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Das Zimmer ist dunkel. Alle Dinge im\nZimmer fühlen sich wohl. Da kommt eine\nFlamme in das dunkle Zimmer. Die Flamme\nleuchtet. Nun sehen sich die Dinge. Und\nGutes und Böses ist sichtbar. Und die\nDinge fühlen sich weh. Die Finsternis will\ndas Leuchten verschlingen. Das Böse stürzt\nauf die Flamme, das Licht zu verlöschen.\nDa durchleuchtet das Licht das Böse. Da\nlöst das Licht das Gute. Da ist das dunkle\nZimmer eine leuchtende Flamme. Es ist\nein Brand ohne Weh und Wohl. Alle\nDinge sind nicht mehr. Es ist ein grosses\nLicht, das aus sich leuchtet und sieht,\n11. Nichts hilft es, den Irrgegangenen ein\nLicht in die Hand zu geben. Sie sehen in\ndas Licht oder auf den Weg. Das Licht\nblendet und jeder Weg ist auch ein Irrweg.\nWer Licht ist, geht nicht irr.\n111. Nichts hilft es, dass die Menschen mich\nmit ihrem Licht anzünden. Solange ich in\nihrem Licht brenne, leuchte ich nicht selbst.\nIV. Dein Licht und mein Licht ist kein\nanderes Licht. Mein Licht leuchtet, wenn\nes das Mein verbrannt hat. Dein Licht\nleuchtet, wenn es das Dein verbrannt hat.\nV. Das Licht leuchtet in der Finsternis. Die\nMenschen wollen es sehen und wollen es\nnicht sehen. Aber die Menschen wollen\ndas Licht nicht sein.\nVI. Wir suchen das Licht, dass es uns ge-\ngeben werde. Es wird uns nicht gegeben.\nEs ist uns gegeben. Wir haben es, wenn\nwir wollen.\nVII. Auf weiten Irrwegen suchen wir den\nSehern nach. Ohne Gesicht irren wir in\ndie Welt. Weit aus der Welt sind die Seher\nim Gesicht.\nVIII. Suche in dir das Licht und du wirst\nFinsternis finden. Suche in deiner Finster-\nnis das Licht und du wirst deine Finster-\nnis sehen. Sieh deine Finsternis und du\nwirst deine Finsternis erkennen. Tu deine\nFinsternis von dir und du wirst Licht sein.\nIX. Ich habe in mir das Licht gesucht und\nFinsternis gefunden. Ich suche in meiner\nFinsternis das Licht und sehe meine Finster-\nnis. Nun irre ich in meiner Finsternis.\nX. Ich suche zu wissen, was Gut und Böse\nist. Je mehr mein Gewissen weiss, was\nGut und Böse ist, umso tieler ist die Fin**\nsternis in mir.\nXI. Ich stosse mich in die Tiefe meiner\nFinsternis, um meine Finsternis zu erken-\nnen. Die Erde unter meinen Füssen wankt.\nDer Himmel ist eine Tiefe über mir, die\nich fürchte.\nXII. Die Hölle ist eine Helle in meiner\nFinsternis. Jede gute Tat in meiner Hölle\ntut weh. Jedes gute Wort verbrennt mich.\nDurch mich glüht die Helle meiner Hölle.\nXIII. Ich kann beweisen, dass jede gute\nTat auch eine böse Tat ist. Und ich weiss,\ndass jeder Beweis falsch ist.\nXIV. Ich erinnere mich immer mehr böser\nTaten, die ich getan habe. Jede gute Tat,\ndie ich zu tun glaubte, enthüllt sich als\nböse.\nXV. Ein Schleier ist über meinem Erken-\nnen. In einem Augenblick riss ich ein Loch\nin meinen Schleier. Nun sehe ich, dass\ner ein Schutz war vor mir selbst. Ich habe\nmich umsonst bemüht, das Loch zu flicken.\nMenschen, die mich ohne Schutz sahen,\nhaben sich umsonst bemüht, das Loch zu\nflicken. Nun will ich den ganzen Schleier\nzerreissen und mühe mich umsonst.\nXVI. Die Menschen liegen im Schlaf. Es\nist Mitternacht. Ich will wach sein und in"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "178", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3943, "texte": "Sie Morgenröte gehen. Andere Mensehen\nsehen den Sonnenaufgang nicht und schla-\nfen in den Tag und wissen nichts von der\nSonne am Himmel. Andere Menschen er-\nwachen zur rechten Zeit, wenn die Sonne\nam Himmel aufgeht, und sehen die Sonne.\nIch aber schlafe nicht, sondern träume.\nDarum will ich wach sein um Mitternacht.\nXVII. Ein Hund heult in den Mond. Die\nScheinwerfer tasten den Himmel ab. Alle\nSterne haben Namen. Alle Menschen haben\nNamen. Um das Rätsel des Wortes weint\nein Mensch.\nXVIII. Die Gedanken stürmen gegen mich.\nDie Begierden stürmen gegen mich. Die\nBegierden stürmen aus mir. Die Gedanken\nstürmen aus mir. Ich falle im Sturm.\nDenn ich erdenke einen Halt. Denn ich\nbegehre einen Halt.\nXIX. Ich denke die Gedanken, um sie zu\nvergessen. Aber sie werden in das Buch\ngeschrieben, das niemandem vergessen wird.\nIch tue nach meinen Begierden, um mich\nvon meinen Begierden zu erlösen. Aber\nsie werden in das Buch geschrieben, das\nmein Los enthält.\nXX. Ich bin in eines anderen Gewalt und\ntrage doch die Verantwortung für mich.\nWir tun unser Tagwerk und nähren uns\nund kleiden uns und schlafen und vermeh-\nren uns. Und immer ist in uns wilde\nunterdrückte Unruhe. Denn wir machen\nuns schuldig, wenn wir unser Tagwerk tun,\nwenn wir uns nähren und kleiden, wenn\nwir schlafen und uns vermehren. Nun\nkann ich meine Unruhe nicht mehr unter-\ndrücken. Nun bricht meine Schuld aus\nmir als ein reissendes Tier, das mich frisst.\nXXI. Ich sehe den schweren Traum der\nMenschen. Sie träumen, dass sie erwachen.\n«\nVor dem furchtbaren Gesicht fliehen sie in\ndie Nacht. Sie zerreissen ihr Innerstes,\nWund ist die Erde. In die Menschenwüste\nfliehen wir irr. Ich bin unter den Menschen.\nXXII. Ich will meine Leere füllen. Grauen\nfüllt mich. Ich sinke in meine Einsamkeit\nund sehe mich als ein leeres Gefäss. Die\nGemeinschaft aller Grauen sammelt sich in\nmeinem Grunde.\nXXIII. Ein blutender Kelch blüht in die\nWelt. Die fremde Blume verschüttet ihren\nBlutsamen in die Dürre.\nXXIV. Der Verwüstung bin ich hingegeben.\nAuslöschen will ich mich. Ich bin arm\nund leer. Kein Quell ist in meiner Wüste\nzu verschütten. Kein Licht ist zu löschen\nin meiner Wüste. Der Sturm fährt durch\ndie Wüste.\nXXV. Die Zeichen der Verwüstung verkün-\nden, dass dein Tag kommen will. Stosse\ndich in die Wüste und du wirst den Morgen\nsehen.\nXXVI. Wir gehen mit einer Fackel um\nMitternacht und suchen uns. Wir folgen\neiner dem anderen und kommen uns nie\nentgegen.\nXXVII. Einmal habe ich den Stern gesehen.\nNun aber ist der Himmel immer in Wolken\nund ich bin so müde, dass ich schlafe.\nXXVIII. Alle Wege sind mit Steinen bedeckt.\nAuf alle Wege streuen wir Rosen. Wund\nsind wir von Stein und Dorn.\nXXIX. Ich weiss die Menschen, die mich\nlieben. Ich weiss die Menschen, die mich\nhassen. So zerreissen mich die Menschen.\nIch weiss, dass ich liebe. Ich weiss, dass\nich hasse. So zerreisse ich mich.\nXXX. Die Wüste liegt vor mir als eine\nVersuchung. Ich spiele am Rande der\nWüste mit dem Sand und den hungrigen\nBlumen der Wüste.\nXXXr. Fern heulen die wilden Tiere. Ich\nkann nicht schreien und bin ein Tier in\nder Wildnis. Und alle Menschen um mich\nschweigen von dem Tier in mir.\nXXXII. Wir nennen die Leere in uns eine\nTiefe und füllen die Leere. Ganz leer\nmüssen wir uns machen, um unsere Tiefe\nzu füllen.\nXXXIII. Die Mondscheibe schwebt über dem\nhellen Hügel hoch. Der zarte Nachtwind\nweht herab. Alle Menschen sind ruhig.\nImmer sind alle Menschen ruhig. Das Ge-\nwissen schläft. Das Wissen schläft. Kein\nzarter Nachtwind weht uns wach. Immer\nschwebt die Mondscheibe über dem hellen\nHügel hoch,\nXXXIV. Ganz gerade geht ein armer Mann\ndurch den Menschenstrom. Die Menschen\nhaben ihm beide Arme abgerissen. Er kann\nnichts tun. Ganz breit strömen die Men-\nschen an ihm vorbei. Sie tun nichts.\nXXXV. Wir müssen allein sein. Ein All\nsind wir allein. Wir sehnen ein All zu\nsein. Wir fürchten allein zu sein. Wir\nmüssen.\nXXXVI. Alle nehmen uns, weil wir nie-\nmandem hingeben. Gibst du einem etwas"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "179", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4019, "texte": "hin, so hast du dir nichts genommen. Gibst\ndu vielen etwas hin, so hast du dir nichts\ngenommen. Könntest du alles hingeben, so\nwäre dir nichts genommen.\nXXXVII. Ein Feuer fällt in die Wüste. Der\nFlammenvogel frisst seinen Leib. Unver-\nzehrbar steigt das Feuer in der Wüste.\nXXXVIII. Ein Mensch hält mich an der\nHand. Unsre Hände sind zwischen uns.\nDu hältst mich. Ich halte dich. Unser sind\ndie Hände zwischen uns. Wir sind zwischen\nden Händen.\nXXXIX. Ein Licht umhüllt mich in meinem\nDunkel. Die dunkle Strasse führt von der\nHeimat fort. Ein Licht führt mich in\nmeine Hülle. Heimlich will ich heimkehren\nvon dunkler Fahrt.\nXXXX. Gib, dass ich unter den Guten stehe\nund nicht unter den Bösen. Nimm die\nBösen von mir und nimm die Guten zu\ndir. Gib, dass ich mich nicht verstelle\nunter die Guten, da ich böse bin.\nXXXXI. Wir wollen uns heilen von unserem\nVerbrechen. Aber wir heiligen unsere Ver-\nbrechen. So entheiligen wir uns. Das\nwissen wir nicht.\nXXXXII. Gerecht ist der Richter. Er dünkt\nsich gut über allen. Er wird sein Urteil\nempfangen. Das Urteil des Alls ist Gnade.\nXXXXIII. Tief in mir ist das Ur-Teil. Hoch\nhabe ich mich erhöht über mein Urteil.\nHochmut hat mich zerstückt. Mir ist meine\nTiefe ein Teil. Demut soll all meine Teile\nerniedrigen, dass nur mein Urteil bleibt.\nEinsam ist mein Urteil und All-Ein.\nXXXXIV. Die Einsamen sind die Samen\ndes All.\nXXXXV. Das Gericht ist da. Ich habe mich\nin die Sünde geworfen. Auswurf bin ich\nund verworfen. Weh und heilig brennt in\nmeiner Tiefe Gnade.\nXXXXVI. So bin ich gerichtet durch mich.\nSünde ist meine Liebe und meine Sünde\nnenne ich Liebe. Gemeinschaft nenne ich\nmeine Sünde und Sünde ist meine Gemein-\nschaft. So bin ich gerichtet in mir. Auf-\ngerichtet ist das Kreuz durch meinen Leib.\nXXXXVII. Weit in der Wüste verschüttet\nliegt ein Kristall. Der starre Steinleib um-\nschliesst alles Licht. Alles Licht leuchtet\newig von ihm in alle Welt. Jedes Sand-\nkorn in der Wüste ist ein Kristall. Jedes\nSandkorn umschliesst alles Licht. Alles\nLicht leuchtet ewig von ihm in alle Welt.\nAller Staub in aller Welt ist ein Kristall.\nAller Staub in aller Welt umschliesst alles\nLicht. Alles Licht leuchtet ewig von ihm\nin alle Welt. Alle Welt ist ein Kristall.\nAlle Welt umschliesst alles Licht. Alles\nLicht leuchtet ewig in alle Welt.\nXXXXVIII. So tief bin ich im Staub gegangen.\nSo tief hab ich den Staub beschmutzt. Weh\nwisch ich allen Staub von meinem Fuss.\nMich aber duldet all der Staub.\nIL. Nun sind wir verdammt, da wir die\nVerheissung verdammt haben. Nicht froh\nsind die Verdammten. Fröhlich sind die\nVerdammten, die sich verdammen. Ihnen\nwird die Verheissung nun.\nL. Ich ekle mich vor den Menschen. Da-\nrum sehe ich nicht ihr Licht. Wohl leuch-\nten die ekelhaften Menschen. Ich aber bin\nblind vor ihnen. Denn mein Ekel haftet\nan mir.\nLI. Die Menschen verdammen einander,\ndas ist die Hölle. Die Menschen lieben\neinander nicht. Das ist der verlorene\nHimmel. Der verlorene Mensch liebt sich\nselbst. Das ist die Erde.\nLH. Die Schauder der Erdhaftung haben\nmich krank gemacht. Ich kann nicht ver-\ngessen. Die Schauder verlernen, die Erd-\nhaftung verlernen, mich verlernen, das ist\ndas Vergessen, nach dem ich kranke.\nLIII. In der Mitte der Wüste ist kein Baum,\nkeine Blume, kein Tier, kein Mensch. In\nder Mitte der Wüste strahlt der Kristall.\nSein Licht ist so weiss, dass ihn kein Auge\nsieht. Seine Flächen sind so hart, dass sie\nkein Fühlen durchdringt Mein Fühlen\naber will ihn durchdringen, mein Auge\naber will ihn sehen. Doch kein Baum lebt\nin der Wüste und keine Blume und kein\nTier. Kein Mensch lebt in der Wüste.\nKristall muss ich sein.\nLIV. Auf den Irrwegen meiner trostlosen\nWanderung bist du bei mir, fremder Mensch.\nDu bist mir nah, du Mensch. Fremd ist\nder Erde die Liebe. Nah ist die Liebe der\nErde. Du bist mein Irren und mein Trost.\nLV. Eine unendliche Stimme ruft in mir.\nAber mein Blut tönt zu laut. In meiner\nTiefe ruft die Stimme ein einziges Wort.\nUnablässig ruft die Stimme das eine Wort.\nAber mein Blut kann nicht schweigen.\n\nLothar Schreyer"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c003", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "180", "page_fin": "183", "image_debut": 6, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.3", "titre_corps": "Gedicht", "titre_sommaire": "Gedicht", "signature_source": "Hans Suschny", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "180", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3114, "texte": "Gedicht\nHans Suschny\n\neinen wilden zäun will ich um meinen\nheiland werfen\ndass sich das feuerwerk im mittelpunkte\nspiegle wie eine feuertonne und ein dorn\nund eine hand die blitze frisst und boden\nes wartet nur die eine braut über den bergen\nund nur in diesem einen tiegel schmilzt\ndas gold\nein rad allein und schwängert alle ströme\nund eine schleusse reusset schrei und ja\ndie brunnengräber sind ins meer gefallen\nund längst ertranken auch die Schäfchen\ndochwer den kränz flickt hat ihn auch zerrissen\nund wer die bilder schluckt umzäunt sie auch\nmit seiner augenkugel\nder see ist langsam in die weit gestiegen\nder stern fuhr in den mütterkreis\ndas kalb saugt nicht mehr Wahnsinn aus\nden eutern\nund jäh o je durchpfaucht die kalkkuh\nschon den 'immel\ndie kugel wirft sich ins geviert\nder schrei umläuft die Sonnenuhr\ndie tintenschwarze Sonnenuhr\n-in vierzig viermal jähren\nwer jetzt die stirne trägt wird auch die\nfrüchte kneten um die das leben brücken-\nwölben efeut\nwir sind vorbei und da und wieder\nund schrauben die laternen an die grosse\nwerft\ndann rollen die getriebe kolben kohlenmütter\nund prallen gegen stein und glas aus glas\nspät kreischt das tor und spät heissdehnt\ndas fenster sich an den tempeln unsrer\ngrossen Zukunft auf\nund wie ich es gesagt\nso reisst die frau den gallenspitzennagel\naus der sohle\ndie weisse frau und jäh o je durchpfaucht\nden 'immel\nda spaltet sich der bäum mitten entzwei\nrötet und grünt und blaut und o und o\nund türme wie geisire spritzen auf und o\nund silberbächer singen\nund wem die WURZELN IN DIE FÜSSE\nWACHSEN\nder schüttet sich und sonne in die sonne\nmeinen köpf will ich auf die grosse föhre\nsetzen\nund äugen\ntreiben\nin alle winde\nvolle braune knospen\nund dann will ich mein herz ankurbeln\nankurbeln will ich mein herz\nbis meine sinne heisslaufen 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über\nden nebelschwaden der Pazifisten\nund o flumentaube\ngirlandene flumenhaubitze\nziehe die socken aus\npicke die ölsamen auf und trage sie in die\narche zu den auserlesenen\nspät ist es schon\nda schwarzrollt der himmel glotzige glas-\naugen auf die 10 zylindrigen eierstöcke\nund inmitten der Überschwemmung platzt\nder gleiclistrommotor\nwenn wir nur einen silbernen kröpf wachsen\nsehen an unserer schläfe\nschon steigen wir auf den pappeldraht\nund schaukeln unsere hirnzellen\ndoch ist es zu zeitlich am morgen\nund die flagellanten und vagabundierer\nhaben sich noch nicht versammelt im\ngrossen trog\nwir spielen mit geschnörkelten windblasen\ngipfelködern und auch vollen sibirischen\ngrundtönen\nvon früh bis abend von morgenanfang bis\nzu den sonnenspiegeln im filterkessel im\nsiedehaus\nmit griffein und bleistangen und mit den\nschwimmenden fanfaren\ndie den 100 er hinübertrommeln\nin die gallerte der tempi passati\num mitternacht öffnen wir die grossen Ven-\ntilatoren\nund 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dann auf langen\nspitzigen stelzen durch meine nachtpupillen\nund in dem sprudel der 100000 voltigen\nkatarakte überstürzen sich die auf den köpf\ngestellten Visionen archipenkos\nZeigerblöcke fahren dann in die zukunft\nwachsen aus zu langen eisernen pfählen\nund elektrisieren ein neues menetekel\nan die klagemauern EUROPAS\no wir sind gefasst beim aufmarsch der\nstrammen gladiatoren\nsie fallen ja doch in den „ver sacr\" alen\nnachttopf\nund auch die deszendenztheorien haben wir\nhinuntergeschluckt wie die fischgräten ohne\ndaran zu ersticken\naber unsere äugen können wir uns nicht\naus dem köpfe drehen\nund mit retrospektivem herzbaumeln unsere\ndevotionen dem homme passe zu füssen\nlegen\nindes aus unseren blutkammern wie aus\nüberschwitzten heizhäusern die langen loko-\nmotivschreie brechen\nda öffnet sich der Vorhang\nweg mit dem ausgekramten schmierentrick\nund herausstolziert charly mit seinem ivan-\ngollischen reh an der himmelblauen seiden-\nleine\naber auch das bricht in 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"article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c005", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "183", "page_fin": "183", "image_debut": 9, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.4", "titre_corps": "Gedichte", "titre_sommaire": "Gedichte", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "183", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.9", "debut_caractere": 600, "fin_caractere_exclue": 2237, "texte": "Gedichte\nHerwarth Walden\nWillst Du mich verlassen\nLassen\nLass mich\nNimm mich\nNimm meine Hand auf Deinen Schoss\nIrr ich sinnlos sinnvoll zwischen Sinnen\nMein Herz ist ein frierendes Kind in der\nDämmerung\nFällt es im Hunger über Wurzeln\nGreift es verblendet in das Dunkel\nSucht es verblendet den Schoss der es auf-\nnimmt\nNimm meine Hand des frierenden Herz-\nknaben\nEntwurzelt lieg ich neben der Erdmulde\nDer Ruf versiegt\nMein Ruf versagt\nLass meine schweigende Hand auf Deinem\nschwingenden Schoss\nDämmerung ist es\nNun schwindest auch Du mir ins Dunkel\nNun willst auch Du mich gelassen verlassen\nLassen\nNun schwebt meine Hand blind hart über\nDie Erde wacht [Erde\nDie Hand verweht\nDer Ruf verhallt\nGeliebte\nDeine Knie ruhen in meinen Händen\nSind meine Hände zwei Dolden die sich\nmüde schliessen\nNun glänzen Deine Knie sanfter in ihrem\nAbend\nZitternd hauchen ihre Kehlen den Traum\nmeiner Nacht\nMeine müden Hände\nBreiten sich meine Hände unten den Knien\nDeines Betens\nBeugen sie sanfter dem Hauch Deiner\nWeichheit die Spitzen\nRuhen Deine Knie im Geklang ihrer Adern\nNun ruht Deine Ehrfurcht in schimmern-\nBebt [den Dolden\nbebt ab und auf\nBlüht\nblüht auf\nglüht\nglutet\nGeliebte\nUm Deinen Glauben ist meine Liebe ver-\nschlossen gebreitet\nStolz stehst Du, eine blonde Weide, am\nRand meines Waldsees\nMein Herz ist Gestrüpp urjähriger Bäume\nWild heult im Unterholz mein urerdiges\nLeid\nHoch in den Wipfeln klingt meine unerdige\nLiebe\nKlingt über den See, dass sein Wasser er-\nzittert\nSeine Wellen umschmeicheln Dich, Du meine\nblonde Weide\nNeigst Du Dich meinem Klingen\nNeigst Du Dich tiefer dem Heulen\nLauschst Du meiner Leidliebe\nMeinem Liebesleiden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c006", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "183", "page_fin": "184", "image_debut": 9, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue 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1041, "texte": "Wenn Todesfälle fallen nehmen Selbstmorde\nzu\nKockrane\nCochoran\nCochrane\nIn der City erschiessen sich mehr Männer\nChochrane\nCochrane 1\nCockren\nCockrome\nI»'\nFrauen finden Fenstersturz milder\nCocoran\nCokrane\nCochrain\nJährlich wieviel Erhängen Ertrinken\nCochrane\nCrockrane\nChockrane\nCochname\nDer älteste 100 Jahre\nCockeran\nChocrane\nCockrang\nDie jüngste eben 5\nRoachrane\nCroach\nCorckrone\nCockerhan\n100 Arbeitslose\nChocran\nCochron\nCocklin\n76 Millionäre\nCrockerone\nCohoran\n57 Staatsanwälte\nn u •\nCochrame\nCocran\nLocnonne\nCoughiin\nT ,\n51 Lehrerinnen\nCocren\nCocharan\nCochrance\n37 Bankpräsidenten\nCochraen\nCohrane\nCocorane\nChocrane\n21 Pfarrer\nCoderane\nCocharane\nCorkrane\n10 Redakteure\nCochrone\nCochrune\nCochrane\nColkrane\n7 Bürgermeister\nCrockery\nCothran\nCockhrane\nMeine Frau ist zu gut für mich\nCachron\nCoheran\nCadman\nCrockerand\nKein Mann ist gut genug für mich\nCouklin\nCockram\nCochrane\nI n.\nIch halte das Klavier nebenan nicht mehr\naus\nCoheran\nCochraoe\nCothrane\nRasiermesser Pulsader und es leben Chi-\ncagos 15 Millionen Kinder\n\nFranz Richard Behrens"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c007", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "184", "page_fin": "186", "image_debut": 10, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.6", "titre_corps": "Der Würfel", "titre_sommaire": "Der Würfel", "signature_source": "Kurt Schwitters ; Hans Arp", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 10, "page_imprimee": "184", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.10", "debut_caractere": 1043, "fin_caractere_exclue": 1841, "texte": "Der Würfel\n\nZwei lagen nebenunter. Hier waren 3, da\nwaren 3, unten 2. Der eine sagte plötzlich\n„Vier\", da erhoben sich 5, und 6 gingen\nhinaus, während Vs mehr zuviel von unten\nnach oben und zurück 3 mal 4 gleich sieben.\nEs wurde gewürfelt. Ein Würfel ist eine\nKugel mit nicht weniger als 6 abgeplatteten\nFlächen. Ein halb zuviel ist zwei zu wenig.\nUnd der Alte nebenan sagte plötzlich: „Zu\nwem zu?\" Zu alt? Nein, er war noch\njung genug dazu. Er sass an seinem alten\nReibeisen, das mit ihm gealtert war, und\nräusperte seine Zähne, die ihm einzeln aus-\nfielen. Schad' nichts, er sammelte einen\nnach dem anderen in seiner breiten Hand\nauf und steckte sie wieder in ihre Lücken.\nDas war 2 zu wenig, also ein halb zu viel.\nUnd er räusperte wieder zu diesem Zwecke\nseine Zahnlücken, steckte die Zähne um,"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "186", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3381, "texte": "die rechten in die linken, von vorn nach\noben, von hinten nach unten; dann fletschte\ner abwechselnd je einen Augenzahn und\nläuterte so seine rechte Gesichtshälfte, als\nihm plötzlich links im Vorderoberzimmer-\nchen ein Blatt auf den Rücken fiel. Das\nknallte, wie wenn man eine Tute aufpustet.\nUnd sie dann knallt. Und sie dann knallt.\nDie Tute knallt. Und während der Greis\nseine linke Hälfte abschnallt, beginnt es\nleise zu lispeln. Einer sagte 4, und 5 er-\nhoben sich leise, als 6 hinausgingen. Der\nGreis siebte seine Zähne und sonderte die\nmännlichen von den weiblichen. Da es\naber falsch war, kamen 2 wieder herein\nund sagten, dass einer von den 5 hinaus\nmüsste. Da setzten sich die 5 nieder und\nwürfelten wieder mit der Kugel. Der\nWürfel zeigte all seine 6 Würfelaugen,\ndurcheinandergewürfelt, und so wurden es\ndraussen sieben.\nDa warf der Greis einen Zahn dazwischen —\nund die 2 beruhigten einander und began-\nnen zu zählen. Zuerst sich, dann sich und\nden anderen, dann sich und den anderen\nund den Zahn, dann sich und den anderen\nund den Zahn und die vier Beine von den\nsam Tisch. Und sie zählten bis hundert.\nDann bis 101. Darauf bis Tausend. Immer\nvon einer Einheit rückwärts, bis sie zur\nZahl 2/a kamen.\nDa rief der Greis: „Halt\". Er zog den\nKasten heraus, wuchs jünger und jünger\nund wuchs und wuchs, bis er klein war\nwie die 2 hinten. Die konnten nun nichts\nmehr sehen und bestiegen deshalb seine\nhinteren Ausbeulen. Und wie sie ihn auch\num das Reibeisen baten, der Greis blieb\nhart und legte das Reibeisen in den Kasten\nunter die 4 — als die 5 hinausgegangen\nwaren.\nDer Greis rief: „Halt\" und betontein einer\nRede, die wie mit dem Reibeisen inein-\nandergeschachtelt zu sein schien, dass wir\nzur Klarheit gelangen müssen. Die Tute\nwar ihm sehr prognom dabei. Ohne an\ndie Tute zu knallen setzten 6 ihren Weg\nüber 5 zu 4 fort, bis einer es ihm sagen\nkonnte. Der sagte 2 mal prognom, 3 mal\nprognom bis er endlich popognom sagte.\nUnd hier war er am rechten Fleck. Der\nGreis setzte seine Zähne, einen nach dem\nanderen an den Popo der Gnom, bis der\nKasten voll geschachtelt war.\nWäre dies ein Märchen, so würden die\nGnome mit dem Gnomon die Eier entlang\nmessen. Aber so räusperte der Greis seine\nZähne, denn er stand schon auf dem Boden\nder Wirklichkeit. Da es aber mathematisch\nkeine geraden Zahlen gibt, gibt es auch\nkeine Ungraden.\nDie Menge schlug nun vor, dass man nun\nden Greis zu sechs mit der Schlüsselzahl\nzu multiplizieren habe. Da er aber jung\ngewachsen war, wuchs er jetzt alt und\nwuchs älter und wuchs älter, bis er gross\nwar wie die Schlüsselzahl, mit der er nun\nbequem quadriert werden konnte. Man\nerhob ihn zum Würfel, denn der Würfel\nist eine Kugel mit etwa sechs abgeplatteten\nGloben.\nNun wimmelte es von Greisen, die aus\nihren Zahnwurzeln die Quadratwurzeln\nzogen. So wurde aus dem zum Würfel\nerhobenen Greise der ineinandergewürfelte\nwürfelförmige Raum, in dem mit der Kugel\ngewürfelt worden war, und in dem sich\ndieses ganze Schachtelsystem dargestellt\nhatte. So kommen wir wieder zum Anfang\nzurück, wo sich Raum und Zeit ineinander\nschachteln.\nMoral:\nWenn 4 vier Stunden von 4 entfernt sind\nund 4 rechtzeitig erreichen wollen, so läuft\njeder von den 4 am besten 3 Stunden und\nträgt die anderen 2. Es dauert natürlich\nnur 3 Stunden, wenn es 2 sind und 2 Stun-\nden, wenn es einer ist. 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[n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.7", "titre_corps": "Lustbögen", "titre_sommaire": "Lustbögen", "signature_source": "Franz Hoffmann", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "186", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.12", "debut_caractere": 3383, "fin_caractere_exclue": 3666, "texte": "Gedichte\nLustbögen\nFranz Hoffmann\n\nLustbögen Erden-Wunder\nMenschen Sonnen Sterne\nLustbögen dunkel schweift die Nacht\nLustbögen Tages Himmelsblüte\nLustbögen Sommer\nSommererde\nspielende gleitende rausche Bögen\nLandschaften Meere\nLustbögen o Blicksilberfluten\nhochaufrauscht ein Prangen"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "188", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1744, "texte": "die ganze Erde eines Bogens Glanz und\nGrün\nGottes grüne glanzgeneigte Wangen\nLustbögen Menschen-Wunder\nStirne\nstrahier Himmelshelm\nund Auge\nloderndes Ur\nund Braue dunkel golden silbernes Segel-\nschiff\nLustbögen Arme Schenkel umjauchzende\nFrühlingsnacht\nLustbögen eines Weibes Nacken\npfeilerloses Weltgeschehn\nLicht\nstrahlende Menschen-Wunder\nstrahlende Menschen-Wunder\nLustbögen Mondlichtschalen-Brüste\nLustbögen Lippen Blutsonnen-Früchte\nrundsüss und Spangen-straff\no ein Leib das spange buchsne Holz\nworein Gott seine Wunder schneidet\nGlanz und Süsse leuchtet\nund Härte\nein stahlgeschweiftes Schauen\nDenken Denken\no Leibes brennender Saal\nSchöpfen Dichten\nLieben Zernichten\nblutspringendes Herz ins Nichts\nQual\nLustbögen meine domhohe Herrlichkeit\nLustbögen mein säulengetragenes Leid\nLustbögen grosser Ichbaum greift ins Weite\nLustbögen ich reite zerreite mein bäu-\nmendes Ich\nLustbögen o hohe\njubelnde jauchzende Bögen\nMannes Stirn und Weibes Auge\nleuchtender Turm und dunkle See\ndeine Augen feuchten giessen\ndeine Haare fluten manteln\nund über deines Leibes\nrauschen Berg\nund Bogen\nfahre ich hoch hinaus ins Meer\no du und deine Seeblumen-Brust\no Bögen der Lust\nRufe Lüste\nRufe\nMann\nzitternde bebende Brücke\nein Berg nach oben\nein bäumendes Ross der Berg wacht\nhueion hueion\ndeine mutweckende Stimme Mann\nhueion\nWeltschlacht und jüngster Tag\nZerstörung und neuer Gesang\nhueion\nhueion\nLust-Sinne\nLust-Liebe\nLust-Denken\ndrei Wurzeln drei Reiche\nBaum Yggdrasil\nwo' die Lustseligen wohnen\nwo Wadel der Mond\nmit seinen Hörnern am Schaukelzweig hängt\nwedelnd umarmend\nwo Sterne Himmelszungen sind\nwo die nachtfahre Frau\nschöner Dunkelstern\nlustend zum Morgenstern fährt\nwo Luzifer funkelt\nfernste Stahlblume\nder höchste Bogen der lustseligen Flut"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c010", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "187", "page_fin": "187", "image_debut": 13, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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Seuphor", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 14, "page_imprimee": "188", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.14", "debut_caractere": 1746, "fin_caractere_exclue": 2269, "texte": "Tc Parijs in Trombe\nM. Seuphor\nI. Brüssel—Paris\nDas tragische Abenteuer von Brüssel\n— ein Herz gevierteilt zwischen Nord und\nSüd —\nist in das eiskalte Wasser gefallen.\nBei der verlangsamten Wiedergabe stehen\ndie Herzen aller still\nkein Gestrüpp längs der Felswand\nkein Tuch von geheimen Händen gespannt\nkein verliebter Flieger\nsogar keine Bahnsteigkarte mehr zu erstehen\ndenn der Bahnhof wird geschlossen\nund der endliche Plumps\nist das Abfahrtssignal des Nachtzuges nach\nParis.\nEin Seufzer aus tausend Brüsten . . .\nFINALE"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "189", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2667, "texte": "Und aller Herzen schlagen wiederum\nden Takt der Freude, Leidenschaft\nHoffnung und Hochmut\nrasenden Potpourri in immer wilderem\nTempo\n. . . bis die Lichter erlöschen\nund der lange Tunnel anfängt\nwonach ein abgeschlissenes Wiegenlied\nlauerte\nhinter den Gardinchens.\nDas Alpdrücken unter den Bänken\nist bezahlt worden um dem Brüsseler Film\neine letzte Episode zu geben:\nTodeskampf gegen die Wellen\nsechsmal\nist das Schlachtopfer mieder über das Wasser\ngekommen\naber keine Hoffnung auf Rettung\nund bei dem letzten Hilfeschrei\n— an den Wäldern von Ghantilly vorbei —\nist die aufgehende Sonne\nEIN WECKENDER GONGSCHLAG\nAUF DEN STIRNEN\nUnd wieder leben die Blicke über Pläne\nund Zeitungen\naber die Sekunden sind gezählt\nund\noh weh!\nGEWALTIGER SCHLAG ...\ndie steinerne Masse hat nicht nachgegeben\ndem Sprung des Rammers\n— Paris-Nord tout le monde descend —\nzerbrochene Gelenke Wank\nElastizität der Körper\nKATAPULT\nund die Herrschsucht der Eroberer\nder Hochmut der Geschäftsleute\nund das tragische Abenteuer\ndes friedsamen Vlamens der ich bin\ntaumelt aus der Station\nmit Plänen und Zeitungen\nmit Pack und Sack\nholterdepolter\ntief in die Stadt hinein\nbis an die Hallen\nund Herrschsucht und Hochmut und Kum-\nmer sind weg\nzwischen Abfall von Gemüse und Früchten\nist ein Eck\nII. Halles Centrales\nAus Beace, Brie und sogar Normandie,\nkommen sie angewackelt\ndie Bauern\nab Mitternacht\nneben ihr treues Biest\ntraulich längs den Gaslaternen\nmit wenig Freude in der Pfeife\n(Flucht der Limosinen\nbergabwärts nach Pere-Lachaise\naus Furcht vor Spuk)\nABER BEIM TAGESANBRUCH\nseht wie die Säer der Stadt Seele einblasen\nseht wie die Drescher das frische Blut\neimerweise in die Adern peitschen\nbis die Milch unter den Brustwarzen kocht\nseht wie die Müller den Dynamo in Bewe-\ngung bringen\ndass die Luft vor Erregung bebt\nDer Ernst der Pflüger\nhat in die Furche des Ackers gelesen\nsie prophezeien\naber der grösste Beifall ist für die Säer\ndie werfen ihr tägliches Eureka vor die\nSäue\nin pochettes surprise\nihnen ist die grösste Weisheit eingeboren\ndenn ihre Lyrik kann die Sonne beglücken\nnougat bonbons caramels chocolat\nDamen und Herren das grosse Lebens-\nmysteriums\nist das Ei des Kolumbus:\nein Gedanke in der zweiten Potenz\nmultipliziert mit den Hieroglyphen\ndes Vorhanges der vielleicht nie zerreissen\nwird\n+ der tastbare Inhalt dieses Fläschchens\n(einziges und unfehlbares Mittel gegen Zahn-\nschmerz)\n§t EMOTION DER EMOTIONEN ALLES\nIST EMOTION!\n50 Centimes les bananes\nvoyez les belies oranges\nvitamines madame vitamines!\nund Gemüseweiber\nHotelbediente\nHausfrauen\nHändler\n(eifrige Yerkünder)\neilen in die Strasse\nwerfen die Türen auf\nläuten es aus an allen Ecken\nspannen magnetische Drähte"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "190", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 825, "texte": "wissen die Polizei zu bestechen\nÄ uCTüe' ■\nherrschen von der Nation bis nach\nPorte Maillot\nund pflanzen ihren täglichen Freiheitsbaum\nIN MEMORIAM\ndixseptcerit — quatreuingt — neuf\nDenn der erste der Freiheitsbäume\nwar kein Baum gleich den andern Freiheits'\nbäumen\n\\\ner schoss auf aus dem nervösen Boden bis\nzu den Wolken\nund ist in dem fünfzehnten Jahre seines\nWachstums in den Himmel geklommen.\nDas eiserne Gerüst das Eifel aufrichtete\nzur Stütze seiner zarten Glieder\nbesteht bis auf den heutigen Tag noch\nund seine phrygische Mütze\nhöher als das Monument im Hudson\nist nur bei 5 fr. mit Ascenseur zu erreichen.\n»\nOben: die Sonne immer dieselbe\nunten: die Seine, die Spree, der Tiber, die\nThemse\nund unendlich weit hinter dem Gare du\nNord verwischt\ndie vagen färben der Kähnchen auf der\nScheide ....\nUebersetzt von A. C. W."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c012", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "190", "page_fin": "190", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.9", "titre_corps": "Odenwald", "titre_sommaire": "Odenwald", "signature_source": "Kurt Heynicke", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "190", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.16", "debut_caractere": 827, "fin_caractere_exclue": 1330, "texte": "Odenwald\nKurt Heynicke\nSchlafe.\nHier schlafen die Wiride der Welt in der\nDämmerung ein.\nKomm\nhauche du deine Seele der Seele des Abend-\nsein.\nUeber Wäldern und müdem Getiere schlum-\nmert der Friede des Herrn.\nRingendes Dunkel befreit sich stille am\nersten Stern,\nHerr wolle geruhsam dich neigen,\nBlau uns der Abend befällt.\nVom Sternenfittich geschwungen steigt nie-\nder die andere Welt.\nDes Abends rinnend Verkühlen\nentlöst\nund wir sind nichts mehr.\nNur Hauch von ewgen Gefühlen über dem\nMenschen-Meer."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c013", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "190", "page_fin": "191", "image_debut": 16, "image_fin": 17, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.10", "titre_corps": "Gedichte", "titre_sommaire": "Gedichte", "signature_source": "Werner Schumitz", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "190", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.16", "debut_caractere": 1332, "fin_caractere_exclue": 2469, "texte": "Gedichte\nWerner Schumitz\nAn K, Kr.\nLüge grellt Abend Schrecktag\nStickt Himmel\nRote Schuhe\nGrüne Füsse\nHaare Scham Schleim\nBrüste läppen\nLüge\nPeitsche knallt\nSchreien gellt\nLüge\nWeg übertanzt rote Schuhe\nKniee kahnen schwarz gelbes Kleid\nGesäss schleppkahnsegelt\nBrütet Hass schwer\nDu\nHass\nSchreit Seele nächtet falscher irrer Strasse\nSucht Herz\nZerbrach Herz staubwindverweht über\nStrasse\nSchwarzer Kohlenstaub zerfahren\nVeratmet lungenfasernd Hass Hass\nLeib schreit Marterpfahl\nBilsenkraut Stechapfel wuchern umliegen\nHaupt\nAntlitz schattenstarr düsterbleich zerwühlt\nWetter Hagelschlag\nHass\nTräume kriechen schwarze Schlangen Mund\nSchwarze Katze springen beissen Gurgel\nFledermäuse vampyren Brüste\nGorialla raspelt Maiskolben auf ab\nAuf ab raus rein Bauch\nStöhnst wund . . wirfst herum . .\nHass\nErstickt Schrein ersäuft in Schweiss\nStinkt Hass . . stinkt\nGrellrotdüster flattern Fetzen Fahne ,....\nHoch zu Dir\nIn Mir\nDu\nSchwarzer Glanz\nDu Gemsensprung zu Mir\nHoch den letzten Grat\nHochüberstürzt\nTief unten Wälder Nebel Wolken\nAller Menschen Ueberzeltung\nDumpfe Maulwurfserde Hügel Dome Paläste\nParlamente und Gesetze\nHei Du Ich Mensch"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "191", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1040, "texte": "Beiss\nBlut sprüht\nIch Mensch zu Dir Mensch\nHoch über letzte Felsenkraft stoss ich Dich\nempor\nUnd meine Arme fangen Jubel Deine Last\nZu Mir\n0 in Rosengluten schäumt und rauscht das\nLeben letzten Berg empor\n0 in Feuerflammen wirft die Sternenwelt\nden Gruss der Erde hin\n0 Vermählung\nErde Sterne Sterne Erde . , 0 Du o Ich o\nIch o Du\nSeitichDich Felsen SterneWeltenhoch geküsst\nDein Elfenbein im reinen Sonnenäther\nRosenfluten schäumte\nIch ertrank\n0 Du in Mir o Ich in Dir\nSchwingt in mir Morgenfelsenlied in Flammen\nDie Felsenglocken dröhnen unablässig\nmächtig mächtig\nIch gehe hin und sinke tief in Menschenherzen\nO Staunen Wunder aufzublühn in Augen\nSeelen\nFrauenleiber-Seelen Blut und Blütengarten\nIch bin der Wolkende der Niederströmende\nVerschenkende und sich Verblutende\nO haltet weh und wund in Händen Herzen-\nKelche\nUnd eure Augen trinken Tau der Nächte\nBlonde Nächte violette Nächte\nBlaue Nächte grelle weisse ängste Schreie-\nNächte\nAller Seelen - meiner Seele- aller Seelen\nNächte\nAller Seelen-meiner Seele-dunkel aufgetane\nSchächte"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c014", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "191", "page_fin": "192", "image_debut": 17, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.11", "titre_corps": "An die Leser des Sturm!", "titre_sommaire": "An die Leser des Sturm!", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 17, "page_imprimee": "191", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.17", "debut_caractere": 1042, "fin_caractere_exclue": 3654, "texte": "An die Leser des Sturm!\nIm Jahre 1910 wurde „Der Sturm\" als\nWochenschrift begründet. Während des\nKrieges wurde er in eine Halbmonatschrift\nund später in eine Monatschrift umgewan-\ndelt. Mit diesem zwölften Heft des vier-\nzehnten Jahrgangs erscheint die Zeitschrift\nzum letzten Male als Monatschrift. An ihre\nStelle tritt mit dem fünfzehnten Jahrgang\n1924 die Vierteljahrschrift „Der\nStur m\".\nNeben Gründen äusserer Art war für die\nfrüheren wie für die jetzige Umwandlung\ndie Tendenz der Zeitschrift bestimmend, die\neine zeitlose ist. Unsere Leser wissen, dass\nwir den Kreis unserer Mitarbeiter im Laufe\nder Jahre eher verringert als vergrössert\nhaben. Die zu verschiedenen Malen unter-\nnommenen Versuche, den Inhalt der Zeit-\nschrift auf mannigfaltigere Gebiete auszu-\ndehnen, sind uns nicht gelungen. Das\ndeutsche Volk ist so arm an Schriftstellern,\ndie mit der deutschen Sprache umzugehen\nwissen, dass wir begierig sind, zu erfahren,\nwer es denn sein könnte, den zu beachten\nwir übersehen haben. Es mögen sich im\ndeutschen Volk ausgezeichnete Gelehrte\nfinden lassen, aber sie behandeln ihre\nSprache so mangelhaft, dass nicht nur ihre\nschöpferische Kraft, sondern auch ihre Ge-\nlehrsamkeit selbst zu bezweifeln ist. An\nPolitikern, die in einem ausgezeichneten\nStil über das öffentliche Wesen schreiben\nkönnen, fehlt es in Deutschland vollkom-\nmen, wie es denn eben aus diesem Grund\nan Politikern mangelt, die auch nur einen\nbescheidenen Einfluss ausüben könnten.\nDass wir unter den Dichtern dieser Zeit\nbesonders die nicht anerkennen können,\ndie von schlecht unterrichteten Journalisten\neiner ahnungslosen Allgemeinheit Deutsch-\nlands und des Auslands als Expressionisten\naufgeschwatzt werden sollen, ist unseren\nLesern bekannt. Von diesen falschen Ex-\npressionisten kann man im besten Fall\nsagen, dass sie die Dichtungen des Sturm\ngelesen haben und ihr dichterisches Un-\nvermögen mit einem trügerischen Schein\nvon Expressionismus bestrahlen. Was\nheute in Deutschland an expressionistischer\nDichtung besteht, ist im Sturm veröffent-\nlicht worden, und wiederum wären wir\nbegierig, zu erfahren, ob wir einen ausser\nacht gelassen haben. Aber es sieht aus,\nals habe der Krieg auch diejenigen ver-\nschlungen, die, voll Begabung, die expressio-\nnistische Dichtung als reine Wortkunst er-\nkannt hätten. Und während sich so die\nReihe der Schöpferischen verringerte, ver-\nengte sich gleichzeitig der Kreis derer, die\nder Sturm als Künstler anerkennen kann.\nManches, das seinen Platz in der Entwick-\nlung hat, verliert ihn zur Zeit der vollen-\ndeten Erkenntnis. Unsere Leser wissen,\nwelche unter den Dichtern unserer Zeit"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "192", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 669, "texte": "den Anspruch erheben dürfen, für Künstler\ndes Worts zu gelten.\nEine Zeitschrift, die zu dieser Strenge der\nEinsicht und des Urteils gelangt ist, gibt\nsich selbst als Zeit-Schrift auf. Sie kann\nnicht mehr erscheinen,- weil sie muss,\nsondern, wann sie wil 1. Und sie hofft,\ndass der grössere Zeitraum eines Vierteljahres\nfür sie keinen Zwang mehr bedeuten werde.\nDer grössere Umfang wird es erlauben,\nArbeiten zu veröffentlichen, die in der\nMonatschrift zu viel Raum beanspruchen\noder durch ihr getrenntes Erscheinen zer-\nrissen werden und durch ihre Länge die\nMannigfaltigkeit verhindern, auf die der\nLeser einer Monatschrift billigerweise An-\nspruch erheben darf. R. B."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c015", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "192", "page_fin": "192", "image_debut": 18, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.12", "titre_corps": "Vierteljahrschrift „Der Sturm“", "titre_sommaire": "Vierteljahrschrift „Der Sturm“", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 18, "page_imprimee": "192", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.18", "debut_caractere": 671, "fin_caractere_exclue": 2685, "texte": "Vierteljahrschrift „Der Sturm“\n1. Erscheinungszeit\nDie Vierteljahrschrift Der Sturm wird er-\nscheinen:\ndas erste Heft am 1. März 1924\ndas zweite Heft am 1. Juni 1924\ndas dritte Heft am 1. September 1924\ndas vierte Heft am 1. Dezember 1924.\n2. Inhalt\nDer Umfang der Vierteljahr schrift Der\nSturm wird etwa 50 Seiten betragen und\nausser dem Text wie bisher zahlreiche vom\nStock gedruckte Holz- und Linoleumschnitte\nder Künstler bringen, deren Werke im Sturm\nausgestellt werden. Jedes Heft wird ausge-\nwählte Zeichnungen reproduzieren und als\nKunstbeilagen ein- und mehrfarbige Repro-\nduktionen bedeutender Gemälde enthalten.\n3. Bezugsbedingungen\nDer Abonnementspreis der Vierteljahrschrift\nDer Sturm 1924 beträgt:\nfür das ganze Jahr 18 Goldmark\nfür das halbe Jahr 9 Goldmark\nPreis des Vierteljahrheftes 5 Goldmark.\nWir bitten unsere Abonnenten, den Abonne-\nmentspreis für das erste halbe Jahr spä-\ntestens zum 15. Februar 1924 an uns zu\nzahlen.\nFür das Ausland berechnen wir die\nGoldmark als 1,25 Schweizer\nFranken. Unsere ausländischen Leser\nfinden die Umrechnung ihrer Landes-\nwährung auf einer besonders abgedruckten\nTabelle im Januar-Heft\nUm unseren Abonnenten und Freunden des\nIn- und Auslands auch in den übrigen\nMonaten von den Bestrebungen des Sturm\nKenntnis zu geben, werden wir allen\nAbonnenten in den Monaten Januar, Februar,\nApril, Mai, Juli, August, Oktober und No-\nvember einen\nMonatsbericht\nunentgeltlich zugehen lassen.\nDie Monatsberichte werden im Umfang\nvon vier Seiten erscheinen und Mit-\nteilungen über unser gesamtes Ausstellungs-\nwesen, unseren Verlag, insbesondere, dessen\nNeuerscheinungen, sowie unsere übrigen\nkünstlerischen Veranstaltungen (Sturm-\nabende) enthalten. Ausserdem werden die\nMonatsberichte Notizen kritischer oder be-\nrichtender Art veröffentlichen, sowie Aus-\nzüge aus den Aeusserungen der Presse und\nProben aus unseren Verlagswerken.\nDer erste Monatsbericht wird im Januar\n1924 erscheinen und unseren Abonnenten\nzugehen.\nEinzelbezug der Monatsberichte: Jedes Heft\n20 Pfennig."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c016", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "192", "page_fin": "192", "image_debut": 18, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.13", "titre_corps": "Inhalt", "titre_sommaire": "Inhalt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 18, "page_imprimee": "192", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.18", "debut_caractere": 2687, "fin_caractere_exclue": 3147, "texte": "Inhalt\nLothar Schreyer: Irrdunkel und Licht\nHans Suschny: Gedicht\nHerwarth Waiden: Gedichte\nFranz Richard Behrens: Chicago\nKurt Schwitters und Hans Arp: Der Würfel\nFranz Hoffmann: Gedichte\nM. Seuphor: Te Parijs in Trombe\nKurt Heynicke: Odenwald\nWerner Schumitz: Gedichte\nAn die Leser des Sturm\nHans Haffenrichter: Linoleumschnitt | Vom Stock gedruckt\nPeri: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt\nPanaggi: Zug in Bewegung / Gemälde / Vielfarbendruck\nDezember 1923"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c017", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[176]", "page_fin": "[176]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[176]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 443, "texte": "Neuerscheinungen Verlag Per Sturm • Berlin W 9\nSoeben erschienen:\nPeri: Original'Lmoleumschnitte / In Mappc\nAuflagc 30 / signiert und nummeriert / 30 Goldmark\nMitte Dezember erscheint:\nHerwarth Walden: Einbltck in Kunst\nExprcssionismus / Kubismus / Futurismus\nMit zwei Viclfarbdrucken und 70 ganzseitigen Abbildungen nach Werken dcr Ftihrer der modernen Kunst\n3. bis 10. Auflage\nDie Neuauflage dieses wichtigen Buches wird seit Jahren erwartet"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c018", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[176]", "page_fin": "[176]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[176]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.2", "debut_caractere": 445, "fin_caractere_exclue": 606, "texte": "4 Co.\nSTCeuaeitlitfje\n112\nSeine\n3etffsriften\nuttb QBerfe\n■Srofdjiiren\n©pejialitiit: SSKebrfavbertbrucf\nBERLIN NO 18\nWossmann-Strasse 27\nTel. 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Rldiard Stein Nadifi.\nBERLIN N54 / BRUNNENSTRASSE 188/190\nFERNSPRECH* ANSCHLUSS: NORDEN Nr. 3393\nliefert samtliche Drucksachen,\nem* und mehrfarbig, schnell, gut und billig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c020", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[176]", "page_fin": "[176]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[176]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.2", "debut_caractere": 795, "fin_caractere_exclue": 1266, "texte": "I_l 111111111111 1 1111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111\nGesellschaft der Sturmfreunde\n| G. d. 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Mit Zeichnung Th omas Ring-.\nIn Kartonumschlag. Grundzahl 1.50\nZweiter Band'\nKurt Liebmann / Kreuzigung\nNovelle. In Kartonumschlag. 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S A B B I O\nPALERMO - VIA CASTRO 250 - PALERMO\nLA COLLABORAZIONE E'LIBERA\nCercansi Corrispondenti ed Agenti di Publicita\nGiovani Aulori! publicale i vj\nromanzi, novelle, liriche ec. presso\nLa Casa Editrice E. 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Text grofl-oct.\nSie bringt iiber 50 Holzschnitte\nin jedem Heft, veroffentlicht\nRomane, Essays, Erzahlungen, Ge-\ndichte und Chroniken aller Lander.\nEin Sonderheft iiber Stendhal\nerscheint im Dezember\nHerausgeber: HENRY PETIOT\nRedaktion und Verwaltung:\nChambery / 2 Place Porte-Reine\nBezugspreis: Einzelheft 5 francs\nJahresabonnement 20 francs."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c030", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c030", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "193", "page_fin": "193", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "193", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.19", "debut_caractere": 1739, "fin_caractere_exclue": 2452, "texte": "Auslandspreise fur die Zeitschrift\n„Der Sturm\"\n/\nDas Abonnement fiir ein Halbjahr betragt;\nfur Argentinicn: Pap. Pes. . ' 2. -\n„ Brasilien: Milreis 6.—\n„ Bulgaricn: Leva . . . 84.—\n„ Chile: Pes. 6.—\n„ Danemark: Kronen 6.—\n„ ost. Kronen 32000.—\n„ Finnland: Mka. . 24.—\n„ Frankreich, Belgien, Luxemburg: Fr. 12.—\n„ Griechenland: Drachmen 48.—\n„ Grossbritannien: Schilling 5.—\n„ Japan: Yen 2.40\n„ Italien: Lire 18.—\n„ Jugoslawien: Dinar 52.—\n„ Niederlande: Gulden 3.—\n„ Norwegen: Kronen 6.—\n„ Portugal: Milreis 18.—\n„ Rumanien: Lei 120.—\n„ Schweden: Kronen 6.—\n„ Schweiz: Franken 6.—\n„ Schweizer Franken 6.—\n„ Spanien: Pesetas 6.—\nn Tschechoslovakei: Kc. ........ 18.—\n„ Ungarn: Kronen 30000.—\n„ U. S. 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Umschlagseite / Einzelheft\nGrundzahl 1\nVolIstSndige Exemplare des 5. bis 7. Jahrgangs nur noch in wenigen Exemplaren vorhanden / Grundzahl\nje 15 / 9. bis 13. Jahrgang Grundzahl je 8 / 1. bis 4. und 8. Jahrgang vergriffen / Einzelhefte alter Jahr-\ngange Grundzahl 1\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm sind signierte und numerierte Handdrucke, von den\nmeisten Zeichnungen Kunstdrucke kauflich zu erwerben. Die Originale sind verkauflich.\nSturmbiihne / Jahrbuch des Theaters der Expressionisten / 1. bis 8. Folge / jede Folge Grundzahl 0.20"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c033", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c033", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "194", "page_fin": "194", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.30", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "194", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.20", "debut_caractere": 1310, "fin_caractere_exclue": 2290, "texte": "Btichcr aus dcm Vcrlag Der Sturm mit Goldmarkpreiscn\nFur das Ausland: Goldmark = Schweizer Franken 1,25\nPostscheckkonto des Verlags Der Sturm: Berlin 120658\nAugust Stramm\nDu I Liebesgedichte / 4. Auflage / 2\nTropfblut / Gedichte / gebunden / 5\nGesammelte Dichtungen / 2 Bande / Jeder Band 5\nPaul Scheerbart\nGlasarchitektur / In 111 Kapiteln / 2\nErnst Marcus\nDas Erkenntnisproblem / 2.50\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte / 2\nRudolf Bltimner\nDer Geist des Kubismus und die Kunste / 3\nLothar Schreyer\nDie neue Kunst / 1\nHerwarth Walden\nDie neue Malerei / Einfuhrung in den Expressionis-\nmus I 2\nDas Buch der Menschenliebe / Roman / 2\nSturm'Bilclerbucher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nI Marc Chagall / 2. Auflage\nII Alexander Archipenko\nIII Paul Klee\nIV Kurt Schwitters\nJedes Buch 3\nV Maler des Expressionismus / Funfzehn Farb-\ndrucke: Chagall / Kandinsky / Franz Marc u. a. / 10\nVI Maler des Expressionismus / Zweite Folge /10\nXokoschka~Mappe: Menschenkopfe / 12"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c034", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c034", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "194", "page_fin": "194", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.31", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "194", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.20", "debut_caractere": 2292, "fin_caractere_exclue": 2535, "texte": "Der Sturm ubernimmt die Veranstaltung von\nSturm'Ausstellungen (Gesamtschau und Einzel-\nausstellungen) in alien St&dten und LSndern.\nDer Sturm vermittelt n u r den Verkauf von\nWerken der Ktinstler, die er durch eigene Aus-\nstellungen anerkennt."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1923-12-01-01-c035", "article_bluemountain": "bmtnabg_1923-12-01_01#c035", "volume": "bmtnabg_1923-12-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "194", "page_fin": "194", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.2.32", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "194", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.20", "debut_caractere": 2537, "fin_caractere_exclue": 2647, "texte": "Standige Verkaufcstelle fur Graphik\nVerlag Dcr Sturm G. m. b. 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Potsdamer Strasse 138 a / Laden\nFernruf: Amt Lutzow 4443\n2. Kurfurstendamm 150 / Laden\nFernruf: Amt Uhland 5646\nBticher / Graphik / Musikalien\nBestellungen, auch vom Ausland, werden\nziiglich erledigt"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.1", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT /\nHERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\nVIERZEHNTER JAHRGANG / ZWÖLFTES HEFT / DEZEMBER 1923\n\nHans Haffenrichter: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[176]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.2", "texte": "Neuerscheinungen Verlag Per Sturm • Berlin W 9\nSoeben erschienen:\nPeri: Original'Lmoleumschnitte / In Mappc\nAuflagc 30 / signiert und nummeriert / 30 Goldmark\nMitte Dezember erscheint:\nHerwarth Walden: Einbltck in Kunst\nExprcssionismus / Kubismus / Futurismus\nMit zwei Viclfarbdrucken und 70 ganzseitigen Abbildungen nach Werken dcr Ftihrer der modernen Kunst\n3. bis 10. Auflage\nDie Neuauflage dieses wichtigen Buches wird seit Jahren erwartet\n\n4 Co.\nSTCeuaeitlitfje\n112\nSeine\n3etffsriften\nuttb QBerfe\n■Srofdjiiren\n©pejialitiit: SSKebrfavbertbrucf\nBERLIN NO 18\nWossmann-Strasse 27\nTel. KOnlgstadt 8269.1176\n\nBudidrudfere! Rldiard Stein Nadifi.\nBERLIN N54 / BRUNNENSTRASSE 188/190\nFERNSPRECH* ANSCHLUSS: NORDEN Nr. 3393\nliefert samtliche Drucksachen,\nem* und mehrfarbig, schnell, gut und billig\n\nI_l 111111111111 1 1111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111\nGesellschaft der Sturmfreunde\n| G. d. St. 112\nI DieOrganisationderFreundederneuenKunst |\n| Satzung und Aufnahme durch den Verlag Der Sturm §\n| Berlin W 9 / Potsdamer Strafie 134 a §\nI Sturmbal! s.Januarl924„Brodervereinssaal\" Kurfurstenstr.lls 112\nmm mm\nmini iniiiniiiiini..iiiiiiiiiiii.iiiiiii.iiiiiiiiiiiiiiiiui.il!.i.m....in....i.mi.\n\n\"NOI„\nInternationale Zeitschrift\nder Futuristen\nHerausgeber: Enrico Prampolini\nRedakfion: Ruggero Vasari und\nVittorio Orazi\nDirekfion und Administration:\nVia Tronto 89 — Rom (36)\nRedaktion: Via Treviso 19 A —\nRom (50)\nErscheint monatlich u. reproduziert\nWerke bester moderner Kunstler\nDauerbezugspreis jahrl.(l2Hefte)\n40 Lire\n\nHET OVERZICHT\nDirektlon: Fernant Berckelaers und Jozef Peeters\nDie einzige Monatsschrift des internationalen\nVortrupps in niederl&ndischer Sprache\nStandige Rubriken: radikale Kunst, Musik,\nPhilosophie, international© Politik,\nLiteratur, Wissenschaften,\nArchitektur, Kritik\netc.\nPreis jedes einzelnen reich illustrierten Heftes in ktinstlerisch.\nUmschlag, 24 Seiten, Format 25X32, Fr. 2.-—, Abonnement\n(12Hefte) Fr. 16.—, Frankreich Fr. 20.—, Niederlande fl. 4.25.\nRedaktion und Verwaltung\nAntwerpen (Beigien) Chaussee deTurnhoutlos\n\nSturm-Seminar\nDie kunstwissenschaftliche Arbeitsgemein-\nschaft des Sturm beginnt ihre Arbeit im\nJanuar 192 4. Die Aufgabe der\nArbeitsgemeinschaft ist es, die Kunsfgesetze\nzu bestimmen und die Wirkung der Kunst-\ngesetze zu untersuchen. Die Leitung hat\nLothar Schreyer\nübernommen.\nAnmeldungen zur Teilnahme an der\nArbeitsgemeinschaft sind zu richten an die\nKunsiaussiellung Der Sturm\nBerlin W9 / Potsdamer Strasse 134 a\nM—M—WM———wa——B—pawwMiairanniw>Bnf> Wf i—K—aMgaa—Wttaai—aMHM——a—Bg?raiiap\n\nDie Drucke der Schau\nErster Band\nKurt Liebmann / Schrag geoffnet\nKreis Gedichte. Mit Zeichnung Th omas Ring-.\nIn Kartonumschlag. Grundzahl 1.50\nZweiter Band'\nKurt Liebmann / Kreuzigung\nNovelle. In Kartonumschlag. Grundzahl 1.50\nKARL RAUCH VERLAG / DESSAU\nPostgcheck 15203 Magdeburg / Versand direkt Nachnahme od.Voreinsendung\n\nUjjiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiuiiiuiiiiiiiiniiiiiiiuuiiiiiiuiiiiiiiiuiiuiiiiiiiiHiiiiiiiiiuiiiiiiiiuiiiifiiiiuiiiiiiim\n| VolhsbOhne am Diilowpiatz §\n1 ===== Berlin ===== |\nM Sonntag, den 13.Januar 1924, vormittags 11V2 Uhr M\n| U rauffuhrung |\n| August Stramm |\n| Rudimentar j\njg Spielleitung: Karl Vogt M\n1 Biihnenbild: Lothar Schreyer j\nl!lillll!l!IIIllllllllllll!!iI!i![iilllli!!llll!l!l!!IItIIIII!IIIIIIt{tlllIIIiIIIIIIII(lllilJlllllllllll!lllllllitlltlRIIIIIIIIIIllliIii"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "177", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.3", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT / HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\n\nIrrdunkel und Licht\n\nI. Das Zimmer ist dunkel. Alle Dinge im\nZimmer fühlen sich wohl. Da kommt eine\nFlamme in das dunkle Zimmer. Die Flamme\nleuchtet. Nun sehen sich die Dinge. Und\nGutes und Böses ist sichtbar. Und die\nDinge fühlen sich weh. Die Finsternis will\ndas Leuchten verschlingen. Das Böse stürzt\nauf die Flamme, das Licht zu verlöschen.\nDa durchleuchtet das Licht das Böse. Da\nlöst das Licht das Gute. Da ist das dunkle\nZimmer eine leuchtende Flamme. Es ist\nein Brand ohne Weh und Wohl. Alle\nDinge sind nicht mehr. Es ist ein grosses\nLicht, das aus sich leuchtet und sieht,\n11. Nichts hilft es, den Irrgegangenen ein\nLicht in die Hand zu geben. Sie sehen in\ndas Licht oder auf den Weg. Das Licht\nblendet und jeder Weg ist auch ein Irrweg.\nWer Licht ist, geht nicht irr.\n111. Nichts hilft es, dass die Menschen mich\nmit ihrem Licht anzünden. Solange ich in\nihrem Licht brenne, leuchte ich nicht selbst.\nIV. Dein Licht und mein Licht ist kein\nanderes Licht. Mein Licht leuchtet, wenn\nes das Mein verbrannt hat. Dein Licht\nleuchtet, wenn es das Dein verbrannt hat.\nV. Das Licht leuchtet in der Finsternis. Die\nMenschen wollen es sehen und wollen es\nnicht sehen. Aber die Menschen wollen\ndas Licht nicht sein.\nVI. Wir suchen das Licht, dass es uns ge-\ngeben werde. Es wird uns nicht gegeben.\nEs ist uns gegeben. Wir haben es, wenn\nwir wollen.\nVII. Auf weiten Irrwegen suchen wir den\nSehern nach. Ohne Gesicht irren wir in\ndie Welt. Weit aus der Welt sind die Seher\nim Gesicht.\nVIII. Suche in dir das Licht und du wirst\nFinsternis finden. Suche in deiner Finster-\nnis das Licht und du wirst deine Finster-\nnis sehen. Sieh deine Finsternis und du\nwirst deine Finsternis erkennen. Tu deine\nFinsternis von dir und du wirst Licht sein.\nIX. Ich habe in mir das Licht gesucht und\nFinsternis gefunden. Ich suche in meiner\nFinsternis das Licht und sehe meine Finster-\nnis. Nun irre ich in meiner Finsternis.\nX. Ich suche zu wissen, was Gut und Böse\nist. Je mehr mein Gewissen weiss, was\nGut und Böse ist, umso tieler ist die Fin**\nsternis in mir.\nXI. Ich stosse mich in die Tiefe meiner\nFinsternis, um meine Finsternis zu erken-\nnen. Die Erde unter meinen Füssen wankt.\nDer Himmel ist eine Tiefe über mir, die\nich fürchte.\nXII. Die Hölle ist eine Helle in meiner\nFinsternis. Jede gute Tat in meiner Hölle\ntut weh. Jedes gute Wort verbrennt mich.\nDurch mich glüht die Helle meiner Hölle.\nXIII. Ich kann beweisen, dass jede gute\nTat auch eine böse Tat ist. Und ich weiss,\ndass jeder Beweis falsch ist.\nXIV. Ich erinnere mich immer mehr böser\nTaten, die ich getan habe. Jede gute Tat,\ndie ich zu tun glaubte, enthüllt sich als\nböse.\nXV. Ein Schleier ist über meinem Erken-\nnen. In einem Augenblick riss ich ein Loch\nin meinen Schleier. Nun sehe ich, dass\ner ein Schutz war vor mir selbst. Ich habe\nmich umsonst bemüht, das Loch zu flicken.\nMenschen, die mich ohne Schutz sahen,\nhaben sich umsonst bemüht, das Loch zu\nflicken. Nun will ich den ganzen Schleier\nzerreissen und mühe mich umsonst.\nXVI. Die Menschen liegen im Schlaf. Es\nist Mitternacht. Ich will wach sein und in"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "178", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.4", "texte": "Sie Morgenröte gehen. Andere Mensehen\nsehen den Sonnenaufgang nicht und schla-\nfen in den Tag und wissen nichts von der\nSonne am Himmel. Andere Menschen er-\nwachen zur rechten Zeit, wenn die Sonne\nam Himmel aufgeht, und sehen die Sonne.\nIch aber schlafe nicht, sondern träume.\nDarum will ich wach sein um Mitternacht.\nXVII. Ein Hund heult in den Mond. Die\nScheinwerfer tasten den Himmel ab. Alle\nSterne haben Namen. Alle Menschen haben\nNamen. Um das Rätsel des Wortes weint\nein Mensch.\nXVIII. Die Gedanken stürmen gegen mich.\nDie Begierden stürmen gegen mich. Die\nBegierden stürmen aus mir. Die Gedanken\nstürmen aus mir. Ich falle im Sturm.\nDenn ich erdenke einen Halt. Denn ich\nbegehre einen Halt.\nXIX. Ich denke die Gedanken, um sie zu\nvergessen. Aber sie werden in das Buch\ngeschrieben, das niemandem vergessen wird.\nIch tue nach meinen Begierden, um mich\nvon meinen Begierden zu erlösen. Aber\nsie werden in das Buch geschrieben, das\nmein Los enthält.\nXX. Ich bin in eines anderen Gewalt und\ntrage doch die Verantwortung für mich.\nWir tun unser Tagwerk und nähren uns\nund kleiden uns und schlafen und vermeh-\nren uns. Und immer ist in uns wilde\nunterdrückte Unruhe. Denn wir machen\nuns schuldig, wenn wir unser Tagwerk tun,\nwenn wir uns nähren und kleiden, wenn\nwir schlafen und uns vermehren. Nun\nkann ich meine Unruhe nicht mehr unter-\ndrücken. Nun bricht meine Schuld aus\nmir als ein reissendes Tier, das mich frisst.\nXXI. Ich sehe den schweren Traum der\nMenschen. Sie träumen, dass sie erwachen.\n«\nVor dem furchtbaren Gesicht fliehen sie in\ndie Nacht. Sie zerreissen ihr Innerstes,\nWund ist die Erde. In die Menschenwüste\nfliehen wir irr. Ich bin unter den Menschen.\nXXII. Ich will meine Leere füllen. Grauen\nfüllt mich. Ich sinke in meine Einsamkeit\nund sehe mich als ein leeres Gefäss. Die\nGemeinschaft aller Grauen sammelt sich in\nmeinem Grunde.\nXXIII. Ein blutender Kelch blüht in die\nWelt. Die fremde Blume verschüttet ihren\nBlutsamen in die Dürre.\nXXIV. Der Verwüstung bin ich hingegeben.\nAuslöschen will ich mich. Ich bin arm\nund leer. Kein Quell ist in meiner Wüste\nzu verschütten. Kein Licht ist zu löschen\nin meiner Wüste. Der Sturm fährt durch\ndie Wüste.\nXXV. Die Zeichen der Verwüstung verkün-\nden, dass dein Tag kommen will. Stosse\ndich in die Wüste und du wirst den Morgen\nsehen.\nXXVI. Wir gehen mit einer Fackel um\nMitternacht und suchen uns. Wir folgen\neiner dem anderen und kommen uns nie\nentgegen.\nXXVII. Einmal habe ich den Stern gesehen.\nNun aber ist der Himmel immer in Wolken\nund ich bin so müde, dass ich schlafe.\nXXVIII. Alle Wege sind mit Steinen bedeckt.\nAuf alle Wege streuen wir Rosen. Wund\nsind wir von Stein und Dorn.\nXXIX. Ich weiss die Menschen, die mich\nlieben. Ich weiss die Menschen, die mich\nhassen. So zerreissen mich die Menschen.\nIch weiss, dass ich liebe. Ich weiss, dass\nich hasse. So zerreisse ich mich.\nXXX. Die Wüste liegt vor mir als eine\nVersuchung. Ich spiele am Rande der\nWüste mit dem Sand und den hungrigen\nBlumen der Wüste.\nXXXr. Fern heulen die wilden Tiere. Ich\nkann nicht schreien und bin ein Tier in\nder Wildnis. Und alle Menschen um mich\nschweigen von dem Tier in mir.\nXXXII. Wir nennen die Leere in uns eine\nTiefe und füllen die Leere. Ganz leer\nmüssen wir uns machen, um unsere Tiefe\nzu füllen.\nXXXIII. Die Mondscheibe schwebt über dem\nhellen Hügel hoch. Der zarte Nachtwind\nweht herab. Alle Menschen sind ruhig.\nImmer sind alle Menschen ruhig. Das Ge-\nwissen schläft. Das Wissen schläft. Kein\nzarter Nachtwind weht uns wach. Immer\nschwebt die Mondscheibe über dem hellen\nHügel hoch,\nXXXIV. Ganz gerade geht ein armer Mann\ndurch den Menschenstrom. Die Menschen\nhaben ihm beide Arme abgerissen. Er kann\nnichts tun. Ganz breit strömen die Men-\nschen an ihm vorbei. Sie tun nichts.\nXXXV. Wir müssen allein sein. Ein All\nsind wir allein. Wir sehnen ein All zu\nsein. Wir fürchten allein zu sein. Wir\nmüssen.\nXXXVI. Alle nehmen uns, weil wir nie-\nmandem hingeben. Gibst du einem etwas"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "179", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.5", "texte": "hin, so hast du dir nichts genommen. Gibst\ndu vielen etwas hin, so hast du dir nichts\ngenommen. Könntest du alles hingeben, so\nwäre dir nichts genommen.\nXXXVII. Ein Feuer fällt in die Wüste. Der\nFlammenvogel frisst seinen Leib. Unver-\nzehrbar steigt das Feuer in der Wüste.\nXXXVIII. Ein Mensch hält mich an der\nHand. Unsre Hände sind zwischen uns.\nDu hältst mich. Ich halte dich. Unser sind\ndie Hände zwischen uns. Wir sind zwischen\nden Händen.\nXXXIX. Ein Licht umhüllt mich in meinem\nDunkel. Die dunkle Strasse führt von der\nHeimat fort. Ein Licht führt mich in\nmeine Hülle. Heimlich will ich heimkehren\nvon dunkler Fahrt.\nXXXX. Gib, dass ich unter den Guten stehe\nund nicht unter den Bösen. Nimm die\nBösen von mir und nimm die Guten zu\ndir. Gib, dass ich mich nicht verstelle\nunter die Guten, da ich böse bin.\nXXXXI. Wir wollen uns heilen von unserem\nVerbrechen. Aber wir heiligen unsere Ver-\nbrechen. So entheiligen wir uns. Das\nwissen wir nicht.\nXXXXII. Gerecht ist der Richter. Er dünkt\nsich gut über allen. Er wird sein Urteil\nempfangen. Das Urteil des Alls ist Gnade.\nXXXXIII. Tief in mir ist das Ur-Teil. Hoch\nhabe ich mich erhöht über mein Urteil.\nHochmut hat mich zerstückt. Mir ist meine\nTiefe ein Teil. Demut soll all meine Teile\nerniedrigen, dass nur mein Urteil bleibt.\nEinsam ist mein Urteil und All-Ein.\nXXXXIV. Die Einsamen sind die Samen\ndes All.\nXXXXV. Das Gericht ist da. Ich habe mich\nin die Sünde geworfen. Auswurf bin ich\nund verworfen. Weh und heilig brennt in\nmeiner Tiefe Gnade.\nXXXXVI. So bin ich gerichtet durch mich.\nSünde ist meine Liebe und meine Sünde\nnenne ich Liebe. Gemeinschaft nenne ich\nmeine Sünde und Sünde ist meine Gemein-\nschaft. So bin ich gerichtet in mir. Auf-\ngerichtet ist das Kreuz durch meinen Leib.\nXXXXVII. Weit in der Wüste verschüttet\nliegt ein Kristall. Der starre Steinleib um-\nschliesst alles Licht. Alles Licht leuchtet\newig von ihm in alle Welt. Jedes Sand-\nkorn in der Wüste ist ein Kristall. Jedes\nSandkorn umschliesst alles Licht. Alles\nLicht leuchtet ewig von ihm in alle Welt.\nAller Staub in aller Welt ist ein Kristall.\nAller Staub in aller Welt umschliesst alles\nLicht. Alles Licht leuchtet ewig von ihm\nin alle Welt. Alle Welt ist ein Kristall.\nAlle Welt umschliesst alles Licht. Alles\nLicht leuchtet ewig in alle Welt.\nXXXXVIII. So tief bin ich im Staub gegangen.\nSo tief hab ich den Staub beschmutzt. Weh\nwisch ich allen Staub von meinem Fuss.\nMich aber duldet all der Staub.\nIL. Nun sind wir verdammt, da wir die\nVerheissung verdammt haben. Nicht froh\nsind die Verdammten. Fröhlich sind die\nVerdammten, die sich verdammen. Ihnen\nwird die Verheissung nun.\nL. Ich ekle mich vor den Menschen. Da-\nrum sehe ich nicht ihr Licht. Wohl leuch-\nten die ekelhaften Menschen. Ich aber bin\nblind vor ihnen. Denn mein Ekel haftet\nan mir.\nLI. Die Menschen verdammen einander,\ndas ist die Hölle. Die Menschen lieben\neinander nicht. Das ist der verlorene\nHimmel. Der verlorene Mensch liebt sich\nselbst. Das ist die Erde.\nLH. Die Schauder der Erdhaftung haben\nmich krank gemacht. Ich kann nicht ver-\ngessen. Die Schauder verlernen, die Erd-\nhaftung verlernen, mich verlernen, das ist\ndas Vergessen, nach dem ich kranke.\nLIII. In der Mitte der Wüste ist kein Baum,\nkeine Blume, kein Tier, kein Mensch. In\nder Mitte der Wüste strahlt der Kristall.\nSein Licht ist so weiss, dass ihn kein Auge\nsieht. Seine Flächen sind so hart, dass sie\nkein Fühlen durchdringt Mein Fühlen\naber will ihn durchdringen, mein Auge\naber will ihn sehen. Doch kein Baum lebt\nin der Wüste und keine Blume und kein\nTier. Kein Mensch lebt in der Wüste.\nKristall muss ich sein.\nLIV. Auf den Irrwegen meiner trostlosen\nWanderung bist du bei mir, fremder Mensch.\nDu bist mir nah, du Mensch. Fremd ist\nder Erde die Liebe. Nah ist die Liebe der\nErde. Du bist mein Irren und mein Trost.\nLV. Eine unendliche Stimme ruft in mir.\nAber mein Blut tönt zu laut. In meiner\nTiefe ruft die Stimme ein einziges Wort.\nUnablässig ruft die Stimme das eine Wort.\nAber mein Blut kann nicht schweigen.\n\nLothar Schreyer"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "180", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.6", "texte": "Gedicht\nHans Suschny\n\neinen wilden zäun will ich um meinen\nheiland werfen\ndass sich das feuerwerk im mittelpunkte\nspiegle wie eine feuertonne und ein dorn\nund eine hand die blitze frisst und boden\nes wartet nur die eine braut über den bergen\nund nur in diesem einen tiegel schmilzt\ndas gold\nein rad allein und schwängert alle ströme\nund eine schleusse reusset schrei und ja\ndie brunnengräber sind ins meer gefallen\nund längst ertranken auch die Schäfchen\ndochwer den kränz flickt hat ihn auch zerrissen\nund wer die bilder schluckt umzäunt sie auch\nmit seiner augenkugel\nder see ist langsam in die weit gestiegen\nder stern fuhr in den mütterkreis\ndas kalb saugt nicht mehr Wahnsinn aus\nden eutern\nund jäh o je durchpfaucht die kalkkuh\nschon den 'immel\ndie kugel wirft sich ins geviert\nder schrei umläuft die Sonnenuhr\ndie tintenschwarze Sonnenuhr\n-in vierzig viermal jähren\nwer jetzt die stirne trägt wird auch die\nfrüchte kneten um die das leben brücken-\nwölben efeut\nwir sind vorbei und da und wieder\nund schrauben die laternen an die grosse\nwerft\ndann rollen die getriebe kolben kohlenmütter\nund prallen gegen stein und glas aus glas\nspät kreischt das tor und spät heissdehnt\ndas fenster sich an den tempeln unsrer\ngrossen Zukunft auf\nund wie ich es gesagt\nso reisst die frau den gallenspitzennagel\naus der sohle\ndie weisse frau und jäh o je durchpfaucht\nden 'immel\nda spaltet sich der bäum mitten entzwei\nrötet und grünt und blaut und o und o\nund türme wie geisire spritzen auf und o\nund silberbächer singen\nund wem die WURZELN IN DIE FÜSSE\nWACHSEN\nder schüttet sich und sonne in die sonne\nmeinen köpf will ich auf die grosse föhre\nsetzen\nund äugen\ntreiben\nin alle winde\nvolle braune knospen\nund dann will ich mein herz ankurbeln\nankurbeln will ich mein herz\nbis meine sinne heisslaufen heissgelaufen\nsich überwerfen\nund o wer dann nicht kann\nund o wer dann nicht vermag\nhirn und blut zu changieren\nmuss unbedingt entgleisen\nund damit saldo\nder Weichensteller hat die kuh schon auf-\ngezogen\ndas bahnhofglas hat i mal angeschlagen\nder P-zug ist ins weichbild eingeschlossen\nund von den silbernen latrinen und piloten\ntropfen die grossen himmelschlüssel\nflut und ebbe\nder mensch erstickt schon in den runden\nkojen\nund frisst die kolben auf die er gepfropft ist\ndie kübel sind schon vollgeschüttet\nauch vernehmen wir den dünnen pfiff der\nhyazinthen schon\ndie grosse uhr ist auch zersprungen\ndas blut zersprengte auch das räderzahn-\nwerk schon\nund hui und kujuhui\nund wie die säulenhäuser\nund wie die pufferbalken\nan die wie immer die 22ten Waggons rennen\nund wie die meilenweitenweiten periskope\nso\nSTÜLPE ICH DIE AUGEN\naus mir heraus\nehe die grosse limousine in unser hirn\nbricht\ntorkelt der frivole kammerherr siebenmal\num seine eigene schnauze\ndann reihen wir die leitern und planken\nein hilfloser puppenschädel knüpft sich an\ndie laterne\nund dem grossmogul sträuben sich die\nfedern aus dem bart\nWIR Wir Wir wir steigen wie die kleinen\nbrüder\nauf die wackeligen sesseln und streichen\nunsere zeit mit dem farbenschwangeren\npinsel an\naus den buddhistischen Wirtshäusern kom-\nmen die wortkargen stuartkragen heraus"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "181", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.7", "texte": "Hans Haffenrichter: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "182", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.8", "texte": "mit ihren trotzdem gewetzten schnäbeln\nund\nvier und viermal 100000\nbetrauen unsere schiffswiege\nso ist der letzte knöpf abgerissen.\nso hat sich die dirne die goldene hutnadel\ndurch den bauch gestochen\nund die kindlein wiegen sich im gummi-\nballon\nder vater hat den aluminiumschlüssel ver-\nloren\nund nun kriecht er unter die bettdecke\nindes im rauchfang längst die trophäen\nselchen\nschon rundet sich die kilometerblume über\nden nebelschwaden der Pazifisten\nund o flumentaube\ngirlandene flumenhaubitze\nziehe die socken aus\npicke die ölsamen auf und trage sie in die\narche zu den auserlesenen\nspät ist es schon\nda schwarzrollt der himmel glotzige glas-\naugen auf die 10 zylindrigen eierstöcke\nund inmitten der Überschwemmung platzt\nder gleiclistrommotor\nwenn wir nur einen silbernen kröpf wachsen\nsehen an unserer schläfe\nschon steigen wir auf den pappeldraht\nund schaukeln unsere hirnzellen\ndoch ist es zu zeitlich am morgen\nund die flagellanten und vagabundierer\nhaben sich noch nicht versammelt im\ngrossen trog\nwir spielen mit geschnörkelten windblasen\ngipfelködern und auch vollen sibirischen\ngrundtönen\nvon früh bis abend von morgenanfang bis\nzu den sonnenspiegeln im filterkessel im\nsiedehaus\nmit griffein und bleistangen und mit den\nschwimmenden fanfaren\ndie den 100 er hinübertrommeln\nin die gallerte der tempi passati\num mitternacht öffnen wir die grossen Ven-\ntilatoren\nund lassen sie lange laufen\nalle zirkelschlangen und buchstabenlurche\nverfangen sich in ihren blasbalgen\nund auf den spuren der cinemas\nschreiten wir in ultravioletten strahlen wie\ndie flickschuster aus nürnbergischen Zeiten\ndaher\nSIEH meine grossen augäpfel\nSIEH meine quadratischen Ohrläppchen\nSIEH meine müglichen turmzitzen an\nALLE beten dir brüste dem kind\nALLE ftAAn\nDU MÜTTER DER SONNENWENDE 2000\ndie wintersonne hängt in meinem hirne wie\nein zentnerschwerer stählerner gong\nund an meinen zehen saugt das zwitter weib\nmit seinen lukrezienhaften glotzaugen\nmanchmal packe ich meine 12 rippen aus\n—- seht wie ich sie in nobilem seidenpapier\nauf meinem buckel spazieren trug —\nschäle mich aus dem mechanischen\nschneckenhaus\nund bade meine ganglien in den warmen\nthermen der campagna\naber die spitalfenster öffnen sich eine licht-\nsekundelang kaum\nund von den kupferdächern fallen die\ntrommelschläge wie riesige alabasterkegel\nauf meine schädeldecke\nwunderrabbi schreiten dann auf langen\nspitzigen stelzen durch meine nachtpupillen\nund in dem sprudel der 100000 voltigen\nkatarakte überstürzen sich die auf den köpf\ngestellten Visionen archipenkos\nZeigerblöcke fahren dann in die zukunft\nwachsen aus zu langen eisernen pfählen\nund elektrisieren ein neues menetekel\nan die klagemauern EUROPAS\no wir sind gefasst beim aufmarsch der\nstrammen gladiatoren\nsie fallen ja doch in den „ver sacr\" alen\nnachttopf\nund auch die deszendenztheorien haben wir\nhinuntergeschluckt wie die fischgräten ohne\ndaran zu ersticken\naber unsere äugen können wir uns nicht\naus dem köpfe drehen\nund mit retrospektivem herzbaumeln unsere\ndevotionen dem homme passe zu füssen\nlegen\nindes aus unseren blutkammern wie aus\nüberschwitzten heizhäusern die langen loko-\nmotivschreie brechen\nda öffnet sich der Vorhang\nweg mit dem ausgekramten schmierentrick\nund herausstolziert charly mit seinem ivan-\ngollischen reh an der himmelblauen seiden-\nleine\naber auch das bricht in sich ein\nwenn wir den bummerangjschleudern aus"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "183", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.9", "texte": "unseren sehnen\ndie sich in der zeitlosigkeit der akkordarbeit\nscharfgespannt haben\nder violette turban ist uns vom köpf ge-\nfallen\nund wir haben uns die amputierten glied-\nmassen noch einmal abgesägt\nund nun düngen wir die breiten roten\nSchläuche über die ästhetischen wiesen\naus unseren nackten ädern haben wir ein\ndrahtseil gedreht mit dem durchschnitt\nr quadrat pi\ntrommeln Stahlfedern und glasmauern an\nunsere horizonte\no spannt o meilen eilen o das springtuch\ndenn von den höchsten eifelstöcken toter\nhäuserrippen\nspringen\nin linnernen menschenhemden die über-\nlebenden der gelben feuersbrunst\n\nGedichte\nHerwarth Walden\nWillst Du mich verlassen\nLassen\nLass mich\nNimm mich\nNimm meine Hand auf Deinen Schoss\nIrr ich sinnlos sinnvoll zwischen Sinnen\nMein Herz ist ein frierendes Kind in der\nDämmerung\nFällt es im Hunger über Wurzeln\nGreift es verblendet in das Dunkel\nSucht es verblendet den Schoss der es auf-\nnimmt\nNimm meine Hand des frierenden Herz-\nknaben\nEntwurzelt lieg ich neben der Erdmulde\nDer Ruf versiegt\nMein Ruf versagt\nLass meine schweigende Hand auf Deinem\nschwingenden Schoss\nDämmerung ist es\nNun schwindest auch Du mir ins Dunkel\nNun willst auch Du mich gelassen verlassen\nLassen\nNun schwebt meine Hand blind hart über\nDie Erde wacht [Erde\nDie Hand verweht\nDer Ruf verhallt\nGeliebte\nDeine Knie ruhen in meinen Händen\nSind meine Hände zwei Dolden die sich\nmüde schliessen\nNun glänzen Deine Knie sanfter in ihrem\nAbend\nZitternd hauchen ihre Kehlen den Traum\nmeiner Nacht\nMeine müden Hände\nBreiten sich meine Hände unten den Knien\nDeines Betens\nBeugen sie sanfter dem Hauch Deiner\nWeichheit die Spitzen\nRuhen Deine Knie im Geklang ihrer Adern\nNun ruht Deine Ehrfurcht in schimmern-\nBebt [den Dolden\nbebt ab und auf\nBlüht\nblüht auf\nglüht\nglutet\nGeliebte\nUm Deinen Glauben ist meine Liebe ver-\nschlossen gebreitet\nStolz stehst Du, eine blonde Weide, am\nRand meines Waldsees\nMein Herz ist Gestrüpp urjähriger Bäume\nWild heult im Unterholz mein urerdiges\nLeid\nHoch in den Wipfeln klingt meine unerdige\nLiebe\nKlingt über den See, dass sein Wasser er-\nzittert\nSeine Wellen umschmeicheln Dich, Du meine\nblonde Weide\nNeigst Du Dich meinem Klingen\nNeigst Du Dich tiefer dem Heulen\nLauschst Du meiner Leidliebe\nMeinem Liebesleiden\n\nChicago\nUpton Sinclair in Freundschaft\n\nJede Woche zweihundert Zwillingsgeburte*\nCochrine\nCochoraine\nKokrain\nSchuhwichse oder Schweineschmalz\nCockran\nCochren\nCokrane\nCockron"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "184", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.10", "texte": "Wenn Todesfälle fallen nehmen Selbstmorde\nzu\nKockrane\nCochoran\nCochrane\nIn der City erschiessen sich mehr Männer\nChochrane\nCochrane 1\nCockren\nCockrome\nI»'\nFrauen finden Fenstersturz milder\nCocoran\nCokrane\nCochrain\nJährlich wieviel Erhängen Ertrinken\nCochrane\nCrockrane\nChockrane\nCochname\nDer älteste 100 Jahre\nCockeran\nChocrane\nCockrang\nDie jüngste eben 5\nRoachrane\nCroach\nCorckrone\nCockerhan\n100 Arbeitslose\nChocran\nCochron\nCocklin\n76 Millionäre\nCrockerone\nCohoran\n57 Staatsanwälte\nn u •\nCochrame\nCocran\nLocnonne\nCoughiin\nT ,\n51 Lehrerinnen\nCocren\nCocharan\nCochrance\n37 Bankpräsidenten\nCochraen\nCohrane\nCocorane\nChocrane\n21 Pfarrer\nCoderane\nCocharane\nCorkrane\n10 Redakteure\nCochrone\nCochrune\nCochrane\nColkrane\n7 Bürgermeister\nCrockery\nCothran\nCockhrane\nMeine Frau ist zu gut für mich\nCachron\nCoheran\nCadman\nCrockerand\nKein Mann ist gut genug für mich\nCouklin\nCockram\nCochrane\nI n.\nIch halte das Klavier nebenan nicht mehr\naus\nCoheran\nCochraoe\nCothrane\nRasiermesser Pulsader und es leben Chi-\ncagos 15 Millionen Kinder\n\nFranz Richard Behrens\n\nDer Würfel\n\nZwei lagen nebenunter. Hier waren 3, da\nwaren 3, unten 2. Der eine sagte plötzlich\n„Vier\", da erhoben sich 5, und 6 gingen\nhinaus, während Vs mehr zuviel von unten\nnach oben und zurück 3 mal 4 gleich sieben.\nEs wurde gewürfelt. Ein Würfel ist eine\nKugel mit nicht weniger als 6 abgeplatteten\nFlächen. Ein halb zuviel ist zwei zu wenig.\nUnd der Alte nebenan sagte plötzlich: „Zu\nwem zu?\" Zu alt? Nein, er war noch\njung genug dazu. Er sass an seinem alten\nReibeisen, das mit ihm gealtert war, und\nräusperte seine Zähne, die ihm einzeln aus-\nfielen. Schad' nichts, er sammelte einen\nnach dem anderen in seiner breiten Hand\nauf und steckte sie wieder in ihre Lücken.\nDas war 2 zu wenig, also ein halb zu viel.\nUnd er räusperte wieder zu diesem Zwecke\nseine Zahnlücken, steckte die Zähne um,"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "185", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.11", "texte": "Panaggi: Zug in Bewegung / Gemälde / Vielfarbendruck"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "186", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.12", "texte": "die rechten in die linken, von vorn nach\noben, von hinten nach unten; dann fletschte\ner abwechselnd je einen Augenzahn und\nläuterte so seine rechte Gesichtshälfte, als\nihm plötzlich links im Vorderoberzimmer-\nchen ein Blatt auf den Rücken fiel. Das\nknallte, wie wenn man eine Tute aufpustet.\nUnd sie dann knallt. Und sie dann knallt.\nDie Tute knallt. Und während der Greis\nseine linke Hälfte abschnallt, beginnt es\nleise zu lispeln. Einer sagte 4, und 5 er-\nhoben sich leise, als 6 hinausgingen. Der\nGreis siebte seine Zähne und sonderte die\nmännlichen von den weiblichen. Da es\naber falsch war, kamen 2 wieder herein\nund sagten, dass einer von den 5 hinaus\nmüsste. Da setzten sich die 5 nieder und\nwürfelten wieder mit der Kugel. Der\nWürfel zeigte all seine 6 Würfelaugen,\ndurcheinandergewürfelt, und so wurden es\ndraussen sieben.\nDa warf der Greis einen Zahn dazwischen —\nund die 2 beruhigten einander und began-\nnen zu zählen. Zuerst sich, dann sich und\nden anderen, dann sich und den anderen\nund den Zahn, dann sich und den anderen\nund den Zahn und die vier Beine von den\nsam Tisch. Und sie zählten bis hundert.\nDann bis 101. Darauf bis Tausend. Immer\nvon einer Einheit rückwärts, bis sie zur\nZahl 2/a kamen.\nDa rief der Greis: „Halt\". Er zog den\nKasten heraus, wuchs jünger und jünger\nund wuchs und wuchs, bis er klein war\nwie die 2 hinten. Die konnten nun nichts\nmehr sehen und bestiegen deshalb seine\nhinteren Ausbeulen. Und wie sie ihn auch\num das Reibeisen baten, der Greis blieb\nhart und legte das Reibeisen in den Kasten\nunter die 4 — als die 5 hinausgegangen\nwaren.\nDer Greis rief: „Halt\" und betontein einer\nRede, die wie mit dem Reibeisen inein-\nandergeschachtelt zu sein schien, dass wir\nzur Klarheit gelangen müssen. Die Tute\nwar ihm sehr prognom dabei. Ohne an\ndie Tute zu knallen setzten 6 ihren Weg\nüber 5 zu 4 fort, bis einer es ihm sagen\nkonnte. Der sagte 2 mal prognom, 3 mal\nprognom bis er endlich popognom sagte.\nUnd hier war er am rechten Fleck. Der\nGreis setzte seine Zähne, einen nach dem\nanderen an den Popo der Gnom, bis der\nKasten voll geschachtelt war.\nWäre dies ein Märchen, so würden die\nGnome mit dem Gnomon die Eier entlang\nmessen. Aber so räusperte der Greis seine\nZähne, denn er stand schon auf dem Boden\nder Wirklichkeit. Da es aber mathematisch\nkeine geraden Zahlen gibt, gibt es auch\nkeine Ungraden.\nDie Menge schlug nun vor, dass man nun\nden Greis zu sechs mit der Schlüsselzahl\nzu multiplizieren habe. Da er aber jung\ngewachsen war, wuchs er jetzt alt und\nwuchs älter und wuchs älter, bis er gross\nwar wie die Schlüsselzahl, mit der er nun\nbequem quadriert werden konnte. Man\nerhob ihn zum Würfel, denn der Würfel\nist eine Kugel mit etwa sechs abgeplatteten\nGloben.\nNun wimmelte es von Greisen, die aus\nihren Zahnwurzeln die Quadratwurzeln\nzogen. So wurde aus dem zum Würfel\nerhobenen Greise der ineinandergewürfelte\nwürfelförmige Raum, in dem mit der Kugel\ngewürfelt worden war, und in dem sich\ndieses ganze Schachtelsystem dargestellt\nhatte. So kommen wir wieder zum Anfang\nzurück, wo sich Raum und Zeit ineinander\nschachteln.\nMoral:\nWenn 4 vier Stunden von 4 entfernt sind\nund 4 rechtzeitig erreichen wollen, so läuft\njeder von den 4 am besten 3 Stunden und\nträgt die anderen 2. Es dauert natürlich\nnur 3 Stunden, wenn es 2 sind und 2 Stun-\nden, wenn es einer ist. Sehr angenehm ist\nes, wenn es keiner ist.\n\nKurt Schwitters und Hans Arp\n\nGedichte\nLustbögen\nFranz Hoffmann\n\nLustbögen Erden-Wunder\nMenschen Sonnen Sterne\nLustbögen dunkel schweift die Nacht\nLustbögen Tages Himmelsblüte\nLustbögen Sommer\nSommererde\nspielende gleitende rausche Bögen\nLandschaften Meere\nLustbögen o Blicksilberfluten\nhochaufrauscht ein Prangen"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "187", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.13", "texte": "Peri: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "188", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.14", "texte": "die ganze Erde eines Bogens Glanz und\nGrün\nGottes grüne glanzgeneigte Wangen\nLustbögen Menschen-Wunder\nStirne\nstrahier Himmelshelm\nund Auge\nloderndes Ur\nund Braue dunkel golden silbernes Segel-\nschiff\nLustbögen Arme Schenkel umjauchzende\nFrühlingsnacht\nLustbögen eines Weibes Nacken\npfeilerloses Weltgeschehn\nLicht\nstrahlende Menschen-Wunder\nstrahlende Menschen-Wunder\nLustbögen Mondlichtschalen-Brüste\nLustbögen Lippen Blutsonnen-Früchte\nrundsüss und Spangen-straff\no ein Leib das spange buchsne Holz\nworein Gott seine Wunder schneidet\nGlanz und Süsse leuchtet\nund Härte\nein stahlgeschweiftes Schauen\nDenken Denken\no Leibes brennender Saal\nSchöpfen Dichten\nLieben Zernichten\nblutspringendes Herz ins Nichts\nQual\nLustbögen meine domhohe Herrlichkeit\nLustbögen mein säulengetragenes Leid\nLustbögen grosser Ichbaum greift ins Weite\nLustbögen ich reite zerreite mein bäu-\nmendes Ich\nLustbögen o hohe\njubelnde jauchzende Bögen\nMannes Stirn und Weibes Auge\nleuchtender Turm und dunkle See\ndeine Augen feuchten giessen\ndeine Haare fluten manteln\nund über deines Leibes\nrauschen Berg\nund Bogen\nfahre ich hoch hinaus ins Meer\no du und deine Seeblumen-Brust\no Bögen der Lust\nRufe Lüste\nRufe\nMann\nzitternde bebende Brücke\nein Berg nach oben\nein bäumendes Ross der Berg wacht\nhueion hueion\ndeine mutweckende Stimme Mann\nhueion\nWeltschlacht und jüngster Tag\nZerstörung und neuer Gesang\nhueion\nhueion\nLust-Sinne\nLust-Liebe\nLust-Denken\ndrei Wurzeln drei Reiche\nBaum Yggdrasil\nwo' die Lustseligen wohnen\nwo Wadel der Mond\nmit seinen Hörnern am Schaukelzweig hängt\nwedelnd umarmend\nwo Sterne Himmelszungen sind\nwo die nachtfahre Frau\nschöner Dunkelstern\nlustend zum Morgenstern fährt\nwo Luzifer funkelt\nfernste Stahlblume\nder höchste Bogen der lustseligen Flut\n\nTc Parijs in Trombe\nM. Seuphor\nI. Brüssel—Paris\nDas tragische Abenteuer von Brüssel\n— ein Herz gevierteilt zwischen Nord und\nSüd —\nist in das eiskalte Wasser gefallen.\nBei der verlangsamten Wiedergabe stehen\ndie Herzen aller still\nkein Gestrüpp längs der Felswand\nkein Tuch von geheimen Händen gespannt\nkein verliebter Flieger\nsogar keine Bahnsteigkarte mehr zu erstehen\ndenn der Bahnhof wird geschlossen\nund der endliche Plumps\nist das Abfahrtssignal des Nachtzuges nach\nParis.\nEin Seufzer aus tausend Brüsten . . .\nFINALE"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "189", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.15", "texte": "Und aller Herzen schlagen wiederum\nden Takt der Freude, Leidenschaft\nHoffnung und Hochmut\nrasenden Potpourri in immer wilderem\nTempo\n. . . bis die Lichter erlöschen\nund der lange Tunnel anfängt\nwonach ein abgeschlissenes Wiegenlied\nlauerte\nhinter den Gardinchens.\nDas Alpdrücken unter den Bänken\nist bezahlt worden um dem Brüsseler Film\neine letzte Episode zu geben:\nTodeskampf gegen die Wellen\nsechsmal\nist das Schlachtopfer mieder über das Wasser\ngekommen\naber keine Hoffnung auf Rettung\nund bei dem letzten Hilfeschrei\n— an den Wäldern von Ghantilly vorbei —\nist die aufgehende Sonne\nEIN WECKENDER GONGSCHLAG\nAUF DEN STIRNEN\nUnd wieder leben die Blicke über Pläne\nund Zeitungen\naber die Sekunden sind gezählt\nund\noh weh!\nGEWALTIGER SCHLAG ...\ndie steinerne Masse hat nicht nachgegeben\ndem Sprung des Rammers\n— Paris-Nord tout le monde descend —\nzerbrochene Gelenke Wank\nElastizität der Körper\nKATAPULT\nund die Herrschsucht der Eroberer\nder Hochmut der Geschäftsleute\nund das tragische Abenteuer\ndes friedsamen Vlamens der ich bin\ntaumelt aus der Station\nmit Plänen und Zeitungen\nmit Pack und Sack\nholterdepolter\ntief in die Stadt hinein\nbis an die Hallen\nund Herrschsucht und Hochmut und Kum-\nmer sind weg\nzwischen Abfall von Gemüse und Früchten\nist ein Eck\nII. Halles Centrales\nAus Beace, Brie und sogar Normandie,\nkommen sie angewackelt\ndie Bauern\nab Mitternacht\nneben ihr treues Biest\ntraulich längs den Gaslaternen\nmit wenig Freude in der Pfeife\n(Flucht der Limosinen\nbergabwärts nach Pere-Lachaise\naus Furcht vor Spuk)\nABER BEIM TAGESANBRUCH\nseht wie die Säer der Stadt Seele einblasen\nseht wie die Drescher das frische Blut\neimerweise in die Adern peitschen\nbis die Milch unter den Brustwarzen kocht\nseht wie die Müller den Dynamo in Bewe-\ngung bringen\ndass die Luft vor Erregung bebt\nDer Ernst der Pflüger\nhat in die Furche des Ackers gelesen\nsie prophezeien\naber der grösste Beifall ist für die Säer\ndie werfen ihr tägliches Eureka vor die\nSäue\nin pochettes surprise\nihnen ist die grösste Weisheit eingeboren\ndenn ihre Lyrik kann die Sonne beglücken\nnougat bonbons caramels chocolat\nDamen und Herren das grosse Lebens-\nmysteriums\nist das Ei des Kolumbus:\nein Gedanke in der zweiten Potenz\nmultipliziert mit den Hieroglyphen\ndes Vorhanges der vielleicht nie zerreissen\nwird\n+ der tastbare Inhalt dieses Fläschchens\n(einziges und unfehlbares Mittel gegen Zahn-\nschmerz)\n§t EMOTION DER EMOTIONEN ALLES\nIST EMOTION!\n50 Centimes les bananes\nvoyez les belies oranges\nvitamines madame vitamines!\nund Gemüseweiber\nHotelbediente\nHausfrauen\nHändler\n(eifrige Yerkünder)\neilen in die Strasse\nwerfen die Türen auf\nläuten es aus an allen Ecken\nspannen magnetische Drähte"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "190", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.16", "texte": "wissen die Polizei zu bestechen\nÄ uCTüe' ■\nherrschen von der Nation bis nach\nPorte Maillot\nund pflanzen ihren täglichen Freiheitsbaum\nIN MEMORIAM\ndixseptcerit — quatreuingt — neuf\nDenn der erste der Freiheitsbäume\nwar kein Baum gleich den andern Freiheits'\nbäumen\n\\\ner schoss auf aus dem nervösen Boden bis\nzu den Wolken\nund ist in dem fünfzehnten Jahre seines\nWachstums in den Himmel geklommen.\nDas eiserne Gerüst das Eifel aufrichtete\nzur Stütze seiner zarten Glieder\nbesteht bis auf den heutigen Tag noch\nund seine phrygische Mütze\nhöher als das Monument im Hudson\nist nur bei 5 fr. mit Ascenseur zu erreichen.\n»\nOben: die Sonne immer dieselbe\nunten: die Seine, die Spree, der Tiber, die\nThemse\nund unendlich weit hinter dem Gare du\nNord verwischt\ndie vagen färben der Kähnchen auf der\nScheide ....\nUebersetzt von A. C. W.\n\nOdenwald\nKurt Heynicke\nSchlafe.\nHier schlafen die Wiride der Welt in der\nDämmerung ein.\nKomm\nhauche du deine Seele der Seele des Abend-\nsein.\nUeber Wäldern und müdem Getiere schlum-\nmert der Friede des Herrn.\nRingendes Dunkel befreit sich stille am\nersten Stern,\nHerr wolle geruhsam dich neigen,\nBlau uns der Abend befällt.\nVom Sternenfittich geschwungen steigt nie-\nder die andere Welt.\nDes Abends rinnend Verkühlen\nentlöst\nund wir sind nichts mehr.\nNur Hauch von ewgen Gefühlen über dem\nMenschen-Meer.\n\nGedichte\nWerner Schumitz\nAn K, Kr.\nLüge grellt Abend Schrecktag\nStickt Himmel\nRote Schuhe\nGrüne Füsse\nHaare Scham Schleim\nBrüste läppen\nLüge\nPeitsche knallt\nSchreien gellt\nLüge\nWeg übertanzt rote Schuhe\nKniee kahnen schwarz gelbes Kleid\nGesäss schleppkahnsegelt\nBrütet Hass schwer\nDu\nHass\nSchreit Seele nächtet falscher irrer Strasse\nSucht Herz\nZerbrach Herz staubwindverweht über\nStrasse\nSchwarzer Kohlenstaub zerfahren\nVeratmet lungenfasernd Hass Hass\nLeib schreit Marterpfahl\nBilsenkraut Stechapfel wuchern umliegen\nHaupt\nAntlitz schattenstarr düsterbleich zerwühlt\nWetter Hagelschlag\nHass\nTräume kriechen schwarze Schlangen Mund\nSchwarze Katze springen beissen Gurgel\nFledermäuse vampyren Brüste\nGorialla raspelt Maiskolben auf ab\nAuf ab raus rein Bauch\nStöhnst wund . . wirfst herum . .\nHass\nErstickt Schrein ersäuft in Schweiss\nStinkt Hass . . stinkt\nGrellrotdüster flattern Fetzen Fahne ,....\nHoch zu Dir\nIn Mir\nDu\nSchwarzer Glanz\nDu Gemsensprung zu Mir\nHoch den letzten Grat\nHochüberstürzt\nTief unten Wälder Nebel Wolken\nAller Menschen Ueberzeltung\nDumpfe Maulwurfserde Hügel Dome Paläste\nParlamente und Gesetze\nHei Du Ich Mensch"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "191", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.17", "texte": "Beiss\nBlut sprüht\nIch Mensch zu Dir Mensch\nHoch über letzte Felsenkraft stoss ich Dich\nempor\nUnd meine Arme fangen Jubel Deine Last\nZu Mir\n0 in Rosengluten schäumt und rauscht das\nLeben letzten Berg empor\n0 in Feuerflammen wirft die Sternenwelt\nden Gruss der Erde hin\n0 Vermählung\nErde Sterne Sterne Erde . , 0 Du o Ich o\nIch o Du\nSeitichDich Felsen SterneWeltenhoch geküsst\nDein Elfenbein im reinen Sonnenäther\nRosenfluten schäumte\nIch ertrank\n0 Du in Mir o Ich in Dir\nSchwingt in mir Morgenfelsenlied in Flammen\nDie Felsenglocken dröhnen unablässig\nmächtig mächtig\nIch gehe hin und sinke tief in Menschenherzen\nO Staunen Wunder aufzublühn in Augen\nSeelen\nFrauenleiber-Seelen Blut und Blütengarten\nIch bin der Wolkende der Niederströmende\nVerschenkende und sich Verblutende\nO haltet weh und wund in Händen Herzen-\nKelche\nUnd eure Augen trinken Tau der Nächte\nBlonde Nächte violette Nächte\nBlaue Nächte grelle weisse ängste Schreie-\nNächte\nAller Seelen - meiner Seele- aller Seelen\nNächte\nAller Seelen-meiner Seele-dunkel aufgetane\nSchächte\n\nAn die Leser des Sturm!\nIm Jahre 1910 wurde „Der Sturm\" als\nWochenschrift begründet. Während des\nKrieges wurde er in eine Halbmonatschrift\nund später in eine Monatschrift umgewan-\ndelt. Mit diesem zwölften Heft des vier-\nzehnten Jahrgangs erscheint die Zeitschrift\nzum letzten Male als Monatschrift. An ihre\nStelle tritt mit dem fünfzehnten Jahrgang\n1924 die Vierteljahrschrift „Der\nStur m\".\nNeben Gründen äusserer Art war für die\nfrüheren wie für die jetzige Umwandlung\ndie Tendenz der Zeitschrift bestimmend, die\neine zeitlose ist. Unsere Leser wissen, dass\nwir den Kreis unserer Mitarbeiter im Laufe\nder Jahre eher verringert als vergrössert\nhaben. Die zu verschiedenen Malen unter-\nnommenen Versuche, den Inhalt der Zeit-\nschrift auf mannigfaltigere Gebiete auszu-\ndehnen, sind uns nicht gelungen. Das\ndeutsche Volk ist so arm an Schriftstellern,\ndie mit der deutschen Sprache umzugehen\nwissen, dass wir begierig sind, zu erfahren,\nwer es denn sein könnte, den zu beachten\nwir übersehen haben. Es mögen sich im\ndeutschen Volk ausgezeichnete Gelehrte\nfinden lassen, aber sie behandeln ihre\nSprache so mangelhaft, dass nicht nur ihre\nschöpferische Kraft, sondern auch ihre Ge-\nlehrsamkeit selbst zu bezweifeln ist. An\nPolitikern, die in einem ausgezeichneten\nStil über das öffentliche Wesen schreiben\nkönnen, fehlt es in Deutschland vollkom-\nmen, wie es denn eben aus diesem Grund\nan Politikern mangelt, die auch nur einen\nbescheidenen Einfluss ausüben könnten.\nDass wir unter den Dichtern dieser Zeit\nbesonders die nicht anerkennen können,\ndie von schlecht unterrichteten Journalisten\neiner ahnungslosen Allgemeinheit Deutsch-\nlands und des Auslands als Expressionisten\naufgeschwatzt werden sollen, ist unseren\nLesern bekannt. Von diesen falschen Ex-\npressionisten kann man im besten Fall\nsagen, dass sie die Dichtungen des Sturm\ngelesen haben und ihr dichterisches Un-\nvermögen mit einem trügerischen Schein\nvon Expressionismus bestrahlen. Was\nheute in Deutschland an expressionistischer\nDichtung besteht, ist im Sturm veröffent-\nlicht worden, und wiederum wären wir\nbegierig, zu erfahren, ob wir einen ausser\nacht gelassen haben. Aber es sieht aus,\nals habe der Krieg auch diejenigen ver-\nschlungen, die, voll Begabung, die expressio-\nnistische Dichtung als reine Wortkunst er-\nkannt hätten. Und während sich so die\nReihe der Schöpferischen verringerte, ver-\nengte sich gleichzeitig der Kreis derer, die\nder Sturm als Künstler anerkennen kann.\nManches, das seinen Platz in der Entwick-\nlung hat, verliert ihn zur Zeit der vollen-\ndeten Erkenntnis. Unsere Leser wissen,\nwelche unter den Dichtern unserer Zeit"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "192", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.18", "texte": "den Anspruch erheben dürfen, für Künstler\ndes Worts zu gelten.\nEine Zeitschrift, die zu dieser Strenge der\nEinsicht und des Urteils gelangt ist, gibt\nsich selbst als Zeit-Schrift auf. Sie kann\nnicht mehr erscheinen,- weil sie muss,\nsondern, wann sie wil 1. Und sie hofft,\ndass der grössere Zeitraum eines Vierteljahres\nfür sie keinen Zwang mehr bedeuten werde.\nDer grössere Umfang wird es erlauben,\nArbeiten zu veröffentlichen, die in der\nMonatschrift zu viel Raum beanspruchen\noder durch ihr getrenntes Erscheinen zer-\nrissen werden und durch ihre Länge die\nMannigfaltigkeit verhindern, auf die der\nLeser einer Monatschrift billigerweise An-\nspruch erheben darf. R. B.\n\nVierteljahrschrift „Der Sturm“\n1. Erscheinungszeit\nDie Vierteljahrschrift Der Sturm wird er-\nscheinen:\ndas erste Heft am 1. März 1924\ndas zweite Heft am 1. Juni 1924\ndas dritte Heft am 1. September 1924\ndas vierte Heft am 1. Dezember 1924.\n2. Inhalt\nDer Umfang der Vierteljahr schrift Der\nSturm wird etwa 50 Seiten betragen und\nausser dem Text wie bisher zahlreiche vom\nStock gedruckte Holz- und Linoleumschnitte\nder Künstler bringen, deren Werke im Sturm\nausgestellt werden. Jedes Heft wird ausge-\nwählte Zeichnungen reproduzieren und als\nKunstbeilagen ein- und mehrfarbige Repro-\nduktionen bedeutender Gemälde enthalten.\n3. Bezugsbedingungen\nDer Abonnementspreis der Vierteljahrschrift\nDer Sturm 1924 beträgt:\nfür das ganze Jahr 18 Goldmark\nfür das halbe Jahr 9 Goldmark\nPreis des Vierteljahrheftes 5 Goldmark.\nWir bitten unsere Abonnenten, den Abonne-\nmentspreis für das erste halbe Jahr spä-\ntestens zum 15. Februar 1924 an uns zu\nzahlen.\nFür das Ausland berechnen wir die\nGoldmark als 1,25 Schweizer\nFranken. Unsere ausländischen Leser\nfinden die Umrechnung ihrer Landes-\nwährung auf einer besonders abgedruckten\nTabelle im Januar-Heft\nUm unseren Abonnenten und Freunden des\nIn- und Auslands auch in den übrigen\nMonaten von den Bestrebungen des Sturm\nKenntnis zu geben, werden wir allen\nAbonnenten in den Monaten Januar, Februar,\nApril, Mai, Juli, August, Oktober und No-\nvember einen\nMonatsbericht\nunentgeltlich zugehen lassen.\nDie Monatsberichte werden im Umfang\nvon vier Seiten erscheinen und Mit-\nteilungen über unser gesamtes Ausstellungs-\nwesen, unseren Verlag, insbesondere, dessen\nNeuerscheinungen, sowie unsere übrigen\nkünstlerischen Veranstaltungen (Sturm-\nabende) enthalten. Ausserdem werden die\nMonatsberichte Notizen kritischer oder be-\nrichtender Art veröffentlichen, sowie Aus-\nzüge aus den Aeusserungen der Presse und\nProben aus unseren Verlagswerken.\nDer erste Monatsbericht wird im Januar\n1924 erscheinen und unseren Abonnenten\nzugehen.\nEinzelbezug der Monatsberichte: Jedes Heft\n20 Pfennig.\n\nInhalt\nLothar Schreyer: Irrdunkel und Licht\nHans Suschny: Gedicht\nHerwarth Waiden: Gedichte\nFranz Richard Behrens: Chicago\nKurt Schwitters und Hans Arp: Der Würfel\nFranz Hoffmann: Gedichte\nM. Seuphor: Te Parijs in Trombe\nKurt Heynicke: Odenwald\nWerner Schumitz: Gedichte\nAn die Leser des Sturm\nHans Haffenrichter: Linoleumschnitt | Vom Stock gedruckt\nPeri: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt\nPanaggi: Zug in Bewegung / Gemälde / Vielfarbendruck\nDezember 1923"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "193", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.19", "texte": "Neuerscheinungen des Verlags Der Sturm\nSturm'Bilderbuch VI: Maler des Expressionismus / Zweite Folgc\n15 Farbdrucke nach Gemalden von Marc Chagall Delaunay / Tour Donas / Albert Gleizes\nJohannes Itten / Paul Klee / Louis Marcoussis / Jean Metzinger / Georg Muche / Peri / Lothar Schreyer\nKurt Schwitters / Nell Walden / Grundzahl 10\n\nV oranzeige:\nZu Weihnachten erschcint im Verlag Der Sturm\nLothar Schreyer / Handschriften\nBuch I\nAngelas Silesius / Spruche\nSieben Spriiche handgeschricben / Sieben ganzscitigc\nFederzeichnungcn / in handgcmaltem Umschlag ge-\nbunden\nEinmalige vom Ktinstler hcrgcstelltc Auflage in\n10 Exemplaren\nNr. 1—3 auf echtem Japan / handsigniert\nNr. 4—10 auf gutem Zeichenkarton\nNr. 1—3 40 Goldmark\nNr. 4—10 30 Goldmark\n\n„Sicilia d'Oggi\"\nRivista Mensile lllustrata di\nLettere, Arte, Scienze.Varieta\nTiratura4ooocopie — Formato in-8 — Pag. 48\nUN NUNERO L. 15\nABBONAMENTO ANNUO L. 15\nDirezione e Amministrazione:\nCasa Editrice E. S A B B I O\nPALERMO - VIA CASTRO 250 - PALERMO\nLA COLLABORAZIONE E'LIBERA\nCercansi Corrispondenti ed Agenti di Publicita\nGiovani Aulori! publicale i vj\nromanzi, novelle, liriche ec. presso\nLa Casa Editrice E. SAB 810\nVIA CASTRO 250-275 - PALERMO\n\n\"TENTATIVES\"\nUnter den modernen franzosichen\n\"Revues d'avant garde\" ist\n\"TENTATIVES\"\ndie am schonsten und vor-\nnehmsten ausgestattete Zeitschrift.\nSie erscheint vierteljahrlich mit\ncirca 120 Seiten. Text grofl-oct.\nSie bringt iiber 50 Holzschnitte\nin jedem Heft, veroffentlicht\nRomane, Essays, Erzahlungen, Ge-\ndichte und Chroniken aller Lander.\nEin Sonderheft iiber Stendhal\nerscheint im Dezember\nHerausgeber: HENRY PETIOT\nRedaktion und Verwaltung:\nChambery / 2 Place Porte-Reine\nBezugspreis: Einzelheft 5 francs\nJahresabonnement 20 francs.\n\nAuslandspreise fur die Zeitschrift\n„Der Sturm\"\n/\nDas Abonnement fiir ein Halbjahr betragt;\nfur Argentinicn: Pap. Pes. . ' 2. -\n„ Brasilien: Milreis 6.—\n„ Bulgaricn: Leva . . . 84.—\n„ Chile: Pes. 6.—\n„ Danemark: Kronen 6.—\n„ ost. Kronen 32000.—\n„ Finnland: Mka. . 24.—\n„ Frankreich, Belgien, Luxemburg: Fr. 12.—\n„ Griechenland: Drachmen 48.—\n„ Grossbritannien: Schilling 5.—\n„ Japan: Yen 2.40\n„ Italien: Lire 18.—\n„ Jugoslawien: Dinar 52.—\n„ Niederlande: Gulden 3.—\n„ Norwegen: Kronen 6.—\n„ Portugal: Milreis 18.—\n„ Rumanien: Lei 120.—\n„ Schweden: Kronen 6.—\n„ Schweiz: Franken 6.—\n„ Schweizer Franken 6.—\n„ Spanien: Pesetas 6.—\nn Tschechoslovakei: Kc. ........ 18.—\n„ Ungarn: Kronen 30000.—\n„ U. S. A.: Dollar 2.—"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "194", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg19231201-01.1.20", "texte": "Veränderung sämtlicher Preise jederzeit vorbehalten\nVerantwortlich für die Schriftleitung: Lothar Schreyer / Verlag Der Sturm G. m. b. H. / Berlin W9\nDruck: C. Basista & Co. / Berlin NO 18\n\nKUNSTAUSSTELLUNG DER STURM\nBERLIN W9 / POTSDAMER STRASSE 134a / AM POTSDAMER PLATZ\nGeoffnet taglich von 10—6 Uhr / Sonntags von 11—2 Uhr / Monatlicher Wechsel\nHundertsechsundzwanzigste Ausstellung Hundertsiebenundzwanzigste Ausstellung\nDezember 1923 Januar 1924\nBela Kadar\nSturm'Gesamtschau\nHugo Scheiber\nSturm-'Gcsamtschau\n\nMONATSSCHRIFT DER STURM / Vicrzehnter Jahrgang\nErscheint Mitte jedes Monats\nMit mehrfarbigen Kunstbeilagen, Holzschnitten (stets vom Stock gedruckt) und Zeichnungen\nDauerbezug fur Deutschland: Ein Vierteljahr Grundzahl 2 / Ausland: siehe 3. Umschlagseite / Einzelheft\nGrundzahl 1\nVolIstSndige Exemplare des 5. bis 7. Jahrgangs nur noch in wenigen Exemplaren vorhanden / Grundzahl\nje 15 / 9. bis 13. Jahrgang Grundzahl je 8 / 1. bis 4. und 8. Jahrgang vergriffen / Einzelhefte alter Jahr-\ngange Grundzahl 1\nVon alien Holzschnitten der Zeitschrift Der Sturm sind signierte und numerierte Handdrucke, von den\nmeisten Zeichnungen Kunstdrucke kauflich zu erwerben. Die Originale sind verkauflich.\nSturmbiihne / Jahrbuch des Theaters der Expressionisten / 1. bis 8. Folge / jede Folge Grundzahl 0.20\n\nBtichcr aus dcm Vcrlag Der Sturm mit Goldmarkpreiscn\nFur das Ausland: Goldmark = Schweizer Franken 1,25\nPostscheckkonto des Verlags Der Sturm: Berlin 120658\nAugust Stramm\nDu I Liebesgedichte / 4. Auflage / 2\nTropfblut / Gedichte / gebunden / 5\nGesammelte Dichtungen / 2 Bande / Jeder Band 5\nPaul Scheerbart\nGlasarchitektur / In 111 Kapiteln / 2\nErnst Marcus\nDas Erkenntnisproblem / 2.50\nKurt Heynicke\nRings fallen Sterne / Gedichte / 2\nRudolf Bltimner\nDer Geist des Kubismus und die Kunste / 3\nLothar Schreyer\nDie neue Kunst / 1\nHerwarth Walden\nDie neue Malerei / Einfuhrung in den Expressionis-\nmus I 2\nDas Buch der Menschenliebe / Roman / 2\nSturm'Bilclerbucher\nGanzseitige Abbildungen der Hauptwerke\nI Marc Chagall / 2. Auflage\nII Alexander Archipenko\nIII Paul Klee\nIV Kurt Schwitters\nJedes Buch 3\nV Maler des Expressionismus / Funfzehn Farb-\ndrucke: Chagall / Kandinsky / Franz Marc u. a. / 10\nVI Maler des Expressionismus / Zweite Folge /10\nXokoschka~Mappe: Menschenkopfe / 12\n\nDer Sturm ubernimmt die Veranstaltung von\nSturm'Ausstellungen (Gesamtschau und Einzel-\nausstellungen) in alien St&dten und LSndern.\nDer Sturm vermittelt n u r den Verkauf von\nWerken der Ktinstler, die er durch eigene Aus-\nstellungen anerkennt.\n\nStandige Verkaufcstelle fur Graphik\nVerlag Dcr Sturm G. m. b. H.\nPotsdamer StraBe 134 a / Gartenhaus rechts II\n\nen\n1. Potsdamer Strasse 138 a / Laden\nFernruf: Amt Lutzow 4443\n2. Kurfurstendamm 150 / Laden\nFernruf: Amt Uhland 5646\nBticher / Graphik / Musikalien\nBestellungen, auch vom Ausland, werden\nziiglich erledigt"}]}