnen Körper er-\nscheinen die Flächen als Schwellen, über\ndie man zum Körper gelangt. Die vierfache\nAusdehnung soll erkannt werden. Die\ndreifache Ausdehnungerscheint als Schwelle,\nüber die man zur vierfachen Ausdehnung\ngelangt. Der Körper ist die Stelle der vier-\nfachen Ausdehnungen, wo sich vierfache\nAusdehnungen berühren. Die Linie berührt\ndie Fläche, die Fläche berührt den Körper,\nder Körper berührt die vierte Ausdehnung.\nDie vierte Ausdehnung berührt die fünfte\nAusdehnung, die fünfte berührt die sechste\nAusdehnung.\nDie dreifache Ausdehnung ist die Welt, von\nder wir ausgehen. Die drei Ausdehnungen\ndieser Welt sind die naturgemässe, die\ngeistesgemässe, die vernunftgemässe Aus-\ndehnung. Die naturgemässe Ausdehnung\nberührt die geistesgemässe, die geistesge-\nmässe die vernunftgemässe, die vernunft-\ngemässe Ausdehnung berührt die vierte\nAusdehnung. Die Welt der Gesetze erscheint\nals die Schwelle der vierten Ausdehnung.\nDie erste Ausdehnung stehtin unmittelbarer\nAbhängigkeit von der zweiten, die zweite\nvon der dritten, die dritte von der vierten\nAusdehnung. Die Stufenfolge der drei ersten\nAusdehnungen ist anders ausgedrückt: Wir-\nkung, Ursache, Absicht. Die Absicht ordnet\nUrsache und Wirkung. Die Absicht ist\nLiebekraft. Die Welt der Gesetze enthält\ndie Miittel zur Liebe. Das Mittel zur Liebe\nist das Gesetz. Das ist die Ab-Sicht, die\nwir absehen können. Das Gesetz als Mittel\nder Liebe ist der Schwerpunkt der drei-\nfachen Gestalt. Das ist die Erkenntnis der\ndreifachen Gestalt. In der Welt der Vor-\nstellung sind die Mittel der Erkenntnis, in\nder Welt der Vernunft ist diese Erkenntnis\nselbst. In der Welt der Vernunft sind die\nMittel der Liebe. Sie beherrschen die erste\nbis dritte Ausdehnung. In der vierten bis\nsechsten Ausdehnung herrscht die Liebe\nselbst. Sie ist in der sechsten Ausdehnung.\nDie fünfte und vierte Ausdehnung sind\nvon der Liebe abhängig, wie die zweite\nund vierte Ausdehnung von den Mitteln der\nLiebe abhängig sind. Durch die Ent-\nsprechungen ist die Welt der Gesetze in\nunmittelbarer Abhängigkeit von der sechsten\nAusdehnung.\nJede Wortgestalt ist also in unmittelbarer\nAbhängigkeit von der sechsten Ausdehnung,\nist eine Sechsfachheit. Die vernunftgemässe\nAusdehnung erscheint im Wort als rhyth-\nmischer Klang, Die vierte, fünfte, sechste\nAusdehnung sind nicht wahrnehmbar durch\nden gleichen sinnlichen Vorgang, der die\nerste, zweite und dritte Ausdehnung wahr-\nnimmt.\nDie Bewusstseinsebenen der vierten, fünften\nund sechsten Ausdehnung erschliesst der\nExpressionismus. Er erschliesst sie geistig\nund leibhaftig, geistig durch das Hinge-\nwendetsein der gesetzmässigen Vorstellung\nauf diese Ausdehnungen, leibhaftig durch\ndie Einordnung der \\Velt des Willens in\ndieses Hingewendetsein. Kraft und Dauer\ndes Hingewendetsein ist Voraussetzung für\ndie Bewegung zur erkannten Mitte. Das\nUeberschreiten der Schwelle der vierten\nAusdehnung vollzieht sich dann geistig und\nleibhaftig, das heisst im Leben des in der\nDreifaltigkeit der ersten drei Ausdehnungen\nlebenden Menschen, Der Mensch ist sich\ndann der sechs Ausdehnungen bewusst. Er\nweiss sie. Er weiss nicht nur von ihnen.\nEr weiss in ihnen. Er hat das in ihm ruhende\nsechsfache Bewusstsein befreit. Erschliessen\nKubismus und Futurismus das dreifache\nBewusstsein, so befreit der Expressionismus\ndas sechsfache Bewusstsein.\nNach dem Gesetz der Entsprechung ent-\nspricht die vierte Ausdehnung der ersten,\ndie fünfte der zweiten, die sechste der\ndritten Ausdehnung. Die sechste Ausdehnung\nverhält sich zur dritten wie die Liebe zur\nVernunft. Die fünfte Ausdehnung verhält\nsich zur zweiten wie das Vorgestellte zur\nVorstellung des Vorgestellten. Die vierte\nAusdehnung verhält sich zur ersten wie\ndas Gewollte zum Willen. Der Eintritt in\ndie vierte Ausdehnung bringt also die Er-\nfüllung des in der Welt des Willens Gewollten,\nder Eintritt in die fünfte Ausdehnung die\nErfüllung des in der Welt der Vorstellung\nVorgestellten, der Eintritt in die sechste\nAusdehnung die Erfüllung der Gesetze: die\nLiebe. Wer in der Welt der Liebekräfte\nlebt, ohne die Welt der Liebe, die sechste\nAusdehnung zu achten, kann nicht bis zur\nsechsten Ausdehnung vordringen. Er kann\ndie Schwelle zur vierten Ausdehnung über-\nschreiten und wird dort die Ordnung des\nGewollten finden, aber diese Ordnung ist"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "170", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4231, "texte": "keine Fülle, da sein Gewolltes nicht die\nLiebe, die sechste Ausdehnung ist. So er-\nscheint die sechste Ausdehnung als Absicht\neiner dritten Dreifaltigkeit. Von dieser\ndritten Dreifaltigkeit kann nicht mit den\nEntsprechungen aus der ersten Dreifaltigkeit\ngesprochen werden, ohne dass diese Ent-\nsprechungen aus der dritten Dreifaltigkeit,\nder heiligen Dreieinigkeit, offenbart wären.\nSolche Offenbarung ist das Wort des Evan-\ngelisten: Im Anfang war das Wort.\nVor der Höhe unserer Bewusstseinsstufen\nist das Wort. Im höchsten Bewusstsein ist\ndas Wort die Liebe.\nExpressionismus ist die Schau nach dieser\nBewusstseinsstufe.\nSchauend nach dieser Bewusstseinsstufe\n/\nerkennt der Expressionismus das Verhält-\nnis zwischen Mensch und Wort. Nun ist\ndas Wort Menschenwort. Das Rätsel des\nfleischgewordenen Wortes kann gelöst wer-\nden, wenn das Fleisch Wort wird.\nDie Lösung, die Erlösung vollzieht sich\ndurch die Einordnung der Welt des Willens\nin das Hingewendetsein zur dritten Drei-\nfaltigkeit. Das Wort ist das Mittel dieser\nEinordnung. In jeder Bewusstseinssphäre\nhat das Wort seine Entsprechung. Für den\nMenschen, der noch nicht die Schwelle der\nvierten Ausdehnung überschritten hat, ist die\nErscheinung des Wortes in der dritten Aus-\ndehnung das höchst begriffene Mass. Von\ndiesem Mass aus beginnt die Einordnung.\nDer Mensch stimmt die Erscheinung des\nWortes in der zweiten und der ersten Aus-\ndehnung gemäss der dritten Ausdehnung\nab. Da die Worlgestalt in der ersten Aus-\ndehnung Körperfunktion ist, ist das nicht\nohne Abstimmung des gesamten Körper-\norganismus möglich. So wird der Mensch\nund mit ihm die Wortgestalt Absicht der\nWelt der Gesetze. Er selbst wird gesetz-\ngemäss. In seiner Mitte kannn er aus seinem\nSchwerpunkt die Dreifaltigkeit der vierten,\nfünften und sechsten Ausdehnung absehen.\nSich stimmt er ab nach dieser Absicht, bis\ner im Gleichmass ist mit der Welt der Liebe.\nSeine Stimme hat nun die Wortgestalt,\nderen Gestalt in zwei Dreifaltigkeiten steht.\nSo wird das Fleisch Wort. Die so gestimmte\nStimme ist das Mittel, durch das die drille\nDreifaltigkeit die Dreieinigkeit sich offen-\nbart. So wird das Wort Fleisch.\nSolche Erkenntnis gibt der Expressionismus\nüber das Wesen der Mitte des Wortes.\nIm Expressionismus ist die Wende der\nWelt vollzogen. Der Wende folgt die Be-\nwegung, die nun begonnen hat. Diese\nBewegung ist die Bewegung der Wortgestalt\nin der zweiten Dreifaltigkeit der Ausdeh-\nnungen. Dieseßewegungist die Gemeinschaft.\n5. Die Gemeinschaft des Wortes\nDie Gemeinschaft des Wortes ist die Be-\nwegung der Wortgestalt in der zweiten\nDreifaltigkeit der Ausdehnungen. Voraus-\ngehen dieser Bewegung die Bewegung des\nKubismus und Futurismus und Expressio-\nnismus.\nDie Gemeinschaft des Wortes haben nur\ndie Menschen, denen es gegeben ist, ihr\nBewusstsein über die drei Ausdehnungen\nder ersten Dreifaltigkeit hinaus auszudehnen.\nJeder von uns ist zur Gemeinschaft des\nWortes bestimmt. Solange sie uns aber\nnicht bewusst ist kennen wir sie nicht.\n/\nSolange wir sie nicht kennen, ist die Be-\nwegung der Wortgestalt nur zufällig Ge-\nmeinschaft Solche Gemeinschaft fällt uns\ndann zu. Sie fällt uns zu, dass wir sie\nkennen lernen sollen. Wer diese Gabe\nnicht fasst, hält sie nicht. Wer sie hält,\nempfängt sie als eigen. Sie ist dann sein\nSchaffen.\nDie Entwicklung entwickelte die Wortgestalt\naus der sechsten Ausdehnung in die fünfte\nund vierte Ausdehnung und aus der Drei-\nfaltigkeit der sechsten bis vierten Ausdehnung\nin die Dreifaltigkeit der dritten bis ersten\nAusdehnung.\nNach der Wende bewegt sich die Wortge-\nstalt aus der Dreifaltigkeit der ersten bis\ndritten Ausdehnung in die Dreifaltigkeit\nder vierten bis sechsten Ausdehnung*\nDie Erscheinungen der vierten bis sechsten\nAusdehnung können unmittelbar nur inner-\nhalb der Dreifaltigkeit der vierten bis\nsechsten Ausdehnung erscheinen.\nDie Wortgestalt des Menschen als eine\nErscheinung der ersten bis dritten Aus-\ndehnung gehört der Dreifaltigkeit der ersten\nbis dritten Ausdehnung an. Es kann durch\ndiese Wortgestalt nicht eine Erscheinung\nder vierten bis sechsten Ausdehnung dar-\ngestellt werden. Dies ist ebenso unmöglich,\nwie es unmöglich ist, durch die erste und\nzweite Ausdehnung eine Erscheinung der\nersten bis dritten Ausdehnung darzustellen."}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "171", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4312, "texte": "Ein Würfel kann niemals durch die Fläche\ndargestellt werden. Darstellen heisst: eine\nErscheinung so hinstellen, dass sie da ist.\nDie dreifache Ausdehnung ist nur in der\ndreifachen Ausdehnung da. Es kann jedoch\nin der Dreifaltigkeit der ersten bis dritten\nAusdehnung durch Entsprechungen von\nden Erscheinungen der vierten bis sechsten\nAusdehnung gekündet werden. Dies ist\nebenso möglich, wie es möglich ist, durch\ndie erste und zweite Ausdehnung von einer\nErscheinung der dreifachen Ausdehnung\nzu künden. Von einem Würfel kann in der\nFläche gekündet werden. Die Projektion\ndes Würfels auf die Fläche ist diese Kunde.\nDiese Kunde kann nur von dem verstanden\nwerden, der einen Würfel kennt und weiss,\nwie die Projektion des Würfels auf der\nFläche ist. Wer den Würfel und seine\nProjektion nicht kennt, versteht die Kunde\nnicht. Diese Kunde kann nur von dem\ngekündet werden, der das kennt, was er\nkündet. Wer den Würfel nicht kennt,\nkann auch seine Projektion nicht darstellen.\nWer nur die ersten drei Ausdehnungen\nkennt, kann auch seine Projektion nicht\ndarstellen. Wer nur die ersten drei Aus-\ndehnungen kennt, kann niemals Projektionen\nder weiteren Ausdehnungen in den ersten\ndrei Ausdehnungen darstellen. Alle Aus-\ndehnungen sind aber im Menschen, und\nalso auch in seiner Wortgestalt enthalten.\nNicht alle Menschen kennen die Ausdeh-\nnungen in sich. Sie sind sich dann nur\nder ersten drei Ausdehnungen bewusst.\nDie weiteren Ausdehnungen erscheinen ihr\nals „Gefühl\" oder „Glauben\". Wem es\ngegeben ist, die weiteren Ausdehnungen zu\nkennen, der hat die Gabe, dass er weiss,\nwas anderen Menschen „Gefühl\" oder „Glau-\nben\" ist. Der vernünftige Gebrauch dieser\nGabe ist ebenso sein Können, wie es sein\nKönnen ist, das Bewusstsein der ersten\ndrei Ausdehnungen vernunftgemäss zu ge-\nbrauchen. Das Können als vernünftiger\nGebrauch des Pewusstseins der zweiten\nDreifaltigkeit nennen wir Kunst. Die Kunde\nder zweiten Dreifaltigkeit durch Projektion\nin die erste Dreifaltigkeit mit dem Mittel\nder Wortgestalt ist Wortkunst. Mit dem\nMittel der Wortgestalt lässt sich die zweite\nDreifaltigkeit nur künden als Wortkunst.\nDie Wortgestalt in der Welt der Gesetze\nspiegelt die nicht unmittelbar sinnlich wahr-\nnehmbare Wortgestalt der Welt der Liebe\nsinnlich wahrnehmbar wieder. Die Welt\nder Liebe erscheint sinnlich anschaulich\nals Einheit- Die Einheit ist in der Wort-\ngestalt dargestellt durch eine solche Stellung\nder Worte, dass das Widersprechende der\nWorte aufgelöst ist. Diese Ordnung der\nWortgestalt in der Welt der Gesetze ist die\nTongestalt des Wortes. Die Kunde der\nzweiten Dreifaltigkeit durch Projektion in\nder ersten Dreifaltigkeit mit den Mitteln der\nWortgestalt erscheint als Tongestalt des\nWortes. Diese Kunde ist das Worttonwerk\nund ist das Bühnenwerk. Im Worttonwerk\nist die Kunde allein mit den Mitteln der\nWortgestalt vollzogen, im Bühnenwerk auch\nmit den Mitteln der Wortgestalt Wortton-\nwerk und Bühnenwerk sind heute der\nOeffentlichkeit noch unbekannt. Im Wort-\ntonwerk und Bühnenwerk ist die Bewegung\ndes Wortes begonnen, die wir Gemeinschaft\ndes Wortes nennen. Diese Bewegung be-\nginnt mit dem Beginn der Gemeinschaft\ndes Menschen.\nDie Gemeinschaft des Wortes wandelt die\nWortgestalt in der Welt der Vorstellung.\nDie Spiegelung der sechsten Ausdehnung\nin der vernunftgemässen Ausdehnung ordnet\nden Sinn der Wortgestalten in der geistes-\ngemässen Ausdehnung so, dass in dieser\nAusdehnung kein Widerspruch zur Welt\nder Liebe besteht Eine unmittelbare Spie-\ngelung der sechsten Ausdehnung in die\ngeistesgemässe Ausdehnung der Wortge-\nstalt mit Ausschaltung der vernunftgemässen\nAusdehnung ist nicht möglich. Gekündet\nkann die Welt der Liebe nur durch die\nWelt der Gesetze werden. Menschen, die\nbehaupten, die Welt der Liebe ohne die\nWelt der Gesetze allein durch die Welt\nder Vorstellung zu künden, sind Täuscher.\nSie kennen die Welt nicht, von der sie zu\nreden vorgeben, und wissen aueh nichts\nvon ihr.\nDie Gemeinschaft des Wortes wandelt die\nWortgesfalt in der Welt des Willens. Die\nSpiegelung der sechsten Ausdehnung in der\nvernunftgemässen Ausdehnung ordnet die\nLautbildung der Wortgestalten in der natur-\ngemässen Ausdehnung so, dass in dieser\nAusdehnung kein Widerspruch zur. Welt\nder Liebe besteht. Eine unmittelbare Spie-\ngelung der sechsten Ausdehnung in die\nnaturgemässe Ausdehnung der Wortgestalt"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "172", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2271, "texte": "mit Ausschaltung der vernunftgemässen und\nder geistesgemässen Ausdehnung ist nicht\nmöglich. Gekündet kann die Welt der\nLiebe nur durch die Welt der Gesetze\nwerden. Da die Lautbildung Funktion des\nKörpers ist, wandelt die Welt der Gesetze\nden menschlichen Körper und seine Funk-\ntionen gemäss der Spiegelung der sechsten\nAusdehnung, der Welt der Liebe.\nDas Wort der Gemeinschaft hat einen Buch-\nstabensinn und einen Gesetzessinn. Der\nBuchstabensinn wird bewussl durch das\nBewusstsein der ersten Dreifaltigkeit, der\nGesetzessinn wird bewusst durch das Be-\nwusstsein der zweiten Dreifaltigkeit. Das\neine ist das äussere Wort, das andere ist\ndas innere Wort. Das innere Wort ist das\nWort der Gemeinschaft. Die Gemeinschaft\nist ein Zustand in der zweiten Dreifaltig-\nkeit. Er wird gegeben durch die Unter-\nordnung unter die dritte Dreifaltigkeit, die\nDreieinigkeit. In dieser Gemeinschaft wird\ndas innere Wort erkannt. Die Worte, die\nder Mensch der Gemeinschaft spricht, haben\neinen Buchstabensinn und einen Gesetzes-\nsinn. Das äussere Wort des Menschen der\nGemeinschaft ist die Entsprechung des in-\nneren Wortes der Gemeinschaft.\nDie Gemeinschaft ist das Einfliessen der\nDreieinigkeit in die Dreifaltigkeiten und das\nEingehen der Dreifaltigkeiten in die Drei-\neinigkeit. Die Gemeinschaft ist die Einheit,\ndie vor dem Anfang und nach dem Ende\naller Bewegung ist. Sie ist die Buhe. Aus\nder Ruhe strömt alle Bewegung/Vollkommen\nist eine Bewegung, die aus der Ruhe strömt\nund in die Ruhe mündet. Von der Ruhe\nwird die Bewegung geordnet. In der Be-\nwegung spiegelt sich die Buhe. Je nach-\ndem die Ruhe sich in der Bewegung spiegelt,\nist der Bhythmus der Bewegung gestaltet.\nDer Rhythmus ist Wirkung der in sich\nruhenden Bewegung. Bewegung ist das\nGegenbild der Ruhe, durch das die Ruhe\ngreifbar und begreifbar wird. Ruhe ist\nAbsicht. Bewegung ist Ursache. Die in\nsich ruhende Bewegung ist die Wirkung.\nDie in sich ruhende Bewegung ist eine Be-\nwegung im Gleichgewicht. Die Dreifaltig-\nkeiten sind im Gleichgewicht, wenn ihr\nSchwerpunkt die Dreieinigkeit ist.\nDer Mensch ist Glied der Gemeinschaft,\ndurch dessen Leben in den Dreifaltigkeiten\nsich die Dreieinigkeit verwirklicht.\nDas Wort der Gemeinschaft ist das Wort,\ndurch das die Dreieinigkeit in den Drei-\nfaltigkeiten spricht."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c009", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "172", "page_fin": "172", "image_debut": 18, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.6", "titre_corps": "Mitteilung an die Inlands abonnenten des Sturm", "titre_sommaire": "Mitteilung an die Inlands abonnenten des Sturm", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 18, "page_imprimee": "172", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.18", "debut_caractere": 2273, "fin_caractere_exclue": 2997, "texte": "Mitteilung an die Inlands\nabonnenten des Sturm\nWegen der fortdauernden Erhöhung der\nHerstellungskosten unserer Zeitschrift sehen\nwir uns genötigt, für das Jahr 1923 Dauer-\nbezüge nur noch für ein Vierteljahr zu ge-\nwähren. Der Preis für das I. Quartal be-\nträgt nach der gegenwärtigen Berechnung\nM 600— Für den Fall, dass bei einer\nweiter fortschreitenden Verteuerung selbst\ndieser Betrag nicht zur Deckung der Her-\nstellungskosten ausreichen sollte, behalten\nwir uns eine Nachforderung vor. Wir bitten\nunsere Abonnenten, diesen Betrag bis zum\n25. Dezember d. J. auf unser Postscheck-\nkonto Berlin Nr. 120658 einzuzahlen, da\nwir sonst mit Beginn des neuen Jahres die\nZusendung einstellen müssen.\nVerlag Der Sturm G. m. b. H."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c010", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "172", "page_fin": "172", "image_debut": 18, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.7", "titre_corps": "Inhalt", "titre_sommaire": "Inhalt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 18, "page_imprimee": "172", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.18", "debut_caractere": 2999, "fin_caractere_exclue": 3256, "texte": "Inhalt\nHerwarth Waiden: Versuch zur Reaktion\nKurt Schwitters: Franz Müllers Drahtfrühling\nKurt Heinar: Verleben lacht\nLothar Schreyer: Das Wort\nLudwig Kassak: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt\nMichael Larionow: Portrait\nJuan Gries; Portrait\nNovember 1922"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c011", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[156]", "page_fin": "[156]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.8", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[156]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 528, "texte": "lllllllllllllllMimilMfiiiiiiiiiirMiMK'uiiiiiirnii \"hmmm \"\"mimmuh\nSELECTION\nCHRONIQUE DE LA VIE ARTISTIQUE\nDirecteurs: Andre de Ridder et P. G. van Heche / 67, Avenue Louise - Bruxelles\nAbonnement: 30 frs. par an (10 de 32 pag-es)\nPrix de la premiere annee, reliee toile frs. 40.—\ndeuxiene „ „ „ frs. 40.—\n»» » »\nLisez specialement les numeros conserves a l'Art Negre, la Gravure sur Bois,\nla Peinture hollandaise contemporaine. Prix: 7 frs. par No.\nSELECTION expose en Belgiqueetal'etranger, vend et achete des tableaux modernes"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c012", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[156]", "page_fin": "[156]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.9", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[156]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.2", "debut_caractere": 530, "fin_caractere_exclue": 720, "texte": "Dndidrocherei Ridsard Stem Nadii.\nBERLIN N54 / BRUNNENSTRASSE 188/190\nFERNSPRECHcANSCHL US S: NOR D E N Nr. 3393\nlie fe rt samtliche Drucksadien,\nein* und mehrfarbig, schnell, gut und billig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c013", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[156]", "page_fin": "[156]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.10", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[156]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.2", "debut_caractere": 722, "fin_caractere_exclue": 1056, "texte": "I Papieriabrik-Lager L Bather ||\nH Berlin W9. Potsdamer Strafie 20\n•• ••\nH Sonderheit Untergrund*Kartons fur moderne Photographie\nBiittensPapiere fxir beste Buchausstattung / Werkdruck*Papiere\nH Farbige Ueberzugs*Papiere fiir Buchbinder\n•j Leipzig MpA A nccf FranHlurl o. fl.\nSS Bugrahaus FICD-AUSSICfIIUIIJg Werkbundhaus §\nM ••\n•• ••"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c014", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[156]", "page_fin": "[156]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[156]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.2", "debut_caractere": 1058, "fin_caractere_exclue": 1245, "texte": "STCeujett lis#e\n® **« af a\ngetne\nofpefte\n3eUf<#rtften\nunt) 2Ber?e\n©ef & olle\n93 r o f,d) ii r en\nGpejialUat: SRe&rfar&enbrucf\nBERLIN NO.IB\nWassmaxin-Sflrasse 27\nTel. KtfnigStadt 8269.1176"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c015", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[156]", "page_fin": "[156]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[156]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.2", "debut_caractere": 1247, "fin_caractere_exclue": 1910, "texte": "jiiiiMiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiivj\n| Die |\ni Vereinigung I\n| der Kunsifreunde \\\ni Ad. 0. Troitzsch\n™ m\n\\ Berlin-Schoneberg \\\n\\ Feurigstrasse 59\n= bietet ihren Mitgliedern fur I\n= den Jahresbeitrag von 400 Af. =\nE jahrlich ein Freiblatt (Laden- \\\nE preis 2000 M.) sowie in jedem E\nE dritten Jahre eine Pramie \\\nE (Ladenpreis 1000M.)aus mehr \\\nI als 800 kunstlerisch ausge- \\\nE filhrten Original-Reproduk- l\nE tionen, dießerechtigung,samt- \\\n\\ licheßlatterzuVorzugspreisen \\\n\\ zu beziehen, sowie Werbepra- l\n\\ mien in Bildern und Por- \\\n\\ zellanen. Prospekte gratis. I\n%iiiiii>iiii>iiiiiiiiiitiiiii*iaaiaiiaiaiiiaiaiiiiaiiaa>illiailll£"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c016", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[156]", "page_fin": "[156]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[156]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.2", "debut_caractere": 1912, "fin_caractere_exclue": 2422, "texte": "Das beste Geschenk fiir Grofi und Klein\nP A\nPAP ■ E\nV A\nra a\nFARBNAPPE\nGesamtwerk 69 Papierfarben von hochster Farbkraft liefert\nPAPIERFARBBILDER\nvon unerreichter Schonheit / Geschiitzt in alien Kulturstaaten\nBisher erschienen:\nPafama A =25 Farben hochkiinstlerisches\nPafama B —22 Farben Vorlagenwerk fur jede Mappe\nPafama C =22 Farben Gebrauchsanweisung\nPafama Stern =11 Farben fiinfsprachig\nXelkrvntftelf\nJ^unshnappe! Jffalftasfenf\nZu beziehen durch\nPAFAMA W A LDEN & CO. / BERLIN W 9\nPOTSDAMER STRASSE 134 a"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c017", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "173", "page_fin": "173", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "173", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.19", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 826, "texte": "w. narzuikr & Co. * Berlin w * flrunewaidstr. 1415\noegrondei i#s4 Hof-Spedifeiire S. M. des Konlgs von Spanlen oasrondet i#j4\nlIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIiIIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIiIIIIIIIIIIini\nSpedition und Mobeltransporte, Verpackung und Lagerung\nvon Gemalden und Kunstgegenstanden jeder Art Lieferung\nund Empfang nach und von alien Kunstausstellungen des\nIn* und Auslandes Transportversicherungen jeder Art.\nmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiij\nSpediteure des Wirtschalilichen Verbandes Bildender Kfinstler. dcr rrelen Secession,\ndes ferbandes Deatscher Ulusfratoren and Hansspedifeure des ..Sturm\"."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c018", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "173", "page_fin": "173", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "173", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.19", "debut_caractere": 828, "fin_caractere_exclue": 1246, "texte": "ERICH LICHTENSTEIN VERLAG / WEIMAR\nHANS SCHIEBELHUTH\nWEGSTERN / Gedichte\nbroschiert ca. M. 160.—, in buntes Holzschnittpapier gebunden ca. M. 320.—.\n50 Exemplare wurden auf handgeschopftes Buttenpapier von J. W. Zanders abgezogen, von Hans\nSchiebelhuth numeriert und signiert; Nummer 1—25 in Pergament, Nummer 26—50 in Halb-\npergament mit der Hand gebunden. In Halbpergament vergriffen, in Ganzpergament ca. M. 6400.—."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c019", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "173", "page_fin": "173", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "173", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.19", "debut_caractere": 1248, "fin_caractere_exclue": 3242, "texte": "■\ns\nN\nT\nE\nK\nU\n♦\nEINE SAMMLUNG VON MONOGRAPHIEN ÜBER KUNSTLER UNSERER ZEIT\nHERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR DR. GEORG BIERM ANN\nJeder Band enthalt 1 farbige Tafel, 1 Bogen Text u. 32 Abbildungs-Tafeln / Grund-\npreis in Pappband zumeist mit Leinenrucken nach Kunstlerentwurf je 2 Mark\nB I S HE R S IN D ERSCHIENEN:\n1. Reihe\nBd. 1. Biermann: Max Pechstein\nBd. 2. Uphoff: Paula Modersohn\nBd. 3. Up ho ff: Bernhard Hoetger\nBd. 4. Brieger: Ludivig Meidner\n8d.5, Daubler: Cesar Klein\nBd. 6. Kirchner: Franz Heckendorf\nBd. 7. Hausenstein: Rudolf Grossmann\nBd. 8. Schwarz: Hugo Krayn\n2. Reihe\nBd. 9. Cohn-Wiener: Willi Jaeckel. Bd. 17.\nBd.iO. Pfister: Edwin Scharff Bd.lB.\nBd. 11. D. Henry: Maurice de Vlaminck Bd. 19.\nBd. 12. Frieg: Wilhelm Morgner 8d.20\nBd. 13. v. Wedderkop: Paul Klee Bd. 21.\nBd. 14. Zahn: Josef Eberz Bd. 22,\nBd. 15. D. Henry: Andri Derain Bd. 23\n8d.16. Valentiner: K. Schmidt-Rottluff Bd. 24.\n3. Reihe\nBiermann: Heinr. Campendonk\nKuhn: Emy Boeder\nBraune: Oskar Moll\nGraf: Maria Uhden\nWolfradt: George Grosz\nv. Wedderkop: Marie Laurencin\nHausenstein: Max Unold\nKirchner: Erich Waske\n4. Reihe\nBd. 25-26. Hartlaub: Vincent van Gogh\n8d.27. Kolle: Henri Rousseau\n8d.28. Huebner: Lodewijk Schelfhout\n8d.29. Suermondt: Heinrich Nauen\n8d.30. v. Wedderkop: Paul Cezanne\n8d.31. Einstein: M.Kiesling\n8d.32 Cohen: August Macke\nJAHRBUCH DER JUNGEN KUNST 1920\nHerausgegeben von Prof. Dr. Georg Biermann, XIV n. 348 S. Mit 8 Originalgraphiken\nnnd 285 Abb. / Einband nach Entwurf v. Max Pechstein: Grnndpreis 25 Mark / Num.\nVorzugsausgabe in 100 Expl. in Halbleder, mit signierter Original-Radierung von\nL. Meidner: Grundpreis 40 Mark\nJAHRBDCH DER JUNGEN KUNST 1921\nHerausgegeben von Prof. Dr. Georg Biermann / VIII u. 352 S. Mit 6 Original-Graphiken\nu. mehr als 300 Abb. in Halbleinen: Grundpreis 25 Ma? k, in Halbleder mit sign. Original-\nStahlstich von Felixmuller Grundpreis 40 Mark / Weiterhin wird das Jahrbuch\nder jungen Kunst 1922 demnachst erscheinen\nI\nKLINKHARDT & BIERMANN / VERLAG / LEIPZIG"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c020", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "174", "page_fin": "174", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "174", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.20", "debut_caractere": 189, "fin_caractere_exclue": 944, "texte": "MONATSSCHRIFT DER STURM / Dreizehntes Jahr\nErscheint am funften jedcn Monats\nMit mehrfarbigen Kunstbeilagen, Holzschnitten (stets vom Stock gedruckt) und Zeichnungen\nDauerbezug / Ein Jahr 1500 Mark / Ein Halbjahr 750 Mark / Einzelheft 150 Mark / Ausland: 4000 Mark\nVollstSndige Exemplare des 6. bis 8. Jahrgangs nur noch in wenigen Exemplaren vorhanden jc 2000 Mark\n9. bis 12. Jahrgang 1500 Mark / 1. bis 5. und 8. Jahrgang vergriffen / Einzelhefte alter JahrgMnge 150 Mark\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm sind signierte und nummerierte Handdrucke, von den\nmeisten Zeichnungen Kunstdrucke kauflich zu erwerben. Die Originate sind verkiiuflich.\nSturmbuhne / Jahrbuch des Theaters der Expressionisten / 1. bis 8. Folge / jede Folge 50 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c021", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "174", "page_fin": "174", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "174", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.20", "debut_caractere": 946, "fin_caractere_exclue": 1312, "texte": "KUNSTAUSSTELLUNG DER STURM\nBERLIN W9 / POTSDAMER STRASSE 134 a / AM POTSDAMER PLATZ\nGeoffnet taglich von 10—6 Dhr / Sonntags von 11—2 Uhr / Monatlicher Wechsel\nHundertdreizehnte Ausstellung\nNovember 1922\nJohannes Jtten\nSturnvGesamtschau\nHundertvierzehnte Ausstcllung\nDezember 1922\nAlexander Bortnyik\nPaul Fuhrthann\nOscar Nerlinger\nSturm'Gesamtschau\nTageskarte 5 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c022", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "174", "page_fin": "174", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.19", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "174", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.20", "debut_caractere": 1314, "fin_caractere_exclue": 2275, "texte": "Bucher aus dem Verlag Der Sturm mit neuen Grundpreisen\nAugust Stramm\nDu I Liebesgedichte / 4. Auflage 2.50 Mark\nTropfblut / Gedichte / geb. 750 Mark\nGesammelte Dichtungen / 2 Bande / Jeder Band\n5 Mark\nPaul Scheerbart\nGlasarchitektur / In 111 Kapiteln / 3.50 Mark\nErnst Marcus\nDas Erkenntnisproblem / 3.50 Mark\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte / 2.50 Mark\nRudolf Blumner\nDer Geist des Kubismus und die Kunste / 4 Mark\nLothar Schrcyer\nDie neue Kunst / 1.50 Mark\nDie Preise sind mit der jeweils festgesetzten Teuerungszahl zu multiplizieren. Zur Zeit: 210\nHerwarth Walden\nDie neue Malerei / Einfuhrung in den Expressionis-\nms 3 Mark\nDas Buch der Menschenliebe / Roman / 2.50 Mark\nSturm^Bilderbucher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nI Marc Chagall /vergriffen\nII Alexander Archipenko\nm Paul Klee\nIV Kurt Schwitters\nJeder Band 4.50 Mark\nV Maler des Expressionismus / 15 Farbdrucke:\nChagall I Kandinsky / Marc usw. / 12.50 Mark\nMenschenkopfe 12 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c023", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "174", "page_fin": "174", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "174", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.20", "debut_caractere": 2277, "fin_caractere_exclue": 2632, "texte": "Der Sturm ftbernimmt die Veranstaltung yon\nSturm -Ausstellungen (Gesamtschau und Einzel*\nausstellungen) in alien Stadten und Landern.\nDer Sturm vermittelt nu r den Verkauf von\nWerken der Kunstler, die er durch eigene Aus-\nstellungen anerkennt.\nStandfge Verkaufsstelle fur Graphik\nVerlag Der Sturm G. m. b. H.\nPotsdamer Strafie 134 a / Gartenhaus rechts II"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1922-11-05-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1922-11-05_01#c024", "volume": "bmtnabg_1922-11-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "174", "page_fin": "174", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "174", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.20", "debut_caractere": 2634, "fin_caractere_exclue": 2786, "texte": "Im November erscheinen:\nAlbert Gleizes:\nDer Kubismus / Die Mittel zu seinem Verstandnii\nKurt Schwitters:\nDie Blume Anna\n•\nKurt Schwitters:\nAuguste Bolte"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.1", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT\n/ HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\nDREIZEHNTER JAHRGANG / ELFTES HEFT\n\nLudwig Kassàk: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[156]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.2", "texte": "lllllllllllllllMimilMfiiiiiiiiiirMiMK'uiiiiiirnii \"hmmm \"\"mimmuh\nSELECTION\nCHRONIQUE DE LA VIE ARTISTIQUE\nDirecteurs: Andre de Ridder et P. G. van Heche / 67, Avenue Louise - Bruxelles\nAbonnement: 30 frs. par an (10 de 32 pag-es)\nPrix de la premiere annee, reliee toile frs. 40.—\ndeuxiene „ „ „ frs. 40.—\n»» » »\nLisez specialement les numeros conserves a l'Art Negre, la Gravure sur Bois,\nla Peinture hollandaise contemporaine. Prix: 7 frs. par No.\nSELECTION expose en Belgiqueetal'etranger, vend et achete des tableaux modernes\n\nDndidrocherei Ridsard Stem Nadii.\nBERLIN N54 / BRUNNENSTRASSE 188/190\nFERNSPRECHcANSCHL US S: NOR D E N Nr. 3393\nlie fe rt samtliche Drucksadien,\nein* und mehrfarbig, schnell, gut und billig\n\nI Papieriabrik-Lager L Bather ||\nH Berlin W9. Potsdamer Strafie 20\n•• ••\nH Sonderheit Untergrund*Kartons fur moderne Photographie\nBiittensPapiere fxir beste Buchausstattung / Werkdruck*Papiere\nH Farbige Ueberzugs*Papiere fiir Buchbinder\n•j Leipzig MpA A nccf FranHlurl o. fl.\nSS Bugrahaus FICD-AUSSICfIIUIIJg Werkbundhaus §\nM ••\n•• ••\n\nSTCeujett lis#e\n® **« af a\ngetne\nofpefte\n3eUf<#rtften\nunt) 2Ber?e\n©ef & olle\n93 r o f,d) ii r en\nGpejialUat: SRe&rfar&enbrucf\nBERLIN NO.IB\nWassmaxin-Sflrasse 27\nTel. KtfnigStadt 8269.1176\n\njiiiiMiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiivj\n| Die |\ni Vereinigung I\n| der Kunsifreunde \\\ni Ad. 0. Troitzsch\n™ m\n\\ Berlin-Schoneberg \\\n\\ Feurigstrasse 59\n= bietet ihren Mitgliedern fur I\n= den Jahresbeitrag von 400 Af. =\nE jahrlich ein Freiblatt (Laden- \\\nE preis 2000 M.) sowie in jedem E\nE dritten Jahre eine Pramie \\\nE (Ladenpreis 1000M.)aus mehr \\\nI als 800 kunstlerisch ausge- \\\nE filhrten Original-Reproduk- l\nE tionen, dießerechtigung,samt- \\\n\\ licheßlatterzuVorzugspreisen \\\n\\ zu beziehen, sowie Werbepra- l\n\\ mien in Bildern und Por- \\\n\\ zellanen. Prospekte gratis. I\n%iiiiii>iiii>iiiiiiiiiitiiiii*iaaiaiiaiaiiiaiaiiiiaiiaa>illiailll£\n\nDas beste Geschenk fiir Grofi und Klein\nP A\nPAP ■ E\nV A\nra a\nFARBNAPPE\nGesamtwerk 69 Papierfarben von hochster Farbkraft liefert\nPAPIERFARBBILDER\nvon unerreichter Schonheit / Geschiitzt in alien Kulturstaaten\nBisher erschienen:\nPafama A =25 Farben hochkiinstlerisches\nPafama B —22 Farben Vorlagenwerk fur jede Mappe\nPafama C =22 Farben Gebrauchsanweisung\nPafama Stern =11 Farben fiinfsprachig\nXelkrvntftelf\nJ^unshnappe! Jffalftasfenf\nZu beziehen durch\nPAFAMA W A LDEN & CO. / BERLIN W 9\nPOTSDAMER STRASSE 134 a"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "157", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.3", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT / HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\n\nVersuch zur Reaktion\n\nGeist ist Abstraktion der Materie. Der Geist\nder Zeit ist die Materialisierung der Ab-\nstraktion. Die Wichtigkeit der Materie ist\n\"erkannt. Sie soll aber individualisiert\nwerden, damit sie geistig sei. Geistig genug\nfür die Individuen der Zeit. Die Individuen\nsind unwesentlich materiell, möchten aber\ndas Materielle wesentlich machen, um sich\nim Wesenlosen materiell sicher zu fühlen.\nAuf das Wesenlose wollen die Individuen\nnun einmal nicht verzichten, deshalb haben\nsie eine Auffassung vom Wesenlosen. Geist\nist alles, denken sie persönlich, und sie be-\ngreifen den Geist, der sich nicht fassen,\naber auffassen lässt. Auffassung ist aber\nstets Abstraktion der Materie und die Materie\nlebt, indessen die Abstraktion schon lange\nabstrahiert ist. Sie verschwindet unter den\nSchritten und Griffen jeder neuen Jugend.\nWenn die Jugend schreiten und greifen\nkann. Und das kann jede Jugend, wenn\nsie in ihren Sinnen die Besinnung sucht,\nnicht aber in den Sinnen der Anderen, in\ndem Sinnen der Anderen. Abstraktion aus\nder Abstraktion ist Geburt aus einer Leiche.\nJede Vergangenheit ist tot, also unsinnlich.\nNur das Sinnliche lebt. Und nur aus dem\nSinnlichen ist Unsinnliches zu abstrahieren.\nMüssen Tote auferstehen, um das Leben\nsichtbar zu machen. Hat irgendwie irgend-\nwo irgendwann eine Wiedergeburt stattge-\nfunden. Ist die Geburt nicht schon Wunders\ngenug, als dass man eine Wiedergeburt ab-\nstrahieren muss. Das Leben in Geist ist\nder Körper in Spiritus. Verhinderung der\nVerwesung, also Verhinderung des Lebens.\nDenn die Verwesung ist wesentlich.\nDie Verhinderung des Lebens wird von\nder Kulturmenschheit Wissenschaft, die Ver-\n. Hinderung der Sinne Kunst genannt. Die\nKulturmenschheit fühlt das Leben in La-\nboratorien und Museen. Sie fühlt das Leben\ndurch das Leben der Anderen. Sie lässt\nsich das Leben überliefern. Sie bildet sich\nihre Individualität nach Überlieferung. Sie\nbildet sich ihre Sinne nach Abbildungen.\nUnd wenn sie sich irgend eine Überlieferung\nKP '-IxJSfr, -Z.\\ '■ ixT \" iaaiJj «r~~ V/r- ■\neingeprägt hat. bekommt sie Charakter und\nsogar Individualität. Man führt Krieg wie\nNapoleon, man regiert wie Friedrich der\nGrosse, man denkt wie Kant, man dichtet\nwie Goethe, man malt wie Rembrandt, man\nliebt wie Don Juan oder Lucrezia Borgia\nund man lebf sogar wie irgend jemand, der\nzu leben verstanden hat. Und wenn es\nauch nur der Onkel gewesen ist. So fühlt\nman sich als Kulturmensch oder fühlt man\nsich als Geist. So fühlt man sich als\nIndividualität. Die Qualität des Geistes\nwird nach der Assoziation gewertet. Die\nAssoziation nach der Quantität der Be-\nteiligten.\nDie optische Assoziation gilt als Kunst.\nAls man endlich wieder erkannt hatte, was\nKunst ist, als man wieder Kunstwerke sah,\nwar den Kunstmalern die Kunst gelegt, da\nsie sich nie auf das Handwerk gelegt hatten.\nNoch weniger auf das Augenwerk. Sie\nhatten nur und ausschliesslich mit der op-\ntischen Assoziation gearbeitet. Der Reiz der\nIndividualität ging verloren. Das individu-\nelle Publikum, die individuelle Kennerschaft,\ndie individuelle Presse war haltunglos. Sie\nkonnten sich an nichts im Bilde mehr halten.\nKein Mensch, kein Baum, nicht einmal der\nStrohhalm war mehr zu sehen. Die Bilder\nwaren nur Farbformen, bei denen die Ein-\nbildungskraftversagte, weil diese Einbildung\neben nur eine Assoziation war. Die Kunst-\nmaler mussten also logisch für sich und\nwenigstens für die Kenner und die Presse\ndie Individualität wiederfinden. Das Publi-\nkum hat sich indessen an die Kunst gewöhnt.\n, Und da der Reiz der Neuheit nicht fehlen"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "158", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.4", "texte": "durfte, wurde der Neuklassizismus erfunden.\nMan wollte wieder die Klassiker malen.\nDie Individualität der verstorbenen Vor-\nfahren wieder leben. Und zwar ganz korrekt\nrückwärts. Ohne Ausschluss der Verwandt-\nschaften steigender und fallender Linien.\nVon den Linien hatten die Maler sowieso\ngenug. Es kommt ihnen mehr auf die Ver-\nwandschaft an. Über zu Michel-\nangelo. Die Maler hatten auf höchst ein-\nfache Weise ihre Individualität wiederge-\nfunden. Die Kennerschaft kann wieder\nerkennen, was man!kauft. Und die Presse\nhat es immer gesagt, dass man wießembrandt\nmalen müsse. Nur dem Publikum sind\nindessen die Augen aufgegangen. Das\nPublikum hat nämlich keine Individualität.\nDas Publikum glaubt nicht mehr an die\nIndividualitäten, die es stets in dem Glauben,\nin der Hoffnung und im Leben betrogen\nhaben. Das Publikum ist Volk geworden.\nDas Volk ist die Menschheit.\nUnd die Menschen sind alle gleich.\nDieses Heft enthält zwei Beispiele des Neu-Klassi-\nzismus.\n\nHerwarth Walden\n\nFRANZ MÜLLERS\nDRAHTFRÜHLING\nErstes Kapitel\n\nUrsachen und Beginn der grossen glor^\nreichen Revolution in Revon\n••\n(Abdruck und Übersetzung, Verfilmung und Vortrag\nverboten)\nWas müssen das für Bäume sein,\nwo die grossen Elefanten spazieren\ngehen, ohne sich zu stossen\nDas Kind spielte. Und sah einen Mann\nstehen. „Mama\", sagte das Kind; die Mutter:\n„Ja\". — „Mama\" — „Ja\" — „Mama\" —\n„Ja\" — „Mama, da steht ein Mann!\" —\n„Ja\" — „Mama, da steht ein Mann!\" —\n„Ja\" — „Mama, da steht ein Mann.\"\n„Wo?\" — „Mama, da steht ein Mann.\" —\n„Wo?\" — „Mama, da steht ein Mann.\" —\n„Wo steht ein Mann?\" — „Mama, da steht\nein Mann!\" — „Wo steht ein Mann?\" —\n„Mama, da steht ein Mann!\" — „Ach was!\"\n„Mama, da steht ein Mann!\" — „Lass doch\nden Mann stehen.\" — „Mama, da steht ein\nMann!\" Die Mutter kommt. Tatsächlich steht\nda ein Mann. Merkwürdig, was mag der da\nwohl zu stehen haben? Man sollte doch\nlieber den Vater mal rufen. Die Mutter:\n„Vater!\" Der Vater: „Jawohl*\" — „Vater, da\nsteht ein Mann.\" — „Jawohl.\" — „Vater, da\nsteht ein Mann.\" — „Lass ihn stehen.\" —\n„Vater, da steht ein Mann!\" — „Was will denn\nder Mann?\" — „Das weiss ich nicht, frag\nihn doch mal!\" — „Lass doch den Mann\nstehen!\" — „Vater, nun komm aber endlich,\nda steht jemand und sieht.\" — Der Vater\nkommt Tatsächlich, da steht jemand und\nsteht. „Mein Herr, warum stehen Sie da?\"\n— Der Mann steht, „Mein Herr, aus welchem\nGrunde stehen Sie da?\" — Der Mann steht.\nDas ist doch ganz ausserordentlich, da steht\nein Mann und antwortet\"nicht. „Mein Herr,\nich frage Sie zum dritten Male, weshalb\nstehen Sie da?\" — Der Mann steht.\nEs kommt jemand vorbei. „Herr Nachbar,\nkommen Sie mal, da steht ein Mann,\" —\n„Was ist los?\" — „Da steht ein Mann.\" —\n„Wieso\" — „Da steht ein Mann.\" — Der\nNachbar kommt. Tatsächlich steht da ein\nMann. Es kommen Leute vorbei, es bildet\nsich eine Gruppe von Leuten um den Mann.\nFragen werden laut, wie: „Warum steht\nder Mann da?\" — „Weshalb steht der Mann\nda?\" — „Wo steht denn ein Mann?\" —\n„Mann, warum stehen Sie?\" — „Herr,\nweshalb sieben Sie?\" — Der Mann steht.\nUnter der Menge, welche den Mann um-\nsteht, befindet sich übrigens noch ein\nFremdling. Keiner kennt ihn. Der Autor\nverrät, dass er Alves Bäsenstiel heisst.\nDer Mann steht. Es ist dies derselbe\nAlves Bäsenstiel, der meinen verehrten\nLesern aus seiner Erzählung von der\nZwiebel her bekannt ist: „Es war ein sehr\nbegaben würdiger Tag, an dem ich ge-\nschlachtet werden sollte.\" (Bevon in\nFamilienflaschen ä 2,50 M.) Der Mann\nsteht.\nInzwischen kommen andereÄLeute vorbei\nund bleiben stehen. „Was ist denn hier\nlos?\" — „Warum stehen denn die Leute\nda?\" — „Weshalb stehen denn die Leute\nda?\" — „Ist etwa jemand angefahren?\" —\n„Da steht ein Mann.\" — „Wieso?\" — „Der\nsteht da.\" — „Wieso steht der \" da?\" —\n„Der steht da.\" „Was will der denn?\""}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "159", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.5", "texte": "— „Der steht da.\" — „Ja, wieso steht denn\nder da, der muss doch was wollen.\" —\n„Das wissen wir eben auch nicht.\" — Frau\nSchön befindet sich übrigens auch unler\nden Anwesenden, jedoch das wird den\nLeser kaum weiter interessieren. Der Mann\nsteht.\nInzwischen kommt Herr Doktor Leopold\nteuerhake vorbei. Herr Dr. Friedrich Au-\ngust Leopold Feuerhake stutzt. Plötzlich\nsagt Herr Dr. Friedrich August Leopold\nKasimir Amadeus Feuerhake zu seiner Frau\nGemahlin Frau Doktor Amalie Feuerhake:\n„Amalie/4 sagt plötzlich Herr Dr. Friedrich\nAugust Leopold Kasimir Amadeus Gneomar\nLutetius Feuerhake zu seiner Gattin, „Amalie,\ndort ist ein Auflauf!\" — „Was für ein Auf-\nlauf,\" fragt Frau Dr. Amalie ihren Gatten\nden Herrn Dr. Friedrich August Leopold\nKasimir Amadeus Gneomar Lutetius Obadja\nFeuerhake. „Ein Menschenauflauf natürlich.\"\n(Revon ohne Rosinen.) Frau Dr. Amalie\nstutzt nun ebenfalls und zwar in durch-\naus vornehmer Art und Weise und blickt\nin der Richtung nach dem Auflauf. Sie\nnimmt ihr Lornjong vor die Augen und\nsagt zu ihrem Gatten: „Leopold, erkundige\ndich doch einmal, was denn hier eigent-\nlich los ist.\" Herr Dr. Leopold fragt einen\nMann: „Was ist denn hier los?\" — „Weiss\nich nicht.\" — Herr Dr. Leopold fragt weiter:\n„Was ist denn hier passiert?\" — „Da steht\nein Mann.\" — „Wieso?\" — „Da steht ein\nMann/' — „Aber da kann doch kein Mann\nstehen!\" — „Jawohl, da steht ein Mann.\"\nAber Mensch, überlegen Sie, wo soll da ein\n„Mann stehn?\" — „Jawohl, dasteht ein Mann.\"\n— Herr Dr. Leopold bahnt sich einen Weg\ndurch die Menge, er will doch den Mann\nmal stehen sehn. Frau Dr. Amalie folgt\nihm. Tatsächlich, da steht ein Mann. Herr\nDr. Friedrich August Leopold Kasimir\nAmadeus Gneomar Lutetius Feuerhake und\nseine Gemahlin Frau Dr. Amalie staunen;\nda steht tatsächlich ein Mann. Tatsächlich,\nda steht ein Mann. „Ja,\" sagt darauf der Dr.,\n„nun erwächst nur die eine, allerdings\nnicht ganz unwichtige Frage, warum denn\nder Mann da steht.\" Herr Feuerhake ist\nnämlich von Beruf aus Redakteur und\nKritiker. Der fremde Herr Alves Bäsen-\nstiel wird jetzt auf Feuerhaken aufmerksam.\nEr ist im übrigen gerade damit beschäftigt,\nsich den unauffälligen Namen Meyer bei-\nzulegen. „Du hast Recht,\" sagt darauf\nFrau Dr. Amalie zu ihrem Gatten, „nun\nerwächst nur die eine, allerdings nicht ganz\nunwichtige Frage, warum denn der Mann\nda steht.\" — „Das Einfachste wird sein,\"\nsagt darauf der Dr., „ich frage den Mann\nselbst/' — „Du hast Recht,\" sagt darauf\nFrau Dr. Amalie, „Das Einfachste wird\nsein, du fragst den Mann selbst/' Darauf\nsagt der Dr.: „Mein Herr warum stehen\nSie eigentlich da?\" Der Mann steht.\n„Mein Herr, aus welchem Grunde stehen\nSie eigentlich da?\" Der Mann steht. „Mein\nHerr, ich frage Sie zum dritten Male, wes-\nhalb stehen Sie eigentlich da?\" Der Mann\nsteht. „Mensch, sind Sie eigentlich taub?\"\nDer Mann steht. „Antworten Sie!\" Der\nMann steht. „Herr, ich begreife nicht, was\nSie hier eigentlich zu stehen haben.\" Herr\nDr. Feuerhake ist nämlich von Beruf aus\nKritiker. Der Mann steht.\nNun wird es aber Frau Dr. Amalie zuviel.\nSie drängt ihren Gatten zur Seite und wendet\nsich an den Mann mit den Worten: „Mein\nGatte fragte Sie Wiederholtermassen, was Sie\nhier zu stehen haben. Wer sind Sie denn\neigentlich? Wer sind Sie denn eigentlich,\ndass Sie meinem Gatten nicht antworten?\nWissen Sie etwa nicht, wen Sie vor sich\nhaben? Mein Gatte ist hochwohlgeboren Herr\nDoktor Friedrich August Leopold Kasimir\nAmadeus Gneomar Lutetius Obadja Jona\nMicha Nahum Habakuk Zephanja Hagai\nSacharjasMaleachi Feuerhake, Leiter der\nZeitung Revon, und dieser Mensch steht da.\nAntworten Sie meinem Gatten, dem Herrn\nLeiter!\" Der Mann steht.\nNun wird aber Frau Dr. Amalie erregt. Sie\nSie nimmt ihr Lornjong vor die Augen und\nnimmt dasselbe wieder ab. Es ist sehr\nheiss zwischen der Menge. (Bei rheuma-\ntischen Zahnschmerzen und Kopfweh ge-\nnügen meist 2—3 Revontabletten, und zwar\nauf den Bauch.) Frau Dr. Amalie fühlt,\ndass aller Blicke auf sie gerichtet sind,\nFrau Dr. Amalie fühlt, dass sie heute die\nHauptperson ist, Frau Doktor Amalie fühlt,\ndass sie jetzt etwas sagen muss, Frau Dr.\nAmalie schnauft wenige Sekunden, dann\nwendet sie sich an den Mann mit den\nWorten: „Was bildet sich dieser Mensch\ndenn überhaupt ein? Ich bin Frau Dr.\nAmalie Feuerhake, dieser Herr hier ist\nmein Gatte, der Redakteur Feuerhake, Leiter"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "160", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.6", "texte": "der Zeitung Revon, und dieser Mensch\nsteht da. Ich und mein Gatte wir beide\nfragen diesen Menschen Wiederholtermassen,\nwas er da zu stehen habe, und dieser Mensch\nsteht da und antwortet weder mir, noch\nmeinem Gatten. Herr, ich verbitte mir\nsolche dreisten Beleidigungen!\" —\n„Liebe Amalie,\" versuchte der Dr. Redakteur\nzu beruhigen. „Die Frau hat ganz Recht,\"\nsagte plötzlich der fremde Herr Alves\nBäsenstiel. Alle Köpfe drehten sich nach\nihm um. (Beim Fernsprecher aufzuhängen,\nVerpackung wird zum Selbstkostenpreis be-\nrechnet. Setzt man 'das Spielzeug wieder\nhin, läuft es von selbst wieder weiter.)\n„Der Mann hat Recht,\" sagte jemand aus\nder Menge. „Wer hat Recht? fragte eine\nStimme aus der Menge. Der Dr. Redakteur\nwollte wieder etwas sagen,-aber da fühlte\nseine Frau Gemahlin, dass sie etwas sagen\nmusste. „Dieser Mann,\" sagte sie, „dieser\nMann ist ein Lümmel.\" Feuerhake zuckte\nzusammen. „Der Mann ist ein Verbrecher,\"\nsagte Alves Bäsenstiel trocken. „Dieser\nMann,\" sagte Frau Dr. Amalie, „dieser Mann\nist ein ganz ungezogener Mensch.\" Und, als\nob sie plötzlich ihre Selbstbeherrschung ver-\nloren hätte, sagte sie einen Ausdruck, einen\nAusdruck, den sie wahrscheinlich von einem\nganz ungebildeten Menschen gehört haben\nmusste, einen Ausdruck, den sie wahr-\nscheinlich bislang nicht über ihre vor-\nnehmen Lippen gebracht hatte, einen Aus-\ndruck, wie ihn der Autor selbst nie gebraucht\nhaben würde, nämlich: „Lauseaas.\" —\n„Filu'* rief jemand, „Rübenschwein\". „Der\nMann ist ein Verbrecher,'\" sagte Alves\nBäsenstiel wieder ganz deutlich.\nHier lässt der Autor zunächst ein selbst-\nverfasstes Gedicht folgen:\nViereck.\nLaue Milch Kampf Deine Seele Dreieck\nBlumen blüten gelbe Monde in der Sonne\nMond blauen gelbe, gelbe Tage\nUnd der Frosch schrägt die wäle Frage\nDeiner Augen\nTauen Augen Dir entgegen\nLaue Milch Kampf deiner Seele Dreieck\nDir\nUnd Du\nUnd Augen wälen Frage Samt den Frosch.\nUnd nun folgt zunächst wieder der Anfang\ndieser Geschichte. Das Kind spielte. Und\nsah einen Mann stehen. „Mama,\" sagte das\nKind. Die Mutter: „Jau —- „Mama\" — „Ja\"\n— „Mama\" —„Ja\" — „Mama, da steht ein\nMann/' — „Ja\" — „Mama, da steht ein\nMann.\" — „Ja\" — „Mama, da steht ein Mann.\"\n— „Wo\" — „Mama, da steht ein Mann.\"\n— „Wo\" — „Mama, da steht ein Mann.\"\n— „Wo steht ein Mann?\" — „Mama, da\nsteht ein Mann.\" — „Wo steht ein Mann?\"\n— „Mama da steht ein Mann.\" — „Ach was.\"\n— „Mama, da steht ein Mann.\" — „Lass\ndoch den Mann stehen.\" — „Mama, da\nsteht ein Mann.\" — Die Mutter kommt.\nTatsächlich da steht ein Mann. Merkwürdig,\nwas mag der da wohl zu stehen haben. Man\nsollte doch lieber den Vater mal rufen. Die\nMutter ruft den Vater, der Vater ruft den\nNachbarn. Der Mann steht. Es bildet sich\neine Gruppe von Menschen und zwar um\nden Mann, in Klammern ein Auflauf. Herr\nDr. Friedrich August Leopold Kasimir Ama-\ndeus Gneomar Lutetius Feuerhake von der\nZeitung Revon und seine Frau Gemahlin,\nFrau Dr. Amalie Feuerhake, erkundigen\nsich vergeblich nach dem Grunde, weshalb\nder Mann da steht. Frau Dr. Amalie wird\ndabei aufgeregt und lässt sich hinreissen\nzu Ausdrücken, zu Ausdrücken, die sie\nwohl von irgend einem ganz ungebildeten\nMenschen gelernt haben musste, zu Aus-\ndrücken, die sie bislang nicht auf, geschweige\ndenn über ihre vornehmen Lippen gebracht\nhatte, z. B. „Lauseaas.\" Es fallen noch mehr\nSchimpfworte, wobei es eine Preisfrage ist,\nob es Schimpfworte oder Schimpfwörter\nheisst. Alves Bäsenstiel nennt den Mann\nsogar einen Verbrecher, er hat es zweimal\nganz deutlich gesagt, besonders das zweite\nMal, nachdem Frau Dr. Amalie sich hatte hin-\nreissen lassen zu Ausdrücken, wie sie der\nAutor nie gebraucht haben würde: „Lause-\naas!\"\nIn diesem kritischen Augenblick lässt der\nAutor sein selbstverfasstes Gedicht „Viereck\"\nfolgen:\nViereck.\nLaue Milch Kampf deine Seele Dreieck\nBlumen bliiten gelbe Monde in der Sonne\nMond gelben blaue, blaue Tage\nUnd der Frosch schrägt die wäle Frage\nDeiner Augen\nTauen Augen Dir entgegen\nLaue Milch Kampf Deiner Seele Dreieck,"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "161", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.7", "texte": "Michael Larionow: Portrait"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "162", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.8", "texte": "Viereck, Fünfeck, Sechseck, Siebeneck, Acht-\neck, Neuneck, Zehneck,\nDir\nUnd Du\nUnd Augen wälen Frage Samt den Frosch.\nWas müssen das für Bäume sein, wo die\ngrossen Elefanten spazieren gehn, ohne sich\nzu stossen!\nUnd wenn Du denkst der Mond geht unter,\nEr geht nicht unter, es scheint blos so. Et\nquand tu songes, la lune se couche, il ne\nse couche, eile ne fait qu'ainsi.\nUnd wenn Du denkst der Mond geht unter,\ner geht nicht unter . . .\nUnd nun folgt zunächst nieder der Anfang\ndieser Geschichte! Das Kind spielte. Und\nsah einen Mann stehen. „Mama,\" sagte das\nKind. Die Mutter: „Ja.\" — „Mama/' —\n„Ja.\" — „Mama.\" — „Wo?\" — „Mama.\" —\n„Wo?\" — „Mama.\" Der Leser weiss es\nnun selbst, wie es weiter geht; aber es\nkann nicht deutlich genug gesagt werden,\ndass da ein Mann steht resp. gestanden\nhat. Wir werden ja sehen.\nKurz darauf erscheint Anna Blume. Anna\nBlume? Jawohl, geliebter Leser, dieselbe\nAnna Blume, von hinten wie von vorne\nA-N-N-A, aber es war noch vor der Zeit,\nals Steegemann sie verlegt hatte, sie war\nnoch nicht einmal im „Sturm\" erschienen,\ngeschweige durch den deutschen Blätter-\nwald mit Anmerkungen der Redaktionen\ngehetzt. Sie war noch so gut wie unbe-\nkannt. (Zur Erhöhung der Betriebssicher-\nheit ist bei der Bergfahrt die vordere Hälfte,\nbei der Talfahrt die hintere Hälfte stärker\nzu besetzen. Jeder Missbrauch wird straf-\nrechtlich verfolgt.) Bescheiden stellte sie\nsich weit hinten ab. Blau ist die Farbe\nDeines gelben Haares. Und sah, dass da viele\nMenschen versammelt waren, aber sie ge-\ntraute sich nicht zu fragen. Und in der\nMitte stand ein Mann und bewegte sich\nnicht. Es schien Anna Blume, als ob die\nLeute wegen dieses Menschen da standen.\n(Lucie, Du liebst mich nicht, wohl weil ich\nein Friseur bin?) Ein leises Summen, wie\nvon einer Summe von Fragen summte\ndurch die Leute. „Sit,\" summte plötzlich\nder Dr. Redakteur und wollte sich damit\nlateinisch ausdrücken, „sit, aber warum ant-\nwortet denn der Mann nicht wenigstens?\"\nDiese verwogene Bemerkung hätte er lieber\nunterlassen sollen, denn mit einem Male\npackte der heilige Zorn Frau Dr. Amalie\nFeuerhake.\n„Was,\" rief sie „u-und Sie wollen jetzt\netwa i-immer noch ein ge-ge-b-b-bil-de-ter\nMensch sein? Flegel, mein Mann ist K-Kunst-\nkritiker, Redakteur, L-L-Leitv, Heraus*\ngeber, M-Minister, jawohl Minister des\nStaates Revon, Sie Lümmel, Lulatsch,\nLumich, Schwein, Sie Schwein, Sie ge-\nmeines Schwein, Sie Hanswurst, Sie Trottel,\nSie blödes Aas, Sie Rinds Kaffer, Sie Lause-\naas!\" Und mit diesen Worten fühl Sie in\nOhnmacht. Der Autor weiss es an dieser\nStelle sehr wohl, dess_es eigentlich fiel\nheissen muss, aber Frau Dr. Amalie fühl,\ndenn das passte besser zu ihrer durchaus\nvornehmen Persönlichkeit. „Der Mann ist\nein Verbrecher,\" sagte Alves Bäsensliel,\naber keiner achtete auf ihn. Man sah Frau\nDr. Amalie sinken, sinken in die Arme ihres\nGatten, des Dr. Redakteur Herrn Friedrich\nAugust Leopold Kasimir Amadeus Gneomar\nLutetius Feuerhake. (Revon vor blutigen\nEreignissen.)\nIch stelle hier ausdrücklich fest, dass es\ndie Frau jenes angesehenen Redakteurs und\nKritikers Feuerhake, einer der angesehensten\nZeitungen der Stadt Revon war, welche\njetzt ohnmächtig in den Armen ihres Gatten\nlag. Blut rinste Eimer dick fest Peitsche\nQuirl Zitrone. Die Leute standen Spalier,\nwährend Frau Amalie von ihrem Gatten\nund einem herbeigeeiten Arzte zur Seite aut\neine Rasenbank geschleift wurde. Das\nLornjong fühl dabei unter die Menge, wo-\nrüber sie fast wieder zum Bewusstsein er-\nwacht worden wäre. Und der Mann stand\nimmer noch.\nWährend ein Teil der Menge sich mit In-\nteresse um Frau Dr. Amalie gruppierte, war\nes Anna Blume möglich, ein wenig näher\nvorzukommen. Sie sah jetzt den Mann ganz\ndeutlich, ein schöner Mann, ein wenig zer-\nlumpt angezogen, so etwa wie der Volks-\nmund sich Franz Müller vorstellt. Der\nAnzug war auch etwas eigenartig. Anna\nBlume dachte dabei etwa an die Merz-\nplastiken des Autors. Er war nicht etwa\ngestopft oder geflickt, sondern mit Brettern\nvernagelt und mit Draht umspannt. Anna\nBlume dachte dabei etwa an die Merzplastiken\ndes Autors; ekelhaft, so etwas in die Tat\numzusetzen; eine wandelnde Merzplastik,"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "163", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.9", "texte": "Juan Gris: Portrait"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "164", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.10", "texte": "d.h. der Mann wandelte ja garnicht, der\nMann stand. Er tat ihr so leid, sie wusste\nnicht weshalb. Es ist dieses übrigens die\nStelle, wo der Autor den Anfängen einer\nLiebe zwischen Anna Blume und Franz\nMüller nachspüren könnte. Jedoch tut er\ndieses nicht, sondern wendet seine Auf-\nmerksamkeit Alves Bäsenstiel zu. Alves\nBäsenstiel benutzte die ganze Aufregung um\ndie Ohnmacht der Frau Dr. Amalie, um näher\nan den stehenden Mann heranzukommen.\nGerade als Frau Schön „Pfuideubel\" sagte,\nmitten auf das Parkett spuckte und sich\ndadurch zum Mittelpunkte des lebhaftesten\nInteresses machte, marschierte Alves Bäsen-\nstiel vor, unmittelbar vor das Gesicht des\nMannes. Der Mann stand immer noch,\ner hatte, wie der Chronist Ilans Arp sagt,\nohne Frage einen sehr schweren Stand.\nPlötzlich sagte Alves Bäsenstiel: „Ihr Leute\nhört auf mich, seht diesen Mann an, dieser\nMann fordert Euch heraus. Dieser Mann,\nder hier steht, steht hier, dieser Mann.\nfordert Euch heraus, dieser Mann, der hier\nsteht, dieser Mann fordert Euch heraus,\ndieser Mann steht hier. Der Mann, der Euch\nherausfordert, steht hier, der Mann, der hier\nsteht, fordert Euch heraus, der Mann, der\nhier steht, steht hier, der Mann, der Euch\nherausfordert, fordert Euch heraus; das\nkommt aber einer Herausforderung gleich,\noder denkt Ihr etwa, der Mann stände hier\nbloss zum Spass; o nein, zum Spass steht nie-\nmand nirgends. Dieser Mann hat eine Absicht,\nwenn er hier steht, seht ihn an, wie er\nhier steht, so steht keiner ohne Absicht.\nAber was wird seine Absicht sein? 0 Ihr\neinfältigen Toren, Ihr könnt natürlich den\nSchwindel nicht durchschauen; aber ich\nweiss, welche Absicht er hat, ich kenne\ndiese Art Menschen. Der Mann ist ein\nVerführer, ein Verführer des Volkes. ~Bravo\"\njubelte die Menge. ~Du bist belogen,\nVolk, Du wirst belogen, Volk, Dein Los ist\nLüge.\" „Bravo,\" jubelte die Menge. „Ich\naber sage Euch die Wahrheit, der Mann ist\nein Verführer, wer aber Euch verführt, be-\nleidigt Euch. Ein Volk darf sich aber nicht\nbeleidigen lassen. Ein Volk, das Ehre hat,\nzu beleidigen, kommt aber einer Majestäts-\nbeleidigung gleich. Ein beleidigtes Volk,\ndas Ehre hat, muss handeln. Männer von\nRevon, habt Ihr Ehre? Dann handelt,\nhandelt, handelt! Wenn Ihr nicht handelt,\nbeschämt Euch dieser Mann.\" ~Bravo,\"\njubelte die Menge. — ~Der Mann hat Euch\nschon beschämt, der Mann ist ein Beschämer.\nEin Beschämer ist ein Dorn im Auge des\nVolkes. Wollt Ihr einen Dorn in Euerm Au ge\ndulden? Männer von Revon, Balken kann\nman im Auge haben, Balken darf man im\nAuge haben, denn Balken sind gesetzlich\nerlaubt, Dornen aber nicht. Balken machen\nden Menschen sehend, dass er die Splitter\nim Auge des Nächsten erkennt, Dornen\naber schmerzen und machen den Menschen\nblind. Dieser Mann ist kein Balken, dieser\nMann ist ein I)orn!u — ~Bravo\" jubelte\ndie Menge. „Wisst Ihr, was man mit einem\nDorn im Auge tut?\" — ~Bravo\" übereiferte\nsich die Menge.\nIn diesem Augenblick wurde der Redner\nunlerbrochcn. In der Luft fuhr ein mit\n4 Ponnies bespannter Leiterwagen, in Form\neines Regenschirms, vorbei, auf dem in\nfeuriger Schrift mit nur grossen Buchstaben\nder Name P-R-A zu lesen war. Der Name\nhalte überhaupt nur Anfangsbuchstaben.\nDer Autor verrät, dass es eine Vorahnung\nwar, welche auf 4 Ponnies bestückt mit einem\nLeiterwagen gleich einem Kanonenrohr\ndurch die Luft sauste. Einer sagte: „Das\nhat der Autor gemacht, denn das passt\nnicht hierher.\" Und damit war die ganze\nStimmung für die grosse Rede Alves Bäsen-\nstiels aus. Da nun inzwischen auch Frau\nDr. Amalie soweit wiederhergestellt worden\nwar, dass wir sie hier wieder einmal er-\nwähnen müssen, glaube ich, dass es nun end-\nlich an der Zeit ist, die Polizei zu holen. Denn\nwozu haben wir überhaupt eine Polizei!\nHerr Dr. Friedrich August ging deshalb\npersönlich in einige Nebenstrassen, und\nsuchte, bis er einen verkrochenen Schutz-\nmann fand. Es war nämlich in jener\nso überaus sensiblen Stadt von jeher so\nSitte, dass die Polizei nur in den drin-\ngendsten Fällen eingriff, d. h. wenn die\nFälle gänzlich gleichgültig waren, und\nwenn der Beamte gefahrlos und mit grosser\nGeste, besonders aber ohne die Menge auf-\nzuregen, irgend einen gänzlich harmlosen\nMenschen festnehmen konnte. Ich erwähne\nhier ausdrücklich, dass dieses eine Sitte\nder Polizei nur des Freistaates Revon war.\nSah der Beamte aber Menschenansamm-\nlungen, so entfernte er sich unauffällig, takt-\nvoll und in weiser Vorsicht. Herr Dr."}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "165", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.11", "texte": "Friedrich August hatte es infolgedessen auch\nnicht leicht, einen Schutzmann zu finden,\nund als er einen gefunden hatte, denselben\nzu überzeugen, dass hier seine Mitwirkung\nerforderlich wäre. (Sois donc gentile.) Der\nBeamte hatte nämlich die falsche Meinung\ngehabt, dass er etwa den Volksredner Alves\nBäsenstiel festnehmen sollte; als er jedoch\nerfuhr, dass es sich nur um einen Mann\nhandele, der blos dumm dastände, kam er\nsofort mit*\n~Mein Herr,\" sagte er zu dem Manne. Der\nMann steht. „Ich muss, so leid es mir tut,\nIhre Personalien feststellen.4' — Der Mann\nsteht. „Wie heissen Sie?\" — Der Mann steht*\nAnna Blume lebte Welten in einer Minute.\nDer Mann steht. „Im Namen des Gesetzes\nsind Sie verhaftet/' Der Mann steht. „Der\nMann hat das Volk beleidigt,\" sagte Alves\nBäsenstiel. „Der Mann hat nichts getan, er\nhat blos dagestanden,\" sagte Frau Schön.\n„Kommen Sie,\" sagte der Beamte und hob\nseinen rechten Arm. Der Mann steht. „Eine\nWeigerung würde einer Beamtenbeleidigung\ngleichkommen.\"\nDa geschah das Unerhörte. Der Mann\nwandte den Kopf zur Seite. Schreck wühlte\nAugenlichter zischen Eingeweide. Der Po-\nlizist lächelte einen lakierten Apfel. Das\n• •\nPublikum war auf das Ausserste gespannt,\nman wartete irrsinnig, was sich ereignen\nwürde. Einige sahen schon wieder den\nNamen P-R-A mit nur grossen Anfangsbuch-\nstaben, nach Muster gefärbt. Ein junger\nKünstler rief dazwischen: „An sich ist ein\nKünstler doch etwas Lächerliches, haben\nSie nicht auch das Empfinden.\" (Spart\nLicht und Heizung!) Die Letzten von den\nZuschauern stellten sich auf die Zehen-\nspitzen. (Die Männer schwindeln ja alle.)\nEin Kind wurde zwischen zwei dicken\nFrauen zerquetscht. (Bin ich nicht ein süsser\nFratz?) Man warf die schlappen Überreste\ndes Kindes achtlos unter die Füsse. (Das\nAuge sieht den Himmel offen.) Einige kleinere\nLeute bemächtigten sich des Leichnams und\nstellten sich darauf, weil sie doch auch\netwas sehen wollten. Frau Dr. Amalie auf\nder Basenbank fühlte schmerzhaft, dass sie\nnicht mehr im Mittelpunkte des lebhaftesten\nInteresses stünde. (VVeisstDu es Anna, weisst\nDu es schon, man kann dich auch von\nhinten lesen, und Du, Du Herrlichste von\nallen, Du bist von hinten wie von vorne\nQ-R-S-T-U-V-W-Z.) Warte nur, balde, ruhest\nDu auch. Dieses Wort „balde\" gehört\nzweifelsohne zu den schönsten Erfindungen\nder Neuzeit. „Kommen Sie,\" sagte der Be-\namte und hob das linke Bein. Der Mann\nsteht. „Kommen Sie\", sagte der Beamte und\nhob den rechten Arm. Der Mann steht.\n„Mein Herr, wenn Sie nicht sofort mit-\nkommen,\" der Mann steht, „hole ich Ver-\nstärkung\".\nDa geschah das Unerhörteste. Langsam und\nmit der Buhe einer vollkommenen Maschine\nging der Mann, freundlich nach allen Seiten\ngrüssend, aber nicht mit dem Beamten,\nsondern in entgegengesetzter Bichtung. Die\nWeiber kreischen, die Männer staunen\nBäume, die Kinder liefen Schrei. Frau Dr.\nAmalie fühl in ihre zweite Ohnmacht, wo-\nbei es ihr sehr zu statten kam, dass sie noch\nauf der Basenbank ruhte. Der Beamte aber\nstand, wie der Mann vorher gestanden\nhatte; und der Mann ging.\nIn kurzer Zeit bot der Schauplatz der Hand-\nlung ganz deutlich das Bild einer gewalti-\ngen Explosion. Wie der Pulverturm platzt\ndurch den zündenden Funken, so liefen die\nLeute wie von einer plötzlichen Panik er-\ngriffen nach allen Seiten auseinander.Tumult\njagte Entsetzen wilde Flucht. Einige stol-\nperten über den Leichnam des zerquetsch-\nten Kindes und fielen. Diese Unglücklichen\nwurden von der rasenden Menge totge-\ntreten. Frau Dr* Amalie bekam bei dieser\nGelegenheit einen Fusstritt in die Gegend\ndes Bauches und erwachte infolgedessen re-\nlativ schnell aus ihrer zweiten Ohnmacht, um\nin die dritte zufallen. Genau wie bei der\nExplosion einige Grundmauern unverletzt\nstehen bleiben, so waren hier fünf Menschen\nstehen geblieben, die Leichen nicht mit-\ngerechnet; auch der Beamte stand und nahm\ndas Protokoll auf.\nEr notierte, dass ein Unbekannter, dessen\nPersonalien infolge von Schwerhörigkeit oder\nWidersetzlichkeit, oder aus einem dritten\nGrunde, oder aus einem vierten Grunde\nleider nachträglich nicht mehr festgestellt\nwerden konnten, welcher auch den um-\nstehenden Anwesenden leider nicht bekannt\ngewesen wäre, durch ungesetzliches Betragen\nden Tod von eins, zwei, drei, vier, fünf,\nsechs Bürgern und einem Kinde des Frei-\nstaates Bevon verschuldet habe. Infolge-\ndessen habe sich der unterzeichnete Beamte"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "166", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.12", "texte": "Veranlasst gesehen, den Mann rechtzeitig\nfestzunehmen. Der Festnahme aber habe\ndieser sich leider plötzlich und unerwartet\ndurch derartig übereilte Flucht entzogen,\ndass diese auch behördlicherseits leider nicht\nmehr verhindert werden konnte, zumal da\ndie Polizei zu jener Zeit und an jenem Orte\nleider nicht über ausreichende Kräfte verfügt\nhätte» Leider ereigneten sich dabei oder viel-\nmehr infolgedessen einige höchst bedauer-\nliche Unglücksfälle, und nun folgt die Auf-\nzählung derselben. Die anwesenden Zurück-\ngebliebenen wurden als Zeugen notiert. Alves\nBäsenstiel nannte sich bei dieser Gelegen-\nheit Lutetius Hagedorn. Darauf folgt die\nbehördliche Beschlagnahmung der Leichen.\nDie Leute wurden gestempelt, gewogen, auf\nTrichinen untersucht und in die Leichen-\nschauhalle gebracht zwecks Feststellung\nihrer Personalien, eine der Hauptaufgaben\nder hiesigen Polizei*\nEin mit Ziegenböckchen bespannter buck-\nliger Jüngling aber lief mit einer elektrischen\nSchelle durch die Strassen von Revon und\nrief: „Ausserordentliche Sitzung des Parla-\nmentes, ausserordentliche Sitzung des Par-\nlamentes, es handelt sich um nichts Ge-\nringeres, als um den Ausbruch der grossen,\nglorreichen Revolution.\"\n\nFortsetzung folgt\n\nVerleben Lacht\nLisa M. zu Eigen\n\nErste Stimme\nZweite Stimme\nMein müdes ungeruhtes Falten\nMein nahes unbelauschtes Leuchten\nDas leise Lassen meines Blutes\nDunkel Du\nBeblühen Deine hellen Hände\nBekenne unverlornes Schluchzen\nDein lächelkleines banges Knien\nVerringt das Taglicht enden soll\nUmleide unbegangene Wege\nBewerde Du Dein scheues Schüchtern\nUmschmeiden Unrast Geigen glocken\nVerseiden blassen bären Lust\nMein mondlicht weisses Silberboot\nIch sinke in Dein Lockenlachen\nBesingt den Wegsaüm wiegen Wälder\nBesterne seegesonnte Wiesenblumen\nWeiden Tränen golden Talblau\nWeinen weiter in die Welt\nIch will das Lächeln Deiner Augen fragen\nDein Ufersehnen sucht die Nacht\nDein haingehegtes Läuten schreit\nVerwenden ringt verliebe Lust\nDein Hall zerschämt verherzen Taublut\nBelacht das Bitten Deines Wollens\nUnd winkt verbluten loses Lüstern\nDein Klang verhallt\nDas Echo Deines Schreitens\nZerschreit das Schlagen erster Stunde\nUnd wächst verwinden lechzen Leben\nBeweine ewig ungefundenes Dasein\nBehüte handlos stilles Sternenlicht\nUnd senke Deine Atemstirne tief\nIch rufe renke sattes Bot\nYergehre schlaflos ungeträumte Schluchten\nIch will mein Sehnen überbrennen\nDen Schrei der Hunderttausende umbogen\nDein Lippenmund zerröten Kuss\nZersieden Sonne Blühen Blatt\nDein Blick zerwühlt das Sommerkleid\nVerblende kalte kralle Schatten\nUnd lass die Eine Nacht vorbei\nDu beugst Dein Knie in weiche Betten\nDu blickst den Abgrund heisser Scham\nUnd Licht bricht durch zerweiten Wir\nUnd Du\nIch hebe meine Hände auf\nUnd falte losgelöst das heisere Hassen\nUmwiege Schoss\nIch will Dich^küssen\nDu\nDas Licht\n4\nVerhalte mir das Stöhnen stiller Stunde\nBewehre Uns das Fliessen allen Blutes\nUnd blicke müde welke Matten\nIch hebe Deine Hände auf\nDein Kuss\nIch sehe wehe Sterne Dir entreissen\nBeeilt der Nähe zu entfliehen\nUnd dunkelt Knie das Auge ruht\nUnd klein steht Du\nDas Lächeln vor der Tür\nIch sehe Du\nIch halte mein Herz kalt\nVerhallt das Bluten meiner Wunde Schrei\nZerschreit"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "167", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.13", "texte": "Ludwig Kassàk: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "168", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.14", "texte": "Dein Blondhaar Blüht\nKehlt Gehren würgen heiss Hand\nGlüht Blutmund und Schlafen Deine Augen\nUnd wirf Dich in den Strom\nIst Tot\nDu lebst\nDu liebst\nDu Kniet\nDu\nIch treibe wellenlose Lustwill\nSchon Schmerzen meine Flammennarben\nDa\nDein Blondhaar blüht\nDas Atmen Deiner heissen Brüste\nWerden alles Wollen graben\nWächst\nBetreut Uns Träumen wiegweis bärt\nDu Sonne Dich verliebt Lichtlachen All\nIch bäre Uns in Mensch\nDein Kuss\nErleben überstrahlen Tanz\nIch Welten Gott umtränt\nDein weissen Leib\n*\nIch Licht zerküssen schlingen Hand\nIn Hand\nGeburt\n\nKurt Heinar\n\nDas Wort\nLothar Schreyer\n4. Der Expressionismus des Wortes\nDer Expressionismus erkennt das Wesen der\nMitte der Wortgestalt, nachdem der Futuris-\nmus die Mitte erkannt hat.\nDas Dasein der Mitte der Wortgestalt ist\nim Futurismus erkannt als der Schwerpunkt\nder rhythmischen Bewegung. Im Expres-\nsionismus geht die Erkenntnis über die\npunktuelle Ausdehnung hinaus.\nDer Punkt ist Null und als solcher ausser-\nhalb des anschaulich Erkennbaren. Um\ndas Wesen der Mitte der Wortgestalt an-\nschaulich zu erkennen, müssen wir uns den\n«\nPunkt durch Entsprechungen vorstellen.\nAm anschaulichsten ist der vorstellbare\nPunkt als Stern am Nachthimmel. Die\nSterngestalt erscheint unserm Blick trotz\nder drei Ausdehnungen ihrer Gestalt als\neine Gestalt mit der Nullausdehnung. Null-\nausdehnung wird dann der gerade noch\nvorstellbare Teil der einfachen Ausdehnung\ngenannt. Es ist auch möglich, dass der Punkt,\nals der der Schwerpunkt der rhythmischen\nBewegung erscheint, der gerade noch vor-\nstellbare Punkt einer mehrfachen Aus-\ndehnung ist. Bei der Sterngestalt erkennen\nwir die dreifache Ausdehnung. Wir erkennen\nsie, obwohl wir die Gestalt nicht unmittelbar\nsehen. Wir sehen die Sterne nicht selbst,\nsondern nur ihre Spiegelung. Von dieser\nsehen wir das Wesen der Gestalt ab.\nDer Schwerpunkt der rhythmischen Bewe-\ngung erscheint als die Spiegelung des gerade\nnoch vorstellbaren Punktes einer unbe-\nkannten Anzahl von Ausdehnungen. Dieser\nPunkt ist die Projektion auf eine Gestalt\nvon drei Ausdehnungen* Nach dem Gesetz\nder Entsprechungen, das wir im Futuris-\nmus erkannten, kann der Dreifaltigkeit nur\neine Dreifaltigkeit entsprechen. Der Drei-\nfaltigkeit einer ersten, zweiten und dritten\nAusdehnung entspricht eine Dreifaltigkeit\nder vierten, fünften und sechsten Ausdehnung.\nDie Dreifaltigkeit der vier-fünf-und sechs-\nfachen Ausdehnung spiegelt sich in der\nDreifaltigkeit der ein-zwei-und dreifachen\nAusdehnung* Ist es schon schwer, aus der\nSpiegelung der dreifachen Gestalt die drei-\nfache Gestalt zu erkennen, wie bei den\nSternen, so erhöht sich die Schwierigkeit\nnoch mehr bei der Spiegelung der sechs-\nfachen Ausdehnung in die dreifache Aus-\ndehnung. Die dreifache Ausdehnung und\nihre Spiegelung in die zweifache Ausdehnung\nliegen innerhalb der natürlichen Welt, der\nunsere körperlichen Funktionen angehören,\nalso innerhalb des gleichen Grades. Die\nvierte, fünfte und sechste Ausdehnung liegen\njedoch ausserhalb der natürlichen körper-\nlichen Welt. Wenn wir dennoch die sechs-\nfache Ausdehnung zu erkennen versuchen,\nso müssen wir diese Erkenntnis aus dem\nSpiegelbild der sechsfachen Ausdehnung\nabsehen. Diese. Ab-Sicht suchen wir zu\nbegreifen.\nDie einfache Ausdehnung ist die Linie, die\nzweifache Ausdehnung die Fläche. Die\nLinie ist anschaulich als Schnitt der Flächen.\nSo erscheint die Linie als die Stelle der\nFläche, wo sich die Flächen berühren. Für\ndie einzelne Fläche erscheint die Linie als\nSchwelle, über die man zur Fläche gelangt.\nDie dreifache Ausdehnung ist der Körper.\nDie Fläche ist anschaulich als Schnitt durch\n\nSchluss"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "169", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.15", "texte": "den Körper. So erscheint die Fläche als\ndie Stelle des Körpers, wo sich die Körper\nberühren. Für den einzelnen Körper er-\nscheinen die Flächen als Schwellen, über\ndie man zum Körper gelangt. Die vierfache\nAusdehnung soll erkannt werden. Die\ndreifache Ausdehnungerscheint als Schwelle,\nüber die man zur vierfachen Ausdehnung\ngelangt. Der Körper ist die Stelle der vier-\nfachen Ausdehnungen, wo sich vierfache\nAusdehnungen berühren. Die Linie berührt\ndie Fläche, die Fläche berührt den Körper,\nder Körper berührt die vierte Ausdehnung.\nDie vierte Ausdehnung berührt die fünfte\nAusdehnung, die fünfte berührt die sechste\nAusdehnung.\nDie dreifache Ausdehnung ist die Welt, von\nder wir ausgehen. Die drei Ausdehnungen\ndieser Welt sind die naturgemässe, die\ngeistesgemässe, die vernunftgemässe Aus-\ndehnung. Die naturgemässe Ausdehnung\nberührt die geistesgemässe, die geistesge-\nmässe die vernunftgemässe, die vernunft-\ngemässe Ausdehnung berührt die vierte\nAusdehnung. Die Welt der Gesetze erscheint\nals die Schwelle der vierten Ausdehnung.\nDie erste Ausdehnung stehtin unmittelbarer\nAbhängigkeit von der zweiten, die zweite\nvon der dritten, die dritte von der vierten\nAusdehnung. Die Stufenfolge der drei ersten\nAusdehnungen ist anders ausgedrückt: Wir-\nkung, Ursache, Absicht. Die Absicht ordnet\nUrsache und Wirkung. Die Absicht ist\nLiebekraft. Die Welt der Gesetze enthält\ndie Miittel zur Liebe. Das Mittel zur Liebe\nist das Gesetz. Das ist die Ab-Sicht, die\nwir absehen können. Das Gesetz als Mittel\nder Liebe ist der Schwerpunkt der drei-\nfachen Gestalt. Das ist die Erkenntnis der\ndreifachen Gestalt. In der Welt der Vor-\nstellung sind die Mittel der Erkenntnis, in\nder Welt der Vernunft ist diese Erkenntnis\nselbst. In der Welt der Vernunft sind die\nMittel der Liebe. Sie beherrschen die erste\nbis dritte Ausdehnung. In der vierten bis\nsechsten Ausdehnung herrscht die Liebe\nselbst. Sie ist in der sechsten Ausdehnung.\nDie fünfte und vierte Ausdehnung sind\nvon der Liebe abhängig, wie die zweite\nund vierte Ausdehnung von den Mitteln der\nLiebe abhängig sind. Durch die Ent-\nsprechungen ist die Welt der Gesetze in\nunmittelbarer Abhängigkeit von der sechsten\nAusdehnung.\nJede Wortgestalt ist also in unmittelbarer\nAbhängigkeit von der sechsten Ausdehnung,\nist eine Sechsfachheit. Die vernunftgemässe\nAusdehnung erscheint im Wort als rhyth-\nmischer Klang, Die vierte, fünfte, sechste\nAusdehnung sind nicht wahrnehmbar durch\nden gleichen sinnlichen Vorgang, der die\nerste, zweite und dritte Ausdehnung wahr-\nnimmt.\nDie Bewusstseinsebenen der vierten, fünften\nund sechsten Ausdehnung erschliesst der\nExpressionismus. Er erschliesst sie geistig\nund leibhaftig, geistig durch das Hinge-\nwendetsein der gesetzmässigen Vorstellung\nauf diese Ausdehnungen, leibhaftig durch\ndie Einordnung der \\Velt des Willens in\ndieses Hingewendetsein. Kraft und Dauer\ndes Hingewendetsein ist Voraussetzung für\ndie Bewegung zur erkannten Mitte. Das\nUeberschreiten der Schwelle der vierten\nAusdehnung vollzieht sich dann geistig und\nleibhaftig, das heisst im Leben des in der\nDreifaltigkeit der ersten drei Ausdehnungen\nlebenden Menschen, Der Mensch ist sich\ndann der sechs Ausdehnungen bewusst. Er\nweiss sie. Er weiss nicht nur von ihnen.\nEr weiss in ihnen. Er hat das in ihm ruhende\nsechsfache Bewusstsein befreit. Erschliessen\nKubismus und Futurismus das dreifache\nBewusstsein, so befreit der Expressionismus\ndas sechsfache Bewusstsein.\nNach dem Gesetz der Entsprechung ent-\nspricht die vierte Ausdehnung der ersten,\ndie fünfte der zweiten, die sechste der\ndritten Ausdehnung. Die sechste Ausdehnung\nverhält sich zur dritten wie die Liebe zur\nVernunft. Die fünfte Ausdehnung verhält\nsich zur zweiten wie das Vorgestellte zur\nVorstellung des Vorgestellten. Die vierte\nAusdehnung verhält sich zur ersten wie\ndas Gewollte zum Willen. Der Eintritt in\ndie vierte Ausdehnung bringt also die Er-\nfüllung des in der Welt des Willens Gewollten,\nder Eintritt in die fünfte Ausdehnung die\nErfüllung des in der Welt der Vorstellung\nVorgestellten, der Eintritt in die sechste\nAusdehnung die Erfüllung der Gesetze: die\nLiebe. Wer in der Welt der Liebekräfte\nlebt, ohne die Welt der Liebe, die sechste\nAusdehnung zu achten, kann nicht bis zur\nsechsten Ausdehnung vordringen. Er kann\ndie Schwelle zur vierten Ausdehnung über-\nschreiten und wird dort die Ordnung des\nGewollten finden, aber diese Ordnung ist"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "170", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.16", "texte": "keine Fülle, da sein Gewolltes nicht die\nLiebe, die sechste Ausdehnung ist. So er-\nscheint die sechste Ausdehnung als Absicht\neiner dritten Dreifaltigkeit. Von dieser\ndritten Dreifaltigkeit kann nicht mit den\nEntsprechungen aus der ersten Dreifaltigkeit\ngesprochen werden, ohne dass diese Ent-\nsprechungen aus der dritten Dreifaltigkeit,\nder heiligen Dreieinigkeit, offenbart wären.\nSolche Offenbarung ist das Wort des Evan-\ngelisten: Im Anfang war das Wort.\nVor der Höhe unserer Bewusstseinsstufen\nist das Wort. Im höchsten Bewusstsein ist\ndas Wort die Liebe.\nExpressionismus ist die Schau nach dieser\nBewusstseinsstufe.\nSchauend nach dieser Bewusstseinsstufe\n/\nerkennt der Expressionismus das Verhält-\nnis zwischen Mensch und Wort. Nun ist\ndas Wort Menschenwort. Das Rätsel des\nfleischgewordenen Wortes kann gelöst wer-\nden, wenn das Fleisch Wort wird.\nDie Lösung, die Erlösung vollzieht sich\ndurch die Einordnung der Welt des Willens\nin das Hingewendetsein zur dritten Drei-\nfaltigkeit. Das Wort ist das Mittel dieser\nEinordnung. In jeder Bewusstseinssphäre\nhat das Wort seine Entsprechung. Für den\nMenschen, der noch nicht die Schwelle der\nvierten Ausdehnung überschritten hat, ist die\nErscheinung des Wortes in der dritten Aus-\ndehnung das höchst begriffene Mass. Von\ndiesem Mass aus beginnt die Einordnung.\nDer Mensch stimmt die Erscheinung des\nWortes in der zweiten und der ersten Aus-\ndehnung gemäss der dritten Ausdehnung\nab. Da die Worlgestalt in der ersten Aus-\ndehnung Körperfunktion ist, ist das nicht\nohne Abstimmung des gesamten Körper-\norganismus möglich. So wird der Mensch\nund mit ihm die Wortgestalt Absicht der\nWelt der Gesetze. Er selbst wird gesetz-\ngemäss. In seiner Mitte kannn er aus seinem\nSchwerpunkt die Dreifaltigkeit der vierten,\nfünften und sechsten Ausdehnung absehen.\nSich stimmt er ab nach dieser Absicht, bis\ner im Gleichmass ist mit der Welt der Liebe.\nSeine Stimme hat nun die Wortgestalt,\nderen Gestalt in zwei Dreifaltigkeiten steht.\nSo wird das Fleisch Wort. Die so gestimmte\nStimme ist das Mittel, durch das die drille\nDreifaltigkeit die Dreieinigkeit sich offen-\nbart. So wird das Wort Fleisch.\nSolche Erkenntnis gibt der Expressionismus\nüber das Wesen der Mitte des Wortes.\nIm Expressionismus ist die Wende der\nWelt vollzogen. Der Wende folgt die Be-\nwegung, die nun begonnen hat. Diese\nBewegung ist die Bewegung der Wortgestalt\nin der zweiten Dreifaltigkeit der Ausdeh-\nnungen. Dieseßewegungist die Gemeinschaft.\n5. Die Gemeinschaft des Wortes\nDie Gemeinschaft des Wortes ist die Be-\nwegung der Wortgestalt in der zweiten\nDreifaltigkeit der Ausdehnungen. Voraus-\ngehen dieser Bewegung die Bewegung des\nKubismus und Futurismus und Expressio-\nnismus.\nDie Gemeinschaft des Wortes haben nur\ndie Menschen, denen es gegeben ist, ihr\nBewusstsein über die drei Ausdehnungen\nder ersten Dreifaltigkeit hinaus auszudehnen.\nJeder von uns ist zur Gemeinschaft des\nWortes bestimmt. Solange sie uns aber\nnicht bewusst ist kennen wir sie nicht.\n/\nSolange wir sie nicht kennen, ist die Be-\nwegung der Wortgestalt nur zufällig Ge-\nmeinschaft Solche Gemeinschaft fällt uns\ndann zu. Sie fällt uns zu, dass wir sie\nkennen lernen sollen. Wer diese Gabe\nnicht fasst, hält sie nicht. Wer sie hält,\nempfängt sie als eigen. Sie ist dann sein\nSchaffen.\nDie Entwicklung entwickelte die Wortgestalt\naus der sechsten Ausdehnung in die fünfte\nund vierte Ausdehnung und aus der Drei-\nfaltigkeit der sechsten bis vierten Ausdehnung\nin die Dreifaltigkeit der dritten bis ersten\nAusdehnung.\nNach der Wende bewegt sich die Wortge-\nstalt aus der Dreifaltigkeit der ersten bis\ndritten Ausdehnung in die Dreifaltigkeit\nder vierten bis sechsten Ausdehnung*\nDie Erscheinungen der vierten bis sechsten\nAusdehnung können unmittelbar nur inner-\nhalb der Dreifaltigkeit der vierten bis\nsechsten Ausdehnung erscheinen.\nDie Wortgestalt des Menschen als eine\nErscheinung der ersten bis dritten Aus-\ndehnung gehört der Dreifaltigkeit der ersten\nbis dritten Ausdehnung an. Es kann durch\ndiese Wortgestalt nicht eine Erscheinung\nder vierten bis sechsten Ausdehnung dar-\ngestellt werden. Dies ist ebenso unmöglich,\nwie es unmöglich ist, durch die erste und\nzweite Ausdehnung eine Erscheinung der\nersten bis dritten Ausdehnung darzustellen."}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "171", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.17", "texte": "Ein Würfel kann niemals durch die Fläche\ndargestellt werden. Darstellen heisst: eine\nErscheinung so hinstellen, dass sie da ist.\nDie dreifache Ausdehnung ist nur in der\ndreifachen Ausdehnung da. Es kann jedoch\nin der Dreifaltigkeit der ersten bis dritten\nAusdehnung durch Entsprechungen von\nden Erscheinungen der vierten bis sechsten\nAusdehnung gekündet werden. Dies ist\nebenso möglich, wie es möglich ist, durch\ndie erste und zweite Ausdehnung von einer\nErscheinung der dreifachen Ausdehnung\nzu künden. Von einem Würfel kann in der\nFläche gekündet werden. Die Projektion\ndes Würfels auf die Fläche ist diese Kunde.\nDiese Kunde kann nur von dem verstanden\nwerden, der einen Würfel kennt und weiss,\nwie die Projektion des Würfels auf der\nFläche ist. Wer den Würfel und seine\nProjektion nicht kennt, versteht die Kunde\nnicht. Diese Kunde kann nur von dem\ngekündet werden, der das kennt, was er\nkündet. Wer den Würfel nicht kennt,\nkann auch seine Projektion nicht darstellen.\nWer nur die ersten drei Ausdehnungen\nkennt, kann auch seine Projektion nicht\ndarstellen. Wer nur die ersten drei Aus-\ndehnungen kennt, kann niemals Projektionen\nder weiteren Ausdehnungen in den ersten\ndrei Ausdehnungen darstellen. Alle Aus-\ndehnungen sind aber im Menschen, und\nalso auch in seiner Wortgestalt enthalten.\nNicht alle Menschen kennen die Ausdeh-\nnungen in sich. Sie sind sich dann nur\nder ersten drei Ausdehnungen bewusst.\nDie weiteren Ausdehnungen erscheinen ihr\nals „Gefühl\" oder „Glauben\". Wem es\ngegeben ist, die weiteren Ausdehnungen zu\nkennen, der hat die Gabe, dass er weiss,\nwas anderen Menschen „Gefühl\" oder „Glau-\nben\" ist. Der vernünftige Gebrauch dieser\nGabe ist ebenso sein Können, wie es sein\nKönnen ist, das Bewusstsein der ersten\ndrei Ausdehnungen vernunftgemäss zu ge-\nbrauchen. Das Können als vernünftiger\nGebrauch des Pewusstseins der zweiten\nDreifaltigkeit nennen wir Kunst. Die Kunde\nder zweiten Dreifaltigkeit durch Projektion\nin die erste Dreifaltigkeit mit dem Mittel\nder Wortgestalt ist Wortkunst. Mit dem\nMittel der Wortgestalt lässt sich die zweite\nDreifaltigkeit nur künden als Wortkunst.\nDie Wortgestalt in der Welt der Gesetze\nspiegelt die nicht unmittelbar sinnlich wahr-\nnehmbare Wortgestalt der Welt der Liebe\nsinnlich wahrnehmbar wieder. Die Welt\nder Liebe erscheint sinnlich anschaulich\nals Einheit- Die Einheit ist in der Wort-\ngestalt dargestellt durch eine solche Stellung\nder Worte, dass das Widersprechende der\nWorte aufgelöst ist. Diese Ordnung der\nWortgestalt in der Welt der Gesetze ist die\nTongestalt des Wortes. Die Kunde der\nzweiten Dreifaltigkeit durch Projektion in\nder ersten Dreifaltigkeit mit den Mitteln der\nWortgestalt erscheint als Tongestalt des\nWortes. Diese Kunde ist das Worttonwerk\nund ist das Bühnenwerk. Im Worttonwerk\nist die Kunde allein mit den Mitteln der\nWortgestalt vollzogen, im Bühnenwerk auch\nmit den Mitteln der Wortgestalt Wortton-\nwerk und Bühnenwerk sind heute der\nOeffentlichkeit noch unbekannt. Im Wort-\ntonwerk und Bühnenwerk ist die Bewegung\ndes Wortes begonnen, die wir Gemeinschaft\ndes Wortes nennen. Diese Bewegung be-\nginnt mit dem Beginn der Gemeinschaft\ndes Menschen.\nDie Gemeinschaft des Wortes wandelt die\nWortgestalt in der Welt der Vorstellung.\nDie Spiegelung der sechsten Ausdehnung\nin der vernunftgemässen Ausdehnung ordnet\nden Sinn der Wortgestalten in der geistes-\ngemässen Ausdehnung so, dass in dieser\nAusdehnung kein Widerspruch zur Welt\nder Liebe besteht Eine unmittelbare Spie-\ngelung der sechsten Ausdehnung in die\ngeistesgemässe Ausdehnung der Wortge-\nstalt mit Ausschaltung der vernunftgemässen\nAusdehnung ist nicht möglich. Gekündet\nkann die Welt der Liebe nur durch die\nWelt der Gesetze werden. Menschen, die\nbehaupten, die Welt der Liebe ohne die\nWelt der Gesetze allein durch die Welt\nder Vorstellung zu künden, sind Täuscher.\nSie kennen die Welt nicht, von der sie zu\nreden vorgeben, und wissen aueh nichts\nvon ihr.\nDie Gemeinschaft des Wortes wandelt die\nWortgesfalt in der Welt des Willens. Die\nSpiegelung der sechsten Ausdehnung in der\nvernunftgemässen Ausdehnung ordnet die\nLautbildung der Wortgestalten in der natur-\ngemässen Ausdehnung so, dass in dieser\nAusdehnung kein Widerspruch zur. Welt\nder Liebe besteht. Eine unmittelbare Spie-\ngelung der sechsten Ausdehnung in die\nnaturgemässe Ausdehnung der Wortgestalt"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "172", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.18", "texte": "mit Ausschaltung der vernunftgemässen und\nder geistesgemässen Ausdehnung ist nicht\nmöglich. Gekündet kann die Welt der\nLiebe nur durch die Welt der Gesetze\nwerden. Da die Lautbildung Funktion des\nKörpers ist, wandelt die Welt der Gesetze\nden menschlichen Körper und seine Funk-\ntionen gemäss der Spiegelung der sechsten\nAusdehnung, der Welt der Liebe.\nDas Wort der Gemeinschaft hat einen Buch-\nstabensinn und einen Gesetzessinn. Der\nBuchstabensinn wird bewussl durch das\nBewusstsein der ersten Dreifaltigkeit, der\nGesetzessinn wird bewusst durch das Be-\nwusstsein der zweiten Dreifaltigkeit. Das\neine ist das äussere Wort, das andere ist\ndas innere Wort. Das innere Wort ist das\nWort der Gemeinschaft. Die Gemeinschaft\nist ein Zustand in der zweiten Dreifaltig-\nkeit. Er wird gegeben durch die Unter-\nordnung unter die dritte Dreifaltigkeit, die\nDreieinigkeit. In dieser Gemeinschaft wird\ndas innere Wort erkannt. Die Worte, die\nder Mensch der Gemeinschaft spricht, haben\neinen Buchstabensinn und einen Gesetzes-\nsinn. Das äussere Wort des Menschen der\nGemeinschaft ist die Entsprechung des in-\nneren Wortes der Gemeinschaft.\nDie Gemeinschaft ist das Einfliessen der\nDreieinigkeit in die Dreifaltigkeiten und das\nEingehen der Dreifaltigkeiten in die Drei-\neinigkeit. Die Gemeinschaft ist die Einheit,\ndie vor dem Anfang und nach dem Ende\naller Bewegung ist. Sie ist die Buhe. Aus\nder Ruhe strömt alle Bewegung/Vollkommen\nist eine Bewegung, die aus der Ruhe strömt\nund in die Ruhe mündet. Von der Ruhe\nwird die Bewegung geordnet. In der Be-\nwegung spiegelt sich die Buhe. Je nach-\ndem die Ruhe sich in der Bewegung spiegelt,\nist der Bhythmus der Bewegung gestaltet.\nDer Rhythmus ist Wirkung der in sich\nruhenden Bewegung. Bewegung ist das\nGegenbild der Ruhe, durch das die Ruhe\ngreifbar und begreifbar wird. Ruhe ist\nAbsicht. Bewegung ist Ursache. Die in\nsich ruhende Bewegung ist die Wirkung.\nDie in sich ruhende Bewegung ist eine Be-\nwegung im Gleichgewicht. Die Dreifaltig-\nkeiten sind im Gleichgewicht, wenn ihr\nSchwerpunkt die Dreieinigkeit ist.\nDer Mensch ist Glied der Gemeinschaft,\ndurch dessen Leben in den Dreifaltigkeiten\nsich die Dreieinigkeit verwirklicht.\nDas Wort der Gemeinschaft ist das Wort,\ndurch das die Dreieinigkeit in den Drei-\nfaltigkeiten spricht.\n\nMitteilung an die Inlands\nabonnenten des Sturm\nWegen der fortdauernden Erhöhung der\nHerstellungskosten unserer Zeitschrift sehen\nwir uns genötigt, für das Jahr 1923 Dauer-\nbezüge nur noch für ein Vierteljahr zu ge-\nwähren. Der Preis für das I. Quartal be-\nträgt nach der gegenwärtigen Berechnung\nM 600— Für den Fall, dass bei einer\nweiter fortschreitenden Verteuerung selbst\ndieser Betrag nicht zur Deckung der Her-\nstellungskosten ausreichen sollte, behalten\nwir uns eine Nachforderung vor. Wir bitten\nunsere Abonnenten, diesen Betrag bis zum\n25. Dezember d. J. auf unser Postscheck-\nkonto Berlin Nr. 120658 einzuzahlen, da\nwir sonst mit Beginn des neuen Jahres die\nZusendung einstellen müssen.\nVerlag Der Sturm G. m. b. H.\n\nInhalt\nHerwarth Waiden: Versuch zur Reaktion\nKurt Schwitters: Franz Müllers Drahtfrühling\nKurt Heinar: Verleben lacht\nLothar Schreyer: Das Wort\nLudwig Kassak: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt\nMichael Larionow: Portrait\nJuan Gries; Portrait\nNovember 1922"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "173", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.19", "texte": "w. narzuikr & Co. * Berlin w * flrunewaidstr. 1415\noegrondei i#s4 Hof-Spedifeiire S. M. des Konlgs von Spanlen oasrondet i#j4\nlIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIiIIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIiIIIIIIIIIIini\nSpedition und Mobeltransporte, Verpackung und Lagerung\nvon Gemalden und Kunstgegenstanden jeder Art Lieferung\nund Empfang nach und von alien Kunstausstellungen des\nIn* und Auslandes Transportversicherungen jeder Art.\nmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiij\nSpediteure des Wirtschalilichen Verbandes Bildender Kfinstler. dcr rrelen Secession,\ndes ferbandes Deatscher Ulusfratoren and Hansspedifeure des ..Sturm\".\n\nERICH LICHTENSTEIN VERLAG / WEIMAR\nHANS SCHIEBELHUTH\nWEGSTERN / Gedichte\nbroschiert ca. M. 160.—, in buntes Holzschnittpapier gebunden ca. M. 320.—.\n50 Exemplare wurden auf handgeschopftes Buttenpapier von J. W. Zanders abgezogen, von Hans\nSchiebelhuth numeriert und signiert; Nummer 1—25 in Pergament, Nummer 26—50 in Halb-\npergament mit der Hand gebunden. In Halbpergament vergriffen, in Ganzpergament ca. M. 6400.—.\n\n■\ns\nN\nT\nE\nK\nU\n♦\nEINE SAMMLUNG VON MONOGRAPHIEN ÜBER KUNSTLER UNSERER ZEIT\nHERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR DR. GEORG BIERM ANN\nJeder Band enthalt 1 farbige Tafel, 1 Bogen Text u. 32 Abbildungs-Tafeln / Grund-\npreis in Pappband zumeist mit Leinenrucken nach Kunstlerentwurf je 2 Mark\nB I S HE R S IN D ERSCHIENEN:\n1. Reihe\nBd. 1. Biermann: Max Pechstein\nBd. 2. Uphoff: Paula Modersohn\nBd. 3. Up ho ff: Bernhard Hoetger\nBd. 4. Brieger: Ludivig Meidner\n8d.5, Daubler: Cesar Klein\nBd. 6. Kirchner: Franz Heckendorf\nBd. 7. Hausenstein: Rudolf Grossmann\nBd. 8. Schwarz: Hugo Krayn\n2. Reihe\nBd. 9. Cohn-Wiener: Willi Jaeckel. Bd. 17.\nBd.iO. Pfister: Edwin Scharff Bd.lB.\nBd. 11. D. Henry: Maurice de Vlaminck Bd. 19.\nBd. 12. Frieg: Wilhelm Morgner 8d.20\nBd. 13. v. Wedderkop: Paul Klee Bd. 21.\nBd. 14. Zahn: Josef Eberz Bd. 22,\nBd. 15. D. Henry: Andri Derain Bd. 23\n8d.16. Valentiner: K. Schmidt-Rottluff Bd. 24.\n3. Reihe\nBiermann: Heinr. Campendonk\nKuhn: Emy Boeder\nBraune: Oskar Moll\nGraf: Maria Uhden\nWolfradt: George Grosz\nv. Wedderkop: Marie Laurencin\nHausenstein: Max Unold\nKirchner: Erich Waske\n4. Reihe\nBd. 25-26. Hartlaub: Vincent van Gogh\n8d.27. Kolle: Henri Rousseau\n8d.28. Huebner: Lodewijk Schelfhout\n8d.29. Suermondt: Heinrich Nauen\n8d.30. v. Wedderkop: Paul Cezanne\n8d.31. Einstein: M.Kiesling\n8d.32 Cohen: August Macke\nJAHRBUCH DER JUNGEN KUNST 1920\nHerausgegeben von Prof. Dr. Georg Biermann, XIV n. 348 S. Mit 8 Originalgraphiken\nnnd 285 Abb. / Einband nach Entwurf v. Max Pechstein: Grnndpreis 25 Mark / Num.\nVorzugsausgabe in 100 Expl. in Halbleder, mit signierter Original-Radierung von\nL. Meidner: Grundpreis 40 Mark\nJAHRBDCH DER JUNGEN KUNST 1921\nHerausgegeben von Prof. Dr. Georg Biermann / VIII u. 352 S. Mit 6 Original-Graphiken\nu. mehr als 300 Abb. in Halbleinen: Grundpreis 25 Ma? k, in Halbleder mit sign. Original-\nStahlstich von Felixmuller Grundpreis 40 Mark / Weiterhin wird das Jahrbuch\nder jungen Kunst 1922 demnachst erscheinen\nI\nKLINKHARDT & BIERMANN / VERLAG / LEIPZIG"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "174", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19221105-01.1.20", "texte": "Veränderung sämtlicher Preise jederzeit vorbehalten\nVerantwortlich für die Schriftleitung: Lothar Schreier / Verlag Der Sturm G. m. b. H. / Berlin W9\nDruck: C Baaista & Co. / Berlin NO 18\n\nMONATSSCHRIFT DER STURM / Dreizehntes Jahr\nErscheint am funften jedcn Monats\nMit mehrfarbigen Kunstbeilagen, Holzschnitten (stets vom Stock gedruckt) und Zeichnungen\nDauerbezug / Ein Jahr 1500 Mark / Ein Halbjahr 750 Mark / Einzelheft 150 Mark / Ausland: 4000 Mark\nVollstSndige Exemplare des 6. bis 8. Jahrgangs nur noch in wenigen Exemplaren vorhanden jc 2000 Mark\n9. bis 12. Jahrgang 1500 Mark / 1. bis 5. und 8. Jahrgang vergriffen / Einzelhefte alter JahrgMnge 150 Mark\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm sind signierte und nummerierte Handdrucke, von den\nmeisten Zeichnungen Kunstdrucke kauflich zu erwerben. Die Originate sind verkiiuflich.\nSturmbuhne / Jahrbuch des Theaters der Expressionisten / 1. bis 8. Folge / jede Folge 50 Mark\n\nKUNSTAUSSTELLUNG DER STURM\nBERLIN W9 / POTSDAMER STRASSE 134 a / AM POTSDAMER PLATZ\nGeoffnet taglich von 10—6 Dhr / Sonntags von 11—2 Uhr / Monatlicher Wechsel\nHundertdreizehnte Ausstellung\nNovember 1922\nJohannes Jtten\nSturnvGesamtschau\nHundertvierzehnte Ausstcllung\nDezember 1922\nAlexander Bortnyik\nPaul Fuhrthann\nOscar Nerlinger\nSturm'Gesamtschau\nTageskarte 5 Mark\n\nBucher aus dem Verlag Der Sturm mit neuen Grundpreisen\nAugust Stramm\nDu I Liebesgedichte / 4. Auflage 2.50 Mark\nTropfblut / Gedichte / geb. 750 Mark\nGesammelte Dichtungen / 2 Bande / Jeder Band\n5 Mark\nPaul Scheerbart\nGlasarchitektur / In 111 Kapiteln / 3.50 Mark\nErnst Marcus\nDas Erkenntnisproblem / 3.50 Mark\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte / 2.50 Mark\nRudolf Blumner\nDer Geist des Kubismus und die Kunste / 4 Mark\nLothar Schrcyer\nDie neue Kunst / 1.50 Mark\nDie Preise sind mit der jeweils festgesetzten Teuerungszahl zu multiplizieren. Zur Zeit: 210\nHerwarth Walden\nDie neue Malerei / Einfuhrung in den Expressionis-\nms 3 Mark\nDas Buch der Menschenliebe / Roman / 2.50 Mark\nSturm^Bilderbucher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nI Marc Chagall /vergriffen\nII Alexander Archipenko\nm Paul Klee\nIV Kurt Schwitters\nJeder Band 4.50 Mark\nV Maler des Expressionismus / 15 Farbdrucke:\nChagall I Kandinsky / Marc usw. / 12.50 Mark\nMenschenkopfe 12 Mark\n\nDer Sturm ftbernimmt die Veranstaltung yon\nSturm -Ausstellungen (Gesamtschau und Einzel*\nausstellungen) in alien Stadten und Landern.\nDer Sturm vermittelt nu r den Verkauf von\nWerken der Kunstler, die er durch eigene Aus-\nstellungen anerkennt.\nStandfge Verkaufsstelle fur Graphik\nVerlag Der Sturm G. m. b. H.\nPotsdamer Strafie 134 a / Gartenhaus rechts II\n\nIm November erscheinen:\nAlbert Gleizes:\nDer Kubismus / Die Mittel zu seinem Verstandnii\nKurt Schwitters:\nDie Blume Anna\n•\nKurt Schwitters:\nAuguste Bolte"}]}