{"numero_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_sha256": "74a09f2b3147579c79282ae6d9d46772087574480f84a36edba3d360f62c5179", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1925/05_01/bmtnabg_1925-05_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1925/05_01/bmtnabg_1925-05_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c001", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.1", "titre_corps": "Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "signature_source": "Ernst Oscar Albrecht", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.1", "debut_caractere": 111, "fin_caractere_exclue": 169, "texte": "Ernst Oscar Albrecht: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c002", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "65", "page_fin": "67", "image_debut": 3, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.2", "titre_corps": "Städtebildchen: Paris", "titre_sommaire": "Städtebildchen: Paris", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "65", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.3", "debut_caractere": 11, "fin_caractere_exclue": 3548, "texte": "Städtebildchen: Paris\n\nLiebe mir gnädige Frau\nalso ich bin in Paris, In meinem Hotel wohnen\ndeutsche Dichter, die mich nicht grüßen. In\nden Caf6s sitzen die Bewohner und Bewohne-\nrinnen der Nachfolgestaaten des Balkans und\nder russischen Republik. Die Restaurants\nwerden mit Menschenmaterial aus Amerika\nund England versorgt. Und die Franzosen\nhaben sich vor der Völkerwanderung zurück-\ngezogen. Die Franzosen sind solide, einfache\nsachliche Menschen, ländlich, schlicht und\ngeschmackvoll. Die Französinnen, die den\nRuf von Paris begründet haben, stammen aus\nPolen, Rumänien und der Tschechoslowakei.\nDie echten Pariserinnen sind liebe kleine\nMädchen, die falschen Pariserinnen sind die\ngroße Demimonde, von denen die deutschen\nMänner dichten und nach denen die deut-\nschen Frauen trachten. Aber ich will Sie\nnicht betrüben und Ihnen von dem Paris be-\nrichten, von dem Sie zu hören wünschen.\nMan geht zunächst in den Louvre, um die\nlebenswichtige Kunst zu genießen. Man fragt\nsich nach der Mona Lisa durch, von derem\nLächeln ganze Generationen von Schrift-\nstellern und Kunsthistorikern leben. Da man\nsie nicht findet, kauft man sich von ihr An-\nsichtskarten, wandert verzweifelt durch\nbraungraue Bilderwüsten und findet endlich\nin einem breiten Korridor einen Tümpel Eng-\nländer, denen ein Herr eine längere Ge-\nschichte erzählt. Hinter dieser Geschichte\nhängt ein verblichenes Bild, eine Reproduk-\ntion der Ansichtskarte in Oel. Die gemalte\nDame schaut böse um sich, was man ihr\nnicht übelnehmen kann. Sie kann nicht\nlächeln, weil die ganze Geschichte viel zu\nlächerlich ist. Und viel zu ölig. Hierauf kauft\nman sich einige Dutzend Ansichtskarten, sen-\ndet sie in die Welt und geht zum Dejeuner.\nDer ernste Teil ist überwunden. Man erreicht\nschließlich, daß es Abend wird, und fährt zum\nMontmartre, Im Ball Tabarin tanzen Groß-\nmütter den Cancan, jenen Tanz, der die\nFreuden des Lebens verunsinnlicht. Eine\nGroßmutter hat ihre Enkelin mitgebracht, die\ndie nötigen Fauxpas macht. Die Deutschen\nund die anderen Kulturnationen fühlen sich\nunsittlich erregt und bewundern die Freiheit,\nderen Schwestern bekanntlich die Brüder-\nlichkeit und die Menschlichkeit sind. Man\nkann im Tabarin Kaffee trinken, wodurch\nauch dem kleinen Mann und der kleinen Frau\nder Bezug der Unsittlichkeit gewährleistet\nwird. Interessant ist nur das Publikum, Und\nda ich nun einmal aus Paris schreibe, könnte\nman sich über die Sinnlichkeit äußern, über\ndie man nicht spricht. Wir, meine sehr\nverehrte gnädige Frau, sind geistige Men-\nschen und haben Probleme zu lösen, die uns\nnicht gestellt werden. Wir könnten vielleicht\nauch der Sinnlichkeit verfallen, aber wir\nwürden uns schämen. Schämen, sinnlich zu\nsein, und noch mehr, hierüber zu denken oder\ngar zu reden, Scham ist die Hemmung eines\nBedürfnisses. Diese Hemmung wird einge-\nschaltet, weil uns die Sicherheit der Befriedi-\ngung des Bedürfnisses fehlt. Deshalb schä-\nmen sich Kinder am meisten. Aus Mangel\nund Zweifel haben wir alle Bedürfnisse so\nvergeistigt und verseelischt, daß wir über-\nhaupt keine Bedürfnisse mehr haben. Wir\nhaben sie selbstverständlich, aber wir ver-\nachten sie. Dafür achten wir den Geist\nund die Seele, die nur wir aus Deutsch-\nland haben. Und wir haben ferner den\ndeutschen Gruß mit Sport und Unheil\nund die deutsche Frau, die sich vor\nden deutschen Männern dumm macht und\nsich von den deutschen Männern dumm\nmachen läßt. Die aus Liebe darbt und ohne\nLiebe verdirbt. Was man auf deutsch Ethik\nnennt. Diese Ethik schafft dann den Cha-\nrakter, der darin besteht, das zu lassen, was"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "66", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4506, "texte": "man tun muß. Man nennt es auch Idealismus.\nNämlich Dienen des Dienens wegen. Freiheit\ndes Dienens, die sie meinen. Und deshalb\nging ich in das Kino, weil Sie es lieben,\ngnädige Frau, und sah mir den deutschen\nFilm an, den Ring des Nibelungen. In Paris\ninteressiert man sich für die Gebräuche und\nSitten fremder Völker. Man interessiert sich\nin Paris auch für die neuere deutsche Litera-\ntur. Ich erfuhr sofort, daß dieses Nibelungen-\nlied von einem sehr begabten Fräulein\nHarbou geschrieben ist, von der man weitere\nTalentproben dieser Art erwartet, wenigstens\nin Paris. Man findet die Kulturpropaganda\ndieses Fräulein Harbou sehr wirkungsvoll.\nDie symbolische Darstellung Hindenburgs als\nSiegfried wird allgemein bewundert. Nur\nfindet man, daß Wilhelm der Zweite nicht\nso schlapp gewesen ist wie seine Sym-\nbolisierung durch König Gunther, und sieht\nin der Darstellung des Fräulein Harbou\nimmerhin einen verkappten, aber doch leise\ngewünschten Republikanismus. Die deutsche\nTreue ist zwar durch die literarischen Lei-\nstungen des Fräulein Harbou etwas ins\nWanken geraten, aber man legt in Frankreich\nnicht so entscheidenden Wert auf diese\nmenschliche Institution. Auf dem linken\nUfer der Seine befindet sich nach wie vor\ndas quartier latin. Hier wohnt auch aus sym-\nbolischen Gründen die Regierung. Hier ist\nder Montparnasse. Hier wohnen die Leute,\ndie nicht studieren wollen und die Künstler\nsein möchten. Die Künstler namentlich freuen\nsich sehr gegenseitig miteinander, tauschen\nAnsichten aus, die sie auch malen, schaffen\nsich eine Muse aus nichts, die sie ent-\nsprechend bedichten, soweit sie nicht\nschlimmere Absichten haben, malen alle ihre\nnatürlichen Stellen ab, hauen alle natürlichen\nStellen aus, setzen sie in Töne und Schreie\num und tanzen mit sie. Nach Mitternacht\nfährt das portierversierte Ausland nach\nMontparnasse, begehrt die Muse und bezahlt\nfür die Museriche. Hierauf verfahren zahl-\nlose Autos die versippte menschliche Ge-\nmeinde nach der Markthalle. Man will den\nBauch von Paris sehen. Man wundert sich,\ndaß der Mensch in seinem Wahn soviel Kohl\nessen kann und soviel Fleisch und soviel\nGervaiskäse. Und jeder einzelne v/undert\nsich, daß die andern soviel essen können.\nDie Damen aus Deutschland und aus dem\nWort zu: ~Les Halles\", Nach diesen land-\nwirtschaftlichen Studien, nach dieser Mystik\nvon les Halles begibt sich das Ausland in die\nKaschemme von Paris, wo die echten Zu-\nhälter nur so die roten Schals und die Messer\nin sich stecken haben. Man tut sich etwas\nBesonderes an und trinkt französischen Sekt.\nEchten französischen Sekt. Hier in der Ka-\nschemme sorgt man wenigstens dafür, daß er\nsich im Preis mit dem deutschen Sekt ver-\ngleichen läßt. Unser Sekt ist bekanntlich mit\nder Seele von Weingeist versetzt, wodurch\ner auch dem Diabetiker nieht übel ansteht.\nDie Zuhälter erklären gegen angemessenes\nHonorar ihr einträgliches und verträgliches\nGewerbe und sind auch zu allen sonstigen\nSchandtaten gegen Bezahlung bereit Nament-\nlich englische Ladys zahlen für Vorführung\nechter Liebe jeden Preis in echten Pounds.\nSie wird aber wegen der Schwierigkeit des\nProblems nur geschlossenen Gesellschaften\nvorgeführt, nicht unter der Mindestbeteiligung\nvon zwanzig Familien. Sie finden sich stets\nzusammen. Denn die Liebe, meine sehr ver-\nehrte gnädige Frau, ist etwas, das man nicht\ngenug studieren kann und das man studieren\nmuß, weil es eben zur allgemeinen Bildung\ngehört. Manches kann man sich eben nicht\ndenken. Liebe schon gar nicht. Da muß man\ndie Augen öffnen und die Seele und den Geist\nund dann kann man träumen, wie man im\nMai vergeblich geträumt hat. Hierauf geht\nman tanzen, dort, wo der Polizei keine Stunde\nschlägt. Der Champagner ist gestiegen. Das\nbringen die Börsen mit sich. Der ameri-\nkanische Kapellmeister aus Brünn träumt mit\njüdischem Augenaufschlag von der Tante, die\ner grüßen läßt. Ein echter Franzose erklärt,\ndaß er nichts, aber auch gar nichts gegen die\ndeutsche Kulturnation einzuwenden habe. Sie\nsorge für die einfachsten menschlichen Be-\ndürfnisse. und liefere alles so korrekt, der\nTon sitzt nur so auf dem Ton. Und aus Dank-\nbarkeit fordert er den Brünner aus Amerika\n«\nauf, Deutschland über alles zu spielen. Er\nhabe gehört, daß dann den deutschen Mäd-\nchen die Tränen aus den Augen rinnen. Und\nda er ein deutsches Mädchen unter den\nStammgästinnen sitzen sähe, und er des\nweiteren gelesen habe, daß deutsche Mäd-\nchen unter Tränen mehr Liebe gäben, sehe er\nnicht ein, warum er sich um den verfluchten\nChauvinismus kümmern solle. Schließlich"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "67", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2587, "texte": "wären wir doch alle Menschen. Und er\nmöchte nun einmal auf Hindenburg anstoßen,\nder seinerseits das Menschenunmögliche ge-\ntan habe. Die englischen Damen sind ihrer-\nseits noch ganz im Jenseits der Liebe, das hat\ndie Welt noch nicht gesehen, und erkundigen\nsich bei dem Franzosen nach Monsieur\nSteiner, der recht important ausgesehen\nhaben soll. Der Kapellmeister aus Brünn hat\nihn persönlich gekannt. Hierauf tanzen einige\nweibliche Ueberbleibsel der großen französi-\nschen Revolution den Cancan ä la Mont-\nmartre. Die Vertreter der deutschen Presse\nwürden in diesem Falle sagen, meine hoch-\nverehrte gnädige Frau, daß die Stimmung\nihren Siedepunkt erreicht habe, und die deut-\nschen Literaten in Paris würden schreiben,\ndaß so etwas in dem vertrottelten Deutsch-\nland doch nicht möglich sei. Ein Bulgare er-\nwähnte, daß er eine persönliche Empfehlung\nan Herrn Peter Panter habe, er traue sich\naber nicht allein zu ihm, weil der Herr doch\nso bedeutend sei. Außerdem habe er gehört,\ndaß Herr Printer Kommunist gewesen ist, und\ner wisse nicht, wie er sich im Gespräch po-\nlitisch mit ihm einstellen müsse. Indessen ist\ndie Sonne auf ganz normale Weise erschienen,\ndie Menschen sehen ganz entpudert aus, die\nKapelle macht Kasse, die Kellner machen\nKasse, die Gäste haben es nicht mehr nötig\nund der Traum von Leben und Kunst, Leben\nin Kunst, Kunst im Leben ist bis drei Uhr\nnachmittags ausgeträumt. Sie wundern sich,\nmeine mir gnädige Frau, daß ich Ihnen Einzel-\nheiten schreibe, statt der großen Dinge, die\ndas Leben nicht mit sich bringt. Glauben Sie\nmir, die großen Dinge sind nur für Literaten\nund Bürger, was dasselbe ist. Und die Künst-\nler sind nicht ausgelassene, sie sind nur zer-\nlassene Bürger. Und es ist keine Dichtung,\nwenn ich Ihnen erkläre, daß mir die ein-\nfachen Menschen lieber sind. Nicht, weil sie\neinfache Menschen sind, weil sie einfach Men-\nschen sind. Und ich denke an Sie, wie Sie\nParis träumen. Die große Welt und die große\nDame und die große Kunst und die große\nLiebe. Und Sie sitzen an Ihrem Tisch, dem\nLeben verschlossen, die Hände gefaltet, in\nDemut zur Pflicht, was Sie dafür halten, die\nAugen gen Sehnen geöffnet, geblendet vom\nLeben, was Sie dafür halten, bescheiden im\nWünschen, verängstigt im Hoffen. Stark im\nSagen, stärker im Versagen, am stärksten im\nBegehren. Und es ist so einfach. An jedem\nMorgen scheint die Sonne, an jedem Morgen\natmen die Glieder. Nicht versonnen sein.\nDie Sinne sind der Sinn der Erde. Das ist das\nEinzige, worauf wir uns zu besinnen haben,\num wieder zu Sinn zu kommen.\nNicht morgen, heute ist wieder ein Tag,\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c003", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "67", "page_fin": "68", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.3", "titre_corps": "Wahr-Nehmung berechtigter Intereffen", "titre_sommaire": "Wahr-Nehmung berechtigter Intereffen", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "67", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.5", "debut_caractere": 2589, "fin_caractere_exclue": 3962, "texte": "Wahr-Nehmung berechtigter\nIntereffen\n\nIn einem Aufsatz „Kunst, Wissenschaft und\nEuropa\", den Dr. Adolf Behne im 4. Heft der\nSozialistischen Monatshefte veröffentlicht\nhat, ist das Folgende enthalten:\nWie steht es heute mit der praktischen\nArbeit?\nBetrachten wir zum Beispiel die Zeitschriften\nder jungen Generation in den europäischen\nLändern, so ist ganz unverkennbar, daß ihr\nWille zur Schaffung einer wirklichen, nicht\nmehr phraseologischen Gemeinschaft von\nganz anderer Intensität ist, als vor dem Krieg.\nDas Bestreben, über höfliche Worte gegen-\nseitiger Anerkennung zur Tat, zur gemein-\nsamen Arbeit vorzustoßen, ist unleugbar. Ich\nmöchte hier eine knappe Uebersicht der vor-\nbildlich arbeitenden Zeitschriften in den ein-\nzelnen Ländern unseres Kontinents geben\n(ihre äußeren Mittel sind natürlich sehr ver-\nschieden). Da sind zu nennen:\nBEIGIEN: La Cit6 (Brüssel), 7 Arts (Brüssel),\nHet overzieht (Antwerpen).\nFRANKREICH: Europe (Paris), L'Esprit Nou-\nveau (Paris), L'Architecte (Paris), Manom&tre\n(Lyon).\nHOLLAND: De Stijl (Leiden), Architektura\n(Amsterdam), Wendingen (Amsterdam),\nBouwkundig Weekblad (Amsterdam).\nITALIEN: Noi (Rom).\nJUGOSLAVIEN: Zenit (Belgrad).\nPOLEN: Block (Warschau).\nRUMÄNIEN: Punct (Bukarest), Contimpora-\nnul (Bukarest).\nSCHWEIZ: A-B-C (Basel).\nTSCHECHOSLOWAKEI: Stavba (Prag),\nPasmo (Brünn), Wohnungskultur (Brünn).\nUNGARN: Ma (Budapest)."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "68", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2257, "texte": "Ein Organ des Kunstschaffens, das mit\ngleicher Intensität wie die besten dieser ge-\nnannten arbeitete, besitzen wie in Deutsch-\nland leider nicht. Der Sturm pflegt die\nSüßigkeit der Gartenlaube. So Lothar\nSehr ey er:\n„Der Wind hebt den Tauschleier auf,\nDas zarte Köpfchen dreht sich lind,\nSonnauf heben sich alle Augen ~,\nst\nOder Ursel Ellen Jacoby:\n~Fallt nicht um,\nBleibt nicht stecken, putzert euch, ent-\nschmutzert euch.\nAuf, auf\nLos\nTralalaa.\nHin zur Heide,\nHalt!\"\nDie sachlichen Behauptungen dieses Artikels\ndes Herrn Adolf Behne sind unwahr. Der\nWille zur Gemeinschaft nicht nur mit Europa,\nauch mit der ganzen Erde, ist von der Zeit-\nschrift Der Sturm ausgegangen und diese\nZeitschrift führt noch heute auf allen Wegen.\nAlle genannten ausländischen Zeitschriften\nsind viel später, zum Teil erst in letzter Zeit\nentstanden. Ihre Herausgeber und führenden\nMitarbeiter sind mit Arbeiten in der Zeit-\nschrift Der Sturm vertreten gewesen und ver-\ntreten, bevor die genannten Zeitschriften er-\nschienen, oder nachdem sie bereits einge-\ngangen sind. Ich selbst arbeite an diesen\nZeitschriften mit, soweit ich sie künstlerisch\nanerkennen kann. In ganz wenigen die-\nser Zeitschriften hat Herr Adolf Behne\nversucht, dieselben Unwahrheiten zu ver-\nbreiten, die er sich jetzt zusammengezogen in\nden Sozialistischen Monatsheften erlaubt.\nMit den Zeitschriften L'Esprit Nouveau und\nDe Stijl wünscht Der Sturm keine Ver-\nbindung. L'Esprit Nouveau ist das Kunst-\nblatt von Frankreich und De Stijl Konfusio-\nnismus. Die Behauptung, daß Deutschland\nkein Organ von gleicher Intensität besitzt,\nwie die genannten Zeitschriften, ist umso un-\ngeheuerlicher, als die Zeitschrift Der Sturm\ndie Intensität sämtlicher Mitarbeiter dieser\nZeitschriften besitzt. Der Sturm pflegt nicht\ndie Süßigkeit der Gartenlaube, weil man\nSüßigkeit nicht pflegen kann, hingegen Herr\nAdolf Behne sauer zu werden pflegt, wenn er\nschreiben muß. Das Schreiben liegt ihm eben\nnicht. Hingegen würde sich seine Denkweise\nund seine Denkungsart für die Gartenlaube\nbesonders eignen. Im übrigen bin ich über-\nzeugt, daß Herr Adolf Behne weder den\nSturm noch die Gartenlaube liest. Er holt\nsich sein Kunstwissen vom Kunstblatt des\nHerrn Westheim, von L'Esprit Nouveau und\nvon De Stijl.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c004", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "68", "page_fin": "70", "image_debut": 6, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.4", "titre_corps": "Liebe Gartenlaube!", "titre_sommaire": "Liebe Gartenlaube!", "signature_source": "Lothar Schreyer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "68", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.6", "debut_caractere": 2259, "fin_caractere_exclue": 4004, "texte": "Liebe Gartenlaube!\n\nHier bin ich. Alte Liebe rostet nicht in un-\nserer eisernen Zeit. Als ich Säugling war,\nwarst Du der Halt meiner schwachen Lenden.\nIch saß auf Deinem dicken Band, Großvater-\nausgabe 1860, gleichsam auf die Postille ge-\nbückt, wenn auch von hinten. Als ich noch\nnicht lesen konnte, warst Du meine einzige\nLektüre. Als ich laufen konnte, übte ich\nmich im Gartenlaube-Werfen und die-Götter-\nehren. Als mich die großen Leute klug ge-\nmacht hatten, verachtete ich Dich und nannte\nDich süßlich, obwohl Du doch barbarisch bist.\nNun kann ich nicht mehr klug sein. Wenn ich\nnoch eine Anwandlung habe, ziehe ich mich\nin die Gartenlaube zurück, die ich nie habe\nbekommen können, Da ist alles unvergäng-\nlich, alles Alte wieder neu und alles Neue\nwieder das Alte. Ruhe und keine klugen\nLeute, grade das, was der Maler und Dichter\nbraucht im Sturm des Lebens.\nIch habe es nicht glauben wollen. Aber der\nK—K—K—Kunstsch—sch—schriftsteiler (bei\ndem Wort stottert es mich immer), also\nder K—K—K—Kunstsch—sch—schriftsteller\nAdolf Behne behauptet, daß ich in die Garten-\nlaube gehöre. Er gehört freilich in die So-\nzialistischen Monatshefte. Ich weiß nicht, ob\nDu auf solche Empfehlung etwas gibst. Wahr-\nscheinlich kennst Du den Herrn gar nicht. Er\naber schätzt Dich sehr, wenn er auch noch so\nklug tut, Dich für süßlich zu halten, wie ich\nauch einmal. Aber er hat ein Büchlein über\nDeinen alten treuen Mitarbeiter Ludwig\nRichter (ausgerechnet „Ueberfahrt am\nSchreckenstein\") geschrieben, ausgerechnet\nfür die sozialistische Volksbildung. Es geht\nnicht mehr ohne uns Bürgerkünstler. Die\nSozialisten wissen das längst. Sie haben\nganze Gartenlaubenkolonien. Der alte Lud-\nwig Richter kann mich selbst mit dem\ne—e — e — expressionistischen K—K—K—"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "70", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1502, "texte": "Kunstsch—sch—schriftsteller aussöhnen. Ich\ndenke an das alte Ludwig-Richter-Häuschen\nin Loschwitz, wo wir als Kinder oft mit dem\nKätzchen und den Spatzen spielten. Es ist\ngewiß wieder ein Kätzchen dort. Und die\nSpatzen sowieso.\nNun wirst Du vielleicht meine Gedichte\ndrucken. Und ich werde von den Bürgern\nund Sozialisten gelesen werden. Endlich!\nEndlich werden die vielen Deutschen, diese\ngeliebten Barbaren meine Stimme hören.\nBin ich wirklich schon so einfach, daß sie mich\nhören können? Dann habe ich ein Ziel er-\nreicht, das alle Beschimpfungen durch die\nK—K—K—Kunstsch—sch—schriftsteiler auf-\nwiegt. Gewiß soll der Mensch keine Be-\nschimpfungen verachten. Der Misthaufen ist\nsehr nützlich. Aber er stinkt. Doch in der\nGartenlaube, da ist das Liebespärchen zu\nHaus, Und wo die Liebe ist, ist immer die\nWahrheit, wenn auch auf dem Misthaufen\ndie Gurken noch so groß wachsen, Gurken\nhaben kurze Beine. Wenn der Sturm weht,\nso erhebt sich der Gestank zornig vom Mist-\nbeet, weil er gestört wird. Aber in der\nGartenlaube kuscheln sich die Liebespärchen\nzusammen und halten sich die Näschen zu.\nWillst Du meine Gedichte haben? Vielleicht\nliebt mich das ganze unkluge Volk. Und viel-\nleicht schenkt es mir eine Gartenlaube. Dann\nhabe ich ein kleines Zuhause und kann mir\nunbeobachtet die Nase zuhalten. Und die\nLiebespärchen will ich nicht stören. Ich will\nihnen ein Lied singen.\nDie klugen Leute werden meinen, ich spotte\nund mache mich lustig. Aber es ist mein\nErnst. Glaube mir!\nDein\n\nLothar Schreyer"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c005", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "69", "page_fin": "69", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.4.1", "titre_corps": "Porträt Rosebery d'Arguto", "titre_sommaire": "Porträt Rosebery d'Arguto", "signature_source": "Hugo Scheiber", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "69", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 40, "texte": "Hugo Scheiber: Porträt Rosebery d'Arguto"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c006", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "70", "page_fin": "70", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.5", "titre_corps": "An Adolf Behne", "titre_sommaire": "An Adolf Behne", "signature_source": "Rudolf Blümmer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "70", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.8", "debut_caractere": 1504, "fin_caractere_exclue": 3669, "texte": "An Adolf Behne\nRudolf Blümmer\nWir wollen deutsch reden. Per me si va.\nSowas besitzen wir leider in Deutschland\nnicht. Tralala perdutta gente. Übi Behne,\nibi tralala. Que diable allait-il faire sur\ncette galere? Sowas besitzen wir leider in\nDeutschland nicht (etwas für Sie). Who are\nyou? So lesen wir, so lesen wir, so lesen wir\nalle Tage tschechoslowakisch, polakisch und\nungrakisch. Nur was er nicht verstehen\nkann, sieht Behne für ein Kunstwerk an.\nHerzliche Grüße von Kauder. English Beef-\nsteak eß ich gern, o yes, yes, yes, yes, yes (aus\nder Gartenlaube). Deri, Westheim und Servaes\nnennen Schwitters Werke den sauren Kitsch.\nMalvolio sagt zu den Gedichten Schreyers\nGartenlaube und wird voll und ganz Kollege.\nIßt Du John, sie auch so gern? O yes, yes,\nyes, yes, yes. Kannitverstan heißt auf deutsch\nIntensität. Leider gibt es sowas in Deutsch-\nland nicht. Man spricht deutsch und wird\ndeutsch angespokt. Leider besitzen wir so\netwas in Deutschland. Malvolio schreibt\nnicht gegen den Sturm wider besseres Wissen\nund Gewissen. Leider besitzt er das in\nDeutschland nicht. Aber er lobt wider\nbesseres Nichtwissen. Daß ich mich noch\ngrade recht erinnere: Neulich sah ich in einem\nWelshrarebit eine Figura, hmm, eine Figura!\nWie gut, daß wir sowas schon von Wauer be-\nsitzen. Praved si alte complicatiuni. Auf\ndeutsch: Prosit, Sie alter Komplimenten-\nmacher, Wider besseres Nicht-Wissen, Oder,\nwie Ihr Leibblatt Pasmo schreibt: Hnotu\njadra mozno. Hinaus jeder Miesmacher.\nImmer fleißig Pasmo lesen, junger mozno. Es\nbildet s;.ch ein Talent ein, fleißig in fremden\nBlättern zu lesen: Potz verreckte Chaib!\nAbonnieren Sie auf Ihr ABC. Dann haben\nSie das Recht, Ihre Photographie gratis zu\nveröffentlichen. Das wäre der Gipfel des\nKunstschaffens und der Intensität. Das wäre\nmal was Unbegreifliches. Denn was sogar der\nBehne begeifert, das wird als Gartenlaube\nbegreifert (aus der Gartenlaube). Und merke\nDir: 1. Kunst und Nicht-Kunst sehen sich oft\nso ähnlich, wie ein Kritiker dem anderen.\n2. Mit dem Hute auf dem Kopf kommt man\ndurch jede Ausstellung, 3. Ohne Wissen —\nwider besseres Nicht-Wissen — mit Beißen\n— ohne Gewissensbisse, aber gewiß wieder\ngebissen von"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c007", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "70", "page_fin": "72", "image_debut": 8, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.6", "titre_corps": "Vive la bagatelle! : Wider Dr. Adolf Behne", "titre_sommaire": "Vive la bagatelle! : Wider Dr. Adolf Behne", "signature_source": "Kurt Liebmann", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "70", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.8", "debut_caractere": 3671, "fin_caractere_exclue": 3968, "texte": "Vive la bagatelle!\nWider Dr. Adolf Behne\n\nIch preise dich, großer Feuergott des Lichtes\nund der Nacht. Denn deine Rache ist\nschweigend und tief, wie die Sterne, die du\nkreist, wie die Feuerrhythmen, die du durch\ndie Künstler und Former der Erde sprichst.\nDenn die mit frechen Händen dich betasten,"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "72", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1575, "texte": "läßt du sieh selbst erdrosseln. Ja, selbst er-\ndrosseln, Siehe, du senkst Gift in die Kreise\nihrer Seele, du wandelst ihre Stirn zu einem\nGefäß voll Unrat. Sie werden Literaten und\nwas sie schreiben, zeugt von ihrer Selbstzer-\nstörung.\nIch preise dich, großer Feuergott. Die du\nschlägst, schlägst du ganz. Siehe, du schlägst\nsie nicht nur mit Blindheit und mit dem Fluch,\nFlachheiten zu schreiben. Du tränkst sie mit\nBösartigkeit und Hinterlist. Denn es ist eine\nbösartige Unwahrheit, wenn Herr Dr. Adolf\nBehne eine Statistik über die Zeitschriften\nder jungen Generation in den europäischen\nLändern aufstellt und dabei nicht nur ver-\nschweigt, daß die Künstler dieser jungen\neuropäischen Generation zum größten Teil\nihre Arbeiten im Sturm veröffentlichten und\nveröffentlichen, sondern noch die Stirn hat,\nzu schreiben: „Ein Organ des Kunstschaffens,\ndas mit gleicher Intensität wie die besten\ndieser genannten Zeitschriften arbeitete, be-\nsitzen wir in Deutschland leider nicht. Der\nSturm pflegt die Süßigkeit der Gartenlaube.\nSo Lothar Schreyer.\"\nEine Unwahrheit und gänzliche Verlorenheit\ndes künstlerischen Urteils. Wie hast du\nDiesen gestraft, daß er ohne Scham sich an\nder Kunst vergreift. Wie brandmarkst du ihn\nnun mit dem Fluch der Lächerlichkeit. Ge-\nnug! Nur einmal noch flammen ihm die Sturm-\nrhythmen ins Blut. Einmal noch dröhnen ihm\ndie Sturmtrompeten ins Ohr. Den Puls der\njungen Generation der Erde. Hämmere ihm\nMarschbefreiung, Zucht, Ordnung, Klarheit\nder Sprache entgegen. Wahrheit! Einmal\nnoch. Dann laß ab.\nDenn er erdrosselte sich selbst.\n\nKurt Liebmann"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c008", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "71", "page_fin": "71", "image_debut": 9, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.6.1", "titre_corps": "Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt", "signature_source": "Ernst Oscar Albrecht", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "71", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 58, "texte": "Ernst Oscar Albrecht: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c009", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "72", "page_fin": "72", "image_debut": 10, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.7", "titre_corps": "Magifche Synthefe", "titre_sommaire": "Magifche Synthefe", "signature_source": "Otto Nebel", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 10, "page_imprimee": "72", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.10", "debut_caractere": 1577, "fin_caractere_exclue": 3416, "texte": "Magifche Synthefe\nOtto Nebel\nDer Neffe Adolf verhält sich zum Affen Nedolf\nwie der Ahne Bedolf zum Adolf Behne. Ge-\nlingt es einem politisierenden Professor, diese\nGleichung mit drei Unbekannten so zu lösen,\ndaß dabei etwas Bekanntes nach links heraus-\nspringt, so hat die Intensität der Zukunft einen\nalten Bekannten in die nullte Potenz erhoben.\nAus der wissenschaftlich beglaubigten Formel\nNull hoch Null gleich Eins\nbeweist sich rein mathematisch, daß es den\nvorlauten Funktionären des absoluten Di-\nlettantismus nimmer gelingen wird, die irre-\ngeführten Völker der ver europäisierten\nZonen unter jene wünschenswerte und erfor-\nderliche paneuropäische HUT zu bringen, so-\nlange die internationale Geistigkeit auf\nsolche platten Behne gestellt ist. Die Völker\nder Erde sollten geschlossen und gemeinsam\nauf der Hut bleiben gegen die potenzierten\nNullen, denen eine pfiffige Einerschaft leider\nnoch immer erlaubt, sich hier und da und\ndada gelegentlich mit der ungeistigen Feder\netwas Völkerentzweiendes zusammenzu-\nkratzen, das wie radikaler Bolschewismus\naussehen möchte.\nEine Gegend, in der die Tintenhyänen ihren\nOpfern mit der Lüge und der Fälschung vor-\nangehen, ist zwar reif für die Vernichtung,\naber nicht reif für die Bruderschaft in der Er-\nleuchtung, Da kann die Wohlfahrt nicht zum\nWohle fahren, wo den Genossen unserer\nSchmach eingebläut und vorgelogen wird, der\nKünstler sei ein Reaktionär, der ein Wolken-\nkuckucksheim zu einer Hindenburg mit Not-\nausgang und Still-Leben bis zum Wecken aus-\nzubauen trachtet. Die Behne und die anderen\nExtremitäten der extremen Opposition gegen\ndie Evolution sind Volksverführer, mit denen\nkein Revolutionär Erbarmen haben wird,\nwenn sie in der Nähe der Rüste-Wüste eines\nschönen Tages ihre eigenen Tralalaas bis zum\ngroßen Kotzen laut und deutlich vorsingen\nwerden. Das walte Paneuropa,"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c010", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "72", "page_fin": "73", "image_debut": 10, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.8", "titre_corps": "Offener Brief an Herrn Dr. Behne", "titre_sommaire": "Offener Brief an Herrn Dr. Behne", "signature_source": "William Wauer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 10, "page_imprimee": "72", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.10", "debut_caractere": 3418, "fin_caractere_exclue": 4011, "texte": "Offener Brief an Herrn\nDr. Behne\n\nBerlin, den 25. April 1925\nSehr geehrter Herr Doktor!\nSie zwingen mich ein zweites Mal, mich mit\nIhnen auseinanderzusetzen. Das erste Mal\nsind Sie mir entwischt. Das war damals, als\nSie vor einem Laienpublikum in einem Vor-\ntrage soviel unbewußte Torheiten über Kunst\naussprachen, daß ich eingreifen mußte.\nMitten während meiner kurzen Gegenrede\nerhoben Sie sich plötzlich und bemerkten,\ndaß Sie das Ende der Debatte nicht abwarten\nkönnten, weil Sie „fortmüßten\". Nach einigen\nMinuten verließen Sie dann auch das er-\nstaunte Publikum und erklärten nochmals im"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "73", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2289, "texte": "Hinausschreiten, daß Sie nicht etwa ~aus\n*\nFurcht\" gingen. Ich habe Ihnen das aufs\nWort geglaubt, aber ich war wohl der Einzige\nim Saal, der es glaubte, Sie entzogen sich\neinfach instinktiv einer unbequemen Situa-\ntion. Das war deutlich, aber nicht sehr klug.\nDiesmal aber sollen Sie mir nicht entwischen,\ndenn diesmal muß ich eingreifen wegen einer\nIhrer unbewußten Torheiten, die leider wie\neine bewußte Unwahrhaftigkeit aussieht.\nMeine Freunde behaupten, daß bewußte Un-\nwahrhaftigkeit en, die andere schädigen\nwollen, Gemeinheiten seien. Da ich nun aber\nnur an unbewußte Torheit bei Ihnen glaube,\nmöchte ich Sie in Schutz nehmen und war-\nnen. Ich mache Sie in Ihrem Interesse darauf\naufmerksam, weil ich an eine wissentliche\nUnlauterkeit Ihrerseits nicht glauben möchte.\nSie haben in einer Uebersicht, die Sie in den\nSozialistischen Monatsheften über die\nführenden geistigen europäischen Zeit-\nschriften geben, über den „Sturm\" nichts\nanderes geschrieben, als daß er „Lyrik ä la\nGartenlaube\" brächte. Das sieht natürlich\nsehr bös' aus. Es ist aber meiner Ansicht\nnach keine Böswilligkeit von Ihnen, sondern\nreine Torheit, wenn Sie vergessen haben,\ngleichzeitig hinzuzufügen, daß der „Sturm\"\nzu den ältesten, radikalsten und unentweg-\nten „Kulturkämpfern\" in der heutigen Zeit-\nschriftenwelt seit mehr als 15 Jahren gehört\nhat und noch heute gehört, daß er schlecht-\nhin in Europa die Führung im Kampf um eine\nästhetische Weltanschauung hatte und noch\nbehauptet,\nSie setzen in Ihrer reinen Torheit natürlich\nvoraus, daß jeder Ihrer Leser das weiß.\nIch kann und mag nicht glauben, daß Sie dies\naus /Niederträchtigkeit* nur „stillschweigend\"\nvoraussetzen. Ich möchte Sie deshalb\ndarüber auch eine laute Erklärung ab-\nzugeben, wie damals, als Sie den Saal ver-\nließen mit der deutlichen Behauptung, daß es\nnicht etwa „aus Furcht\" geschehe. Erklären\nSie einfach, daß es nicht „aus Bosheit\"\ngeschah, wenn Sie die Hauptsache zu sagen\nvergaßen.\nIch werde Ihnen auch diesmal glauben, denn\nich halte Sie für zu töricht, öffentlich\nraffinierte Unwahrhaftigkeiten zu Papier zu\nbringen, um Schaden zu stiften.\nDenn das wäre wirklich eine „überkluge\" Ge-\nmeinheit,\nSeien Sie bitte also künftighin vorsichtiger,\ndamit ich meinen guten Glauben an Sie be-\nhalten kann,\nIhr sehr ergebener\n\nWilliam Wauer"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c011", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.8.1", "titre_corps": "Dame in der Loge", "titre_sommaire": "Dame in der Loge", "signature_source": "Jean Zrzavy", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 30, "texte": "Jean Zrzavy I Dame in der Loge"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c012", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 12, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.8.2", "titre_corps": "Mord", "titre_sommaire": "Mord", "signature_source": "Jean Zrzavy", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 17, "texte": "Jean Zrzavy: Mord"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c013", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 13, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.8.3", "titre_corps": "Bild 1923", "titre_sommaire": "Bild 1923", "signature_source": "Oskar Nerlinger", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 26, "texte": "Oskar Nerlinger: Bild 1923"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c014", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 14, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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[n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.9", "titre_corps": "Kleiner Vogel zwitfchert in den Abend", "titre_sommaire": "Kleiner Vogel zwitfchert in den Abend", "signature_source": "Kurt Liebmann", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "73", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.15", "debut_caractere": 2291, "fin_caractere_exclue": 3035, "texte": "Kleiner Vogel zwitfchert in\nden Abend\n\nDie sehnsuchtzittren Aeste strahlen tasten\nRaum\nund\nwerfen sich die Triller kröne Vögelchen ins\nHaar\ndie gleißt und funkt\nund Zwitschern Trillern\nVogel strahlt\nund\nKreisen rauscht das Brüstchen\nrollt die Weltenkreise\nkreisend\nsinkend\nRaum unendlich\nräumt den Sternenkreis das Vögelchen\nund\nTrillern Tanzen\nStrahlen Funken •\nTanzen\nSinken\nSteigen\nSchluchzen Weh\nund Weinen tropft Gefieder\nblutet Abend\nküßt die Abenderde\nblut\nund\nimmer rollt die kleine Brust\nund\nTrillern rollt den Raum\nund\nrollt und rollt\nund\ntrillert groß den Blutmond in den Raum\nund\nSterne tanzen aus der Kehle\nder Schnabel schmettert Lichten\nwölbend spannt die Nacht\ndie Weltnacht wölbt\nund\nWelten strahlt aus kleiner Vogelbrust\nund ."}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "74", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 70, "texte": "schweigt\nund\nstrahlt\nund\nSchauern kniet der Mensch.\n112\n\nKurt Liebmann"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c016", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "74", "page_fin": "74", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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Wie kommt der Künstler heute in der\nBourgeoisie hoch? — Durch Schwindel! —\nGeorge Groß\nAus der Wiener Zeitung „Der Tag\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c017", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "74", "page_fin": "78", "image_debut": 16, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.11", "titre_corps": "Das entdeckte Gehirn", "titre_sommaire": "Das entdeckte Gehirn", "signature_source": "William Wauer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "74", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.16", "debut_caractere": 262, "fin_caractere_exclue": 3742, "texte": "Das entdeckte Gehirn\nWilliam Wauer\nFür den Biosophen gibt es die Schwierigkeit\ndieses Scherzrätsels nicht. Und für Sie will\nich es durch eine recht anschauliche Vor-\nstellung zu lösen versuchen, die Ihnen die ent-\nstehende Möglichkeit von Rückbeziehungen\nund die Entwicklung der Erkenntnisbildung\ndeutlich vor Augen führt.\nEs ist zunächst einmal klar, daß mir der Ge-\ndanke: das ist Pfeffer, nicht kommen kann,\nwenn ich nicht weiß, was Pfeffer ist und wie\nPfeffer schmeckt. Ich kann also nur erkennen\ndurch Vergleich mit bereits vorhandener\nKenntnis. Jede Erkenntnis aber ist auch\nschon das Resultat von Denken, und jede Er-\nkenntnis ist auch ein Wiedererkennen, ein\nAnknüpfen von bisher Unbekanntem, eben\nerst Bemerktem an schon Bekanntes. Jedes\nneue Denken ist also abhängig von altem\nDenken; jeder neue Gedanke von bereits ge-\ndachten Gedanken; alles Gedachte vom Ge-\ndächtnis. An diesen Grundtatsachen ist nicht\nzu rütteln, wie Sie mir aus eigener Erfahrung\nwerden bestätigen müssen.\nWie aber kann sich Denken aus sich selbst\nbedingen?\nIhnen allen wird der Entwicklungsvorgang auf\neiner photographischen Platte bekannt sein.\nDann wissen Sie, daß die belichtete Platte,\ndie in der Dunkelkammer in ein Säurebad ge-\nlegt wird, vorerst eine ganz reine, fleckenlose\nElfenbeintonfläche zeigt. Unter der Einwir-\nkung der Säure, also durch chemisch bewirkte\nUmschichtung der Atome, die zu Lockerun-\ngen und Verdichtungen in der lichtempfind-\nlichen Gelatinemasse führen, tauchen nach\nund nach anfangs ganz zarte, sich aber rasch\nverstärkende dunkle Pünktchen, Linien und\nFlecke auf, die den Stellen der Platte ent-\nsprechen, die das hellste Licht bei der Auf-\nnahme irgendeines Naturausschnittes ge-\ntroffen hat. Im weiteren Verlauf entwickelt\nsich so durch fortgesetztes Dunkler- und\nDunklerwerden, entsprechend der Licht-\ngestaltung des Naturbildes, ein völlig über-\neinstimmendes Gegenbild, das man ein Nega-\ntiv nennt. Auf diesem sind nunmehr alle\nhellsten Stellen am dunkelsten gefärbt, die\nin allmählichen Uebergängen bis zu den licht-\nlosesten Partien des abphotographierten\nNaturausschnittes sich abschattieren, die auf\ndem Negativ jetzt am hellsten erscheinen.\nDurch weitere chemische Behandlung kann\nman nun die negative Platte in den gleichen\nEntsprechungen durchsichtig machen. Auf\ndiese Weise wird es möglich, das negative\nBild mittels einer neuen Belichtung licht-\nempfindlicher Papierschicht durch die nega-\ntive Glasplatte hindurch in ein naturgetreues\npositives Bild zu verwandeln.\nDas alles wird Ihnen bekannt sein.\nWenn Sie sich nun vorstellen, daß es mög-\nlich sei — und es ist auch photographisch\nmöglich —, gleich das positive Bild zu ent-\nwickeln —\nwenn Sie sich weiterhin vorstellen wollen,\ndaß dies positive* Bild eines Naturausschnittes\nein kinematographisches sei, also aus Tausen-\nden von Einzelbildchen bestehe, die, in einer\nzusammenhängenden Weise nacheinander\nvorgeführt, Bewegungserscheinungen wieder-\ngeben —\nwenn Sie sich schließlich vorstellen, daß diese\nVorführung gleichzeitig, während und mit der\nEntwicklung stattfände —\ndann würden Sie genau und deutlich dem\nEntstehen einer Sehwahrnehmung zuschauen\nkönnen.\nSie würden damit ein getreues Gleichnis\ndes Denkprozesses in seinen Anfängen —\nvon der fleckenlosen unbeeindruckten Fläche\nder Großhirnrinde aus — beobachtet haben.\nIn den ersten Tagen und Wochen jeder Säug-\nlingsentwicklung können Sie die gleichen\nFeststellungen machen. Das Kind hat zuerst\nEindruck von hellen Lichterscheinungen, die"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "75", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4312, "texte": "seine Aufmerksamkeit anfangs allein in An-\nspruch nehmen; es verfolgt mit seinen Blicken\ndie wandernde Lampe oder Kerze; sich be-\nwegende Licht- und Schattenpartien fesseln\nsein Interesse.\nDieser mit ganz schwachen Wahrnehmungen\nbeginnende Denkprozeß bezieht sich bei der\nphotographischen Platte wie beim Kinde aus-\nschließlich auf das Entstehen bildmäßiger\nEindrücke, auf das Werden von Anschauung.\nSie können diesen Denkprozeß aber leicht\nvervollständigen durch die Annahme, daß in\ngleicher Weise aufgenommene Hör- und\nTastendrücke von ihrem Entstehen aus\nWahrnehmung und durch Entwicklung bis\nzur Erkennung des Wahrgenommenen Ihnen\nin gleicher Weise zum Bewußtsein gebracht\nwerden. Es entstünde dann bis zur Voll-\nendung des ganzen Eindrucks, den Sie aus\nder Wirklichkeit aufnehmen können, sein\nkünstlich vorgeführtes lebendiges Gleichnis.\nDiese Vorstellung kann Ihnen ein Abbild des\ngesamten Denkprozesses in seinem Anfangs-\nstadium vermitteln, wenn sie ihn auch nicht\nerschöpft. Jedenfalls läßt sich das deutlich\nerkennen, worauf es mir bei diesen Ausfüh-\nrungen ankam, daß nämlich der Rückbezug\nbeim Denken auf Gedachtes, den das Er-\nkennen braucht, dadurch möglich wird, daß\nsich gleichsam Wahrnehmungsatom zu Wahr-\nnehmungsatom fügt, daß ein allmähliches Zu-\nsammenballen und Anwachsen nach und nach\nden Erfahrungskörper aus den ersten\nschwachen Wahrnehmungen heraus ent-\nwickelt. Es entwickelt aus den Bedingungen\nder Gehirntätigkeit Erfahrung, Gedächtnis.\nDas noch undeutliche, werdende Denken des\nKindes und der Primitiven macht deshalb\nnoch keine oder wenige oder nur die ihm\nmöglichen Rückschlüsse, sein Erkennen bleibt\nlückenhaft und verschwommen infolge des\nMangels bestimmter Erfahrungen, an die es\nanknüpfen könnte. Aber die Erfahrung\nwächst und festigt sich, und damit wachsen\ndie Möglichkeiten der Relation und Apper-\nzeption, der Bezugnahme und der Aneignung\nvon Unbekanntem und Neubekanntem durch\nAnknüpfung an bereits Bekanntes.\nAn dieser Stelle tritt eine Eigentümlichkeit\ndes Erkennungsvorganges so auffällig in Er-\nscheinung, daß sie Ihnen schon aufgefallen\nsein wird.\nIch meine die eng bestimmte Selektion, wie\ndie Gelehrten es nennen, die entscheidende\nAuslese und Beschränkung der Wahrneh-\nmungen auf ganz gewisse, die eingegliedert\nwerden können.\nSie ergibt sich eben daraus, daß sich das\nNeue und noch Unbekannte nur an Passen-\ndes, Aehnliches, bereits Bekanntes durch\nVergleich in Beziehung setzen und anknüpfen\nläßt, so daß es „erkannt\" werden kann.\nDagegen bleibt jedes Neue und Fremde, das\nkeine Beziehung zu bereits in der Erfahrung\nVorhandenem findet, unerkannt, unanerkannt\nund befremdlich rätselhaft.\nVöllig Unbekanntes und Fremdes und Wider-\nsprechendes kann darum nicht „erkannt\"\nwerden, es wird nicht aufgenommen und\nscheidet wieder aus. Es haftet nicht. So\ngehen auch starke Eindrücke, die nicht in\nuns Wurzel fassen können, nach und nach\nwieder verloren. Was der Mensch nicht ver-\nsteht, geht an ihm vorüber. Der Vorgang als\nsolcher kann sich höchstens in seiner Erinne-\nrung festsetzen als Unsicherheit und Beun-\nruhigung, aber er kann seinem Wesen nach\nvon ihm nicht bewußt gedacht und nicht in\nihm Wissen werden; denn dazu gehört Er-\nkenntnis und Verständnis.\nIch könnte Ihnen wahrscheinlich die Kon-\nstruktion einer Nähmaschine ziemlich genau\nerklären ohne Ihr Verständnis zu finden, weil\nSie eben die Konstrüktionselemente von\nMaschinen im allgemeinen und die einer\nNähmaschine im speziellen nicht erkennen\nwürden, da sie Ihnen zu fremd wären.\nVerstehen heißt sich etwas anschaulich\nmachen können.\nAnschaulich machen kann man sich aber\neben nur etwas bereits Gesehenes oder ein\nAehnliches,\nAuch die Einsteinsche Relativitätslehre muß\nIhnen unbegreiflich bleiben, wenn Sie ihre\nmathematischen Elemente nicht erfassen, ihre\nGedankenkurven nicht abtasten und wenig-\nstens gefühlsmäßig kontrollieren können.\nAuch Negermusik oder die der Japaner dürfte\nSie nicht „ansprechen\", weil die Erregung,\ndie die fremden Rhythmen und Klange in\nIhnen wachrufen, Ihnen nur seltsam und un-\nverständlich vorkommen kann. Sie können\nsie in Ihr Empfinden nicht aufnehmen, wie\nes der Fall wäre, wenn Sie an japanische\nMusik, die bekanntlich nur fünf Intervalle auf\nder Strecke unserer Oktave besitzt, bereits\ngewöhnt wären und kennen würden. Das\nWiedererkennen würde dann auch bei Ihnen"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "76", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4305, "texte": "Mit-Empfindung, also Erkenntnis von alten\nOhreindrücken hervorrufen.\nDie eben erörterte Art der Auslese begrün-\ndet die Eigenart jedes individuellen Denkens\nund die Schwierigkeiten des Umlernens und\nder Umstimmung eines Mitmenschen durch\nandere ihm bisher unzugängliche Meinungen\noder völlig neue Erfahrungen.\nImmerhin wird trotz der bestimmten Auslese\nbei Weiterbildung des Gedächtnisses stets\nauch eine Umbildung miteinbegriffen sein, da\nja gleiche Wahrnehmungen auf die Dauer\nnicht möglich sind. Kleine und kleinste Ab-\nweichungen aber sind schließlich auch im-\nstande, eine Erkenntnisrichtung und be-\nstimmte Denkart völlig zu verändern, ja um-\nzukehren, Das braucht nur Zeit und große\nReihen geeigneter und entsprechender Sin-\nneseindrücke. Hier liegt die Möglichkeit,\nseinen Mitmenschen etwas einzureden, sie zu\nbekehren. Die Ausscheidung alter Gedächt-\nnisteile spielt, wie Sie selbst beobachten kön-\nnen, bei der Bildung neuer und Umbildung\nabweichender Anschauungen eine ebenso\ngroße Rolle wie die Kontinuierlichkeit des\nZuströmens neuer Wahrnehmungsaufnahmen.\nBei dem Vergleichen eines starken neuen\nEindrucks mit einer schwachen Erfahrung\ngibt die Erfahrung natürlich dem Eindruck\nmehr nach als im umgekehrten Falle, so daß\nman mehr von ihrer Anpassung an den neuen\nEindruck sprechen kann; so daß also die ent-\nstehende Erkenntnis den alten Gedächtnis-\neindruck sofort korrigiert oder eliminiert. Ein\nsehr starker Neueindruck kann schließlich\nauch überwältigend sein und sich gegen alles\nAlte wenden, wenn er es auch zur Anknüp-\nfung braucht.\nSo werden die Erfahrungen immer neu ge-\nsichtet, an neuen Eindrücken gemessen, Irr-\ntümer berichtigt und Fehler ausgemerzt.\nDas Gedächtnis unterliegt in dieser Art\neinem fortgesetzten Stoffwechsel, der es\nlebendig erhält durch Selbsterneuerung.\nBis hierher geschieht das Denken in einer,\nman möchte sagen, rein passiven Weise.\nAber infolge der Inanspruchnahme der Ner-\nvenleistungen durch Wahrnehmung und Re-\nlation werden diese kraft ihrer Bewegungen\nund der inneren Reibungsvorgänge — Wenn\nman sie so nennen darf — mit Reizen ge-\nladen, die zur Entladung drängen. Sie wollen\nsich der Arbeit, die sie leisten müssen, um\nso mehr entledigen, je mehr sie angestrengt,\nalso eben mit Reizladungen beschwert\nwerden.\nHier kommt es nun zu einer Aktivität, zu\neinem inneren Impuls, der sich deutlich be-\nmerkbar macht. Diese Aktivierung der\nleistenden Nervensysteme bedeutet eine neue\nBedingtheit der Denkfunktionen. Der Impuls,\nden wir Trieb oder Wille nennen, je nachdem\ner aus Wahrnehmungs- oder ihren Verarbei-\ntungsvorgängen stammt, wirkt sich nach\naußen oder nach innen aus. Nach außen als\nTat, nach innen als Hemmung oder erhöhter\nAntrieb bis zur Krankhaftigkeit. Er wirkt\nseine Inhaltsreize aus, seine Inhaltsreize, die\nquantitativ und qualitativ durch die Wahr-\nnehmungsorgane eindeutig in Wirkung und\nRichtung bestimmt sind.\nDiese Auswirkungen führen zu einer Ver-\ndichtung der Zellschicht der nervösen Bahnen,\ndie sie benutzen.\nWir wissen, daß jede Benutzung von Zellen,\njeder Reiz auf Zellen zu ihrer Vermehrung\nführt, die einer Art Brückenbau und Wege-\nebnung gleicht, wodurch die Leistungsfähig-\nkeit dieser Nervenbahnen sich steigert.\nDiese Steigerung der Leistungsfähigkeit dicht-\nzelliger, weil oft benutzter Nervenbahnen im\nGehirn bedingt und erklärt die Möglichkeit\nund das Vorhandensein eines mehr oder\nweniger guten Gedächtnisses, „Die Gehirn-\nbahnen schleifen sich durch Benutzung aus\",\nwie die Gelehrten sagen.\nHier liegt eine neue Bedingtheit des Den-\nkens in der Differenzierung und Fixierung\nvon Gehirn- oder Nervenbahnen durch\nDenkarbeit,\nDie Relationen, die das Erkennen braucht,\nwerden also desto mehr erleichtert, je mehr\nsie geübt werden.\nHier liegen die Bedingungen für die Höher-\nentwicklung und Vervollkommnung des\nmenschlichen Denkens überhaupt.\nIn der Bildung der Nervenbahnen liegen auch\ndie organischen Grundlagen der Relation\nselbst.\nSolange ich Ihnen die Bildung der Nerven-\nbahnen noch nicht erklärt hatte, habe ich\nIhnen die Vorgänge der Relation nur namhaft\nmachen, aber nicht beschreiben können. Ich\nhabe sie als ein „In-Beziehung-setzen\", „An-\nknüpfen\", „Vergleichen\", „Anpassen\" be-\nzeichnet. Was sie wirklich sind als orga-\nnische Funktion, kann ich Ihnen jetzt erst\nvöllig klar machen, indem ich mit Ihnen diese"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "78", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.20", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 272, "texte": "Begriffe auf Grund ihrer organischen Unter-\nlagen nochmals untersuche.\nGreifen wir auf das Beispiel des zerbissenen\nPfefferkorns zurück.\nDie Wahrnehmung der Zunge sucht, drücken\nwir uns einmal so aus, eine „Denkbahn\", um\nzu erkennen, als was und warum sie vor-\nhanden ist."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c018", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "77", "page_fin": "77", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.12", "titre_corps": "An die Menschheite", "titre_sommaire": "An die Menschheite", "signature_source": "Otto Nebel", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "77", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.19", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1441, "texte": "An die Menschheite\nOtto Nebel\n!!Lest es laut, lest es oft, lest genau!!\nDer erffe roeiblidje Jteifdjergefelle\nin Berlin. 3m SSestrf ber fjanb«\nmerfsfammer sBerlin bat je&t ber\nerfte njeibtidje feine\n©efellenprüfung beftanben. (Es ban=\nbelt fid) um Qräuletn SDtargarete\n£\" ob n, bie ÜEod)ter bes Sd)lä(f)ter=\nmeifters 3Kaf Gobn in 93rife, bie\nibre ©efellenprüfung oor ber\ngleifdjergmangsinnung mit bem\n„Bobensmert\" ablegte. Der\nObermeiser ber Snnung erflärte, bie\nSnnung reebne es fid) gur befonberen\n(Ebre an, baß aus ibr ber erfte meib*\nlid)e Sletfdjergefelle im SSestrf ber\nSBerlin beroor*\ngegangen fei, unb baß er eine fo\nmuftergültige Beiftung gutoege ge=\nbrad)t babe.\nUnbefannter SDleifter einer Beitung\nim Slprtl 1925\nSd)arfrl4)fer als Frauenberuf\n3n 93 übap e ft ift bie ©teile\neines Sdjarfridjters gu befetjen, nad)=\nbem ber bisherige genfer in ben\nStubeftanb getreten ift. 9tid)t weniger\nals 500 erfo n e n melbeten\nfi d) als Stfpironten für ben menig\nfgmpatbifcf)en Soften, darunter be=\nfanb ficf) ein SEftann, ber fid) befon*\nbers qualifigiert für bie Slufgabe\nfüllte. ®r betonte nämticf) bei feiner\nbaß er lange 3eit in\n2lmertfa gelebt unb bort an 25 Bgn*\ndjungen teilgenommen fyabe. 2tufser=\nbem bewarben fid) 3 m e i grauen\num bie ©bre, als <sd)arfrid)ter an»\ngeftellt gu merben. ©s mufj für ben\nDelinquenten ein tounberfdjönes Oe»\nfübl fein, toenn er oon garter #anb\ngeföpft wirb.\n„8.3- am SDiittag\", Dienstag,\n28. Slprit 1925"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c020", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "78", "page_fin": "80", "image_debut": 20, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.13", "titre_corps": "Eine Neim-Runen-Fuge", "titre_sommaire": "Eine Neim-Runen-Fuge", "signature_source": "Otto Nebel", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "78", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.20", "debut_caractere": 293, "fin_caractere_exclue": 1964, "texte": "UNFEIG\nEine Neim-Runen-Fuge\n\nTEUFUNG\nFeiereifer teufen\nFeuereifer tiefen\nFugen teufen\ntief fugieren\nFug entgieren\nfugierte Eifer tiefer teufen\ntiefer geteufte Eifer fugiert erneuern\nerneute Eifer feiern\nerneut tiefer fugierte Feuereifer eifrig fugieren\nenteifern\nfern zerfugen\ntiefer tiefen\ntieftief teufen\nGetief erteufen\nTief teufen fugieren\nTief teufen ereifern\nTiefeifer teufen\nTiefteufeifer tiefen\nTiefteufeifer tiefer teufen\nTiefteufeifer feurig tiefer teufen\nTiefteufeifer erneut feurig fugieren tief\nTief feuerfugen enteifern\nTiefe fieren\nTiefe tiefer fieren\nTiefe Zentnern\nnie Tiefe finten\nTiefe feiern\nTiefe gegen Unzeit fieren\nZeiten fieren\nFerger zerfetzen!\nFergen regieren\nnun fernt ein Ufer\nfernt ein Ruf in Feiertiefen\nfeint ein Reif in teufen Tiefen\nein Ferge ruft: Riff\nein Riff entern in Tiefen\nein Riff zerzentnern in Ur-Tiefen\nein Ur-Riff zererzen\nin Urtiefen Zentnern\nFeuer fieren\nUrtiefen fieren\ntiefer\ntiefer\ntiefer fieren\nUrtiefen zerteufen\nUr-Teuf tiefer zerren\nzeruren\nzerreifen\nzerfreuen\nentzentnern\nzentrieren\nzentrieren gen Nie.\n*\n\nFINGERZEIGE\nEggt euer Nie\nin E\nin i\nin enn\nEggt euer Ein\neggt Eggen nun\nGee-Gee\neggt Gee\ngeeggt eggt nun\nnun genug\nnun gurren eure Tiefen\ngirren entengt\nentgittert\nentgrenzt\nIrrten unten eure Zeige\nzeigtet Irren Irrung Irrung\nzeugtet Irre\nzeugtet Unzeit Untier Untief\nunterzeugtet eure Zeugen\nfiguriertet\nFeuer fing nun eure Enge\nnun in Tiefen teuft euer Feuer\ngenug zereggt\nerringt!\n*\n\nZENITZEIGER\nRief Einer Fug\nriet Rettung\nrief\nGereut\nRunen zertreffen Ruten\nneue Zungen zeugen Ure\nneue Geigen zittern unter reifen Griffen\nneue Fugen greifen ein\nneue Zeiten reifen\nnur getreu entziffern\nnur genug entziffern"}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "79", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.21", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2099, "texte": "nur nie ereifern zur Unzeit\nzeitiger reifen\nzeitiger geeignet rettern\nnie erfrieren\nnie zigeunern\nnie zergiften\nnie zergruften\nnie zerfingern\nnie zerzerren\nnie zerzieren\nnie zergieren\nnie zerrinnen\nnie zerteigen\neigen innern\ninnen geigen\ninnig\ninnig\neinen\neinen\nEiner rief\nFreie riefen\nFeine rieten\nRunen riefen\nFreie rufen\nFreie geigen\nFreie freuen\nRuner rufen\nEiner rief zu Geigenufern\nFeuer fingen eure Grenzen\nFeuer fingen eure Fetzen\nGeigenferge rief zur Gig\nRetter Ferge ruft zur Feier\nfeiert\nfeiert eure Zeit.\n*\n\nENTGEGNUNG\nFünfzig Irre treten ein\ntreffen nur Irre\ntreten unter Irre\ntreten ein in irre Unzeit\ntreten Irrengitter ein\nIrre gittern Irre ein\nRetter gittern Irre nie in Gitter ein\nRetter entgittern\nnie irret Genie\nGenie ringt in Feuerfirnen\nIrre zerringen in Eigennetzen\nGenie entgittert Eigengrenzen\nIrre zergrenzen\nGenie erufert Runenufer\nIrre entufern in Unfug\nGenie zentriert\nIrre zerzerren\nGenie zeugt nie Unfug\nnie\nIrre zeugen Eigenriten\nGenie urt Ritennetze neu\nIrre runen neue Irrenriten\nGenie geniert nie\nIrre genieren\nGenie teuft gen Nie\nIrre zertuffen gen Nie\nGenie netzt Firnernten\nIrre zernetzen\nzerringen in fetzen Netzen\nruiniert\nIn Feuerfirnen ringt Genie\nertrutzt.\n*\n\nNUNZENGIFT\nGittert nie Ruinen ein\nnur eure irren Regierungen gittert in neunzig\nErz-Gitter\neure Teig-Riten gittert ein\nentgegnet nie\nentfurzt!\n*\n\nFUNFZIG IRRE UNTER NEUN RUNEN\nFünfzig Irre treffen zu\nNeter tritt ein\nreuer Eigenfirn in Irrung Enn\ntrutzt unnett Rette INRI\nTritt Enriette Gutentrutz ein\ngefeit gegen Reue\nuriniert nur in Tee-Terrinen\nTer-Teegen tritt ein\nTerenz in Gent\nerntet nur Teer\nTritt Reni Trettin ein\nTriene zu Trier\nfreit nur fette Furiere\nGinf Uru tritt ein\nFerge zu Rigi\nrennt innig gegen Riffe\nTritt Erni Neuntuter ein\nFurie in Fingerfing\nruiniert nur Enteneier\nZegu Ungu tritt ein\nNigger zu Urru-Tirri-Tei\nfuttert nur Gnu-Euter\nTritt Fritzi Ertner ein\nFurunze zu Zenn in Grett\nrezitiert unter Ziegen Fritz Reuter\nEintritt Trutz Rettig\nZierfigur zu Untertrenningen\nzertritt in feinen Terzfinten nur neue Urnen\nTritt Zitti Irene zu Neitung ein\nFreiin in Neitung-Regitten"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "80", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.22", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 802, "texte": "zetert renitent in zertinteten Unterzeugen\ngegen Zeugung\nNun tritt Gunter Gierig ein\ntrifft nie einen guten Gegner\nein guter Ringer zurzeit\nNun tritt ein Unirrer gegen Regierungen\ntrifft\nfünfzig Gegentritte gegen ein Genie\ntreffen nie\neinen guten Gegner treffen Regierungen nie\nunten regieren gierige Gunter\nGenie regiert in Feierfirnen\nunten treten fünfzig Irre Irren entgegen\nNun tritt Regine Tietze ein\neine gute Nutte zur Zeit\ntrifft rein nie einen guten Nutter unter Rein-\nreitern in Uri\nTrenz Nutter tritt nun eifrig ein\nZitterer zu Rittergut\nzerfingert Geigen\nzerfetzt Zeitungen\nzertrennt ein Etui in neunzig neue\nzittert zur Zitti Irene in Unterzeug\nzerfetzt Tintenirenenunterzeug in Unter-\nunterzeuge feiner fein\nein Neuerer in Erinnerungen\nnie geizig\nNeue Runungen in einiger Zeit\n\nOtto Nebel"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c021", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "78", "page_fin": "78", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.13.1", "titre_corps": "TEUFUNG", "titre_sommaire": "TEUFUNG", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "78", "url_page": 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Ur-Riff zererzen\nin Urtiefen Zentnern\nFeuer fieren\nUrtiefen fieren\ntiefer\ntiefer\ntiefer fieren\nUrtiefen zerteufen\nUr-Teuf tiefer zerren\nzeruren\nzerreifen\nzerfreuen\nentzentnern\nzentrieren\nzentrieren gen Nie.\n*"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c022", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "78", "page_fin": "78", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.13.2", "titre_corps": "FINGERZEIGE", "titre_sommaire": "FINGERZEIGE", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": 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"https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.22", "debut_caractere": 804, "fin_caractere_exclue": 3021, "texte": "Umfrage\nUeber die Oekonomie und das praktische\nLeben der Individualisten\nder französischen Zeitschrift „Lueurs\"\n1. Da man bekanntlich um so mehr „Indi-\nvidualist\" ist, je mehr man bei der Be-\nfriedigung seiner Bedürfnisse den ,Andern'\nentbehren kann, — und da das Individuum\nnicht nur materielle, sondern auch ethische\nund ästhetische Genüsse sucht, muß man den\nIndividualismus gleichzeitig auf dem ökono-\nmischen, dem ethischen und ästhetischen Ge-\nbiet vertreten.\nDefinition Ihres Individualismus!\n2, Die individualistische Redensart lautet:\n„Rechne nur auf Dich selbst!\": Können Sie\nsich einen vollständigen Individualismus vor-\nstellen, der im Stande ist, selbst seine Klei-\ndung anzufertigen, seine Möbel und Geräte\nherzustellen (Tischlerei, Korbmacherei, Ge-\nfäße, Schlösser), sich den praktischen Wissen-\nschaften zu widmen (Züchterei, Gärtnerei,\nMykologie, Bienenzucht, Vegetarismus etc.)?\nAlles dies nicht nur aus Kenntnis der Praxis\nund der gewöhnlichen Theorien heraus, son-\ndern mit dem Wunsch, neue Möglichkeiten\nzu suchen,\nIst dies nicht Ihrer Meinung nach das Ziel des\npraktischen Individualismus?\n3. da der „richtige\" Individualist sich be-\nmüht, so viel wie möglich von seinem eigenen\nSelbst an das Leben und an seine Freunde\nabzugeben: welche Stellung haben Sie gegen-\nüber der Ausübung der Solidarität (Leben in\nGemeinschaft, gegründet auf Individualismus\n— Jedem nach seinen Bemühungen — Tausch\n— Handreichung — Hilfe etc.)?\n4. Kennen Sie Beispiele praktischen, indi-\nvidualistischen Lebens — isoliert oder ge-\nmeinschaftlich? Leben Sie als Individualist\noder bemühen Sie sich, dahin zu kommen?\nWohin und wie? Können Sie für ein solches\nLeben nützliche Andeutungen oder Ratschläge\ngeben? Welche Bücher haben Ihnen dazu ge-\nholfen, ein praktischer Individualist zu\nwerden?\nKönnen Sie zu den unter 2 gestellten\nFragen Ratschläge geben?\nGlauben Sie, daß der Versuch eines gemein-\nschaftlichen, auf Individualismus beruhenden\nLebens mehr Aussicht auf Erfolg hätte in der\nNähe von Wäldern, von Gebirgen oder vom\nMeer, — als innerhalb der großen Städte?\n*\nDie Umfrage geht in die ganze Welt. Antworten\nkönnen auch in deutsch an die Adresse: „Lueurs\",\nLyon (France), 232, Rue Garibaldi, gerichtet werden."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c028", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "80", "page_fin": "80", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.15", "titre_corps": "Inhalt:", "titre_sommaire": "Inhalt:", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "80", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.22", "debut_caractere": 3023, "fin_caractere_exclue": 3818, "texte": "Inhalt:\nHerwarth Waiden: Städtebildchen Paris .... 65\nHerwarth Waiden: Wahr-Nehmung berechtigter\nInteressen 67\nLothar Schreyer: Liebe Gartenlaube 68\nHugo Scheiber: Porträt Rosebery d'Arguto , . 69\nRudolf Blümner: An Adolf Behne ...... 10\nKurt Liebmann: Vive la bagatelle 70\nErnst Oscar Albrecht: Linoleumschnitt / Vom\nStock gedruckt 71\nOtto Nebel: Magische Synthese 72\nWilliam Wauer: Offener Brief an Adolf Behne , . 72\nKurt Liebmann: Kleiner Vogel zwitschert in den\nAbend 73\nAdolf Loos: George Groß 74\nWilliam Wauer: Das entdeckte Gehirn .... 74\nOtto Nebel: An die Menschheit 77\nOtto Nebel: Unfeig 78\nUmfrage der Zeitschrift Lueurs ....... 80\nJean Zrzavy: Dame in der Loge (Beilage)\nJean Zrzavy: Mord (Beilage)\nOskar Neriinger: Bild 1923 (Beilage)\nEümund Kesting: Geld Teufel Menschen (Beilage)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c029", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[64]", "page_fin": "[64]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[64]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 916, "texte": "mms&g.\n:\\V\nDer Sturm\n■\nHerausgeber: HER WAR I H WALDEN\n16. Jahrgang 1925\nMonatschrift\n\\\n]edes Heft 1 Mark 50 pfennig\njahrgang 1925: 12 Mark\nEin halbes Jahr: 8 Mark\nEin Vierteljahr: 4 Mark\nr'\n, , •/\n/ '/ . '\n- K;\n&-V\n; vy\n#■ v ■' <4 ■ ■ *\n■ V'\\<V 'V/-.'1- -/• ■ ; :\n. , fi/' •' 'A, ■ • -r '\n■\n-v : •\n' ; :r,i\nDie jahrgange der Zeitschrift Der Sturm\n' \\ \"'■) '' '■ '.I '' •\" . ' / V • ■ (\nDie Zeitschrift Der Sturm wurde im jahre 1910 durch Herwarth\nWalden als Wochenschrift begrundet Sie wurde spater in eine\nMonatschrift umgewandelt. Nur im ]ahr 1924 etschien sie als VierteU\njahrsdhrift mit Monatsberichten.\nWer sich tiber die Entwicklung der gesamten neuen Kunst,\nDichtung, der Malerei, der piastik unterrichten will, findet in\njahrgangen ,.Sturm\" das reichste Material.\nder\nden\nPreise der fruheren jahrgange\n1.—4. jahrgang: vergriffen\n5.—7. jahrgang: je 12 Mark\n8. Jahrgang: vergriffen\n9.—15. jahrgang: je 12 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c030", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c030", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "81", "page_fin": "81", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 23, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.23", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 450, "texte": "DAS WKM\nNEUE RUSSLAND\nMonatsschrift fiir Kultur- und Wirtschafts-Fragen\nherausgegeben von der GESELLSCHAFT DER\nFREUNDE DES NEUEN RUSSLAND.\nI\n|\nj j- . . -\nSchriftlg. Erich Baron, Bln.-Pankow, Kavalierstr. 10\nDer Preis der Zeitschrift betragt fiir das Einzelheft M. 0.60, fiir\ndas Doppelheft M.1.—, fiir das Vierteljahrsabonnement M. 1.50.\n— Fiir Mitglieder der „Qesejlschaft\" ist der Bezug im Mit=\ngliedsbeitrag von M. 5.— pro Vierteljahr inbegriffen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c031", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c031", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "81", "page_fin": "81", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 23, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.23", "debut_caractere": 452, "fin_caractere_exclue": 866, "texte": "t 1\nEine internationale Zeit-\nschrift fur moderne Kunst\nBezugspreis jahrlich 16 Schilling \\ , 112 . •\nEirtzelne Nummer 4 Schilling / P\n70 Reproduktionen in jeder Nummer, eng-\nlische, europaische und amerikanische Kunst\nBisher 4 Nummern erschienen\nBestellungen richte man an die Artwork Publishing\nCompany, 27, Eastcastle St., London Wl, England\nOder an die Sturm - Buchhandlung, Berlin W9,\nPotsdaiper Strasse 138 a"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c032", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c032", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "81", "page_fin": "81", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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Auflage\nMark\nGesammelte Schriften\nErster Band: Kunstmaler und Kunstkritiker\n3 Mark\nEinblick in Kunst / Mit 70 Abbildungen\nG,50 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c038", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c038", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "82", "page_fin": "82", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.24", "debut_caractere": 848, "fin_caractere_exclue": 938, "texte": "STURM-AUSSTELLUNG\nBERLIN W9, POTSDAMER STRASSE 134 A I\nrial 1923\nWefterelen fler Werhslafl"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c039", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c039", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "82", "page_fin": "82", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.24", "debut_caractere": 940, "fin_caractere_exclue": 1091, "texte": "DIE WAHRHEIT\nOBER HENRY FORD\nJAKOB WALCHER\nFord\noder\nMarx\nBroschiert M. 1,80\ni Kartoniert M. 2,50\nNEUER DEUTSCHER VERLAG\nBERLIN WB, UNTER DEN LINDEN 11"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-05-01-c040", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-05_01#c040", "volume": "bmtnabg_1925-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "82", "page_fin": "82", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.24", "debut_caractere": 1093, "fin_caractere_exclue": 1290, "texte": "Die Zone\nLa Zone\nDie Zone\nLa Zone Disk\nDie Zone\nco £&\n£ «>\no\na>\nOisftc ®I:\nDisk E |\nDisk ~\nLes revues internationales les plus\nmodernes de Tch£coslovaquie\nver'ag Devetsil (A. 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Marziliier & Co. Berlin W ♦ Grunewaldstraße (4-15\nGegrundet 1854 Hofspediteure S. M. des Kdnigs von Spanien Gegriindet 1854\nSpedition und Mobeltransporte, Verpackung und Lagerung\nvon Gemalden und Kunstgegenstanden jeder Art\nLieferung und Empfang nadi und von alien Kunstausstellungen\ndes In- und Auslandes :: Transportversicherungen aller Art\nSpediteure des Wirtschaftlichen Verbandes Bildender Kiinstler / der Freien Secession\ndes Verbandes Deutscher Jllustratoren und Hausspediteure des „Sturm\""}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.1", "texte": "Js JBBiim n m*ut$f sJSLi\nMOH AT SCHRIFT /\nHERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\n16.1 AHRGANG\nBERLIN / HAI 1925\n5. 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Die Franzosen sind solide, einfache\nsachliche Menschen, ländlich, schlicht und\ngeschmackvoll. Die Französinnen, die den\nRuf von Paris begründet haben, stammen aus\nPolen, Rumänien und der Tschechoslowakei.\nDie echten Pariserinnen sind liebe kleine\nMädchen, die falschen Pariserinnen sind die\ngroße Demimonde, von denen die deutschen\nMänner dichten und nach denen die deut-\nschen Frauen trachten. Aber ich will Sie\nnicht betrüben und Ihnen von dem Paris be-\nrichten, von dem Sie zu hören wünschen.\nMan geht zunächst in den Louvre, um die\nlebenswichtige Kunst zu genießen. Man fragt\nsich nach der Mona Lisa durch, von derem\nLächeln ganze Generationen von Schrift-\nstellern und Kunsthistorikern leben. Da man\nsie nicht findet, kauft man sich von ihr An-\nsichtskarten, wandert verzweifelt durch\nbraungraue Bilderwüsten und findet endlich\nin einem breiten Korridor einen Tümpel Eng-\nländer, denen ein Herr eine längere Ge-\nschichte erzählt. Hinter dieser Geschichte\nhängt ein verblichenes Bild, eine Reproduk-\ntion der Ansichtskarte in Oel. Die gemalte\nDame schaut böse um sich, was man ihr\nnicht übelnehmen kann. Sie kann nicht\nlächeln, weil die ganze Geschichte viel zu\nlächerlich ist. Und viel zu ölig. Hierauf kauft\nman sich einige Dutzend Ansichtskarten, sen-\ndet sie in die Welt und geht zum Dejeuner.\nDer ernste Teil ist überwunden. Man erreicht\nschließlich, daß es Abend wird, und fährt zum\nMontmartre, Im Ball Tabarin tanzen Groß-\nmütter den Cancan, jenen Tanz, der die\nFreuden des Lebens verunsinnlicht. Eine\nGroßmutter hat ihre Enkelin mitgebracht, die\ndie nötigen Fauxpas macht. Die Deutschen\nund die anderen Kulturnationen fühlen sich\nunsittlich erregt und bewundern die Freiheit,\nderen Schwestern bekanntlich die Brüder-\nlichkeit und die Menschlichkeit sind. Man\nkann im Tabarin Kaffee trinken, wodurch\nauch dem kleinen Mann und der kleinen Frau\nder Bezug der Unsittlichkeit gewährleistet\nwird. Interessant ist nur das Publikum, Und\nda ich nun einmal aus Paris schreibe, könnte\nman sich über die Sinnlichkeit äußern, über\ndie man nicht spricht. Wir, meine sehr\nverehrte gnädige Frau, sind geistige Men-\nschen und haben Probleme zu lösen, die uns\nnicht gestellt werden. Wir könnten vielleicht\nauch der Sinnlichkeit verfallen, aber wir\nwürden uns schämen. Schämen, sinnlich zu\nsein, und noch mehr, hierüber zu denken oder\ngar zu reden, Scham ist die Hemmung eines\nBedürfnisses. Diese Hemmung wird einge-\nschaltet, weil uns die Sicherheit der Befriedi-\ngung des Bedürfnisses fehlt. Deshalb schä-\nmen sich Kinder am meisten. Aus Mangel\nund Zweifel haben wir alle Bedürfnisse so\nvergeistigt und verseelischt, daß wir über-\nhaupt keine Bedürfnisse mehr haben. Wir\nhaben sie selbstverständlich, aber wir ver-\nachten sie. Dafür achten wir den Geist\nund die Seele, die nur wir aus Deutsch-\nland haben. Und wir haben ferner den\ndeutschen Gruß mit Sport und Unheil\nund die deutsche Frau, die sich vor\nden deutschen Männern dumm macht und\nsich von den deutschen Männern dumm\nmachen läßt. Die aus Liebe darbt und ohne\nLiebe verdirbt. Was man auf deutsch Ethik\nnennt. Diese Ethik schafft dann den Cha-\nrakter, der darin besteht, das zu lassen, was"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "66", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.4", "texte": "man tun muß. Man nennt es auch Idealismus.\nNämlich Dienen des Dienens wegen. Freiheit\ndes Dienens, die sie meinen. Und deshalb\nging ich in das Kino, weil Sie es lieben,\ngnädige Frau, und sah mir den deutschen\nFilm an, den Ring des Nibelungen. In Paris\ninteressiert man sich für die Gebräuche und\nSitten fremder Völker. Man interessiert sich\nin Paris auch für die neuere deutsche Litera-\ntur. Ich erfuhr sofort, daß dieses Nibelungen-\nlied von einem sehr begabten Fräulein\nHarbou geschrieben ist, von der man weitere\nTalentproben dieser Art erwartet, wenigstens\nin Paris. Man findet die Kulturpropaganda\ndieses Fräulein Harbou sehr wirkungsvoll.\nDie symbolische Darstellung Hindenburgs als\nSiegfried wird allgemein bewundert. Nur\nfindet man, daß Wilhelm der Zweite nicht\nso schlapp gewesen ist wie seine Sym-\nbolisierung durch König Gunther, und sieht\nin der Darstellung des Fräulein Harbou\nimmerhin einen verkappten, aber doch leise\ngewünschten Republikanismus. Die deutsche\nTreue ist zwar durch die literarischen Lei-\nstungen des Fräulein Harbou etwas ins\nWanken geraten, aber man legt in Frankreich\nnicht so entscheidenden Wert auf diese\nmenschliche Institution. Auf dem linken\nUfer der Seine befindet sich nach wie vor\ndas quartier latin. Hier wohnt auch aus sym-\nbolischen Gründen die Regierung. Hier ist\nder Montparnasse. Hier wohnen die Leute,\ndie nicht studieren wollen und die Künstler\nsein möchten. Die Künstler namentlich freuen\nsich sehr gegenseitig miteinander, tauschen\nAnsichten aus, die sie auch malen, schaffen\nsich eine Muse aus nichts, die sie ent-\nsprechend bedichten, soweit sie nicht\nschlimmere Absichten haben, malen alle ihre\nnatürlichen Stellen ab, hauen alle natürlichen\nStellen aus, setzen sie in Töne und Schreie\num und tanzen mit sie. Nach Mitternacht\nfährt das portierversierte Ausland nach\nMontparnasse, begehrt die Muse und bezahlt\nfür die Museriche. Hierauf verfahren zahl-\nlose Autos die versippte menschliche Ge-\nmeinde nach der Markthalle. Man will den\nBauch von Paris sehen. Man wundert sich,\ndaß der Mensch in seinem Wahn soviel Kohl\nessen kann und soviel Fleisch und soviel\nGervaiskäse. Und jeder einzelne v/undert\nsich, daß die andern soviel essen können.\nDie Damen aus Deutschland und aus dem\nWort zu: ~Les Halles\", Nach diesen land-\nwirtschaftlichen Studien, nach dieser Mystik\nvon les Halles begibt sich das Ausland in die\nKaschemme von Paris, wo die echten Zu-\nhälter nur so die roten Schals und die Messer\nin sich stecken haben. Man tut sich etwas\nBesonderes an und trinkt französischen Sekt.\nEchten französischen Sekt. Hier in der Ka-\nschemme sorgt man wenigstens dafür, daß er\nsich im Preis mit dem deutschen Sekt ver-\ngleichen läßt. Unser Sekt ist bekanntlich mit\nder Seele von Weingeist versetzt, wodurch\ner auch dem Diabetiker nieht übel ansteht.\nDie Zuhälter erklären gegen angemessenes\nHonorar ihr einträgliches und verträgliches\nGewerbe und sind auch zu allen sonstigen\nSchandtaten gegen Bezahlung bereit Nament-\nlich englische Ladys zahlen für Vorführung\nechter Liebe jeden Preis in echten Pounds.\nSie wird aber wegen der Schwierigkeit des\nProblems nur geschlossenen Gesellschaften\nvorgeführt, nicht unter der Mindestbeteiligung\nvon zwanzig Familien. Sie finden sich stets\nzusammen. Denn die Liebe, meine sehr ver-\nehrte gnädige Frau, ist etwas, das man nicht\ngenug studieren kann und das man studieren\nmuß, weil es eben zur allgemeinen Bildung\ngehört. Manches kann man sich eben nicht\ndenken. Liebe schon gar nicht. Da muß man\ndie Augen öffnen und die Seele und den Geist\nund dann kann man träumen, wie man im\nMai vergeblich geträumt hat. Hierauf geht\nman tanzen, dort, wo der Polizei keine Stunde\nschlägt. Der Champagner ist gestiegen. Das\nbringen die Börsen mit sich. Der ameri-\nkanische Kapellmeister aus Brünn träumt mit\njüdischem Augenaufschlag von der Tante, die\ner grüßen läßt. Ein echter Franzose erklärt,\ndaß er nichts, aber auch gar nichts gegen die\ndeutsche Kulturnation einzuwenden habe. Sie\nsorge für die einfachsten menschlichen Be-\ndürfnisse. und liefere alles so korrekt, der\nTon sitzt nur so auf dem Ton. Und aus Dank-\nbarkeit fordert er den Brünner aus Amerika\n«\nauf, Deutschland über alles zu spielen. Er\nhabe gehört, daß dann den deutschen Mäd-\nchen die Tränen aus den Augen rinnen. Und\nda er ein deutsches Mädchen unter den\nStammgästinnen sitzen sähe, und er des\nweiteren gelesen habe, daß deutsche Mäd-\nchen unter Tränen mehr Liebe gäben, sehe er\nnicht ein, warum er sich um den verfluchten\nChauvinismus kümmern solle. Schließlich"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "67", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.5", "texte": "wären wir doch alle Menschen. Und er\nmöchte nun einmal auf Hindenburg anstoßen,\nder seinerseits das Menschenunmögliche ge-\ntan habe. Die englischen Damen sind ihrer-\nseits noch ganz im Jenseits der Liebe, das hat\ndie Welt noch nicht gesehen, und erkundigen\nsich bei dem Franzosen nach Monsieur\nSteiner, der recht important ausgesehen\nhaben soll. Der Kapellmeister aus Brünn hat\nihn persönlich gekannt. Hierauf tanzen einige\nweibliche Ueberbleibsel der großen französi-\nschen Revolution den Cancan ä la Mont-\nmartre. Die Vertreter der deutschen Presse\nwürden in diesem Falle sagen, meine hoch-\nverehrte gnädige Frau, daß die Stimmung\nihren Siedepunkt erreicht habe, und die deut-\nschen Literaten in Paris würden schreiben,\ndaß so etwas in dem vertrottelten Deutsch-\nland doch nicht möglich sei. Ein Bulgare er-\nwähnte, daß er eine persönliche Empfehlung\nan Herrn Peter Panter habe, er traue sich\naber nicht allein zu ihm, weil der Herr doch\nso bedeutend sei. Außerdem habe er gehört,\ndaß Herr Printer Kommunist gewesen ist, und\ner wisse nicht, wie er sich im Gespräch po-\nlitisch mit ihm einstellen müsse. Indessen ist\ndie Sonne auf ganz normale Weise erschienen,\ndie Menschen sehen ganz entpudert aus, die\nKapelle macht Kasse, die Kellner machen\nKasse, die Gäste haben es nicht mehr nötig\nund der Traum von Leben und Kunst, Leben\nin Kunst, Kunst im Leben ist bis drei Uhr\nnachmittags ausgeträumt. Sie wundern sich,\nmeine mir gnädige Frau, daß ich Ihnen Einzel-\nheiten schreibe, statt der großen Dinge, die\ndas Leben nicht mit sich bringt. Glauben Sie\nmir, die großen Dinge sind nur für Literaten\nund Bürger, was dasselbe ist. Und die Künst-\nler sind nicht ausgelassene, sie sind nur zer-\nlassene Bürger. Und es ist keine Dichtung,\nwenn ich Ihnen erkläre, daß mir die ein-\nfachen Menschen lieber sind. Nicht, weil sie\neinfache Menschen sind, weil sie einfach Men-\nschen sind. Und ich denke an Sie, wie Sie\nParis träumen. Die große Welt und die große\nDame und die große Kunst und die große\nLiebe. Und Sie sitzen an Ihrem Tisch, dem\nLeben verschlossen, die Hände gefaltet, in\nDemut zur Pflicht, was Sie dafür halten, die\nAugen gen Sehnen geöffnet, geblendet vom\nLeben, was Sie dafür halten, bescheiden im\nWünschen, verängstigt im Hoffen. Stark im\nSagen, stärker im Versagen, am stärksten im\nBegehren. Und es ist so einfach. An jedem\nMorgen scheint die Sonne, an jedem Morgen\natmen die Glieder. Nicht versonnen sein.\nDie Sinne sind der Sinn der Erde. Das ist das\nEinzige, worauf wir uns zu besinnen haben,\num wieder zu Sinn zu kommen.\nNicht morgen, heute ist wieder ein Tag,\n\nHerwarth Walden\n\nWahr-Nehmung berechtigter\nIntereffen\n\nIn einem Aufsatz „Kunst, Wissenschaft und\nEuropa\", den Dr. Adolf Behne im 4. Heft der\nSozialistischen Monatshefte veröffentlicht\nhat, ist das Folgende enthalten:\nWie steht es heute mit der praktischen\nArbeit?\nBetrachten wir zum Beispiel die Zeitschriften\nder jungen Generation in den europäischen\nLändern, so ist ganz unverkennbar, daß ihr\nWille zur Schaffung einer wirklichen, nicht\nmehr phraseologischen Gemeinschaft von\nganz anderer Intensität ist, als vor dem Krieg.\nDas Bestreben, über höfliche Worte gegen-\nseitiger Anerkennung zur Tat, zur gemein-\nsamen Arbeit vorzustoßen, ist unleugbar. Ich\nmöchte hier eine knappe Uebersicht der vor-\nbildlich arbeitenden Zeitschriften in den ein-\nzelnen Ländern unseres Kontinents geben\n(ihre äußeren Mittel sind natürlich sehr ver-\nschieden). Da sind zu nennen:\nBEIGIEN: La Cit6 (Brüssel), 7 Arts (Brüssel),\nHet overzieht (Antwerpen).\nFRANKREICH: Europe (Paris), L'Esprit Nou-\nveau (Paris), L'Architecte (Paris), Manom&tre\n(Lyon).\nHOLLAND: De Stijl (Leiden), Architektura\n(Amsterdam), Wendingen (Amsterdam),\nBouwkundig Weekblad (Amsterdam).\nITALIEN: Noi (Rom).\nJUGOSLAVIEN: Zenit (Belgrad).\nPOLEN: Block (Warschau).\nRUMÄNIEN: Punct (Bukarest), Contimpora-\nnul (Bukarest).\nSCHWEIZ: A-B-C (Basel).\nTSCHECHOSLOWAKEI: Stavba (Prag),\nPasmo (Brünn), Wohnungskultur (Brünn).\nUNGARN: Ma (Budapest)."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "68", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.6", "texte": "Ein Organ des Kunstschaffens, das mit\ngleicher Intensität wie die besten dieser ge-\nnannten arbeitete, besitzen wie in Deutsch-\nland leider nicht. Der Sturm pflegt die\nSüßigkeit der Gartenlaube. So Lothar\nSehr ey er:\n„Der Wind hebt den Tauschleier auf,\nDas zarte Köpfchen dreht sich lind,\nSonnauf heben sich alle Augen ~,\nst\nOder Ursel Ellen Jacoby:\n~Fallt nicht um,\nBleibt nicht stecken, putzert euch, ent-\nschmutzert euch.\nAuf, auf\nLos\nTralalaa.\nHin zur Heide,\nHalt!\"\nDie sachlichen Behauptungen dieses Artikels\ndes Herrn Adolf Behne sind unwahr. Der\nWille zur Gemeinschaft nicht nur mit Europa,\nauch mit der ganzen Erde, ist von der Zeit-\nschrift Der Sturm ausgegangen und diese\nZeitschrift führt noch heute auf allen Wegen.\nAlle genannten ausländischen Zeitschriften\nsind viel später, zum Teil erst in letzter Zeit\nentstanden. Ihre Herausgeber und führenden\nMitarbeiter sind mit Arbeiten in der Zeit-\nschrift Der Sturm vertreten gewesen und ver-\ntreten, bevor die genannten Zeitschriften er-\nschienen, oder nachdem sie bereits einge-\ngangen sind. Ich selbst arbeite an diesen\nZeitschriften mit, soweit ich sie künstlerisch\nanerkennen kann. In ganz wenigen die-\nser Zeitschriften hat Herr Adolf Behne\nversucht, dieselben Unwahrheiten zu ver-\nbreiten, die er sich jetzt zusammengezogen in\nden Sozialistischen Monatsheften erlaubt.\nMit den Zeitschriften L'Esprit Nouveau und\nDe Stijl wünscht Der Sturm keine Ver-\nbindung. L'Esprit Nouveau ist das Kunst-\nblatt von Frankreich und De Stijl Konfusio-\nnismus. Die Behauptung, daß Deutschland\nkein Organ von gleicher Intensität besitzt,\nwie die genannten Zeitschriften, ist umso un-\ngeheuerlicher, als die Zeitschrift Der Sturm\ndie Intensität sämtlicher Mitarbeiter dieser\nZeitschriften besitzt. Der Sturm pflegt nicht\ndie Süßigkeit der Gartenlaube, weil man\nSüßigkeit nicht pflegen kann, hingegen Herr\nAdolf Behne sauer zu werden pflegt, wenn er\nschreiben muß. Das Schreiben liegt ihm eben\nnicht. Hingegen würde sich seine Denkweise\nund seine Denkungsart für die Gartenlaube\nbesonders eignen. Im übrigen bin ich über-\nzeugt, daß Herr Adolf Behne weder den\nSturm noch die Gartenlaube liest. Er holt\nsich sein Kunstwissen vom Kunstblatt des\nHerrn Westheim, von L'Esprit Nouveau und\nvon De Stijl.\n\nHerwarth Walden\n\nLiebe Gartenlaube!\n\nHier bin ich. Alte Liebe rostet nicht in un-\nserer eisernen Zeit. Als ich Säugling war,\nwarst Du der Halt meiner schwachen Lenden.\nIch saß auf Deinem dicken Band, Großvater-\nausgabe 1860, gleichsam auf die Postille ge-\nbückt, wenn auch von hinten. Als ich noch\nnicht lesen konnte, warst Du meine einzige\nLektüre. Als ich laufen konnte, übte ich\nmich im Gartenlaube-Werfen und die-Götter-\nehren. Als mich die großen Leute klug ge-\nmacht hatten, verachtete ich Dich und nannte\nDich süßlich, obwohl Du doch barbarisch bist.\nNun kann ich nicht mehr klug sein. Wenn ich\nnoch eine Anwandlung habe, ziehe ich mich\nin die Gartenlaube zurück, die ich nie habe\nbekommen können, Da ist alles unvergäng-\nlich, alles Alte wieder neu und alles Neue\nwieder das Alte. Ruhe und keine klugen\nLeute, grade das, was der Maler und Dichter\nbraucht im Sturm des Lebens.\nIch habe es nicht glauben wollen. Aber der\nK—K—K—Kunstsch—sch—schriftsteiler (bei\ndem Wort stottert es mich immer), also\nder K—K—K—Kunstsch—sch—schriftsteller\nAdolf Behne behauptet, daß ich in die Garten-\nlaube gehöre. Er gehört freilich in die So-\nzialistischen Monatshefte. Ich weiß nicht, ob\nDu auf solche Empfehlung etwas gibst. Wahr-\nscheinlich kennst Du den Herrn gar nicht. Er\naber schätzt Dich sehr, wenn er auch noch so\nklug tut, Dich für süßlich zu halten, wie ich\nauch einmal. Aber er hat ein Büchlein über\nDeinen alten treuen Mitarbeiter Ludwig\nRichter (ausgerechnet „Ueberfahrt am\nSchreckenstein\") geschrieben, ausgerechnet\nfür die sozialistische Volksbildung. Es geht\nnicht mehr ohne uns Bürgerkünstler. Die\nSozialisten wissen das längst. Sie haben\nganze Gartenlaubenkolonien. Der alte Lud-\nwig Richter kann mich selbst mit dem\ne—e — e — expressionistischen K—K—K—"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "69", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.7", "texte": "Hugo Scheiber: Porträt Rosebery d'Arguto"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "70", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.8", "texte": "Kunstsch—sch—schriftsteller aussöhnen. Ich\ndenke an das alte Ludwig-Richter-Häuschen\nin Loschwitz, wo wir als Kinder oft mit dem\nKätzchen und den Spatzen spielten. Es ist\ngewiß wieder ein Kätzchen dort. Und die\nSpatzen sowieso.\nNun wirst Du vielleicht meine Gedichte\ndrucken. Und ich werde von den Bürgern\nund Sozialisten gelesen werden. Endlich!\nEndlich werden die vielen Deutschen, diese\ngeliebten Barbaren meine Stimme hören.\nBin ich wirklich schon so einfach, daß sie mich\nhören können? Dann habe ich ein Ziel er-\nreicht, das alle Beschimpfungen durch die\nK—K—K—Kunstsch—sch—schriftsteiler auf-\nwiegt. Gewiß soll der Mensch keine Be-\nschimpfungen verachten. Der Misthaufen ist\nsehr nützlich. Aber er stinkt. Doch in der\nGartenlaube, da ist das Liebespärchen zu\nHaus, Und wo die Liebe ist, ist immer die\nWahrheit, wenn auch auf dem Misthaufen\ndie Gurken noch so groß wachsen, Gurken\nhaben kurze Beine. Wenn der Sturm weht,\nso erhebt sich der Gestank zornig vom Mist-\nbeet, weil er gestört wird. Aber in der\nGartenlaube kuscheln sich die Liebespärchen\nzusammen und halten sich die Näschen zu.\nWillst Du meine Gedichte haben? Vielleicht\nliebt mich das ganze unkluge Volk. Und viel-\nleicht schenkt es mir eine Gartenlaube. Dann\nhabe ich ein kleines Zuhause und kann mir\nunbeobachtet die Nase zuhalten. Und die\nLiebespärchen will ich nicht stören. Ich will\nihnen ein Lied singen.\nDie klugen Leute werden meinen, ich spotte\nund mache mich lustig. Aber es ist mein\nErnst. Glaube mir!\nDein\n\nLothar Schreyer\n\nAn Adolf Behne\nRudolf Blümmer\nWir wollen deutsch reden. Per me si va.\nSowas besitzen wir leider in Deutschland\nnicht. Tralala perdutta gente. Übi Behne,\nibi tralala. Que diable allait-il faire sur\ncette galere? Sowas besitzen wir leider in\nDeutschland nicht (etwas für Sie). Who are\nyou? So lesen wir, so lesen wir, so lesen wir\nalle Tage tschechoslowakisch, polakisch und\nungrakisch. Nur was er nicht verstehen\nkann, sieht Behne für ein Kunstwerk an.\nHerzliche Grüße von Kauder. English Beef-\nsteak eß ich gern, o yes, yes, yes, yes, yes (aus\nder Gartenlaube). Deri, Westheim und Servaes\nnennen Schwitters Werke den sauren Kitsch.\nMalvolio sagt zu den Gedichten Schreyers\nGartenlaube und wird voll und ganz Kollege.\nIßt Du John, sie auch so gern? O yes, yes,\nyes, yes, yes. Kannitverstan heißt auf deutsch\nIntensität. Leider gibt es sowas in Deutsch-\nland nicht. Man spricht deutsch und wird\ndeutsch angespokt. Leider besitzen wir so\netwas in Deutschland. Malvolio schreibt\nnicht gegen den Sturm wider besseres Wissen\nund Gewissen. Leider besitzt er das in\nDeutschland nicht. Aber er lobt wider\nbesseres Nichtwissen. Daß ich mich noch\ngrade recht erinnere: Neulich sah ich in einem\nWelshrarebit eine Figura, hmm, eine Figura!\nWie gut, daß wir sowas schon von Wauer be-\nsitzen. Praved si alte complicatiuni. Auf\ndeutsch: Prosit, Sie alter Komplimenten-\nmacher, Wider besseres Nicht-Wissen, Oder,\nwie Ihr Leibblatt Pasmo schreibt: Hnotu\njadra mozno. Hinaus jeder Miesmacher.\nImmer fleißig Pasmo lesen, junger mozno. Es\nbildet s;.ch ein Talent ein, fleißig in fremden\nBlättern zu lesen: Potz verreckte Chaib!\nAbonnieren Sie auf Ihr ABC. Dann haben\nSie das Recht, Ihre Photographie gratis zu\nveröffentlichen. Das wäre der Gipfel des\nKunstschaffens und der Intensität. Das wäre\nmal was Unbegreifliches. Denn was sogar der\nBehne begeifert, das wird als Gartenlaube\nbegreifert (aus der Gartenlaube). Und merke\nDir: 1. Kunst und Nicht-Kunst sehen sich oft\nso ähnlich, wie ein Kritiker dem anderen.\n2. Mit dem Hute auf dem Kopf kommt man\ndurch jede Ausstellung, 3. Ohne Wissen —\nwider besseres Nicht-Wissen — mit Beißen\n— ohne Gewissensbisse, aber gewiß wieder\ngebissen von\n\nVive la bagatelle!\nWider Dr. Adolf Behne\n\nIch preise dich, großer Feuergott des Lichtes\nund der Nacht. Denn deine Rache ist\nschweigend und tief, wie die Sterne, die du\nkreist, wie die Feuerrhythmen, die du durch\ndie Künstler und Former der Erde sprichst.\nDenn die mit frechen Händen dich betasten,"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "71", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.9", "texte": "Ernst Oscar Albrecht: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "72", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.10", "texte": "läßt du sieh selbst erdrosseln. Ja, selbst er-\ndrosseln, Siehe, du senkst Gift in die Kreise\nihrer Seele, du wandelst ihre Stirn zu einem\nGefäß voll Unrat. Sie werden Literaten und\nwas sie schreiben, zeugt von ihrer Selbstzer-\nstörung.\nIch preise dich, großer Feuergott. Die du\nschlägst, schlägst du ganz. Siehe, du schlägst\nsie nicht nur mit Blindheit und mit dem Fluch,\nFlachheiten zu schreiben. Du tränkst sie mit\nBösartigkeit und Hinterlist. Denn es ist eine\nbösartige Unwahrheit, wenn Herr Dr. Adolf\nBehne eine Statistik über die Zeitschriften\nder jungen Generation in den europäischen\nLändern aufstellt und dabei nicht nur ver-\nschweigt, daß die Künstler dieser jungen\neuropäischen Generation zum größten Teil\nihre Arbeiten im Sturm veröffentlichten und\nveröffentlichen, sondern noch die Stirn hat,\nzu schreiben: „Ein Organ des Kunstschaffens,\ndas mit gleicher Intensität wie die besten\ndieser genannten Zeitschriften arbeitete, be-\nsitzen wir in Deutschland leider nicht. Der\nSturm pflegt die Süßigkeit der Gartenlaube.\nSo Lothar Schreyer.\"\nEine Unwahrheit und gänzliche Verlorenheit\ndes künstlerischen Urteils. Wie hast du\nDiesen gestraft, daß er ohne Scham sich an\nder Kunst vergreift. Wie brandmarkst du ihn\nnun mit dem Fluch der Lächerlichkeit. Ge-\nnug! Nur einmal noch flammen ihm die Sturm-\nrhythmen ins Blut. Einmal noch dröhnen ihm\ndie Sturmtrompeten ins Ohr. Den Puls der\njungen Generation der Erde. Hämmere ihm\nMarschbefreiung, Zucht, Ordnung, Klarheit\nder Sprache entgegen. Wahrheit! Einmal\nnoch. Dann laß ab.\nDenn er erdrosselte sich selbst.\n\nKurt Liebmann\n\nMagifche Synthefe\nOtto Nebel\nDer Neffe Adolf verhält sich zum Affen Nedolf\nwie der Ahne Bedolf zum Adolf Behne. Ge-\nlingt es einem politisierenden Professor, diese\nGleichung mit drei Unbekannten so zu lösen,\ndaß dabei etwas Bekanntes nach links heraus-\nspringt, so hat die Intensität der Zukunft einen\nalten Bekannten in die nullte Potenz erhoben.\nAus der wissenschaftlich beglaubigten Formel\nNull hoch Null gleich Eins\nbeweist sich rein mathematisch, daß es den\nvorlauten Funktionären des absoluten Di-\nlettantismus nimmer gelingen wird, die irre-\ngeführten Völker der ver europäisierten\nZonen unter jene wünschenswerte und erfor-\nderliche paneuropäische HUT zu bringen, so-\nlange die internationale Geistigkeit auf\nsolche platten Behne gestellt ist. Die Völker\nder Erde sollten geschlossen und gemeinsam\nauf der Hut bleiben gegen die potenzierten\nNullen, denen eine pfiffige Einerschaft leider\nnoch immer erlaubt, sich hier und da und\ndada gelegentlich mit der ungeistigen Feder\netwas Völkerentzweiendes zusammenzu-\nkratzen, das wie radikaler Bolschewismus\naussehen möchte.\nEine Gegend, in der die Tintenhyänen ihren\nOpfern mit der Lüge und der Fälschung vor-\nangehen, ist zwar reif für die Vernichtung,\naber nicht reif für die Bruderschaft in der Er-\nleuchtung, Da kann die Wohlfahrt nicht zum\nWohle fahren, wo den Genossen unserer\nSchmach eingebläut und vorgelogen wird, der\nKünstler sei ein Reaktionär, der ein Wolken-\nkuckucksheim zu einer Hindenburg mit Not-\nausgang und Still-Leben bis zum Wecken aus-\nzubauen trachtet. Die Behne und die anderen\nExtremitäten der extremen Opposition gegen\ndie Evolution sind Volksverführer, mit denen\nkein Revolutionär Erbarmen haben wird,\nwenn sie in der Nähe der Rüste-Wüste eines\nschönen Tages ihre eigenen Tralalaas bis zum\ngroßen Kotzen laut und deutlich vorsingen\nwerden. Das walte Paneuropa,\n\nOffener Brief an Herrn\nDr. Behne\n\nBerlin, den 25. April 1925\nSehr geehrter Herr Doktor!\nSie zwingen mich ein zweites Mal, mich mit\nIhnen auseinanderzusetzen. Das erste Mal\nsind Sie mir entwischt. Das war damals, als\nSie vor einem Laienpublikum in einem Vor-\ntrage soviel unbewußte Torheiten über Kunst\naussprachen, daß ich eingreifen mußte.\nMitten während meiner kurzen Gegenrede\nerhoben Sie sich plötzlich und bemerkten,\ndaß Sie das Ende der Debatte nicht abwarten\nkönnten, weil Sie „fortmüßten\". Nach einigen\nMinuten verließen Sie dann auch das er-\nstaunte Publikum und erklärten nochmals im"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.11", "texte": "Jean Zrzavy I Dame in der Loge"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.12", "texte": "Jean Zrzavy: Mord"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.13", "texte": "Oskar Nerlinger: Bild 1923"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.14", "texte": "Edmund Kesting: Geld Teufel Menschen"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "73", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.15", "texte": "Hinausschreiten, daß Sie nicht etwa ~aus\n*\nFurcht\" gingen. Ich habe Ihnen das aufs\nWort geglaubt, aber ich war wohl der Einzige\nim Saal, der es glaubte, Sie entzogen sich\neinfach instinktiv einer unbequemen Situa-\ntion. Das war deutlich, aber nicht sehr klug.\nDiesmal aber sollen Sie mir nicht entwischen,\ndenn diesmal muß ich eingreifen wegen einer\nIhrer unbewußten Torheiten, die leider wie\neine bewußte Unwahrhaftigkeit aussieht.\nMeine Freunde behaupten, daß bewußte Un-\nwahrhaftigkeit en, die andere schädigen\nwollen, Gemeinheiten seien. Da ich nun aber\nnur an unbewußte Torheit bei Ihnen glaube,\nmöchte ich Sie in Schutz nehmen und war-\nnen. Ich mache Sie in Ihrem Interesse darauf\naufmerksam, weil ich an eine wissentliche\nUnlauterkeit Ihrerseits nicht glauben möchte.\nSie haben in einer Uebersicht, die Sie in den\nSozialistischen Monatsheften über die\nführenden geistigen europäischen Zeit-\nschriften geben, über den „Sturm\" nichts\nanderes geschrieben, als daß er „Lyrik ä la\nGartenlaube\" brächte. Das sieht natürlich\nsehr bös' aus. Es ist aber meiner Ansicht\nnach keine Böswilligkeit von Ihnen, sondern\nreine Torheit, wenn Sie vergessen haben,\ngleichzeitig hinzuzufügen, daß der „Sturm\"\nzu den ältesten, radikalsten und unentweg-\nten „Kulturkämpfern\" in der heutigen Zeit-\nschriftenwelt seit mehr als 15 Jahren gehört\nhat und noch heute gehört, daß er schlecht-\nhin in Europa die Führung im Kampf um eine\nästhetische Weltanschauung hatte und noch\nbehauptet,\nSie setzen in Ihrer reinen Torheit natürlich\nvoraus, daß jeder Ihrer Leser das weiß.\nIch kann und mag nicht glauben, daß Sie dies\naus /Niederträchtigkeit* nur „stillschweigend\"\nvoraussetzen. Ich möchte Sie deshalb\ndarüber auch eine laute Erklärung ab-\nzugeben, wie damals, als Sie den Saal ver-\nließen mit der deutlichen Behauptung, daß es\nnicht etwa „aus Furcht\" geschehe. Erklären\nSie einfach, daß es nicht „aus Bosheit\"\ngeschah, wenn Sie die Hauptsache zu sagen\nvergaßen.\nIch werde Ihnen auch diesmal glauben, denn\nich halte Sie für zu töricht, öffentlich\nraffinierte Unwahrhaftigkeiten zu Papier zu\nbringen, um Schaden zu stiften.\nDenn das wäre wirklich eine „überkluge\" Ge-\nmeinheit,\nSeien Sie bitte also künftighin vorsichtiger,\ndamit ich meinen guten Glauben an Sie be-\nhalten kann,\nIhr sehr ergebener\n\nWilliam Wauer\n\nKleiner Vogel zwitfchert in\nden Abend\n\nDie sehnsuchtzittren Aeste strahlen tasten\nRaum\nund\nwerfen sich die Triller kröne Vögelchen ins\nHaar\ndie gleißt und funkt\nund Zwitschern Trillern\nVogel strahlt\nund\nKreisen rauscht das Brüstchen\nrollt die Weltenkreise\nkreisend\nsinkend\nRaum unendlich\nräumt den Sternenkreis das Vögelchen\nund\nTrillern Tanzen\nStrahlen Funken •\nTanzen\nSinken\nSteigen\nSchluchzen Weh\nund Weinen tropft Gefieder\nblutet Abend\nküßt die Abenderde\nblut\nund\nimmer rollt die kleine Brust\nund\nTrillern rollt den Raum\nund\nrollt und rollt\nund\ntrillert groß den Blutmond in den Raum\nund\nSterne tanzen aus der Kehle\nder Schnabel schmettert Lichten\nwölbend spannt die Nacht\ndie Weltnacht wölbt\nund\nWelten strahlt aus kleiner Vogelbrust\nund ."}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "74", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.16", "texte": "schweigt\nund\nstrahlt\nund\nSchauern kniet der Mensch.\n112\n\nKurt Liebmann\n\nGeorge Groß über sich selbst\nStatt einer Biographie\nAdolf Loos\n. . . Wie kommt der Künstler heute in der\nBourgeoisie hoch? — Durch Schwindel! —\nGeorge Groß\nAus der Wiener Zeitung „Der Tag\"\n\nDas entdeckte Gehirn\nWilliam Wauer\nFür den Biosophen gibt es die Schwierigkeit\ndieses Scherzrätsels nicht. Und für Sie will\nich es durch eine recht anschauliche Vor-\nstellung zu lösen versuchen, die Ihnen die ent-\nstehende Möglichkeit von Rückbeziehungen\nund die Entwicklung der Erkenntnisbildung\ndeutlich vor Augen führt.\nEs ist zunächst einmal klar, daß mir der Ge-\ndanke: das ist Pfeffer, nicht kommen kann,\nwenn ich nicht weiß, was Pfeffer ist und wie\nPfeffer schmeckt. Ich kann also nur erkennen\ndurch Vergleich mit bereits vorhandener\nKenntnis. Jede Erkenntnis aber ist auch\nschon das Resultat von Denken, und jede Er-\nkenntnis ist auch ein Wiedererkennen, ein\nAnknüpfen von bisher Unbekanntem, eben\nerst Bemerktem an schon Bekanntes. Jedes\nneue Denken ist also abhängig von altem\nDenken; jeder neue Gedanke von bereits ge-\ndachten Gedanken; alles Gedachte vom Ge-\ndächtnis. An diesen Grundtatsachen ist nicht\nzu rütteln, wie Sie mir aus eigener Erfahrung\nwerden bestätigen müssen.\nWie aber kann sich Denken aus sich selbst\nbedingen?\nIhnen allen wird der Entwicklungsvorgang auf\neiner photographischen Platte bekannt sein.\nDann wissen Sie, daß die belichtete Platte,\ndie in der Dunkelkammer in ein Säurebad ge-\nlegt wird, vorerst eine ganz reine, fleckenlose\nElfenbeintonfläche zeigt. Unter der Einwir-\nkung der Säure, also durch chemisch bewirkte\nUmschichtung der Atome, die zu Lockerun-\ngen und Verdichtungen in der lichtempfind-\nlichen Gelatinemasse führen, tauchen nach\nund nach anfangs ganz zarte, sich aber rasch\nverstärkende dunkle Pünktchen, Linien und\nFlecke auf, die den Stellen der Platte ent-\nsprechen, die das hellste Licht bei der Auf-\nnahme irgendeines Naturausschnittes ge-\ntroffen hat. Im weiteren Verlauf entwickelt\nsich so durch fortgesetztes Dunkler- und\nDunklerwerden, entsprechend der Licht-\ngestaltung des Naturbildes, ein völlig über-\neinstimmendes Gegenbild, das man ein Nega-\ntiv nennt. Auf diesem sind nunmehr alle\nhellsten Stellen am dunkelsten gefärbt, die\nin allmählichen Uebergängen bis zu den licht-\nlosesten Partien des abphotographierten\nNaturausschnittes sich abschattieren, die auf\ndem Negativ jetzt am hellsten erscheinen.\nDurch weitere chemische Behandlung kann\nman nun die negative Platte in den gleichen\nEntsprechungen durchsichtig machen. Auf\ndiese Weise wird es möglich, das negative\nBild mittels einer neuen Belichtung licht-\nempfindlicher Papierschicht durch die nega-\ntive Glasplatte hindurch in ein naturgetreues\npositives Bild zu verwandeln.\nDas alles wird Ihnen bekannt sein.\nWenn Sie sich nun vorstellen, daß es mög-\nlich sei — und es ist auch photographisch\nmöglich —, gleich das positive Bild zu ent-\nwickeln —\nwenn Sie sich weiterhin vorstellen wollen,\ndaß dies positive* Bild eines Naturausschnittes\nein kinematographisches sei, also aus Tausen-\nden von Einzelbildchen bestehe, die, in einer\nzusammenhängenden Weise nacheinander\nvorgeführt, Bewegungserscheinungen wieder-\ngeben —\nwenn Sie sich schließlich vorstellen, daß diese\nVorführung gleichzeitig, während und mit der\nEntwicklung stattfände —\ndann würden Sie genau und deutlich dem\nEntstehen einer Sehwahrnehmung zuschauen\nkönnen.\nSie würden damit ein getreues Gleichnis\ndes Denkprozesses in seinen Anfängen —\nvon der fleckenlosen unbeeindruckten Fläche\nder Großhirnrinde aus — beobachtet haben.\nIn den ersten Tagen und Wochen jeder Säug-\nlingsentwicklung können Sie die gleichen\nFeststellungen machen. Das Kind hat zuerst\nEindruck von hellen Lichterscheinungen, die\n\nFortsetzung"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "75", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.17", "texte": "seine Aufmerksamkeit anfangs allein in An-\nspruch nehmen; es verfolgt mit seinen Blicken\ndie wandernde Lampe oder Kerze; sich be-\nwegende Licht- und Schattenpartien fesseln\nsein Interesse.\nDieser mit ganz schwachen Wahrnehmungen\nbeginnende Denkprozeß bezieht sich bei der\nphotographischen Platte wie beim Kinde aus-\nschließlich auf das Entstehen bildmäßiger\nEindrücke, auf das Werden von Anschauung.\nSie können diesen Denkprozeß aber leicht\nvervollständigen durch die Annahme, daß in\ngleicher Weise aufgenommene Hör- und\nTastendrücke von ihrem Entstehen aus\nWahrnehmung und durch Entwicklung bis\nzur Erkennung des Wahrgenommenen Ihnen\nin gleicher Weise zum Bewußtsein gebracht\nwerden. Es entstünde dann bis zur Voll-\nendung des ganzen Eindrucks, den Sie aus\nder Wirklichkeit aufnehmen können, sein\nkünstlich vorgeführtes lebendiges Gleichnis.\nDiese Vorstellung kann Ihnen ein Abbild des\ngesamten Denkprozesses in seinem Anfangs-\nstadium vermitteln, wenn sie ihn auch nicht\nerschöpft. Jedenfalls läßt sich das deutlich\nerkennen, worauf es mir bei diesen Ausfüh-\nrungen ankam, daß nämlich der Rückbezug\nbeim Denken auf Gedachtes, den das Er-\nkennen braucht, dadurch möglich wird, daß\nsich gleichsam Wahrnehmungsatom zu Wahr-\nnehmungsatom fügt, daß ein allmähliches Zu-\nsammenballen und Anwachsen nach und nach\nden Erfahrungskörper aus den ersten\nschwachen Wahrnehmungen heraus ent-\nwickelt. Es entwickelt aus den Bedingungen\nder Gehirntätigkeit Erfahrung, Gedächtnis.\nDas noch undeutliche, werdende Denken des\nKindes und der Primitiven macht deshalb\nnoch keine oder wenige oder nur die ihm\nmöglichen Rückschlüsse, sein Erkennen bleibt\nlückenhaft und verschwommen infolge des\nMangels bestimmter Erfahrungen, an die es\nanknüpfen könnte. Aber die Erfahrung\nwächst und festigt sich, und damit wachsen\ndie Möglichkeiten der Relation und Apper-\nzeption, der Bezugnahme und der Aneignung\nvon Unbekanntem und Neubekanntem durch\nAnknüpfung an bereits Bekanntes.\nAn dieser Stelle tritt eine Eigentümlichkeit\ndes Erkennungsvorganges so auffällig in Er-\nscheinung, daß sie Ihnen schon aufgefallen\nsein wird.\nIch meine die eng bestimmte Selektion, wie\ndie Gelehrten es nennen, die entscheidende\nAuslese und Beschränkung der Wahrneh-\nmungen auf ganz gewisse, die eingegliedert\nwerden können.\nSie ergibt sich eben daraus, daß sich das\nNeue und noch Unbekannte nur an Passen-\ndes, Aehnliches, bereits Bekanntes durch\nVergleich in Beziehung setzen und anknüpfen\nläßt, so daß es „erkannt\" werden kann.\nDagegen bleibt jedes Neue und Fremde, das\nkeine Beziehung zu bereits in der Erfahrung\nVorhandenem findet, unerkannt, unanerkannt\nund befremdlich rätselhaft.\nVöllig Unbekanntes und Fremdes und Wider-\nsprechendes kann darum nicht „erkannt\"\nwerden, es wird nicht aufgenommen und\nscheidet wieder aus. Es haftet nicht. So\ngehen auch starke Eindrücke, die nicht in\nuns Wurzel fassen können, nach und nach\nwieder verloren. Was der Mensch nicht ver-\nsteht, geht an ihm vorüber. Der Vorgang als\nsolcher kann sich höchstens in seiner Erinne-\nrung festsetzen als Unsicherheit und Beun-\nruhigung, aber er kann seinem Wesen nach\nvon ihm nicht bewußt gedacht und nicht in\nihm Wissen werden; denn dazu gehört Er-\nkenntnis und Verständnis.\nIch könnte Ihnen wahrscheinlich die Kon-\nstruktion einer Nähmaschine ziemlich genau\nerklären ohne Ihr Verständnis zu finden, weil\nSie eben die Konstrüktionselemente von\nMaschinen im allgemeinen und die einer\nNähmaschine im speziellen nicht erkennen\nwürden, da sie Ihnen zu fremd wären.\nVerstehen heißt sich etwas anschaulich\nmachen können.\nAnschaulich machen kann man sich aber\neben nur etwas bereits Gesehenes oder ein\nAehnliches,\nAuch die Einsteinsche Relativitätslehre muß\nIhnen unbegreiflich bleiben, wenn Sie ihre\nmathematischen Elemente nicht erfassen, ihre\nGedankenkurven nicht abtasten und wenig-\nstens gefühlsmäßig kontrollieren können.\nAuch Negermusik oder die der Japaner dürfte\nSie nicht „ansprechen\", weil die Erregung,\ndie die fremden Rhythmen und Klange in\nIhnen wachrufen, Ihnen nur seltsam und un-\nverständlich vorkommen kann. Sie können\nsie in Ihr Empfinden nicht aufnehmen, wie\nes der Fall wäre, wenn Sie an japanische\nMusik, die bekanntlich nur fünf Intervalle auf\nder Strecke unserer Oktave besitzt, bereits\ngewöhnt wären und kennen würden. Das\nWiedererkennen würde dann auch bei Ihnen"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "76", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.18", "texte": "Mit-Empfindung, also Erkenntnis von alten\nOhreindrücken hervorrufen.\nDie eben erörterte Art der Auslese begrün-\ndet die Eigenart jedes individuellen Denkens\nund die Schwierigkeiten des Umlernens und\nder Umstimmung eines Mitmenschen durch\nandere ihm bisher unzugängliche Meinungen\noder völlig neue Erfahrungen.\nImmerhin wird trotz der bestimmten Auslese\nbei Weiterbildung des Gedächtnisses stets\nauch eine Umbildung miteinbegriffen sein, da\nja gleiche Wahrnehmungen auf die Dauer\nnicht möglich sind. Kleine und kleinste Ab-\nweichungen aber sind schließlich auch im-\nstande, eine Erkenntnisrichtung und be-\nstimmte Denkart völlig zu verändern, ja um-\nzukehren, Das braucht nur Zeit und große\nReihen geeigneter und entsprechender Sin-\nneseindrücke. Hier liegt die Möglichkeit,\nseinen Mitmenschen etwas einzureden, sie zu\nbekehren. Die Ausscheidung alter Gedächt-\nnisteile spielt, wie Sie selbst beobachten kön-\nnen, bei der Bildung neuer und Umbildung\nabweichender Anschauungen eine ebenso\ngroße Rolle wie die Kontinuierlichkeit des\nZuströmens neuer Wahrnehmungsaufnahmen.\nBei dem Vergleichen eines starken neuen\nEindrucks mit einer schwachen Erfahrung\ngibt die Erfahrung natürlich dem Eindruck\nmehr nach als im umgekehrten Falle, so daß\nman mehr von ihrer Anpassung an den neuen\nEindruck sprechen kann; so daß also die ent-\nstehende Erkenntnis den alten Gedächtnis-\neindruck sofort korrigiert oder eliminiert. Ein\nsehr starker Neueindruck kann schließlich\nauch überwältigend sein und sich gegen alles\nAlte wenden, wenn er es auch zur Anknüp-\nfung braucht.\nSo werden die Erfahrungen immer neu ge-\nsichtet, an neuen Eindrücken gemessen, Irr-\ntümer berichtigt und Fehler ausgemerzt.\nDas Gedächtnis unterliegt in dieser Art\neinem fortgesetzten Stoffwechsel, der es\nlebendig erhält durch Selbsterneuerung.\nBis hierher geschieht das Denken in einer,\nman möchte sagen, rein passiven Weise.\nAber infolge der Inanspruchnahme der Ner-\nvenleistungen durch Wahrnehmung und Re-\nlation werden diese kraft ihrer Bewegungen\nund der inneren Reibungsvorgänge — Wenn\nman sie so nennen darf — mit Reizen ge-\nladen, die zur Entladung drängen. Sie wollen\nsich der Arbeit, die sie leisten müssen, um\nso mehr entledigen, je mehr sie angestrengt,\nalso eben mit Reizladungen beschwert\nwerden.\nHier kommt es nun zu einer Aktivität, zu\neinem inneren Impuls, der sich deutlich be-\nmerkbar macht. Diese Aktivierung der\nleistenden Nervensysteme bedeutet eine neue\nBedingtheit der Denkfunktionen. Der Impuls,\nden wir Trieb oder Wille nennen, je nachdem\ner aus Wahrnehmungs- oder ihren Verarbei-\ntungsvorgängen stammt, wirkt sich nach\naußen oder nach innen aus. Nach außen als\nTat, nach innen als Hemmung oder erhöhter\nAntrieb bis zur Krankhaftigkeit. Er wirkt\nseine Inhaltsreize aus, seine Inhaltsreize, die\nquantitativ und qualitativ durch die Wahr-\nnehmungsorgane eindeutig in Wirkung und\nRichtung bestimmt sind.\nDiese Auswirkungen führen zu einer Ver-\ndichtung der Zellschicht der nervösen Bahnen,\ndie sie benutzen.\nWir wissen, daß jede Benutzung von Zellen,\njeder Reiz auf Zellen zu ihrer Vermehrung\nführt, die einer Art Brückenbau und Wege-\nebnung gleicht, wodurch die Leistungsfähig-\nkeit dieser Nervenbahnen sich steigert.\nDiese Steigerung der Leistungsfähigkeit dicht-\nzelliger, weil oft benutzter Nervenbahnen im\nGehirn bedingt und erklärt die Möglichkeit\nund das Vorhandensein eines mehr oder\nweniger guten Gedächtnisses, „Die Gehirn-\nbahnen schleifen sich durch Benutzung aus\",\nwie die Gelehrten sagen.\nHier liegt eine neue Bedingtheit des Den-\nkens in der Differenzierung und Fixierung\nvon Gehirn- oder Nervenbahnen durch\nDenkarbeit,\nDie Relationen, die das Erkennen braucht,\nwerden also desto mehr erleichtert, je mehr\nsie geübt werden.\nHier liegen die Bedingungen für die Höher-\nentwicklung und Vervollkommnung des\nmenschlichen Denkens überhaupt.\nIn der Bildung der Nervenbahnen liegen auch\ndie organischen Grundlagen der Relation\nselbst.\nSolange ich Ihnen die Bildung der Nerven-\nbahnen noch nicht erklärt hatte, habe ich\nIhnen die Vorgänge der Relation nur namhaft\nmachen, aber nicht beschreiben können. Ich\nhabe sie als ein „In-Beziehung-setzen\", „An-\nknüpfen\", „Vergleichen\", „Anpassen\" be-\nzeichnet. Was sie wirklich sind als orga-\nnische Funktion, kann ich Ihnen jetzt erst\nvöllig klar machen, indem ich mit Ihnen diese"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "77", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.19", "texte": "An die Menschheite\nOtto Nebel\n!!Lest es laut, lest es oft, lest genau!!\nDer erffe roeiblidje Jteifdjergefelle\nin Berlin. 3m SSestrf ber fjanb«\nmerfsfammer sBerlin bat je&t ber\nerfte njeibtidje feine\n©efellenprüfung beftanben. (Es ban=\nbelt fid) um Qräuletn SDtargarete\n£\" ob n, bie ÜEod)ter bes Sd)lä(f)ter=\nmeifters 3Kaf Gobn in 93rife, bie\nibre ©efellenprüfung oor ber\ngleifdjergmangsinnung mit bem\n„Bobensmert\" ablegte. Der\nObermeiser ber Snnung erflärte, bie\nSnnung reebne es fid) gur befonberen\n(Ebre an, baß aus ibr ber erfte meib*\nlid)e Sletfdjergefelle im SSestrf ber\nSBerlin beroor*\ngegangen fei, unb baß er eine fo\nmuftergültige Beiftung gutoege ge=\nbrad)t babe.\nUnbefannter SDleifter einer Beitung\nim Slprtl 1925\nSd)arfrl4)fer als Frauenberuf\n3n 93 übap e ft ift bie ©teile\neines Sdjarfridjters gu befetjen, nad)=\nbem ber bisherige genfer in ben\nStubeftanb getreten ift. 9tid)t weniger\nals 500 erfo n e n melbeten\nfi d) als Stfpironten für ben menig\nfgmpatbifcf)en Soften, darunter be=\nfanb ficf) ein SEftann, ber fid) befon*\nbers qualifigiert für bie Slufgabe\nfüllte. ®r betonte nämticf) bei feiner\nbaß er lange 3eit in\n2lmertfa gelebt unb bort an 25 Bgn*\ndjungen teilgenommen fyabe. 2tufser=\nbem bewarben fid) 3 m e i grauen\num bie ©bre, als <sd)arfrid)ter an»\ngeftellt gu merben. ©s mufj für ben\nDelinquenten ein tounberfdjönes Oe»\nfübl fein, toenn er oon garter #anb\ngeföpft wirb.\n„8.3- am SDiittag\", Dienstag,\n28. Slprit 1925"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "78", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.20", "texte": "Begriffe auf Grund ihrer organischen Unter-\nlagen nochmals untersuche.\nGreifen wir auf das Beispiel des zerbissenen\nPfefferkorns zurück.\nDie Wahrnehmung der Zunge sucht, drücken\nwir uns einmal so aus, eine „Denkbahn\", um\nzu erkennen, als was und warum sie vor-\nhanden ist.\n\nFortsetzung folgt\n\nUNFEIG\nEine Neim-Runen-Fuge\n\nTEUFUNG\nFeiereifer teufen\nFeuereifer tiefen\nFugen teufen\ntief fugieren\nFug entgieren\nfugierte Eifer tiefer teufen\ntiefer geteufte Eifer fugiert erneuern\nerneute Eifer feiern\nerneut tiefer fugierte Feuereifer eifrig fugieren\nenteifern\nfern zerfugen\ntiefer tiefen\ntieftief teufen\nGetief erteufen\nTief teufen fugieren\nTief teufen ereifern\nTiefeifer teufen\nTiefteufeifer tiefen\nTiefteufeifer tiefer teufen\nTiefteufeifer feurig tiefer teufen\nTiefteufeifer erneut feurig fugieren tief\nTief feuerfugen enteifern\nTiefe fieren\nTiefe tiefer fieren\nTiefe Zentnern\nnie Tiefe finten\nTiefe feiern\nTiefe gegen Unzeit fieren\nZeiten fieren\nFerger zerfetzen!\nFergen regieren\nnun fernt ein Ufer\nfernt ein Ruf in Feiertiefen\nfeint ein Reif in teufen Tiefen\nein Ferge ruft: Riff\nein Riff entern in Tiefen\nein Riff zerzentnern in Ur-Tiefen\nein Ur-Riff zererzen\nin Urtiefen Zentnern\nFeuer fieren\nUrtiefen fieren\ntiefer\ntiefer\ntiefer fieren\nUrtiefen zerteufen\nUr-Teuf tiefer zerren\nzeruren\nzerreifen\nzerfreuen\nentzentnern\nzentrieren\nzentrieren gen Nie.\n*\n\nFINGERZEIGE\nEggt euer Nie\nin E\nin i\nin enn\nEggt euer Ein\neggt Eggen nun\nGee-Gee\neggt Gee\ngeeggt eggt nun\nnun genug\nnun gurren eure Tiefen\ngirren entengt\nentgittert\nentgrenzt\nIrrten unten eure Zeige\nzeigtet Irren Irrung Irrung\nzeugtet Irre\nzeugtet Unzeit Untier Untief\nunterzeugtet eure Zeugen\nfiguriertet\nFeuer fing nun eure Enge\nnun in Tiefen teuft euer Feuer\ngenug zereggt\nerringt!\n*\n\nZENITZEIGER\nRief Einer Fug\nriet Rettung\nrief\nGereut\nRunen zertreffen Ruten\nneue Zungen zeugen Ure\nneue Geigen zittern unter reifen Griffen\nneue Fugen greifen ein\nneue Zeiten reifen\nnur getreu entziffern\nnur genug entziffern"}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "79", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.21", "texte": "nur nie ereifern zur Unzeit\nzeitiger reifen\nzeitiger geeignet rettern\nnie erfrieren\nnie zigeunern\nnie zergiften\nnie zergruften\nnie zerfingern\nnie zerzerren\nnie zerzieren\nnie zergieren\nnie zerrinnen\nnie zerteigen\neigen innern\ninnen geigen\ninnig\ninnig\neinen\neinen\nEiner rief\nFreie riefen\nFeine rieten\nRunen riefen\nFreie rufen\nFreie geigen\nFreie freuen\nRuner rufen\nEiner rief zu Geigenufern\nFeuer fingen eure Grenzen\nFeuer fingen eure Fetzen\nGeigenferge rief zur Gig\nRetter Ferge ruft zur Feier\nfeiert\nfeiert eure Zeit.\n*\n\nENTGEGNUNG\nFünfzig Irre treten ein\ntreffen nur Irre\ntreten unter Irre\ntreten ein in irre Unzeit\ntreten Irrengitter ein\nIrre gittern Irre ein\nRetter gittern Irre nie in Gitter ein\nRetter entgittern\nnie irret Genie\nGenie ringt in Feuerfirnen\nIrre zerringen in Eigennetzen\nGenie entgittert Eigengrenzen\nIrre zergrenzen\nGenie erufert Runenufer\nIrre entufern in Unfug\nGenie zentriert\nIrre zerzerren\nGenie zeugt nie Unfug\nnie\nIrre zeugen Eigenriten\nGenie urt Ritennetze neu\nIrre runen neue Irrenriten\nGenie geniert nie\nIrre genieren\nGenie teuft gen Nie\nIrre zertuffen gen Nie\nGenie netzt Firnernten\nIrre zernetzen\nzerringen in fetzen Netzen\nruiniert\nIn Feuerfirnen ringt Genie\nertrutzt.\n*\n\nNUNZENGIFT\nGittert nie Ruinen ein\nnur eure irren Regierungen gittert in neunzig\nErz-Gitter\neure Teig-Riten gittert ein\nentgegnet nie\nentfurzt!\n*\n\nFUNFZIG IRRE UNTER NEUN RUNEN\nFünfzig Irre treffen zu\nNeter tritt ein\nreuer Eigenfirn in Irrung Enn\ntrutzt unnett Rette INRI\nTritt Enriette Gutentrutz ein\ngefeit gegen Reue\nuriniert nur in Tee-Terrinen\nTer-Teegen tritt ein\nTerenz in Gent\nerntet nur Teer\nTritt Reni Trettin ein\nTriene zu Trier\nfreit nur fette Furiere\nGinf Uru tritt ein\nFerge zu Rigi\nrennt innig gegen Riffe\nTritt Erni Neuntuter ein\nFurie in Fingerfing\nruiniert nur Enteneier\nZegu Ungu tritt ein\nNigger zu Urru-Tirri-Tei\nfuttert nur Gnu-Euter\nTritt Fritzi Ertner ein\nFurunze zu Zenn in Grett\nrezitiert unter Ziegen Fritz Reuter\nEintritt Trutz Rettig\nZierfigur zu Untertrenningen\nzertritt in feinen Terzfinten nur neue Urnen\nTritt Zitti Irene zu Neitung ein\nFreiin in Neitung-Regitten"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "80", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.22", "texte": "zetert renitent in zertinteten Unterzeugen\ngegen Zeugung\nNun tritt Gunter Gierig ein\ntrifft nie einen guten Gegner\nein guter Ringer zurzeit\nNun tritt ein Unirrer gegen Regierungen\ntrifft\nfünfzig Gegentritte gegen ein Genie\ntreffen nie\neinen guten Gegner treffen Regierungen nie\nunten regieren gierige Gunter\nGenie regiert in Feierfirnen\nunten treten fünfzig Irre Irren entgegen\nNun tritt Regine Tietze ein\neine gute Nutte zur Zeit\ntrifft rein nie einen guten Nutter unter Rein-\nreitern in Uri\nTrenz Nutter tritt nun eifrig ein\nZitterer zu Rittergut\nzerfingert Geigen\nzerfetzt Zeitungen\nzertrennt ein Etui in neunzig neue\nzittert zur Zitti Irene in Unterzeug\nzerfetzt Tintenirenenunterzeug in Unter-\nunterzeuge feiner fein\nein Neuerer in Erinnerungen\nnie geizig\nNeue Runungen in einiger Zeit\n\nOtto Nebel\n\nUmfrage\nUeber die Oekonomie und das praktische\nLeben der Individualisten\nder französischen Zeitschrift „Lueurs\"\n1. Da man bekanntlich um so mehr „Indi-\nvidualist\" ist, je mehr man bei der Be-\nfriedigung seiner Bedürfnisse den ,Andern'\nentbehren kann, — und da das Individuum\nnicht nur materielle, sondern auch ethische\nund ästhetische Genüsse sucht, muß man den\nIndividualismus gleichzeitig auf dem ökono-\nmischen, dem ethischen und ästhetischen Ge-\nbiet vertreten.\nDefinition Ihres Individualismus!\n2, Die individualistische Redensart lautet:\n„Rechne nur auf Dich selbst!\": Können Sie\nsich einen vollständigen Individualismus vor-\nstellen, der im Stande ist, selbst seine Klei-\ndung anzufertigen, seine Möbel und Geräte\nherzustellen (Tischlerei, Korbmacherei, Ge-\nfäße, Schlösser), sich den praktischen Wissen-\nschaften zu widmen (Züchterei, Gärtnerei,\nMykologie, Bienenzucht, Vegetarismus etc.)?\nAlles dies nicht nur aus Kenntnis der Praxis\nund der gewöhnlichen Theorien heraus, son-\ndern mit dem Wunsch, neue Möglichkeiten\nzu suchen,\nIst dies nicht Ihrer Meinung nach das Ziel des\npraktischen Individualismus?\n3. da der „richtige\" Individualist sich be-\nmüht, so viel wie möglich von seinem eigenen\nSelbst an das Leben und an seine Freunde\nabzugeben: welche Stellung haben Sie gegen-\nüber der Ausübung der Solidarität (Leben in\nGemeinschaft, gegründet auf Individualismus\n— Jedem nach seinen Bemühungen — Tausch\n— Handreichung — Hilfe etc.)?\n4. Kennen Sie Beispiele praktischen, indi-\nvidualistischen Lebens — isoliert oder ge-\nmeinschaftlich? Leben Sie als Individualist\noder bemühen Sie sich, dahin zu kommen?\nWohin und wie? Können Sie für ein solches\nLeben nützliche Andeutungen oder Ratschläge\ngeben? Welche Bücher haben Ihnen dazu ge-\nholfen, ein praktischer Individualist zu\nwerden?\nKönnen Sie zu den unter 2 gestellten\nFragen Ratschläge geben?\nGlauben Sie, daß der Versuch eines gemein-\nschaftlichen, auf Individualismus beruhenden\nLebens mehr Aussicht auf Erfolg hätte in der\nNähe von Wäldern, von Gebirgen oder vom\nMeer, — als innerhalb der großen Städte?\n*\nDie Umfrage geht in die ganze Welt. Antworten\nkönnen auch in deutsch an die Adresse: „Lueurs\",\nLyon (France), 232, Rue Garibaldi, gerichtet werden.\n\nInhalt:\nHerwarth Waiden: Städtebildchen Paris .... 65\nHerwarth Waiden: Wahr-Nehmung berechtigter\nInteressen 67\nLothar Schreyer: Liebe Gartenlaube 68\nHugo Scheiber: Porträt Rosebery d'Arguto , . 69\nRudolf Blümner: An Adolf Behne ...... 10\nKurt Liebmann: Vive la bagatelle 70\nErnst Oscar Albrecht: Linoleumschnitt / Vom\nStock gedruckt 71\nOtto Nebel: Magische Synthese 72\nWilliam Wauer: Offener Brief an Adolf Behne , . 72\nKurt Liebmann: Kleiner Vogel zwitschert in den\nAbend 73\nAdolf Loos: George Groß 74\nWilliam Wauer: Das entdeckte Gehirn .... 74\nOtto Nebel: An die Menschheit 77\nOtto Nebel: Unfeig 78\nUmfrage der Zeitschrift Lueurs ....... 80\nJean Zrzavy: Dame in der Loge (Beilage)\nJean Zrzavy: Mord (Beilage)\nOskar Neriinger: Bild 1923 (Beilage)\nEümund Kesting: Geld Teufel Menschen (Beilage)"}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.23", "texte": "DAS WKM\nNEUE RUSSLAND\nMonatsschrift fiir Kultur- und Wirtschafts-Fragen\nherausgegeben von der GESELLSCHAFT DER\nFREUNDE DES NEUEN RUSSLAND.\nI\n|\nj j- . . -\nSchriftlg. Erich Baron, Bln.-Pankow, Kavalierstr. 10\nDer Preis der Zeitschrift betragt fiir das Einzelheft M. 0.60, fiir\ndas Doppelheft M.1.—, fiir das Vierteljahrsabonnement M. 1.50.\n— Fiir Mitglieder der „Qesejlschaft\" ist der Bezug im Mit=\ngliedsbeitrag von M. 5.— pro Vierteljahr inbegriffen.\n\nt 1\nEine internationale Zeit-\nschrift fur moderne Kunst\nBezugspreis jahrlich 16 Schilling \\ , 112 . •\nEirtzelne Nummer 4 Schilling / P\n70 Reproduktionen in jeder Nummer, eng-\nlische, europaische und amerikanische Kunst\nBisher 4 Nummern erschienen\nBestellungen richte man an die Artwork Publishing\nCompany, 27, Eastcastle St., London Wl, England\nOder an die Sturm - Buchhandlung, Berlin W9,\nPotsdaiper Strasse 138 a\n\n111 ii inn in niiiii ii HHmn ii ill 1111 »i in ii ii\nI\nVERLAG „DER STURM\" / BERLIN W 9\nHerwarth Walden; 3\nin Knnsl \\\nDie beste Einfiihrung in den\nExpressionismus, Kubismns u.a.\n70 Abbildungen / 4 farbige Kunstbeilagen\nLadenpreis Halbleinen gebunden M 6.50\nFUNFTE AUFLAGE\n\nNeue franzosische Revue\nIndividual Hefte\nStudien und Dokumente\nDie Revue erscheint alle 20 Tage. / Abonnement: 5 Hefte\n5 francs / 10 Hefte 10 francs / 1 Heft 1 franc 25\nAlle Korrespo n d en z en an die Redaktion\nLueurs/Lyon / Frankreich, 232, rue Garibaldi\n\n. ; ;\n: V ■\nMaandschrift\nHerausgeber: Jozef Peeters, Antwerpen\njahresabonnement: 15 francs fiir Ausland\nBestellungen nimmt die Sturm - Buchhandlung\n(Potsdam er Strasse 138 a), Berlin W9, entgegen\n\nr :l\nporanul\nEine moderne rumanische\nKunst- u. Literatur-Zeitschrift\nDirektoren: }. VINCA und M. JANCO\nStr. Trinitatii 29\nBUCAREST\nA,\n\n-11 S a I Am&m&m i■ -H IL.J—fl—> t..ii»..A..*-.i.iii j - ffl «■ t » fl « I 1\nINTERNATIONALE ZEITSCHRIF7\nKALENDER PER NEUEN KUNST UND PER GEGENWART\nDIREKTION LIOUBOMIR MITZITCH\n«. • .... ■ • ;i ' A \"* > • • ;\nBELGRAD * OBILITCHEV\nFuhrende Zeitschrift, die unveroffentlichte\nManuskripte in alien Sprachen der Welt bringt.\nI lIIIIHII I\n\"9—7\nT-r"}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192505-01.1.24", "texte": "Verantwortlich für die Schriftleitung: Lothar Schreyer, Berlin W9 / Verlag Der Stuim G.m b. H., Berlin W9, Potsdamer Straße 134 a\nFernruf: Lutzow / Postscheckkonto: Berlin 120658 / Druck: Max Noster, Berlin SW 68 Alexandrinenstraße 110\n\nVERLAG DER STURM\nBERLIN W«\nDiditungen von HerwartKi Walden\nDas Buch der Menschenliebe / Roman\nDie HSrte der Weltenliebe / Roman\nErste Liebe / Ein Spiel mit dem Leben\nDie Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nSiinde / Ein Spiel an der Liebe\nGlaube / KomilragSdie\nJedes Buch % Mark\nWeib / KomitragOdie / 3 Mark\nKind I TragSdie\nTrieb / Eine burgerliche Komitragodie\nMenschen / Tragodie\nJedes Buch 1,50 Mark\nSdiriften von Herwarfh Wolden\nDie neue Malerei / mit zahlreichen Abbildungen\n5. 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M. des Kdnigs von Spanien Gegriindet 1854\nSpedition und Mobeltransporte, Verpackung und Lagerung\nvon Gemalden und Kunstgegenstanden jeder Art\nLieferung und Empfang nadi und von alien Kunstausstellungen\ndes In- und Auslandes :: Transportversicherungen aller Art\nSpediteure des Wirtschaftlichen Verbandes Bildender Kiinstler / der Freien Secession\ndes Verbandes Deutscher Jllustratoren und Hausspediteure des „Sturm\""}]}