{"numero_id": "bm-bmtnabg-1925-03-01", "volume": "bmtnabg_1925-03_01", "ocr_sha256": "f4e768d231123225b1d9d8922b437707cebb72b3f31948825605eff84f040faa", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1925/03_01/bmtnabg_1925-03_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1925/03_01/bmtnabg_1925-03_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1925-03-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-03_01#c001", "volume": "bmtnabg_1925-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "1", "page_fin": "1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.2.1", "titre_corps": "Linoleumschnitt", "titre_sommaire": "Linoleumschnitt", "signature_source": "Oscar Nerlinger", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.1", "debut_caractere": 210, "fin_caractere_exclue": 242, "texte": "Oscar Neriinger: Linoleumschnitt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-03-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-03_01#c002", "volume": "bmtnabg_1925-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "33", "page_fin": "34", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.2.2", "titre_corps": "Leben", "titre_sommaire": "Leben", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "33", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.3", "debut_caractere": 54, "fin_caractere_exclue": 3507, "texte": "Leben\n\nDie Elfenkönigin liebt die Männer mit schwar-\nzem Spitzbart. Die wirklichen Männer, die\nnicht in dem Land östlich von Asien leben,\ndas seine Entdecker Märchenland genannt\nhaben. Während diese Professoren mit Löck-\nchenvollbärten jenes Land nur auf dem Wege\nder Berechnung erreichten, gelang es einem\nKnaben durch Herumirren, auf diesem Lande\nFuß zu fassen. Der Fortschritt schreitet fort.\nUnd wenn die Erde auch nicht das Märchen-\nland, so hat doch das Märchenland die Erde\nentdeckt. Männer mit schwarzen Spitzbärten\nwirken immer geistig anregend. Durch die\nErdströmung der Radiowellen, durch die\nEntdeckung der Relativität und durch die\nVerkehrsstürme der Großstädte fühlte sich\ndie Elfenkönigin in ihrer Einsamkeit bedroht.\nDie kluge Frau baut vor, sie baute deshalb\nschleunigst ab und begann unverzüglich mit\ndem Wiederaufbau. Die Männer mit schwar-\nzen Spitzbärten wollen sicher für ihr Geld\ndas haben, was man für Geld verlangen kann.\nNämlich Kultur. Der Knabe fand sich als\nSohn der Kultur daher auch gut im Märchen-\nland zurecht. Er hätte nicht einmal seinen\nHund mitnehmen brauchen, der durch Aus-\nübung der Schlagkraft zu einem tierischen\nBeispiel menschlicher Treue heraufkultiviert\nworden war. Aber auch die professoralen\nEigenschaften hatten sich in jenem Knaben\nrelativ entwickelt. Und da er ein kluger\nKnabe war, fiel ihm, abgesehen von der Kul-\ntur, einiges auf, was die Märchenbücher nicht\nenthielten, die man auf der sonstigen Erde\nWissenschaft zu nennen gewohnt ist. Zwar\nhatte er viel von der Elfenkönigin gelesen.\nNur berührte es ihn gleichsam merkwürdig,\ndaß ihm die Existenz von Elfenprinzessinnen\nvöllig vorenthalten war. Ganz wie bei unser-\neins, dachte der Knabe, denn er war klug\nund konnte denken. Zu einer Königin ge-\nhören relativ Prinzessinnen, wenn auch posi-\ntiv kein Elfenkönig aufzutreiben ist. Die\nElfenkönigin betrachtete den Knaben relativ\nuninteressiert, weil der schwarze Spitzbart\nin einem Stadium der Vorentwicklung sich\nbefand, der keine endlichen Schlüsse auf die\npositive Gestaltung ermöglichte. Da Sie noch\nsehr jung sind, werde ich Sie mit meiner Prin-\nzessin, der Tochter, bekanntmachen. Der\nKnabe war durchaus damit einverstanden, da\ner noch sehr jung war und keinen Sinn für\ndie Entwicklung von schwarzen Spitzbärten,\nwenigstens bei Elfenköniginnen, besaß. Prin-\nzessin, hier stelle ich dir einen Knaben vor.\nDie Elfenkönigin konnte sich nichts mehr\nohne Vorstellung vorstellen, weil sie sich\neben für den Wiederaufbau interessierte. Die\nPrinzessin blickte auf den Knaben, indem sie\nden Kopf in ihre Arme senkte. Wenn du\neinen Schoß hättest, würde ich mich auf\ndeinen Schoß setzen. Aber du bist noch\nklein, und deshalb sehe ich dich nur mit\nmeinen Armen an. Ich habe nicht gewußt,\ndaß Arme blicken können. Aber deine Arme,\nPrinzessin, sind halbgeöffnete Augen, die\nsuchen. Du sollst nie in meine Augen sehen,\nKnabe, denn in meinen Augen wohnt der\nSchalk, Der Schalk wird mir nichts tun,\nPrinzessin, denn ich habe meinen treuen\nHund bei mir. Der Schalk wird dir sehr weh\ntun, Knabe, denn er hat keine Seele. Die\nSeele, Prinzessin, ist eine geschichtliche Be-\nwohnerin des Märchenlandes deiner Frau\nMutter und ist bei uns durch die politische\nPolizei längst ausgewiesen. Der Knabe war\nsehr stolz, daß er das mit der Frau Mutter\nsagen konnte, denn er war der Sohn eines\nProfessors und wußte daher im Seelenleben\nBescheid. Der Hund hingegen blickte gleich-\nsam treuherzig, wenn auch nicht treuseelisch"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "34", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2145, "texte": "auf die beiden, die sich einer so vorzüglichen\nAusdrucksweise befleißigten. Mein Schalk\ntut weh, Knabe. Ich habe keine Angst,\nPrinzessin, mein Vater hat sogar den Sieg-\nfried übersetzt. Und der hatte nicht einmal\nvor den Filmtheatern Angst. Knaben sind\nklein und ohne Spitzbärte, darum haben\nsie keine Angst. Nun wollen wir lieber\nspielen, Prinzessin. Du tust mir weh, wenn\ndu meine Arme anfaßt. Ich bin kein Schalk,\nPrinzessin, und ich kann dir deshalb nicht\nweh tun. Da öffnete die Prinzessin ihre\nbeiden Augen, und ein Leuchten flammte auf\nüber den Erdball, daß die Männer mit den\nSpitzbärten es gar kein Spiel mehr fanden.\nAber der Schalk sitzt gar nicht in deinen\nAugen, Prinzessin, deine Augen sind zwei\nbraune Weiher, über die der Mond lächelt.\nDu bist ein Knabe. Deine Augen, Prinzessin,\nsind zwei Arme, die sich schließen. Du bist\nein dummer Knabe. Ich aber, Prinzessin, will\ndich in den Himmel heben oder du mußt mich\nin meinem Wald besuchen, der dunkel ist. Da\nblickte die Prinzessin auf, daß der Erdball bis\nan den Himmel sprang und sich gar nicht\nwieder zurückfinden konnte. Dann zog sie\nsich ihre Schuhe aus. Und auch ihre Strümpfe.\nDenn der Wiederaufbau im Märchenland\nhatte schon eine beträchtliche Höhe erreicht.\nDeine Beine, Prinzessin, sind zwei Arme, die\nsich schließen: ich werde dich in den Himmel\nheben oder du mußt mich in meiner Ebene\nbesuchen, die hell ist. Dann will ich dich\nlieber in deinem Wald besuchen. Der Hund\nblickte treuherzig um sich und schwärmte\naus. Da zog der Knabe die Prinzessin auf\nseinen Schoß und drückte seinen Mund auf\nihre Beine, die sich schlössen. Der Schalk\naber sprang dem Knaben zwischen die geöff-\nneten Lippen, Schnell schloß der Knabe\nden Mund, und die Prinzessin hatte das\nNachsehen, Aber ihre Augen lächelten.\nDer Knabe bekam zwar noch immer keinen\nSpitzbart, aber er barg die Prinzessin in sich,\nund da sie nicht gestorben sind, leben sie\nheute noch.\nMan ist zur Zeit damit beschäftigt, ent-\nsprechend große Fernrohre zu konstruieren,\num das Märchenland demnächst für Men-\nschenaugen sichtbar zu machen. 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"https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1857, "texte": "Zeuger\nZEIGER gen Reif\nzeugt Zeit\ntingt innen nur futur\nentn eint\neinet\ngeeint in UR\ngetreu entgrenzt\nin Tief erneut\nnie Teige\nZinnen eurer Zeit,\nEFFRÉNÉ\nReuter reizt Terrinentunten\nRiegen finten\nEggen runzen\nrunz\nterunz\ntefitt\nfette Ziegen futtern rinn\nritte Reue gegen Zeiger\nrennten Zeiger gegen Reue\nturte\nturte\nTintenf unzen\neinzig Zentnerinnen uzen\nTunten uzen\nReuterriegen runtertreten\nR u n z e rettet Tigerzungen\nT eigerinnep.\ntiefe Tienen\nTeige rinnen\nTiefe teufen\nTerzen finten\nFinte\nTerz\nTerzett\nzeireu,\nFÉRIN\nTeige Tunten zeigen Gier\nneunzig Teige runtertreten\nGeier zerren Tuntentitten\nGeier futtern Eier rein\neine Zeitung geifert gegen Treue\nGeiergier erneuert Unzeug\nFeige zeugen Unterzeug\nfeige Geier unterzeugen feine Freie\nerz e !\nEIN RUNENRENNEN\nReigen\nGeiger\nGeigerin\nZeiger neigen 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böses Wien begehrt nach Wundern\nGoldsonne weißes Kreuz rotgestrichel Silber-\nbalken\nWache Würzburg das Fleisch ist schwach\nWeiße Schwänze rote Schwänze Lanzen-\nstange im Hermelin\nIm Verborgenen betet Triest zum Vater\nMützengrün Kleeblattkreuz goldbordierte\nSchlangenhaare\nVeglia dankt Gott daß Veglia nicht anders ist\nHalber Turm Krummstab mit drei Quasten\nSuchet so werdet ihr Eichstätt finden\nBehandschuhter Arm lindenblattbesäter Pflug\nSankt Gallen Gott Gott der Lebendigen\nAst auf aufgerichteter Bärenpranke\nSchwerin weiß um das Reich Gottes\nBlau zwischen Vorderbeinen hervorbrechen-\nder Bock\nDas Reich Gottes ist inwendig in Trient\nZurücksehendes Lamm gelben Schein um den\nKopf\nDas Reich Gottes stürmt Ratzeburg\nHelm silberne Lanzen mit roten Fähnchen\nRothenburg sieht beim Pflügen zurück\nIn Gold ein Vogelfuß\nSalzburg weiß nicht wie der Samen wächst\nHirschgeweih Türangel halbe Lilie am Spalt\nWeizen und Unkraut läßt Limburg wachsen\nFüllhörner strahlen umgeben Auge Gottes\nZehn Jungfrauen warten in Oesel\nZwei blau gelöwte Leoparden Krone um den\nHals\nAlle Schuld ist Dobrin brudererlassen ver-\ngeben\nEin Schwert darüber im Stern\nSenfkorn kleinster Samen zu Hildesheim\nGoldroter Fuchs über rotem Gitter\nNaumburg kauft den verborgenen Schatz im\nAcker\nMohrenrumpf gerauhten Büffelhörner\nAlles verkauft Paderborn für die köstliche\nPerle\nWachsender Wolf in natürlicher Farbe\nBrixen will dem Letzten soviel geben wie\ndem Ersten\nSchwarz widersehendes Lamm mit gelben\nNimbus\nWind weht in Passau wie er will\nAufspringender Hund Doppeladlerbrust\nBasel freut sich über neunundneunzig nicht\nverirrte Schafe nicht\nAnker Angel Tagleuchter\nLasset die Kindlein zu Brandenburg kommen\nZwei weiße Schlüssel rote Zunge Eberkopf\nWerdet wie die Kinder in Olmütz\nSechs mit der Spitze nach oben gekehrte\nweiße Zinken\nTrier wirft ein Feuer auf die Erde\nMit schwarzen Herzen bestreute rote Lilien-\nhaspel\nKöln kam zu entzweien\nJagdhörner halten eine Dame\nNiemand ist in Bamberg gut\nLöwe reitet schrägrechts roten Strom\nSteckenpferd\nCammin sucht was verloren ist\nGreif nach vorn gebogen Fischschwanz\nFulda kommt zu dienen\nKaiserin Hildegard schwarzer Schleier gelbe\nKaiserkrone\nFür die Wahrheit zu zeugen ist Corvey ge-\nboren\nDrei rote Schlegel eine Bremse unten drei\nRosen\nWenn Speyer schweigt schreien die Steine\nSchwanenhals Prälatenstab zwei wilde\nMänner\nLaß die Toten die Toten in Münster begraben\nDrei Vögel vor drei fünfblättrigen Rosen\nWer Lüttich mehr liebt denn mich\nGolden Säule an langen Stengeln Mispel-\nblumen\nWer Gottes Willen tut ist meine Mutter\nMerseburg\nZwei Ellenbogen nach außen\nPrag soll aller Knecht sein"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "41", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3526, "texte": "Brennender Ast nach oben gerichtete gelbe\nWage\nChur verleugne sich Chur\nWindhund mit Halsband geflügelte 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leben Menschengut\nDurchbohrter Vogelhals vier Nagelspitzen\nNur eins ist not Winchester\nSchlüsselgriffe die Schleife vom Hosenband\nBangor geht ein Kamel durch ein Nadelöhr\nAcht Flämmchen tropfen zwei durchgeschla-\ngene Sporenrädchen\nAlle Dinge sind möglich bei Ely\nZwischen Zähnen ein blankes Schwert\nDiese Nacht wird Bristol schatzlos sterben\nLeopardenrachen entstürzt halbgelbe Lilie\nNorwichs Schätze fressen Rost und Motten\nDrei Pelikane in Rot abhängendes Stück\nRiemen\nOxford sorgt um Leib und Leben\nAuf drei queren wellen Blaufuß steht ein\nOchse\nDurham sorgt nicht für den anderen Morgen\nGelbkreuzbelegt fünf Fünfblätter\nMan vermag nicht das Geringste\nIn jedem Winkel drei schwarze Muscheln\nWarum sorgt Kilmore für das Andere\nVier Kleeblätter begleiten ein rotes Kreuz\nWas wird Xantensis trinken was essen\nIm blauen Feld drei gelbe Sterne gelbes Eich-\nhorn im weißen Feld\nEdinburgh tut Sünde Sündenknecht\nKrummstäbe stecken goldgarnierte Mitra\nOhne Sünde Aberdeen wirft den ersten Stein\nUeber Feuer im Kessel drei Kinder\nWer Glasgow behalten will wird verlieren\nGlockebehangen liegt grüner Baum am Boden\nWas hilft ganz Adelaide seelenschade\nSchwarz vier rote Sterne\nFürchtet nichts Auckland mag den Leib töten\nTaube mit Oelzweig schwarze achtstrahlige\nSterne\nNiemand weiß Zeit Bombay bleib wach\nDrei Löwen drei Leoparden ausgezackte\nBordüre\nGeben Zanzibar seliger denn nehmen\nPalmblätter auf Lilien liegend\nDie nicht vergelten können hilft Falklands\nEingezackt drei schwarze Eicheln\nSiebenzigmal vergibt Colombo dem Bruder\nZwei Zwillingsbalken zwei Leistensparren\nWas siehst du den Splitter in Hongkong\nIm schwarzen Schild zwei weiße Schüssel\nVergebt Honolulu richtet nicht\nRote Brisure mit gelbem Hochkreuzchen\nWie Kingston mißt wird Kingston gemessen\nFreiviertel Ananas\nDas rechte Aergerauge reißt sich Madras aus\nGazelle und Tiger lagern unter Tropen-\nbäumen\nLahore liebt seine Feinde\nDelphine begleiten hinter Bergen hervor-\nbrechende Sonne\nRegen über Gerechte und Ungerechte in\nMontreal\nGanz hinten werden Eisberge sichtbar\nOntario entbietet sich zum Backenstreich\nBlaues Tauwerk auf schwarzem Meer ein\nSchiff\nPrätoria schenk Rockräuber noch den Mantel\nGelber Löwe schwarze Fahne\nIn Trinidad verbietet Todesstrafe jeden Eid\nAuf der quadrierten Teilungslinie eine Rose\nZwischen zwei Sternen verwechselter Tinktur\nBesitzen die Sanftmütigen das Erdreich\nDich selbst lieben deine Nächsten\nEin gelber Engel mit zwei roten Flügeln\n\nFranz Richard Behrens"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-03-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-03_01#c014", "volume": "bmtnabg_1925-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "41", "page_fin": "41", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": 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gestiftet hatte, wieder nach Hause\ntrug, damit sie auch noch für die zweite und\ndritte Uraufführung einer erstaunenden aber\ndennoch zahlenden Menge Genüge tun kön-\nnen, wie die Herren der Presse unter dem\ndurchweichten steifen Oberhemd Gedanken\nund Sinne zusammensuchten und ihrem Smo-\nking mit dem Strohhut gut zuredeten, wie die\nStreichhölzer nicht an den Mann, die Blumen\naber an die Frau gebracht wurden, nicht ohne\npekuniäre Mithilfe des betr. Mannes, wie die\nStarin aus Ungarn unter höflichen Verbeu-\ngungen der trinkgeldbehafteten Garderobe-\nfrauen in ihr schlichtes Auto stieg, einige\nHerren ihr nachstiegen und wieder andere\nbedauerten, es nicht tun zu dürfen behufs\nMangel an Großgeld, wie die Tragödin Adele\nSandrock ihren Busen mit lächelndem\nFrösteln unter den garantiert echten Theater-\npelz barg, wie der Zigeunerprimas, der uns\ndie Pußta menschlich näher gebracht hatte,\nnebst Violinkasten in die nächste Destille\nbog, wie das Heer der gut entkleideten\nChoristinnen sich teils in die nördliche, teils\nin die südliche Friedrichstraße begab, um\ndem entsprechenden Heer ihrer Kinder den\nMund zum Gutenachtkuß zu reichen, wie die\nBilletthändler des seit Wochen ausverkauften\nHauses die Verluste zählten, die sie für die\nzurückgebliebenen Billetts an Stelle des Ge-\nwinns entgegennehmen mußten, wie der\nrasierte Kassierer mit würdiger Miene dem\nDirektor zum Verwechseln ähnlich sah und\nwie er einen mißliebenden Blick auf die\ndunklen Gestalten warf, die das helle Bogen-\nlicht des Metropoltheaters vor seinem schön-\nheitstrunkenen Auge verdunkelten, wie die\nmuntere Schar der Ballettratten in das Mäuse-\npalais eilte, nicht ohne die Schlager vor sich\nhin zu trällern, die es beinahe werden sollten:\nda sagte man sich, es ist doch schön, nicht\ndabei gewesen zu sein. Frau Generaldirektor\nMüller von der Zementfirma Schulzegebr.\nhatte ein Kleid an, natürlich Crepe Georgette,\ndie weißseidenen Strümpfe leicht ange-\nschmutzt, aber von der Firma, wo man jetzt\nkauft. Der Graf von Preußen im Schmuck\nseiner hohen und niederen Orden, stand be-\nscheiden an jenem Vordereingang, der den\nHintereingang zur Bühne und zur Seligkeit\nbedeutet, und der Portier sagt ihm mit\ngelassener Miene, daß der Herr Graf der\nletzte seien, die Damen und auch seine Frau\nseien nämlich schon alle fort. Hierauf warf\nder Graf jenen Blick des Fürsten Toggen-\nburg auf den noch spärlicher beleuchteten\nHimmel, zog eine Zähre in sein orangeseide-\nnes Taschentuch und ging einsam ins Cafe\nNational. Trost zu suchen. Denn ein süßer\nTrost ist uns beschieden. Der Komponist\nhat es verstanden, die Delikatesse der se-\nriösen Altmeister mit der Grazie des un-\ngarischen Wiener Schicks zu verbinden, seine\nHarmonien deuteten auf gediegene Kenntnis\ndes Kontrapunkts hin, während seine Melo-\ndien den Weg alles Fleisches gingen. Die\nOrchestrierung ging über das übliche Maß\nhinaus. Eine interessante Neuerung war die\nWiederaufnahme des Walzers, der unsere\nBeine im Dreivierteltakt sich erheben ließ.\nVon der Ausstattung kann man nur sagen,\ndaß sie der Ausstattung würdig war. Der\nDirektor entwickelte eine Farbenpracht, die\nan die besten Malermeister erinnerte und der\nReichtum der eigens hierzu verwandten Ma-\nterialien entsprach genau der Zahl von Ren-\ntenmark, die hierzu aufgewendet worden war.\nHiervon abgezogen selbstverständlich die\nschlichten zehn Prozent Unternehmergewinn\nDafür hatte aber auch der Unternehmer den\nGeschmack des Herrn Direktor berücksich-\ntigt und hineinkalkuliert. Mit drei Worten:\nes war schön.\nWährend man in der großen Pause sich\nallerseits an den mitgebrachten Brötchen be»\nhaglich tat und das Glas Bier entsprechend\ndem Ernst der Zeit das Glas Sekt im Magen\nvertrat, wandte sich mein pflichtgetreuer\nFuß in den nächstgelegenen Wintergarten.\nDie Seelöwen lachten sich gerade über zwei\nDamen tot, die sie zu imitieren versuchten,\nund der eine Seelöwe bemerkte mit ironi-\nschem Lächeln, daß Imitieren eigentlich keine\nKunst sei und daß die Damen doch lieber ans\nTheater gehen möchten. Er könne ihnen eine"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "44", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3815, "texte": "Empfehlung zum Bei-Spiel geben. Eine\nDame aus gehobenem Schieberstand be-\nmerkte zu ihrem Gatten, es sei doch er-\nstaunlich, daß Tiere so originell sein könnten.\nSie hätte bisher nur originelle Menschen\nkennen gelernt. Der Herr meinte, für Geld\nkönne man eben alles bekommen. Neben\nmir saß ein Kind. Seine braunen Augen\nglänzten. Ein feuchter Schimmer legte sich\num die mattblauen Ringe und sein Herz\nzitterte. Mit tosendem Beifall setzt die\nClaque ein, die das Metropoltheater nötig\nhat. Chinesische Gaukler sind auf der Bühne,\nmachen den Raum zur Zeit und die Zeit zum\nRaum. „Die Dekoration wäre etwas für\nunser Schlafzimmer,\" sagt die Kuh hinter\nmir. „Wir müssen uns aber dann auch die\nAlabasterschale von Rosenhain dazu kaufen\"\nbemerkt der Herr, der für Geld alles haben\nkann. „Alabaster steht so gut zu Gold.\"\nDas Kind aber warf heftig seinen Kopf in den\nNacken, und ein Lächeln stürzt über seine\nLippen, das Lächeln, das Erwachsene ver-\nlegen macht. Und schon ist eine Dame auf\nder Bühne, die züchtig ein Tuch so lange vor\nihren durchaus nicht einwandfreien Körper\nhält, bis viele Reflektoren sie mit mildem\nund starkem Licht verhüllen. Sie stellt\nBilder berühmter alter Meister, Alte Meister\nsind immer berühmt, und berühmte Alte sind\nimmer Meister, Dieses Schönheitsgefühl der\nMeister. Das Meer, das weit hinaus glänzt,\no Ewigkeit, du Donnerwort, die Blumen, o\nBlumen, die teils blühen und teils welken,\nworaus sich Frühling und Herbst ergibt und\ndazwischen der Reif aus glanzvoll imitierten\nEdelsteinen, der nicht nur in der Frühlings-\nnacht fällt. Und die Alpen mit Glühen und\nohne Glühen und der Himmel, wo man die\nSterne nicht einmal mit doppelter Buch-\nführung zählen kann und nicht das geringste\nSaldo zu unseren Gunsten bleibt und über-\nhaupt die Frau, die glücklich macht oder\nnicht, mit Rosen im Haar und an sonstigen\ngeeigneten Stellen, das alles ist keine Kunst,\nmeine Damen und Herren, nicht mehr Kunst\nder alten Meister, das macht heutzutage der\nReflektor, wie er leibt und lebt. Die Kuh\nfindet, daß jenes eine Kleid Mariechen gut\nstehen müsse. Die gewölbten Lippen des\nKindes zucken: Ziege. Ja, die Botanik ist\nnicht einfach. Auch Kühe können zu Zie-\ngen kommen. Die Ziege erinnert mich recht-\nzeitig an meine pflichtgetreuen Füße, und ich\njage von der Großkunst des Vari6t£s zurück\nzur Kleinkunst des Metropoltheaters.\nLeider hatten sich indessen die ersten fünf\nAkte übersprungen. Es war Mitternacht\ngeworden. Aber mein guter Sternenhimmel\nim Wintergarten sagte mir, daß man ins Me-\ntropoltheater nie zu spät kommen könne. Ich\nerhaschte gerade den großen Applaus, der\nallen wohltat und der so recht ein Klang-\nbild jenes harmonischen Zaubers war, der\nsich in die Ohren des Elitepublikums ver-\nheerend hineingeträufelt hatte. Der Beifall\nwar schlichtweg herzlich. Diese Ungarin.\nNein, im vollen Ernst: die Steppen und Ser-\nvus Du in einer Person. Und jene Tragik,\ndie lacht, und jener Humor, der die Herzen\nerschüttert. Erst willst du nicht, dann willst\ndu doch. Und Tokayer. Edelgewächs. Und\nHorthy, der Reichsverweser. Und die vielen,\nOchsen. Die Sandrock war prächtig.\nSchon immer hatte man bei dieser großen\nTragödin geahnt, daß sie die geborene ko-\nmische Alte sei. Und die Rentenscheine\nhatten nicht getrogen. Es war ein Erlebnis.\nMan hatte ihr nicht zuviel versprochen. Der\nBlumenhain, der zum letzten Male bei einer\nGroßbeerdigung Verwendung gefunden hatte,\nduftete. Sämtliche Direktoren und Regie-\nrungsräte waren tief ins Oberhemd geknickt,\nund die blendenden Schultern der Damen-\nwelt atmeten von verschwiegenen Nächten.\nDie Reichsregierung hatte leider ihr Er-\nscheinen absagen müssen, da zur selben Zeit\nein Frühstück bei ihr stattfand. Alles in\nallem: die Winterspielzeit ist hiermit glän-\nzend eröffnet und man darf von sich sagen:\nman ist nicht dabei gewesen.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-03-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-03_01#c019", "volume": "bmtnabg_1925-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "43", "page_fin": "43", "image_debut": 17, "image_fin": 17, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.2.9.1", "titre_corps": "Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "signature_source": "Waldemar Exkertz", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 17, "page_imprimee": "43", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 55, "texte": "Waldemar Eckertz S Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-03-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-03_01#c020", "volume": "bmtnabg_1925-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "44", "page_fin": "46", "image_debut": 18, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.2.10", "titre_corps": "Liebes Märzveilchen!", "titre_sommaire": "Liebes Märzveilchen!", "signature_source": "Lothar Schreyer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 18, "page_imprimee": "44", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.18", "debut_caractere": 3817, "fin_caractere_exclue": 4185, "texte": "Liebes Märzveilchen!\n\nKümmerlich ist die Erde noch. Aber der\nHimmel weint schon und ein früher Schmet-\nterling ist schon gestorben. Der Himmel\nweint sich blank und der volle Mond glänzt\nbis in den Tag. Das Morgenrot tropft in dein\nheimliches Bettchen. Die dürre Hecke fun-\nkelt im Tau.\nBist du schon wach? Bist du da? Schon will\nein kleiner Vogel singen. Kannst du das"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "46", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.20", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 458, "texte": "Lied schon hören? Wach auf. Laß mich dich\nfinden. Ich suche dich.\nIn allem Sturm blühst du wo. In der Stille\ndes Sturms blühst du still. Mitten im Sturm\nblüht deine Stille.\nMeine Blume du. Da bist du nun.\nDer Himmel behüte dein Blühen. Die Sonne\nbehüte dein Wachen. Der Mond behüte\ndeinen Schlaf,\nIch sehe dich.\nUebers Jahr, übers Jahr grüße mich wieder.\nUnd rufe mich. Ich will dich suchen. Ich will\ndich finden und ansehn still.\nImmer dein\n\nLothar Schreyer"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-03-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-03_01#c021", "volume": "bmtnabg_1925-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "45", "page_fin": "45", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.2.10.1", "titre_corps": "Otto Hebel: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Otto Hebel: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "signature_source": "Otto Hebel", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "45", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.19", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 48, "texte": "Otto Hebel: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-03-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-03_01#c022", "volume": "bmtnabg_1925-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "46", "page_fin": "46", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.2.11", "titre_corps": "Lieber Druckfehlerteufel!", "titre_sommaire": "Lieber Druckfehlerteufel!", "signature_source": "Lothar Schreyer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "46", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.20", "debut_caractere": 460, "fin_caractere_exclue": 2272, "texte": "Lieber Druckfehlerteufel!\nLothar Schreyer\nWo die Liebe druckt, da fehlt der Teufel.\nWo der Teufel druckt, da fehlt die Liebe.\nWarte, du alter umgekehrter Engel! Ich weiß\nsehr wohl, daß du auf dem Kopf stehst, An\nden Zehen zausen werden wir dich, wenn du\nnicht endlich dein historisches Schwänzchen\neinziehst und den Weg alles übrigen Kitsches\ngehst.\nWas fällt dir ein, auch uns auf den Kopf zu\nstellen. Hast du keinen Respekt davor, daß\nich „verantwortlicher Schriftleiter\" des\nSturm bin. Vor ein paar Wochen stellst du\nmeine Zeichnung auf den Kopf. Wenn du\ndich dran geärgert hast, sei dir der Spaß ge-\ngönnt, du unverbesserlicher Impressionist.\nAber laß dir einmal vom Thomas von\nAquino oder unserem guten Rudolf Blüm-\nner, der freilich noch nicht in der Hölle ist\nund auch nicht hinkommen wird, da er ein\nExpressionist ist, sagen, wo oben und unten\nist. Was bei dir unten ist, das ist bei uns\noben. Aber du bist ja überhaupt nur unten.\nNoch unter dem Querschnitt. Bleib doch im\nKunstblatt!\nUnd nun hast du auch noch unseren Freund\nOtto Nebel auf den Kopf gestellt im letzten\nSturm, Was ich mir gefallen lasse, lasse ich\nmeinen Freunden nicht bieten, du Sohn des\nKitsches! Du meinst, es wird doch keiner\ngemerkt haben, weder bei Schreyer noch bei\nNebel. Der Setzer hat es gewiß gemerkt;\ndenn über ihn ist das Unwetter des Sturm\nniedergegangen. Das nächste Mal stell den\ngeschätzten Setzer auch auf den Kopf, daß\nunser Unwetter seinen hierfür von Mutter\nNatur bestimmten Körperteil trifft. Dich\naber werden wir nach Hannover zu Herrn\nSchwitters schicken. Er wird ein Merzbild\naus dir machen, das Haare auf den Zähnen\nhat. Und die dürren Engländerinnen werden\nkommen und dich rasieren, wie sie den\nschwarzen Klex in der Wartburg rasiert\nhaben, bis von dir nichts weiter übrig bleibt\nals ein Loch.\nNicht der deine"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-03-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-03_01#c023", "volume": "bmtnabg_1925-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "46", "page_fin": "48", "image_debut": 20, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.2.12", "titre_corps": "Kunst und Kritik", "titre_sommaire": "Kunst und Kritik", "signature_source": "Kurt Heinar", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "46", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.20", "debut_caractere": 2274, "fin_caractere_exclue": 3430, "texte": "Kunst und Kritik\n\nUnd die Kunst wird am höchsten ge-\nschätzt, die keine Betätigung der Sinne\nder anderen erfordert.\nHerwarth Waiden\nUnd ihr könnt euch drauf verlassen:\nDas, was er vom Buche spricht,\nMeint er aufrichtig und ehrlich:\nBücherschränke schwindeln nicht.\nBücherschränke schwindeln nicht,\nDarauf könnt ihr euch verlassen.\nEr meint aufrichtig und ehrlich\nDas, was er vom Buche spricht.\nDas, was er vom Buche spricht,\nSchwindeln Bücherschränke nicht,\nUnd ihr könnt euch drauf verlassen.\n(Meint er aufrichtig und ehrlich)\nEr meint aufrichtig und ehrlich:\n(Darauf könnt ihr euch verlassen)\nBücherschränke schwindeln nicht\nDas, was er vom Buche spricht.\nDie Kunst ist gerettet. Die schwindelfreien\nDichter versichern aufrichtig und ehrlich, daß\nwir uns endlich und wirklich auf sie verlassen\nkönnen. Also verläßt sich das Volk auf sie.\nAlso verlassen sie sich auf das Volk. Das\nleider dumm genug ist, um auf den Schwindel\nreinzufallen. Und Ehrlichkeit bleibt eine\ndeutsche Tugend.\nDie erste Strophe eines Gedichtes ist die\nletzte Strophe eines Gedichtes, das kein Ge-\ndicht ist. Doch Herr Sr. weiß, was er den\nLesern der Monatsberichte der Abtei Thelen"}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.21", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4172, "texte": "schuldig ist und glaubt, ihnen auch die recht\namüsante Sache von dem ehrlichen Bücher-\nschrank nicht vorenthalten zu dürfen.\nNicht die Welt gleich aus den Angeln\nHeben will ein Bücherschrank.\nNein, nur nicht angeln, lieber Herr, Den\nStumpfsinn überlassen Sie man „bequem und\nfriedlich\" anderen. Und solchen, die nicht\ndichten. Dafür können Sie dann auch ge-\nlassen bemerken: Hab's im Innern, Gott sei\nDank! Halleluja! Amen.\nHerr Sr. Schmeltzer fühlt sich außerdem be-\nrufen, allmonatlich über die Neuerschei-\nnungen des Büchermarktes mit Randbemer-\nkungen zu unterrichten. Ja, er ist nicht nur\nDichter, der Herr Sr., sondern auch Kritiker,\nRichtiger Kunstkritiker! Beispielsweise:\nDann werden sie wie hingestellte\nDinge in einem alten Schrein\nZerbrochen zwar und dennoch müssen\nSie immer wieder brauchbar sein,\n„Das wäre famos, der selten originelle Ein-\nfall, der in seinem Zusammenbruch unmög-\nlich ist, wenn etwa von Menschen die Rede\nwäre, oder meinetwegen müden Pferden,\naber leider sind bei Bernscht Gaslaternen ge-\nmeint.\" — Gaslaternen? Er sollte sich wirk-\nlich schämen, der Herr Bernscht, Nicht der\nan die Herren Rilke und Werfel stark ange-\nleimten Lyrik, sondern eben der eigenartigen\nLaternen wegen. Das ist ein starkes Stück.\nDoch der Schrein trügt bekanntlich. Und\nvielleicht meint Herr Bernscht ganz andere\nDinge, als sich die zerbrochenen Pferde von\nden müden Gaslaternen und diese wieder von\nden Herren Kritikern, die immer wieder\nbrauchbar sein müssen, träumen lassen. Und,\nHerr Schmeltzer, es ist doch auch ganz\ngleichgültig, wovon die Rede ist. Es ist kaum\nder Rede v/ert. Denn Sie werden gewiß nicht\nbehaupten wollen, der famose Unsinn des\nnoch famoseren Herrn Bernscht wäre Kunst,\nwenn er anstatt der zerbrochenen Gaslater-\nnen müde Pferde in den Stall stelle? Nein,\ndas kann dein Ernst nicht sein, lieber Kurt.\nSo dumm sind sebst Sie nicht.\nDann ist da noch ein Herr Pol. Auch Kunst-\nkritiker. Er hat versucht, mit meinem Ge-\ndichtband „Und alles Blut zerschreit\" etwas\nanfangen zu können. Um nachher mit den\nAchseln zu zucken und mit dem Kopfe zu\nschütteln. Und das kanri ich Herrn Pol nicht\neinmal übelnehmen. Denn um anfangen zu\nkönnen, muß man zuerst aufhören können.\nImmerhin: er ist wenigstens ehrlich und\njedenfalls sehr vorsichtig: „Anständig ge-\ndrucktes Bändchen, gutes Papier; aber mit\ndem Inhalt, diesen expressionistischen Ge-\ndichten kann ich nichts anfangen. Ich stehe\nihnen so fremd gegenüber, wie der Verfasser\nmir gegenüberstehen muß.\"\nOh! es ist nicht ganz einfach, anständigen\nGedichten gegenüberzustehen. Wenn man\nihnen nicht gerade s o fremd gegenüberstehen\nwill, wie Herr Pol. mir nicht gegenüber-\nsteht. Und es ist um so schwerer, wenn die\nGedichte expressionistische Gedichte sind.\nUnd man vom Expressionismus nichts weiter\nweiß, als daß man ihm vorläufig und bis auf\nweiteres noch fremd gegenüberzustehen habe.\nNicht so Vorsichtige erklären ihn von Zeit zu\nZeit für sterbend oder gestorben. Und das\nist das Leben, Der Expressionismus\nlebt. Und wird leben, wenn die, die ihn heute\nim Grabe glauben, lange selbst begraben\nliegen.\nUnd nun frage ich Sie, Herr Pol.: Was wissen\nS i e vom Expressionismus? Nichts? Oder\ndoch? Expressionismus sei eine neue Kunst-\nrichtung? Und weiter wissen auch Sie\nnichts? Und ich sage Ihnen: Expressionismus\nist keine Kunstrichtung. Und erst recht keine\nneue. Kunstrichtungen gibt es nicht. Es gibt\nnur Kunst. Und was sie und Ihresgleichen\nunter Kunst verstehen, ist keine Kunst.\nSie halten Nichtkunst für Kunst. Und wir\nhaben Kunst. Und darin unterscheiden wir\nuns.\nIch weiß, daß Sie sich niemals mit Expressio-\nnismus, d. h, Kunst, beschäftigt haben. Ich\nweiß, daß Sie sich auch niemals mit Kunst,\nd. h. Expressionismus, beschäftigen werden.\nUnd doch werden Sie und Ihresgleichen nicht\naufhören, weiterhin bewußt oder unbewußt\ndie Kunst zu verschmieren. Denn um auf-\nhören zu können, muß man hören können.\nUnd um hören zu können, muß man auf-\nhören:\n„Wer das Kunstwerk zu begreifen und zu\nverstehen sucht oder zu begreifen und zu\nverstehen glaubt, hat das Kunstwerk nicht.\nMan kann begreifen und verstehen, was\nNichtkunst ist. Der Aesthetische und der\nKritische aber glauben zu wissen, warum"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.22", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 213, "texte": "ein Werk ein Kunstwerk ist- Sie sprechen\nsogar von schlechter und guter Kunst.\nAber weder mit Wissen noch mit Glauben\nkann man ein Kunstwerk erfassen. Denn\ndas Kunstwerk erfaßt uns.\"\n(Lothar Schreyer)\n\nKurt Heinar"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-03-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-03_01#c024", "volume": "bmtnabg_1925-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "48", "page_fin": "48", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.2.13", "titre_corps": "Wer ist ES", "titre_sommaire": "Wer ist ES", "signature_source": "R. B ; O. 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(Eva ver-äppelt, sieh\ndiese,)\nArchipenko, Alexander der Große, der be-\ndeutendste expressionistische Plastiker,\nwurde durch Rudolf Belling in Deutschland\nauch in weiteren Kreisen und Quadraten un-\nbekannt verzogen.\nArp, Hans, (sieh auch PRA), geborener\nElsaß-Lothringer, seit 1924 geborener\nSchweizer, von Haus aus Dadaist, jetzt\npeintre-po&te expressionniste.\nBACH, Johann Sebastian 112, anerkanntischer,\nkubistischer Kompon.\nBarlach, Ernst, beliebter Dramen-Hauer und\nBildstecher, seine Produkte werden häufig\nmit Kunstwerken verwechselt. Lebt schon\nnoch.\nBartök, Belä, der Klavituren-B6lä, macht aus\nNichts fast Garnichts, und dann auch wirk-\nlich Nichts. Gelobt malgre lui und weil man\nnie genau kann wissen.\nBauer, Rudolf. Einer der Bedeutendsten\nLehrer Kaudinskys. Unerschöpflich.\nBaumeister, Willy, expressionistischer Maler,\nnicht mit Schlemmer, Oskar zu verletzen.\n(Sieh diesen.)\nBeethoven, Ludwig van. Der Zweitbedeu-\ntendste. In Wien ausgepfiffen,\nBehne, Dr. phil. Adolf. KNUST-Schriftsteller\nund so. Ein synthetischer Kopf. Schwerer\nBauer. (Sieh denselben.) Bekannt als Gegner\ngeworden durch seinen eigenen Namen.\nBehrens, Franz Richard, Expressionistischer\nDichter par excellence. Man sollte hier so-\nfort Reklame für seine Dichtungen „Blut-\nblüte\", geheftet Mark 2, gebunden Mark 3,\nin Gebrauch stellen,\nBiermann, Prof, Georg, Dr., Hinausgeber des\n„Cicerone\", Widersteht der Kunst wohl-\nwollend gegenüber.\nBlümner, Rudolf. Gilt vielfach. Ist aber\nder Einzige. Sieh Unterschrift. Obacht.\nBrecht, Bronnen, Brust. Die einige Drei-Eil-\nFertigkeit. (Express.) Joniker.\nBrahms, kommt eigentlich vor Brecht.\nSchwer. Ab und zu ist ihm eine Zeile ge-\nlungen. Zu schätzen.\nCarra, Carlo D. Der Futurist. Kam post\nbellum unter die rüttelnde Droschke des\nKlassifizissimus. Schade.\nBelling. Oben vergessen. Rudolf. Unten\nschon wieder vergessen. Wie man so ver-\nstreut sein kann. Sieh Archipenko.\nCampendonk, Heinrich. Erbitterter Freund\nvon William Wauer (siehe diesen). Ehemals\nExpressionist. Wandte sich.\nChagall, Marc. * * * Stern erster Größe.\nLeichtstark verschnuppt.\nCharlatan, geboren am Todestage der Echt-\nheit.\nDexel, Walter. Der Einzige, dem im Cice-\nrone der Wolfradt erteilt wurde, weiter zu\nsuchen. Gaukelt nicht."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-03-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-03_01#c025", "volume": "bmtnabg_1925-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "48", "page_fin": "48", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.2.14", "titre_corps": "Inhalt:", "titre_sommaire": "Inhalt:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.22", "debut_caractere": 2612, "fin_caractere_exclue": 3128, "texte": "Inhalt:\nHerwarth Waiden: Leben 33\nOtto Nebel: Unfeig .34\nLothar Schreyer: Gedichte 36\nOscar Neriinger; Linoleumschnitt 37\nKurt Liebmann: Marschbefreiung ...... 38\nOscar Neriinger: Linoleumschnitt ,39\nFranz Richard Behrens: Mein Haus ist ein Bethaus 40\nHerwarth Waiden: Nach der Saison 42\nWaldemar Eckertz: Linoleumschnitt 43\nLothar Schreyer: Liebes Märzveilchen , . . , 44\nOtto Nebel; Linoleumschnitt 45\nLothar Schreyer: Lieber Druckfehlerteufel , , , 46\nKurt Heinar: Kunst und Kritik , 46\nWer ist es? .............."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-03-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-03_01#c026", "volume": "bmtnabg_1925-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "2", "page_fin": "2", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 754, "texte": "Zeitfchrift Der Sturm\nHerausgeber; HERWARTH WALDEN\n16. jahrgang 1925\nMonatschrift\njedes Heft 1 Mark 50 Pfennig\n]ahrgang 1925: 12 Mark\nEin halbes ]ahr: 8 Mark\nEin Vierteljahr: 4 Mark\nDie Jahrgange der Zeitschrift Der Sturm\nDie Zeitschrift Der Sturm wurde im ]ahre 1910 durch Herwarth\nWalden als Wochenschrift begrundet. 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Marzillier & Co. Berlin W ♦ Grunewaldstrafie 14-15\nGegriindet 1854 Hofspediteure 8. M. des Konigs von Spanien Gegriindet 1854\nSpedition und Mobeltransporte, Verpackung und Lagerung\nvon Gemalden und Kunstgegenstanden jeder Art\nLieferung und Empfang nqch und von alien Kunstausstellungen\ndes In- und Auslandes ;; Transportversickerungen aller Art\nSpediteure des Wirtschaftlichen Verbandes Bildender Kiinstler / der Freien Secession\ndes Verbandes Deutscher Jllustratoren und Hausspediteure des „Sturm\""}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.1", "texte": "«Hmvl ffiffwIfEf PgMMKji jlKiffiHi jjglj fSs ttg EugH\nHB BS&K9|EQ tv H jHB « PHH\ndam SÜlfH vHI» flHH xlfF JPPPfjfe jxß) ip^Sli\nMONATSSCHRIFT/\nHERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\n16. JAHRGANG\nBERLIN/MÄRZ 1925\n3. 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Durch die\nErdströmung der Radiowellen, durch die\nEntdeckung der Relativität und durch die\nVerkehrsstürme der Großstädte fühlte sich\ndie Elfenkönigin in ihrer Einsamkeit bedroht.\nDie kluge Frau baut vor, sie baute deshalb\nschleunigst ab und begann unverzüglich mit\ndem Wiederaufbau. Die Männer mit schwar-\nzen Spitzbärten wollen sicher für ihr Geld\ndas haben, was man für Geld verlangen kann.\nNämlich Kultur. Der Knabe fand sich als\nSohn der Kultur daher auch gut im Märchen-\nland zurecht. Er hätte nicht einmal seinen\nHund mitnehmen brauchen, der durch Aus-\nübung der Schlagkraft zu einem tierischen\nBeispiel menschlicher Treue heraufkultiviert\nworden war. Aber auch die professoralen\nEigenschaften hatten sich in jenem Knaben\nrelativ entwickelt. Und da er ein kluger\nKnabe war, fiel ihm, abgesehen von der Kul-\ntur, einiges auf, was die Märchenbücher nicht\nenthielten, die man auf der sonstigen Erde\nWissenschaft zu nennen gewohnt ist. Zwar\nhatte er viel von der Elfenkönigin gelesen.\nNur berührte es ihn gleichsam merkwürdig,\ndaß ihm die Existenz von Elfenprinzessinnen\nvöllig vorenthalten war. Ganz wie bei unser-\neins, dachte der Knabe, denn er war klug\nund konnte denken. Zu einer Königin ge-\nhören relativ Prinzessinnen, wenn auch posi-\ntiv kein Elfenkönig aufzutreiben ist. Die\nElfenkönigin betrachtete den Knaben relativ\nuninteressiert, weil der schwarze Spitzbart\nin einem Stadium der Vorentwicklung sich\nbefand, der keine endlichen Schlüsse auf die\npositive Gestaltung ermöglichte. Da Sie noch\nsehr jung sind, werde ich Sie mit meiner Prin-\nzessin, der Tochter, bekanntmachen. Der\nKnabe war durchaus damit einverstanden, da\ner noch sehr jung war und keinen Sinn für\ndie Entwicklung von schwarzen Spitzbärten,\nwenigstens bei Elfenköniginnen, besaß. Prin-\nzessin, hier stelle ich dir einen Knaben vor.\nDie Elfenkönigin konnte sich nichts mehr\nohne Vorstellung vorstellen, weil sie sich\neben für den Wiederaufbau interessierte. Die\nPrinzessin blickte auf den Knaben, indem sie\nden Kopf in ihre Arme senkte. Wenn du\neinen Schoß hättest, würde ich mich auf\ndeinen Schoß setzen. Aber du bist noch\nklein, und deshalb sehe ich dich nur mit\nmeinen Armen an. Ich habe nicht gewußt,\ndaß Arme blicken können. Aber deine Arme,\nPrinzessin, sind halbgeöffnete Augen, die\nsuchen. Du sollst nie in meine Augen sehen,\nKnabe, denn in meinen Augen wohnt der\nSchalk, Der Schalk wird mir nichts tun,\nPrinzessin, denn ich habe meinen treuen\nHund bei mir. Der Schalk wird dir sehr weh\ntun, Knabe, denn er hat keine Seele. Die\nSeele, Prinzessin, ist eine geschichtliche Be-\nwohnerin des Märchenlandes deiner Frau\nMutter und ist bei uns durch die politische\nPolizei längst ausgewiesen. Der Knabe war\nsehr stolz, daß er das mit der Frau Mutter\nsagen konnte, denn er war der Sohn eines\nProfessors und wußte daher im Seelenleben\nBescheid. Der Hund hingegen blickte gleich-\nsam treuherzig, wenn auch nicht treuseelisch"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "34", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.4", "texte": "auf die beiden, die sich einer so vorzüglichen\nAusdrucksweise befleißigten. Mein Schalk\ntut weh, Knabe. Ich habe keine Angst,\nPrinzessin, mein Vater hat sogar den Sieg-\nfried übersetzt. Und der hatte nicht einmal\nvor den Filmtheatern Angst. Knaben sind\nklein und ohne Spitzbärte, darum haben\nsie keine Angst. Nun wollen wir lieber\nspielen, Prinzessin. Du tust mir weh, wenn\ndu meine Arme anfaßt. Ich bin kein Schalk,\nPrinzessin, und ich kann dir deshalb nicht\nweh tun. Da öffnete die Prinzessin ihre\nbeiden Augen, und ein Leuchten flammte auf\nüber den Erdball, daß die Männer mit den\nSpitzbärten es gar kein Spiel mehr fanden.\nAber der Schalk sitzt gar nicht in deinen\nAugen, Prinzessin, deine Augen sind zwei\nbraune Weiher, über die der Mond lächelt.\nDu bist ein Knabe. Deine Augen, Prinzessin,\nsind zwei Arme, die sich schließen. Du bist\nein dummer Knabe. Ich aber, Prinzessin, will\ndich in den Himmel heben oder du mußt mich\nin meinem Wald besuchen, der dunkel ist. Da\nblickte die Prinzessin auf, daß der Erdball bis\nan den Himmel sprang und sich gar nicht\nwieder zurückfinden konnte. Dann zog sie\nsich ihre Schuhe aus. Und auch ihre Strümpfe.\nDenn der Wiederaufbau im Märchenland\nhatte schon eine beträchtliche Höhe erreicht.\nDeine Beine, Prinzessin, sind zwei Arme, die\nsich schließen: ich werde dich in den Himmel\nheben oder du mußt mich in meiner Ebene\nbesuchen, die hell ist. Dann will ich dich\nlieber in deinem Wald besuchen. Der Hund\nblickte treuherzig um sich und schwärmte\naus. Da zog der Knabe die Prinzessin auf\nseinen Schoß und drückte seinen Mund auf\nihre Beine, die sich schlössen. Der Schalk\naber sprang dem Knaben zwischen die geöff-\nneten Lippen, Schnell schloß der Knabe\nden Mund, und die Prinzessin hatte das\nNachsehen, Aber ihre Augen lächelten.\nDer Knabe bekam zwar noch immer keinen\nSpitzbart, aber er barg die Prinzessin in sich,\nund da sie nicht gestorben sind, leben sie\nheute noch.\nMan ist zur Zeit damit beschäftigt, ent-\nsprechend große Fernrohre zu konstruieren,\num das Märchenland demnächst für Men-\nschenaugen sichtbar zu machen. Theoretisch\nund relativ ist die Konstruktion bereits ge-\nglückt.\n\nHerwarth Walden\n\nUNFEIG\nEINE NEUN-RUNEN-FUGE\n\nREIZUNGEN\nRegierungen turnen nett\ntritt nie Regierungen in\ntritt in Regungen in Turnriegen\nEiner tut neu\nein Neuer tutet\nein Tuer turnt\nein Tuter regiert\nein Feiner ferzt\nRegie\nregnet Geifer\nEiner eifert Gitter\nein Guter eitert Neger\nEiner tuntet\nein Tinter retiriert\nEiner triezt Tiere\nein Tier ruft: Zigeuner!\nEiner grunzt feige Neuerungen\ntritt ein\ntritt nie in Regiere\nGierzeiten nieten\nZeiterer nieten Tute\nenten Geniete\nzeitite\nzu tun\nzu nutten\nzu fingern\ngreifen in Feuer\nzerfingern\nzerteigen.\nREIZ\nNetter reiten Zinnritter zur Gruft ein.\nZURUF\nF u t u r i regt euer FUTUR\nTuff trug Unzen Unreife\nuzt Ungute\nuzt Nunzen\nentnutzt euer Gut\nnutzt Guten\nentgiftet Euer\nentgeizt\nzeugt einig Gefreite\nfreie Reger\nReiger\nFreie\nFreuer\nFut u r i\n- *"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "35", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.5", "texte": "Zeuger\nZEIGER gen Reif\nzeugt Zeit\ntingt innen nur futur\nentn eint\neinet\ngeeint in UR\ngetreu entgrenzt\nin Tief erneut\nnie Teige\nZinnen eurer Zeit,\nEFFRÉNÉ\nReuter reizt Terrinentunten\nRiegen finten\nEggen runzen\nrunz\nterunz\ntefitt\nfette Ziegen futtern rinn\nritte Reue gegen Zeiger\nrennten Zeiger gegen Reue\nturte\nturte\nTintenf unzen\neinzig Zentnerinnen uzen\nTunten uzen\nReuterriegen runtertreten\nR u n z e rettet Tigerzungen\nT eigerinnep.\ntiefe Tienen\nTeige rinnen\nTiefe teufen\nTerzen finten\nFinte\nTerz\nTerzett\nzeireu,\nFÉRIN\nTeige Tunten zeigen Gier\nneunzig Teige runtertreten\nGeier zerren Tuntentitten\nGeier futtern Eier rein\neine Zeitung geifert gegen Treue\nGeiergier erneuert Unzeug\nFeige zeugen Unterzeug\nfeige Geier unterzeugen feine Freie\nerz e !\nEIN RUNENRENNEN\nReigen\nGeiger\nGeigerin\nZeiger neigen Zeigerinnen\nZeit gerinnt in Geierfirnen\nReuter reizt Zigeunerenten\nGeier rennen\nRitter rennen\nZiegen rennen\nNeffen rennen\nZeiger rennen\nGeiger rennen\nTiger rennen\nEnten rennen\nEier rennen\nTunten rennen unter Eier\nRennreiter rennen in Freier rein\nTintenregen\nRiegen rennen\nTinten rinnen\nFett gerinnt in Tienen innen\nRinge feiern Feuerregen\nFeuerzungen greifen Uferriffe\nNetze treffen Ungeziefer\nein Rennreiter trifft ein\ntrieft\nein Renntier rennt\neinen Rentner zertreten\nein Reuter rennt\nein Zeuge erfriert unter Feuerrunen\nFeuerungen regnen Ringe\nein Unzeuge zur Zeitung rennt\nNeger rennen nie in Tintenregen\ngeringe Engen genieren\nRenner rennen in Terrinen\nRegen in Terrinen rinnt\nZierregen rinnt in Enteneier\nin Zeitungen rinnt Feuer gerner\nNieren gerinnen\nin Regierungen gerinnen Neuerungen\nin Erneuerungen regieren Riegen\nin ERINNERUNGEN genieren Zentnerinnen\nEntenreize in Geiereiern genieren Ziegen\nin Unterzeugen regiert Ungeziefer\ntiefer teufen\ntiefer netten\ntiefer uzen\nTinten gerinnen\nTunten genieren Unter-Geier-Eier\nReiter nieten Firze fertig"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "36", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.6", "texte": "Getier\ngetigert reizen Ziegen Zigeuner\nritte Reue gegen Finten\nritten Ziegen gen Unterzeug in Erinne-\nrung teurer Eier einer freien Feier\nFerien uzen Gierige\nNeune runter teufen\neifrig neunen\nEifer neunzig in Finten\nfertiger Eifer in Ziegeneiern\nNie gerinnt GENIE in Geierfirnen.\nNeue Runungen in einiger Zeit.\n\nOtto Nebel\n\nGedichte\nLothar Schreyer\n\nMeermorgen\nDer Morgenstern steigt aus dem Meer\nDie Röte des Fleisches krönt sein Haupt\nDie Glieder schillern im Bade der Strahlen\nGereckt sind die Glieder über der Erde\nDas Auge lächelt gesenkt über dem Schoß\nDie harte Hand preßt das Sternkreuz in das\nHerz\nDie glühende Scham gießt sich in den Tag\n\nMeermittag\nDas Meer gebärt die Insel in der Mittagsonne\nAuf einsamer Insel ruht das Kind\nIn einsamem Kind leuchtet das Herz\n*\n»\nDas Herz ist erschlossen\nAufgetan ist das Siegel des einsamen Buches\nDu liest das Wort\nDas Feuerzeichen trifft dich mit dem Blitz\nUnd\nDu erstirbst in dir\n\nAbenddämmerung\nDu willst die Welt\nDie dunkle Kammer stürzt\nDie Welt will dich\nDie Spiegelwände kreisen schneiden Kreise\nDu fühlst die Welt\nDie Menschenseelen schauen Scham\nDie Welt fühlt dich\nDie Lüge lächelt liebeleere Sanfte\nDas Kreuzrad dreht\nDie Körper schreien\nInmitten blüht die Lichtblume kelchverhüllt\nIn Kelchesmitte schläft der Samentropfen\nunerweckt\nUnd eine Stimme singt das Wiegenlied das\nWiegenliebeslied das Liebeslebenslied\nAuf allem Leide wiegt das linde Lied\n\nDie wunde Erde\nDie Erdenwunde blutet Tropfen über Tropfen\nN\nBluttropfen fallen in die Nacht\nDie Sternentränen leuchten glühend über\ndem erstarrten Mond\nDu fährst im Nachen deines Herzens\nUnd du weinst\nHilflos siehst du den Hilfelosen zu\nDu bohrst den Schmerz in dich\nUnd deine Hände schöpfen aus dem Licht der\nHöhe\nDu streust Lichtsaat Lichtblumen Lichtfrüchte\nDeine Hände brennen\nDeine Füße brennen\nSchräg sinkt das Segel in den Brand der\nTiefe\nUnd du weinst\n\nSehnsucht\nEin Vogel fliegt zur Himmelsmitte die Welten\nlang und ruft\nSein Rufen klagt\nEin Ton ohn Unterlaß klagt Weh\nDie Klage tränt in alle Welten fern herab\nAus Menschenbluten taucht der Vogel glü-\nhend auf\nEr nährt sich an den Brüsten der Erdmutter\ngroß\nDas Liebeblut gießt in das Herz des Tiers\nDie Flügel spreiten über Sternenkreisen\nmildes Licht\nDie armen Menschen irren ruhelos\nDas ferne Flügelrauschen rauscht ein Schlaf-\nlied tief\nDas Meer umarmt die wüste Insel\nAus dem Schoß des Lichts hebt eine zarte\nBlume zartes Angesicht\nDer Mensch verliert den Menschen\nMenschen suchen sich im Traum\nVergebens gibt der Mensch sich hin\nKein Mensch vergibt die Schuld dem Men-\nschen\nEinsam stirbt der Mensch"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.7", "texte": "Oscar Neriinger: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "38", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.8", "texte": "Marschbefreiung\nRußland gewidmet\nKurt Liebmann\nTon glockt Zerspalten\nZerreißen\nZermorschen\nblühauf\nweht Tönen\nGlockton gerädert\nroll\nwirbelhinabhoch\ngesteift\nnackengeworfen\nstößt Fahne\nBlutfahne\nden Ton\nRollton\ndie Faust\nknattert der Ruf\nBlutenruf rollt\nBlutkuß die Welt\nRuffaust\nder Ton\nund\nrollen\nund\nSterntrommel Blutkuß voran\nSchwebknochen\ngegeißelt\ntanzschrill voran\nbrockengekrückt\nrolltönen die Schar\nSterntrommel Blutkuß voran\nund\nsehnen\nverwimmelt\nund\ntränen\nahnzerr verwahnt\nund\nwachsen\nahnen\nstrecken\ntonklirr die Fahnen\nSterntrommel voran\nwirrtanz geworfen\ngeschädelt\ngeschrien\nschweben die Füße\nStirnsterne geflackt\nfließen und tönen\ntanzen und scharen\nSterntrommel Blutkuß voran\nUrkraft geworfen\npackt Kräften\nbrüll\nsprengen die Fäuste\nächzen\nund\nbäumen\nund\nbrechen\nSturmschrei\nSternbahn voran\nreißen sich Köpfe\nWurf\nreißen sich Brüste\nWurf\narmen sich Kuß\nEinsblut\nund Du\nund Du\nSprung\nSterntrommel Blutkuß voran\nfeuerfahn Sturm\nKolben und Rad\nstampf\nDu\nund\nDu\nSterntrommel Blutkuß voran\neinsrollt die Schar\nSturmsang gerollt\nund\nsprießen\nklingen\nsäulen\nTanzblut die Wirbel\nRädergehack\nFlügel\nund\nröten\nspitzen\neinen\nSterntrommel Blutkuß voran\nscharschweifend entschwebt\nrollt Erde\nzerloht\nSterntrommel Blutkuß voran\nentschwebt\nSterntrommel\nvoran"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "39", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.9", "texte": "Oscar Herlinger: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "40", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.10", "texte": "Mein Haus ist ein Bethaus\n\nDie Füchse haben Gruben\nDie Vögel Nester\nDer Mensch weiß nicht wo er sein Haupt\nhinlegt\nChristus findet keine Heimat keine Kirche\nVierzigtausend Vikarien acht mal acht Ka-\nnonikate\nAugsburg fürchtet sich nicht glaubte nur an\nAugsburg\nZwei Löwen kreuzen Schwert und blauen\nEngel\nWenn Mainz glaubt wird Mainz alles\nSilbernes Rad in roten Kissen Lilienstab\nGlaubt Meißen wird nichts unmöglich sein\nLamm Gottes Schwanenköpfe Fahne schwar-\nzer Ochse\nBei Regensburg ist alles möglich\nDreifach roter Pfauenspiegel links wendet\nFisch\nEin böses Wien begehrt nach Wundern\nGoldsonne weißes Kreuz rotgestrichel Silber-\nbalken\nWache Würzburg das Fleisch ist schwach\nWeiße Schwänze rote Schwänze Lanzen-\nstange im Hermelin\nIm Verborgenen betet Triest zum Vater\nMützengrün Kleeblattkreuz goldbordierte\nSchlangenhaare\nVeglia dankt Gott daß Veglia nicht anders ist\nHalber Turm Krummstab mit drei Quasten\nSuchet so werdet ihr Eichstätt finden\nBehandschuhter Arm lindenblattbesäter Pflug\nSankt Gallen Gott Gott der Lebendigen\nAst auf aufgerichteter Bärenpranke\nSchwerin weiß um das Reich Gottes\nBlau zwischen Vorderbeinen hervorbrechen-\nder Bock\nDas Reich Gottes ist inwendig in Trient\nZurücksehendes Lamm gelben Schein um den\nKopf\nDas Reich Gottes stürmt Ratzeburg\nHelm silberne Lanzen mit roten Fähnchen\nRothenburg sieht beim Pflügen zurück\nIn Gold ein Vogelfuß\nSalzburg weiß nicht wie der Samen wächst\nHirschgeweih Türangel halbe Lilie am Spalt\nWeizen und Unkraut läßt Limburg wachsen\nFüllhörner strahlen umgeben Auge Gottes\nZehn Jungfrauen warten in Oesel\nZwei blau gelöwte Leoparden Krone um den\nHals\nAlle Schuld ist Dobrin brudererlassen ver-\ngeben\nEin Schwert darüber im Stern\nSenfkorn kleinster Samen zu Hildesheim\nGoldroter Fuchs über rotem Gitter\nNaumburg kauft den verborgenen Schatz im\nAcker\nMohrenrumpf gerauhten Büffelhörner\nAlles verkauft Paderborn für die köstliche\nPerle\nWachsender Wolf in natürlicher Farbe\nBrixen will dem Letzten soviel geben wie\ndem Ersten\nSchwarz widersehendes Lamm mit gelben\nNimbus\nWind weht in Passau wie er will\nAufspringender Hund Doppeladlerbrust\nBasel freut sich über neunundneunzig nicht\nverirrte Schafe nicht\nAnker Angel Tagleuchter\nLasset die Kindlein zu Brandenburg kommen\nZwei weiße Schlüssel rote Zunge Eberkopf\nWerdet wie die Kinder in Olmütz\nSechs mit der Spitze nach oben gekehrte\nweiße Zinken\nTrier wirft ein Feuer auf die Erde\nMit schwarzen Herzen bestreute rote Lilien-\nhaspel\nKöln kam zu entzweien\nJagdhörner halten eine Dame\nNiemand ist in Bamberg gut\nLöwe reitet schrägrechts roten Strom\nSteckenpferd\nCammin sucht was verloren ist\nGreif nach vorn gebogen Fischschwanz\nFulda kommt zu dienen\nKaiserin Hildegard schwarzer Schleier gelbe\nKaiserkrone\nFür die Wahrheit zu zeugen ist Corvey ge-\nboren\nDrei rote Schlegel eine Bremse unten drei\nRosen\nWenn Speyer schweigt schreien die Steine\nSchwanenhals Prälatenstab zwei wilde\nMänner\nLaß die Toten die Toten in Münster begraben\nDrei Vögel vor drei fünfblättrigen Rosen\nWer Lüttich mehr liebt denn mich\nGolden Säule an langen Stengeln Mispel-\nblumen\nWer Gottes Willen tut ist meine Mutter\nMerseburg\nZwei Ellenbogen nach außen\nPrag soll aller Knecht sein"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "41", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.11", "texte": "Jan Zrzdvy: Witwe"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "42", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.12", "texte": "Jan Zrzdvy: Erinnerung"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "43", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.13", "texte": "Jan Zrzdvy: Liebende"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "44", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.14", "texte": "]an Zrzdvy: Abendmahl"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "41", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.15", "texte": "Brennender Ast nach oben gerichtete gelbe\nWage\nChur verleugne sich Chur\nWindhund mit Halsband geflügelte Jungfrau\nKonstanz wegen Gott gehaßt\nSchirmbrett gekrönte Mohrin Kardinal\nWorms demütigt Worms erhöht Worms\nKreuzchen belegt roter Ring Hahnenbusch\nbesteckt\nOtternzucht in Osnabrück\nBlaues Hosenband Einhorn rotes Rad\nDie Dirnen in Posen kommen eher in den\nHimmel\nMuttergottes Mondsichel\nDer Sabbath ist um Aquileja willen da\nGelber Quastenhut Adlerflügel Dreiecks-\nschild\nGenf bewahrt das Fleisch\nBlaues Herz gestellte Garbe\nDer Prophet gilt nichts in Laibach\nMondbelegte schwarze Seeblumen\nSchlangenklug die Tauben von Culm\nStets die unbefleckte Jungfrau ohne Kind\nDorpat dient entweder Gott dem Mammon\nZweimal Andreaskreuz gespalten\nDie Knechte in Toul taten nur ihre Schuldig-\nkeit\nIm gelben Kreuz drei graue Hirsche\nGreul vor Gott bei Breda Hochhinaus\nMaria steht auf einem Wurm\nBudweis willfertig seinem Widersacher\nSchwebendes Kreuzchen schräggelegt\nWas ihr in Leitmeritz löst im Himmel gelöst\nSilberner Degen durchbohrt blaubrennendes\n•P Herz\nOhne Canterbury leben Menschengut\nDurchbohrter Vogelhals vier Nagelspitzen\nNur eins ist not Winchester\nSchlüsselgriffe die Schleife vom Hosenband\nBangor geht ein Kamel durch ein Nadelöhr\nAcht Flämmchen tropfen zwei durchgeschla-\ngene Sporenrädchen\nAlle Dinge sind möglich bei Ely\nZwischen Zähnen ein blankes Schwert\nDiese Nacht wird Bristol schatzlos sterben\nLeopardenrachen entstürzt halbgelbe Lilie\nNorwichs Schätze fressen Rost und Motten\nDrei Pelikane in Rot abhängendes Stück\nRiemen\nOxford sorgt um Leib und Leben\nAuf drei queren wellen Blaufuß steht ein\nOchse\nDurham sorgt nicht für den anderen Morgen\nGelbkreuzbelegt fünf Fünfblätter\nMan vermag nicht das Geringste\nIn jedem Winkel drei schwarze Muscheln\nWarum sorgt Kilmore für das Andere\nVier Kleeblätter begleiten ein rotes Kreuz\nWas wird Xantensis trinken was essen\nIm blauen Feld drei gelbe Sterne gelbes Eich-\nhorn im weißen Feld\nEdinburgh tut Sünde Sündenknecht\nKrummstäbe stecken goldgarnierte Mitra\nOhne Sünde Aberdeen wirft den ersten Stein\nUeber Feuer im Kessel drei Kinder\nWer Glasgow behalten will wird verlieren\nGlockebehangen liegt grüner Baum am Boden\nWas hilft ganz Adelaide seelenschade\nSchwarz vier rote Sterne\nFürchtet nichts Auckland mag den Leib töten\nTaube mit Oelzweig schwarze achtstrahlige\nSterne\nNiemand weiß Zeit Bombay bleib wach\nDrei Löwen drei Leoparden ausgezackte\nBordüre\nGeben Zanzibar seliger denn nehmen\nPalmblätter auf Lilien liegend\nDie nicht vergelten können hilft Falklands\nEingezackt drei schwarze Eicheln\nSiebenzigmal vergibt Colombo dem Bruder\nZwei Zwillingsbalken zwei Leistensparren\nWas siehst du den Splitter in Hongkong\nIm schwarzen Schild zwei weiße Schüssel\nVergebt Honolulu richtet nicht\nRote Brisure mit gelbem Hochkreuzchen\nWie Kingston mißt wird Kingston gemessen\nFreiviertel Ananas\nDas rechte Aergerauge reißt sich Madras aus\nGazelle und Tiger lagern unter Tropen-\nbäumen\nLahore liebt seine Feinde\nDelphine begleiten hinter Bergen hervor-\nbrechende Sonne\nRegen über Gerechte und Ungerechte in\nMontreal\nGanz hinten werden Eisberge sichtbar\nOntario entbietet sich zum Backenstreich\nBlaues Tauwerk auf schwarzem Meer ein\nSchiff\nPrätoria schenk Rockräuber noch den Mantel\nGelber Löwe schwarze Fahne\nIn Trinidad verbietet Todesstrafe jeden Eid\nAuf der quadrierten Teilungslinie eine Rose\nZwischen zwei Sternen verwechselter Tinktur\nBesitzen die Sanftmütigen das Erdreich\nDich selbst lieben deine Nächsten\nEin gelber Engel mit zwei roten Flügeln\n\nFranz Richard Behrens"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "42", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.16", "texte": "Mach der Saison\nHinter dem Metropoltheater\n\nUnd als die strahlenden Lichter mit Hilfe\nder Generalschaltung auf einmal ver-\nloschen und man reichlich nach Mitternacht\nauf die durchaus unbeleuchtete Behrenstraße\nhinaustrat und sich an der sommerlichen\nHerbstluft erfrischte, wie man unelegante\nDamen in die eleganten Autos steigen sah\nund wie die kostbaren Blumenverbinde, die\ndie Direktion sich aus Anlaß der Urauffüh-\nrung selbst gestiftet hatte, wieder nach Hause\ntrug, damit sie auch noch für die zweite und\ndritte Uraufführung einer erstaunenden aber\ndennoch zahlenden Menge Genüge tun kön-\nnen, wie die Herren der Presse unter dem\ndurchweichten steifen Oberhemd Gedanken\nund Sinne zusammensuchten und ihrem Smo-\nking mit dem Strohhut gut zuredeten, wie die\nStreichhölzer nicht an den Mann, die Blumen\naber an die Frau gebracht wurden, nicht ohne\npekuniäre Mithilfe des betr. Mannes, wie die\nStarin aus Ungarn unter höflichen Verbeu-\ngungen der trinkgeldbehafteten Garderobe-\nfrauen in ihr schlichtes Auto stieg, einige\nHerren ihr nachstiegen und wieder andere\nbedauerten, es nicht tun zu dürfen behufs\nMangel an Großgeld, wie die Tragödin Adele\nSandrock ihren Busen mit lächelndem\nFrösteln unter den garantiert echten Theater-\npelz barg, wie der Zigeunerprimas, der uns\ndie Pußta menschlich näher gebracht hatte,\nnebst Violinkasten in die nächste Destille\nbog, wie das Heer der gut entkleideten\nChoristinnen sich teils in die nördliche, teils\nin die südliche Friedrichstraße begab, um\ndem entsprechenden Heer ihrer Kinder den\nMund zum Gutenachtkuß zu reichen, wie die\nBilletthändler des seit Wochen ausverkauften\nHauses die Verluste zählten, die sie für die\nzurückgebliebenen Billetts an Stelle des Ge-\nwinns entgegennehmen mußten, wie der\nrasierte Kassierer mit würdiger Miene dem\nDirektor zum Verwechseln ähnlich sah und\nwie er einen mißliebenden Blick auf die\ndunklen Gestalten warf, die das helle Bogen-\nlicht des Metropoltheaters vor seinem schön-\nheitstrunkenen Auge verdunkelten, wie die\nmuntere Schar der Ballettratten in das Mäuse-\npalais eilte, nicht ohne die Schlager vor sich\nhin zu trällern, die es beinahe werden sollten:\nda sagte man sich, es ist doch schön, nicht\ndabei gewesen zu sein. Frau Generaldirektor\nMüller von der Zementfirma Schulzegebr.\nhatte ein Kleid an, natürlich Crepe Georgette,\ndie weißseidenen Strümpfe leicht ange-\nschmutzt, aber von der Firma, wo man jetzt\nkauft. Der Graf von Preußen im Schmuck\nseiner hohen und niederen Orden, stand be-\nscheiden an jenem Vordereingang, der den\nHintereingang zur Bühne und zur Seligkeit\nbedeutet, und der Portier sagt ihm mit\ngelassener Miene, daß der Herr Graf der\nletzte seien, die Damen und auch seine Frau\nseien nämlich schon alle fort. Hierauf warf\nder Graf jenen Blick des Fürsten Toggen-\nburg auf den noch spärlicher beleuchteten\nHimmel, zog eine Zähre in sein orangeseide-\nnes Taschentuch und ging einsam ins Cafe\nNational. Trost zu suchen. Denn ein süßer\nTrost ist uns beschieden. Der Komponist\nhat es verstanden, die Delikatesse der se-\nriösen Altmeister mit der Grazie des un-\ngarischen Wiener Schicks zu verbinden, seine\nHarmonien deuteten auf gediegene Kenntnis\ndes Kontrapunkts hin, während seine Melo-\ndien den Weg alles Fleisches gingen. Die\nOrchestrierung ging über das übliche Maß\nhinaus. Eine interessante Neuerung war die\nWiederaufnahme des Walzers, der unsere\nBeine im Dreivierteltakt sich erheben ließ.\nVon der Ausstattung kann man nur sagen,\ndaß sie der Ausstattung würdig war. Der\nDirektor entwickelte eine Farbenpracht, die\nan die besten Malermeister erinnerte und der\nReichtum der eigens hierzu verwandten Ma-\nterialien entsprach genau der Zahl von Ren-\ntenmark, die hierzu aufgewendet worden war.\nHiervon abgezogen selbstverständlich die\nschlichten zehn Prozent Unternehmergewinn\nDafür hatte aber auch der Unternehmer den\nGeschmack des Herrn Direktor berücksich-\ntigt und hineinkalkuliert. Mit drei Worten:\nes war schön.\nWährend man in der großen Pause sich\nallerseits an den mitgebrachten Brötchen be»\nhaglich tat und das Glas Bier entsprechend\ndem Ernst der Zeit das Glas Sekt im Magen\nvertrat, wandte sich mein pflichtgetreuer\nFuß in den nächstgelegenen Wintergarten.\nDie Seelöwen lachten sich gerade über zwei\nDamen tot, die sie zu imitieren versuchten,\nund der eine Seelöwe bemerkte mit ironi-\nschem Lächeln, daß Imitieren eigentlich keine\nKunst sei und daß die Damen doch lieber ans\nTheater gehen möchten. Er könne ihnen eine"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "43", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.17", "texte": "Waldemar Eckertz S Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "44", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.18", "texte": "Empfehlung zum Bei-Spiel geben. Eine\nDame aus gehobenem Schieberstand be-\nmerkte zu ihrem Gatten, es sei doch er-\nstaunlich, daß Tiere so originell sein könnten.\nSie hätte bisher nur originelle Menschen\nkennen gelernt. Der Herr meinte, für Geld\nkönne man eben alles bekommen. Neben\nmir saß ein Kind. Seine braunen Augen\nglänzten. Ein feuchter Schimmer legte sich\num die mattblauen Ringe und sein Herz\nzitterte. Mit tosendem Beifall setzt die\nClaque ein, die das Metropoltheater nötig\nhat. Chinesische Gaukler sind auf der Bühne,\nmachen den Raum zur Zeit und die Zeit zum\nRaum. „Die Dekoration wäre etwas für\nunser Schlafzimmer,\" sagt die Kuh hinter\nmir. „Wir müssen uns aber dann auch die\nAlabasterschale von Rosenhain dazu kaufen\"\nbemerkt der Herr, der für Geld alles haben\nkann. „Alabaster steht so gut zu Gold.\"\nDas Kind aber warf heftig seinen Kopf in den\nNacken, und ein Lächeln stürzt über seine\nLippen, das Lächeln, das Erwachsene ver-\nlegen macht. Und schon ist eine Dame auf\nder Bühne, die züchtig ein Tuch so lange vor\nihren durchaus nicht einwandfreien Körper\nhält, bis viele Reflektoren sie mit mildem\nund starkem Licht verhüllen. Sie stellt\nBilder berühmter alter Meister, Alte Meister\nsind immer berühmt, und berühmte Alte sind\nimmer Meister, Dieses Schönheitsgefühl der\nMeister. Das Meer, das weit hinaus glänzt,\no Ewigkeit, du Donnerwort, die Blumen, o\nBlumen, die teils blühen und teils welken,\nworaus sich Frühling und Herbst ergibt und\ndazwischen der Reif aus glanzvoll imitierten\nEdelsteinen, der nicht nur in der Frühlings-\nnacht fällt. Und die Alpen mit Glühen und\nohne Glühen und der Himmel, wo man die\nSterne nicht einmal mit doppelter Buch-\nführung zählen kann und nicht das geringste\nSaldo zu unseren Gunsten bleibt und über-\nhaupt die Frau, die glücklich macht oder\nnicht, mit Rosen im Haar und an sonstigen\ngeeigneten Stellen, das alles ist keine Kunst,\nmeine Damen und Herren, nicht mehr Kunst\nder alten Meister, das macht heutzutage der\nReflektor, wie er leibt und lebt. Die Kuh\nfindet, daß jenes eine Kleid Mariechen gut\nstehen müsse. Die gewölbten Lippen des\nKindes zucken: Ziege. Ja, die Botanik ist\nnicht einfach. Auch Kühe können zu Zie-\ngen kommen. Die Ziege erinnert mich recht-\nzeitig an meine pflichtgetreuen Füße, und ich\njage von der Großkunst des Vari6t£s zurück\nzur Kleinkunst des Metropoltheaters.\nLeider hatten sich indessen die ersten fünf\nAkte übersprungen. Es war Mitternacht\ngeworden. Aber mein guter Sternenhimmel\nim Wintergarten sagte mir, daß man ins Me-\ntropoltheater nie zu spät kommen könne. Ich\nerhaschte gerade den großen Applaus, der\nallen wohltat und der so recht ein Klang-\nbild jenes harmonischen Zaubers war, der\nsich in die Ohren des Elitepublikums ver-\nheerend hineingeträufelt hatte. Der Beifall\nwar schlichtweg herzlich. Diese Ungarin.\nNein, im vollen Ernst: die Steppen und Ser-\nvus Du in einer Person. Und jene Tragik,\ndie lacht, und jener Humor, der die Herzen\nerschüttert. Erst willst du nicht, dann willst\ndu doch. Und Tokayer. Edelgewächs. Und\nHorthy, der Reichsverweser. Und die vielen,\nOchsen. Die Sandrock war prächtig.\nSchon immer hatte man bei dieser großen\nTragödin geahnt, daß sie die geborene ko-\nmische Alte sei. Und die Rentenscheine\nhatten nicht getrogen. Es war ein Erlebnis.\nMan hatte ihr nicht zuviel versprochen. Der\nBlumenhain, der zum letzten Male bei einer\nGroßbeerdigung Verwendung gefunden hatte,\nduftete. Sämtliche Direktoren und Regie-\nrungsräte waren tief ins Oberhemd geknickt,\nund die blendenden Schultern der Damen-\nwelt atmeten von verschwiegenen Nächten.\nDie Reichsregierung hatte leider ihr Er-\nscheinen absagen müssen, da zur selben Zeit\nein Frühstück bei ihr stattfand. Alles in\nallem: die Winterspielzeit ist hiermit glän-\nzend eröffnet und man darf von sich sagen:\nman ist nicht dabei gewesen.\n\nHerwarth Walden\n\nLiebes Märzveilchen!\n\nKümmerlich ist die Erde noch. Aber der\nHimmel weint schon und ein früher Schmet-\nterling ist schon gestorben. Der Himmel\nweint sich blank und der volle Mond glänzt\nbis in den Tag. Das Morgenrot tropft in dein\nheimliches Bettchen. Die dürre Hecke fun-\nkelt im Tau.\nBist du schon wach? Bist du da? Schon will\nein kleiner Vogel singen. Kannst du das"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "45", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.19", "texte": "Otto Hebel: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "46", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.20", "texte": "Lied schon hören? Wach auf. Laß mich dich\nfinden. Ich suche dich.\nIn allem Sturm blühst du wo. In der Stille\ndes Sturms blühst du still. Mitten im Sturm\nblüht deine Stille.\nMeine Blume du. Da bist du nun.\nDer Himmel behüte dein Blühen. Die Sonne\nbehüte dein Wachen. Der Mond behüte\ndeinen Schlaf,\nIch sehe dich.\nUebers Jahr, übers Jahr grüße mich wieder.\nUnd rufe mich. Ich will dich suchen. Ich will\ndich finden und ansehn still.\nImmer dein\n\nLothar Schreyer\n\nLieber Druckfehlerteufel!\nLothar Schreyer\nWo die Liebe druckt, da fehlt der Teufel.\nWo der Teufel druckt, da fehlt die Liebe.\nWarte, du alter umgekehrter Engel! Ich weiß\nsehr wohl, daß du auf dem Kopf stehst, An\nden Zehen zausen werden wir dich, wenn du\nnicht endlich dein historisches Schwänzchen\neinziehst und den Weg alles übrigen Kitsches\ngehst.\nWas fällt dir ein, auch uns auf den Kopf zu\nstellen. Hast du keinen Respekt davor, daß\nich „verantwortlicher Schriftleiter\" des\nSturm bin. Vor ein paar Wochen stellst du\nmeine Zeichnung auf den Kopf. Wenn du\ndich dran geärgert hast, sei dir der Spaß ge-\ngönnt, du unverbesserlicher Impressionist.\nAber laß dir einmal vom Thomas von\nAquino oder unserem guten Rudolf Blüm-\nner, der freilich noch nicht in der Hölle ist\nund auch nicht hinkommen wird, da er ein\nExpressionist ist, sagen, wo oben und unten\nist. Was bei dir unten ist, das ist bei uns\noben. Aber du bist ja überhaupt nur unten.\nNoch unter dem Querschnitt. Bleib doch im\nKunstblatt!\nUnd nun hast du auch noch unseren Freund\nOtto Nebel auf den Kopf gestellt im letzten\nSturm, Was ich mir gefallen lasse, lasse ich\nmeinen Freunden nicht bieten, du Sohn des\nKitsches! Du meinst, es wird doch keiner\ngemerkt haben, weder bei Schreyer noch bei\nNebel. Der Setzer hat es gewiß gemerkt;\ndenn über ihn ist das Unwetter des Sturm\nniedergegangen. Das nächste Mal stell den\ngeschätzten Setzer auch auf den Kopf, daß\nunser Unwetter seinen hierfür von Mutter\nNatur bestimmten Körperteil trifft. Dich\naber werden wir nach Hannover zu Herrn\nSchwitters schicken. Er wird ein Merzbild\naus dir machen, das Haare auf den Zähnen\nhat. Und die dürren Engländerinnen werden\nkommen und dich rasieren, wie sie den\nschwarzen Klex in der Wartburg rasiert\nhaben, bis von dir nichts weiter übrig bleibt\nals ein Loch.\nNicht der deine\n\nKunst und Kritik\n\nUnd die Kunst wird am höchsten ge-\nschätzt, die keine Betätigung der Sinne\nder anderen erfordert.\nHerwarth Waiden\nUnd ihr könnt euch drauf verlassen:\nDas, was er vom Buche spricht,\nMeint er aufrichtig und ehrlich:\nBücherschränke schwindeln nicht.\nBücherschränke schwindeln nicht,\nDarauf könnt ihr euch verlassen.\nEr meint aufrichtig und ehrlich\nDas, was er vom Buche spricht.\nDas, was er vom Buche spricht,\nSchwindeln Bücherschränke nicht,\nUnd ihr könnt euch drauf verlassen.\n(Meint er aufrichtig und ehrlich)\nEr meint aufrichtig und ehrlich:\n(Darauf könnt ihr euch verlassen)\nBücherschränke schwindeln nicht\nDas, was er vom Buche spricht.\nDie Kunst ist gerettet. Die schwindelfreien\nDichter versichern aufrichtig und ehrlich, daß\nwir uns endlich und wirklich auf sie verlassen\nkönnen. Also verläßt sich das Volk auf sie.\nAlso verlassen sie sich auf das Volk. Das\nleider dumm genug ist, um auf den Schwindel\nreinzufallen. Und Ehrlichkeit bleibt eine\ndeutsche Tugend.\nDie erste Strophe eines Gedichtes ist die\nletzte Strophe eines Gedichtes, das kein Ge-\ndicht ist. Doch Herr Sr. weiß, was er den\nLesern der Monatsberichte der Abtei Thelen"}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.21", "texte": "schuldig ist und glaubt, ihnen auch die recht\namüsante Sache von dem ehrlichen Bücher-\nschrank nicht vorenthalten zu dürfen.\nNicht die Welt gleich aus den Angeln\nHeben will ein Bücherschrank.\nNein, nur nicht angeln, lieber Herr, Den\nStumpfsinn überlassen Sie man „bequem und\nfriedlich\" anderen. Und solchen, die nicht\ndichten. Dafür können Sie dann auch ge-\nlassen bemerken: Hab's im Innern, Gott sei\nDank! Halleluja! Amen.\nHerr Sr. Schmeltzer fühlt sich außerdem be-\nrufen, allmonatlich über die Neuerschei-\nnungen des Büchermarktes mit Randbemer-\nkungen zu unterrichten. Ja, er ist nicht nur\nDichter, der Herr Sr., sondern auch Kritiker,\nRichtiger Kunstkritiker! Beispielsweise:\nDann werden sie wie hingestellte\nDinge in einem alten Schrein\nZerbrochen zwar und dennoch müssen\nSie immer wieder brauchbar sein,\n„Das wäre famos, der selten originelle Ein-\nfall, der in seinem Zusammenbruch unmög-\nlich ist, wenn etwa von Menschen die Rede\nwäre, oder meinetwegen müden Pferden,\naber leider sind bei Bernscht Gaslaternen ge-\nmeint.\" — Gaslaternen? Er sollte sich wirk-\nlich schämen, der Herr Bernscht, Nicht der\nan die Herren Rilke und Werfel stark ange-\nleimten Lyrik, sondern eben der eigenartigen\nLaternen wegen. Das ist ein starkes Stück.\nDoch der Schrein trügt bekanntlich. Und\nvielleicht meint Herr Bernscht ganz andere\nDinge, als sich die zerbrochenen Pferde von\nden müden Gaslaternen und diese wieder von\nden Herren Kritikern, die immer wieder\nbrauchbar sein müssen, träumen lassen. Und,\nHerr Schmeltzer, es ist doch auch ganz\ngleichgültig, wovon die Rede ist. Es ist kaum\nder Rede v/ert. Denn Sie werden gewiß nicht\nbehaupten wollen, der famose Unsinn des\nnoch famoseren Herrn Bernscht wäre Kunst,\nwenn er anstatt der zerbrochenen Gaslater-\nnen müde Pferde in den Stall stelle? Nein,\ndas kann dein Ernst nicht sein, lieber Kurt.\nSo dumm sind sebst Sie nicht.\nDann ist da noch ein Herr Pol. Auch Kunst-\nkritiker. Er hat versucht, mit meinem Ge-\ndichtband „Und alles Blut zerschreit\" etwas\nanfangen zu können. Um nachher mit den\nAchseln zu zucken und mit dem Kopfe zu\nschütteln. Und das kanri ich Herrn Pol nicht\neinmal übelnehmen. Denn um anfangen zu\nkönnen, muß man zuerst aufhören können.\nImmerhin: er ist wenigstens ehrlich und\njedenfalls sehr vorsichtig: „Anständig ge-\ndrucktes Bändchen, gutes Papier; aber mit\ndem Inhalt, diesen expressionistischen Ge-\ndichten kann ich nichts anfangen. Ich stehe\nihnen so fremd gegenüber, wie der Verfasser\nmir gegenüberstehen muß.\"\nOh! es ist nicht ganz einfach, anständigen\nGedichten gegenüberzustehen. Wenn man\nihnen nicht gerade s o fremd gegenüberstehen\nwill, wie Herr Pol. mir nicht gegenüber-\nsteht. Und es ist um so schwerer, wenn die\nGedichte expressionistische Gedichte sind.\nUnd man vom Expressionismus nichts weiter\nweiß, als daß man ihm vorläufig und bis auf\nweiteres noch fremd gegenüberzustehen habe.\nNicht so Vorsichtige erklären ihn von Zeit zu\nZeit für sterbend oder gestorben. Und das\nist das Leben, Der Expressionismus\nlebt. Und wird leben, wenn die, die ihn heute\nim Grabe glauben, lange selbst begraben\nliegen.\nUnd nun frage ich Sie, Herr Pol.: Was wissen\nS i e vom Expressionismus? Nichts? Oder\ndoch? Expressionismus sei eine neue Kunst-\nrichtung? Und weiter wissen auch Sie\nnichts? Und ich sage Ihnen: Expressionismus\nist keine Kunstrichtung. Und erst recht keine\nneue. Kunstrichtungen gibt es nicht. Es gibt\nnur Kunst. Und was sie und Ihresgleichen\nunter Kunst verstehen, ist keine Kunst.\nSie halten Nichtkunst für Kunst. Und wir\nhaben Kunst. Und darin unterscheiden wir\nuns.\nIch weiß, daß Sie sich niemals mit Expressio-\nnismus, d. h, Kunst, beschäftigt haben. Ich\nweiß, daß Sie sich auch niemals mit Kunst,\nd. h. Expressionismus, beschäftigen werden.\nUnd doch werden Sie und Ihresgleichen nicht\naufhören, weiterhin bewußt oder unbewußt\ndie Kunst zu verschmieren. Denn um auf-\nhören zu können, muß man hören können.\nUnd um hören zu können, muß man auf-\nhören:\n„Wer das Kunstwerk zu begreifen und zu\nverstehen sucht oder zu begreifen und zu\nverstehen glaubt, hat das Kunstwerk nicht.\nMan kann begreifen und verstehen, was\nNichtkunst ist. Der Aesthetische und der\nKritische aber glauben zu wissen, warum"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.22", "texte": "ein Werk ein Kunstwerk ist- Sie sprechen\nsogar von schlechter und guter Kunst.\nAber weder mit Wissen noch mit Glauben\nkann man ein Kunstwerk erfassen. Denn\ndas Kunstwerk erfaßt uns.\"\n(Lothar Schreyer)\n\nKurt Heinar\n\nWer ist ES\nR. B.\nO. N.\nQui etes-vous?\nWho arc you?\nKi ez?\nTre Tusinde.\nEin Vademecum für Anfänger und Aufhörer\nAdam, erster Riese und Kalendermacher,\nguter Verrechner. (Eva ver-äppelt, sieh\ndiese,)\nArchipenko, Alexander der Große, der be-\ndeutendste expressionistische Plastiker,\nwurde durch Rudolf Belling in Deutschland\nauch in weiteren Kreisen und Quadraten un-\nbekannt verzogen.\nArp, Hans, (sieh auch PRA), geborener\nElsaß-Lothringer, seit 1924 geborener\nSchweizer, von Haus aus Dadaist, jetzt\npeintre-po&te expressionniste.\nBACH, Johann Sebastian 112, anerkanntischer,\nkubistischer Kompon.\nBarlach, Ernst, beliebter Dramen-Hauer und\nBildstecher, seine Produkte werden häufig\nmit Kunstwerken verwechselt. Lebt schon\nnoch.\nBartök, Belä, der Klavituren-B6lä, macht aus\nNichts fast Garnichts, und dann auch wirk-\nlich Nichts. Gelobt malgre lui und weil man\nnie genau kann wissen.\nBauer, Rudolf. Einer der Bedeutendsten\nLehrer Kaudinskys. Unerschöpflich.\nBaumeister, Willy, expressionistischer Maler,\nnicht mit Schlemmer, Oskar zu verletzen.\n(Sieh diesen.)\nBeethoven, Ludwig van. Der Zweitbedeu-\ntendste. In Wien ausgepfiffen,\nBehne, Dr. phil. Adolf. KNUST-Schriftsteller\nund so. Ein synthetischer Kopf. Schwerer\nBauer. (Sieh denselben.) Bekannt als Gegner\ngeworden durch seinen eigenen Namen.\nBehrens, Franz Richard, Expressionistischer\nDichter par excellence. Man sollte hier so-\nfort Reklame für seine Dichtungen „Blut-\nblüte\", geheftet Mark 2, gebunden Mark 3,\nin Gebrauch stellen,\nBiermann, Prof, Georg, Dr., Hinausgeber des\n„Cicerone\", Widersteht der Kunst wohl-\nwollend gegenüber.\nBlümner, Rudolf. Gilt vielfach. Ist aber\nder Einzige. Sieh Unterschrift. Obacht.\nBrecht, Bronnen, Brust. Die einige Drei-Eil-\nFertigkeit. (Express.) Joniker.\nBrahms, kommt eigentlich vor Brecht.\nSchwer. Ab und zu ist ihm eine Zeile ge-\nlungen. Zu schätzen.\nCarra, Carlo D. Der Futurist. Kam post\nbellum unter die rüttelnde Droschke des\nKlassifizissimus. Schade.\nBelling. Oben vergessen. Rudolf. Unten\nschon wieder vergessen. Wie man so ver-\nstreut sein kann. Sieh Archipenko.\nCampendonk, Heinrich. Erbitterter Freund\nvon William Wauer (siehe diesen). Ehemals\nExpressionist. Wandte sich.\nChagall, Marc. * * * Stern erster Größe.\nLeichtstark verschnuppt.\nCharlatan, geboren am Todestage der Echt-\nheit.\nDexel, Walter. Der Einzige, dem im Cice-\nrone der Wolfradt erteilt wurde, weiter zu\nsuchen. Gaukelt nicht.\n\nInhalt:\nHerwarth Waiden: Leben 33\nOtto Nebel: Unfeig .34\nLothar Schreyer: Gedichte 36\nOscar Neriinger; Linoleumschnitt 37\nKurt Liebmann: Marschbefreiung ...... 38\nOscar Neriinger: Linoleumschnitt ,39\nFranz Richard Behrens: Mein Haus ist ein Bethaus 40\nHerwarth Waiden: Nach der Saison 42\nWaldemar Eckertz: Linoleumschnitt 43\nLothar Schreyer: Liebes Märzveilchen , . . , 44\nOtto Nebel; Linoleumschnitt 45\nLothar Schreyer: Lieber Druckfehlerteufel , , , 46\nKurt Heinar: Kunst und Kritik , 46\nWer ist es? .............."}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "53", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.23", "texte": "Neue franzdsische Revue\nIndividua I isti sche Hefte\nStud i en und Dokumente\nJenseits der freiphiloso-\nphischen Auslegung und\nder sozialen, sinnlichen und\nfreien TStigkeit in Frank-\nreich wird der internatio-\nnalen Arbeiterbewegung\nbreiter Raum gewahrt.\nDie Revue erscheint alle 20 Tage. / Abonnementr 5 Hefte\n5 francs / 10 Hefte 10 francs / i Heft 1 franc 25\nAlle Korrespo n d en z en an die Redaktion\nLueurs / Lyon / Frankreich, 232, rue Garibaldi.\n\nDAS HI\nNEUE\nRUSSLAND\nMonatsschrift fur Kultur- u. Wirtschafts-\nFragen / herausgegeben von der\nGESELLSCHAFT DER FREUNDE\nDES NEUEN RUSSLAND.\nSchriftlg. Erich Baron, Bln.-Pankow, Kavalierstr. 10\n„DAS NEUE RUSSLAND\"\nist die einzige Zeitschrift, die durch sach-\nkundige BeitrSge hervorragender rus-\nsischer und deutscher Mitarbeiter zuver-\nl&ssige lnformationen iiber den kultu-\nrellen und wirtschaftlichen Neuaufbau\nRußlands vermittelt. Die Zeitschrift dient\ndamit zugleich der Forderung der kultu-\nrellen und wirtschaftlichen Veistandi-\ngung Deutschlands und Rußlands.\nDer Preis der Zeitschrift betragt fur das Einzelheft\nM. 0.60, fur das Doppelheft M. I.—, fur das Viertel-\njahrsabbonnement M. 1.50. — Fur Mitglieder der\n„Geselischaft\" ist der Bezug im Mitgliedsbeitrag\nvon M. 5.— pro Vierteljahr inbegriffen.\n\nVERLAG „DER STURM\" / BERLIN W 9\nHerwarth Walden:\nCinDlldf in lfunst\nDie beste Einfiihrung in den\nExpressionismus, Kubismus u. a.\n70 Abbildungen / 4 faibige Kunstbeilagen\nLadenpreis Halbleinen gebunden M 6.50\nFUNFTE AUFLAGE\n\nContimporanul\nEirizige mOderne rumanische\nKunst- u. Literatur-Zeitschrift\nDirektoren: ). V1NCA und M. JANCO\nSir. Trinitatii 29\nBUCAREST\n\nINTERNATIONALE ZEITSCHRIF7\nKALENDER PER NEUEN KUNST UND PER GEGENWART\nDiREKTION LIOUBOMIR MITZITCH\nBELGRAD « QBILITCHEV VENATZ 36\nFGhrende Zeitschrift, die unverOffentlichte\nManuskripte in alien Sprachen der Welt bringt."}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192503-01.1.24", "texte": "J. - i - ■■ *•: ' • .h : ü-, .: : • •. - 112 , . . - / < ' ■: • \\ . ] t. , • . ,i ■\nVerantwortlich für die Schfiftleitung: Lothar Schreyer, Berlin W 9 / Verlag Der Sturm G.m.b.H., Berlin W9, Potsdamer Straße 134 a\nhernruf: Lutzow 4443 / Postscheckkonto: Berlin 120658 / Druck: Max Noster, Berlin SW 68 Alexandrinenstraße 110\n\nSTURM-ABENDE IN DER\nJEDEN MITTWOCH 7% UHR\nSTURM-AUSSTELLUNG\nPOTSDAMER STRASSE 134 AI\n\n•st..\n11.\n.\nRudolf Blumner\nSturmdichtungen / Rezitation\nHerwarth Walden\nAus eignen Schriften\nChorko n zert\nBltithnersaal cjer Gesangsgemeinschaft\nRosebery d' Arguto\n7*7 2* \"\nLutzowstr. 76\n17 Uhr\n18\nLothar Schreyer\nDie neue Kunst I Vortrag\n• 1 \" , ■ _ \"t ' ••; •. -J'\nMiroslav Rone\nTschechische Musik\nGesarig: KammersSrigerin\nAna Kratky / Prag\n*\nI' '■ 4 L.\nV. A\nZoo\n9 Uhr\nt u r m ball\n\\\nLetztes Kostiimfest der Ge-\nsellschaft der Sturmfreunde\nAuskunft: Lutzow 4443\n\nSTURM-AUSSTELLUNG\nBERLIN W 9, POTSOAMER STRASSE 134 A I\nnarz 1925\nlingo Sdielber\nfloliolUlNagU\n\n138 a ist die Nummer\nSturmbuchhandlung\nin der Potsdamer\ngtraey erwar^en J0\nD\nE\nR\nHochachtungsvoll\n\nW. Marzillier & Co. Berlin W ♦ Grunewaldstrafie 14-15\nGegriindet 1854 Hofspediteure 8. M. des Konigs von Spanien Gegriindet 1854\nSpedition und Mobeltransporte, Verpackung und Lagerung\nvon Gemalden und Kunstgegenstanden jeder Art\nLieferung und Empfang nqch und von alien Kunstausstellungen\ndes In- und Auslandes ;; Transportversickerungen aller Art\nSpediteure des Wirtschaftlichen Verbandes Bildender Kiinstler / der Freien Secession\ndes Verbandes Deutscher Jllustratoren und Hausspediteure des „Sturm\""}]}