{"numero_id": "bm-bmtnabg-1925-02-01", "volume": "bmtnabg_1925-02_01", "ocr_sha256": "d781de34cfcabe327121a226540f46dce55e8b55addd285b5da002fb0ff1a23b", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1925/02_01/bmtnabg_1925-02_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1925/02_01/bmtnabg_1925-02_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1925-02-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-02_01#c001", "volume": "bmtnabg_1925-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.2.1", "titre_corps": "Porträtzeichnung Graf Andrassy", "titre_sommaire": "Porträtzeichnung Graf Andrassy", "signature_source": "Hugo Schreiber", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.1", "debut_caractere": 88, "fin_caractere_exclue": 134, "texte": "Hugo Schreiber: Porträtzeichnung Graf Andrassy"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-02-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-02_01#c002", "volume": "bmtnabg_1925-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "17", "page_fin": "19", "image_debut": 3, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.2.2", "titre_corps": "Das Märchen von der Ziege", "titre_sommaire": "Das Märchen von der Ziege", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "17", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.3", "debut_caractere": 54, "fin_caractere_exclue": 3552, "texte": "Das Märchen von der Ziege\n\nDem Kind gewidmet, das von der Ziege\nwissen wollte\nHinten biegt sich das Marktvolk vor Lachen,\nund vorn steht die Dame Rosa und denkt sich\nihr Teil. Sie teilt ihr Denken ein. Gewiß,\n\\\nes ist zwar alltäglich, von dem Gatten Ziege\ngenannt zu werden und sich die Jahre vor-\nzählen zu lassen, die der andere beharrlich\nfür sich verwandt hat. Solange es nicht auf\ndem Markt des öffentlichen Lebens geschieht,\nkann man es sich zwar nicht gefallen lassen,\naber man läßt es sich gefallen. Denn das\nLeben ist eine Einrichtung, die zwar die\nExistenz der Ziege gewährleistet, bis zu den\nvollendeten Lebensjahren, die auch das Gras\nin den Mund wachsen läßt, auch ohne daß\nman das Gras wachsen hört. Nur daß das\nGras auch in angerichtetem Zustand nicht\nzum menschenwürdigen Dasein genügt. Haben\ndoch Mütter und Dichter die Frau gelehrt,\ndaß sie dem Mann dankbar sein müsse, der\nihr zur Seite steht und gelegentlich liegt. Der\nMann hingegen muß hinaus ins feindliche\nLeben, wo er das Gras kauft und verkauft,\nsich also betätigt und mit Sorge im Herzen\nsodann sich in das Heim begibt, um die Frau\nZiege nennen zu dürfen. Soweit wäre alles\nin der bewährten Ordnung, wenn nicht außer\ndem Leben noch die Einrichtung des Marktes\nbestünde. Während man zu Hause den Han-\ndel ehrt, wifd auf dem Markt die Ehre ge-\nhandelt. So denkt die Dame Rosa hinten,\nwährend vorn das Marktvolk sich vor Lachen\nbiegt. Warum wird eigentlich die Ziege so\nmenschenunwürdig behandelt? Sie lebt von\nBlättern, die nicht die Welt bedeuten. Sie\nschweigt bis auf einen einzigen unschuldigen\nLaut, sie macht nicht viel Aufhebens von\nsich, sie hebt sich sogar nichts auf, sie ist\nschlicht Ziege. Hingegen der Mensch in\nseinem Wahn, Er hebt sich etwas auf, macht\nein Aufhebens davon und äußert sich mit\nLauten und in Blättern, die die Welt bedeu-\nten sollen. Hierauf wird die Welt gedeutet,\nund deutlich zeigt sich die Menschenwürde\nauf dem Markt, um als Ziege unter Anrech-\nnung der vergangenen Jahre von der Herde\nverkohlt zu werden. Auch dieses denkt die\nDame Rosa, Warum heiße ich Rosa, denkt\nsie. Mein Name wirkt jüdisch, trotzdem ich\naus dem Land der Ziegen stamme und der\nName außerdem lateinisch ist und die Kenn-\nzeichnung einer Blumenart bedeutet, die von\nden Dichtern zu den höchsten Errungen-\nschaften der Natur gerechnet wird. Warum\nrechnen Dichter? Rechnen ist die Eigen-\nschaft meines Gatten und aller Gatten, die\nuns Ziegen nennen und die in der Fortsetzung\nihrer lebenserhaltenden Tätigkeit uns die\nJahre nachrechnen. Etwas kann an dem\nRechenexempel also nicht stimmen, Rechen-\nexempel sind aber zu dem Zweck vorhanden,\ndaß sie stimmen. Wo bleibt also die staats-\nerlialtende Logik? Auch dieses denkt die\nDame Rosa, Warum bin ich eine Dame?\nDame ist die Bezeichnung von Frauen, deren\nGatten sich im Besitz ausreichender Existenz-\nmittel befinden oder wenigstens so tun. Was\nsind überhaupt ausreichende Existenzmittel?\nAbgesehen von dem Huhn im Topf und An-\nschaffungen aus Inventurausverkäufen, eine\ngestempelte Uhr und ein Marquisenring, ein\nKaninchenmantel in elektrischer Verwand-\nlung, ein Fuchs mit künstlicher Schnauze und\nseelenvollen Glasaugen, ein ägyptischer\nSchlafrock, monatlich zwei Freikarten mit\nSteuerunterschlagung und eine Gesellschaft\nbis zwölf Personen mit Bearner Tunke. Hier-\nzu im Sommer je nach dem Glaubensbekennt-\nnis mythologischer Vorfahren drei Wochen\nBorkum oder Heringsdorf in unbehaglichen\nRäumen zwischen schlechten Möbeln mit\nKurmusik und Kurtaxe, freier Meerbenutzung"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "18", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4602, "texte": "zum Anglotzen oder zum Baden, Bei noch\nfeineren Damen werden die erwähnten\nGegenstände verdoppelt oder verdreifacht\noder vervierfacht oder verfünffacht, und die\nSommerreise wird mit zehn Prozent Rabatt\nnach fernergelegenen oertlichkeiten vor-\ngenommen. Auch dieses denkt die Dame\nRosa. Indessen setzt sich der Gatte Emil\nauseinander, Herr Adolf von den Paulus-\nwerken streitet für die Frauenwürde, da seine\nGattin indessen zwar nicht ihn, aber das\nZeitliche gesegnet hat, Emil, der Ziegenpeter,\nwirft ihm das vor, Herr Adolf von den Pau-\nluswerken, G. m. b. H., bekommt durch Gottes\nFügung einen roten Kopf und verläßt, würdig\nindigniert, den Platz, um anderen Zeit-\ngenossen Platz zu machen. In Ehen soll man\nsich nicht mischen, bemerkt der Weise des\nMarktes. Alle Menschen haben recht. Man\nkann nicht hinter die Kulissen sehen. Jeder\nist seines Glückes Schmied. Was Gott zu-\nsammenfügt, soll der Mensch nicht trennen.\nDie Familie ist das Standardwerk des christ-\nlichen Staates, Wer wird künftig ihre Kleinen\nnähren, Bumerangs werfen und den Stahlhelm\nmehren. Frau Müller spricht für die Gleich-\nberechtigung der Frau. Sie soll auch Ziege\nsagen dürfen. Und die Jahre nachrechnen,\ntrotzdem es sich bei den Männern nicht lohnt.\nEin schönes Geschlecht sind sie sowieso nicht.\nIndessen beschließt die Dame Rosa, zu\ntrennen, was Gott zusammenfügt. Wir haben,\ndiesem Gott sei Dank dafür, die Kultur er-\nfunden. Man braucht sich nicht alles mehr\ngefallen zu lassen. Unterhaltspflicht. Auf\nUnterhaltspflicht hat man schon längst ver-\nzichtet. Man lebt für sich. Jeder für sich.\nJede für sich. Man weiß, was man vom Leben\nzu halten hat, was einem das Leben schuldig\nist. Was man Lebendigen schuldig bleiben\nkann. Schuld ohne Sühne, Sühne mit Schul-\nden. Es lebt ein Gott, damit ein Objekt zum\nSchwören vorhanden ist. Auch Meineid kann\nfahrlässig sein. Lässig ist man sowieso. Das\nHerz hat man sowieso fahren lassen. Außer-\ndem ist das Herz nach neueren wissenschaft-\nlichen Forschungen ein Muskel. Schieres\nFleisch ist wertvoller, wenn auch teurer,\nKnochen sind Zugabe. Nach vollendetem\nWeltkrieg wenigstens, wie einst im Mai. Die\neinzige Ziege auf dem Markt ist relativ\nsprachlos. Bis auf den besagten Laut. Sie\ndenkt sich nicht einmal ihr Teil. Sie lebt.\nSie lebt von den Blättern, die weder relativ\nnoch absolut etwas bedeuten, die einfach\nwachsen, mit oder ohne Zutun der mensch-\nlichen Gesellschaft. Durch Zutun verwachsen\nsie höchstens, bekommen dadurch aber ein\ngewisses Etwas. Die Ehre hat sich indessen\ngänzlich zurückgezogen. Sie äußert sich nur\nnoch durch Gejohle und Klaviergeschrei. Die\nDame Rosa geht in ihr trautes Heim. Der\nGatte Emil liest dort bereits die Blätter, die\ndie Welt bedeuten und behauptet, daß man\nWörter nicht wörtlich nehmen müsse. Außer-\ndem sei er auch der Jüngste nicht mehr. Der\nMann habe aber eben Frühlingstriebe. Da-\nbei wolle er noch nicht einmal von der be-\nkannten Konzession der Mutter Natur an die\nMännerwelt sprechen. Die Dame Rosa gibt\nsich indessen schweigend der Wirtschaft hin,\nsie stellt alle Gegenstände des Tisches auf\neinen anderen Platz und überlegt sich, ob der\nMensch trennen soll, was Gott zusammen-\ngefügt hat. Schließlich ist doch der kleine\nEmil da, der das Geschäft übernehmen muß.\nIrgend jemand muß doch das Geschäft über-\nnehmen. Mit den Verwandten ist man doch\nverfallen. Versprich mir, Emil, daß du dich\nin Zukunft wenigstens öffentlich etwas zu-\nsammennehmen wirst. Ich habe heute abend\nnoch eine Konferenz. Immer hast du Kon-\nferenzen. Spaß machen die Konferenzen\nnicht. Es ist doch schon zehn Uhr, Herr\nAdolf von den Pauluswerken hat eine neue\nIdee, Der Mensch, der dich so beleidigt hat.\nEr hat doch die Ehre meiner Frau hoch-\ngehalten, und schließlich hat er doch die\nglänzende Verbindung mit den Sauluswerken\nim Auge, Herr Emil küßt die Dame Rosa auf\ndie Stirn, hüllt seine Existenz in Gummi, vom\nHaupt bis zu den Füßen, selbstverständlich in\nindividueller Ausgestaltung, und verläßt das\nHeim, Die Dame Rosa räumt auf und ab,\nküßt den schlafenden Menschen auf die Stirn,\nden ihr Gott ihr gefügt hat, nimmt die Blätter,\ndie die Welt bedeuten, und liest, daß die\nPauluswerke in Zahlungsschwierigkeiten ge-\nraten sind. Vor dem Fenster glühen zwei\nAugen in das Auerglühlicht. Die Dame Rosa\nöffnet die Tür und zieht die widerstrebende\nZiege in ihr Menschenheim. Die Ziege ihrer-\nseits gibt ihren Laut von sich. Sie hat zwar\neinen Bart, verfügt aber sonst über sämtliche\nFrauentugenden, Plötzlich tut sie bedeutend\nden Mund auf und bemerkt schlicht mensch-\nlich, daß sie nicht verstünde, wie man sie mit\nder Dame Rosa vergleichen könne, Sie sei"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1319, "texte": "doch schließlich wer. 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Und\nwie sie der Ziege in die glühenden Augen sah,\nfiel die Dame von ihr ab und die Rosa und\nder Emil und der Nachfolger und das Heim\nund der Glaube und der Geist und die Seele\nund die Ehre und die Jahre. 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[n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.2.7", "titre_corps": "Fam. Hahnepeter III : DAS PARADIES AUF DER WIESE", "titre_sommaire": "Fam. Hahnepeter III : DAS PARADIES AUF DER WIESE", "signature_source": "Kurt Schwitters", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 14, "page_imprimee": "28", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4468, "texte": "Fam. Hahnepeter III:\nDAS PARADIES AUF DER WIESE\n\nALSO. Ihr wißt alle, daß alle Freunde Hahne-\nmanns ein Ei vom Hahnepeter bekommen\nhatten. Und als Hahnemann nun immer\nBriefe aus dem Paradiese schickte, da wollten\nalle auch gern ins Paradies. Darum gingen\nsie zu Hahnemanns Mutter und fragten die,\nwie es denn Hahnemann gemacht hätte. Die\nBlume, die seinerzeit Hahnemanns Ei aus-\ngebrütet hatte, war tot, weil sie aus Kummer\nüber Hahnemanns Abwesenheit gestorben\nwar. Ihre Zweige hingen jedenfalls schlaff\nherab. Oder ob sie beim Ausbrüten gestor-\nben war? Vielleicht mußten alle sterben, die\nHahnepetereier ausbrüten wollten? Ob nun\ndie anderen Blumen solche Eier ausbrüten\nkonnten, wußte niemand. Darum fragte die\nMutter brieflich bei Hahnemann im Paradiese\nan, ob denn er nicht wüßte, wer denn nun die\nanderen Hahnepetereier ausbrüten könnte.\nAber Hahnemann ließ durch Onkel Unge-\nkochten zurückschreiben: „,, , selbst Onkel\nPluvinel, ja sogar Onkel Ungekochten selbst\nwissen es nicht, wer dort die Eier vom Hahne-\npeter ausbrüten kann. Und Onkel Gustav,\nden Ihr noch nicht kennt, sagt, wer die Eier\nausbrütete, müßte sterben, ob das eine Blume\noder eine Mücke wäre ...\" Da waren alle\nKinder sehr traurig und gingen mit ihren\nEiern nach Hause. Daß aber eine Mücke\nsolch ein großes Ei ausbrüten könnte, glaubte\nkeiner. Und sie verwahrten die Eier gut,\ndenn einmal würde doch vielleicht einer die\nEier ausbrüten kommen.\nNun war da ein kleiner Bube, der hieß Ernst.\nUnd Ernst sagte, er wollte schon ins Paradies\nhinein, selbst auch ohne Paradiesvogel, ja, er\nwüßte sogar hinzufinden, es wäre gar nicht\nso weit. Anfangs wollte es ihm keiner glau-\nben, aber er sagte es so lange, bis die Mutter\nmitging. Da wollten alle Kinder auch mit.\nAber Ernst wollte niemand mitnehmen, nur\ndie kleine Else, Denn Else war ein besonders\nfeines Kind, war groß und schlank und hatte\nüberall Schleifchen, wo sie hinpaßten und wo\nnicht. Ihr Kopf war ganz dünn und lang und\nsah wie auf Draht gezogen aus. Darum\nmochte Ernst sie auch so gerne leiden. Und\nnun gingen die drei los, Ernst, seine Mutter\nund Else, Ernst sagte, es wäre ganz nah,\neben den Feldweg am Hause herunter. Und\nso gingen sie den Feldweg am Hause herunter.\nUnd plötzlich sagte Ernst: „Hier müssen wir\ndurch, hier ist die Pforte des Paradieses.\"\n„Ja, aber das ist ja eine ganz gewöhnliche\nPforte von einer Kuhweide\", sagte die Mutter.\n„Schrei doch nicht so,\" sagte Ernst, „das\ntäuscht, das sieht bloß so aus, hier müssen wir\ntrotzdem durch.\" — „Aber ich zerreiße mein\nKleidchen am Stacheldraht\", sagte Else, „ich\nmuß draußen bleiben.\" — Aber Ernst be-\nruhigte sie, das wäre kein Stacheldraht, so\netwas gäbe es im Paradiese nicht; das wären\nalles Girlanden, wie beim Sängerfest. Und\nnun gingen die drei durch die Tür mit den\nGirlanden auf die große Wiese. Und Ernst\nsagte: „Hier sind wir nun mitten im Para-\ndiese, Seht doch nur den Himmel an, das\npure Gold.\" — „Und nun habe ich in einen\nKuhklak hineingetreten\", sagte Else. Aber\nErnst beruhigte sie, das wäre kein gewöhn-\nlicher Kuhklak, das wäre reiner Honig-\npudding. Aber sie sollte lieber nicht zuviel\ndavon essen, denn es gäbe noch viel was\nBesseres. Und nun zeigte Ernst die pracht-\nvollen Blumen und fragte: „Habt ihr über-\nhaupt schon jemals so schöne Blumen ge-\nsehen?\" „Aber das sind ja ganz gemeine\nKuhblumen\", sagte die Mutter. Aber jetzt\nzeigte ihnen Ernst die Lippizaner Hengste,\nvon denen Hahnemann immer in seinen Brie-\nfen geschrieben hatte. — „Aber das sind doch\nKühe\", sagten wie aus einem Munde die\nMutter und Else. „Nun\", sagte Ernst, „da\nkommt ja schon Onkel Pluvinel.\" — „Nein,\nnein\", sagte die Mutter, „du irrst, das ist der\nBauer, der die Kühe von seiner Wiese heim-\ntreiben will.\" — „Nein\", sagte Ernst, „siehst\ndu denn nicht seine weiße Lockenperücke,\ngenau wie Onkel Pluvinel.\" Aber die Mutter\nsagte: „Kommt nur schnell, Kinder, der Bauer\nkommt über die Wiese direkt auf uns zu.\nMan kann nicht wissen, was er will.\" „Ach\ni\nwas\", sagte Ernst, „der geht nicht auf uns zu,\nder geht doch auf die Lippizaner Hengste zu,\ner will sie dressieren. Seht ihr nicht, er hat\nschon die Longe in der Hand,\" — „Ja, Tante\",\nsagte Else, „er geht nach den Kühen,\" —\n„Und jetzt habe ich auch in einen Kuhklak\ngetreten\", sagte die Mama. Und tatsächlich\nhatte sie mitten hineingetreten in einen\ngroßen Kuhklak, und nun wollte sie überhaupt\nnicht mehr glauben, daß das das Paradies\nwäre. Aber Ernst sagte es so bestimmt, daß\ndas doch und doch das Paradies wäre, sonst"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "29", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4651, "texte": "hätte er es doch gar nicht gesagt. Und nun\nbegann auch schon die Dressur. Und Else\nsagte: „Das ist ja gar keine Longe, das ist ja\neine Peitsche, die Onkel Pluvinel da hat.\"\nUnd Onkel Pluvinel schlug mit der Longe in\ndie Luft, daß es laut knallte. Und Ernst sagte,\ndaß das doch und doch eine Longe wäre, und\nwie nun die Dressur weiterging, da bäumte\nsich der Lippizaner Hengst hinten und vorne\nund schlug Rad mit seinem Schwänze und\nhopste hin und her, ganz anders, als sonst die\nedlen Lippizaner Hengste tun. Und plötzlich\nsagte Ernst: „Und da kommt auch schon\nOnkel Ungeflochten und sieht zu.\" — „Aber\ndas ist doch ein Bauernknecht\", sagte die\nMutter, „der will helfen, weil die Kuh so\nstörrisch ist.\" — Aber Ernst wollte das nicht\nzugeben, weil das doch Onkel Ungeflochten\nwar, und sagte, daß das doch und doch Onkel\nUngeflochten aus Düsseldorf wäre, denn wie\nhätte er sonst wohl den Normalschnitt unterm\nArme haben können. — „I wo\", sagte die\nMutter, „das ist doch der Maulkorb für die\nstörrische Kuh, damit sie nicht beißen kann\nund besser mitgeht, wohin sie soll.\" — Aber\nErnst sagte, das wäre doch und doch der Nor-\nmalschnitt, denn sonst wäre dieses ja gar kein\nParadies. Und da war die Mutter schon wie-\nder in einen Kuhklak getreten. Und jetzt trat\nErnst auch in einen. Aber er tat nicht, als ob\ner es merkte, sondern ging mitten durch dick\nund dünn auf die Lippizaner Hengste zu. Die\neine störrische Kuh aber, wie sie Ernst an-\nkommen sah, hob sie ihren Schwanz senk-\nrecht hoch, wie bei einem Stierkampfe in\nSpanien, senkte das Geweih und kam mit ge-\nsenktem Kopfe und einem entsetzlichen\n„M uh\" auf Ernst zu. Ernst, wie er das sah\nund hörte, kehrte er direkt um, genau ent-\ngegengesetzt und lief, wie er nochnie gelaufen\nwar und zwar hinaus zur Pforte des Para-\ndieses, die Kuh hinterher. Und das hatte er\nnun davon, daß er gelogen hatte. Und draußen\ndrehte er sich nach der Kuh um und sagte:\n„Wir spielen ja nur Paradies, alte biestige\nKuh du; ich weiß ja ganz genau, daß du kein\nLippizaner Hengst bist.\" Die Kuh aber brüllte\nfürchterlich und lief immer geradeaus, wie das\nKühe immer tun, wenn sie wild geworden\nsind. Und da nun Ernst im Bogen gelaufen\nwar, so lief die Kuh direkt gegen das Gitter\nund fiel mit einem großen „Bumms\" auf die\nSeite, Und nun sah Ernst von draußen seine\nMama und Else immer noch mitten im Para-\ndiese stehen, und er rief ihnen aus Leibes-\nkräften zu: „Das ist ja gar nicht das Paradies,\nkommt doch raus, sonst stößt euch noch die\nKuh; ich habe mich nämlich vorhin geirrt,\"\nNun rief aber die Mutter zurück, sie glaubte\nnicht, daß er sich vorher geirrt hätte, er sollte\nnur wieder hereinkommen, denn dieses wäre\ndoch und doch das Paradies, denn sonst\nkönnte Onkel Pluvinel doch nicht mit der\nLonge kommen.\" — „Aber kannst du denn\nnicht sehen\", rief Ernst, „das ist doch der\nBauer mit der Peitsche.\" — „Aber nun kommt\nauch noch Onkel Ungeflochten mit dem Nor-\nmalschnitt unterm Arme\", sagte die Mutter.\n— „Aber nein\", rief Ernst, „das ist doch der\nBauernknecht mit dem Maulkorb für das Biest\nvon Kuh, die mich eben beinahe gestoßen\nhätte; ach Gott, ach Gott! Nun glaubt mir\ndoch nur einmal und kommt, sonst rege ich\nmich hier noch tot vor Angst, ach Gott, ach\nGott.\" Und da kam die Mama mit Else und\nsagte, wenn Ernst sonst ängsterlich wäre,\ndann wollte sie lieber doch wieder heraus-\nkommen aus dem Paradiese, so schade es\nauch eigentlich wäre. Aber wer einmal lügt,\ndem glaubt man nicht, und wenn er auch die\nWahrheit spricht. Da sagte Ernst: „Ich habe\nja gar nicht gelogen, ich habe mich doch nur\ngeirrt.\" Aber Else zippte ihn aus und sagte:\n„Pfui, hat gelogen, hat betrogen, hat die Kuh\nam Schwänze gezogen.\"\nAber das letzte Wort blieb ihr im Halse\nstecken, denn in dem Augenblick stach sie\neine ganz gewöhnliche kleine Stechmücke\nhinten in den Nacken, genau an die Stelle, wo\nsie mit beiden Händen nicht hin konnte, und\nstach so fest, daß Else laut aufschreien mußte.\nDie Mama von Ernst wollte die freche Mücke\ngleich fortjagen, aber da sagte Ernst: „Halt,\njetzt lüge ich aber nicht wieder, Mama, nimm\nnur die Mücke nicht weg. Ich weiß es genau,\ndiese Mücke, die aus der Paradieswiese\nkommt, kann mein Hahnepeterei ausbrüten.\"\nUnd er sagte das so bestimmt und richtig, daß\nElse sich den Schmerz verbiß, besonders wo\nes nun nicht mehr weh tat, und die Mutter\ndie Mücke sitzen ließ. Da sog die Mücke sich\ndick und rot und blieb sitzen und saß noch\nda, als die drei zu Hause ankamen. Ernst\nholte sofort sein Ei, und wie das die Mücke\nsah, setzte sie sich sofort darauf und blieb\nsitzen. Nun glaubten es alle, daß diese Mücke\ndas Ei würde ausbrüten können. Ernst stellte\ndas Ei auf die Fensterbank zwischen alle"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "30", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4530, "texte": "Blumen, und die kleine Mücke brütete drei-\nzehn Tage. Man sollte es kaum glauben, daß\nsolch eine kleine Mücke überhaupt solch ein\ngroßes Ei ausbrüten kann, aber bei Wundern\nist eben alles wunderbar. Ernst hielt jeden\nTag seine Hand der Mücke einmal hin, und\ndie Mücke setzte sich eben darauf, stach ihn\nund trank sich satt. Dann flog sie aber so-\nfort wieder auf das Ei und brütete weiter. Die\nKinder aber kamen jeden Tag und beobach-\nteten das Ei. Die allgemeine Aufregung\nwuchs von Stunde zu Stunde, was wohl aus\ndiesem Ei herauskriechen werde. Und nach\n13 Tagen kamen alle Freunde und noch an-\ndere Kinder und stellten sich rund um das\nEi, und die Mücke sah sich alle an, vom einen\nzum anderen.\nUnd plötzlich ging es: „Klingklingkling\". Die\nEierschale zerfiel zu Asche, die Mücke fiel\ntot um, und aus dem Ei kamen tausende von\nkleinen Silbermücken hervorgeflogen, die so-\nfort hin und herflogen und wie die Zugvögel\ngroße Buchstaben und Figuren bildeten. Man\nkonnte sie deutlich sehen, denn jede Mücke\nhatte einen kleinen roten, im Dunkel leuch-\ntenden Kopf, wie ganz kleine elektrische\nGlühlämpchen, Das war wunderbar anzu-\nsehen. Mal war es der Kopf von Alfred\nFlechtheim oder Friedrich dem Großen oder\nWagner im Profil, was die Mücken tanzten,\nmal war es eine Blume oder ein modernes\nAuto in Tropfenform, und zuletzt ein Flug-\nzeug mit einem bequem gepolsterten Sitz,\nKaum aber hatte Ernst das Flugzeug gesehen,\nals er auch schon einstieg, und ehe er es sich\nversah, flog das Mückenflugzeug durchs\nFenster und höher und höher und weg und\nweg, und Ernst mit und mit. Die Kinder stan-\nden am Fenster, zu winken, und Ernst flog\nim Flugzeuge immer weiter und weiter, erst\nquer über die Wiese mit den Kuhklakken, bis\ner im wirklichen Paradiese ankam. Und da\nkam auch schon Onkel Pluvinel und hob ihn\naus dem Flugzeuge heraus. Kaum aber war\nErnst draußen, da flogen alle Mücken aus-\neinander und im Paradiese umher, und es war\nkein Flugzeug mehr da.\nUnd nun lernte Ernst den wirklichen Geheim-\nrat, Onkel Ungeflochten, kennen. Pluvinel\nstellte vor, indem er sagte: „Lieber Herr Un-\ngeflochten, darf ich Ihnen vielleicht den klei-\nnen Ernst vorstellen, und mit einer Hand-\nbewegung: „Herr Geheimrat Ungeflochten\".\nMan muß nämlich immer den Jüngeren dem\nAelteren zuerst vorstellen, den Geringeren\ndem von höherem Rang, und wenn eine Dame\ndabei ist, stets den Herrn der Dame, so ist's\nbei uns auf der Erde, und so ist's erst recht\noben im Paradiese. Man nennt das Sitte. Nur\nsind die Sitten im Paradiese viel mehr Ge-\nwohnheit und Allgemeingut aller Gebildeten\ngeworden als bei uns, sie sind so selbstver-\nständlich dort, daß keiner es mehr falsch\nmacht. Denn jeder Lapsus, so nennt man das\nim Paradiese, rächt sich dort auf dem Fuße.\nUnd Ernst erzählte nun, daß er zu Hause\nauch ein Paradies hätte, das wäre viel\nschöner. Man ginge nur eben den Feldweg\nam Hause herunter, dann stände man vor der\nTür des Paradieses. Aber da merkte Ernst,\ndaß er schon einen Lapsus begangen hatte,\ndenn Onkel Ungeflochten wurde ernst und\nsagte: „Du lügst, das kann ich sehen.\" —\n„Wieso kannst du das denn sehen?\" fragte\nErnst schüchtern. — „Weil du rauchst. Im\nParadiese rauchen nämlich alle Leute, wenn\nsie lügen.\" Und das ist wahr. Für jedes Ver-\ngehen gibt es im Paradiese eine Strafe, und\nzwar sofort. Darum geschieht so selten etwas\nBöses im Paradiese, weil jedes Böse sich so-\nfort selbst bestraft- Wie schön wäre es doch,\nwenn wir hier auf Erden auch solche Zu-\nstände hätten! Und da sagte Ernst: „Wir\nspielen das ja auch nur, in Wirklichkeit ist es\neine häßliche Kuhwiese mit vielen häßlichen\nKuhklakken, in die man so leicht hineintreten\nkann. Aber unser Lippizaner Hengst . . .\",\nund da merkte er es selbst schon, daß er\nrauchte, „ich meine unsere Lippizaner Kuh,\ngeht hohe Schule\"; er rauchte schon wieder,\n„ich meine, unsere Lippizaner Kuh, das Biest,\ndie läuft auf einem zu und sagt: „ „Muh\" \",\nwie im spanischen Stierkampf. Das hört sich\nganz schrecklich an. Die Mama ist ausge-\nrissen, ich aber . . .\" Und wie er das sagte,\nwurde der Rauch so dicht, daß er Onkel Un-\ngeflochten gar nicht mehr sehen konnte, und\ndeshalb erzählte er nicht mehr weiter. Und\nwie der Rauch sich allmählich gelegt hatte,\nda stand Hahnemann neben ihm und schüt-\ntelte ihm die Hand. Der freute sich mächtig,\ndaß Ernst nun im Paradiese war und fragte,\nwie er denn hergekommen wäre. — „Ganz\neinfach\", sagte Ernst, „die Mücken haben\nmich hergetragen.\" Und er sah sich um, ob er\nauch wohl wieder rauchte. Aber er rauchte\nnicht, denn er hatte ja die blanke Wahrheit"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "31", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1230, "texte": "gesagt, — „Und wo sind denn nun die\nMücken?\" fragte Hahnemann, — „Alle zu-\nsammen weggeflogen,\" — Aber in dem Mo-\nment kamen sie auch schon wieder zurück\nmit ihrem leuchtenden Köpfchen und flogen\nHahnemann Figuren vor, und alle ergötzten\nsich. Erst tanzten sie wieder Köpfe: Bis-\nmarck, Blümner, alle mit B, Und da sagte\nGeheimrat Ungeflochten: „Gut und schön,\nganz possierlich anzusehen, aber keine hohe\nSchule, hat mit Kunst soviel wie nichts zu\ntun.\" Und er befahl seine Lippizaner Hengste\nzu satteln. Da bildeten die Mücken plötzlich\ndie Figur eines edlen Pferdes und vollführten\nin dieser Gestalt soviele herrliche Capriolen,\ndaß das ganze Paradies schließlich zusah,\nLöwen und Elefanten, Nashörner und Gänse,\nFische und Heuschrecken, Pluvinel und Unge-\nflochten, und sogar die echten gesattelten\nLippizaner selbst sahen zu und klatschten\nBeifall, und Hahnemann diktierte Onkel Un-\ngeflochten einen langen Brief an seine Mutter\nund an alle, in dem stand, daß es noch nie\nso zwanglos und nett im Paradiese gewesen\nwäre, wie heute, seit Ernst ihrer Kolonie an-\ngehörte. Und dann forderte er zum Schluß\nalle Kinder auf, hierher ins Paradies zu kom-\nmen, wenigstens alle die, die die Eier vom\nHahnepeter besäßen.\n\nKurt Schwitters"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-02-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-02_01#c012", "volume": "bmtnabg_1925-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "31", "page_fin": "32", "image_debut": 17, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.2.8", "titre_corps": "Una disgrazia", "titre_sommaire": "Una disgrazia", "signature_source": "Bruno G. Sanzin", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 17, "page_imprimee": "31", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.17", "debut_caractere": 1232, "fin_caractere_exclue": 2987, "texte": "Una disgrazia\n\nLa fabbrica sempre animata\nda mille voci metalliche\nor tace.\nLe pulegge si rimettono\ndal lungo capogiro\ne lebrune trasmissioni\nnon oscillan piü tra ruota e ruota,\nUna disgrazia e accaduta\nnell'ampia sala rumorosa,\nche da vita a tutto il fabbricato:\ngli operai hanno saputo\ne sono accorsi lä ove la Morte\nha immobilitato un lor compagno.\nGringranaggi sudici stridevano,\ngracidavano paurosamente,\nagognando il liquido oleoso\nche rinfrescasse lor le dure carni.\nAI richiamo strepitoso\naccorse un forte domatore\nper saziare i sofferenti,\nma i denti vollero stritolare\nqualcosa di piü sodo\ne con gioia bestiale\nabbrancarono le vesti\ndel lor benefattore,\nsucchiandolo a tradimento\nnella morsa mortale,\nSi lubrificaron cosi con sangue umano.\nLa notizia inforcö subito la porta\ne attraversato lo spiazzo pien di sole\nvarcö l'alto muro di cinta\ne andö a sussurrare la sua triste vita\nai parenti del disgraziato.\nUna confusa folla di curiosi\nstaziona fuori della caneellata,\ne ognun domanda all'altro *\nil perche di quella ressa.\n— E morto un operaio; —\ndice uno — altro non so,\nme la detto un suo compagno —\n— E stato il padrone,\nche gli ha sparato in petto\nperche chiedeva aumento\nsul suo salario basso.\nHa insistito troppo\ne aH'intimazione\nd'allontanarsi ratto\nrispose per le rime.\nII direttore allora\nper ciö tutto infuriato\nlasciö partire un colpo.\nAvete ben compreso?\nL'hanno trucidato\nperche voleva pane! —\nChi parla e sempre il solito\naizzatore di discordie,\nche alla prima notizia\naggiunge una coda di parole,\nche con la veritä fanno a vergate,\n— Sie suicidato —\ndice un'altro sapiente\n— Soliti dispiaceri giovanili —\ne poi s'allontana altero\ncome un che la sa lunga,\nE altre, molte ancora\nson le false spiegazioni\nche van di bocca in bocca."}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "32", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1193, "texte": "(Giä, come si sa,\nin tutte le occasioni\nognun vuol dir la sua).\nMentre tante opinioni\nsi fanno ognor sentire,\ndalla ferrea cancellata\nesce una giovin donna\nscarmigliata.\nGli occhi fissano il nulla,\nche l immagine scolpita in essi\ne tanto viva ancora,\nche nessun'altra puö coprirla.\nUno s informa dell'accaduto.\nElia si ferma. Lo fissa.\nRide forte. Poi si calma.\nSbarra gli occhi e paria:\n— Üh! Quanta, quanta paura!\nV edo ancora tutto rosso ....\nsangue .... sangue .... sangue'.'.\n4\nsangue sul pavimento,\nsulie pareti, sul soititto.\nCarne macinata, stritolata,\nPoltiglia di carne, ossa e stracci;\ntutto rosso, rosso.\nQuel colore m'ha bruciato gli occhi:\nlo vedo sempre .... sempre ....\nQuanto terrore ho io del sangue,\nperche er 0550....\nSe non avesse quella tinta\nrimarrei indifferente.\nNon sono mica pazza, sa?\nNon abbia di me paura.\nCome ha arrossata la faccia!\nNon vuol lasciarmi in pace\nquel colore? ....\nQuanto sanno macinare bene\ngl'ingranaggi\nAh ah ah ah ah ah ah ah....!\nVedo sempre sangue, sangue, sangue\nrosso ....\nr 000550....\nrooooosso ....\nTutto e fuoco intorno ame.\nLe fiamme m'accecano!\nBrucio!.... Bruuucio!....\nTacque. Scosse la testa.\nPoi fuggi via ridendo.\n\nBruno G. Sanzin"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-02-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-02_01#c013", "volume": "bmtnabg_1925-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "32", "page_fin": "33", "image_debut": 18, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.2.9", "titre_corps": "Teilnahme : Ecce Tacitus", "titre_sommaire": "Teilnahme : Ecce Tacitus", "signature_source": "Thomas Ring", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 18, "page_imprimee": "32", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.18", "debut_caractere": 1195, "fin_caractere_exclue": 3269, "texte": "Teilnahme\nEcce Tacitus\n\nGibt es Wortgestaltung dem Miterlebenden\nder nutzgekirrten Elektrizität, des Klassen-\nkampfs, der Wolkenkratzeridee, der Hand-\ngranate, des Schiebergeschäfts? Sprache im\nuntergehenden Abendland, seelenrum auf-\nwärts auf Schleichwegen zur Unsterblichkeit?\n(Geborgt von Kollege Indifferenz) Goethe-\nforschungsguano zum Gedeihen deutschnatio-\nnaler Engstirnerigkeit?\nLyrik der Begriffe (auch k.p.d.-pensionär\nmühsam getollert) ist nicht unbehandschuht\nanzutasten trotz Gesinnungskonto. Kanti-\nscher Stehkragen Vanunft weltschmutzbür-\ngert Begriffs-Gewerkschaft sich ein. Erotische\nAussagen sind sublimierte Bordells ohne Zahl-\nzwang. Aus. Gewollte Rhythmik schauert\nhopp mit Willen ohne Kraft der Vorstellung.\nZwei Seelen ach sind fassungslos im Wort,\nFassade. Reim oder Nichtreim, was ist hier\ndie Frage shake-hands Abstammung?\nSprache ist magischer Spruch, nicht Gehirn-\nstatts Notgeld. Wort ist Ding, nicht Nach-\ngefühl. Laut ist Auskunft innren Zwangs,\nnicht Uebereinkunft philolodenbemäntelter\nStummheit. Silbe ist Zahl, nicht Erzählen.\nBuchstabe strebt eigene Verspannung, trotz\nwindigstem Buchführungs-Grundwasserkopf.\nZweck? Es wächst der Mensch mit seiner\nhöheren Milch der frommen Denkart. Sprache\nsiegt ohne Organisation des Straßen-Stern-\nblicks. Fensterplatz okkulter Samtbordiere\nist durch keine Examensdurchfallsucht zu\nmieten. Be-sant am See der Erkenntnis dünt\napollinäre Frivolität.\nLiteraturgeschichtsfilm kurbelt rückwärts\nZertrümmerung romanisierten Tafelaufsatzes\nVerfettungsursache. Denkboden Deutsch-\nlands steinert sprachgewissenlos. Nieder-\nsächsische Winkelmänner griechen landhung-\nrig hexameterstolz. Schwäbische Renaissance\nerdistelt gotisch Akanthusreimgetüftel. Hilde-\nbrand kanossat ehelose Sprach-Eunuchen.\nLudwig brennt im Dogma frommer Unwissen-\nheit. Rauh frankt Karls Gesang wie jedes\nGeschichtsbuch lehrt.\nInternationale Sprachverständigung? No leage\nof nations ohne Versailles. L'etat du monde\nc'est moi, Totgeburt Esperanto.\nUr-Laut torkelt Kind. Muttersprache schlämmt\nGeleit. Sprachstrom schlemmt Gewühl, ufer-"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "33", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.19", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 253, "texte": "los in Richtung, ufernd Borde Wiederkäuer-\ngrün. Sprachgesetze wanden Welle, wandeln\nWellen Form in Anschlag. Ungesetz Gesetz\ndes Lebendigen.\nWissen kanalisiert. Logischer Schluß Schleuse\nder Wassernot. Notwendigkeit: Bruch aller\nSchleusen.\n\nThomas Ring"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-02-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-02_01#c014", "volume": "bmtnabg_1925-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "33", "page_fin": "34", "image_debut": 19, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.2.10", "titre_corps": "Die Tanzhalle des Berliner Westens", "titre_sommaire": "Die Tanzhalle des Berliner Westens", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "33", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.19", "debut_caractere": 255, "fin_caractere_exclue": 4240, "texte": "Die Tanzhalle des Berliner\nWestens\n\nDer dicke Tanzmeister betrachtet sein Saxo-\nphon mit dem Wohlwollen des guten Groß-\nvaters für seine Tabakspfeife. Der Tanz-\nmeister ist eigentlich der Kapellmeister. Aber\ndie Kapelle ist das Instrument, das nicht\ndurch ihn, aber für ihn spielt. Der Tanz-\nmeister sieht selbstverständlich wie Napoleon\naus. Denn alle Leute sehen wie Napoleon\naus, die etwas für sich wollen und etwas für\nsich können. Der Tanzkapellmeister unter-\nhält sich viele Stunden, und weil er sich unter-\nhält, unterhält man sich. Dieses arme „man\"\ndarf nur dann im Leben sich als Napoleon\nfühlen, etwas für sich wollen und etwas für\nsich können, wenn es tanzt. Plötzlich ist man\nfrei. Man bewegt sich ohne Grund, man geht\nohne Grund, man rennt ohne Grund, man\ndreht sich ohne Grund. Man ist grundlos frei.\nSonst ist Freisein eine Handelshandlung. Es\nmuß erkauft werden. Mit Verkaufen oder mit\nKaufen. Mit Verkauftwerden oder mit Ge-\nkauft werden. Jeder erwirbt seine Freiheit\nauf Grund seiner Meinung von Freiheit. Nun\nist man grundlos frei. Bewegungsfrei. Bewe-\ngungsfreiheit ist zwar ein Grundrecht, aber\nein Recht ohne Grund ist kein Recht, dem es\nrecht gemacht werden kann. Ruhe ist die\nerste Bürger- und Arbeiterpflicht. Aber man\nsucht sich die Ruhe in Bewegung. Jeder Ob-\nrigkeit ist Bewegung unsympathisch. Es\nbringt sie aus der Ruhe. Man kann die Leute\nkaum noch zählen, wenn sie sich bewegen.\nSie wollen aber. Also die Bewegung wird\nfestgesetzt. Von bis Uhr. Nicht bis über.\nNicht bis vor. Manche Tage muß man ruhen,\ndamit die Obrigkeit Ruhe hat. Sie kann sonst\nnicht denken. Auch wenn sie zum Denken\ngar keinen Grund hat, kommt sie durch das\nDenken doch auf einen Grund. Der dicke\nKapellmeister bläst auf seinem Saxophon,\nRhythmen zwingen zur Bewegung. Und er\nsoll sitzen, einsam auf dem Stuhl und Musik\nsehen. Er tanzt und sein Saxophon macht\nihm die Musik dazu. Wie das die Kollegen\nsehen, die sonst nur Tarif spielen oder ganz\ngroße Kunst, die zwar nicht mit der Elle, aber\nmit dem Metronom gemessen wird, wie die\nKollegen sehen, daß Tanz Musik erzeugt,\nlassen sie die Stühle unter sich und tanzen.\nNun sind alle Stühle unbesetzt. Aber auch\nsie verlassen die geordneten Reihen, manche\nlehnen sich zärtlich an runde Tische und\nmancher Vierfüßer springt den Zweifüßern in\ndie Seiten. Alle Menschen werden Brüder\nund Schwestern, und ohne Verwendung von\nEthik ist der große Wurf gelungen, einer\nFreundin Freund und eines Freundes Freun-\ndin zu sein. Man wird menschlich. Man stellt\nsich nicht vor, da man sich bewegen muß.\nMan stellt nicht nach, da man sich drehen\nmuß. Die Klassen sind nicht mehr getrennt,\ndenn die Lehrer passen nicht auf, daß sie sich\ntrennen müssen. Von bis sind sie frei. Also\nwarum die Anstrengung des Trennens. War-\num muß geschieden sein. So verschieden ist\nman doch nicht. Und wenn man schon ver-\nschieden ist, ergibt sich die Trennung von\nselbst. Aber auch unter der Erde ist es\nlebendig. Vielleicht mehr als auf der Erde,\nAber von bis darf man und will man frei sein.\nUnd man ist frei. Und man wundert sich, wie\nman tanzt. Denn im Tanzen sieht man den\nMenschen. Man wundert sich, daß jene\ndicke Frau tanzt, was ihr doch nicht steht.\nAber sie steht nicht, sie tanzt. Man wundert\nsich, daß jener Herr seine Haltung verliert.\nAber wie kann er sich halten, da seine Füße\nihn verlieren. Man will nicht mehr auf dem\nBoden stehen. Weder auf diesem, noch auf\njenem Boden. Man will nicht stehen. Nun\nschnattert, heult, schreit, plärrt, lärmt und\ndonnert das Jazz. Der dicke Tanzmeister\nleiht sich seine Hände als Füße. Seine Augen\nstolpern über sein Gesicht. Das Saxophon\nhüpft an den Kronleuchter, daß der Strom\nherzlich zu zittern beginnt. Warum soll nicht\nauch einmal der Strom kurzen Schluß mit\ndem ewigen Stehen machen. Nur entschlossen\nsein. Man persönlich hebt sich von den\nleisen Sohlen auf die Zehen. Selbst der\nWandschmuck kommt sich allzu angepappt\nvor und fällt gelegentlich stuckweise vor dem\nJauchzen des Jazz in zierlichen Stückchen"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "34", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.20", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2190, "texte": "herunter. Auch der Sekt langweilt sich in\nden Gläsern und wird schal vor Wut. So\nschal, daß es wieder den Schalen zu lang-\nweilig wird und sie hin und wieder auf den\nBoden springen. Unten gibt man die Zehen\nund sich auf und tanzt wieder auf den Sohlen.\nTrotz dem Kleid aus Orange. Oben in den\nLogen, in Käfigen mit Grundmauern ohne\nGitter, sitzen tatsächlich, es sitzen Men-\nschen. Das ist eine Klasse für sich, sie nennt\nsich Publikum. Es ist eine Klasse für sich.\nMan sieht es von unten ganz genau, es sind\nsogenannte Bruststücke. Man sieht nicht ein-\nmal, worauf es sitzt. Es könnte eigentlich\nauch gar nicht sitzen, da es Bruststück ist.\nGelegentlich sind auch Kniestücke darunter.\nDie gehören aber eigentlich nicht mehr zum\nPublikum, denn sie haben sich bald wieder-\ngefunden, und wenn sie nicht selbst schnell\nherunterspringen würden, könnten sie wo-\nmöglich fallen. Ganz fern sieht man zwei\nKopfstücke. Das sind zwei Aerzte, die die\nKopfstücke schütteln. Aus ihren Oeffnungen\nhallt in das Jazz hinein ein Wort, dieses Aus-\ndrucksmittel menschlicher Ueberverlegenheit:\nEpidemie, alias Tanzepidemie. Der dicke\nKapellmeister springt jäh bis auf die Brüstung\nder Bruststücke, und sein Saxophon tutet den\nKopfstücken gar lieblich in die Organe, die\neigens hierfür mit einem Trommelfell aus-\ngestattet worden sind. Was man noch nicht\nerklären kann, spricht man als Epidemie sich\nan. Die Kopfstücke, die Vertreter und nicht\nTänzer des Geistes sind, sind nun auf die\nKlasse böse, und sie werden bestimmt petzen\ngehen, zu den Herren Lehrern, die man sich\nangestellt hat, damit sie etwas anstellen\nkönnen. Und die werden petzen, und die\nLehrer werden der Klasse und den Klassen\nwieder eine Freistunde nehmen, damit Ruhe\nwird. Aber man hofft auf den dicken Kapell-\nmeister mit seinem Saxophon und auf seine\nKollegen mit dem Jazz. Die werden sogar die\nTrompeten blasen lassen, und es gibt doch\nkeinen Krieg, und man wird nicht gekriegt\nwerden. Denn man tanzt zusammen. Man\nbewegt sich über die Oeden, man bewegt sich\nüber verödete Kulturen. Bewegung ist Leben.\nUnd dem dicken Tanzmeister wird man ein\nTanzmal setzen: Hier bewegt sich der Mann,\nnach dem man tanzt: Eric Borchard.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-02-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-02_01#c015", "volume": "bmtnabg_1925-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "34", "page_fin": "34", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.2.11", "titre_corps": "Letzte Traumlese", "titre_sommaire": "Letzte Traumlese", "signature_source": "Rudolf Blümner", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "34", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.20", "debut_caractere": 2192, "fin_caractere_exclue": 2740, "texte": "Letzte Traumlese\nRudolf Blümner\n3, Dezember 1924:\nEin Gericht ließ einen Mann am Totensonn-\ntag verhaften, weil es „ergreifender\" sei.\n27, Dezember 1924:\nEin Erpresser endigte seinen Brief mit dem\nSatz: „Für den Fall, daß die Summe nicht\nbinnen drei Tagen in meinen Händen ist, ent-\nhalte ich mich jeder Drohung.\"\n31, Dezember 1924:\nDie Mitglieder eines Klubs hatten nach dem\nStatut ihren Austritt mit den Worten zu\nerklären: ~In meinem Namen, Amen,\"\n5. Januar 1925:\n~ Säuglings-Konzern.''\n1. Februar 1925:\n„Umgürtet mit allem, was der Eid gebeut.\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-02-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-02_01#c016", "volume": "bmtnabg_1925-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "34", "page_fin": "34", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.2.12", "titre_corps": "Inhalt:", "titre_sommaire": "Inhalt:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "34", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.20", "debut_caractere": 2742, "fin_caractere_exclue": 3230, "texte": "Inhalt:\nHerwarth Waiden: Das Märchen von der Ziege . . 17\nKurt Heinar: Visionen sechster Möglichkeit ... 19\nHerwarth Waiden: Gedichte 24\nKurt Schwitters: Fam. Hahnepeter 26\nBruno G, Sanzin: Una Disgrazia 29\nThomas Ring: Teilnahme 30\nHerwarth Waiden: Tanzhalle des Berliner Westens 31\nRudolf Blümner: Letzte Traumlese ...... 32\nLothar Schreyer: Linoleumschnitt 21\nOtto Nebel: Runentafeln zu Unfeig 22\nHugo Scheiber: Porträtzeichnung Graf Andrassy\nHugo Scheiber: Porträtzeichnung B6la Kadär"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-02-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-02_01#c017", "volume": "bmtnabg_1925-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "2", "page_fin": "2", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 86, "texte": "STURM-ABENDE IN DER\nJEDEN MITTWOCH 1% UHR /\nSTURM-AUSSTELLUNG\nPOTSDAMER STRASSE 134 AI"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-02-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-02_01#c018", "volume": "bmtnabg_1925-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "2", "page_fin": "2", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.2", "debut_caractere": 88, "fin_caractere_exclue": 450, "texte": "4.\nRudolf Bliimner\nSturmdichtungen / Rezitation\n11.\nerwarth Walden\nAus eignen Schriften\nChorko nzert\nBlfithnersaal jgj. 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Marzillier & Co. Berlin W ♦ Grunewaldstraße 14-15\nGegriindet 1854 Hofspediteure 8. M. des Konigs von Spanien Gegrundet 1854\nSpedition und Mobeltransporte, Verpackung und Lagerung\nvon Gemalden und Kunstgegenstanden jeder Art\nLieferung und Empfang nach und von alien Kunstausstellungen\ndes In- und Auslandes :: Transportversickerungen aller Art\nSpediteure des Wirtschaftlichen Verbandes Bildender Kiinstler / der Freien Secession\ndes Verbandes Deutscher Jllustratoren und Hausspediteure des „Sturm\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-02-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-02_01#c021", "volume": "bmtnabg_1925-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "2", "page_fin": "2", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.2", "debut_caractere": 1026, "fin_caractere_exclue": 1127, "texte": "138 a ist die Nummer\nSturmbuchhandlung\nin der Potsdamer\ngtray wir erwarten ul6\nD\nE\nR\nHochachtungsvoll"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-02-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-02_01#c022", "volume": "bmtnabg_1925-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "35", "page_fin": "35", "image_debut": 21, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 21, "page_imprimee": "35", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.21", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 801, "texte": "N*E UE\nRUSSLAND\nMonatsscbrift fur Kultur- u. Wirtschafts-\nFragen / herausgegeben von der\nGESELLSCHAFT DER FREUNDE\nDES NEUEN RUSSLAND.\nSchriftlg. Erich Baron, Bln.-Pankow, Kavalierstr. 10\n„DAS NEUE RUSSLAND\"\nist die einzige Zeitschrift, die durch sach-\nkundige Beitrage hervorragender rus-\nsischer und deutscher Mitarbeiter zuver-\nlassige Informationen iiber den kultu-\nrellen und wirtschaftlichen Neuaufbau\nRußlands vermittelt. Die Zeitschrift dient\ndamit zugleich der Forderung der kultu-\nrellen und wirtschaftlichen Verstandi-\ngung Deutschlands und Rußlands.\nDer Preis der Zeitschrift betragt fur das Einzelheft\nM. 0.60, fur das Doppelheft M.1.—, fur das Viertel-\njahrsabbonnement M. 1.50. — Fur Mitglieder der\n„Gesellschaft\" ist der Bezug im Mitgliedsbeitrag\nvon M. 5.— pro Vierteljahr inbegriffen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-02-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-02_01#c023", "volume": "bmtnabg_1925-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "35", "page_fin": "35", "image_debut": 21, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.2.19", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 21, "page_imprimee": "35", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.21", "debut_caractere": 803, "fin_caractere_exclue": 1250, "texte": "Neue franzosische Revue\nIndividual istische Hefte\nStudien und Dokumente\nJenseits der freiphiloso-\nphischen Auslegung und\nder sozialen, sinnlichen und\nfreien Tatigkeit in Frank-\nreich wird der internatio-\nnalen Arbeiterbewegung\nbreiter Raum gewahrt.\n/\nDie Revue erscheint alle 20 Tage. / Abonnement: 5 Hefte\n5 francs / 10 Hefte 10 francs / 1 Heft 1 franc 25\nAlle Korrespo n d en z en an die Redaktion\nLueurs / Lyon / Frankreich, 232, rue Garibaldi."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-02-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-02_01#c024", "volume": "bmtnabg_1925-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "35", "page_fin": "35", "image_debut": 21, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 21, "page_imprimee": "35", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.21", "debut_caractere": 1252, "fin_caractere_exclue": 1787, "texte": "MET OUERZICHT\nDirektion: FBRNANT BERCKELAERS und JOSEF PEETERS\nDie einzige Monatsschrift des Internationalen\nVortrapps in niederlandischer Sprache\nStandige Rubriken: Radikale Kunst, Musik,\nPhilosophie, internationale Politik,\nLiteratur, Wissenschaften,\nArchitektur, Kritik\nusw.\nPreis jedes einzelnen reich illustrierten Heftes in kunst-\nlerischem Umschlag, 24 Seiien. Format 25X32, Fr. 2.—,\nAbonnement (12 Hefte) Fr. 16.—, Frankreich Fr. 20.—.\nNiederlande fl. 4.25\nRedaktion und Verwaltung\nAntwerpen (Belgien), Chaussee de Turnhout 105"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-02-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-02_01#c025", "volume": "bmtnabg_1925-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "35", "page_fin": "35", "image_debut": 21, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 21, "page_imprimee": "35", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.21", "debut_caractere": 1789, "fin_caractere_exclue": 1926, "texte": "Contimporanui\nEinzige moderne rumanische\nKunst- 11. 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Jahrgang 1925\nMonatsschrift\n]edes Heft 1 Mark 50 pfennig\nJahrgang 1925: 12 Mark\nEin halbes ]ahr: 8 Mark\nEin Vierteljahr: 4 Mark\nMi .\n!.iJ:' \"i\nDie Jahrgange der Zeitschrift Der Sturm\nDie Zeitschrift Der Sturm wurde im Jahre 1910 durch Herwarth\n'•.•' . . ' ' '\nWalden als Wochenschrift begrundet. Sie wurde spater in eine\nMonatschrift umgewandelt. Nur im lahr 1924 erschien sie als Viertel=\njahrschrift mit Monatsberichten.\nWer sich über die Entwicklung der gesamten neuen Kunst, der\nDichtung, der Malerei, der piastik unterrichten will, findet in den\njahrgangen des „Sturm\" das reichste Material.\n■v' ,;S V. ' K--CF ■ v.': ■ ;'I's jiV '' *- ' '\nPreise der fruheren jahrgange:\n1 —4. Jahrgang: vergriffen\n5. und 6. jahrgang: je 12 Mark\n8. jahrgang: vergriffen\n9.—15. jahrgang: je 12 Mark"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.1", "texte": "MONATSSCHRIFT/ HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEH\n16. JAHRGANG\nBERLIN / FEBRUAR 1925\n2. HEFT\n\nHugo Schreiber: Porträtzeichnung Graf Andrassy"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.2", "texte": "STURM-ABENDE IN DER\nJEDEN MITTWOCH 1% UHR /\nSTURM-AUSSTELLUNG\nPOTSDAMER STRASSE 134 AI\n\n4.\nRudolf Bliimner\nSturmdichtungen / Rezitation\n11.\nerwarth Walden\nAus eignen Schriften\nChorko nzert\nBlfithnersaal jgj. 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Gewiß,\n\\\nes ist zwar alltäglich, von dem Gatten Ziege\ngenannt zu werden und sich die Jahre vor-\nzählen zu lassen, die der andere beharrlich\nfür sich verwandt hat. Solange es nicht auf\ndem Markt des öffentlichen Lebens geschieht,\nkann man es sich zwar nicht gefallen lassen,\naber man läßt es sich gefallen. Denn das\nLeben ist eine Einrichtung, die zwar die\nExistenz der Ziege gewährleistet, bis zu den\nvollendeten Lebensjahren, die auch das Gras\nin den Mund wachsen läßt, auch ohne daß\nman das Gras wachsen hört. Nur daß das\nGras auch in angerichtetem Zustand nicht\nzum menschenwürdigen Dasein genügt. Haben\ndoch Mütter und Dichter die Frau gelehrt,\ndaß sie dem Mann dankbar sein müsse, der\nihr zur Seite steht und gelegentlich liegt. Der\nMann hingegen muß hinaus ins feindliche\nLeben, wo er das Gras kauft und verkauft,\nsich also betätigt und mit Sorge im Herzen\nsodann sich in das Heim begibt, um die Frau\nZiege nennen zu dürfen. Soweit wäre alles\nin der bewährten Ordnung, wenn nicht außer\ndem Leben noch die Einrichtung des Marktes\nbestünde. Während man zu Hause den Han-\ndel ehrt, wifd auf dem Markt die Ehre ge-\nhandelt. So denkt die Dame Rosa hinten,\nwährend vorn das Marktvolk sich vor Lachen\nbiegt. Warum wird eigentlich die Ziege so\nmenschenunwürdig behandelt? Sie lebt von\nBlättern, die nicht die Welt bedeuten. Sie\nschweigt bis auf einen einzigen unschuldigen\nLaut, sie macht nicht viel Aufhebens von\nsich, sie hebt sich sogar nichts auf, sie ist\nschlicht Ziege. Hingegen der Mensch in\nseinem Wahn, Er hebt sich etwas auf, macht\nein Aufhebens davon und äußert sich mit\nLauten und in Blättern, die die Welt bedeu-\nten sollen. Hierauf wird die Welt gedeutet,\nund deutlich zeigt sich die Menschenwürde\nauf dem Markt, um als Ziege unter Anrech-\nnung der vergangenen Jahre von der Herde\nverkohlt zu werden. Auch dieses denkt die\nDame Rosa, Warum heiße ich Rosa, denkt\nsie. Mein Name wirkt jüdisch, trotzdem ich\naus dem Land der Ziegen stamme und der\nName außerdem lateinisch ist und die Kenn-\nzeichnung einer Blumenart bedeutet, die von\nden Dichtern zu den höchsten Errungen-\nschaften der Natur gerechnet wird. Warum\nrechnen Dichter? Rechnen ist die Eigen-\nschaft meines Gatten und aller Gatten, die\nuns Ziegen nennen und die in der Fortsetzung\nihrer lebenserhaltenden Tätigkeit uns die\nJahre nachrechnen. Etwas kann an dem\nRechenexempel also nicht stimmen, Rechen-\nexempel sind aber zu dem Zweck vorhanden,\ndaß sie stimmen. Wo bleibt also die staats-\nerlialtende Logik? Auch dieses denkt die\nDame Rosa, Warum bin ich eine Dame?\nDame ist die Bezeichnung von Frauen, deren\nGatten sich im Besitz ausreichender Existenz-\nmittel befinden oder wenigstens so tun. Was\nsind überhaupt ausreichende Existenzmittel?\nAbgesehen von dem Huhn im Topf und An-\nschaffungen aus Inventurausverkäufen, eine\ngestempelte Uhr und ein Marquisenring, ein\nKaninchenmantel in elektrischer Verwand-\nlung, ein Fuchs mit künstlicher Schnauze und\nseelenvollen Glasaugen, ein ägyptischer\nSchlafrock, monatlich zwei Freikarten mit\nSteuerunterschlagung und eine Gesellschaft\nbis zwölf Personen mit Bearner Tunke. Hier-\nzu im Sommer je nach dem Glaubensbekennt-\nnis mythologischer Vorfahren drei Wochen\nBorkum oder Heringsdorf in unbehaglichen\nRäumen zwischen schlechten Möbeln mit\nKurmusik und Kurtaxe, freier Meerbenutzung"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "18", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.4", "texte": "zum Anglotzen oder zum Baden, Bei noch\nfeineren Damen werden die erwähnten\nGegenstände verdoppelt oder verdreifacht\noder vervierfacht oder verfünffacht, und die\nSommerreise wird mit zehn Prozent Rabatt\nnach fernergelegenen oertlichkeiten vor-\ngenommen. Auch dieses denkt die Dame\nRosa. Indessen setzt sich der Gatte Emil\nauseinander, Herr Adolf von den Paulus-\nwerken streitet für die Frauenwürde, da seine\nGattin indessen zwar nicht ihn, aber das\nZeitliche gesegnet hat, Emil, der Ziegenpeter,\nwirft ihm das vor, Herr Adolf von den Pau-\nluswerken, G. m. b. H., bekommt durch Gottes\nFügung einen roten Kopf und verläßt, würdig\nindigniert, den Platz, um anderen Zeit-\ngenossen Platz zu machen. In Ehen soll man\nsich nicht mischen, bemerkt der Weise des\nMarktes. Alle Menschen haben recht. Man\nkann nicht hinter die Kulissen sehen. Jeder\nist seines Glückes Schmied. Was Gott zu-\nsammenfügt, soll der Mensch nicht trennen.\nDie Familie ist das Standardwerk des christ-\nlichen Staates, Wer wird künftig ihre Kleinen\nnähren, Bumerangs werfen und den Stahlhelm\nmehren. Frau Müller spricht für die Gleich-\nberechtigung der Frau. Sie soll auch Ziege\nsagen dürfen. Und die Jahre nachrechnen,\ntrotzdem es sich bei den Männern nicht lohnt.\nEin schönes Geschlecht sind sie sowieso nicht.\nIndessen beschließt die Dame Rosa, zu\ntrennen, was Gott zusammenfügt. Wir haben,\ndiesem Gott sei Dank dafür, die Kultur er-\nfunden. Man braucht sich nicht alles mehr\ngefallen zu lassen. Unterhaltspflicht. Auf\nUnterhaltspflicht hat man schon längst ver-\nzichtet. Man lebt für sich. Jeder für sich.\nJede für sich. Man weiß, was man vom Leben\nzu halten hat, was einem das Leben schuldig\nist. Was man Lebendigen schuldig bleiben\nkann. Schuld ohne Sühne, Sühne mit Schul-\nden. Es lebt ein Gott, damit ein Objekt zum\nSchwören vorhanden ist. Auch Meineid kann\nfahrlässig sein. Lässig ist man sowieso. Das\nHerz hat man sowieso fahren lassen. Außer-\ndem ist das Herz nach neueren wissenschaft-\nlichen Forschungen ein Muskel. Schieres\nFleisch ist wertvoller, wenn auch teurer,\nKnochen sind Zugabe. Nach vollendetem\nWeltkrieg wenigstens, wie einst im Mai. Die\neinzige Ziege auf dem Markt ist relativ\nsprachlos. Bis auf den besagten Laut. Sie\ndenkt sich nicht einmal ihr Teil. Sie lebt.\nSie lebt von den Blättern, die weder relativ\nnoch absolut etwas bedeuten, die einfach\nwachsen, mit oder ohne Zutun der mensch-\nlichen Gesellschaft. Durch Zutun verwachsen\nsie höchstens, bekommen dadurch aber ein\ngewisses Etwas. Die Ehre hat sich indessen\ngänzlich zurückgezogen. Sie äußert sich nur\nnoch durch Gejohle und Klaviergeschrei. Die\nDame Rosa geht in ihr trautes Heim. Der\nGatte Emil liest dort bereits die Blätter, die\ndie Welt bedeuten und behauptet, daß man\nWörter nicht wörtlich nehmen müsse. Außer-\ndem sei er auch der Jüngste nicht mehr. Der\nMann habe aber eben Frühlingstriebe. Da-\nbei wolle er noch nicht einmal von der be-\nkannten Konzession der Mutter Natur an die\nMännerwelt sprechen. Die Dame Rosa gibt\nsich indessen schweigend der Wirtschaft hin,\nsie stellt alle Gegenstände des Tisches auf\neinen anderen Platz und überlegt sich, ob der\nMensch trennen soll, was Gott zusammen-\ngefügt hat. Schließlich ist doch der kleine\nEmil da, der das Geschäft übernehmen muß.\nIrgend jemand muß doch das Geschäft über-\nnehmen. Mit den Verwandten ist man doch\nverfallen. Versprich mir, Emil, daß du dich\nin Zukunft wenigstens öffentlich etwas zu-\nsammennehmen wirst. Ich habe heute abend\nnoch eine Konferenz. Immer hast du Kon-\nferenzen. Spaß machen die Konferenzen\nnicht. Es ist doch schon zehn Uhr, Herr\nAdolf von den Pauluswerken hat eine neue\nIdee, Der Mensch, der dich so beleidigt hat.\nEr hat doch die Ehre meiner Frau hoch-\ngehalten, und schließlich hat er doch die\nglänzende Verbindung mit den Sauluswerken\nim Auge, Herr Emil küßt die Dame Rosa auf\ndie Stirn, hüllt seine Existenz in Gummi, vom\nHaupt bis zu den Füßen, selbstverständlich in\nindividueller Ausgestaltung, und verläßt das\nHeim, Die Dame Rosa räumt auf und ab,\nküßt den schlafenden Menschen auf die Stirn,\nden ihr Gott ihr gefügt hat, nimmt die Blätter,\ndie die Welt bedeuten, und liest, daß die\nPauluswerke in Zahlungsschwierigkeiten ge-\nraten sind. Vor dem Fenster glühen zwei\nAugen in das Auerglühlicht. Die Dame Rosa\nöffnet die Tür und zieht die widerstrebende\nZiege in ihr Menschenheim. Die Ziege ihrer-\nseits gibt ihren Laut von sich. Sie hat zwar\neinen Bart, verfügt aber sonst über sämtliche\nFrauentugenden, Plötzlich tut sie bedeutend\nden Mund auf und bemerkt schlicht mensch-\nlich, daß sie nicht verstünde, wie man sie mit\nder Dame Rosa vergleichen könne, Sie sei"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.5", "texte": "doch schließlich wer. Sie habe zwar keine\nFamilie, sei weder streng- noch andersgläu-\nbig, glaube überhaupt nichts, verfüge über\nnichts, nicht einmal über die bewährte Seele\nund den geehrten Geist, zerbreche sich nicht\nden Kopf, nicht einmal den Kopf der anderen,\nstoße höchstens gelegentlich einmal dagegen,\nwenn ihr die anderen zu dumm kämen oder\nzu dumm vorkämen, komme aber den Frauen\nzart entgegen, ohne deshalb die Männer aus-\nzuschließen, benehme sich überhaupt wie\nsich Ziegen zu benehmen hätten. Mit Blätter\nund ohne Blätter. Mit Kultur, ohne Kultur.\nMit Gott, ohne Gott. Sie mache keine Ge-\nschäfte, könne deshalb auch nicht in Zah-\nlungsschwierigkeiten geraten, selbst wenn\nPaulus sich zum Saulus wandle. Sie hätte\nauch nichts für den Markt übrig, der sie\nhöchstens als Objekt menschlicher Betäti-\ngung benutze. Sie führe auch keinen Kalen-\nder, lasse auch keinen von sich führen, so daß\nihr Alter ihr Alter und ihre Jugend ihre\nJugend sei. Die Dame Rosa staunte. Und\nwie sie der Ziege in die glühenden Augen sah,\nfiel die Dame von ihr ab und die Rosa und\nder Emil und der Nachfolger und das Heim\nund der Glaube und der Geist und die Seele\nund die Ehre und die Jahre. Und sie riß alles\nvon sich, öffnete alle Türen und ging mit der\nZiege durch die Nacht zu den Tieren, die die\nWelt bedeuten.\n\nHerwarth Walden\n\nVisionen sechster Möglichkeit\nFür Rudolf Blümner\n\nLustlaub lauer\nLauschen\nLautlos\nSegensicher\nSieben\nSieger\nTannental\nTau\nSterne steinern\nStiller windfroh\nToller\nTurmtor\nFischflink Finger\nFangen\nVornvor\nFlutenflügge\nFliehen\nFlitter\nSensensee\nSaum\nSichelsilber\nSieben solcher\nSollen\nSolon\nBeerenbesser\nBetten\nBeide\nBuchen buhlen\nBluten\nBruder\nWiesenwind\nWill\nWogenwacker\nWachsen wehe\nWessen\nWecker\nKußklein knien\nAengstlich\nKreisweiß\nKopflos weisen\nHanddurch\nDasein\nSeidensam\nLacht\nLockenleise\nRosenlose\nRosten\nReisig\nSchamlos schüchtern\nHeimwärts\nHeimlich\nLieschenlieber\nBlutblaß\nBlonde\nMorgenmohn\nRot\nMagenmager\nMühen müde\nMorden\nMahnmal"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.6", "texte": "Keimkern keiner\nKrönen\nKöstlich\nStillfroh sterben\nTolle\nTausend\nNarbennach\nNeun\nNeue nirgends\nNacken necken\nFrühfür\nFrühling\nRuhsam sehen\nSoschon\nSeewärts\nWiegen wieder\nWecken\nWerder\nScheitelschrei\nWächst\nWunde wissen\nWaldwild wunder\nSchmerzen\nScheintod\nBleibleich blättern\nBiosso\nBlasser\nLassen locker\nLose\nLüster\nAugenblau\nBlut >»\nBlinde blicken\nGoldblatt blühen\nBlonde\nBäumchen\nZweigleich gleiten\nGleichweit\nWeichen\nWeidenweiter\nWilde\nWille\nWurzelmoos\nFroh\nPflücken frische\nReine süße\nRotschon\nSternstirn\nSchreifern voran\nFallen\nViele\nVorne vorwärts\nViertel\nV ollwort\nTränentau\nTraum\nKupferkleine\nRosenrosa\nSonach\nSonne\nWunder wachsam\nWollen\nLosrot\nLeise reißen\nReine\nWeißwein\nRasensaat\nSoll\nSelber solche\nHerzen herbe\nHöchste\nHolde s\nGottgroß graben\nGerne\nGrasgrün\nGrüßen schiller\nScheiden\nScheitel\nTigertod\nStein\nStrudel stoßen\n' *\nDornrot strotzen\nRotten\nRosa\nSilbersauber\nLodern\nLustleer\nSchattensommer\nSonne\nSodom\nMai 1924\n\nKurt Heinar"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "21", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.7", "texte": "Lothar Schreyer: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "22", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.8", "texte": "Einige Fingerzeige\nzur\nNeun-Runen-Fuge\n\nOTTO NEBEL\n\nIgittigitt\nfette Neffen neigen zu Teuten\nFinnen zu Finnen\nTunten zu Reuter\nUnter zu Untern\nTeer zu Teer\nferre\nTee tut gut\neini\nTeint\nU — te\nU - I\nU\nEnn\nnee\nerr\nnein\nge\n1\nZett."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "23", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.9", "texte": "OTTO NEBEL"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "24", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.10", "texte": "Gedichte\nHerwarth Walden\n\nNun mein Herz zittert im Geschweig deiner Augen\nEine Lerche hebt die beiden Flügel weit zum Himmel\nAlle Bäume neigen die Köpfe zusammen\nGrünrieselnde Luft\nMoos glüht\nHerzen springen zu Stein von Stein\nHerzen fallen ins Moosglühen\nAber mein Herz zaudert im Geschweig deiner Augen\nAber mein Herz glüht die neigenden Bäume auf\nAber mein Herz breitet die Flügel auf zum Himmel\nSucht mein Herz den Ton deines Schweigens\nSage\nMein Herz zwitschert im Vormorgen\nMein Herz saugt den Schrei alles Hallenden\nAlles Verhallenen\nAlles Verhaltenen\nMein Herz hält den Schrei daß er tonhell zwitschert\nMein Herz schwingt Verhalten\nBlut rauscht auf daß der Himmel glüht\nMein Herz ist eine Träne im Geschweig deiner Augen\nFällt sie zu Boden tief ins Moosglühen\nNun ist sie ein Stein im Spiel der Herzen\nZu Stein von Stein\nVerloren\nSucht nun dein Auge im Geschweig meines Herzens\nAlle Himmel glühen\nDeine Augen leuchten durch alles Glühen\nSuchst du mein Herz im Glühen des Schweigens\nAlle Herzen zittern\nAber mein Herz ruht tief im Geschweig deiner Augen\nNun weiche ich meiner Weichheit\nDumpf schrumpft Kraft verbald\nMein Sehnen zieht über Länder, die Wasser\nMeine Hände gleiten haltlos ins Gedorn\nMeine Füße schleppen Felsgestein am Hacken\nWeit hinter Gelände und Gewässer blicken deine Brüste\nMeine Augen hören deine Münder\nNur mein Herz springt über Gründe und Abgründe\nNur mein Herz schwingt jubelnd über die Berge\nGlüht mein Herz im Geäder deines Leibes\nAus meinen Händen wachsen spitz die Dornen\n#\nBis an die Knie zerbluten meine Beine im Gestein\nHeulend rollt meinem Atmen dein Herz nach\nDunkel birgt die Wunden\nWeich scheint dein Leib im Gebleich des Leids"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "25", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.11", "texte": "Hugo Schreiber: Porträtzeichnung Graf Andrassy"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "26", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.12", "texte": "Hugo Scheiber: Porträtzeichnung Béla Kádár"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "27", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.13", "texte": "Mein Hferz horcht auf\nZag\nZagend schließt mein Herzblick sich um deine Gelenke\nErgriffen schwanken deine Knöchel\nDeine Brüste atmen weit befangen\nHände gleiten\nGleiten tasten\nTasten streifen streichen streicheln\nHände jammern klammern krampfen kreisen\nBlicke jagen\nJagen Blicke blicken Hände\nHände blicken\nBrüste brüsten sich entgegen\nVerwegen\nWegen wiegen wogen wagen\nHände rasen Hände rasten\nSchenkel schwingen schwellen schweifen\nSchenkel schweigen\nZittert ein Tropfen im Kelch verborgen\nMein Herz blickt auf\nBirgt sich ein Tropfen unter deinem Lid\nSchimmert zur Träne geweitet auf deiner Braue\nSinkt auf die Tulpe deiner Brust\nTiefer stürzt es in den Kelch deines Leibes\ni\nBeben schmiegen\nGeliebte\nNun brcchen Blitze aus dem Gewölk fahler Stunden\nErde wirft sich hinauf\nBrüste klingen Glocken aus Tulpenblättern\nBerge blühen\nBergen mich\nBirg mich im Getön der Tulpenblätter\nBlitze sinken in den Mund deines Leibes\nAtmet die Luft schwingend Donnerwellen\nSchwingen Lüfte donnernd Sonnenstrahlen\nNetzen die Wasser glühende Erde\nNun schwärmt ein siebenfältig Leuchten vom Himmel\nDüfte schwärmen\nSanft träumen Schleier über Augenlider"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "28", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.14", "texte": "Fam. Hahnepeter III:\nDAS PARADIES AUF DER WIESE\n\nALSO. Ihr wißt alle, daß alle Freunde Hahne-\nmanns ein Ei vom Hahnepeter bekommen\nhatten. Und als Hahnemann nun immer\nBriefe aus dem Paradiese schickte, da wollten\nalle auch gern ins Paradies. Darum gingen\nsie zu Hahnemanns Mutter und fragten die,\nwie es denn Hahnemann gemacht hätte. Die\nBlume, die seinerzeit Hahnemanns Ei aus-\ngebrütet hatte, war tot, weil sie aus Kummer\nüber Hahnemanns Abwesenheit gestorben\nwar. Ihre Zweige hingen jedenfalls schlaff\nherab. Oder ob sie beim Ausbrüten gestor-\nben war? Vielleicht mußten alle sterben, die\nHahnepetereier ausbrüten wollten? Ob nun\ndie anderen Blumen solche Eier ausbrüten\nkonnten, wußte niemand. Darum fragte die\nMutter brieflich bei Hahnemann im Paradiese\nan, ob denn er nicht wüßte, wer denn nun die\nanderen Hahnepetereier ausbrüten könnte.\nAber Hahnemann ließ durch Onkel Unge-\nkochten zurückschreiben: „,, , selbst Onkel\nPluvinel, ja sogar Onkel Ungekochten selbst\nwissen es nicht, wer dort die Eier vom Hahne-\npeter ausbrüten kann. Und Onkel Gustav,\nden Ihr noch nicht kennt, sagt, wer die Eier\nausbrütete, müßte sterben, ob das eine Blume\noder eine Mücke wäre ...\" Da waren alle\nKinder sehr traurig und gingen mit ihren\nEiern nach Hause. Daß aber eine Mücke\nsolch ein großes Ei ausbrüten könnte, glaubte\nkeiner. Und sie verwahrten die Eier gut,\ndenn einmal würde doch vielleicht einer die\nEier ausbrüten kommen.\nNun war da ein kleiner Bube, der hieß Ernst.\nUnd Ernst sagte, er wollte schon ins Paradies\nhinein, selbst auch ohne Paradiesvogel, ja, er\nwüßte sogar hinzufinden, es wäre gar nicht\nso weit. Anfangs wollte es ihm keiner glau-\nben, aber er sagte es so lange, bis die Mutter\nmitging. Da wollten alle Kinder auch mit.\nAber Ernst wollte niemand mitnehmen, nur\ndie kleine Else, Denn Else war ein besonders\nfeines Kind, war groß und schlank und hatte\nüberall Schleifchen, wo sie hinpaßten und wo\nnicht. Ihr Kopf war ganz dünn und lang und\nsah wie auf Draht gezogen aus. Darum\nmochte Ernst sie auch so gerne leiden. Und\nnun gingen die drei los, Ernst, seine Mutter\nund Else, Ernst sagte, es wäre ganz nah,\neben den Feldweg am Hause herunter. Und\nso gingen sie den Feldweg am Hause herunter.\nUnd plötzlich sagte Ernst: „Hier müssen wir\ndurch, hier ist die Pforte des Paradieses.\"\n„Ja, aber das ist ja eine ganz gewöhnliche\nPforte von einer Kuhweide\", sagte die Mutter.\n„Schrei doch nicht so,\" sagte Ernst, „das\ntäuscht, das sieht bloß so aus, hier müssen wir\ntrotzdem durch.\" — „Aber ich zerreiße mein\nKleidchen am Stacheldraht\", sagte Else, „ich\nmuß draußen bleiben.\" — Aber Ernst be-\nruhigte sie, das wäre kein Stacheldraht, so\netwas gäbe es im Paradiese nicht; das wären\nalles Girlanden, wie beim Sängerfest. Und\nnun gingen die drei durch die Tür mit den\nGirlanden auf die große Wiese. Und Ernst\nsagte: „Hier sind wir nun mitten im Para-\ndiese, Seht doch nur den Himmel an, das\npure Gold.\" — „Und nun habe ich in einen\nKuhklak hineingetreten\", sagte Else. Aber\nErnst beruhigte sie, das wäre kein gewöhn-\nlicher Kuhklak, das wäre reiner Honig-\npudding. Aber sie sollte lieber nicht zuviel\ndavon essen, denn es gäbe noch viel was\nBesseres. Und nun zeigte Ernst die pracht-\nvollen Blumen und fragte: „Habt ihr über-\nhaupt schon jemals so schöne Blumen ge-\nsehen?\" „Aber das sind ja ganz gemeine\nKuhblumen\", sagte die Mutter. Aber jetzt\nzeigte ihnen Ernst die Lippizaner Hengste,\nvon denen Hahnemann immer in seinen Brie-\nfen geschrieben hatte. — „Aber das sind doch\nKühe\", sagten wie aus einem Munde die\nMutter und Else. „Nun\", sagte Ernst, „da\nkommt ja schon Onkel Pluvinel.\" — „Nein,\nnein\", sagte die Mutter, „du irrst, das ist der\nBauer, der die Kühe von seiner Wiese heim-\ntreiben will.\" — „Nein\", sagte Ernst, „siehst\ndu denn nicht seine weiße Lockenperücke,\ngenau wie Onkel Pluvinel.\" Aber die Mutter\nsagte: „Kommt nur schnell, Kinder, der Bauer\nkommt über die Wiese direkt auf uns zu.\nMan kann nicht wissen, was er will.\" „Ach\ni\nwas\", sagte Ernst, „der geht nicht auf uns zu,\nder geht doch auf die Lippizaner Hengste zu,\ner will sie dressieren. Seht ihr nicht, er hat\nschon die Longe in der Hand,\" — „Ja, Tante\",\nsagte Else, „er geht nach den Kühen,\" —\n„Und jetzt habe ich auch in einen Kuhklak\ngetreten\", sagte die Mama. Und tatsächlich\nhatte sie mitten hineingetreten in einen\ngroßen Kuhklak, und nun wollte sie überhaupt\nnicht mehr glauben, daß das das Paradies\nwäre. Aber Ernst sagte es so bestimmt, daß\ndas doch und doch das Paradies wäre, sonst"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "29", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.15", "texte": "hätte er es doch gar nicht gesagt. Und nun\nbegann auch schon die Dressur. Und Else\nsagte: „Das ist ja gar keine Longe, das ist ja\neine Peitsche, die Onkel Pluvinel da hat.\"\nUnd Onkel Pluvinel schlug mit der Longe in\ndie Luft, daß es laut knallte. Und Ernst sagte,\ndaß das doch und doch eine Longe wäre, und\nwie nun die Dressur weiterging, da bäumte\nsich der Lippizaner Hengst hinten und vorne\nund schlug Rad mit seinem Schwänze und\nhopste hin und her, ganz anders, als sonst die\nedlen Lippizaner Hengste tun. Und plötzlich\nsagte Ernst: „Und da kommt auch schon\nOnkel Ungeflochten und sieht zu.\" — „Aber\ndas ist doch ein Bauernknecht\", sagte die\nMutter, „der will helfen, weil die Kuh so\nstörrisch ist.\" — Aber Ernst wollte das nicht\nzugeben, weil das doch Onkel Ungeflochten\nwar, und sagte, daß das doch und doch Onkel\nUngeflochten aus Düsseldorf wäre, denn wie\nhätte er sonst wohl den Normalschnitt unterm\nArme haben können. — „I wo\", sagte die\nMutter, „das ist doch der Maulkorb für die\nstörrische Kuh, damit sie nicht beißen kann\nund besser mitgeht, wohin sie soll.\" — Aber\nErnst sagte, das wäre doch und doch der Nor-\nmalschnitt, denn sonst wäre dieses ja gar kein\nParadies. Und da war die Mutter schon wie-\nder in einen Kuhklak getreten. Und jetzt trat\nErnst auch in einen. Aber er tat nicht, als ob\ner es merkte, sondern ging mitten durch dick\nund dünn auf die Lippizaner Hengste zu. Die\neine störrische Kuh aber, wie sie Ernst an-\nkommen sah, hob sie ihren Schwanz senk-\nrecht hoch, wie bei einem Stierkampfe in\nSpanien, senkte das Geweih und kam mit ge-\nsenktem Kopfe und einem entsetzlichen\n„M uh\" auf Ernst zu. Ernst, wie er das sah\nund hörte, kehrte er direkt um, genau ent-\ngegengesetzt und lief, wie er nochnie gelaufen\nwar und zwar hinaus zur Pforte des Para-\ndieses, die Kuh hinterher. Und das hatte er\nnun davon, daß er gelogen hatte. Und draußen\ndrehte er sich nach der Kuh um und sagte:\n„Wir spielen ja nur Paradies, alte biestige\nKuh du; ich weiß ja ganz genau, daß du kein\nLippizaner Hengst bist.\" Die Kuh aber brüllte\nfürchterlich und lief immer geradeaus, wie das\nKühe immer tun, wenn sie wild geworden\nsind. Und da nun Ernst im Bogen gelaufen\nwar, so lief die Kuh direkt gegen das Gitter\nund fiel mit einem großen „Bumms\" auf die\nSeite, Und nun sah Ernst von draußen seine\nMama und Else immer noch mitten im Para-\ndiese stehen, und er rief ihnen aus Leibes-\nkräften zu: „Das ist ja gar nicht das Paradies,\nkommt doch raus, sonst stößt euch noch die\nKuh; ich habe mich nämlich vorhin geirrt,\"\nNun rief aber die Mutter zurück, sie glaubte\nnicht, daß er sich vorher geirrt hätte, er sollte\nnur wieder hereinkommen, denn dieses wäre\ndoch und doch das Paradies, denn sonst\nkönnte Onkel Pluvinel doch nicht mit der\nLonge kommen.\" — „Aber kannst du denn\nnicht sehen\", rief Ernst, „das ist doch der\nBauer mit der Peitsche.\" — „Aber nun kommt\nauch noch Onkel Ungeflochten mit dem Nor-\nmalschnitt unterm Arme\", sagte die Mutter.\n— „Aber nein\", rief Ernst, „das ist doch der\nBauernknecht mit dem Maulkorb für das Biest\nvon Kuh, die mich eben beinahe gestoßen\nhätte; ach Gott, ach Gott! Nun glaubt mir\ndoch nur einmal und kommt, sonst rege ich\nmich hier noch tot vor Angst, ach Gott, ach\nGott.\" Und da kam die Mama mit Else und\nsagte, wenn Ernst sonst ängsterlich wäre,\ndann wollte sie lieber doch wieder heraus-\nkommen aus dem Paradiese, so schade es\nauch eigentlich wäre. Aber wer einmal lügt,\ndem glaubt man nicht, und wenn er auch die\nWahrheit spricht. Da sagte Ernst: „Ich habe\nja gar nicht gelogen, ich habe mich doch nur\ngeirrt.\" Aber Else zippte ihn aus und sagte:\n„Pfui, hat gelogen, hat betrogen, hat die Kuh\nam Schwänze gezogen.\"\nAber das letzte Wort blieb ihr im Halse\nstecken, denn in dem Augenblick stach sie\neine ganz gewöhnliche kleine Stechmücke\nhinten in den Nacken, genau an die Stelle, wo\nsie mit beiden Händen nicht hin konnte, und\nstach so fest, daß Else laut aufschreien mußte.\nDie Mama von Ernst wollte die freche Mücke\ngleich fortjagen, aber da sagte Ernst: „Halt,\njetzt lüge ich aber nicht wieder, Mama, nimm\nnur die Mücke nicht weg. Ich weiß es genau,\ndiese Mücke, die aus der Paradieswiese\nkommt, kann mein Hahnepeterei ausbrüten.\"\nUnd er sagte das so bestimmt und richtig, daß\nElse sich den Schmerz verbiß, besonders wo\nes nun nicht mehr weh tat, und die Mutter\ndie Mücke sitzen ließ. Da sog die Mücke sich\ndick und rot und blieb sitzen und saß noch\nda, als die drei zu Hause ankamen. Ernst\nholte sofort sein Ei, und wie das die Mücke\nsah, setzte sie sich sofort darauf und blieb\nsitzen. Nun glaubten es alle, daß diese Mücke\ndas Ei würde ausbrüten können. Ernst stellte\ndas Ei auf die Fensterbank zwischen alle"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "30", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.16", "texte": "Blumen, und die kleine Mücke brütete drei-\nzehn Tage. Man sollte es kaum glauben, daß\nsolch eine kleine Mücke überhaupt solch ein\ngroßes Ei ausbrüten kann, aber bei Wundern\nist eben alles wunderbar. Ernst hielt jeden\nTag seine Hand der Mücke einmal hin, und\ndie Mücke setzte sich eben darauf, stach ihn\nund trank sich satt. Dann flog sie aber so-\nfort wieder auf das Ei und brütete weiter. Die\nKinder aber kamen jeden Tag und beobach-\nteten das Ei. Die allgemeine Aufregung\nwuchs von Stunde zu Stunde, was wohl aus\ndiesem Ei herauskriechen werde. Und nach\n13 Tagen kamen alle Freunde und noch an-\ndere Kinder und stellten sich rund um das\nEi, und die Mücke sah sich alle an, vom einen\nzum anderen.\nUnd plötzlich ging es: „Klingklingkling\". Die\nEierschale zerfiel zu Asche, die Mücke fiel\ntot um, und aus dem Ei kamen tausende von\nkleinen Silbermücken hervorgeflogen, die so-\nfort hin und herflogen und wie die Zugvögel\ngroße Buchstaben und Figuren bildeten. Man\nkonnte sie deutlich sehen, denn jede Mücke\nhatte einen kleinen roten, im Dunkel leuch-\ntenden Kopf, wie ganz kleine elektrische\nGlühlämpchen, Das war wunderbar anzu-\nsehen. Mal war es der Kopf von Alfred\nFlechtheim oder Friedrich dem Großen oder\nWagner im Profil, was die Mücken tanzten,\nmal war es eine Blume oder ein modernes\nAuto in Tropfenform, und zuletzt ein Flug-\nzeug mit einem bequem gepolsterten Sitz,\nKaum aber hatte Ernst das Flugzeug gesehen,\nals er auch schon einstieg, und ehe er es sich\nversah, flog das Mückenflugzeug durchs\nFenster und höher und höher und weg und\nweg, und Ernst mit und mit. Die Kinder stan-\nden am Fenster, zu winken, und Ernst flog\nim Flugzeuge immer weiter und weiter, erst\nquer über die Wiese mit den Kuhklakken, bis\ner im wirklichen Paradiese ankam. Und da\nkam auch schon Onkel Pluvinel und hob ihn\naus dem Flugzeuge heraus. Kaum aber war\nErnst draußen, da flogen alle Mücken aus-\neinander und im Paradiese umher, und es war\nkein Flugzeug mehr da.\nUnd nun lernte Ernst den wirklichen Geheim-\nrat, Onkel Ungeflochten, kennen. Pluvinel\nstellte vor, indem er sagte: „Lieber Herr Un-\ngeflochten, darf ich Ihnen vielleicht den klei-\nnen Ernst vorstellen, und mit einer Hand-\nbewegung: „Herr Geheimrat Ungeflochten\".\nMan muß nämlich immer den Jüngeren dem\nAelteren zuerst vorstellen, den Geringeren\ndem von höherem Rang, und wenn eine Dame\ndabei ist, stets den Herrn der Dame, so ist's\nbei uns auf der Erde, und so ist's erst recht\noben im Paradiese. Man nennt das Sitte. Nur\nsind die Sitten im Paradiese viel mehr Ge-\nwohnheit und Allgemeingut aller Gebildeten\ngeworden als bei uns, sie sind so selbstver-\nständlich dort, daß keiner es mehr falsch\nmacht. Denn jeder Lapsus, so nennt man das\nim Paradiese, rächt sich dort auf dem Fuße.\nUnd Ernst erzählte nun, daß er zu Hause\nauch ein Paradies hätte, das wäre viel\nschöner. Man ginge nur eben den Feldweg\nam Hause herunter, dann stände man vor der\nTür des Paradieses. Aber da merkte Ernst,\ndaß er schon einen Lapsus begangen hatte,\ndenn Onkel Ungeflochten wurde ernst und\nsagte: „Du lügst, das kann ich sehen.\" —\n„Wieso kannst du das denn sehen?\" fragte\nErnst schüchtern. — „Weil du rauchst. Im\nParadiese rauchen nämlich alle Leute, wenn\nsie lügen.\" Und das ist wahr. Für jedes Ver-\ngehen gibt es im Paradiese eine Strafe, und\nzwar sofort. Darum geschieht so selten etwas\nBöses im Paradiese, weil jedes Böse sich so-\nfort selbst bestraft- Wie schön wäre es doch,\nwenn wir hier auf Erden auch solche Zu-\nstände hätten! Und da sagte Ernst: „Wir\nspielen das ja auch nur, in Wirklichkeit ist es\neine häßliche Kuhwiese mit vielen häßlichen\nKuhklakken, in die man so leicht hineintreten\nkann. Aber unser Lippizaner Hengst . . .\",\nund da merkte er es selbst schon, daß er\nrauchte, „ich meine unsere Lippizaner Kuh,\ngeht hohe Schule\"; er rauchte schon wieder,\n„ich meine, unsere Lippizaner Kuh, das Biest,\ndie läuft auf einem zu und sagt: „ „Muh\" \",\nwie im spanischen Stierkampf. Das hört sich\nganz schrecklich an. Die Mama ist ausge-\nrissen, ich aber . . .\" Und wie er das sagte,\nwurde der Rauch so dicht, daß er Onkel Un-\ngeflochten gar nicht mehr sehen konnte, und\ndeshalb erzählte er nicht mehr weiter. Und\nwie der Rauch sich allmählich gelegt hatte,\nda stand Hahnemann neben ihm und schüt-\ntelte ihm die Hand. Der freute sich mächtig,\ndaß Ernst nun im Paradiese war und fragte,\nwie er denn hergekommen wäre. — „Ganz\neinfach\", sagte Ernst, „die Mücken haben\nmich hergetragen.\" Und er sah sich um, ob er\nauch wohl wieder rauchte. Aber er rauchte\nnicht, denn er hatte ja die blanke Wahrheit"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "31", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.17", "texte": "gesagt, — „Und wo sind denn nun die\nMücken?\" fragte Hahnemann, — „Alle zu-\nsammen weggeflogen,\" — Aber in dem Mo-\nment kamen sie auch schon wieder zurück\nmit ihrem leuchtenden Köpfchen und flogen\nHahnemann Figuren vor, und alle ergötzten\nsich. Erst tanzten sie wieder Köpfe: Bis-\nmarck, Blümner, alle mit B, Und da sagte\nGeheimrat Ungeflochten: „Gut und schön,\nganz possierlich anzusehen, aber keine hohe\nSchule, hat mit Kunst soviel wie nichts zu\ntun.\" Und er befahl seine Lippizaner Hengste\nzu satteln. Da bildeten die Mücken plötzlich\ndie Figur eines edlen Pferdes und vollführten\nin dieser Gestalt soviele herrliche Capriolen,\ndaß das ganze Paradies schließlich zusah,\nLöwen und Elefanten, Nashörner und Gänse,\nFische und Heuschrecken, Pluvinel und Unge-\nflochten, und sogar die echten gesattelten\nLippizaner selbst sahen zu und klatschten\nBeifall, und Hahnemann diktierte Onkel Un-\ngeflochten einen langen Brief an seine Mutter\nund an alle, in dem stand, daß es noch nie\nso zwanglos und nett im Paradiese gewesen\nwäre, wie heute, seit Ernst ihrer Kolonie an-\ngehörte. Und dann forderte er zum Schluß\nalle Kinder auf, hierher ins Paradies zu kom-\nmen, wenigstens alle die, die die Eier vom\nHahnepeter besäßen.\n\nKurt Schwitters\n\nUna disgrazia\n\nLa fabbrica sempre animata\nda mille voci metalliche\nor tace.\nLe pulegge si rimettono\ndal lungo capogiro\ne lebrune trasmissioni\nnon oscillan piü tra ruota e ruota,\nUna disgrazia e accaduta\nnell'ampia sala rumorosa,\nche da vita a tutto il fabbricato:\ngli operai hanno saputo\ne sono accorsi lä ove la Morte\nha immobilitato un lor compagno.\nGringranaggi sudici stridevano,\ngracidavano paurosamente,\nagognando il liquido oleoso\nche rinfrescasse lor le dure carni.\nAI richiamo strepitoso\naccorse un forte domatore\nper saziare i sofferenti,\nma i denti vollero stritolare\nqualcosa di piü sodo\ne con gioia bestiale\nabbrancarono le vesti\ndel lor benefattore,\nsucchiandolo a tradimento\nnella morsa mortale,\nSi lubrificaron cosi con sangue umano.\nLa notizia inforcö subito la porta\ne attraversato lo spiazzo pien di sole\nvarcö l'alto muro di cinta\ne andö a sussurrare la sua triste vita\nai parenti del disgraziato.\nUna confusa folla di curiosi\nstaziona fuori della caneellata,\ne ognun domanda all'altro *\nil perche di quella ressa.\n— E morto un operaio; —\ndice uno — altro non so,\nme la detto un suo compagno —\n— E stato il padrone,\nche gli ha sparato in petto\nperche chiedeva aumento\nsul suo salario basso.\nHa insistito troppo\ne aH'intimazione\nd'allontanarsi ratto\nrispose per le rime.\nII direttore allora\nper ciö tutto infuriato\nlasciö partire un colpo.\nAvete ben compreso?\nL'hanno trucidato\nperche voleva pane! —\nChi parla e sempre il solito\naizzatore di discordie,\nche alla prima notizia\naggiunge una coda di parole,\nche con la veritä fanno a vergate,\n— Sie suicidato —\ndice un'altro sapiente\n— Soliti dispiaceri giovanili —\ne poi s'allontana altero\ncome un che la sa lunga,\nE altre, molte ancora\nson le false spiegazioni\nche van di bocca in bocca."}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "32", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.18", "texte": "(Giä, come si sa,\nin tutte le occasioni\nognun vuol dir la sua).\nMentre tante opinioni\nsi fanno ognor sentire,\ndalla ferrea cancellata\nesce una giovin donna\nscarmigliata.\nGli occhi fissano il nulla,\nche l immagine scolpita in essi\ne tanto viva ancora,\nche nessun'altra puö coprirla.\nUno s informa dell'accaduto.\nElia si ferma. Lo fissa.\nRide forte. Poi si calma.\nSbarra gli occhi e paria:\n— Üh! Quanta, quanta paura!\nV edo ancora tutto rosso ....\nsangue .... sangue .... sangue'.'.\n4\nsangue sul pavimento,\nsulie pareti, sul soititto.\nCarne macinata, stritolata,\nPoltiglia di carne, ossa e stracci;\ntutto rosso, rosso.\nQuel colore m'ha bruciato gli occhi:\nlo vedo sempre .... sempre ....\nQuanto terrore ho io del sangue,\nperche er 0550....\nSe non avesse quella tinta\nrimarrei indifferente.\nNon sono mica pazza, sa?\nNon abbia di me paura.\nCome ha arrossata la faccia!\nNon vuol lasciarmi in pace\nquel colore? ....\nQuanto sanno macinare bene\ngl'ingranaggi\nAh ah ah ah ah ah ah ah....!\nVedo sempre sangue, sangue, sangue\nrosso ....\nr 000550....\nrooooosso ....\nTutto e fuoco intorno ame.\nLe fiamme m'accecano!\nBrucio!.... Bruuucio!....\nTacque. Scosse la testa.\nPoi fuggi via ridendo.\n\nBruno G. Sanzin\n\nTeilnahme\nEcce Tacitus\n\nGibt es Wortgestaltung dem Miterlebenden\nder nutzgekirrten Elektrizität, des Klassen-\nkampfs, der Wolkenkratzeridee, der Hand-\ngranate, des Schiebergeschäfts? Sprache im\nuntergehenden Abendland, seelenrum auf-\nwärts auf Schleichwegen zur Unsterblichkeit?\n(Geborgt von Kollege Indifferenz) Goethe-\nforschungsguano zum Gedeihen deutschnatio-\nnaler Engstirnerigkeit?\nLyrik der Begriffe (auch k.p.d.-pensionär\nmühsam getollert) ist nicht unbehandschuht\nanzutasten trotz Gesinnungskonto. Kanti-\nscher Stehkragen Vanunft weltschmutzbür-\ngert Begriffs-Gewerkschaft sich ein. Erotische\nAussagen sind sublimierte Bordells ohne Zahl-\nzwang. Aus. Gewollte Rhythmik schauert\nhopp mit Willen ohne Kraft der Vorstellung.\nZwei Seelen ach sind fassungslos im Wort,\nFassade. Reim oder Nichtreim, was ist hier\ndie Frage shake-hands Abstammung?\nSprache ist magischer Spruch, nicht Gehirn-\nstatts Notgeld. Wort ist Ding, nicht Nach-\ngefühl. Laut ist Auskunft innren Zwangs,\nnicht Uebereinkunft philolodenbemäntelter\nStummheit. Silbe ist Zahl, nicht Erzählen.\nBuchstabe strebt eigene Verspannung, trotz\nwindigstem Buchführungs-Grundwasserkopf.\nZweck? Es wächst der Mensch mit seiner\nhöheren Milch der frommen Denkart. Sprache\nsiegt ohne Organisation des Straßen-Stern-\nblicks. Fensterplatz okkulter Samtbordiere\nist durch keine Examensdurchfallsucht zu\nmieten. Be-sant am See der Erkenntnis dünt\napollinäre Frivolität.\nLiteraturgeschichtsfilm kurbelt rückwärts\nZertrümmerung romanisierten Tafelaufsatzes\nVerfettungsursache. Denkboden Deutsch-\nlands steinert sprachgewissenlos. Nieder-\nsächsische Winkelmänner griechen landhung-\nrig hexameterstolz. Schwäbische Renaissance\nerdistelt gotisch Akanthusreimgetüftel. Hilde-\nbrand kanossat ehelose Sprach-Eunuchen.\nLudwig brennt im Dogma frommer Unwissen-\nheit. Rauh frankt Karls Gesang wie jedes\nGeschichtsbuch lehrt.\nInternationale Sprachverständigung? No leage\nof nations ohne Versailles. L'etat du monde\nc'est moi, Totgeburt Esperanto.\nUr-Laut torkelt Kind. Muttersprache schlämmt\nGeleit. Sprachstrom schlemmt Gewühl, ufer-"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "33", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.19", "texte": "los in Richtung, ufernd Borde Wiederkäuer-\ngrün. Sprachgesetze wanden Welle, wandeln\nWellen Form in Anschlag. Ungesetz Gesetz\ndes Lebendigen.\nWissen kanalisiert. Logischer Schluß Schleuse\nder Wassernot. Notwendigkeit: Bruch aller\nSchleusen.\n\nThomas Ring\n\nDie Tanzhalle des Berliner\nWestens\n\nDer dicke Tanzmeister betrachtet sein Saxo-\nphon mit dem Wohlwollen des guten Groß-\nvaters für seine Tabakspfeife. Der Tanz-\nmeister ist eigentlich der Kapellmeister. Aber\ndie Kapelle ist das Instrument, das nicht\ndurch ihn, aber für ihn spielt. Der Tanz-\nmeister sieht selbstverständlich wie Napoleon\naus. Denn alle Leute sehen wie Napoleon\naus, die etwas für sich wollen und etwas für\nsich können. Der Tanzkapellmeister unter-\nhält sich viele Stunden, und weil er sich unter-\nhält, unterhält man sich. Dieses arme „man\"\ndarf nur dann im Leben sich als Napoleon\nfühlen, etwas für sich wollen und etwas für\nsich können, wenn es tanzt. Plötzlich ist man\nfrei. Man bewegt sich ohne Grund, man geht\nohne Grund, man rennt ohne Grund, man\ndreht sich ohne Grund. Man ist grundlos frei.\nSonst ist Freisein eine Handelshandlung. Es\nmuß erkauft werden. Mit Verkaufen oder mit\nKaufen. Mit Verkauftwerden oder mit Ge-\nkauft werden. Jeder erwirbt seine Freiheit\nauf Grund seiner Meinung von Freiheit. Nun\nist man grundlos frei. Bewegungsfrei. Bewe-\ngungsfreiheit ist zwar ein Grundrecht, aber\nein Recht ohne Grund ist kein Recht, dem es\nrecht gemacht werden kann. Ruhe ist die\nerste Bürger- und Arbeiterpflicht. Aber man\nsucht sich die Ruhe in Bewegung. Jeder Ob-\nrigkeit ist Bewegung unsympathisch. Es\nbringt sie aus der Ruhe. Man kann die Leute\nkaum noch zählen, wenn sie sich bewegen.\nSie wollen aber. Also die Bewegung wird\nfestgesetzt. Von bis Uhr. Nicht bis über.\nNicht bis vor. Manche Tage muß man ruhen,\ndamit die Obrigkeit Ruhe hat. Sie kann sonst\nnicht denken. Auch wenn sie zum Denken\ngar keinen Grund hat, kommt sie durch das\nDenken doch auf einen Grund. Der dicke\nKapellmeister bläst auf seinem Saxophon,\nRhythmen zwingen zur Bewegung. Und er\nsoll sitzen, einsam auf dem Stuhl und Musik\nsehen. Er tanzt und sein Saxophon macht\nihm die Musik dazu. Wie das die Kollegen\nsehen, die sonst nur Tarif spielen oder ganz\ngroße Kunst, die zwar nicht mit der Elle, aber\nmit dem Metronom gemessen wird, wie die\nKollegen sehen, daß Tanz Musik erzeugt,\nlassen sie die Stühle unter sich und tanzen.\nNun sind alle Stühle unbesetzt. Aber auch\nsie verlassen die geordneten Reihen, manche\nlehnen sich zärtlich an runde Tische und\nmancher Vierfüßer springt den Zweifüßern in\ndie Seiten. Alle Menschen werden Brüder\nund Schwestern, und ohne Verwendung von\nEthik ist der große Wurf gelungen, einer\nFreundin Freund und eines Freundes Freun-\ndin zu sein. Man wird menschlich. Man stellt\nsich nicht vor, da man sich bewegen muß.\nMan stellt nicht nach, da man sich drehen\nmuß. Die Klassen sind nicht mehr getrennt,\ndenn die Lehrer passen nicht auf, daß sie sich\ntrennen müssen. Von bis sind sie frei. Also\nwarum die Anstrengung des Trennens. War-\num muß geschieden sein. So verschieden ist\nman doch nicht. Und wenn man schon ver-\nschieden ist, ergibt sich die Trennung von\nselbst. Aber auch unter der Erde ist es\nlebendig. Vielleicht mehr als auf der Erde,\nAber von bis darf man und will man frei sein.\nUnd man ist frei. Und man wundert sich, wie\nman tanzt. Denn im Tanzen sieht man den\nMenschen. Man wundert sich, daß jene\ndicke Frau tanzt, was ihr doch nicht steht.\nAber sie steht nicht, sie tanzt. Man wundert\nsich, daß jener Herr seine Haltung verliert.\nAber wie kann er sich halten, da seine Füße\nihn verlieren. Man will nicht mehr auf dem\nBoden stehen. Weder auf diesem, noch auf\njenem Boden. Man will nicht stehen. Nun\nschnattert, heult, schreit, plärrt, lärmt und\ndonnert das Jazz. Der dicke Tanzmeister\nleiht sich seine Hände als Füße. Seine Augen\nstolpern über sein Gesicht. Das Saxophon\nhüpft an den Kronleuchter, daß der Strom\nherzlich zu zittern beginnt. Warum soll nicht\nauch einmal der Strom kurzen Schluß mit\ndem ewigen Stehen machen. Nur entschlossen\nsein. Man persönlich hebt sich von den\nleisen Sohlen auf die Zehen. Selbst der\nWandschmuck kommt sich allzu angepappt\nvor und fällt gelegentlich stuckweise vor dem\nJauchzen des Jazz in zierlichen Stückchen"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "34", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.20", "texte": "herunter. Auch der Sekt langweilt sich in\nden Gläsern und wird schal vor Wut. So\nschal, daß es wieder den Schalen zu lang-\nweilig wird und sie hin und wieder auf den\nBoden springen. Unten gibt man die Zehen\nund sich auf und tanzt wieder auf den Sohlen.\nTrotz dem Kleid aus Orange. Oben in den\nLogen, in Käfigen mit Grundmauern ohne\nGitter, sitzen tatsächlich, es sitzen Men-\nschen. Das ist eine Klasse für sich, sie nennt\nsich Publikum. Es ist eine Klasse für sich.\nMan sieht es von unten ganz genau, es sind\nsogenannte Bruststücke. Man sieht nicht ein-\nmal, worauf es sitzt. Es könnte eigentlich\nauch gar nicht sitzen, da es Bruststück ist.\nGelegentlich sind auch Kniestücke darunter.\nDie gehören aber eigentlich nicht mehr zum\nPublikum, denn sie haben sich bald wieder-\ngefunden, und wenn sie nicht selbst schnell\nherunterspringen würden, könnten sie wo-\nmöglich fallen. Ganz fern sieht man zwei\nKopfstücke. Das sind zwei Aerzte, die die\nKopfstücke schütteln. Aus ihren Oeffnungen\nhallt in das Jazz hinein ein Wort, dieses Aus-\ndrucksmittel menschlicher Ueberverlegenheit:\nEpidemie, alias Tanzepidemie. Der dicke\nKapellmeister springt jäh bis auf die Brüstung\nder Bruststücke, und sein Saxophon tutet den\nKopfstücken gar lieblich in die Organe, die\neigens hierfür mit einem Trommelfell aus-\ngestattet worden sind. Was man noch nicht\nerklären kann, spricht man als Epidemie sich\nan. Die Kopfstücke, die Vertreter und nicht\nTänzer des Geistes sind, sind nun auf die\nKlasse böse, und sie werden bestimmt petzen\ngehen, zu den Herren Lehrern, die man sich\nangestellt hat, damit sie etwas anstellen\nkönnen. Und die werden petzen, und die\nLehrer werden der Klasse und den Klassen\nwieder eine Freistunde nehmen, damit Ruhe\nwird. Aber man hofft auf den dicken Kapell-\nmeister mit seinem Saxophon und auf seine\nKollegen mit dem Jazz. Die werden sogar die\nTrompeten blasen lassen, und es gibt doch\nkeinen Krieg, und man wird nicht gekriegt\nwerden. Denn man tanzt zusammen. Man\nbewegt sich über die Oeden, man bewegt sich\nüber verödete Kulturen. Bewegung ist Leben.\nUnd dem dicken Tanzmeister wird man ein\nTanzmal setzen: Hier bewegt sich der Mann,\nnach dem man tanzt: Eric Borchard.\n\nHerwarth Walden\n\nLetzte Traumlese\nRudolf Blümner\n3, Dezember 1924:\nEin Gericht ließ einen Mann am Totensonn-\ntag verhaften, weil es „ergreifender\" sei.\n27, Dezember 1924:\nEin Erpresser endigte seinen Brief mit dem\nSatz: „Für den Fall, daß die Summe nicht\nbinnen drei Tagen in meinen Händen ist, ent-\nhalte ich mich jeder Drohung.\"\n31, Dezember 1924:\nDie Mitglieder eines Klubs hatten nach dem\nStatut ihren Austritt mit den Worten zu\nerklären: ~In meinem Namen, Amen,\"\n5. Januar 1925:\n~ Säuglings-Konzern.''\n1. Februar 1925:\n„Umgürtet mit allem, was der Eid gebeut.\"\n\nInhalt:\nHerwarth Waiden: Das Märchen von der Ziege . . 17\nKurt Heinar: Visionen sechster Möglichkeit ... 19\nHerwarth Waiden: Gedichte 24\nKurt Schwitters: Fam. Hahnepeter 26\nBruno G, Sanzin: Una Disgrazia 29\nThomas Ring: Teilnahme 30\nHerwarth Waiden: Tanzhalle des Berliner Westens 31\nRudolf Blümner: Letzte Traumlese ...... 32\nLothar Schreyer: Linoleumschnitt 21\nOtto Nebel: Runentafeln zu Unfeig 22\nHugo Scheiber: Porträtzeichnung Graf Andrassy\nHugo Scheiber: Porträtzeichnung B6la Kadär"}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "35", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.21", "texte": "N*E UE\nRUSSLAND\nMonatsscbrift fur Kultur- u. Wirtschafts-\nFragen / herausgegeben von der\nGESELLSCHAFT DER FREUNDE\nDES NEUEN RUSSLAND.\nSchriftlg. Erich Baron, Bln.-Pankow, Kavalierstr. 10\n„DAS NEUE RUSSLAND\"\nist die einzige Zeitschrift, die durch sach-\nkundige Beitrage hervorragender rus-\nsischer und deutscher Mitarbeiter zuver-\nlassige Informationen iiber den kultu-\nrellen und wirtschaftlichen Neuaufbau\nRußlands vermittelt. Die Zeitschrift dient\ndamit zugleich der Forderung der kultu-\nrellen und wirtschaftlichen Verstandi-\ngung Deutschlands und Rußlands.\nDer Preis der Zeitschrift betragt fur das Einzelheft\nM. 0.60, fur das Doppelheft M.1.—, fur das Viertel-\njahrsabbonnement M. 1.50. — Fur Mitglieder der\n„Gesellschaft\" ist der Bezug im Mitgliedsbeitrag\nvon M. 5.— pro Vierteljahr inbegriffen.\n\nNeue franzosische Revue\nIndividual istische Hefte\nStudien und Dokumente\nJenseits der freiphiloso-\nphischen Auslegung und\nder sozialen, sinnlichen und\nfreien Tatigkeit in Frank-\nreich wird der internatio-\nnalen Arbeiterbewegung\nbreiter Raum gewahrt.\n/\nDie Revue erscheint alle 20 Tage. / Abonnement: 5 Hefte\n5 francs / 10 Hefte 10 francs / 1 Heft 1 franc 25\nAlle Korrespo n d en z en an die Redaktion\nLueurs / Lyon / Frankreich, 232, rue Garibaldi.\n\nMET OUERZICHT\nDirektion: FBRNANT BERCKELAERS und JOSEF PEETERS\nDie einzige Monatsschrift des Internationalen\nVortrapps in niederlandischer Sprache\nStandige Rubriken: Radikale Kunst, Musik,\nPhilosophie, internationale Politik,\nLiteratur, Wissenschaften,\nArchitektur, Kritik\nusw.\nPreis jedes einzelnen reich illustrierten Heftes in kunst-\nlerischem Umschlag, 24 Seiien. Format 25X32, Fr. 2.—,\nAbonnement (12 Hefte) Fr. 16.—, Frankreich Fr. 20.—.\nNiederlande fl. 4.25\nRedaktion und Verwaltung\nAntwerpen (Belgien), Chaussee de Turnhout 105\n\nContimporanui\nEinzige moderne rumanische\nKunst- 11. Literatur-Zeitschrift\nI\nDirektoren: }. VINCA und M. JANCO\nStr. Trinitatii 29\nBUCAREST\n\nT INTERNATIONALE ZEITSCHRIFI\nptMHIBpnHWWMnawMMMMaMMMWMmaMMMMaHnaMVMaMRMMnMnMnMaHMMaMIMIM IMiMHNmMMMaHMManaWMaMMMHMffiniHMMMMMHIMI\nKALENDER DER NEUEN KUNST UND DER GEG EN WART\nFuhrende Zeitschrift, die unveroffentlichte\nManuskripte in alien Sprachen der Welt bringt"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "36", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192502-01.1.22", "texte": "Verantwortlich für die Schriftleitung: Lothar Schreyer, Berlin W 9 / Verlag Der Sturm G. m. b. H., Berlin W 9, Potsdamer Str. 134 a\nFernruf: Lützow 4443 / Postscheckkonto: Berlin 120658 / Druck: Max Noster, Berlin SW 68 Alexandrinenstraße 110\n\n• J\nv.\nm:.\nDer Sturm\nHerausgeber: RERWARTH WALDaEN\n.\n•: i . v\n\\JS' ; ' /\n: .\"A;\" ;?* . ■:*\n,\ni\n\\I.:\n16. Jahrgang 1925\nMonatsschrift\n]edes Heft 1 Mark 50 pfennig\nJahrgang 1925: 12 Mark\nEin halbes ]ahr: 8 Mark\nEin Vierteljahr: 4 Mark\nMi .\n!.iJ:' \"i\nDie Jahrgange der Zeitschrift Der Sturm\nDie Zeitschrift Der Sturm wurde im Jahre 1910 durch Herwarth\n'•.•' . . ' ' '\nWalden als Wochenschrift begrundet. Sie wurde spater in eine\nMonatschrift umgewandelt. Nur im lahr 1924 erschien sie als Viertel=\njahrschrift mit Monatsberichten.\nWer sich über die Entwicklung der gesamten neuen Kunst, der\nDichtung, der Malerei, der piastik unterrichten will, findet in den\njahrgangen des „Sturm\" das reichste Material.\n■v' ,;S V. ' K--CF ■ v.': ■ ;'I's jiV '' *- ' '\nPreise der fruheren jahrgange:\n1 —4. Jahrgang: vergriffen\n5. und 6. jahrgang: je 12 Mark\n8. jahrgang: vergriffen\n9.—15. jahrgang: je 12 Mark"}]}