{"numero_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_sha256": "f99e2531e20af1b3980116af1b4f8946f8c2f3f324505ae6de3550c9cbf4519f", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1923/06/01_01/bmtnabg_1923-06-01_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1923/06/01_01/bmtnabg_1923-06-01_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c001", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.1", "titre_corps": "Paul Fuhrmann: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Paul Fuhrmann: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.1", "debut_caractere": 105, "fin_caractere_exclue": 156, "texte": "Paul Fuhrmann: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c002", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "81", "page_fin": "81", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.2", "titre_corps": "Gleichheit", "titre_sommaire": "Gleichheit", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.3", "debut_caractere": 56, "fin_caractere_exclue": 1656, "texte": "Gleichheit\nHerwarth Walden\nEines Morgens geht die Tür auf und der\nMensch steht auf der Schwelle des Bewusst-\nseins. Vor ihm scheint der leere Raum,\nin den er männlich schreitet. Sorgsam zieht\ner die Tür hinter sich vor wallenden Wettern.\nEr fühlt sich geborgen, fühlt sich. Stolz\nseiner Einsamkeit quert er den Raum. Er\nist er. Er ist Ich. Er ist der Mensch, der\nDenkende. Er lebt für sich. Er lebt sich.\nEr denkt, was er will, denn er will, was\ner denkt. Erdelos, menschenlos steht er\nverschlossen. Abgeschlossen. Im leeren\nRaum seines Denkens schliesst er das Leben\nund schliesst auf das Leben ausser sich.\nUnd baut sich die Erde nach seinem Ermessen\nund baut sich die Erde nach seinem\nVermessen. Und steht in der Mitte als Gott\nleeren Raums. Die Erde zuckt in schlagenden\nWettern, der Raum verschiebt sich, verfällt,\nzerfällt. Das Leben hebt die Tür aus den\nAngeln. Die Schwelle, nun oben, zerschellt\nden Gott. Und Menschen kommen zu suchen,\nzu helfen und finden den Mensch, den\nverschlagenen, zernichtet, die Leere geweitet.\nEin Arm greift zu halten. Ein Herz bebt\nzu schlagen. Zwei Augen funken dem Licht\nverblendet. Ohr sucht den Hall. Und Wahn\nsinnt unter der Schwelle.\nDas Leben lebt über Menschen zu Menschen.\nNun schlingt sich ein Arm heiss um eine\nHüfte. Ein Schrei bricht hervor aus Gestöhn\naller Glieder. Hände falten sich bebend\nlim Brüste. Münder graben sich tiefer und\ntiefer. Nächte tagen und Tage nachten.\nZeit versinnt sich und Raum verliert sich.\nMensch sucht den Mensch. Namenlos verzuckt\nin Verzücken. Sinn ohne Sinnen. Sinn-\nverloren.\nDie Liebe liebt über Menschen zu Menschen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c003", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "81", "page_fin": "83", "image_debut": 3, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.3", "titre_corps": "Gedichte", "titre_sommaire": "Gedichte", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.3", "debut_caractere": 1658, "fin_caractere_exclue": 2463, "texte": "Gedichte\n\nIngeborg Lacour /Torrup\nUnsre Hände krampfen umeinander\nUnsre Lippen brennen ineinander\nUnsre Leiber suchen sehnen suchen\nKrampfen\nbrennen\nsehnen\nsuchen\nsehnen\nStummen sterben\nund Verstummen\nOh das Weinen ohne Tränen\nLeiser immer leiser\nLeise\nMeine Augen suchen Deine Augen\nLiegen Deine Augen nun in mir\nLiegen meine Augen nun in Dir\nruhen wir\nruht alles Leid\nruhen alle bösen Träume\nAlle Luft steht still\nLange Blätter hängen schlaff\nBlasse Blüten schleppen erdlang\nEin riesengrosser weisser Mond löst sich\nUnd schwebt\nSenkt sich\nUnd kreist\nUnd legt sich flach auf meine Erde\nDeckt meine ganze Erde zu\nEin riesengrosser weisser Mond liegt auf\nder Erde\n\nZum „Tanz der Wehfreude\"\nTango von Her warth Waiden\nUnd alle Freude weint durch alle wehen\nNächte\nUnd alle Wehen singen durch die frohen\nTage"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2107, "texte": "Und alle Tage sinken in die letzte Nacht\nUnd alle sind wir wegesmüde — lieber\nTod.\nNun strömen alle hellen Wasser in das\nSchweigen\nNun fallen alle hellen Sterne in die Tiefen\nNun steigen alle Nebel in die hellen Sonnen\nNun stehen alle unsre Welten — unsre\nWelten\nNoch müde schwingen Pendel sanfte Schläge\nNun stehen Herzen alle Herzen\nHoch glänzt das Sterben\nBäume blühen\nFrühling\nBlühen\nHeben fromme Kerzen in die Nacht\nWeich weht ein Wind\nHoch glänzt das Sterben\nTiefe schwankt\nUnd flutet satt\nUnd Fluten sanften Tiefe\nSanften satt\nUnd schwankt\nHoch glänzt das Sterben\nWolken sammeln\nSchrecken Sterne\nIm Dunkel lugt ein Auge bang\nUnd späht\nVerstohlen lugt ein Auge\nSpäht nach mir\nMir nach\nSchluchzt wo ein Mund\nGanz fern\nSchluchzt wo\nGanz nah\nMir nah\nUnd mir\nDas Auge kreist in meiner Brust\nSchluchzt mir im Ohr ein Mund\nUnd Schatten schreiten\nUnd schreiten lange Schatten\nSchreiten\nKomm\nHoch glänzt das Sterben\nDie frommen Bäume blühen\nUnd halten stille Kerzen\nTiefe schwankt\nWeich weht ein Wind\nO meine Erde\nErlöst\nEin Schrei springt hoch\nNun rauschen die Quellen\nRauschen\nUnd schreien\nNun flattern die Flammen\nHoch höher und höher\nWut jauchzen die Winde\nUnd peitschen verlachen\nHoch höher und höher\nUnd schreien\nSchreien\nDas Schreien wächst\nJagt um die Erde\nJagt wirbeln die Lüfte\nWirbeln nun Wasser und Feuer und Erde\nDas Schreien wächst\nUnd\nSterne zerwimmern\nStürzen wir stürzen\nDie Himmel stürzen\nSchweben wir schweben\nUnd stille nun stille\nDie Quellen zerrauschen\nDie Winde zerhallen\nZerfallen die Flammen\nUnd stille nun stille\nDie Welten verstarren\nDie Zeiten vereisen\nBlau wölben Weiten\nUnd stille nun stille\nBlau wölben Weiten\nWir schweben\nVerschwebt\n\nZum Nachgesang von Herwarth Walden\nLallen Laute Klage suchten\nFlattern Schwermut schwanken tropfen\nWehen weiche müde Singsang\nWiegen Wehmut falle Schauer\nTaumeln Töne\nTaumeln taumeln\nStrömen wehweichwilde Tiefen\nSchwülen stöhnen drohe Meere\nWindwogweite rauschen rollen\nBranden dröhnen dumpfen grollen\nBrollen brausen nahen näher\nNäher näher Meere Meere\nSchluchzen wild wog wuchte Meere\nMeere Meere\nGiert die Klage\nTost die weit um wilde Klage"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 570, "texte": "Heult die sternhoch schluchze Schreie\nGellen schmettern\nHämmern schmettern\nHämmern hämmern\nTöne Schreie\nTöne Töne Töne Schrillen\nSchrillen schrillen Töne Töne\nSternhoch Töne schrecken stürzen\nTiefen stürzen schellen stürzen\nFallen stumpfen\nrp •• r ■ ••\nlone lone\nSchwingen wehen\nTöne singen\nWeit um Welten\nSchwingen schweben\nTöne wandern in die Wellen\nWehen Töne weit die Welten\nMatten weiten Heben matten\nHeben klagesuchte Weise\nFernher Weise\nWiegen wiegen\nFernher lauschen\nWandern wandern\nLauschen\nrrn ..\nlone\nWandern\nrr* ..\nlone\nSchweben\nrp ••\nlone\nSchweben\nSchweben."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c004", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "81", "page_fin": "81", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.3.1", "titre_corps": "Ingeborg Lacour /Torrup", "titre_sommaire": "Ingeborg Lacour /Torrup", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.3", "debut_caractere": 1668, "fin_caractere_exclue": 2320, "texte": "Ingeborg Lacour /Torrup\nUnsre Hände krampfen umeinander\nUnsre Lippen brennen ineinander\nUnsre Leiber suchen sehnen suchen\nKrampfen\nbrennen\nsehnen\nsuchen\nsehnen\nStummen sterben\nund Verstummen\nOh das Weinen ohne Tränen\nLeiser immer leiser\nLeise\nMeine Augen suchen Deine Augen\nLiegen Deine Augen nun in mir\nLiegen meine Augen nun in Dir\nruhen wir\nruht alles Leid\nruhen alle bösen Träume\nAlle Luft steht still\nLange Blätter hängen schlaff\nBlasse Blüten schleppen erdlang\nEin riesengrosser weisser Mond löst sich\nUnd schwebt\nSenkt sich\nUnd kreist\nUnd legt sich flach auf meine Erde\nDeckt meine ganze Erde zu\nEin riesengrosser weisser Mond liegt auf\nder Erde"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c005", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "81", "page_fin": "82", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.3.2", "titre_corps": "Zum „Tanz der Wehfreude\" Tango von Her warth Waiden", "titre_sommaire": "Zum „Tanz der Wehfreude\" Tango von Her warth Waiden", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.3", "debut_caractere": 2322, "fin_caractere_exclue": 2463, "texte": "Zum „Tanz der Wehfreude\"\nTango von Her warth Waiden\nUnd alle Freude weint durch alle wehen\nNächte\nUnd alle Wehen singen durch die frohen\nTage"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1662, "texte": "Und alle Tage sinken in die letzte Nacht\nUnd alle sind wir wegesmüde — lieber\nTod.\nNun strömen alle hellen Wasser in das\nSchweigen\nNun fallen alle hellen Sterne in die Tiefen\nNun steigen alle Nebel in die hellen Sonnen\nNun stehen alle unsre Welten — unsre\nWelten\nNoch müde schwingen Pendel sanfte Schläge\nNun stehen Herzen alle Herzen\nHoch glänzt das Sterben\nBäume blühen\nFrühling\nBlühen\nHeben fromme Kerzen in die Nacht\nWeich weht ein Wind\nHoch glänzt das Sterben\nTiefe schwankt\nUnd flutet satt\nUnd Fluten sanften Tiefe\nSanften satt\nUnd schwankt\nHoch glänzt das Sterben\nWolken sammeln\nSchrecken Sterne\nIm Dunkel lugt ein Auge bang\nUnd späht\nVerstohlen lugt ein Auge\nSpäht nach mir\nMir nach\nSchluchzt wo ein Mund\nGanz fern\nSchluchzt wo\nGanz nah\nMir nah\nUnd mir\nDas Auge kreist in meiner Brust\nSchluchzt mir im Ohr ein Mund\nUnd Schatten schreiten\nUnd schreiten lange Schatten\nSchreiten\nKomm\nHoch glänzt das Sterben\nDie frommen Bäume blühen\nUnd halten stille Kerzen\nTiefe schwankt\nWeich weht ein Wind\nO meine Erde\nErlöst\nEin Schrei springt hoch\nNun rauschen die Quellen\nRauschen\nUnd schreien\nNun flattern die Flammen\nHoch höher und höher\nWut jauchzen die Winde\nUnd peitschen verlachen\nHoch höher und höher\nUnd schreien\nSchreien\nDas Schreien wächst\nJagt um die Erde\nJagt wirbeln die Lüfte\nWirbeln nun Wasser und Feuer und Erde\nDas Schreien wächst\nUnd\nSterne zerwimmern\nStürzen wir stürzen\nDie Himmel stürzen\nSchweben wir schweben\nUnd stille nun stille\nDie Quellen zerrauschen\nDie Winde zerhallen\nZerfallen die Flammen\nUnd stille nun stille\nDie Welten verstarren\nDie Zeiten vereisen\nBlau wölben Weiten\nUnd stille nun stille\nBlau wölben Weiten\nWir schweben\nVerschwebt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c006", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "82", "page_fin": "83", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.3.3", "titre_corps": "Zum Nachgesang von Herwarth Walden", "titre_sommaire": "Zum Nachgesang von Herwarth Walden", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.4", "debut_caractere": 1664, "fin_caractere_exclue": 2107, "texte": "Zum Nachgesang von Herwarth Walden\nLallen Laute Klage suchten\nFlattern Schwermut schwanken tropfen\nWehen weiche müde Singsang\nWiegen Wehmut falle Schauer\nTaumeln Töne\nTaumeln taumeln\nStrömen wehweichwilde Tiefen\nSchwülen stöhnen drohe Meere\nWindwogweite rauschen rollen\nBranden dröhnen dumpfen grollen\nBrollen brausen nahen näher\nNäher näher Meere Meere\nSchluchzen wild wog wuchte Meere\nMeere Meere\nGiert die Klage\nTost die weit um wilde Klage"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 570, "texte": "Heult die sternhoch schluchze Schreie\nGellen schmettern\nHämmern schmettern\nHämmern hämmern\nTöne Schreie\nTöne Töne Töne Schrillen\nSchrillen schrillen Töne Töne\nSternhoch Töne schrecken stürzen\nTiefen stürzen schellen stürzen\nFallen stumpfen\nrp •• r ■ ••\nlone lone\nSchwingen wehen\nTöne singen\nWeit um Welten\nSchwingen schweben\nTöne wandern in die Wellen\nWehen Töne weit die Welten\nMatten weiten Heben matten\nHeben klagesuchte Weise\nFernher Weise\nWiegen wiegen\nFernher lauschen\nWandern wandern\nLauschen\nrrn ..\nlone\nWandern\nrr* ..\nlone\nSchweben\nrp ••\nlone\nSchweben\nSchweben."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c007", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "83", "page_fin": "83", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.4", "titre_corps": "Arbeitslos", "titre_sommaire": "Arbeitslos", "signature_source": "M. Seuphor", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.5", "debut_caractere": 572, "fin_caractere_exclue": 2471, "texte": "Arbeitslos\nM. Seuphor\nEinst war Sterbetag im Hause: der grosse\nKuckkuck wurde zum ersten Mal nicht auf-\ngezogen, damals zum ersten Mal und jetzt\nnoch sind da 20 Sonnen vor den 20 Räder-\nwerken in den 20 Zimmern ....\nnach der Liebesjugend von Hermann Tolletat\nWenn balde das schöne Gebäude Feuer fing\nzerfiel Elfenbein-Turm-Träumerei in Keller-\nloch-Mystik und das Petroleum der Feuer-\nwehr das von den gothischen Gewölben\nträufelte träufelte war noch erfrischend . . .\nnach der Liebesjugend von Hermann Tolletat\nZu wählen gibt es nicht in den Zeiten der\nWohnungsnot: die Stadtstrasse bleibt die\nletzte Zuflucht die Stadtstrasse hat keinen\nPreistarif und wuchert die Stadtstrasse bindet\nallen Arbeitslosen die Hände auf den tlückeh\nund zwingt zu feiger Objektivität ....\nnach Liebesjugend nach Frühlingssonnen-\nLyrismus\nAber endlich nach Kai. 320 verplatzt auf\nden Gipfel gestiegene Verzweiflung in einem\nkünstlichen Carpediem-Luxus (wie ein Ge-\ndicht aus dem 19. Jahrhundert):\n\" Der finstere Herr in Trauer feinkostet Cr6me-\nGlace mit silbernen Baby-Löffelchen aus\nfein-kristallener Schale hinter rot- und\ngelbkarierter Tischdecke:\nErst hat der eingebildete Leierkasten das\nneue Pariser Liedchen herausgequietscht\ndanach hat der alte Turm das neue Pariser\nLiedchen aufs neue diktiert augenzwinkernd\naugenzwinkernd und lange nach Mitternacht\nist der blinde Dudelsackmann gekommen\nder aus dem neuen Pariser Liedchen fast\nalles vergessen hatte ....\ndies ist die Quintessenz des Lebens nach\nder Liebesjugend von Hermann Tolletat\nDa die Abendpfeife zu feste gestopft war\nist der Landmann vor der Hütte eingeschlafen\naber nachher kommt die Apotheose mit dem\ngrellen Fackellicht das die Fanfare begleitet\nwenn sie das neue pariser Liedchen (zweite\nStrophe) spielt in drei Reihen mit je zehn\nZinken triumphierend\nHermann Tolletat mit den Bengels an der\nSpitze!\n(Aus dem Holländischen übersetzt von A. C. W.)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c008", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "83", "page_fin": "93", "image_debut": 5, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.5", "titre_corps": "Anschauung und Gleichnis: Die Gegenwart der Kunst", "titre_sommaire": "Anschauung und Gleichnis: Die Gegenwart der Kunst", "signature_source": "Lothar Schreyer ; Lothar Schreyer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.5", "debut_caractere": 2473, "fin_caractere_exclue": 2962, "texte": "Anschauung und Gleichnis:\nDie Gegenwart der Kunst\nLothar Schreyer\n\n1. Die Gegenwart der Kunst ist ein Anzeichen\ndes Geistes, Im Kunstwerk zeigt sich das\nDasein des Geistes an. Das Dasein des\nGeistes zeigt sich an, ohne Röcksicht darauf,\nob es vom Künstler bewusst erkannt wird\noder nicht. Die Wahrhaftigkeit des Geistes\nzeigt sich an im Kunstwerk. Der Ungeist\nhat keine Kunst. Was er Kunstwerk nennt,\nist Täuschung. Die Unendlichkeit der Ge-\nstalten des Geistes zeigt sich an im Kunstwerk."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "84", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4126, "texte": "Die Einheit des Geistes zeigt sieh an im\nKunstwerk.\n2. Die Gegenwart der Kunst ist das Zeugnis\ndes Geistes. Der Geist zeugt unablässig von\nsich. Er zeugt von sich durch die Materie.\nEr hat die Materie gezeugt. Er ist nicht der\nAuszug, die Abstraktion der Materie. Sondern\ndie Materie ist von ihm ausgezogen, von\nihm gezeugt und kündet von ihm in der Kunst.\n3. Jedes Kunstwerk hat ein höheres unsicht-\nbares Vorbild. Ihm entgegen bildet sich\ndas Bild. In ihm eingebildet ist der Strahl\ndes unbegreiflichen Urbildes.\n4. Das künstlerische Schaffen ist die Bewe-\ngung der schöpferischen Kräfte im Menschen\nund bewegt die schöpferischen Kräfte im\nMenschen. Es gibt auch Kräfte im Menschen,\ndie nicht schöpferisch sind, die tot sind.\nSie sind die Erscheinung. Wer sich von\nder Erscheinung bewegen lässt, dem erscheint\nes nur so, als würde er bewegt, als bewege\ner sich. Er ist tot und ist nicht.\n5. Wer die Kunst zu einem Zweck verwendet,\ntreibt Magie. Darum hüte sich der Künstler\nvor sich und hüte sich vor seinem Werk.\nDarum wisse der Künstler, was er treibe.\nNur wenig Künstler wissen es, und noch\nweniger Menschen, die ein Kunstwerk sehen\noder hören, wissen die geheime Kraft, die\nsich im Kunstwerk eröffnet.\n6. In jedem Künstler ist die Kraft, seiner\ninneren Welt bewusst zu werden. Ein\nunbewusster Trieb stellt die Bilder der\ninneren Welt aus ihm heraus, damit er sich\nkennen lernt. Die meisten Künstler lassen\nsich treiben und beherrschen nicht, ihre\nKraft. Die Gestaltungskraft hat den Künstler\nund lässt ihn wieder ins Gestaltlose fallen.\nNur der Künstler, der eins ist mit seiner Ge-\nstaltungskraft, kann eingehen in den Himmel\nseiner inneren Welt.\n7. Der Künstler, der die inneren Welten\nnicht kennt, ist wie ein blinder Maler, der\ndie Farben nur vom Ahnen kennt.\n8. Jeder Mensch hat die schöpferischen Kräfte,\ndie ihn zum Künstler machen können. Aber\nnicht in allen Menschen sind sie erwacht.\nSind sie erwacht, so ist der Mensch begabt.\nAus der Kenntnis seines Wesens kann der\nBegabte die Voraussetzungen seiner Gabe\nerkennen und steigern. Tut er das nicht,\nso handelt er gegen seine Gabe, Veruntreut\nsie und verliert sie.\n9. Das Kunstwerk steht in engster Beziehung\nzum Organismus des Künstlers, wie er in\nder inneren und äusseren Welt lebt. In\nder Erscheinung des Kunstwerkes sind die\nGleichnisse der menschlichen Körperlich-\nkeit, Seelischkeit und Geistigkeit enthalten.\nEbenso ist jedes Kunstwerk ein Gleichnis\ndes Weltalls, in der die sichtbaren und\nunsichtbaren WJten eingebildet sind. So\nist jedes Kunstwerk die Welt und eine Welt\nfür sich.\n10. Die innere Welt vermag im Kunstwerk\nnur der zu erleben, der selbst in einer\ninneren Welt bewusst oder wenigstens\nahnend lebt. Die Formen der inneren Welt\nsind unendlich und werden gestaltet von\ndem Rhythmus des Lebens, wie er in jedem\nLebendigen herrscht. Je enger der Rhyth-\nmus des erlebenden Menschen und der\nRhythmus, der das Kunstwerk gestaltet,\nzusammenklingen, umsomehr erkennt der\nMensch das Kunstwerk.\n11. Dass unsere Kunstwerke Gleichnisse\ninnerer WTelten sind, kann niemandem be-\nwiesen werden. Dass etwas bewiesen werden\nkönne, also allein durch logische Schlüsse\nins Bewusstsein gebracht werden könne, ist\nein Irrtum derer, die nur in der Welt der\nErscheinungen leben. Der Mensch kann\ndie innere Welt nur aus eigener Anschauung\nkennen lernen. Er weiss sie oder weiss sie\nnicht. Es kann bewiesen werden, dass es\nkeine inneren Welten gibt. Es kann bewiesen\nwerden, dass das, was ich anschaue, nicht\nda ist. Da ich es aber anschaue, ist es in\nmeinem Bewusstsein, also für mich vor-\nhanden, wenn es auch andere nicht anschauen\nkönnen. Für die anderen gilt der Beweis,\nfür mich nicht. Ebenso schaue ich im\nKunstwerk das Gleichnis der inneren Welt\nan. Es bedarf keines Beweises und keiner\nKritik der Logik. Wer beweisen will, weiss\nnicht. Wer richten will, ist nicht richtig.\n12. Ein Kunstwerk vermag im Menschen\nnur dann innere Welten aufzuschliessen,\nwenn er bereitet ist, sich zu öffnen. Ob\ner dazu bereitet ist, das hängt nicht aus-\nschliesslich von seinem Willen ab, wenn\nauch der gute Wille eine Voraussetzung ist.\nNotwendig für die Aufnahme ist ein auf-"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "86", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4179, "texte": "nahmefähiger Zustand. Dieser Zustand ist\ndie Wirkung vieler zusammenwirkender\nUrsachen. Zumeist wird der Mensch nur\nerschüttert vom Kunstwerk. Die Kraft des\nKunstwerkes rüttelt an der verschlossenen\nTür der inneren Welt, und der Mensch\nweiss nicht, dass er selbst es ist, der den\nSchlüssel in der Hand hat.\n13. Wer in einem Kunstwerk, das ein\nGleichnis der inneren Welt ist, das Abbild\neiner Erscheinung der äusseren Welt sucht,\nwird weder dieses Abbild finden, noch je\ndie innere Welt erkennen. Er ist so tief\nim Irrtum verstrickt, dass er die Künstler\nfür irrsinnig hält. Er ist so verwirrt von\nder inneren in die äussere Welt, dass er\nnicht heimfinden kann.\n14. Die Kunstwerke werden nicht vom\nKünstler gewollt. Die schöpferische Kraft\ndes Geistes ist es, die den Willen bewegt.\nDer menschliche Wille ist das Werkzeug\ndieser Kraft, die ihr Centrum in der inneren\nWelt hat. Das Bild dieser Kraft wird\nangeschaut mit dem inwendigen Auge, und\nder Wille bildet mit den körperlichen\nMitteln ein Gleichnis: das Kunstwerk, die\nKunde und Wirkung der schöpferischen\nKraft.\n15. Die schöpferischen Kräfte haben vielerlei\nGrade. Sie arbeiten am Menschen, im\nMenschen, durch den Menschen, um den\nMenschen des vollkommenen Geistes bewusst\nzu machen Das Wirken der schöpferischen\nKraft ist Reinigung des Menschen.\n16. Das Kunstwerk, das Gleichnis, vergeht.\nDas Angeschaute, das Bild, das im Gleichnis\ngekündet wird, besteht auch ohne das\nGleichnis. Einmal angeschaut, ist es gebildet,\nauch wenn es nicht zum Kunstwerk gestaltet\nist. Einmal zum Kunstwerk gestaltet, besteht\ndas Bild, auch wenn das Kunstwerk zerstört\nist.\n17. Der Geist wird unmittelbar angeschaut\nin der Anschauung des Geistes, dem Gesicht.\nDer Geist wird unmittelbar angeschaut in\nder Betrachtung des Kunstwerkes. Das\nKunstwerk wirkt auf die Sinne, durch die\nSinne, das heisst, wenn die Wirkung durch\ndie Sinne hindurch gegangen ist, die Sinne\nverlassen hat, wirkt das Werk auf den Geist.\nDie Sinne sind das Mittel, das benutzt wird,\num zum Geist und seiner Anschauung zu\ngelangen. Die äusseren Sinne müssen passiert\nsein, überwunden sein, um zu den inneren\nSinnen zu gelangen, die unmittelbar der\nAnschauung fähig sind.\n18. Da die Kunstwerke der Welt der Er-\nscheinung angehören, lässt sich in der Kunst-\ngeschichte ein Fortschritt, eine Höherent-\nwicklung der Kunst nicht nachweisen. Nur\nein Wandel in der Art und Form der\nErscheinungen ist zu erkennen. Es wechseln\nimmer zwei Arten in der Kunst. Die eine\nArt sucht die Erscheinung, die äussere Welt\nzu befestigen und ihre Gestalt zu künden.\nDie andere Art sucht die Bilder der inneren\nWelt im Gleichnis zu künden. Eine solche\nZeit der Verkündigung der Gesichte hat\nwieder begonnen. Wir wissen, dass es eine\nKunst, die nur die Erscheinungen darstellt,\nnicht geben kann. Uns ist die Kunst Gleichnis\nder inneren angeschauten Welt. Ein Kunst-\nwerk ist da geschaffen, wo organische Gestalt\ngeschaffen ist. Das Gleichnis ist organische\nGestalt. Wir erkennen, dass jede Kündung\nder Erscheinung, die nicht als Organismus\ngestaltet ist, kein Kunstwerk ist. Jede\nKündungderErscheinung, diealsOrganismus\ngestaltet ist, ist Gleichnis der inneren Welt.\nJedes Gleichnis der inneren Welt ist Kündung\nder inneren Welt und Gestalt der äusseren\nWelt. Die innere Welt kann nur im Gleichnis\nder Erscheinung offenbar werden.\n19. Das Wort \"Natur\" kommt von \"Geboren\nwerden,\" das Wort \"Kunst\" kommt von\n\"Können\". Künstler ist ein Mensch, der\ngebären kann. Der Gebärer empfängt und\nzeugt vom Geist. Was er gebärt, ist Schöpfung.\nDas Geschaffene lebt. Lebendig ist die\nNatur, lebendig ist die Kunst. Das Werk\nder Natur ist Wirkung der Lebenskraft, das\nKunstwerk ist Wirkung der Lebenskraft.\nDer Geist handelt unmittelbar. Er ist immer\nselbstbewusst. Sein Handeln ist sein An-\nschauen. Er schaut sich an, indem er in\nder Natur handelt. Sein Anschauen ist seine\nOffenbarung. Der Mensch ist Natur. Im\nMenschen schaut sich der Geist an. Er\nwirkt den Menschen. Ist der Mensch eins\nmit dem Geist, hat er sein Handeln als das\nAnschauen des Geistes erkannt, so ist\nMenschenhandeln das Werk des selbst-\nbewussten Geistes. Dann kann der Mensch\ngebären. So ist der Schöpfer, So ist das\nKunstwerk geschaffen."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "88", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4191, "texte": "20. Der schöpferische Geist ist nicht ausser-\nhalb der Natur, nicht ausserhalb des\nMenschen. Er ist im Menschen. Solange\nder Mensch ihn nicht in sich erkennt, ihn\nausserhalb seines Selbst sucht, kann er\nnicht Schöpfer sein, ist er Nachahmer. Es\ngibt Tiere, die nachahmen. Der Mensch\nsteht auf der Stufe der Tiere, solange er\nnachahmt. Das Tier ahnt den selbstbe-\nwussten Geist, wenn es nachahmt. Der\nMensch, der nachahmt, fällt ab vom selbst-\nbewussten Geist.\n21. Das Kunstwerk ahmt nicht die Formen\nder inneren Welt nach. Die Formen der\ninneren Welt sind unnachahmbar. In der\ninneren Welt, im Geist, gibt es keine Nach-\nahmung, sondern nur Selbständigkeit. Die\ninnere Welt ist eine andere Bewusstseins-\nstufe als die äussere Welt. Sie hat andere\nSinne und Mittel. Das Werk ist Wirkung.\nGebildet ist im Werk ein Gleichnis. Das\nGleichnis ist eine Entsprechung im anderen\nBewusstseinszustand. Das Gleichnis, die\nEntsprechung verkündet. Das Gleichnis\ngleicht, die Entsprechung spricht, die Ver-\nkündung kündet. Künden kann nur der\nWissende. Sprechen kann nur, der das\nWort hat. Gleichen kann nur die Er-\nscheinung, die das Bild in sich hat, in sich\nbehält.\n22. Ist der Schöpfer in sein geistiges Be-\nwusstsein eingegangen, so herrscht der\nselbstbewusste Geist in ihm. Der Mensch\nist erleuchtet. Der Geist, das Licht, be-\nherrscht den Schein, die Erscheinung. Herr-\nschaft ist: als Herr schaffen, ist Leiten,\nOrdnen. Das Licht ordnet seinen Schein,\nder Geist ordnet die Erscheinungen. Das\nKunstwerk ist eine Ordnung der Er-\nscheinungen, geleitet vom selbstbewussten\nGeist,\n23. Die Ordnung durch den selbstbewussten\nGeist ist eine Reinigung der Erscheinungen\nvon sich selbst. Die Erscheinungen werden\nunter das Gesetz der Ordnung gestellt und\nsind geordnet sein Gleichnis. Das Kunst-\nwerk hat nur einen Sinn: es ist ein Mittel,\num die Anschauung der inneren Welt zu\nkünden. Seine Wirkung ist: es ist ein\nMittel, um zur Anschauung der inneren\nWelt zu gelangen. Ein Werk, das einen\nsogenannten Nutzzweck hat, also ein Ge-\nbrauchsgegenstand oder eine Maschine ist,\nkann auch vom Geist geordnet sein, kann\nauch Kunstwerk sein. Es ist aber Kunst-\nwerk nur ohne Hinblick auf den Nutzzweck.\nIm Zweckdienen dient das Werk der Er-\nscheinung. Ein solches Werk, das zweien\nHerren dient, ist Schöpfung eines Menschen,\nder zweien Herren dient. Sein Schöpfer\nhat nicht den selbstbewussten Geist, aber\nkann vom Geist ergriffen sein. Auch durch\nein solches Werk kann der selbstbewusste\nGeist angeschaut werden, aber das Werk\nmuss hierzu von seinem „Zweck\" gelöst\nwerden. Die Erlösung des Geistes von der\nErscheinung ist die Entbindung von der\nUnterordnung unter die äussere Welt.\n24. Die Sphären der inneren Welt bilden\neine Oberwelt und eine Unterwelt, Himmel\nund Hölle. Die Unterwelt bezeichnet die\nVereinigung der Zustände, die der Mensch\ndurchlebt hat, um bis zu der Stufe seines\ngegenwärtig herrschenden Zustandes zu ge-\nlangen. In der oberen Welt sind all die\nZustände vereinigt, die der Mensch noch\ndurchleben muss, um das All erfüllt zu\nhaben. Je näher er dieser Fülle kommt,\num so mehr herrscht der Geist in ihm.\nKündet der Mensch im Kunstwerk Gesichte\naus der unteren Welt, so erlebt er einen\nRückfall in die Welt seines Irrtums. In der\nUnterwelt sind die Einbildungen der Er-\nscheinung Wirklichkeiten, Wesenheiten. Ist\ndieser Zustand durchlebt, so wissen wir,\ndass die Erscheinungen Irrtümer sind und\ndass sie unwesentlich sind. Wir hören\ndann allmählich auf, Irrtümer zu sprechen\nund Täuschungen zu bilden.\n25. Durch das Schaffen der Kunstwerke\ndienen die Künstler der himmlischen Welt\nin sich oder der höllischen Welt in sich.\nDie einen lassen sich vom Geist bewegen,\nder im Himmel wohnt, die anderen glauben\ndie Geister zu bewegen, die in der Unter-\nwelt wohnen. Der eine ist ein Diener, der\nandere ist ein Herrscher. Der eine ruht in\nder schöpferischen Kraft, der andere glaubt\ndie schöpferischen Kräfte zu bewegen. Der\neine kann nicht irren, weil er sich als Ge-\nschöpf der Schöpfung hingibt. Der andere\nmuss irren, weil er glaubt, als Geschöpf\nselbstschöpferisch zu sein.\n26. Dem Menschen, der recht bereitet ist,\nvermag ein Kunstwerk die Tür zum inneren\nLeben aufzuschliessen. Der Mensch erlebt"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "90", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4121, "texte": "dann einen Zustand, in dem er ausserhalb\nder Welt seiner körperlichen Erscheinung\nsteht, einen Zustand, der durch nichts ge-\nschildert werden kann, von dem er nur\nwieder im Gleichnis zu künden vermag.\nEs ist der Zustand der Vereinigung mit\ndem Geist, das Eingehen und Aufgenommen-\nwerden im Urgrund des Schöpferischen,\nDie Offenbarung des Schöpferischen, das\nRückfluten aus dem Urgrund, erfüllt von\nihm, ist das schöpferische Werk.\n27. Wir müssen uns ausserhalb der Welt\nder Erscheinung stellen, wir müssen uns\nin den Urgrund stellen, damit wir von ihm\nerfüllt werden. Wir müssen uns bereiten,\ndamit wir das Gefäss sind, bereitet, die\nFülle des Alls lebendig zu tragen.\n28. Das Schaffen des Künstlers ist eine Art\nder Auswirkungen des Geistes, der auf\nmannigfaltige Art wirkt. Unser ganzes Leben\nder Erscheinung soll ein Auswirken des\nGeistes sein, ist aber zumeist ein Nichtachten\noder Verdrängen des Geistes. Die Künstler\nsind unter den wenigen Werkzeugen, die\nder Ungeist noch nicht so verdorben hat,\ndass sie unbrauchbar für die Offenbarung\ndes Geistes sind. Die Verantwortung der\nKünstler, die Mission ihres Schaffens, ist\ndaher gross. Sie sollen ihr Leben zum\nGleichnis dessen machen, was sie im Kunst-\nwerk künden. Tun sie das nicht, so ist\nihre Mission gescheitert und die Gabe wird\nihnen genommen.\n29. Wer in der Fülle ist, beherrscht das\nEinzelne. Die Fülle ist im Menschen, das\nEinzelne ist um ihn. Das Einzelne erkennt\nnur der, der in der Fülle ist. Die armen\nverirrten Künstlerlandschaftern, porträtieren,\nmalen Akte und bauen Häuser und. wissen\nnicht, dass sie das Einzelne niemals finden,\nwenn sie nicht das Eine gefunden haben.\n30. Der Künstler ist das Gewissen des\nMenschen. Er weiss Gesetze der Schöpfung.\nEr weiss, dass alles ungewiss ist ausser dem\nGesetz. Er hat die Gewissheit, dass das\nGesetz und seine Erfüllung der Sinn des\nLebens ist. Er spricht sein Wissen aus in\njedem Kunstwerk. Aber die Menschen hören\nes nicht, solange sie nicht die eigene Stimme\ndes Gewissens hören.\n31. Wir dürfen die Kunstwerke lieben, aber\nnicht anbeten. Sie sind ein Mittel, zur An-\nschaumig zu gelangen, nicht die Anschauung\nselbst. Sie sind Erscheinungen des Wesens,\nnicht das Wesen selbst. Wir dürfen die\nErscheinung lieben, weil wir eins sind mit\nder Erscheinung, die wir selbst Erscheinung\nsind. Weil wir die Erscheinung als einen\nSchein des Geistes erkennen, müssen wir\ndie Erscheinung verlieren. Wir verlieren\ndas Kunstwerk und wissen, dass wir die\nAusstrahlung des Geistes lieben, die im\nKunstwerk wirkt, und bitten um die Ein-\nheit mit dem Geist.\n32. Der schaffende Künstler schöpft aus dem\nGeist. Aus dem Unsterblichen wirkt er\nSterbliches. Das Unwandelbare macht er\nsichtbar im Wandel. Das Insichruhende\nlässt er finden in der Bewegung. Der Sinn\ndes Sterblichen ist: dass wir Unsterbliches\nwissen. Dem Künstler ist nicht das Werk\ndie Realität, sondern die Ursache, die das\nWerk wirkt. Das Werk ist eine Wirkung\nder Ursache, der Anschauung des Geistes.\nSie wirkt mit der Absicht, dass der Geist\nsich offenbare.\n33. Es genügt nicht, die Schöpfung, das\nKunstwerk, mit den Sinnen zu geniessen,\nmit dem Verstand zu begreifen. Wir müssen\nden Urgrund, die schöpferische Kraft, den\nGeist ergreifen, er muss in unserem Be-\nwusstsein sein, wenn wir der Schöpfung\nteilhaftig sein wollen. Niemand hat ein\nKunstwerk dadurch erlebt, dass die Form\nauf die Sinne wirkt, niemand dadurch, dass\ndie Form mit dem Verstand begriffen wird.\nDie Wirkung auf die Sinne, die Wirkung\nauf den Verstand, sind falsche Richtungen,\nin die wir aus Irrtum die Kraft der Kunst-\nwerke lenken, ohne Kenntnis der Absicht\nder Schöpfung.\n34. Kein Kunstwerk ist vollkommen. Aber\njedes Kunstwerk ist eine Wirkung der Voll-\nkommenheit. Wäre der Mensch vollkommen,\nso schüfe er keine Kunstwerke mehr. Der\nVollkommene ist heimgekehrt in die Ur-\nsache. Das Vollkommene ist das Leben.\nDas Unvollkommene ist das Bild des Lebens.\nWir bilden das Leben.\n35. Der Mensch, der dem Gesetz seiner\ninneren Welt gehorcht, ist schöpferisch und\nschafft Kunstwerke. Die Gesetze teilen sich\nihm mit. Er lernt sie kennen und kündet\nsie durch die Entsprechung in der phy-"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "92", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4031, "texte": "sischen Welt. Er kann sie in der physischen\nWelt nur künden, wenn er die Gesetze der\nphysischen Welt kennt, mit deren Hilfe er\nwirken will. Die Kenntnis der Gesetze der\nphysischen Welt ist ein Kennzeichen für\ndie Kenntnis der Gesetze der inneren Welt.\n36. Gehorsam gegen das innere Gesetz ist\nPflicht des Künstlers. Erkenntnis der\ninneren Welt ist das Recht, das er erwirbt.\nDurch Geduld gewinnt er die Freiheit,\ndurch Sehnsucht sich selbst und durch\nLiebe alles.\n37. Das tägliche Leben des Künstlers ist\ndas Gleichnis seiner Werke. Wer Mensch-\nsein und Künstlersein trennt, trennt Leib\nund Seele und verliert den Geist.\n38. Alle Erscheinungen sind Täuschungen.\nAuch die Kunstwerke sind Täuschungen.\nAlle Täuschungen sind Wirklichkeiten, so-\nlange wir täuschen und uns täuschen lassen.\nAber sie sind nicht die Wahrheit. Die\nTäuschung verhält sich zur Wahrheit wie\nder Schein zum Licht. Darum ist die\nTäuschung das Kind der Wahrheit und\nnicht schlecht. Denn das Kind kündet den\nVater. Niemand gelangt zum Vater als der\nSohn. Nur der Täuscher, nur der Ge-\ntäuschte kann und muss den Weg zur Wahr-\nheit finden.\n39. Die Täuschung der Erscheinung ist die\nSehnsucht der Erscheinung, heimzukehren\nins Licht der Wahrheit. Wir wirken in\nder Wirklichkeit, um in das Wesen zu ent-\nwesen.\n40. Das Wesen, die Wahrheit, das Licht\nkann niemals durch die Erscheinung, die\nWirklichkeit, dargestellt werden. Darstellen,\ndas ist: etwas so hinstellen, dass es da ist.\nAber die Wahrheit kann erkannt werden\nin der Wirklichkeit, das Licht kann er-\nkannt werden im Schein.\n41. Im Schaffen der Kunstwerke können\nwir Täuschungen, Irrtümer, Scheinbarkeiten\nbeseitigen. Wir können vieles hinweg-\nschaffen, was uns hindert, das Wesen zu\nerkennen. Aber das Wesen können wir\nnicht schaffen im Werk. Denn wir sind\nseine Wirkung. Und keine Wirkung kann\nihre Ursache schaffen. Die Ursache muss\nsich in uns offenbaren. Sonst können wir\nkeine Tatsachen wirken.\n42. Wir bilden das, dessen Bild wir sind.\nWir gestalten mit unseren Wahrnehmungen.\nSie sind die Mittel des Künstlers. Wer nur\ndie äusseren Erscheinungen der Natur wahr-\nzunehmen vermag, bildet nur in ihnen.\nJe tiefer der Künstler wahrnimmt, um so\nmehr räumt er die äussere Erscheinung in\nseinem Gebilde weg, um so mehr gestaltet\ner die Möglichkeit, das Wesen zu sehen.\nWelches Wesen? Sein Wesen. Das Wesen\nist gerichtet entweder auf den Irrtum oder\nauf die Erkenntnis. Ist das Wesen auf den\nIrrtum gerichtet, so wird auch die äussere\nErscheinung hinweggenommen, aber es wird\nkein Gebilde, keine Ordnunggestaltet, sondern\nein Scheingebilde, eine Unordnung. Darum\nist am Wert der Künstler kenntlich. Ordnet\ner die Erscheinung, wenn er auch ihre äussere\nForm hinwegnimmt, so ist er Künstler.\nSonst ist er nichts. Ordnung ist die Erfüllung\neines harmonischen Gesetzes.\n43. Das Wesen eines Kunstwerkes besteht\nnicht in seiner äusserlichen Erscheinung,\nsondern in dem inneren Licht, das wirkt.\nWie das Licht Farbigkeit bewirkt und nur\nvorstellbar ist durch die Farben, aber keine\nFarbe das Licht selbst ist, obwohl das Licht\nin der Farbe ist und keine Farbe ohne das\nLicht ist, so ist das Wesen des Kunstwerkes\nnicht die äusserliche Erscheinung, aber die\näusserliche Erscheinung besteht durch das\nWesen, und das Wesen ist in ihr.\n112\n44. Der Zweck des Kunstwerkes ist das\nLeuchten des inneren Lichtes. Die Kräfte\nentfalten ihre Kraft im Künstler und lehren\nihn, dass er selbst diese Kraft ist, die mehr\nist als der sichtbare Mensch. Sie verbinden\nihn mit allem Leuchten des Lichtes in der\nErscheinung.\n45. Wer das Licht verkünden will, muss\nim Lichte leben. Aus der Finsternis wird\ndas Licht geboren.\n46. Wer leuchten will, muss Licht sein.\nWer giessen will, muss erfüllt sein. Wer\ndas innere Leben künden will, dem muss\nes bewusst sein. Wir müssen unser inneres\nLeben mit Licht füllen, um unsere Kunde\nauszugiessen in das Bewusstsein des andern.\n47. An der Erkenntnis der Kunstwerke, der\nKunde des inneren Lebens hindert uns allein\ndie Unkenntnis über unser eignes Selbst.\nIn der Gegenwart der Kunst finden wir"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "93", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 447, "texte": "unser Selbst. Ist uns unser Selbst gegenwärtig,\nso haben wir die Gegenwart der Kunst.\n48. Die Gegenwart der Kunst erschliesst sich\nin der Betrachtung der Figur des Lebens.\nDie Figur des äusseren Lebens ist das befestigte\nGleichnis des inneren Lebens. Die Betrachtung\nist die Anschauung durch das innere Gesicht.\nWer die Figur betrachtet, sieht die Ankunft\nder Liebe. Von dem Gesicht erfüllt, muss\ner die frohe Botschaft verkünden.\n\nLothar Schreyer"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c009", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "85", "page_fin": "85", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.5.1", "titre_corps": "Aurel Bernáth: Erde / Gemälde", "titre_sommaire": "Aurel Bernáth: Erde / Gemälde", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "85", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 29, "texte": "Aurel Bernáth: Erde / Gemälde"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c010", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "87", "page_fin": "87", "image_debut": 9, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.5.2", "titre_corps": "T. Zarnower: Architektur – Plastik", "titre_sommaire": "T. Zarnower: Architektur – Plastik", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 34, "texte": "T. Zarnower: Architektur - Plastik"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c011", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "89", "page_fin": "89", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.5.3", "titre_corps": "M. Szczuka: Raumkonstruktion / Plastik", "titre_sommaire": "M. Szczuka: Raumkonstruktion / Plastik", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "89", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 38, "texte": "M. Szczuka: Raumkonstruktion / Plastik"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c012", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "91", "page_fin": "91", "image_debut": 13, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.5.4", "titre_corps": "Paul Fuhrmann: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Paul Fuhrmann: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "91", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 51, "texte": "Paul Fuhrmann: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c013", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "93", "page_fin": "94", "image_debut": 15, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.6", "titre_corps": "An meine Deutsch Amerikanischen Freunde", "titre_sommaire": "An meine Deutsch Amerikanischen Freunde", "signature_source": "Franz Richard Behrens", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "93", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.15", "debut_caractere": 449, "fin_caractere_exclue": 3286, "texte": "An meine Deutsch\nAmerikanischen Freunde\nFranz Richard Behrens\nEhe ich nach New-York kam\nMissverständnis\nUm als Haupt-Leitartikelschreiber des „New-\nYork American\" tätig zu sein\nPhilosophen suchen nach Wahrheit\nHabe ich mich zehn Jahre mit der Ent-\n• •\nwicklung von Olfeldern befasst\nWer 250 Pfund einmal über den Kopf heben\nkann\nIch verstehe dieses Geschäft gründlich\nZum Dogma geworden\nEs ist ein ungemein lohnendes Geschäft\nDass wir die Wahrheit nicht erreichen\nkönnen\nWenn es ehrlich betrieben wird\nHebt 200 Pfund 8 mal hintereinander\nDas Leidwesen dabei ist\nDer gesunde Menschenverstand\nDass das Kapital der Leute\nLebenskünstler\n• •\nDie ihr Geld in jenen Olaktien anlegen\nHebt 150 Pfund 24 mal hintereinander\nDie in New-York hausiert werden\n*•\nÜbung im Verkehr mit Menschen\nNur selten ehrlich verwaltet wird\nWohlgeordneter Schatz an gesichteten Er-\nfahrungen befähigt\nSehr oft ist die Sache von Haus aus ein\nabsichtlicher Betrug\nHebt 100 Pfund 48 mal hintereinander\nEs ist auf diesem Gebiete soviel Gaunerei\ngetrieben worden\nAntwort auf Fragen des Tätigen\n• •\nDass die Leute gegen das Olgeschäft vor-\neingenommen sind\nHat in allen praktischen Lagen\nUnd darin kein Geld mehr wagen wollen\nHebt 50 Pfund 90 mal hintereinander\nTrotzdem sind Ölfelder wie bereits gesagt\nsehr lohnend und gewinnbringend\nPhilosophen hüten sich\nWenn sie ehrlich und mit dem nötigen\nVerständnis betrieben werden\nErbe einer sehr hohen sicheren grossen\nKultur\nDer Krieg ist vorüber\nMit einer reichen inneren Welt schon zur\nWelt gekommen\nDie Arbeit zu der ich mich in der Zeit des\nWahnsinns und der Unvernunft\nVerpflichtet fühlte ist getan\nHebt 25 Pfund 160 mal hintereinander\nPhilosophen sind tief in ihrer inneren\nSicherheit erschüttert\nDie erbärmliche Politik des Tages interessiert\nmich nicht\nAn sich selber irre\nDeshalb habe ich meine Stelle bei den\nHearst-Zeitungen aufgegeben\nHebt 10 Pfund 360 mal hintereinander\nUm mich wieder meiner früheren Tätig-\nkeit zu widmen\nOhne die Spur fragender Lüsternheit\n• •\nIch werde Ol produzieren\nDer Lateiner verlangt doch Erscheinung\ngleich immer vom Scheine zu demaskieren\nNicht Ölaktien die unbeschränkter Zahl in\nNew-Yorker Druckereien hergestellt werden\nHebt 5 Pfund 500 mal hintereinander\nSondern, wirkliches Öl aus wirklichen\nQuellen gepumpt\nDer Philosoph greift nach der Idee\nDas für wirkliches Geld an wirkliche Öl-\ngesellschaften mit Röhrenleitungen ver-\nkauft wird\nLässt die Idee sich nicht an der Erscheinung\nergreifen\nIch habe in Franklin County Kansas ein\nschönes Stück Land gekauft\nSo drängt der Philosoph selber eine Idee\nder Erscheinung auf\nIch habe es voll und ganz bar bezahlt mit\nmeinem eigenen Geld\nWer 200 Pfund einmal heben kann\nIch habe auf meine eigenen Kosten vier\nQuellen bohren lassen\nDas wachsame Ethos in der Brust\nAlle vier Quellen sind ergiebig\nGott muss es doch ganz besonders gut meinen"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3316, "texte": "Röhrenleitung Kraftstation und Behälter be-\nfinden sich an Ort und Stelle\nHebt 150 Pfund 12 mal\nZwei dieser Quellen werden allein zum\njetzigen Preis des Rohöls\nSelber den Besitz einer Philosophie nicht\nentbehren\nJährlich für 25000 Dollar Öl geben\nDavon den anderen nur die sittlichen\nMaximen mitteilen\nDie anderen beiden Quellen sind ebenfalls gut\nWas unphilosophische Köpfe an der Philo-\nsophie ganz allein interessiert\nSämtliche Quellen werden mindestens auf\nzwanzig Jahre hinaus stetig liefern\nHebt 100 Pfund 37 mal\nNachdem ich mich überzeugt habe dass\n• • *\nmeine Olfelder tatsächlich gut sind\nEndergebnis für das tätige Leben\n• •\nMit die besten in dieser Olzone\nSelbsttäuschung der Philosophen\nIst es meine Absicht den Rest meiner Felder\nso rasch wie irgend möglich anzubohren\nHebt 50 Pfund 70 mal\nZu diesem Vorhaben ist mehr Geld nötig\nals ich an Hand habe\nWenn sie meinen, den Menschen verlangt\nWeshalb ich 600 Stück Vorzugsaktien\nmeiner Gesellschaft verkaufen werde\nGrund und Sinn des Daseins kennen zu lernen\nDiese Anteilscheine sind auf 100 das Stück\nausgestellt\nHebt 25 Pfund 140 mal\nSie werden mit 12 Prozent verzinst\nDer Mensch will nur die Sicherheit haben\nhandeln zu können\nSind nach fünf Jahren einzulösen und sind\nerste Vorzugsaktien\nBreite des Wissens\nDie Zinsen sind vierteljährlich zahlbar\nHebt 10 Pfund 340 mal\nIch habe euch während des Krieges nicht\nein einziges Mal belogen\nWürde der geistigen Haltung\nWährend des Krieges\nDer grosse Hintergrund\nDa jene die am meisten und besonders\nüber brave Deutsche logen\nHebt 5 Pfund 500 mal\nAls die besten Patrioten gerühmt wurden\nUns gilt es für das Amt des Philosophen\nWährend des Krieges\nGeheimnis kundzutun\nDa es mir ein leichtes gewesen wäre\nWer 150 Pfund 1 mal heben kann\nMeine Feder an das verlogene britische\nPropaganda-Bureau zu verkaufen\nWir wundern uns über einen Philosophen\nFür mehr Geld als ich je in meinem Leben\nbesass oder wahrscheinlich jemals be-\nsitzen werde\nDer sichtlich strebt das Geheimnis zu hüten\nUnd ich werde nun jetzt nicht anfangen die\nUnwahrheit zu sagen\nHebt 100 Pfund 16 mal\nJedes Wort, das ich über die Ölfelder ge-\nsagt habe ist absolut wahr\nNichts bindet Menschen stärker aneinander\nIch werde persönlich das Unternehmen\nleiten\nAls das Gefühl\nEuer Kapital und eure Zinsen sind unbe-\ndingt sicher\nHebt 50 Pfund 50 mal\nIch weiss von keiner Angelegenheit die\nbesser wäre als diese\nMiteinander ein Geheimnis gemein zu haben\nIn den nächsten Tagen bin ich jeden Nach-\nmittag von 1 bis 4 Uhr\nZugleich aber dafür sorgen dass das Ge-\nheimnis geheim bleibt\nIm Bureau des Anwalts Domini O'Reilly\n258 Broadway zu sprechen\nDas unbedingte Vertrauen eines jeden zum\nguten Willen aller\nEs soll mir eine Freude sein jede ge-\nwünschte Auskunft zu geben\nAlle wollen dasselbe\nTelephon Barclay 7880\nLeicht zu ertragen überstimmt zu werden\nDa ich bald nach Kansas reise\nMein Wille geschieht mir nicht\nUm dort nach dem Rechten zu sehen\nMein Wille geschieht bloss anders als ich\nes mir gedacht habe\nWäre es mir lieb\nLohnt der Ertrag den Verlust der eigenen\nPersönlichkeit\nWenn ihr mich möglichst bald aufsuchen\nwürdet\nEs ist mein Stolz alle Konsequenzen meiner\nWeltanschauung zu ziehen\nFalls mein Angebot euch interessiert\nJedermann mag nach seinem Gutdünken\nwählen\nEuer Freund\nWer 100 Pfund 1 mal heben kann\nHebt 5 Pfund 500 mal\nHintereinander"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c014", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "96", "image_debut": 17, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.7", "titre_corps": "Aus der Welt: „MERZ\"", "titre_sommaire": "Aus der Welt: „MERZ\"", "signature_source": "Kurt Schwitters ; Franz Rolan", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 17, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2636, "texte": "Aus der Welt: „MERZ\"\nKurt Schwitters und Franz Rolan\nSchwitters: Das Problem ist nicht so\nschwierig als es scheinen\nkönnte. Jeder Faktor des\nMerzbühnenwerkes ist\nschöpferisch tätig innerhalb\nseiner Grenzen, muss sich\naber ausserhalb derselben\ngefallen lassen, von den\nanderen Faktoren als ein-\nfaches Material verwandt\nzu werden. Der Maler ist\nals Maler selbständig, aber\ner darf nicht vom Dar-\nsteller eine ihm genehme\nPose verlangen, sondern\nmuss ihn verwenden, wie\ner sich gibt und aus\ndem vorhandenen Material\nsein Bild bauen. Der Schau-\nspieler darf dem Dichter so\nwenig ins Handwerk\npfuschen wie der Dichter\nihm. Jeder Faktor ist an\nseine Mittel gebunden. So\nauch das Publikum. Ihm\nstehen drei Mittel zu Gebote,\nsich schöpferisch zu be-\ntätigen: Der Beifall, die\nEntscheidung für das\nKunstwerk, das „Pro\", das\nalle Kräfte belebt und an-\nfeuert, das Schweigen, das\naller Auslegung fähig ist\nund zur Vorsicht rät, auf\nalle Fälle eine gewisse\nSpannung erzeugt, und\nendlich das Missfallen, die\nEntscheidung gegen das\nDargebotene, das „Contra\",\ndas ebenfalls als schöpfe-\nrische Kraft ausgenutzt\nwerden muss, weil es durch\nHeranführen neuer Mittel\numgestimmt und gewertet\nwerden kann und umge-\nstimmt werden muss. Beim\nalten Bühnenwerk wurde\ndas Publikum genau so wie\nalle anderen Faktoren durch\ndas Dichterwort lahmge-\nlegt. Beifall oder Miss-\nfallen des Publikums\nkonnten nichts an ihm\nändern. Nicht so beim\nMerzbühnenwerk. Beifall\nund Missfallen werden in\nder Hand des Merzers zu\nkünstlerischen Gestaltungs-\nmitteln. Vor allem das\nMissfallen. Denn wenn\nauch ein Kunstwerk letzten\nEndes den Beifall des Publi-\nkums erstrebt, so soll es\ndoch nicht Sklave seiner\nLaunen sein. Jeder neue\nGedanke aber löst zunächst\nWiderspruch aus und zwar\num so heftiger, je neuer er\nist. Mit dieser Tatsache\nmuss der Merzer von vorne\nherein rechnen und nach\nMitteln suchen, ihm zu be-\ngegnen, soweit dies für das\nGesamtkunstwerk nötig ist.\nDas ist nicht schwerer als\nfür den Berufskomiker\nPausen für die Lach-\nsalven des Publikums zu\nmachen. Dieses fort-\nwährende Inbereitschaft-\nsein und Znsammenarbeiten\nmit dem Publikum aber gibt\ndem Werk eine besondere\nFrische und Lebendigkeit,\ndie auf das Publikum zu-\nrückstrahlt und es aus seiner\nBolle des blossen Zu-\nschauens befreit. So werden\nBeifall und Missfallen zu\nwichtigen Kunstmitteln,\nund selbst unberücksich-\ntigte Missfallensäusserungen\nkönnen künstlerisch be-\ndeutsame Faktoren werden,\ndie für das Gesamt-\nkunstwerk von höchstem\nWert sind. Nicht nur der\nMerzer als Schöpfer\ndes Gesamtkunstwerkes,\nsondern auch die übrigen\nKünstler, der Dichter, der\nMaler, der Musiker und\nder Schauspieler können"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 478, "texte": "in ihrer Tätigkeit Wider-\nspruch des Publikums als\nKunstfaktor nach ihrem Be-\nlieben in Rechnung setzen\noder absichtlich unbeachtet\nlassen. Die letzte Ent-\nscheidung über den Wert\ndes Gesamtkunstwerkes\nliegt trotzdem wiederum\n(mit einer leichten Ver-\nbeugung:)\nbeim Publikum.\nDas Publikum: Bravo! — Bravo! — Bravo!\n— (eine Damenstimme,\nschwärmerisch:) Er ist ge-\nnial!! — (die Fistelstimme:)\nHoch ANNA BLUME!!\n(alle empört gegen die\nFistelstimme gewTendet.)\nIdiot!! — (alle ab.)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c015", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 18, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.8", "titre_corps": "Der Letzte", "titre_sommaire": "Der Letzte", "signature_source": "August Stramm", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 18, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.18", "debut_caractere": 480, "fin_caractere_exclue": 3376, "texte": "Der Letzte\nAugust Stramm\nHe! da oben! Lachen! ich lache! drei Tage\nstürzen! brüllen! drei Tage Jahre Ewigkeiten!\nund bist noch nicht zerstürzt! verfluchter Him-\nmel! Blaubalg! pafft Zigarren und stiebt Asche,\nalles zusammen, den Graben. Schützengraben.\nSchutz. Grab. die Stellung wird gehalten biszum\nletzten Mannl vorwärts Jungens. Das Blau-\ngespenst klimmt rote Augen auf. rot. feuerrot,\nverschlafen. Der Tag hält nicht aus. so oder so I\nschiesst! schiesst! der Wald! ja. in den Wald!\nSchädel. Wolken, lustig! der beste Schütze\ndarf. ja. darf zuerst schlafen. Teufel! schlafen!\nMord Müdigkeit Rasen Wut! He! Bursche?\nBursche da vorn! willst du? willst du schiessen ?\ndu? ja? der Kopf zwischen die Beine geklatscht?\nDrückeberger! schiessen! knallen! seht! sie\nkommen aus dem Wald, raus aus dem Lauf!\ndie Backe gesetzt! brav! brav! Schnellfeuer!\nBlaue Bohnen! Bohnen! Blaue Augen! mein\nSchatz hat blaue Augen, haha! drauf! drauf!\nsie laufen. Korn nehmen. Zielscheiben, laufen.\nMädchenbeine, ich beisse. beisse. verflucht.\nKüsse scharfe, drauf gehalten! Standvisier\nAug in Auge! Wasser? was? die Läufe glühn?\nalle Schläuche glühn. letzte Nacht hat die\nFeldflasche zerschlagen, das trockne Glas geleckt,\ndie Zunge blutet, schluckt, schluckt, schiesst\ndie Flinten kalt, euch selber kalt, kaltes Blut!\nda vorne pfützt Wasser. Pfui Teufel! gierig!\nDreck! Blut, blutiger Dreck. Blut modert zu\nschnell. Feuer! Schnellfeuer! raus! nicht ein-\nschlafen! wer? nehmt ihm die Patronen aus\nder Tasche, wir brauchen sie. der Kerl blutet!\nein kleines Loch kann so bluten! schiessen!\nZielpunkt. Donner! Knacken! das Flattern!\nso müsst ihr auch schiessen, zielen, zielen,\ngut. ruhig, die Hunde drüben, die arme Erde.\nBrief in der Tasche? natürlich, schlapp und\ngleich tot auf der Nase, „mein lieber Mann!\"\nja. Männer brauchen wir. aber keine toten\nhier, essen. Bröckel Schokolade. Mutter, schiesst\nKerle, ach Mütter weinen immer, schiesst!\nich war ein weicher Junge. Teufel! Kopf hoch!\ndie Nasen aus dem Dreck! Was?! keiner? alle?\nFaulenzer! Verstärkung, hört ihr? Verstärkung\nkommt. Feind nicht ranlassen! die Flinten\nvor! Teufel! totsein ist Schande! seht! ich\nschiesse, schiesse. Verstärkung, hört! Trommeln.\nHörner. Tata trrr! eilt da hinten! eilt! Mutter-\ntränen. Vaterbrünste. Dreck! Drei Tage Dreck!\nMenschen! meine Mutter hat mich immer so\nsorgsam gewaschen. Grab. Hölle. Teufel,\nmein Arm schiesst. Finger ladet. Auge trifft.\nHurrah! Hurrah! die Beine in die Hand! Hurrah!\nTod und Leben! Hurrah! Eisen! Hurrah! drauf!\nMein Kopf! Kopf! wo ist mein Kopf? voran, fliegt,\nkollert, brav. Bursche! in den Feind! Beissen\nbeissen! Säbel! ha! weich der Vaterbauch, weich.\nMutter, wo bist? Mutter, seh dich nicht?\nMutter du küsst. Mutter, rauh, halte mich,\nich falle doch. Mutter, ich falle. Mutter.\nDiese Dichtung wurde aus dem Oktoberheft\nDer Sturm 1916, das vergriffen ist, auf den Wunsch\nVieler hier neugedruckt."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c016", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 18, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.9", "titre_corps": "Inhalt", "titre_sommaire": "Inhalt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 18, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.18", "debut_caractere": 3378, "fin_caractere_exclue": 3805, "texte": "Inhalt\nHerwarth Waiden: Gleichheit\nJngeborg Lacour'Torrup: Gedichte\nM. Seuphor: Arbeitslos\nLothar Schreyer: Anschauung und Gleichnis\nFranz Richard Behrens: An meine Deutsch-\nAmerikanischen Freunde\nKurt Schwitters: Aus der Welt: „Merz\"\nAugust Stramm: Der Letzte\nPaul Fuhrmann: Linoleuinschnitt / Vom\nStock gedruckt\nAurel Bcrnäth: Erde / Gemälde\nT. Zarnower: Architektur — Plastik\nM. Szczuka: Raumkonstruktion / Plastik\nJuni 1923"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c017", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[80]", "page_fin": "[80]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.10", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[80]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 104, "texte": "VOM 10. MAI BIS 1. OKTOBER\n1923\nDEUTSCHE KUNST\nDARMSTADT\n■ *\nAUSSTELLUNG FUR MALEREI / GRAPHIK / PLASTIK"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c018", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[80]", "page_fin": "[80]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[80]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.2", "debut_caractere": 106, "fin_caractere_exclue": 255, "texte": "4 Co\n\"Jeiite Jlataloge\n$*iften\nunb SBetfe\n®eftf>matf*>oUe\nGpejialttSt: \"afte^rfar&enfcrucf\nBERLIN NO 18\nWassmann-Strasse 27\nTel. KBnlgsfadt 8269.1116"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c019", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[80]", "page_fin": "[80]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[80]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.2", "debut_caractere": 257, "fin_caractere_exclue": 461, "texte": "PiKflflriicherei Richard Stein Madii.\nBERLIN N54 / BRUNNENSTRASSE 188/190\nFE RN S PRE CH*ANSCHL US S: NOR D E N Nr. 3393\nliefert. s'dmtlidie Druck s n di en,\nein? und mehrfarbig, sdincll, gut und billig\n/"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c020", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[80]", "page_fin": "[80]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[80]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.2", "debut_caractere": 463, "fin_caractere_exclue": 842, "texte": "imiIHIimHHHIIIIIHIIIHIIIIIIIHIIIIIIIIIHIIHI MimiIIHHIIIIIIHimmiHIIMHIMIIMIHIIIMIHHIIHIIIIIIHIIHIIIHHII*\nGesellschaft der Sturmfreunde\nG. d. Sf. =\nDleQrganisationderFreundederneuenKunst |\nSaizung und Aufnahme durch den Verlag Der Siurm I\nBerlin W 9 / Polsdamer Stra&e 134 a 112\nmm\nUIIIUIIIIIUIIIIIIIHIMMMMIIIIiniHHMHUIIHUIIIIHIUIimilMIHMUIHIIIIIMHUMIIIUlMMIIIHUIIIIMHIMHIIIIUMIHl\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c021", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[80]", "page_fin": "[80]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[80]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.2", "debut_caractere": 844, "fin_caractere_exclue": 974, "texte": "MANOMETRE\niiiiiiiiiimiimiiimimiifflimmiiiiiiiuiiiimiiii\nZeiJschrift\nin\nmehreren\nSpradien\n49 Cours Gambetta\nLyon\nProbenummer gratis"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c022", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[80]", "page_fin": "[80]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[80]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.2", "debut_caractere": 976, "fin_caractere_exclue": 1490, "texte": "P Al\nDas beste Geschenk fiir Groß und Klein\nER F A\nGesamtwerk 69 Papierfarben von hochster Farbkraft liefert\nPAPIERFARBBILDER\nvon unerreichter Schonheit / Geschiitzt in alien Kulturstaaten\nBlsher erschienen:\nPafama A\nPafama B\nPafama C\nPafama Stern\n25 Farben\n22 Farben\n22 Farben\n11 Farben\nhochkiinstlerisches\nVorlagenwerk fiir jede Mappe\nGebrauchsanweisung\nfunfsprachig\n(&es€fkiiftigunfgssw9ieil JCeficmittel?\nJifunsfmappe 112 ten 112\nZu bcziehen dur c h\nNAPPE\nPAFAMA WALDEN & CO. /\"BERLIN W 9\nPOTSDAMER STRASSE |Ha"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c023", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "97", "page_fin": "97", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "97", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.19", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 255, "texte": "Neuerscheinungen des Verlags Der Sturm\nAlbert Gleizes: Vom Kubismus < Die Mittel zu scinem Verstandnis\nMit 17 Abbildungen nach Werken von Braque ' Gleizes \" Juan Gris Leger Marcoussis '\nMetzinger * Picasso ' Severini * Archipenko u. a. ' Grundpreis 4 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c024", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "97", "page_fin": "97", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "97", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.19", "debut_caractere": 257, "fin_caractere_exclue": 707, "texte": "Neuc Farbdrucke dcs Verlags\nDer Sturm\nMarc Chagall:\nIch und das Dorf / Gemalde / Grundpreis 1,50 Mark\nJohannes Ittcn:\nBildnis eines Kindes / Gemalde / Grundpreis 1,50 Mark\nPeri:\nStrasse / Gemalde / Grundpreis 1 Mark\nMichael Larionoff und\nNatalie Gontscharowa:\nThcatcrdckorationen und Kostumskizzen\nGrundpreis je 1 Mark\nGeorg Muche:\nUnd das Licht schied / Grundpreis 1 Mark\nDurch alle Buchhandlungcn oder vom\nVerlag Der Sturm / Berlin W9 / zu beziehen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c025", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "97", "page_fin": "97", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "97", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.19", "debut_caractere": 709, "fin_caractere_exclue": 1159, "texte": "„Sicilia d'Oggi\"\nRivista Mensile lllusfrafa di\nLettere, Arte, Scienze.Varieta\nTiratura 4000 copie — FormaJo in-8 —• Pag. 48\nUN NUNERO L.15\nABBONAMENTO ANNUO L. 15\nDirezione e Amminisfrazione:\nCasa Edifrice E. SABBIO\nPALERMO - VIA CASTRO 250 - PALERMO\nLA COLLABORAZIONE E'LIBER A\nCercansi Corrispondenli ed Agenti di Publicity\nGiovani Autori ! publicale i vj\nromanzi, novelle, liriche ec. presso\nLa Casa Editrice E. SABBIO\nVIA CASTRO 250-275 - PALERMO"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c026", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "97", "page_fin": "97", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.19", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "97", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.19", "debut_caractere": 1161, "fin_caractere_exclue": 1987, "texte": "An unsere Abonnenten!\nWir bitten unsere Abonnenten, den\nnementspreis fur das bevorstehende 3.Viertel'\njahr 1923 bis spatestens 30. Juni auf unser\nPostscheckkonto Berlin 120658 einzuzahlen.\nDer Grundpreis betragt wie bisher 2.—, die\njetzige Schlusselzahl des Buchhandler'Borsen'\nvereins ist 5000. Der Abonnementspreis be\ntragt somit M. 10000.—. Es liegt im Interesse\nunserer Abonnenten, die Einzahlung bis\nspatestens 30. Juni zu bewirken, da fur spatere\nEinzahlungen die dann geltende erhohte\nSchlusselzahl in Anrechnung kommt. Nach\ndem 30. Juni wird der Betrag durch Nach'-\nnahme erhoben.\nUnsere auslandischen Abonnenten bitten wir,\nuns den fiir ihr Land geltenden Betrag in\nWahrung ihres Landes oder in Umrechnung\nzum Tageskurs einzusenden. Wir bringen\nnochmals eine Aufstellung der Bezugspreise\nfur die verschiedenen Lander."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c027", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "97", "page_fin": "97", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "97", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.19", "debut_caractere": 1989, "fin_caractere_exclue": 2710, "texte": "Auslandspreise fur die Zeitschrift\n,,Der Sturm\"\nDas Abonnement fur ein Vierteljahr betragt:\nfur Argentinien: Pap. Pes i.--\n„ Brasilien: Milreis 3,—\n„ Bulgarien: Leva 42.—\n„ Chile: Pes 3—\n„ Danemark: Kronen , 3.—\n!\n„ Deutsch'Oesterreich; ost. Kronen 16000.—\n„ Finnland: Mka. . 12.—\n„ Frankreich, Belgien, Luxemburg: Fr. 6.—\nif Griechenland: Drachmen 24. -\n„ Grossbritannien: Schilling 2.6\n„ Japan: Yen. . 1.20\n„ Italien: Lire 9.—\n„ Jugoslawien: Dinar 26.—\n„ Niederlande: Gulden......... 1.5\n„ Norwegen: Kronen . . . 3.—\n„ Portugal: Milreis 9.—\n„ Rumanien: Lei . . ... 60,—\n„ Schweden: Kronen 3.—\n{„ Schweiz: Franken. . 3.—\n„ Spanien: Pesetas 3.—\n„ Tschechoslovakei: Kc. 9.—\n„ Ungarn: Kronen 1000,—\n„ U. S. A.: Dollar . 1.—"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c028", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "98", "page_fin": "98", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "98", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.20", "debut_caractere": 139, "fin_caractere_exclue": 493, "texte": "KUNSTAUSSTELLUNG DER STURM\nBERLIN W 9 / POTSDAMER STRASSE 134a / AM POTSDAMER PLATZ\nGeoffnet taglich von 10—6 Uhr / Sonntags von 11—2 Uhr / M on atlicehr Wechsel\nHundertzwanzigste Ausstellung\nJuni 1923\nAurel Bernath\nM. Szczuka / T. Zarnower / Warschau\nLothar Schrcycr\nSturnvGesamtschau\nHunderteinundzwanzigste Ausstellung\nJttli 1923\nSturm ✓ Gejsamtschati"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c029", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "98", "page_fin": "98", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.22", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "98", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.20", "debut_caractere": 495, "fin_caractere_exclue": 1306, "texte": "MONATSSCHRIFT DER STURM / Vierzehnter Jahrgang\nErscheint am funften jedes Monats\nMit mehrfarbigen Kunstbeilagen, Holzschnitten (stets vom Stock gedruckt) und Zeichnungen\nDauerbezug fur Deutschland: Ein Vierteljahr Grundzahl 2 / Ausland: siehe 3. Umschlagseite / Einzelheft\nGrundzabl 1\nVollstandigc Exemplare des 6. bis 8. Jahrgangs nur noch in wenigen Exemplaren vorhanden je Grundpreis\n20 Mark / 9. bis 12. Jahrgang Grundpreis 10 Mark / 1. bis 5. und 8. Jahrgang vcrgriffen / Einzelheftc alter\nJahrgSnge Grundpreis 1 Mark\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm sind signierte und numerierte Handdrucke, von den\nmeisten Zeichnungen Kunstdrucke kauflich zu erwerben. Die Originale sind verkaufiich.\nSturmbiihne / Jahrbuch des Theaters der Expressionisten / 1. bis 8. Folge / jede Folge Grundpreis 0.20"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c030", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c030", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "98", "page_fin": "98", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "98", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.20", "debut_caractere": 1308, "fin_caractere_exclue": 2347, "texte": "Bticher aus dcm Verlag Dcr Sturm mit neuen Grundzahlen\nAugust Stramm\nI)u I Liebesgedichte / 4. Auflage / 3 Mark\nTropfblut / Gedichte / gebunden 7 Mark\nGesammelte Dichtungen / 2 Bande / Jeder Band\n5 Mark\nPaul Scheerbart\nGlasarchitektur / In 111 Kapiteln / 3 Mark\nErnst Marcus\n*\nDas Erkenntnisproblem / 3 Mark\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte / Mark 2.50\nRudolf Bliimner\nDer Geist des Kubismus und die Kunste / 4 Mark\nLothar Schreycr\nDie neue Kunst / Mark 1.50\nDie Grundzahlen sind mit der jeweils festgesetzten\nPoatscheckkonto des Verlags Der\nHer war th Walden\nDie neue Malerei\nEinfuhrung in den Expressionismus / 3 Mark\nDas Buch der Menschenliebe / Roman / 3 Mark\nSturnvBilderbucher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nI Marc Chagall / 2. Auflage\nII Alexander Archipenko\nIII Paul Klee\nIV Kurt Schwitters\nJeder Band 5 Mark\nV Maler des Expressionismus / 15 Farbdrucke\nChagall I Kandinsky / Marc usw. / 12 Mark\nKokoschka-Mappe: Menschenkopfe / 15 Mark\nSchliisselzahl zu multiplizieren. Zur Zeit: 5000\nSturm: Berlin NW7 / 120658"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c031", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c031", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "98", "page_fin": "98", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "98", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.20", "debut_caractere": 2349, "fin_caractere_exclue": 2593, "texte": "Dcr Sturm iibernimmt die Veranstaltung von\nSturm-Ausstellungen (Gesamtschau und Einzel-\nausstellungen) in alien Stadten und LSndern.\nDer Sturm vermittelt n u r den Verkauf von\nWerken der Kfinstler, die er durch eigene Aus-\nstellungen anerkennt."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c032", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c032", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "98", "page_fin": "98", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "98", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.20", "debut_caractere": 2595, "fin_caractere_exclue": 2706, "texte": "Standige Verkaufsstelle fur Graphik\nVerlag Der Sturm G. m. b. H.\nPotsdamer Strafie 134 a / Gartenhaus rcchts II"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c033", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c033", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "98", "page_fin": "98", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "98", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.20", "debut_caractere": 2708, "fin_caractere_exclue": 2909, "texte": "Neu erschienen:\nLudwig Kassak:\nMa 'Buch / Gedichte\nAusdem Ungarischen iibertragen von AndreasGaspar\nGrundpreis: 3 Mark\nRud Broby:\nBlod I Digte / In danischer Sprache\nGrundzahl: 8 == Danische Kronen 5.—"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-06-01-01-c034", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-06-01_01#c034", "volume": "bmtnabg_1923-06-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "98", "page_fin": "98", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "98", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.20", "debut_caractere": 2911, "fin_caractere_exclue": 2962, "texte": "Vcranderung samtlicher Preisc jedcrzeit vorbehalten"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.1", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT /\nHERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\nVIERZEHNTER JAHRGANG / SECHSTES HEFT / JUNI 1923\n\nPaul Fuhrmann: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[80]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.2", "texte": "VOM 10. MAI BIS 1. OKTOBER\n1923\nDEUTSCHE KUNST\nDARMSTADT\n■ *\nAUSSTELLUNG FUR MALEREI / GRAPHIK / PLASTIK\n\n4 Co\n\"Jeiite Jlataloge\n$*iften\nunb SBetfe\n®eftf>matf*>oUe\nGpejialttSt: \"afte^rfar&enfcrucf\nBERLIN NO 18\nWassmann-Strasse 27\nTel. KBnlgsfadt 8269.1116\n\nPiKflflriicherei Richard Stein Madii.\nBERLIN N54 / BRUNNENSTRASSE 188/190\nFE RN S PRE CH*ANSCHL US S: NOR D E N Nr. 3393\nliefert. s'dmtlidie Druck s n di en,\nein? und mehrfarbig, sdincll, gut und billig\n/\n\nimiIHIimHHHIIIIIHIIIHIIIIIIIHIIIIIIIIIHIIHI MimiIIHHIIIIIIHimmiHIIMHIMIIMIHIIIMIHHIIHIIIIIIHIIHIIIHHII*\nGesellschaft der Sturmfreunde\nG. d. Sf. =\nDleQrganisationderFreundederneuenKunst |\nSaizung und Aufnahme durch den Verlag Der Siurm I\nBerlin W 9 / Polsdamer Stra&e 134 a 112\nmm\nUIIIUIIIIIUIIIIIIIHIMMMMIIIIiniHHMHUIIHUIIIIHIUIimilMIHMUIHIIIIIMHUMIIIUlMMIIIHUIIIIMHIMHIIIIUMIHl\"\n\nMANOMETRE\niiiiiiiiiimiimiiimimiifflimmiiiiiiiuiiiimiiii\nZeiJschrift\nin\nmehreren\nSpradien\n49 Cours Gambetta\nLyon\nProbenummer gratis\n\nP Al\nDas beste Geschenk fiir Groß und Klein\nER F A\nGesamtwerk 69 Papierfarben von hochster Farbkraft liefert\nPAPIERFARBBILDER\nvon unerreichter Schonheit / Geschiitzt in alien Kulturstaaten\nBlsher erschienen:\nPafama A\nPafama B\nPafama C\nPafama Stern\n25 Farben\n22 Farben\n22 Farben\n11 Farben\nhochkiinstlerisches\nVorlagenwerk fiir jede Mappe\nGebrauchsanweisung\nfunfsprachig\n(&es€fkiiftigunfgssw9ieil JCeficmittel?\nJifunsfmappe 112 ten 112\nZu bcziehen dur c h\nNAPPE\nPAFAMA WALDEN & CO. /\"BERLIN W 9\nPOTSDAMER STRASSE |Ha"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.3", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT / HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\n\nGleichheit\nHerwarth Walden\nEines Morgens geht die Tür auf und der\nMensch steht auf der Schwelle des Bewusst-\nseins. Vor ihm scheint der leere Raum,\nin den er männlich schreitet. Sorgsam zieht\ner die Tür hinter sich vor wallenden Wettern.\nEr fühlt sich geborgen, fühlt sich. Stolz\nseiner Einsamkeit quert er den Raum. Er\nist er. Er ist Ich. Er ist der Mensch, der\nDenkende. Er lebt für sich. Er lebt sich.\nEr denkt, was er will, denn er will, was\ner denkt. Erdelos, menschenlos steht er\nverschlossen. Abgeschlossen. Im leeren\nRaum seines Denkens schliesst er das Leben\nund schliesst auf das Leben ausser sich.\nUnd baut sich die Erde nach seinem Ermessen\nund baut sich die Erde nach seinem\nVermessen. Und steht in der Mitte als Gott\nleeren Raums. Die Erde zuckt in schlagenden\nWettern, der Raum verschiebt sich, verfällt,\nzerfällt. Das Leben hebt die Tür aus den\nAngeln. Die Schwelle, nun oben, zerschellt\nden Gott. Und Menschen kommen zu suchen,\nzu helfen und finden den Mensch, den\nverschlagenen, zernichtet, die Leere geweitet.\nEin Arm greift zu halten. Ein Herz bebt\nzu schlagen. Zwei Augen funken dem Licht\nverblendet. Ohr sucht den Hall. Und Wahn\nsinnt unter der Schwelle.\nDas Leben lebt über Menschen zu Menschen.\nNun schlingt sich ein Arm heiss um eine\nHüfte. Ein Schrei bricht hervor aus Gestöhn\naller Glieder. Hände falten sich bebend\nlim Brüste. Münder graben sich tiefer und\ntiefer. Nächte tagen und Tage nachten.\nZeit versinnt sich und Raum verliert sich.\nMensch sucht den Mensch. Namenlos verzuckt\nin Verzücken. Sinn ohne Sinnen. Sinn-\nverloren.\nDie Liebe liebt über Menschen zu Menschen.\n\nGedichte\n\nIngeborg Lacour /Torrup\nUnsre Hände krampfen umeinander\nUnsre Lippen brennen ineinander\nUnsre Leiber suchen sehnen suchen\nKrampfen\nbrennen\nsehnen\nsuchen\nsehnen\nStummen sterben\nund Verstummen\nOh das Weinen ohne Tränen\nLeiser immer leiser\nLeise\nMeine Augen suchen Deine Augen\nLiegen Deine Augen nun in mir\nLiegen meine Augen nun in Dir\nruhen wir\nruht alles Leid\nruhen alle bösen Träume\nAlle Luft steht still\nLange Blätter hängen schlaff\nBlasse Blüten schleppen erdlang\nEin riesengrosser weisser Mond löst sich\nUnd schwebt\nSenkt sich\nUnd kreist\nUnd legt sich flach auf meine Erde\nDeckt meine ganze Erde zu\nEin riesengrosser weisser Mond liegt auf\nder Erde\n\nZum „Tanz der Wehfreude\"\nTango von Her warth Waiden\nUnd alle Freude weint durch alle wehen\nNächte\nUnd alle Wehen singen durch die frohen\nTage"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.4", "texte": "Und alle Tage sinken in die letzte Nacht\nUnd alle sind wir wegesmüde — lieber\nTod.\nNun strömen alle hellen Wasser in das\nSchweigen\nNun fallen alle hellen Sterne in die Tiefen\nNun steigen alle Nebel in die hellen Sonnen\nNun stehen alle unsre Welten — unsre\nWelten\nNoch müde schwingen Pendel sanfte Schläge\nNun stehen Herzen alle Herzen\nHoch glänzt das Sterben\nBäume blühen\nFrühling\nBlühen\nHeben fromme Kerzen in die Nacht\nWeich weht ein Wind\nHoch glänzt das Sterben\nTiefe schwankt\nUnd flutet satt\nUnd Fluten sanften Tiefe\nSanften satt\nUnd schwankt\nHoch glänzt das Sterben\nWolken sammeln\nSchrecken Sterne\nIm Dunkel lugt ein Auge bang\nUnd späht\nVerstohlen lugt ein Auge\nSpäht nach mir\nMir nach\nSchluchzt wo ein Mund\nGanz fern\nSchluchzt wo\nGanz nah\nMir nah\nUnd mir\nDas Auge kreist in meiner Brust\nSchluchzt mir im Ohr ein Mund\nUnd Schatten schreiten\nUnd schreiten lange Schatten\nSchreiten\nKomm\nHoch glänzt das Sterben\nDie frommen Bäume blühen\nUnd halten stille Kerzen\nTiefe schwankt\nWeich weht ein Wind\nO meine Erde\nErlöst\nEin Schrei springt hoch\nNun rauschen die Quellen\nRauschen\nUnd schreien\nNun flattern die Flammen\nHoch höher und höher\nWut jauchzen die Winde\nUnd peitschen verlachen\nHoch höher und höher\nUnd schreien\nSchreien\nDas Schreien wächst\nJagt um die Erde\nJagt wirbeln die Lüfte\nWirbeln nun Wasser und Feuer und Erde\nDas Schreien wächst\nUnd\nSterne zerwimmern\nStürzen wir stürzen\nDie Himmel stürzen\nSchweben wir schweben\nUnd stille nun stille\nDie Quellen zerrauschen\nDie Winde zerhallen\nZerfallen die Flammen\nUnd stille nun stille\nDie Welten verstarren\nDie Zeiten vereisen\nBlau wölben Weiten\nUnd stille nun stille\nBlau wölben Weiten\nWir schweben\nVerschwebt\n\nZum Nachgesang von Herwarth Walden\nLallen Laute Klage suchten\nFlattern Schwermut schwanken tropfen\nWehen weiche müde Singsang\nWiegen Wehmut falle Schauer\nTaumeln Töne\nTaumeln taumeln\nStrömen wehweichwilde Tiefen\nSchwülen stöhnen drohe Meere\nWindwogweite rauschen rollen\nBranden dröhnen dumpfen grollen\nBrollen brausen nahen näher\nNäher näher Meere Meere\nSchluchzen wild wog wuchte Meere\nMeere Meere\nGiert die Klage\nTost die weit um wilde Klage"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.5", "texte": "Heult die sternhoch schluchze Schreie\nGellen schmettern\nHämmern schmettern\nHämmern hämmern\nTöne Schreie\nTöne Töne Töne Schrillen\nSchrillen schrillen Töne Töne\nSternhoch Töne schrecken stürzen\nTiefen stürzen schellen stürzen\nFallen stumpfen\nrp •• r ■ ••\nlone lone\nSchwingen wehen\nTöne singen\nWeit um Welten\nSchwingen schweben\nTöne wandern in die Wellen\nWehen Töne weit die Welten\nMatten weiten Heben matten\nHeben klagesuchte Weise\nFernher Weise\nWiegen wiegen\nFernher lauschen\nWandern wandern\nLauschen\nrrn ..\nlone\nWandern\nrr* ..\nlone\nSchweben\nrp ••\nlone\nSchweben\nSchweben.\n\nArbeitslos\nM. Seuphor\nEinst war Sterbetag im Hause: der grosse\nKuckkuck wurde zum ersten Mal nicht auf-\ngezogen, damals zum ersten Mal und jetzt\nnoch sind da 20 Sonnen vor den 20 Räder-\nwerken in den 20 Zimmern ....\nnach der Liebesjugend von Hermann Tolletat\nWenn balde das schöne Gebäude Feuer fing\nzerfiel Elfenbein-Turm-Träumerei in Keller-\nloch-Mystik und das Petroleum der Feuer-\nwehr das von den gothischen Gewölben\nträufelte träufelte war noch erfrischend . . .\nnach der Liebesjugend von Hermann Tolletat\nZu wählen gibt es nicht in den Zeiten der\nWohnungsnot: die Stadtstrasse bleibt die\nletzte Zuflucht die Stadtstrasse hat keinen\nPreistarif und wuchert die Stadtstrasse bindet\nallen Arbeitslosen die Hände auf den tlückeh\nund zwingt zu feiger Objektivität ....\nnach Liebesjugend nach Frühlingssonnen-\nLyrismus\nAber endlich nach Kai. 320 verplatzt auf\nden Gipfel gestiegene Verzweiflung in einem\nkünstlichen Carpediem-Luxus (wie ein Ge-\ndicht aus dem 19. Jahrhundert):\n\" Der finstere Herr in Trauer feinkostet Cr6me-\nGlace mit silbernen Baby-Löffelchen aus\nfein-kristallener Schale hinter rot- und\ngelbkarierter Tischdecke:\nErst hat der eingebildete Leierkasten das\nneue Pariser Liedchen herausgequietscht\ndanach hat der alte Turm das neue Pariser\nLiedchen aufs neue diktiert augenzwinkernd\naugenzwinkernd und lange nach Mitternacht\nist der blinde Dudelsackmann gekommen\nder aus dem neuen Pariser Liedchen fast\nalles vergessen hatte ....\ndies ist die Quintessenz des Lebens nach\nder Liebesjugend von Hermann Tolletat\nDa die Abendpfeife zu feste gestopft war\nist der Landmann vor der Hütte eingeschlafen\naber nachher kommt die Apotheose mit dem\ngrellen Fackellicht das die Fanfare begleitet\nwenn sie das neue pariser Liedchen (zweite\nStrophe) spielt in drei Reihen mit je zehn\nZinken triumphierend\nHermann Tolletat mit den Bengels an der\nSpitze!\n(Aus dem Holländischen übersetzt von A. C. W.)\n\nAnschauung und Gleichnis:\nDie Gegenwart der Kunst\nLothar Schreyer\n\n1. Die Gegenwart der Kunst ist ein Anzeichen\ndes Geistes, Im Kunstwerk zeigt sich das\nDasein des Geistes an. Das Dasein des\nGeistes zeigt sich an, ohne Röcksicht darauf,\nob es vom Künstler bewusst erkannt wird\noder nicht. Die Wahrhaftigkeit des Geistes\nzeigt sich an im Kunstwerk. Der Ungeist\nhat keine Kunst. Was er Kunstwerk nennt,\nist Täuschung. Die Unendlichkeit der Ge-\nstalten des Geistes zeigt sich an im Kunstwerk."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "84", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.6", "texte": "Die Einheit des Geistes zeigt sieh an im\nKunstwerk.\n2. Die Gegenwart der Kunst ist das Zeugnis\ndes Geistes. Der Geist zeugt unablässig von\nsich. Er zeugt von sich durch die Materie.\nEr hat die Materie gezeugt. Er ist nicht der\nAuszug, die Abstraktion der Materie. Sondern\ndie Materie ist von ihm ausgezogen, von\nihm gezeugt und kündet von ihm in der Kunst.\n3. Jedes Kunstwerk hat ein höheres unsicht-\nbares Vorbild. Ihm entgegen bildet sich\ndas Bild. In ihm eingebildet ist der Strahl\ndes unbegreiflichen Urbildes.\n4. Das künstlerische Schaffen ist die Bewe-\ngung der schöpferischen Kräfte im Menschen\nund bewegt die schöpferischen Kräfte im\nMenschen. Es gibt auch Kräfte im Menschen,\ndie nicht schöpferisch sind, die tot sind.\nSie sind die Erscheinung. Wer sich von\nder Erscheinung bewegen lässt, dem erscheint\nes nur so, als würde er bewegt, als bewege\ner sich. Er ist tot und ist nicht.\n5. Wer die Kunst zu einem Zweck verwendet,\ntreibt Magie. Darum hüte sich der Künstler\nvor sich und hüte sich vor seinem Werk.\nDarum wisse der Künstler, was er treibe.\nNur wenig Künstler wissen es, und noch\nweniger Menschen, die ein Kunstwerk sehen\noder hören, wissen die geheime Kraft, die\nsich im Kunstwerk eröffnet.\n6. In jedem Künstler ist die Kraft, seiner\ninneren Welt bewusst zu werden. Ein\nunbewusster Trieb stellt die Bilder der\ninneren Welt aus ihm heraus, damit er sich\nkennen lernt. Die meisten Künstler lassen\nsich treiben und beherrschen nicht, ihre\nKraft. Die Gestaltungskraft hat den Künstler\nund lässt ihn wieder ins Gestaltlose fallen.\nNur der Künstler, der eins ist mit seiner Ge-\nstaltungskraft, kann eingehen in den Himmel\nseiner inneren Welt.\n7. Der Künstler, der die inneren Welten\nnicht kennt, ist wie ein blinder Maler, der\ndie Farben nur vom Ahnen kennt.\n8. Jeder Mensch hat die schöpferischen Kräfte,\ndie ihn zum Künstler machen können. Aber\nnicht in allen Menschen sind sie erwacht.\nSind sie erwacht, so ist der Mensch begabt.\nAus der Kenntnis seines Wesens kann der\nBegabte die Voraussetzungen seiner Gabe\nerkennen und steigern. Tut er das nicht,\nso handelt er gegen seine Gabe, Veruntreut\nsie und verliert sie.\n9. Das Kunstwerk steht in engster Beziehung\nzum Organismus des Künstlers, wie er in\nder inneren und äusseren Welt lebt. In\nder Erscheinung des Kunstwerkes sind die\nGleichnisse der menschlichen Körperlich-\nkeit, Seelischkeit und Geistigkeit enthalten.\nEbenso ist jedes Kunstwerk ein Gleichnis\ndes Weltalls, in der die sichtbaren und\nunsichtbaren WJten eingebildet sind. So\nist jedes Kunstwerk die Welt und eine Welt\nfür sich.\n10. Die innere Welt vermag im Kunstwerk\nnur der zu erleben, der selbst in einer\ninneren Welt bewusst oder wenigstens\nahnend lebt. Die Formen der inneren Welt\nsind unendlich und werden gestaltet von\ndem Rhythmus des Lebens, wie er in jedem\nLebendigen herrscht. Je enger der Rhyth-\nmus des erlebenden Menschen und der\nRhythmus, der das Kunstwerk gestaltet,\nzusammenklingen, umsomehr erkennt der\nMensch das Kunstwerk.\n11. Dass unsere Kunstwerke Gleichnisse\ninnerer WTelten sind, kann niemandem be-\nwiesen werden. Dass etwas bewiesen werden\nkönne, also allein durch logische Schlüsse\nins Bewusstsein gebracht werden könne, ist\nein Irrtum derer, die nur in der Welt der\nErscheinungen leben. Der Mensch kann\ndie innere Welt nur aus eigener Anschauung\nkennen lernen. Er weiss sie oder weiss sie\nnicht. Es kann bewiesen werden, dass es\nkeine inneren Welten gibt. Es kann bewiesen\nwerden, dass das, was ich anschaue, nicht\nda ist. Da ich es aber anschaue, ist es in\nmeinem Bewusstsein, also für mich vor-\nhanden, wenn es auch andere nicht anschauen\nkönnen. Für die anderen gilt der Beweis,\nfür mich nicht. Ebenso schaue ich im\nKunstwerk das Gleichnis der inneren Welt\nan. Es bedarf keines Beweises und keiner\nKritik der Logik. Wer beweisen will, weiss\nnicht. Wer richten will, ist nicht richtig.\n12. Ein Kunstwerk vermag im Menschen\nnur dann innere Welten aufzuschliessen,\nwenn er bereitet ist, sich zu öffnen. Ob\ner dazu bereitet ist, das hängt nicht aus-\nschliesslich von seinem Willen ab, wenn\nauch der gute Wille eine Voraussetzung ist.\nNotwendig für die Aufnahme ist ein auf-"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "85", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.7", "texte": "Aurel Bernáth: Erde / Gemälde"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "86", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.8", "texte": "nahmefähiger Zustand. Dieser Zustand ist\ndie Wirkung vieler zusammenwirkender\nUrsachen. Zumeist wird der Mensch nur\nerschüttert vom Kunstwerk. Die Kraft des\nKunstwerkes rüttelt an der verschlossenen\nTür der inneren Welt, und der Mensch\nweiss nicht, dass er selbst es ist, der den\nSchlüssel in der Hand hat.\n13. Wer in einem Kunstwerk, das ein\nGleichnis der inneren Welt ist, das Abbild\neiner Erscheinung der äusseren Welt sucht,\nwird weder dieses Abbild finden, noch je\ndie innere Welt erkennen. Er ist so tief\nim Irrtum verstrickt, dass er die Künstler\nfür irrsinnig hält. Er ist so verwirrt von\nder inneren in die äussere Welt, dass er\nnicht heimfinden kann.\n14. Die Kunstwerke werden nicht vom\nKünstler gewollt. Die schöpferische Kraft\ndes Geistes ist es, die den Willen bewegt.\nDer menschliche Wille ist das Werkzeug\ndieser Kraft, die ihr Centrum in der inneren\nWelt hat. Das Bild dieser Kraft wird\nangeschaut mit dem inwendigen Auge, und\nder Wille bildet mit den körperlichen\nMitteln ein Gleichnis: das Kunstwerk, die\nKunde und Wirkung der schöpferischen\nKraft.\n15. Die schöpferischen Kräfte haben vielerlei\nGrade. Sie arbeiten am Menschen, im\nMenschen, durch den Menschen, um den\nMenschen des vollkommenen Geistes bewusst\nzu machen Das Wirken der schöpferischen\nKraft ist Reinigung des Menschen.\n16. Das Kunstwerk, das Gleichnis, vergeht.\nDas Angeschaute, das Bild, das im Gleichnis\ngekündet wird, besteht auch ohne das\nGleichnis. Einmal angeschaut, ist es gebildet,\nauch wenn es nicht zum Kunstwerk gestaltet\nist. Einmal zum Kunstwerk gestaltet, besteht\ndas Bild, auch wenn das Kunstwerk zerstört\nist.\n17. Der Geist wird unmittelbar angeschaut\nin der Anschauung des Geistes, dem Gesicht.\nDer Geist wird unmittelbar angeschaut in\nder Betrachtung des Kunstwerkes. Das\nKunstwerk wirkt auf die Sinne, durch die\nSinne, das heisst, wenn die Wirkung durch\ndie Sinne hindurch gegangen ist, die Sinne\nverlassen hat, wirkt das Werk auf den Geist.\nDie Sinne sind das Mittel, das benutzt wird,\num zum Geist und seiner Anschauung zu\ngelangen. Die äusseren Sinne müssen passiert\nsein, überwunden sein, um zu den inneren\nSinnen zu gelangen, die unmittelbar der\nAnschauung fähig sind.\n18. Da die Kunstwerke der Welt der Er-\nscheinung angehören, lässt sich in der Kunst-\ngeschichte ein Fortschritt, eine Höherent-\nwicklung der Kunst nicht nachweisen. Nur\nein Wandel in der Art und Form der\nErscheinungen ist zu erkennen. Es wechseln\nimmer zwei Arten in der Kunst. Die eine\nArt sucht die Erscheinung, die äussere Welt\nzu befestigen und ihre Gestalt zu künden.\nDie andere Art sucht die Bilder der inneren\nWelt im Gleichnis zu künden. Eine solche\nZeit der Verkündigung der Gesichte hat\nwieder begonnen. Wir wissen, dass es eine\nKunst, die nur die Erscheinungen darstellt,\nnicht geben kann. Uns ist die Kunst Gleichnis\nder inneren angeschauten Welt. Ein Kunst-\nwerk ist da geschaffen, wo organische Gestalt\ngeschaffen ist. Das Gleichnis ist organische\nGestalt. Wir erkennen, dass jede Kündung\nder Erscheinung, die nicht als Organismus\ngestaltet ist, kein Kunstwerk ist. Jede\nKündungderErscheinung, diealsOrganismus\ngestaltet ist, ist Gleichnis der inneren Welt.\nJedes Gleichnis der inneren Welt ist Kündung\nder inneren Welt und Gestalt der äusseren\nWelt. Die innere Welt kann nur im Gleichnis\nder Erscheinung offenbar werden.\n19. Das Wort \"Natur\" kommt von \"Geboren\nwerden,\" das Wort \"Kunst\" kommt von\n\"Können\". Künstler ist ein Mensch, der\ngebären kann. Der Gebärer empfängt und\nzeugt vom Geist. Was er gebärt, ist Schöpfung.\nDas Geschaffene lebt. Lebendig ist die\nNatur, lebendig ist die Kunst. Das Werk\nder Natur ist Wirkung der Lebenskraft, das\nKunstwerk ist Wirkung der Lebenskraft.\nDer Geist handelt unmittelbar. Er ist immer\nselbstbewusst. Sein Handeln ist sein An-\nschauen. Er schaut sich an, indem er in\nder Natur handelt. Sein Anschauen ist seine\nOffenbarung. Der Mensch ist Natur. Im\nMenschen schaut sich der Geist an. Er\nwirkt den Menschen. Ist der Mensch eins\nmit dem Geist, hat er sein Handeln als das\nAnschauen des Geistes erkannt, so ist\nMenschenhandeln das Werk des selbst-\nbewussten Geistes. Dann kann der Mensch\ngebären. So ist der Schöpfer, So ist das\nKunstwerk geschaffen."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.9", "texte": "T. Zarnower: Architektur - Plastik"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "88", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.10", "texte": "20. Der schöpferische Geist ist nicht ausser-\nhalb der Natur, nicht ausserhalb des\nMenschen. Er ist im Menschen. Solange\nder Mensch ihn nicht in sich erkennt, ihn\nausserhalb seines Selbst sucht, kann er\nnicht Schöpfer sein, ist er Nachahmer. Es\ngibt Tiere, die nachahmen. Der Mensch\nsteht auf der Stufe der Tiere, solange er\nnachahmt. Das Tier ahnt den selbstbe-\nwussten Geist, wenn es nachahmt. Der\nMensch, der nachahmt, fällt ab vom selbst-\nbewussten Geist.\n21. Das Kunstwerk ahmt nicht die Formen\nder inneren Welt nach. Die Formen der\ninneren Welt sind unnachahmbar. In der\ninneren Welt, im Geist, gibt es keine Nach-\nahmung, sondern nur Selbständigkeit. Die\ninnere Welt ist eine andere Bewusstseins-\nstufe als die äussere Welt. Sie hat andere\nSinne und Mittel. Das Werk ist Wirkung.\nGebildet ist im Werk ein Gleichnis. Das\nGleichnis ist eine Entsprechung im anderen\nBewusstseinszustand. Das Gleichnis, die\nEntsprechung verkündet. Das Gleichnis\ngleicht, die Entsprechung spricht, die Ver-\nkündung kündet. Künden kann nur der\nWissende. Sprechen kann nur, der das\nWort hat. Gleichen kann nur die Er-\nscheinung, die das Bild in sich hat, in sich\nbehält.\n22. Ist der Schöpfer in sein geistiges Be-\nwusstsein eingegangen, so herrscht der\nselbstbewusste Geist in ihm. Der Mensch\nist erleuchtet. Der Geist, das Licht, be-\nherrscht den Schein, die Erscheinung. Herr-\nschaft ist: als Herr schaffen, ist Leiten,\nOrdnen. Das Licht ordnet seinen Schein,\nder Geist ordnet die Erscheinungen. Das\nKunstwerk ist eine Ordnung der Er-\nscheinungen, geleitet vom selbstbewussten\nGeist,\n23. Die Ordnung durch den selbstbewussten\nGeist ist eine Reinigung der Erscheinungen\nvon sich selbst. Die Erscheinungen werden\nunter das Gesetz der Ordnung gestellt und\nsind geordnet sein Gleichnis. Das Kunst-\nwerk hat nur einen Sinn: es ist ein Mittel,\num die Anschauung der inneren Welt zu\nkünden. Seine Wirkung ist: es ist ein\nMittel, um zur Anschauung der inneren\nWelt zu gelangen. Ein Werk, das einen\nsogenannten Nutzzweck hat, also ein Ge-\nbrauchsgegenstand oder eine Maschine ist,\nkann auch vom Geist geordnet sein, kann\nauch Kunstwerk sein. Es ist aber Kunst-\nwerk nur ohne Hinblick auf den Nutzzweck.\nIm Zweckdienen dient das Werk der Er-\nscheinung. Ein solches Werk, das zweien\nHerren dient, ist Schöpfung eines Menschen,\nder zweien Herren dient. Sein Schöpfer\nhat nicht den selbstbewussten Geist, aber\nkann vom Geist ergriffen sein. Auch durch\nein solches Werk kann der selbstbewusste\nGeist angeschaut werden, aber das Werk\nmuss hierzu von seinem „Zweck\" gelöst\nwerden. Die Erlösung des Geistes von der\nErscheinung ist die Entbindung von der\nUnterordnung unter die äussere Welt.\n24. Die Sphären der inneren Welt bilden\neine Oberwelt und eine Unterwelt, Himmel\nund Hölle. Die Unterwelt bezeichnet die\nVereinigung der Zustände, die der Mensch\ndurchlebt hat, um bis zu der Stufe seines\ngegenwärtig herrschenden Zustandes zu ge-\nlangen. In der oberen Welt sind all die\nZustände vereinigt, die der Mensch noch\ndurchleben muss, um das All erfüllt zu\nhaben. Je näher er dieser Fülle kommt,\num so mehr herrscht der Geist in ihm.\nKündet der Mensch im Kunstwerk Gesichte\naus der unteren Welt, so erlebt er einen\nRückfall in die Welt seines Irrtums. In der\nUnterwelt sind die Einbildungen der Er-\nscheinung Wirklichkeiten, Wesenheiten. Ist\ndieser Zustand durchlebt, so wissen wir,\ndass die Erscheinungen Irrtümer sind und\ndass sie unwesentlich sind. Wir hören\ndann allmählich auf, Irrtümer zu sprechen\nund Täuschungen zu bilden.\n25. Durch das Schaffen der Kunstwerke\ndienen die Künstler der himmlischen Welt\nin sich oder der höllischen Welt in sich.\nDie einen lassen sich vom Geist bewegen,\nder im Himmel wohnt, die anderen glauben\ndie Geister zu bewegen, die in der Unter-\nwelt wohnen. Der eine ist ein Diener, der\nandere ist ein Herrscher. Der eine ruht in\nder schöpferischen Kraft, der andere glaubt\ndie schöpferischen Kräfte zu bewegen. Der\neine kann nicht irren, weil er sich als Ge-\nschöpf der Schöpfung hingibt. Der andere\nmuss irren, weil er glaubt, als Geschöpf\nselbstschöpferisch zu sein.\n26. Dem Menschen, der recht bereitet ist,\nvermag ein Kunstwerk die Tür zum inneren\nLeben aufzuschliessen. Der Mensch erlebt"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "89", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.11", "texte": "M. Szczuka: Raumkonstruktion / Plastik"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "90", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.12", "texte": "dann einen Zustand, in dem er ausserhalb\nder Welt seiner körperlichen Erscheinung\nsteht, einen Zustand, der durch nichts ge-\nschildert werden kann, von dem er nur\nwieder im Gleichnis zu künden vermag.\nEs ist der Zustand der Vereinigung mit\ndem Geist, das Eingehen und Aufgenommen-\nwerden im Urgrund des Schöpferischen,\nDie Offenbarung des Schöpferischen, das\nRückfluten aus dem Urgrund, erfüllt von\nihm, ist das schöpferische Werk.\n27. Wir müssen uns ausserhalb der Welt\nder Erscheinung stellen, wir müssen uns\nin den Urgrund stellen, damit wir von ihm\nerfüllt werden. Wir müssen uns bereiten,\ndamit wir das Gefäss sind, bereitet, die\nFülle des Alls lebendig zu tragen.\n28. Das Schaffen des Künstlers ist eine Art\nder Auswirkungen des Geistes, der auf\nmannigfaltige Art wirkt. Unser ganzes Leben\nder Erscheinung soll ein Auswirken des\nGeistes sein, ist aber zumeist ein Nichtachten\noder Verdrängen des Geistes. Die Künstler\nsind unter den wenigen Werkzeugen, die\nder Ungeist noch nicht so verdorben hat,\ndass sie unbrauchbar für die Offenbarung\ndes Geistes sind. Die Verantwortung der\nKünstler, die Mission ihres Schaffens, ist\ndaher gross. Sie sollen ihr Leben zum\nGleichnis dessen machen, was sie im Kunst-\nwerk künden. Tun sie das nicht, so ist\nihre Mission gescheitert und die Gabe wird\nihnen genommen.\n29. Wer in der Fülle ist, beherrscht das\nEinzelne. Die Fülle ist im Menschen, das\nEinzelne ist um ihn. Das Einzelne erkennt\nnur der, der in der Fülle ist. Die armen\nverirrten Künstlerlandschaftern, porträtieren,\nmalen Akte und bauen Häuser und. wissen\nnicht, dass sie das Einzelne niemals finden,\nwenn sie nicht das Eine gefunden haben.\n30. Der Künstler ist das Gewissen des\nMenschen. Er weiss Gesetze der Schöpfung.\nEr weiss, dass alles ungewiss ist ausser dem\nGesetz. Er hat die Gewissheit, dass das\nGesetz und seine Erfüllung der Sinn des\nLebens ist. Er spricht sein Wissen aus in\njedem Kunstwerk. Aber die Menschen hören\nes nicht, solange sie nicht die eigene Stimme\ndes Gewissens hören.\n31. Wir dürfen die Kunstwerke lieben, aber\nnicht anbeten. Sie sind ein Mittel, zur An-\nschaumig zu gelangen, nicht die Anschauung\nselbst. Sie sind Erscheinungen des Wesens,\nnicht das Wesen selbst. Wir dürfen die\nErscheinung lieben, weil wir eins sind mit\nder Erscheinung, die wir selbst Erscheinung\nsind. Weil wir die Erscheinung als einen\nSchein des Geistes erkennen, müssen wir\ndie Erscheinung verlieren. Wir verlieren\ndas Kunstwerk und wissen, dass wir die\nAusstrahlung des Geistes lieben, die im\nKunstwerk wirkt, und bitten um die Ein-\nheit mit dem Geist.\n32. Der schaffende Künstler schöpft aus dem\nGeist. Aus dem Unsterblichen wirkt er\nSterbliches. Das Unwandelbare macht er\nsichtbar im Wandel. Das Insichruhende\nlässt er finden in der Bewegung. Der Sinn\ndes Sterblichen ist: dass wir Unsterbliches\nwissen. Dem Künstler ist nicht das Werk\ndie Realität, sondern die Ursache, die das\nWerk wirkt. Das Werk ist eine Wirkung\nder Ursache, der Anschauung des Geistes.\nSie wirkt mit der Absicht, dass der Geist\nsich offenbare.\n33. Es genügt nicht, die Schöpfung, das\nKunstwerk, mit den Sinnen zu geniessen,\nmit dem Verstand zu begreifen. Wir müssen\nden Urgrund, die schöpferische Kraft, den\nGeist ergreifen, er muss in unserem Be-\nwusstsein sein, wenn wir der Schöpfung\nteilhaftig sein wollen. Niemand hat ein\nKunstwerk dadurch erlebt, dass die Form\nauf die Sinne wirkt, niemand dadurch, dass\ndie Form mit dem Verstand begriffen wird.\nDie Wirkung auf die Sinne, die Wirkung\nauf den Verstand, sind falsche Richtungen,\nin die wir aus Irrtum die Kraft der Kunst-\nwerke lenken, ohne Kenntnis der Absicht\nder Schöpfung.\n34. Kein Kunstwerk ist vollkommen. Aber\njedes Kunstwerk ist eine Wirkung der Voll-\nkommenheit. Wäre der Mensch vollkommen,\nso schüfe er keine Kunstwerke mehr. Der\nVollkommene ist heimgekehrt in die Ur-\nsache. Das Vollkommene ist das Leben.\nDas Unvollkommene ist das Bild des Lebens.\nWir bilden das Leben.\n35. Der Mensch, der dem Gesetz seiner\ninneren Welt gehorcht, ist schöpferisch und\nschafft Kunstwerke. Die Gesetze teilen sich\nihm mit. Er lernt sie kennen und kündet\nsie durch die Entsprechung in der phy-"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "91", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.13", "texte": "Paul Fuhrmann: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "92", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.14", "texte": "sischen Welt. Er kann sie in der physischen\nWelt nur künden, wenn er die Gesetze der\nphysischen Welt kennt, mit deren Hilfe er\nwirken will. Die Kenntnis der Gesetze der\nphysischen Welt ist ein Kennzeichen für\ndie Kenntnis der Gesetze der inneren Welt.\n36. Gehorsam gegen das innere Gesetz ist\nPflicht des Künstlers. Erkenntnis der\ninneren Welt ist das Recht, das er erwirbt.\nDurch Geduld gewinnt er die Freiheit,\ndurch Sehnsucht sich selbst und durch\nLiebe alles.\n37. Das tägliche Leben des Künstlers ist\ndas Gleichnis seiner Werke. Wer Mensch-\nsein und Künstlersein trennt, trennt Leib\nund Seele und verliert den Geist.\n38. Alle Erscheinungen sind Täuschungen.\nAuch die Kunstwerke sind Täuschungen.\nAlle Täuschungen sind Wirklichkeiten, so-\nlange wir täuschen und uns täuschen lassen.\nAber sie sind nicht die Wahrheit. Die\nTäuschung verhält sich zur Wahrheit wie\nder Schein zum Licht. Darum ist die\nTäuschung das Kind der Wahrheit und\nnicht schlecht. Denn das Kind kündet den\nVater. Niemand gelangt zum Vater als der\nSohn. Nur der Täuscher, nur der Ge-\ntäuschte kann und muss den Weg zur Wahr-\nheit finden.\n39. Die Täuschung der Erscheinung ist die\nSehnsucht der Erscheinung, heimzukehren\nins Licht der Wahrheit. Wir wirken in\nder Wirklichkeit, um in das Wesen zu ent-\nwesen.\n40. Das Wesen, die Wahrheit, das Licht\nkann niemals durch die Erscheinung, die\nWirklichkeit, dargestellt werden. Darstellen,\ndas ist: etwas so hinstellen, dass es da ist.\nAber die Wahrheit kann erkannt werden\nin der Wirklichkeit, das Licht kann er-\nkannt werden im Schein.\n41. Im Schaffen der Kunstwerke können\nwir Täuschungen, Irrtümer, Scheinbarkeiten\nbeseitigen. Wir können vieles hinweg-\nschaffen, was uns hindert, das Wesen zu\nerkennen. Aber das Wesen können wir\nnicht schaffen im Werk. Denn wir sind\nseine Wirkung. Und keine Wirkung kann\nihre Ursache schaffen. Die Ursache muss\nsich in uns offenbaren. Sonst können wir\nkeine Tatsachen wirken.\n42. Wir bilden das, dessen Bild wir sind.\nWir gestalten mit unseren Wahrnehmungen.\nSie sind die Mittel des Künstlers. Wer nur\ndie äusseren Erscheinungen der Natur wahr-\nzunehmen vermag, bildet nur in ihnen.\nJe tiefer der Künstler wahrnimmt, um so\nmehr räumt er die äussere Erscheinung in\nseinem Gebilde weg, um so mehr gestaltet\ner die Möglichkeit, das Wesen zu sehen.\nWelches Wesen? Sein Wesen. Das Wesen\nist gerichtet entweder auf den Irrtum oder\nauf die Erkenntnis. Ist das Wesen auf den\nIrrtum gerichtet, so wird auch die äussere\nErscheinung hinweggenommen, aber es wird\nkein Gebilde, keine Ordnunggestaltet, sondern\nein Scheingebilde, eine Unordnung. Darum\nist am Wert der Künstler kenntlich. Ordnet\ner die Erscheinung, wenn er auch ihre äussere\nForm hinwegnimmt, so ist er Künstler.\nSonst ist er nichts. Ordnung ist die Erfüllung\neines harmonischen Gesetzes.\n43. Das Wesen eines Kunstwerkes besteht\nnicht in seiner äusserlichen Erscheinung,\nsondern in dem inneren Licht, das wirkt.\nWie das Licht Farbigkeit bewirkt und nur\nvorstellbar ist durch die Farben, aber keine\nFarbe das Licht selbst ist, obwohl das Licht\nin der Farbe ist und keine Farbe ohne das\nLicht ist, so ist das Wesen des Kunstwerkes\nnicht die äusserliche Erscheinung, aber die\näusserliche Erscheinung besteht durch das\nWesen, und das Wesen ist in ihr.\n112\n44. Der Zweck des Kunstwerkes ist das\nLeuchten des inneren Lichtes. Die Kräfte\nentfalten ihre Kraft im Künstler und lehren\nihn, dass er selbst diese Kraft ist, die mehr\nist als der sichtbare Mensch. Sie verbinden\nihn mit allem Leuchten des Lichtes in der\nErscheinung.\n45. Wer das Licht verkünden will, muss\nim Lichte leben. Aus der Finsternis wird\ndas Licht geboren.\n46. Wer leuchten will, muss Licht sein.\nWer giessen will, muss erfüllt sein. Wer\ndas innere Leben künden will, dem muss\nes bewusst sein. Wir müssen unser inneres\nLeben mit Licht füllen, um unsere Kunde\nauszugiessen in das Bewusstsein des andern.\n47. An der Erkenntnis der Kunstwerke, der\nKunde des inneren Lebens hindert uns allein\ndie Unkenntnis über unser eignes Selbst.\nIn der Gegenwart der Kunst finden wir"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "93", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.15", "texte": "unser Selbst. Ist uns unser Selbst gegenwärtig,\nso haben wir die Gegenwart der Kunst.\n48. Die Gegenwart der Kunst erschliesst sich\nin der Betrachtung der Figur des Lebens.\nDie Figur des äusseren Lebens ist das befestigte\nGleichnis des inneren Lebens. Die Betrachtung\nist die Anschauung durch das innere Gesicht.\nWer die Figur betrachtet, sieht die Ankunft\nder Liebe. Von dem Gesicht erfüllt, muss\ner die frohe Botschaft verkünden.\n\nLothar Schreyer\n\nAn meine Deutsch\nAmerikanischen Freunde\nFranz Richard Behrens\nEhe ich nach New-York kam\nMissverständnis\nUm als Haupt-Leitartikelschreiber des „New-\nYork American\" tätig zu sein\nPhilosophen suchen nach Wahrheit\nHabe ich mich zehn Jahre mit der Ent-\n• •\nwicklung von Olfeldern befasst\nWer 250 Pfund einmal über den Kopf heben\nkann\nIch verstehe dieses Geschäft gründlich\nZum Dogma geworden\nEs ist ein ungemein lohnendes Geschäft\nDass wir die Wahrheit nicht erreichen\nkönnen\nWenn es ehrlich betrieben wird\nHebt 200 Pfund 8 mal hintereinander\nDas Leidwesen dabei ist\nDer gesunde Menschenverstand\nDass das Kapital der Leute\nLebenskünstler\n• •\nDie ihr Geld in jenen Olaktien anlegen\nHebt 150 Pfund 24 mal hintereinander\nDie in New-York hausiert werden\n*•\nÜbung im Verkehr mit Menschen\nNur selten ehrlich verwaltet wird\nWohlgeordneter Schatz an gesichteten Er-\nfahrungen befähigt\nSehr oft ist die Sache von Haus aus ein\nabsichtlicher Betrug\nHebt 100 Pfund 48 mal hintereinander\nEs ist auf diesem Gebiete soviel Gaunerei\ngetrieben worden\nAntwort auf Fragen des Tätigen\n• •\nDass die Leute gegen das Olgeschäft vor-\neingenommen sind\nHat in allen praktischen Lagen\nUnd darin kein Geld mehr wagen wollen\nHebt 50 Pfund 90 mal hintereinander\nTrotzdem sind Ölfelder wie bereits gesagt\nsehr lohnend und gewinnbringend\nPhilosophen hüten sich\nWenn sie ehrlich und mit dem nötigen\nVerständnis betrieben werden\nErbe einer sehr hohen sicheren grossen\nKultur\nDer Krieg ist vorüber\nMit einer reichen inneren Welt schon zur\nWelt gekommen\nDie Arbeit zu der ich mich in der Zeit des\nWahnsinns und der Unvernunft\nVerpflichtet fühlte ist getan\nHebt 25 Pfund 160 mal hintereinander\nPhilosophen sind tief in ihrer inneren\nSicherheit erschüttert\nDie erbärmliche Politik des Tages interessiert\nmich nicht\nAn sich selber irre\nDeshalb habe ich meine Stelle bei den\nHearst-Zeitungen aufgegeben\nHebt 10 Pfund 360 mal hintereinander\nUm mich wieder meiner früheren Tätig-\nkeit zu widmen\nOhne die Spur fragender Lüsternheit\n• •\nIch werde Ol produzieren\nDer Lateiner verlangt doch Erscheinung\ngleich immer vom Scheine zu demaskieren\nNicht Ölaktien die unbeschränkter Zahl in\nNew-Yorker Druckereien hergestellt werden\nHebt 5 Pfund 500 mal hintereinander\nSondern, wirkliches Öl aus wirklichen\nQuellen gepumpt\nDer Philosoph greift nach der Idee\nDas für wirkliches Geld an wirkliche Öl-\ngesellschaften mit Röhrenleitungen ver-\nkauft wird\nLässt die Idee sich nicht an der Erscheinung\nergreifen\nIch habe in Franklin County Kansas ein\nschönes Stück Land gekauft\nSo drängt der Philosoph selber eine Idee\nder Erscheinung auf\nIch habe es voll und ganz bar bezahlt mit\nmeinem eigenen Geld\nWer 200 Pfund einmal heben kann\nIch habe auf meine eigenen Kosten vier\nQuellen bohren lassen\nDas wachsame Ethos in der Brust\nAlle vier Quellen sind ergiebig\nGott muss es doch ganz besonders gut meinen"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.16", "texte": "Röhrenleitung Kraftstation und Behälter be-\nfinden sich an Ort und Stelle\nHebt 150 Pfund 12 mal\nZwei dieser Quellen werden allein zum\njetzigen Preis des Rohöls\nSelber den Besitz einer Philosophie nicht\nentbehren\nJährlich für 25000 Dollar Öl geben\nDavon den anderen nur die sittlichen\nMaximen mitteilen\nDie anderen beiden Quellen sind ebenfalls gut\nWas unphilosophische Köpfe an der Philo-\nsophie ganz allein interessiert\nSämtliche Quellen werden mindestens auf\nzwanzig Jahre hinaus stetig liefern\nHebt 100 Pfund 37 mal\nNachdem ich mich überzeugt habe dass\n• • *\nmeine Olfelder tatsächlich gut sind\nEndergebnis für das tätige Leben\n• •\nMit die besten in dieser Olzone\nSelbsttäuschung der Philosophen\nIst es meine Absicht den Rest meiner Felder\nso rasch wie irgend möglich anzubohren\nHebt 50 Pfund 70 mal\nZu diesem Vorhaben ist mehr Geld nötig\nals ich an Hand habe\nWenn sie meinen, den Menschen verlangt\nWeshalb ich 600 Stück Vorzugsaktien\nmeiner Gesellschaft verkaufen werde\nGrund und Sinn des Daseins kennen zu lernen\nDiese Anteilscheine sind auf 100 das Stück\nausgestellt\nHebt 25 Pfund 140 mal\nSie werden mit 12 Prozent verzinst\nDer Mensch will nur die Sicherheit haben\nhandeln zu können\nSind nach fünf Jahren einzulösen und sind\nerste Vorzugsaktien\nBreite des Wissens\nDie Zinsen sind vierteljährlich zahlbar\nHebt 10 Pfund 340 mal\nIch habe euch während des Krieges nicht\nein einziges Mal belogen\nWürde der geistigen Haltung\nWährend des Krieges\nDer grosse Hintergrund\nDa jene die am meisten und besonders\nüber brave Deutsche logen\nHebt 5 Pfund 500 mal\nAls die besten Patrioten gerühmt wurden\nUns gilt es für das Amt des Philosophen\nWährend des Krieges\nGeheimnis kundzutun\nDa es mir ein leichtes gewesen wäre\nWer 150 Pfund 1 mal heben kann\nMeine Feder an das verlogene britische\nPropaganda-Bureau zu verkaufen\nWir wundern uns über einen Philosophen\nFür mehr Geld als ich je in meinem Leben\nbesass oder wahrscheinlich jemals be-\nsitzen werde\nDer sichtlich strebt das Geheimnis zu hüten\nUnd ich werde nun jetzt nicht anfangen die\nUnwahrheit zu sagen\nHebt 100 Pfund 16 mal\nJedes Wort, das ich über die Ölfelder ge-\nsagt habe ist absolut wahr\nNichts bindet Menschen stärker aneinander\nIch werde persönlich das Unternehmen\nleiten\nAls das Gefühl\nEuer Kapital und eure Zinsen sind unbe-\ndingt sicher\nHebt 50 Pfund 50 mal\nIch weiss von keiner Angelegenheit die\nbesser wäre als diese\nMiteinander ein Geheimnis gemein zu haben\nIn den nächsten Tagen bin ich jeden Nach-\nmittag von 1 bis 4 Uhr\nZugleich aber dafür sorgen dass das Ge-\nheimnis geheim bleibt\nIm Bureau des Anwalts Domini O'Reilly\n258 Broadway zu sprechen\nDas unbedingte Vertrauen eines jeden zum\nguten Willen aller\nEs soll mir eine Freude sein jede ge-\nwünschte Auskunft zu geben\nAlle wollen dasselbe\nTelephon Barclay 7880\nLeicht zu ertragen überstimmt zu werden\nDa ich bald nach Kansas reise\nMein Wille geschieht mir nicht\nUm dort nach dem Rechten zu sehen\nMein Wille geschieht bloss anders als ich\nes mir gedacht habe\nWäre es mir lieb\nLohnt der Ertrag den Verlust der eigenen\nPersönlichkeit\nWenn ihr mich möglichst bald aufsuchen\nwürdet\nEs ist mein Stolz alle Konsequenzen meiner\nWeltanschauung zu ziehen\nFalls mein Angebot euch interessiert\nJedermann mag nach seinem Gutdünken\nwählen\nEuer Freund\nWer 100 Pfund 1 mal heben kann\nHebt 5 Pfund 500 mal\nHintereinander"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.17", "texte": "Aus der Welt: „MERZ\"\nKurt Schwitters und Franz Rolan\nSchwitters: Das Problem ist nicht so\nschwierig als es scheinen\nkönnte. Jeder Faktor des\nMerzbühnenwerkes ist\nschöpferisch tätig innerhalb\nseiner Grenzen, muss sich\naber ausserhalb derselben\ngefallen lassen, von den\nanderen Faktoren als ein-\nfaches Material verwandt\nzu werden. Der Maler ist\nals Maler selbständig, aber\ner darf nicht vom Dar-\nsteller eine ihm genehme\nPose verlangen, sondern\nmuss ihn verwenden, wie\ner sich gibt und aus\ndem vorhandenen Material\nsein Bild bauen. Der Schau-\nspieler darf dem Dichter so\nwenig ins Handwerk\npfuschen wie der Dichter\nihm. Jeder Faktor ist an\nseine Mittel gebunden. So\nauch das Publikum. Ihm\nstehen drei Mittel zu Gebote,\nsich schöpferisch zu be-\ntätigen: Der Beifall, die\nEntscheidung für das\nKunstwerk, das „Pro\", das\nalle Kräfte belebt und an-\nfeuert, das Schweigen, das\naller Auslegung fähig ist\nund zur Vorsicht rät, auf\nalle Fälle eine gewisse\nSpannung erzeugt, und\nendlich das Missfallen, die\nEntscheidung gegen das\nDargebotene, das „Contra\",\ndas ebenfalls als schöpfe-\nrische Kraft ausgenutzt\nwerden muss, weil es durch\nHeranführen neuer Mittel\numgestimmt und gewertet\nwerden kann und umge-\nstimmt werden muss. Beim\nalten Bühnenwerk wurde\ndas Publikum genau so wie\nalle anderen Faktoren durch\ndas Dichterwort lahmge-\nlegt. Beifall oder Miss-\nfallen des Publikums\nkonnten nichts an ihm\nändern. Nicht so beim\nMerzbühnenwerk. Beifall\nund Missfallen werden in\nder Hand des Merzers zu\nkünstlerischen Gestaltungs-\nmitteln. Vor allem das\nMissfallen. Denn wenn\nauch ein Kunstwerk letzten\nEndes den Beifall des Publi-\nkums erstrebt, so soll es\ndoch nicht Sklave seiner\nLaunen sein. Jeder neue\nGedanke aber löst zunächst\nWiderspruch aus und zwar\num so heftiger, je neuer er\nist. Mit dieser Tatsache\nmuss der Merzer von vorne\nherein rechnen und nach\nMitteln suchen, ihm zu be-\ngegnen, soweit dies für das\nGesamtkunstwerk nötig ist.\nDas ist nicht schwerer als\nfür den Berufskomiker\nPausen für die Lach-\nsalven des Publikums zu\nmachen. Dieses fort-\nwährende Inbereitschaft-\nsein und Znsammenarbeiten\nmit dem Publikum aber gibt\ndem Werk eine besondere\nFrische und Lebendigkeit,\ndie auf das Publikum zu-\nrückstrahlt und es aus seiner\nBolle des blossen Zu-\nschauens befreit. So werden\nBeifall und Missfallen zu\nwichtigen Kunstmitteln,\nund selbst unberücksich-\ntigte Missfallensäusserungen\nkönnen künstlerisch be-\ndeutsame Faktoren werden,\ndie für das Gesamt-\nkunstwerk von höchstem\nWert sind. Nicht nur der\nMerzer als Schöpfer\ndes Gesamtkunstwerkes,\nsondern auch die übrigen\nKünstler, der Dichter, der\nMaler, der Musiker und\nder Schauspieler können\n\nSchluss"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.18", "texte": "in ihrer Tätigkeit Wider-\nspruch des Publikums als\nKunstfaktor nach ihrem Be-\nlieben in Rechnung setzen\noder absichtlich unbeachtet\nlassen. Die letzte Ent-\nscheidung über den Wert\ndes Gesamtkunstwerkes\nliegt trotzdem wiederum\n(mit einer leichten Ver-\nbeugung:)\nbeim Publikum.\nDas Publikum: Bravo! — Bravo! — Bravo!\n— (eine Damenstimme,\nschwärmerisch:) Er ist ge-\nnial!! — (die Fistelstimme:)\nHoch ANNA BLUME!!\n(alle empört gegen die\nFistelstimme gewTendet.)\nIdiot!! — (alle ab.)\n\nDer Letzte\nAugust Stramm\nHe! da oben! Lachen! ich lache! drei Tage\nstürzen! brüllen! drei Tage Jahre Ewigkeiten!\nund bist noch nicht zerstürzt! verfluchter Him-\nmel! Blaubalg! pafft Zigarren und stiebt Asche,\nalles zusammen, den Graben. Schützengraben.\nSchutz. Grab. die Stellung wird gehalten biszum\nletzten Mannl vorwärts Jungens. Das Blau-\ngespenst klimmt rote Augen auf. rot. feuerrot,\nverschlafen. Der Tag hält nicht aus. so oder so I\nschiesst! schiesst! der Wald! ja. in den Wald!\nSchädel. Wolken, lustig! der beste Schütze\ndarf. ja. darf zuerst schlafen. Teufel! schlafen!\nMord Müdigkeit Rasen Wut! He! Bursche?\nBursche da vorn! willst du? willst du schiessen ?\ndu? ja? der Kopf zwischen die Beine geklatscht?\nDrückeberger! schiessen! knallen! seht! sie\nkommen aus dem Wald, raus aus dem Lauf!\ndie Backe gesetzt! brav! brav! Schnellfeuer!\nBlaue Bohnen! Bohnen! Blaue Augen! mein\nSchatz hat blaue Augen, haha! drauf! drauf!\nsie laufen. Korn nehmen. Zielscheiben, laufen.\nMädchenbeine, ich beisse. beisse. verflucht.\nKüsse scharfe, drauf gehalten! Standvisier\nAug in Auge! Wasser? was? die Läufe glühn?\nalle Schläuche glühn. letzte Nacht hat die\nFeldflasche zerschlagen, das trockne Glas geleckt,\ndie Zunge blutet, schluckt, schluckt, schiesst\ndie Flinten kalt, euch selber kalt, kaltes Blut!\nda vorne pfützt Wasser. Pfui Teufel! gierig!\nDreck! Blut, blutiger Dreck. Blut modert zu\nschnell. Feuer! Schnellfeuer! raus! nicht ein-\nschlafen! wer? nehmt ihm die Patronen aus\nder Tasche, wir brauchen sie. der Kerl blutet!\nein kleines Loch kann so bluten! schiessen!\nZielpunkt. Donner! Knacken! das Flattern!\nso müsst ihr auch schiessen, zielen, zielen,\ngut. ruhig, die Hunde drüben, die arme Erde.\nBrief in der Tasche? natürlich, schlapp und\ngleich tot auf der Nase, „mein lieber Mann!\"\nja. Männer brauchen wir. aber keine toten\nhier, essen. Bröckel Schokolade. Mutter, schiesst\nKerle, ach Mütter weinen immer, schiesst!\nich war ein weicher Junge. Teufel! Kopf hoch!\ndie Nasen aus dem Dreck! Was?! keiner? alle?\nFaulenzer! Verstärkung, hört ihr? Verstärkung\nkommt. Feind nicht ranlassen! die Flinten\nvor! Teufel! totsein ist Schande! seht! ich\nschiesse, schiesse. Verstärkung, hört! Trommeln.\nHörner. Tata trrr! eilt da hinten! eilt! Mutter-\ntränen. Vaterbrünste. Dreck! Drei Tage Dreck!\nMenschen! meine Mutter hat mich immer so\nsorgsam gewaschen. Grab. Hölle. Teufel,\nmein Arm schiesst. Finger ladet. Auge trifft.\nHurrah! Hurrah! die Beine in die Hand! Hurrah!\nTod und Leben! Hurrah! Eisen! Hurrah! drauf!\nMein Kopf! Kopf! wo ist mein Kopf? voran, fliegt,\nkollert, brav. Bursche! in den Feind! Beissen\nbeissen! Säbel! ha! weich der Vaterbauch, weich.\nMutter, wo bist? Mutter, seh dich nicht?\nMutter du küsst. Mutter, rauh, halte mich,\nich falle doch. Mutter, ich falle. Mutter.\nDiese Dichtung wurde aus dem Oktoberheft\nDer Sturm 1916, das vergriffen ist, auf den Wunsch\nVieler hier neugedruckt.\n\nInhalt\nHerwarth Waiden: Gleichheit\nJngeborg Lacour'Torrup: Gedichte\nM. Seuphor: Arbeitslos\nLothar Schreyer: Anschauung und Gleichnis\nFranz Richard Behrens: An meine Deutsch-\nAmerikanischen Freunde\nKurt Schwitters: Aus der Welt: „Merz\"\nAugust Stramm: Der Letzte\nPaul Fuhrmann: Linoleuinschnitt / Vom\nStock gedruckt\nAurel Bcrnäth: Erde / Gemälde\nT. Zarnower: Architektur — Plastik\nM. Szczuka: Raumkonstruktion / Plastik\nJuni 1923"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "97", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.19", "texte": "Neuerscheinungen des Verlags Der Sturm\nAlbert Gleizes: Vom Kubismus < Die Mittel zu scinem Verstandnis\nMit 17 Abbildungen nach Werken von Braque ' Gleizes \" Juan Gris Leger Marcoussis '\nMetzinger * Picasso ' Severini * Archipenko u. a. ' Grundpreis 4 Mark\n\nNeuc Farbdrucke dcs Verlags\nDer Sturm\nMarc Chagall:\nIch und das Dorf / Gemalde / Grundpreis 1,50 Mark\nJohannes Ittcn:\nBildnis eines Kindes / Gemalde / Grundpreis 1,50 Mark\nPeri:\nStrasse / Gemalde / Grundpreis 1 Mark\nMichael Larionoff und\nNatalie Gontscharowa:\nThcatcrdckorationen und Kostumskizzen\nGrundpreis je 1 Mark\nGeorg Muche:\nUnd das Licht schied / Grundpreis 1 Mark\nDurch alle Buchhandlungcn oder vom\nVerlag Der Sturm / Berlin W9 / zu beziehen\n\n„Sicilia d'Oggi\"\nRivista Mensile lllusfrafa di\nLettere, Arte, Scienze.Varieta\nTiratura 4000 copie — FormaJo in-8 —• Pag. 48\nUN NUNERO L.15\nABBONAMENTO ANNUO L. 15\nDirezione e Amminisfrazione:\nCasa Edifrice E. SABBIO\nPALERMO - VIA CASTRO 250 - PALERMO\nLA COLLABORAZIONE E'LIBER A\nCercansi Corrispondenli ed Agenti di Publicity\nGiovani Autori ! publicale i vj\nromanzi, novelle, liriche ec. presso\nLa Casa Editrice E. SABBIO\nVIA CASTRO 250-275 - PALERMO\n\nAn unsere Abonnenten!\nWir bitten unsere Abonnenten, den\nnementspreis fur das bevorstehende 3.Viertel'\njahr 1923 bis spatestens 30. Juni auf unser\nPostscheckkonto Berlin 120658 einzuzahlen.\nDer Grundpreis betragt wie bisher 2.—, die\njetzige Schlusselzahl des Buchhandler'Borsen'\nvereins ist 5000. Der Abonnementspreis be\ntragt somit M. 10000.—. Es liegt im Interesse\nunserer Abonnenten, die Einzahlung bis\nspatestens 30. Juni zu bewirken, da fur spatere\nEinzahlungen die dann geltende erhohte\nSchlusselzahl in Anrechnung kommt. Nach\ndem 30. Juni wird der Betrag durch Nach'-\nnahme erhoben.\nUnsere auslandischen Abonnenten bitten wir,\nuns den fiir ihr Land geltenden Betrag in\nWahrung ihres Landes oder in Umrechnung\nzum Tageskurs einzusenden. Wir bringen\nnochmals eine Aufstellung der Bezugspreise\nfur die verschiedenen Lander.\n\nAuslandspreise fur die Zeitschrift\n,,Der Sturm\"\nDas Abonnement fur ein Vierteljahr betragt:\nfur Argentinien: Pap. Pes i.--\n„ Brasilien: Milreis 3,—\n„ Bulgarien: Leva 42.—\n„ Chile: Pes 3—\n„ Danemark: Kronen , 3.—\n!\n„ Deutsch'Oesterreich; ost. Kronen 16000.—\n„ Finnland: Mka. . 12.—\n„ Frankreich, Belgien, Luxemburg: Fr. 6.—\nif Griechenland: Drachmen 24. -\n„ Grossbritannien: Schilling 2.6\n„ Japan: Yen. . 1.20\n„ Italien: Lire 9.—\n„ Jugoslawien: Dinar 26.—\n„ Niederlande: Gulden......... 1.5\n„ Norwegen: Kronen . . . 3.—\n„ Portugal: Milreis 9.—\n„ Rumanien: Lei . . ... 60,—\n„ Schweden: Kronen 3.—\n{„ Schweiz: Franken. . 3.—\n„ Spanien: Pesetas 3.—\n„ Tschechoslovakei: Kc. 9.—\n„ Ungarn: Kronen 1000,—\n„ U. S. A.: Dollar . 1.—"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "98", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19230601-01.1.20", "texte": "Verantwortlich für die Schriftleitung: Lothar Schreyer / Verlag Der Sturm G. m. b. H. / Berlin W 9\nDruck: C. Basista & Co. / Berlin NO 18\n\nKUNSTAUSSTELLUNG DER STURM\nBERLIN W 9 / POTSDAMER STRASSE 134a / AM POTSDAMER PLATZ\nGeoffnet taglich von 10—6 Uhr / Sonntags von 11—2 Uhr / M on atlicehr Wechsel\nHundertzwanzigste Ausstellung\nJuni 1923\nAurel Bernath\nM. Szczuka / T. Zarnower / Warschau\nLothar Schrcycr\nSturnvGesamtschau\nHunderteinundzwanzigste Ausstellung\nJttli 1923\nSturm ✓ Gejsamtschati\n\nMONATSSCHRIFT DER STURM / Vierzehnter Jahrgang\nErscheint am funften jedes Monats\nMit mehrfarbigen Kunstbeilagen, Holzschnitten (stets vom Stock gedruckt) und Zeichnungen\nDauerbezug fur Deutschland: Ein Vierteljahr Grundzahl 2 / Ausland: siehe 3. Umschlagseite / Einzelheft\nGrundzabl 1\nVollstandigc Exemplare des 6. bis 8. Jahrgangs nur noch in wenigen Exemplaren vorhanden je Grundpreis\n20 Mark / 9. bis 12. Jahrgang Grundpreis 10 Mark / 1. bis 5. und 8. Jahrgang vcrgriffen / Einzelheftc alter\nJahrgSnge Grundpreis 1 Mark\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm sind signierte und numerierte Handdrucke, von den\nmeisten Zeichnungen Kunstdrucke kauflich zu erwerben. Die Originale sind verkaufiich.\nSturmbiihne / Jahrbuch des Theaters der Expressionisten / 1. bis 8. Folge / jede Folge Grundpreis 0.20\n\nBticher aus dcm Verlag Dcr Sturm mit neuen Grundzahlen\nAugust Stramm\nI)u I Liebesgedichte / 4. Auflage / 3 Mark\nTropfblut / Gedichte / gebunden 7 Mark\nGesammelte Dichtungen / 2 Bande / Jeder Band\n5 Mark\nPaul Scheerbart\nGlasarchitektur / In 111 Kapiteln / 3 Mark\nErnst Marcus\n*\nDas Erkenntnisproblem / 3 Mark\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte / Mark 2.50\nRudolf Bliimner\nDer Geist des Kubismus und die Kunste / 4 Mark\nLothar Schreycr\nDie neue Kunst / Mark 1.50\nDie Grundzahlen sind mit der jeweils festgesetzten\nPoatscheckkonto des Verlags Der\nHer war th Walden\nDie neue Malerei\nEinfuhrung in den Expressionismus / 3 Mark\nDas Buch der Menschenliebe / Roman / 3 Mark\nSturnvBilderbucher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nI Marc Chagall / 2. Auflage\nII Alexander Archipenko\nIII Paul Klee\nIV Kurt Schwitters\nJeder Band 5 Mark\nV Maler des Expressionismus / 15 Farbdrucke\nChagall I Kandinsky / Marc usw. / 12 Mark\nKokoschka-Mappe: Menschenkopfe / 15 Mark\nSchliisselzahl zu multiplizieren. Zur Zeit: 5000\nSturm: Berlin NW7 / 120658\n\nDcr Sturm iibernimmt die Veranstaltung von\nSturm-Ausstellungen (Gesamtschau und Einzel-\nausstellungen) in alien Stadten und LSndern.\nDer Sturm vermittelt n u r den Verkauf von\nWerken der Kfinstler, die er durch eigene Aus-\nstellungen anerkennt.\n\nStandige Verkaufsstelle fur Graphik\nVerlag Der Sturm G. m. b. H.\nPotsdamer Strafie 134 a / Gartenhaus rcchts II\n\nNeu erschienen:\nLudwig Kassak:\nMa 'Buch / Gedichte\nAusdem Ungarischen iibertragen von AndreasGaspar\nGrundpreis: 3 Mark\nRud Broby:\nBlod I Digte / In danischer Sprache\nGrundzahl: 8 == Danische Kronen 5.—\n\nVcranderung samtlicher Preisc jedcrzeit vorbehalten"}]}