{"numero_id": "bm-bmtnabg-1926-04-01", "volume": "bmtnabg_1926-04_01", "ocr_sha256": "9bcc66868f9e8ed50b6fc96e487821f6e1593c46c2242c2bb3b963d3d5235238", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1926/04_01/bmtnabg_1926-04_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1926/04_01/bmtnabg_1926-04_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1926-04-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-04_01#c001", "volume": "bmtnabg_1926-04_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.2.1", "titre_corps": "Zeichnung", "titre_sommaire": "Zeichnung", "signature_source": "Belá Kádár", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.1", "debut_caractere": 97, "fin_caractere_exclue": 118, "texte": "Belá Kádár: Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-04-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-04_01#c002", "volume": "bmtnabg_1926-04_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "1", "page_fin": "1", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.2.2", "titre_corps": "Die blauen Pferde", "titre_sommaire": "Die blauen Pferde", "signature_source": "Franz Marc", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 29, "texte": "Franz Marc: Die blauen Pferde"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-04-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-04_01#c003", "volume": "bmtnabg_1926-04_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "2", "page_fin": "12", "image_debut": 4, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.2.3", "titre_corps": "Expressionismus", "titre_sommaire": "Expressionismus", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2953, "texte": "Expressionismus\nHerwarth Walden\n\nEs ist nicht einfach, vor Lesern über das\nzu sprechen, was gesehen werden muß.\nEs ist einfach zu sehen. Deshalb ist das\nSehen der Kunst der Gegenwart für viele\nmit so großen Schwierigkeiten verbunden.\nWeshalb sehen die Leser die alte Kunst fast\nohne hinzusehen? Weshalb macht diese\nKunst der Gegenwart soviel Aufsehen?\nWeil man gezwungen wird, aufzusehen.\nWenn auch Sehen keine Kunst ist. Kunst\nhat das Sehen als Vorbedingung. Der Blinde\nhat nichts von der Kunst. Man hat es na-\nmentlich in Deutschland verlernt, zu sehen.\nMan hört. Man horcht. Man gehorcht.\nMan spricht von dem Hörer als von einem\nMenschen, der hört. Man spricht aber vom\nSeher als von einem Menschen, der nicht\netwas Gewöhnliches, der etwas Außer-\ngewöhnliches sieht. Nämlich etwas sieht,\ndas er nicht sieht. Die Tätigkeit des\nSehens ist mit einer Vorstellung verbunden.\nEine Vorstellung ist etwas, das man vor sich\nstellt, wodurch man also die Fähigkeit des\nSehens erschwert. Man kann nicht mehr\nüber das hinwegsehen, was man sich vor\ndie Augen stellt. Nun wird die menschliche\nFähigkeit gerühmt, sich etwas vorstellen zu\nkönnen, was man nicht sieht, also über das\nSehen hinwegsehen zu können. Was hat es\nfür einen Wert, auf etwas zu sehen, was\nman gar nicht sehen will oder sehen muß.\nDas Bild muß gesehen werden. Oft glaubt\nman zu sehen, wo man nur denkt. Denken\nist das Gedächtnis sinnlicher Erfahrungen.\nJe mehr sinnliche Erfahrungen wir gesam-\nmelt haben, oder je mehr sinnliche Erfah-\nRungen in unserem Gehirn durch Lernen,\ndas heißt durch Erfahrungen Anderer, auf-\ngespeichert sind, umso weniger wenden wir\nunsere Sinne an. Durch die dauernde\nUebung geschieht die Umwandlung des\nSehens in Denken so schnell und so auto-\nmatisch, daß wir oft zu sehen glauben, wo\nwir nur denken. Man wendet gegen die\nKunst der Gegenwart ein, daß man sich\nnichts dabei denken kann. Es muß heißen,\ndaß man etwas sieht, was man sinnlich mit\ndem Auge nicht erfahren hat. Daß man\nalso eigentlich dadurch erst recht zum Den-\nken, also zur Verunsinnlichung des sinn-\nlichen Eindrucks kommen müßte. Man hält\ndas Unsinnliche für besonders vornehm und\ndie Sinne für etwas, das durch Selbstbezwin-\ngung oder durch Zwang der Erziehung sogar\nmit Hilfe des Staates oder des Gesetzes be-\nseitigt werden muß. Nur sind die Sinne\nmächtiger als der Sinn. Denn ohne die\nSinne ist den Menschen nicht die Möglich-\nkeit des Sinnens gegeben. Es gibt keine\ngrößere Freude als das Sehen. Man reist,\num etwas zu sehen. Man liebt im ersten\nAugenblick durch den Blick der Augen, weil\nman sie ht. Die Freude der Mutter ist der\nBlick auf das Kind. Man ißt und trinkt\numso lieber, wenn etwas appetitlich aus-\nsie ht . Man hat im Traum sogar Gesichte.\nNur in der Kunst, in dem gestalteten Sehen,\nmuß man sich etwas denken. Was sieht\nman? Man sieht Farben und Formen. Hat\njemals ein Mensch die Seele eines anderen\ngeliebt oder gehaßt, bevor er sie gesehen\nhat? Das Bild aber soll vor allem Seele"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "4", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3157, "texte": "haben. Hier will man die Seele zuerst\nsehen, die man im Leben nur durch die\nSinne erfahren kann. Man bewundert die\nBilder, die mit Seele gemalt sind. Darunter\nversteht man etwa, daß auf einem Bild ein\nbesserer Herr die Arme um ein besseres\nMädchen schlingt, nicht ohne Verwendung\neiner Gartenlaube. Daß dazu kleine Kinder\nmit Flügeln versehen unnatürlich in der Luft\nschweben und unten auf dem Bilde Rosen\nblühen, Oder man versteht unter Seelen-\nmalerei, daß eine Dame im Kittel ohne aus-\ngemalte Augen, also blind, zwischen ge-\nmaltes, wenn auch nicht gemahlenes Ge-\ntreide gestellt wird und sich oben ein gelber\nKr eis als Sonne aufführt. Oder man ver-\nsteht unter Seelenmalerei einen gemalten\nnackten Jüngling, der seine Hände bis an\nden Rand des Bildes reckt, offenbar, weil er\nSehnsucht hat, wenigstens aus dem Rahmen\nherauszuspringen. Auch Schafe machen\nsich stets seelenvoll. Was kann man sich\nalles dabei denken. Nun kommen diese mo-\ndernen Maler, stellen einfach Farbformen\nzusammen und nennen es Kunst. Man ver-\nsuche doch etwas nachzudenken. Steigt\nman auf Berge, um auf die Landschaften\nherabzusehen, oder um sie zu sehen? Ord-\nnet man die Blumen im Garten nach der\nBotanik oder nach den Farbformen? Sieht\nman die schöne Gesinnung eines Menschen\noder seine schönen Formen? Wendet man\nSchönheitsmittel an, um seelisch zu wirken\noder um Farben und Formen zu ändern, die\nden Betreffenden zu ihrem Gesamtbild nicht\ngeeignet erscheinen? Jetzt sind wir dicht\nbei der Kunst. Gesamtbild. Man hat also\neine Vorstellung für sich selbst von seinem\nGesamtbild. Man hat also die Vorstellung,\ndaß Farben und Formen in eine bestimmte\nund bestimmbare Beziehung zueinander ge-\nbracht werden müssen, um eine Wirkung zu\nerzielen, also schön zu sein- Diese Vor-\nstellung von den Beziehungen der Farbfor-\nmen, von ihrer schönen Wirkung wird beim\nEinzelnen immer intensiver. Ich erinnere\ndie Leserinnen daran, daß man vor gar nicht\nallzu langer Zeit sich nur um das Kleid\nkümmerte, das schön sein sollte, Und daß\nman Strümpfe und Schuhe trug, weil eben\nBeine und Füße bekleidet sein mußten, Erst\nin neuerer Zeit wählt man wieder zu jedem\nKleid die anderen Gegenstände nach Farbe\nund Form aus. Offenbar doch deshalb, weil\nsich das Färb- und Formgefühl wieder ent-\nwickelt und man wieder sieht, daß etwa\nzwei schwarze Formen sich nicht mit ande-\nren Farbformen ohne weiteres optisch ver-\nbinden,\nKunst ist weiter nichts als die optisch-\nlogische Gestaltung in den Beziehungen der\nFarbformen, Denken und Seele haben\nnichts mit Kunst zu tun, Sie haben sogar\nnichts mit der Natur zu tun, Oder will man\nbehaupten, daß die Sonne scheint, um den\nMenschen zu erheitern? Daß die Farbfor-\nmen auf den Gegenständen der Natur aus\nseelischen Gründen vorhanden sind oder\num Gedanken zu übermitteln, Oder soll\nKunst etwa nur Erinnerung an irgend etwas\noder an irgend wen sein? Kunst ist Gestal-\ntung. Kunst hat nicht die Fähigkeit der Na-\ntur, zu wachsen oder geboren zu werden.\nSo unromantisch es sich anhört: Kunst wird\nvom Sehen her zusammengestellt, kompo-\nniert. Uebermitteln die Komponisten keine\nEmpfindung, trotzdem sie doch zweifellos\nkomponieren? Aber sie komponieren keine"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "6", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3171, "texte": "Empfindungen, sie komponieren Töne.\nJeder hat schon durch Jazz-Musik gehört,\ndaß Trauermärsche als heitere Steps zu ver-\nwenden sind. Es ist nicht der Ton, der die\nMusik macht. Musik macht die Bewegung\nder Töne zueinander, der Rhythmus. Die\nRhythmen ändern sich zwar nicht, wirken\naber verschieden auf den Blutkreislauf der\nHörer je nach dem Grad der Schnelligkeit.\nAlso nicht die Empfindung des Komponisten,\ndas Tempo erregt in uns verschiedene Emp-\nfindungen. Nicht der Gegenstand, die Farbe\nwirkt auf das Auge. Die Bewegung der\nFarben und Formen zueinander, der Rhyth-\nmus ergibt das Bild. Und je nach dem\nTempo der ätherischen Wellen ergibt sich\nwie bei den Tonwellen Art und Grad der\nEmpfindung. Auch Farben erregen wie\nTöne. Farben erregen bekanntlich Tiere\nund Kinder, von denen man nicht behaupten\nkann, daß sie unnatürlich oder dekadent\nsind. Das dürften eher die Gebildeten sein.\nWas ist das für eine Bildung, die nicht Bil-\nder sehen kann.\nNun weiß man vom Hören und vom\nHörensagen, daß der Expressionismus tot\nist, trotzdem viele nicht mehr vom Ex-\npressionismus wissen, als daß sein junges\nLeben bereits beendet sein soll. Die Geburt\ndes Expressionismus hat man verschwiegen,\nweil man für gesunde, sichtbare Erscheinun-\ngen nichts übrig hat. Man kann sich bei\nihnen nichts denken. Man will die Brillen\nnicht ablegen, an die das Auge sich gewöhnt\nhat. Man will in einer unsichtbaren Welt\nleben, in der man sich nach Belieben optisch\ntäuschen kann. Man hält die Ruhe des\nTodes für ein Geheimnis und sieht nicht das\ngrößere Geheimnis in der Bewegung des\nLebens. Und da man sich die Bilder nicht\nmehr vor unsinnlichen Augen stellen kann»\nverstellt man sich die Bilder mit dem Wort\nExpressionismus. Expressionismus, über-\nsetzt man, ist Ausdruckskunst, Die Künstler\nwollen etwas ausdrücken, also die Seele\nausdrücken, die Seele ausquetschen, und\nman kann wieder einmal über die Seele sich\nausquatschen, wie einst im Mai. Der Herr\nKünstler oder die Frau Künstlerin haben\nihre unerhörten, aber nicht unersehenen in-\ndividuellen Erlebnisse, die sie durch Oel\nder staunenden, doch leider nicht gaffenden\nMenge übermitteln. Unerhörte individuelle\nErlebnisse. Einer ist traurig gewesen, das\nhat die Welt zwar schon gehört, aber offen-\nbar noch nicht gesehen. Ein Anderer ist\nlustig gewesen. Einer womöglich schwer-\nmütig, einer womöglich leichtmütig. Das\nsind Erlebnisse. Die müssen im Bilde mit\nOel festgehalten werden. Jemand malt\neinem Herrn zwei Falten neben die Nasen-\nflügel, und nun muß man schon blind sein,\nwenn man nicht sieht, daß der geölte Herr\ndenkt. Jetzt wird erklärt, daß der Ex-\npressionismus eigentlich immer existiert hat.\nJeder Künstler hat immer seine famosen\nErlebnisse ausdrücken wollen. Kunst hat\nnichts mit Drücken zu tun, weder mit Aus-\ndrücken, noch mit Eindrücken. Man ver-\nsucht nur, sich auf diese bequeme Weise\nvon der Kunst zu drücken, indem man den\nSehern, die nur Hörer sind, Erlebnisse vor-\nredet, statt ihnen Farben zu zeigen. Farb-\nformen sind keine Kunst, sagen Publikum,\nKunstkenner und Kunstkritiker. Man\nbraucht nur die Farben aus den Tuben auf\ndie Palette auszudrücken und hat die schön-\nsten Farbeneffekte. Das wird nicht be-"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "8", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3174, "texte": "stritten. Aber die Komposition der Farben-\neffekte ist erst Kunst, nicht der Ausdruck\naus der Tube oder aus der Seele. Woher\nweiß man nun, ob man vor einem Bild oder\nvor einer Palette steht? Woher wissen die\nFragenden, ob die Kuh oder der Rosen-\nstrauch Kunstwerke sind? Weil man\nweiß, wie Kühe oder Rosen aussehen, Kühe\nund Rosen sind auf dem Bilde nur Farb-\nformen. Wenn glückliche oder unglückliche\nMenschen weder Kühe noch Rosen gesehen\nhaben, können sie ihre Nachahmung auf dem\nBild nicht fesstellen. Für sie sind also diese\nKunstwerke als Kunstwerke verloren. Was\ntun aber diese glücklichen Kühe und diese\nunglücklichen Rosen auf der rechteckigen\noder ovalen Leinwand. Sie schweben zwi-\nschen verschiedenen Farben oder sind in\nirgendeine Ecke geklemmt. Die anderen\nFarben um diese Gegenstände herum sind\neigentlich höchst unnatürlich. Die Kühe\nstieren ins Blaue und die Rosen ins Grüne,\nOder ist Blau und Grün etwa die ausge-\ndrückte Seele. Daß Rot an Blut erinnert,\nkann man wohl einen Denkprozeß nennen.\nBlau erinnert an Luft, grün an Gras. Also\neine Denkorgie. Man kann sich etwas den-\nken. Wenn aber auf dem Bild blau und rot\nund grün zusammen sind, das Grasgrün wo-\nmöglich oben, das Himmelblau womöglich\nunten, und wenn das Blutrot zwischen Gras\nund Himmel schwebt, da kann man sich\nnichts mehr dabei denken. Ich hoffe, diese\nPhilosophie des bewußten Denkens vor\nBildern schon jetzt bis zur bewußten Lächer-\nlichkeit gebracht zu haben. Es ist keine\nUebertreibung, daß mit dieser Art Denken\nDenker über Bilder philosophieren. In der\nKunst gibt es nur ein Denken des Sehens.\nErst denken stets die Sinne, alles andere\nist Nachdenken.\nExpressionismus ist der Name für die\nErkenntnis von Kunst als organische Ge-\nstaltung von Farbformen. Ob diese Farb-\nformen an Gegenstände erinnern oder nicht,\nist künstlerisch belanglos, Da Malerei zwei-\nfellos eine Kunst der Fläche ist, ergibt sich\nohne weiteres, daß jeder Körper auf dem\nBild nur durch optische Täuschung als Kör-\nper wirken kann. Die Fläche ist nun ein-\nmal zweidimensional. Oder wird man be-\nhaupten wollen, daß das Wesen der Kunst\nin der Vortäuschung der dritten Dimension\nbesteht? So können sich höchstens Kunst-\nkenner und Kunstkritiker täuschen.\nDer Expressionismus ist keine Kunst-\nrichtung, er ist eine Kunstwende. Dieselbe\nkünstlerische Anschauung findet man in der\nvorgeschichtlichen Zeit, man findet sie bei\nden Negern und den Südseeinsulanern, im\nalten Aegypten und im alten China, in Süd-\namerika, besonders in Peru, in der frühen\nGotik und bei allen Kindern. Der europä-\nische Größenwahn vermißt bei den Ge-\nnannten wahrscheinlich die famose Zivilisa-\ntion, die überall nur das Tempo, nicht aber\nden Rhythmus geändert hat. Und wenn wir\nheute die Sinne wieder über den Sinn\nstellen, so ist es lächerlich, diese Erkennt-\nnis als dekadent oder pervers zu bezeich-\nnen. Vielleicht ist der Weltkrieg, als Phä-\nnomen betrachtet, abgesehen von seiner\nwirtschaftlichen Seite, nichts anderes als\nder Kampf um die Befreiung von dieser un-\nsinnlichen Zivilisation. Die Expressionisten\nhaben für die Gegenwart dieselbe Bedeu-\ntung wie die Enzyklopädisten für die fran-\nzösische Revolution. Jede Kunstwende ist"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "10", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3164, "texte": "radikal, da nur aus der Wurzel etwas Neues\nwachsen kann. Jede Kunstwende ist revo-\nlutionär, da sie eine Bewegung verursacht.\nEine anschauliche Bewegung,\nGeschichtlich rechnet man die neue Be-\nwegung in der Kunst etwa von Oskar Ko-\nkoschka ab, trotzdem seine Bilder heute\nkaum noch revolutionär wirken und seine\nWerke seit 1916 wieder Tradition, also\nschlecht sind. Denn die Nachahmung von\nBildern ist ebenso unkünstlerisch wie die\nNachahmung der Natur, Das historische\nVerdienst der künstlerischen Revolutionie-\nrung haben aber die italienischen Futuristen.\nInsbesondere der Maler Boccioni, der im\nKriege gestorben ist. Für die Herren und\nDamen, die über Expressionismus Bücher\ngeschrieben haben oder schreiben werden,\nsei bemerkt, daß F. T. Marinetti kein Maler,\nsondern der theoretische Wortführer der\nFuturisten ist. Die neue Bewegung in der\nKunst entstand fast gleichzeitig in allen Län-\ndern, ohne daß die Künstler sich etwa mit-\neinander verabredet hatten. Sie haben erst\nalle voneinander durch die Gründung des\nSturm erfahren, der sie organisierte und der\nauf der großen Internationalen Ausstellung\n1913 zu Berlin die Bilder der neuen Kunst\nzu einer ersten Gesamtschau vereinigte.\nDie ersten führenden Künstler der neuen\nKunst waren die Russen Kandinsky und Marc\nChagall, die Deutschen Franz Marc, August\nMacke und Paul Klee, die Franzosen Albert\nGleizes, Robert Delaunay und Fernand Le-\nger und die Holländerin Jacoba van Heems-\nkerck. Marc und Macke sind im Kriege\ngefallen, Jacoba van Heemskerck vor drei\nJahren gestorben. Die Bewegung in Frank-\nreich, die die gleichen Ziele hat, nennt man\nKubismus. Es ist wohl noch in Erinnerung,\nwelche Empörung und Aufregung die Werke\ndieser Künstler hervorriefen und welche\nKämpfe insbesondere gegen die Fachkritik\nund gegen die Kunstwissenschaft, und zwar\nbis 1918 ausschließlich durch den Sturm ge-\nführt werden mußten, um die Bilder dieser\nKünstler wenigstens sichtbar werden zu\nlassen. Der Krieg konnte das Wesen dieser\nBewegung nicht ändern, da durch die Be-\nwegung das Gegenständliche und das Anek-\ndotische als kunstfremd erkannt worden ist.\nSeit dem Krieg sind als neue Künstler von\nRang und primärer Begabung zu nennen:\ndie Deutschen Kurt Schwitters und Lothar\nSchreyer, die Ungarn Peri und Moholy-\nNagy und als jüngste der Belgier Pierre\nFlouquet und die Ungarn Bela Kädär und\nHugo Scheiber,\nSeitdem die neue Kunst Aufmerksamkeit\nin weiteren Kreisen gefunden hat, und seit-\ndem die Kunsthändler glauben, daß bereits\neine geschäftliche Konjunktur für die neue\nKernst vorhanden sein müßte, sind viele Irr-\ntümer über das Wesen des Expressionismus\nentstanden und viele Künstler zweiten bis\nletzten Ranges an die Oeffentlichkeit ge-\nbracht worden. Das größte Mißverständnis\naber ist der Begriff der neuen Sachlichkeit,\ndurch den versucht wird, den alten Kitsch\nneu aufzulackieren. Es kommt nicht darauf\nan, Herren und Damen anders zu malen. Es\nkommt darauf an, Bilder zu malen. Was\nunter Bild zu verstehen ist, glaube ich er-\nklärt zu haben.\nMan arbeitet in den letzten Jahren auch\nmit dem neuen Schlagwort Konstuktivis-\nmus. Es gibt einige weniger begabte Künst-\nler, die glauben, das Zeitgefühl zu treffen,"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "12", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2168, "texte": "wenn sie Farbformen wählen, die an Ma-\nschinen erinnern, Das ist Maschinenroman-\ntik, Die gemalte Maschine unterscheidet\nsich künstlerisch nicht von der gemalten\nKuh, Sie sind beide unkünstlerisch, Kon-\nstruktion bedeutet aber dasselbe wie Kom-\nposition, Bilder können deshalb nicht kon-\nstruiert werden, weil sie nicht gebaut, son-\ndern gemalt sind. Das Bild hat kein Oben\nund kein Unten, Das Bild ist stets kon-\nzentrisch.\nEine andere Frage ist es, ob das Malen\nvon Bildern überhaupt wichtig ist, Jeden-\nfalls ist es nicht so wichtig, wie Künstler\nund Kunstfreunde glauben, Das Tafelbild ist\nentstanden, als es keine Möglichkeit mehr\ngab, die Malerei mit der Architektur, das\nheißt mit Außenräumen und Innenräumen\norganisch zu verbinden. Als die Bürger\nnicht mehr unterhalb der Burg wohnen\nmußten und die Herren den Sklaven ge-\nstatten mußten, allein für ihre Wohnung zu\nsorgen, hatten Bürger und Proletarier nicht\ndie Mittel, sich Burgen und Paläste zu bauen.\nEs entstanden die Mietswohnungen, Man\nwollte sich die Möglichkeit beschaffen, seine\nWandmalerei mitzunehmen. So entstanden\nstatt der Freskomalereien die Tafelbilder\nund statt der Gobelins die Tapeten, die man\nnicht einmal mitnehmen will. Die neue\nKunst sucht wieder die organische Verbin-\ndung mit dem Raum, Für sie ist das Tafel-\nbild nur Ersatz, Solange Menschen in Räu-\nmen wohnen, in denen die Gegenstände\nnicht zueinander komponiert sind, in denen\ndie Beziehungen ihrer Farbformen nicht er-\nkannt sind, bleibt es künstlerisch belanglos«\nin ihnen noch so gute Bilder aufzuhängen.\nDie Gesetze der Kunst sind so zeitlos wie\ndie Gesetze der Natur, Kunstwerke sind\nc\nOrganismen, Kunst ist gestaltetes Leben.\nUnd wie man sich durch den Tod nicht um\ndas Leben betrügen lassen soll, so soll man\nsich durch gemalte Erinnerungen nicht das\nlebende Farbformbild forttäuschen lassen.\nMit Worten, die Sie lesen, bitte ich Sie, die\nAugen aufzuschlagen und zu sehen. Nichts\nist unmittelbarer als das Sehen, Wenn fern\nein Vögelchen singt, suchen Sie es, um es\nzu sehen. Sie suchen nach der Stimme, aber\nSie finden den Blick, Und was Sie aus der\nFerne hören, suchen Sie in der Nähe wirk-\nlich zu sehen.\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-04-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-04_01#c004", "volume": "bmtnabg_1926-04_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "3", "page_fin": "3", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.2.3.1", "titre_corps": "Schweine", "titre_sommaire": "Schweine", "signature_source": "Franz Marc", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 20, "texte": "Franz Marc: Schweine"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-04-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-04_01#c005", "volume": "bmtnabg_1926-04_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "5", "page_fin": "5", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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Dichtung / Themen der ersten sechs Hefte :\nApril: Expressionismus\nfl Mai- Theater Jedes Heft hat zahl-\n-11 iVicU. 1 llcalci , i a 1 i »i i\n—on # reiche Abbildungen\n1 Juni: Exotische Kunst\nJuli: Tanz und Plastik I Jahresbezug M 12\nAugust: Sturmabende Dichtungen 1 halbjahrlich M 6\nSeptember: Architektur jDrei Heite M 3\nEinzelheft M 1\nVerlag Der Sturm Berlin W 9 Potsdamer Strafie 134 a\nFernruf Liitzow 4443 : Postscheckkonto Berlin 120658\nVerlagsverzeichnisse kostenlos vom Verlag Der Sturm\nMitglieder der\nGesellschaft der\nSturmfreunde E.V.\nerhalten die Zeit-\nschrift satzungsge-\nmafi zum halben\nPre is e"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-04-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-04_01#c014", "volume": "bmtnabg_1926-04_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.2.9", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.2", "debut_caractere": 1070, "fin_caractere_exclue": 1817, "texte": "MEL O S\nSchriftleitung: Dr. Hans Mersmann\nErscheint monatlich\nPreis des Einzelheftes M. 0.60. Abonnementspreis jahrlich\nM 7.20 und Porto\nMITARBEITER:\nu. a.; F. Busoni / M. Slevogt / Ph. Jarnach / Heinz Tiessen\nE. Wellesz (Wien) / H. Prunieres / A. Coeuroy / Boris de\nSchloezer (Paris) / E. Evans (London) / M. Labroca (Rom)\nE. Braudo / L. Ssabanejeff (Moskau) / F. Gljeboff\n(Leningrad)\nINHALT:\nIn den Einzelheften wurde eine inhaltliche Geschlossenheit\nerstrebt; ihre leitenden Gesichtspunkte waren u. a.:\nDie Oper (2 Hefte) Musik im nettem Rut-\nland (2 Hefte) Romanisdie Musik / Die\nEinheit der Kiinste / Musikwissensdiaft\nNeuer 5. Jahrgang ab 1. Oktober 1925\nProbeheft gratis vom\nMelos-Verlag G. m. b. 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Jahrhunderts / Ernst Krenek,\nMusik in der Gegenwart / Heinrich Kaminski, Revolution oder\nEvolution? / Erwin Stein, Mahler, Reger, Straufi und Schonberg- /\nPaul Bekker, Busoni / Eg-on Wellesz, Die Oper / Kurt Weill,\nBekenntnis zur Oper / Franz Ludwig- Horth, Die Opernreg-ie /\nOskar Bie, Der Tanz / R. St. Hofmann, Die Operette / Paul\nv. Klenau, Aufg-abe des Dirigenten / Walter Braunfels, Auf-\ng-aben der Schule / Erwin Felber, Die Musikwissenschaft / Franz\nMoissl, Die Kirchenmusik / Ernst Schoen, Musik und Technik /\nMax Graf, Musikkritik / Paul A. Pisk, Musikalische Volksbildung- /\nPaul Stefan, Vor 25 Jahren / Adolf Weifimann, Nation und\nRasse in der Musik / Alban Berg*, Verbindliche Antwort / Josef\nMatthias Hauer, der Musik? / Francesco Malipiero,\nEin Brief / Lois Gruenberg*, Vom Jazz / Wilhelm Altmann,\nOpernstatistik\n(lnlversal-Edf(ion A.O.\nWIEN NEW YORK"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-04-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-04_01#c017", "volume": "bmtnabg_1926-04_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "17", "page_fin": "17", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "17", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.19", "debut_caractere": 1445, "fin_caractere_exclue": 1679, "texte": "Deutsche\nKreuzwortratsel\nZeitung\nDie Zeitschrift der\nGegenwart\niiberall erhaltlich\nEinzelheft 25 Pfg Abonnement 3 M\nvierteljahrlich frei Haus\n■\nVerlag-\nvon Poddebski & Co.\nBerlin SW 48\nVerl. 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Berlin W ♦ Grunewaldstr. 14-15\nGegrundet 1854 HOfSPC(I HCllfC S. PI. fICS IfOltigS VOH Spanien Gegrundet 1854\nSpedition und Mobeltransporte, Verpackung and Lagerung von\nGemalden und Kunstgegenstanden jeder Art\nLieferung und Empjang nach und von alien Kunstausstellungen\ndes In- und Auslandes. Transportversicherungen aller Art\nSpediteure d. Wlrtsdioftildien verbandes Dildender Kunsfier - der freien Secession\ndes verbandes Deulsdier lliusiroforen und llausspedlteure des „Sfurm\"\nm"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-04-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-04_01#c019", "volume": "bmtnabg_1926-04_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "17", "page_fin": "17", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "17", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.19", "debut_caractere": 2185, "fin_caractere_exclue": 2463, "texte": "Gesellsdiaft der Sfurmfreunde O\nSonnabend, den 17. 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' -- - ■\nHerausgeber Joseph Bloch\nPreis pro Quartal 2.25 Mark / Einzelheft 75 Pfennig\nVorzugsausgabe (auf besonders schonem Papier) pro Quartal\n4.50 Mark, Einzelheft 1.50 Mark\nDas soeben ausgegebene 3. Heft enthalt:\nPaul Kamffmeyer Zum 100. Geburtstag Wilhelm\nLiebknechts\nDr. Ludwig Quessel (M. d. R.) Deutschland und\n\" Polen im Volkerbund\nDr. Richard Kleineibst Ruckwirkungen\nHermann Jacket (Vors. des Textilarb.-Verb.) Die\ndeutschen Gewerkschaften nach\ndem Krieg\nDr. Carl Mennicke Der religiose Sozialismus in\nDeutschland\nWalter Lefemann Abend\nErnst Kallai Malerei und Film\nProduktionsgedanke und Staatssozialismus | Walther Pahl — Die\nSozialdemokratie in der Politik ] Wally Zepler — Vitalismus und\nMechanismus | Dr. Hans Haustein — Das Rechtsprinzip in der\nFiirstenabfindung | Dr. Karl Steinhoff — Die junge Dichtung in\nItalien, Griechenland, Frankreich | Dr. Max Hochdorf — Kunstseide\nDr. Heinrich Lux — Das Leben Renans | Adolf Siegfried — Die Toten:\nPablo Iglesias, Georg Klingenberg, Anna Kulischow-Turati, Georg\nA Schweinfurth; und anderes mehr\nProbehefte stehen auf Verlangen jederzeit kostenfrei zur Ver-\nfugung. 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Prefazione e testo\ndi Emanuele di Castelbarco\nEdizione die gran lusso, rilegata in carto\nnatura d'editore con fregi in oro, 500\ncopie L. 150-\n50 Esemplari su carta speciale,\nnumerati, rilegati in tutta pelle . . . L. 300-\nALBERTO MARTINI\nMisteri\nGrande albo di lusso in formato m. 0,43x0,55\ncontenente 6 litografie originali precedute da un\ncommento lirico di Emanuele di Castelbarco\nRara e preziosa opera limitata a soli\n50 esemplari numerati e firmati dall'\nartista. Le pietre litografiche dopo\nla tiratura vennero cancellate . . . L. 2000-\n4 Esemplari rarissimi in sanguigna . . L. 3000-"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.1", "texte": "17. JAHRGANG\nBERLIN / APRIL 1926\nt, HEFT\nDER STURM\nMONATSSCHRIFT\n/ HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\n\nBelá Kádár: Zeichnung"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.2", "texte": "Zeitschrift Der Sturm\nAn die Abonnenten und Leser der Zeitschrift Der Sturm\nDie Zeitschrift Der Sturm beginnt ihren 17. Jahrgang und wird vom April bis Septem-\nber einmal monatlich, vom Oktober bis Dezember zweimal monatlich erscheinen. Der\nJahrgang hat also wie bisher 12 Hefte. Die ersten sechs Hefte werden je ein bestimmtes\nThema behandeln, die letzten sechs Hefte enthalten sachliche, kritische und polemische\nBeitrage iiber Politik, Theater, Musik, Kunst u. Dichtung / Themen der ersten sechs Hefte :\nApril: Expressionismus\nfl Mai- Theater Jedes Heft hat zahl-\n-11 iVicU. 1 llcalci , i a 1 i »i i\n—on # reiche Abbildungen\n1 Juni: Exotische Kunst\nJuli: Tanz und Plastik I Jahresbezug M 12\nAugust: Sturmabende Dichtungen 1 halbjahrlich M 6\nSeptember: Architektur jDrei Heite M 3\nEinzelheft M 1\nVerlag Der Sturm Berlin W 9 Potsdamer Strafie 134 a\nFernruf Liitzow 4443 : Postscheckkonto Berlin 120658\nVerlagsverzeichnisse kostenlos vom Verlag Der Sturm\nMitglieder der\nGesellschaft der\nSturmfreunde E.V.\nerhalten die Zeit-\nschrift satzungsge-\nmafi zum halben\nPre is e\n\nMEL O S\nSchriftleitung: Dr. Hans Mersmann\nErscheint monatlich\nPreis des Einzelheftes M. 0.60. Abonnementspreis jahrlich\nM 7.20 und Porto\nMITARBEITER:\nu. a.; F. Busoni / M. Slevogt / Ph. Jarnach / Heinz Tiessen\nE. Wellesz (Wien) / H. Prunieres / A. Coeuroy / Boris de\nSchloezer (Paris) / E. Evans (London) / M. Labroca (Rom)\nE. Braudo / L. Ssabanejeff (Moskau) / F. Gljeboff\n(Leningrad)\nINHALT:\nIn den Einzelheften wurde eine inhaltliche Geschlossenheit\nerstrebt; ihre leitenden Gesichtspunkte waren u. a.:\nDie Oper (2 Hefte) Musik im nettem Rut-\nland (2 Hefte) Romanisdie Musik / Die\nEinheit der Kiinste / Musikwissensdiaft\nNeuer 5. Jahrgang ab 1. Oktober 1925\nProbeheft gratis vom\nMelos-Verlag G. m. b. H.\nBerlin-Friedenau / Stubenrauchstrafee 40\n\nKunstausstellung\nDer Sturm\nBerlin W9 Potsdamer Strafie 134 a I\nApril 1926\nBuchheister\nSiidseekunst\nGesamtschau\nGeoffnet von 10 — 6\nSonntags von 11—12\nLesesaal mit 40 auslan-\ndischen Zeitschriften\nBilderverleih\nJeden Mittwoch\n8 Uhr\nSturm-\nKabarett\nConference:\nRudolf Bliimner\nNach der Vorstellung\nTA N Z | Jazzband\nKarten im Vorverkauf:\nSturm - Buchhandlung\nPotsdamer Stra6e 138 a\nVerkauf von Kunstwerken audi auf Ratenzahlung"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.3", "texte": "Franz Marc: Die blauen Pferde"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.4", "texte": "Expressionismus\nHerwarth Walden\n\nEs ist nicht einfach, vor Lesern über das\nzu sprechen, was gesehen werden muß.\nEs ist einfach zu sehen. Deshalb ist das\nSehen der Kunst der Gegenwart für viele\nmit so großen Schwierigkeiten verbunden.\nWeshalb sehen die Leser die alte Kunst fast\nohne hinzusehen? Weshalb macht diese\nKunst der Gegenwart soviel Aufsehen?\nWeil man gezwungen wird, aufzusehen.\nWenn auch Sehen keine Kunst ist. Kunst\nhat das Sehen als Vorbedingung. Der Blinde\nhat nichts von der Kunst. Man hat es na-\nmentlich in Deutschland verlernt, zu sehen.\nMan hört. Man horcht. Man gehorcht.\nMan spricht von dem Hörer als von einem\nMenschen, der hört. Man spricht aber vom\nSeher als von einem Menschen, der nicht\netwas Gewöhnliches, der etwas Außer-\ngewöhnliches sieht. Nämlich etwas sieht,\ndas er nicht sieht. Die Tätigkeit des\nSehens ist mit einer Vorstellung verbunden.\nEine Vorstellung ist etwas, das man vor sich\nstellt, wodurch man also die Fähigkeit des\nSehens erschwert. Man kann nicht mehr\nüber das hinwegsehen, was man sich vor\ndie Augen stellt. Nun wird die menschliche\nFähigkeit gerühmt, sich etwas vorstellen zu\nkönnen, was man nicht sieht, also über das\nSehen hinwegsehen zu können. Was hat es\nfür einen Wert, auf etwas zu sehen, was\nman gar nicht sehen will oder sehen muß.\nDas Bild muß gesehen werden. Oft glaubt\nman zu sehen, wo man nur denkt. Denken\nist das Gedächtnis sinnlicher Erfahrungen.\nJe mehr sinnliche Erfahrungen wir gesam-\nmelt haben, oder je mehr sinnliche Erfah-\nRungen in unserem Gehirn durch Lernen,\ndas heißt durch Erfahrungen Anderer, auf-\ngespeichert sind, umso weniger wenden wir\nunsere Sinne an. Durch die dauernde\nUebung geschieht die Umwandlung des\nSehens in Denken so schnell und so auto-\nmatisch, daß wir oft zu sehen glauben, wo\nwir nur denken. Man wendet gegen die\nKunst der Gegenwart ein, daß man sich\nnichts dabei denken kann. Es muß heißen,\ndaß man etwas sieht, was man sinnlich mit\ndem Auge nicht erfahren hat. Daß man\nalso eigentlich dadurch erst recht zum Den-\nken, also zur Verunsinnlichung des sinn-\nlichen Eindrucks kommen müßte. Man hält\ndas Unsinnliche für besonders vornehm und\ndie Sinne für etwas, das durch Selbstbezwin-\ngung oder durch Zwang der Erziehung sogar\nmit Hilfe des Staates oder des Gesetzes be-\nseitigt werden muß. Nur sind die Sinne\nmächtiger als der Sinn. Denn ohne die\nSinne ist den Menschen nicht die Möglich-\nkeit des Sinnens gegeben. Es gibt keine\ngrößere Freude als das Sehen. Man reist,\num etwas zu sehen. Man liebt im ersten\nAugenblick durch den Blick der Augen, weil\nman sie ht. Die Freude der Mutter ist der\nBlick auf das Kind. Man ißt und trinkt\numso lieber, wenn etwas appetitlich aus-\nsie ht . Man hat im Traum sogar Gesichte.\nNur in der Kunst, in dem gestalteten Sehen,\nmuß man sich etwas denken. Was sieht\nman? Man sieht Farben und Formen. Hat\njemals ein Mensch die Seele eines anderen\ngeliebt oder gehaßt, bevor er sie gesehen\nhat? Das Bild aber soll vor allem Seele"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.5", "texte": "Franz Marc: Schweine"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "4", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.6", "texte": "haben. Hier will man die Seele zuerst\nsehen, die man im Leben nur durch die\nSinne erfahren kann. Man bewundert die\nBilder, die mit Seele gemalt sind. Darunter\nversteht man etwa, daß auf einem Bild ein\nbesserer Herr die Arme um ein besseres\nMädchen schlingt, nicht ohne Verwendung\neiner Gartenlaube. Daß dazu kleine Kinder\nmit Flügeln versehen unnatürlich in der Luft\nschweben und unten auf dem Bilde Rosen\nblühen, Oder man versteht unter Seelen-\nmalerei, daß eine Dame im Kittel ohne aus-\ngemalte Augen, also blind, zwischen ge-\nmaltes, wenn auch nicht gemahlenes Ge-\ntreide gestellt wird und sich oben ein gelber\nKr eis als Sonne aufführt. Oder man ver-\nsteht unter Seelenmalerei einen gemalten\nnackten Jüngling, der seine Hände bis an\nden Rand des Bildes reckt, offenbar, weil er\nSehnsucht hat, wenigstens aus dem Rahmen\nherauszuspringen. Auch Schafe machen\nsich stets seelenvoll. Was kann man sich\nalles dabei denken. Nun kommen diese mo-\ndernen Maler, stellen einfach Farbformen\nzusammen und nennen es Kunst. Man ver-\nsuche doch etwas nachzudenken. Steigt\nman auf Berge, um auf die Landschaften\nherabzusehen, oder um sie zu sehen? Ord-\nnet man die Blumen im Garten nach der\nBotanik oder nach den Farbformen? Sieht\nman die schöne Gesinnung eines Menschen\noder seine schönen Formen? Wendet man\nSchönheitsmittel an, um seelisch zu wirken\noder um Farben und Formen zu ändern, die\nden Betreffenden zu ihrem Gesamtbild nicht\ngeeignet erscheinen? Jetzt sind wir dicht\nbei der Kunst. Gesamtbild. Man hat also\neine Vorstellung für sich selbst von seinem\nGesamtbild. Man hat also die Vorstellung,\ndaß Farben und Formen in eine bestimmte\nund bestimmbare Beziehung zueinander ge-\nbracht werden müssen, um eine Wirkung zu\nerzielen, also schön zu sein- Diese Vor-\nstellung von den Beziehungen der Farbfor-\nmen, von ihrer schönen Wirkung wird beim\nEinzelnen immer intensiver. Ich erinnere\ndie Leserinnen daran, daß man vor gar nicht\nallzu langer Zeit sich nur um das Kleid\nkümmerte, das schön sein sollte, Und daß\nman Strümpfe und Schuhe trug, weil eben\nBeine und Füße bekleidet sein mußten, Erst\nin neuerer Zeit wählt man wieder zu jedem\nKleid die anderen Gegenstände nach Farbe\nund Form aus. Offenbar doch deshalb, weil\nsich das Färb- und Formgefühl wieder ent-\nwickelt und man wieder sieht, daß etwa\nzwei schwarze Formen sich nicht mit ande-\nren Farbformen ohne weiteres optisch ver-\nbinden,\nKunst ist weiter nichts als die optisch-\nlogische Gestaltung in den Beziehungen der\nFarbformen, Denken und Seele haben\nnichts mit Kunst zu tun, Sie haben sogar\nnichts mit der Natur zu tun, Oder will man\nbehaupten, daß die Sonne scheint, um den\nMenschen zu erheitern? Daß die Farbfor-\nmen auf den Gegenständen der Natur aus\nseelischen Gründen vorhanden sind oder\num Gedanken zu übermitteln, Oder soll\nKunst etwa nur Erinnerung an irgend etwas\noder an irgend wen sein? Kunst ist Gestal-\ntung. Kunst hat nicht die Fähigkeit der Na-\ntur, zu wachsen oder geboren zu werden.\nSo unromantisch es sich anhört: Kunst wird\nvom Sehen her zusammengestellt, kompo-\nniert. Uebermitteln die Komponisten keine\nEmpfindung, trotzdem sie doch zweifellos\nkomponieren? Aber sie komponieren keine"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "5", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.7", "texte": "Marc Chagall: Viehhändler"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "6", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.8", "texte": "Empfindungen, sie komponieren Töne.\nJeder hat schon durch Jazz-Musik gehört,\ndaß Trauermärsche als heitere Steps zu ver-\nwenden sind. Es ist nicht der Ton, der die\nMusik macht. Musik macht die Bewegung\nder Töne zueinander, der Rhythmus. Die\nRhythmen ändern sich zwar nicht, wirken\naber verschieden auf den Blutkreislauf der\nHörer je nach dem Grad der Schnelligkeit.\nAlso nicht die Empfindung des Komponisten,\ndas Tempo erregt in uns verschiedene Emp-\nfindungen. Nicht der Gegenstand, die Farbe\nwirkt auf das Auge. Die Bewegung der\nFarben und Formen zueinander, der Rhyth-\nmus ergibt das Bild. Und je nach dem\nTempo der ätherischen Wellen ergibt sich\nwie bei den Tonwellen Art und Grad der\nEmpfindung. Auch Farben erregen wie\nTöne. Farben erregen bekanntlich Tiere\nund Kinder, von denen man nicht behaupten\nkann, daß sie unnatürlich oder dekadent\nsind. Das dürften eher die Gebildeten sein.\nWas ist das für eine Bildung, die nicht Bil-\nder sehen kann.\nNun weiß man vom Hören und vom\nHörensagen, daß der Expressionismus tot\nist, trotzdem viele nicht mehr vom Ex-\npressionismus wissen, als daß sein junges\nLeben bereits beendet sein soll. Die Geburt\ndes Expressionismus hat man verschwiegen,\nweil man für gesunde, sichtbare Erscheinun-\ngen nichts übrig hat. Man kann sich bei\nihnen nichts denken. Man will die Brillen\nnicht ablegen, an die das Auge sich gewöhnt\nhat. Man will in einer unsichtbaren Welt\nleben, in der man sich nach Belieben optisch\ntäuschen kann. Man hält die Ruhe des\nTodes für ein Geheimnis und sieht nicht das\ngrößere Geheimnis in der Bewegung des\nLebens. Und da man sich die Bilder nicht\nmehr vor unsinnlichen Augen stellen kann»\nverstellt man sich die Bilder mit dem Wort\nExpressionismus. Expressionismus, über-\nsetzt man, ist Ausdruckskunst, Die Künstler\nwollen etwas ausdrücken, also die Seele\nausdrücken, die Seele ausquetschen, und\nman kann wieder einmal über die Seele sich\nausquatschen, wie einst im Mai. Der Herr\nKünstler oder die Frau Künstlerin haben\nihre unerhörten, aber nicht unersehenen in-\ndividuellen Erlebnisse, die sie durch Oel\nder staunenden, doch leider nicht gaffenden\nMenge übermitteln. Unerhörte individuelle\nErlebnisse. Einer ist traurig gewesen, das\nhat die Welt zwar schon gehört, aber offen-\nbar noch nicht gesehen. Ein Anderer ist\nlustig gewesen. Einer womöglich schwer-\nmütig, einer womöglich leichtmütig. Das\nsind Erlebnisse. Die müssen im Bilde mit\nOel festgehalten werden. Jemand malt\neinem Herrn zwei Falten neben die Nasen-\nflügel, und nun muß man schon blind sein,\nwenn man nicht sieht, daß der geölte Herr\ndenkt. Jetzt wird erklärt, daß der Ex-\npressionismus eigentlich immer existiert hat.\nJeder Künstler hat immer seine famosen\nErlebnisse ausdrücken wollen. Kunst hat\nnichts mit Drücken zu tun, weder mit Aus-\ndrücken, noch mit Eindrücken. Man ver-\nsucht nur, sich auf diese bequeme Weise\nvon der Kunst zu drücken, indem man den\nSehern, die nur Hörer sind, Erlebnisse vor-\nredet, statt ihnen Farben zu zeigen. Farb-\nformen sind keine Kunst, sagen Publikum,\nKunstkenner und Kunstkritiker. Man\nbraucht nur die Farben aus den Tuben auf\ndie Palette auszudrücken und hat die schön-\nsten Farbeneffekte. Das wird nicht be-"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "7", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.9", "texte": "Albert Gleizes: Frau und Kind"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "8", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.10", "texte": "stritten. Aber die Komposition der Farben-\neffekte ist erst Kunst, nicht der Ausdruck\naus der Tube oder aus der Seele. Woher\nweiß man nun, ob man vor einem Bild oder\nvor einer Palette steht? Woher wissen die\nFragenden, ob die Kuh oder der Rosen-\nstrauch Kunstwerke sind? Weil man\nweiß, wie Kühe oder Rosen aussehen, Kühe\nund Rosen sind auf dem Bilde nur Farb-\nformen. Wenn glückliche oder unglückliche\nMenschen weder Kühe noch Rosen gesehen\nhaben, können sie ihre Nachahmung auf dem\nBild nicht fesstellen. Für sie sind also diese\nKunstwerke als Kunstwerke verloren. Was\ntun aber diese glücklichen Kühe und diese\nunglücklichen Rosen auf der rechteckigen\noder ovalen Leinwand. Sie schweben zwi-\nschen verschiedenen Farben oder sind in\nirgendeine Ecke geklemmt. Die anderen\nFarben um diese Gegenstände herum sind\neigentlich höchst unnatürlich. Die Kühe\nstieren ins Blaue und die Rosen ins Grüne,\nOder ist Blau und Grün etwa die ausge-\ndrückte Seele. Daß Rot an Blut erinnert,\nkann man wohl einen Denkprozeß nennen.\nBlau erinnert an Luft, grün an Gras. Also\neine Denkorgie. Man kann sich etwas den-\nken. Wenn aber auf dem Bild blau und rot\nund grün zusammen sind, das Grasgrün wo-\nmöglich oben, das Himmelblau womöglich\nunten, und wenn das Blutrot zwischen Gras\nund Himmel schwebt, da kann man sich\nnichts mehr dabei denken. Ich hoffe, diese\nPhilosophie des bewußten Denkens vor\nBildern schon jetzt bis zur bewußten Lächer-\nlichkeit gebracht zu haben. Es ist keine\nUebertreibung, daß mit dieser Art Denken\nDenker über Bilder philosophieren. In der\nKunst gibt es nur ein Denken des Sehens.\nErst denken stets die Sinne, alles andere\nist Nachdenken.\nExpressionismus ist der Name für die\nErkenntnis von Kunst als organische Ge-\nstaltung von Farbformen. Ob diese Farb-\nformen an Gegenstände erinnern oder nicht,\nist künstlerisch belanglos, Da Malerei zwei-\nfellos eine Kunst der Fläche ist, ergibt sich\nohne weiteres, daß jeder Körper auf dem\nBild nur durch optische Täuschung als Kör-\nper wirken kann. Die Fläche ist nun ein-\nmal zweidimensional. Oder wird man be-\nhaupten wollen, daß das Wesen der Kunst\nin der Vortäuschung der dritten Dimension\nbesteht? So können sich höchstens Kunst-\nkenner und Kunstkritiker täuschen.\nDer Expressionismus ist keine Kunst-\nrichtung, er ist eine Kunstwende. Dieselbe\nkünstlerische Anschauung findet man in der\nvorgeschichtlichen Zeit, man findet sie bei\nden Negern und den Südseeinsulanern, im\nalten Aegypten und im alten China, in Süd-\namerika, besonders in Peru, in der frühen\nGotik und bei allen Kindern. Der europä-\nische Größenwahn vermißt bei den Ge-\nnannten wahrscheinlich die famose Zivilisa-\ntion, die überall nur das Tempo, nicht aber\nden Rhythmus geändert hat. Und wenn wir\nheute die Sinne wieder über den Sinn\nstellen, so ist es lächerlich, diese Erkennt-\nnis als dekadent oder pervers zu bezeich-\nnen. Vielleicht ist der Weltkrieg, als Phä-\nnomen betrachtet, abgesehen von seiner\nwirtschaftlichen Seite, nichts anderes als\nder Kampf um die Befreiung von dieser un-\nsinnlichen Zivilisation. Die Expressionisten\nhaben für die Gegenwart dieselbe Bedeu-\ntung wie die Enzyklopädisten für die fran-\nzösische Revolution. Jede Kunstwende ist"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "9", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.11", "texte": "Kurt Schwitters: Arbeiterbild"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "10", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.12", "texte": "radikal, da nur aus der Wurzel etwas Neues\nwachsen kann. Jede Kunstwende ist revo-\nlutionär, da sie eine Bewegung verursacht.\nEine anschauliche Bewegung,\nGeschichtlich rechnet man die neue Be-\nwegung in der Kunst etwa von Oskar Ko-\nkoschka ab, trotzdem seine Bilder heute\nkaum noch revolutionär wirken und seine\nWerke seit 1916 wieder Tradition, also\nschlecht sind. Denn die Nachahmung von\nBildern ist ebenso unkünstlerisch wie die\nNachahmung der Natur, Das historische\nVerdienst der künstlerischen Revolutionie-\nrung haben aber die italienischen Futuristen.\nInsbesondere der Maler Boccioni, der im\nKriege gestorben ist. Für die Herren und\nDamen, die über Expressionismus Bücher\ngeschrieben haben oder schreiben werden,\nsei bemerkt, daß F. T. Marinetti kein Maler,\nsondern der theoretische Wortführer der\nFuturisten ist. Die neue Bewegung in der\nKunst entstand fast gleichzeitig in allen Län-\ndern, ohne daß die Künstler sich etwa mit-\neinander verabredet hatten. Sie haben erst\nalle voneinander durch die Gründung des\nSturm erfahren, der sie organisierte und der\nauf der großen Internationalen Ausstellung\n1913 zu Berlin die Bilder der neuen Kunst\nzu einer ersten Gesamtschau vereinigte.\nDie ersten führenden Künstler der neuen\nKunst waren die Russen Kandinsky und Marc\nChagall, die Deutschen Franz Marc, August\nMacke und Paul Klee, die Franzosen Albert\nGleizes, Robert Delaunay und Fernand Le-\nger und die Holländerin Jacoba van Heems-\nkerck. Marc und Macke sind im Kriege\ngefallen, Jacoba van Heemskerck vor drei\nJahren gestorben. Die Bewegung in Frank-\nreich, die die gleichen Ziele hat, nennt man\nKubismus. Es ist wohl noch in Erinnerung,\nwelche Empörung und Aufregung die Werke\ndieser Künstler hervorriefen und welche\nKämpfe insbesondere gegen die Fachkritik\nund gegen die Kunstwissenschaft, und zwar\nbis 1918 ausschließlich durch den Sturm ge-\nführt werden mußten, um die Bilder dieser\nKünstler wenigstens sichtbar werden zu\nlassen. Der Krieg konnte das Wesen dieser\nBewegung nicht ändern, da durch die Be-\nwegung das Gegenständliche und das Anek-\ndotische als kunstfremd erkannt worden ist.\nSeit dem Krieg sind als neue Künstler von\nRang und primärer Begabung zu nennen:\ndie Deutschen Kurt Schwitters und Lothar\nSchreyer, die Ungarn Peri und Moholy-\nNagy und als jüngste der Belgier Pierre\nFlouquet und die Ungarn Bela Kädär und\nHugo Scheiber,\nSeitdem die neue Kunst Aufmerksamkeit\nin weiteren Kreisen gefunden hat, und seit-\ndem die Kunsthändler glauben, daß bereits\neine geschäftliche Konjunktur für die neue\nKernst vorhanden sein müßte, sind viele Irr-\ntümer über das Wesen des Expressionismus\nentstanden und viele Künstler zweiten bis\nletzten Ranges an die Oeffentlichkeit ge-\nbracht worden. Das größte Mißverständnis\naber ist der Begriff der neuen Sachlichkeit,\ndurch den versucht wird, den alten Kitsch\nneu aufzulackieren. Es kommt nicht darauf\nan, Herren und Damen anders zu malen. Es\nkommt darauf an, Bilder zu malen. Was\nunter Bild zu verstehen ist, glaube ich er-\nklärt zu haben.\nMan arbeitet in den letzten Jahren auch\nmit dem neuen Schlagwort Konstuktivis-\nmus. Es gibt einige weniger begabte Künst-\nler, die glauben, das Zeitgefühl zu treffen,"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "11", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.13", "texte": "Belá Kádár: Entführung"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "12", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.14", "texte": "wenn sie Farbformen wählen, die an Ma-\nschinen erinnern, Das ist Maschinenroman-\ntik, Die gemalte Maschine unterscheidet\nsich künstlerisch nicht von der gemalten\nKuh, Sie sind beide unkünstlerisch, Kon-\nstruktion bedeutet aber dasselbe wie Kom-\nposition, Bilder können deshalb nicht kon-\nstruiert werden, weil sie nicht gebaut, son-\ndern gemalt sind. Das Bild hat kein Oben\nund kein Unten, Das Bild ist stets kon-\nzentrisch.\nEine andere Frage ist es, ob das Malen\nvon Bildern überhaupt wichtig ist, Jeden-\nfalls ist es nicht so wichtig, wie Künstler\nund Kunstfreunde glauben, Das Tafelbild ist\nentstanden, als es keine Möglichkeit mehr\ngab, die Malerei mit der Architektur, das\nheißt mit Außenräumen und Innenräumen\norganisch zu verbinden. Als die Bürger\nnicht mehr unterhalb der Burg wohnen\nmußten und die Herren den Sklaven ge-\nstatten mußten, allein für ihre Wohnung zu\nsorgen, hatten Bürger und Proletarier nicht\ndie Mittel, sich Burgen und Paläste zu bauen.\nEs entstanden die Mietswohnungen, Man\nwollte sich die Möglichkeit beschaffen, seine\nWandmalerei mitzunehmen. So entstanden\nstatt der Freskomalereien die Tafelbilder\nund statt der Gobelins die Tapeten, die man\nnicht einmal mitnehmen will. Die neue\nKunst sucht wieder die organische Verbin-\ndung mit dem Raum, Für sie ist das Tafel-\nbild nur Ersatz, Solange Menschen in Räu-\nmen wohnen, in denen die Gegenstände\nnicht zueinander komponiert sind, in denen\ndie Beziehungen ihrer Farbformen nicht er-\nkannt sind, bleibt es künstlerisch belanglos«\nin ihnen noch so gute Bilder aufzuhängen.\nDie Gesetze der Kunst sind so zeitlos wie\ndie Gesetze der Natur, Kunstwerke sind\nc\nOrganismen, Kunst ist gestaltetes Leben.\nUnd wie man sich durch den Tod nicht um\ndas Leben betrügen lassen soll, so soll man\nsich durch gemalte Erinnerungen nicht das\nlebende Farbformbild forttäuschen lassen.\nMit Worten, die Sie lesen, bitte ich Sie, die\nAugen aufzuschlagen und zu sehen. Nichts\nist unmittelbarer als das Sehen, Wenn fern\nein Vögelchen singt, suchen Sie es, um es\nzu sehen. Sie suchen nach der Stimme, aber\nSie finden den Blick, Und was Sie aus der\nFerne hören, suchen Sie in der Nähe wirk-\nlich zu sehen.\nHerwarth Walden"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "13", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.15", "texte": "Moholy-Nagy: Bild 19"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "14", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.16", "texte": "Tour Donas: Musik"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "15", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.17", "texte": "Pierre Flouquet: Composition"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "16", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.18", "texte": "Hugo Scheiber: Porträtzeichnung"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "17", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.19", "texte": "Soeben ersdilenen:\nDAS JAHRBUCH\nder Universal-Edition\nauf das Jahr 1926\n25 JAHRE NEUE MUSIK\nHerausg-egeben von\nHans Heinsheimer und Paul Stefan\nBuchschmuck von Carry Hauser\nPreis kartoniert 5 Mk.\nDas Jahrbuch, an der Schwelle zum zweiten Viertel dieses Jahr-\nhunderts erscheinend, versucht in 25 Aufsatzen einen Ruckblick\niiber die Entwicklung der Musik in den vergangenen 25 Jahren\nzu geben, ihre gegenwartige Situation klarzustellsn und Aus-\nblicke auf die kommende Entwicklung zu geben\nIN HALT: Arnold Schonberg*, Gesinnung oder Erkenntnis?/\nHans Mersmann, Die Musik des 20. Jahrhunderts / Ernst Krenek,\nMusik in der Gegenwart / Heinrich Kaminski, Revolution oder\nEvolution? / Erwin Stein, Mahler, Reger, Straufi und Schonberg- /\nPaul Bekker, Busoni / Eg-on Wellesz, Die Oper / Kurt Weill,\nBekenntnis zur Oper / Franz Ludwig- Horth, Die Opernreg-ie /\nOskar Bie, Der Tanz / R. St. Hofmann, Die Operette / Paul\nv. Klenau, Aufg-abe des Dirigenten / Walter Braunfels, Auf-\ng-aben der Schule / Erwin Felber, Die Musikwissenschaft / Franz\nMoissl, Die Kirchenmusik / Ernst Schoen, Musik und Technik /\nMax Graf, Musikkritik / Paul A. Pisk, Musikalische Volksbildung- /\nPaul Stefan, Vor 25 Jahren / Adolf Weifimann, Nation und\nRasse in der Musik / Alban Berg*, Verbindliche Antwort / Josef\nMatthias Hauer, der Musik? / Francesco Malipiero,\nEin Brief / Lois Gruenberg*, Vom Jazz / Wilhelm Altmann,\nOpernstatistik\n(lnlversal-Edf(ion A.O.\nWIEN NEW YORK\n\nDeutsche\nKreuzwortratsel\nZeitung\nDie Zeitschrift der\nGegenwart\niiberall erhaltlich\nEinzelheft 25 Pfg Abonnement 3 M\nvierteljahrlich frei Haus\n■\nVerlag-\nvon Poddebski & Co.\nBerlin SW 48\nVerl. Hedemann-Strafie 5\nTelefon: Hasenheide 7040\n\nW. Plarzlllier & Co. Berlin W ♦ Grunewaldstr. 14-15\nGegrundet 1854 HOfSPC(I HCllfC S. PI. fICS IfOltigS VOH Spanien Gegrundet 1854\nSpedition und Mobeltransporte, Verpackung and Lagerung von\nGemalden und Kunstgegenstanden jeder Art\nLieferung und Empjang nach und von alien Kunstausstellungen\ndes In- und Auslandes. Transportversicherungen aller Art\nSpediteure d. Wlrtsdioftildien verbandes Dildender Kunsfier - der freien Secession\ndes verbandes Deulsdier lliusiroforen und llausspedlteure des „Sfurm\"\nm\n\nGesellsdiaft der Sfurmfreunde O\nSonnabend, den 17. April 9—ll Uhr\nHotel £splanade (kleiner Festsaal)\nGroses S(urm-KabarcU\nConference: Rudolf Bliimner\nV\nTon 11 Uhr ob\nMil\nAuskunft und Einladung-en\nKunstausstellung- „D E R STU R Ma\nBerlin W 9 Potsdamer Strafle 134 a\nLiitzow 44 43\n\nVerlag des Bibliographischen Instituts Leipzig1\nSoeben erscheint in siebenter neubearbeiteter Auflage:\nr/ EYERS LEXIKON\n12 Halblederbande\nUeber 16000 Artikel 20000 Spalten Text rund\n5000 Abbildung*en und Karten im Text, fast 800 z. T.\nfarbige Bildertateln und Karten iiber 200 Textbeilag-en.\nBand I und II kostet je 30 M Band 111 33 M\nSie beziehen das Werk\ndurdi jede gute Budiltaiidliiiig\nund erhalten dort auch kostenfrei ausfiihrliche Ankundig-ung-en"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "18", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192604-01.1.20", "texte": "Verantwortlich für die Schriftleitung: Lothar Schreyer, Berlin W 9 / Verlag Der Sturm G. m. b,H.\nBerlin W9, Potsdamer Straße 134 a / Fernruf Liitzow 4443 / Postscheckkonto Berlin 120658 / Druck:\nStomps & Gebser, Berlin Sl4, Stallschreiberstraße 30\n\nZum Verstandnis des modernen kulturellen und politischen Lcbens\nunentbehrlich ist die Lektiire der Zeitschrift\nSozialistische Monatshefte\n■■ ! ' -- - ■\nHerausgeber Joseph Bloch\nPreis pro Quartal 2.25 Mark / Einzelheft 75 Pfennig\nVorzugsausgabe (auf besonders schonem Papier) pro Quartal\n4.50 Mark, Einzelheft 1.50 Mark\nDas soeben ausgegebene 3. Heft enthalt:\nPaul Kamffmeyer Zum 100. Geburtstag Wilhelm\nLiebknechts\nDr. Ludwig Quessel (M. d. R.) Deutschland und\n\" Polen im Volkerbund\nDr. Richard Kleineibst Ruckwirkungen\nHermann Jacket (Vors. des Textilarb.-Verb.) Die\ndeutschen Gewerkschaften nach\ndem Krieg\nDr. Carl Mennicke Der religiose Sozialismus in\nDeutschland\nWalter Lefemann Abend\nErnst Kallai Malerei und Film\nProduktionsgedanke und Staatssozialismus | Walther Pahl — Die\nSozialdemokratie in der Politik ] Wally Zepler — Vitalismus und\nMechanismus | Dr. Hans Haustein — Das Rechtsprinzip in der\nFiirstenabfindung | Dr. Karl Steinhoff — Die junge Dichtung in\nItalien, Griechenland, Frankreich | Dr. Max Hochdorf — Kunstseide\nDr. Heinrich Lux — Das Leben Renans | Adolf Siegfried — Die Toten:\nPablo Iglesias, Georg Klingenberg, Anna Kulischow-Turati, Georg\nA Schweinfurth; und anderes mehr\nProbehefte stehen auf Verlangen jederzeit kostenfrei zur Ver-\nfugung. Dem unterzeichneten V erlag ist die Mitteilung von Adressen\nwillkommen, an die die Zusendung von Probeheften ratlich erscheint.\nVerlag der Sozialistiscfaen Monatshefte G.m.b.H.\nBERLIN W35\n\nHCasa d'Arte II\nBRAGAGLIA ||\nModerne Kunstausstellungen : Theater der\nUnabhangigen : Buchhandlung : Verlag\nKunstgewerbe\nTerme Romane di Via AvignonesiB | Rom 4\n\nVERLAG DER STURM / BERLIN W 9\nHerwarth Walden:\nEinblick in Kunst\nDie beste Einfiihrung in den\ni\nExpressionismus und Kubismus\n70 Abbildungen / 4 farbige Kunstbeilagen\nLadenpreis Halbleinen gebunden M 6,50\nfOnfteauflage\n\nRevue Germanique\nLille j 55 Rue Brule-Maison\nIPeriodique trimestriel |\nAbonnement 30 Frs. pour l'etranger I\nInformations sur le mouvement 8\nlitteraire et les travaux philolo- |\ngiques en Allemagne aux Pays-\nBas et en Scandinavie ■ •\n\nINTEGRAL\nREVUE DE SINTHESE MODERNE du SEULE\nGROUPEMENT d' AVANTGARDE ROUMAINE\nPARAISSANT CHACQUE MOIS\nDIRIGE Par un Comite bucarestois et parisien\nREDACTION: M. H. Maxy, Galea Victoriei 79Et.1\nBUCAREST-ROLJMAINE\n\nBOTTEGA DI POESIA\nCasa Editrice - Libreria - Casa d'Arte\nMILANO MILANO\nVia del Monte / Napoleone 14 / Telef. 84—70 / Ind. tel BIDIP!\nEDIZIONI D'ARTE\nALBERTO MARTINI\nII T e a t r o\n■■■■■■■■■■I\n(II teatro sull'acqua)\nGrande libro in formato m. 0,30x0,40 contenente\n46 riproduzioni in nero ed a colori di scenografie,\ncostumi, bozetti teatrali ecc. Prefazione e testo\ndi Emanuele di Castelbarco\nEdizione die gran lusso, rilegata in carto\nnatura d'editore con fregi in oro, 500\ncopie L. 150-\n50 Esemplari su carta speciale,\nnumerati, rilegati in tutta pelle . . . L. 300-\nALBERTO MARTINI\nMisteri\nGrande albo di lusso in formato m. 0,43x0,55\ncontenente 6 litografie originali precedute da un\ncommento lirico di Emanuele di Castelbarco\nRara e preziosa opera limitata a soli\n50 esemplari numerati e firmati dall'\nartista. Le pietre litografiche dopo\nla tiratura vennero cancellate . . . L. 2000-\n4 Esemplari rarissimi in sanguigna . . L. 3000-"}]}