{"numero_id": "bm-bmtnabg-1925-06-01", "volume": "bmtnabg_1925-06_01", "ocr_sha256": "61d0ac4b102266a533868e2c98cdad73e1912d2c98762c9fc0bb51c8217a8409", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1925/06_01/bmtnabg_1925-06_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1925/06_01/bmtnabg_1925-06_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1925-06-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-06_01#c001", "volume": "bmtnabg_1925-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.2.1", "titre_corps": "Linoleumschnitt /Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Linoleumschnitt /Vom Stock gedruckt", "signature_source": "Hans Mattis Teutsch", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.1", "debut_caractere": 95, "fin_caractere_exclue": 151, "texte": "Hans Mattis Teutsch: Linoleumschnitt /Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-06-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-06_01#c002", "volume": "bmtnabg_1925-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "81", "page_fin": "83", "image_debut": 3, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.2.2", "titre_corps": "Nachlesewerte", "titre_sommaire": "Nachlesewerte", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.3", "debut_caractere": 53, "fin_caractere_exclue": 3255, "texte": "Nachlesewerte\n\nDer Klassikerschlag\nThomas Mann, ein nicht übermäßig unter-\nhaltsamer Unterhaltungsschriftsteller, ist\nfünfzig Jahre alt geworden. Das macht viel\nvon ihm und von sich reden: „Der Wiener\nJournalisten- und Schriftstellerverein Con-\ncordia überreichte dem Dichter (damit ist\nThomas Mann gemeint) einen mächtigen Lor-\nbeerkranz mit einer Widmung der Concordia.\nThomas Mann dankte gerührt für die Ehrung\nund betonte seinerseits die Liebe zu Wien\nund zur liebenswürdigen Wienerischen Gei-\nstigkeit\". Unsererseits wäre nur noch die\nGeistigkeit dieses Mannes zu unterstreichen.\nConcordia soll ihr Name sein.\nAns Vaterland ans teure schließ die\nFäden an\nDer Verlag K. F. Koehler teilt mit: „Durch\ndie Uebersiedlung in die Reichshauptstadt\nbringen wir zum Ausdruck, unsere Arbeit\nfortan dort leisten zu wollen, wo . . . heute\nalle Fäden des politischen Lebens zu-\nsammenstrebe n.\" Und in weiterer\nVerwicklung von Kunstwerken und Kunst-\nwirkerei fordert der. strebende Verlag die\nstrebigen Schriftsteller zum Bücherkauf her-\naus: „Wir bitten auch Sie, unserem weiteren\nSchaffen Ihr uns wertvolles Interesse ent-\ngegenzubringen.\"\nDer Altbackenklassiker über den\nNeubacken klassiker\nAus den Glückwunschversen von Ludwig\nFulda an Thomas Mann:\nVergangenem gerecht und das Künftige\nklärend\nDas Maß und die Form als Gestirne ver-\nehrend\nSo mögest auch für d e r Du lehren und\nleiten\nAls Mentor der Deutschen am Kreuzweg der\nZeiten.\nWenns dort auch zieht, dahin laßt euch Men-\ntoren fürder ziehn.\nNun wird es Landtag\nDie Staatsoper hat einen Strawinsky-Abend\nveranstaltet, „statt die Ansprüche des all-\ngemeinen kunstliebenden Publikums zu be-\nfriedigen\". Sein Name ist Dr. Leopold\nSchmidt, seit neunundneunzig Jahren Musik-\nkritiker von Beruf. Das Schmidt-Publikum\n„weiß sich weit davon entfernt, ein prin-\nzipieller Gegner der neuen Musik zu sein\".\nHerr Schmidt weiß nämlich, daß er in einer\nunproduktiven Zeit lebt, die, weit davon\nentfernt, trotzdem die neue Musik anregen\nwird: „Ich erkenne in ihr Anregungen,\ndie spätere Meister in einer glücklicheren\nproduktiveren Zeit vielleicht verwerten\nwerden.\" Die zehn Prozent Aufwertung aus\ndem Nichts, werden die späteren Meister\nzwar nicht glücklich, aber zu Meistern ma-\nchen. „Mit frecher Verhöhnung der Zuhörer\naber, mit Ausnutzung der in dem allgemeinen\nWirrwarr zunehmenden Urteilslosigkeit ist es\nnicht getan.\" Nichts liegt der Kunst ferner,\nals die Urteilslosigkeit des Herrn Dr.\nSchmidt auszunutzen. Sie soll ihm nur\nmit Zinsen heimgezahlt werden, selbstver-\nständlich auf Goldbasis. „ . . . Urteilslosig-\nkeit ist es nicht getan. Darin weiß ich mich\neins mit allen wirklichen Musikern.\" Warum\nsollen auch wirkliche Musiker nicht an Ur-\nteilslosigkeit teilnehmen? Zu ihnen rechnet\nHerrn Dr. Schmidt zum Beispiel Herrn Bruno\nWalter. Für Herrn Walter haben verschiede-\nne Doktoren der Musik Meinung. Herr Walter\nhat nämlich in London erklärt, daß es mit der\nJazzmusik zu Ende sei. Er hätte nie ver-\nstanden, wie musikalische Menschen dafür\nsein könnten. Es bleibt also nur noch die\nFrage der Verantwortung, „Wer trägt die\nVerantwortung?\" Nämlich für die fragliche\nKunstrichtung. Herr Dr. Schmidt in Ver-\ntretung der Sonne bringt es zwar nicht an den"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4174, "texte": "Tag, aber an den Landtag. „Bei dem Ernst\nder Sache, der längeres Schweigen nicht\nmehr duldet, wäre es wohl an der Zeit, in\naller Oeffentlichkeit, vielleicht auch im Land-\ntag, einmal festzustellen, wer die treibenden\nKräfte sind, die sie dahin gebracht haben, daß\ndie Berliner Staatsoper mit Varietebühnen\nkonkurriert und sich den Wünschen einer\nterrorisierenden Sonderrichtung fügt, statt\ndie Ansprüche des allgemeinen kunstlieben-\nden Publikums zu befriedigen.\" Herr Dr.\nSchmidt fühlt seine Krone wanken und wen-\ndet sich ergebenst an den demokratischen\nLandtag. Er soll ihm helfen, seine terrorisie-\nrende Stellung zu behalten, damit sich keine\nkunstliebende Sonderrichtung für sein Geld\nin die Staatsoper einschleicht. Die Sache\nwird ernst. Am Ende könnte man das längere\nReden des Herrn Dr. Schmidt nicht mehr\ndulden. Wer mögen die treibenden Kräfte\nsein: „schwerlich Herr Kleiber allein, ob-\ngleich er sich scheinbar mit Inbrunst für die\nDinge einsetzte und offenbar kein Gefühl da-\nfür hat, wie er damit den Glauben an sein\neigenes Musikertum gefährdet\". Wie konnte\nHerr Kleiber nicht ahnen, daß er den Glauben\ndes Dr. Schmidt verlieren würde, der schein-\nbar mit Inbrunst auf seiner Stellung sitzt.\nAlso wer treibt? Ists Preußenland? Ists\nSchwabenland? „Was den Intendanten Max\nvon Schillings betrifft, halte ich für ausge-\nschlossen, daß er mit der fraglichen Kunst-\nrichtung sympathisieren würde. Wer also\ndann?\" Ich will es dem Landtag verraten:\nder Ernst der Sache und der Ernst der pro-\nduktiven Zeit sind die treibenden Kräfte, die\nsogar terrorisierende Fachkritiker beiseite\nwerfen.\nEntschuldigung für Qualität in\nDeutschland\nAus einem Bericht der Tagespresse über die\nWarnemünder Fähre:\nDie Verpflegung ist, wohl mit Rück-\nsicht auf die verwöhnten dänischen\nPassagiere, erstklassig... Der Genuß der\nFährschiffahrt wird allerdings geschmälert\ndurch die meist vorsintflutlichen Durch-\ngangswagen zweiter Klasse . . . Man sollte\nsolche antiken Stücke besser auf die\nMünchener Verkehrsausstellung schicken.\nEin Dichter\nWir nicht, aber w i r erhalten von Thomas\nMann folgende Zuschrift: „Zu meinem fünf-\nzigsten Geburtstag sind mir Glückwünsche\nin Gestalt von hochgestimmten Depeschen,\nklugen, gefühlten Briefen, reichen Jugend-\nspenden und anderen Gaben in unverhoffter\nFülle zugegangen. Ich muß fürchten, daß es\nmir nicht möglich sein wird, mich meiner\ngewaltigen Dankesschuld auf privatem Wege\nohne Rest zu entledigen und so bitte ich,\ndenen, die meiner so gütig gedachten, öf-\nfentlich und allgemeingültig\nmeine herzlichste Rührung und Erkenntlich-\nkeit aussprechen zu dürfen. Auch hatten\ngroße Schriftsteller Deutschlands und Oester-\nreichs die Geneigtheit, in verschiedenen\nBlättern mir ihre Sympathie und Achtung\nkundzutun. Ich kann nicht unterlassen, hin-\nzuzufügen, daß diese Aeußerungen mich be-\nsonders stolz und glücklich gemacht haben.\nMünchen, den 8. Juni 1925\nThomas Mann\nWer nach dieser Danksagung noch das Be-\ndürfnis hat, die übrigen Werke von Tho-\nmas Mann zu lesen, dem möge es in un-\nverhoffter und beschämender Fülle gestattet\nsein. Ich kann nicht unterlassen, hinzuzu-\nfügen, daß auf dem letzten Bierabend des\nReichspräsidenten von Hindenburg der große\nSchriftsteller Deutschlands und Oester-\nreichs, Herr Dr. Ludwig Fulda, die Kunst und\nWissenschaft und sich vertrat. Auch Herr\nDr. Ludwig Fulda gehört durchaus zu den\nVerehrern des hochgestimmten Dichter-\nmanns. Daß die herzlichste Rührung allge-\nmeingültig ausgesprochen wird, scheint mir\neine private Uebertreibung zu sein. Und die\nvielen Blümchen.\nEin zweiter Dichter\n„Franz Werfel kehrte jüngst von einer Pa-\nlästinafahrt heim, die er ü b e r Einladung zio-\nnistischer Freunde unternommen hatte. Man\nfragte ihn nach besonderen Eindrücken und\nder Dichter erzählt: „Bei der Einfahrt des\nZuges in die Stadt Jerusalem höre ich durch\ndie Waggons gellend den Ruf: Herr Werfel!\nHerr Werfel! „Ich bin Herr Werfel — was\nwünschen Sie von mir?\" Worauf er mir die\nHand reicht: „Sehr erfreut — Eckstein mein\nName. Wir warten auf Sie schon drei Wo-\nchen ..Am Ausgang wende ich mich ver-\nlegen an einen Freund: „Wer ist dieser\nMann?\" — „Der? Das ist der alte Eckstein.\nDer Dienstmann von Jerusalem.\""}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 380, "texte": "Dieser Herr Dichter hat offenbar ge-\nglaubt, man würde eine kleine Vorfeier seines\nzukünftigen fünfzigsten Geburtstages in Je-\nrusalem veranstalten und die Volksgemeinde\ninteressiere sich für das, was er für Lyrik\nhält. Und dabei konnte Herr Eckstein nur den\nKoffer nicht erwarten, ohne zu ahnen, daß\ndieser Koffer vielleicht nur unbrauchbare Ge-\ndichte enthalte.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-06-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-06_01#c003", "volume": "bmtnabg_1925-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "83", "page_fin": "87", "image_debut": 5, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.2.3", "titre_corps": "Das entdeckte Gehirn", "titre_sommaire": "Das entdeckte Gehirn", "signature_source": "William Wauer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.5", "debut_caractere": 382, "fin_caractere_exclue": 416, "texte": "Das entdeckte Gehirn\nWilliam Wauer"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.5", "debut_caractere": 431, "fin_caractere_exclue": 4035, "texte": "Die Wahrnehmung der Zunge sucht, drücken\nwir uns einmal so aus, eine „Denkbahn\", um\nzu erkennen als was und warum sie vor-\nhanden ist.\nFindet sie die genau entsprechende Bahn, in\ndie sie hineinpaßt, ist durch dieses genaue\nHineinpassen, durch eine Art Anprobe, die\nIdentität der neuen Wahrnehmung mit einer\nalten realiter festgestellt.\nFindet das Gefühl des Pfefferbrennens keine\ndurchaus entsprechende bereits gangbare\nBahn — nehmen wir an bei einem kleinen\nKinde, das noch nie Pfeffer geschmeckt hat,\naber weiß wie Feuer brennt —, so schlüpft\ndie neue Wahrnehmung in den ungefähr pas-\nsenden Pfad. Das Kind wird sofort anfangen\nzu weinen, weil alle Inhalte der Brandver-\nletzung in ihm wieder lebendig werden, bis\nes durch Ueberlegen die Veränderung und\nNeubildung der alten Gehirnbahn bemerkt\nund ihm so bewußt wird, daß und welch ein\nUnterschied zwischen dem Brennen auf der\nZunge und dem Verbrennen seiner Finger-\nchen besteht. Aber noch lange, wenn nicht\nauf immer, dürfte dieses Kind — auch er-\nwachsen — beim Brenngeschmack an Brand-\ngefühl erinnert werden.\nWenn der Zungeneindruck auch keine ähn-\nliche, ungefähr passende Bahn findet, wird\ner, wenn er stark genug ist und Zeit erhält,\nsich selbst eine neue Bahn eingraben oder\nabgleiten. Das geschieht sowohl, wenn der\nGeschmackseindruck zu schwach bleibt, als\nauch dann, wenn er durch neue und stärkere\nEindrücke sofort verdrängt wird. Dann\nkommt es zu keiner Erkenntnis und zu keiner\nFixierung des Pfeffergeschmacks in einer\nGehirnbahn: es bleibt bei einem einfachen\nflüchtigen Wahrnehmungseindruck.\ni -t\nAn Hand dieser Vorstellungsreihen wird es\nIhnen möglich sein, ein ungefähres Bild zu\nerhalten, in welcher Weise die Relationen\nverlaufen und wie ihr Verlauf bedingt ist. Es\nist natürlich eine gleichnisartige Schilderung\nund nicht das organische Geschehen selbst,\ndas ich Ihnen vorführen konnte. Sie selbst\naber sind ja imstande, die Richtigkeit durch\nSelbstbeobachtung zu bestätigen.\nIch fasse unsere bisherigen Feststellungen\nder Voraussetzungen und Bedingungen des\nDenkens zusammen, um Ihnen wieder einen\nUeberblick zu geben über den Verlauf unse-\nrer bisherigen Untersuchung.\nAbhängig ist das Zustandekommen von\nDenken ganz allgemein also von der Wirk-\nlichkeit, ihrer Wahrnehmung durch die Sinne,\nund der Verarbeitungsmöglichkeit der Wahr-\nnehmungen im Gehirn —\nim besonderen von der Differenzierung der\nSinnenreize und der allmählich sich steigern-\nden Fähigkeit neuer Reizverarbeitung, so-\ndann von der Selektionswirkung durch die\nGehirnbahnen bei Einlagerung ins Gedächt-\nnis. Dazu kommt noch die Trieb- oder Wil-\nlensspannung der beteiligten Nervenorgani-\nsationen, die Impuls und Richtung geben.\nInnerhalb aller dieser Bedingungen und Be-\ndingtheiten funktioniert nunmehr die Gehirn-\narbeit „Denken\" als Wahrnehmen, Erkennen,\nVergleichen, Erinnern, Begehren und Wol-\nlen.\nDiese Teilfunktionen der Gesamtfunktion\nDenken waren durch die bisher erörterten\nGegebenheiten eindeutig in ihrem Verlauf be-\nstimmt.\nWenn die Wirklichkeit, wenn die Sinnesor-\ngane, wenn das Gehirn vorhanden ist, wenn\ndie fünf Sinne bestimmte eigenartige Reize in\ndas Gehirn senden und entsprechende Wege\nbenützen und neue bauen, wenn durch die\nentstehenden Beziehungen das Mitwirken\nähnlicher und gleicher Spannungen in den\nNerven sich vollzieht oder durch Anpassung\nund Anbildung gleicher Zellschichtungen'\nverwandte Sinnenreize sich stärken, schwä-\nchen, ausbilden, verändern, geschieht Den-\nken, bildet sich neues Gedächtnis und Er-\nfahrung aus zunehmender Erkenntnis.\nSie werden zugeben: das ist denkbar und\nvorstellbar. Alles Vorstellbare ist denkbar."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "84", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4111, "texte": "Aber hier kompliziert sich das Problem wie-\nder. Was heißt vorstellen?\nIst vorstellen und denken nicht dasselbe ?\nUnsere Erfahrung beweist, daß wir anfangs\nnur in Vorstellungen denken. Man beobachte\ndas Sich entwickelnde Kind.\nHier tritt das sinnliche Bedingtsein des Den-\nkens in ein neues Licht. Hier zeigt sich die\nmerkwürdge Tatsache, daß unser Denken\nhauptsächlich vom Augensinn herstammt, daß\nes einen ausgeprägt optischen Charakter\nträgt.\nWie kommt das?\nZwischen der Bildung von Erkenntnissen —\nalso nach Benutzung der Gehirnbahn — und\nihrer Ablagerung im Gedächtnis — der ent-\nsprechenden Veränderung der Neuronen- und\nZellschichtung — liegt noch ein unbemerkter\nVorgang, der der Einverleibung verdauter\nNahrungsstoffe ähnlich ist, wenn ich auf den\nVergleich mit den Ernährungsvorgängen des\nKörpers zurückgreife.\nErst kurz vor der Einreihung ins Gedächtnis\nist der Verdauungsprozeß im eigentlichsten\nSinne soweit vorgeschritten, daß die Wahr-\nnehmungen, die wir in ihrer Wirklichkeits-\nform als Anschauung, Gefühl, Erregung, An-\ntrieb und Hemmung noch deutlich erkennen,\nassimiliert werden können. Wir assimilieren\nsie unserem Bewußtsein.\nNur Bewußtgewordenes d. h. Durchgedach-\ntes kann Gedächtnis werden. Bewußt wird\neine Wahrnehmung zwar schon durch die\nErkenntnis. Das Durchdenken aber zieht\nnunmehr das Wesentliche jeder Wahrneh-\nmung aus ihrer Wirklichkeitsform heraus, es\n„abstrahiert\" ihren Inhalt und innerviert mit\nihm das Gedächtnis. Hier erreicht der Denk-\nprozeß sein vorläufiges Ende.\nMan versteht aber: bei dem Vorrang und dem\nUebergewicht der optischen Eindrücke prä-\nvalieren bedingend die Vorstellungen.\nWas ist Bewußtsein?\nWas ist Abstraktion?\nAbstraktion ist die Möglichkeit, wirkliche\nWahrnehmungen in gedachte Wahrnehmun-\ngen umzuwandeln. Dieser Vorgang ermög-\nlicht erst die Aufnahme ins Gedächtnis durch\nBewußtwerden. Er geschieht durch Aus-\nscheidung der Wirklichkeitsform der Wahr-\nnehmungen.\nBewußt wird das, was wir in den Brennpunkt\nunserer Aufmerksamkeit rücken, was wli\nvor uns hinstellen, was wir uns „vorstellen\",\nso daß wir es mit unserem inneren Auge\nsehen müssen oder sehen können. Das innere\nSehen ist ein gedachtes Sehen, ist abstra-\nhierte Wirklichkeitsansehauung, ist Sehen\nals Denken, als Vorstellung.\nAuf gleiche Art werden uns durch innere\nWahrnehmung Gefühle und Tasteindrücke,\nEmpfindung Gerüche und Geschmack be-\nwußt. Aber „vorstellen\" können wir uns die\nletztgenannten inneren Sinneseindrücke\nnicht. Deshalb bleiben sie mehr oder weni-\nger undeutlich, sie beeinflussen und erfüllen\ndas Denken, das selbst im Banne der Vor-\nstellung bleibt.\nJeder Versuch, klar und bewußt in anderer\nWeise zu denken als in Vorstellungen,\nscheitert. Nur das Auge sieht klar, das\näußere wie das innere. Gefühle und Empfin-\ndungen sind deshalb unsichere Denkwerte,\ndie wir erst wieder durch Umsetzung in die\noptische Form der Vorstellung fixieren\nmüssen.\nDas Leben nun, das diese rein gedachte\nSinneswelt im Menschen führt, offenbart sich\nin der sogenannten Phantasie. Phantasie ist\ndie Denkverarbeitung, die Relation innerer\nWahrnehmungen, die sinnvolle Verknüpfung\nund Aneinanderreihung gedachter oder, wie\nman sagt, ausgedachter Vorgänge und Wahr-\nnehmungen in der Form von Vorstellungen.\nPhantasie ist immer Vorstellung.\nIch will hier einschalten, daß aus keiner Ge-\nhirnfunktion etwas wirklich Neues, noch nie\nDagewesenes, Unbegreifliches und Unbe-\nkanntes hervorgehen kann, an keiner Stelle\nund bei keiner Gelegenheit. Unser Denken\nerfindet nicht: es findet — es produziert\nnicht: es reproduziert — es ist nicht schöpfe-\nrisch : es kombiniert.\nEs formt immer aufs neue alte Inhalte aus\nden Wahrnehmungen der Wirklichkeit. Das\nDenken — und auch das Aus —denken.\nStellen wir noch fest, daß das reine Denken,\ndas abstrakte, zwar nicht mehr „Anschau-\nung\", „Gefühl\" und „Erregung\" ist — es ist\naber immer noch eindeutig bestimmt durch\nsein Bedingtsein von dem entsprechenden\nSinne, wenn auch die abstrakte Welt nur\n„Vorstellungen\", „Begriffe\" und „Empfindun-\ngen\" kennt — geistige Werte, wie wir sie\nnennen.\nWir kommen damit in die Bezirke eines\nneuen Begriffs: des Geistes."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "86", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3911, "texte": "Wir betreten das bedeutsame Gebiet der\nso hoch geschätzten menschlichen Gehirn-\narbeit.\nWas ist Geist?\nGeist ist Talent, Veranlagung zum Denken,\nDenkfähigkeit, Denkbegabung. Diese Be-\ngabung gehört naturgemäß auch zu den Be-\ndingungen des Denkens. Der denkende\nMensch muß Geist haben.\nGeist ist natürlich ein relativer Begriff, jeder\neinzelne Mensch hat mehr oder weniger.\nSchließlich verstehen wir aber unter einem\ngeistigen Menschen einen' solchen, der das\nDenken mit besonderem Erfolg ausübt.\nEine auszeichnende Fähigkeit im Bilden von\nErkenntnissen und Beziehungen zwischen ab-\nstrakten Vorstellungen, Begriffen und Emp-\nfindungen bedingt den Denker von Rang. Er\ngilt für den höchsten Typus der Menschheit.\nEr verfügt über das meiste Denkmaterial und\nleistet die größte Gehirnarbeit. Er gestaltet\nGedanken.\nNicht erst der Dichter gestaltet das Denken.\nDer Dichter gestaltet das Denken, das von\nihm Gedachte, bewußt nach den Gesetzen\nder Kunst. Der Denker nicht.\nEs gibt aber kein ungestaltetes Denken, das\nwirklich Denken ist, weil solches ohne Ge-\nstaltung völlig formlos, unfaßbar und undeut\nbliebe.\nAlles bewußte Denken ist gestaltet.\nIn welchem Material aber gestaltet sich\nDenken? Wie gewinnt es Form? Wie wird\nDenken „Gedanke\"?\nGedanken sind geformtes Denken!\nDas Material der gedanklichen Formung ist\ndie Lautwirklichkeit der Sprache.\nAlles Denken ist mindestens — gedachte\nSprache; immer mindestens lautloses Selbst-\ngespräch.\nMan vermag ohne Sprachgestaltung nicht be-\nwußt zu denken.\nDas Denkmaterial ist, wie wir wissen, im\nAnfang WahrnehmungsWirklichkeit — nach\nder Abstraktion von ihr wird es Sprachwirk-\nlichkeit.\nDenn aus der Wirklichkeit kommt der\nMensch nie hinaus, auch nicht mit Denken,\nNur aus der Zufallswelt der dinglichen Wirk-\nlichkeit hebt das Denken die Sinnenwelt irt\neine Sinnwelt absichtlicher Wirklichkeit der\nGedanken.\nSinnträger in der Gedankenwelt sind die\nLautgestalten, die Worte; als Sinnträger sind\nsie bedeutsame Symbole.\nDas Wortsymbol ist Vorstellungsbezeich-\nnung, Begriffsabgrenzung, Empfindungsge-\nfäß ; dies alles nennen wir den Wortsinn.\nDas Wort ist sichtbar im Schriftzeichen, be-\ngrifflich abgegrenzt und unterschieden durch\ndie gebildete Wortform, sinnvoll durch Ein-\nordnung an eine ihm in bestimmter und be-\nstimmender Weise entsprechenden Stelle des\nBewußtseins.\nDer sinnvoll empfundene Begriff als Wort-\nsymbol ist das Element der Gedankengestal-\ntung.\nDas Denken ist also letzhin von der Sprache\nund der Sprachform bedingt.\nDas Inbeziehungsetzen der Sprachelemente,\nder Worte, untereinander geschieht „lo-\ngisch\", das heißt analog unsren Wirklich-\nkeitserfahrungen aus Wahrnehmung — also\nbedingt und zwangläufig, wie alles Naturge-\nschehen.\nDie Sprachbedingungen haben wir in Regeln\ngebracht, die wir grammatikalische nennen.\nLogisch ist also nur grammatikalisch richtige\nSprachbildung, weil eine unlogische auch\nunnatürlich wäre.\nIch fasse zusammen:\nDas Denken ist bedingt von der Wirklichkeit,\nder W'irklichkeitswahrnehmung und der Ge-\nhirnarbeit; es ist bedingt von den Sinnen\nvon der Möglichkeit, Beziehungen zu bereits\nGedachtem anzuknüpfen, von der Ausschlei-\nfung der Gehirnbalmen, von der Bewußt-\nseinsbildung als der Umschichtung der Neu-\nronen und Gehirnzellen, von mehr oder we-\nniger Impuls und Begabung. Es ist bedingt\nvon Auslese und Anpassung. Vom Stoff-\nwechsel. Es ist bedingt von der Umwand-\nlung der Wirklichkeitsform der Wahrneh-\nmung in die abstrakte Form einer sinnvollen\nLautwirklichkeit.\nSind alle diese Bedingungen erfüllt, so ist der\nsprachgestaltete Gedanke da.\nIch habe Ihnen damit, wie ich glaube, das\nphysische und psychische Phänomen des\nDenkens in seiner Bedingtheit in der Haupt-\nsache vorgeführt.\nSie sehen, wir sind bei dieser Untersuchung\nund Feststellung weder auf „Kausalität\", noch\nauf „Gesetze\", noch auf „Zweckmäßigkeit\"\ngestoßen, ja nicht einmal auf die mensch-\nliche „Seele\" und das berühmte menschliche\n„Ich\"."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2183, "texte": "Weil alle diese Worte personifizierte Be-\nzeichnungen sind, die unserer fortgeschritte-\nnen Erkenntnis nicht mehr entsprechen.\nDie Bedingungskomplexe '„Ursache\" zu\nnennen, ist falsch, schon aus dem Gründe,\nweil die Ursache linear und nicht komplex\nwirkt;\ndie Zwangsläufigkeit aus Bewußtsein „Ge-\nsetz\" zu nennen, ist irreführend, weil unend-\nlich wechselnde Zwangsläufigkeiten keine\nGesetze dulden;\ndie eindeutige Bestimmtheit aus Bedingtheit\n„Zweckmäßigkeit\" zu nennen, ist schief, weil\ndie Entwicklung getrieben, aber nicht ge-\nzogen und erzogen wird.\n„Seele\" aber ist die Komplexbezeichnung\nder Bedingungen der Wahrnehmungswirk-\nlichkeit unserer Sinne; die Gesamtwirksam-\nkeit der sinnlichen Organe und ihrer Funk-\ntionen; die Gemeinwirtschaft des Denkens\nund der Sinne im menschlichen Gehirn.\n„Ich\" ist die Bezeichnung des Bedingungs-\nkomplexes aller Gehirnfunktionen, die wir\nErkennen und Bewußtwerden nennen. Ich\nist die Lokalisation des Bewußtseins.\nAlle diese Komplexe müssen, wenn sie wis-\nsenschaftlicher Untersuchung standhalten\nsollen, organisch bedingt sein, also auf orga-\nnischen Grundlagen sich aufbauen. Sie müs-\nsen eben Organfunktionen oder selbst Organe\nsein.\nSeele und Ich sind Zusammenfassungen von\nOrganauswirkungen — Resultate von Organ-\nfunktionen, die ihrerseits wieder mehr oder\nweniger geschlossene Organisationen sind,\nalso deutlich unterscheidbare Bedingungs-\nkomplexe besonderer Art.\n„Kausalität\" ist kein organisch zu begrün-\ndender Bedingungskomplex; ebensowenig\nhaben die „Naturgesetze\" irgend ein Organ,\ndas sie schafft und stabilisiert; noch weniger\nist die „Zweckmäßigkeit\" ein organisch ir-\ngendwie begründetes Funktionsprinzip des\nSeins.\nKein Organ funktioniert, weil seine Funktion\nzweckmäßig ist — das hieße die Natur auf\nden Kopf stellen. Die Organe funktionieren\naus eindeutig durch ihre Bedingtheit gegebe-\nnen Zwang.\nNichts ist im Organischen absolut und kon-\nstant — alles unterliegt den unendlich wech-\nselnden Rhythmen des Stoffwechsels.\nAuch die Seele, auch das Ich — auch das\nDenken. Darüber möchte ich mich in meiner\nnächsten Vorlesung an Hand der geschicht-\nlichen menschlichen Denkleistungen mit\nIhnen weiterhin auseinandersetzen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-06-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-06_01#c004", "volume": "bmtnabg_1925-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "85", "page_fin": "85", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.2.3.1", "titre_corps": "Linoleumschnitt /Vom Stock gedruckt", "titre_sommaire": "Linoleumschnitt /Vom Stock gedruckt", "signature_source": "Hans Mattis Teutsch", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "85", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 56, "texte": "Hans Mattis Teutsch: Linoleumschnitt /Vom Stock gedruckt"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-06-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-06_01#c005", "volume": "bmtnabg_1925-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "87", "page_fin": "90", "image_debut": 9, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.2.4", "titre_corps": "Gespräch von der Freundschaft", "titre_sommaire": "Gespräch von der Freundschaft", "signature_source": "Lothar Schreyer", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.9", "debut_caractere": 2185, "fin_caractere_exclue": 3591, "texte": "Gespräch von der Freundschaft\n\nDer Jünger: Ich habe einen Freund ver-\nloren.\nDer Meister: Es ist nicht möglich, einen\nFreund zu verlieren.\nDer Jünger: Er hat mich verlassen.\nDer Meister: Wenn er dich verlassen\nhat, so hast du ihn nicht verloren.\nDer Jünger: Ich liebe ihn wohl. Aber\ner liebt mich nicht mehr.\nDer Meister: Irrtum über Irrtum.\nDer Jünger: Hilf.\nDer Meister: Wozu.\nDer Jünger: Zum Freund.\nDer Meister: Das ist nicht nötig.\nDer Jünger: Zur Wahrheit.\nDer Meister: Wir sind Menschen.\nDer Jünger: Nicht menschlich ist die\nWahrheit. Unmenschlich sind die Freunde.\nDer Meister : Hilf dir selbst.\nDer Jünger: Wozu.\nDer Meister: Zum Erkennen deines\nIrrtums.\nDer Jünger: Ich irre nicht, wenn ich an\ndie Freundschaft glaube.\nDer Meister: Warum glaubst du.\nDer Jünger: Weil ich erfahren habe.\nDer Meister: Was hast du erfahren.\nDer Jünger Freundschaft.\nDer Meister: Was ist das. •\nDer Jünger: Eine Wirkung der Liebe.\nDer Meister: Wie ist das.\nDer Jünger: Es gibt verschiedene Wir-\nkungen der Liebe. Eine Wirkung der\nLiebe heißt Freundschaft.\nDer Meister: So wäre also die Liebe\ndie Ursache der Freundschaft.\nDer Jünger: Ja.\nDer Meister: Du meinst also, daß die\nFreundschaft eine Wirkung der Liebe wäre\nund die geschlechtliche Liebe eine andere\nWirkung der Liebe wäre.\nDer Jünger: So ist es.\nDer Meister: Was hältst du nun für die\nLiebe, die der Freundschaft und der ge-\nschlechtlichen Liebe Ursache ist."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "88", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3591, "texte": "Der jünger: Die Liebe ist das Eins-\nwerden der Menschen.\nDer Meister : Wie ist das möglich:\nDer Jünger: Das läßt sich nicht sagen.\nDer Meister : Ist es so unvernünftig.\nDer Jünger : Nein. Es ist die Vernunft\nselbst.\nDer Meister: Das hast du recht ge-\nsprochen.\nDer Jünger : Alle Menschen sind in ihrer\nWesenheit als Menschen Menschen, also\neinander gleich. In ihrer Eigenschaft als\nPersonen sind sie jedoch verschieden. Er-\nkennen sich die Menschen als Menschen,\nso erkennen sie ihre Gleichheit. Erleben\nsie ihre Gleichheit, so werden sie Eins, so\nlieben sie sich.\nDer Meister: Wo dieses Einswerden\nnicht stattfindet, da ist keine Liebe.\nDer Jünger: Gewiß nicht.\nDer Meister: Findet dieses Einswerden\nin der geschlechtlichen Liebe statt.\nDer Jünger: Das ist wohl möglich.\nDer Meister: Also nicht immer.\nDer Jünger: Wenigstens nicht immer\nfür immer.\nDer Meister: Wie meinst du das.\nDer Jünger: Die geschlechtliche Liebe\nist nur dann Liebe, wenn sich die Menschen\nals Menschen erkennen. Sonst ist sie Wol-\nlust. Die Wollust vergeht, aber die Liebe\nvergeht nicht.\nDer Meister: Kann, was Eins geworden\nist, nicht wieder vieles werden.\nDer Jünger: Es scheint so, aber es ist\nnicht so.\nDer Meister: So ist das Viele nicht aus\ndem Einen geworden.\nDer Jünger : Das Viele sind nur ver-\nschiedene Ansichten des Einen. Wie wir\neine Kugel von verschiedenen Seiten an-\nsehen können und dabei viele einzelne An-\nsichten haben, aber die Kugel als Eins be-\ngreifen, so kann das Eine nicht vieles wer-\nden, weil es nie vieles war. Es scheint\nvieles, solange wir irren.\nDer Meister: Aber wir können ver-\ngessen, was wir erkannt haben.\nDer Jünger : Das können wir. Dann be-\ngreifen wir die Einheit nicht. Dann irren\nwir.\nDer Meister : Es ist also ein Irrtum,\nwenn wir nicht lieben.\nDer Jünger: Das ist es.\nDer Meister : Und du sagst, daß die\nLiebe nicht vergehen kann.\nDer Jünger : Die Liebe kann nicht ver-\ngehen. Aber der Irrtum kann vergehen.\nWir lieben, obwohl wir glauben, nicht zu\nlieben. Und weil wir an unseren Irrtum\nglauben, leiden wir.\nDer Meister : So leiden wir in der ge-\nschlechtlichen Liebe an der Wollust.\nDer Jünger: So ist es.\nDer Meister: Und in der Freundschaft.\nDer Jünger: In der Freundschaft leiden\nwir an unserer Verschiedenheit.\nDer Meister: Das hast du recht ge-\nsprochen.\nDer Jünger: Wir leiden.\nDer Meister: Können wir unsere Ver-\nschiedenheit ändern.\nDer Jünger: Wir können unsere Ver-\nschiedenheit ändern, indem wir uns in unse-\nrer gleichen Wesenheit als Menschen be-\ntrachten und als Mensch erkennen.\nDer Meister: Dadurch ändern wir\nunsere Verschiedenheit nicht, sondern ach-\nten unsere Verschiedenheit gleich nichts.\nUnd sind dann als Menschen gleich.\nDer Jünger: So meine ich es.\nDer Meister: Es ist also gleichgültig für\ndie Freundschaft, daß die Menschen als\nPersonen verschieden sind.\nDer Jünger: Es ist gleichgültig. Darin\nbesteht eben die Freundschaft, daß die\nLiebe wirkt trotz der Verschiedenheit der\nPersonen.\nDer Meister: Du bist sehr verschieden\nvon deinem Freund, der dich, wie du sagst,\nverlassen hat.\nDer Jünger: Wir haben als Personen\nviel Gemeinsames und viel Verschiedenes.\nDer Meister: Und als er etwas Ver-\nschiedenes sah, verließ er dich wie du\nsagst.\nDer Jünger: So ist es. Aber ich er-\nkenne jetzt schon, daß er mich nur seiner\nPerson nach verließ, und daß er mich sei-\nnem Wesen nach als Mensch nicht ver-\nlassen kann.\nDer Meister: Es ist also Irrtum über\nIrrtum zwischen euch. Du irrst, wenn du\nglaubst, dein Freund habe dich verlassen.\nDein Freund irrt, wenn er an deiner\nFreundschaft zweifelt, weil er eine Ver-\nschiedenheit zwischen dir und sich er-"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "90", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2064, "texte": "kannte. Und nun irrt ihr umher und wißt\nnicht, was ihr tun sollt.\nDer Jünger : Ja.\nDer Meister : Wolltest du deine Ver-\n- schiedenheit ändern.\nDer Jünger: Ja. Aber ich erkenne nun,\ndaß ich dadurch für die Freundschaft nichts\nerreiche. Denn die Liebe liebt trotz der\nVerschiedenheit. Und wäre Freundschaft\nauf das Gemeinsame unserer Personen,\nnicht auf Liebe begründet, so wäre die\nFreundschaft ein Irrtum. Aber das ist nicht\nmöglich, da die Liebe selbst ohne Irrtum\nist. Jede Unliebe ist Irrtum. Der Irrtum\nist möglich im Reich der Personen, aber er\nist unmöglich im Reich der Liebe. Im Reich\nder Personen sind wir verschieden. Aber\nhierdurch wird das Reich der Liebe nicht\nberührt. Da die Menschen als Menschen\nEins sind, ist es nicht anders möglich, als\ndaß sie sich lieben. Wenn das die Menschen\nals Personen erkennen und erleben, so er-\nleben sie die Freundschaft und erkennen\nihre Wesensgleichheit trotz verschiedener\nPerson. Denn unsere Personen können\nnicht Eins werden, nicht die Liebe der\nWesensgleichheit haben. Aber die Men-\nschen können durch die Liebe einander\nzum Erkennen helfen. Darin zeigt sich\nFreundschaft.\nDer Meister: Wie willst du nun helfen.\nDer Jünger: Indem ich nicht fordere,\ndaß mein Freund sich in seiner Person än-\ndert, wenn er auch zu mir in Hoffart und\nNeid und Geiz und Zorn ist. Und daß auch\nich mich nicht ändere, es sei denn, ich wäre\nin Hoffart und Neid und Geiz und Zorn.\nDer Meister: Das ist nicht genug. •\nDer Jünger: Indem ich die Verschie-\ndenheit seiner Person selbstverständlich\nund willig trage.\nDer Meister: Das ist nicht genug.\nDer Jünger: Indem ich ihn unablässig\nrufe in unserer Einheit.\nDer Meister: Das ist nicht genug.\nSchweigen mißversteht, obwohl er Gutes\nmit Bösem vergilt.\nDer Meister : Das ist nicht genug.\nDer Jünger: Indem ich warte.\nDer Meister: Das ist nicht genug.\nDer Jünger: Obwohl er mich verachtet.\nDer Meister : Das ist nicht genug.\nDer Jünger: Indem ich nicht ungeduldig\nwerde, auch wenn seine Person mir nicht\nwiederkehrt bis zum Tod.\nDer Meister: So hast du ihn nie ver-\nloren.\n\nLothar Schreyer"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-06-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-06_01#c006", "volume": "bmtnabg_1925-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", 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ein\nfrettete in Greifengriefen genug Nutzen\nnie genug\ngereizt negiert er neue Genien\nnietet nur Eigenzeug\nfuttert Efeu\nfing zu Unfug Freie ein\nreitet Feine runter runter\nzertritt Tiere in Ferien\nfeuert Gifte in Tinten\ntrietzt Tunten\nein netter Neunziger\nin Feierfernen tief entfuggert zur innigen\nTreue\nTritt trutzig eine Neue ein\nGenerette Frigitte zu Err\nreitet nur Tiger\nTigerin in Ritterriten\nzeigt Zeugen gern feine Ringfinger\nereifert Erri Fuggern zu neuen Nieten\nnennt nur einen Nenner\nnennt nur Erri\nerregt Unterirre zu Triezereien\nreitet Geziefer zu Fetzen\nrettet Ungeziefer\nfintet Freuen zu Eigennutz\nritzt Runen in Reize\nturniert ritterirr\nerntet Untergriffe\nfuttert Nieren\nfingert in Tiefen\nteuft in Feiertiefen entfuggert zur Urtiefe ein\nRettet Generetten frigitt\nnur frigitt zu retten\nNun tritt innig ein Reuer ein\nNerf Urn\nFetzer zu Fernen\nfeiger Ferger\nnie zur Eigentreue reif"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "91", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2396, "texte": "nie zugezurrt zur Gurtung innen\nnur zur Reine zugerungen\nunfrei zerrief er ein Geigen-Innen\nunreif zerriet er ein Innen-Gerufe\nnie fertig erinnert\nnie reinte er Regungen fertig\nnun reut er zur Reife -\nentu r n t ;\ner Grenzer entgrenzt\nNur. unfeig zu retten\nnur reffen\nnur fergefein nur\nNun reut eine Neue in Nennung\nNer r i n Zerzerre zu Zürnen in Geifen\nzerfetzt nur Nerfe Nerfe Nerfe\nfetzt nur Urne in Urnen\nreitet in Regierungen\nnennt Regungen: Reife\nnennt Erregungen: Tiefe\nzernuttet Freie\nfuttert Tiere\nfuttert Feine\nfuttert Urne\nrettet Treue nie zu Geigenufern\nfing Feuer\nFirnenfeuer\nreine Firnenfeuer\nfeigte in Engen\nging unter Enger\nging unter\nzerzerrte ein Firnnetz in engere Gerne\ngerinnt zu Eiter\neitert unfrei zur Reue\nfreut nie einen Geiger\ntiert gierig zurzeit zu Untieren unter\ngirrt Reize\ngiftet\nirrt\nNur in Geierfirnen zu retten\nnur in Fegefeuern zu entnutten\nfein zu entgieren in Freuen\nnie zu ertiefen\nzu untief zur Ferne\nzu nuttig zur Geige\nzu nuttig\nzu feig f§\nTritt ein Gerner ein\nein Gernefein\nein Firnfurz\nTeut Tezze in Nutzenur\nentnietet Unfreie zur Zeugung unfeiner Un-\nzeuge\nzernutzt Freie unter erzeugten Gittern\nfuttert nie Getier\nfuttert Zeuger Zeugen Nenner\nfreit nie eine feige Ziege\nzerzentnert eine gefreite Feine\nfingert Gift in Fugierungen\nzentnert Getue\nfuriert\nuzt gern Firner\ntut nur zu Eigennutz gut\ngreift gern in Genienetze ein\nzerrt ungeniert Geniegeigen unter Zentner-\ngriffe\ningeniert gern Futuren Trug\ntut treu\ntritt\nNur in Zentnertiefen zu erretten unter Teuf-\nfeuern\nnur in Fegefeuern zu entnieten\nnur nie nennen\nzu Zinn zentrieren\nFirnzinnen entziffern eine gute Retterin\nnur in Runen zu nennen\nE - Te\ntut nur Firnern innig gut\nreift unter Reinen nur\nreizt nie zu Eigengiften\nriet Rettung\nrief nie in Runen\nruinierte nur nie\ngrenzte nie ein Ufer in Gerinne\nreffte nie eine Neigung\nnein\nnie\nnur ein einzig Gitter grenzt in Tiefen\nNur e i n Gitter zu entfieren\ngerettet\nReinrennt Itten Furtgerner\nin Teilingen ruinierter Ingenieur\nirritiert neugierige Teute\ngirrt Ziffern zentrifug\nfegt unter Feuerzeugen\nrennt in Feuer rein\nruft: Innen eitert ein Untergurt\nein Zentner reitet innen gegen Gitter\ninnen friert ein Netz gute Tiere ein Feuer\nerfriert\nein Zinnzeiger tiftet fitter fein ein Zigeuner\ninnen integriert eine Eiterente eine Ziege zu\nRingfingern\nruft er\nNie zu retten in Firnen\nNun\nFenni Geinen freite in Territet einen\nGefreiten\neinen Reiter"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "92", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1115, "texte": "Energie\nFenni Energie\nGift zerfetzt Reiternieren\nFenni Geinen entreitet\nFenni Geinen freit in Tenerife einen neuen\nGefreiten\nGift zerfetzt innen einen neuen Gefreiten\nEnergiefenni entrinnt unergriffen\nin Trier freit Fenni einen neuen Gefreiten\nReiter\nGift\nFenni entreitet feurig\nerneut freit Fenni einen Reitergefreiten\nin Erfurt\nNierengift\nFenni entrinnt\nfreit in Genf einen Gefreiten\nGift zerfetzt einen neuen Reiter innen\nReiterin Geinen entrinnt unergriffen\nunergriffen\nnun intrigiert Fenni in Gent\nzergiftet einen genter Gefreiten\neinen Reiter\nentrinnt\nreitet\nreitet\nin Teningen freit Fenni Geinen einen gefreiten\nZureiter\nGift\nFenni entreitet unergriffen\nerneut unergriffen\nerneuert in Neitung-Regitten Giftereien\nzernierengiftet einen gefreiten Reiter\nentrinnt\nzergiftet in Nutzenur einen Rennreiter\nentrinnt\nreitet in Territet ein\nfreit einen gefreiten Rennreiter\nRitter Neun-Ein\nintrigiert\nRitter Neun-Ein retiriert\nFenni Geinen ergriffen in Territet\nFenni Geinen entgiftete neun Reiter\nnun zerfetzt Fenni nur Zinnreiter in freier\nZeit\neine feine Figur unter Irren\nNeue Runungen in einiger Zeit\n\nOtto Nebel"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-06-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-06_01#c010", "volume": "bmtnabg_1925-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "92", "page_fin": "94", "image_debut": 16, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.2.6", "titre_corps": "Offeriere freibleibend: Christus predigend M. 3.600", "titre_sommaire": "Offeriere freibleibend: Christus predigend M. 3.600", "signature_source": "Kurt Liebmann", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "92", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.16", "debut_caractere": 1117, "fin_caractere_exclue": 3215, "texte": "Offeriere freibleibend:\nChristus predigend M. 3.600\n\nVor tauben Ohren. Siehe, die Händler brül-\nlen in dem Bethaus und offerieren freiblei-\nbend. Außenminister Napoleon und Goethe,\nDirektoren die deutsche Volksseele. „An den\ngeistigen Adel deutschen Geblüts.\" Da läu-\nteten die Glocken Sturm. Und mit den Hän-\nden in der Tasche muß man kopfschüttelnd\nbeiseite stehen und dieses Räderwerk der\nWeltenschicksalsuhr folgerichtig ablaufen\nsehen. Man steht vor etwas Unfaßbarem und\nfragt sich: wie ist das nur möglich. Fragt\nsich: ja, wie ist das nur möglich. „Der Ras-\nsenmensch oder in 4 Wochen 15 Jahre jün-\nger.*4 Max Rau. Buchversandabteilung Ham-\nburg 5, Lübecker Str. 5. „Euer Hochwohlge-\nboren offeriere freibleibend: Rarissima!\nRembrandt von Rijn: Christus predigend\nM. 3 600.—;\" Karl Gerlinghaus, Planegg 640\nb. München, Kunstverlag. Und Fritz Strich\nProfessor: „Jedenfalls auch der Expressio-\nnismus ist am Ende.\" Amende Sie. Durch-\ngreifende Aenderung in der jetzigen Welt-\nkonstellation. Da läuteten die Glocken\nSturm. Große Ereignisse werden noch in\ndiesem Jahre bevorstehen. Freibleibende\nZerstampfung der Ritter des blauen Dunstes\ndurch Entseelungsmaschinen. Entfettungs-\nkur ist praktischer Idealismus. Durchpeit-\nschung der Tintenkapitäne. Ich offeriere frei-\nbleibend. Die Banknotenpresse. Das Buch\ndes Erfolgsmenschen. Und der Sturm läutet.\nDer Sturm. Aber die Tinter trüben Schwafel.\nSchwefel zum Teufel! „Die deutsche Volks-\nseele zu retten.\" Diese Fledderer. Ent-\nsteller der Schrift. Dichter und Denker. Ge-\nlichter und Stänker. Sielt sich in der Unter-\nhaltungs-Rindschau: „Nehmen Sie irgend ein\nBlatt der Gesellen des Sturm zur Handf\nSchlagen Sie irgendeine Seite auf ! Legen\nSie Ihren Finger des Zeigs auf irgendein Ge-\ndichtetes, —so wie ich jetzt! Was ist das?\nEine Neun-Runen-Fuge von Otto Nebel, die\nerste Fuge zu nebeln anhebend.\" (Rind-\nschau Der Tag Friedrich Hussong.) Laß das\nRind den Tag rundschauen. Du schaust das\nEwige, Otto Nebel. Aber sie wissen nicht,\nwas sie tun.\n„Da läuteten die Glocken Sturm. Das natio-\nnale Erwachen in der glorreichen Zeit von\n1927—1928.\""}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 269, "texte": "Aber der Sturm läutet in der Ewigkeit. Und\naus der Hölle zerbrüllt eine Stimme die\nFratzen der glorreichen Zeit:\n„Offeriere freibleibend. Rembranüt von\nRijn: Christus vertreibt die Händler aus\ndem Tempel (B. 69). Hervorragendes\nBlatt im 1. 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Die Wiener Klassiker sind\nauch sonst ziemlich bekannt geworden, sie\nheißen Häydn, Schubert und Beethoven. Die\nsüße Frucht wurde von verschiedenen Her-\nren geritten: „Felix Weingartner ergriff mit\nseinem jungen Musikempfinden die Zügel und\nhält sie mit den Unterbrechungen fest, zu\ndenen ihn internationale Verpflichtungen ent-\nführen.\" Warum soll man schließlich nicht\netwas mit Unterbrechungen festhalten, wenn\neinen Verpflichtungen entführen. Das ist eben\ndie Wiener Leichtigkeit.\nErich Kleiber, der Berliner Dirigent, ließ zu-\nnächst die Zügel schießen, um das Orchester\nklassisch zu machen. Eine Maschine, die alle\nTöne nach Noten von sich gibt. Syrup. Ohne\nHeiterkeit. Haydn, ein Chorkonzert von\nOberlehrern. Sehr seriös. Fachmusiker nen-\nnen es Stilgefühl. Die alten Musikfreunde,\nund Musikfreunde sind immer alt, können mit\ndem Kopf im Tempo wackeln. Hierauf wird\nder Tradition ein zweites Opfer gebracht und\ndie H-Moll-Symphonie von Schubert, über-\ntragen für die Ausbildungsklassen des Kon-\nservatoriums, Ausgabe für Klavier zu vier\nHänden, gespielt. Diese einzige Symphonie\ndes zitternden, zagenden Lebens, deren\nKlänge aus Wesenlosem Gewesenes zu We-\nsen gestalten.\nNach der Pause entschließt sich Erich Klei-\nber zu dirigieren. Beethoven, Siebente\nSymphonie. Jedenfalls ist ein aufgeklärter\nDespot wirkungsvoller als eine unerklärbare\nTradition. Der Wiener Klassiker Beethoven\nstellt doch nicht eine so süße Frucht dieses\nBodens dar, aus dem das Wiener Orchester\ngesäugt sein soll. Die Maschine wird be-\nwogen, sich zu bewegen. Die Musikfreunde\nwerden nervös. Beethoven, unser aller Klas-\nsiker, wendet Tanzrhythmen an, sogar Syn-\nkopen, von denen man glaubte, daß sie uns\nerst durch diese verfluchte Jazzmusik nach\nEuropa gebracht seien. Beethoven bringt\nTöne zusammen, die den Musikfreunden we-\nnigstens nicht zusammenpassen. Wenn Beet-\nhoven wirklich gespielt wird, und das tut\nKleiber, kommen die Beethovenfreunde aus\ndem Musikhäuschen. Nichts mehr vor-\nhanden für das Eigenheim. Kein Mondschein\nund kein Pathos. Beethoven richtet sich\nnicht einmal nach der Theorie, die man aus\nihm erfunden hat. Auch Musik muß dressiert\nwerden, wenn sie lieblich im Gemüte klingen\nsoll. Auch Beethoven kann frisiert werden.\nDie Musik Beethovens ist aber keine klas-\nsische Stilübung. Sie ist Hörbarmachung und\nGestaltung unzubändigender Elemente. Ein-\nfach unmittelbares Leben. Unmittelbar ein-\nfaches Leben. Das Orchester braucht die\nZügel, um für das Ungezügelte freigemacht\nzu werden. Es muß aus seiner Bahn ge-\nrissen werden, auf der es im Kreise tänzelt,\nda es nicht tanzen kann. Kleiber hat die\nkünstlerische Tat getan, die Musik Beet-\nhovens vom Musikalischen zu befreien."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-06-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-06_01#c013", "volume": "bmtnabg_1925-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "94", "page_fin": "96", "image_debut": 18, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.2.8", "titre_corps": "Etüden", "titre_sommaire": "Etüden", "signature_source": "Leben ; Leben lassen ; Töten ; Tote begraben", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 18, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.18", "debut_caractere": 3524, "fin_caractere_exclue": 4101, "texte": "Etüden\nLeben und Leben lassen\nTöten und Tote begraben\nLandschaft\nEs ist ein schöner Nachmittag das Laub ist\nso voll wir haben noch Spätsommer bald\nwird es welken und die Linden blühen nicht\nmehr in den Alleen liegt gelbes Laub die\nFremden sind fort Sonntags ist die Stille die\nVögel singen auch nicht sie sind tot jetzt\nspielt eine Zither im Garten er liegt in einem\nalten Schloß auf drei Seiten sind Gebäude\nnach Süden schließt eine Mauer unten liegt\nder See der Abhang ist steil und hoch die\nSegel sehen aus wie Fontänen die Gebäude\nhaben eine rote Farbe die Fenster sind mit"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.19", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2877, "texte": "weißem Sandstein umrandet über den Türen\nhängen zerstoßene Engel und auf der Nord-\nwand eine Sonnenuhr ein Mann geht zu-\nweilen im Gebüsch auf dem Grase blühen\nSonnenrosen und Stockblumen alles verwil-\n/\ndert dann wird es später und später Mittags\nkommt auch das preußische Dorf ringsum ist\neine große Ebene mit reifem Korn von ferne\nsieht man die Türme bald ist alles dunkel-\ngrün schwarz die Ranken schlagen über\nDächer und Mauern die Vögel singen nicht\nund der Himmel hört auf im Torhaus öffnet\nsich ein Bogen es wird eine Hecke sichtbar\nund hinter der Hecke sind plötzlich blinde\ngewölbte Fenster und in den Fenstern ein\nSteinmann und die Zimmer rot schwarz im\nHofe stehen Tische die Sonne liegt grell auf\nden Steinfliesen ein Brunnen vertrocknet um\nzwölf Uhr kommt der Bürgermeister mit\nregelmäßigen Löchern kleben die Häusor\nrechts und auf dem Platz das Rathaus sehr\nhoch und nebenan die Kirche beide romanisch\ndas eine Portal hat zwölf Propheten ' und\nsitzende Riesen mit hohlen Augen und Bart\nAuf dem andern Portal steht der Erzengel\nMichael mit einem Schwert auch er Riese die\nSonne ist wieder sehr grell das schwarze\nLaub trieft auf die Straße das Rathaus\nschneeweiß plötzlich tut eine Uhr zwölf\nSchläge von dem Rathaus erheben sich die\nRiesen und Propheten und schreiten wild\nüber den Platz ganz aus Stein sie gehen in\ndas Torhaus und da ist der Bürgermeister.\nDer Frühling kommt\n1\nIch wünsche dem Pflanzenwuchs Verbreitung\n2\nWir besichtigen nachsichtig lächelnd die Roh-\nprodukte des Todes\nWas heißt hier Produktivität!\nUm diese Zeit\nerblüht schon die rote (männliche) Hasel-\nblüte.\nIm Böhmerwald\nDie alten Geigen\nDas Vergängliche altert\nKomm herab o, Madonna Theresa.\nMatou rouge (Visite)\n1\nMich ließen die Drosseln nicht schlafen\nSeit es Mai wird dieser entsetzliche Vogel-\nlärm !\n2\nInzwischen hat sich Ihr Haar versilbert\n3\nSie weinen? Sie wohnen in Glas?\nSie gebrauchen Essenzen.\nChanson d'amour\nWer\nWie\nWo\nDu\nIch\nBist\nBin\nFabeln a b\na.\nEs waren 1 mal 1 Pferd 1 Katze und 1 Hund\nDer Hund nagte an seinem Knochen\nDie Katze an ihren Pfoten\nUnd das Pferd an den Resten der Mahlzeit\nWer zuletztkommt mahlt zuletzt\nEs fiel ein Reif in der Frühlingsnacht\nDer Hund starb an seinem Knochen\nDie Katze an ihren Pfoten\nUnd das Pferd an den Resten der Mahlzeit\nWerzuletztkommtmahltzuletzt\nb.\nEs waren 3 Zigeuner\nDie lobten Gott und pokulierten und ver-\nkauften ihr letztes Hemd\nAls sie kein Hemd mehr hatten\nverließen die Ratten das sin-\nkende Schiff.\nB-Such\nA. Kühles Wetter heute!\nB. Kühles Wetter heute\nA. Kommen spät Sie .\nB. Komme spät ja\nA. Es ist schon spät!\nB. Es wird schon kalt\nA. Ich werde Sie kalt stellen\nB. Sind Sie erkältet?\nPause.\nA. Was geben Sie sonst an?\nB. Angeber!\nA. Ich frage was fangen Sie sonst an!\nB. Anfänger !\nA. Ich frage was unternehmen Sie sonst\nheute?\nB. Unternehmer Uebernehmer Uebelnehmer\nc'est la vie\nUnternehmer Uebernehmer Uebelnehmer —"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.20", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2041, "texte": "Verlangen Sie die laufend erscheinende No-\nvitätenliste.\nPause. 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JAHR\nWochenschrift fUr Politik, Kunst, Wirtschaft\nHerausgeber: Siegfried Jaccbsohn\n••\n33\n.\n■112 >-\n-\n'iM\nMonatlich 2 Mark — Einzelnummer 5G Pfennige\nVierteljahrlich 9 Mark - Probenummer kostenfrei\n*.\ni''\nR T\nB\nE\nI L E\nDie Zukunf t. Eine dar am wurdigsten redigierten\nZeitschriften, die wir besitzen. Ein Golfstrom: Lebendig-\nkeit, Warme, Geistigkeit, Kampf, Witz, Seele geht von\nihr aus.\nBerliner Volkszeitung. Eine ebenso schnei-\ndige wle gediegende Wochenschrift.\nNeue Berliner Zeitung. Die mutigste und\nbestgeschriebene Wochenschrift Deutschlands.\nMagdeburgische Zeitung. Eine Zeitschrift,\ndie grade durch ihre energische Stellungnahme zum\nNachdenken reizt.\nFrankfurter Zeitung. Mit dieser Zeitschrift\nist keine Verwandiung, sondern wirklich eine Entwickluug\ngeschehen. Aus der Kritik der Schaubiihne ist organisch\ndie Kritik der Weltbuhne erwachsen. In den Stiirmen\nder Revolution scheint sie sich erst recht kraftvoll zu\nentfalten.\n• Prager Tageblatt. Das ausgezeichnete Berliner\nTheaterblatt hat sich zur ersten politischen Zeitschrift\nDeutschlands entwickelt,\nDas Buc h. Die ~Weltbuhne\" kann man neidlos\nals die beste Deutsche Zeitschrift bezeichnen.\nDer Tag (Wien). Der „Weltbiihne\" mufi man zu-\nbilligen, dafi sie von Jahr zu Jahr besser wird und heute\neine Hohe erreicht hat, die uniibertrefflich erscheint. Sie\nist die Wochenschrift, die allein heute iiber das politische\nund wirtschaftliche Geschehen in Deutschland mit Auf-\nrichtigkeit und Mut orientiert. Sie zahlt die besten Kopfe\nDeutschlands zu ihren Mitarbeitern. Witz und Humor\nsind in ihr zu Hause. Aber sie iiberwuchern nicht, denn\ndazu ist die Zeit, deren Spiegel diese Zeitschrift ist, zu\nerost. Wer eins dieser roten Hefte in die Hand nimmt,\nkann sicher sein, keine Zeile darin zu finden, die nicht\nauch ihn anginge und fur ihn wichtig ware. Es gibt\nkaum irgend etwas, was grofieres Vergniigen bereitet\nals das Erscheinen einer neuen Nummer der „ WeltbuhneI'.\nDer Zwiebelfisch. Nicht oft genug kann ich\nmeinen Lesern die nWeltbuhne\" ans Herz legen. Be-\nstellt lieber den ab, als dafi Ihr auf sie\nverzichtet. An Geist, Gesinnung, Urteilscharfe und\nPflege einer klareu und edlen Ausdrucksform hat sie\nnicht ihresgleichen.\nKarlruher Zeitung. 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Bloch\nPre is pro Quartal 2,25 M. Einzelheft 75 Pf,\nDie Sozialistischen Monatshefte sind stets bestrebt\ndie Stellung, die sie sich in unserm offentlichen Leben er-\nrungen haben, durch ibre gewohnten Darbietungen, die\ndie Hktualitat des Tages in die Sphare wissenschaft-\nlicher Vertiefung zu rucken suchen, und durch standige\nErweiterung ibres Inhalts zu behaupten und zu befestigen.\nDie Sozialistischen Monatshefte sind die einzige deut-\nsche Zeitscbrift, die eine systematiscb gegliederte Rund-\nschau iiber offentliches Leben, Wissenschaft, Kunst und\nKultur bringt. Einem jeden wird dadurch eine fort-\nlaufende Orientierung iiber die einzelnen Gebiete ermog-\nlicht. Die einzelnen Rubriken (30 an der Zahl) werden\nvon Fachleuten bearbeitet.\nProbehefte stehen auf Verlangen kostenfrei zur Ver-\nfiigung. Dem unterzeichneten Verlag ist die Mitteilung\nvon Ad res sen willkommen, an die die Zusendung von\nProbeheften ratlich erscheint*\nVerlag der Sozialistischen Monatshefte c. mm, Berlin W 35"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-06-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-06_01#c018", "volume": "bmtnabg_1925-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[97]", "page_fin": "[97]", "image_debut": 21, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 21, "page_imprimee": "[97]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.21", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 230, "texte": "VERLAG „DER STURM\" / BERLIN W 9\nHerwarth Walden:\nEinblidt in Kunft\nDie beste Einfiihrung in den\nExpressionismus, Kubismus u. a.\n70 Abbildungen / 4 farbige Ktinstbeilagen\nLadenpreis Halbleinen gebunden M. 6,50\nF O N F T E AUFL AG E"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-06-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-06_01#c019", "volume": "bmtnabg_1925-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[97]", "page_fin": "[97]", "image_debut": 21, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 21, "page_imprimee": "[97]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.21", "debut_caractere": 232, "fin_caractere_exclue": 544, "texte": "Kunstausstellung Der Sturm\nBerlin W 9 / Potsdamer Strasse 134 a'•\nJuni 1925\n10\nN\nWebereien der Werk- a\nstatt Hablik-Llndemann\nJuli 1925\n4»\n(fl\n3\nSturm'Gesamtscliau ®\nWiederhold <r\nI 3\n° o\n£ w\nc -p\n(O P\nX (O\n\\ wo\no\nCD\no ■\nQ. 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Berlin IV\nGegrundet 1854\n-: - firunewaldsfrafie IMS\nHofspediteure S. M. des Konigs von Spanien Gegriindet 1854\nSped it ion unci Mobeltransporte, Verpackung und Lagevung\nvon Gemolden und Runstgegenstanden jeder Art\nLieferung und Empfang nach und von alien Kunst~\nausffeiiungen des In~ und JJuslandes. Transportver-\nlicherungen aller Art.\nSpediteure des Wirtschaftlichen Verbandes Bildender Kiinstler / der Freien Secession\ndes Verbandes Deutscher Jllustratoren und Hausspediteure des ~Sturm\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-06-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-06_01#c023", "volume": "bmtnabg_1925-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[98]", "page_fin": "[98]", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "[98]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.22", "debut_caractere": 277, "fin_caractere_exclue": 2566, "texte": "Die Sammlung „Junge Kunst\"\nhat mehr zum VerstSndnis und zur Verbreitung der werthaften\ngegenwartigen Malerei getan, als die Bildbuchpublikationen\naller andern Verleger insgesamt\nHans Franck in der „Thuringer Allgemeinen Zeitung\":\nJeder Band dieser langst in Hunderttausenden von Exemplaren verbreiteten Sammlung hat\nein farbiges Titelbild, 32 ganzseitige Tafeln und enthalt im Textteil neben der Einfiihrung\neirie Selbstbiographie des Kunstlers. Format B°.\n8 Bandchen als „Bibliothek der /ungen Kunst\" in\nPreis in Halbleinen M. 2.50. Je\neinem Bande Haibleinen M. 20.-^.\n.i.\niiK.V\n' W -\nWW\n&\nI. Reihe:\nPechstein, Modersohn, Hoetger,\nMeidner, Klein, Heckendorf,\nGrofimann, Krayn\nIV. Reihe:\nvan Gogh?(Doppelbd.),Rousseau,\nSchelfhout, Nauen, Cezanne,\nKisling, Macke\nBisher erschienen:\n11. Reihe:\nJaeckei, Scharff, de Vlaminck,\nMorgner, Klee, Eberz, Derain,\nSchmidt-Rottluff\nV. Reihe:\nCoubine, Rohlfs, Chagall,\nGauguin, Schrimpf, Smet,\nSchmidt, Archipenko\nDie Sammlung wird fortgesetzt.\nvHi 1\n111- Reihe:\nCampendonk, Roeder, Moll,\nUhden, Grosz, Laurencin,\nQnold, Waske\nVT Reihe ;\nDix, Kandinsky, Pellegrini,\nKubin, Gotsch, Matisse,\nFeininger, Hofer\nvon\nHerausgegeben\nProfessor Dr. Georg Biermann\nJahrbuch der jungen Kunst 1924.\n4°. Mit 56 Beitragen auf etwa 540 Seiten und ca. 500 Abbildungen auf Tafeln und Text, 2 farbigen Tafeln, 3 Originallithographien\nvon Dix, Marchand, Laboureur, qiner farbigen Originallithographie von Crodel und einem Holzschnitt von Masereel. Halbleinen\nM, 36.—. num. Vorzugsausgabe von 100 Exemplaren in Halbleder mit Beigabe einer Lithographie, handsigniert, von Coubine M. 50.—.\nWilhelm Schmidtbonn schrieb im „Tagebuchw: „Mit ungewohnlicher Tatkraft und Blickscharfe ist der Band zu\nscben Ganzen zusammengestellt. Er wirkt ungewollt als Manifestation westlicher Kunst, als Lebensruf Europas. Eine\nLeistung, auf die Deutschland stolz sein darf.\"\nDer „Kunstwartu urteilt: „. . . fiberall pulst Leben, tritt eigene Anschauung unbekummert ftervor. Ein überreiches, verdienst*\nvoiles, auch durch das Bildmaterial packendes Sammelwerk. Ich kenoe kein zwcites, das so vom Leben der Gegenwart strotzt\nund es so ohne Lehrhaftigkeit allem Empfanglichen nahebringen kann. Wir wollen es mit allem Nachdruck\nuneingeschrankt empfehlen.\"\nKlinkhardt & Biermann - Verlag - Leipzig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-06-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-06_01#c024", "volume": "bmtnabg_1925-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[98]", "page_fin": "[98]", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.2.19", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "[98]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.22", "debut_caractere": 2568, "fin_caractere_exclue": 2875, "texte": "Melos I\ni\nZeitschrift fur JYlusik\nErsdjeint z. Z. im 4. Jahrgong\nJYlifarbeiten des la u fen den Jahngangs:\nF. Busoni, Egon Wellesz,\nFritz J ode, Heinz F/iesen,\nPh. Jarnach, Prof. u. Hornbostel,\nProf. H. Springer, Max Sleuogt,\nProf. Kurt Sachs, Ernst Kurth\nund viele andene.\nSchriftleitung: Dr Hons Mersmcinn"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-06-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-06_01#c025", "volume": "bmtnabg_1925-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[98]", "page_fin": "[98]", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "[98]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.22", "debut_caractere": 2877, "fin_caractere_exclue": 3052, "texte": "Pre is des Einzelhefies 1,— JYI.\nJahnesabonnement (12 Hefte) 10,— JYI.\nProbenummer gratis uom Perlag\nMJELOS- VJE JEt LA G G. M. B. If.\nBerlin Friedenau / Stubenrauchsfrasse 40"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1925-06-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1925-06_01#c026", "volume": "bmtnabg_1925-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[98]", "page_fin": "[98]", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "[98]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.22", "debut_caractere": 3054, "fin_caractere_exclue": 4386, "texte": "Aufgehoben wurde die Beschlagnahme von\nFaraulip\nLiebestegenden aus der Sttdsee\nGesammelt von Paul Hambruch\nMit 32 mehrfarbigen Originallithographien und einem\nachtfarbigen Umschlag\nvon Georg Alexander Mathey\nIn fariigem Pappband mit Soil t'zkarton in Aitgold M. 14\n50 Exemp|are in Gianzseide, sign. M.45,—,\n~Faraulip\", jene Liebeslegenden aus der Slidsee\nsind Phantasien eines primitiven Volkes iiber Mann\nund Weib und Gott, der sie geachaffen, daß sie sich\nvereinen und freudig fortpflanzen. Hier wird die\nBegebenheit zur elernentaren Entdeckung des Ein-\nzelnen und die Stimme der Lust zum gottlichen\nRuf. „Faraulip\" sei alien empfohlen, die Erotik ohne\nVerhiillung in der ganzen Nacktheit ihrer heiligen\nSendung erkennen wollen.\nBerliner lageblatt\nDiese Legenden sind neben dem Buch vom Tee,\ndas er fiir den lnselverlag zeichnete, Matheys\nschonstes Buch.\nFranz Blei\nDie Tragik der modernen Malerei\nzeigt sich in\nEMIL SZITTYA\nMALERSCHICKSALE\n14 Po trats mit 8 Bilderbeigaben\nKaschiert M.375. 20 Exemplare a. Biitten in Halbpergament M. 15,—\nDargeslellte : van Gogh — Henri Rosseau — TV. Dressier\nDix — Wmbel — Br. Wagner — Bavringhausen\nLaurencin — OK. Borislawkafa — Chagall—Kokoschka\nBelaunay — R. C. Andersen — Berain\n„Das sind die besten Kunstessays unserer Zeit\"\nPaul Hatuany\nJohannes Asmus Verlag\nHamburg 1. Hermannstrasse 20"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.1", "texte": "DER STURM\nMONATSCHRIFT\n/ HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\n16. JAHRGANG\nBERLIN / JUNI 1925\n6. HEFT\n\nHans Mattis Teutsch: Linoleumschnitt /Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[80]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.2", "texte": "Verlag der Weltbuhne / Charlottenbu rg /\nDIE WELTBD\nDER SCHAUBOHNE XXI. JAHR\nWochenschrift fUr Politik, Kunst, Wirtschaft\nHerausgeber: Siegfried Jaccbsohn\n••\n33\n.\n■112 >-\n-\n'iM\nMonatlich 2 Mark — Einzelnummer 5G Pfennige\nVierteljahrlich 9 Mark - Probenummer kostenfrei\n*.\ni''\nR T\nB\nE\nI L E\nDie Zukunf t. Eine dar am wurdigsten redigierten\nZeitschriften, die wir besitzen. Ein Golfstrom: Lebendig-\nkeit, Warme, Geistigkeit, Kampf, Witz, Seele geht von\nihr aus.\nBerliner Volkszeitung. Eine ebenso schnei-\ndige wle gediegende Wochenschrift.\nNeue Berliner Zeitung. Die mutigste und\nbestgeschriebene Wochenschrift Deutschlands.\nMagdeburgische Zeitung. Eine Zeitschrift,\ndie grade durch ihre energische Stellungnahme zum\nNachdenken reizt.\nFrankfurter Zeitung. Mit dieser Zeitschrift\nist keine Verwandiung, sondern wirklich eine Entwickluug\ngeschehen. Aus der Kritik der Schaubiihne ist organisch\ndie Kritik der Weltbuhne erwachsen. In den Stiirmen\nder Revolution scheint sie sich erst recht kraftvoll zu\nentfalten.\n• Prager Tageblatt. Das ausgezeichnete Berliner\nTheaterblatt hat sich zur ersten politischen Zeitschrift\nDeutschlands entwickelt,\nDas Buc h. Die ~Weltbuhne\" kann man neidlos\nals die beste Deutsche Zeitschrift bezeichnen.\nDer Tag (Wien). Der „Weltbiihne\" mufi man zu-\nbilligen, dafi sie von Jahr zu Jahr besser wird und heute\neine Hohe erreicht hat, die uniibertrefflich erscheint. Sie\nist die Wochenschrift, die allein heute iiber das politische\nund wirtschaftliche Geschehen in Deutschland mit Auf-\nrichtigkeit und Mut orientiert. Sie zahlt die besten Kopfe\nDeutschlands zu ihren Mitarbeitern. Witz und Humor\nsind in ihr zu Hause. Aber sie iiberwuchern nicht, denn\ndazu ist die Zeit, deren Spiegel diese Zeitschrift ist, zu\nerost. Wer eins dieser roten Hefte in die Hand nimmt,\nkann sicher sein, keine Zeile darin zu finden, die nicht\nauch ihn anginge und fur ihn wichtig ware. Es gibt\nkaum irgend etwas, was grofieres Vergniigen bereitet\nals das Erscheinen einer neuen Nummer der „ WeltbuhneI'.\nDer Zwiebelfisch. Nicht oft genug kann ich\nmeinen Lesern die nWeltbuhne\" ans Herz legen. Be-\nstellt lieber den ab, als dafi Ihr auf sie\nverzichtet. An Geist, Gesinnung, Urteilscharfe und\nPflege einer klareu und edlen Ausdrucksform hat sie\nnicht ihresgleichen.\nKarlruher Zeitung. Eine ganz hervorragend\nredigierte, wahrhaft zeitgemafie, bis in die letzte Zeile\ninteressante Wochenschrift*\nVerlag der Weltbflhne/C ha rlottenburg / Konigsweg 33\n\nK\nDie\nLichtkampfbucher\niiber\nmannliche Korperkultur\nlllllllllllllllllllllllllllllillllllllllip\nLotte Herrlich\nROLF\nEin Lied vom Werden in 30 Natur-Akt-Aufnahmen\nmit begleitenden Worten von\nMagnus Weidemann\n30 Bildcr und Text auf insgesamt 80 Seiten erstklassigen Matt-\nkunstdruckpapiers, in kiinstlerischem Doppeltondruck hergestellt in\nder Kunstanstalt A. Bagel, Dusseldorf, Einband aus Biittenkarton.\nPreis 5 R.-W\nB r u.n o Wie hr\nDer mannliche Korper\nin Linien und Licht\n30 Naturaufnahmen jungmannlicher auf insgesamt\n94 Seiten besten Kunstdruckpapieres. Druck der Landsknechtpresse.\nEinband Halb einen. Preis 13,50 R.-M-\nLichtkampf-Verlag Hanns Altermann\nzu Ketivvig an der Ruhr\n\nVerlangen Sie, bitte, ein Probeheft!\nZum Verstandnis des modernen kulturellen\nund politischen Lebens unentbehrlich ist die\nLekture der\nSozialistische Monafshefte\nHerausgeber Dr. J. Bloch\nPre is pro Quartal 2,25 M. Einzelheft 75 Pf,\nDie Sozialistischen Monatshefte sind stets bestrebt\ndie Stellung, die sie sich in unserm offentlichen Leben er-\nrungen haben, durch ibre gewohnten Darbietungen, die\ndie Hktualitat des Tages in die Sphare wissenschaft-\nlicher Vertiefung zu rucken suchen, und durch standige\nErweiterung ibres Inhalts zu behaupten und zu befestigen.\nDie Sozialistischen Monatshefte sind die einzige deut-\nsche Zeitscbrift, die eine systematiscb gegliederte Rund-\nschau iiber offentliches Leben, Wissenschaft, Kunst und\nKultur bringt. Einem jeden wird dadurch eine fort-\nlaufende Orientierung iiber die einzelnen Gebiete ermog-\nlicht. Die einzelnen Rubriken (30 an der Zahl) werden\nvon Fachleuten bearbeitet.\nProbehefte stehen auf Verlangen kostenfrei zur Ver-\nfiigung. Dem unterzeichneten Verlag ist die Mitteilung\nvon Ad res sen willkommen, an die die Zusendung von\nProbeheften ratlich erscheint*\nVerlag der Sozialistischen Monatshefte c. mm, Berlin W 35"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.3", "texte": "DER STURM\nMONATSCHRIFT/HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\n\nNachlesewerte\n\nDer Klassikerschlag\nThomas Mann, ein nicht übermäßig unter-\nhaltsamer Unterhaltungsschriftsteller, ist\nfünfzig Jahre alt geworden. Das macht viel\nvon ihm und von sich reden: „Der Wiener\nJournalisten- und Schriftstellerverein Con-\ncordia überreichte dem Dichter (damit ist\nThomas Mann gemeint) einen mächtigen Lor-\nbeerkranz mit einer Widmung der Concordia.\nThomas Mann dankte gerührt für die Ehrung\nund betonte seinerseits die Liebe zu Wien\nund zur liebenswürdigen Wienerischen Gei-\nstigkeit\". Unsererseits wäre nur noch die\nGeistigkeit dieses Mannes zu unterstreichen.\nConcordia soll ihr Name sein.\nAns Vaterland ans teure schließ die\nFäden an\nDer Verlag K. F. Koehler teilt mit: „Durch\ndie Uebersiedlung in die Reichshauptstadt\nbringen wir zum Ausdruck, unsere Arbeit\nfortan dort leisten zu wollen, wo . . . heute\nalle Fäden des politischen Lebens zu-\nsammenstrebe n.\" Und in weiterer\nVerwicklung von Kunstwerken und Kunst-\nwirkerei fordert der. strebende Verlag die\nstrebigen Schriftsteller zum Bücherkauf her-\naus: „Wir bitten auch Sie, unserem weiteren\nSchaffen Ihr uns wertvolles Interesse ent-\ngegenzubringen.\"\nDer Altbackenklassiker über den\nNeubacken klassiker\nAus den Glückwunschversen von Ludwig\nFulda an Thomas Mann:\nVergangenem gerecht und das Künftige\nklärend\nDas Maß und die Form als Gestirne ver-\nehrend\nSo mögest auch für d e r Du lehren und\nleiten\nAls Mentor der Deutschen am Kreuzweg der\nZeiten.\nWenns dort auch zieht, dahin laßt euch Men-\ntoren fürder ziehn.\nNun wird es Landtag\nDie Staatsoper hat einen Strawinsky-Abend\nveranstaltet, „statt die Ansprüche des all-\ngemeinen kunstliebenden Publikums zu be-\nfriedigen\". Sein Name ist Dr. Leopold\nSchmidt, seit neunundneunzig Jahren Musik-\nkritiker von Beruf. Das Schmidt-Publikum\n„weiß sich weit davon entfernt, ein prin-\nzipieller Gegner der neuen Musik zu sein\".\nHerr Schmidt weiß nämlich, daß er in einer\nunproduktiven Zeit lebt, die, weit davon\nentfernt, trotzdem die neue Musik anregen\nwird: „Ich erkenne in ihr Anregungen,\ndie spätere Meister in einer glücklicheren\nproduktiveren Zeit vielleicht verwerten\nwerden.\" Die zehn Prozent Aufwertung aus\ndem Nichts, werden die späteren Meister\nzwar nicht glücklich, aber zu Meistern ma-\nchen. „Mit frecher Verhöhnung der Zuhörer\naber, mit Ausnutzung der in dem allgemeinen\nWirrwarr zunehmenden Urteilslosigkeit ist es\nnicht getan.\" Nichts liegt der Kunst ferner,\nals die Urteilslosigkeit des Herrn Dr.\nSchmidt auszunutzen. Sie soll ihm nur\nmit Zinsen heimgezahlt werden, selbstver-\nständlich auf Goldbasis. „ . . . Urteilslosig-\nkeit ist es nicht getan. Darin weiß ich mich\neins mit allen wirklichen Musikern.\" Warum\nsollen auch wirkliche Musiker nicht an Ur-\nteilslosigkeit teilnehmen? Zu ihnen rechnet\nHerrn Dr. Schmidt zum Beispiel Herrn Bruno\nWalter. Für Herrn Walter haben verschiede-\nne Doktoren der Musik Meinung. Herr Walter\nhat nämlich in London erklärt, daß es mit der\nJazzmusik zu Ende sei. Er hätte nie ver-\nstanden, wie musikalische Menschen dafür\nsein könnten. Es bleibt also nur noch die\nFrage der Verantwortung, „Wer trägt die\nVerantwortung?\" Nämlich für die fragliche\nKunstrichtung. Herr Dr. Schmidt in Ver-\ntretung der Sonne bringt es zwar nicht an den"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.4", "texte": "Tag, aber an den Landtag. „Bei dem Ernst\nder Sache, der längeres Schweigen nicht\nmehr duldet, wäre es wohl an der Zeit, in\naller Oeffentlichkeit, vielleicht auch im Land-\ntag, einmal festzustellen, wer die treibenden\nKräfte sind, die sie dahin gebracht haben, daß\ndie Berliner Staatsoper mit Varietebühnen\nkonkurriert und sich den Wünschen einer\nterrorisierenden Sonderrichtung fügt, statt\ndie Ansprüche des allgemeinen kunstlieben-\nden Publikums zu befriedigen.\" Herr Dr.\nSchmidt fühlt seine Krone wanken und wen-\ndet sich ergebenst an den demokratischen\nLandtag. Er soll ihm helfen, seine terrorisie-\nrende Stellung zu behalten, damit sich keine\nkunstliebende Sonderrichtung für sein Geld\nin die Staatsoper einschleicht. Die Sache\nwird ernst. Am Ende könnte man das längere\nReden des Herrn Dr. Schmidt nicht mehr\ndulden. Wer mögen die treibenden Kräfte\nsein: „schwerlich Herr Kleiber allein, ob-\ngleich er sich scheinbar mit Inbrunst für die\nDinge einsetzte und offenbar kein Gefühl da-\nfür hat, wie er damit den Glauben an sein\neigenes Musikertum gefährdet\". Wie konnte\nHerr Kleiber nicht ahnen, daß er den Glauben\ndes Dr. Schmidt verlieren würde, der schein-\nbar mit Inbrunst auf seiner Stellung sitzt.\nAlso wer treibt? Ists Preußenland? Ists\nSchwabenland? „Was den Intendanten Max\nvon Schillings betrifft, halte ich für ausge-\nschlossen, daß er mit der fraglichen Kunst-\nrichtung sympathisieren würde. Wer also\ndann?\" Ich will es dem Landtag verraten:\nder Ernst der Sache und der Ernst der pro-\nduktiven Zeit sind die treibenden Kräfte, die\nsogar terrorisierende Fachkritiker beiseite\nwerfen.\nEntschuldigung für Qualität in\nDeutschland\nAus einem Bericht der Tagespresse über die\nWarnemünder Fähre:\nDie Verpflegung ist, wohl mit Rück-\nsicht auf die verwöhnten dänischen\nPassagiere, erstklassig... Der Genuß der\nFährschiffahrt wird allerdings geschmälert\ndurch die meist vorsintflutlichen Durch-\ngangswagen zweiter Klasse . . . Man sollte\nsolche antiken Stücke besser auf die\nMünchener Verkehrsausstellung schicken.\nEin Dichter\nWir nicht, aber w i r erhalten von Thomas\nMann folgende Zuschrift: „Zu meinem fünf-\nzigsten Geburtstag sind mir Glückwünsche\nin Gestalt von hochgestimmten Depeschen,\nklugen, gefühlten Briefen, reichen Jugend-\nspenden und anderen Gaben in unverhoffter\nFülle zugegangen. Ich muß fürchten, daß es\nmir nicht möglich sein wird, mich meiner\ngewaltigen Dankesschuld auf privatem Wege\nohne Rest zu entledigen und so bitte ich,\ndenen, die meiner so gütig gedachten, öf-\nfentlich und allgemeingültig\nmeine herzlichste Rührung und Erkenntlich-\nkeit aussprechen zu dürfen. Auch hatten\ngroße Schriftsteller Deutschlands und Oester-\nreichs die Geneigtheit, in verschiedenen\nBlättern mir ihre Sympathie und Achtung\nkundzutun. Ich kann nicht unterlassen, hin-\nzuzufügen, daß diese Aeußerungen mich be-\nsonders stolz und glücklich gemacht haben.\nMünchen, den 8. Juni 1925\nThomas Mann\nWer nach dieser Danksagung noch das Be-\ndürfnis hat, die übrigen Werke von Tho-\nmas Mann zu lesen, dem möge es in un-\nverhoffter und beschämender Fülle gestattet\nsein. Ich kann nicht unterlassen, hinzuzu-\nfügen, daß auf dem letzten Bierabend des\nReichspräsidenten von Hindenburg der große\nSchriftsteller Deutschlands und Oester-\nreichs, Herr Dr. Ludwig Fulda, die Kunst und\nWissenschaft und sich vertrat. Auch Herr\nDr. Ludwig Fulda gehört durchaus zu den\nVerehrern des hochgestimmten Dichter-\nmanns. Daß die herzlichste Rührung allge-\nmeingültig ausgesprochen wird, scheint mir\neine private Uebertreibung zu sein. Und die\nvielen Blümchen.\nEin zweiter Dichter\n„Franz Werfel kehrte jüngst von einer Pa-\nlästinafahrt heim, die er ü b e r Einladung zio-\nnistischer Freunde unternommen hatte. Man\nfragte ihn nach besonderen Eindrücken und\nder Dichter erzählt: „Bei der Einfahrt des\nZuges in die Stadt Jerusalem höre ich durch\ndie Waggons gellend den Ruf: Herr Werfel!\nHerr Werfel! „Ich bin Herr Werfel — was\nwünschen Sie von mir?\" Worauf er mir die\nHand reicht: „Sehr erfreut — Eckstein mein\nName. Wir warten auf Sie schon drei Wo-\nchen ..Am Ausgang wende ich mich ver-\nlegen an einen Freund: „Wer ist dieser\nMann?\" — „Der? Das ist der alte Eckstein.\nDer Dienstmann von Jerusalem.\""}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.5", "texte": "Dieser Herr Dichter hat offenbar ge-\nglaubt, man würde eine kleine Vorfeier seines\nzukünftigen fünfzigsten Geburtstages in Je-\nrusalem veranstalten und die Volksgemeinde\ninteressiere sich für das, was er für Lyrik\nhält. Und dabei konnte Herr Eckstein nur den\nKoffer nicht erwarten, ohne zu ahnen, daß\ndieser Koffer vielleicht nur unbrauchbare Ge-\ndichte enthalte.\n\nHerwarth Walden\n\nDas entdeckte Gehirn\nWilliam Wauer\n\nFortsetzung\n\nDie Wahrnehmung der Zunge sucht, drücken\nwir uns einmal so aus, eine „Denkbahn\", um\nzu erkennen als was und warum sie vor-\nhanden ist.\nFindet sie die genau entsprechende Bahn, in\ndie sie hineinpaßt, ist durch dieses genaue\nHineinpassen, durch eine Art Anprobe, die\nIdentität der neuen Wahrnehmung mit einer\nalten realiter festgestellt.\nFindet das Gefühl des Pfefferbrennens keine\ndurchaus entsprechende bereits gangbare\nBahn — nehmen wir an bei einem kleinen\nKinde, das noch nie Pfeffer geschmeckt hat,\naber weiß wie Feuer brennt —, so schlüpft\ndie neue Wahrnehmung in den ungefähr pas-\nsenden Pfad. Das Kind wird sofort anfangen\nzu weinen, weil alle Inhalte der Brandver-\nletzung in ihm wieder lebendig werden, bis\nes durch Ueberlegen die Veränderung und\nNeubildung der alten Gehirnbahn bemerkt\nund ihm so bewußt wird, daß und welch ein\nUnterschied zwischen dem Brennen auf der\nZunge und dem Verbrennen seiner Finger-\nchen besteht. Aber noch lange, wenn nicht\nauf immer, dürfte dieses Kind — auch er-\nwachsen — beim Brenngeschmack an Brand-\ngefühl erinnert werden.\nWenn der Zungeneindruck auch keine ähn-\nliche, ungefähr passende Bahn findet, wird\ner, wenn er stark genug ist und Zeit erhält,\nsich selbst eine neue Bahn eingraben oder\nabgleiten. Das geschieht sowohl, wenn der\nGeschmackseindruck zu schwach bleibt, als\nauch dann, wenn er durch neue und stärkere\nEindrücke sofort verdrängt wird. Dann\nkommt es zu keiner Erkenntnis und zu keiner\nFixierung des Pfeffergeschmacks in einer\nGehirnbahn: es bleibt bei einem einfachen\nflüchtigen Wahrnehmungseindruck.\ni -t\nAn Hand dieser Vorstellungsreihen wird es\nIhnen möglich sein, ein ungefähres Bild zu\nerhalten, in welcher Weise die Relationen\nverlaufen und wie ihr Verlauf bedingt ist. Es\nist natürlich eine gleichnisartige Schilderung\nund nicht das organische Geschehen selbst,\ndas ich Ihnen vorführen konnte. Sie selbst\naber sind ja imstande, die Richtigkeit durch\nSelbstbeobachtung zu bestätigen.\nIch fasse unsere bisherigen Feststellungen\nder Voraussetzungen und Bedingungen des\nDenkens zusammen, um Ihnen wieder einen\nUeberblick zu geben über den Verlauf unse-\nrer bisherigen Untersuchung.\nAbhängig ist das Zustandekommen von\nDenken ganz allgemein also von der Wirk-\nlichkeit, ihrer Wahrnehmung durch die Sinne,\nund der Verarbeitungsmöglichkeit der Wahr-\nnehmungen im Gehirn —\nim besonderen von der Differenzierung der\nSinnenreize und der allmählich sich steigern-\nden Fähigkeit neuer Reizverarbeitung, so-\ndann von der Selektionswirkung durch die\nGehirnbahnen bei Einlagerung ins Gedächt-\nnis. Dazu kommt noch die Trieb- oder Wil-\nlensspannung der beteiligten Nervenorgani-\nsationen, die Impuls und Richtung geben.\nInnerhalb aller dieser Bedingungen und Be-\ndingtheiten funktioniert nunmehr die Gehirn-\narbeit „Denken\" als Wahrnehmen, Erkennen,\nVergleichen, Erinnern, Begehren und Wol-\nlen.\nDiese Teilfunktionen der Gesamtfunktion\nDenken waren durch die bisher erörterten\nGegebenheiten eindeutig in ihrem Verlauf be-\nstimmt.\nWenn die Wirklichkeit, wenn die Sinnesor-\ngane, wenn das Gehirn vorhanden ist, wenn\ndie fünf Sinne bestimmte eigenartige Reize in\ndas Gehirn senden und entsprechende Wege\nbenützen und neue bauen, wenn durch die\nentstehenden Beziehungen das Mitwirken\nähnlicher und gleicher Spannungen in den\nNerven sich vollzieht oder durch Anpassung\nund Anbildung gleicher Zellschichtungen'\nverwandte Sinnenreize sich stärken, schwä-\nchen, ausbilden, verändern, geschieht Den-\nken, bildet sich neues Gedächtnis und Er-\nfahrung aus zunehmender Erkenntnis.\nSie werden zugeben: das ist denkbar und\nvorstellbar. Alles Vorstellbare ist denkbar."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "84", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.6", "texte": "Aber hier kompliziert sich das Problem wie-\nder. Was heißt vorstellen?\nIst vorstellen und denken nicht dasselbe ?\nUnsere Erfahrung beweist, daß wir anfangs\nnur in Vorstellungen denken. Man beobachte\ndas Sich entwickelnde Kind.\nHier tritt das sinnliche Bedingtsein des Den-\nkens in ein neues Licht. Hier zeigt sich die\nmerkwürdge Tatsache, daß unser Denken\nhauptsächlich vom Augensinn herstammt, daß\nes einen ausgeprägt optischen Charakter\nträgt.\nWie kommt das?\nZwischen der Bildung von Erkenntnissen —\nalso nach Benutzung der Gehirnbahn — und\nihrer Ablagerung im Gedächtnis — der ent-\nsprechenden Veränderung der Neuronen- und\nZellschichtung — liegt noch ein unbemerkter\nVorgang, der der Einverleibung verdauter\nNahrungsstoffe ähnlich ist, wenn ich auf den\nVergleich mit den Ernährungsvorgängen des\nKörpers zurückgreife.\nErst kurz vor der Einreihung ins Gedächtnis\nist der Verdauungsprozeß im eigentlichsten\nSinne soweit vorgeschritten, daß die Wahr-\nnehmungen, die wir in ihrer Wirklichkeits-\nform als Anschauung, Gefühl, Erregung, An-\ntrieb und Hemmung noch deutlich erkennen,\nassimiliert werden können. Wir assimilieren\nsie unserem Bewußtsein.\nNur Bewußtgewordenes d. h. Durchgedach-\ntes kann Gedächtnis werden. Bewußt wird\neine Wahrnehmung zwar schon durch die\nErkenntnis. Das Durchdenken aber zieht\nnunmehr das Wesentliche jeder Wahrneh-\nmung aus ihrer Wirklichkeitsform heraus, es\n„abstrahiert\" ihren Inhalt und innerviert mit\nihm das Gedächtnis. Hier erreicht der Denk-\nprozeß sein vorläufiges Ende.\nMan versteht aber: bei dem Vorrang und dem\nUebergewicht der optischen Eindrücke prä-\nvalieren bedingend die Vorstellungen.\nWas ist Bewußtsein?\nWas ist Abstraktion?\nAbstraktion ist die Möglichkeit, wirkliche\nWahrnehmungen in gedachte Wahrnehmun-\ngen umzuwandeln. Dieser Vorgang ermög-\nlicht erst die Aufnahme ins Gedächtnis durch\nBewußtwerden. Er geschieht durch Aus-\nscheidung der Wirklichkeitsform der Wahr-\nnehmungen.\nBewußt wird das, was wir in den Brennpunkt\nunserer Aufmerksamkeit rücken, was wli\nvor uns hinstellen, was wir uns „vorstellen\",\nso daß wir es mit unserem inneren Auge\nsehen müssen oder sehen können. Das innere\nSehen ist ein gedachtes Sehen, ist abstra-\nhierte Wirklichkeitsansehauung, ist Sehen\nals Denken, als Vorstellung.\nAuf gleiche Art werden uns durch innere\nWahrnehmung Gefühle und Tasteindrücke,\nEmpfindung Gerüche und Geschmack be-\nwußt. Aber „vorstellen\" können wir uns die\nletztgenannten inneren Sinneseindrücke\nnicht. Deshalb bleiben sie mehr oder weni-\nger undeutlich, sie beeinflussen und erfüllen\ndas Denken, das selbst im Banne der Vor-\nstellung bleibt.\nJeder Versuch, klar und bewußt in anderer\nWeise zu denken als in Vorstellungen,\nscheitert. Nur das Auge sieht klar, das\näußere wie das innere. Gefühle und Empfin-\ndungen sind deshalb unsichere Denkwerte,\ndie wir erst wieder durch Umsetzung in die\noptische Form der Vorstellung fixieren\nmüssen.\nDas Leben nun, das diese rein gedachte\nSinneswelt im Menschen führt, offenbart sich\nin der sogenannten Phantasie. Phantasie ist\ndie Denkverarbeitung, die Relation innerer\nWahrnehmungen, die sinnvolle Verknüpfung\nund Aneinanderreihung gedachter oder, wie\nman sagt, ausgedachter Vorgänge und Wahr-\nnehmungen in der Form von Vorstellungen.\nPhantasie ist immer Vorstellung.\nIch will hier einschalten, daß aus keiner Ge-\nhirnfunktion etwas wirklich Neues, noch nie\nDagewesenes, Unbegreifliches und Unbe-\nkanntes hervorgehen kann, an keiner Stelle\nund bei keiner Gelegenheit. Unser Denken\nerfindet nicht: es findet — es produziert\nnicht: es reproduziert — es ist nicht schöpfe-\nrisch : es kombiniert.\nEs formt immer aufs neue alte Inhalte aus\nden Wahrnehmungen der Wirklichkeit. Das\nDenken — und auch das Aus —denken.\nStellen wir noch fest, daß das reine Denken,\ndas abstrakte, zwar nicht mehr „Anschau-\nung\", „Gefühl\" und „Erregung\" ist — es ist\naber immer noch eindeutig bestimmt durch\nsein Bedingtsein von dem entsprechenden\nSinne, wenn auch die abstrakte Welt nur\n„Vorstellungen\", „Begriffe\" und „Empfindun-\ngen\" kennt — geistige Werte, wie wir sie\nnennen.\nWir kommen damit in die Bezirke eines\nneuen Begriffs: des Geistes."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "85", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.7", "texte": "Hans Mattis Teutsch: Linoleumschnitt /Vom Stock gedruckt"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "86", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.8", "texte": "Wir betreten das bedeutsame Gebiet der\nso hoch geschätzten menschlichen Gehirn-\narbeit.\nWas ist Geist?\nGeist ist Talent, Veranlagung zum Denken,\nDenkfähigkeit, Denkbegabung. Diese Be-\ngabung gehört naturgemäß auch zu den Be-\ndingungen des Denkens. Der denkende\nMensch muß Geist haben.\nGeist ist natürlich ein relativer Begriff, jeder\neinzelne Mensch hat mehr oder weniger.\nSchließlich verstehen wir aber unter einem\ngeistigen Menschen einen' solchen, der das\nDenken mit besonderem Erfolg ausübt.\nEine auszeichnende Fähigkeit im Bilden von\nErkenntnissen und Beziehungen zwischen ab-\nstrakten Vorstellungen, Begriffen und Emp-\nfindungen bedingt den Denker von Rang. Er\ngilt für den höchsten Typus der Menschheit.\nEr verfügt über das meiste Denkmaterial und\nleistet die größte Gehirnarbeit. Er gestaltet\nGedanken.\nNicht erst der Dichter gestaltet das Denken.\nDer Dichter gestaltet das Denken, das von\nihm Gedachte, bewußt nach den Gesetzen\nder Kunst. Der Denker nicht.\nEs gibt aber kein ungestaltetes Denken, das\nwirklich Denken ist, weil solches ohne Ge-\nstaltung völlig formlos, unfaßbar und undeut\nbliebe.\nAlles bewußte Denken ist gestaltet.\nIn welchem Material aber gestaltet sich\nDenken? Wie gewinnt es Form? Wie wird\nDenken „Gedanke\"?\nGedanken sind geformtes Denken!\nDas Material der gedanklichen Formung ist\ndie Lautwirklichkeit der Sprache.\nAlles Denken ist mindestens — gedachte\nSprache; immer mindestens lautloses Selbst-\ngespräch.\nMan vermag ohne Sprachgestaltung nicht be-\nwußt zu denken.\nDas Denkmaterial ist, wie wir wissen, im\nAnfang WahrnehmungsWirklichkeit — nach\nder Abstraktion von ihr wird es Sprachwirk-\nlichkeit.\nDenn aus der Wirklichkeit kommt der\nMensch nie hinaus, auch nicht mit Denken,\nNur aus der Zufallswelt der dinglichen Wirk-\nlichkeit hebt das Denken die Sinnenwelt irt\neine Sinnwelt absichtlicher Wirklichkeit der\nGedanken.\nSinnträger in der Gedankenwelt sind die\nLautgestalten, die Worte; als Sinnträger sind\nsie bedeutsame Symbole.\nDas Wortsymbol ist Vorstellungsbezeich-\nnung, Begriffsabgrenzung, Empfindungsge-\nfäß ; dies alles nennen wir den Wortsinn.\nDas Wort ist sichtbar im Schriftzeichen, be-\ngrifflich abgegrenzt und unterschieden durch\ndie gebildete Wortform, sinnvoll durch Ein-\nordnung an eine ihm in bestimmter und be-\nstimmender Weise entsprechenden Stelle des\nBewußtseins.\nDer sinnvoll empfundene Begriff als Wort-\nsymbol ist das Element der Gedankengestal-\ntung.\nDas Denken ist also letzhin von der Sprache\nund der Sprachform bedingt.\nDas Inbeziehungsetzen der Sprachelemente,\nder Worte, untereinander geschieht „lo-\ngisch\", das heißt analog unsren Wirklich-\nkeitserfahrungen aus Wahrnehmung — also\nbedingt und zwangläufig, wie alles Naturge-\nschehen.\nDie Sprachbedingungen haben wir in Regeln\ngebracht, die wir grammatikalische nennen.\nLogisch ist also nur grammatikalisch richtige\nSprachbildung, weil eine unlogische auch\nunnatürlich wäre.\nIch fasse zusammen:\nDas Denken ist bedingt von der Wirklichkeit,\nder W'irklichkeitswahrnehmung und der Ge-\nhirnarbeit; es ist bedingt von den Sinnen\nvon der Möglichkeit, Beziehungen zu bereits\nGedachtem anzuknüpfen, von der Ausschlei-\nfung der Gehirnbalmen, von der Bewußt-\nseinsbildung als der Umschichtung der Neu-\nronen und Gehirnzellen, von mehr oder we-\nniger Impuls und Begabung. Es ist bedingt\nvon Auslese und Anpassung. Vom Stoff-\nwechsel. Es ist bedingt von der Umwand-\nlung der Wirklichkeitsform der Wahrneh-\nmung in die abstrakte Form einer sinnvollen\nLautwirklichkeit.\nSind alle diese Bedingungen erfüllt, so ist der\nsprachgestaltete Gedanke da.\nIch habe Ihnen damit, wie ich glaube, das\nphysische und psychische Phänomen des\nDenkens in seiner Bedingtheit in der Haupt-\nsache vorgeführt.\nSie sehen, wir sind bei dieser Untersuchung\nund Feststellung weder auf „Kausalität\", noch\nauf „Gesetze\", noch auf „Zweckmäßigkeit\"\ngestoßen, ja nicht einmal auf die mensch-\nliche „Seele\" und das berühmte menschliche\n„Ich\"."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.9", "texte": "Weil alle diese Worte personifizierte Be-\nzeichnungen sind, die unserer fortgeschritte-\nnen Erkenntnis nicht mehr entsprechen.\nDie Bedingungskomplexe '„Ursache\" zu\nnennen, ist falsch, schon aus dem Gründe,\nweil die Ursache linear und nicht komplex\nwirkt;\ndie Zwangsläufigkeit aus Bewußtsein „Ge-\nsetz\" zu nennen, ist irreführend, weil unend-\nlich wechselnde Zwangsläufigkeiten keine\nGesetze dulden;\ndie eindeutige Bestimmtheit aus Bedingtheit\n„Zweckmäßigkeit\" zu nennen, ist schief, weil\ndie Entwicklung getrieben, aber nicht ge-\nzogen und erzogen wird.\n„Seele\" aber ist die Komplexbezeichnung\nder Bedingungen der Wahrnehmungswirk-\nlichkeit unserer Sinne; die Gesamtwirksam-\nkeit der sinnlichen Organe und ihrer Funk-\ntionen; die Gemeinwirtschaft des Denkens\nund der Sinne im menschlichen Gehirn.\n„Ich\" ist die Bezeichnung des Bedingungs-\nkomplexes aller Gehirnfunktionen, die wir\nErkennen und Bewußtwerden nennen. Ich\nist die Lokalisation des Bewußtseins.\nAlle diese Komplexe müssen, wenn sie wis-\nsenschaftlicher Untersuchung standhalten\nsollen, organisch bedingt sein, also auf orga-\nnischen Grundlagen sich aufbauen. Sie müs-\nsen eben Organfunktionen oder selbst Organe\nsein.\nSeele und Ich sind Zusammenfassungen von\nOrganauswirkungen — Resultate von Organ-\nfunktionen, die ihrerseits wieder mehr oder\nweniger geschlossene Organisationen sind,\nalso deutlich unterscheidbare Bedingungs-\nkomplexe besonderer Art.\n„Kausalität\" ist kein organisch zu begrün-\ndender Bedingungskomplex; ebensowenig\nhaben die „Naturgesetze\" irgend ein Organ,\ndas sie schafft und stabilisiert; noch weniger\nist die „Zweckmäßigkeit\" ein organisch ir-\ngendwie begründetes Funktionsprinzip des\nSeins.\nKein Organ funktioniert, weil seine Funktion\nzweckmäßig ist — das hieße die Natur auf\nden Kopf stellen. Die Organe funktionieren\naus eindeutig durch ihre Bedingtheit gegebe-\nnen Zwang.\nNichts ist im Organischen absolut und kon-\nstant — alles unterliegt den unendlich wech-\nselnden Rhythmen des Stoffwechsels.\nAuch die Seele, auch das Ich — auch das\nDenken. Darüber möchte ich mich in meiner\nnächsten Vorlesung an Hand der geschicht-\nlichen menschlichen Denkleistungen mit\nIhnen weiterhin auseinandersetzen.\n\nGespräch von der Freundschaft\n\nDer Jünger: Ich habe einen Freund ver-\nloren.\nDer Meister: Es ist nicht möglich, einen\nFreund zu verlieren.\nDer Jünger: Er hat mich verlassen.\nDer Meister: Wenn er dich verlassen\nhat, so hast du ihn nicht verloren.\nDer Jünger: Ich liebe ihn wohl. Aber\ner liebt mich nicht mehr.\nDer Meister: Irrtum über Irrtum.\nDer Jünger: Hilf.\nDer Meister: Wozu.\nDer Jünger: Zum Freund.\nDer Meister: Das ist nicht nötig.\nDer Jünger: Zur Wahrheit.\nDer Meister: Wir sind Menschen.\nDer Jünger: Nicht menschlich ist die\nWahrheit. Unmenschlich sind die Freunde.\nDer Meister : Hilf dir selbst.\nDer Jünger: Wozu.\nDer Meister: Zum Erkennen deines\nIrrtums.\nDer Jünger: Ich irre nicht, wenn ich an\ndie Freundschaft glaube.\nDer Meister: Warum glaubst du.\nDer Jünger: Weil ich erfahren habe.\nDer Meister: Was hast du erfahren.\nDer Jünger Freundschaft.\nDer Meister: Was ist das. •\nDer Jünger: Eine Wirkung der Liebe.\nDer Meister: Wie ist das.\nDer Jünger: Es gibt verschiedene Wir-\nkungen der Liebe. Eine Wirkung der\nLiebe heißt Freundschaft.\nDer Meister: So wäre also die Liebe\ndie Ursache der Freundschaft.\nDer Jünger: Ja.\nDer Meister: Du meinst also, daß die\nFreundschaft eine Wirkung der Liebe wäre\nund die geschlechtliche Liebe eine andere\nWirkung der Liebe wäre.\nDer Jünger: So ist es.\nDer Meister: Was hältst du nun für die\nLiebe, die der Freundschaft und der ge-\nschlechtlichen Liebe Ursache ist."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "88", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.10", "texte": "Der jünger: Die Liebe ist das Eins-\nwerden der Menschen.\nDer Meister : Wie ist das möglich:\nDer Jünger: Das läßt sich nicht sagen.\nDer Meister : Ist es so unvernünftig.\nDer Jünger : Nein. Es ist die Vernunft\nselbst.\nDer Meister: Das hast du recht ge-\nsprochen.\nDer Jünger : Alle Menschen sind in ihrer\nWesenheit als Menschen Menschen, also\neinander gleich. In ihrer Eigenschaft als\nPersonen sind sie jedoch verschieden. Er-\nkennen sich die Menschen als Menschen,\nso erkennen sie ihre Gleichheit. Erleben\nsie ihre Gleichheit, so werden sie Eins, so\nlieben sie sich.\nDer Meister: Wo dieses Einswerden\nnicht stattfindet, da ist keine Liebe.\nDer Jünger: Gewiß nicht.\nDer Meister: Findet dieses Einswerden\nin der geschlechtlichen Liebe statt.\nDer Jünger: Das ist wohl möglich.\nDer Meister: Also nicht immer.\nDer Jünger: Wenigstens nicht immer\nfür immer.\nDer Meister: Wie meinst du das.\nDer Jünger: Die geschlechtliche Liebe\nist nur dann Liebe, wenn sich die Menschen\nals Menschen erkennen. Sonst ist sie Wol-\nlust. Die Wollust vergeht, aber die Liebe\nvergeht nicht.\nDer Meister: Kann, was Eins geworden\nist, nicht wieder vieles werden.\nDer Jünger: Es scheint so, aber es ist\nnicht so.\nDer Meister: So ist das Viele nicht aus\ndem Einen geworden.\nDer Jünger : Das Viele sind nur ver-\nschiedene Ansichten des Einen. Wie wir\neine Kugel von verschiedenen Seiten an-\nsehen können und dabei viele einzelne An-\nsichten haben, aber die Kugel als Eins be-\ngreifen, so kann das Eine nicht vieles wer-\nden, weil es nie vieles war. Es scheint\nvieles, solange wir irren.\nDer Meister: Aber wir können ver-\ngessen, was wir erkannt haben.\nDer Jünger : Das können wir. Dann be-\ngreifen wir die Einheit nicht. Dann irren\nwir.\nDer Meister : Es ist also ein Irrtum,\nwenn wir nicht lieben.\nDer Jünger: Das ist es.\nDer Meister : Und du sagst, daß die\nLiebe nicht vergehen kann.\nDer Jünger : Die Liebe kann nicht ver-\ngehen. Aber der Irrtum kann vergehen.\nWir lieben, obwohl wir glauben, nicht zu\nlieben. Und weil wir an unseren Irrtum\nglauben, leiden wir.\nDer Meister : So leiden wir in der ge-\nschlechtlichen Liebe an der Wollust.\nDer Jünger: So ist es.\nDer Meister: Und in der Freundschaft.\nDer Jünger: In der Freundschaft leiden\nwir an unserer Verschiedenheit.\nDer Meister: Das hast du recht ge-\nsprochen.\nDer Jünger: Wir leiden.\nDer Meister: Können wir unsere Ver-\nschiedenheit ändern.\nDer Jünger: Wir können unsere Ver-\nschiedenheit ändern, indem wir uns in unse-\nrer gleichen Wesenheit als Menschen be-\ntrachten und als Mensch erkennen.\nDer Meister: Dadurch ändern wir\nunsere Verschiedenheit nicht, sondern ach-\nten unsere Verschiedenheit gleich nichts.\nUnd sind dann als Menschen gleich.\nDer Jünger: So meine ich es.\nDer Meister: Es ist also gleichgültig für\ndie Freundschaft, daß die Menschen als\nPersonen verschieden sind.\nDer Jünger: Es ist gleichgültig. Darin\nbesteht eben die Freundschaft, daß die\nLiebe wirkt trotz der Verschiedenheit der\nPersonen.\nDer Meister: Du bist sehr verschieden\nvon deinem Freund, der dich, wie du sagst,\nverlassen hat.\nDer Jünger: Wir haben als Personen\nviel Gemeinsames und viel Verschiedenes.\nDer Meister: Und als er etwas Ver-\nschiedenes sah, verließ er dich wie du\nsagst.\nDer Jünger: So ist es. Aber ich er-\nkenne jetzt schon, daß er mich nur seiner\nPerson nach verließ, und daß er mich sei-\nnem Wesen nach als Mensch nicht ver-\nlassen kann.\nDer Meister: Es ist also Irrtum über\nIrrtum zwischen euch. Du irrst, wenn du\nglaubst, dein Freund habe dich verlassen.\nDein Freund irrt, wenn er an deiner\nFreundschaft zweifelt, weil er eine Ver-\nschiedenheit zwischen dir und sich er-"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.11", "texte": "Jan Zrzavy: Dame mit Schleier"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.12", "texte": "Jan Zrzavy: Mond"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.13", "texte": "Hans MattiS Teutsch: Linoleumschnitt / Vom Stock gedruckt."}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "90", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.14", "texte": "kannte. Und nun irrt ihr umher und wißt\nnicht, was ihr tun sollt.\nDer Jünger : Ja.\nDer Meister : Wolltest du deine Ver-\n- schiedenheit ändern.\nDer Jünger: Ja. Aber ich erkenne nun,\ndaß ich dadurch für die Freundschaft nichts\nerreiche. Denn die Liebe liebt trotz der\nVerschiedenheit. Und wäre Freundschaft\nauf das Gemeinsame unserer Personen,\nnicht auf Liebe begründet, so wäre die\nFreundschaft ein Irrtum. Aber das ist nicht\nmöglich, da die Liebe selbst ohne Irrtum\nist. Jede Unliebe ist Irrtum. Der Irrtum\nist möglich im Reich der Personen, aber er\nist unmöglich im Reich der Liebe. Im Reich\nder Personen sind wir verschieden. Aber\nhierdurch wird das Reich der Liebe nicht\nberührt. Da die Menschen als Menschen\nEins sind, ist es nicht anders möglich, als\ndaß sie sich lieben. Wenn das die Menschen\nals Personen erkennen und erleben, so er-\nleben sie die Freundschaft und erkennen\nihre Wesensgleichheit trotz verschiedener\nPerson. Denn unsere Personen können\nnicht Eins werden, nicht die Liebe der\nWesensgleichheit haben. Aber die Men-\nschen können durch die Liebe einander\nzum Erkennen helfen. Darin zeigt sich\nFreundschaft.\nDer Meister: Wie willst du nun helfen.\nDer Jünger: Indem ich nicht fordere,\ndaß mein Freund sich in seiner Person än-\ndert, wenn er auch zu mir in Hoffart und\nNeid und Geiz und Zorn ist. Und daß auch\nich mich nicht ändere, es sei denn, ich wäre\nin Hoffart und Neid und Geiz und Zorn.\nDer Meister: Das ist nicht genug. •\nDer Jünger: Indem ich die Verschie-\ndenheit seiner Person selbstverständlich\nund willig trage.\nDer Meister: Das ist nicht genug.\nDer Jünger: Indem ich ihn unablässig\nrufe in unserer Einheit.\nDer Meister: Das ist nicht genug.\nSchweigen mißversteht, obwohl er Gutes\nmit Bösem vergilt.\nDer Meister : Das ist nicht genug.\nDer Jünger: Indem ich warte.\nDer Meister: Das ist nicht genug.\nDer Jünger: Obwohl er mich verachtet.\nDer Meister : Das ist nicht genug.\nDer Jünger: Indem ich nicht ungeduldig\nwerde, auch wenn seine Person mir nicht\nwiederkehrt bis zum Tod.\nDer Meister: So hast du ihn nie ver-\nloren.\n\nLothar Schreyer\n\nUnfeig eine Neun-Runen-Fuge\nFunfeig Irre unter neun Runen\n\nNu tritt ein Reizer ein\nErri Fugger\nein Genie zur Unzeit\ntritt nie in Regierungen ein\nfrettete in Greifengriefen genug Nutzen\nnie genug\ngereizt negiert er neue Genien\nnietet nur Eigenzeug\nfuttert Efeu\nfing zu Unfug Freie ein\nreitet Feine runter runter\nzertritt Tiere in Ferien\nfeuert Gifte in Tinten\ntrietzt Tunten\nein netter Neunziger\nin Feierfernen tief entfuggert zur innigen\nTreue\nTritt trutzig eine Neue ein\nGenerette Frigitte zu Err\nreitet nur Tiger\nTigerin in Ritterriten\nzeigt Zeugen gern feine Ringfinger\nereifert Erri Fuggern zu neuen Nieten\nnennt nur einen Nenner\nnennt nur Erri\nerregt Unterirre zu Triezereien\nreitet Geziefer zu Fetzen\nrettet Ungeziefer\nfintet Freuen zu Eigennutz\nritzt Runen in Reize\nturniert ritterirr\nerntet Untergriffe\nfuttert Nieren\nfingert in Tiefen\nteuft in Feiertiefen entfuggert zur Urtiefe ein\nRettet Generetten frigitt\nnur frigitt zu retten\nNun tritt innig ein Reuer ein\nNerf Urn\nFetzer zu Fernen\nfeiger Ferger\nnie zur Eigentreue reif"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "91", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.15", "texte": "nie zugezurrt zur Gurtung innen\nnur zur Reine zugerungen\nunfrei zerrief er ein Geigen-Innen\nunreif zerriet er ein Innen-Gerufe\nnie fertig erinnert\nnie reinte er Regungen fertig\nnun reut er zur Reife -\nentu r n t ;\ner Grenzer entgrenzt\nNur. unfeig zu retten\nnur reffen\nnur fergefein nur\nNun reut eine Neue in Nennung\nNer r i n Zerzerre zu Zürnen in Geifen\nzerfetzt nur Nerfe Nerfe Nerfe\nfetzt nur Urne in Urnen\nreitet in Regierungen\nnennt Regungen: Reife\nnennt Erregungen: Tiefe\nzernuttet Freie\nfuttert Tiere\nfuttert Feine\nfuttert Urne\nrettet Treue nie zu Geigenufern\nfing Feuer\nFirnenfeuer\nreine Firnenfeuer\nfeigte in Engen\nging unter Enger\nging unter\nzerzerrte ein Firnnetz in engere Gerne\ngerinnt zu Eiter\neitert unfrei zur Reue\nfreut nie einen Geiger\ntiert gierig zurzeit zu Untieren unter\ngirrt Reize\ngiftet\nirrt\nNur in Geierfirnen zu retten\nnur in Fegefeuern zu entnutten\nfein zu entgieren in Freuen\nnie zu ertiefen\nzu untief zur Ferne\nzu nuttig zur Geige\nzu nuttig\nzu feig f§\nTritt ein Gerner ein\nein Gernefein\nein Firnfurz\nTeut Tezze in Nutzenur\nentnietet Unfreie zur Zeugung unfeiner Un-\nzeuge\nzernutzt Freie unter erzeugten Gittern\nfuttert nie Getier\nfuttert Zeuger Zeugen Nenner\nfreit nie eine feige Ziege\nzerzentnert eine gefreite Feine\nfingert Gift in Fugierungen\nzentnert Getue\nfuriert\nuzt gern Firner\ntut nur zu Eigennutz gut\ngreift gern in Genienetze ein\nzerrt ungeniert Geniegeigen unter Zentner-\ngriffe\ningeniert gern Futuren Trug\ntut treu\ntritt\nNur in Zentnertiefen zu erretten unter Teuf-\nfeuern\nnur in Fegefeuern zu entnieten\nnur nie nennen\nzu Zinn zentrieren\nFirnzinnen entziffern eine gute Retterin\nnur in Runen zu nennen\nE - Te\ntut nur Firnern innig gut\nreift unter Reinen nur\nreizt nie zu Eigengiften\nriet Rettung\nrief nie in Runen\nruinierte nur nie\ngrenzte nie ein Ufer in Gerinne\nreffte nie eine Neigung\nnein\nnie\nnur ein einzig Gitter grenzt in Tiefen\nNur e i n Gitter zu entfieren\ngerettet\nReinrennt Itten Furtgerner\nin Teilingen ruinierter Ingenieur\nirritiert neugierige Teute\ngirrt Ziffern zentrifug\nfegt unter Feuerzeugen\nrennt in Feuer rein\nruft: Innen eitert ein Untergurt\nein Zentner reitet innen gegen Gitter\ninnen friert ein Netz gute Tiere ein Feuer\nerfriert\nein Zinnzeiger tiftet fitter fein ein Zigeuner\ninnen integriert eine Eiterente eine Ziege zu\nRingfingern\nruft er\nNie zu retten in Firnen\nNun\nFenni Geinen freite in Territet einen\nGefreiten\neinen Reiter"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "92", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.16", "texte": "Energie\nFenni Energie\nGift zerfetzt Reiternieren\nFenni Geinen entreitet\nFenni Geinen freit in Tenerife einen neuen\nGefreiten\nGift zerfetzt innen einen neuen Gefreiten\nEnergiefenni entrinnt unergriffen\nin Trier freit Fenni einen neuen Gefreiten\nReiter\nGift\nFenni entreitet feurig\nerneut freit Fenni einen Reitergefreiten\nin Erfurt\nNierengift\nFenni entrinnt\nfreit in Genf einen Gefreiten\nGift zerfetzt einen neuen Reiter innen\nReiterin Geinen entrinnt unergriffen\nunergriffen\nnun intrigiert Fenni in Gent\nzergiftet einen genter Gefreiten\neinen Reiter\nentrinnt\nreitet\nreitet\nin Teningen freit Fenni Geinen einen gefreiten\nZureiter\nGift\nFenni entreitet unergriffen\nerneut unergriffen\nerneuert in Neitung-Regitten Giftereien\nzernierengiftet einen gefreiten Reiter\nentrinnt\nzergiftet in Nutzenur einen Rennreiter\nentrinnt\nreitet in Territet ein\nfreit einen gefreiten Rennreiter\nRitter Neun-Ein\nintrigiert\nRitter Neun-Ein retiriert\nFenni Geinen ergriffen in Territet\nFenni Geinen entgiftete neun Reiter\nnun zerfetzt Fenni nur Zinnreiter in freier\nZeit\neine feine Figur unter Irren\nNeue Runungen in einiger Zeit\n\nOtto Nebel\n\nOfferiere freibleibend:\nChristus predigend M. 3.600\n\nVor tauben Ohren. Siehe, die Händler brül-\nlen in dem Bethaus und offerieren freiblei-\nbend. Außenminister Napoleon und Goethe,\nDirektoren die deutsche Volksseele. „An den\ngeistigen Adel deutschen Geblüts.\" Da läu-\nteten die Glocken Sturm. Und mit den Hän-\nden in der Tasche muß man kopfschüttelnd\nbeiseite stehen und dieses Räderwerk der\nWeltenschicksalsuhr folgerichtig ablaufen\nsehen. Man steht vor etwas Unfaßbarem und\nfragt sich: wie ist das nur möglich. Fragt\nsich: ja, wie ist das nur möglich. „Der Ras-\nsenmensch oder in 4 Wochen 15 Jahre jün-\nger.*4 Max Rau. Buchversandabteilung Ham-\nburg 5, Lübecker Str. 5. „Euer Hochwohlge-\nboren offeriere freibleibend: Rarissima!\nRembrandt von Rijn: Christus predigend\nM. 3 600.—;\" Karl Gerlinghaus, Planegg 640\nb. München, Kunstverlag. Und Fritz Strich\nProfessor: „Jedenfalls auch der Expressio-\nnismus ist am Ende.\" Amende Sie. Durch-\ngreifende Aenderung in der jetzigen Welt-\nkonstellation. Da läuteten die Glocken\nSturm. Große Ereignisse werden noch in\ndiesem Jahre bevorstehen. Freibleibende\nZerstampfung der Ritter des blauen Dunstes\ndurch Entseelungsmaschinen. Entfettungs-\nkur ist praktischer Idealismus. Durchpeit-\nschung der Tintenkapitäne. Ich offeriere frei-\nbleibend. Die Banknotenpresse. Das Buch\ndes Erfolgsmenschen. Und der Sturm läutet.\nDer Sturm. Aber die Tinter trüben Schwafel.\nSchwefel zum Teufel! „Die deutsche Volks-\nseele zu retten.\" Diese Fledderer. Ent-\nsteller der Schrift. Dichter und Denker. Ge-\nlichter und Stänker. Sielt sich in der Unter-\nhaltungs-Rindschau: „Nehmen Sie irgend ein\nBlatt der Gesellen des Sturm zur Handf\nSchlagen Sie irgendeine Seite auf ! Legen\nSie Ihren Finger des Zeigs auf irgendein Ge-\ndichtetes, —so wie ich jetzt! Was ist das?\nEine Neun-Runen-Fuge von Otto Nebel, die\nerste Fuge zu nebeln anhebend.\" (Rind-\nschau Der Tag Friedrich Hussong.) Laß das\nRind den Tag rundschauen. Du schaust das\nEwige, Otto Nebel. Aber sie wissen nicht,\nwas sie tun.\n„Da läuteten die Glocken Sturm. Das natio-\nnale Erwachen in der glorreichen Zeit von\n1927—1928.\""}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "93", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.17", "texte": "Otto Nebel: Linoleumschnitt V, 1925 / Vom Stock gedruckt."}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.18", "texte": "Aber der Sturm läutet in der Ewigkeit. Und\naus der Hölle zerbrüllt eine Stimme die\nFratzen der glorreichen Zeit:\n„Offeriere freibleibend. Rembranüt von\nRijn: Christus vertreibt die Händler aus\ndem Tempel (B. 69). Hervorragendes\nBlatt im 1. Etat M. 480.—\"\n\nKurt Liebmann\n\nBeethoven, kein Wiener Klassiker\nHerwarth Walden\n„Denn so, wie die Wiener Klassiker aller\nWelt gehören, so im gewissen Maße auch\ndas Wiener Orchester, das vor allem diese\nKlassiker klassisch spielt, nicht zuletzt darin\neine kostbare Tradition lebendig erhält.\nWirkt es doch nicht bloß auf Wiener Boden,\nsondern stellt auch eine süße Frucht dieses\nBodens dar, aus dem es seine Kraft geso-\ngen.\" Mit diesem nicht unpoetischen Worten\nwird die süße Frucht, das Wiener Philhar-\nmonische Orchester, zu seinem Berliner\nGastspiel von Herrn Dr. Julius Korngold,\nWien, eingepackt. Die Wiener Klassiker sind\nauch sonst ziemlich bekannt geworden, sie\nheißen Häydn, Schubert und Beethoven. Die\nsüße Frucht wurde von verschiedenen Her-\nren geritten: „Felix Weingartner ergriff mit\nseinem jungen Musikempfinden die Zügel und\nhält sie mit den Unterbrechungen fest, zu\ndenen ihn internationale Verpflichtungen ent-\nführen.\" Warum soll man schließlich nicht\netwas mit Unterbrechungen festhalten, wenn\neinen Verpflichtungen entführen. Das ist eben\ndie Wiener Leichtigkeit.\nErich Kleiber, der Berliner Dirigent, ließ zu-\nnächst die Zügel schießen, um das Orchester\nklassisch zu machen. Eine Maschine, die alle\nTöne nach Noten von sich gibt. Syrup. Ohne\nHeiterkeit. Haydn, ein Chorkonzert von\nOberlehrern. Sehr seriös. Fachmusiker nen-\nnen es Stilgefühl. Die alten Musikfreunde,\nund Musikfreunde sind immer alt, können mit\ndem Kopf im Tempo wackeln. Hierauf wird\nder Tradition ein zweites Opfer gebracht und\ndie H-Moll-Symphonie von Schubert, über-\ntragen für die Ausbildungsklassen des Kon-\nservatoriums, Ausgabe für Klavier zu vier\nHänden, gespielt. Diese einzige Symphonie\ndes zitternden, zagenden Lebens, deren\nKlänge aus Wesenlosem Gewesenes zu We-\nsen gestalten.\nNach der Pause entschließt sich Erich Klei-\nber zu dirigieren. Beethoven, Siebente\nSymphonie. Jedenfalls ist ein aufgeklärter\nDespot wirkungsvoller als eine unerklärbare\nTradition. Der Wiener Klassiker Beethoven\nstellt doch nicht eine so süße Frucht dieses\nBodens dar, aus dem das Wiener Orchester\ngesäugt sein soll. Die Maschine wird be-\nwogen, sich zu bewegen. Die Musikfreunde\nwerden nervös. Beethoven, unser aller Klas-\nsiker, wendet Tanzrhythmen an, sogar Syn-\nkopen, von denen man glaubte, daß sie uns\nerst durch diese verfluchte Jazzmusik nach\nEuropa gebracht seien. Beethoven bringt\nTöne zusammen, die den Musikfreunden we-\nnigstens nicht zusammenpassen. Wenn Beet-\nhoven wirklich gespielt wird, und das tut\nKleiber, kommen die Beethovenfreunde aus\ndem Musikhäuschen. Nichts mehr vor-\nhanden für das Eigenheim. Kein Mondschein\nund kein Pathos. Beethoven richtet sich\nnicht einmal nach der Theorie, die man aus\nihm erfunden hat. Auch Musik muß dressiert\nwerden, wenn sie lieblich im Gemüte klingen\nsoll. Auch Beethoven kann frisiert werden.\nDie Musik Beethovens ist aber keine klas-\nsische Stilübung. Sie ist Hörbarmachung und\nGestaltung unzubändigender Elemente. Ein-\nfach unmittelbares Leben. Unmittelbar ein-\nfaches Leben. Das Orchester braucht die\nZügel, um für das Ungezügelte freigemacht\nzu werden. Es muß aus seiner Bahn ge-\nrissen werden, auf der es im Kreise tänzelt,\nda es nicht tanzen kann. Kleiber hat die\nkünstlerische Tat getan, die Musik Beet-\nhovens vom Musikalischen zu befreien.\n\nEtüden\nLeben und Leben lassen\nTöten und Tote begraben\nLandschaft\nEs ist ein schöner Nachmittag das Laub ist\nso voll wir haben noch Spätsommer bald\nwird es welken und die Linden blühen nicht\nmehr in den Alleen liegt gelbes Laub die\nFremden sind fort Sonntags ist die Stille die\nVögel singen auch nicht sie sind tot jetzt\nspielt eine Zither im Garten er liegt in einem\nalten Schloß auf drei Seiten sind Gebäude\nnach Süden schließt eine Mauer unten liegt\nder See der Abhang ist steil und hoch die\nSegel sehen aus wie Fontänen die Gebäude\nhaben eine rote Farbe die Fenster sind mit"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.19", "texte": "weißem Sandstein umrandet über den Türen\nhängen zerstoßene Engel und auf der Nord-\nwand eine Sonnenuhr ein Mann geht zu-\nweilen im Gebüsch auf dem Grase blühen\nSonnenrosen und Stockblumen alles verwil-\n/\ndert dann wird es später und später Mittags\nkommt auch das preußische Dorf ringsum ist\neine große Ebene mit reifem Korn von ferne\nsieht man die Türme bald ist alles dunkel-\ngrün schwarz die Ranken schlagen über\nDächer und Mauern die Vögel singen nicht\nund der Himmel hört auf im Torhaus öffnet\nsich ein Bogen es wird eine Hecke sichtbar\nund hinter der Hecke sind plötzlich blinde\ngewölbte Fenster und in den Fenstern ein\nSteinmann und die Zimmer rot schwarz im\nHofe stehen Tische die Sonne liegt grell auf\nden Steinfliesen ein Brunnen vertrocknet um\nzwölf Uhr kommt der Bürgermeister mit\nregelmäßigen Löchern kleben die Häusor\nrechts und auf dem Platz das Rathaus sehr\nhoch und nebenan die Kirche beide romanisch\ndas eine Portal hat zwölf Propheten ' und\nsitzende Riesen mit hohlen Augen und Bart\nAuf dem andern Portal steht der Erzengel\nMichael mit einem Schwert auch er Riese die\nSonne ist wieder sehr grell das schwarze\nLaub trieft auf die Straße das Rathaus\nschneeweiß plötzlich tut eine Uhr zwölf\nSchläge von dem Rathaus erheben sich die\nRiesen und Propheten und schreiten wild\nüber den Platz ganz aus Stein sie gehen in\ndas Torhaus und da ist der Bürgermeister.\nDer Frühling kommt\n1\nIch wünsche dem Pflanzenwuchs Verbreitung\n2\nWir besichtigen nachsichtig lächelnd die Roh-\nprodukte des Todes\nWas heißt hier Produktivität!\nUm diese Zeit\nerblüht schon die rote (männliche) Hasel-\nblüte.\nIm Böhmerwald\nDie alten Geigen\nDas Vergängliche altert\nKomm herab o, Madonna Theresa.\nMatou rouge (Visite)\n1\nMich ließen die Drosseln nicht schlafen\nSeit es Mai wird dieser entsetzliche Vogel-\nlärm !\n2\nInzwischen hat sich Ihr Haar versilbert\n3\nSie weinen? Sie wohnen in Glas?\nSie gebrauchen Essenzen.\nChanson d'amour\nWer\nWie\nWo\nDu\nIch\nBist\nBin\nFabeln a b\na.\nEs waren 1 mal 1 Pferd 1 Katze und 1 Hund\nDer Hund nagte an seinem Knochen\nDie Katze an ihren Pfoten\nUnd das Pferd an den Resten der Mahlzeit\nWer zuletztkommt mahlt zuletzt\nEs fiel ein Reif in der Frühlingsnacht\nDer Hund starb an seinem Knochen\nDie Katze an ihren Pfoten\nUnd das Pferd an den Resten der Mahlzeit\nWerzuletztkommtmahltzuletzt\nb.\nEs waren 3 Zigeuner\nDie lobten Gott und pokulierten und ver-\nkauften ihr letztes Hemd\nAls sie kein Hemd mehr hatten\nverließen die Ratten das sin-\nkende Schiff.\nB-Such\nA. Kühles Wetter heute!\nB. Kühles Wetter heute\nA. Kommen spät Sie .\nB. Komme spät ja\nA. Es ist schon spät!\nB. Es wird schon kalt\nA. Ich werde Sie kalt stellen\nB. Sind Sie erkältet?\nPause.\nA. Was geben Sie sonst an?\nB. Angeber!\nA. Ich frage was fangen Sie sonst an!\nB. Anfänger !\nA. Ich frage was unternehmen Sie sonst\nheute?\nB. Unternehmer Uebernehmer Uebelnehmer\nc'est la vie\nUnternehmer Uebernehmer Uebelnehmer —"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.20", "texte": "Verlangen Sie die laufend erscheinende No-\nvitätenliste.\nPause. Beide ab.\nZweizeisige\nZeig mir mal deinen Zeisig\n„Ich werde dir meinen Zeisig nicht zeigen\"\nWarum willst du mir deinen Zeisig\nnicht zeigen ?\n„Ich werde dir meinen Zeisig nicht zeigen\nweil ich zwei Zeisige habe\"\nWenn du zwei Zeisige hast warum willst\ndu mir dann nicht deine zwei Zeisige zeigen?\n„Zwar habe ich zwei Zeisige obschonst ich\naber zwei Zeisige hast so willst du mir\nnicht meine zwei Zeisige zeigen\"\nDu hast zwar zwei Zeisige obschonst du\naber zwei Zeisige hast so willst du mir\nnicht die zwei Zeisige zeigen ? ich zweifle\nob au zwei Zeisige hast\n„Du zweifelst an meinen zwei Zeisigen weil\nich dir nicht die zwei Zeisige zeige du\nzweifelst vielleicht auch ob zwei mal zwei\nZeisige vier sind\"\nGern will ich auch zweifeln ob zwei mal\nzwei Zeisige vier sind wenn du mir deine\nzwei Zeisige zeigst.\n„Morgen zeig ich dir meine zwei Zeisige.\"\nAuf Scheidung klagen\nAbschneiden\nAusscheiden\nAbscheiden\nAusschneiden\nSchneiden Sie sich nicht den\nHals ab\nschneiden Sie sich dieses Ge-\ndieh t au s\nTräume deuten\nDie Brücken ins Meer schwimmen lassen\nAuf Flößen fahren\nHolz fahren\nHolzreiter Herrenreiter\nHusaren\ndes Nachts auffahren\ndes Nachts einschlafen\ndie Hähne krähn hören\n(Zeit)\nTotschlagen.\nSchiffsbäuche teeren\nTeeren Ozean\nTeeren Wasserfahrt\n(Ungestörte Wasserfahrt)\nGod save the King to die to sleep\nSchlafen\nAusschlafen\nAusschlafen lassen\nSchlaf mein Herzchen\nGen Genezareth\nfliegt dein Himmelbett\nAntarktisch\nEisernes Herz du Stern Betaigenze\nAufgezäumtes Herzjesupferdchen Trab Trab\nX 1000 Voltspannung Vorgebirgekristall\nSchneerose\nPinguin\nVögelchen Dynamit\nDer Kunstmond fliegt\nKosmetisch abfärben lassen\nSubstanz mondial\nDer Panorganismus\nDie unzerbrechlichen Glasarchitekturen\nKontinuitäten Strukturen\nZiffernsysteme sich selbst bewegender\nZahlen\nRaumteile minimalst.\nAufteilen!\nAufmarschieren!\nKeine Verkehrsstörung!\nKeine Einzelgeschäfte!\nKeine Intimitäten!\nKeine Assekuranzen!\nDas Herz der Großstadt\nDie große Maschinerie\nersetzt uns die privaten Obergeräusche.\n\nInhalt:\nHerwarth Waiden: Nachlesewerte ... 81\nWilliam Wauer: Das entdeckte Gehirn . 83\nHans Mattis Teuisch: Linoleumschnitt /\nVom Stock gedruckt . 89\nLothar Schreyer: Gespräch von der Freund-\nschaft 87\nHans Mattis Teutsch: Linoleumschnitt /\nVom Stock gedruckt 85\nOtto Nebel: Unfeig , 90\nKurt Liebmann: Offeriere freibleibend 92\nOtto Nebel: Linoleumschnitt / Vom Stock\ngedruckt 93\nHerwarth Waiden: Beethoven kein\nWiener Klassiker 94\nHeinrich Spaemann: Etüden 94\nJan Zrzavy: Dame mit Schleier (Beilage)\nJan Zrzavy: Mond (Beilage)"}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "[97]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.21", "texte": "VERLAG „DER STURM\" / BERLIN W 9\nHerwarth Walden:\nEinblidt in Kunft\nDie beste Einfiihrung in den\nExpressionismus, Kubismus u. a.\n70 Abbildungen / 4 farbige Ktinstbeilagen\nLadenpreis Halbleinen gebunden M. 6,50\nF O N F T E AUFL AG E\n\nKunstausstellung Der Sturm\nBerlin W 9 / Potsdamer Strasse 134 a'•\nJuni 1925\n10\nN\nWebereien der Werk- a\nstatt Hablik-Llndemann\nJuli 1925\n4»\n(fl\n3\nSturm'Gesamtscliau ®\nWiederhold <r\nI 3\n° o\n£ w\nc -p\n(O P\nX (O\n\\ wo\no\nCD\no ■\nQ. C\nQ- E\n= 3\nCD CO\nGeoffnet\n10—6 Uhr\nSonntag\n11—2 Uhr\nBeginn der\nSturm-Abende\n2.\nSeptember\n\n0\n\"«V\nDie Geschichte einer Wanderschaft von\nAlfred Pfarre\n284 S. Mit 41 Abb. / In Leinen geb. M. 4,50\nAls Handwerksbursche von Hamburg nach\nRom. Erlebnisse auf der Landstrasse. Zwi-\nschen Vagabunden und Abenteurern. Span-\nnende Schiiderung von wirklich Erlebtem\nHanseatische Verlagsanstalt / Hamburg\n\nDeutsche\nKreuzwortratsel\nZeitung.\nDie Zeitschrift der\nGegenwart\nliberal! erhaltlich\nEinzelheft Abonnement 3M.\nvierteljahrlich frei Haus\nVerlag\nvon Poddebski & Co.\nBerlin SW 48\nVerl. Hedemann - Strasse 5\nTelefon: Kurfiirst 70 402.\n\n. narzillier & Co. Berlin IV\nGegrundet 1854\n-: - firunewaldsfrafie IMS\nHofspediteure S. M. des Konigs von Spanien Gegriindet 1854\nSped it ion unci Mobeltransporte, Verpackung und Lagevung\nvon Gemolden und Runstgegenstanden jeder Art\nLieferung und Empfang nach und von alien Kunst~\nausffeiiungen des In~ und JJuslandes. Transportver-\nlicherungen aller Art.\nSpediteure des Wirtschaftlichen Verbandes Bildender Kiinstler / der Freien Secession\ndes Verbandes Deutscher Jllustratoren und Hausspediteure des ~Sturm\""}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "[98]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192506-01.1.22", "texte": "Verantwortlich für de Schrifleitung: Lothar Schreyer, Berlin W 9 | Verlag der Sturm G. m. b. H. Berlin W 9, Potsdamer Strasse 134 a Fernruf:\nLiitzow 4443 | Postscheckkonto: Berlin 120 658 | Druck: Aaba-Express, Buchdruckerei des Westens, Berlin W 57, Grossgorschenstrasse 41.\n\nDie Sammlung „Junge Kunst\"\nhat mehr zum VerstSndnis und zur Verbreitung der werthaften\ngegenwartigen Malerei getan, als die Bildbuchpublikationen\naller andern Verleger insgesamt\nHans Franck in der „Thuringer Allgemeinen Zeitung\":\nJeder Band dieser langst in Hunderttausenden von Exemplaren verbreiteten Sammlung hat\nein farbiges Titelbild, 32 ganzseitige Tafeln und enthalt im Textteil neben der Einfiihrung\neirie Selbstbiographie des Kunstlers. Format B°.\n8 Bandchen als „Bibliothek der /ungen Kunst\" in\nPreis in Halbleinen M. 2.50. Je\neinem Bande Haibleinen M. 20.-^.\n.i.\niiK.V\n' W -\nWW\n&\nI. Reihe:\nPechstein, Modersohn, Hoetger,\nMeidner, Klein, Heckendorf,\nGrofimann, Krayn\nIV. Reihe:\nvan Gogh?(Doppelbd.),Rousseau,\nSchelfhout, Nauen, Cezanne,\nKisling, Macke\nBisher erschienen:\n11. Reihe:\nJaeckei, Scharff, de Vlaminck,\nMorgner, Klee, Eberz, Derain,\nSchmidt-Rottluff\nV. Reihe:\nCoubine, Rohlfs, Chagall,\nGauguin, Schrimpf, Smet,\nSchmidt, Archipenko\nDie Sammlung wird fortgesetzt.\nvHi 1\n111- Reihe:\nCampendonk, Roeder, Moll,\nUhden, Grosz, Laurencin,\nQnold, Waske\nVT Reihe ;\nDix, Kandinsky, Pellegrini,\nKubin, Gotsch, Matisse,\nFeininger, Hofer\nvon\nHerausgegeben\nProfessor Dr. Georg Biermann\nJahrbuch der jungen Kunst 1924.\n4°. Mit 56 Beitragen auf etwa 540 Seiten und ca. 500 Abbildungen auf Tafeln und Text, 2 farbigen Tafeln, 3 Originallithographien\nvon Dix, Marchand, Laboureur, qiner farbigen Originallithographie von Crodel und einem Holzschnitt von Masereel. Halbleinen\nM, 36.—. num. Vorzugsausgabe von 100 Exemplaren in Halbleder mit Beigabe einer Lithographie, handsigniert, von Coubine M. 50.—.\nWilhelm Schmidtbonn schrieb im „Tagebuchw: „Mit ungewohnlicher Tatkraft und Blickscharfe ist der Band zu\nscben Ganzen zusammengestellt. Er wirkt ungewollt als Manifestation westlicher Kunst, als Lebensruf Europas. Eine\nLeistung, auf die Deutschland stolz sein darf.\"\nDer „Kunstwartu urteilt: „. . . fiberall pulst Leben, tritt eigene Anschauung unbekummert ftervor. Ein überreiches, verdienst*\nvoiles, auch durch das Bildmaterial packendes Sammelwerk. Ich kenoe kein zwcites, das so vom Leben der Gegenwart strotzt\nund es so ohne Lehrhaftigkeit allem Empfanglichen nahebringen kann. Wir wollen es mit allem Nachdruck\nuneingeschrankt empfehlen.\"\nKlinkhardt & Biermann - Verlag - Leipzig\n\nMelos I\ni\nZeitschrift fur JYlusik\nErsdjeint z. Z. im 4. Jahrgong\nJYlifarbeiten des la u fen den Jahngangs:\nF. Busoni, Egon Wellesz,\nFritz J ode, Heinz F/iesen,\nPh. Jarnach, Prof. u. Hornbostel,\nProf. H. Springer, Max Sleuogt,\nProf. Kurt Sachs, Ernst Kurth\nund viele andene.\nSchriftleitung: Dr Hons Mersmcinn\n\nPre is des Einzelhefies 1,— JYI.\nJahnesabonnement (12 Hefte) 10,— JYI.\nProbenummer gratis uom Perlag\nMJELOS- VJE JEt LA G G. M. B. If.\nBerlin Friedenau / Stubenrauchsfrasse 40\n\nAufgehoben wurde die Beschlagnahme von\nFaraulip\nLiebestegenden aus der Sttdsee\nGesammelt von Paul Hambruch\nMit 32 mehrfarbigen Originallithographien und einem\nachtfarbigen Umschlag\nvon Georg Alexander Mathey\nIn fariigem Pappband mit Soil t'zkarton in Aitgold M. 14\n50 Exemp|are in Gianzseide, sign. M.45,—,\n~Faraulip\", jene Liebeslegenden aus der Slidsee\nsind Phantasien eines primitiven Volkes iiber Mann\nund Weib und Gott, der sie geachaffen, daß sie sich\nvereinen und freudig fortpflanzen. Hier wird die\nBegebenheit zur elernentaren Entdeckung des Ein-\nzelnen und die Stimme der Lust zum gottlichen\nRuf. „Faraulip\" sei alien empfohlen, die Erotik ohne\nVerhiillung in der ganzen Nacktheit ihrer heiligen\nSendung erkennen wollen.\nBerliner lageblatt\nDiese Legenden sind neben dem Buch vom Tee,\ndas er fiir den lnselverlag zeichnete, Matheys\nschonstes Buch.\nFranz Blei\nDie Tragik der modernen Malerei\nzeigt sich in\nEMIL SZITTYA\nMALERSCHICKSALE\n14 Po trats mit 8 Bilderbeigaben\nKaschiert M.375. 20 Exemplare a. Biitten in Halbpergament M. 15,—\nDargeslellte : van Gogh — Henri Rosseau — TV. Dressier\nDix — Wmbel — Br. Wagner — Bavringhausen\nLaurencin — OK. Borislawkafa — Chagall—Kokoschka\nBelaunay — R. C. Andersen — Berain\n„Das sind die besten Kunstessays unserer Zeit\"\nPaul Hatuany\nJohannes Asmus Verlag\nHamburg 1. Hermannstrasse 20"}]}